So würde ich Propaganda in Deutschland aufziehen

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Wie könnte man im Propagandastaat ein neues Propaganda-Medium aufziehen? Zum Beispiel so: Man sagt die Wahrheit, welche von anderer Propaganda verschwiegen wird. So lange, bis das Publikum einem vertraut. Und dann sagt man, was man EIGENTLICH sagen will.

Nehmen wir an, ich wollte Propaganda in Deutschland betreiben.

Vielleicht, weil ich gerade eine Pause einlegen will … vom Tragen der vielen Eulen nach Athen.

Vielleicht, weil ich für einen Irrtum bezahlt werden will.

Ich will es erklären, im Detail, deshalb minimale Grundlagen.

Was ist „Propaganda“?

Der Duden sagt:

Propaganda: systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher o. ä. Ideen und Meinungen mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen

– Duden Online

Ja, ich weiß. „Propaganda“ klingt wie etwas Böses. Etwas, was immer nur die anderen, bösen Staaten tun. Oder, in unserer Demokratie, was die Opposition tut.

Aber begrifflich sind ARD und ZDF ihrem expliziten Zweck nach „Propaganda“. Und wenn etwa BILD- oder Welt-Journalisten sich dazu verpflichten, diese oder jene „Werte“ hochzuhalten, dann verpflichten sie sich zu Propaganda im Duden-Sinn.

Der „Propagandastaat“

Propaganda ist die Verbreitung von Inhalten mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen. Propaganda, deren Werte du teilst, ist immer noch Propaganda. Propaganda ist eine Methode und ein Ziel. Über die Werte sagt sie nichts aus.

Ich nenne Deutschland einen Propagandastaat. (Siehe dazu etwa die Essays „1,1 Milliarden Euro – willkommen im Propagandastaat“ von 2020 oder „So fühlt er sich an, der Propagandastaat“ von 2021.)

Was meine ich mit „Propagandastaat“?

Die Elon-Musk-KI erklärt es so:

Dushan Wegner meint mit „Propagandastaat“ einen Staat, in dem die Bürger in allen Lebensbereichen und rund um die Uhr systematisch mit politischen Botschaften umgeben und „erzogen“ werden, damit sie „richtig“ denken und keine unerwünschten (aus Sicht der Macht: „destabilisierenden“) Meinungen hegen.

– Grok, abgerufen 2.11.2026

Deutschland ist ein Propagandastaat. Ein Staat, in welchem der Bürger vom ersten bis zum letzten Atemzug, und in allen Lebensbereichen, in aggressive und teure Propaganda eingehüllt ist.

Schwierig, aber nicht unmöglich

Nehmen wir also an, ich wollte im Propagandastaat Deutschland tatsächlich ein weiteres Propaganda-Medium errichten, als Konkurrenz zum milliardenschweren, staatsnahen Propaganda-Apparat.

Schwierig? Ja.

Unmöglich? Nein.

Es wäre möglich, wenn man Zeit mitbringt … und tiefe Taschen, idealerweise aus dem Ausland. Und etwas Know-how. Das liefere ich hier.

Finde die Lücke!

Um neue Propaganda im Propagandastaat zu platzieren, musst du zuerst eine mediale Lücke im Meinungsmarkt finden, die du bedienst.

In Deutschland wurde etwa lange Zeit, und eigentlich bis heute, die Destabilisierung der Gesellschaft durch importierte Gewalt aktiv verschwiegen, zumindest von den staatsnahen Medien.

Sag die Wahrheit (vorläufig)

Du beginnst deine eigene Propaganda-Maßnahme damit, dass du wichtige Wahrheiten benennst. Du formulierst Schmerz und Leid, die von Staatsfunk und übriger Propaganda geleugnet werden, etwa durch die Lüge des Weglassens. Du sagst die Wahrheit, wo Staatsfunk und übrige Propaganda explizit lügen.

Dein Publikum ist dankbar und sagt: „Ah, endlich jemand, der die Wahrheit sagt!“

Dein Publikum wächst. Dein Publikum ist glücklich, dass endlich jemand ausspricht, wie es wirklich ist.

So betreibst du es über Monate, vielleicht Jahre. Du streitest „mutig“ für die, die sonst keine Stimme finden. Du nimmst dafür hin, als „rechtsextrem“ oder sonst was beschimpft zu werden. Du hast ohnehin ganz andere Ziele.

Der Propaganda-Schläfer

In Wahrheit bist du de facto ein „Propaganda-Schläfer“.

Der Tag wird kommen, da wird man den Schalter umlegen. Oder es wird zumindest so aussehen. Plötzlich wirst du sagen, was du eigentlich sagen wolltest. Oder sagen solltest.

Vielleicht war dein wahrer Auftraggeber ein fremder Staat, der Propaganda-Hilfe braucht, etwa weil er Krieg führen oder umstrittene Investitionen tätigen will. Vielleicht ist es eine NGO. Der Möglichkeiten sind leider zu viele.

Plötzlich ein komisches Thema

Dann, je nach Bedarf schleichend über Wochen und Monate oder plötzlich, wenn es dringend ist, erscheint innerhalb deiner Nachrichten ein Thema, das eigentlich wenig mit deinen übrigen Themen zu tun hat. Oder du schwenkst in einem Kerngebiet plötzlich zum Gegenteil der bisherigen Meinung um. Wie wenn du kurz vor Wahlen plötzlich die Opposition harsch angehst. Oder die Regierung doch noch irgendwie wählbar findest.

Der kleine aufmerksame Teil deines Publikums wird es merken. Ein großer Teil deines Publikums aber, womöglich die Mehrheit, wird es eben nicht merken.

„Der klingt sonst so vernünftig, also wird er wohl auch darin recht haben, auch wenn ich es nicht verstehe“, so wird ein großer Teil sagen, und genau dieser Irrtum war es womöglich, wofür du von Anfang an bezahlt wurdest.

Doch meistens wahr?

Lasst mich euch eine Anekdote aus dem Kommunismus in der ČSSR erzählen. Genauer, von seinem offiziellen Ende.

Über Jahrzehnte waren viele kritische Bürger davon ausgegangen, dass in der Propaganda- und Parteizeitung Rudé právo, dem tschechischen Gegenstück zur sowjetischen Prawda, eigentlich alles gelogen war. Zum Beispiel, und vor allem, bei Meldungen aus dem Ausland. Erst später, als der Kommunismus fiel und mit ihm die Zensur, stellte man erstaunt fest: Die Rudé právo hatte überraschend häufig die Wahrheit gesagt.

Das haben die Rudé právo im offenen Kommunismus und womöglich manche Wahrheits-Medien heute gemeinsam: Man berichtet oft genug die Wahrheit, um an entscheidender Stelle seine eigentliche Botschaft zu platzieren.

Die kalte Wahrheit ist: Während ich dem deutschen Staatsfunk genau gar nicht glaube, ist es nun einmal so, dass alternative Medien noch immer öfter die tatsächliche Wahrheit sagen. Und genau hier bin ich zerrissen.

Prüfe alles, glaube wenig, denke selbst

Zur neuen Medienkompetenz gehört, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wann auch ein alternatives Medium berichtet, was ist – und wann es berichtet, wovon jemand will, dass es berichtet.

Mit anderen Worten, es gilt weiterhin, und mehr denn je: Prüfe alles, glaube wenig, denke selbst!

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Der Essay So würde ich Propaganda in Deutschland aufziehen von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://dushan.org/tagebuch/propaganda-aufziehen/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!