2026 September

Das MIT warnt: KI-Chats verdrängen Lerngruppen und Sprechstunden und nehmen Studenten das Lernen ab. Das stimmt. Doch dieselbe Maschine kann klüger machen, wenn man sie nach Kontext und Gegenthesen fragt.

Ein Linker fordert offene Grenzen usw. – und klagt sein eigenes Kind an die sichere Schule. So sind’se halt, die Guten: Die bösen Folgen des Guten sollen die anderen ausbaden – und wer das doof findet, ist eh bloß Nazi und Faschist … mindestens.

Die lange Schlange am Bus ärgerte mich, bis mir klar wurde: Man muss dankbar sein, dass und wenn es überhaupt noch eine gibt.

Ein Jungpolitiker, ein Strandkorb, eine Terrasse auf Kosten der Steuerzahler. Abgehobenheit ist in „Unserer Demokratie“ kein Makel, sondern Rangabzeichen.

Warum verblasst der Schmerz eines Zahnarztbesuchs in unserer Erinnerung, während etwa eine Demütigung über die Jahre oder sogar Generationen hinweg anschwellen kann?

Ein gerundeter Zwischenwert, ein anderes Wetter: Das ist der Schmetterlingseffekt. Meine These: Manches alte Tabu war ein Zaun gegen genau solche Kettenreaktionen. Wer die Zäune einreißt, braucht keine Panzer.

Das Leben ist kurz, die Zeit begrenzt. Wenn nun ein Mensch für das Gute und Richtige kämpft, tut er das, OBWOHL sein Leben endlich ist … oder GERADE WEIL?

Wer eine Leiter hinaufsteigt, sollte vorher prüfen, an welcher Mauer sie steht. Mancher steigt hinauf, über Jahre und Jahrzehnte, und dann stellt er fest, dass sie an der falschen Mauer stand (doch dann ist es alles auch schon fast vorbei).

Die Kostprobe im Supermarkt soll die Vernunft beruhigen, den Appetit wecken und … mich zur kaufenden Gegenleistung verpflichten. (Was davon taugt für anstehende 60-Sekunden-Videos?)

Ein Jahr Arbeit, sieben Wochen bei der alten Messe, und nun ist Latin Prayer auch für Android da. Es beginnt der Teil, zu dem ich mich zwingen muss. (Warum eigentlich?)

Vor dem ersten NFL-Spiel in Australien bedankte sich eine Wurundjeri-Älteste bei der Kulin Nation. Zusammen mit dem „National Sorry Day“ ist es ein Ritual, das auffällig dem christlichen Schuldbekenntnis ähnelt – nur eben ohne Gott am anderen Ende.

Vier Wege, ein Frosch: Wer schweigt, ist sicher. Wer die Wahrheit sagt, landet im Froschgefängnis. Eine Fabel darüber, wie man Wahres sagt, ohne dafür eingesperrt zu werden – und was das mit dem Tagesschau-Publikum zu tun hat.

Am Morgen des 11.9.2001 unterzog ich mich einer Zahnwurzelbehandlung. Ich wankte dann zum Kölner Neumarkt. Menschen standen vor TV-Geräten. Ich sah die Bilder, live. „Wie sehr betäubt bist du eigentlich?!“, fragte ich mich. (Ich frage es immer noch.)

Eine Fahrt im frühen Bus: Arbeiter auf dem Weg zur Arbeit. Und sie unterscheiden sich dann doch vom „Stadtbild“. Doch diese Arbeiter sind es, die das Stadtbild finanzieren. Es ist unfair – und es wird nicht lange gutgehen.

Fünf Wochen mit Tauben unterm Dach, zwölf Tage in einer Klosterzelle. Wieder erstmal aus’m Himmel zurück, noch Dinge zu tun.