Wie sehr betäubt bist du eigentlich?

Rückblickend
Am Morgen des 11.9.2001 unterzog ich mich einer Zahnwurzelbehandlung. Ich wankte dann zum Kölner Neumarkt. Menschen standen vor TV-Geräten. Ich sah die Bilder, live. „Wie sehr betäubt bist du eigentlich?!“, fragte ich mich. (Ich frage es immer noch.)

Heute vor einem Vierteljahrhundert unterzog ich mich einer morgendlichen Zahnwurzelbehandlung. Ich beschrieb es für euch 2021, im Text 11. September 2041 (Essay, Dushan Wegner).

Der makabre »Witz« an dieser Behauptung ist, dass sie stimmt. Und dass ich nach dieser Behandlung in der Kölner Innenstadt unterwegs war – mit sehr entspannenden Chemikalien im Blut –, und auf den TV-Geräten die Nachrichten aus New York sah, und dass ich mich so etwas fragte wie: »Wie sehr betäubt bist du eigentlich?!«

Ja, es schien lange auch mir, dass »nein ihläven« eine Zäsur in der Geschichte der Menschheit war. Es wurde so inszeniert. Die große Attacke der Barbarei auf die Zivilisation, auf die Menschheit selbst. Passanten berichteten damals von Explosionen in den Türmen. Es wurde ein Reisepass der Terroristen auf dem Boden in der Nähe des World Trade Center gefunden (web.archive.org, 18.09.2001). Die Frage ist nicht, ob eine Verschwörungstheorie die Attentate erklärt, sondern welche – und warum.

»Heute sind wir alle Amerikaner«, hieß es damals (siehe etwa worldpress.org, 12.09.2001). Dennoch erschloss sich nicht allen unmittelbar, warum die korrekte Reaktion auf einen Anschlag von Ägyptern, Emiratern und Libanesen aus der Hamburger Zelle (Innensenator damals: Olaf Scholz) auf die USA … der Einmarsch in Afghanistan war. (Osama bin Laden stritt übrigens zunächst eine Beteiligung ab, siehe cnn.com, 17.9.2001. Erst 2004 in einer Videobotschaft bekannte er sich dazu – vier Tage vor der US-Wahl Bush vs. Kerry, warum auch immer.)

Seit Toledo nenne ich meine Texte nicht mehr Essays, sondern ein Tagebuch. Der Grund bleibt, dass ein Essay eine These impliziert, und damit eine Antwort oder Lösung. Das alles habe ich in irdischen Angelegenheiten nicht. Ich hatte es vielleicht noch nie, aber jetzt weiß ich es auch.

Zu 9/11 weiß ich, außer dass meine Backenzahnwurzel gezogen wurde, heute bloß, dass es eine nachlaufende Zäsur war. Und als solche griff sie für manche bis zur Mondlandung zurück – und vor bis zur Corona-Panik.

Wir wissen, dass wir nichts wissen, und dass die offizielle Version vermutlich derart falsch ist, dass auch ihr Gegenteil falsch bleibt.

Nein, liebes Tagebuch – und geschätzte Leser meines Tagebuchs –, ich habe keine Klugheit. Ich empfehle auch weiterhin, den Rosenkranz zu beten, auf Latein und Furchtlosigkeit zu erbitten.

Im Übrigen aber bleibt 9/11 für mich der Jahrestag meiner Frage: Wie sehr betäubt bist du eigentlich?

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Der Essay Wie sehr betäubt bist du eigentlich? von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://dushan.org/tagebuch/sehr-betaeubt/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!