Wenn (Englisch sprechende) Politiker und andere Bullshitter nicht verstehen, was gerade passiert, oder wenn sie es nicht verstehen wollen oder sollen, dann können sie sagen: „We are monitoring the situation.“
„To monitor the situation“ bedeutet frei übersetzt: „die Lage beobachten“. Es passt, dass „monitor“ auch das englische Wort für Bildschirm ist. Denn das ist es, was „monitoring the situation“ tatsächlich bedeutet: hilf- und ahnungslos auf Bildschirme starren. (Das Flackern bedeutungsloser Zahlen und konsequenzloser Nachrichtenmeldungen kann eine gewisse therapeutische Wirkung entfalten.)
Auf YouTube findet sich ein wunderbares semi-parodistisches Video mit dem Titel „I am monitoring the situation“ – ich habe es zu oft gesehen:

„Monitoring the situation“ ist, was Politiker und andere Bullshitter derzeit wohl hinsichtlich Frankreich tun. „Junge Männer“ brennen eine Kultur nieder, die sie nicht gebaut haben, die sie nicht verstehen, die sich ihre Liebe durch Dienstbarkeit verdienen wollte. Frankreich brennt, wieder wieder mal. (Ich schrieb zu oft über das brennende Frankreich. Etwa 2023 in „Meldungen von Flammen“ oder 2020 in „Wir haben das Feuer zu fürchten verlernt“.)
Wenn Politiker sagen, dass sie „die Lage beobachten“, dann könnte das auch bedeuten, dass auch „Die letzten Tage des Westens“ (Essay von 2017) gezählt sind. Dass alles genau so läuft, wie NGOs und höhere Mächte es wollen. Dass die „Situation“, die wirklich beobachtet wird, die Reaktion der Einheimischen auf ihr Ersetztwerden ist.
Nun, auch ich beobachte natürlich die Lage. Und ich bleibe dran an der Frage: Was tun, um am Wahnsinn der Zeit nicht selbst wahnsinnig zu werden?
Nein, ich glaube nicht, dass Wahlen allein den Westen retten werden. Nicht wenn „NGOs“ schlicht alle Seiten auf der Liste führen. Der Scherz, wonach Wahlen verboten würden, wenn sie etwas verändern würden? Es ist so wenig ein Scherz wie „zwei plus zwei ergibt vier“.
Ich erinnere mich selbst bald täglich an Niebuhrs Gelassenheitsgebet. Ich bitte Gott um die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Und um den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Zum Mut, das Änderbare zu ändern (idealerweise zum Besseren), braucht es auch Durchhaltevermögen und Fleiß. Und Frustrationstoleranz. Viel viel Frustrationstoleranz.
Das Erste, was ich ändern kann und sollte, bin natürlich ich selbst. Wie ihr wisst, arbeite ich zu diesem Zweck seit nun einem Jahr an Latin Prayer.
latinprayer.org bringt die traditionellen lateinischen Gebete zurück.
David Berger hat das Projekt jüngst vorgestellt (philosophia-perennis.com, 08.10.2026).
In der vergangenen Woche habe ich nicht nur die Lage beobachtet, sondern vor allem an der nächsten Version der App gearbeitet.
Ja, ich sollte das Marketing der App etwas hochfahren, und das steht jetzt an. Hier in meinem persönlichen Tagebuch kann ich euch aber „privat“ die zwei Neuerungen in Version 3.0.8 verraten!
1. Bibel-Übersetzungen sind jetzt herunterladbar. Die App kommt nicht mehr mit allen Übersetzungen und lateinischem Audio, sondern erlaubt das Herunterladen nach Bedarf. Das drückt den Speicherbedarf der App von 300 Megabyte auf unter 100 Megabyte. (Außer natürlich man lädt alle Übersetzungen, klar.)
2. Jetzt auch auf Tablet. Das Layout der App wurde in der neuen Version auch für Tablets angepasst, ob iPad oder Android. Im Querformat erscheint links ein komfortables Seitenmenü, das die Navigation extra übersichtlich macht.
Ihr könnt die Latin-Prayer-App gratis herunterladen und benutzen. Für Android-Geräte und für iPhone und iPad.
Lasst uns also weiter die Lage beobachten. Und lasst uns etwas von dem bewahren, was in Frankreich niedergebrannt wird, buchstäblich.
Es ist Sonntag. Ich gehe jetzt zur Kirche. Der Sohn dient am Altar, wofür ich sehr dankbar bin, laut „Deo gratias!“ sage und diese Freude mit euch teile.
Ihr könnt ja derweil die App herunterladen und das Beten auf Latein probieren. Es soll auch dann wirken, wenn man nur halb daran glaubt.
Weiterschreiben, Wegner!
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Der Essay Die Lage beobachtend, hart gearbeitet von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://dushan.org/tagebuch/monitoring-the-situation/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!

