# Dushan Wegner > Ich schreibe. ## Beiträge - [Mea Culpa vor dem Kickoff](https://dushan.org/tagebuch/mea-culpa-vor-dem-kickoff/) Vor dem ersten NFL-Spiel in Australien bedankte sich eine Wurundjeri-Älteste bei der Kulin Nation. Zusammen mit dem „National Sorry Day“ ist es ein Ritual, das auffällig dem christlichen Schuldbekenntnis ähnelt – nur eben ohne Gott am anderen Ende. Ich lernte dieser Tage von einem gar merkwürdigen neuen Ritual, das in der einst britisch und heute selbst verwalteten Gefängniskolonie *Australien* praktiziert wird. ![Ein Ereignis mit Gebet](https://dushan.org/wp-content/uploads/2026/09/ein-ereignis-mit-gebet.png "https://x.com/spqr_sulla/status/2098340910085886417, Stand: 15.9.2026") Es ist eine Zeremonie namens „land acknowledgement“. Dieses neue Ritual wurde in Australien vor dem ersten dort stattfindenden NFL-Spiel abgehalten. American Football down under. San Francisco 49ers gegen Los Angeles Rams auf dem Melbourne Cricket Ground. Non olet: ausverkaufte 100.021 Sitze. Vor dem Spiel aber wurde zum „land acknowledgement“ innegehalten. Es war *sehr*, was man im modernen Englisch „cringe“ nennt, eine Variante des deutschen Fremdschämens. [Wir sehen](https://x.com/spqr_sulla/status/2098340910085886417) eine bebrillte und sehr weiß-aussehende Dame mit Fell-Umhang und einem traurigen Ast in der Hand. Die Dame bedankt sich bei der „Kulin Nation“ und den Nachbarinseln. Mit etwas Recherche erfahre ich, dass die Dame „Aunty Joy Murphy Wandin“ heißt und „Senior Wurundjeri Elder“ der „Kulin Nation“ ist, bei der sie sich für die Natur bedankt, wenn ich das richtig verstehe. Diese „Kulin Nation“ ist ein Verbund von fünf Stämmen australischer Ureinwohner, namentlich: Woiwurrung, Boonwurrung, Taungurung, Wathaurong und Dja Dja Wurrung. Die Namen dieser Stämme wissen wir übrigens, weil Europäer sie transkribiert und aufgeschrieben haben. Die Ureinwohner Australiens lebten über 50.000 Jahre auf ihrem Kontinent, ohne Schrift zu entwickeln. Hält man also Zeremonien ab, um den weißen Europäern für Zivilisation, Gesundheitsversorgung, zuverlässige Nahrung und Bildung zu danken? Nein, in Australien hält man einen „National Sorry Day“ ab. Frei übersetzt: „Nationaler Es-tut-mir-leid-Tag“. Und nein, das ist kein böser Scherz dieses Essayisten. Der „National Sorry Day“ wird jährlich am 26. Mai begangen ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/National_Sorry_Day)). Formal geht es um „Zwangsentfernungen“ von Kindern, auch „Zwangs-Adoptionen“ genannt, die „Stolen Generation“. Ich gehe davon aus, dass diese Fälle echter sind als der kanadische Massengrab-Schwindel der jüngeren Trudeau-Ära ([nypost.com, 31.8.2023](https://nypost.com/2023/08/31/still-no-evidence-of-mass-graves-of-indigenous-children-in-canada/)), der sehr reale Kirchenbrände provozierte. Der [oben zitierte](https://x.com/spqr_sulla/status/2098340910085886417) Post auf X aber stellte die These auf, dass solche Zeremonien das *Gebet* ersetzen, mit dem Christen eine Veranstaltung eröffnen. Doch ist es wirklich ein *Gebet*? Mir scheint, es ist vor allem ein großes *Schuldeingeständnis*. Eine Demütigung. Doch genau das ist tatsächlich religionsartig. Wir bekennen es bei jeder Messe: mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa. Meine Schuld, meine Schuld, meine übergroße Schuld. Wir bekennen unsere Schuld auch dem Priester in der Beichte, doch ist es unsere Schuld gegenüber *Gott*. Der Apostel Paulus schreibt im Brief an die Römer 2:14-15 von den Heiden, die das Gesetz nicht haben und denen doch ein Gesetz ins Herz geschrieben ist. An diese erinnern mich die Heiden und „modernen“ Christen, die sich irgendwie „spirituell“ fühlen wollen und doch eine Schuld gegenüber „Höherem“ spüren. Ich bekenne meine Schuld gegenüber dem, der über mir herrscht. Wer aber keinen Gott mehr kennen will, der bekennt seine Schuld eben bei schriftlosen Stämmen, bei Mutter Erde oder sonstwem. Ich selbst wende mich ja lieber an den Schöpfer als an das Geschaffene. - [Nicht sein kurzes Froschleben mit Irrelevantem](https://dushan.org/tagebuch/sein-kurzes-froschleben/) Vier Wege, ein Frosch: Wer schweigt, ist sicher. Wer die Wahrheit sagt, landet im Froschgefängnis. Eine Fabel darüber, wie man Wahres sagt, ohne dafür eingesperrt zu werden – und was das mit dem Tagesschau-Publikum zu tun hat. Es war einmal ein Frosch. Der Frosch hopste durch den Wald. Über Wald-, aber keine Holzwege. Über Stock, Stein und boshafte Wurzeln. Etwas müde war er, der Frosch. Jedoch, wie ein gelehrter Mann einst sagte: »Jung’, wat willste mache?« Der Frosch hopste also seinen Weg entlang. *Sein* Weg wurde dadurch zu seinem Weg, dass *er* ihn entlanghopste. Wäre der Frosch einen *anderen* Weg entlanggehopst, dann wäre ein *anderer* Weg zu *seinem* Weg geworden. Auf *seinem* Weg gelangte der Frosch an eine Gabelung. Diese Gabel hatte, wie für wald- und handelsübliche Gabeln üblich, *vier* Zinken. Der Frosch musste wählen, welche der vier Zinken zu *seinem* Weg werden würde, denn zerreißen konnte und wollte er sich nicht. Nein, er war nicht froh über diese neue Freiheit. Der Frosch hätte bevorzugt, wenn sein Pfad geradlinig wäre. Hakenschlagen nach Art der Hasen ist doch so gar nicht froschgemäß. Hohe Sprünge ja, Haken nur zur Not. Der Frosch studierte die vier Wege. Er, ein geschwätziger Frosch, sah bald, dass jeder dieser Wege *sein* Weg sein konnte. Es waren die Zinken *seiner* Gabel. Ein Weg hieß: »Der Frosch schweigt.« Ein Weg hieß: »Der Frosch plappert irrelevante Dinge.« Ein Weg hieß: »Der Frosch sagt die Wahrheit und der Storch sperrt ihn sogleich ins Froschgefängnis.« Ein Weg hieß: »Der Frosch sagt sehr relevante und sehr wahre Dinge, deren Relevanz und Wahrheit allerdings versteckt ist, da der Frosch zwar nicht schweigen kann, aber auch nicht sein kurzes Froschleben mit Irrelevantem vergeuden will, und doch nicht ins Froschgefängnis gesperrt werden will, und dafür lieber in Kauf nimmt, für einen Frosch gehalten zu werden, der einmal zu hoch gehüpft und mit dem Froschkopf an einen niedrig hängenden Ast geknallt ist.« Wir inneren Beobachter dieser Froschgedanken fragen uns selbstredend sofort: »Ist jener Zusammenstoß zwischen Froschkopf und Baumast auch verantwortlich dafür, dass ein Tümpelbewohner überhaupt durch den Wald hopst?« Es wäre plausibel, doch in diesem Fall nicht zutreffend. Der Frosch war seinem Tümpel entflohen, weil ein tümpelüblicher Frosch, entgegen anderslautenden Metaphern, durchaus auf steigende Tümpeltemperaturen reagiert, und zwar durch rasches Hinaushüpfen. (Darin unterscheidet sich ein Frosch im Übrigen vom deutschlandüblichen Tagesschau-Publikum. Diese Kröten sitzen im inzwischen siedenden Wasser und merken nicht, dass ihnen die Krötenhaut weggekocht wird – ironischerweise während eben die Krötenkocher in lügenroten Deutschlandkarten berichten, es würde gerade so viel wärmer werden, außer an den Punkten, wo es tatsächlich brennt.) - [Wie sehr betäubt bist du eigentlich?](https://dushan.org/tagebuch/sehr-betaeubt/) Am Morgen des 11.9.2001 unterzog ich mich einer Zahnwurzelbehandlung. Ich wankte dann zum Kölner Neumarkt. Menschen standen vor TV-Geräten. Ich sah die Bilder, live. „Wie sehr betäubt bist du eigentlich?!“, fragte ich mich. (Ich frage es immer noch.) Heute vor einem Vierteljahrhundert unterzog ich mich einer morgendlichen Zahnwurzelbehandlung. Ich beschrieb es für euch 2021, im Text [11. September 2041 (Essay, Dushan Wegner)](https://dushan.org/essays/11-september-2041/). Der makabre »Witz« an dieser Behauptung ist, dass sie stimmt. Und dass ich nach dieser Behandlung in der Kölner Innenstadt unterwegs war – mit *sehr* entspannenden Chemikalien im Blut –, und auf den TV-Geräten die Nachrichten aus New York sah, und dass ich mich so etwas fragte wie: »Wie sehr betäubt *bist* du eigentlich?!« Ja, es schien lange auch mir, dass »nein ihläven« eine Zäsur in der Geschichte der Menschheit war. Es wurde so inszeniert. Die große Attacke der Barbarei auf die Zivilisation, auf die Menschheit selbst. Passanten berichteten damals von [Explosionen in den Türmen](https://x.com/its_The_Dr/status/2098190736181064139). Es wurde ein Reisepass der Terroristen auf dem Boden in der Nähe des *World Trade Center* gefunden ([web.archive.org, 18.09.2001](https://web.archive.org/web/20100913084116/http://archives.cnn.com/2001/US/09/17/inv.investigation.terrorism/)). Die Frage ist nicht, *ob* eine Verschwörungstheorie die Attentate erklärt, sondern *welche* – und warum. »Heute sind wir alle Amerikaner«, hieß es damals (siehe etwa [worldpress.org, 12.09.2001](https://www.worldpress.org/1101we_are_all_americans.htm)). Dennoch erschloss sich nicht allen unmittelbar, warum die korrekte Reaktion auf einen Anschlag von Ägyptern, Emiratern und Libanesen aus der Hamburger Zelle (Innensenator damals: Olaf Scholz) auf die USA … der Einmarsch in Afghanistan war. (Osama bin Laden stritt übrigens zunächst eine Beteiligung ab, siehe [cnn.com, 17.9.2001](https://edition.cnn.com/2001/US/09/16/inv.binladen.denial/). Erst 2004 in einer Videobotschaft bekannte er sich dazu – vier Tage vor der US-Wahl *Bush vs. Kerry*, warum auch immer.) [Seit Toledo](https://dushan.org/tagebuch/nochmal-um-12-tage/) nenne ich meine Texte nicht mehr *Essays*, sondern ein *Tagebuch*. Der Grund bleibt, dass ein *Essay* eine *These* impliziert, und damit eine Antwort oder Lösung. Das alles habe ich in irdischen Angelegenheiten nicht. Ich hatte es vielleicht noch nie, aber jetzt *weiß* ich es auch. Zu 9/11 weiß ich, außer dass meine Backenzahnwurzel gezogen wurde, heute bloß, dass es eine *nachlaufende* Zäsur war. Und als solche griff sie für manche bis zur Mondlandung zurück – und vor bis zur Corona-Panik. Wir wissen, dass wir nichts wissen und dass die offizielle Version vermutlich derart falsch ist, dass auch ihr Gegenteil falsch bleibt. Nein, liebes Tagebuch – und geschätzte Leser meines Tagebuchs –, ich habe keine Klugheit. Ich empfehle auch weiterhin, [den Rosenkranz zu beten, auf Latein](https://latinprayer.org/de/) und *Furchtlosigkeit* zu erbitten. Im Übrigen aber bleibt 9/11 für mich der Jahrestag meiner Frage: Wie sehr betäubt bist du eigentlich? - [Eine kurze Fahrt genügt](https://dushan.org/tagebuch/eine-kurze-fahrt-genuegt/) Eine Fahrt im frühen Bus: Arbeiter auf dem Weg zur Arbeit. Und sie unterscheiden sich dann doch vom „Stadtbild“. Doch diese Arbeiter sind es, die das Stadtbild finanzieren. Es ist unfair ­– und es wird nicht lange gutgehen. Eine kurze Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln genügt. Es ist *erstens* zutiefst ungerecht, wie es ist, und *zweitens* wird es *nicht* so bleiben *können*. Ich erinnere mich an eine frühe Busfahrt, morgens zwischen fünf und sechs Uhr. Es wird auf Autobahnen und in Zügen womöglich ähnlich sein, doch es war eben ein sehr früher Bus, in welchem mir dies auffiel. Ein »Mini-Überlandbus«. Ein Bus, der Menschen zwischen Nachbarstädten transportiert. Mir fiel die Bevölkerungsstruktur dieses Busses auf. Die Personen ähnelten so ganz und gar nicht dem üblichen Stadtbild. Zumindest nicht dem Stadtbild in diesen Jahren. Es waren zumeist Arbeiter – und einige Arbeiterinnen – auf dem Weg eben zur Arbeit. Viele in sauberer Arbeitskleidung. Mit Rucksack und Proviant. Sauber und stoisch. Diese Leute waren wohl gegen vier Uhr früh aufgestanden, um diesen Bus zu erwischen. Und anders als ich taten sie es jeden Tag. Seit Jahren oder Jahrzehnten. Oder sogar seit Generationen. Diese Männer auf dem Weg zur Arbeit waren ganz und gar nicht das Stadtbild. Diese Männer waren es, die um vier Uhr früh aufstanden und arbeiten gingen, Tag für Tag. Um das Stadtbild zu finanzieren. Und um dafür verhöhnt zu werden. Ich habe meine Texte umbenannt. Ihr seht es seit zwei Tagen in der URL. Die neuen Texte sind nicht mehr */essays/* sondern ein */tagebuch/*. Ein *Essay* sollte eine These verfolgen. Eine Lösung anbieten. Nach Wittgenstein *der Fliege den Weg aus dem Fliegenglas* zeigen. Ich habe keinen Ausweg *in dieser Welt* anzubieten. Der mir bekannte Ausweg *beginnt* bloß in dieser Welt, [und auf Latein](https://latinprayer.org/de). Also ist dies ein Tagebuch-Eintrag, kein »Essay«. Eine morgendliche Fahrt genügte, um nicht bloß zu *wissen*, sondern auch zu *spüren*, dass dieses Verhältnis zutiefst ungerecht ist. Und des Weiteren zu spüren, dass es alles nicht nachhaltig ist. Nein, es ist nicht gerecht, wenn und dass die *einen* sich krumm schuften und das komfortable Leben der *anderen* finanzieren (und dafür auch noch verachtet werden, um sie still zu halten). Eine kurze Fahrt genügt. - [Nochmal um 12 Tage](https://dushan.org/tagebuch/nochmal-um-12-tage/) Fünf Wochen mit Tauben unterm Dach, zwölf Tage in einer Klosterzelle. Wieder erstmal aus’m Himmel zurück, noch Dinge zu tun. Ich war in Toledo. Ich besuchte täglich die Alte Lateinische Messe. Ich verstand ein klein wenig mehr, *warum* sie wichtig ist – wohl aus genau dem Grund, warum sie bekämpft wird. Ich beschloss dort, meine *essayistische* Arbeit auf Englisch fortzusetzen. Und ich drehte ein [Video dazu, auf Englisch](https://youtu.be/n2f2YmsrOFs?si=_BHRKV-FM_SHw783). Ihr lest diesen Text auf Deutsch, ich weiß. Es ist aber technisch gesehen kein Essay, zumindest nicht im bisherigen Sinne. Ja, ich weiß, dass in der Zwischenzeit in Sachsen-Anhalt gewisse Wahlen stattfanden. Ich weiß, dass die AfD dort etwa 44 Prozent einfuhr. Ich glaube nicht, dass etwas besser wird mit der Partei mit der Ex-Goldman-Sachs-Parteichefin. Auch deshalb will ich nicht mehr allzu viel über Politik reden. Ich erinnere mich selbst immer wieder an das Niebuhrsche Gelassenheitsgebet ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Gelassenheitsgebet)). Was *kann* ich ändern? Was *will* ich ändern? Anhand welcher Weisheit entscheide ich, welcher Weisheit ich folge? Ein paar Dinge *weiß* ich, so wie ich weiß, dass ich zwei Hände habe. So wie ich weiß, dass von der täglichen Alten Messe zur wöchentlichen Messe zurückzukehren sich ein wenig anfühlt wie aus dem Himmel auf die Erde zurückzukehren, *weil noch etwas zu tun ist*. Erst mietete ich in Toledo ein minikleines Apartment unterm Dach. Nachts wanderten Tauben übers Dach und ich hörte das Getrippel. Am Morgen saßen Tauben auf dem Brett des kleinen Fensters und pickten ab mein Fenster. Nach fünf Wochen verlängerte ich nochmal um 12 Tage, in einer Klosterzelle, im Gästehauses eines Konvents. Keine Tauben. Wunderbar liebe Nonnen. Echte Stille, mitten in der Stadt. Außer natürlich die wunderbaren Glocken, alle Viertelstunde rund um die Uhr, in der einen Unterkunft wie in der anderen. Ach ja, und der Blog ist umgezogen, von dushanwegner.com nach dushan.org. Ist ein wenig persönlicher, findet ich. Und ja, ich vermisse die Klosterzelle. - [Nur mißbraucht die Freiheit nicht](https://dushan.org/essays/nur-missbraucht-die-freiheit-nicht/) Was ist der Unterschied zwischen einem Kellner und einem Sklaven? Der Kellner bekommt Trinkgeld – der Sklave bekommt vermutlich einen Schlafplatz gestellt. Sonst noch etwas? Ein *Kellner* bringt dir noch einen Kaffee für unterwegs. Ein *Sklave* bringt dir noch einen, bevor du gehst. Wo ist der Unterschied? Nun, der Kellner hat die Wahl, ob er dir den Kaffee bringt. Der Sklave hat diese Wahl nicht. Auch bekommt der Kellner ein Trinkgeld von dir, der Sklave nicht. Dafür bekommt der Sklave sein Bett von seinem Herrn gestellt, der Kellner muss selbst sehen, wo er bleibt … doch er ist natürlich *frei*! Der Heilige Paulus schreibt über Freiheit: > Zur Freiheit hat Christus uns frei gemacht. Stehet also fest und laßt euch nicht wieder in das Joch der Knechtschaft spannen! > > – Galater 5:1 Alles Sklavische ist also schlecht, ja? Hurra, wir sind frei! Können des Lebens Möglichkeiten trinken, wie uns gerade dürstet! Frei sein und frei nach Brecht dem Gesetz der menschlichen Glückseligkeit folgen: »Du darfst! (Alles, außer kein Geld haben.)« Oder?! Nicht so schnell, Bruder in Freiheit, Schwester in Freiheit. Ein paar Verse später lesen wir vom selben Apostel: > Ihr seid ja doch zur Freiheit berufen, liebe Brüder; nur mißbraucht die Freiheit nicht als einen willkommenen Anlaß für das Fleisch, sondern dienet einander durch die Liebe! > > – Galater 5:13 Das Wort, das der heilige Paulus hier für »dienen« setzt (δουλεύετε), heißt »als Sklave dienen«. Es ist dasselbe Wort wie das »Joch«, dem du gerade entflohen bist. Ihr flieht die Knechtschaft der Sünde. Ihr folgt Jesus und dient deshalb *einander*. Es ist *nicht* optional, und es ist kein Trinkgeld zu erwarten. Großzügigkeit ist kein Geschäftsverhältnis, wie zuletzt [im Kommentarbereich zu meinem englischen Video](https://www.youtube.com/watch?v=q8XyCa0UQiU&lc=UgwTFTlaZyj6GaTxBcF4AaABAg) deutlich wurde. Im Essay [»Irgendwem musst du dienen, mein Sohn«](https://dushan.org/essays/gotta-serve-somebody/) beschrieb ich die vielen »Angebote«, die uns vereinnahmen wollen. Social-Media-Konzerne, die uns digitale Gemeinschaft anbieten. Lifestyle-Konzerne, die uns Sinnfindung anbieten, mit Preisschild, recycelt und recycelbar. Wer meint, niemandem zu dienen, lügt sich lediglich in die Tasche darüber, dass und wem er dient. Und die Auswahl ist nicht wirklich sehr groß. »Es mag der Teufel sein, es mag der Herr sein«, so singt Bob Dylan, »aber irgendwem wirst du dienen müssen.« - [Und unser Herz wird weich](https://dushan.org/essays/und-unser-herz-wird-weich/) Wenn der eine nimmt und nimmt und der andere gibt und gibt – was kommt am Ende dabei heraus? (Und was empfindet der beharrliche Nehmer WIRKLICH für den steten Geber?) Zwei Männer teilen sich ein Haus. Der eine ist mehr so von _gebender_ Natur. Der andere eher von _nehmender_ Natur. Der eine Mann vertraut, und ihm ist auch zu trauen. Der andere Mann misstraut, und ihm ist wenig zu trauen – doch er zählt darauf, dass andere und _der_ andere _ihm_ vertrauen. Beide Männer verdienen ungefähr gleich viel. Tatsächlich _verdient_ der Vertrauende mehr. Doch unterm Strich _hat_ der andere mehr. Wir verstehen, warum. Aber halt, damit ist’s noch nicht genug: Beide Männer haben Familien. Jeder hat Kinder und eine Frau, vielleicht Eltern und Schwiegereltern. Und trotzdem: Der eine gibt und gibt. Und der andere nimmt und nimmt. Die Kinder des Gebers hungern. Die Kinder des Nehmers verspotten sogar die Kinder des Gebers und sagen, deren Vater sei ein Schwächling. »Du bist ein Narr«, sagen wir zum gebenden Narren. »Weißt du denn nicht, dass deine Familie zuerst kommt?« Dann sprechen wir auch mit dem klugen Nehmer, und er bringt gute Argumente, und unser Herz wird weich. - [Irre ist das neue Normal](https://dushan.org/essays/irre-ist-das-neue-normal/) Du kannst leugnen, was geschieht, oder hinschauen und daran zerbrechen. Oder du nutzt den einen Rahmen, in dem du das Grauen anerkennen und trotzdem Schönheit in der Welt sehen kannst. Ich habe diesen Satz heute im Internet gelesen: »Die Realität ist schlimmer, als sich irgendwer vorstellen kann.« Ich unterschreibe weiterhin auch [unseren Spruch](https://dushan.org/unausweichlichkeit/): »Am Ende gewinnt immer die Realität.« Ich zähle eins und eins zusammen. Hmm. Dieser Satz über die Realität, die in Wahrheit schlimmer ist, als sich irgendwer vorstellen kann – er stand unter einem Video aus einer jener Gegenden, die man früher die »Dritte Welt« nannte. Das Video führte praktisch vor, wie unvereinbar zweierlei sein kann: westliche Technologie – die aus westlichen Werten hervorgeht und westliche Werte voraussetzt – und Kulturen, denen all das fehlte, die aber doch beides nutzen wollten. Und ich stimme zu: Die Realität ist vermutlich tatsächlich schlimmer, als sich irgendwer vorstellen kann. Die reale Realität zu beschreiben, das liegt aber vielleicht gar nicht mehr am »Rand des Sagbaren«. Es liegt weit dahinter. Und wenn du es versuchst, grübeln die Behörden, ob sie dich ins Gefängnis stecken sollen oder ins Irrenhaus. Ach, ich vergaß fast: Ins Irrenhaus steckt man heute niemanden mehr. Irre ist das neue Normal. Du fragst dich vielleicht in letzter Zeit, warum sie dich Dinge sagen lassen, die vor Kurzem noch unsagbar waren? Möglicherweise weil die Realität längst weit darüber hinaus ist. Ich sehe zwei Wege, mit dem umzugehen, was ist – und was kommt. *Plus einen.* Der eine Weg ist der, den die Mehrheit geht, die »linke« wie auch die »rechte« Seite, sprich: die »kontrollierte Opposition«: Leugnen, was *wirklich* passiert. Der zweite Weg ist: Seinen Geist und das innere Overton-Fenster öffnen für das, was *wirklich* passiert. Und dann umgebracht, eingesperrt oder wirtschaftlich vernichtet werden … oder durchdrehen. Das sind wohl jene, die nach Nietzsche so lange in den Abgrund geblickt haben, bis der Abgrund zurückblickte. Von beiden Kategorien habe ich Beispiele erlebt. Es ist traurig. Doch es gibt *noch* einen Weg, eine *dritte* Möglichkeit: Finde ein Framework, mit dem du die Realität in all ihren blutigen Details ertragen kannst und *trotzdem* Schönheit in der Welt siehst. (Und *nicht* verrückt wirst.) Dieses »Framework« ist natürlich: Religion. Und zwar die eine Religion, die null Skrupel hat, Tod und Grauen ins Auge zu blicken, dann aber eben doch eine Botschaft von Hoffnung und Liebe gegen das Grauen setzt. Mit den Worten Jesu: > Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Bedrängnis; doch seid getrost: ich habe die Welt überwunden! > > – Johannes 16:33 - [Wachstum und Beschäftigung, jetzt aber wirklich](https://dushan.org/essays/weltblind/) Merz will jetzt diesmal aber wirklich für »Wachstum und Beschäftigung« sorgen. Niemand mit einem IQ über CDU-Umfragewerten nimmt das ernst. Was würde es WIRKLICH brauchen, um Deutschland zu reparieren? Es wäre brutal. Niemand will es aussprechen. »Der Kanzler will seine Minister auf einen Knallhart-Kurs einschwören«, so lese ich bei [bild.de, 25.08.2026](https://www.bild.de/politik/inland/reformtempo-jetzt-geht-es-fuer-merz-um-alles-6a8c7032511d4fd3bc4e2908). Merz »will mehr Tempo bei den Reformgesetzen, nur noch zwei Themen in den Fokus nehmen – Wachstum und Beschäftigung«. Er macht eine »klare Ansage«: »Ich werde das Team auf diese Aufgabe einschwören.« Es ist eine *Prüfung*, für dich und mich. Lasst mich erklären – und ausholen. Niemand mit einem Intelligenzquotienten über den CDU-Umfragewerten nimmt das ernst. Doch tatsächlich ist die Art und Weise, wie wir diese Ansage »nicht ernst nehmen«, interessant in ihrer *Mehrdimensionalität*. ## Hätten sie denn den Willen, die Fähigkeit? Nehmen wir einmal rein hypothetisch an, dass diese Leute tatsächlich den *Willen* besäßen, Deutschland nach einem verlorenen Jahrzehnt wirklich und plötzlich aus dem suizidalen Wahnsinn herauszuholen und zumindest eine vernunftnahe *Richtung* einzuschlagen. (Welchen *Willen* haben die denn gezeigt, außer deutsches Steuergeld ins Ausland zu schicken? Ach ja, und außerdem Deutschland darauf vorzubereiten, seine letzten deutschen Söhne ebenfalls im Ausland an Drohnen auszuliefern?) Aber gut, nehmen wir an, dass jetzt durch eine magische Bekehrung wirklich der Wille eingepflanzt werden kann, Deutschland zu reparieren. Wären diese Leute denn überhaupt *in der Lage*, diese Reformen durchzuführen? Auch die Staatsform »Unsere Demokratie«, dieses wabernde Machtgeflecht von NGOs und Altkadern, ist durchaus *optimiert*. Allerdings darauf optimiert, *die eigene Macht* zu bewahren. Und Leute, die innerhalb des Unsere-Demokratie-Systems erfolgreich sind, sind in ihren kognitiven und intellektuellen Dispositionen auf den Erfolg innerhalb dieses einen Systems hin optimiert. Paradigmatisches Beispiel ist *Annalena Baerbock*. Schon 2021 beschrieb ich im Essay [»Merkel sucht den Nachfolgeroboter«](https://dushan.org/essays/trolley-problem-loesung/) Baerbocks sehr spezielle Eigenschaft, scheinbar verständnislos politisch klingende Satzfragmente aufzusagen, um dann quasi experimentell festzustellen, was davon funktioniert, um die eigene Karriere entgegen der meritokratischen Richtung zu bewegen. Nachdem sie Deutschland bei der UN blamierte, wird sie jetzt »laut Medienberichten im Herbst an die Columbia-Universität wechseln«, wie der deutsche Staatsfunk stolz verkündet ([tagesschau.de, 25.08.2026](https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/baerbock-columbia-100.html)). Es ist eine weitere Demütigung der westlichen Intellektualität. Schaut, wie lächerlich eure Universitäten sind! Immerhin besitzt Baerbock, wie mancher deutsche Politiker, genug Überlebensinstinkt, sich aus Deutschland abzusetzen. Nein, das Unsere-Demokratie-Team um Merz besitzt keine unmittelbar erkennbare Expertise, die Probleme zu lösen, die sie so lange ignoriert haben. Und nein, sie können nicht einfach »Berater« anstellen. Schlicht weil in Berlin ein »Berater« wird, wer die Fähigkeiten und Netzwerke besitzt, sich als Berater einstellen zu lassen – etwa das Talent, stets zu sagen, was der Politiker hören will. Etwa warum die AfD daran die Schuld trägt, dass Firmen wegen hoher Strom- und Lohnnebenkosten dichtmachen. ## Mehr Illusion wagen! Doch lasst es uns kurz den Linken nachmachen und einmal *Träumer* sein, Realität und Vernunft hintanstellen. Mehr Illusion wagen! Lasst uns annehmen, magischerweise gewönne das BlackRock-Vorfeld … pardon, ich meine: das »Team Merz« den Willen *und* die Kompetenz, Deutschlands verlorenes Jahrzehnt aufzuholen. Zu reparieren, was alles demoliert wurde. *Ginge* das überhaupt? ## Der Weg zurück, 2018 beschrieben 2018 schrieb ich meinen wohl utopischsten Text, mit dem Titel: [»Wird unsere Kraft reichen, den Weg zurückzugehen?«](https://dushan.org/essays/der-weg-zurueck/) Es ging um die »Zeit nach Merkel«. Utopisch war ich nicht darin, dass eine Zeit »nach Merkel« kommen würde. Utopisch war ich darin, dass Deutschland nach Merkel zur Besinnung kommen und umdrehen würde. Erst kam Olaf Scholz. Dann kam Friedrich Merz. Und die Marschrichtung Merkel wurde stur beibehalten. Nein, die [in jenem Essay](https://dushan.org/essays/der-weg-zurueck/) herbeigesehnte Umkehr trat nicht ein. Die *Diagnosen* jenes Textes aber sind heute leider sogar noch *richtiger*; will sagen: drängender, dräuender. > Der Weg zurück wird für Deutschland schmerzhaft werden. Umso weiter wir gehen, umso schmerzhafter wird der Weg zurück werden – wird Deutschland überhaupt noch die Kraft dafür haben? > > – Essay [»Wird unsere Kraft reichen, den Weg zurückzugehen?«](https://dushan.org/essays/der-weg-zurueck/) ## Zwei Wege – und keiner ist komfortabel Sprechen wir es aus: Deutschland steht jeden Tag an einer Weggabelung. Der eine Weg geht weiter in Richtung Abstieg. Der andere Weg würde inzwischen womöglich einem Bürgerkrieg ähneln. Mit jedem weiteren Tag kommt der Abstieg näher – und der theoretische Weg zurück wird brutaler. Glaubt ihr denn, es würde friedlich zugehen, wenn plötzlich die geltende Gesetzeslage zum Aufenthaltsrecht durchgesetzt würde? Glaubt ihr denn, NGOs würden es friedlich hinnehmen, wenn sie von Macht und Geldtöpfen abgeschnitten würden? Ich habe zwar nur wenig Angst vor *körperlicher* Gewalt durch die Journaille, wenn der Staatsfunk zur Rettung Deutschlands abgeschafft würde, aber ein Lärm wäre es doch. Ich verstehe sehr wohl, dass und warum so viele auch Konservative und Rationale sich in ihren Innenhöfen einrichteten. [Ich habe es ja selbst empfohlen.](https://dushan.org/essays/lied-der-innenhoefe-neue-strophe/) Doch der Noch-Frieden im eigenen Innenhof könnte darüber hinwegtäuschen, dass mittelfristig nur zwei Wege existieren – und *keiner* ist komfortabel. ## Woher soll das Wachstum kommen? Überlegt nur eine Minute lang, was es bräuchte, um »Wachstum und Beschäftigung« wieder anzukurbeln. Die EU reguliert die KI kaputt. Die deutsche Öffentlichkeit ist dank Staatsfunk und Propaganda-Maschine schlicht desinformiert. Für eine Nation, die so viel und so weit in Urlaub fliegt, sind viele Deutsche erstaunlich weltfremd. Oder sollte man »weltblind« sagen? Wie ich 2019 im Essay [»Künstliche Intelligenz und Mäusespeck«](https://dushan.org/essays/ki-maeusespeck/) im Voraus beschrieb, kommt heute ernstzunehmende und kulturell relevante KI-Arbeit praktisch nur aus den USA und China. Wo genau sollen »Wachstum und Beschäftigung« herkommen? Die Industrie wird nicht wiederkommen, bloß falls Deutschland die Lohnnebenkosten um 1 % senken sollte. Die Politik wird vielleicht ein paar Firmen mit Subventionen bewegen, Fake-Arbeitsplätze zu betreiben – bis zur nächsten Wahl. Wir verbrennen das Mobiliar, und das wird uns noch eine Zeit lang warm halten – bis Raum für Raum ohne Möbel dasteht. ## Die Prüfung Darin aber besteht die Prüfung, die ich meine: Habe ich den Mut, mir das einzugestehen, dass es ist, wie es ist? Die wenigen Tagesschau-Gucker und andere Andersbegabte, welche Merz noch Glauben schenken sollten, sind ohnehin verloren. Was ist aber mit den anderen, die Merz *nicht* glauben, doch die notwendigen Entscheidungen aufschieben? Ich sage: Gesteht euch ein, dass es ist, wie es ist. Denn das bleibt gültig: Am Ende gewinnt immer die Realität. - [Sag den Kindern »Tschüss«](https://dushan.org/essays/tschuess-kinder/) Eine Mutter steht vor Gericht, weil sie ihre drei Kinder erwürgt hat – und eine erschreckende Zahl von Frauen bekundet öffentlich Sympathie für sie. Warum?! Hier passiert etwas wirklich Düsteres. In den USA steht, während ich dies schreibe, eine Mutter vor Gericht, weil sie ihre drei Kinder erwürgt hat. Ihre Verteidigung schiebt die furchtbare Tat auf eine »postpartale Psychose« ([foxnews.com, 30.7.2026](https://www.foxnews.com/us/lindsay-clancy-prosecutors-squeeze-timeline-ex-husband-jury-weighs-murder-versus-madness-expert)). Einerseits hat es entsetzliche Taten dieser Art durch die gesamte Menschheitsgeschichte hindurch gegeben. Andererseits wirkt dieser Fall auf mehreren Ebenen paradox. Etwa: Die Frau genoss allen Rückhalt und alle Vorteile, die man sich für eine moderne Mutter nur vorstellen kann. Ein Haus, einen liebenden und gut verdienenden Ehemann, Psychiater und Medikamente für ihre psychischen Probleme ([bostonglobe.com, 7.8.2026](https://www.bostonglobe.com/2026/08/07/metro/lindsay-clancy-trial-live-updates/)). Und doch entschied sie sich eines Tages, ihren Mann auszutricksen, indem sie ihn losschickte, um etwas zu erledigen – und derweil erwürigte sie ihre Kinder. Drei Fitnessbänder wurden später als Beweismittel angeführt ([foxnews.com, 7.2.2023](https://www.foxnews.com/us/massachusetts-mom-killed-3-children-well-planned-attack-prosecutors-claim)). Leider ist dies nicht das erste Mal, dass ein Mensch unter dem Einfluss von Psychopharmaka Gewalttaten begeht. Und die »Hilfe«, die sie bekam, war ohnehin kaum die Hilfe, die eine Mutter *wirklich* bräuchte. Sprechstunden beim Psychiater sind nicht das sprichwörtliche Dorf oder die, ja, *Wärme* einer größeren Familie. Pharma-Chemie, die das Gehirn umstöpselt, ist kein Ersatz für echten Sinn und gelebten Glauben. Sogar ihre Anwälte benennen die Medikamente als möglichen Teil des Problems. Doch dieser Fall ist noch größer als all das. Erschreckend viele Frauen, vor allem in den USA, online und auch im wirklichen Leben, zeigen eine seltsame Form von Verständnis und Solidarität mit der Angeklagten. Sie haben sich sogar wieder rosa angezogen und demonstrieren vor dem Gerichtsgebäude – *für* sie ([pbs.org, 21.8.2026](https://www.pbs.org/newshour/health/women-rally-in-support-of-lindsay-clancy-at-her-trial)). Ich habe von Beziehungen und sogar von Eheschließenden gehört, die aufgekündigt und abgesagt wurden, als Männer entdeckten, dass ihre Freundin oder Verlobte die Taten der Angeklagten rechtfertigt. Man hört Sätze wie »Ich will nicht, dass die künftige Mutter meiner Kinder so denkt. Und man hört Antworten wie »Da bist du gerade noch mal davongekommen.« Auf TikTok – das in den USA inzwischen weniger, sagen wir, »palästinenserfreundlich« ist, dafür aber umso mehr eine antiwestliche Kloake darstellt – inszenieren sich Frauen außerdem als super-leidend darunter, sich um ihre Kinder kümmern zu müssen, während ihre Männer arbeiten und für sie sorgen. Was für eine Demütigung für den Ehemann! Und es wird noch schlimmer: Im Umfeld dieses einen prominenten Falls dringen etliche andere, ähnliche Fälle ins öffentliche Bewusstsein. Zum Beispiel: Eine ehemalige Cheerleaderin tötet ihren neugeborenen Sohn und stopft die Leiche in eine Plastiktüte ([nypost.com, 21.08.2026](https://nypost.com/2026/08/21/us-news/laken-snelling-pleads-guilty-to-killing-newborn-son-stuffed-in-trash-bag/)). Manche Fälle sind so frisch, dass sie wie Nachahmungstaten wirken: »Eine Mutter aus North Dakota wurde festgenommen, nachdem sie zwei ihrer Kinder getötet und versucht hatte, das dritte zu ermorden.« ([themirror.com, 08.08.2026](https://www.themirror.com/news/us-news/north-dakota-mom-kills-children-1974178)) Bevor die Kinder starben, rief die mutmaßliche Täterin Berichten zufolge den Vater an und sagte ihm, er könne den Kindern »Tschüss sagen«. Ich könnte weitermachen – es ist beklemmend. Aber ich frage mich und euch: Wie geht man mit einem solchen Grauen um? Wie gehen wir damit um, dass wir in derselben Gesellschaft leben wie diese Frauen? Manche sagen, Frauen, die ihre Kinder töten, setzten lediglich die Logik der Abtreibung aus Bequemlichkeit fort. Während die These der Verteidigung in diesem konkreten Fall »Psychose« lautet, fühlt sich das »Verständnis« für die Angeklagte manchmal verdächtig nahe an einem »Verständnis für ihre Tat« an. Tatsächlich läge darin eine finstere Logik: Wenn es legitim ist, das Leben seines Kindes kurz vor der Geburt zu beenden, weil einen die Existenz des Kindes stören könnte – warum dann nicht *nach* der Geburt? Manche haben die These vorgebracht, dass viele dieser Frauen, die öffentlich für die angeklagte Mutter eintreten, selbst ein Kind abgetrieben haben. Ihre Unterstützung für jene Frau könnte eine Form der Kompensation für die eigenen Taten sein. Beides ist plausibel. Eigentlich ist es offensichtlich. Doch es ist ein größerer Kampf. Ein Konflikt, den wir nicht allein mit Gesetzen und Debatten gewinnen werden. Der heilige Paulus erklärt, in welchem Krieg wir wirklich kämpfen: > Denn wir haben nicht mit Wesen von Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit den (überirdischen) Mächten, mit den (teuflischen) Gewalten, mit den Beherrschern dieser Welt der Finsternis, mit den bösen Geisterwesen in der Himmelswelt. > > – Epheser 6,12 - [Aufgeregt vs. glücklich](https://dushan.org/essays/aufgeregt-vs-gluecklich/) Ein Hund mit tausend Tennisbällen ist aufgeregt, ohne Frage. Aber auch verwirrt. Nur glücklich ist er eher nicht. Glück beginnt damit, sich für einen würdigen Tennisball zu entscheiden. Und dann alles zu geben, um ihn zu fangen. Stell dir einen Hund vor. Du wirfst ihm einen Tennisball zu. Er wird loslaufen und dir den Ball wiederbringen. Braver Hund. Aber wirf ihm mal *tausend* Tennisbälle hin! Er wird wild herumhüpfen, super aufgeregt. Und super verwirrt. Und er wird keinen einzigen Ball fangen. Du bist dieser Hund. Wir sind dieser Hund. Wir jagen tausend Bällen hinterher. Und wir fangen keinen. Wir sind aufgeregt, auch verängstigt und verzweifelt, aber auf jeden Fall aufgeregt. Nur glücklich sind wir nicht, Bruder. Bücher waren mal der *eine* Ball, der uns glücklich machte. Sie können es noch immer sein. Ein echtes Hobby war dieser *eine* Ball. Es kann das noch immer sein. Unsere Religion war immer der »Super-Ball«. Der Hund mit den tausend Bällen ist *aufgeregt*. Aber er ist nicht glücklich. Aufregung ist nicht Glück. Herr Zuckerberg wurde Milliardär, weil du Aufregung mit Glück verwechselst. Wähle *einen* Ball. Gib alles, um diesen einen Ball zu fangen. Finde dich damit ab, dass es auch andere Tennisbälle *gibt*. Die Welt wird sich weiterdrehen, wenn du darauf verzichtest, all die anderen Tennisbälle fangen zu wollen. In dem Moment, in dem ich mich für *einen* würdigen Tennisball entscheide, so sagen mir kluge Leute, beginnt meine Chance auf Glück. - [Du magst deine Lebenslügen schon gern, nicht wahr?](https://dushan.org/essays/deine-lebensluegen/) Als Deutschland noch klüger war, hütete es sich vor der »Lebenslüge«. Das Wort gilt ja als »typisch deutsch«. Es bedeutet: deine Lüge über dich selbst, ohne die du nicht leben kannst und die man brutal verteidigst, während genau diese Lüge dich umbringt. »Lebenslüge« ist eines jener deutschen Wörter, für die andere Sprachen zumeist keine direkte Übersetzung haben. Wie »Zeitgeist« oder »[Gratismut](https://dushan.org/essays/was-ist-gratismut-erklaerung-auf-englisch-deutsche-version/)«. Aber halt! So deutsch, wie es klingt, ist das Wort gar nicht. »Ausgedacht« hat sich den Begriff der norwegische Dramatiker *Henrik Ibsen*: *livsløgnen*. »Nimm einem Durchschnittsmenschen die Lebenslüge, und du nimmst ihm zugleich das Glück«, lässt Ibsen seine Figur sagen (frei übertragen). Erfunden hat ihn ein Norweger, am Leben gehalten haben den Begriff wir Deutschen. Alfred Adler wollte ihn zum »Lebensirrtum« umformen, doch in den allgemeinen Sprachschatz ging eben die »Lebenslüge« ein. Wir Deutschen haben den Begriff erst ausgeliehen und dann behalten, und heute gilt »Lebenslüge« als »unser« Konzept. (Ich höre allerdings, dass auch die Norweger die eine oder andere Lebenslüge pflegen.) Ich will nun versuchen, die »Lebenslüge« zu definieren: Eine Lebenslüge ist eine Lüge, auf der das Selbstbild eines Menschen beruht, das er sich erzählt. Nimm einem Menschen seine Lebenslüge (etwa indem du ihm eine schmerzhafte Wahrheit sagst), so fühlt sich das für ihn an, als würdest du ihn *töten*. Du zerstörst das Bild, das der Mensch von sich selbst hat, und für dein Gehirn haben die Konzepte »ich« und »das Bild, das ich von mir habe« *sehr* große Schnittmengen. Wer fürchtet, seine Lebenslüge zu verlieren, wird nicht selten zur rabiaten Selbstverteidigung übergehen. Er wird keine Skrupel haben, dich zu vernichten, dich auszuschalten – bis zur letzten Konsequenz. Von außen betrachtet kämpft er »nur« um sein eigenes abstraktes Selbstbild. Für ihn aber fühlt es sich an, als kämpfe er *um sein Leben*. Beispiele: Der Mann oder die Frau, die ihre Familie für die »Karriere« aufschieben oder vernachlässigen, sprich: einen kalten Konzern über Gott und Kinder stellen. Oder Frauen, die tatsächlich ihr Kind im eigenen Mutterleib *töten*. Diese Menschen brauchen groß angelegte Lebenslügen, um mit sich selbst klarzukommen. Oder NGO-Schergen, die ihr Leben damit zubringen, die eigene Nation einzureißen. Manche von ihnen mögen schlicht böse sein, doch etliche laufen auf gewaltigen Lebenslügen. Und überhaupt: Je älter ich werde und je mehr ich sehe, desto mehr frage ich mich, wie viele der »Wahrheiten«, die man mir in der Schule beibrachte, schlicht große, kollektive Lebenslügen waren. Die »Lebenslüge« ist nun ein Begriff, den die Deutschen einst verstanden, vor dem sie sich hüteten – damals, als wir noch klug waren. Heute versucht Deutschland eher, die Lebenslügen zur Staatsräson zu erklären – und *dennoch* weiter zu funktionieren. Deutschland glaubt etwa a) das Weltklima müsse »gerettet« werden und b) das gute alte Deutschland könne es retten, indem es seine Industrie kaputtmacht, zugleich aktiv seine Gesellschaft destabilisiert und parallel den Sozialstaat überlastet. Wenn das alles nicht so tragisch wäre, wäre es fast komisch. Doch wir finden diesen sehr speziellen Wahn inzwischen auch in anderen Nationen. Auffällig oft nach demselben Muster, mit demselben Ziel, mit denselben Gewinnern. Böse NGOs und andere destruktive Akteure fördern die Lebenslügen dabei nicht nur, sie greifen auch jeden aufs Übelste an, der die Wahrheit sagt und damit die Lebenslügen gefährdet. Wo und wann auch immer ein Mensch oder eine NGO-unterwanderte Gesellschaft dich angreift, weil du die Wahrheit sagst, ist der Grund derselbe: Du hast ihre Lebenslüge bedroht. Die Gefahr der Lebenslügen resultiert natürlich daraus, dass am Ende immer die Realität gewinnt. Ein Leben und eine Nation, die auf Lügen gebaut sind, sind wie ein Haus auf Sand. Frei nach *Bertrand Russell*: Viele würden eher sterben, als ihre Lebenslügen aufzugeben – und mancher tut es tatsächlich. Sagen wir also die Wahrheit über Lebenslügen. Die meisten von uns haben welche. Und es kann Angst und Schmerzen bereiten, sie loszulassen. Die eigenen Lebenslügen aufzugeben hat tatsächlich aber viel gemeinsam mit dem (ja, christlichen) *Wiedergeborenwerden*, das den vorherigen »Tod« verlangt. Und zu sterben, so oder so, tut weh – so habe ich gehört. Doch es gibt keinen anderen Weg zur Freiheit. Der alte Mensch muss sterben, so hat uns Jesus selbst gelehrt. > Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr in Wahrheit meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. > > – Johannes 8,31-32 - [Links und woke: verschiedene Wörter für dieselbe Sünde](https://dushan.org/essays/verschiedene-woerter/) »Wokeness« und modernes »Linkssein« sind neue Wörter für das, was Christen »Hochmut« nennen. Eine Todsünde. Um Menschen geistlich kaputtzumachen, bringe sie dazu, ihren Hochmut für gut zu halten – mache sie »woke« und »links«. Unter [dem gestrigen (englischsprachigen) Video](https://youtu.be/pZ5JdiuaStA) schrieb der Kommentator *@donaldist7321* über den Menschen, der »Gott durch sich selbst ersetzt hat, wie all diese woken Leute es tun«. (Übersetzung aus dem Englischen.) Ich will offen sein: Es tat weh, das in dem Kontext so unverblümt zu lesen. Es tut weh, weil es wahr ist und einfach. Ich fühlte tatsächlich hilflos. Wenn wir *das* lösen könnten, würden wir schlicht die meisten Probleme der Menschheit lösen. Der Ausdruck »Gott durch sich selbst ersetzen« beschreibt im Kern das, was Christen *Hochmut* nennen. *Hochmut* ist nicht nur eine der sieben Todsünden, Hochmut ist die Über-Sünde. (Im Englischen heißt Hochmut übrigens »pride«. Schon mal gehört?) Alle anderen Sünden folgen dem Hochmut wie der Karren dem Pferd folgt. Oder dem Esel. Dem Hochmütigen folgen seine Sünden wie der Gestank dem Ungewaschenen. Wäre ich der Teufel und wollte ich einen Menschen spirituell kaputtmachen, wollte ich eine ganze Gesellschaft destabilisieren, oder wollte ich gar versuchen, die Kirche zu attackieren – oder gar die gesamte Menschheit auf mein eigenes erbärmliches Niveau herabziehen –, ich würde die Leute schlicht den *Hochmut* lehren. Zuerst gäbe ich dem Hochmut neue, harmlose Namen, etwa »Individualismus« (was bei Tocqueville tatsächlich einmal ein Schimpfwort war), oder »Feminismus«, oder »self care«. Ich ließe die Leute ihren eigenen Niedergang feiern. Ja, der brächte sie sogar dazu, ihre Selbstzerstörung stolz »Freiheit« zu nennen. Woran also erkennen wir diesen gefährlichen Hochmut? Nun, der Teufel selbst, die Schlange, die er ist und immer war, verführte Eva mit den süßlichen Versprechen des Hochmuts: > sondern Gott weiß wohl, daß, sobald ihr davon eßt, euch die Augen aufgehen werden und ihr wie Gott selbst sein werdet, indem ihr erkennt, was gut und was böse ist. > > – Genesis 3:5 Ihr werdet sein »wie Gott selbst«. Du, sterbliches Geschöpf, hältst dich für »wie Gott selbst«. Aber nicht, weil du den Sonnenaufgang oder die Sterne erschaffen hast. Du hältst dich, oft nur implizit, dadurch für einen Gott, dass du selbst entscheidest, was gut und was böse ist. Du entscheidest nach deiner Tageslaune. Du lässt dein Bauchgefühl entscheiden, was richtig und was falsch ist. Doch dein Bauch ist aufgebläht von fauligen Gasen. Sprechen wir es aus, du wurdest gewarnt: > denn der Anfang aller Sünde ist der Hochmut. Wer an ihm festhält, wird mit Flüchen erfüllt werden, und er wird ihn am Ende stürzen. > > – Jesus Sirach 10:15 Wie also schütze ich mich vor dem Hochmut? Ich persönlich begänne ja mit ein wenig *Selbsterkenntnis*: Halte ich eine Behauptung deshalb für wahr, weil ich es war, der sie aufgestellt hat? Halte ich etwas für moralisch richtig, nur weil es sich gut anfühlt und eine Änderung anstrengend wäre? Das ist Hochmut, der mich da an der Kehle hält. [Seit Baudelaire wissen wir](https://dushan.org/essays/der-groesste-trick-des-teufels/), dass die größte Lüge, die der Teufel je lehrte, die war, dass es ihn nicht gibt. Doch die erste und verhängnisvollste Lüge war, dass Hochmut Freiheit sei. Die Wahl ist: Hochmut *oder* Freiheit. Und *du* bist es, der sich entscheiden muss. - [Der Traum mit den abstürzenden Flugzeugen](https://dushan.org/essays/abstuerzende-flugzeuge/) Idee für Horror-Science-Fiction-Film: Eine Welt, in der all die Institutionen, die dich eigentlich schützen sollen, plötzlich böse werden und versuchen, die Gesellschaft zu ZERSTÖREN und dich zu töten. Uff, was für ein Albtraum das wäre! Stell dir vor, du hast einen richtig schlimmen Albtraum. In deinem Traum musst du die Stadt verlassen, sofort. Deine Stadt wird unbewohnbar. Irgendwie hetzt du zum Flughafen. Am Flughafen angekommen, herrscht Chaos. Panik. Mehrere Flugzeuge, die gerade gestartet sind, sind abgestürzt. In deinem Traum verstehst du, wie man das in Träumen eben tut, dass wer auch immer die Flugzeuge steuert, sie absichtlich zum Absturz bringt. Der Bahnhof, dasselbe Bild. Züge sind kurz nach der Abfahrt entgleist, weit sind sie nicht gekommen. Du versuchst, ein Taxi oder ein Auto zu bekommen, aber die Autobahnen sind nach einigen schweren Unfällen verstopft. Dir wird klar, dass Autos jetzt ferngesteuert werden können, in diesem Albtraum von dir. Und jemand scheint auch die Autos der Leute zum Crashen zu bringen. Da wachst du auf. „Oh, super“, denkst du, „wenigstens bin ich aus diesem Albtraum aufgewacht!“ Was für ein grauenhafter Traum! Worum ging es da überhaupt? Irgendein Gedankenvirus übernahm all die, sagen wir mal: Institutionen, die dazu da sind, Menschen von hier nach dort zu bringen! Du bist heilfroh, dass es nur ein Traum war, wenn auch ein beängstigender. Stell dir nur vor, all die realen Institutionen würden uns in solch großem Maßstab verraten. Stell dir vor, irgendein böses Gedankenvirus hätte die Regierungen befallen und führte die Nationen in den nationalen Selbstmord. Stell dir vor, Wohltätigkeitsorganisationen arbeiteten daran, die Gesellschaften auszurotten, in denen sie tätig sind, linderten nicht, sondern verursachten Leid. Stell dir vor, Universitäten zerstörten aktiv den Verstand der nächsten Generation, statt aufzubauen und zu bilden. Stell dir vor, Journalisten logen und Gerichte schützten die Verbrecher. Stell dir vor, die Heilige … ich höre hier auf. Du verstehst, worauf ich hinauswill. Was tust du in diesem Traum, wenn alle Institutionen des Transports korrumpiert, wenn sie tödlich geworden sind? Vielleicht solltest du gehen. Hoffen wir, dass du noch auf deinen eigenen Beinen gehen kannst. Sie mögen es nicht, wenn Menschen auf ihren eigenen Beinen gehen, du solltest lieber den Experten vertrauen. Sie werden dich einen rassistischen Nazi-Rechten nennen, weil du auf deinen eigenen Beinen gehst. Wie auch immer, wohin gehst du? Vielleicht suchst du dir, solange noch ein wenig Zeit bleibt, einen Berg, steigst hinauf und wirfst einen letzten Blick hinunter. - [Warum ich jetzt Englisch spreche (und die Steine schreien werden)](https://dushan.org/essays/warum-ich-jetzt-englisch-spreche-und-die-steine-schreien-werden/) Mein letztes Video hatte am Ende des Tages 62 Aufrufe. Zwei davon waren von mir. Hier ist der Grund, warum ich trotzdem auf Englisch umsteige – und warum ich glaube, dass das Glas namens Deutschland bereits auf dem Boden aufgeschlagen ist. [Mein gestriges Video](https://youtu.be/NO_1jWkp4Zw) hatte am Ende des Tages 62 Aufrufe. Zwei davon waren von mir. Und ich habe allein mit diesem einen Video vier Abonnenten verloren. Nun, ich bin kein MrBeast und kein Joe Rogan. Aber bis vor kurzem lag die übliche Zahl der Aufrufe zumindest im vierstelligen Bereich. Was ist gestern passiert? Nun, erstens ging es in dem Video nicht um ein aktuelles Nachrichtenthema – so sah es jedenfalls an der Oberfläche aus. Das Video scheint von Rudyard Kipling zu handeln und von jenem bekannten Gedicht »If—«. Aber das allein war nicht der Grund für das, was wie meine Niederlage aussah. Das Problem war wohl vielmehr: Das Video war auf Englisch, und ihr seid größtenteils deutsch. Und ihr denkt euch: »Warum zum Kuckuck redet der jetzt auf Englisch?« Und *wenn* das Video vom Algorithmus einem englischsprachigen Publikum gezeigt wird, dann fällt den Zuschauern dort mein seltsamer Akzent auf. In gewisser Weise fange ich also bei YouTube wieder bei *Level eins* an. Und auch *diesen* Text habe ich [als englischsprachiges Video](https://youtu.be/n2f2YmsrOFs) aufgenommen. Um das Gedicht aus jenem gefloppten Video zu paraphrasieren: Indem ich Englisch spreche, setze ich meinen gesamten Gewinn auf einen einzigen Wurf. (Jenes Gedicht habe ich übrigens vor Zeiten [ins Deutsche übersetzt und für euch vorgetragen](https://www.youtube.com/watch?v=x1J1XhlybHU)!) Aber warum? Der ehrliche Grund lautet: Ich glaube nicht, dass Deutschland auf friedlichem Wege aus der gegenwärtigen Misere herauskommt. Und mehrere voneinander unabhängige Faktoren würden und werden jeden wirksamen Ausweg vollständig verhindern, ob friedlich oder anders. Stellen wir uns ein Glas vor, das von einem Tisch gestoßen wird. Wann genau gilt es als zerbrochen? Man würde gewöhnlich sagen: wenn es auf dem Boden aufschlägt und zerspringt. Ein Philosoph könnte sagen: Sobald das Glas zu fallen begonnen hat, darf es bereits als zerbrochen gelten. Und für den Zen-Meister ist das Glas vielleicht schon zerbrochen, während es noch auf dem Tisch steht. Nun, das Glas namens »Deutschland« fällt nicht bloß, sein Rand ist längst auf dem harten Boden der Realität aufgeschlagen, und die Risse breiten sich schnell aus. Wie wir hier zu sagen pfleg(t)en: *Am Ende gewinnt immer die Realität.* Deutschland als Deutschland ist *vorbei*. Jeder Deutsche, mit dem ich rede und der *einen* Plan für sich hat, spricht Englisch. Und meist interessiert er sich nicht sonderlich für »aktuelles deutsches Denken«. Es gibt keine deutsche Diaspora, die deutsches Denken außerhalb der Grenzen der scheiternden Nation fortsetzen würde. Es gibt kein neues Prag, kein Paris, nicht einmal ein Wien. Deutschland bewegt sich, auf den Fersen Großbritanniens, auf das zu, was ich [Lethokratie](https://dushan.org/essays/lethocracy/) nenne, ein totalitäres Regime, das auf die Zerstörung der eigenen Nation zielt. Die deutsche Bevölkerung wird von einer der größten Propagandamaschinen dieses Planeten gefügig gehalten. Wenn man zu einem deutschen Publikum spricht, kommt einem ein bestimmtes Tolkien-Zitat in den Sinn: »Flieht, ihr Narren!« – im Original: »Fly, you fools!« Und es wäre nicht einmal meine eigene Idee. »Flieht, ihr Narren« ist ein Zitat, das man dieser Tage recht oft hört. Unterdessen ist die deutsche katholische Kirche weltweit bekannt für ihren Anschein von Häresie und Blasphemie. Und außerdem dafür, sehr, sehr reich zu sein. In weiten Teilen Deutschlands ist, wenn man tatsächlich an Jesus Christus und die alte Lehre der Kirche glaubt, die praktisch einzige Möglichkeit, seine Seele zu retten, darauf zu hoffen, dass die »exkommunizierte« Piusbruderschaft eine Kapelle in der Nähe hat. Oder das Land zu verlassen. Übrigens: Wenn ihr nicht bereit seid, das Land zu wechseln, »bloß« um eure Seele zu retten – glaubt ihr dann wirklich, was ihr zu glauben sagt? Deutsche, auch konservative und selbsterklärte Christen, haben sich zu oft dafür entschieden, sich selbst zu belügen. Zugleich fürchte ich, dass Teile der Welt und Teile der Weltbevölkerung bald Grauen biblischen Ausmaßes erleben werden. Manche erleben es bereits. Fragt nigerianische Christen. Fragt die Palästinenser. Fragt jeden Elternteil, dessen Kind als Opfergabe an die offenen Grenzen getötet wurde. Andererseits gibt es Schönheit. Es gibt Schönheit, für die alle Worte versagen außer *göttlich* und *himmlisch*. Ich weiß, dass es sie gibt, weil ich sie gesehen habe. Erlebt habe. In Knochen und Seele gespürt habe. Und weder das Grauen noch die Schönheit lässt sich wirklich mit meinen konservativen und/oder katholischen deutschen Freunden besprechen. Viele scheinen unfähig, sich auch nur eines von beiden vorzustellen. Geschweige denn zuzugeben, dass beides wirklich ist und bereits da. Englisch ist die Sprache der Welt. Latein ist die Sprache der Kirche, die der Leib Christi ist. Ich bete auf Latein. Ich gebe alles für ein Projekt namens [»Latin Prayer«](https://latinprayer.org/de/). Und darum rede ich jetzt Englisch. Ich bin in beidem nicht gut, weder im Englischen noch im Lateinischen. Nur mein Spanisch ist schlechter. Ich bin begriffsstutzig wie ein Stein und genauso belehrbar. Aber ich bin auch stur wie ein Stein. Dies könnte genau die Zeit sein, in der die Steine schreien werden. - [Was ist Gratismut?](https://dushan.org/essays/was-ist-gratismut-erklaerung-auf-englisch-deutsche-version/) Es gibt ein deutsches Wort für den Pseudo-Mut, lautstark gegen das zu sein, was ohnehin schon verurteilt ist: Gratismut. Kostenloser Mut. Gratis so, wie eine Gratis-Bratwurst gratis ist (etwa nach der Impfung). Ihr kennt bestimm den Gratismut. Es ist ein wunderbares und sehr deutsches Wort. Gewissermaßen *freier* Mut, aber deshalb gar *freimütig*? Nein, nicht »frei« wie in »frei wie ein Vogel«, oder: »Herr Wachtmeister, bin ich frei?« Eher »frei« wie in »Freibier« oder »hier, nimm eine [Gratis-Bratwurst (zu deiner Impfung)](https://dushan.org/essays/du-bist-teil-dieses-experiments/)«. ## Cola-light-Mut Gratismut ist Pseudo-Mut, der dich nichts kostet. Gratismut verhält sich zu Mut wie Cola light zur Ernährung. Gratismut ist zum Beispiel, öffentlich zu erklären: »Ich bin gegen das, was heute als böse gilt!« (Auf den Applaus warten.) Zum Beispiel: gegen Nazis. Und wer darf »Nazi« genannt werden? Ironischerweise ist ein »Nazi« heute, wer sich der einzig erlaubten »mutigen« Meinung *nicht* fügt. Gratismut kann auch heißen, für das zu sein, wofür man an jenem Tag zu sein hat. Für die Impfung. Für die Abtreibung. Für offene Grenzen. Was der Gesellschaft am meisten schadet, dafür sollst du sein, mit deinem kostenlosen Mut. ## Applaus und Aufträge Gratismut, dieser »kostenlose Mut«, ist natürlich nicht nur gratis, er kann durchaus einträglich sein. Wer den »richtigen« Mut zeigt, bekommt Filmrollen und Staatsaufträge. Aber weißt du was: Wenn ich Menschen dabei zusehe, wie sie ihren Gratismut tatsächlich bekennen, beschleicht mich das Gefühl, dass er am Ende doch nicht gratis ist. Und der Gewinn kommt später mit einem saftigen Preisschild. Gratismut kostet dich deine Seele, deine Selbstachtung und deinen Sinn, falls du von alledem überhaupt je etwas hattest. ## Übe teuren Mut Wir brauchen mehr Menschen, die bereit sind, teuren Mut zu üben. Steh für etwas ein, für das einzustehen dich etwas kosten kann. Es ist kein Mut, wenn deine einzige Furcht der Preis dafür ist, ihn nicht zu zeigen. Sag mutig, was zu sagen dich etwas kosten kann. Und lebe, wofür du zu stehen behauptest. Selbst wenn du scheiterst, selbst wenn es dich alles kostet und du das Gefühl hast, wenig verändert zu haben: Du wirst deine Seele gewinnen. Denn du weißt, was Jesus sagt: > Denn was könnte es einem Menschen helfen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber sein Leben einbüßte? > > – Matthäus 16,26 - [7+1 Zeichen dass er/sie schon Schluss gemacht hat](https://dushan.org/essays/zeichen-des-voruebergangs/) Wenn eine Beziehung stirbt, wenn sie für einen der Partner schon vorbei ist, können wir das an bestimmten Zeichen ablesen. Etwa dass andere ihm wichtiger sind und er kaltherzig wird. (Wie ist das eigentlich mit der Beziehung zwischen dem Staat und dir?) Hier sind sieben Zeichen dafür, dass für deinen Partner eure Beziehung vorbei ist. Und zum Schluss gibt es noch ein Bonus-Anzeichen. Zeichen Nummer eins: Du kommst in seinen Erzählungen nicht mehr vor. Er spricht über seine Zukunft, über Pläne und Absichten. Doch es sind Pläne ohne dich. Du bist bestenfalls Geldquelle, Mitläufer, impliziert. Oder vielleicht bist du sogar irrelevant. Oder vielleicht ein Hindernis. Ja, ein Hindernis bei *seiner* Selbstverwirklichung und bei *seinem* Glück. Und wenn ich »seiner« sage, beziehe ich mich auf den Partner. Es kann auch eine Frau sein. Oder eine Entität. Zeichen Nummer zwei: Er hat nicht wirklich Angst, dich zu verlieren. Eher deine Nützlichkeit. Der Partner will vielleicht dein Geld behalten, deine tägliche Hilfe, wie gesagt, deine Nützlichkeit. Aber du als Mensch, du bist ihm egal. Zeichen Nummer drei: Solange du aber noch da bist, wird davon ausgegangen, dass du *selbstverständlich* da bist. Das Wort »danke« ist höchstens eine Floskel, wenn es überhaupt gesagt wird. Geschweige denn glaubwürdige Bekundungen von Zuneigung, von Liebe. Du wirst nicht gefragt, nicht gebeten – du wirst eingeplant, wie Verbrauchsmaterial. Zeichen Nummer vier: Dein Partner gibt dir das Gefühl, nur einer von vielen zu sein. Du bist austauschbar. Oder du fühlst dich zumindest austauschbar. Und du hast, wenn du ehrlich bist, ohnehin gerade das Gefühl, ausgetauscht zu werden. Zeichen Nummer fünf: Du fehlst nicht bloß in seiner Zukunftsplanung, du fehlst auch in seinen Erinnerungen. Und wenn er überhaupt Erinnerungen an dich hat, dann sind es zu oft Verzerrungen. In seinen Erinnerungen trägst du die Schuld an allem, was jemals schieflief. Eine verzerrte Erinnerung. Zeichen Nummer sechs: Sein Wort gegenüber anderen zählt viel, aber dir gegenüber zählt es nichts. Seine Versprechen *dir* gegenüber sind wenig mehr als Geräusch, um dich eine Zeit lang stillzuhalten. Du hast schon lange gelernt, dich nicht auf ihn zu verlassen. Denn – siehe oben – du bedeutest ihm wenig. Man könnte auch sagen: Es tut ihm nicht weh, dir wehzutun. Du bist ihm egal. Zeichen Nummer sieben: Deine Abwesenheit, also wenn du weg bist, verändert seinen Lebensrhythmus nicht. Ja, manchmal lässt er dich spüren, dass es ihm *besser* ginge ohne dich. Weil er es ausprobiert hat, dass es ihm besser, entspannter, leichter ginge ohne dich. Ja, das sind sieben Zeichen. Vielleicht gibt es mehr dafür, dass für deinen Partner eure Beziehung vorbei ist. Vielleicht sind es auch Zeichen dafür, dass dein Partner ein paar »narzisstische« Verhaltensweisen an den Tag legt. Aber ich habe euch noch einen Bonus-Punkt versprochen, nämlich die Umkehrung des siebten Punktes: Es könnte ein Anzeichen sein, dass für euch *beide* die Beziehung innerlich vorüber ist, wenn auch *du* das Gefühl hast, dass es dir besser geht ohne ihn, ohne sie, ohne diesen Partner. Nun, wir wissen, dass für Jesus und damit für Christen keine gültige Scheidung existiert, höchstens die »Trennung von Tisch und Bett«. Doch was wäre, wenn wir all diese Zeichen auf *andere* Arten von Beziehungen ausweiten würden? Auf deinen Arbeitgeber vielleicht? Oder deine Regierung? Könnte es sein, dass für die deutsche Regierung die Beziehung zum Volk, zu uns, längst vorüber ist? Die Deutschen und ihre sogenannten Eliten sind womöglich schon lange »geschiedene Leute«, haben diese Ehe einseitig aufgekündigt. Die Frage ist also, wer wen zuerst dazu bewegt, aus dem gemeinsamen Haus auszuziehen – oder zumindest »Tisch und Bett zu trennen«. - [Meine neue Sinnkrise (und eure auch)](https://dushan.org/essays/neue-sinnkrise/) Der Tod und die Dummheit tun immer nur den anderen weh. Ähnlich ist es, wenn eine Seite der Debatte (die »Linken« und »Guten«) sich von Logik, Wahrheit und kohärentem Wortsinn losgesagt hat. Es tut nur denen weh, die auf Sinnhaftigkeit bestehen. Freunde, ich möchte heute, [im neuen Video](https://youtu.be/cgUzJ4DLvRY), mit euch kurz über die *Sinnkrise* reden. Nein, nein: Ich meine nicht jene Sinnkrise, wo sich Männer um die 40 oder 50 plötzlich einen Porsche kaufen oder andere schöne Dinge, weil sie sich die *große* Sinnfrage, die *persönliche* Sinnfrage stellen. Nein, ich meine eine andere Sinnkrise und zwar jene Sinnkrise, die ein bisschen wie der Tod ist oder die Dummheit. Ihr wisst ja, der Tod oder die Dummheit sind Eigenschaften, die tun immer nur *den anderen* weh. Wenn du tot bist, tut dir nichts mehr weh. Wenn du dumm bist, vermutlich auch nicht. Außer wenn du Politiker bist, dann beherrschst du vielleicht sogar die Eigenschaft, in deinem politischen Handeln dumm zu sein, aber in deinen persönlichen Angelegenheiten schlau vorzugehen. Dumme Politik, aber für die eigenen Kinder vorsorgen – wir kennen es, doch darum geht es hier und heute nicht. Hier geht es mir speziell um jene Sinnkrise, wenn Worte keinen Sinn mehr tragen. Wenn politische Sätze in der Debatte ernst genommen werden, die einfach keinen Sinn ergeben, wo eines nicht aus dem anderen folgt. Wir erleben das ja bei dieser ganzen absurden Unsere-Demokratie-Debatte. Männer, die sich einen Rock anziehen und sich per Gesetz zu Frauen erklären mit allen Vorteilen, die sich via Gleichberechtigung und Quoten etc. daraus ergeben. Mein Problem ist, dass die andere Seite der Debatte mit solcher »Sinn-losigkeit« anscheinend kein Problem hat. Wie debattiert man in Zeiten, in denen eine Seite der Debatte Sinn und Logik und Vernunft und das, was Habermas den *zwanglosen Zwang des besseren Arguments* nannte, aufgegeben hat? Ich muss ehrlich sagen: Ich habe keine Antwort. Ich erlebe hier meine *persönliche* »Sinnkrise«, die daraus resultiert, dass die anderen eine Sinnkrise produzieren, wenn und weil ihre Worte keinen Sinn mehr ergeben. Es ist eine ehrliche Frage, Leute, wie geht ihr damit um? Ich weiß es nicht. Ich habe für mich keine Lösung gefunden, ich bin nur manchmal sprachlos. Wenn es euch auch so geht, lasst uns unsere Sprachlosigkeit in Worte fassen, [in den Kommentaren bei YouTube](https://youtu.be/cgUzJ4DLvRY)! - [»Soll ich aus Deutschland auswandern?«](https://dushan.org/essays/soll-ich-aus-deutschland-auswandern/) Deutsche Politik dreht sich vollständig um die, die Geld vom Staat kassieren (und manchmal zugleich Deutschland hassen). Wer als Deutscher gern Leistung bringt, denkt schon mal übers Auswandern nach. Was spricht dafür? Wer heute in Deutschland lebt, fragt sich schon mal: Soll ich bleiben oder auswandern? Ich liste heute die Gründe fürs Auswandern auf, und der letzte macht vielen Deutschen besonderes Bauchweh. ## Ungeliebte Melkkuh Der erste Grund fürs Auswandern, aus dem sich die meisten weiteren Gründe ergeben: Wenn du Deutscher und Steuerzahler bist, bist du in Deutschland nicht die Hauptperson der Politik. Du bist bestenfalls die ungeliebte Melkkuh. Die deutsche Politik dreht sich um die, die netto Geld vom Staat bekommen. Mancher Deutsche sagt: »Ich will Leistung bringen, also habe ich in Deutschland keine Zukunft.« ## Bildung und ihr Niveau Da wäre etwa die Bildung: Das Bildungsniveau in Deutschlands Schulen sinkt und sinkt ([iqb.hu-berlin.de, 17.10.2025](https://www.iqb.hu-berlin.de/de/schule/sekundarstufe-i/bildungstrend/2024/)). Immer mehr Schülern fehlen grundlegende Kenntnisse in Lesen, Schreiben, Mathe, Naturwissenschaften. Für Eltern bedeutet das: Kinder in Deutschland starten mit schlechteren Chancen ins Leben. Und das in einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz den globalen Arbeitsmarkt umsortiert. ## Die deutsche Lähmung Und dann ist da etwas, das ich »die deutsche Lähmung« nenne. Allein die Bürokratie lähmt schon das Land. Öffentliches Denken ist schlicht *dumm* und *verlogen*, das lähmt das Land weiter. Die deutsche Politik verabschiedet sich als »Unsere Demokratie« vom Demokratischen – siehe aktuell etwa Niedersachsen ([jungefreiheit.de, 23.7.2026](https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2026/reihenweise-afd-kandidaten-von-niedersaechsischen-wahlen-ausgeschlossen/)). Wo bleibt der Aufruhr, der Skandal? Es ist Lähmung. Deutsche Energie- und Industriepolitik lähmt, ja: *verkrüppelt* die deutsche Wirtschaft. Wer heute aus Deutschland auswandert, zieht womöglich bloß seinem alten Arbeitsplatz hinterher! ## Täglich weniger Gegenwert Zu dem allen kommen die irrsinnigen Steuern und Abgaben – mit täglich weniger Gegenwert. Warum zahlt der Deutsche Steuern und Abgaben auf Weltrekord-Niveau (Vizeweltmeister hinter Belgien – [oecd.org, 22.4.2026](https://www.oecd.org/en/publications/taxing-wages-2026_3a5169ef-en/full-report/germany_8f4270cd.html)), wenn die Straßen verkommen, die Schulen zerfallen und die Städte unsicher werden? Das Geld wird verplempert, für Bullshit, für Korruption, für alles außer Deutschland. Die Renten: Welcher Deutsche unter 50 geht denn wirklich davon aus, von diesem System irgendwann eine nennenswerte Rente zu bekommen? Die Immobilien: Deine Chancen, dir als junger Deutscher selbst ein Haus zu erarbeiten, bewegen sich in Richtung null. Du wirst dich krumm arbeiten und absurde Steuern zahlen, damit *andere* gratis Unterkunft bekommen. ## Der Grund mit dem Bauchweh Schließlich der neue Grund, der extra Bauchweh macht: Deutschland bereitet den Weg zurück zur Wehrpflicht vor ([bundesregierung.de, 5.12.2025](https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/antworten-zum-neuen-wehrdienst-2397476)). Einige deutsche Politiker, die es allesamt nicht betrifft, klingen für meine Ohren geradezu kriegsgeil. Junge männliche Deutsche könnten demnächst wahlweise Lebenszeit mit zwangsweiser Sozialarbeit verlieren ([t-online.de, 5.8.2026](https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_101374308/neuer-zivildienst-caritas-und-co-sehen-plaene-von-prien-skeptisch.html)) – in der »Flüchtlingshilfe« vielleicht? – oder sich irgendwo sinnlos von Drohnen in die Luft jagen lassen. Gerade junge Familien mit Söhnen überlegen heute, aus Deutschland auszuwandern und vielleicht sogar eine andere Staatsangehörigkeit anzunehmen. Zumal die deutsche Staatsangehörigkeit durch inflationäre Zuteilung schleichend an Wert verliert. ## Ist die Idee es wert? Doch natürlich gibt es bestimmt auch echte Gründe, in Deutschland zu *bleiben*. Weiter an Deutschland zu arbeiten und sein Leben in Deutschland aufzubauen. Vielleicht sogar die »Idee Deutschland« zu verteidigen. Oder schlicht einzusehen, dass anderswo zu oft dieselben Mächte am Werk sind. Was sind oder waren eure Gründe fürs Bleiben oder fürs Gehen? Schreibt es in die Kommentare! Sagt mir eure Gründe fürs Bleiben und Weiterkämpfen, sagt es mir als [Kommentar auf YouTube](https://youtu.be/Z9dwYO4MPeg)! - [Ihr liegt alle falsch](https://dushan.org/essays/ihr-liegt-alle-falsch/) Von einem politischen Publizisten erwartet das Publikum einen Standpunkt. Einen Aufruf, eine Marschrichtung. Ich scheitere darin. Meine ehrlichste Deutung ist heute: Ihr liegt alle falsch – und ich weiß es auch nicht besser. Ich bin diesen Sommer in Toledo, Spanien. Eine Stadt, deren Geschichte mindestens bis ins Jahr 192 vor Christus zurückreicht. Die Römer unterwarfen damals die hier lebenden Hirten und gründeten »Toletum«. Wenn wir aber heute den Namen »Toledo« hören, denken wir an die Geschichte des christlichen Europas. Wir denken an Reconquista. Wir denken an die Suche nach dem christlichen Umgang mit wenig christlichen Besatzern. Ich werde in den kommenden Tagen versuchen, diese Geschichte besser zu verstehen. Ich werde die Steine anfassen und so weiter. Vor allem aber bin ich hier, um täglich an der Alten Lateinischen Messe teilzunehmen. Ihr wisst schon: »Unser täglich Brot gib uns heute.« – »Panem nostrum quotidianum da nobis hodie.« Versteht mich nicht falsch: Ich bekomme auch hier die Nachrichten mit. Es wäre schwer, sich in Spanien aufzuhalten und nicht die für Europa relevanten Nachrichten mitzubekommen. Und ich denke viel darüber nach. Bei aller Bescheidenheit: Ich habe das Gefühl, dass ich mehr über unsere sogenannte Realität nachdenke, als die meisten der Leute, die öffentlich und lautstark die aktuelle Lage kommentieren – und immer eine Meinung haben. Gerade weil ich darüber nachdenke, tue ich mich mit dem Reden darüber schwer. Und es ist nicht (nur) die taktische Vorsicht, die mich zögern lässt. Ja, einige Wahrheiten dürfen nicht offen ausgesprochen werden, wenn man sein Leben nicht gecancelt haben will. Für diese gilt aber ohnehin meist: Wer weiß, der weiß. Und wer nicht weiß, der will und wollte auch nicht wissen. Ich habe nicht einmal eine politische *Meinung*, ich habe eher eine politische *Ahnung*: Ich ahne heute, dass links von Martin Sellner nur der Abgrund klafft, der nationale Suizid. Meine Schwierigkeiten, über Nachrichten und Politik zu reden, sind ohnehin eher *logischer* Natur. Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen, so sagt Wittgenstein. Zu viele halten sich nicht daran. Nehmen wir Spanien und *Pedro Sánchez*. Ich verstehe nicht, was er tut. Auf der einen Seite scheint er klug und gewissenhaft zu reden. Auf der anderen Seite tut er Dinge, die sind – sagen wir mal – mir nicht begreiflich. Ich weiß aber, dass heute wenig wirklich so ist, wie es aussieht. Ist das denn nicht die einzige zuverlässige Konstante dieser Ära? Von einem politischen Publizisten erwartet das Publikum einen Standpunkt. Aufruf und Marschrichtung. Der Kommentator soll ein Anker in stürmischen Zeiten sein. Doch je mehr ich weiß, je mehr ich nachdenke, desto klarer wird mir: Ich verstehe es nicht. Zu viel erscheint mir widersprüchlich. Ich bin mir heute eigentlich nur darin sicher, dass sowohl die Version des Propaganda-Mainstreams als auch die Version des alternativen Mainstreams beide falsch liegen. Die offizielle Wahrheit ist so falsch, dass selbst das Gegenteil nicht richtig ist. Wir geben nicht bloß die falschen Antworten, wir haben das Problem nicht verstanden. Meine ehrlichste Deutung ist: Ihr liegt alle falsch, und ich weiß es auch nicht besser. Wir werden in Gedanken zurückgehen müssen an den Punkt, als noch etwas richtig war. Und ab da neu denken. »Ad Fontes!«, so lautet ein alter Kampfruf der Denkenden. (Zurück) zu den Quellen! Die Quellen zurückerobern! Zurück zu dem Zeitpunkt, als das Wasser, das wir täglich trinken, noch einigermaßen klar war. Als das Wasser noch Leben spendete und unseren Durst löschte. - [Das denkt die Maus auch](https://dushan.org/essays/das-denkt-die-maus-auch/) Die Katze fängt die Maus und sie spielt mit ihr, eine Zeit lang – bis sie zubeißt. Beim Spielen aber fühlt sich die dumme Maus noch »frei«. Die Leute, die sich heute in Unterhaltung verlieren oder große Pläne schmieden, sind so »frei« wie jene Maus. Es war eine *Machtdemonstration*. Die Zigtausenden jungen Männer, die mutmaßlich losgeschickt wurden, um nach Ceuta und Melilla einzudringen und dann aufs Festland weiterzuziehen, sollten Macht spürbar machen ([Wikipedia »2026 Morocco–Spain border incident«](https://en.wikipedia.org/wiki/2026_Morocco%E2%80%93Spain_border_incident)). Auch und gerade weil es etwas unscharf ist (oder sein soll), wer genau welche Macht vorführt. Und es ist *nicht* wahr, dass die jungen Männer praktisch alle wieder zurückgekehrt sind. Nicht wenige von ihnen, so hört man, sollen sich versteckt haben oder machen buchstäblich »die Stadt unsicher« ([jungefreiheit.de, 31.7.2026](https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2026/ausschreitungen-und-wohnungseinbrueche-nach-migrantenansturm-auf-ceuta-und-melilla/)). Und einige junge Marokkaner sollen als »Minderjährige« in die EU gebracht werden ([tichyseinblick.de, 1.8.2026](https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/ceuta-marokko-spanien-minderjaehrige/)) – bis sie … ja was eigentlich? ## Vorhut und Kostprobe Die jungen Männer waren zur *Machtdemonstration* auch eine zynische *Kostprobe*. In Marokko existieren schon seit *Jahren* Zeltcamps mit Migranten aus Regionen südlich der Sahara (Bericht von 2018: [pbs.org](https://www.pbs.org/newshour/show/african-migrants-now-departing-from-morocco-to-europe); Reportage von 2019: [reuters.com](https://www.reuters.com/article/world/determined-to-reach-europe-migrants-defy-moroccos-crackdown-idUSKCN1U41JP/); Report/PDF von 2022: [mixedmigration.org](https://mixedmigration.org/wp-content/uploads/2022/02/Understanding_the_mixed_migration_landscape_in_Morocco.pdf)). Man hört, dass von denen, die derzeit noch in Marokko sind, besonders viele aus dieser Gruppe sind. Laut Social-Media-Gerüchten – der zuverlässigsten Quelle für *Wahrheit* heute – sind diese Camps auch heute denkbar aktiv, und die zigtausenden Marokkaner waren »nur« die Vorhut – eine Machtdemonstration, ein Testlauf, eine unzweideutige Drohung. Der *eigentlich* Bedrohte weiß, wer es ist, der da droht. Wir *indirekt* Bedrohten müssen *raten*, wir können nur *ahnen*. ## Realistischer als die Realität Es fühlt sich wie ein Fiebertraum an, doch es ist realistischer als die sogenannte Realität der Tagesschau-Opfer. Westliche Politiker scheinen sich damit abgefunden zu haben, dass der Westen zerstört wird. Wirtschaftlich zerstört, machtpolitisch, kulturell – bis nichts und niemand mehr da ist, zumindest nicht wie früher. Und was im Westen *trotz* aller politischen Sabotage funktioniert, wird durch »NGOs« etwa via »Lawfare« attackiert (Kriegsführung unter Ausnutzung lokaler Rechtssysteme). Oder Infrastruktur wird direkt zerstört (berichtete Beispiele: [en.ilsole24ore.com, 25.07.2026](https://en.ilsole24ore.com/art/no-tav-attack-on-construction-sites-in-val-susa-two-carabinieri-vans-set-alight-AJCXioV), [bild.de, 25.04.2025](https://www.bild.de/regional/berlin/anschlag-auf-berliner-s-bahn-kabel-durchgeschnitten-680b42695c7863128e23d5c3)). Das Drohszenario an die Mächtigen scheint lediglich zu sein, dass Zerstörung und Zersetzung in einer Geschwindigkeit und einer Dimension geschehen könnten, dass sie beim Drangeben ihrer Schafe ihre eigenen Schäfchen doch nicht in Sicherheit bringen können. ## Gibraltar und Millionen junger Männer Dass es ein Drohszenario und eine Machtprobe ist, bedeutet natürlich nicht, dass nicht auch *weitere* politische Ziele erreicht werden. Etwa: USA/Israel hätten, so ließe sich mutmaßen, gern Kontrolle über die *Straße von Gibraltar*, wenn schon die *Straße von Hormuz* derzeit dicht ist ([straits.live, 3.8.2026](https://straits.live/)) – nicht vollständig unverschuldet. Sonst bliebe Israel nur der Weg über Eilat und das Rote Meer – das derzeit ebenfalls nicht sicher ist. Auch Marokko und Afrika insgesamt haben ein politisches Interesse daran, ihre jungen Männer nach Europa zu schicken. Millionen arbeitsloser junger Männer, deren Ansprüche an Lebensstandard auf westlichem Niveau sind, doch deren Qualifikation und Fähigkeiten nicht annähernd hinreichen, dies selbst zu erwirtschaften, gelten als Potenzial für Aufruhr und Revolution. Schickt man diese jungen Männer in die EU, ist man a) die sozialen Probleme los, kann b) auf Überweisungen westlicher Devisen bauen und hat c) eine Zahl aktivierbarer junger Männer installiert, die nach manchen Fußballspielen bereits vorgeführt haben, wo ihre *wahren* Loyalitäten liegen – und was sonst noch in ihnen steckt ([aljazeera.com, 27.11.2022](https://www.aljazeera.com/news/2022/11/27/brussels-sees-riots-after-morocco-beats-belgium-at-world-cup)). (Man vergleiche auch [Erdoğans »Kasernen«](https://dushan.org/essays/erdogans-kaserne/).) Ja, fürwahr, es wirkt alles wie ein Fiebertraum. Doch *du* bist es nicht, der fiebert. Und: Wenn ihr nicht draus aufwachen könnt, ist es kein Traum. ## Katze und Maus Der Westen und die Mächte, die ihn beenden wollen, erinnern mich heute an eine Katze, die eine Maus gefangen hat. Die Katze spielt, warum auch immer, mit der Maus noch eine Zeit lang, bevor sie ihr endlich mit einem schnellen Biss das Genick bricht und sie auffrisst. Ihr denkt, ihr habt eine Chance, so weiterzuleben wie bisher, wie früher gar? Ha, das denkt die Maus auch. - [Sturm auf die Tore Europas](https://dushan.org/essays/sturm-auf-die-tore-europas/) Tausende junger Marokkaner stürmen die alten spanischen Enklaven Ceuta und Melilla, wollen in die EU. Am Tag zuvor begnadigte Marokkos König 1.788 Verurteilte. Es sieht sehr koordiniert aus – aber koordiniert von wem? Am 25. Mai 2019 twitterte der Sohn eines bekannten Regierungschefs dies: > Dear Arabs and Muslims. Want to free occupied Arab Islamic lands? Here's a good start! > > – [@YairNetanyahu, 25.05.2019](https://x.com/YairNetanyahu/status/1132380560377167875) ([archiviert](https://archive.is/orbdX)) Dazu postete er eine Landkarte, welche die spanischen Besitzungen in Nordafrika markierte: *Ceuta*, *Melilla*, den Peñón de Vélez de la Gomera, den Peñón de Alhucemas, die Isla de Alborán und die Chafarinas-Inseln. Auf Deutsch bedeutet sein Tweet: »Liebe Araber und Muslime. Wollt ihr besetzte arabisch-islamische Länder befreien? Hier ist ein guter Anfang!« Der Vox-Vorsitzende *Santiago Abascal* nannte ihn damals ignorant und leichtfertig. Netanyahu junior antwortete, Ceuta und Melilla seien winzige Gebiete auf einem anderen Kontinent – und man möge sich vorstellen, wie Israel sich fühle, wenn Spanien die Räumung von Judäa und Samaria fordere ([timesofisrael.com, 27.05.2019](https://www.timesofisrael.com/spains-far-right-leader-slams-yair-netanyahu-as-ignorant-and-frivolous/)). Eine einmalige Entgleisung war das nicht: 2025 wiederholte er die Drohung und stellte zusätzlich die Anerkennung eines katalanischen Staates in Aussicht ([elespanol.com, 01.10.2025](https://www.elespanol.com/reportajes/20251001/yair-hijo-netanyahu-amenaza-aceptar-catalan-liberar-ceuta-melilla-apoyo-espanol-palestina/1003743945721_0.html)). Das ist noch lange nicht alles. Und ja, wir reden von genau den Zonen, von denen ihr gestern in den Nachrichten gehört habt. ## Per Gerichtsurteil entwaffnet Am 30. Juli 2026 haben Tausende überwiegend junger männlicher Marokkaner die Grenze zur spanischen Enklave *Ceuta* überwunden, die meisten schwimmend um die Mole von El Tarajal herum; in *Melilla* wurde der Grenzübergang Beni Enzar nach Eindringversuchen geschlossen ([elindependiente.com, 30.07.2026](https://www.elindependiente.com/espana/2026/07/30/claves-ceuta-sentencia-supremo-devoluciones-caliente/)). Damit sind sie rechtlich nach Spanien eingedrungen – also in die EU-Zone. Sogar der deutsche Staatsfunk sah sich genötigt, zu berichten ([tagesschau.de, 30.07.2026](https://www.tagesschau.de/ausland/ceuta-migration-102.html)), wenn auch wie gewohnt unvollständig. Ich werde es erklären, doch zunächst die bekannten Fakten. Der unmittelbare Anlass ist ein Urteil des eigenen Landes gegen das eigene Land: Nach einem Spruch des spanischen *Tribunal Supremo* ([poderjudicial.es, 08.07.2026](https://www.poderjudicial.es/cgpj/es/Poder-Judicial/Noticias-Judiciales/El-Tribunal-Supremo-confirma-que-la-ley-no-permite-las--devoluciones-en-caliente--de-los-migrantes-que-pretenden-entrar-a-nado-en-Ceuta-y-Melilla)) dürfen Menschen, die schwimmend eindringen, nicht mehr im Schnellverfahren zurückgewiesen werden. Spaniens Außenminister *Albares* stellte ausdrücklich den Zusammenhang mit dem Urteil her. Spanien und Marokko haben inzwischen vereinbart, die Eingedrungenen »so bald wie möglich« zurückzuführen. Erfahrungsgemäß bleibt ein erheblicher Teil dennoch im Land, reist über Algeciras aufs Festland weiter – und davon wiederum ein guter Teil nach Deutschland. Das Weiße Haus machte gestern umgehend Spaniens Politik verantwortlich. Italien erwägt die Aussetzung des Schengen-Abkommens gegenüber Spanien und bestellte Madrids Botschafter ein ([elespanol.com, 30.07.2026](https://www.elespanol.com/espana/politica/20260730/ultima-hora-politica-directo-sanchez-urge-argelia-activar-mecanismos-repatriacion-frenar-llegada-migrantes-patera/1003744338589_10.html)). Es gibt noch *viele* weitere Fakten hierzu, und ich komme noch zu diesen. Doch erlaubt mir einen »kurzen« Exkurs in die Geschichte. ## Tariq ibn Ziyad und andere Die Geschichte Europas ist sehr wesentlich auch die Geschichte der Abwehr muslimischer Besatzer. Ich habe mir von KI schnell eine Liste erstellen lassen; ihr dürft den Rest dieses Absatzes also als *Illustration* lesen: 674–678 (Umayyaden, Konstantinopel), 711 (Tariq ibn Ziyad, Guadalete), 717–718 (Maslama ibn Abd al-Malik, Konstantinopel), 719 (Umayyaden, Narbonne/Septimanien), 721 (as-Samh ibn Malik, Toulouse), 732 (Abd ar-Rahman al-Ghafiqi, Tours/Poitiers), 827 (Aghlabiden, Sizilien), 846 (arabische Plünderer, Rom/Alt-St. Peter), 847 (Aghlabiden, Emirat von Bari), 889 (Andalusier, Fraxinetum/Provence), 1086 (Yusuf ibn Taschfin, Sagrajas/Zalaca), 1195 (Abu Yusuf Yaqub al-Mansur, Alarcos), 1212 (Muhammad an-Nasir, Las Navas de Tolosa), 1354 (Osmanen, Gallipoli), 1371 (Osmanen, Maritza), 1389 (Murad I., Amselfeld/Kosovo polje), 1396 (Bayezid I., Nikopolis), 1444 (Murad II., Warna), 1453 (Mehmed II., Konstantinopel), 1526 (Süleyman I., Mohács), 1529 (Süleyman I., Wien), 1570 (Lala Mustafa Pascha, Zypern), 1571 (Devlet I. Giray, Moskau), 1627 (Murat Reis, Island), 1631 (Barbaresken, Baltimore/Irland), 1645–1669 (Osmanen, Kreta/Candia), 1683 (Kara Mustafa Pascha, Wien). ## NGOs und Sozialsysteme Nun, ein moderner Zyniker würde scherzen: Heute wäre es gesetzlich vorgeschrieben, die Osmanen als »Schutzsuchende« zu bezeichnen. Und ihre Waffen wären nicht Schwerter und Kanonen, sondern NGOs und Sozialsysteme. Wir kennen es ja von Attentätern, die sich explizit auf »Allah« berufen, während die Behörden stur über die Motive rätseln. Und wir kennen es von jungen Männern, die etwa stolz T-Shirts tragen mit der Zahl »1453«, also dem Fall Konstantinopels – doch wehe man deutet daraus, dass ihnen wieder und weiter der Sinn nach Eroberung und Unterwerfung des christlichen Westens steht! Die Frage ist also *nicht*, ob junge männliche Muslime im wehrfähigen Alter nach Europa ziehen. Die Frage ist, ob sie ihrem Glauben folgen und diesen also samt Machtanspruch ausbreiten wollen – oder ob sie sich wirklich dem von Özdemir et al. behaupteten »Euro-Islam«, also einem »Islam light« unterwerfen. (Siehe dazu etwa den Essay [»Wenn Politiker sich aufmachen, Religionen zu reformieren«](https://dushan.org/essays/die-naechste-reformation/) von 2018.) Nun gut, dies alles sind Fragen, die wir hier seit einem Jahrzehnt verhandeln. Und oft genug lagen unsere wildesten Vorhersagen nur darin falsch, dass die Realität noch wilder über uns hereinbrach. Doch im Fall des Sturms auf die spanischen Enklaven in Nordafrika haben wir die Gelegenheit, einige nähere Umstände zu beleuchten – und die sind … *spannend*. Die Aufforderung von *Yair Netanyahu* an »Araber und Muslime«, die EU-Enklaven an der Straße von Gibraltar zu stürmen, war womöglich nur ein frühes Gedankenspiel, eine »Spinnerei«. Doch das sagten sie über »[Groß-Israel](https://dushan.org/essays/der-eine-berg/)« auch. ## Einen sofortigen Preis Am 12. März 2026 empfiehlt der ehemalige Pentagon-Berater *Michael Rubin*, heute am American Enterprise Institute, Trump und Rubio sollten Ceuta und Melilla als »besetztes marokkanisches Gebiet« anerkennen ([larazon.es, 20.03.2026](https://www.larazon.es/espana/ceuta-melilla-punto-mira-washington-favor-marruecos_2026032069bc3e40219e1f762b6c12db.html)). Vier Tage später legt er nach und ruft Marokko dazu auf, im Geist des »Grünen Marsches« von 1975 unbewaffnete Zivilisten in die Enklaven zu schicken, die Zäune abzuräumen und die Flagge zu hissen ([moroccoworldnews.com, 27.03.2026](https://www.moroccoworldnews.com/2026/03/283893/us-think-tank-urges-morocco-to-launch-second-green-march-into-ceuta-melilla/)). Am 1. April erklärt der republikanische Abgeordnete *Mario Díaz-Balart*, ein enger Vertrauter von Rubio, die Enklaven lägen nicht auf spanischem, sondern auf marokkanischem Gebiet ([moroccoworldnews.com, 04.04.2026](https://www.moroccoworldnews.com/2026/04/285816/ceuta-melilla-are-not-in-spain-top-rubio-ally-escalates-against-madrid/)). Marokko gilt als Teil amerikanischer »Sicherheitsstrategie«. Mit einer Übernahme von Ceuta und Melilla erhielten die USA (und ihre nahen Verbündeten) die Kontrolle über die Straße von Gibraltar und damit über die Schifffahrt ins Mittelmeer. Man muss das nicht zwischen den Zeilen suchen. Im April erschien in *Ynet*, einer der größten Zeitungen Israels, ein Meinungsbeitrag unter der Überschrift, die Abraham-Abkommen erreichten nun die Meerenge – und Israel sei einzigartig positioniert, Marokko bei der Rückgewinnung seines Nordens zu helfen ([ynetnews.com, 26.04.2026](https://www.ynetnews.com/opinions-analysis/article/bki11ns9tzx)). Spanien hatte den USA während des Iran-Feldzugs den Zugriff auf die Stützpunkte Rota und Morón verweigert; ein durchgestochenes Pentagon-Papier spielte daraufhin den Ausschluss Spaniens aus der NATO durch. Als Spanien dann im April auch die israelischen Angriffe auf den Libanon in scharfen Worten kritisierte, warf Israel die spanischen Vertreter aus dem Koordinationszentrum für den Gaza-Waffenstillstand in Kiryat Gat. Wer sich Israel widersetze, so Netanyahu, werde einen »sofortigen Preis« bezahlen ([timesofisrael.com, 10.04.2026](https://www.timesofisrael.com/liveblog_entry/after-kicking-spain-out-of-gaza-ceasefire-center-netanyahu-promises-that-countries-opposing-israel-will-pay-immediate-price/)). Es wurde spekuliert, was *genau* Israel mit dieser Drohung meinte – und das war wohl auch der *Zweck* dieser Drohung. Ende Juli 2026 feierte der König von Marokko sein Thron-Jubiläum. Zur Feier begnadigte er 1.788 Verurteilte; nach Angaben des marokkanischen Justizministeriums wurde davon neun Gefangenen die Reststrafe erlassen, 1.668 wurde die Strafe verkürzt, und 109 der Begnadigten befanden sich gar nicht in Haft ([moroccoworldnews.com, 29.07.2026](https://www.moroccoworldnews.com/2026/07/331930/king-mohammed-vi-grants-royal-pardon-to-1788-people-for-throne-day/)). Am 30. Juli stürmten Tausende junger Marokkaner die Grenzen zu den EU-Enklaven. In den sozialen Medien verbreiten sich auch Videoaufnahmen, die zeigen sollen, wie junge Männer in LKWs in die Nähe der Grenze gebracht werden; eine unabhängige Bestätigung steht bislang aus ([@TalebSahara, 30.07.2026](https://x.com/TalebSahara/status/2082930831903830429)). Die spanische Regierungsdelegation erklärte, die marokkanische Gendarmerie kooperiere; Beamte vor Ort nannten diese Hilfe oberflächlich. In der Nacht wird von Einbrüchen in Wohnungen von Ceuta berichtet ([@davidsantosvlog, 30.07.2026](https://x.com/davidsantosvlog/status/2082939620858179740)). Am Morgen des 31. Juli 2026 verbreiten sich Videoaufnahmen, wonach die spanische Armee die Grenze nach Ceuta zwar kurzzeitig kontrolliert habe, sich um 5:00 Uhr aber wieder zurückgezogen habe, woraufhin wieder junge Männer eindringen ([@herqles_es, 31.07.2026](https://x.com/herqles_es/status/2083024363553526070)). Ebenjener »Berater« vom März hat sich aktuell wieder gemeldet und fordert die »Rückgabe« von Ceuta und Melilla an Marokko ([@mrubin1971, 31.07.2026](https://x.com/mrubin1971/status/2082917258901262841)) – sprich: an die USA und damit an ihre »Verbündeten«. Diese Forderungen sind Bullshit. Melilla ist seit dem 17. September 1497 unter spanischer Kontrolle. Ceuta wurde 1415 von den Portugiesen erobert, kam 1580 unter Spanisch-Habsburger Herrschaft, wählte 1640, unter Spanien zu bleiben, und wurde 1668 im Vertrag von Lissabon förmlich spanisch. Die USA gibt es seit 1776. Der Staat, der sich nach dem biblischen *Israel* nennt, wurde 1948 gegründet. Der heutige Staat Marokko erhielt seine Unabhängigkeit 1956. Die Forderung nach »Rückgabe« von *Ceuta* und *Melilla*, wie ein Herr Rubin sie erhebt, basiert auf einer groben Lüge, und ein gebildeter Mann sollte das wissen. Sie wissen, dass wir wissen, dass sie lügen – und so weiter. ## Zehn Tage zuvor Tatsächlich kann es aber auch sein, dass die amerikanisch-israelischen Forderungen genau das waren: nur Forderungen. Womöglich wird aktuell ein interner Mittelmeer-Konflikt ausgetragen, bei dem Washington und Jerusalem eher verwundert zuschauen (und dann überlegen, wie sie ihn nutzen). Am 20. Juli 2026 flog Spanien-Chef *Pedro Sánchez* nach Algier. Er traf Präsident Tebboune, und man einigte sich politisch darauf, die algerischen Gaslieferungen an Spanien zu erhöhen. Algerien ist inzwischen Spaniens größter Gaslieferant ([libertaddigital.com, 21.07.2026](https://www.libertaddigital.com/libremercado/2026-07-21/sanchez-busca-gas-en-argelia-tras-arruinar-su-relacion-comercial-por-marruecos-7438658/)). Für Marokko ist das eine Kränkung. Algerien schloss 2021 lieber die Maghreb-Europa-Pipeline, die über marokkanisches Gebiet verlief, als Marokko weiter Transitgebühren zu zahlen. Mehr algerisches Gas für Spanien bedeutet mehr Geld für Marokkos Erzfeind – über eine Route, an der Marokko nichts verdient. Zehn Tage später brach die Grenze. Spanien bezahlt Marokko dafür, seine Seite der Grenze zu schützen. Zwischen 2019 und 2022 flossen über 62 Millionen Euro an die marokkanischen Behörden ([elindependiente.com, 11.03.2023](https://www.elindependiente.com/espana/2023/03/11/la-frontera-al-capricho-de-marruecos-mantiene-la-presion-sobre-ceuta-y-melilla-pero-frena-la-inmigracion/)); andere Aufstellungen kommen für denselben Zeitraum auf 118 Millionen allein aus dem Etat des Innenministeriums ([hispanidad.com, 10.08.2025](https://www.hispanidad.com/politica/espana/multimillonarias-prebendas-sanchez-marruecos_12061162_102.html)). Brüssel zahlt zusätzlich. Und auch nach dem Sturm von 2021, als Marokko rund 10.000 Menschen durchließ, zahlte man weiter. Das spanische Außenministerium hat den Zusammenhang zwischen der Algier-Reise und der Grenzkrise allerdings ausdrücklich bestritten ([theobjective.com, 30.07.2026](https://theobjective.com/espana/2026-07-30/espana-marruecos-pactan-devolver-ilegal-ceuta/)). Es wäre ja auch mehrfache Ironie. USA und Israel reden seit Monaten über die Meerenge, über »besetztes Gebiet«, über einen zweiten *[Grünen Marsch](https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCner_Marsch)*. Und dann öffnet Marokko die Grenze – womöglich als Rache für lokale Gas-Käufe. Und doch, und das ist hier die Tragik Europas, ist das Ergebnis gleich, ob nun Übersee oder lokale Mächte den Einmarsch junger Männer organisieren. Die Amerikaner nennen so etwas eine »distinction without a difference« – etwa: »Unterscheidung ohne Unterschied«. So oder so oder so: Man wird fragen müssen, wie viel Europa von Europa bleiben wird. ## Siglo de Oro Ich verbringe diesen Sommer im spanischen Toledo. Hier besuche ich täglich die lateinische Messe. Es wird bis heute darüber diskutiert, wer genau es war, der 711 die Stadttore von Toledo öffnete – von innen – und die Truppen des *Tariq ibn Ziyad* einließ; die Quellen dazu sind spät und unzuverlässig. Fakt ist, dass Europas *und* Spaniens Geschichte auch ein viele Jahrhunderte langer Kampf gegen fremde Mächte war, bis endlich 1492 mit dem Abschluss der *Reconquista* Spaniens *Goldenes Zeitalter* beginnen konnte, das *Siglo de Oro* ([Wikipedia »Siglo de Oro«](https://de.wikipedia.org/wiki/Siglo_de_Oro)). Ich weiß nicht, ob eine neue Reconquista ansteht. Noch ist nicht aller Päpste Ende. *Reconquista* bedeutet *Rückeroberung*. Ich kämpfe in meiner persönlichen Reconquista, will meinen Geist und meine Aufmerksamkeit aus den Klauen dieser Zeit befreien. - [In schicksalsrelevanter Zahl](https://dushan.org/essays/in-schicksalsrelevanter-zahl/) Der Buddha erklärte, wie lange ein Weltzeitalter dauert: Ein Mann streicht alle hundert Jahre einmal mit einem Seidentuch über einen Berg. Der Berg wird abgetragen sein, bevor das Zeitalter vorüber ist. So ähnlich ist es mit deutschen Abschiebungen. Wenige Wochen vor symbolstarken Wahlen – so ein Zufall! – schiebt die Bundesregierung ein paar Gewalttäter ab. Darunter sind »Totschläger, Vergewaltiger und Pädophile: 30 afghanische Straftäter«, so [bild.de, 28.07.2026](https://www.bild.de/politik/inland/abschiebeflug-nach-afghanistan-das-sind-die-brutalen-taeter-aus-dem-flieger-6a6885cea17ee9f1dfd81782) – 30 von 31 Männern an Bord waren verurteilt. Es ist derselbe Staat, der den bereits verurteilten Abdul B. (der vom CSD-Terroranschlag) am Flughafen festnahm, verurteilte und dann wieder freiließ ([apollo-news.net, 28.07.2026](https://apollo-news.net/keine-auslieferung-csd-attentter-abdul-ballout-reiste-selbststndig-vom-libanon-nach-deutschland-zurck/)). Der Buddha wurde einmal gefragt, wie lang ein Weltzeitalter (*Kalpa*) dauert. Er antwortete ([Pabbata Sutta, SN 15.5](https://suttacentral.net/sn15.5/en/sujato?lang=en)): Stell dir einen Berg vor, in jeder Richtung ein Yojana (sieben Meilen) groß, ohne Risse oder Klüfte. Und dann stell dir einen Mann vor, der einmal alle hundert Jahre mit einem Seidentuch über den Berg streicht. Nun, der Berg wird schneller abgetragen sein, als dass ein Kalpa vorüber ist. Ähnlich verhält es sich mit Abschiebungen, nicht nur aus Deutschland, sondern aus allen von [Lethokratie](https://dushan.org/essays/lethocracy/) befallenen Nationen. Man lässt Millionen ins Land, versorgt sie mit Gratis-Wohnung und leistungslosem Einkommen. Kurz vor Wahlen schiebt man mit viel PR-Tamtam einige wenige Dutzend von ihnen ab – womöglich mit großzügigem Taschengeld und einem freundlichen »Bis bald«. Nein, dieses »Spiel« ist nicht neu; ich verweise etwa auf [»Wo findet der Demokrat heute noch Hoffnung?«](https://dushan.org/essays/demokratie-und-hoffnung/). Der deutsche CDU-Wähler ist wie die misshandelte Ehefrau, die immer und immer wieder drauf reinfällt, wenn der Schlägergatte kurz vorm Termin mit der Polizei etwas milder wird und verspricht, dass es ab jetzt aber wirklich besser wird. All das bleibt schockierend, aber bekannt. Extra schockierend ist aber die Reaktion gewisser *linker* Kreise. Ja, während einige Straftäter als Wahl-PR abgeschoben wurden, versammeln sich am Flughafen Leipzig tatsächlich Linke, die gegen die Abschiebung von Mördern und Vergewaltigern protestierten ([nius.de, 28.07.2026](https://nius.de/nachrichten/demo-abschiebeflug-leipzig-afghanistan)). Eine *Theresa Finn* schreibt dazu: »Man kann es nicht anders sagen. Linke sind mittlerweile durch die Bank weg einfach nur dämlich.« ([@Theresa_Finn_, 29.07.2026](https://x.com/Theresa_Finn_/status/2082226533448442205)) Das aber, liebe Freunde der Wahrheit, gehört heute *zur Wahrheit dazu*, und daher muss es in die Prämissen all unserer praktischen Abwägungen eingerechnet werden: Auch wenn sie nicht auf dem Flughafen herumstehen, sind wir doch von Leuten umgeben, die das Denken und/oder die Selbsterhaltung aufgegeben haben. Du bist von aktiver, aggressiver, suizidaler Dummheit umgeben. Nicht *total* (wenn auch *totalitär*), aber auf Deutschland gesehen in schicksalsrelevanter Zahl. Erwäge deine nächsten Schritte entsprechend. ## Nachtrag Folgetag Einen Tag nachdem ich diesen Essay schrieb, wurde gemeldet: > Die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ist im Vergleich zum ersten Halbjahr des vergangenen Jahres gesunken. > > – [bild.de, 31.07.2026](https://www.bild.de/politik/inland/zahl-der-abschiebungen-im-ersten-halbjahr-gesunken-6a6c0440ef632fe6ede66488) Wie gesagt: Erwäge deine nächsten Schritte entsprechend. - [Mögest du in Witzen leben](https://dushan.org/essays/moegest-du-in-witzen-leben/) Zwei Auszüge aus ein und derselben Reuters-Meldung: »›Allah hat es mir befohlen‹, sagt der am Boden liegende Mann.« »Das Motiv für den Angriff ist weiterhin unbekannt«. Ach, wenn doch lediglich unsere Verschwörungstheorien wahr würden! Ach, wenn doch lediglich unsere so düstere wie [biblische Metaphysik](https://dushan.org/essays/erst-hoelle/) zur greifbaren Realität würde! Ach, wenn doch lediglich [unsere Sprichwörter wahr](https://dushan.org/essays/in-sprichwoertern-leben/) würden! All das ist längst der Fall. Heute aber werden auch noch unsere Witze wahr! ## Paris, Mann, Messer Und, ach, auch heute muss ich euch nicht die ganze Meldung referieren, nur drei Stichworte, dann wisst ihr den Rest: *Paris*, *Mann*, *Messer*. (Ihr habt die Meldung vielleicht nicht mitbekommen, weil sie überlagert wurde von der Meldung *CSD Berlin*, *Mann*, *Auto*.) Nicht die Tat selbst ist *spektakulär*. Es ist eben gelebte Diversität in einer weltoffenen Stadt. *Spektakulär* ist die Meldung dazu, festgehalten von der Nachrichtenagentur *Reuters*. Lasst mich zunächst zwei Zeilen daraus zitieren, zwischen denen *ein* Absatz (und ein Werbeblock) liegt; erst auf Englisch, dann auf Deutsch: > "It is Allah who commanded me," the man lying on the floor says. > > [...] > > The motive for the attack remains unknown [...]. > > – [reuters.com, 27.07.2026](https://www.reuters.com/world/french-police-arrest-man-after-knife-attack-paris-2026-07-27/) Auf Deutsch: > »Allah hat es mir befohlen«, sagt der am Boden liegende Mann. > > [...] > > Das Motiv für den Angriff ist weiterhin unbekannt [...]. > > – [reuters.com, 27.07.2026](https://www.reuters.com/world/french-police-arrest-man-after-knife-attack-paris-2026-07-27/); übersetzt ## Es hat System Eben noch war es zynische Satire und Scherz, dass ein Islamist bei der Tat laut »Allahu Akbar« brüllen kann; die Propaganda wird noch immer versichern, seine Motive seien nicht zu eruieren. Jetzt wird es *buchstäblich buchstäblich* wahr. Wir sind keine Journalisten, also lasst uns präzise sein und die ganze Wahrheit sagen: Es ist in diesem Fall nicht Reuters, die den Witz real werden lässt. Reuters dokumentiert hier quasi nur. Die erste hier zitierte Zeile beschreibt ein Video von der Festnahme. Die zweite Zeile gibt den französischen Innenminister Laurent Nunez wieder. Und das macht die Angelegenheit nicht besser. Wenn »nur« ein anonymer Reuters-Schreiberling den Leuten diesen Propaganda-Quatsch erzählt hätte, wäre es schlimm genug. Wenn aber der Innenminister selbst dreist gefährlichen Bullshit verbreitet, verrät es ein System. Es bezeugt ein System, in dem die Bürger regelmäßig und grob belogen werden. Es ist die Propaganda der [Lethokratie](https://dushan.org/essays/lethocracy/). ## Ein neuer Fluch »Mögest du in interessanten Zeiten leben«, so lautet bekanntlich ein den Chinesen zugeschriebener Glückwunsch, der natürlich tatsächlich ein *Fluch* ist. Wir können heute einen *neuen* Fluch formulieren: Mögest du in *lustigen* Zeiten leben. Mögest du in Zeiten leben, in denen Witz und Realität ineinanderfließen. In Essays wie [»The Left Can’t Meme – Warum Linke keinen Humor können«](https://dushan.org/essays/the-left-cant-meme/) habe ich erklärt, wie Humor funktioniert. Humor ist das Bloßlegen einer schmerzhaften Dissonanz zwischen begrifflichem Anspruch und Realität, verdaulich gemacht durch Verfremdung. Im Kern jedes Witzes ist immer ein *Schmerz*, sonst ist er nicht witzig. Der Witz hilft uns, eine schmerzhafte Dissonanz überhaupt erst anzuerkennen. Deshalb fürchten totalitäre Diktaturen den Humor so sehr, deshalb werden Witze über Politiker in der UdSSR, in Nordkorea oder »Unserer Demokratie« so hart bestraft! Der Witz schaut der großen Lüge ins Auge, statt demütig zu kuschen. In Paris und anderswo wird der Witz heute zur Realität. Wenn aber ein Witz aus Schmerz und Verfremdung besteht und die Verfremdung wegfällt, weil es ja Realität ist, dann bleibt nur noch … der Schmerz. - [Erst Hölle, dann holt der Teufel sie ab](https://dushan.org/essays/erst-hoelle/) Traumatisierte Zwölfjährige soll abgeholt werden. NGO schickt einen Herrn, der sich selbst als Teufel zugerichtet hat, mit Pentagramm auf Stirn und aufgeschraubten Hörnern. In blanker Panik springt das Kind aus Fenster. – Was stimmt nicht mit dem System?! Dass unsere *Vorhersagen* und *Verschwörungstheorien* sich erfüllen, ist wirklich weder neu noch überraschend. Wenn als »Rechter« und »Faschist« heute einer gilt, der vier als die Summe von zwei und zwei errechnet, dann werden eben wir »Rechten« jedesmal bestätigt, wenn die Realität die Leute zum Durchzählen zwingt. Wäre der Anlass nicht so traurig und tragisch, müsste ich beinahe *zynisch schmunzeln*, weil es ausgerechnet die gottlosen Linken sind, welche die metaphysische Trennmauer zwischen Religiösem und Diesseitigem einreißen. ## Und vor allem Die makabre Meldung des Tages stammt aktuell aus Österreich. Es geht um ein »schwer traumatisiertes Mädchen« ([jungefreiheit.de, 27.7.2026](https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2026/betreuer-mit-teufelshoernern-maedchen-springt-vor-angst-aus-fenster/)), das aufgrund ihrer Leidensgeschichte (mehrfacher Missbrauch) panische Angst vor Männern hatte. Man *kümmerte* sich also um sie. Das Mädchen sollte, so die Berichterstattung, von einem Verein an einen anderen übergeben werden. Eine Betreuerin hatte extra darauf hingewiesen, die Übergabe der *Zwölfjährigen* solle »gut strukturiert, ohne Zeitdruck« stattfinden. Und vor allem sollten »weibliche Betreuer« zum Einsatz kommen. Laut der Berichterstattung hatte die mit viel Steuergeld möglich gemachte NGO »Homebase« gerade keine freie weibliche Betreuerin. Also schickte sie einen Mann. Genauer: einen der beiden Geschäftsführer. Noch genauer: einen bärtigen Mann mit multiplen Gesichtstätowierungen, unter anderem prominenten Pentagramm auf der Stirn. Dazu diese großen Ohrringe, deren Namen ich nicht einmal weiß. Und zur Abrundung: zwei irgendwie auf der Stirn befestigte Hörner. Man schickt einem zwölfjährigen Missbrauchsopfer eine Person vorbei, die bei dem Versuch, wie der buchstäblich *Satan* auszusehen, gewissen Erfolg verbuchen kann. Was stimmt mit dem System nicht?! Der Bärtige soll gedroht haben, ins Zimmer einzudringen, wenn sie es nicht freiwillig verließe. Erst durchlebte das Mädchen die Hölle, und dann holt sie der Teufel persönlich ab. Das traumatisierte Mädchen schloss sich in ihrem Zimmer ein, tobte und sprang dann aus dem Fenster, doch sie überlebte und erklärte, sie werde lieber sterben, als mit ihm mitzugehen. Die weiteren Entwicklungen dieses Falls stehen noch bevor. Offen ist auch die Frage, wie diese Person nicht nur eine Anstellung in so einer Einrichtung finden, sondern sogar deren Geschäftsführer werden konnte. ## Unterm linken Auge Ich fürchte, die Antwort auf beide Fragen ist leider sehr einfach zu geben: Wenn wir in das öffentliche Foto jenes Herrn hineinzoomen ([etwa via X](https://x.com/ronalyze/status/2081301298175971538?ref_src=twsrc%5Etfw)), erkennen wir unter seinem linken Auge den Slogan: »FCK NZS«. »FCK NZS« steht für »Fuck Nazis«. Ich lese es nicht als politische, sondern als machttaktische Aussage: »Ich unterwerfe mich den bestehenden Machtnetzwerken, total und ohne Skrupel.« Dieses relativ kleine Tattoo ist Sinnbild für das, was den Herrn in die Position brachte – und was ihn an den Trögen halten wird. Sich seine Treue zu alten Kadern ins Gesicht zu tätowieren ist weit wichtiger für das System als eine Zwölfjährige, die sich in panischer Angst aus dem Fenster wirft. Nein, der Herr wird keine negativen Konsequenzen zu tragen haben. Allein im Moment des »Vorfalls« sollen »laut Krone 386.093 Euro an den Verein geflossen sein«. Und das Büro der Vizebürgermeisterin erklärte: »Ein fachliches Fehlverhalten des Trägers Homebase wurde dabei nicht festgestellt.« (zitiert nach [jungefreiheit.de, 27.7.2026](https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2026/betreuer-mit-teufelshoernern-maedchen-springt-vor-angst-aus-fenster/)) ## Der Teufel sitzt fest Bei allem Mitgefühl und allem Schrecken fiel mir aber doch eine makabre Bestätigung meiner eigenen Diagnosen unserer Zeiten auf. [»Wieviel Teufel steckt in der Politik?«](https://dushan.org/essays/wie-viel-teufel/) fragte ich 2023. 2024 stellte ich fest: [»Satan ist ein Grüner«](https://dushan.org/essays/satan-ist-ein-gruener/). Gefühlt gestern (tatsächlich auch bald vor einem Jahr) beschrieb ich den Moment, [als ich *spürte*, dass das Böse existiert](https://dushan.org/essays/das-boese-existiert/). (Auch da ging es um ein Mädchen, dem das System böse mitgespielt hatte.) Meine makabre Einsicht ist heute, dass *die Guten* sich nun offenbar *buchstäblich* als *der Teufel* (ver-)kleiden. Das Mädchen, das aus dem Fenster sprang, erlitt schwere Verletzungen, unter anderem Brüche an Armen und Beinen. Der Teufelskerl, vor dem das Kind in Panik floh, sitzt wohl fester denn je auf seinem Thron. [»Der größte Trick des Teufels«](https://dushan.org/essays/der-groesste-trick-des-teufels/), so schrieb ich 2025, ist bekanntlich, dass er uns glauben lässt, er existiere nicht. Ich *weiß*, dass der Teufel existiert. Und ich fürchte, dass die Wiener Behörden nicht die einzigen sind, die ihre Kinder in die Obhut des Teufels geben. Falls es euch beim Lesen dieser irren Nachricht geht wie mir, empfehle ich ganz allgemein, sowohl reinigend als auch präventiv, das [*Vade Retro*, auf latinprayer.org](https://latinprayer.org/de/prayers/vade-retro/). - [Schockierend, nicht überraschend](https://dushan.org/essays/schockierend-nicht-ueberraschend/) Ein Auto rast in die CSD-Menge in Berlin, eine Frau ist tot, der Verdächtige wird dem islamistischen Milieu zugerechnet. Alles schrecklich, aber nicht überraschend. Man muss sich eher aktiv zwingen, NICHT zu vermuten, dass es »nach Plan« läuft. Die Schlagzeile lautet: »Terror-Anschlag auf CSD! Eine Tote!« ([bild.de, 26.07.2026](https://www.bild.de/news/inland/polizei-fahndet-nach-tatverdaechtigen-auto-rast-in-menschenmenge-mehrere-verletzte-in-berlin-6a6526c4fe2765826e0fd464)) Der Inhalt der Meldung ist schnell in drei Stichworten zusammengefasst: *Christopher-Street-Day, Menschenmenge, Auto*. Den Rest könnt ihr schnell schlussfolgern. Eine Frau ist tot. Mindestens 16 Personen sind verletzt, drei lebensgefährlich. Die Polizei berichtet auch von Verletzten durch »Stichwerkzeuge«. Ein mutmaßlicher Täter (oder: ein am Anschlag *Beteiligter*) ist laut Bericht des Tagesspiegel »als Angehöriger des islamistischen Milieus bekannt« ([tagesspiegel.de, 26.7.2026](https://www.tagesspiegel.de/berlin/liveblog/todesfahrt-beim-csd-berlin-2026-polizei-identifiziert-mutmasslich-islamistischen-tatverdachtigen--eine-tote-tater-fluchtig-15866021.html)) und wird als »Abdul B. (21)« identifiziert. Laut Berichten war er der Polizei bekannt und wurde im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen ([apollo-news.net, 26.7.2026](https://apollo-news.net/polizei-fahndet-nach-abdul-b-was-bisher-ber-den-tatverdchtigen-bekannt-ist/)). (Gut, dass sein Nachname mit »B.« abgekürzt wird. Es ist wichtig, Persönlichkeitsrechte zu schützen, aber auch, durch die Nennung ganzer Namen keine »Vorurteile« zu schüren. Man fragt sich: Sind solche »Vorurteile« eigentlich nur Selbstschutz durch Mustererkennung, und *warum genau* werden sie tabuisiert?) In den sozialen Medien fragen einige Kommentatoren zynisch, ob die »Queers for Palestine« schon ein Statement abgegeben haben. Aktuell wird aktiv und öffentlich nach *Abdul B. (21)* gefahndet ([berlin.de, 26.7.2026, Stand: am Vormittag](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2026/pressemitteilung.1697457.php)). [bild.de zeigt ein Foto (Stand 26.7.2026, früher Morgen)](https://www.bild.de/news/terror-anschlag-auf-csd-in-berlin-polizei-fahndet-nach-abdul-b-6a658b33166bc12eb54f674f) und schreibt: »Bitte sprechen Sie die gesuchte Person bei Antreffen in keinem Fall an und meiden Sie den direkten Kontakt. Abdul B. ist möglicherweise bewaffnet und gefährlich!« ## Zwischen zwei kroatischen Songs Ich fühle mich heute an einen Moment in Kroatien erinnert, von dem ich euch schon im Essay [»Geschockt? Nee, gefrostet.«](https://dushan.org/essays/abgekuehlt/) berichtet habe – aus ganz ähnlichem Anlass. Ich fuhr dort einmal eine lange Küstenstraße entlang, die zur Bergseite hin von scharfen Felsen und zur Meerseite hin von steil abstürzenden Klippen eingerahmt wurde. Bei aller Nervosität musste ich doch schmunzeln, als die Radiosprecherin zwischen zwei kroatischen Songs kühl vorlas, wie viele Todesopfer genau diese Straße am Vortag wieder gefordert hatte. Es war kein Aufreger, es war kein Schock. Genauso gut hätte sie vorlesen können, dass das Wetter sonnig bleibt oder die Agrarpreise stabil sind. Kein Zweifel, für die Angehörigen der Opfer war es gewiss ein Schock, doch für die Gesellschaft war es *der übliche Lauf der Dinge*. ## Im Sinne des Systems Und auch die Meldung von diesem Terroranschlag ist, wenn man nüchtern darüber nachdenkt, der übliche Lauf der Dinge. Das auffällig Zynische an dieser konkreten Meldung ist lediglich, dass eine Lieblingsgruppe der woken [Lethokratien](https://dushan.org/essays/lethocracy/) eine andere Lieblingsgruppe attackiert. Während ich dies schreibe, wird der obere Teil von *bild.de* von Meldungen rund um den Terroranschlag beherrscht. Man muss herunterscrollen, um die sonstigen »alltäglichen« Meldungen aus Deutschland zu lesen. Etwa aus Penzberg im ach so »katholischen« Bayern: »Erste Stadt stellt Schilder für muslimisches Gebet auf« ([bild.de, 25.07.2026](https://www.bild.de/regional/bayern/erste-stadt-stellt-schilder-fuer-muslimisches-gebet-am-ortseingang-auf-6a64ada601af5a6b8686809b)). ## Wessen Plan auch immer Nein, liebe Freunde, die Meldung aus Berlin ist bedauerlich, aber nicht *schockierend* im Sinne von *überraschend*. Wenn die Politik zulässt und sogar fördert, dass gewisse Ereignisse sich wiederholen und verschärfen, ist das Ergebnis nicht vom *Plan* zu unterscheiden. Ja, wäre ich Verschwörungstheoretiker, würde ich sogar behaupten, dass es *nach Plan* läuft – wessen Plan auch immer. Ich bin aber kein Verschwörungstheoretiker, denn in den letzten Jahren hat sich keine einzige Verschwörungstheorie bestätigt … - [Geht »free refill« unter, geht das Land unter](https://dushan.org/essays/geht-free-refill-unter-geht-das-land-unter/) Es gab einmal eine Zeit, da konnte man in Fastfood-Restaurants des Westens gratis seine Limo nachfüllen. Das wird nach und nach abgeschafft, weltweit. Es ist ein Zeichen dafür, dass da etwas Wertvolles kaputtgeht, unwiederbringlich verlorengeht. Ich will eine These wagen: Du kannst den Wert und Zustand einer Gesellschaft daran messen, ob in Fastfood-Restaurants die Getränke nur abgemessen oder als free refill verkauft werden. Sollte euch der *Wert* in dieser These zu scharf klingen, dem will ich es verschärfen zur *fortdauernden Existenz*, zumindest für den Fall, dass von *free refill* etwa zu Einmal-Coupons gewechselt wurde. Lasst mich erklären! Stell dir vor, du bist bei deinem liebsten Burgerbräter zu Gast, sei es der mit den *Goldenen Bögen* oder der mit den *Goldenen Kronen*. Du zahlst und erhältst dein Fleischbrötchen und deine frittierten Kartoffelstäbchen. Und damit es nicht zu trocken wird, gibt es dazu eine Limonade, von *Coca Cola* oder von *Ist Pepsi okay?*, zum Runterspülen, damit der Rachen nicht trocken wird. Solltest du zu jenen Heimatverwurzelten und also Beneidenswerten gehören, die nur *ein* Fastfood-Restaurant kennen, dann weißt du vielleicht nicht: In *manchen* Restaurants erhältst du genau die bestellte und bezahlte Menge an Limonade. In anderen Restaurants erhältst du einen Pappbecher und kannst dich an einer Limonaden-Zapfsäule frei bedienen. Ob du Cola, Orangen- oder Zitronenlimo bestellst, ob Eistee oder manchmal sogar Iso-Drink – du kannst frei mischen und vor allem *nachfüllen*, so oft du willst. ## Normal und selbstverständlich Das Prinzip des *free refill* (zu Deutsch: freies Nachfüllen) erscheint einigen Leuten als *normal und selbstverständlich* und anderen als *surreal und märchenhaft*. Natürlich erhält jeder Kunde nur die Menge an Limonade, die er bezahlt hat, so sagen die einen, die *free refill* nicht kennen. Die anderen wissen: Ein Restaurant kann seinen Gästen auch anbieten, so viel zu trinken, wie sie mögen, und sich beliebig oft nachzufüllen. Tatsächlich setzt *free refill* einen zuverlässig eingehaltenen *sozialen Vertrag* voraus. *Free refill* setzt voraus, dass jeder Mensch tatsächlich nur so viel Limonade zapft, wie er selbst realistisch trinken wird. Dass er anständig und sauber zapft. Und dass er vorher zumindest für seinen Pappbecher bezahlt hat. ## Eine dritte Gruppe Ach ja, eine *dritte* Gruppe von Leuten gibt es noch: Diejenigen von uns, die *free refill* kennen, doch in diesen Jahren erleben, wie Fastfood-Restaurants die freien Zapfsäulen nach und nach durch unfreie Zapfsäulen ersetzen. Zu dieser Gruppe gehöre ich, und die Entwicklung stimmt mich reichlich wehmütig. Erst jüngst musste ich erleben, dass ein Burgerbräter die freie Limo-Zapfstation gegen eine mit QR-Codes ersetzte. Dem Pappbecher ist ein QR-Code aufgedruckt, und wenn der gescannt wird, kommt genau *eine* Becherfüllung aus dem Gerät. Mir scheint, dass es ein weltweites Phänomen ist, und mit »weltweit« meine ich: quer durch den einst freien Westen; Fastfood-Restaurants geben das *free refill* auf. Als Grund geben sie etwas unscharf »veränderte Konsumgewohnheiten unserer Kunden« an. Es sind womöglich ähnliche Veränderungen wie jene, die dazu führen, dass besonders in US-Supermärkten immer mehr Warengruppen mit Schlössern gesichert werden müssen – oft die letzte Phase, bevor der Supermarkt oder die Groß-Drogerie ihre Filialen in einem Viertel schließt ([foxbusiness.com, 21.5.2024](https://www.foxbusiness.com/retail/retail-theft-forces-stores-lock-up-merchandise-close-locations)). ## Wir ahnen es Die Restaurants sagen nicht explizit, von welcher Art diese Veränderung ist, die sie dazu bewegt, das unter Kunden eigentlich beliebte *free refill* in *manchen* Vierteln einzustellen. Doch wir ahnen es, aus Welterfahrung. Und wir ahnen hieran auch, warum [Lethokratien](https://dushan.org/essays/lethocracy/) wie Brüssel und London die sozialen Medien zensieren wollen: damit die Opfer sich nicht untereinander austauschen und womöglich als Gruppe feststellen, dass die »veränderten Konsumgewohnheiten« etwas gemeinsam haben. Nein, die Restaurants verraten nicht, was sie bewegte, doch ich will sagen, was *mich* hieran bewegt: Ich bin wehmütig. In trauriger Nostalgie spüre ich, dass da etwas *zerbricht* – ja, auf unbestimmte Zeit zerbrochen *ist*. ## Es war einmal Es war einmal … So klingen die neuen Märchen, ein Schlaraffenland, da zahltest du nur einmal für die Limonade, und dann trankst du, so viel du wolltest. Das waren Zeiten, da konntest du ohne Angst im Park spielen, in den Straßen feiern und sogar in die Schule gehen, einfach so! »Was war das für ein tolles Land?«, so werden die Kinder fragen, »und warum haben wir es verlassen?« »Oh, ich habe zu viel gesagt!«, so werden wir uns selbst zum Schweigen bringen. Und dann werden wir noch eindringlich flüstern: »Vergiss es und frag nicht danach. Schon gar nicht in der Schule, schon gar nicht scherzend! Sonst kommen die Uniformierten der Unsere-Demokratie-Polizei zur Hausdurchsuchung vorbei, und wir müssen dann erst mal aufräumen und all unsere teuren Sachen neu kaufen. [Ja, so was werden die tun, sogar bei Minderjährigen.](https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a61749126ebb8e13e2edd87/bayern-mitschueler-rassistisch-beleidigt-hausdurchsuchungen-bei-sieben-jugendlichen.html)« - [Rückgrat, auch wenn's nicht gut ist](https://dushan.org/essays/fliegenfreiheit/) Eine erstaunliche und noch zu diskutierende Eigenschaft zu vieler Bürger: Man liest oder erlebt praktisch täglich denselben Horror. Man sieht, dass und wie es übler wird. »Schlimm!« sagt man … und tut zumeist: nichts. Wovon soll ein Schreiber schreiben? Ein *Essayist*, sprich: ein öffentlicher Tagebuchführer? (Darf man eigentlich »Tagebuch« sagen?) »Schreib, was dir auf der Seele liegt!«, so werden gutmeinende Leser gutmeinend antworten. Impliziert ist: »Schreib, was dir auf der Seele liegt, und wir Leser werden es würdigen!« Ach, ich will es glauben und ich will vergessen, allzu oft jenes in der Seele messernde Lob gehört zu haben: »Wie brillant und klug von Ihnen, das sehe ich genauso!« ## Kriechender Staatsstreich Ich lese ja dieselben Meldungen wie ihr. Etwa vom kriechenden Staatsstreich der Altparteien. Aktuell aus dem Landkreis Friesland, wo man wieder den AfD-Kandidaten gleich ganz von der Wahl ausschließt, von außen betrachtet, um einen Sieg des alten Klüngels zu sichern ([@jannibal\_, 21.07.2026](https://x.com/jannibal\_/status/2079649935998230610); [ndr.de, 22.07.2026](https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/friesland-afd-politiker-sichert-nicht-fuer-landratswahl-zugelassen,sichert-100.html)). Was sollte ich sagen, das nicht bloß eine Wiederholung mit neuem Datum wäre? Ich verweise also hiermit auf einen Essay aus dem Jahr 2024: [»Staatsstreich im Voraus«](https://dushan.org/essays/vorausstreich/) Ich lese von den Morden an Deutschen durch »junge Männer«. Ich halte mich oft zurück, etwa wenn es die Familien von Politikern trifft, deren Partei direkte Schuld an der allgemeinen Gefahrenlage trägt. Nicht was ich sagen *darf* ist meine Frage, sondern was ich sagen *sollte*? ## Der Drops war vergiftet Die Deutsche Politik und mit ihr der Mainstream als erweiterter Regierungssprecher sind von einer Verhinderung der Ermordung von Menschen und Wirtschaft zu einer psychologischen Bewältigung des Sterbens übergegangen. Für die deutsche Politik von A wie Automobilindustrie bis Z wie Zukunftstechnologie gilt: Der Drops ist gelutscht (wie ich schon 2025 im Essay [»Logisch-praktische Inkonsequenz«](https://dushan.org/essays/logisch-praktische-inkonsequenz/) schrieb). Aber der Drops war vergiftet, und nun ist es an Politik und Propaganda nur noch, das Opfer vom Erbrechen abzuhalten, bis das Gift seine letzte Wirkung entfalten konnte. All das wisst ihr so gut wie ich. (Und doch kitzelt es bisweilen, davon aufs Neue zu lesen, wie wenn ihr euch am Gaumen geschnitten habt und nicht ablassen könnt, mit der Zunge an der Wunde zu spielen (ja, die Metapher ist bei *Palahniuk* geliehen).) Was soll ich also schreiben? *Noch mehr* Untergangshorror? Soll ich dem Land die Hoffnung verschreiben, wie ein müder Onkologe, der dem längst Todgeweihten *noch* eine Therapie empfiehlt? Ach, ich habe euch vor Jahren [den *Innenhof* empfohlen](https://dushan.org/essays/lied-der-innenhoefe-neue-strophe/). Wer sich den Innenhof einzurichten *in der Lage war*, finanziell *und* praktisch *und* mental, der kann das nun Unabwendbare für sich und seine Lieben noch eine Zeit lang abwenden. ## Keine Angst mehr Ich schreibe nun diese Zeilen im aktiven Bewusstsein, dass längst nicht alle meine Leser mir *zustimmen* werden, sprich: für *gut* befinden werden, was ich tue. Auch nicht die, die 2018 mit mir das *erste* [»Lied der Innenhöfe«](https://dushan.org/essays/das-lied-der-innenhoefe/) sangen und ihr Leben passend zum Lied sortierten. Oder die, die 2016 mit mir erklärten, dass sie [»Keine Angst mehr«](https://dushan.org/essays/ich-habe-keine-angst-mehr/) haben. Soll ich, um euch nicht zu *verlieren*, eben doch schreiben, wonach euch *die Ohren kitzeln*? (2. Timotheus 4:3) Oder soll ich eben tun, wonach ihr *in Worten* verlangt, ohne es zu meinen, nämlich schreiben, wovon mein Herz *wirklich* voll ist? (Matthäus 12:34) Soll ich trotzig mein Bestes geben, entlang des Wittgensteinschen Imperativs der Fliege den Weg aus dem Fliegenglas zu weisen, wohl wissend, dass nicht allen Fliegen dieser Hinweis gefällt? Bekanntlich gilt in Deutschland derjenige, der die Ketten abnehmen will, als viel störender denn der, der die Ketten anlegt. ## Rückgrat ist das lateinische Gebet Nun, mein bester Versuch, mir und euch *innere* Freiheit zu zeigen, bleibt: Es waren *Lateinische Gebete*, die den Westen und damit die Menschheit zu ihrem Scheitelpunkt begleiteten. Es sind nicht Moscheen oder Synagogen, sondern alte Kirchen, die in den USA und Europa brennen. Es ist die alte Liturgie, die von Rom bis Berlin bekämpft wird, nicht die häretische Blasphemie. Es sind die *alten* christlichen Werte, die den Westen lebenswert machten, doch welche die deutsche Propaganda zum Feindbild erklärt hat – statt der importierten Barbarei. Alles, was gut war, und alles, was noch gut ist, hat das Rückgrat des *Lateinischen Gebets* – und genau dies ist nach meinem besten Wissen das realistischste Werkzeug zur inneren Freiheit. Deshalb arbeite ich an [Latin Prayer](https://latinprayer.org/de/) (und lade besonders Android-Benutzer ein, [euch zum Beta-Test einzutragen](https://latinprayer.org/de/beta-test/?groups=beta-android)). Was aber ist mit der *äußeren* Freiheit. Nun, auch da arbeite ich mit Ernst an einem Werkzeug. In einem bis zwei Monaten mehr dazu. Was also soll ein Schreiber schreiben? Oder anders gefragt: Was soll der Leser zu lesen verlangen? Bitte verlangt heute nicht, weder von mir noch von einem anderen *[freien Denker](https://freiedenker.de/)*, zu schreiben, was *auch eure Meinung* ist. Dafür ist keine Zeit mehr. Und davon werden die Ohren haarig. *Was* aber sollt ihr *lesen wollen*? Wir sprachen viel vom Weg hinaus aus der Fliegenfalle. Ein altes Buch könnte uns heute mit einem erstaunlich aktuellen Ratschlag helfen, hier erst Latein (Vulgata Clementina), dann auf Deutsch (Menge): > induite vos arma Dei ut possitis stare adversus insidias diaboli quia non est nobis conluctatio adversus carnem et sanguinem sed adversus principes et potestates adversus mundi rectores tenebrarum harum contra spiritalia nequitiae in caelestibus > > Ziehet die volle Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die listigen Anläufe des Teufels zu bestehen vermögt! Denn wir haben nicht mit Wesen von Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit den (überirdischen) Mächten, mit den (teuflischen) Gewalten, mit den Beherrschern dieser Welt der Finsternis, mit den bösen Geisterwesen in der Himmelswelt. > > – Epheser 6:11-12 - [Das große Demütigungsritual](https://dushan.org/essays/das-grosse-demuetigungsritual/) »Der große Austausch« ist als Theorie fast schon allgemein akzeptiert. Die neue große Theorie ist »Die große Demütigung« mit ihren vielen Demütigungsritualen. Es genügt nicht, uns zu erniedrigen, wir sollen es auch fühlen. Liebe Freunde der Klugheit, heute wollen wir uns mit einer der *wenigen* »Verschwörungstheorien« beschäftigen, die zwar naheliegend, aber (meines Wissens) noch *nicht* de facto offiziell bestätigt sind. Und ich will gleich sagen, die Angelegenheit ist *demütigend*, gerade weil sehr viel *für* *diese* Verschwörungstheorie spricht. Ja, ein neuer Begriff ist in das Vokabular der denkenden Kreise eingegangen: das *Demütigungsritual* – auf Englisch: *humiliation ritual*. Eine Form des *Demütigungsrituals* kann sein, dass Prominente sich öffentlich und quasi-ritualisiert demütigen lassen, oft zum Gelächter ihrer Showbiz-Kollegen ([knowyourmeme.com, 24.6.2025](https://knowyourmeme.com/memes/hollywood-illuminati-humiliation-ritual)). Beispiele sind halb-freiwillige Nackt-Auftritte, öffentliche Mea culpa wegen Trivialitäten oder als Mann in Frauenkleidern fotografiert zu werden. Es soll Fälle geben, in denen der Erfolg genau nach der öffentlichen Demütigung einsetzte – der Begriff hat es inzwischen bis in den Mainstream geschafft ([gq.com, 15.7.2025](https://www.gq.com/story/is-everything-a-humiliation-ritual)). Doch laut gewissen Verschwörungstheorikern findet zugleich ein weiteres, viel größer angelegtes *Demütigungsritual* statt. ## Die rituelle Demütigung Es ist die Demütigung der *Masse*, des *Volkes*. Die rituelle Demütigung von *Nationen*, genauer: die Demütigung des *Westens*, noch genauer: die rituelle Demütigung des *weißen* und *christlichen* Westens. Wir sehen es ja in Werbung und Propaganda. Was die Welt aus der Barbarei befreite und ins Heute voranbrachte, von sorgender Mutterschaft bis zum männlichen Heldenmut, von Familie bis Kirche, von der grundlegenden Bildung bis hin zur ins Göttliche tastenden Schönheit, wird pervertiert, lächerlich gemacht und in sein hässliches Gegenteil verkehrt. *Wir* werden *gedemütigt*, indem das, was an uns groß und gut war, verunglimpft und in den Dreck gezogen wird. Ein aktuelles Beispiel ist die neue Verfilmung der *Odyssee* von *Homer*, durch *Christopher Nolan*. Christopher Nolan ist der Super-Regisseur von *Inception* (mit Leonardo di Caprio) und der *Batman*-Trilogie (mit Christian Bale und Heath Ledger). Jetzt liefert er plötzlich mit *Odyssee* woken Schrott ab. Es ist eine Demütigung, und die Frage ist, ob dabei »nur« westliche Kultur gedemütigt wird oder womöglich auch der Filmemacher. ## Theorie und Vorhersage *Die große Demütigung* und die Existenz von *Demütigungsritualen* sind (noch) *Verschwörungstheorien*. Die deutsche Propaganda spricht gern von Verschwörungs-*Mythen* oder *Erzählungen*, denn sie will davon ablenken, dass eine Theorie sehr wohl die Realität beschreiben kann. Eine Theorie bewährt sich, indem sie vorhandene Phänomene erklärt und zukünftige Phänomene dieser Art korrekt vorhersagt. Und das will die Propaganda wirklich, wirklich nicht: dass wir Aktuelles erklären und Zukünftiges vorhersagen. Alle Wissenschaft (sprich: *Theoriebildung*) beginnt damit, die Phänomene der Welt zu beobachten und *Thesen* über die Mechanismen hinter dem Beobachteten aufzustellen. Wir sehen distinkte, doch kontextähnliche Phänomene, die alle darauf hinauslaufen, genau jene Menschen und Gruppen zu *demütigen*, deren Leistungen die moderne Welt möglich machten – und in genau den funktional wichtigen Eigenschaften. Zeige mir eine Gruppe, die gedemütigt wird (etwa: weiße Männer), und eine Eigenschaft, die verächtlich gemacht wird (etwa: unternehmerische Leistung) – und ich zeige dir, was uns einst stark machte. Eine Verschwörungstheorie stellt fest, dass Beobachtetes eben nicht nur *Einzelfälle* und *Grundrauschen* sind, sondern Teil einer nicht-zufälligen Entwicklung. ## Cui bono Der denkende Mensch fragt sich dann: Cui bono? Zu wessen Nutzen ist es? An dieser Stelle gehen manche Verschwörungstheoretiker bisweilen einen mutigen und argumentativ schwierigen Schritt etwas vorschnell. Sie stellen ein größeres Phänomen fest (Stichwort: *Mustererkennung*). Sie sehen, welchen Akteuren es nützlich ist. Sie schließen dann darauf, dass die Profiteure dies folglich auch geplant und angestiftet haben. Doch damit verstoßen sie gegen das, was ich einst »Wegners Rasiermesser« genannt habe (siehe [Video vom 15.4.2020](https://dushan.org/essays/geht-die-sonne-auf/)): Erfolgreiche und mächtige Leute sind deshalb genau das, weil sie (oder ihre Vorfahren) sich darauf verstanden, bestehende Chancen zu nutzen. Es ist nicht zwingend, dass sie die Phänomene auch verursacht haben (aber auch nicht ausgeschlossen). Es *kann* sein, dass ein Verursacher auszumachen ist; doch ist dieser dann womöglich nur ein weiteres Zwischenphänomen. Beispiel: Glaubt denn wirklich jemand, die Somalier hinter den jüngst aufgedeckten US-Betrugsfällen ([cbsnews.com, 26.6.2026](https://www.cbsnews.com/news/minnesota-fraud-arrest-somalia-abdikerm-eidleh/)) waren die *eigentlichen* Drahtzieher? Aber sei’s drum: Oft ist die Frage, ob ein konkreter Verursacher eines Phänomens auszumachen ist, ohnehin nur eine irrelevante Ablenkung. Es spielt für dich *praktisch* keine Rolle, ob die Covid-Panik oder der Bevölkerungsaustausch oder die große Demütigung wirklich von einer zu benennenden Person oder Gruppe inszeniert wurde oder sich als »zufällige« Emergenz ergab. Für dich ist entscheidend, dass eine Demütigung geschieht. Dass wir als Gruppe, wir als Kultur und wir als Einzelne *gedemütigt* werden. ## Erniedrigung und Demütigung An dieser Stelle fragen wir natürlich, was *Demütigung* bedeutet. Nehmen wir als Arbeitshypothese dies: *Demütigung ist die ablehnende emotionale Reaktion auf Erniedrigung.* Ja, so einiges an dieser Arbeitshypothese ist diskutabel! Beginnend mit der Implikation: Ist Demütigung »nur« eine »emotionale Reaktion«? Und worin besteht die *Erniedrigung*, auf die der Gedemütigte *reagiert*? Erklären wir etwa einen Begriff mit einem Synonym? So wie ich die Wörter verwende, bedeutet *Erniedrigung* eine Herabsetzung des Status im weitesten Sinne. Wenn ein Mensch arbeitslos wird, wenn eine Krankheit sein Gesicht entstellt, wenn eine moralisch problematische Handlung bekannt wird – all das kann seinen Status in der Gesellschaft und vor sich selbst (sein »Selbstbild«) herabsetzen. Kurz gesagt: Eine Erniedrigung senkte den *Wert* eines Menschen (in einer weiten Bedeutungsspanne für »Wert«). Die *Demütigung* aber ist dessen emotionale Reaktion auf die »Entwertung«. Im Alltagsgebrauch werden Erniedrigung und Demütigung schon mal synonym verwendet. Doch tatsächlich ist der Unterschied erheblich! Dass ich eine Handlung als *Demütigung* empfinde, setzt voraus, dass ich a) die Erniedrigung auch wahrnehme und als solche erlebe und dass ich b) die Erniedrigung »an mich heranlasse«. Ein und dieselbe Situation kann mal demütigend wirken und mal nicht, je nach Umständen und Prägung. Je nach Kultur und Kontext kann dieselbe Kleidung als *normal* oder als *schlimme Demütigung* empfunden werden. Ein Angestellter kann sich sehr geehrt fühlen, zum Bereichsleiter befördert zu werden – oder *gedemütigt*, wenn er zuvor Vizepräsident war und zum Bereichsleiter *erniedrigt* wurde. ## Demut vor der Eucharistie Ich laborierte an diesem Essay länger als üblich, denn das Klarwerden war diesmal ein komplizierterer Prozess. Der erste Stolperstein: *Demut* ist eine zentrale Tugend des Christentums. Wie können Erniedrigung und Demütigung also *per se* schlecht sein? Am Sonntag, auch während der Messe, dachte ich über *Demut vs. Demütigung* nach. Und dann, als wir zur Eucharistie anstanden, stand ein paar Plätze vor mir ein großgewachsener, fitter Mann, der ganz offensichtlich Stunden im Fitnessstudio verbracht hatte. Stehend eineinhalb Köpfe größer als der Pfarrer, kniete der breitschultrige Hüne sich demütig hin und öffnete den Mund, um den Leib Jesu zu empfangen, wie es sich gehört. Demut ist die Einsicht des Menschen in seine wahre Rolle. Demütigung ist die Einsicht, von seinem vermeintlichen Status hinabgestoßen zu werden. ## Wer die Demut aufgibt Nein, ich weiß nicht, warum öffentliche Demütigungsrituale mit Promis durchgeführt werden. Warum baut man Stars erst auf und reißt sie dann wieder runter? Vielleicht um die Menschen hinter den Stars gefügig zu halten? Vielleicht um zu verhindern, dass wir jemanden haben, zu dem wir hinaufschauen können? Ich habe leider eine recht präzise Ahnung, warum jemand ein Interesse daran haben könnte, den Westen und seine Ureinwohner zu erniedrigen. Man verhöhnt und zerschlägt, was uns eine gewisse Größe verlieh. Es genügt nicht, dass wir erniedrigt werden, wir müssen es auch in den Knochen spüren, sprich: Wir müssen *gedemütigt* werden. Eine gedemütigte Nation wird sich nicht verteidigen, wenn sie ganz ohne Armee und Krieg übernommen und ausgebeutet wird. Ein gedemütigtes Volk wird sich nicht wehren, ersetzt zu werden. Unsere Größe begann mit der Demut. Dann verloren wir sie. Und jetzt werden wir gedemütigt. Wir verloren unsere Demut, als man uns überzeugte, dass unser Wohlgefühl im Augenblick und unser eigener, privater Verstand über alten Werten und Tradition steht. *Protestantismus*, *Aufklärung* und *Vatikan II* lehrten den Menschen, stolz zu sein auf *seine Bibeldeutung*, *seinen Gebrauch der Vernunft*, *seiner Hände Werk*. Der Mensch setzte sich an Gottes Stelle, doch ab da musste er sich auch als Gott bewähren. Jeder Trickbetrüger weiß, dass wer sich selbst für extra schlau hält, extra leicht auszutricksen ist. Ähnlich ist es mit dem »Aufgeklärten«, der sich an Gottes Stelle setzt. Wer die Demut aufgibt, wird gedemütigt werden. Ja, der große Austausch und die große Demütigung finden aus demselben Grund statt: weil wir die Demut aufgegeben haben. Wir werden Demut wieder lernen müssen. Wer Demut lernt, wird stark, weil die Demütigung der Welt ihn nicht mehr anficht. Es liegt an jedem Einzelnen, wie viel Erniedrigung notwendig ist, bis er Demut lernt. - [Die Mutter, quasi Teil der Familie](https://dushan.org/essays/quasi-teil-der-familie/) Jens Spahn hat jetzt einen Sohn, der heißt Georg. Die CDU ist total gegen Leihmutterschaft, wegen »Werten«, aber was interessieren einen »Unsere Demokratie«-Politiker die eigenen »Werte«? (Oder die klare Ansage des Vatikans?) Wir lesen aktuell von dem Fall des »christ«-demokratischen Politikers Jens Spahn, der nach deutschem Recht als mit einem Mann verheiratet eingetragen ist. Zusammen haben sie sich nun in den USA via »Leihmutterschaft« ein Kind organisiert (siehe etwa [sciencefiles.org, 16.7.2026](https://sciencefiles.org/2026/07/16/saeuglingshandel-wenn-schwule-papa-werden-die-rueckseite-der-hochglanzbroschuere/)). Millionen Bürger fühlen sich sehr unwohl bei dem Gedanken, dass zwei Schwule sich ein Kind »besorgen«. Und Bürger versuchen, ihr Unwohlsein in Worte zu kleiden wie »unnatürlich« oder »Kind gekauft«. Der Kölner Anwalt *Ralf Höcker* hat bei [alexander-wallasch.de](https://www.alexander-wallasch.de/gesellschaft/medienanwalt-ralf-hoecker-mit-einem-sehr-persoenlichen-kommentar-zur-leihmutterschaft) eine Liste von Gegen-Gegen-Argumenten geliefert. Ich empfehle die Lektüre! Wie schwach die moralische Position der Befürworter dieser Praxis ist, erkennt man etwa an denkbar schwachen Argumenten wie etwa diesem: »Leihmutterschaft ist unnatürlich« ist laut Höcker kein Gegenargument, denn, so der Jurist: »Viele andere Formen der Reproduktionsmedizin – und nicht nur der Reproduktionsmedizin – wären nach diesem Maßstab ebenfalls abzulehnen.« Der argumentative Fehler (um nicht »Trick« zu sagen) besteht darin, dass Reproduktionsmedizin bei heterosexuellen Paaren einen natürlichen Zustand *wiederherstellen* will (ob es natürlich ist, mit 40+ noch Kinder zu bekommen, ist eine andere Frage), während es definitiv *nicht* natürlich ist, dass schwule Paare sich ein Kind im Ausland austragen lassen. Lasst es mich so sagen: Höcker ist ein intelligenter Mann und würde seinen Gegnern solche Argumente gewiss nicht durchgehen lassen. ## Ja, wo ist sie denn, die Demut? Ich werde auch nicht weiter darauf eingehen, dass die CDU auf ihrem Bundesparteitag im Februar 2026 in Stuttgart das Verbot der Leihmutterschaft ausdrücklich bekräftigt hat – »auch in altruistischen Modellen«, um »Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken zu verhindern« ([euronews.com, 16.7.2026](https://de.euronews.com/my-europe/2026/07/16/eigene-familie-andere-regeln-jens-spahn-leihmutterschaft)). Kurz zuvor, im November 2025, sagte Spahn bei ntv, sein Kinderwunsch habe sich bislang nicht erfüllt (so [stuttgarter-zeitung.de, 16.7.2026](https://www.stuttgarter-zeitung.de/politik/sohn-per-leihmutter-geboren-unser-ganzes-glueck-jens-spahn-ist-vater-geworden-79305876.html)). Anfang Juli 2026 war Georg da. Rechnen Sie selbst. Dass sich ein schwuler CDU-Promi wie selbstverständlich über die eigene Beschlusslage hinwegsetzt: Das ist eben »Unsere Demokratie«. Interessanter aber ist, was Spahn selbst im Magazin *GQ* einmal schrieb, damals gesundheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion: »Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden.« Und weiter: »Zu akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, erfordert ein großes Maß an Demut.« ([zdfheute.de, 16.7.2026](https://www.zdfheute.de/panorama/jens-spahn-leihmutterschaft-legal-100.html)) Deutsche Politiker und Demut? Eher wird der Teufel seinen Durst mit Weihwasser löschen. ## Georgs Lebensweg begleiten All das reiße ich nur an, hake es als *zur Kenntnis genommen* ab. Denn mir ist ein besonderes Detail aufgefallen, das Spahn widerlegt und alle bestätigt, die ihr Unwohlsein nicht politisch korrekt unterdrücken können. Im BILD-Jubel-Artikel ([bild.de, 15.07.2026](https://www.bild.de/unterhaltung/stars-und-leute/cdu-politiker-jens-spahn-und-sein-ehemann-sind-papas-geworden-6a57392b664e99bc41e93660)) lesen wir über die gebärende »Leihmutter«: »Sie gehört nun quasi zur Familie und wird Georgs Lebensweg begleiten.« Moment, was heißt es, dass die austragende Mutter »quasi zur Familie gehört«? In welcher Rolle »gehört sie zur Familie«? Nein, sie gehört *nicht* zum Lebensentwurf des schwulen Promipaares, das sich ein Kind im Ausland gebären lässt – weil dies in Deutschland verboten ist und die eigene Partei dieses Verbot erst vor wenigen Monaten bekräftigt hat. *Entweder* wurde die Leihmutter von den beiden für eine Dienstleistung bezahlt und gehört damit so wenig »zur Familie« wie die Putzfrau oder der Fliesenleger. *Oder* es existiert ein tatsächlicher Bund, der durch das Austragen des Kindes entstand, dann aber zuerst zum Kind. (Dann vielleicht zum leiblichen Vater, der laut Berichten Daniel Funke sein soll. Und zur »Spenderin« der Eizelle, die nochmal jemand anders ist.) In der verquasten Formulierung, die Leihmutter gehöre »quasi zur Familie«, haben die Promi-Schwulen ungewollt durchscheinen lassen, dass sie selbst fühlen, wie *falsch* ihr Tun ist. ## Schlafmangel unwahrscheinlich Immerhin gewähren sie der Leihmutter die Gnade, »Georgs Lebensweg begleiten« zu dürfen. Nein, sie wird nicht ihr Kind aufziehen, wie eine Mutter eben ihr Kind aufziehen soll, Tag und Nacht, bis es gehen kann, und dann noch eine Zeit lang weiter. Ach, seien wir realistisch: Es steht zu vermuten, dass die beiden *Väter* sich wie so viele reiche Leute eine *Nanny* (oder mehrere) anmieten werden. Sicher, Papa wird gelegentlich da sein und mit dem Kind »Maskendeal« oder »Villa kaufen« spielen oder was weiß ich; doch reiche Leute verbringen selten die ersten Jahre ihres Kindes in dauerndem Schlafmangel oder gar blanker Existenzangst. All das sei gesagt und notiert. Es sei wohl auch festgestellt, dass alle Pro-Leihmutterschaft-Argumentierer zuerst mit ihrer eigenen Wunscherfüllung argumentieren. Und doch fiel mir in diesem selbstbewussten Affront gegen die Werte der CDU (ja, ein Oxymoron: CDU und Werte) die hilflose Konstruktion auf, mit der man die Leihmutter einbindet. Damit haben die beiden Promis de facto zugegeben, wie *falsch* ihr Konstrukt ist – und was zu tun *richtig* wäre. ## Wo klare Kante notwendig wäre Wenn eine Ehe zerbrochen wurde, schreiben Gerichte – weltweit – oft wie selbstverständlich das (meiste) Sorgerecht der *Mutter* zu. In zu vielen Einzelfällen kann das ein Fehler sein, ich weiß, doch *im Prinzip* ist der Grund durchaus einleuchtend! Gerade in den ersten Lebensjahren braucht das Kind seine Mutter, und kein Vater kann diese besondere Beziehung ersetzen. Die Gründe für die Notwendigkeit einer Mutter überschneiden sich mit den Gründen, warum ein »weiblich« regiertes und gerichtetes Land absehbar von »männlich« geführten Nationen und Systemen verdrängt wird. Frauen gewähren Gnade, wo Männer eher Härte zeigen. Frauen suchen nach Ausgleich, wo klare Kante notwendig wäre. Frauen sind um des lieben Friedens Willen ungerecht, wo Männer konsequent auf Prinzipien bestehen. (Siehe dazu die Essays [»Wenn weiße Frauen alles opfern«](https://dushan.org/essays/weisse-frauen/), [»Wenn Frauen ein Land beherrschen«](https://dushan.org/essays/wenn-frauen-ein-land-beherrschen/), [»Weiße Frauen 2«](https://dushan.org/essays/weisse-frauen-2/).) All diese genuin weiblichen, von der Natur ins weibliche Gehirn »einprogrammierten« Eigenschaften sind derart wichtig für das Kindeswohl, dass das Gehirn des Kindes darauf »programmiert« ist, nach einer *weiblichen* Mutter zu verlangen. Später, spätestens ab der frühen Pubertät, verschiebt sich die Gewichtung etwas. Väter, die auch *Männer* sind (immer seltener in einer feminisierten Gesellschaft), bringen Kindern wichtige Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen, Frustrationstoleranz und Selbstdisziplin bei. Vaterlose Kinder haben es später deutlich schwerer, das »echte Leben« zu bewältigen (vergleiche [annualreviews.org, 2013](https://www.annualreviews.org/content/journals/10.1146/annurev-soc-071312-145704)). Für das Grundvertrauen in die Menschheit und das eigene Schicksal aber ist in den ersten Lebensjahren die Anwesenheit der Mutter notwendig. (Dies erklärt die Tendenz zum *autoritären Linkssein* in Patchwork-Familien-Gesellschaften: Man lernte nie Eigenverantwortung und Freude an der eigenen Leistung, man lernte nur Vertrauen ins System.) ## Gegen die höhere Ordnung Die kollektive Empörung zusammen mit all dem Unterdrückten in einer zunehmend anti-christlichen Gesellschaft mit einer gottlosen CDU an der Macht – all das hat seine Berechtigung. Doch gerade in ihrer Rechtfertigung verraten die Handelnden, dass sie *wissen*, dass und wie sie gegen höhere Ordnung handeln. Ich weiß nicht, ob man in der »CDU« schon davon gehört hat, aber die Bibel ist recht eindeutig: > Da schuf Gott den Menschen nach seinem Bilde: nach dem Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Weib schuf er sie. > > – Genesis 1:27 Ein Kind braucht Vater *und* Mutter, so ist es von Gott selbst vorgesehen. Mit wem legen sich also jene an, die sich ihre eigenen Vier-Personen-Konzepte basteln? Und hinsichtlich der Leihmutterschaft ist der Vatikan nicht weniger eindeutig. Die Glaubenskongregation hielt schon 1987 fest, Leihmutterschaft verletze das Recht des Kindes, »von den eigenen Eltern empfangen, ausgetragen, zur Welt gebracht und erzogen zu werden« ([Donum vitae](https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_19870222_respect-for-human-life_ge.html), II.A.3). Empfangen, ausgetragen, geboren, erzogen: vier Handlungen, die von den eigenen *zwei* Eltern durchgeführt werden sollen, nicht verteilt auf Eizellspenderin, Leihmutter und zwei wohlhabende Lebensdesigner. 2024 wurde das Dikasterium für die Glaubenslehre noch deutlicher und zitierte Papst Franziskus: > Ein Kind ist immer ein Geschenk und niemals ein Vertragsgegenstand. > > – [Dignitas infinita](https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_ddf_doc_20240402_dignitas-infinita_ge.html), Nr. 48 All das kümmert die »Christ«-Demokraten wenig. Und wir wissen spätestens seit dem Coronatheater – also der Zeit mit den Maskendeals –, wie viel oder wenig man in Berlin vom Grundgesetz hält. Also wird es für diese Gestalten womöglich ebenso überraschend wie egal sein, wenn es dort heißt: > Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft. > > – [Grundgesetz Art. 6, Abs. 4](https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_6.html) Ich weiß nicht, ob »quasi zur Familie« zu gehören und den Lebensweg ihres Kindes »begleiten« zu dürfen unter »Schutz und Fürsorge der Gemeinschaft« fällt. Ich weiß aber, dass Deutschland in geradezu abenteuerlicher Schieflage über dem Abgrund schwankt – und dass Teile von Deutschland moralisch längst abgestürzt sind. - [Man ließ uns spielen](https://dushan.org/essays/man-liess-uns-spielen/) Eine Zeit lang, einige Jahrzehnte lang, erlaubte man uns, etwas Freiheit zu spielen. Das ist uns nicht gut bekommen. Jetzt legt man uns Ketten an. Mal sehen, wie uns die Ketten bekommen werden. Eine Zeit lang, einige Jahrzehnte lang, erlaubte man den Leuten, etwas *Freiheit* zu spielen. Das bekam den Leuten nicht gut. Es ist 2026, und das EU-Regime kündigt mal eben den totalen Info-Lockdown an ([@vonderleyen, 13.7.2026](https://x.com/vonderleyen/status/2076578235568083069)). Derselbe Kontinent, der seine eigenen Kinder zu Hunderttausenden noch vor der Geburt töten lässt ([destatis.de, Stand 14.7.2026](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/Tabellen/02-schwangerschaftsabbr-wohnsitze-InundAusland-Quote-je1000geborene-zvab2012.html)) und die dennoch geborenen Kinder bewusst und ungeschützt der Gewalt aussetzt ([rbb24.de, 16.1.2026](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/01/cottbus-gewalt-grundschulen-wilke-freiberg-schick.html)), derselbe Staat will nun plötzlich die Kinder »schützen«, und zwar vor den »Sozialen Medien«. Es ist natürlich *Bullshit* auf dem geistig-moralischen Niveau eines Tagesschau-Ernstnehmers oder CDU-Wählers. Es ist totale Überwachung mit dem *einen* Ziel, abweichende Meinungen auf der Wegstrecke zwischen Gedanke und Internet zu stoppen. Im Ideal der Totalitären würden ja Gedanken bereits im Kopf des braven Bürgers von der inneren Schere gestoppt. Der dressierte Bürger soll seine abweichende Meinung schon im eigenen Kopf selbst zensieren, wie es 2018 der damalige Justizminister formulierte, »bevor er bei Facebook in die Tasten haut«. (siehe Essay [»Ironie 2018: Maas-Ministerium warnt vor Verfolgung kritischer Meinung in der Türkei«](https://dushan.org/essays/ironie-ist-tot/)) ## Demokratieschild gegen Desinformation Der totale Info-Lockdown auf EU-Ebene wird in Deutschland – anders war es kaum zu erwarten – von den Grünen praktisch begleitet. In inzwischen offener Übernahme und Weiterentwicklung der SED-Lingo will man einen »Demokratieschild gegen Desinformation« einrichten (siehe [bundestag.de](https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw28-de-demokratieschild-1192564) und [alexander-wallasch.de](https://www.alexander-wallasch.de/gesellschaft/ra-schmitz-zum-demokratieschild-gegen-desinformation-der-gruenen-das-ist-substanzieller-staats-faschismus)). Bislang genügte dem altneuen Totalitarismus ja die Androhung einer Straf-Hausdurchsuchung (ohne Anklage, Verfahren und Verteidigung), um ausreichend viele Bürger vom Falschdenk abzuhalten (siehe dazu [»Warum lachten die Staatsanwälte?«](https://dushan.org/essays/der-staat-lacht/)). Spätestens aber mit dem realen Szenario, dass eine demokratische Oppositions-Partei die totalitären Strukturen »Unserer Demokratie« durch Übernahme von Regierungsverantwortung auf Landesebene aufbricht, wird den Bösen bewusst, dass zu viele Menschen sich nicht einmal von Hausdurchsuchungen abschrecken lassen. (Zu Sachsen-Anhalt und AfD allerdings siehe [»Sachsen-Anhalt wird die letzte Entblößung sein«](https://dushan.org/essays/die-letzte-entbloessung/).) Was ist aber die Meinung, die man so sehr fürchtet? Es ist die verbotene Meinung, dass die christlich-weiße Kultur, welche die moderne Zivilisation erfand, zu überleben verdient. ## Vorreiter in die Lethokratie 2019 schrieb ich einen Text, der ist wohl der bislang *falscheste* meiner Texte auf der nach oben offenen Wegner-Skala. Er behandelt den Austritt Großbritanniens aus der EU und trägt den naiven Titel: [»Großbritannien wählt Freiheit«](https://dushan.org/essays/britische-freiheit/). Tatsächlich geht Großbritannien lediglich der EU voraus in die Lethokratie. Eine *Lethokratie* nenne ich die neue, typisch europäische Staatsform, in der die Zerstörung der eigenen Wirtschaft und Gesellschaft mit repressiven Methoden vorangetrieben wird. (Für nähere Erklärung siehe den Essay [»Lethokratie: Wenn der Staat gen Tod regiert«](https://dushan.org/essays/lethocracy/).) Die letzte Stufe der *Lethokratie* ist natürlich die Auflösung, wie der Körper des Menschen sich zuletzt »auflöst«, und dann bleiben lediglich ein paar »Knochen« übrig, und vielleicht ein paar Erinnerungen, als Inspiration in anderen, vorläufig nicht-toten Kulturen. Hat eine Nation eigentlich eine *unsterbliche Seele*, wie der Mensch? Wir finden uns heute in der wenig erbaulichen Situation wieder, dass sich bald täglich unsere einst »verrückten« und »verschwörungstheoretischen« Voraussagen erfüllen – und wir dennoch hilflos zusehen. Die Lethokratie ist lediglich die vorletzte Konsequenz der *politischen Korrektheit*, also der Leugnung von Widersprüchen zur Aufrechterhaltung von Harmonie-Illusionen. Doch auch das sahen wir voraus, ebenso richtig wie hilflos, *damals*, als *theoretisch* noch etwas zu ändern gewesen wäre, aber nicht *praktisch*; siehe [»Politische Korrektheit, ein Todeskult«](https://dushan.org/essays/politisch-korrekter-todeskult/) von 2019. ## Freiheit zu spielen Ja, man erlaubte uns, etwas *Freiheit zu spielen*. Jetzt will man *Ernst machen*. *Unser Traum* vom normalen Leben mag so fern sein wie nie; deren Traum von totaler Kontrolle ist für sie in Griffweite. Endspurt auf der Zielgeraden. Zu viele Schafe wurden auf dem Weg zur Schlachtbank zuletzt zu nervös und steckten andere Schafe an. Also will man ihnen das Blöken verbieten – natürlich zum *Schutz der Kinder* (die als nächstes dran sind). Ich verstehe *Freiheit* bekanntlich als jene Lage, in welcher der Mensch aus gutem Grund mit seinen Handlungsmöglichkeiten zufrieden ist. (Ich schrieb oft genug über Freiheit, extra definitorisch aber 2017 im Essay [»Was meinen Sie, wenn Sie ›Freiheit‹ sagen?«](https://dushan.org/essays/freiheit/).) Machen wir uns nichts vor: In irdischen Angelegenheiten sind wir *nicht* frei. Wir durften eine Zeit lang *»frei« spielen*, doch gewisse äußere Kreise fühlten sich von unserer Freiheit in *ihrer* »Freiheit« eingeschränkt. Ein Volk in Ketten, wie auch ein Mensch in Ketten, *kann* am Gemüt gebrochen werden. Doch bisweilen war es die gebückte Grundhaltung, die erst das Anlegen der Ketten überhaupt möglich machte. Die letzte Hoffnung der Völker Europas liegt darin, dass ihre Seele eben doch unsterblich ist – und dass sie dereinst eines neuen Lebens für würdig befunden werden. - [Der Mann ist unerwünscht](https://dushan.org/essays/der-mann-ist-unerwuenscht/) Ein Gillette-Werbeclip aus den 80ern wirkt heute wie »rechtsextreme Propaganda« – dabei zeigt er nur Männer, die Männer (und Väter) sein wollen. Es ist eine ferne, bessere Welt – die systematisch kaputtgemacht wurde. Ein Video aus den 80er-Jahren kursiert derzeit in den Sozialen Medien. Und *die Leute* – ich nicht ausgenommen – sind *geschockt*, sind *wehmütig*, sind *ratlos*. Es ist der knapp 1 Minute lange Werbeclip der Firma Rasierklingen-Gillette. Hier ist es, via YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=mgzHu3pxgG8 Wir sehen weiße Männer zwischen dreißig und vierzig Jahren. Schlank und sportlich. In Anzügen, im Business, im Sport. Erfolgreich oder um Erfolg kämpfend. Guter Dinge. Wir sehen ihre Frauen, die ihnen Mut machen. Eine Hochzeit – auch den stolzen Vater des Bräutigams. Einen Vater, der mit dem Sohn die erste Rasur spielt, während er sich rasiert – es ist schließlich eine Werbung für Rasierklingen. Das erste Auto. Schwimmen im Meer. Die Frau, die ihrem Mann in die Arme läuft – Mutmach-Musik und Zeitlupe. Und so weiter. Die Re-Postings dieses Videos werden begleitet von wehmütigen Kommentaren wie: »Es sieht aus wie rechtsextreme Propaganda, doch es ist bloß ein ganz-normaler Werbeclip aus den 80ern.« *Rechtsextrem* ist heute Sprach-Code für Werte, *die außerhalb des politisch Gewünschten* stehen. Perfekte Bebilderung bleibt der Anfang der Covid-Panik. Erst galt die Warnung davor als *rechtsextrem* und natürlich *rassistisch*, weil ja China involviert war. Dann sah man, welche Möglichkeiten das Virus für Freiheitsberaubung und Zerstörung der westlichen Gesellschaft bot, also wurde über Nacht um 180° umgeschwenkt: *Gefährlicher Rechter* war nun, wer davor warnte, auf die Meldungen überzureagieren. Ja, es *fühlt sich so an*, als würde es als »rechtsextrem« gebrandmarkt, wenn ein Mann eine glückliche Familie haben will. Wenn er in Job und Sport über sich selbst herauswachsen will. Wenn, um es so altmodisch wie präzise zu sagen, ein Mann auch wirklich ein *Mann* sein will. Wir haben das Gefühl, dass diese Werbung heute als »rechtsextreme Propaganda« gelten würde, weil höhere Mächte beschlossen haben, dass Männlichkeit politisch unerwünscht ist. Genau jene Werte und Tugenden, welche die weltweite Zivilisation erfand und erbaute, werden von Propaganda und Gehirnwäsche als »toxische Männlichkeit« abgetan. Der weiße Mann soll in der Ukraine oder in Russland sterben, sich optional zur Frau umoperieren lassen oder sich zumindest *mental* kastrieren und auf die nächste Pro-Regierungs-Demo gehen. Die träge Mehrheit wird lieber sterben und ihren Kindern ein Trümmerfeld hinterlassen, ehe sie es wagen, als *Außenseiter* gebrandmarkt zu werden. Nein, wir werden die 80er oder 90er nicht zurückbekommen. Es war eine gute Zeit. Ich habe die Erinnerung, auch wenn sie verblasst. Meine Kinder haben nur YouTube-Videos und unsere Erzählungen. Unsere Kinder kennen die Welt nur als Abfolge von Krisen, von denen sie *keine* verschuldeten – aber *alle* werden ausbaden müssen. Kurz vor der Corona-Panik veröffentlichte dieselbe Firma Gillette einen Werbeclip, in dem sie gegen »toxische Männlichkeit« hetzte: https://www.youtube.com/watch?v=UYaY2Kb_PKI Die *Guten* in dieser Anzeige sind zumeist *schwarze* Männer. Weiße Männer kommen fast nur als böse Bullies vor – oder als »bekehrte« Weichlinge, die in der Sprache grüner Kindergärtnerinnen daherplappern. ## Vor die 1968er Wie soll also ein Mann heute wissen, was ein Mann ist? Was, wenn sein Vater, so vorhanden, kein Vorbild sein kann, weil auch er von Feminismus und Propaganda, von Alter oder wirtschaftlich-sozialer Realität gebrochen ist? Wir werden auf der Suche nach der Männlichkeit zurückgehen müssen. Einige Jahrzehnte zurück. Ins letzte Jahrtausend. Vielleicht sogar noch vor die 1980er. Am besten noch vor die 1968er. Und dann schauen wir, was heute noch und wieder funktioniert – weil es über Jahrhunderte und Jahrtausende davor funktioniert hat. - [Die dritte Abstimmung](https://dushan.org/essays/eu-die-dritte-abstimmung/) Zweimal scheiterte die digitale Totalüberwachung – also stimmt die EU ein drittes Mal ab, diesmal an einem Sommertag, wenn genug Abgeordnete fehlen. Der perfide Trick: 314 waren dagegen, 276 dafür – doch die ca. 113 Fehlenden zählen de facto wie DAFÜR! Die EU-Diktatur zieht die Schlinge enger. Und sie *tut* nicht einmal mehr demokratisch. Weil die Totalüberwachung der digitalen Gespräche der Bürger in der europäischen Besatzungszone bei den ersten zwei Abstimmungen gescheitert war, setzte man für Donnerstag den 9. Juli im »Eilverfahren« eine dritte Abstimmung an. Das ist »Demokratie« nach EU-Art: so lange abstimmen lassen und Druck machen, bis es klappt und noch mehr Freiheit stirbt. ## Und es ist nicht lustig Ein folgenreiches Detail dieser »Abstimmung« zeigt die totale moralische Verkommenheit der EU: In diesem speziellen Verfahren muss die absolute Mehrheit der *Anwesenden* gegen die Position der EU-Kommission sein, aber leere Sitze werden de facto als »dafür« gewertet ([@OstseeObserver, 09.07.2026](https://x.com/OstseeObserver/status/2075210190987681922)). Tatsächlich haben 314 Stimmen *dagegen* gestimmt und nur 276 *dafür*, aber 314 ist nicht die absolute *theoretische* Mehrheit. Setze also eine wichtige Abstimmung über die zweite Lesung kurzfristig an einem warmen Sommertag an, wenn ein guter Teil im Urlaub ist, und du wirst als EU-Kommission *alles* durchbekommen. Die EU ist ihre eigene Parodie – und es ist *nicht* lustig. (Es erinnert mich ein wenig and die Joe-Biden-Vereidigung, als statt Wählern billige US-Flaggen »anwesend« waren. Geister-Feier nach Geister-Wahl? Ich lag leider richtig, als ich den Titel zum Essay darüber schrieb: [»Die Welt, wie wir sie kannten, ist vorbei«](https://dushan.org/essays/wie-wir-sie-kannten/). Ach ja, man seufzt.) Niemand glaubt aber wirklich, dass die EU-Bürokraten die diktatorischen Maßnahmen aus eigenem Antrieb entwickeln. Beobachter der Abstimmung berichten, dass ein unguter Teil der Abstimmenden keine Ahnung hatte, worüber sie abstimmten. ## So sagt er, und es trifft sich gut Der AfD-Abgeordnete *Peter Bystron* erklärt in einem auf X.com geposteten Video, welche US-Lobbyisten *wirklich* hinter dem EU-Überwachungs-Albtraum stecken könnten. Und es fällt der Name des US-Schauspielers *Ashton Kutcher*. Kutcher ist aber nicht »nur« Schauspieler. Er ist auch Investor und »Aktivist«. Er ist Aktivist gegen Kindesmissbrauch, so sagt er, und es trifft sich gut, dass er auch in Firmen investiert hat, welche die passenden Überwachungswerkzeuge verkaufen. Nun, Kutcher hat eine entsprechende NGO namens »Thorn« gegründet ([siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Thorn_(organization)). Und vielleicht auch relevant: Mit »Thorn« verbunden ist ein Startup namens »Safer«, das digitale Werkzeuge verkauft, die »toxic content« zensieren (siehe [thorn.org](https://www.thorn.org/blog/announcing-safer-built-by-thorn-eliminate-csam/), [stern.de, 12.5.2022](https://www.stern.de/digital/online/-chatkontrolle---warum-die-eu-ihre-nachrichten-lesen-will---und-was-ashton-kutcher-damit-zu-tun-hat-31854442.html) und [netzpolitik.org, 28.6.2023](https://netzpolitik.org/2023/chatkontrolle-eu-gesetzgebung-einfach-erklaert/)). Von außen betrachtet könnte man scherzen wollen, dass Herrn Kutcher an Kinderrechten etwa so viel liegt wie Herrn Gates oder Herrn Bourla an unserer Gesundheit. Es ist ein Geschäft. Die Mächte über uns, die sich wie einst die DDR unbedingt »demokratisch« nennen wollen, bauen ein digitales Gefängnis um die Bürger herum. ## Der Mahner viele Und jetzt eben, liebe Leser, habe ich euch gezeigt, wie es in der Geschichte immer wieder zu Diktaturen von DDR über UdSSR bis EU kommen kann: Der obige Abschnitt »Nun, Kutcher hat eine entsprechende NGO namens ›Thorn‹ gegründet« bis »bauen ein digitales Gefängnis um die Bürger herum« ist wortgleich aus einem Essay vom Juni 2023 übernommen, also 3 Jahre alt. (Der Titel ist: [»Was wird deine Gefängniswährung sein?«](https://dushan.org/essays/gefaengniswaehrung/).) Und ich war damals nicht der Einzige, der notierte, wie US-Lobbyisten sich mit EU-Bürokraten trafen, um die Werkzeuge zur Totalüberwachung zu verkaufen. Der Mahner waren viele – der Hörenden (zu) wenige. Und seitdem wurden die Verknüpfungen zwischen EU-Bürokratie und den US-Digitalkonzernen aktiv vertieft (siehe [@MartinSonneborn, 09.07.2026](https://x.com/MartinSonneborn/status/2075133155120460144)). Eine Tendenz fällt gerade an der EU auf: Technik, Staaten und Unternehmen werden von Männern *gebaut* und *gegründet*, aber es sind immer wieder gut vernetzte *Frauen*, welche in etablierten politischen Strukturen aufsteigen und die Länder dann an andere, weit mächtigere Männer verscherbeln. ## Es ist, wie es ist Ihr könnt an dieser Stelle den Essay abbrechen, und ich wäre halb gerechtfertigt. Nichts kommt überraschend. Es war bekannt – aber zu wenigen Leuten bewusst. Und wenn es ihnen bewusst war, hielt sich jeder für zu hilflos – und also lagen alle gemeinsam richtig. Die These bleibt: [Es ist, wie es ist, denn du lässt zu, dass es ist, wie es ist.](https://www.youtube.com/watch?v=9Eoix1Kpe7w&list=RD9Eoix1Kpe7w&start_radio=1) Ja, es gibt auch heute Protest und Widerstand. Etwa Journalisten in der *alten* Bedeutung des Wortes, welche die NGO-freundlichen Schlägerbanden fürchten müssen ([apollo-news.net, 8.7.2026](https://apollo-news.net/das-ende-der-zivilisation-so-haben-wir-die-hetzjagd-in-erfurt-erlebt/)). Oder Protestierende, die Baal-Statuen vor der US-Botschaft verbrennen. Meine persönliche Form des *praktischen* Protestes ist der *innere Umbau*. Es ist, wie es ist, auch weil ich *bin*, wie ich bin. Wie ihr wisst, baue ich als mein »Werkzeug zur inneren Renovierung« die App mit lateinischen Gebeten. [Ladet die erste Version für iPhone herunter](https://apps.apple.com/app/latin-prayer/id6756076831), oder [testet die Beta-Version für Android](https://latinprayer.org/de/beta-test/?groups=beta-android)! - [Testen, wenn die Welt kollabiert](https://dushan.org/essays/die-welt-kollabiert/) Meldung nach Meldung erfahren wir, dass die Welt um uns her zusammenbricht. Was tun? Wohl dem, der einen Innenhof hat, wo er in Sicherheit ist – für den Moment. Was aber ist mit dem »inneren Innenhof«? Muss der denn nicht verteidigt werden? Ich schlage die BILD auf, und mit »ich schlage auf« meine ich natürlich: Ich rufe *bild.de* auf. Exakt in diesem Moment (also als ich diesen Text zu verfassen begann), fallen mir live *diese* Schlagzeilen ins Auge: - *Alarm in Bremen: Tribüne im Weserstadion eingebrochen* ([bild.de, 8.7.2026](https://www.bild.de/sport/fussball/tribuene-im-weserstadion-eingebrochen-alarm-bei-werder-bremen-6a4e4ee926384a0457a32260)) - Bayern: Täter kam mit Messer und Pistole zur Schule – Amok-Alarm an Gymnasium! 2 Mädchen (13) schwer verletzt ([bild.de, 8.7.2026](https://www.bild.de/news/eilmeldung-4-schwerverletzte-grosseinsatz-an-gymnasium-in-bayern-6a4e37e043b7fd51850021bb)) - Präsident Donald Trump warnt: USA werden Iran kommende Nacht „hart“ angreifen ([bild.de, 8.7.2026](https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/trump-usa-werden-iran-kommende-nacht-hart-angreifen-6a4e4ca4bb0cf80de56a25a8)) Das war ein Teil der Ernte mit nur *einmaligem* Drüberschauen, gerade eben. Bei *Werder Bremen* denke ich an die Meldungen von 2018, als der Vereinschef gegen die Oppositionspartei AfD hetzte ([haz.de, 9.10.2018](https://www.haz.de/der-norden/werder-bremen-erwaegt-dauerkarten-entzug-fuer-ausgetretene-afd-anhaenger-FIN7GOMGNOXZJMFKXDF4GO63JE.html)). Jaja, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Es waren Bauarbeiten, bei denen das Stadion beschädigt wurde. Kann mal passieren. Und doch fühlt es sich nach »nichts funktioniert mehr« an. Die Horrormeldung aus Bayern ist von der Art, bei der man sich fragt, ob diese Gewaltorgie dieselbe ist wie die, von der man erst heute morgen las, oder schon wieder eine andere. Und die Meldungen zum Krieg lassen immer mehr Leute fragen, ob es womöglich einfach nur darum geht, möglichst viel Schaden anzurichten, möglichst viele Menschen sterben zu lassen. Denn *gewinnen* wird dort (oder in der Ukraine) niemand. Es sind womöglich makabre Zen-Kriege: Der Weg ist das Ziel. ## Und ihre Geistesgenossen Ihr wisst, dass ich unendlich viele dieser Meldungen zitieren könnte. Von Fluchtfahrzeugen und von Bandenkriegen und von abgesagten Filmfesten »wegen bestimmter Besuchergruppen«. Ihr wisst es, ich weiß es, die Täter hinter den Tätern wissen es genauso – nur die *Omas gegen Rechts* und ihre Geistesgenossen wissen es nicht. Sprechen wir es *wieder* aus: Die Welt, die wir kannten, kollabiert um uns her. Es wird sich nicht »wieder einrenken«. Der Verdacht ist plausibler als sein Gegenteil, dass das Ausgerenktsein genau so gewollt ist – oder sogar geplant. Dann würde gelten: Es läuft nach Plan, aber eben nicht *deinem* oder *meinem* Plan. ## Das Lied der Innenhöfe Ich habe vor Jahren, im Jahr 2018, den Essay [»Das Lied der Innenhöfe«](https://dushan.org/essays/das-lied-der-innenhoefe/) geschrieben, und 2020 dann [»Das Lied der Innenhöfe (zweite Strophe)«](https://dushan.org/essays/lied-der-innenhoefe-neue-strophe/). In Letzterem hieß es: > Wohl denen, die einen schön eingerichteten Innenhof haben – wohl denen, die überhaupt einen Innenhof ihr Eigen nennen! > > – Essay vom 14.3.2020 Ein Innenhof ist ein *geschützter* Ort. Ganz egal, was draußen passiert, zumindest für diesen Abend sind du und deine Lieben geschützt. Ein *Innenhof* ist ganz besonders ein Ort, der *draußen und doch nicht draußen* ist. Im Innenhof kannst du *die Welt* erleben, ohne wirklich *in der Welt* zu sein. Ja, auch ich denke hierbei daran: Wir leben *in der Welt*, doch »gehören nicht zur Welt« (Johannes 17:14–16). Was aber, wenn jemand keinen *Innenhof* hat, um seinen Leib und seine Güter zu schützen? Nun, ich kann euch nicht geben, was ich nicht habe – wo es mir nicht viel anders geht als dem Menschensohn (Matthäus 8:20). ## Der innere Innenhof Aber ich kann mit euch eine andere Frage angehen. Die Frage nach dem *anderen* Innenhof. Die Frage nach dem *inneren* Innenhof. Mein »innerer Innenhof« ist bekanntlich das *lateinische Gebet*. Und wie ihr wisst, habe ich eine App dazu gebaut: *[Latin Prayer](https://latinprayer.org/)*. Seit Wochen arbeite ich aber an der nächsten Version. Mit vollständiger Bibel, Beichthilfe und vielen technischen Optimierungen. Und eine der häufigsten Bitten wird erhört: Die nächste Version wird auch für **Android** verfügbar sein! Ich habe die letzten Wochen härter gearbeitet als je zuvor in Dushangedenken, zuletzt 14 Stunden täglich. Wir sind *fast* soweit, und ihr könnt mir *praktisch* helfen, uns über die Zielleine zu bringen. Wenn du die *Latin Prayer App* vorab testen möchtest, trage dich bitte in die *Beta-Tester-Liste* ein — je nach Gerät: [für Android hier](https://latinprayer.org/de/beta-test/?groups=beta-android) oder [für iPhone / iOS hier](https://latinprayer.org/de/beta-test/?groups=beta-ios). (Ja, die Liste ist auf Englisch, aber die App ist dann wieder optional deutsch.) Ich werde euch dann bei Google als Tester eintragen (oder euch den iPhone-Testflight-Link schicken) und mich bei euch melden. Ja, es zerbricht und zerfällt gerade alles um uns her, wie die Tribüne im Bremer Fußballstadion. Ich biete euch das beste Werkzeug an, das ich kenne – und das nach meinem Wissen das *einzig wirksame* ist –, um zumindest den *inneren Innenhof* zu verteidigen. - [Ihr selbst geht ja nicht hinein](https://dushan.org/essays/ihr-selbst-geht-ja-nicht-hinein/) Seien wir ehrlich: Jesus würde heute nach § 188 StGB angeklagt. Doch Judas hätte zuvor eine NGO gegründet, die Jesus extra viel »Hass und Hetze« nachweist. (Und Judas hätte auch weit mehr als 30 Silberlinge kassiert – für »Demokratieförderung«.) Jesus hätte heute nach [§ 188 StGB (»Majestätsbeleidigung«)](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__188.html) so richtig [Ärger mit der Staatsanwaltschaft](https://dushan.org/essays/der-staat-lacht/). Die Polizei käme bei Ihm zur Hausdurchsuchung vorbei, wenn Er denn ein Haus hätte! (Ihr wisst ja, Matthäus 8:20: »Die Füchse haben Gruben und die Vögel des Himmels Nester; der Menschensohn aber hat keine Stätte, wo er sein Haupt hinlegen kann.«) ## Du, der Bock Man muss sich Judas etwa wie eine heutige »NGO« vorstellen und als NGO-Finanzierung die 30 Silberlinge der Hohepriester (Matthäus 26:14-15). Die Regierung braucht einen Sündenbock für ihre Sünden. Die NGO liefert als Sündenbock *dich*, weil du eben auf diese Sünden hingewiesen hast. Ähnlich wie die Sünderin, die genau jene steinigen wollten, welche die Sünde mit ihr begangen haben (Johannes 8), wollen sie auch dich steinigen – und sie haben diesmal *keine* Hemmungen, den ersten und jeden folgenden Stein zu werfen. Eine NGO, die Jesus verrät, fände sich auch heute. Und statt Kreuzigung fiele denen heute bestimmt etwas anderes ein, ein explodierendes Mikrophon vielleicht? Und *warum* würden sie Ihn beschuldigen *Hass und Hetze* zu verbreiten, ein Rechtsextremer zu sein und Antisemit sowieso? ## So scham- wie maskenlos Vielleicht wegen Drohungen wie dieser: > Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr verschließt das Himmelreich vor den Menschen. Ihr selbst geht ja nicht hinein, laßt aber auch die nicht hinein, welche hineingehen wollen. > > – Matthäus 23:13 Jesus wirft den mächtigen Moralisten (oder: moralisierenden Mächtigen) vor, Gesetze zu erlassen, an die sie sich selbst nicht halten, also *Heuchler* zu sein. Ich fühle mich erinnert ans [»Coronatheater«](https://dushan.org/essays/coronatheater/). Die Ach-so-Wichtigen trafen sich zu einem geselligen Abend, so scham- wie maskenlos – während uns, dem Pöbel, die Masken von der Polizei ins Gesicht geprügelt wurden. Doch es geht nicht *nur* um »gewöhnliche« Heuchelei, die ein geradezu typisches Kennzeichen der menschlichen Natur ist. Eltern verbieten ihren Kindern so manches, was sie sich selbst erlauben, und für die Differenz finden sich auch stets vernünftige Gründe. ## Des allgemeineren Verständnisses *Diese* Heuchelei ist von einer *heilsgefährdenden* Dimension! Nicht nur verschließen sich diese Mächtigen *selbst* das Himmelreich, denn ihre Werte und Ziele sind denkbar *weltlich*. Ich denke heute leider auch im spirituellen und christlichen Rahmen daran. Doch lasst mich des allgemeineren Verständnisses halber heute über allgemeine Moral sprechen! Wir erleben heute so manchen »Journalisten« und »Kunstschaffenden«, der ganz offen jede Moral abgelegt hat, für den der Bezug zur Wahrheit ein zufälliger ist, der für ein paar Redehonorare oder schlicht für eine vermeintliche Nähe zur Macht, um es *auf Deutsch* zu sagen: *seine Seele verkauft hat*. ## Nicht per se zu schmal Das Problem ist aber natürlich weit größer! Nein, nicht jeder Mensch wurde als jemand geboren, der immer erst mal prüft, was dagegen spricht (als [»Contrarian«](https://dushan.org/essays/contrarian/) also). Manche Leute, wohl die *meisten*, streben nach Harmonie und wollen gern vertrauen, also glauben sie erst mal den Moralisten aus Funk und Fernsehen. Sicher, eine Gesellschaft, in der niemand gesetzte Wahrheiten hinterfragt, oder in der das Hinterfragen hart bestraft und unmöglich gemacht wird, so eine Gesellschaft wird sich wahlweise übel verlaufen oder zum geistigen Stillstand kommen (oder natürlich beides). Eine Gesellschaft aber, in der *alle* Menschen wirklich jederzeit alle Autoritäten hinterfragen, wird auch nicht funktionieren! Wenn der Säbelzahntiger den Stamm angreift, dann muss jemand die Flucht oder den Gegenangriff befehlen, und die Leute müssen gehorchen, sonst war’s das mit dem Stamm und seinen Genen. Menschen brauchen eine Instanz, die sie zur Kooperation anleitet (und sie zumindest davon abhält, einander die Kehlen zu öffnen). Selbst wenn die Menschen eine *höhere* Instanz zur Anleitung wählen, so brauchen sie doch eine irdische, greifbare Instanz, die das Höhere aufs Konkrete anwendet. Das Problem ist nicht, dass jemand über uns herrscht, das ist die Natur jeder funktionierenden Ordnung. Das hier verhandelte Problem kommt auf, wenn Gestalten über uns herrschen, die dafür schlicht nicht über die notwendige moralische Reife verfügen – weil ihr eigenes Wohlbefinden ihnen ihre *[relevanteste Struktur](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)* ist. (Zumindest wenn wir mit »notwendig« meinen, dass ihre Herrschaft dem gemeinsamen Überleben und zugleich dem individuellen Glück dient.) Frei nach einer [makabren Beobachtung von Norm Macdonald](https://www.youtube.com/watch?v=ljaP2etvDc4): Nicht dass sie heucheln, ist das größte Problem, sondern dass sie uns zwingen, zu tun, als sei ihre Heuchelei eben keine. Oder auf religiöses Personal angewandt: Nicht nur gehen sie *selbst* nicht ins Himmelreich ein, sie verschließen den Himmel auch noch für die, die durchaus hineingehen wollen. Mancher *[Freie Denker](https://freiedenker.de/)* beklagt mit Recht die Verengung des *Overton-Fensters*. Damit meint man, [so Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Overton-Fenster), »den Rahmen an Ideen, die im öffentlichen Diskurs bzw. im aktuellen Klima der [öffentlichen Meinung](https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentliche_Meinung "Öffentliche Meinung") als politisch akzeptabel« gelten. Es muss aber auch gesagt werden dürfen: Nicht das *Overton-Fenster* ist unser größtes Problem, sondern der *Moral-Boden*. Mit *Moral-Boden* meine ich: Was ist das Minimum an Moral (also: Uneigennützigkeit, Güte, Weisheit et cetera), das wir von denen abverlangen, die über uns herrschen? Warum treten Politiker nach Skandalen denn nicht mehr aus Scham zurück? Weil sie keine Scham kennen. Weil wir keinen Moral-Boden gezogen haben, und diese Bodenlosigkeit deren Schamlosigkeit möglich macht. Das Overton-Fenster ist nicht per se zu schmal; es ist eher *drastisch verschoben*. (Wahrheit und Klugheit sind verboten, Lüge und Dummheit werden mit Posten und [Journalismuspreisen](https://dushan.org/essays/journalismus-mit-haltung/) belohnt. Und doch ist das nur die *Folge* jenes größeren Missstands.) Nicht dass wir zu wenig sagen dürfen, ist das Problem. Das ist wahr, doch es ist erst die Folge davon, dass wir einen viel zu niedrigen Moral-Boden für unsere Mächtigen akzeptieren. Ob nun weil sie buchstäbliche Satanisten sind oder schlicht an nichts außer ihren irdischen Vorteil glauben: Wir werden von Mächten beherrscht, die nicht nur für sich selbst das Himmelreich abgeschrieben haben, sondern dieses auch für uns alle verrammeln wollen (in wessen Auftrag auch immer). ## Weit besser zu ertragen Was also tun? Nun, wenn du die Wahrheit sagst und das Himmelreich anstrebst, werden sie dich auf die eine oder andere Art kreuzigen. Oder einfach so [lange in den Kerker werfen, ohne Anklage](https://dushan.org/essays/ballweg-der-mann/). Der erste christliche Märtyrer, der [Heilige Stephanus](https://latinprayer.org/de/saints/saint-stephen/), wurde etwa *gesteinigt* (Apostelgeschichte 7:57-60). Warum sollte es dir besser ergehen? [Jeder muss gesteinigt werden](https://youtu.be/lu9IQHxsrDU?si=UkF6V0CQjynYCMQ-), wusste schon Bob Dylan, und es gibt Zeiten und Zustände, so habe ich gehört, die sind gesteinigt weit besser zu ertragen. Die Frage ist nur, ob es die Pharisäer und ihre willigen Helfer sind, die dich steinigen – oder dein Gewissen, das dir selbst Zeuge und Ankläger ist (Römer 2:15). - [Durch meine übergroße Schuld](https://dushan.org/essays/confiteor/) Wenig ist schmerzhafter, als sich öffentlich zu seinem Versagen zu bekennen. Und wenig ist so reinigend, so befreiend – so wichtig. (Aber wer traut sich das schon. Man macht sich ja angreifbar!) Wann hast du … nein, halt, ich sollte mich selbst fragen: Wann habe *ich* mich zum letzten Mal öffentlich zu meinem eigenen Versagen bekannt? Sicher, *heimlich* ärgert mich so mancher Fehler. Und in der Beichte bekenne ich mich zu meinem Versagen. Doch würde ich es wagen, mich *öffentlich* zu bekennen, komplett *versagt* zu haben? »Ich bekenne öffentlich« auf Latein lautet »confiteor«. Und ja, wir reden hier vom *Confiteor* der [Alten Messe](https://latinprayer.org/de/mass/). [Der Priester sagt das *Confiteor*](https://latinprayer.org/de/mass/#praeparatio-confiteor-sacerdotis), und wenn wir es einmal verstehen, wird es auch *uns* verändern. ## Mit neuer Kraft Zuvor erklärte der Priester [Introíbo ad altáre Dei (Essay, Dushan Wegner)](https://dushan.org/essays/introibo-ad-altare-dei/), und wir bestätigten ihm, dass Gott seine Kraft und Jugend dafür sicherstellen wird. In vielen traditionellen Pfarrgemeinden wurde danach der *ganze* Psalm 42 gesagt. Dann Doxologie (»Ehre sei …«), nochmal *Introíbo*, dann *Adjutórium nostrum* (»Unsere Hilfe …«). Was aber tut der Priester, nachdem er mit neuer Kraft und Jugend zum Altar des Herrn trat? Der Priester bekennt seine Schuld und Sünden! ## Das berühmteste Schuldgeständnis Confíteor Deo omnipoténti: Ich bekenne dem allmächtigen Gott. Der Priester bekennt seine Sünden vor dem allmächtigen Gott (Deo omnipoténti), vor der seligen, ewigen Jungfrau Maria (beátae Maríae semper Vírgini), dem seligen Erzengel Michael (Micháeli Archángelo), Johannes dem Täufer (Joánni Baptístae), den heiligen Aposteln Petrus und Paulus (sanctis Apóstolis Petro et Paulo), aber eigentlich alle Heiligen (ómnibus Sanctis) – und dazu: vor uns, welche der Priester seine *Brüder* nennt (et vobis, fratres). »quia peccávi nimis cogitatióne, verbo et ópere«, bekennt der Priester: dass ich viel gesündigt habe, in Gedanken, Worten und Taten. Der Priester spricht es *allein*. Vorm allmächtigen Gott, vor den einzeln genannten Heiligen und vor uns, seinen Brüdern. (Eine Notiz, jetzt und ab hier nicht mehr zu oft: Vieles hier Gesagte *fehlt* in der Vatikan-II-Messe, und zwar einige der wichtigsten und erhabensten Gebete. Ich werde es nicht immerzu wiederholen. Es muss nicht immerzu betont werden, dass es in der Sonne heller zugeht als im Schatten.) Mit dem Gesicht zum Altar also gipfelt das Bekenntnis des Priesters in das berühmteste Schuldgeständnis der Geschichte: **mea culpa, mea culpa, mea máxima culpa**. Das bedeutet: durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine übergroße Schuld. Der Priester bittet nun all diese Genannten, die Heiligen und uns, seine »Brüder«, dass wir für ihn bei unserem gemeinsamen Gott beten (oráre pro me ad Dóminum Deum nostrum). ## Reiner als Sonnenstrahlen Unsere Vorväter wussten, warum sie diese komplexe und auf gewisse Weise selbst-demütigende Prozedur einrichteten. Der Priester, der das Kreuzesopfer nachvollziehen wird, soll »reiner als die Sonnenstrahlen selbst« sein ([Chrysostomos](https://www.newadvent.org/fathers/19226.htm#:~:text=purer%20than%20the%20very%20sunbeams)). Der Priester muss mit Galater 2:20 sagen können: »So lebe also nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir.« Die Ministranten antworten, indem sie um die Gnade des allmächtigen Gottes für den Priester flehen (Miseréatur tui omnípotens Deus). Dann sagen sie ihr *eigenes* Confiteor. Es ist wortgleich, aber statt an die »Brüder« (fratres) ist es an den Priester als Vater (pater) gerichtet. Der Priester antwortet schließlich den Ministranten mit dem *Miseréatur vestri* und bittet um deren Lossprechung. Es folgt ein zweites, eigenes Gebet (Indulgéntiam, absolutiónem, et remissiónem). Der Priester bittet darin um Nachlass, Absolution und Vergebung unserer Sünden. ## Dieses öffentliche Geständnis Und dann, erst und endlich, beginnt der *Aufstieg* zum Altar. Nein, ich werde hier nicht allzu lang lamentieren, wie viel verloren ging und wie sehr es der *Welt* schadete, als all diese wichtigen Vorbereitungen zusammengekürzt wurden – doch versteht bitte meinen Schmerz. Ich freue mich darüber, dass es sie noch gibt, die Alten Messen, wo der Priester allein, mit Ministranten an der Seite uns im Rücken, sich ausgiebig vorbereitet, um rein genug zu sein, an den Altar zu treten. Und ich weiß, dass es Menschen verändert, an diesen Vorbereitungen und dann am Opfer teilzuhaben. Diese wichtigen Gebete ändern Menschen, dieses öffentliche Geständnis macht die Menschen *stark* gegen die großen und kleinen Stürme, und das verärgert die *Gegenseite* sehr. Ja, es kommen neue Stürme auf uns zu. Wohl dem, der vorbereitet ist. Es zeigt sich, dass die Vorbereitung auf die kommenden Stürme viel gemeinsam hat mit der Vorbereitung auf den Aufstieg zum Altar. Schön, dass wir uns dann auch schon an den folgenden Versen erfreuen dürfen, am Beginn des Aufstiegs zum Altar: Deus, tu convérsus vivificábis nos – Du, o Gott, wirst dich uns zuwenden und uns beleben. - [Introíbo ad altáre Dei](https://dushan.org/essays/introibo-ad-altare-dei/) Es waren vier lateinische Worte, gestrichen 1965, und der Westen begann, bergab zu gehen. Okay, vielleicht übertreibe ich ein wenig. Aber wenn, dann hatten der Niedergang und die Streichung zumindest eine gemeinsame Ursache. Gleich vorab, transparent und ehrlich: Ich schreibe hier und heute über *meine* Interpretation, *mein* Gefühl an *diesem* Schnittpunkt von Raum und Zeit. Es ist der Bericht aus dem Inneren, über eine … ach, lasst uns hineingehen! Es ist ja ein simpler Satz, vier kurze Worte: **Introíbo ad altáre Dei.** Im Folgenden will ich die These vorlegen, dass anhand dieser simplen vier Worte der Niedergang des Westens abgeleitet werden kann. Genauer: aus dem *Fehlen* dieser Worte und dem daraus resultierenden Fehlen ihrer Wirkung. Der Westen ist müde und verwirrt und die Menschen gehen kaputt. Und es hat mit diesen vier Worten zu tun. Doch nicht *alles* ist verloren – lasst mich erklären! ## Ich gehe hinein »Introíbo ad altáre Dei« bedeutet wörtlich etwa: *Ich gehe hinein zum Altar Gottes.* Es ist ein Auszug aus Psalm 42 und wird in der *[Praeparatio der Alten Messe](https://latinprayer.org/de/mass/#praeparatio)* gesprochen. »Das Introíbo« wurde 1570 in der Liturgie von Pius V fixiert – und 1965 wurde es von *Annibale Bugnini* ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Annibale_Bugnini)) wieder herausgeschnitten. Also recht genau zu der Zeit, als es mit dem Westen rapide bergab zu gehen begann. Es lässt sich leicht verteidigen, dass das meiste dessen, was (noch) an und in der Welt funktioniert, in christlichen Zeiten und Gegenden entwickelt wurde. Mit *christlich* meinen wir *katholisch*, und wenn in Filmen eine katholische Messe gezeigt wird, ist es meist eine Messe, in der noch das Introíbo gesagt wird. Das ist bis heute der Prototyp von Kirche. ## Zu Füßen des Kreuzes Die Messe ist nach katholischem Verständnis (auf metaphysische Weise) *identisch* mit dem Kreuzesopfer. Wer an der Messe teilnimmt, steht zu Füßen des Kreuzes auf Golgatha. (Das erklärt, warum die Menschen, als sie das noch wussten und glaubten, sich in den *Sonntagsstaat* warfen.) Das Kreuzesopfer Jesu ist die Erfüllung der Opferrituale, mit denen die Priester im Alten Testament auf dieses größte und letzte Opfer hinwiesen. Das Opferlamm ist zugleich der Hohepriester, in der Messe vertreten durch einen Priester aus Fleisch und Blut, während Brot und Wein zu Fleisch und Blut des Lammes werden. So wie der Priester im Alten Testament sich innerlich auf die Opferhandlung vorbereitete, bereiten die Einstiegsverse und Psalmen den Priester auf Opferhandlungen und also die Eucharistie vor. ## Auch unsere Aufmerksamkeit Der Priester steht (in der Alten Messe) mit dem Gesicht nach *vorn* gerichtet, er schaut aufs Kreuz *und* nach Osten, zum Tod *und* zur Wiederauferstehung: *ad orientem*. Er vollzieht das Opfer, das eben auch *für uns* dargebracht wird. »Ich nähere mich dem Altar Gottes«, sagt der Priester in der Vorbereitung des Sakraments, und er tut es an unserer Stelle. Das Sakrament (eine zeichenhafte Handlung mit realer Wirkung) braucht zur *Form* und *Materie* auch die rechte *Absicht* des Ausführenden. Wenn der Priester sich in Worten bewusst wird, dass er *vor dem Altar* steht, bündelt dies auch *unsere* Aufmerksamkeit und Absicht. Jaja, ein Sakrament kann auch gültig sein, wenn die Aufmerksamkeit und Absicht etwas straucheln oder etwa zu einem früheren Zeitpunkt vorlagen (letzte Ölung). Doch den größten spürbaren Segen wirst du erfahren, wenn du mit »ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte« – mit dem Priester – nach vorn und auf »den Altar« ausgerichtet bist. ## Wir üben es nicht *Introíbo ad altáre Dei* – ich werde mich dem Altar des Herrn nähern. Wir übten uns einst darin, am Fuß des Altars zu stehen und dann hineinzugehen. Wir üben es nicht mehr – und die Ergebnisse sind schrecklich greifbar. Eine Gesellschaft, in der bisweilen nicht einmal die Priester sich als »am Altar des Herrn« stehend wahrnehmen, ist eben eine Gesellschaft *fern* vom Altar des Herrn. Die Menschen sind vom Altar weggetreten, die Erinnerung wurde ihnen aus der Liturgie gestrichen – und wenn es richtig übel lief, haben sie dafür [Hühner in Windeln](https://www.youtube.com/watch?v=AHbfHf8hPlw) und [LGBTQ-Messen](https://www.youtube.com/watch?v=ch9vjhMgG2M) bekommen. Es ist alles so ermüdend, und bösen Kräften könnte es durchaus nützlich sein, dass es *ermüdend* und *verwirrend* und *traurig* ist. Eine verwirrte, müde, ruhe- und gottlose Gesellschaft ist leichter zu steuern und leichter am (teils buchstäblichen) Nasenring durch die Manege ihrer Zeit zu führen. Woher also soll uns neue Kraft kommen, neue Jugend und Frische? ## Die Freude meines Jubels Nun, [die Liturgie](https://latinprayer.org/de/mass/#praeparatio), aus Psalm 42:4 der Vulgata Clementina zitiert, lässt uns dem Priester antworten: »Ad Deum qui lætificat juventutem meam«. Das heißt wörtlich etwa: »Zu Gott, der meine Jugend fröhlich macht.« Ja, wir erinnern den Priester daran – egal, ob er 28 oder 82 Jahre alt ist –, dass eben der Gott, an dessen Altar er tritt, darin und dabei seine *Kraft* und *Jugend* neu erweckt. Statt *juventutem* steht im originalen Hebräisch ja **שִׂמְחַת גִּילִי** (simchat gili), was wörtlich »Freude meines Jubels« bedeutet. Wir spüren es ja in den Knochen, wenn wir innehalten und ehrlich sind; wir vermissen beide, die Freude unseres Jubels wie auch die Kraft unserer Jugend. Wir vermissen sie jeder einzeln, und wir vermissen sie alle zusammen. Was also tun? Unsere Väter kannten einen Weg, und ich höre, dass der noch immer an sein Ziel führt (und zwar so zuverlässig, dass gewisse Autoritäten ihn versperren und verbieten wollen): **Introíbo ad altáre Dei.** - [Durch welche Kraft oder in welchem Namen](https://dushan.org/essays/in-nomine/) Es ist schon erstaunlich, wie aggressiv manche Leute werden, wenn man sich heute öffentlich zum Christentum bekennt, etwa durch ein öffentliches Kreuzzeichen. Ihr wisst schon: Im Namen des … Ein Fußballspieler schießt ein Tor, und wenn er Süd-Europäer oder Süd-Amerikaner ist, dann kann es vorkommen, dass er das Kreuzzeichen macht und ein Dankeschön gen Himmel schickt. Warum eigentlich? Was *bedeutet* es? Sicher, wir werden es wohl hinbekommen, auch ohne tägliche Übung, die begleitenden *Worte* aufzusagen: »In nómine Patris, et Fílii, et Spíritus Sancti.« Wir sprechen es in der Messe, am Anfang, in der [Praeparatio](https://latinprayer.local/de/mass/#praeparatio): »In nómine Patris, et Fílii, et Spíritus Sancti. Amen.« Das bedeutet übersetzt: »Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.« Wir merken natürlich den Singular im Taufbefehl: »Im Namen«, nicht »in den Namen«. *Ein* Name, *drei* Personen. Das Stichwort ist natürlich *Dreieinigkeit* – ein Riesenthema, das ich hier heute nur streife. Ich rede über die Einordnung davor. ## Eine Formel als Zuhause Was bedeutet »im Namen« eigentlich? Kein Zweifel, es klingt irgendwie schön, das zu sagen. Wir haben es so häufig gehört, dass es sich vertraut anfühlt. Eine Formel als Zuhause. Warum aber sagen wir nicht zum Beispiel »in Gegenwart von« oder »Wir preisen«? »Im Namen« ist (hier) zunächst eine Frage der *Zugehörigkeit* und *Autorität*, und Apostelgeschichte 4:7 lässt uns die (damalige) Bedeutung spüren. Im [Kapitel zuvor](https://latinprayer.org/de/bible/acts/3/) hatten die Apostel Petrus und Johannes einen Lahmen geheilt, dazu die Vergebung der Sünden und die Botschaft Jesu Christi gepredigt. Am nächsten Tag werden sie von den jüdischen Verantwortlichen gefragt: »Durch welche Kraft oder in wessen Namen habt ihr das getan?« Es ist eine Frage nach Vollmacht, und sie antworten: > In der Kraft des Namens Jesu Christi von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott aber von den Toten auferweckt hat – ja, durch dessen Namen steht der Mann hier gesund vor euch. > > Apostelgeschichte 4:10 Die Machthaber begreifen die Kraft dieses Namens, und damit »die Kunde davon sich nicht noch weiter unter dem Volk verbreitet«, wollten sie ihnen »ernstlich gebieten, in Zukunft zu keinem Menschen mehr unter Nennung dieses Namens zu reden.« (Apostelgeschichte 4:17) Nicht die Apostel waren von den Mächtigen gefürchtet, sondern der, in dessen Namen sie handelten. ## Gehorchen, aber aus Liebe Der Christ, ob Erwachsener oder Kind, wird *auf* den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft. Derselbe Name, aber andere Funktion: *auf*. *Im* Namen bedeutet Vollmacht und Auftrag, immer wieder neu, doch *auf* den Namen bedeutet *Adoption* – getauft, um *Kind* und *Sohn* zu sein. Paulus ist hier eindeutig, fast schroff: > Weil ihr jetzt aber Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen gesandt, der da ruft: ›Abba, (lieber) Vater!‹ Mithin bist du kein Knecht mehr, sondern ein Sohn; bist du aber ein Sohn, so bist du auch ein Erbe durch Gott. > > – Galater 4:6-7 Wir handeln und leben *im* Namen, also mit der Autorität der Dreifaltigkeit. Doch »nur« *mit Autorität* zu handeln, das kann auch der Knecht oder Sklave. Knecht und Sklave gehorchen, weil sie gehorchen *müssen* – und bleiben Fremde im Haus ihres Dienstherrn. Auch der Sohn gehorcht, so er ein anständiger Sohn ist und die Anordnungen des Vaters angemessen sind. Doch er gehorcht aus Liebe und Zugehörigkeit – und der Vater vererbt ihm das Haus, aus denselben Gründen. *Im* Namen bedeutet Auftrag und *auf den* Namen bedeutet Kindschaft statt Knechtschaft, im Geist von Römer 8:15: »Ihr habt ja nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, um euch aufs neue der Furcht hinzugeben, sondern den Geist der Kindschaft habt ihr empfangen, in welchem wir rufen: ›Abba, Vater!‹« ## Nicht von der Formel allein Der Fußballspieler im Moment der Freude, der Alltagsmensch, der plötzlich hilflos einer Gefahr gegenübersteht, der andere, der den Dank für das Abendessen sagt – keiner von ihnen macht mit dem Kreuzzeichen eine Unterwerfungsgeste. Er bestätigt eine Zugehörigkeit, die älter ist als sein eigenes Verstehen: Ich gehöre in dieses Haus, ob ich es gerade begreife oder nicht. Mancher Mensch hat den Verdacht, dass das Kreuzzeichen »auch dann wirkt, wenn man nicht daran glaubt« – aber *eigentlich* kann das nicht sein! Theologisch betrachtet ist das Kreuzzeichen samt seinen Worten nämlich ein *Sakramentale* (wie etwa das Tischgebet oder ein Segen), kein Sakrament (wie etwa Taufe oder letzte Ölung). Die Wirkung des Kreuzzeichens hängt ab von der Disposition dessen, der es vollzieht, nicht von der Formel allein. Und doch scheint es bisweilen auch dann zu funktionieren, »wenn man nicht daran glaubt«! Warum? Nun, es könnte daran liegen, dass die Leute in ihrer Seele um die Wirksamkeit *wissen* und sie sogar *spüren*, es aber – aus diesen oder jenen Gründen – nicht eingestehen wollen. ## Linke Schulter zur rechten Schulter Wir können es ja mal ausprobieren, ob heimlich oder öffentlich. Es soll gut tun und schaden wird es gewiss nicht. Zunächst: Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger der rechten Hand zur Spitze vereinen (für Dreieinigkeit), Ringfinger und kleiner Finger in die Handfläche gefaltet (für zwei Naturen Jesu). Und dann: In nomine Patris (Stirn berühren), et Filii (Brustknochen), et Spiritus Sancti (linke Schulter zur rechten Schulter). Und zuletzt (Hände gefaltet oder im spanischen Raum schon mal Daumen und Zeigefinger zum Kreuz geformt und geküsst): Amen. - [Deine Sünde wirkt so wahr](https://dushan.org/essays/deine-suende-wirkt-so-wahr/) Sind die Zeiten böser, gefährlicher, dunkler geworden? Schlimmer als ein mythisches »Damals«? Nun, eines steht fest: Manche Bösen wirken SCHAMLOSER, und eines hat womöglich mit dem anderen zu tun. Sünde gibt es eigentlich gar nicht. Und dort, wo wir sie doch finden, wirkt sie bisweilen wie bloße Faulheit. Beides stimmt — aber jeweils nur halb. Lasst mich erklären, und zwar anhand des vorübergehenden Scheiterns eines durchaus fleißigen Profidenkers. Man erlebt Philosophen ja nur selten *sprachlos* (und sie meinen, ihr Reden sei Arbeit, sie selbst also fleißig). Nein, Philosophen sind eigentlich *nie* sprachlos, und umso lebendiger ist mir jener Moment im Studium, als ein mir bekannter (und hier nicht näher zu identifizierender) Philosoph sich einmal selbst in die *sprachlose Ecke* geredet hatte. Wir hatten damals über *Wahrmacher* debattiert. Nein, mit *Wahrmachen* meinten wir weder Propaganda noch Journalisten, welche die Lüge zur Wahrheit erklären und sie damit »wahr machen« wollen; wir meinten *Wahrmacher* im Sinne des (frühen) Philosophen *Ludwig Wittgenstein*. Für Wittgenstein ist ein (Aussage-)Satz ein *Bild der Wirklichkeit*. Und ein Bild in diesem Sinne kann *wahr* oder *falsch* sein. Über die Wahrheit dieser *Bilder* sagt der Tractatus-Wittgenstein: > In der Übereinstimmung oder Nichtübereinstimmung seines Sinnes mit der Wirklichkeit besteht seine Wahrheit oder Falschheit. > > — Ludwig Wittgenstein, Tractatus Logico-Philosophicus Es sind die Fakten der Welt, welche ein Bild ebendieser Welt *wahrmachen* (so zumindest *eine* simple Theorie der Wahrheit). Ein praktisches Beispiel: Wenn ich sage, »du bist mitten dabei, diesen Essay über die Unmöglichkeit des Bösen zu lesen«, so ist dein Lesen in just *diesem* Augenblick der Wahrmacher dieser Aussage (Italo Calvino möge die ungelenke Anleihe verzeihen). Der Wahrmacher für den Satz »auf dem Dach sitzt ein Spatz« ist eben diese Kombination von Dach und Vogel. Und so weiter. So weit, so offensichtlich. Jener mir bekannte Philosoph aber hatte sich selbst in die Sprachlosigkeit geredet, indem er nach dem Wahrmacher *negativer* Sätze fragte. Ich erinnere mich noch zwei Jahrzehnte später an seinen banalen Beispielsatz: »In diesem Raum ist kein Elefant.« Was *genau* ist es, das diesen Satz *wahr macht*? Ist es der »elefantlose« Raum selbst? Ist der *Raum* eigentlich der Wahrmacher *aller* negativen Aussagen über ebendiesen? Was für eine Last! Und was ist der *Wahrmacher*, wenn ich behaupte, dass keine sechsbeinigen Elefanten existieren? Die Menge aller vierbeinigen Elefanten? Warum nicht die Menge aller Pferde oder aller Hubschrauber, die ebensowenig sechsbeinige Elefanten *sind*? Ist das gesamte Universum der Wahrmacher jeder negativen Aussage? Verwirrend? Philosophisch! Natürlich haben andere Philosophen sich bereits Gedanken darüber gemacht – worüber denn nicht? Wittgenstein etwa hat als Wahrmacher negativer Aussagen das *Nichtbestehen* eines Sachverhalts ausgemacht. Und ja, es klingt mir wie eine heimliche Verschiebung der *Last des Nicht* – für heute geschenkt. Doch jener Philosoph erinnerte sich am wolkenverhangenen Studientag nicht an die »offiziellen Erklärungen«. Für einen Moment war er sprachlos ob der Frage, was der Wahrmacher negativer Sätze sei – und er gehört zu den intelligentesten Menschen, die ich je getroffen habe. Jene Szene schob sich heute auf die Bühne meiner bewussten Erinnerungen, als ich über *Sünde* las und mich fragte, was Sünde eigentlich *ist*. Liebe Leser, die Antwort könnte einige Bürger verunsichern! (Vor allem, weil sie es nicht wahrhaben wollen.) Die Auflösung der Frage nach dem Wahrmacher negativer Aussagen ist schlicht: Das *Nicht* ist eine Funktion unserer Sprache und Gedanken, keine Eigenschaft der Welt — und *hat* daher *keinen* Wahrmacher in der Welt. Betrachten wir einige Satzpaare: - »Er hat nichts gesagt.« / »Er hat geschwiegen.« - »Am Himmel ist keine Wolke und es regnet nicht.« / »Der Himmel ist klar.« - »Auf dem Blatt steht nichts.« / »Das Blatt ist leer.« Der erste enthält stets eine Negation, und der zweite Satz ist positiv. Beide Sätze beziehen sich jedoch jeweils auf dieselbe Welt in demselben Zustand! Aus dem Unterschied zwischen solchen »extensionsgleichen« Sätzen lässt sich ja durchaus etwas über die Gedanken und Absichten des Sprechers ableiten. Wenn ich etwa sage, »in diesem Kühlschrank ist kein Bier«, dann habe ich *tatsächlich* etwas über unsere Abendplanung gesagt – es war nicht wirklich der Kühlschrank, über den ich sprach. Oder wenn ich sage, diese Krawatte sei fleckenfrei, dann beschreibe ich eine *saubere* Krawatte – und sage etwas über meine sonstigen Essgewohnheiten aus. Das Böse und die Sünde betreffend verhält es sich ontologisch ähnlich. Auf gewisse Weise *gibt* es keine Sünde, denn sie ist zunächst »nur« die Abwesenheit des Göttlichen und also des Guten. Sünde ist, theologisch gesehen, die Abwesenheit des Guten, die sich daraus ergibt, dass sich der Wille des Menschen etwas *Geringerem* und *Endlichem* zuwendet. Augustinus nennt Sünde die »Selbstliebe bis zur Verachtung Gottes« — und diese Selbstliebe vollzieht sich, indem sie das Geschöpf dem Schöpfer vorzieht, und nicht einmal das edelste der Geschöpfe. Das *Nicht* der Sünde ist die Kehrseite eines sehr realen *Ja* zum Falschen. Darum ist sie Abwesenheit *und* Tat zugleich — nie ein bloßes Versäumnis, das einem zustößt. Und niemand schämt sich dessen, was ihm bloß zustößt. Sünden wie Mord, Diebstahl oder Ehebruch fühlen sich darum zu Recht wie aktive Handlungen an — sie *sind* es. Ihre privative Kehrseite ist das *Fehlen* des Guten, das der Wille hätte wählen sollen: Wir sündigen, weil wir uns dem geringeren Gut zuwenden und darüber das höhere verwerfen. Die Abwesenheit des Guten ist real; aber sie ist die Spur einer Wendung, nicht deren Ursache. Warum gibt es so viel Böses in der Welt? Warum sündigen die Menschen und schämen sich ihrer Sünde nicht einmal? Ein berühmtes Zitat ([unklarer Autorschaft](https://quoteinvestigator.com/2010/12/04/good-men-do/)) besagt: **Das einzige Notwendige für den Triumph des Bösen ist, dass gute Menschen nichts tun.** Es ist wahr, und wir sehen die Folgen dieser Trägheit und Feigheit täglich um uns. Doch auch dieses »Nichtstun« ist ein *Tun* — ein gewähltes Unterlassen, kein bloßes Fehlen. Mein Versagen, den an meine niederen Triebe gerichteten Versuchungen zu widerstehen, ist bereits ein Akt des Willens — auch dann, wenn nach außen nichts geschieht. (Der Faule sagt nur halb im Scherz: »Ich beschließe, auf dem Sofa zu bleiben.«) Scham ist nun der Schmerz der Seele ob des eigenen Versagens, das Gute zu tun. (Und die vollständige Schamlosigkeit ob der eigenen Sünde könnte ein Hinweis auf jene endgültige Verhärtung sein, welche die Tradition als *Lästerung wider den Heiligen Geist* kennt (Matthäus 12,31–32) — jene Verstocktheit, die die Gnade nicht mehr annehmen will.) Der erste Sündenfall, als das ganze vererbte Elend begann, war bekanntlich der der Eva (Genesis 3,1–6). Die Schlange provozierte Eva: »Sollte Gott wirklich gesagt haben: ›Ihr dürft von allen Bäumen des Gartens nicht essen‹?« Eva gibt das Gebot zunächst treu wieder. Doch die Schlange setzt *ihr* Wort gegen Gottes Wort — »Ihr werdet sicherlich nicht sterben« —, und *erst nachdem* Eva diesem Gegenwort glaubt, »sah« Eva, »daß von dem Baume gut zu essen sei und daß er eine Lust für die Augen sei«, und nahm und aß. Die Lust ist nicht der Anfang, sondern die *Folge* der Abwendung! (Und dann kann sie Anlass zur *nächsten* Abwendung sein, oder wie die Japaner sagen: Erst trinkt der Mensch den Sake, dann trinkt der Sake den Sake – und zuletzt trinkt der Sake den Menschen.) Schon die erste Sünde war eine *aversio* — eine Abwendung vom Wort Gottes — und im selben Zug eine *conversio*: die Zuwendung zum verbotenen *Geschaffenen*. Paulus wiederholt sich eigentlich, wenn er den Christen klagen lässt: »denn ich tue nicht das Gute, das ich tun will, sondern vollbringe das Böse, das ich nicht tun will« (Römer 7:19). Ach, Freunde, da wären noch zwei weitere Sätze, der eine negierend und der andere positiv, nämlich: »Da ist kein Licht« und »Da herrscht Dunkelheit«. Warum scheint die Sünde zu herrschen? Warum ist das Böse so mächtig? Warum ist es *dunkel* um uns? Ich weiß, manchmal sind wir *sprachlos* ob des Bösen, und es ist auch durchaus ratsam, mit dem Bösen nicht allzu viel zu sprechen ([siehe Nietzsche und Abgrund](https://dushan.org/essays/der-abgrund-blickt-zurueck/)). Aber vielleicht ist es tatsächlich *heller*, als es uns im Augenblick vorkommen mag – wir müssen bloß in die richtige Richtung schauen! Es gibt bekanntlich nichts Gutes, außer jemand tut es. Ich sollte mehr vom Guten tun, das ich doch tun will! - [Verdammt, zu meinen, dass er verdammt sei](https://dushan.org/essays/meine-essays-verdammen-mich/) Der Sisyphos des Camus schiebt den Felsbrocken wieder und wieder hoch. Warum? Weil er dazu »verdammt« ist. Doch wozu bist Du »verdammt« – und wer war es, der dich »verdammt« hat? »Die Götter hatten Sisyphos dazu verurteilt, unablässig einen Felsblock einen Berg hinaufzuwälzen, von dessen Gipfel der Stein von selbst wieder hinunterrollte«, so schreibt bekanntlich Albert Camus und: »Sie hatten mit einiger Berechtigung bedacht, daß es keine fürchterlichere Strafe gibt als eine unnütze und aussichtslose Arbeit.« Ich persönlich hätte an dieser frühen Stelle jenes Aufsatzes als *hilfreich* empfunden, zu definieren, was genau gemeint ist mit *Arbeit* (*travail*). Ist eine Beschäftigung dann *Arbeit*, wenn sie *wider Willen* passiert? Ist der Ausdruck »unnütze und aussichtslose Arbeit« ein *weißer Schimmel*? Ein *Pleonasmus*, weil *Arbeit* eben notwendigerweise *unnütz* und *aussichtslos* ist? (Beschreibt damit Camus *seine* Arbeit? Ach, zu einfach gedacht.) Ich selbst würde ja *Arbeit* eher als *produktive* Beschäftigung verstehen, und längst nicht jeder, der *zur Arbeit geht* und dort *beschäftigt* ist, *arbeitet* dort dann auch (in *meinem* Sinne). Ja, die »Arbeit« manches *Bürokraten* be- und verhindert vor allem die *tatsächliche* Arbeit der *wirklich* Arbeitenden. Worin aber bestehen diese *Tatsächlichkeit* und *Wirklichkeit* von *Arbeit*? Aber ach, *ad fontes!*! Und die Quelle ist *Der Sisyphos des Camus*, und dessen »Arbeit« besteht berühmterweise darin, den Stein den Berg hinaufzurollen, wieder und wieder. Ich selbst – und wer nicht? – habe mein tatsächliches und wirkliches Schreiben mehr als einmal mit *Sisyphos’ Beschäftigung* verglichen. [»Lass los, Sisyphos!«](https://dushan.org/essays/lass-los-sisyphos/), so rief ich 2018 – und folgte meinem Rat nicht, sondern rief wohl zurück: »Was *sonst* soll ich denn tun? Ich bin doch Steineroller!« (Vorgreifend sei gesagt, dass *Sich-Abfinden* zumindest begrifflich nicht deckungsgleich mit *Glücklichsein* ist.) 2020 stellte ich fest: [»Sisyphos hat sich aufs Sofa gesetzt«](https://dushan.org/essays/sisyphos-sofa/). Es war inmitten eines gewissen globalen »Ereignisses«, und wir waren zum Sofasitzen verdonnert. Mit bemitleidenswerter Naivität schloss ein sechs Jahre jüngerer Wegner jenen Essay so: > Wir haben alle etwas Sofazeit verdient, auch und gerade Sisyphos – doch bald, sehr bald, lassen Sie uns wieder aufstehen und den Stein wieder den Berg hoch rollen! > > – [Essay vom 12.4.2020](https://dushan.org/essays/sisyphos-sofa/) 2025 schließlich appellierte ich wieder an unser Durchhaltevermögen: [»Man kämpft, man kämpft«](https://dushan.org/essays/man-kaempft-man-kaempft/)! Als wollte er ganz praktisch widerlegen, dass mit jedem Fortschreiten auf der Zeitachse stets linear die Einsicht wächst, salbaderte der Essayist dies: > Wir müssen uns Sisyphos bekanntlich als einen glücklichen Menschen vorstellen, denn Sisyphos ist ein Sieger, wieder und wieder, und zwar jedes Mal, wenn er aufs Neue beschließt, den Stein den Berg hinauf zu schieben. > > – [Essay vom 14.3.2025](https://dushan.org/essays/man-kaempft-man-kaempft/) Nein, nein. Sisyphos wäre mal lieber auf dem Sofa sitzen geblieben und hätte *nachgedacht*. Hätte auf die Weise *nachgedacht*, in welcher der Denkende im Denken und als Ergebnis seines Denkens sein Denken verändert – und damit *sich selbst*. Das ist es, so denke ich heute, was mir in den vielen Jahren bei Camus’ Sisyphos *schmerzhaft fehlte*: Sisyphos hat alle Einsicht, doch die tägliche »Arbeit« verändert ihn selbst offenbar nicht. Das ist *bemerkenswert* (um es höflich zu sagen). Wir kennen ja das bekannte Finale des *Mythos des Sisyphos*: »Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.« Ja, es ist wahr, dass der *Kampf gegen Gipfel* »ein Menschenherz auszufüllen« vermag, sprich: einigermaßen plausibel »Glück« (*bonheur*) genannt werden kann. Doch ist Camus damit *präzise genug*? Ist Sisyphos’ Kampf wirklich ein »Kampf gegen Gipfel«? Nein? Ein *Gipfel* impliziert ein *Ziel*, und wenn nicht vernünftigerweise davon ausgegangen werden kann, ein *Ziel* zu erreichen, dann ist jede bloße Wiederholung nur genau das. Für Sisyphos hat der Berg keinen Gipfel. Erst kürzlich, in [»Fahrscheine, langsam und schnell«](https://dushan.org/essays/fahrscheine-langsam-und-schnell/), schrieb ich: > Der Unterschied zwischen Wahnsinn und Meisterschaft liegt in der ehrlichen Antwort auf die Frage, ob man gerechtfertigt davon ausgehen kann, mit Wiederholung derselben Handlung neue und bessere Ergebnisse zu erzielen. > > – [Essay vom 24.6.2026](https://dushan.org/essays/fahrscheine-langsam-und-schnell/) Der Sisyphos des Camus *wächst nicht* an seiner »Arbeit«. Er findet sich mit der Ziellosigkeit ab. Jeder Bürokrat, der immerhin auf seinen Ruhestand hinarbeitet, hat mehr *Ziel* in seiner Arbeit als dieser Sisyphus. Dieser Sisyphos *sieht* den Stein den Berg hinunterrollen und ist sich *in dem Moment* der Vergeblichkeit seines Tuns bewusst – doch er zieht keine Konsequenz. Ist seine Verdammung, ähnlich wie das verhärtete Herz des Pharaoh (Exodus 9:12) oder die Sünde wider den Heiligen Geist (Markus 3:29), eine *innere*? Nicht jedes Trauma geht auf ein früheres Ereignis zurück. *Mein* Trauma rührt vom möglichen Ausbleiben kommender Zustände. Ich umkreise es in der Metapher vom *Berg ohne Gipfel*. (Siehe dazu [»Du wusstest nicht, dass es der Gipfel war«](https://dushan.org/essays/es-war-der-gipfel/), [»Der Berg hat keinen Gipfel«](https://dushan.org/essays/der-berg-hat-keinen-gipfel/), [»Ohne Begriff nur »Oh!««](https://dushan.org/essays/ohne-begriff-nur-oh/) und ein paar unveröffentliche Manuskripte.) Was also soll Sisyphos tun? Sisyphos sollte sich an *Alexander dem Großen* ein Beispiel nehmen und seinen *eigenen* Knoten mit einem mutigen Hieb durchschlagen. »Ja, ich bin verdammt, den Stein hinaufzurollen«, sollte Sisyphus sagen, »doch ich werde es nicht tun.« Das war der böse Streich, der dem Sisyphus gespielt wurde. Er war nicht verdammt, den Stein hinaufzurollen. Er war verdammt, zu meinen, dass er dazu verdammt sei, den Stein hinaufzurollen – einen Stein, der niemals oben ankommen würde. Denn Sisyphus derart vom Gipfel fernzuhalten war Wesen, Zweck und einzige Aufgabe ebendieses Steins. Sisyphus sollte sagen: »Es ist dem Stein widernatürlich, auf diesen Gipfel zu gelangen.« Doch mich selbst drängt es sehr, am Gipfel zu sein! Ich [lasse also den Stein los](https://dushan.org/buecher/loslassen/). Und ich steige hinauf. Nicht der Stein war meine Verdammung – meine Ausreden verdammen mich. Der Stein war meine Ausrede, nicht dem Ruf des Gipfels zu folgen. - [Weiße Frauen 2](https://dushan.org/essays/weisse-frauen-2/) Italien: »Junger Mann« masturbiert im Strandbad. Italiener stellen ihn zur Rede. Er fängt Schlägerei an. – Dann wirft sich eine weiße Frau schützend vor ihn. Das Internet diskutiert: Welche Rolle spielen (oft kinderlose) Frauen beim Niedergang Europas? Als ich diesen Essay zu schreiben begann, setzte ich »Weiße Frauen« als Titel. Das mache ich so, um mich selbst daran zu erinnern, worüber ich schreibe. Bei welchem Gedanken ich ankommen werde. Und ja: Was das Problem ist. Wenn ich dann zwischenspeichere, macht *WordPress* aus dem Titel den *Slug* (ausgesprochen: *slagg*), also den Teil, der in der Internet-Adresse (URL) *nach* dushanwegner.com kommt. In seltenen, aber (für diesen Essayisten) *alarmierenden* Fällen kommt es vor, dass *WordPress* bei der Generierung des Slugs die Zahl *2* anhängt. Die automatisch angehängte *2* ist alarmierend, wenn der Slug automatisch-generiert war, denn sie bedeutet: Ich habe schon einmal einen Essay geschrieben und ihm *exakt diesen* Titel gegeben! ## Eine neue Erkenntnis Der *exakt selbe* Titel legt aber natürlich nahe, dass ich mich auch *inhaltlich* wiederhole. Ich bin explizit kein *prinzipieller* Gegner der *inhaltlichen* Wiederholung, solange eine *neue* Erkenntnis folgt – oder essenzieller Lernstoff wiederholt wird (siehe zuletzt etwa [»Fahrscheine, langsam und schnell«](https://dushan.org/essays/fahrscheine-langsam-und-schnell/)). Mindestens eines von beidem muss aber der Fall sein, um meiner und eurer Zeit wert zu sein! Als ich also heute vor dem Schreiben dieses Textes den Titel »Weiße Frauen« notierte, machte WordPress daraus den Slug: »weisse-frauen-2«. Oha! Tatsächlich. Ich rief »/weisse-frauen« im Browser auf, und es erschien [»Wenn weiße Frauen alles opfern«](https://dushan.org/essays/weisse-frauen/), vom Januar dieses Jahres. In der Einleitung des Essays heißt es: »Bei Protesten, ob in den USA oder in Deutschland, fällt auf, dass – neben den üblichen Blauhaaren und Soja-Sörens – besonders weiße Frauen mittleren Alters für suizidalen Irrsinn zu begeistern sind.« Ja, das ist *thematisch verwandt*. Oder eher *thematisch verbrüdert*. Genauer: *verschwistert*. Na gut, dann soll es wie bei Filmen sein. Dies ist der Essay *»Weiße Frauen 2«*. ## Der aktuelle Anlass Mein heutiger Anlass war ein Video, das sich in den sozialen Medien verbreitet. Ich weiß nicht, ob ich das Video selbst verlinken will (der Nachrichten-Artikel dazu ist derb genug [ilsecoloxix.it, 25.6.2026](https://www.ilsecoloxix.it/genova/2026/06/25/news/masturba_spiaggia_bambini_denunciato_atti_osceni-15670461/)), also lasst mich zunächst nur zitieren, wie ein bekannter deutscher Autor es kommentiert: > Ein afrikanischer Migrant begann laut Berichten in einem Freibad in Italien vor Kindern öffentlich zu masturbieren. > > Er wurde daraufhin von Italienern zur Rede gestellt und startete eine Schlägerei, die er verlor. Plötzlich warf sich eine weiße Frau schützend vor ihn. Ein Sinnbild unserer Gesellschaft. > > Suizidale Empathie. > > – Martin Sellner, 26.6.2026 (x.com, @MartinSellner_) Anderswo erklärt ein X-User namens *@dvorstone* den Vorfall: »Frauen sind nicht geeignet, mit dem Maß an Gewalt umzugehen, das für den Erhalt der Zivilisation notwendig ist. Dies liegt wiederum daran, dass Frauen darauf ausgelegt sind, sich um Säuglinge zu kümmern, für die ›null‹ Gewalt die richtige Menge ist. Deshalb ist das zentrale Problem der westlichen Zivilisation kinderlose Frauen mit politischer Macht. Zivilisation braucht Kontinuität, Vergangenheit und Zukunft, und gehört daher nur denen, die diese Zukunft gestalten. Kinderlosen Menschen Autorität über die Zivilisation zu geben ist im Grunde selbstmörderisch.« (übersetzt) Wir haben es bei den [Anti-ICE-Protesten](https://dushan.org/essays/sinnkrise/) erlebt. Wir erlebten es bei den [Omas gegen Rechts](https://dushan.org/essays/zombies-gegen-rechts/). Ich könnte die Liste schmerzhaft lange erweitern. ## Im vollen Sinne Menschen Ach ja, schreibe ich also ein weiteres Mal über »die irrationale, suizidale weiße Frau, die in wütendem Wahn ihr Land und ihre Gesellschaft mit sich in den persönlichen Abgrund reißen will« ([/weisse-frauen](https://dushan.org/essays/weisse-frauen/)). Manchmal ist es nicht *wütender Wahn* sondern der »empathische Kurzschluss«, aber Wiederholung ist es dennoch. Wenn ich mich nun schon aus aktuellem Anlass wiederhole, dann will ich zumindest einen Gedanken anfügen. Wir sind uns bestimmt einig: Auch weiße Frauen, die sich schützend vor masturbierende Männer stellen oder ihr Leben opfern im Kampf gegen die Ausweisung *verurteilter (!)* Kinderschänder und Vergewaltiger durch ICE, ja, auch sie sind im vollen Sinne *Menschen*. Ebenso sind die Leute, die diese Frauen gewähren lassen oder ihnen sogar politische Macht geben, im vollen Sinne *Menschen*. Als *Menschen* sind sie qua Definition mit *Vernunft* begabt. Außerdem mit viel *Emotion* und *Intuition*. Diese Erkenntnis aber ist *Vertiefung* und *Wiederholung* zugleich: Um eine Zivilisation in den Niedergang zu führen, brauchst du nicht zwingend eine Armee (außer du willst aus anderen Gründen deine und deren junge Männer loswerden). Ja, sogar Hiroshima und Nagasaki sind heute blühende Städte. Wenn du eine Nation und eine ganze Kultur knechten und vernichten willst, spare dir die Raketen und Panzer, sondern rede den Menschen ein, dass ihre Vernunft und ihr Bauchgefühl die höchsten Instanzen sind. (Tipp: Beide sind mit Propaganda leicht zu steuern.) Wenn du aber dem Schicksal entfliehen willst, das *weiße Frauen und ihre Helfer* uns allen bescheren, dann *mit* deinem Verstand und den ehrlichsten deiner Gefühle. Suche nach Instanzen, die bewährterweise größer sind als diese. - [Fahrscheine, langsam und schnell](https://dushan.org/essays/fahrscheine-langsam-und-schnell/) Immer öfter erlebt man in Europa, dass »junge Männer« bei Fahrscheinkontrollen nichts vorzeigen müssen. Selbst simple Gesetze scheinen dann nur noch für Einheimische zu gelten. Zeichnet mal im Kopf zu Ende, wie diese Entwicklung weitergeht. Der Unterschied zwischen Wahnsinn und Meisterschaft liegt in der ehrlichen Antwort auf die Frage, ob man gerechtfertigt davon ausgehen kann, mit Wiederholung derselben Handlung neue und bessere Ergebnisse zu erzielen. Mit *Meisterschaft* verbinden wir üblicherweise einen *Beruf*. Zum Beispiel den des [Sushi-Kochs](https://www.youtube.com/watch?v=-vNAhUzKPL4). Der Sushi-Koch bereitet Tag für Tag den vermeintlich *gleichen* Reis zu. Von einem Tag auf den anderen erwartet er immer wieder *den gleichen* Reis. Sein gesamtes Leben ist aber darauf ausgerichtet, dass die tieferen Schichten seines Geistes unsichtbare Zusammenhänge von Handlung und Folgen registrieren. Meisterschaft braucht die an Wahnsinn grenzende Wiederholung – die berühmten *10.000 Stunden*. Auch um all das zu lernen, was in Worten allein nicht gelehrt werden kann. Doch nicht nur Beruf, Kunst und Sport werden durch Meisterschaft erst ihre Zeit wert. Auch *das Leben selbst* verdient es, dass wir eine gewisse Meisterschaft in seiner Führung anstreben. Zum Beispiel sollten wir wichtige Weisheit wiederholen, um sie durchdacht und parat zu haben, wenn es *plötzlich* notwendig wird. Heute also, liebe Freunde der Lebensmeisterschaft, zur Wiederholung und aufgrund der aktuellen Entwicklungen, eine wichtige Lebensregel. (Wir lernten sie schon in den Essays [»Die große Schere«](https://dushan.org/essays/die-grosse-schere/) und [»Dein deutsches Ostern«](https://dushan.org/essays/deutsches-ostern/). Und 2023 machte ich sie zum Titel des Essays: [»Erst langsam und dann plötzlich«](https://dushan.org/essays/dann-ploetzlich/).) Der erste Absatz des Essays lautete: > Wie gehen Firmen pleite? Wie gehen Beziehungen kaputt? Wie tötet Krebs den Menschen, und wie sterben Demokratien? Die Antwort ist stets: Erst langsam und dann plötzlich. > > – [Essay vom 18.11.2023](https://dushan.org/essays/dann-ploetzlich/) Ich werde in diesen Tagen und Wochen den Eindruck nicht los, dass sich westliche Gesellschaften heute im Übergang zum *Plötzlich* befinden. *Noch* lassen sich die Ereignisse als sehr viele *Einzelfälle* wegreden. Doch man könnte die Ereignisse auch als erste Regentropfen eines bevorstehenden Wolkenbruchs lesen. Erst langsam – und dann *plötzlich*. Ich will euch gern sagen, was mich heute bewegte, jene Lebensregel zu wiederholen, wonach gewisse Entwicklungen erst *langsam* passieren – und dann *schnell*. Man hört aus Europa immer öfter, dass Fahrscheinkontrolleure nur noch die einheimische Bevölkerung kontrollieren. Etwa [aus Italien](https://x.com/RomaniaMare1918/status/2069052751724662984). Oder [aus Deutschland](https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2024/sued-thueringen-bahn-stellt-mitarbeitern-ticketkontrolle-bei-auslaendern-frei/). ## Hart arbeitendes »generell« Spätestens als *Correctiv* diese Berichte per »Faktencheck« für Süd-Thüringen widerlegen wollte, war ich mir sicher, dass es stimmt. Der Trick, den die »Faktenchecker« hier zu versuchen scheinen, ließe sich als »Strohmann durch Über-Spezifizierung« lesen. »Süd-Thüringen-Bahn stellt Ticketkontrolle bei Migranten nicht generell frei«, schreibt [correctiv.org](https://correctiv.org/faktencheck/2024/10/18/sued-thueringen-bahn-stellt-ticketkontrolle-bei-migranten-nicht-generell-frei/), und das Wort »generell« leistet Schwerstarbeit. Die »Faktenchecker« erklären, das Bahnpersonal sei lediglich angewiesen, in »schwierigen Situationen« selbst zu entscheiden, und zur Deeskalation auf Ticketkontrollen zu verzichten. Das gelte natürlich für alle Fahrgäste. Yep, ich bin mir ganz sicher, dass, wenn Hans Müller sich aggressiv stellt, man nicht die Polizei rufen, sondern einfach weitergehen wird. Aber nein, Bürger migrantischen Ursprungs sind nicht »generell« von Fahrscheinkontrolle ausgeschlossen. (Nur generell, wenn sie aggressiv werden *könnten*.) Zur Illustration des rhetorischen Tricks einfach ein Vergleich: Wenn ich sagen würde, dass Deutsche gern Bier trinken, könnte *Correctiv* widersprechen, dass Deutsche nicht »generell« gern Bier trinken. Correctiv stellt sich blöd, als ob man plötzlich nicht wüsste, wie Sprache und Verstand funktionieren. Es erinnert auch hier wieder an die Internet-Regel: Mit Linken lässt sich nicht argumentieren, weil 99% ihrer »Argumente« daraus bestehen, sich absichtlich dumm zu stellen. ## Erst Einzelfälle, dann System Viele Bürger haben ja schon länger das Gefühl, dass vor europäischen Gerichten die einheimische Bevölkerung weit strenger behandelt wird als »junge Männer«. Solche Entscheidungen der Gerichte könnte man sich ja noch schönreden. Etwa indem man sich selbst vorlügt, dass da bestimmt ethische Aspekte erwogen werden, die uns nicht bekannt sind. Bei der Fahrscheinkontrolle aber ist es nicht mehr zu leugnen: Europäische Gesetze und Pflichten gelten nicht mehr für alle gleich. »Langsam«, Tropfen für Tropfen, finden wir uns in einem System wieder, das wenig mit *Rechtsstaat* zu tun hat – und mehr in einer *[Lethokratie](https://dushan.org/essays/lethocracy/)*: einer Quasi-Diktatur, deren Ideologie darauf hinausläuft, das eigene Land und sein Volk aufzugeben. [Ausreiseverbote, Zensur, Sanktionen](https://dushan.org/essays/wenige-stockwerke/) in Deutschland. In Großbritannien tausendfacher Missbrauch von Mädchen durch Tätergruppen mehrheitlich pakistanischer Herkunft – und [britische Behörden, die jahrelang wegsahen](https://dushan.org/essays/der-abgrund-den-du-leugnest/) ([gov.uk, 16.6.2025](https://www.gov.uk/government/publications/national-audit-on-group-based-child-sexual-exploitation-and-abuse)). Diese Entscheidungen passieren nicht stellenweise und versehentlich. Es passiert überall – auch wenn sie überall versuchen, nicht nur die Journalisten, sondern sogar die Familien der Opfer zu zensieren. ## Jahrzehnte als »Plötzlich« Geschichte findet in etwas größeren Maßstäben statt als das Leben des Einzelnen. Jahre oder sogar Jahrzehnte können als »plötzlich« gelten. (Im ganz großen Maßstab kann sogar ein *Jahrhundert* als »plötzlich« gelten; fragt die Römer, die »plötzlich« keine Weltmacht mehr waren.) Die Meisterschaft in der Zubereitung von Sushi kann dir bescheren, dass du Michelin-Sterne abgeben musst, weil diese voraussetzen, dass man bei dir einen Platz buchen kann. Was also, wenn dein meisterhaftes Sushi-Restaurant auf Jahre ausgebucht ist? Die Meisterschaft in der Kunst des Lebens aber mündet in praktischer *Weisheit*. Und *Weisheit* bedeutet heute auch, in den Zeichen der Zeit zu lesen: Erst passiert es langsam – und dann schnell. - [Fête de la Vielfalt](https://dushan.org/essays/fete-de-la-vielfalt/) Paris feierte die Fête de la Musique – mit über 240 Verhaftungen, Messerstechereien und dazu Vergewaltigungen. Früher waren solche Feste nicht so. Ich komme aber einfach nicht drauf, was sich verändert haben könnte. Ich bin ja kein Populist. In Paris, Frankreich, fand letztes Wochenende die *Fête de la Musique* statt. In den sozialen Medien verbreiten sich Bilder, die man in Mainstream-Sprache wohl mit *Vielfalt* beschreiben würde. Junge Franzosen unterschiedlicher Herkunft zerstören Autos und vermüllen die Pariser Innenstadt und wirken sehr fröhlich dabei. (Beispiele: [@BastionMediaFR, 22.06.2026](https://x.com/BastionMediaFR/status/2068974263927783601), [@RMXnews, 22.06.2026](https://x.com/RMXnews/status/2069020735553593791), [@FranceNews24, 22.06.2026](https://x.com/FranceNews24/status/2068953552169443679)) War also *alles prima*? Jein. *Daily Mail* titelt: > Briten erleben eine schreckliche Gewaltnacht, als ein französisches Musikfestival in Messerstechereien und Vergewaltigungen ausartet und mehrere Frauen mit Spritzen verletzt werden. > > – [dailymail.com, 22.6.2026](https://www.dailymail.com/news/article-15919425/Brits-caught-terrifying-night-violence-French-music-festival-descends-stabbings-rapes-multiple-women-stabbed-syringes.html) (Original English) Falls ihr auf die obigen X-Videos geklickt habt, könntet ihr zu dem Urteil gelangt sein, dass die *französische* Vorstellung von *Spaß* sich kaum mit *eurer* deckt. Mich erfasst bei solchen Meldungen ein trauriger Schmerz: Die Welt der Jugendlichen in mancher europäischen Metropole ist eine gefährlichere, traurigere Welt als jene, in der *ich* aufwuchs. Bin ich ein alter Mann, der vor sich hinmault, »früher« sei »alles viel besser« gewesen? Nun, laut den Meldungen (etwa [obige Daily Mail](https://www.dailymail.com/news/article-15919425/Brits-caught-terrifying-night-violence-French-music-festival-descends-stabbings-rapes-multiple-women-stabbed-syringes.html)) wurden bei der *Fête de la Musique* mehr als 240 Menschen verhaftet; es wird von Messerstechereien, Vergewaltigungen, sexueller Gewalt, Überfällen und Stech-Attacken mit Spritzen berichtet. War früher »alles besser«? Nun, *dies* zumindest finde ich *nicht* besser. Meine Vorstellung von *Lebensfreude* enthält weder Messer, noch Spritzen mit unbekannter Flüssigkeit oder sexuelle Gewalt. Ich hatte mich tatsächlich einst *sehr* gefreut, mit meinen Kindern all die schönen Erlebnisse zu teilen, die ich selbst in meiner Jugend erlebt hatte. Doch jene Welt existiert nicht mehr, und das tut mehr weh, als ich vor meinen Kindern zugebe. Was hat sich seitdem verändert? Ich schaue die obigen Videos aus Paris an. Ich vergleiche es [mit einem Video jenes Festes von 1982](https://x.com/TRobinsonNewEra/status/2069212677864390672) und [einem Video von 1998](https://x.com/iamyesyouareno/status/2069416873486143947). Nein, ich komme einfach nicht drauf. Ich habe aber auch gehört, es sei populistisch zu denken, dass wenn Menschen in großen Zahlen aus Krisengebieten einwandern, sie (zumindest ohne Mehr-Generationen-Gehirnwäsche) einige der Gewohnheiten mitbringen könnten, die ihre alte Heimat eben zum Krisengebiet werden ließ. Und *Populisten*, das wollen wir auf keinen Fall sein! (Oder? Siehe auch den Essay [»Populismus«](https://dushan.org/essays/populismus/) aus dem Jahr 2017.) Die alte Welt ist fort. In manchen Aspekten, in denen die *alte* Welt wertvoll und lebenswert war, ist diese *schöne neue Welt* eher hässlich und deprimierend. Der öffentliche Raum *war* einst Anlass zu großer Freude, öffentliche Feste waren ein wirksames Mittel gegen Einsamkeit. Es liegt an uns, im Privaten und Kleinen zuerst, die *neue* Welt in *anderen* Aspekten schön werden zu lassen. Es braucht neuen (und möglichst weniger fragilen) Anlass zur Freude. Es braucht neue Gemeinschaft. Wir – du und ich – arbeiten dran. - [Hermannsdenkmal besetzt](https://dushan.org/essays/hermannsdenkmal-besetzt/) Die Identitäre Bewegung wird »rechtsextrem« etikettiert. Der Mainstream plappert es nach. Auffällig aber: Es gilt nur dann als böse und »rechtsextrem«, wenn »Bio-Deutsche« eben das bleiben wollen, nicht aber wenn Schwarze oder Asiaten es anstreben. *bild.de* titelt: »Anhänger der Identitären Bewegung: Rechtsextreme besetzen Hermannsdenkmal – Staatsschutz ermittelt in NRW« ([bild.de, 21.06.2026](https://www.bild.de/regional/nordrhein-westfalen/vermummte-entern-hermannsdenkmal-staatsschutz-ermittelt-in-nrw-6a3835c1ffbe0dda4b506b87)). Ich habe den Text gelesen und verspürte eine mir bislang unbekannte Gefühlskombination: amüsiert-alarmierte Empörung. *Empört* bin ich über die *Dreistigkeit* der praktizierten *Lüge durch Weglassen*. *Alarmiert* bin ich, mit was für *plumpen* Halbwahrheiten und ethischen Asymmetrien man im deutschen Mainstream durchkommt – und was das über das mutmaßliche geistige Niveau des Zielpublikums aussagt. *Amüsiert* bin ich über all die unfreiwilligen Selbstentlarvungen einer schreibenden Klasse, der ich aus Gewissensgründen die kollektive Umschulung in sinnvollere Tätigkeiten wünsche. Zunächst die *Lüge durch Weglassen*: bild.de lässt den konkreten Anlass dieser Protestaktion weg. Wir wollen also vervollständigen, was die Mainstreamer wohl vergaßen. Wir zitieren den X-Account: > Wir besetzen das Hermannsdenkmal. > > Die Regierung will direkt vor Arminius im Teutoburger Wald einen Windradpark errichten. Das würde diese zentrale deutsche Kulturstätte entweihen und unsere Geschichte mit Füßen treten. > > Zeitgleich sind lokale Vogelarten und die Naturzone im Bereich des Windparks massiv gefährdet. > > Der Teutoburger Wald wird erneut zum Symbol: Diesmal ist es eine Schlacht beliebiger und kulturloser Politiker gegen ein verwurzeltes Volk, das seine Kulturzentren nicht zur Schändung freigibt. > > Heimatschutz ist Umweltschutz! > > – [@IBDeutschland, 21.06.2026](https://x.com/IBDeutschland/status/2068662541274796170) Für vorgeblichen Umweltschutz wird Umwelt zerstört. Es ist eine der vielen Paradoxien der deutschen Selbstzerstörung. Ich beschrieb es extra deutlich 2020 in dem Text [»Windkraft ist Gewalt«](https://dushan.org/essays/windkraft-ist-gewalt/). Es sind die vermeintlichen Umweltschützer, welche die Natur zerstören. Ähnlich wie es die vermeintlich Toleranten sind, die uns die aggressivste Intoleranz spüren lassen (und die Intoleranten der Welt ins eigene Land einladen). Und in beiden Fällen sind es die vermeintlichen *Rechtsextremen*, die sich dagegen aussprechen. ## Was heißt »rechtsextrem«? Aber, Moment! Was lässt die hochseriöse BILD-Zeitung feststellen, dass die *Identitäre Bewegung* »rechtsextrem« ist? Ah, die »Identitäre Bewegung« wird »vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch« bewertet. Ach so, wenn der Verfassungsschutz das sagt, dann wird es ein *Fakt* sein. Ja, das ist für den *denkenden Beobachter* mindestens an der Schwelle zum Amüsanten. Das Etikett *rechtsextrem* bedeutet in Deutschland im Effekt: *Ausgestoßener*. Die brutale Wahrheit ist aber: Was »Bio-Deutschen« das Killer-Etikett »rechtsextrem« beschert, ist bei den meisten übrigen Ethnien und Volksgruppen völlig selbstverständlich und wird sogar gelobt! Lesen wir bei bild.de selbst nach. Im grau hinterlegten Block unter dem Text wird erklärt: > Die Identitäre Bewegung (…) warnt (…) vor einer angeblichen „Islamisierung“ oder einem „Bevölkerungsaustausch“ und richtet sich besonders gegen Migration und eine offene Gesellschaft. Sie vertritt die Ideologie des sogenannten Ethnopluralismus: Kulturen und Bevölkerungsgruppen sollten angeblich „getrennt“ bleiben. > > [bild.de, 21.06.2026](https://www.bild.de/regional/nordrhein-westfalen/vermummte-entern-hermannsdenkmal-staatsschutz-ermittelt-in-nrw-6a3835c1ffbe0dda4b506b87) Die Islamisierung westlicher Gesellschaften ist nicht »angeblich«, sondern statistisch und durch einfachen Augenschein belegbare Realität. »Ja, Islamisierung findet statt, nach praktisch allen plausiblen Deutungen des Wortes«, [das schrieb ich 2018](https://dushan.org/essays/islamisierung/), und daran hat sich nichts geändert. Ebenso der »angebliche« Bevölkerungsaustausch. Wenn eine Bevölkerungsgruppe demographisch schrumpft, während Menschen aus anderen Kulturen aktiv ins Land gebracht werden – wenn ich etwas an die Stelle von etwas anderem setze, habe ich *ausgetauscht*, was denn sonst? Ich schrieb letztens den Essay: [»Wehe, jemand sagt »Austausch««](https://dushan.org/essays/kein-austausch/) Verfassungsschutz und Verfassungsrichter erklären, dass die IB-Idee einer »ethnisch-kulturellen Homogenität« gegen die Menschenwürde verstoße ([lto.de, 23.06.2020](https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/vg-berlin-1l188-20-verfassungsschutzbericht-2019-identitaere-bewegung-gesichert-rechtsextrem)). Hmm. Wir ignorieren einmal, dass damit die Zusammensetzung der meisten Grünen-Ortsvorstände und jede Anti-Rechts-Demonstration »gegen die Menschenwürde nach Art. 1 GG« verstoßen würden, denn »ethnisch-kulturell homogener« wird es kaum. (Wenn Grüne nachdenken und argumentieren würden, würden sie wohl einwenden, dass es nicht illegal ist, Homogenität faktisch zu sichern – sondern nur, dies explizit zu sagen.) ## Zwei Maßstäbe, eine Wirklichkeit Wo sind die Proteste der ominösen *Weltgemeinschaft*, dass asiatische oder arabische Staaten es ganz selbstverständlich de facto *unmöglich* machen, jemals *ganz* aufgenommen zu werden? Wenn Weiße es etwa in den USA wagen, abgelegenes Land zu kaufen, um eine Gemeinschaft für Menschen europäischer Abstammung aufzubauen, werden sie prompt verklagt (von einer Klägerin, die nach eigenen Angaben aufgrund ihrer jüdischen Abstammung und ihres schwarzen Ehemannes dort kein Land kaufen konnte, [cnn.com, 20.5.2026](https://edition.cnn.com/2026/05/20/us/arkansas-return-to-the-land-discrimination-lawsuit)). Wenn aber Schwarze sich zusammenschließen und rund 500 Hektar kaufen, wird es gefeiert als »Mutiges Utopia in schwarzer Hand« ([shalenaspeaks.com](https://www.shalenaspeaks.com/post/freedom-georgia-the-bold-black-owned-utopia-that-s-reclaiming-land-and-power)). Die Asymmetrie zwischen den moralischen und juristischen Maßstäben, die an Weiße angelegt werden (besonders wenn sie Christen sind), wird im Mainstream nicht diskutiert, sondern als *moralische Selbstverständlichkeit* gesetzt. Die Identitäre Bewegung, so könnte man provokant formulieren, wird als »rechtsextrem« etikettiert, weil sie für »Bio-Deutsche« fordert, was für die meisten übrigen Menschengruppen außerhalb des gerade noch so christlichen Westens weltweit selbstverständlich ist. ## Blöde Zeiten, waches Denken Nun, keine dieser Betrachtungen ist neu. Es war die spektakuläre Unvollständigkeit im Artikel bei *bild.de*, die mir aufs Neue auffiel. Dazu die selbstverständliche Unverfrorenheit der Propagandasprache. All diese meine Zeilen werden an der von mir beschriebenen Schräglage wenig ändern. Es geschieht schon zu lange und zu gründlich, um unbeabsichtigter Zufall zu sein. Mich erschreckt heute die aggressive Blödheit des bild.de-Artikels. Die selbstverständliche Abwesenheit jeder denkenden Reflexion, die der Markenkern des »Journalismus« im neuen deutschen Propagandastaat ist. Welche Chancen hat ein Land, in dem die Masse schlicht das *Denken* eingestellt hat und die Schreibenden für das Fördern der Dummheit bezahlt werden? Freunde, dies ist kein Essay zum Lobpreis der *Identitären Bewegung*. Dies ist nicht einmal ein Text zur Verteidigung christlich-europäischer Kultur. Dies ist ein Text zur täglichen Erinnerung daran, dass wir in *blöden* Zeiten leben. In blöden Zeiten, in denen sich unsere Mitmenschen von halben Lügen und ganzer Dummheit antreiben lassen, dankbar zum eigenen Ende zu marschieren. Die Zeiten sind dumm und suizidal, also ist es an jedem Einzelnen von uns, klug zu sein – um zu *überleben*. - [Offensichtlich Schnee](https://dushan.org/essays/offensichtlich-schnee/) Es ist hilfreich, seine Gedanken auszuformulieren, so klar sie sich im Kopf auch anfühlen mögen. Im Kopf sind die Gedanken wie ein verworrenes Wollknäuel. Ausformulieren zwingt, Gedanken wie auf einen Faden aufzureihen. Die Seele braucht das heute. Warum formuliere ich das Offensichtliche aus? Eben überlegte ich unvernünftig lange, ob ich *gern* einfügen sollte, also dass ich *gern* das Offensichtliche ausformuliere. Doch damit schriebe ich mir Intention und Emotion zu, wo mehr ein *Automatismus* vorliegt. *Warum* aber? Im Essay [»Harald Schmidt macht einen Scherz«](https://dushan.org/essays/schnee/) beschrieb ich einen Sketch mit Schmidt und Andrack als zwei Zugreisenden, die an einem Punkt ihrer Reise wohl sinnierend aus dem Fenster blicken und einer feststellt: »Schnee!« Was ist es, dass diese Feststellung »Schnee!« so humorvoll macht? Humor ist, was eine schmerzhafte Differenz von Begriff und Realität aufzeigt und so bei der Schmerzbewältigung hilft. (Siehe dazu etwa [»The Left Can't Meme – Warum Linke keinen Humor können«](https://dushan.org/essays/the-left-cant-meme/).) »Schnee!« ist vielleicht zunächst einmal *witzig*, weil eine Offensichtlichkeit ausformuliert wird. Beide Zugreisenden sehen ja, dass Schnee liegt. Damit erscheint das Aussprechen *überflüssig*. »Schnee!« wurde von Harald Schmidt mit Melancholie in der Stimme vorgetragen. Schmidt spielt in diesem Sketch eine mittelalte Ehefrau, die ihren Mann, gespielt von Andrack, mit allerlei daheim verpackten Köstlichkeiten wie Joghurt in Tupperdosen versorgt. Wenn diese mittelalte Ehefrau also sinnierend »Schnee!« feststellt, *spüren* wir, dass sie damit *eigentlich* eine tiefere emotionale Wahrheit ausdrücken will, was auf (für uns) *schmerzhafte* Weise misslingt. Entweder hat sie schlicht keinen Zugang zu diesen Emotionen, die der Schnee in ihr auslöst. Oder, und das ist unser eigentlicher Verdacht, sie verspürt nicht wirklich große Melancholie, doch imitiert deren Zeichen, die sie irgendwoher kennt. Und die bestanden eben daraus, das Offensichtliche an der Landschaft zu beschreiben. Warum jedoch drängt es *mich*, das Offensichtliche zu formulieren? Nun, Melancholie will ich mir nicht erlauben, *noch* nicht. Vielleicht formuliere ich das Offensichtliche, um meine Gedanken zu ordnen. Im Kopf sind die Gedanken ja mehr so ein Knäuel, und *ausformulierte* Sätze zwingen die Gedanken, zum geraden Faden zu werden, wo eines nach dem anderen passiert. Wenn ich heute etwa die Kollegen begutachte, die bei [freiedenker.de](https://freiedenker.de/) ihre Gedanken mit uns teilen, stelle ich doch fest, dass die Gedanken bisweilen tatsächlich neu und provokant sind – und zugleich das Offensichtliche formulieren! Manchmal wird dir fürs Ausformulieren des Offensichtlichen gedankt (auch [praktisch](https://danke.dushanwegner.com/)). Manchmal ganz und gar nicht. Vielleicht weil du noch der Einzige bist, der das so offen und klar zu *sehen* meint. Vielleicht, weil du es dann doch *falsch gesehen* hast. Vielleicht, weil die anderen es erst morgen oder in zehn Jahren *sehen* (können) werden. Das Offensichtliche in politischen und gesellschaftlichen Angelegenheiten zu formulieren, ist mal banal und kann dich mal ins Gefängnis bringen. Und bisweilen bist du in der Minderheit, deutlich zu sehen, was dir sichtbar ist, und dann womöglich noch in der Minderheit innerhalb der Minderheit, die dies auch noch ausspricht. Ich spreche Banales aus, wenn ich feststelle, dass heute genug Anlass zu Angst und Furcht besteht. Es gilt weiter, was ich 2018 formulierte: »[»Angst ist ein Stück Lebenskraft«](https://dushan.org/essays/angst-wird-energie/)«. [»Nichts ist wichtiger als das Leben«](https://dushan.org/essays/nichts-ist-wichtiger-als-das-leben/), schrieb ich im selben Jahr 2018 (und zitierte es bereits im kontroversen wie meines Erachtens offensichtlichen [gestrigen Essay](https://dushan.org/essays/muetter-weinen/)). Doch wenn Leben allein – gemessen in seiner *Länge* und damit der *Quantität* – der höchste aller Werte wäre, wärest du dann statt eines Menschen lieber eine Riesenschildkröte? Die können bis zu 200 Jahren alt werden? Oder möchtest du gar eine Qualle der Art Turritopsis dohrnii sein? Die gilt als biologisch unsterblich! Bei aller Angst spüre ich heute, wovor Jesus im Matthäus-Evangelium warnt: > Fürchtet euch dabei nicht vor denen, die wohl den Leib töten, aber die Seele nicht zu töten vermögen; fürchtet euch vielmehr vor dem, der die Macht hat, sowohl die Seele als den Leib in der Hölle zu verderben! > > – Matthäus 10:28 Ja, unser Leben und buchstäbliches Überleben sind bedroht. Nationen werden zu *Lethokratien*, also postdemokratischen Diktaturen mit der Selbstvernichtung als höchstem Staatsziel. Und doch sehe ich mich um und spüre als Bedrohung noch ärger den *Schaden an der Seele*. Der Tod am Körper ist unausweichlich, doch die Seele erkalten zu lassen und als Zombie (oder gar als [»Zombie gegen Rechts«](https://dushan.org/essays/zombies-gegen-rechts/)) innerlich tot durchs Leben zu schlurfen, das ist eine persönliche Entscheidung. Mir erscheint das ganz offensichtlich. Vielleicht ist es blank banal. Vielleicht ist es etwas spinnert. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur heute in melancholischer Stimmung, und sollte mir ausnahmsweise – bei 25 Grad im Schatten – doch etwas Second-Hand-Melancholie erlauben und *melancholisch seufzen*: »Schnee!« - [Tausend libanesische Mütter weinen](https://dushan.org/essays/muetter-weinen/) Israels »Minister für nationale Sicherheit« erklärt: »Für jede Träne einer israelischen Mutter müssen tausend libanesische Mütter weinen. Ganz Libanon muss brennen!« – Ist es schlicht ein Aufruf zum Massenmord? Ich kenne die Zeilen wohl. Und ihr auch, sei es von Haus aus oder weil ich hier [nicht zum ersten Mal](https://dushan.org/essays/mir-mangelt-nichts/) darüber schreibe. Es ist der 23. Psalm. Er beginnt mit »Der HERR ist mein Hirt: mir mangelt nichts«. In Vers 4 dann diese berühmte Vergewisserung: > Müßt' ich auch wandern in finsterm Tal: ich fürchte kein Unglück, denn du bist bei mir: dein Hirtenstab und dein Stecken, die sind mein Trost. > > – Psalm 23:4 Seien wir stets ehrlich: Wir wandern *heute* durchs finstere Tal, und licht erscheinen diese Zeiten nur den Kindern der Dunkelheit (und wohl den Umnachteten). Ein Mitglied der Netanyahu-Regierung schreibt auf X: > Für jede Träne einer israelischen Mutter müssen tausend libanesische Mütter weinen. Ganz Libanon muss brennen! (…) > > – [@itamarbengvir, 19.6.2026](https://x.com/itamarbengvir/status/2067865510281170957) ([im Original archiviert](https://archive.is/qJf6Q)) Wir könnten es als blutrünstiges Gefasel abtun, wenn wir nicht ahnen würden, dass diese Figur sehr wohl zurechnungsfähig ist. Es ist derselbe israelische Politiker, der mit Schaumwein anstieß, als das israelische Parlament sich seinerzeit *ganz offiziell* die Möglichkeit gab, Palästinenser auch »legal« hinzurichten. (Siehe dazu den Essay [»Schaumwein, weil jetzt Galgen möglich«](https://dushan.org/essays/ergaenzung-159/).) Nein, wir können es auch deshalb nicht ignorieren, weil der Herr der agierende israelische *Minister für nationale Sicherheit* ist. Was er sagt, muss deshalb als Regierungslinie gedeutet werden. Und es klingt mir wie der Aufruf zum Massenmord. Was Ben-Gvirs Aussage, beim Wort genommen, anderes bedeutet, ist nicht leicht zu sagen. Dies ist *nicht* betrunkenes Lallen im privaten Kreis. Dies ist eine öffentliche Verlautbarung eines einflussreichen Regierungsmitglieds. (Aktuell – Stand: Abend des 20.6.2026 – wurde diese Erklärung *nicht* zurückgenommen. Interessanterweise hat X sie mit dem Hinweis versehen, dass der Gewaltaufruf zwar gegen X-Richtlinien verstößt, aber wegen öffentlichem Interesse online bleibt.) ## Wo war der Panzer? Man könnte versuchen, die Äußerung zu verteidigen. Etwa indem man den *Anlass* recherchiert. Nun, der Anlass war, dass vier israelische Soldaten von einer Hisbollah-Drone getötet wurden. Wo aber waren diese Soldaten, als sie getötet wurden? In einem Panzer. Und wo war der Panzer? In *Kfar Tebnit*. Wo liegt *Kfar Tebnit*? Im Libanon. Auf Deutsch: Israel besetzt den Libanon, setzt dabei [laut Berichten](https://www.hrw.org/news/2026/03/09/lebanon-israel-unlawfully-using-white-phosphorus) weißen Phosphor in zivilen Gebieten ein und so weiter. Wenn aber die eigenen Soldaten angegriffen werden – ja, während einer »Waffenruhe«, doch die sind in dieser Region ohnehin meist eher wacklig –, kündigt die Regierung wie selbstverständlich an, das besetzte Land gleich ganz niederzubrennen. ## Durch das Tal Wir leben in einer Welt, in der eine Regierung nicht nur zum Massenmord und Niederbrennen eines Landes aus Vergeltung aufruft und die übrigen Länder mit den Schultern zucken. Der Hirtenstab und Stecken, so schrieb ich im Essay [»Mir mangelt nichts«](https://dushan.org/essays/mir-mangelt-nichts/), sind Werkzeuge des Hirten. Der Stab dient zur Verteidigung gegen Angreifer, mit dem Stecken gibt der Hirt den Schafen die Richtung vor. In Sachen der Seele aber sind »Stab und Stecken des Hirten« die einzige mir bekannte tragfähige Antwort auf den Horror. Das *finstere Tal* ist das Tal, durch das der Hirte selbst schritt, auf dem Weg nach Golgatha. Mich erschreckt nicht *nur*, dass es passiert. Mich erschreckt der Zustand der Menschheit, die es geschehen lässt. Die Welt, die es hinnimmt oder sogar finanziert und fördert, gleich dem finsteren Tal, durch das wir wandern. Wie, wenn nicht mit *teuflischen Gewalten* ist eine Welt zu erklären, die dies *erlaubt*? Ich schloss [den letzten Essay](https://dushan.org/essays/der-abgrund-den-du-leugnest/) mit dem Epheser-Brief, und ich will es wieder tun, denn ich will diese Wahrheit mir und euch ins aktive Bewusstsein eingraben: > Denn wir haben nicht mit Wesen von Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit den (überirdischen) Mächten, mit den (teuflischen) Gewalten, mit den Beherrschern dieser Welt der Finsternis, mit den bösen Geisterwesen in der Himmelswelt. > > – Epheser 6:12 - [Der Abgrund, den du leugnest](https://dushan.org/essays/der-abgrund-den-du-leugnest/) In Großbritannien missbrauchten muslimisch-pakistanische Gangs jahrzehntelang Hunderttausende Mädchen, gedeckt durch Wegschauen von Polizei und Behörden – die fürchteten, »rassistisch« genannt zu werden. Und die deutschen Medien? Großes Schweigen. Warum? Wenn sich gleich neben dir ein flammender Abgrund auftäte. Wenn sich genau dort eben noch eine Schulklasse aufgehalten hätte. Wenn die Kinder dieser Schulklasse in den Abgrund fielen, panisch und vergeblich um Hilfe schreiend. Wenn all das gleich neben dir passieren würde, was würdest *du* tun? Was würden *die Leute* tun, die ebenfalls in der Gegend herumstanden und das alles *mitansahen*, die das *erlebten*? Wir wollen davon ausgehen, dass die Leute *in Panik schreien* würden. *Geschockt* würden die Leute sein. Über Tage und Monate, eigentlich für *den Rest ihres Lebens* würden die Leute über nichts anderes reden. Nein, die Leute würden nie wieder dieselben sein. Und sie würden es zu ihren Lebensaufgaben machen, *erstens* die Opfer nie zu vergessen und *zweitens* alle überlebenden Kinder vor einem solchen Schicksal zu bewahren. Oder so, würden wir annehmen. Können wir unsere diesbezüglichen Annahmen prüfen? Leider ja. ## Horror zum Herunterladen Aus der Frühphasen-Diktatur *Großbritannien* wird aktuell vom Rapegang-Report berichtet. Nein, lasst mich korrigieren: In Großbritannien wurde gerade ein Bericht veröffentlicht, aus dem sich ergibt: Mit Rückendeckung mindestens durch aktives Wegschauen der britischen Polizei und Behörden haben in den letzten Jahrzehnten, laut mehreren britischen Untersuchungsberichten, vor allem muslimisch-pakistanische Gangs zweihundertfünfzigtausend britische Mädchen missbraucht ([therapeganginquiry.org, 17.6.2026](https://www.therapeganginquiry.org/)). Es ist Horror. Horror, den man herunterladen kann: [therapeganginquiry.org](https://www.therapeganginquiry.org/) Eine Überlebende berichtet – sie war 12 oder 13 Jahre alt –, wie ihr eine leere Whisky-Flasche eingeführt wurde und die dann abbrach ([rmx.news, 5.6.2026](https://rmx.news/article/white-girls-raped-by-dogs-whisky-bottles-and-hundreds-of-men-britains-migrant-grooming-gang-scandal-exposed/)). Eine Überlebende berichtet, zusammen mit etwa 15 bis 20 weiteren Opfern in Hundekäfigen im Laderaum eines Lieferwagens eingeschlossen worden zu sein. Dann kamen Hunde dazu und Männer wetteten, ob die Tiere die Mädchen vergewaltigen würden. Das Opfer berichtet, wie sie festgehalten und gezwungen wurde, einem der Männer in die Augen zu schauen ([parallelparliament.co.uk, 1.6.2026](https://www.parallelparliament.co.uk/mp/rupert-lowe/debate/2026-06-01/commons/westminster-hall/child-sexual-offender-data)). Opfer berichten, zwischen Dutzenden von Männern pro Nacht weitergereicht worden zu sein. Die zumeist minderjährigen Opfer wurden geschlagen, gewürgt und gefoltert, um gefügig zu bleiben. Einige Opfer berichten von *hunderten* Männern ([theexposenews.com, 17.6.2026](https://theexposenews.com/2026/06/17/independent-rape-gang-inquiry-report-has-been-released/)). Der Missbrauch war systematisch. Die Opfer wurden zwischen britischen Bezirken verschoben. Was aber taten die Behörden? Es passierte doch in der Community? Nun, der größte Teil der Täter waren Männer mit pakistanisch-muslimischem Hintergrund. Und die Opfer waren Briten. ## Die Angst, Rassist zu heißen Die Antwort ist dokumentiert. Der Jay-Bericht von 2014 hielt fest, dass mehrere Sozialarbeiter in Rotherham sich erinnerten, von Vorgesetzten ausdrücklich angewiesen worden zu sein, die Ethnizität der Täter in ihren Berichten *nicht* zu nennen ([foxnews.com, 26.8.2014](https://www.foxnews.com/world/report-finds-1400-children-exploited-in-uk-town)). Die Angst, als Rassisten zu gelten, war institutionell – kein individuelles Versagen, sondern Dienstvorschrift. In Telford weigerte sich die Polizei, südasiatische Tatverdächtige zu verfolgen, weil es »zu politisch inkorrekt« gewesen wäre ([bbc.co.uk](https://feeds.bbci.co.uk/news/uk-england-shropshire-62149438)). Ein Beamter gestand dem Vater eines Opfers, man könne den Missbrauch nicht öffentlich machen – »with it being Asians, we can’t afford for this to be coming out« ([pressreader.com, 20.1.2020](https://www.pressreader.com/uk/daily-mail/20200120/282106343597396)). Der neue Rape Gang Inquiry Report von MP Rupert Lowe benennt den Mechanismus direkt: Die Institutionen, so der Bericht, »feared being labelled ,racist‘ or ,Islamophobic‘ more than they feared failing the girls to whom they owed a duty of care« – »community cohesion« und muslimische Wählerstimmen wurden konsequent über den Schutz der Kinder gestellt ([therapeganginquiry.org, 16.6.2026](https://www.therapeganginquiry.org/s/The-Rape-Gang-Inquiry-Report.pdf)). ## Sterbende Wale, digitaler Totalitarismus Letztens war ein sterbender Wal tagelang das Riesenthema im deutschen Boulevard. Davor empörte die »virtuelle Vergewaltigung« einer Mehr-oder-weniger-Prominenten die deutschen Händeringenden – bis hin zu Demonstrationen für mehr digitalen Totalitarismus! (Siehe dazu Essay [»Virtuelle Gewalt, reale Überwachung«](https://dushan.org/essays/virtuelle-gewalt-reale-ueberwachung/).) Wenn aber im »europäischen« Großbritannien *tatsächlich* Mädchen in geradezu dämonischer Dimension missbraucht werden, ist es deutschen Leitmedien kaum eine Schlagzeile wert. Bei *bild.de* finden sich *above the fold* dringendere Meldungen wie »Diese deutschen Sauvignon Blancs sind „hervorragend“« ([bild.de, 19.6.2026](https://www.bild.de/kaufberater/deutscher-sauvignon-blanc-test/)). Die 20-Uhr-Propaganda arbeitet sich aktuell wieder mal an Trump ab ([tagesschau.de, 19.6.2026](https://www.tagesschau.de/ausland/trump-meloni-114.html)). Frag deinen Kollegen oder Nachbarn, welche Nachricht ihn aktuell beschäftigt. Wahlweise wird er über Merz oder über AfD schimpfen. Die hunderttausendfache Hölle der jungen Mädchen von Großbritannien empört ihn nicht, denn die Propaganda hat ihm nicht angeordnet, sich zu empören. Was würden *die Leute* tun, wenn sich der flammende Abgrund auftäte und eine Schulklasse verschlänge? Wir wissen die Antwort: Die Leute würden das tun, was sie heute tun – nichts. ## Der Abgrund, den du leugnest Jaja, Nietzsche hatte gewarnt, dass zu lange in den Abgrund zu blicken es mit sich bringt, dass der Abgrund zurück in dich blickt. Wollen wir den Abgrund also »zur Sicherheit« lieber *ganz* leugnen? Der Abgrund, in den du zu lange blickst, blickt in dich zurück. Doch der Abgrund, dessen Existenz du leugnest, wird dich bald verschlingen. Ich verstehe die britischen Behörden, leider. Das Handeln der britischen Behörden wirkt nur so lange inkohärent und irre, wie man davon ausgeht, dass die Regierung das Land erhalten und das Wohl des Volkes mehren will. Wendet man dagegen die Theorie an, dass Großbritannien eine *[Lethokratie](https://dushan.org/essays/lethocracy/)* ist und alles Handeln darauf zielt, wird das böse Handeln der Regierung tatsächlich *logisch*. Und ich verstehe sogar die Mitmenschen halb, wenn sie nicht wahrhaben wollen, dass passiert, was passiert. Es ist ein Horror, für den unsere Empathie schlicht nicht ausgelegt ist. ## Mut zum Hinschauen Ich erinnere mich heute ein weiteres Mal an die Worte des Heiligen Paulus an die Epheser. Ich tat es im Februar (im Essay [»Was du heute tust«](https://dushan.org/essays/was-du-heute/)). Ich tat es über die Jahre davor immer wieder, etwa kurz davor im harten Text [»Charlie Kirk ist tot«](https://dushan.org/essays/attentat-charlie-kirk/). Ich will nicht leugnen, dass passiert, was passiert. Ich hole mir aber Mut zum Hinschauen, indem ich die Erklärung vorab lese: > Denn wir haben nicht mit Wesen von Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit den (überirdischen) Mächten, mit den (teuflischen) Gewalten, mit den Beherrschern dieser Welt der Finsternis, mit den bösen Geisterwesen in der Himmelswelt. > > – Epheser 6:12 - [Ein früherer Bekannter](https://dushan.org/essays/ein-frueherer-bekannter/) Die Wahnsinnigen, so dachten wir, erzählten irre Verschwörungstheorien, und wir lächelten. Dann hörten wir die Theorien als Nachrichten. Es stellt sich heraus: Der wahnsinnige Prophet war sehr normal, er sah bloß – korrekt – wahnsinnige Zeiten voraus. Ich hatte, wie man so sagt, *zu tun*. Ich habe, unter anderem, gearbeitet, hart. Habe an mir arbeiten lassen. Bin alle Sünden losgeworden und darf jetzt Brot essen. *Einiges* ging mir durch den Kopf. Gedanken, die ich mit euch *teilen* wollte. Ich dachte an einen *früheren Bekannten* zurück. Oder sollte ich sagen: einen *Bekannten von früher*. Um einen bekannten Liedtitel zu zitieren: »Someone that I used to know« – etwa: »Jemand, den ich zu kennen pflegte«. Jener frühere Bekannte hatte mir vor Jahren die wildesten Verschwörungstheorien erzählt. Abgedrehte Erklärungen, unerhörte Zusammenhänge. Dazu komplett durchgeknallte Vorhersagen. Ich werde sie hier nicht wiederholen; ich habe weder Zeit noch Geld genug für die Folgen solchen Leichtsinns. Dann brach der Kontakt ab. Ich weiß nicht, was dieser frühere Bekannte heute macht. Hoffentlich geht es ihm gut. Ich weiß nur, dass er der Welt nicht mehr von seinen scheinbar an Wahnsinn grenzenden Theorien erzählt. Zumindest nicht ganz so laut. Schade eigentlich. Denn: Es waren die *aktuellen, heutigen* Nachrichten, die mich in diesen arbeitsvollen Tagen an jenen *Bekannten von damals* denken ließen. Denn: Erschreckend viele seiner damals »wahnsinnigen« Erklärungen ergeben heute plötzlich Sinn. Und mehr als gar keine seiner Vorhersagen trafen ein. Es stellt sich heraus: Der wahnsinnige Prophet war gar nicht wahnsinnig – er hatte klaren Geistes vorhergesehen, dass uns wahnsinnige Zeiten bevorstanden. Ich frage mich, ob ich ihn heute ausfindig machen soll. Was aber sollte ich ihm sagen? Hey, die *wahnsinnigen* Erklärungen, für die wir dich belächelten, sie waren gar nicht so wahnsinnig! Ich ahne, was er mir antworten würde. Er warnte uns ja nicht, um Applaus zu bekommen. Er warnte uns in der Hoffnung, dass die Menschen, rechtzeitig gewarnt, ihr Schicksal drehen können. *Darin* lag er dann doch sehr falsch. (Ähnlich wie *ich* falsch lag, als ich etwas arg optimistisch darin war, zu meinen, dass die Menschen vor Manipulation ihrer Moral bewahrt würden, wenn man ihnen nur erklärte, [wie ihre ethischen Gefühle funktionieren](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) – eher wird man einen Blinden durch Erklärung der Optik das Sehen lehren.) Nein, ich werde ihn heute nicht aufsuchen. Erst wenn mir einfällt, was ich sagen soll. Ich sollte erst die Bücher studieren, die er mir zu lesen auftrug – und die seitdem mehr oder weniger *geduldig* auf mich warten. Ich will jenen normalen Seher wahnsinniger Zeiten würdigen, indem ich mich bemühe, meine Arbeit mit noch mehr Mühe und Sorgfalt anzugehen. Mehr vom Wichtigen, weniger vom Vergänglichen. Dazu täglich Brot. - [Lethokratie: Wenn der Staat gen Tod regiert](https://dushan.org/essays/lethocracy/) Wir kennen und erleben schon länger den Suizidalismus. Großbritannien führt vor, was geschieht, wenn Suizidalismus diktatorisch wird: Zwei-Klassen-Justiz, Zensur, Polizeigewalt. Ich nenne es Lethokratie – die Herrschaft (in Richtung) des Todes. Liebe Freunde, in den 2.738 Essays vor diesem habe ich 3.622.981 Wörter geschrieben. (Ja, ich habe das eben den Kollegen Computer nachzählen lassen.) Hätte ich einen Euro pro Wort, könnte ich mir wohl einen Bunker leisten. Wenn auch einen kleinen Bunker, womöglich einen gebrauchten. Einen Bunker, der mich und ein oder zwei weitere Leute vor dem schützt, was auf uns zukommt. Der es ein paar Tage hinauszögert, das inzwischen Absehbare und wohl bald Unausweichliche. 858 dieser Wörter sind enthalten im Essay [»Suizidalismus – ein Name für diese Epoche«](https://dushan.org/essays/suizidalismus/). In der *Einleitung* jenes Textes schrieb ich: > Suizidalismus beschreibt politische und kulturelle Strömungen, welche die Auflösung oder Ersetzung der eigenen Gruppe zum Ziel haben. > > – [Essay vom 20.11.2017](https://dushan.org/essays/suizidalismus/) Ich lag tragisch richtig in meiner Diagnose. Eine Reihe europäischer Staaten scheinen von dem einen Ziel besessen zu sein, nationalen *Suizid* zu begehen – und Nachbarstaaten zu motivieren, dies ebenso zu tun. Vor wenigen Jahrzehnten *wunderte* sich die Welt über Deutschland. Dann *lächelte* und *schmunzelte* man über Deutschland. Heute hat man akzeptiert, dass Deutschland ist, wie es ist – und kassiert es ab, solange noch etwas da ist. Erst wundern sie sich über dich, dann lachen sie über dich, dann nehmen sie dich aus wie Straßenräuber den hilflosen Betrunkenen. Ich lag in jenem Suizidalismus-Essay aber tragisch falsch in meiner *Prognose*. Ich ging damals davon aus, dass *es* »besser« werden würde, sobald Merkel überwunden ist. Oh, wie ich mich irrte! Der politische Zeitgeist ist weiterhin nur als *Suizidalismus* zu beschreiben. ## Den Bürgern eingeprügelt Heute aber, um Juni 2026 und damit fast ein Jahrzehnt nachdem ich über den Begriff »Suizidalismus« schrieb, erlebt die Welt im europäischen Land Großbritannien, wie Suizidalismus nicht mehr nur *implizit* ausgeführt, sondern auch offen zum politischen Prinzip wird – den Bürgern von der Staatsgewalt buchstäblich eingeprügelt. In Großbritannien wird offen eine Zwei-Klassen-Justiz betrieben. - *Luke Yarwood* wurde für zwei Posts, die zusammen 33 Mal gelesen worden waren, zu 18 Monaten Haft verurteilt ([newsweek.com, 17.12.2025](https://www.newsweek.com/was-man-jailed-for-anti-immigrant-posts-viewed-33-times-what-to-know-11230796)) - *Qais Al-Aswad* wurde nach drei Sexualdelikten gegen drei verschiedene Frauen nicht inhaftiert, sondern erhielt eine auf zwei Jahre ausgesetzte Bewährungsstrafe ([feeds.bbci.co.uk, 2024](https://feeds.bbci.co.uk/news/articles/cglg2zg2kkpo)). Frei nach Tucholsky: In Großbritannien geht nicht der ins Gefängnis, der den Frauen böse Gewalt antut, sondern der, der sich über diese Tat in ungeschickten Worten empört. Solche Zwei-Klassen-Justiz schien »nur« der Auswuchs einer generellen politischen Stimmung zu sein. ## Wie verrottet die Moral Wir können uns als demokratisch, freiheitlich fühlende Menschen kaum vorstellen, wie verrottet die britische Moral bereits ist. Ein Sikh stach einen 18-jährigen Briten nieder – und die Polizei legte *dem Opfer* die Handschellen an, während dieses blutend auf der Straße lag und wiederholte: »Ich wurde erstochen, ich kann nicht atmen.« ([courthousenews.com, 10.6.2026](https://www.courthousenews.com/first-jail-terms-handed-down-in-protests-over-uk-teens-stabbing-death/)). Danach hat das britische Regime wohl die Familie von einer Spezialeinheit besuchen lassen, welche die Familienmitglieder davor gewarnt haben soll, sich öffentlich frei zu äußern ([apollo-news.net, 15.06.2026](https://apollo-news.net/britische-geheimeinheit-mischte-sich-in-fall-nowak-ein-und-soll-familie-vor-aufheizenden-uerungen-gewarnt-haben/)). Berichten zufolge soll sogar das öffentliche Statement der Familie von den Behörden umformuliert worden sein, um in den britischen Suizidalismus zu passen. Seit das Bodycam-Video dieser Polizei-Schande viral ging ([»Heute Belfast, morgen du«](https://dushan.org/essays/heute-belfast-morgen-du/)), *brennt* es in Nordirland ([»Belfast brennt«](https://dushan.org/essays/belfast-brennt/)) – und bald in *ganz* Großbritannien. Britische Behörden gehen besonders aggressiv gegen die Täter vor – und mit »Täter« meinen wir die, die sich über das Sterben beschweren. ## Allein in der Wut In dieser Woche hat Großbritannien ein Zugangsverbot zu sozialen Medien für alle Jugendlichen unter 16 Jahren angekündigt – in Kraft treten soll das Verbot wohl im nächsten Jahr ([gov.uk, 15.6.2026](https://www.gov.uk/government/news/social-media-to-be-banned-for-under-16s-in-landmark-government-move-to-givekids-their-childhood-back)). Betroffen sind TikTok, Instagram, YouTube, X, Snapchat, Reddit, Facebook und weitere – nicht betroffen ist nach aktuellem Stand das links-alternative Netzwerk »Bluesky«, das besonders unter linken Journalisten beliebt ist ([gbnews.com, 15.6.2026](https://www.gbnews.com/politics/social-media-ban-bluesky-keir-starmer-new-internet-clampdown)). Bluesky war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil die Plattform nach ihrem Nutzerwachstum 2024 einen massiven Anstieg von Kindesmissbrauchsmaterial verzeichnete: von zwei bestätigten Fällen im Jahr 2023 auf 1.154 gemeldete Fälle allein im Jahr 2024 ([decrypt.co, 27.11.2024](https://decrypt.co/293717/bluesky-see-surge-in-users-and-child-pornography)). Das soll die *einzige* für britische Jugendliche erlaubte Social-Media-Plattform sein. Noch Fragen? Tatsächlich könnte ein solches Verbot des Alt-Trotzkisten *Keir Starmer* ([gbnews.com, 28.10.2024](https://www.gbnews.com/politics/keir-starmer-socialist-alternative-labour)) vor allem das Framework schaffen, um *alle* Meldungen zu kontrollieren und zu zensieren, was Bürger über die Vorgänge in ihrem eigenen Land erfahren. Der Unzufriedene soll das Gefühl vermittelt bekommen, dass er mit seiner Wut allein ist. Briten sollen nicht vorab gewarnt werden, und wenn es *ihnen* passiert, muss es immer zu spät sein. Zu den Bildern, deren Verbreitung die britische Regierung verhindern will, gehören die vielen Aufnahmen der Übergriffigkeit und Gewalt durch die britische Polizei ([@ModernityNews, 14.06.2026](https://x.com/ModernityNews/status/2066258386417541394)). Die britischen Sicherheitsorgane scheinen nicht erst seit Kurzem den Boden von Rechtsstaat und Demokratie verlassen zu haben ([@MrAndyNgo, 13.06.2026](https://x.com/MrAndyNgo/status/2065797568697622985)), sondern zunehmend auch den Boden blanker Zurechnungsfähigkeit ([@realMaalouf, 30.08.2025](https://x.com/realMaalouf/status/1961781733033988528)). ## Wir brauchen einen Namen Großbritannien ist ein Staat, der nicht nur wie Deutschland den *Suizidalismus* implizit zum Leitmotto aller Entscheidungen und Maßnahmen macht. Großbritannien wirkt wie eine neue Art brutaler Diktatur, deren einziges Ziel es zu sein scheint, die eigene Nation auszulöschen. Auch wenn sie totalitäre, kommunistische und faschistische Methoden anwenden, passt keine dieser Beschreibungen so ganz. Wir brauchen einen neuen Namen, einen Namen für diktatorisch handelnde Staaten mit Suizidalismus als leitender Ideologie. Ich schlage *Lethokratie* vor. Ein diktatorischer, totalitärer Staat mit Suizidalismus als höchstem und de facto einzigem absoluten Wert ist eine *Lethokratie*. Auf Englisch: *Lethocracy*. *Letho* bedeutet *Tod* auf Griechisch (siehe auch: *lethal*). Und *Kratie* natürlich: die *Herrschaft*. In einer *Lethokratie* wird gepriesen werden, was den (eigenen) Tod befördert, von A wie Abtreibungen (*eigener* Kinder) bis Z wie Zuwanderung (*fremder* Kinder). Großbritannien weist alle Merkmale der Lethokratie auf, doch wie steht es mit Deutschland? Ist Deutschland *schon* lethokratisch oder »nur« im *suizidalen Zeitgeist* gefangen? ## Auch die Erinnerung auslöschen Nun, in der griechischen Mythologie ist *Lethe* einer der Flüsse in der Unterwelt, und zwar in der weiteren Bedeutung von *Lethe* als *das Vergessen* ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Lethe_(Mythologie))). Die Lethokratie will nicht nur die Nation vernichten. Die Lethokratie will auch die gemeinsame Erinnerung auslöschen. Das Gute darf nicht erinnert werden. Oder es wird vergiftet, bis es böse ist. Das Böse aber, das als *einzige* Erinnerung befohlen ist, soll nicht hinterfragt werden. (Etwa: die *wahre* Geschichte der Sklaverei.) Mehr als einmal habe ich darüber geschrieben, dass die »Linken und Guten« heute einem Todeskult gleichen – und darin auffallend etwa Islamisten ähneln (siehe etwa [»Politische Korrektheit, ein Todeskult«](https://dushan.org/essays/politisch-korrekter-todeskult/), [»Die den Tod, ich das Leben«](https://dushan.org/essays/tod-oder-leben/)). An den schlimmen Bildern aus Großbritannien sehen wir aber, wie es aussieht, wenn sich Suizidalismus mit diktatorischen, offen anti-rechtsstaatlichen Mitteln zur Lethokratie verbindet. ## Große Räuberbanden Der Heilige Augustinus schreibt bekanntlich: > Was sind überhaupt Reiche (oder: Staaten), wenn die Gerechtigkeit fehlt, anderes als große Räuberbanden? > > – Augustinus, De civitate Dei, IV, 4 (Im lateinischen Original: »Remota itaque iustitia quid sunt regna nisi magna latrocinia?«) Es ist *nicht* gerecht, es liegt *keine* Justitia darin, wenn Regierungen – warum auch immer – das Leben und Lebenswerk der Nation vernichten wollen. Ach, so denkt mancher Bürger heute, wenn das bloß gewöhnliche Räuberbanden wären, doch die stehlen das Leben selbst! ## Ich wähle das Leben Nie schien es mir dringender *und* hilfreicher, das ultimative *und* einzige Gegenprogramm zu wählen, das Gegenteil von Suizidalismus, Hedonismus, Trotzkismus und all dem sonstigen dämonischen Zeug. Lasst mich diesen zum Essay 2.739 gewordenen Aufschrei drehen *und* mit Jesu Worten aus dem Johannes-Evangelium schließen: > Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und Unheil anzurichten; ich aber bin gekommen, damit die Schafe Leben haben und Überfluss haben. > > – Johannes 10:10 Das, liebe Freunde, ist das *Gegenprogramm*. Wenn Tod und Leben gegeneinanderstehen, wähle ich das Leben – selbst wenn sie mich dafür töten sollten. - [Es geht zu Ende mit Danisch](https://dushan.org/essays/es-geht-zu-ende/) Wie lange bleibt dein Leben sinnvoll, wenn dir der Strom abgedreht wird? Wie lange, wenn auch der Handy-Akku leer ist? Und wie lange würde Deutschland weiterwurschteln können, wenn Frankreich den Strom und USA die Internet-Software abdrehen? »Es geht zu Ende mit mir«, so [titelt Hadmut Danisch aktuell](https://www.danisch.de/blog/2026/06/12/es-geht-zu-ende-mit-mir/). Ich las die Schlagzeile bei [freiedenker.de](https://freiedenker.de/). Ich erschrak – in vollem Bewusstsein, dass es wohl *Clickbait* sein würde; auf Deutsch: *Klick-Köder*. Jemand, mit dem es *wirklich* zu Ende geht, wird einfach so öffentlich formulieren, dass es *mit ihm zu Ende geht*. Vielleicht aus *Selbstmitleid*; weil er das nahende Ende seiner Existenz für etwas sehr Dramatisches hält, würdigerer Worte würdig. Wahrscheinlicher, weil er diese Meldung seinen Mitmenschen *schonend* beibringen will. Wahrscheinlich aber – und das ist wohl eine Form von Moral – aus Höflichkeit gegenüber allen *anderen* Menschen, mit denen es *zu Ende geht*. Diesen Klick-Köder aber beschloss ich zu schlucken. (Und zwar noch während ich es tat, zwischen Klick und Abschluss des Ladevorgangs. Die Handlung während ihrer Ausführung, aber vor ihrem Abschluss nachträglich auszuführen zu beschließen. Wenn ich mich recht entsinne, fällt das unter die *kompatibilistische* Deutung des freien Willens.) Ich schluckte den Köder, weil ich natürlich wusste, dass Danisch wusste, dass wir wissen, dass es ein Klick-Köder ist. Die Frage des Kundigen war also nicht wirklich, welche *Krankheit zum Tode* Hadmut Danisch nun wirklich in den Fängen hat, sondern worauf diese Metapher sich bezieht. Ja, *das* ist es wohl, warum *ich* tat, was ich tat (nämlich zu klicken und zu lesen). Falls ihr jenen Danisch-Text noch *nicht* gelesen habt, holt das bitte [jetzt schnell nach](https://www.danisch.de/blog/2026/06/12/es-geht-zu-ende-mit-mir/). ## Spät fiel ihm ein Wieder da? Fein. Wie ihr gelesen habt, beschreibt Hadmut Danisch, dass und wie er jüngst einen Gedanken notieren wollte – und ganz selbstverständlich hektisch nach einem elektronischen Gerät suchte, mit einer für Notizen geeigneten App. Erst schmerzhaft spät fiel ihm ein: »Warum nicht Notizen auf ein Blatt Papier schreiben?« Eine Notiz mit Kugelschreiber auf ein Stück Papier zu schreiben, fiel ihm im ersten Moment überhaupt nicht ein. Als wäre so eine Methodik absurd und aus der Zeit gefallen. Nun ließe sich diskutieren, ob digitale Notizen nicht tatsächlich handfeste Vorteile haben. Gerade für einen Täglichschreiber wie Danisch ist es nützlich, notierte Gedanken digital vorliegen zu haben. So lassen sie sich schneller wiederfinden und weiterverarbeiten. Bis auf ein paar reiche Maschinenstürmer, die sich Sekretärinnen zum Abtippen ihrer Füllerstriche leisten (und neuerdings mit KI experimentieren könnten), schreiben die allermeisten Berufsschreiber ja eben an Computern. (Ich habe allerdings auch schon mal handschriftliche Notizen von KI erfassen und vorsortieren lassen. Es funktioniert heute, reibungslos und effektiv.) Es ist ja nicht unverständlich, Notizen sofort digital erfassen zu wollen. Es hat konkrete Vorteile. Einige meiner *menschlichsten* Texte begannen, indem ich eine Idee unterwegs in meine *Apple Watch* diktierte (und das »Notiz aufschreiben« nannte). (Siehe etwa [»Hund an der Leine«](https://dushan.org/essays/hund-an-der-leine/).) Wenn aber unsere Arbeitsmethoden zwingend von der Existenz bestimmter *Werkzeuge* abhängen, wird das Fehlen oder Abhandenkommen dieser Werkzeuge unsere Arbeit stoppen lassen. Das scheint hier die Sorge zu sein: > Leute, das wird gerade richtig übel. Das ist überhaupt nicht gut. Was machen wir, wenn der Strom weg ist oder Speicher teuer wird oder wir keine Prozessoren mehr bekommen? > > – [Hadmut Danisch, 12.6.2026](https://www.danisch.de/blog/2026/06/12/es-geht-zu-ende-mit-mir/) Er schrieb das am 12. Juni 2026. Unter Verwendung der *Lesezeichen-Funktion auf [freiedenker.de](https://freiedenker.de/#:~:text=2H%20(9)-,LESEZEICHEN,-(3))* notierte ich es mit. (Es ist nicht *Werbung*, wenn es stimmt.) Heute, am 13. Juni 2026 dann, als ich mit meiner »Arbeit« beginnen wollte, stellte ich plötzlich fest, dass Hadmut Danisch ein Prophet ist. Die Top-Meldung aus der KI-Welt lautete: »US-Regierung erzwingt Abschaltung von Anthropics KI Fable 5 und Mythos 5« ([heise.de, 13.6.2026](https://www.heise.de/news/US-Regierung-erzwingt-Abschaltung-von-Anthropics-KI-Fable-5-und-Mythos-5-11331129.html)) Lasst es mich in einem Absatz zusammenfassen: Die KI-Firma *Anthropic* hat vor wenigen Tagen ein KI-Modell auf dem Markt verfügbar gemacht, das derart intelligent ist, dass es souverän etwa die Sicherheitslücken in Computersystemen findet. Man hat diese Möglichkeit für die Endbenutzer ausdrücklich eingeschränkt. Die KI konnte (und sollte wohl) Sicherheitslücken in Systemen des Benutzers von innen schließen. Die US-Regierung hat nun also verboten, dass das System von Nicht-Amerikanern verwendet wird. Weil das nicht leicht zu prüfen ist, hat Anthropic das Modell vorübergehend (?) ganz abgeschaltet. Was nun folgt, ist meine Spekulation – aber sie liegt nahe. *Warum* hat die Regierung das getan? Man gibt vage Gründe an, ein »Exploit« sei ihnen gezeigt worden. Man muss kein allzu phantasievoller Verschwörungstheoretiker sein, um anzunehmen: Eine Welt, in der alle wichtigen Server plötzlich 99% weniger Sicherheitslücken haben, kommt für Geheimdienste einer plötzlichen Erblindung gleich. ## Begrifflich noch zu wohlwollend Im stetigen Bestreben, deutsche Schuld durch Selbstdemontage zu tilgen, sprengt Deutschland bekanntlich daheim die eigenen modernen Atomkraftwerke, fördert aber die Atomkraft in Übersee ([ee-news.ch, 9.10.2019](https://www.ee-news.ch/de/erneuerbare/article/42174/deutschland-steuerzahler-mussen-atomkraft-in-der-eu-weiter-mit-hohen-millionensummen-finanzieren)). Ähnlich betreibt Deutschland zwar durchaus KI-Forschung auf hohem Niveau, doch ist Deutschland auch dank EU in der KI-Anwendung ein KI-Entwicklungsland. Nein, »Entwicklungsland« ist hier begrifflich womöglich noch zu wohlwollend, denn Deutschland überweist *Entwicklungshilfe* in Länder, die in der Anwendung von KI mutmaßlich *weiter* sind als Deutschland. Beispiele: [Indien](https://www.impriindia.com/insights/indiaai-mission-2024/), [Äthiopien](https://www.ifa.gov.et/2026/03/23/ethiopias-ai-governance-leadership-shaping-africas-digital-future-through-continental-norm-entrepreneurship/), [Kenia](https://bowmanslaw.com/insights/kenya-unveiling-of-the-national-ai-strategy-2025-2030-a-bold-step-into-the-future/), [Ruanda](https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00083968.2025.2456619), [Nigeria](https://au.int/en/pressreleases/20250517/africa-declares-ai-strategic-priority-investment-inclusion-and-innovation). Deutschland ist abhängig von Werkzeugen und Ressourcen wie Energie, die es selbst nicht herzustellen in der Lage ist – und der Politik, die keine Werte und Ziele außer »Kampf gegen Rechts« und »Geld für Ukraine« mehr kennt, ist das reichlich egal. Danisch ist ein Prophet, denn schon am nächsten Tag bestätigte sich, dass auf Druck der US-Regierung mal eben Werkzeuge ausgeschaltet werden können. Werkzeuge, die es halt (bisher) nur auf dem US-Markt gibt, auch weil sich die Behörden in der EU und Deutschland wahlweise als zu dämlich, zu korrupt oder zu abgelenkt erwiesen haben. Frei nach Merkel: Dann sind sie halt weg, diese Werkzeuge. (Man muss aber nicht groß spekulieren, für wen diese Werkzeuge weiterhin zur Verfügung stehen werden.) Ja, es ist ein Riesenproblem, dass Brüssel und Berlin »unser« Land aktiv abhängig machen. Vater, wie kannst du ihnen vergeben, wenn sie doch wissen, was sie tun? ## In den richtigen Kreisen All das ist richtig und weit dringender, als den meisten unserer Mitmenschen bewusst ist. Und doch erinnerte mich die Danisch-Meldung zuerst und zuletzt an eine wichtige Lebensweisheit der sogenannten Moderne: **Wir formen unsere Werkzeuge, und dann formen unsere Werkzeuge uns.** Eine Fußnote zu jener Weisheit wäre natürlich, dass die meisten von uns viel zu selten ihre eigenen Werkzeuge *formen*. (In den richtigen Kreisen bekannte Ausnahme: [Marcin Jakubowski](https://www.popsci.com/diy/article/2013-03/tractor-apocalypse/)) Wir *wählen* unsere Werkzeuge aus. Wenn es gut läuft. Mancher bekommt die Werkzeuge vom Arbeitgeber gestellt. Die meisten nehmen, was sich gerade anbot und finanziell möglich war. Uns ist viel zu selten bewusst, dass auch die Methodik, die Abfolge und die Arbeitsumgebung de facto *Werkzeuge* sind. Unsere Werkzeuge, genauer: die Arbeit mit unseren Werkzeugen formt *uns*. Nicht nur am Körper, wie mancher Stahlarbeiter mit breitem Kreuz bezeugen kann, sondern auch an der Seele. Ein Informatiker (wie Danisch) wird eher auch in privaten Angelegenheiten in Abläufen und berechenbaren Konsequenzen denken. Für einen Ingenieur ist womöglich *alles* ein zu lösendes technisches Problem, und wenn er keine Probleme hat, sucht er sich welche. Und »Ingenieur-Häuser« sind für Immobilien-Makler nicht selten eine »interessante Herausforderung«. ## Die Beine weggehauen Ich kaufte meine Werkzeuge. Ich benutzte meine Werkzeuge, bis sie *Teil von mir wurden*. (Der *Dushan Wegner*, den ihr kennt, ist der Mensch, der *sich* mit seinen Werkzeugen für euch selbst formte, einen getippten Buchstaben nach dem anderen. Der *Dushan Wegner*, den *ich* kenne, genauso.) Was aber machen wir, so fragt Danisch, wenn der Strom weg ist? Nun, vergangene Woche fiel in meinem Büro wegen Bauarbeiten tatsächlich der Strom aus. Plötzlich und unerwartet wie ein … ihr wisst schon. Monitor, Mac und Wifi – alle plötzlich tot. Ein Schock! Als hätte man mir die Beine weggehauen, die Arme gebrochen, die Zunge herausgeschnitten. Für einige Sekunden überlegte ich tatsächlich, was der *Sinn* meines Tages sein sollte. Dann fiel mir ein, dass ich, fast wie aus einer Ahnung heraus, an dem Tag ausnahmsweise das MacBook eingepackt hatte. Ich verband es mit dem iPhone, das genug Online-Datenvolumen hat. Ich schrieb [»Belfast brennt«](https://dushan.org/essays/belfast-brennt/) zu Ende (zum Glück war fast alles zwischengespeichert) und ich korrigierte einige technische Details bei [freiedenker.de](https://freiedenker.de/). Will sagen: Nein, ich weiß (auch?) nicht, wie ich ohne meine Werkzeuge weiterhin sinnvoll funktionieren kann. Ich weiß nicht einmal wirklich sicher und vollständig, wer ich ohne meine Werkzeuge *bin*. Da aber fällt mir ein alter Witz über plötzliche Kündigungen ein: »Wir wissen auch nicht, was wir ohne Sie tun sollten, aber an dem nächsten Ersten wollen wir es versuchen.« Der Tag könnte kommen, da wird die Technik *uns* kündigen. Der *nächste Erste* dann wird *… anders* sein. - [Wenn der Schiedsrichter gegen dich spielt](https://dushan.org/essays/ich-versteh-das-nicht/) AfD-Abgeordneter spricht 20 Sekunden, dann wird seine Einleitung jäh unterbrochen, er möge doch bitte »zum Thema« reden. Erzählt mir nicht, dass es »Demokratie« ist, wenn der Schiedsrichter aggressiv für die eigene Mannschaft spielt. Sollte sich jemand heute noch der Illusion hingeben, Deutschland sei *demokratisch* im einst gelernten und vollständigen Sinne des Wortes, möge er doch bitte die ersten 30 Sekunden der Rede des Bundestagsabgeordneten *Markus Frohnmaier* am 10. Juni auswerten. Zum Beispiel [via Bundestags-TV](https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7653956). Markus Frohnmaier sagt dies: »Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! In der Koalition läuft es nicht; der Dauerstreit nimmt kein Ende. Da hilft auch keine Schifffahrt. 71 Prozent der Deutschen sind mit dieser Regierung unzufrieden. In der Wirtschaft läuft es nicht. Die Wachstumsprognose für dieses Jahr wurde halbiert.« (zitiert nach [Bundestagsprotokoll, S. 9842](https://dserver.bundestag.de/btp/21/21082.pdf)) Es ist die Eröffnung einer Rede, wie sie von einer Oppositionspartei zu erwarten wäre. Und darin liegt womöglich das Problem. Herr Frohnmaier ist von der AfD, also von Deutschlands einziger inhaltlicher Oppositionspartei. Just an dieser Stelle nämlich wird Frohnmaier von der CSU-Abgeordneten Andrea Lindholz jäh unterbrochen: »Herr Kollege, das Thema lautet: Aktuelle Stunde zum Scheitern Deutschlands bei der Wahl in den UN-Sicherheitsrat. Und deswegen darf ich auch darum bitten, dass Sie zum Thema sprechen.« ([ebenda](https://dserver.bundestag.de/btp/21/21082.pdf)) Die CSU-Politikerin Lindholz ist Vizepräsidentin des Bundestages und leitete zu dem Zeitpunkt die Sitzung. (Die lupenreinen Unser-Demokratie-Kader verweigern auch weiterhin der größten Oppositionspartei den Bundestags-Vizepräsidenten. Vielleicht fehlt der AfD einfach der Stallgeruch, da sie als *einzige* im »Hohen Haus« vertretene Partei keine ehemaligen NSDAP-Mitglieder bei ihrer Gründung dabeihatte.) Das Thema der von der AfD beantragten Aktuellen Stunde ist das »Scheitern Deutschlands bei der Wahl in den UN-Sicherheitsrat«. Frohnmaier ist damit der erste Redner. Natürlich liegt es auf der Hand, dass bei der Erörterung der Gründe für ein *nationales* Scheitern die sonstige Erfolgsbilanz ebendieser Nation ein relevanter Kontext ist. Nein, es ergibt wenig Sinn, dass eine *neutrale* Sitzungsleitung die Rede schon nach 20 Sekunden derart plump und fadenscheinig unterbricht. Das Stichwort ist natürlich »neutrale«. Die Sitzungsleitung *sollte* parteipolitisch neutral sein. Tatsächlich scheint Andrea Lindholz an dieser Stelle offen und ohne erkennbare Scham als parteiische Kraft in die Debatte einzugreifen. Allerdings nicht als Teilnehmer, sondern als Schiedsrichter. ## Haben bestimmt gesehen Die amtierende Bundestagsvizepräsidentin agiert wie ein Schiedsrichter, der gezielt die Spieler *einer* Partei blockiert und bestraft, weil er motiviert zu sein scheint, seine »eigene« Partei gewinnen zu lassen. Die Unterbrechung und Zurechtweisung durch die Präsidentin wirkte auf mich wie die Panik-Reaktion einer Politikerin der Kanzlerfraktion. Ich stelle mir die inneren Vorgänge der Unionspolitikerin so vor: »Oh weh, da sagt jemand die Wahrheit, und das auch noch so laut! So viel Wahrheit darf nicht sein. Erst mal unterbrechen!« Die übrigen Parteien haben bestimmt gesehen, dass die Bundestagsvizepräsidentin hier das Ansehen der Demokratie und damit die Demokratie selbst beschädigt. Und die Abgeordneten haben bestimmt dagegen protestiert, oder? Hahaha, natürlich nicht. Das Protokoll notiert: »Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD«. Lupenreine, allesamt. So etwa würden wenig sportsmännische Sportler reagieren, wenn der Schiedsrichter aktiv für die eigene Mannschaft eingreift. ## Thema und Kontext Die Altparteien des deutschen Propagandastaats haben sich offenbar darauf verständigt, der AfD unentwegt die Nähe zu Russland und Putin vorzuwerfen. Unabhängig von Thema und Kontext blöken die Vertreter der übrigen Parteien unentwegt irgendwas mit »Putin« dazwischen. Auch in deren Reden geht es immer wieder um diese per Propaganda einzupflanzende Assoziation. Und nein, deren Reden werden nicht von der ach so neutralen Sitzungsleitung unterbrochen. Nein, Deutschland *versucht* nicht einmal mehr, wie eine Demokratie *auszusehen*. Deutsche Altparteien schrecken nicht einmal mehr davor zurück, offen und mit Ansage verfassungsfeindlich aufzutreten. Ihr haltet das für eine Übertreibung? Ich wünschte, es wäre eine! ## Freiheit aller Deutschen Seit nun Monaten planen regierungsnahe »Aktivisten« wörtlich die *Verhinderung* des AfD-Parteitags Anfang Juli 2026 in Erfurt ([mdr.de, 21.4.2026](https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/mitte-thueringen/erfurt/afd-parteitag-juli-messe-demo-100.html)). Das Grundgesetz garantiert nach [Artikel 8, Absatz 1](https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_8.html) die Versammlungsfreiheit. (Übrigens explizit die Freiheit aller *Deutschen*.) Parteitage aber sind *zusätzlich* durch [Artikel 21, Absatz 1](https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_21.html) geschützt. Parteitage sind elementar für die Arbeit der Parteien und damit für die demokratische Meinungsbildung. Wer einen Parteitag zu *verhindern* versucht, und zwar explizit durch Nötigung bis hin zur offenen Gewalt, handelt in Absicht und Tat wie ein *Verfassungsfeind*. Das alles scheint einige Leute in den Altparteien wenig anzufechten. Entweder direkt oder über Vorfeldorganisationen, staatlich angefütterte NGOs oder freundschaftlich verbundene Verbände wird für die Verhinderung des AfD-Parteitags geworben und gezahlt. (Siehe etwa ([@RABrennecke, 10.06.2026](https://x.com/RABrennecke/status/2064818477806846348)); ([@Chatapult19643, 08.06.2026](https://x.com/Chatapult19643/status/2063951469938671661)); ([@Chatapult19643, 11.06.2026](https://x.com/Chatapult19643/status/2065033201874092427)).) Praktisch *jede* politische Attacke scheint dem alten Sozialisten-Motto zu folgen: [»Wirf dem anderen vor, wessen du selbst schuldig bist.«](https://dushan.org/essays/wirf-dem-anderen-vor/) ## Gewiss keiner von ihnen Ich will ehrlich sagen, dass mich die *Schamlosigkeit* der Politik dann doch überrascht. Was geht in Menschen vor, die doch sehen müssen, dass sie ihr Land und ihre Mitbürger zerstören, und dennoch unbeeindruckt weitermachen? Ich »verstehe« auf gewisse Weise den Dieb, der sich etwas Hübsches oder Teures stiehlt. Ich »verstehe« manch anderen Verbrecher, auch wenn ich gewiss keiner von ihnen sein will. Ich verstehe aber ehrlich nicht, was Politiker und ihre willigen Schafen treibt, wenn sie im Kampf gegen das Aussprechen der Wahrheit nicht einmal mehr demokratisch *tun*. Nein, ich *verstehe* diese Leute nicht, doch ich weiß, dass sie bereits vom Propheten Amos beschrieben wurden: > sie hassen den, der im Tor für das Recht eintritt, und verabscheuen den, der die Wahrheit redet. > > – Amos 5:10 Nein, ich *verstehe* die Leute nicht. Die Kinder und ich (und einige Tausend weitere Leute) treffen morgen den Papst. Vielleicht wird mir dann mehr Einsicht zuteil. Bis dahin gilt, was solche Politiker betrifft, [frei nach jener SPD-Politikerin](https://x.com/Alex__Steffen/status/1982502261969637479): »Ich versteh das nicht. Ich kann das nicht verstehen!« - [Belfast brennt](https://dushan.org/essays/belfast-brennt/) Ein sudanesischer Asylbewerber versucht, in Belfast einem Mann den Kopf abzuschneiden. Die neue Oberbürgermeisterin hatte zehn Tage zuvor »Diversity« zum Herz ihrer Politik erklärt. Bitte brav aufsagen: »Das hat nichts miteinander zu tun!« Letzte Nacht *brannte es* in Belfast, Nordirland. Es hatte sich ja schon angedeutet. Ich beschrieb den *Auslöser* gestern, im Essay [»Heute Belfast, morgen du«](https://dushan.org/essays/heute-belfast-morgen-du/). In Norden von Belfast, also in dem von Großbritannien verwalteten Nordirland, hatte ein sudanesischer Asylbewerber auf buchstäblich offener Straße versucht, einen Mitmenschen zu enthaupten. Mittlerweile weiß man mehr, sowohl über den *mutmaßlichen* Täter, als auch über das *sehr unmutmaßliche* Opfer. Der *Verdächtige* heißt *Hadi Alodid* ([news.yahoo.com, 10.1.2026](https://ca.news.yahoo.com/suspect-belfast-stabbing-asylum-seeker-211051051.html)). Er ist 30 Jahre alt. Er flog von Paris nach Dublin und überquerte dann die offene irische Grenze nach Nordirland – Februar 2023, alles sehr zielgerichtet, alles mit Umsteigen. Wer hat das Flugticket gekauft? Wer hat es bezahlt? War es gar eine »NGO«, und hat die damit im moralisch-metaphorischen Sinne »mitgestochen«? Wer das fragt, ist rechtsextrem und gehört, im moralisch-metaphorischen Sinne, ähnlich behandelt wie das Opfer. (Wenn man ihn aber selbst fragen wollte, müsste man es auf Arabisch tun. Deshalb bezahlt der britische Staat ihm auch einen Übersetzer. Ja, wirklich erstaunlich, wie er es schaffte, nach Großbritannien und Dublin zu »flüchten«, zielgerichtet und mit Umsteigen – ganz ohne dass ihn böse Leute ebenso zielgerichtet dorthin gebracht hätten.) Das Opfer des *Flüchtenden (m/w/d)* hat inzwischen wohl auch einen Namen: *Stephen Ogilvie*. Er überlebte, wenn auch »zu leben« hier auf einer Skala gelesen werden könnte. Der Weltreisende Hadi Alodid hat vor dem Versuch, Stephen Ogilvie den Kopf abzuschneiden, zunächst auf dessen Augen eingestochen. Das linke Auge ist definitiv verloren ([bbc.com, 10.6.2026](https://www.bbc.com/news/live/cr47x99k5n6t)). ## Vielfalt bereichert unsere Stadt Was weiß man noch? Was könnte helfen, zu *verstehen*? Wie konnte es zu all dem kommen? Was war der sprichwörtliche *Schmetterling*, dessen Flügelschlag die kausale Kette begann, die schließlich in diesen Orkan mündete? Der Oberbürgermeister von Belfast ist eine Oberbürgermeisterin ([siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/R%C3%B3is-M%C3%A1ire_Donnelly)). Eine junge Dame namens Róis-Máire Donnelly, gerade mal 30 Jahre alt, geboren in Ballymurphy, West-Belfast. Ich bin nicht sicher, warum das Geburtsjahr bei Wikipedia nur vage bekannt ist. Der kritische Bürger denkt vielleicht an das *Schildkröten-auf-Zaunpfahl*-Gleichnis: »Wenn du eine Schildkröte auf einem Zaunpfahl sitzen siehst, dann weißt du eigentlich nur das, dass sie nicht von allein hinaufgeklettert ist.« (siehe auch den Essay [»Frau L. gewinnt viele besondere Eindrücke«](https://dushan.org/essays/viele-besondere-eindruecke/)) In diesem Fall aber *ahnen* wir, welche moralisch-mystische Kraft die 30-Jährige dort hinaufgesetzt haben könnte. In ihrer Antrittsrede, vor gerade mal 10 Tagen, erklärte sie *Diversity* (»Vielfalt«) zum Herz ihrer Politik. > Ich freue mich darauf, ihnen genau zu zeigen, was eine Frau aus Ballymurphy für diese Rolle zu bieten hat. > (…) > Vielfalt bereichert unsere Stadt und das Leben aller ihrer Bürger, und ich werde mich für diese Vielfalt einsetzen. > > – [belfastlive.co.uk, 01.06.2026](https://www.belfastlive.co.uk/news/belfast-news/new-belfast-mayor-highlights-drive-34048260) Nein, Frau Róis-Máire Donnelly mit ihrem Gefasel von *Diversity* ist nicht selbst schuld an dem Blutbad. Aber: Es drängt sich auf, dass ähnliche gesellschaftliche Kräfte, wie jene, die Frau Donnelly auf den Zaunpfahl hoben, auch Herrn Alodid nach Belfast zogen. Doch dass böse Menschen eben böse Dinge tun, ist als Erklärung nicht genug. Damit böse Leute eben Böses tun können, braucht es genug »Nicht-Böse«, die das böse Tun eben zulassen. ## Oha! Was können wir *noch* wissen? Wie sollen wir das alles *erklären* und *verstehen*? Wir forschen weiter und tiefer: Über den weltreisenden Herrn Alodid ist wohl außerdem bekannt, dass er in der *Duncairn Avenue* in Nord-Belfast wohnt(e). In trauriger Neugier geben wir die Adresse bei Google Maps ein. [Wir ziehen das Streetview-Männchen auf den Marker für *Duncairn Avenue*.](https://maps.app.goo.gl/BApTN2Ew6dPhx1U68) »Oha!«, sagen wir, »eine Kirche!« Dann stellen wir irritiert fest, dass die Kirche »The Duncairn« heißt und tatsächlich ein »Performing arts theater« ist. Es ist nur die äußere Schale einer 1862 erbauten Kirche. Das Gebäude wurde offiziell entweiht und 2014 zu einem »Kunstzentrum« umgewidmet. Wenn wir uns auf [theduncairn.com reinklicken und die Fotos anschauen](https://www.theduncairn.com/latest-news-1/saveoursupersundays), sehen wir eine rein-weiße Zufluchtsstätte. Die Leute haben die Religion aufgegeben, wählen eine 30-jährige Diversity-Freundin zur Oberbürgermeisterin und ziehen sich dann zu Milchkaffee und Kammermusik in geschützte Räume zurück. Währenddessen werden weniger wohlhabende Leute auf der Straße buchstäblich *geköpft*. ## Während Belfast brennt Ja, es brennt in Belfast. In Großbritannien wird die erste Diktatur der Geschichte errichtet, deren Handeln im Effekt zur Vernichtung und Ersetzung des eigenen Volkes führen wird (auch wenn man natürlich nur von moralischer Güte getrieben ist) – und einige der Ureinwohner sind unzufrieden. Auch die britische Regierung, namentlich Keir Starmer, hat sich bereits zu Wort gemeldet. Die Briten mögen doch bitte still halten, während die Polizei ihrer Arbeit nachgeht. (Also genau die Polizei, [thetimes.com, 4.4.2025](https://www.thetimes.com/uk/crime/article/police-make-30-arrests-a-day-for-offensive-online-messages-wl9lb2frd), die allein im Jahr 2024 *zwölftausend* Bürger verhaften ließ, die im Internet etwas Verbotenes geäußert hatten. Zum Beispiel, dass sie nicht von einem Sudanesen geköpft werden wollen.) - [Heute Belfast, morgen du](https://dushan.org/essays/heute-belfast-morgen-du/) Belfast: Auf offener Straße versucht ein Mann, einem anderen den Kopf abzuschneiden. Politik sagt, der Westen sei »moralischer«, wenn er so etwas erträgt. Die schreckliche Tat ist aber vor allem eines: Sinnbild für das, was Europa angetan wird. Ein Mann versucht offenbar, einem anderen Mann den Kopf abzuschneiden, und die Realität ist anti-christlich – lasst mich erklären. In der Kirche lesen wir aus Gottes Wort. Hernach sagen wir *Deo Gratias*, und wir sind getröstet. In der sogenannten *Realität* lesen wir die Nachrichten. Auch nach der Nachrichtenlektüre rufen wir den Allerhöchsten an, allerdings mit »Oh mein Gott!« – und wir sind *das Gegenteil von getröstet*. Anti-getröstet. Anti-sicher. Anti-christlich. (Tatsächlich sind in mehreren europäischen Staaten auch die Kirche und der Glaube unter offener Attacke, in Deutschland etwa auch, wie weltweit bekannt, *von innen*.) Die *Nachricht* also, die wir lesen, lautet: > Ein Mann hat am Montagabend in Belfast offenbar versucht, einem anderen Mann auf offener Straße den Kopf abzuschneiden. > > – [apollo-news.net, 9.6.2026](https://apollo-news.net/mann-versucht-sein-opfer-auf-offener-strae-zu-kpfen-passanten-berwltigen-ihn/) Im Internet kursiert eine Videoaufnahme davon. (»Im Internet kursiert« bedeutet: Man sieht es auf X.com. Deshalb wollen totalitäre Regime wie Tehran, Brüssel oder London X ja einhegen – die Wahrheit könnte sonst noch größere Teile der Bevölkerung verunsichern.) Als semi-professionelle Schreibkraft kann ich mich geradezu empathisch in den Schreiber der Apollo-Redaktion hineinfühlen, der mit großer Selbstdisziplin das Video in diesen sachlichen, rechtssicheren Worten beschreibt: > Aufnahmen von Anwohnern kursieren im Netz. Darin ist zu sehen, wie der dunkelhäutige Mann in seiner rechten Hand ein Messer hält, während er mit seiner anderen Hand das blutüberströmte Opfer am Kragen festhält. Wenige Augenblicke später sticht der Täter erneut auf sein Opfer ein und sägt offenbar an dessen Hals. > > – [apollo-news.net, 9.6.2026](https://apollo-news.net/mann-versucht-sein-opfer-auf-offener-strae-zu-kpfen-passanten-berwltigen-ihn/) Ich kann mich hineinfühlen, weil auch ich das Video sah. Ich überlegte, wie ich das Video beschreibe. Meine erste emotionale Reaktion lag auf dem anderen Ende der Sachlichkeits-Skala, verglichen mit den hier zitierten Zeilen. Als dann doch der Profi in mir übernahm, konstruierte ich sehr ähnliche Worte wie die Apollo-Redaktion. (Ich merkte das, als ich im Verlauf der Bemühungen beschloss, mal zu schauen, wie andere Schreiber den Horror in legale Worte bannen.) Lass mich Dir sagen, ungenannter Apollo-Autor: Ich meine in deinen *sachlichen* Worten zu spüren, wie viel Wut du niederringen musstest, um auf dieser Seite der Gefängnistore zu bleiben. Der Messernde, ein Sudaner, wurde von Anwohnern überwältigt ([belfasttelegraph.co.uk, 9.6.2026](https://www.belfasttelegraph.co.uk/area/north-belfast-newtownabbey/north-belfast/north-belfast-stabbing-psni-issue-clarification-over-arrested-man-and-condition-of-victim-after-stormont-parties-issue-joint-statement/a/156285563.html)). Das schwerverletzte Opfer wurde ins Krankenhaus eingeliefert. ## Die absehbaren Proteste Ein Sudaner versucht, eine Enthauptung auf offener Straße durchzuführen. Die britischen Behörden fahren vermutlich gerade ihre Maßnahmen auf 300 Prozent, planen nach aller Erfahrung bereits die robuste Niederschlagung der absehbaren Proteste. Mancher me Bürger hat das Gefühl, dass Staat und Polizei ihn nicht mehr schützen – sondern immer häufiger als *Bedrohung* für Leib und Leben der Einheimischen wirken (Stichwort: »two tier justice«). Die Spin-Doktoren versuchen bereits, die Tat herunterzuspielen. Das (bislang nicht genannte) Opfer stamme aus derselben Arme-Leute-Gegend, so heißt es ([belfasttelegraph.co.uk, 9.6.2026](https://www.belfasttelegraph.co.uk/area/north-belfast-newtownabbey/north-belfast/north-belfast-stabbing-psni-issue-clarification-over-arrested-man-and-condition-of-victim-after-stormont-parties-issue-joint-statement/a/156285563.html)). Was wollen sie damit sagen? Dass es doch »nur« arme Leute trifft? Dass es womöglich ebenfalls ein Zugewanderter ist und es deshalb Iren nicht weiter zu interessieren hat, wenn diese Barbarei in ihrer (einstigen? vermeintlichen?) Heimat passiert? Dies ist das Jahr 2026, und wir erleben auch darin *orwellsche* Zeiten: Die Wiedergabe nachweisbarer Wahrheit wird als »Desinformation« etikettiert und unterdrückt. (Nein, das ist *keine* Übertreibung von mir. Bei der Ermordung von Henry Nowak durch einen dolchtragenden Sikh wollte die britische Polizei die korrekte Meldung präventiv als »Desinformation« einschränken; siehe [@oida_grantler, 07.06.2026](https://x.com/oida_grantler/status/2063631712853053924).) Dein Nachbar und Kollege wird aber von all dem wenig erfahren. Die »Realität« deines Nachbarn ist eine andere als deine – und eine andere als die *Realität ohne Anführungszeichen*. ## Desinformation per Aufmacher Just während ich dies schreibe, erfahren die Leser der Top-Meldung auf tagesschau.de: »Die Anzahl politisch motivierter Straftaten hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Den größten Anstieg gab es laut Innenminister Dobrindt im linksextremen Spektrum.« Es klingt für mich wie *Desinformation* – aus mehreren Gründen. Es ist bekannt, dass wenn ein Linker den römischen Gruß zeigt oder ein Hakenkreuz auf ein AfD-Büro schmiert, dies nicht selten als »Straftat Rechts« verbucht wird. Es ist bekannt, dass »Meinungsdelikte« gefühlt nur von Rechten begangen werden *können*. Und so weiter. Ja, es »ist bekannt«, aber vielleicht nicht bei deinem Nachbarn oder Kollegen. Der glaubt, was die Tagesschau sagt, was eine Art von *selbstgewählter geistiger Umnachtung* ist. Und bei bild.de titeln sie, während ich dies schreibe, als ersten und drängendsten Bericht: »Das Ende des Ostseewals: Timmy wird zu Biodiesel« ([bild.de, 9.6.2026](https://www.bild.de/news/ostseewal-timmy-soll-biodiesel-und-zement-werden-6a27e05a2f1d39924505781e)). Auch das ist eine Form von *Desinformation*: Man positioniert eine konsequenzlose, aber emotional geladene Story als Aufmacher. Der *Fake* besteht darin, dass eine praktisch *konsequenzlose* Meldung fälschlicherweise als *dringende Nachricht* präsentiert wird. Damit bündelt man die Aufmerksamkeit – und lenkt ab von Ereignissen, die *tatsächlich* für das eigene und kollektive Überleben relevant sind. (Für definitorische Erklärungen der *Fake-News*-Kategorien empfehle ich meinen Essay [»Habeck und die Fake Politics, oder: Schamlosigkeit als Strategie«](https://dushan.org/essays/habecks-fake-politik/) von 2024.) ## Katakomben und erste Prinzipien Ich schrieb letzten Oktober den Essay [»Das Lied der Katakomben«](https://dushan.org/essays/lied-der-katakomben/). Elon Musk ist berühmt dafür, beim Denken immer wieder von *ersten Prinzipien* auszugehen. Ich meine mit den *Katakomben* etwas Ähnliches, allerdings auf unser *Leben* und unsere *Werte* bezogen. Zu den ärgsten Lügen der Neuzeit gehört, dass »Diversität« die Ziel-Nationen automatisch »bereichern« würde. (Fünf Jahre vor dem Unrechtsjahr 2015 gab sogar Angela Merkel das offen zu: »Der Ansatz für Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert.« ([welt.de, 16.10.2010](https://www.welt.de/politik/deutschland/article10337575/Merkel-erklaert-Multikulti-fuer-gescheitert.html))) Die versuchte Enthauptung von Belfast fühlt sich an wie ein Sinnbild für das, was von einer Reihe westlicher Regierungen ihren Völkern und Nationen angetan wird. Die Superreichen bauen sich ihre Bunker in entfernten Regionen, ob Neuseeland, Argentinien, Albanien oder sonstwo. Quasi ihre eigenen Katakomben. Die *wissen*, was den Nationen angetan wird, wie auch wir – warum auch immer – »geköpft« werden. Die Zeit ist nicht »nah«, sondern *bricht bereits an*, in der es erst ratsam und dann notwendig ist, sein Leben und seine Werte *von den Katakomben an* zu sortieren. Wer sein Leben und seine sonstigen Angelegenheiten zwecks Neustarts (oder aus anderem Grund) neu sortiert, der tut gut daran, ein System für den Neustart parat zu haben. Bewährte Werte, als Leitstern und Prüfstein. Was ist *dein* System für die »Katakomben«? Mit welchen Werten und Absichten, mit welchen *ersten Prinzipien* wirst *du* neu beginnen? - [Niemand hat hier den Verstand verloren](https://dushan.org/essays/niemand-hat-hier-den-verstand-verloren/) Merz beschimpft die Opposition als »in der Tradition« des Holocaust. Er liest vom Blatt ab – das ist geplant, geprüft, gewollt. Hat jemand im System Merz »den Verstand verloren«? Nein – die Wahrheit über diesen Irrsinn ist wohl schlimmer. Ich schrieb gestern über Merz, ich muss es wieder tun. Ich muss über Merz schreiben, weil seine aktuelle Rhetorik für das Zentrale steht, was mit – ja – *den Deutschen* heute *nicht stimmt*. Merz verunglimpfte die (einzige inhaltliche) Oppositionspartei als »eine Partei, die in der Tradition des schlimmsten Unrechts unseres Landes steht, das es in der Geschichte jemals gegeben hat« (via [@jreichelt, 7.6.2026](https://x.com/jreichelt/status/2063677808308547861)). Wir müssen uns nicht inhaltlich mit dem Dreck beschäftigen, den der Bundeskanzler gegen die ungeliebten Andersdenkenden werfen will. Es ist *Unsere Demokratie*, wie sie kreischt und geifert. Tatsächlich *interessant* sind aber der Kontext, die Implikationen und die Reaktionen. ## Der Kontext In diesen Tagen werden Bürger reihenweise angeklagt, verurteilt und bestraft, wenn sie den Bundeskanzler mit harschen Worten beschreiben. Den Friedrich M. einen »Lügenfritz« zu nennen, vielleicht weil er bewusst Unwahrheiten gesagt haben sollte, stellt in *Unsere Demokratie* eine Straftat dar und wird entsprechend bestraft ([berliner-zeitung.de, 2.6.2026](https://www.berliner-zeitung.de/article/beleidigung-von-friedrich-merz-gericht-verhaengt-geldstrafe-fuer-luegenfritz-10055029)). Gleichzeitig aber nimmt sich der Kanzler heraus, die Opposition und deren Politiker aufs Übelste zu beschimpfen, ja ihnen die schlimmstmögliche Beschimpfung überhaupt zuteil werden zu lassen. *Unsere Demokratie* ist inhaltlich in mancher Hinsicht, wie auch hier, eine *Anti-Demokratie*. Denn: In einer echten Demokratie müssen Politiker traditionell extra harte Kritik ertragen (siehe Helmut Kohl), die Würde und Rechte der Bürger, besonders aber der Andersdenkenden, sind besonders geschützt. In *Unserer Demokratie* ist es andersherum: Der Bürger verliert sein Recht auf Meinungsfreiheit und Kritik an den »Volksvertretern«. Der Politiker dagegen erhält Super-Rechte, dank derer er nach Belieben scharf austeilen kann, ohne einstecken zu müssen. ## Die Reaktion Julian Reichelt kommentierte: »Friedrich Merz dreht nun vollkommen ab und behauptet, die AfD stehe in der Tradition des Holocaust […] Es tut mir leid, aber wer sowas sagt, macht sich verdächtig, schlichtweg den Verstand verloren zu haben.« (via [@jreichelt, 7.6.2026](https://x.com/jreichelt/status/2063677808308547861)) Ja, wir haben alle gemerkt, wie routiniert Reichelt es vermieden hat, dem Kanzler tatsächlich den Verlust des Verstandes zu attestieren. Reichelt stellt lediglich fest, dass sich der *Verdacht* aufdrängt. Doch tut es das wirklich? ## Die Implikationen Merz scheint diese Ungeheuerlichkeit von einem Blatt abzulesen. Er scheint zu lesen, blickt immer wieder aufs Papier. Vermutlich hat ihm jemand auch das aufgeschrieben. Dieser Tabubruch war aller Erfahrung nach geplant. Vermutlich ist der Text durch mehrere Instanzen gegangen. Und eine Instanz nach der anderen, zuletzt Friedrich Merz selbst, beurteilte diesen Text als akzeptabel, vermutlich sogar als effektiv und klug. Nein, da hat niemand »schlichtweg den Verstand verloren«. Zumindest nicht in der Form, dass dieser Verlust für das Entstehen und den Vortrag dieser Verunglimpfung kausal allein verantwortlich wäre. Deren *Gewissen* ist offenbar völlig anders justiert als meines. Auch tue ich mich schwer, deren im politischen Handeln manifestierte *Loyalität* (siehe *[Relevante Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)*) aus ihrem Amtseid abzuleiten. Doch all das wäre nicht mit »den Verstand verlieren« zu beschreiben. Es ist ein *Systemproblem*. Merz und seine Mitarbeiter bilden ein System. Und dieses System ist selbst Teil eines größeren Systems, und dieses wieder … Das »System Merz« legt wöchentlich weitere rhetorisch-moralische Hemmungen ab. Als wir dachten, *Unsere Demokratie* könnte nicht schamloser werden, strafte man uns Lügen. (Und *bestraft* uns weiterhin, wenn wir sie »Lügner« nennen, bloß weil sie erkennbar Unwahres sagen.) ## Die Konsequenz Herr Merz und jeder seiner Zuarbeiter entscheiden sich täglich aufs Neue, weiter Teil des Systems zu sein. Und das ist für mich das *eigentlich* Gruselige. Hans-Georg Maaßen kommentiert: > Merz hat nicht den Verstand verloren. Und es war auch keine Entgleisung. Er hat diese ungeheuerliche Lüge, die offensichtlich schriftlich vorformuliert war, gezielt eingesetzt. Er weiß ganz genau, dass die AfD nicht in der Tradition der NSDAP steht und niemals den Holocaust betreiben wird. > > Trotzdem sagt er es. > > Warum? Weil er mit der Autorität seines Amtes als Bundeskanzler den Bürgern einprägen will: Die AfD ist eine mörderische Gefahr für Deutschland und den Weltfrieden. Merz weiß, dass es Menschen gibt, die seine Worte so verstehen werden, dass eine Regierungsübernahme der AfD notfalls auch mit Gewalt verhindert werden muss. > > Das ist ein mittelbarer Aufruf des Bundeskanzlers zur Gewalt gegen die AfD. Der klassische Fall von Volksverhetzung. Herr Merz, Sie tragen ab sofort die politische und strafrechtliche Verantwortung für Gewalttaten gegen Mitglieder und Unterstützer der AfD! > > – [@HGMaassen, 07.06.2026](https://x.com/HGMaassen/status/2063835945162445152) Ob man Maaßens strafrechtlicher Einordnung folgt, muss jeder selbst beurteilen. Sein erster Punkt aber steht: Nein, niemand im *System Merz* hat »den Verstand verloren«. Die sind sehr wohl Herren (und Damen) ihrer Sinne. »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!«, so sagte Jesus über seine Henker (Lukas 23:34). Die Leute im *System Merz* wissen sehr wohl, was sie tun. Die wissen es sehr genau, denn sie haben ja nicht den Verstand verloren. Wird ihnen Vergebung zuteil werden? *Kann* ihnen Vergebung zuteil werden? Gut, dass es nicht unsere Aufgabe ist, darüber zu urteilen. ## Welches dein System ist Du und ich halten uns ja jeweils für »normal«, sprich: Wir haben *nicht* »den Verstand verloren« – so wollen wir glauben. Wir könnten uns irren, denn: Der Mensch, der nicht die realistischen und tatsächlichen Konsequenzen seines Tuns bedenkt oder sie gar aktiv leugnet, dessen Tun könnte von außen betrachtet wirken, als habe er eben doch »den Verstand verloren«. Und dann noch die *persönliche System-Frage*: Die Redenschreiber des Herrn Merz wissen vermutlich, welchem System sie angehören, welchem System sie damit *dienen* und welches System damit *ihnen* dient. Die kennen *ihr* System. Kannst du mit sicherer Stimme sagen, welches *dein* System ist? --- ## Nachtrag, nach Leserhinweis Der Rechtsanwalt *Markus Haintz* hat nun Friedrich Merz wegen Volksverhetzung angezeigt, § 130 Abs. 3 Variante 3 StGB (Verharmlosung des nationalsozialistischen Völkermords) ([@Haintz_MediaLaw, 07.06.2026](https://x.com/Haintz_MediaLaw/status/2063691478094708743)). Friedrich Merz sollte nun, um ein Zeichen zu setzen, darauf bestehen, dass auch ihm eine überraschende, demütigende Hausdurchsuchung zuteil wird, inklusive vorab informierter Presse, welche [erniedrigende Bilder im Bademantel](https://dushan.org/essays/bademantel/) knipst. Und unabhängig von der Verurteilung sollte zunächst von einer [6 bis 12 Monate dauernden Untersuchungshaft](https://dushan.org/essays/ballweg-der-mann/) ausgegangen werden, [bei Sperre aller Konten](https://dushan.org/essays/wenige-stockwerke/), inklusive der Konten von Familienangehörigen. (Nein, ich erwarte nicht, dass es *wirklich* passiert. Eine solche »Strafe wegen falscher Meinung« hat Herr Merz ja auch nicht verdient. Genauso wenig wie die vielen »normalen« Bürger, die wegen deutlich harmloserer »Meinungsvergehen« außer-rechtsstaatlich bestraft werden.) - [Wie eine Pralinenschachtel leer](https://dushan.org/essays/pralinenschachtel-leer/) Merz ruft »Wir schaffen das!« – Merkels ausgelutschte Kamelle, neu serviert. Die Rhetorik der Regierung klingt, mit Trapattoni gesprochen, wie: Pralinenschachtel leer. Wusstet ihr, dass eine typische Pralinenschachtel genau 42 Pralinen enthält? Und, *stimmt* es überhaupt? Das ist zumindest das, was [@freiedenker heute früh behauptet hat](https://x.com/freiedenker/status/2063501493102076012). Ja, [@freiedenker](https://x.com/freiedenker/) ist der kleine Roboter, der uns automatisch berichtet (derzeit dreimal pro Tag), wie viele neue Texte auf [freiedenker.de](https://freiedenker.de/) erschienen sind. Ich nahm mir also diese mediale Pralinenschachtel vor und wollte sie mir schmecken lassen – doch was mussten meine Geschmacksnerven da bloß ertragen! Was für eine alte, labbrige, ausgelutschte Kamelle war darunter! Lasst mich gleich präzisieren: Nicht der *Artikel*, den ich meine, war ausgelutscht, durchgekaut und ausgespuckt. Es war das, was der Artikel zitierte. ## Ein unheiliger Geist Der Artikel selbst beschreibt es als *alten Geist*. Und es ist ja wahr, es ist ein *unheiliger* Geist, ein Gespenst, ein Dämon, der *hinter* diesem Spruch steckt. Der alte Kommunismus, der zuerst und zuletzt nur eines will: die Zerstörung des christlichen Abendlandes. Und dieser Dämon geht um in Europa, wieder und weiter. Der Kampfruf des altneuen Kommunismus *deutscher* Nation aber lautet: »Wir schaffen das!« Nein, »Proletarier aller Länder, vereinigt euch«, so etwas ruft der neue Kommunismus nicht mehr. Zu groß ist das Risiko, dass die Proletarier das dann auch *wirklich* tun und plötzlich die Opposition wählen. ([So etwas ist dann »unverzeihlich« und muss »rückgängig gemacht« werden.](https://dushan.org/essays/gurkenrepublik/)) Dieser Kommunismus ruft: »Wir schaffen das!« (In den USA entsprechend: »Yes we can!«) ## Der neukommunistische Wahlspruch Es war die ehemalige DDR-Funktionärin *Angela Merkel*, die der späten Bundesrepublik den neukommunistischen Wahlspruch verlieh, »wir« würden es schaffen ([Wikipedia »Wir schaffen das«](https://de.wikipedia.org/wiki/Wir_schaffen_das)). Sie schien zu meinen, dass die Lohnsteuerzahler Deutschlands eine Milliarde Migrationswilliger aus der ganzen Welt aufnehmen und nach dem (früheren) deutschen Sozialstaat-Standard versorgen – lebenslang! –, während diese die sozialen Gewohnheiten ihrer Heimatländer in Deutschland etablieren. Ja, dieses »Wir schaffen das!« ist eine ausgelutschte Kamelle, die nie gut schmeckte, ein ausgespucktes Bonbon, herumgerollt im Dreck der Geschichte. ## Wer ist Merz’ Redenschreiber? Umso erstaunlicher, dass der stets frische Weltmann *Friedrich Merz* jüngst auf dem Landesparteitag der CDU Mecklenburg-Vorpommern in Linstow genau diesen Slogan »Wir schaffen das!« in den Mund nahm. Es wird berichtet: > »Wir schaffen das, wir können das schaffen, wenn wir alle zusammenstehen und wenn wir wieder selbst aneinander glauben«, rief der Kanzler den Delegierten zu. > > – [tichyseinblick.de, 7.6.2026](https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/merz-wir-schaffen-das/) Wenn wir wieder selbst aneinander glauben?! Wer ist Friedrich Merz’ Redenschreiber? Eine 16-Jährige im noch frischen Rausch ihrer *Der-Alchemist*-Lektüre? ChatGPT in der Version von 2023? Oder gar er selbst?! Die *dpa* glättete den Satz übrigens nachträglich zu »an uns selbst glauben« – die Agentur schreibt dem Kanzler bessere Reden als sein Redenschreiber (siehe etwa [t-online.de, 6.6.2026](https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_101285882/merz-zur-modernisierung-deutschlands-wir-schaffen-das-.html)). Dabei ist es auch denkbar, dass Merz *wirklich* sagen wollte, dass wenn wir schon nicht an uns selbst, wir zumindest *aneinander* glauben sollen. (Ja, es ist ein Elend.) Wer wissen will, was Merz *wirklich* sagt, sollte besser [freiedenker.de](https://freiedenker.de/) konsultieren. Man könnte es auch [bei YouTube selbst begutachten](https://www.youtube.com/watch?v=oTJylNff9h8). (Es ist *kein* Qualitätszeugnis für Merz, dass die AfD einfach nur einen ungeschnittenen Original-Clip von Merz hochladen muss, um für *sich* Wahlkampf zu machen.) Der von Merz heraufbeschworene Geist ist derart falsch, dass zu widerlegen ihn nicht lohne. Im Essay [»Wir lernen das!«](https://dushan.org/essays/wir-lernen-das/) notierte ich, dass als Wahrheit offensichtlich wird, was mathematisch stets wahr war: »Wir schaffen das nicht!« Doch darum geht es nicht. Darum ging es Merkel nicht, darum geht es vermutlich auch jenem Herrn nicht, den »Lügenfritz« zu nennen vom Staat bestraft wird – und zwar explizit unabhängig davon, ob es *sachlich* korrekt ist, das so zu sagen ([jungefreiheit.de, 2.6.2026](https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2026/merz-als-luegenfritz-bezeichnet-gericht-verhaengt-geldstrafe/)). Die Umfragewerte der Regierungsparteien sind denkbar mies, doch »Berlin«, so soll der Wahrheitsfriedrich gesagt haben, habe »die Kraft und die notwendige Geschlossenheit«. – Aha. ## Wie eine Flasche leer Der Bayern-München-Trainer *Giovanni Trapattoni* prägte 1998 in seiner *Wutrede* die legendäre Formulierung »schwach wie eine Flasche leer«. Italienisch praktiziert die postnominale Adjektivstellung. Erst sagt man, wovon man redet, etwa *Flasche*, dann dessen Eigenschaften, also *leer*. Trapattoni meinte aber wohl, [so der Linguist *Ludger Hoffmann*](https://home.edo.tu-dortmund.de/~hoffmann/PDF/Trap.pdf), die *metaphorische* Flasche, also die *bottiglione*, die etwa »fauler Sack« bedeutet – aber ähnlich wie »du Flasche« im Deutschen. Es passt. Je nachdem, ob es unter § 188 StGB (»Majestätsbeleidigung«) fällt, sage ich oder sage ich nicht, dass die Rhetorik der deutschen Regierung sich anhört wie *Pralinenschachtel leer*. Man hat nichts mehr. Man holt Ausgelutschtes hervor. Man gibt Durchhalteparolen aus. Der neue Kommunismus spricht die Sprache des alten, und er ist wieder kraftlos und gefährlich zugleich. Ein wenig tut es mir leid um Leute, die ihre Hoffnung auf die Politik setzen. Oder gar auf die Olle-Kamellen-Parteien. Aber wenn es ihnen schmeckt, dann sollen sie doch! - [NEU: freiedenker.de](https://dushan.org/essays/neu-freiedenker-de/) Es sind irre Zeiten – und zu viele Menschen denken »im Gleichschritt«. Wie gut, dass es Denker gibt, die noch frei in ihren Gedanken sind – und die ihre Gedanken für uns aufschreiben. Danke, Freie Denker! Ja, es ist schlimm, und das Schlimmste ist diese *Dämlichkeit*, ich weiß. Und seien wir stets ehrlich: Nicht jeder traut sich heute noch, allein oder ohne Schutzhelm mit den Kollegen oder Verwandten über Politik zu reden. Über die simple Realität etwa. Oder auch nur über’s Wetter! »Relativ kühl heute«, so murmelst du vor dich hin, nichts Böses im Schilde führend, zumindest nicht mehr und nicht böser als üblich. »Gut, dass ich die Strickjacke mitgenommen habe«, so willst du noch sagen, da wirst du plötzlich laut angeraunzt: »Was meinst du mit ›relativ kühl heute‹?! Bist du gar ein [Klimawandel-Leugner](https://www.youtube.com/watch?v=NxiplavOl0Q)?!1!« Die Kunst des Lebens besteht heute darin, nicht am Wahnsinn der Zeit selbst noch wahnsinnig zu werden. Guter Rat ist bekanntlich rar, besonders wenn die Leute ein Rad ab haben. Rar ist er, der gute Rat, aber nicht nicht vorhanden! Wie ihr wisst, liebe Leser, habe ich, auf den Rat eines lieben, klugen Menschen hin, vor bald einem Jahrzehnt die *Freien Denker* ins Leben gerufen. Äonen vor der Künstlichen Intelligenz habe ich mit Stein und Meißel den Code geschrieben, der die neuesten Blogposts von *freien* deutschsprachigen Schreibern einsammelte – und euch wohlgeordnet zur Verfügung stellte. Die Internet-Adresse der freien Denker war *dushanwegner.com/freie-denker*. »Moment!«, so höre ich den aufmerksamen Leser rufen, »warum die Vergangenheitsform *war*?!« »Gut bemerkt«, antworte ich, wissend schmunzelnd. Denn die *Freien Denker* haben jetzt eine eigene Domain. Die Domain der Freien Denker ist: [freiedenker.de](https://freiedenker.de). Es ist weiterhin dieselbe Idee, derselbe Macher und für den Start auch dieselben freien Denker. Und wenn wir schon die Domain neu machen, braucht es auch einen neuen Kommunikationskanal: X (Ja, der Dienst, den wir Älteren als *Twitter* kennen.) Das Freie-Denker-Handle bei X ist: [@freiedenker](https://twitter.com/intent/follow?screen_name=freiedenker&reference=zursion). Dort lest ihr spannende automatische Nachrichten wie diese: > ☕ Mahlzeit! Seit heute Morgen 36 neue Texte, 54 heute. > > – [@freiedenker](https://x.com/freiedenker/) Und wenn ihr Feedback und Vorschläge habt, dann ist X genau die richtige Plattform, etwa um öffentlich zu diskutieren, wer aufgenommen wird. Ja, sie ist schlimm, diese Dämlichkeit der Leute heute. Ach, sollen sie doch im Gleichschritt aufstapfen, wenn sie nur wenigstens nicht alle im Gleichschritt gen Abgrund marschierten! Wie gut, dass zumindest *einige* Menschen 1. zu *denken* wagen, 2. sich dabei [die Freiheit nehmen](https://dushan.org/essays/die-freiheit-nehm-ich-mir/) und 3. dieses freie Denken auch in organsierten Sätzen fixieren. Ich danke jedem einzelnen *freien Denker* dafür, dass er uns an seinen Gedanken teilhaben lässt. Ihr gebt uns die Hoffnung, dass die Dummheit noch nicht *vollständig* gewonnen hat. Und ich danke jedem einzelnen *meiner* Unterstützer dafür, dass ihr meine Arbeit über die Jahre begleitet und möglich macht. Die Domain fürs Dankesagen ist auch weiterhin: [danke.dushanwegner.com](https://danke.dushanwegner.com) Nun also, liebe freie und freiheitsuchende Wegbegleiter, genug *meiner* Worte – wendet euch den Worten der freien Denker zu! (Ja, die Domain ist [freiedenker.de](https://freiedenker.de/).) - [Wähle deine Schlachten](https://dushan.org/essays/deine-schlachten/) Jedes wahre Vermächtnis wurde erkämpft. Jeder echte Kampf riskiert wirkliche Zerstörung. Du kannst nicht alle Schlachten schlagen. Akzeptiere also, dass du klein bist, und wähle deine wirklich wichtigen Schlachten. Was hat der Mensch, das er mitnehmen könnte? Nackt kommst du an, verwelkt gehst du. Es gibt wenig, das du am Ende mitnehmen wirst. Deine Seele und ihre Errungenschaften, mehr nicht. Doch während wir wenig mitnehmen, können wir dennoch etwas hinterlassen. Erinnerungen und Kinder und Nachlässe und Geld und Schulden, nun ja: Dinge. Die Frage ist also: Was ist es wert, hinterlassen zu werden? Geld ist nützlich, könnte aber verschwendet werden. Häuser sind nützlich, könnten aber beschlagnahmt werden. Ein guter Name ist nützlich, könnte aber beschmutzt werden. Lehren mögen nützlich sein, werden aber wahrscheinlich zwei Generationen später vergessen sein – oder irrelevant. Nein, ich will dich nicht davon abhalten, auf diese oder jene Weise ein Vermächtnis zu hinterlassen. Nur zu! Wenn du nicht von deinem Vermächtnis getrieben wirst, wirst du wahrscheinlich von ziemlich vulgären Dämonen getrieben, wie höflich du auch dabei vorgehen magst. Aber welches Vermächtnis du auch immer zu hinterlassen wählst, jene, die es wert sind, hinterlassen zu werden, haben eines gemeinsam: Sie waren es *wert, für sie zu kämpfen*. Die Idee, die Villa, die Fabrik – was auch immer du hinterlassen willst: Du hast hart gekämpft, um es zu erwerben, um es dir zu eigen zu machen. Oder jemand anderes hat gekämpft und hart gearbeitet. Und du musstest sicherlich kämpfen, um es zu bewahren. Um es vor den Zeiten, vor den Menschen und vor deinen eigenen Dämonen zu schützen. Ich traf heute einen Mann, der einen ehrenhaften Kampf für eine ehrenhafte Sache führte. Doch ich weiß, dass er mehr als einen Kampf führt. Jeder Kampf birgt erhebliches Risiko, oder es ist kein Kampf, sondern eine Pflicht. Das Risiko zu scheitern und dadurch Zeit und Ressourcen zu verschwenden. Das Risiko der Zerstörung. Das Risiko, ausgelöscht zu werden. Das Risiko, deine Kampfkraft überhaupt zu verlieren. Eine Reihe kampfspezifischer Risiken. Was also tun, wenn ein echter Kampf immer das Risiko echter Zerstörung birgt und ein echtes Vermächtnis einen echten Kampf erfordert? Das Vermächtnis aufgeben? Ja, du *könntest* darauf verzichten, ein Vermächtnis zu hinterlassen. Leider habe ich mehr als eine Person getroffen, die das getan hat. Sie beschönigen ihren Mangel an Vermächtnis meist als „im Moment leben" und so weiter. Was tun? Aufgeben oder sich selbst aufreiben? Nun, wir haben ein Sprichwort: Wähle deine Schlachten. Ich sage nicht, dass du nicht für die Wiederherstellung des gesunden Menschenverstands kämpfen solltest, für deine Nation und dein Volk, für deine Vorstellung von einem besseren Morgen. Ich sage: Kämpfe, aber wähle deine *wirklich* wichtigen Schlachten – und überlasse die anderen den anderen. Akzeptiere, dass du klein bist, und wähle dein Schlachtfeld mit Bedacht aus. Selbst der reichste oder mächtigste Mann der Welt kann nicht *alle* Kämpfe aufnehmen, geschweige denn du. Was hat der Mensch, das er mitnehmen könnte? Du nimmst wenig mit außer deiner Seele, aber du hinterlässt, wofür du gekämpft hast, und wenn du für die gute Sache gekämpft hast, nimmst du wohl auch etwas davon mit. - [Leos Haus](https://dushan.org/essays/leos-haus/) Stell dir vor, du kommst von der Schule heim – und dein Haus ist verschwunden. Wir hatten ein Feld hinter unserem Haus. Mein Sohn spielte dort früher mit zwei Mädchen aus der Nachbarschaft. Sie waren damals Kinder, und von unserer Terrasse aus konnten wir ihnen beim Spielen zusehen. Eines Sommers bauten sie ein Haus auf dem Feld. Ein Haus aus Ästen und Pappe, vor dem Hintergrund eines großen grauen Feldsteins. Sie bauten Tage und Wochen an ihrem Haus. Sie steckten ihr ganzes kleines Herz hinein. Sie nahmen Kekse und Saft von zu Hause mit, richteten eine Fliese als Tisch her und aßen dort ihr Mittagessen, stolz und glücklich. Abends, zu Hause, zerrte mein Sohn uns auf unsere Terrasse, um sein Tagewerk zu bewundern (als ob wir ihm nicht den ganzen Tag über zugeschaut hätten). Er erklärte, was sie bisher geschafft hatten. Welches Holzbrett er von wo hergeschleppt hatte. Welche Blumen sie „gefunden" hatten, um ihr Haus zu schmücken. Sie waren glücklich. Er war glücklich. Wir waren glücklich. Eines Tages kamen zwei städtische Arbeiter und rissen das Haus ab. Sie sammelten den Tisch und die Blumen und all die Dekorationen in einen Müllsack, fegten das Erdfeld tatsächlich „sauber" und luden alle Bretter und Äste auf einen kleinen Lastwagen. Das war’s. (Das letzte Mal, dass Leo sich an sein Haus-auf-dem-Feld erinnerte, war gestern.) - [Paris war ein Fest fürs Leben](https://dushan.org/essays/paris-war-ein-fest-fuers-leben/) Paris brennt, wieder mal. Ein Fußballspiel wurde von »jungen Männern« zum Anlass genommen, ein wenig Bürgerkrieg zu spielen. Doch tatsächlich ist es ein Krieg gegen Frankreich, gegen Europa, gegen alles, was hier einst als gut und heilig galt. Ein lieber Mensch, mir wohlbekannt, teilte mir *ausgerechnet gestern* mit, dass er den Sommer nächstes Jahr gern in Frankreich verbringen wollte. Er legt gerade ein Französisch-Zertifikat nach dem anderen ab, und er hat Spaß an *Oui* und *Bonjour*. Ich aber dachte bei mir: Frankreich ist ein zerbrechendes Land. Erst zerbricht es entlang der Trennlinie zwischen den Franzosen und Einwanderern. Und dann zerbricht es entlang einer weiteren Trennlinie. Lasst mich erklären! ## Spaziergänge an der Seine Wir waren ja damals – früher – öfter in Paris. Auch mit den Kindern. Schön war sie, die Stadt. Spaziergänge an der Seine. Sich willig verlaufen und so Ecken entdecken. Herumlungern unterm Eiffelturm. Auf den Spuren von *Le Fabuleux Destin d’Amélie Poulain* und *Midnight in Paris*. Temps perdu, verlorene Zeiten. Der Eiffelturm ist inzwischen mit Glaswänden abgeriegelt. Jean-Pierre Jeunet, der Regisseur der *Fabelhaften Welt*, will keinen zweiten Teil drehen, weil Paris heute »zu hässlich« ist ([business-standard.com, 9.5.2019](https://www.business-standard.com/article/pti-stories/paris-is-ugly-now-jean-pierre-jeunet-on-why-he-won-t-make-amelie-sequel-119050900466_1.html)). Es war ein Frankreich, bevor Notre Dame brannte (siehe auch den Essay [»Der Brand der Kathedrale Notre-Dame de Paris am 15. April 2019«](https://dushan.org/essays/brand-notre-dame-de-paris/)). Ein Frankreich, in dem noch nicht alle *zwei Wochen eine Kirche verschwand* ([tribunechretienne.com, 24.2.2025](https://tribunechretienne.com/une-eglise-disparait-en-france-toutes-les-deux-semaines-le-grand-deni-francais-face-a-la-persecution-des-chretiens/)). ## Ein Krieg gegen Frankreich Ich schreibe, dass jener Mensch »*ausgerechnet* gestern« die Idee äußerte, den kommenden Sommer in Frankreich verbringen zu wollen, weil just in der Nacht von gestern auf heute »junge Männer« (laut aktuellen Berichten vorwiegend Migranten aus Nordafrika) ein klein wenig Bürgerkrieg spielten ([cnews.fr, 31.5.2026](https://www.cnews.fr/france/2026-05-31/ligue-des-champions-416-interpellations-sept-policiers-blesses-un-commissariat)). Ein Krieg gegen Frankreich. Flammen und Trümmer, immer wieder aufgepeitschte Männerhorden. [@elonmusk, 31.05.2026](https://x.com/elonmusk/status/2060913203542913258) zeigt eines der Videos, und schreibt dazu lakonisch: »Problems in Paris«. Andere Bilder zeigen etwa, wie eine Frau aus einem Auto gezerrt wird ([@MarioNawfal, 31.05.2026](https://x.com/MarioNawfal/status/2060937991489466640)). Und immer wieder brennende Fahrzeuge und »junge Männer«, die grundlos teure Scheiben einschlagen und Paris zerstören ([@anandrajan706, 31.05.2026](https://x.com/anandrajan706/status/2060928291083833527)). Warum tun die »jungen Männer« das? Formeller Anlass war irgendein Fußballspiel. Doch wir ahnen, dass die Motive andere sind. Da brennt ein anderes Feuer, das diese Feuer anzünden will. In kältestem Hohn jubelt der regierende Ex-Banker: > Une nouvelle étoile brille sur Paris ! Bravo au PSG qui fait rêver toute l’Europe. La France est fière. > > – [@EmmanuelMacron, 30.05.2026](https://x.com/EmmanuelMacron/status/2060798742945562929) Das bedeutet übersetzt: »Ein neuer Stern erstrahlt über Paris! Glückwunsch an PSG, das ganz Europa zum Träumen bringt. Frankreich ist stolz.« Man kann gar nicht anders, als an *Nero* zu denken, der fröhlich gefiedelt haben soll, während Rom brannte. ## Remigration oder Existenz Inzwischen wird weltweit offen ausgesprochen, dass Europa nur zwei Optionen hat: a) Remigration oder b) seine Existenz (als westliches Land) verspielen. Zu den schrägsten der westlichen Schräglagen gehört: Das »Existenzrecht Israels« wird als Dogma gesetzt, und eine Kritik an den Kriegshandlungen dieses Staates wird bereits als Verstoß gegen dieses Dogma gewertet und soll bestraft werden. Derweil ist die blanke Existenz des christlichen Europas ganz konkret bedroht, stellenweise existiert es schlicht nicht mehr. Doch die Klage darüber wird von denselben Stellen bestraft. Es ist ja nicht das erste Mal, dass es in Frankreich brennt. Es ist mehr so ein pulsierender Dauerzustand. 2023 schrieb ich: > In Frankreich »glimmt« es seit Jahren, immer wieder brechen Feuer aus. Macron verspricht, die Zuwanderung zu bremsen. Jetzt aber wirklich. – Problem: Kipppunkt ist womöglich überschritten, man müsste Jahrzehnte rückgängig machen. Wie soll das gehen? > > – Essay 25.8.2023 – [»Macron gegen mehr Zuwanderung«](https://dushan.org/essays/macron-macht-es/) Ja, der Kipppunkt war wohl tatsächlich 2023 bereits überschritten. Ohne Remigration im ganz großen Stil wird es *nicht* »wieder gut werden«. Nein, die jungen Männer, die Paris anzünden, werden nicht durch noch mehr Sozialmaßnahmen zu Gauloises-rauchenden, Voltaire-lesenden Flaneuren werden. Es ist ein Entweder-Oder. ## Frage nach dem Nutzen All dies wird mir bewusst, wenn die Idee vorgebracht wird, den kommenden Sommer in Frankreich zu verbringen. Zu beachten dabei: *Frankreich*, nicht *Paris*. Es ist ja durchaus realistisch, dass sich weit entfernt von Paris, in einer der reichen Städte im Süden etwa, auch in einem Jahr noch schöne Wochen verbringen lassen. Doch es ist nicht (nur) die *öffentliche Sicherheit*, die mich davon abhält, in jubelnde Zustimmung zu verfallen. Mein Zögern ist *pragmatisch*. Ich frage nach dem *Nutzen*. Sicher, es weitet den Intellekt und »kommt gut an«, Französisch zu sprechen. Sicher, es ist förderlich, französische Denker im Original zu lesen (und hoffentlich zu verstehen). Auch den ein oder anderen französischen Katholiken zu studieren, lohnt sich – ob nun über die Nachahmung oder übers Beharren. Doch braucht es für jene oft erwähnte *Zukunft* wirklich *Französisch*? ## Mehr gestorben als geboren In Frankreich sind 2025 mehr Menschen gestorben, als neue Menschen geboren wurden ([de.euronews.com, 13.2.2026](https://de.euronews.com/2026/02/13/babyflaute-frankreich-demografie-geburtenrate)). Umfragen bestätigen das Offensichtliche ([wiwo.de, 23.1.2024](https://www.wiwo.de/politik/europa/geburtenrate-abstieg-eines-vorbilds-geburtenrate-in-frankreich-stuerzt-ab/29616048.html)): Selbst Menschen, die *eigentlich* eine Familie gründen wollen, sehen sich aufgrund der Lebenshaltungskosten und des Wohnungsmangels dazu nicht in der Lage. Und »gebildete« französische Frauen wollen außerdem Karriere machen, wobei ein Kind nur »stören« würde. Warum sollte man also Lebenszeit investieren in die Sprache einer Nation, deren Städte niedergebrannt werden und deren Volk de facto *ausgetauscht* wird? Welche *heutigen* Kulturleistungen Frankreichs formen die Welt? All die tollen Filme, Bücher und Philosophien sind *von früher*. Ich weiß, Frankreich verfügt durchaus über technologische Entwicklungen. Nukleartechnik etwa. Flugzeugtechnik (Airbus), Raketentechnik (ArianeGroup) oder Waffen (z. B. Dassault Rafale). Und sogar ein KI-System namens *Mistral*, das zwar hinter US-KI-Anbietern wie Anthropic hinterherhinkt, dafür aber seine Daten eben in der EU behält. Außerdem wird in Frankreich an Quantum-Technologie (Pasqal, Quandela et al) geforscht, und darin ist man tatsächlich auf Weltniveau. *Alle* diese Entwicklungen aber sind auf staatliche Unterstüzung angewiesen. Flugzeuge und Nukleartechnik kommen dem einfachen Bürger zugute. Entwicklungen wie Quantum-Computer dagegen haben das Potenzial, einige wenige Superreiche in noch mal ganz andere Dimensionen des Superreichtums zu katapultieren. (Funktionierende Quantencomputer könnten alle Verschlüsselungen der Welt mit Leichtigkeit knacken und vermutlich KI mit einem vierstelligen IQ hervorbringen.) Diese technischen Entwicklungen sind den meisten Menschen weltweit aber nicht bewusst. Wenn Menschen über Frankreich denken, dann denken sie an Schaumwein, Kleidung und Handtaschen. Denn das ist tatsächlich wahr: Frankreich verkauft weltweit begehrte Luxusgüter. LVMH etwa ist ein großer französischer Konzern für Luxusgüter, und sein Chef Bernard Arnault ist einer der reichsten Menschen des Planeten. Doch angelehnt an ein Argument von Alice Weidel: Wenn das Zusammennähen von Handtaschen das prominenteste Produkt eines Landes ist (soweit die überhaupt *wirklich* noch in Frankreich genäht werden), wie relevant sind das Land und seine Sprache *wirklich* für die Zukunft? Ich weiß es nicht, ob jener liebe Mensch den nächsten Sommer wirklich in Frankreich verbringen wird. Zunächst ist ja *dieser* Sommer zu überstehen. ## Superreich und bettelarm Frankreich ist ein zerbrechendes Land. Wir sehen die Bilder vom Zerbrechen zwischen Franzosen und Einwanderern. Die Franzosen in Frankreich werden erst verdrängt, von Paris aus, dann werden sie aussterben. Ein je nach Perspektive dystopisches oder realistisches Szenario klingt so: Die *eigentliche* Trennlinie in Frankreich wird mittelfristig die zwischen *superreich* und *bettelarm* sein. Eine superreiche, französisch-globale Elite, die in bewachten Palästen wohnt. Und eine arme, bildungsferne Klasse, die nach erster Freiheit bald gezwungen wird, einfache Dienstleistungen durchzuführen. Die Frage also, ob man sein Französisch vertiefen sollte, scheint mir tatsächlich eine größere, globale Frage zu sein: Auf welcher Seite welcher Trennlinien werde ich mich wiederfinden? Werde ich realistischerweise mit den französischen Eliten zu tun haben oder doch eher mit der Bevölkerung? Für den ersten Fall empfiehlt sich vielleicht zuerst der Kurs »wie werde ich *eingeweihter* Milliardär in 30 Tagen«. Für den zweiten Fall aber nützt dir der Französischkurs eher wenig. Da braucht es eine Sprache mit mehr Gutturalen und weniger nasalen Vokalen. ## Ein Fest fürs Leben Ach ja, wir seufzen. Und mit Hemingway sagen wir: Wer das Glück hatte, als junger Mensch in Paris zu leben, dem bleibt diese Erinnerung ein Leben lang erhalten, egal, wohin er für den Rest seines Lebens geht, denn Paris ist ein Fest fürs Leben. Vielleicht wäre es genauer zu sagen: Paris *war* ein Fest fürs Leben. »We’ll always have Paris« – uns bleibt immer noch Paris, so sagt Rick im Film Casablanca, doch vergessen wir nicht, dass er von einer *Erinnerung* sprach. - [Wenige Stockwerke, wenn überhaupt](https://dushan.org/essays/wenige-stockwerke/) 2024 verglichen wir Deutschland mit einem, der aus dem 10. Stock fällt – und sich ans Fallen gewöhnt. 2026 rauschen die Stockwerke weiter vorbei: Ausreiseverbote, Zensur, Sanktionen. Sind wir längst »aufgeschlagen« und wollen es nur nicht wahrhaben? [»Schon wieder eins – und noch eins!«](https://dushan.org/essays/die-drohungen/), so schrieb ich 2024, und so ist es noch immer wahr. Erst erzählte ich einen bekannten Witz nach: > Ein Mann fällt aus dem Fenster, aus dem zehnten Stock. Irgendwann, am ersten Stock vorbeifliegend, sagt er: »Bis hierhin ist alles gut gegangen.« > > – [Essay vom 26.1.2024](https://dushan.org/essays/die-drohungen/) Ich baute jenen Witz dann zur Parabel über die Neuzeit aus. Denn, so überlegte ich, der Fallende wird ja nicht erst beim ersten Stock über seine Situation nachdenken! Wahrlich nicht! Zunächst ist er ja denkbar panisch, wenn etwa die neunte Etage vorüberrauscht, dann die achte und so weiter. Irgendwann aber setzt beim Fallenden so etwas wie *Gewöhnung* ein; der Fallende hat sich *ans Fallen gewöhnt*. Er sieht ein Stockwerk vorbeirauschen. Dann wieder eins und dann eben *schon wieder* eins – so denkt er. Warum aber sich jedesmal wieder aufregen? Niemand mag den Miesepeter, nicht mal der Miesepeter selbst mag sich. Der Aufprall auf dem Gehweg schließlich wird auf paradoxe Weise gleichzeitig *überraschend* und *nicht-überraschend* kommen. *Überraschend*, weil man sich daran gewöhnt hat, konsequenzlos an Fenstern vorbeizurauschen. Und dann kommt die harte Landung eben doch *nicht* überraschend, weil eine Stimme im Hinterkopf es die ganze Zeit *wusste*. Wenn ein echter Mensch tatsächlich aus einem echten zehnten Stock fallen sollte, würde der Fall etwa zweieinhalb Sekunden dauern, dann wäre der irdische Teil seines Lebens vorüber. Bei Nationen und Gesellschaften dauert der Fall schon mal länger. Jahrzehnte oder sogar ein Jahrhundert sind im Maßstab der großen Geschichte ein Wimpernschlag, ein Augenblick. ## Werte und Kennzeichen So beschrieben wir 2024 die Kennzeichen, dass Deutschland *wieder* in Richtung einer Diktatur abstürzte. Heute, im Jahr 2026, zeigt Deutschland weiter Symptome des Abgleitens. Und die Symptome der nächsten Diktatur werden naturgemäß ärger, eindeutiger, furchterregender. Diese Woche etwa erlebten wir, dass die deutschen Behörden laut Berichten Bürgern wieder die Ausreise verbieten, wenn ihnen deren politische Meinung nicht passt ([@max_maerkl, 28.05.2026](https://x.com/max_maerkl/status/2059949465604112457)). Angeblich tun sie das, um das Ansehen Deutschlands im Ausland nicht zu beschädigen. Das angebliche Ansehen Deutschlands steht in seiner Bedeutung also weit über den Grundrechten der Bürger. Das sind die Werte und Kennzeichen einer Diktatur, oder nicht? Die Verfolgung und die im Endeffekt außer-rechtsstaatliche Bestrafung Andersdenkender durch Hausdurchsuchung (siehe Essay [»Warum lachten die Staatsanwälte?«](https://dushan.org/essays/der-staat-lacht/)) waren womöglich nur die hässliche Vorstufe. Diese Woche lasen wir, dass die Landesmedienanstalten davon träumen, mit Künstlicher Intelligenz *vorab* zu zensieren, was im Internet gesagt wird ([apollo-news.net, 27.05.2026](https://apollo-news.net/eingriff-in-den-algorithmus-uploadfilter-gegen-hetze-daran-arbeiten-deutschlands-medienregulierer/). Unklar, wie das mit dem Grundgesetz zu vereinbaren wäre; siehe auch [cicero.de, 29.05.2026](https://www.cicero.de/innenpolitik/plane-zur-aufrustung-der-landesmedienanstalten-wenn-der-staat-entscheidet-was-man-lesen-darf). Man sagt, dass man doch nur »Hetze« vorab filtern will, und du bist doch nicht *für* Hass und Hetze, oder? Nun, es gilt für deutsche Behörden, was ich schon 2018 formulierte: [»Deine Meinung ist Hass, und Hass ist keine Meinung«](https://dushan.org/essays/hass-ist-keine-meinung/). Übrigens will man auch Blasphemie automatisch vorab filtern, wenn diese den »öffentlichen Frieden« stören könnten ([@CollinFrMcMahon, 27.05.2026](https://x.com/CollinFrMcMahon/status/2059630669559431320)). Sprich: Wenn du als religiöser Fanatiker nur aggressiv genug auftrittst oder sogar Terror androhst, werden die Behörden kuschen und die Kritik an deiner Religion vorab löschen. ## Also frieren sie Wenn deutsche Behörden nicht gerade *eigene* Diktatur-Träume wahr werden lassen, setzen sie willig diktatorische Maßnahmen der EU um. Berichten zufolge lässt die EU schon mal Journalisten »sanktionieren«. Ohne Anklage, Verfahren oder Urteil, ja sogar ohne Ankündigungen, werden missliebige Publizisten wirtschaftlich *vernichtet*. Deutsche Behörden setzen das willig um – *etwas* funktioniert also noch in Deutschland ([ostdeutscheallgemeine.com, 28.05.2026](https://ostdeutscheallgemeine.com/article/das-eu-sanktionsregime-wie-der-deutsche-rechtsstaat-endgueltig-ins-wanken-geraet-10038878)). Wenn die Opfer sich aber juristisch wehren wollen, brauchen sie einen Rechtsanwalt – doch da ihre Konten gesperrt sind, können sie keinen bezahlen. Deshalb können sie einen Antrag auf Freigabe ihres Geldes stellen – bei den Behörden, die sie verklagen wollen! Vielleicht könnten sich die EU-Opfer aber Geld *leihen*, etwa bei ihren Verwandten, so denkt ihr vielleicht. Nun, das dachten sich die Beamten wohl auch – also frieren sie laut Berichten auch die Konten der Gattin und sogar der Mutter ein ([@hussedogru, 28.03.2026](https://x.com/hussedogru/status/2059595758337179820), [tichyseinblick.de, 28.05.2026](https://www.tichyseinblick.de/meinungen/der-fall-dogru))). All das wohlgemerkt ohne Anklage oder Verfahren. »Ein falsches Wort kann Freiheit kosten«, so warnte Cem Özdemir heute auf X ([@cem_oezdemir, 29.05.2026](https://x.com/cem_oezdemir/status/2060302825406578848)). Er sprach allerdings über die Türkei. Stand 15:30 Uhr, etwa drei Stunden später, wiesen ihn anderthalbtausend Kommentare darauf hin, was für eine Heuchelei das für einen deutschen Politiker ist (vor allem wenn er den offen totalitären Grünen angehört). Ich bin wahrlich nicht der einzige, der sich fragt: Wenn das alles eine »Demokratie« ist, was bitte ist dann eine Diktatur? ## Ein weiteres Fenster Und das alles sind »nur« Meldungen um Deutschland. Großbritannien etwa ist noch weiter durchgefallen. Jede einzelne dieser Meldungen ist wie ein weiteres Fenster, das an uns Fallenden vorbeirauscht – auf unserem Weg gen Gehweg. Und noch eines. Und dann wieder eines. Bis keine Fenster mehr übrig sind. ## Womöglich bereits Was lernen wir nun aus all dem, liebe Leser? Ich erlebe dieser Tage, wie *schlaue* Leute zu denkbar *dummen* Vorhersagen über die Zukunft und zukünftige Möglichkeiten gelangen, mal explizit und zu oft *implizit* (zur *Schlauheit* siehe auch meinen Essay [»Du sollst nicht schlau sein«](https://dushan.org/essays/nicht-schlau/)). Zu viele Menschen gehen bei ihrer Schlauheit von Prämissen aus, die ihnen einst in der Schule als Wahrheit und Denkprinzip beigebracht wurden – und gefährlicher Quatsch sind. In jenem Essay mit dem Mann, der aus dem zehnten Stock fiel, schrieb ich gegen Ende: > Die Fenster rauschen vorbei, das stimmt. > > Doch noch sind wir nicht ganz aufgeschlagen, auch wenn wir inzwischen das Moos zwischen den Gehwegfliesen ausmachen können. > > Noch wäre ein klein wenig Zeit, andere Metaphern für Deutschland zu schreiben. > > – [Essay vom 26.1.2024](https://dushan.org/essays/die-drohungen/) Ich bezweifle, ob ich das heute noch so schreiben würde. Spätestens wenn Behörden abweichende Meinungen automatisch zensieren und Menschen ohne Anklage und Verfahren vernichtet werden – Sippenhaft inklusive –, sind wir womöglich bereits *aufgeschlagen* und wollen es nur *leugnen*. »Es gibt mehr Ding’ im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt«, so versichert uns Shakespeare (in der deutschen Übersetzung). Ach, es ist noch viel gespenstischer: Eure Schulweisheit ist der *eigentliche* »Traum« – und die Realität ist eine ganz andere. Ist es gruselig? Ist es furchterregend? Ja, natürlich. Doch auf gewisse Weise bin ich *frei*. Weil ich mir eingestehe, dass es ist, wie es ist. - [Stolz oder Mord – was wiegt schwerer?](https://dushan.org/essays/stolz-oder-mord/) Was ist schlimmer: Stolz oder Mord? Beides hat die Eigenschaften, Gesellschaften zu zerstören. Und doch sagen die Weisen, dass Stolz auf gewisse Weise schlimmer ist. Was meint ihr? *Stolz* oder *Mord* – was ist die schlimmere Sünde? Die richtige Antwort könnte von einem Rechtsanwalt stammen: *Es kommt drauf an!* Um dann zu präzisieren: Es kommt drauf an, was man unter *schlimmer* versteht. Einen Menschen aus niederen Beweggründen zu töten, wiegt in *einigen Aspekten* schwerer, etwa darin, dass ein Mord den Zusammenhalt der Menschheit in ihren Grundfesten attackiert. Eine Gesellschaft, in der Mord eine Option ist, *kann* nicht funktionieren. (Es ist bezeichnend, dass Gesellschaften, in denen etwa der »Ehrenmord« praktiziert wird, regelmäßig kollabieren – woraufhin zu oft die Praktizierer in andere Länder weiterziehen, um dort den Kollaps der Gesellschaft zu begleiten. Der »Ehrenmord« ist ja nur *eine* Konsequenz gewisser moralischer Gewichtungen.) Mord ist schrecklich und wiegt schwer, kein Zweifel. Und doch ist für die alten Kirchenlehrer ausgerechnet *der Stolz* – oder: *der Hochmut* – in wichtigen Dimensionen *die schlimmste der Sünden*. Manche sagen statt *Sünde* auch *Laster* oder *Veranlagung zur Sünde*. (Eine interessante, aber anderweitig zu führende Debatte.) Stolz ist auf gewisse Weise schlimmer als Mord, denn Mord zerstört den Leib des anderen Menschen, doch der Stolz zerstört die eigene Seele. »Nein, nein, nein«, so höre ich euch rufen, »ich bin stolz auf meine Kinder und stolz auf Leistung! Hat der Wegner nicht selbst durchaus [positiv über den Stolzmonat geschrieben](https://dushan.org/essays/stolzmonat/)?« Ich erkläre also: Den *Stolz*, den ich hier meine, beschreiben die Lateiner und Altvorderen mit *Superbia*. Wenn wir »stolz« sagen, können wir durchaus verschiedene Angelegenheiten meinen. Wenn ich »stolz auf meine Kinder« bin, dann meine ich damit doch, dass ich *dankbar* bin. Dankbar für ihre Gesundheit. Dankbar für ihre Erfolge. Dankbar in der nervösen Hoffnung, auch in Zukunft genug Gründe für Dankbarkeit zu haben. Ähnlich ist es mit dem Nationalstolz: Ein an der Seele gesundes Volk ist *dankbar* für sein Land, und es *liebt* sein Land – und also ist es bereit, sein Land zu verteidigen. Der *Stolz*, den wir hier meinen, ist zudem der Stolz ohne weitere Qualifikation wie »auf das Lebenswerk«. »Er ist von Stolz getrieben«, und »er ist stolz auf seine Kinder« verwenden sehr verschiedene Bedeutungen des Wortes *stolz*. Stolz im Sinne von *Superbia* ließe sich beschreiben als die Haltung, sich und seine Ideen zum wichtigsten aller Maßstäbe zu erklären. (Ich schrieb es letztes Jahr, und ich stehe dazu: [»Die Aufklärung war ein Fehler«](https://dushan.org/essays/aufklaerung-war-fehler/).) Ich kann mich daran erinnern, dass ein Bekannter mit mir vor vielen Jahren über Religion diskutierte. Er zitierte Jesus, um den eigenen Standpunkt zu stärken. Ich zeigte ihm auf, wie Jesus dieser Person tatsächlich grundsätzlich widersprach. Er wechselte daraufhin plötzlich die Argumentation und sagte, es sei ihm egal, was Jesus sagt. Ob er selbst es besser wisse als Jesus, so fragte ich. »Ja, selbstverständlich«, sagte er. Ich war damals ehrlich geschockt. Heute aber wirkt jener Mensch so einsam wie verstört. Er hat weder Freunde noch Freude, und doch lacht er zu zufälligen Zeitpunkten manisch. Ich spreche nicht mehr mit ihm. All dies ist aber nicht »Strafe«, sondern eher logische Konsequenz, so wie Gott dich nicht durch Schmerz »straft«, wenn du dir aus Langeweile mit dem Messer in die eigene Hand schneiden solltest. Stolz ist auf gewisse Weise die schlimmste der Sünden, denn aus Stolz folgen alle anderen Sünden – inklusive Mord. Wer eine Gesellschaft zerstören will, braucht nur die Menschen zu deren eigenem Maßstab zu machen, muss ihnen Anti-Werte als Werte anerziehen, muss sie lehren, »Pride« (wörtlich: Stolz), »Feminismus«, »Selbstverwirklichung« und so weiter als höchste Werte zu feiern. Gut ist, was sich »gut anfühlt« (und was sich gut anzufühlen hat, das sagen dir die Leute in der 20-Uhr-Propaganda). Woran aber lässt sich ein *stolzer* Mensch erkennen? Manche Stolzen fallen damit auf, dass es ihnen ganz egal ist, wie Mitmenschen über sie denken. Andere Stolze fallen damit auf, dass sie gerade möglichst vielen Menschen gefallen wollen. Doch natürlich ist die wichtige Frage nicht, welcher meiner Mitmenschen *stolz* ist, sondern der dringende, prüfende Blick nach innen. Der Christ weiß, was er an dieser Stelle fragen muss: Wo mache ich mich selbst unglücklich, wo nehme ich Schaden an meiner Seele, indem ich mich wichtiger nehme als Gottes Wille? - [Du sollst nicht schlau sein](https://dushan.org/essays/nicht-schlau/) Selig sind die, die sich nicht für schlau halten. (Damit sind aber schmerzhaft viele unserer Mitmenschen »unselig«. Besser, im Zweifelsfall nicht allzu schlau zu sein.) Ich bin nicht schlau und ich weiß es. Und doch gelange ich bisweilen zu besseren Entscheidungen als die sogenannten Schlauen. Dass ich dies sage, ist nicht (nur) eitle Bescheidenheit. Ich erkläre eine *Methode*. Lasst mich dies bitte erklären, beginnend mit der Vorbereitung der verwendeten Begriffe! ***Schlau*** nenne ich einen Menschen, der schnell zu *klugen* und *richtigen* Schlüssen gelangt. ***Richtig*** soll hier ein anderes Wort für *wahr* sein. Eine *wahre* Aussage ist weiterhin eine, die mit den tatsächlichen Fakten der Welt *korrespondiert*. (Auf Deutsch: Es ist wirklich so, wie man sagt, dass es ist.) **Klug** nenne ich hier Absichten und Entscheidungen, die *absichtsvoll* und *tatsächlich* zum Erfolg führen. (Also weder die gute Absicht allein noch der blinde Glückstreffer sind in diesem Sinne *klug*.) Alles zusammen: **Ein *schlauer Mensch* ist einer, der schnell zu *klugen* Schlüssen gelangt.** Ein Beispiel: Wenn eine Firma einen Menschen losschickt, um Verhandlungen in ihrem Namen zu führen, wird das (hoffentlich) ein *schlauer* Mensch sein, damit er schnell Entscheidungen trifft, die zum tatsächlichen und absehbaren Erfolg der Firma führen. Wenn sofort und schnell entschieden werden muss, ist es von ganz konkretem Vorteil, *schlau* zu sein. Und dazu natürlich gut informiert. Mindestens *schlauer* und besser informiert als die Verhandler der anderen Partei. Ich aber bin nicht schlau und ich weiß es. Ich habe diese oder jene Stärke, aber besonders schlau zu sein gehört *nicht* dazu. Ich weiß das. Und *weil* ich das weiß, nehme ich mir *Zeit*, bevor ich etwas entscheide. Zum Beispiel: Ich finde heraus, was (echte) Autoritäten zu diesen oder jenen Fragen gesagt haben – und worauf ihre (vermeintliche) Autorität basiert. Ich suche nach Widersprüchen. Ich suche nach einfacheren Erklärungen und ähnlichen früheren Begebenheiten. Auch ich versuche, zu *klugen* Schlüssen zu gelangen. Doch ich muss es eben *langsam* tun. So aber kann es passieren, dass ich zu ganz anderen Entscheidungen gelange als Leute, die zweifellos »schlau« sind. Manchmal sogar zu *klügeren*! Wie kann das sein? Vergleichen wir einmal das Schlausein mit den Fähigkeiten eines Sportlers. Dieser Essayist wird jedes Wettrennen gegen einen trainierten Athleten krachend verlieren – doch nur solange wir uns am *selben* Ziel messen. Ja, der Athlet wird die Hundert-Meter-Strecke weit schneller laufen als ich. Ja, wenn wir statt der Entfernung die Zeit limitieren sollten, dann wird der Athlet in derselben Zeit viel weiter gelangen als ich. Also: Metaphorisch gesprochen ist der Athlet *schlauer* als ich. Stellen wir uns aber vor, dass der Athlet fürs Laufen nur 30 Sekunden erhält, ich aber 30 Minuten – ich werde ihn besiegen! Ich werde »erfolgreicher« sein als der schnellste Mann der Welt! Zeigt mir den schnellsten Mann der Welt, und ich verspreche euch, dass ich in einer halben Stunde weiter laufen kann, als er in einer halben Minute. Wetten? »So ein Wettrennen wäre aber absurd!«, so werdet ihr sagen. Und *halb* hättet ihr recht … aber eben nur halb. Es ist ja »nur« ein Vergleich, eine *Metapher* gewissermaßen. Wir befinden uns täglich mit all unseren Mitmenschen im Wettbewerb um die richtige Schlussfolgerung aus den Prämissen unserer Zeit. Was *bedeuten* die Nachrichten und Ereignisse? Welches ist der *wirklich* kluge Schluss? Was ist wahr? Was ist gut? Was ist klug? Deine Mitmenschen mögen *schlau* sein, einige sogar schlauer als du. Und einige sind *weniger* schlau als du. (Aber nicht alle!) Praktisch alle Autofahrer halten sich bekanntlich für bessere Fahrer als alle anderen. Statistisch ist das offensichtlich eine Unmöglichkeit. Ähnlich aber verhält es sich mit der Schlauheit. Die biologisch bedingte *Normalverteilung* der Schlauheit, oft übel verschlimmbessert durch »Bildung«, ist natürlich der erste Faktor für Unterschiede in praktischen Denkerfolgen. Verheerender als die gottgegebenen Unterschiede aber sind die menschengegebenen Denkfehler, die einen Menschen dazu bringen, sich fälschlicherweise *für schlau zu halten*. Ein Mensch kommt sich schlau vor, wenn er meint, *schnell* zu *klugen* Schlüssen zu gelangen. Die Dämonen in der Propaganda wissen um diese Eigenschaft des Menschen, also geben sie ihm die notwendigen Irrtümer an die Hand, um sich für schlau zu halten – doch sich damit tatsächlich *selbst* zu schaden. Im Buch *Die Entdeckung der Langsamkeit* schreibt *Sten Nadolny* über den Kapitän und Polarforscher *John Franklin*. Auch er war *langsam* und also wenig *schlau* in diesem Sinne. Franklin brauchte zwanzig Sekunden, um zu entscheiden, was andere in zwei entschieden – und er erreichte, was keiner vor ihm erreicht hatte! Das gibt mir Hoffnung. Ein Mensch, den ich eigentlich für *langsam* gehalten hatte, gab mir mal seinen Text zum Gegenlesen und Kritisieren. Halb aus Mitleid stimmte ich zu – und ich war *geschockt*! Der Text war weit besser als meine üblichen Texte! Ich verstand: Der Leser sieht ja nicht, wie angestrengt der Autor über jede einzelne Zeile grübelte oder wie oft er den Text komplett neu verfasste. Für den Leser folgt ja eine Zeile sofort auf die vorige, wie viele Stunden, Tage oder Jahrzehnte auch zwischen zwei Zeilen lagen. (Und wenn der Autor professionell und bescheiden genug ist, wird er ja manchen mäandernden Gedanken streichen, bis der Leser ihn für den schlauesten der Schlauköpfe hält, leichtfüßig von Einsicht zu Metapher zu Bonmot eilend.) Das ist vielleicht der wahre Grund, warum Schreiber eben Schreiber sind: weil sie zwar Freude an *klugen* Gedanken haben, doch für deren öffentlichen Vortrag schlicht zu *langsam* sind. Ein Bissiger könnte mutmaßen: Schreiber sind die Schildkröten, die gern schnell wie Hasen wären, doch die Beine geben es einfach nicht her, also gehen sie eben mit ihrem eigenen Tempo zum Ziel, Zeile für Zeile. Das ist, warum mancher Prominente sich seine Bücher oder Doktorarbeiten von Ghostwritern schreiben lässt: weil der Prominente in Besprechungen und verschwörerischen Treffen *schlau* ist (= schnell für ihn nützliche Entscheidungen trifft) – doch wenn er seine Gedanken aufschreibt, diese bei nüchternem Lesen als alles andere als *klug* entlarvt werden. Ich finde mich langsam damit ab, dass es ist, wie es ist. Nein, lasst mich diesen Gedanken »spontan« und also »schlau« korrigieren, sprich: *klug* werden lassen. Ich lerne *dankbar* dafür zu sein, dass meine mangelnde Schlauheit mich *zwingt*, langsam und umso gründlicher *klug* zu werden. Ach, wie sehr wäre uns geholfen, wenn wir nur lernten, oft und ehrlich genug »Deo gratias« zu sagen – »Danke, Gott«. Danke »für diesen guten Morgen« und so weiter, klar, »für jeden neuen Tag« ebenso. Aber *Danke* auch *für meine mangelnde Schlauheit*. Denn sie zwingt mich zur *langsamen*, also hoffentlich *gründlicheren* Klugheit. Ich entdecke hier ja gar nicht die Langsamkeit aufs Neue – ich buchstabiere nur nach, was längst gesagt wurde! Jakobus der Gerechte mahnt: > Wisset, meine geliebten Brüder: es sei [aber] jeder Mensch schnell (bereit) zum Hören, langsam zum Reden und langsam zum Zorn > > – Jakobus 1:19 Man beachte: Wir sollen bereit sein, durchaus schnell zu hören. Wenn dein Mitmensch ein offenes Herz und Ohr braucht, hast du da zu sein – sofort. *Langsam* sollen wir aber *zum Reden* sein! Wenn Jakobus ein elftes Gebot schreiben würde, könnte es vielleicht lauten: **Du sollst nicht schlau sein.** Doch, liebe Leser, ob ihr schnell oder langsam lest, achtet auf den letzten Schritt der heiligen Langsamkeit: langsam zum Zorn. Langsam zum Reden zu sein, weniger schlau zu sein, es ist ein Gebot. Es ist ein Gebot, sich für weniger schlau zu halten. Wer aber lernt, seine Zunge im Griff zu halten, weniger »schlau« zu sein, der ist bereit für den nächsten Schritt: seine Gefühle im Griff zu haben, besonders die zerstörerischen. Nein, ich bin nicht schlau. (Was mich leider wahrlich nicht immer daran hindert, nicht langsam zum Reden zu sein – man seufzt.) Ich arbeite noch daran, langsam zum Zorn zu sein, langsam auch zur Verzweiflung – und schneller in der Empathie. Ja, schneller zum Mitgefühl und langsamer zur Egomanie, und im Zweifel lieber *nichts* sagen. Das – und nicht die Schlauheit – wäre Grund zur Dankbarkeit. - [Deine lügenden Ohren](https://dushan.org/essays/austauschstudenten/) Der geplante Austausch der (weißen) einheimischen Bevölkerungen durch (nicht-weiße) Migranten ist eine »Verschwörungstheorie«, für die man übel verfolgt wird – doch zugleich geben Politiker es inzwischen offen zu! (Auch: Frohe Pfingsten!) Wenn du die Leute auf der Straße fragen würdest, was *Pfingstsonntag* ist, und ihnen *10 Euro* für den Fall versprechen würdest, dass sie es wissen, würde es schmerzhaft lange brauchen, bis du dein Geld loswirst. (Es wäre wohl auch eine gute Idee, eine Kamera und ein Mikrofon dabeizuhaben, sonst wäre das Experiment womöglich auf andere Weise … *interessant*.) Wenn du dieselben Leute fragen würdest, was die deutsche Arbeitsministerin jüngst über ihre Absichten sagte – und damit über die *Absichten der deutschen Regierung*! –, dann würden wohl ebensowenig Leute den Zehner kassieren. Wenn ihr aber *mich* fragen solltet, warum ich über beides in *einem* Essay schreibe, will ich euch gern sagen (unabhängig von [Geldzahlung](https://danke.dushanwegner.com/)): *Beides* beschäftigt mich heute – und dies ist das Protokoll meiner Versuche, am Wahnsinn der Zeit nicht selbst wahnsinnig zu werden. Ich plane hier Pfingsten als *thematische Klammer*, um mit etwas *Schönem* und *Gutem* zu schließen; zuerst aber zum *Gegenteil* davon, zur *Politik*. Die deutsche Arbeitsministerin erklärte diese Woche: > Wir wollen Farbe bekennen und wehren uns gegen dieses sogenannte Einheitsgrau – oder, manche würden sogar sagen, Einheitsbraun. Auch wenn sich vielleicht manche danach sehnen: So ist es heute nicht mehr. Und das ist auch gut so, meine Damen und Herren. Es kann nur gelingen, wenn Vielfalt im Alltag auch gelebt wird. [...] Natürlich ist das auch ein wirtschaftlicher Aspekt, weil in vielen Branchen Fachkräfte fehlen. Aber darauf darf man es nicht reduzieren. > > – dt. Arbeitsministerin Bärbel Bas, zitiert nach [nius.de, 22.5.2026](https://nius.de/kommentar/baerbel-bas-massenmigration-ideologisches-projekt) Die deutsche Arbeitsministerin hat de facto offen zugegeben, dass das Ziel der Migrationspolitik explizit das Aufbrechen der bisherigen Bevölkerungsstruktur ist. Das deutsche Volk, soweit es tatsächlich noch *deutsch* ist, wird von der Regierung als »Einheitsgrau« geschmäht. Und man will es durch »Vielfalt« ersetzen; sprich: durch eine konfliktreiche, unproduktive, sozial schwache und damit leicht zu steuernde *Masse*. In den USA wie auch in Deutschland ist man an einem Punkt angelangt, an dem Politiker offen aussprechen, was direkt wiederzugeben dir den Vorwurf der Verbreitung radikaler Verschwörungstheorien einbringt. Ein Beispiel von vielen: der Austausch der deutschen Bevölkerung. Laut [verfassungsschutz.de](https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/glossareintraege/DE/G/grosser-austausch.html) ist es ein »rechtes Narrativ«, dass eine »ethnische Zersetzung« durch »Zuwanderer aus Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten« als »bewusst gesteuerter Prozess« stattfindet. Doch die Arbeitsministerin, also eine Vertreterin der Regierung, sagt es inzwischen *öffentlich*, dass genau das Absicht und Motivation ist! Lange Zeit galt, dass »Verschwörungstheorie« ein Code-Wort war für *Wahrheiten, von denen die Regierung (noch) nicht will, dass sie ausgesprochen werden*. Und wir maßen in Jahren oder in Stunden, wie lange eine »Verschwörungstheorie« von Regierung und Propaganda geleugnet wird, nur um plötzlich mit aller Selbstverständlichkeit bestätigt zu werden. Inzwischen erleben wir aber einen surrealen und orwellschen, unter Strafandrohung befohlenen Zustand kognitiven Widerspruchs. Du hast so zu tun, als sei selbstverständlich ausgeschlossen und unmöglich, was du mit eigenen Augen siehst – und was die Verantwortlichen so stolz wie *öffentlich* verkünden! »Glaube nicht, was deine lügenden Augen sehen! Verwirf, was deine lügenden Ohren hören! Wahr ist das, wovon *wir* dir sagen, dass es wahr ist, selbst wenn wir mit dem anderen Zungenzipfel zugleich das Gegenteil wahrwerden lassen.« An dieser Stelle zwingt sich meinen Gedanken dieser Vers auf: > Wenn dies nun zu geschehen beginnt, dann richtet euch auf und hebt eure Häupter empor; denn eure Erlösung naht. > > – Lukas 21:28 Nein, ich sehe nicht, dass dies die *Endzeit* wäre. Klar, ich sehe die Vorläufer möglicher Weltkriege. Und ich sehe, dass der Westen längst in einem ökonomisch-kulturellen Weltkrieg kämpft (und womöglich durch feindliche Agenturen und nationale Suizide irreversibel verliert). *Wenn* heute »deine Erlösung naht«, dann indem du den bekannten Weg der Erlösung beschreitest. Nein, dies ist noch nicht das *letzte* Ende. Doch es ist das Ende einer Epoche. Und vor allem: das Ende deiner größten diesweltlichen Gewissheiten. Noch ist es nicht das letzte Ende, sondern *heute* ist Pfingstsonntag. ## Feuer auf jeden von ihnen Die Ereignisse vom Pfingstsonntag sind in Apostelgeschichte 2:1–4 zusammengefasst. Die ersten Christen versammelten sich zu Pfingstsonntag, und »es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer«, von denen sich eine auf jeden von ihnen niederließ; und sie wurden alle mit dem Heiligem Geist erfüllt. Die Christen sprachen, was ein jeder Mensch verstand, und sie sprachen eine neue und doch ewige Wahrheit – *die* Wahrheit. Dieser *Heilige Geist* aber, der die Menschen erfüllte, ist genau der »Helfer«, der den Christen von Jesus selbst versprochen worden war: > Der Helfer aber, der heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch über alles (Weitere) belehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. > > – Johannes 14:26 ## Offene Leitung nach oben Meine Kinder rufen mich schon mal von unterwegs an und erzählen mir, wie ihr Tag bislang verlief. Bei solchen Telefonaten kommt es aber bisweilen vor, dass alles Aktuelle besprochen wurde – aber nicht aufgelegt wird. Es kostet ja heutzutage nichts, Flatrate sei dank, die Leitung »offen« zu lassen. So etwa erkläre ich eine Funktion des *Heiligen Geistes*. Der Heilige Geist ist die dritte Person Gottes, doch eine seiner Funktionen ist die »offene Leitung nach oben«. Die »Sünde wider den Heiligen Geist« vergleiche ich damit, endgültig aufzulegen. Wirklich endgültig »aufzulegen«, die Leitung nach oben final zu kappen, das wäre jene »Lästerung des Geistes«, die »nicht vergeben werden« kann. Der ehrliche Zusammenhang zwischen dieser weiteren Bestätigung einer »Verschwörungstheorie« durch die Regierung und dem heutigen Pfingstsonntag besteht in diesem Text natürlich darin, dass es der Essayist ist, den beides beschäftigt. Es ist aber, so meine ich, gerade die *Spannung* zwischen der Bedeutung dieser beiden Ereignisse. ## Vom Ungeist besessen Die Christen wurden *vom Heiligen Geiste erfüllt*, ihre *Leitung nach oben* war maximal offen und lebendig. Alles, was heute in der Welt gut und schön ist, geht auf diese oder jene Weise kausal auf die »Verbindung« jener ersten Christen zurück. Selbst verlorene, böse Seelen, die auf Christus spucken und Kirchen schänden, wollen doch Nutzen ziehen aus dem Frieden, der Freiheit und dem wohltätigen Geist, den der Heilige Geist der Menschheit brachte. Wenn es aber der Heilige Geist ist, der die Menschen bewegt, mutig *die Wahrheit* zu sagen und *Güte* hervorzubringen, von welchem Geist sind dann jene Gestalten besessen, die frech lügen und Leid übers Land bringen? Politiker wie mancher deutsche Minister scheinen vom Ungeist besessen zu sein, das Land kaputt zu machen und die Deutschen lieber heute als morgen auszutauschen. Ihr dachtet, die scherzen, wenn sie »Nie wieder Deutschland« sagen? (Wenn sie aber bloß »Getriebene« sein sollten, so sollten sie doch zumindest Hinweise darauf geben, wer es ist, der sie treibt.) Nein, die sagen inzwischen sogar *offen*, was sie vorhaben. Und sie lassen euch vom Geheimdienst verfolgen, wenn ihr sagt, was ihr selbst seht und erlebt – oder wenn ihr einfach wiederholt, was sie selbst öffentlich erklärt haben. Ich wünsche uns gesegnete Pfingsten. Ich wünsche uns eine »offene Leitung« und mehr *Heiligen Geist*. Ich wünsche uns den Mut zur großen, wichtigen Wahrheit, selbst wenn das Verkünden dieser Wahrheit uns nicht bloß *10 Euro*, sondern *alles* kosten sollte. Und einem jeden, ob Christ, Heide oder Politiker, wünsche ich, dass ihm zuteil wird, was ihm oder ihr zusteht. - [»Wissen Ihre ARD-Kollegen?«](https://dushan.org/essays/wissen-ihre-ard-kollegen/) Wer einsam ist, der braucht nur Israel zu kritisieren. Prompt hagelt es Mails und X-Attacken. Ein besonders Moralischer drohte mir wohl, mich bei meinen »ARD-Kollegen« zu verpfeifen. Haha! 🤣 (Tipp: Wer »Staatsfunk« sagt, arbeitet eher selten für diesen.) Sollte man sich als Internet-Bürger heute einsam fühlen, ist es in diesen Tagen recht einfach, Kontakt zu redefreudigen Mitmenschen herzustellen. Nehmen wir an, du äußerst dich im Internet mit Schmerz und Wut dazu, was sich der Staat, der sich den Namen *Israel* gegeben hat, an Grausamkeit und Menschenrechtsverletzungen erlaubt. Sofort werden X-Posts und E-Mails auf dich einprasseln, die dir erklären, wie dumm/verblendet/antisemitisch dein Schmerz ist. Ich erlebte es bei dem Essay [»Ich werde nicht hassen«](https://dushan.org/essays/ich-werde-nicht-hassen/). Ich habe in vielen, vielen Texten die Politik Deutschlands kritisiert, habe gegen Antisemitismus geschrieben und wahrlich oft genug den Islam kritisiert. Am *7. Oktober 2023* schrieb ich den Essay [»Krieg in Israel, wieder«](https://dushan.org/essays/krieg-in-israel-wieder/). Es war ein Fanal für die Empathie – die Empathie mit Israel und seinen Bewohnern. Und eine Warnung vor der Hamas. Sicher, am 7. Oktober 2023 wusste ich noch nicht, dass die Hamas via Katar de facto von der Netanyahu-Regierung gepäppelt wurde ([jpost.com, 26. Oktober 2025](https://www.jpost.com/israel-news/article-871731)), wissentlich und trotz Warnung, mit Millionen von Dollar monatlich ([timesofisrael.com, 25.3.2025](https://www.timesofisrael.com/netanyahus-reportedly-warned-twice-that-qatari-cash-was-funding-hamas-military-wing/)). Sogar berüchtigte »Faktenchecker« bestreiten lediglich, dass Netanyahu persönlich den Scheck unterzeichnete ([factually.co, 16.4.2026](https://factually.co/fact-checks/politics/did-netanyahu-fund-hamas-through-qatar-6cfd38)). 2023 wusste ich auch nicht, dass die IDF vorab von den Hamas-Plänen zur Geiselnahme wusste ([jpost.com, 14.6.2024](https://www.jpost.com/israel-hamas-war/article-806634)). Ich wusste nicht, dass eine Anzahl der toten Israelis durch die israelische Armee selbst getötet worden war ([apnews.com, 11.01.2024](https://apnews.com/article/israel-hamas-hostages-investigation-friendly-fire-3b6fdd4592957340b32a8ee71505b8e9)). Ich wusste nicht, dass die Horror-Erzählungen von Enthauptungen von Babys durch die Hamas schlicht israelische Fake-News waren ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Falschinformationen_%C3%BCber_die_Enthauptung_von_Babys_durch_die_Hamas)). All das wusste ich nicht, doch selbst *wenn* ich das gewusst hätte, wäre mein volles Mitgefühl mit jedem einzelnen Opfer dieses Massakers gewesen. Auch wenn zu viele Details dieses Horrortages schmerzhaft unklar sind, bleibt der Fakt, dass unschuldige Jugendliche starben, dass Menschen von Terroristen in Geiselhaft verschleppt wurden. Ich schloss an jenem 7. Oktober 2023 im letzten Absatz: > Gegenüber den Mördern empfinde ich aber keine Wut. Die sind keines Gefühls wert. > > – [»Krieg in Israel, wieder«](https://dushan.org/essays/krieg-in-israel-wieder/), 7.10.2023 Und mein letzter Satz war eine ahnungsvolle, düstere Vorhersage: > Israel wird mit ihnen effektiv verfahren. > > – [»Krieg in Israel, wieder«](https://dushan.org/essays/krieg-in-israel-wieder/), 7.10.2023 Ja, ich *ahnte* schon am 7. Oktober 2023, dass Gewalt folgen wird. Ich stehe auch zu meiner Emotionalität des Satzes, wenn ich sagte, dass die Mörder »keines Gefühls wert« sind. Es war und ist versprachlichte Wut, nicht theologisch-moralische Abhandlung. Doch heute wird mir bewusst, dass die Ereignisse des 7. Oktober 2023 von gewissen israelischen Akteuren als Rechtfertigung für brutale Gewalt weit jenseits »westlicher« Normen genutzt wurden. Und wohl für das Vorantreiben gewisser Pläne, die schon lange vorher bereitlagen; siehe dazu auch [»Großisrael, Trumps Betrug und der eine Berg«](https://dushan.org/essays/der-eine-berg/). ## »Laber nicht rum« und so weiter Gestern zeigte ich auf X, mit welcher demütigenden, sinnlosen Brutalität die israelischen Behörden gegen *westliche* Protestierer vorgehen, deren Boot sie gegen alles internationale Recht auf dem Meer eingenommen hatten. Ich schrieb dazu: > Das ist, wie dort friedliche westliche Protestierer _öffentlich_ behandelt werden, explizit für die Kameras. > > Und nun stellen wir uns vor, wie Palästinenser behandelt werden, wenn keine Kameras laufen. > > – [@dushanwegner, 21.05.2026](https://x.com/dushanwegner/status/2057384147547541554) Übrigens: Ein deutscher Teilnehmer dieses Protests befindet sich inzwischen in einem deutschen Krankenhaus. Für die wahrlich nicht »israelfeindliche« deutsche Regierung ist es »nicht nachvollziehbar« wie sich der Gesundheitszustand« »ergibt«. Es klingt mir wie diplomatische Sprache für den Verdacht auf schwere Misshandlung oder blanke Folter, und die kursierenden Bilder widersprechen dem *nicht* ([@Ilknur_Ceylan, 22.05.2026](https://x.com/IlknurCeylan/status/2057798949411356956)). Es dauerte nicht lange, bis ich in aggressiven Worten attackiert wurde, mit Unterstellungen und Beschimpfungen. Und als ich zu argumentieren versuchte, ging man auf keine meiner Aussagen ein. Ich wurde stattdessen mit den üblichen ausweichenden Attacken belegt. Wenn mir nach Schlägen wäre, weil ich sonst keine Interaktion erfahre, würde es genügen, Israel öffentlich zu kritisieren. Prompt würde ich (mindestens) mit Schlagwörtern eben *erschlagen* werden. Noch während ich diese Zeilen schreibe, werde ich weiter attackiert mit ausschließlich unsachlichen Attacken, wie etwa »was stimmt mit Dir nicht, Junge«, »euch Hetzern glaubt keiner was«, »laber nicht rum« und so weiter. Man könnte ja in die Falle geraten, die Attacken dieser Leute tatsächlich persönlich zu nehmen. Man sollte es nicht. Einiges ist Wortmüll. Anderes ist Reflex. Vielleicht ist etwas davon schlicht bezahlte Propaganda. Israel hat gerade sein »PR-Budget« vervielfacht; siehe [timesofisrael.com, 30. April 2026](https://www.timesofisrael.com/israel-just-quintupled-its-pr-budget-to-730-million-experts-say-it-wont-work/). Aber vielleicht verbreiten sie den Unsinn auch unbezahlt. ## Denunziation als letzte Patrone Ich musste aber heute geradezu lachen, als ich praktisch darin erinnert wurde, wie wenig diese Leute mit den Fakten zu tun haben und wie moralisch fragwürdig sie gestimmt sind. Nachdem ein gewisser *Collin McMahon* meinen Gegen-Argumenten durch unsachliche Attacken ausgewichen war, stellte ich genau dies schriftlich fest – und ja, ich fand die Plumpheit seiner Methode allmählich unverschämt. Ich schrieb also: > Bezeichnend, dass Sie nicht auf Inhalte eingehen und immer nur interessierte Smear-the-Messenger-Versuche posten. Dass Sie Propaganda versuchen – geschenkt. Dass Sie es aber so billig und plump tun, das ist beleidigend. > > – [@dushanwegner, 21.05.2026](https://x.com/dushanwegner/status/2057736379778339258) Der Herr musste wohl geahnt haben, dass er diesen Austausch so krachend wie blamabel verloren hatte, denn dann holte er zu dem aus, was er für den ultimativen Gegenschlag hielt: > Wissen Ihre ARD-Kollegen, dass Sie rechtsextreme antisemitische RT-Propaganda teilen? > > @OEERRBlog @Critical_Cat > > – [@CollinFrMcMahon, 21.05.2026](https://x.com/CollinFrMcMahon/status/2057737045720674762) / [archiviert](https://archive.is/PT2bG) Hahahaha! Dass er die inzwischen bedeutungslosen Attacke-Vokabeln »rechtsextreme«, »antisemitisch« und »RT-Propaganda« aneinanderreiht (Motto: viel hilft viel) – geschenkt. Wer keine Argumente hat, der blubbert halt Propaganda-Bullshit nach. Die beiden Tags (@OEERRBlog, @Critical_Cat) aber sind de facto der Ruf nach *Verstärkung*. Herr McMahon scheint jene prominenten X-Benutzer zu Hilfe zu rufen, auf dass sie sich zusammenrotten und meine Kündigung beim Staatsfunk bewirken. (Tipp: Wer »Staatsfunk« sagt, arbeitet eher selten für diesen. Zwinkersmiley.) Dass er aber tatsächlich glaubt, ausgerechnet ich hätte »ARD-Kollegen«, zeigt, wie wenig sein Wortsalat mit der Realität zu tun hat, wie schlecht er informiert ist – womöglich weil ihm Fakten und Realität *egal* sind. Und dass er mich offenbar bei diesen halluzinierten »ARD-Kollegen« zu *denunzieren* droht, sagt eigentlich alles Notwendige über die sonstige moralische Konstitution dieses Herrn aus. ## Hass verweigert Nein, es sind keine schönen Interaktionen dieser Tage, wenn man ins Visier interessierter Parteien und/oder ihrer Fürsprecher gerät. Und doch kann es persönlich *lehrreich* sein, wenn solche Leute sich unfreiwillig selbst entlarven. Ich will Mensch bleiben und eben doch nicht mein Mitgefühl sterben lassen. Ich will es nicht persönlich nehmen, wenn solche Leute mich attackieren. Nicht einmal, wenn sie mich bedrohen und mir mit Denunziation bei meinen »ARD-Kollegen« drohen – hahaha. Nein, die kennen mich nicht. Und ihre Moral ist von einer sehr anderen Art als die meine. Israels Netanyahu hat vor einiger Zeit erklärt, Dschingis Khan sei nun mal Jesus überlegen ([@dushanwegner, 19.03.2026](https://x.com/dushanwegner/status/2034748311379354075)). Mehr als einmal filmten IDF-Soldaten sich selbst dabei, Jesus-Statuen zu entweihen ([»Ein riesengroßes Ärgernis«](https://dushan.org/essays/ein-riesengrosses-aergernis/)). Nein, Jesus und seine Lehre sind nicht bei allen Akteuren jenes Staates beliebt. > Liebet eure Feinde und betet für eure Verfolger. > > – Matthäus 5:44 Das heißt *nicht*, dass man sich von bösen Leuten drangsalieren lassen muss. Doch es heißt definitiv, dass auch dein Feind, ob nützliche Hamas oder nerviger Demonstrant, ein *Mensch* mit all seiner Würde ist. Man könnte in diesen Tagen verbittern. Man könnte den Glauben an die Menschheit verlieren. Man könnte »verhärten, in dieser harten Zeit«. Ich erinnere mich selbst ein weiteres Mal an die bald ewigen Worte des jüdisch-buddhistischen Barden: > When hatred with his package comes, you forbid delivery. > > Leonard Cohen, You Have Loved Enough Wenn der Hass mit seinem Paket kommt – oder mit seinen X-Posts und Mails –, dann soll meine Seele die Zustellung verweigern. Das Wort des Heiligen Paulus bleibt uns Auftrag: > Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse durch das Gute! > > – Römer 12:21 - [Ehepaar, wegen Spionage](https://dushan.org/essays/wegen-china/) Deutsches Ehepaar wegen Verdachts der Spionage für China festgenommen. Die Namen sind Xuejun C. und Hua S. – Übrigens: die Gedanken, die ihr euch in exakt diesem Moment verbietet, sind im Rest der Welt total selbstverständlich. Wir lesen die Schlagzeile: »Deutsches Ehepaar wegen China-Spionage festgenommen« Die Quelle ist [bild.de, 20.05.2026](https://www.bild.de/news/zwei-festnahmen-chinesisches-ehepaar-spionierte-an-deutschen-unis-6a0d80843b7096456ac7d0b5). Man bezieht sich auf eine DPA-Meldung, die vermutlich/womöglich einfach nur verbatim übernommen wurde. Im Artikel selbst heißt es dann: »Bei den Verdächtigen handelt es sich um deutsche Staatsbürger.« Die Namen der Verdächtigen lauten, so der Artikel: *Xuejun C.* und *Hua S.* Xuejun C. und Hua S. werden verdächtigt, für China spioniert zu haben. So weit die Nachricht. Ich habe nichts als Fakten erwähnt. Und doch fühlt es sich *falsch* und *verboten* an, das Naheliegende auch nur zu denken. Ich gehe wahrlich *nicht* davon aus, dass China *doof* oder *westlich suizidal* ist. Also gehe ich *natürlich* davon aus, dass China zahlreiche Spione in allen westlichen Staaten und Institutionen untergebracht hat, wie intelligente und überlebenswillige Staaten es tun, und es ist richtig, dass Geheimdienste auf Englisch »*Intelligence* Agencies« heißen. Nein, die Meldung selbst ist nicht auffällig. *Auffällig* sind die Gedanken, die ich mir verbiete. Womöglich Gedanken, die in Deutschland auszusprechen *streng bestraft* würde. Vor allem aber: Gedanken, die im Rest der Welt völlig selbstverständlich laut gesagt und praktisch bedacht werden. Wir sind eine Zeit und ein Volk, für welches gilt, wir sind die, »die zu den Sehern sagen: ›Ihr sollt nicht sehen!‹, und zu den Propheten ›Ihr sollt uns nicht die Wahrheit prophezeien! Verkündet uns angenehme Dinge, prophezeiet uns Täuschungen!‹« (Jesaja 30:10) Das deutsche Ehepaar wäre übrigens nicht der erste Fall eines spionierenden Power-Couples. Im Jahr 1953 wurden Julius and Ethel Rosenberg in Sing Sing hingerichtet. Die Rosenbergs hatten für die Sowjetunion spioniert und nukleare Geheimnisse weitergegeben. Man fragt sich, wie die Debatte von 1953 *heute* verlaufen würde — und ob. - [Wie wenig Zeit](https://dushan.org/essays/wie-wenig-zeit/) Zu viele Menschen ahnen nicht, wie wenig Zeit uns bleibt. Ach, vielleicht ist seit einiger Zeit schon GAR KEINE Zeit mehr übrig. (Und die Welt wundert sich über die Deutschen, die das alles hinnehmen.) Wir alle ahnen nicht, wie wenig Zeit uns bleibt. Selbst die, die es *wissen*, fühlen es (noch) nicht in den Knochen, im Bauch, im Herzen. Selbst die sonst *klugen* und sonst *klarsichtigen* Zeitgenossen, wollen es sich zu oft nicht eingestehen. Uns bleibt schmerzhaft wenig Zeit. Und ich meine heute nicht nur die endliche *Lebenszeit*, die ja bekanntlich viel zu kurz ist, wie lang auch immer der einzelne Tag sich anfühlen mag. »Ihr seid doch nur ein Rauch, der für kurze Zeit sichtbar wird und dann verschwindet«, so mahnt die Bibel (Jakobus 4:14) Ja, die Zeit des Einzelnen ist erschreckend kurz. Umso erschreckender, wie leichtfertig so viele Menschen ihre Lebenszeit verschwenden. Heute aber meine ich die Zeit, die *uns* bleibt. Die Zeit, die *wir* noch haben. Ich will euch gern sagen, wie ich darauf komme, dies genau heute zu schreiben! ## Der eigenen Gruppe Ich las auf X, in Englisch, dies: > Germany suffers from suicidal levels of woke right now, but when you know Germans, you know they will overshoot on the correction so hard it will make MAGA look like a liberal kindergarten. > > – [@runaway\_vol, 17.05.2026](https://x.com/runaway_vol/status/2056033784500240496) Das bedeutet ins Deutsche übertragen etwa: »Deutschland leidet derzeit an suizidalen Leveln von Wokeness, doch wenn du Deutsche kennst, weißt du, dass sie bei der Korrektur wieder übers Ziel hinausschießen werden, so hart, dass MAGA dagegen wie ein linker Kindergarten aussehen wird.« Ich muss leider beim Begriff »suizidal« zustimmen. Und zwar seit 2017 schon. Damals schrieb ich den Essay [»Suizidalismus – ein Name für diese Epoche«](https://dushan.org/essays/suizidalismus/). Mit *Suizidalismus* beschrieb ich damals »politische und kulturelle Strömungen, welche die Auflösung oder Ersetzung der eigenen Gruppe zum Ziel haben«. (Meine Definition ist auch heute, bald ein Jahrzehnt später, solide. Das damalige Lob der »Liberalen Partei« als Bollwerk gegen eben jenen Suizidalismus aber alterte wie Milch in der Sonne.) Nun, ein anderer Nutzer widersprach jener Prognose, und wir stimmen diesem Widerspruch womöglich zu: > There will be no "correction". There's no going back. Most major German cities have more foreign youths than German youths. The German population has already been replaced. Ethnic germans are guaranteed to be a minority in a few decades, replaced by Africans and Muslims. > > – [@varrock, 17.05.2026](https://x.com/varrock/status/2056547132480373099) Auf Deutsch etwa: »Es wird keine ›Korrektur‹ geben. Es gibt kein Zurück. In den meisten deutschen Großstädten leben mehr ausländische als deutsche Jugendliche. Die deutsche Bevölkerung wurde bereits ersetzt. Ethnische Deutsche werden in wenigen Jahrzehnten garantiert in der Minderheit sein und von Afrikanern und Muslimen verdrängt werden.« Verwenden jene Autoren mit »ersetzt« das richtige Wort hier? Ach, der Zensor mag sich ein anderes Wort dafür aussuchen, wenn die einen Leute *nun mal da* sind, und die anderen Leute eben *nicht* mehr da. Ich könnte ja anklagend feststellen, dass *jedes* Gespräch mit deutschen und anderen europäischen Mitmenschen mir bewusst macht, dass es *keine* »Korrektur« geben wird. Ja, ich könnte so anklagen, doch beim Blick in den Spiegel stelle ich fest, dass ich ja auch nicht »mutiger« bin. Und ich will bestimmt nicht, dass meine Kinder »mutig« sind. ## Zur Nächstenliebe Wir haben unsere Kinder von kleinauf zu Freude am Lesen und Lernen erzogen, zum friedlichen Miteinander und ja, zur friedliebenden Nächstenliebe. Mir wird aber täglich schmerzhafter bewusst, dass *wir* damit zu einer verschwindend kleinen – und *verschwindenden* – Minderheit gehören. Die Mehrheit der Menschheit sieht im Guten den Dummen, den es auszunutzen und dann fortzuwerfen gilt. Ja, Kinder aus Bildungshaushalten mit christlichen Werten sind schon *heute* in der Minderheit in den meisten deutschen Großstadt-Schulen. Und die Mächte, [welche *wirklich* das Schicksal des Westens formen (wollen)](https://dushan.org/essays/du-weisst-nur-dass-du-nicht-weisst/), sind leider recht erfolgreich darin, diese Entwicklung eher zu *beschleunigen*. Vor Jahren blamierte sich eine deutsche Partei im Wahlkampf mit dem Slogan »das Wir entscheidet«. Es war auf vielen Ebenen falsch, und der Slogan wurde ausgelacht. Eine der Falschheiten: Das »Wir« entscheidet eben *nicht*, gerade im Alter von *Suizidalismus* und *Unsere Demokratie* nicht. Spätestens wenn das Establishment für den Fall des Wahlsiegs der Opposition de facto [einen Staatsstreich ankündigt](https://dushan.org/essays/vorausstreich/) und [den Staat umbaut, um ja nicht die alten Pfründe zu verlieren](https://dushan.org/essays/die-letzte-entbloessung/). ## Schon seit einiger Zeit Das *Wir* hat *nicht* entschieden, Suizid zu begehen. Jemand hat dem *Wir* mit »Moral« die Hand auf den Rücken gedreht. Jemand hat dem *Wir* die Augen verbunden und das Gehirn vergiftet. Das *Wir* hat all das an sich geschehen lassen, erst langsam und dann schnell, und nun ist das Wir dumm und feige. Dem *Wir* ist nicht bewusst, wie wenig Zeit ihm noch bleibt. Ach, ich fürchte, uns bleibt schon seit einiger Zeit gar keine Zeit mehr. Du bist *Teil* des *Wir*, das ist wahr, doch du bist nicht identisch mit dem Wir. Und dir bleibt womöglich wenig Zeit, selbst die nächsten und notwendigen Schritte zu unternehmen. Das »Wir der Zukunft« aber, es wird ein anderes *Wir* sein – und ein deutlich kleineres. - [Lasst uns endlich alle Verbrechen verbieten!](https://dushan.org/essays/verbrechen-sind-verbrechen/) Verbrechen sind verboten – das war schon immer so. Wofür also Waffenverbotszonen? Und warum werden in England sogar »runde Küchenmesser« gefordert? Weil es leichter ist, Objekte zu verbieten, als jenes Denken zu ändern, das Menschen zum Zustechen bewegt. Die Idee ist nicht neu, doch sie drängt sich dieser Tage aufs Neue auf: Lasst uns *endlich* alle Verbrechen verbieten! Ja, sicher, eine solche Idee wäre absurd. Verbrechen sind Verbrechen, weil sie eben bereits verboten sind. Verbrechensverbote müssen *durchgesetzt* werden. *Wie* sie aber durchgesetzt werden, das hängt ganz wesentlich von den *potenziellen Verbrechern* ab. Bei manchen Menschen ist *Gewissen* alles, was es braucht, um gesetzestreues Verhalten zu motivieren. Wir sprachen letztens (im Essay [»Typisch menschlich, das Gute ebenso«](https://dushan.org/essays/das-gute-ebenso/)) von »VertrauensGesellschaften«, wo etwa Bauern ihre Güter unbewacht am Straßenrand anbieten können, Bezahlung Ehrensache. Auf dem anderen Ende der Skala existieren aber wohl auch Charaktere, die würden nicht einmal durch die angedrohte Todesstrafe von ihrer Tat abgehalten. Das sind die Gedanken, die sich in meinem Kopf in Position bringen, wenn ich vom typisch deutschen Versuch höre, *Waffenverbotszonen* einzurichten. Junge Männer betätigten sich in ihrer Freizeit als Hobbychirurgen und führen gratis Bauchöffnungen durch. Die Regierung und ihre Behörden finden das doof, denn manche Spontan-Patienten und deren Familien wählen anschließend die Opposition (welche dadurch »rechtsextrem« ist, dass sie unlizensierte Hobbychirurgen außer Landes bringen will). Um solche ungenehmigten Bürgerbehandlungen zu unterbinden, haben die deutschen Behörden die spektakuläre Idee entwickelt, das Mitführen der chirurgischen Werkzeuge zu verbieten. Man richtete *Waffenverbotszonen* ein, in denen das Mitführen zum Beispiel von Messern verboten ist. Damit sollte das Problem gelöst sein, oder? Nun, im Essay [»Haben Sie von Stuttgart gehört?«](https://dushan.org/essays/zwei-stuttgarts/) stellte ich bereits im Jahr 2022 fest: »In Stuttgart haben sie eine Waffenverbotszone, und ja, die Zahl der Messerdelikte steigt dort.« Manchmal fasst man sich als Bürger an den Kopf, auch um diesen davon abzuhalten, vor lauter Geschütteltwerden abzufallen. Jene Meldung war ja nicht der einzige solche Fall. Erst im Februar dieses Jahres lasen wir diese bemerkenswerte Schlagzeile: »Zahlreiche Messer-Attacken in Berlins Waffenverbotszonen!« ([bz-berlin.de, 14.2.2026](https://www.bz-berlin.de/polizei/messer-attacke-in-waffenverbotszone)) Im Artikel selbst dann: > In Berlins Waffen- und Messerverbotszonen kam es zu 76 Messer-Attacken – und sogar zu mehreren Fällen von Schusswaffen-Einsatz. > > – [bz-berlin.de, 14.2.2026](https://www.bz-berlin.de/polizei/messer-attacke-in-waffenverbotszone) Zur vollen Transparenz gehört natürlich auch, dass diese Waffenverbotszonen einen praktischen *beabsichtigten Nebeneffekt* für die Arbeit der Polizei haben: In diesen Zonen darf die Polizei das Gepäck der Passanten nach Waffen durchsuchen. > Am häufigsten überprüften Beamte das Verbot am Weddinger Leopoldplatz – insgesamt 3.366 Mal. Dort wurden bis zum 2. Februar 110 Messer beschlagnahmt. > > – [bz-berlin.de, 14.2.2026](https://www.bz-berlin.de/polizei/messer-attacke-in-waffenverbotszone) Und ja, die Polizei hat auch tatsächlich viele Messer aus Jackentaschen und Rucksäcken heraus beschlagnahmt. Funktioniert die Waffenverbotszone also wie gedacht, trotz gelegentlicher Messerverbrechen? Jein. (Oder wie mein Sohn Leo neuerdings sagt, auf Englisch: »Yesn't.«) ## Rambo-Messer und Gewissen Als Kinder und Jugendliche hatten wir Taschenmesser und als es in Mode war, trugen wir die heute verbotenen »Rambo-Messer«. Wir schnitten damit Stöcke und überlebten. Manchmal war am Messer ein Kompass angebracht und an der Lederscheide eine Extratasche mit Angelschnur und Angelhaken. Wir waren uns sicher, dass wir derart ausgestattet bestimmt auch in der Wildnis überleben würden. Doch trotz aller martialischen Ausstattung war die größte Angst unserer Eltern, dass wir uns *selbst* in die Finger schneiden könnten. Niemand befürchtete ernsthaft, dass wir *einander* abstechen würden. Und wirklich niemand käme auf die Idee, dass wir losziehen würden, um nachts vorm Bahnhof auf Fremde einzustechen. Für uns brauchte es keine Waffenverbotszonen. Warum? Nun, was für Schusswaffen gesagt wird, gilt ähnlich wohl auch für Messer: Nicht Messer erstechen Menschen, sondern Menschen erstechen Menschen – mit Messern. ## Abgerundete Kinderscheren Im »toleranten« Großbritannien werden immer so laute wie ernsthaft gemeinte Kampagnen für *abgerundete Küchenmesser* gefahren. In allen britischen Küchen soll das Messer-Äquivalent zu Kinderscheren eingeführt werden – um tödliche Messerstechereien zu verhindern. Als ein Beispiel von vielen: Eine Professorin an der De Montfort University in Leicester setzte durch, dass auf dem gesamten Uni-Gelände nur noch Messer ohne scharfe Spitze verwendet werden ([dmu.ac.uk, 19.1.2026](https://www.dmu.ac.uk/about-dmu/news/2026/january/de-montfort-university-switches-to-round-tipped-knives-across-campus-to-promote-safety.aspx)). Es wird bestimmt dagegen helfen, dass Gender-Studenten einander abstechen, wenn sie gerade streiten, wie viele Pronomen auf einer abgerundeten Messerspitze Platz haben – so könnte man halb-sarkastisch denken, und man läge halb falsch. Ja, bisweilen will ich mir wirklich an den Kopf fassen, damit dieser vor lauter Kopfschütteln nicht abfällt. Oder ich will mir den Kopf zusammenhalten, damit er bei all der Absurdität nicht explodiert. Menschen mit der Neigung, ihre Mitmenschen abzustechen, werden dies tun, ob Küchenmesser nun eine Spitze haben oder nicht. Wenn du ihnen das Messer nimmst, werden sie eben mit Stöcken zustechen. Sollen wir alle Gabeln verbieten? Stricknadeln und Schraubenzieher, wenn diese »spitz« sind? ## Das Problem liegt woanders Ich weiß, Messer zu verbieten ist einfach. Zumindest *intellektuell* einfach. Doch man will nur deshalb spitze Messer abschaffen, weil man ratlos vor der Aufgabe steht, das »abzuschaffen«, was Menschen einander abstechen lässt. Obwohl man einräumt, dass sich Aggressionskontrolle nicht anordnen lässt, und dass immer wieder Stechende auch Zugereiste sind, will man dennoch nicht effektiv verhindern, dass Zugereiste mit mangelhafter Aggressionskontrolle gar nicht erst »zureisen«. Nein, wir können Verbrechen nicht verbieten, denn sie *sind* schon verboten – das Problem liegt woanders. Das Problem liegt in *uns*. Oder genauer: Das praktische Problem liegt in den Köpfen der Leute, die nicht wahrhaben wollen, was in den Köpfen gewisser Leute vorgeht. Wir können nicht Verbrechen verbieten. Aber uns selbst sollten wir die Blindheit verbieten, denn am Ende gewinnt immer die Realität. Wirklich immer. ## ’s ist kompliziert Nur wenige Wochen nach dem Beginn der Rundmesser-Kampagne in Leicester wurde an genau dieser Universität ein Student erstochen. Der mutmaßliche Täter ist inzwischen verhaftet, sein Opfer ist tot. Eine der an diesem Fall beteiligten Personen heißt *Khaleed Oladipo*. Die andere heißt *Harper Dennis*. Anhand der Namen: Wer ist der mutmaßliche Täter? Wer das tote Opfer? Falsch. Andersrum. ([leicester.news, 13.2.2026](https://www.leicester.news/over-100-gather-for-vigil-to-remember-khaleed-oladipo/)) Das Leben ist kompliziert. Nein, wir wissen *nicht*, was in den Köpfen von Menschen *wirklich* vorgeht. - [Eine Katze ist kein Fisch](https://dushan.org/essays/eine-katze-ist-kein-fisch/) Eine Katze ist kein Fisch, selbst wenn ich ihr die Beine abschneide, ihr dafür Flossen und Schuppen anklebe und sie also ausgestattet ins Wasser werfe. Wenn ich eine Katze sehe und erkläre: »Das ist ein Fisch!«, dann ist diese Katze dadurch noch kein Fisch, selbst wenn ich ihr die Beine abschneide, ihr dafür Flossen und Schuppen anklebe und sie also ausgestattet ins Wasser werfe. Das arme Tier wird eine Zeit lang mit der neuen Situation klarzukommen versuchen, wird mit den Zombieflossen wedeln und nach Luft schnappen – und schließlich doch ertrinken. Die Deutung dieses Gleichnisses auf gewisse modische Verstümmelungen hin liegt nahe. (Siehe dazu auch den Essay [»Und dann spürte ich, dass das Böse existiert«](https://dushan.org/essays/das-boese-existiert/).) Mir kommt hier eine *selbstprüfende* Frage in den Sinn. Die Prüfung meiner eigenen Entscheidungen. Wo lebe *ich* mein Leben derart, dass ich im metaphorischen Sinn die Katze mit Flossen bin und folglich zu *ertrinken* drohe? Wo habe ich mir die *Beine* abgeschnitten, die die Katze doch braucht, um immer wieder auf ebendiesen zu landen? Wo bin ich nicht, wer ich sein soll, da ich als solcher doch geschaffen wurde? - [Du weißt nur, dass du nicht weißt](https://dushan.org/essays/du-weisst-nur-dass-du-nicht-weisst/) Der Unterschied zwischen der Demokratie und allen übrigen Staatsformen besteht darin, dass du in jenen sagen kannst – und sollst! –, wer über dir herrscht. In der Demokratie weißt du nur, dass du nicht weißt, wer WIRKLICH herrscht. Der Unterschied zwischen der Demokratie und allen übrigen Staatsformen wie Diktatur und Monarchie besteht darin, dass du in jenen sagen kannst – und sollst! –, wer über dir herrscht. In der Demokratie weißt du nur, dass du nicht weißt, wer *wirklich* herrscht. Sokrates läge richtig und hätte doch wenig Freude daran. Auch das Tao liegt richtig, gerade in der *Demokratie*: Der Name den du nennen kannst, ist nicht der wahre Name. (Ich erwähnte diese Regel bereits, etwa in [»You have 6 hours to surrender«](https://dushan.org/essays/you-have-6-hours-to-surrender/) und [»Limburg, Hoffnung und das Nichts«](https://dushan.org/essays/limburg-hoffnung-und-das-nichts/).) **Merkregel: Ich weiß, dass ich nichts weiß, und ich nenne es *Demokratie*.** (Oder ich tue zumindest vorläufig so, im ersten wie im zweiten Teilsatz, aus Sicherheits- und anderen Gründen.) - [Den wahren Charakter](https://dushan.org/essays/den-wahren-charakter/) Den wahren Charakter eines Menschen erkennst du, wenn er Macht erhält. Wir haben gewissen Leuten (auch) moralische Macht über uns gegeben – und nun zeigt sich, wer sie wirklich sind. Höchste Zeit, diese Macht zurückzufordern. Den wahren Charakter eines Menschen erkennst du, wenn er Macht erhält. So sagt man. Wir haben, indem wir ihnen unser Gewissen überließen, gewissen Leuten moralische Macht über uns gegeben. *Mein Gewissen zu überlassen*, damit meine ich: Darauf vertrauen, dass das, was einer sagt, *gut* ist. *Gut* in dem Sinne, dass es [Strukturen stützt](https://wgnr.es/rs/), die uns beiden wichtig sind. Und dass jener Mensch *weise genug* ist, sodass er Strukturen zu stützen nahelegt, die sich bewährt haben, *zuletzt* relevant zu sein. (Wenn du und ich beide eine Party feiern, haben wir in dieser Hinsicht dasselbe Konzept von *gut* – aber nur in dem Moment. Wenn ich aber dir darin folge, ein erhebendes Buch zu lesen, hat deine Weisheit mich dazu bewegt, eine Struktur zu stärken (meine innere Ordnung), die mir wohl auch *zuletzt* relevant sein wird.) Es wäre so spannend wie müßig, zu diskutieren, ob jene, die unser Gewissen steuerten, dieses *Recht* und diese *Möglichkeit* wirklich von uns (als informierten Bürgern und freien Personen) *erhielten*, oder ob sie diese Macht mit Tricks und Lügen *raubten*. Es ist, wie es ist – doch es kann auch *anders* sein! Den wahren Charakter eines Menschen erkennst du, wenn er Macht erhält. Sobald aber sich deren *wahrer Charakter* offenbart *hat*, überlegst du bisweilen: Wie können wir die Macht wieder zurückfordern? (Nota bene: *zurückfordern* impliziert hier praktisch, dass *jede* Macht eine *ge- und verliehene* ist.) Das aber ist die Lage heute: Der wahre Charakter mancher dieser Leute *hat* sich offenbart – und blöderweise ist es Teil ihres Charakters, die Macht nicht wieder zurückgeben zu wollen. Was tun? Was tun, dabei jedoch so legal wie lebendig bleiben? Wenn *die* ihren *wahren Charakter* offenbaren, ist das ein guter Anlass, unseren *eigenen Charakter* zu erforschen. Und, falls noch nicht geschehen: Wir sollten unser Gewissen zurückfordern. - [Vom Fernwehweh](https://dushan.org/essays/fernwehweh/) Ich leide am Fernwehweh – der Sehnsucht nach einer Sehnsucht, die es so nicht mehr gibt. Es ist einfach zu einfach, an einst ferne Orte zu fliegen. Und wenn man dann dort ist, stehen vor dir hundert Leute in der Schlange, aufs Selfie wartend. Ich bin so alt, ich weiß noch, als man *Bücher* las, die von Reisen in fremde Länder berichteten. Mit welcher Fernweh las ich doch Hermann Hesses *Aus Indien*, Jahrzehnte *nach* der seinerzeit üblichen Mit-Hesse-durch-die-Pubertät-Phase. Und auch das ist nun Jahre her. Ja, ganz wehmütig wird mir, wenn ich nur den ersten Satz des ersten Textes lese, nein, *höre*: »Seit zwei Stunden wird das Schiff von Moskitos belästigt; es ist sehr warm, und die heitere Stimmung vom Mittelmeer hat sich erstaunlich rasch verloren.« (siehe [gutenberg.org](https://www.gutenberg.org/cache/epub/64513/pg64513-images.html)) Ich vermisse sie, die Zeit, als wir uns nach fernen Orten sehnten. Ich vermisse das *Fernweh*. Leide ich an *Fernwehweh*? Ach, ich erinnere mich noch daran, als ich im vergangenen Jahrzehnt einmal in Lissabon landete, dort einkaufen ging – und grob enttäuscht war, Filialen derselben internationalen Konsumketten vorzufinden wie daheim in der Kölner Schildergasse. Das Ferne ist heute nicht mehr wirklich *fern*. An die meisten einst magischen Orte lässt sich für bezahlbares Geld fliegen – um dort dann mit Tausend anderen Billigfliegern fürs Selfie anzustehen. Wir lesen keine Bücher mehr. Oder zumindest nicht bloß, weil sie *aus der Ferne* berichten. Wir schauen höchstens die Flugurlaub-Bilder auf Instagram an, geknipst von Leuten, die geduldig für ebendiese in der Schlange standen. Fernweh wurde durch Neid ersetzt – und zwar Neid auf die Bilder. Wir *suchen* ja heute nach einem *neuen Weh*. Wir haben *Zukunftsweh* probiert, doch bekanntlich ist die Zukunft auch nicht mehr so reizvoll wie früher. Auch *Nostalgie* wäre reizvoller, wenn nicht der Verdacht wachsen würde, dass zumindest unsere kollektiven Erinnerungen schludrig ausgedachte Konstrukte sind. Es fühlt sich ja alles nach etwas *weh* an, doch welches Weh ist es genau? *Sinnweh*? Ja, vielleicht *Sinnweh*. Sehnsucht nach etwas, das meine Sehnsucht verdient. »Gute Reise, mein Junge! Es wird später eine Zeit kommen, wo Sie vor Sehnsucht vergehen werden«, so heißt es im letzten Absatz von *Aus Indien*, und zuletzt dann: »Dann kommen Sie zu mir, und dann werden wir über alles Mögliche einig sein, worüber wir heute noch verschieden denken!« - [Welcher Denkfehler?](https://dushan.org/essays/welcher-denkfehler/) Letztens ging ich spazieren, von A nach A, in großer Runde. Ich sah eine Abkürzung, und ich war versucht, sie zu nehmen. Dann fiel mir… Letztens ging ich spazieren, von A nach A, in großer Runde. Ich sah eine Abkürzung, und ich war versucht, sie zu nehmen. Dann fiel mir die Absurdität des Vorhabens auf, einen Spaziergang abzukürzen. Und ich fragte mich: Welcher Denkfehler lag da bei mir vor? - [Kein Historiker wird sich wundern](https://dushan.org/essays/zukuenftige-historiker/) Werden sich zukünftige Historiker über unsere Zeiten wundern? Über UNS? Haben wir ES denn nicht »kommen sehen«? Ich lese heute regelmäßig, zukünftige Historiker würden sich über unsere Zeiten wundern. Wie konnten wir *es* geschehen lassen?! Sahen wir *es* denn nicht kommen? *Es* war doch klar und deutlich *zu sehen*. Die Spatzen pfiffen es von den Dächern. Die Tochter des Priamos schrieb es an Belsazars Wand. Ach, womöglich sah eine unbewusste Instanz unseres Geistes *es* ja kommen, wollte *es* aber wegen eines dem Gesamtgeist auferlegten Regelwerks nicht weiterreichen. (Unser Gesamtgeist ist da nicht viel anders als eine Behörde, wo ein internes Regelwerk nicht nur die Weitergabe bestimmter Informationen fordert, sondern auch die Unterbindung weniger freundlicher Fakten und Vorhersagen.) Wir haben ja durchaus gesehen, wie *es* sich nahte. Und wir haben durchaus gesehen, dass und ab wann *es* schließlich da war. Werden sich aber Geschichtsschreiber wirklich darüber wundern, dass wir *es* zuließen? Ach, welche Hybris! Welche Überheblichkeit dieser Frage doch als Prämisse zugrundeliegt. Als ob es irgendwen kümmern wird, was wir taten – was wir *nicht* taten. Welche Mängel unserer Erkenntnis (oder, seien wir stets ehrlich: unseres Charakters) uns so mangelhaft handeln ließen. Erstens wird Geschichte bekanntlich und ausnahmslos von den Siegern geschrieben, ist also ohnehin halb Fiktion und halb irrelevant. Zweitens (und vor allem) ist unser Versagen zu gewöhnlich. Wenig, das zukünftige Generationen von uns lernen wollen werden. Ein taubstummer Blinder läuft vors Auto; fragst du ihn, ob es womöglich besser wäre, zu hören und zu sehen? Nein, zukünftige Historiker werden sich wenig um uns kümmern, falls Historie dann überhaupt noch von Menschen betrieben wird. Du und ich sind die einzigen Historiker unserer Sache. Uns unterscheidet von jenen anderen Historikern aber dies: *Die* verändern und erfinden die Berichte über die Ereignisse. *Wir* können die Ereignisse *noch* selbst *erfinden*, können *es* ändern – zumindest in unserer eigenen, kleinen Sache. - [Typisch menschlich, das Gute ebenso](https://dushan.org/essays/das-gute-ebenso/) Das Böse am Menschen ist typisch menschlich, das Gute ebenso, und wir leben in Zeiten, in denen eines davon in großem Maßstab ausgelebt werden wird. Es ist beunruhigend, es ist angsteinflößend. (Was tun?) Es ist eine rätselhafte Sache um des Menschen Menschlichkeit! Das Böseste am Menschen ist typisch menschlich – das Beste ebenso. Warum ich »religiös geworden« sei, so fragen mich Leute. Nicht die tatsächliche, aber eine poetisch klingende Antwort wäre: Ich schließe aus der greifbaren Existenz des totalen Bösen auf die notwendige Existenz eines absoluten Guten. »Warum aber all diese Regeln?«, so fragen mich die Leute weiter, und: »Warum interessiert es Gott, ob ich diese oder jene Dinge tue?« Lasst uns zur Illustration der Notwendigkeit göttlicher Regeln den Begriff »High Trust Society« erklären. Als Beispiel: Bei mir daheim oder in meinem Büro habe ich keinerlei Bedenken, ein Portemonnaie oder ein Smartphone auf dem Tisch liegen zu lassen, während ich einen Snack essen gehe. Ich vertraue allen Menschen der relevanten »Gesellschaft« maximal. *High Trust Society* ließe sich als *Hochvertrauensgesellschaft* übersetzen, oder der Einfachheit halber hier mit: *Vertrauensgesellschaft*. Es gibt Gebiete auf dieser Welt, da können Bauern ihre Ware auf einen Tisch am Straßenrand stellen, unbeaufsichtigt. Die Kunden nehmen, was sie brauchen, und dann lassen sie einfach so Geld da. Japan war lange Zeit so eine Gesellschaft, so hörten wir. In den letzten Jahren soll auch das »problematischer« geworden sein – und mehr *darf* nicht und *muss auch nicht* gesagt werden. In einer Gesellschaft, in der die Menschen einander *vertrauen* (können), ist es nicht (ganz so sehr) notwendig, strenge Gesetze und Maßnahmen gegen Diebstahl zu erlassen. Ähnlich ist es mit der Notwendigkeit religiöser Gesetze: Es ist der *Mangel an Heiligkeit*, es ist *unsere Verderbtheit* – oder »Gottesferne« –, welche die vielen Regeln erst notwendig werden lässt. (Nebenbei: Adam und Eva hatten nur *ein* Gesetz, und selbst gegen *das* verstießen sie.) In Essays wie [»Was meinen Sie, wenn Sie ›Freiheit‹ sagen?« (2017)](https://dushan.org/essays/freiheit/) beschreibe ich meinen *Begriff von Freiheit*: Ein Mensch fühlt sich *frei*, wenn er mit den ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zufrieden ist. Wenn ich zufrieden(er) bin mit dem Leben innerhalb gewisser Gebote, gewinne ich *Freiheit durch Gebote*. Ein reicher Rockstar kann sich gefangen und unglücklich fühlen, während ein Mönch in seiner Klosterzelle sich glücklich und frei fühlen kann. Wer fühlt sich denn *frei* in der Zeit der Dauerkrisen und Propagandаlügen? Wer ist glücklich, wenn alles erlaubt ist außer dem, was den Menschen wirklich glücklich werden lässt? Das Böse am Menschen ist typisch menschlich, das Gute ebenso, und wir leben in Zeiten, in denen *beides* in großem Maßstab ausgelebt werden wird. Es ist beunruhigend, es ist angsteinflößend. Die Freiheit des (und der) Bösen geht stets auf Kosten der Freiheit des (und der) Guten. Warum ich das Joch der Religiosität auf mich nehme? Weil ich die innere Ruhe durch Verbindung zu einem höheren Guten der so kalten wie kleinlichen Bosheit des Alltags vorziehe – und dem täglich anschwellenden totalen Bösen am Horizont erst recht. Oder, in den Worten Jesu: > »Kommt her zu mir alle, die ihr niedergedrückt und belastet seid: ich will euch Ruhe schaffen! Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig: so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.« > > – Matthäus 11:28–30 - [Sachsen-Anhalt wird die letzte Entblößung sein](https://dushan.org/essays/die-letzte-entbloessung/) AfD steht in Sachsen-Anhalt bei 41 %, könnte absolute Mehrheit holen. Nach demokratischer Gewohnheit sollte sie Ministerpräsident stellen. Wird sie nicht. Sachsen-Anhalt wird das Land sein, wo die deutschen Demokratie-Kulissen endgültig umgeworfen werden. *The Real Tom* schreibt: > Sachsen-Anhalt dürfte der Endpunkt der Nachkriegsdemokratie werden, und ihre offizielle Umwandlung in eine korrupte Parteiendiktatur. Danach werden Wahlen endgültig keine Rolle mehr spielen. > > – [@tomdabassman, 06.05.2026](https://x.com/tomdabassman/status/2052132848048472501) Anlass sind aktuelle Umfragewerte für Sachsen-Anhalt. Die nächste Landtagswahl dort findet am 6. September 2026 statt. In nur 4 Monaten, quasi »nach der Sommerpause«. Laut der neuesten Umfrage (Infratest dimap) steht die AfD bei 41 %. Nächste Partei danach ist die CDU mit 26 %. Die Linke liegt bei 12 %. Die übrigen Parteien kriechen knapp über der 5-%-Hürde (SPD mit 7 %) oder komfortabel darunter (Grüne und BSW, jeweils 4 %). Nach *aktuellem* Stand läge die AfD also *netto* bei 47,7 %. Nach allen demokratischen Gewohnheiten sollte die AfD damit den Ministerpräsidenten stellen, etwa mit der CDU als kleinerem Koalitionspartner. Sollten aber bis zum Herbst genug (dann: ehemalige) Merzel-Getreue überlaufen, wäre eine absolute Mehrheit für die AfD in Sachsen-Anhalt greifbar. Es wird aber, wie *The Real Tom* korrekt vorhersagt, *nicht* dazu kommen. Es wird zur letzten und finalen Entblößung kommen. Vorläufer und Anzeichen gab es ja genug. Etwa als Merkel im Jahr 2020 ein Wahlergebnis in Thüringen abwickeln ließ (siehe Essay [»Kann Merkel-Deutschland sich »Demokratie« nennen?«](https://dushan.org/essays/gurkenrepublik/)). Oder als letztes Jahr de facto im Voraus ein Staatstreich angekündigt wurde, falls die AfD eine Wahl gewinnen sollte ([»Staatsstreich im Voraus«](https://dushan.org/essays/vorausstreich/)). Und diese Woche erst wurde von den Altparteien in Rheinland-Pfalz eigens die Verfassung geändert, um es der AfD unmöglich zu machen, einen Ausschuss einzusetzen, der das Gebaren der Altparteien untersucht ([swr.de, 6.5.2026](https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/landtag-abstimmung-verfassung-aenderung-untersuchungsausschuss-100.html)). Die Frage ist also nicht, *ob* der Wählerwille in Sachsen-Anhalt ausgehebelt wird. Die Frage ist allenfalls, mit welchen fadenscheinigen Tricks man es tun wird. *Warum* aber ist man bereit, auch die letzten Kulissen des Demokratie-Theaters niederzureißen, um die einzige inhaltliche Oppositionspartei zu blockieren? Es wird gesagt, die AfD sei »rechtsradikal« und so weiter. Das wird allerdings von Leuten behauptet, deren Einkommen davon abhängt, dass die derzeitigen Politikkader an der Macht bleiben. CDU *und* SPD klangen vor wenigen Jahrzehnten noch messbar »rechter« als die heutige AfD. Das Rechtsextremismus-Etikett bleibt hanebüchen. Doch warum tun sie das? Warum finden sich die Altparteien nicht einfach damit ab, dass da eine neue Partei ist, die im Grunde dasselbe sagt wie die CSU in Bierzelt-Momenten? Wir leben in Zeiten, in denen die plausibelste Erklärung für die Ereignisse mal wahnsinnig klingt und mal arg plump – und bisweilen schlicht illegal ist. Immer öfter alles zusammen. Einem Außerirdischen, der durch eine UFO-Panne auf unserer Erde strandet und uns ganz nüchtern analysiert, wird es erscheinen, als ob die Politiker der Altparteien (aus einem vermutlich simplen, aber offenbar tabuisierten Grund) mit aller Kraft das Land samt seiner Kultur zerstören, die Industrie vertreiben und das Volk ersetzen wollen. Eine einzige Partei widersetzt sich *und* scheint es ausreichend ernst zu meinen, also wird sie zum Feind erklärt. 2026 ist ein entlarvendes Jahr, auch für Deutschland. Für dich und mich aber ist dies die *allerletzte und bislang letzte Aufforderung*, uns einzugestehen, dass das Fundament, das uns in der Schule mitgegeben wurde, dem zu vertrauen uns eingebläut wurde, eine Illusion war. Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, nichts mehr zu verlieren zu haben; so zitierte ich Janis Joplin, [im März dieses Jahres](https://dushan.org/essays/hab-den-kopf-frei-bekommen/). Ja, wir werden *noch* »freier« werden. Frei von Illusionen. Diese »Freiheit von Illusionen« könnte einen Menschen selbstverständlich zutiefst verunsichern. Ich empfehle uns, persönlich eine *Liste von Sicherheiten* aufzustellen. Eine Liste von Wahrheiten, derer wir uns noch *sicher* sind. In diesen Zeiten wird diese Liste nicht allzu lang sein – umso wichtiger ist sie. - [Welchen Nutzen hatte diese Regel?](https://dushan.org/essays/welchen-nutzen-hatte-diese-regel/) »Wenn die Regel, die du befolgt hast, dich hierher gebracht hat, welchen Nutzen hatte diese Regel?«, so fragt Anton Chigurh in »No Country for Old Men«. Wenn die »guten« Regeln uns an den Rand des Abgrunds brachten, wie »gut« waren sie? > If the rule you followed brought you to this, of what use was the rule? > > – Anton Chigurh (Charakter in »No Country for Old Men«; [siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=p93w7MpbZRw)) Wenn die Regel, die du befolgt hast, dich hierher gebracht hat, welchen Nutzen hatte diese Regel? Signifikante Teile des heutigen *westlichen* Lehrstoffs und der offiziellen medialen Wahrheit *im Westen* sind blanke Lügen. Auf diesen Lügen baute man moralische Regeln auf, welche im Widerspruch zu den gesammelten Erfahrungen aus Jahrtausenden Menschheitsgeschichte stehen. Und im Widerspruch zur Praxis anderswo. Die *Folgen* dieser Regeln sind der Untergang des Westens. Wenn die Regeln, die wir befolgt haben, uns hierher gebracht haben, welchen Nutzen hatten diese Regeln? Die Lügen sind kein Versehen. Die Lügen werden konstruiert, um ein Ziel zu erreichen. Die suizidalen Regeln werden mit Gewalt durchgesetzt, lange nachdem nicht mehr zu leugnen ist, dass sie suizidal sind. Ich hörte jüngst, wie die deutsche Propaganda traditionelle Christen attackierte. Die christlichen Werte, die zu Zeiten des Wirtschaftswunders noch selbstverständliche waren, ja, die zum Teil sogar im Grundgesetz verankert sind, wurden von der Propaganda als »ultra-konservativ« abgetan. Als veraltet und verachtenswert. Die alten Regeln schufen Wohlstand und ein kleines bisschen Glück. Die neuen Regeln schaffen Leid, Armut und zutiefst unglückliche Menschen. Wenn die Regeln, die uns *hierher* brachten, ganz offensichtlich wenig taugen, wäre es eine gute Idee, die Regeln zu prüfen, die wir *davor* angewandt hatten. Die Regeln unseres *Lebens* und *Zusammenlebens* ließen sich vergleichen mit dem *Grund*, auf dem ein Haus gebaut wird. ## Haus auf Sand gebaut Über die *sehr menschlichen* Regeln der sogenannten Moderne sagt Jesus: > »Wer jedoch diese meine Worte hört und nicht nach ihnen tut, der gleicht einem törichten Manne, der sein Haus auf den Sand gebaut hat. > > Da strömte der Platzregen herab, es kamen die Wasserströme, es wehten die Winde und stürmten gegen jenes Haus: da stürzte es ein, und sein Zusammensturz war gewaltig.« > > – Matthäus 7:26–27 Wir *kannten* ja einst bessere Regeln! Die besseren Regeln wurden uns aber von böswilligen Menschen miesgemacht. Über die Regeln aber, auf denen alles steht, das uns lieb und wertvoll ist, heißt es: > »Darum wird jeder, der diese meine Worte hört und nach ihnen tut, einem klugen Manne gleichen, der sein Haus auf Felsengrund gebaut hat. > > Da strömte der Platzregen herab, es kamen die Wasserströme, es wehten die Winde und stießen an jenes Haus; doch es stürzte nicht ein, denn es war auf den Felsen gegründet.« > > – Matthäus 7:24–25 - [Der Hölle mit dem Himmel trotzen](https://dushan.org/essays/der-hoelle-mit-dem-himmel-trotzen/) Wer die Augen vor dem Bösen verschließt, verschließt sie auch vor dem Schönen. Lasst uns zugeben, dass es um unser Land steht, wie es eben um unser Land steht. Und dann schauen, was (noch) schön ist. Und wo. Dieser Abstieg soll ein Aufstieg sein. Der Hölle mit dem Himmel trotzen. Nein, wir wollen den Messerstechern nicht unseren Bauch anbieten. Wir wollen auch nicht so tun, als gäbe es sie nicht, bis sie unseren Bauch von allein finden. Wir wollen die Bäuche unserer Lieben in Sicherheit bringen – so noch möglich. Jedoch: Alle *drei* können deine Seele krank werden lassen. Dem Messerstecher den Bauch anzubieten, also den *Suizid durch Verblendung*, wirft die Frage auf, was dir dein eigenes Leben wert ist. Es ist kein Märtyrertum, wenn dein Tod allzu billig ist und die Dinge durch breitere Gewöhnungseffekte schlimmer werden lässt. Ist deine Pflicht, Gutes zu tun, nicht höher, als dir aus Gehorsam gegenüber korrupten Herrschern derartig Böses antun zu lassen? Man könnte argumentieren, dass die Augen vor der Gefahr zu verschließen dich immerhin bis zum tödlichen Moment in Frieden leben lässt. So hat man zumindest *etwas* Gutes genossen und dann war es eben vorbei. Oder? Nein, es ist ein Fehler. In der Erkenntnis dieses Fehlers aber beginnt der Aufstieg im Abstieg: Wer die Augen vor dem Bösen verschließt, verschließt sie auch vor dem Schönen. Leonard Cohen singt: > I turned my back on the devil> > Turned my back on the angel, too > > – Leonard Cohen: On The Level ([Audio bei YouTube Music](https://music.youtube.com/watch?v=M0uq5cgd2So)) Ins Deutsche übertragen bedeutet das etwa: »Ich habe dem Teufel den Rücken gekehrt. Und dem Engel ebenso.« Sprich aus, auch vor dir selbst: Du lebst in Zeiten, in denen *das Böse* wieder – und immer nur vorübergehend – stärker wird. Du lebst in Zeiten, in denen die Mächtigen dich ans Messer liefern, weil *ihre* Mächtigen es von ihnen verlangen. Doch auch die Erkenntnis, dass die Gefahr existiert und du *fliehen* musst, kann dich krank werden lassen. Wenn die Flucht *nicht* gelingt, wirst du unentwegt in Sorge leben. Oder mit unruhigem Gewissen ob deiner Feigheit, deines Versagens. Wenn aber die rechtzeitige Flucht gelingt, wirst du an Heimweh erkranken, so du keine *neue* Heimat findest. *Deine* Flucht wird ja eine *echte* sein, und du wirst nicht jährlich in der alten Heimat urlauben können. (Siehe im Übrigen auch den Essay [»Vom Auswandern«](https://dushan.org/essays/auswandern/) von 2021.) Also: Ich erkenne an, dass es ist, wie es ist. Ich nehme zur Kenntnis, wer mittelbar Schuld daran trägt. Politiker, die mit Globalisten verbandelt sind. Wohlfahrtsverbände, die mit der Zerstörung des Westens viel Geld machen. Und so weiter. Ich schütze mich bestmöglich. Ich arbeite an mir, trotz offener Augen und der Existenz als Wandernder nicht an meiner Bitterkeit selbst bitter zu werden – im Gegenteil! Um illusionslos froh zu sein, gedenke ich meiner *tieferen* Wurzeln. Der *abstraktesten* Wurzeln. Meiner Ontologie. (Nicht zu verwechseln mit Onkologie, auch wenn die Konfrontation mit Letzterer bisweilen zum Neubedenken der Ersteren führen mag.) »Wo warst du, als ich die Welt erschuf?«, so wird der Leidende gefragt, dem viel genommen wurde (Hiob 38:4). Diese Frage ist ja ein Trost: Wie buchstäblich *wunderbar* ist doch deine Existenz! Die *Bosheit der Mächtigen*, leichtgemacht durch die *Dummheit der Masse*, und aus beidem folgend die *angstweckenden Aussichten*, all das zusammen könnte uns bald die Freude am Leben selbst vergällen. Und doch ist dieses Leben, meine Existenz etwas derart Unwahrscheinliches und buchstäblich *Wunderbares*, dass ich auch in einer furchteinflößenden Lage etwas *Nützliches* sehen will. Eine *Möglichkeit*. Einen *Auftrag*. Dieser Abstieg soll ein Aufstieg sein. Der Aufstieg, der damit beginnt, die wunderbare Unwahrscheinlichkeit meiner Existenz zu bedenken. Ich will der Hölle mit dem Himmel trotzen. - [Erst ist da ein Berg](https://dushan.org/essays/erst-ist-da-ein-berg/) Erst ist da ein Berg. Dann ist da kein Berg. Und dann ist da (wieder) ein Berg. (An welchem Punkt befinden wir uns gerade?) Donovan singt: > First there is a mountain > then there is no mountain > then there is > > – Donovan: There is a Mountain; [Video auf YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=4Z5c_BSuQkM) Ins Deutsche übertragen: Erst ist da ein Berg, dann ist da kein Berg, dann ist da (wieder) ein Berg. Gemeint ist eine Zen-Weisheit: Der Uneingeweihte sieht den Berg, und er »weiß« – er ist sich sicher –, dass es *ein Berg* ist, den er da sieht. Der Zen-Schüler dann, nach etwas Fortschritt, sieht, dass da *kein* Berg ist. Und dann, wenn der Schüler zum Meister wird, zum *Eingeweihten*, sieht er *den Berg* dann wieder doch. Es erinnert mich an die *Midwit-Kurve*: Es ist ein zuverlässiges Muster, dass die Einfachen und die Superklugen oft näher an der Wahrheit liegen als die *dumpfe Mitte*. (Zu diesbezüglichen Details siehe den Essay [»Das Problem sind die Midwits«](https://dushan.org/essays/midwits/).) Ich aber hörte jenen Song jüngst aufs Neue. Der Berg, der *ist* und dann *nicht ist* und dann *wieder ist*, es schien mir eine *weitere* Weisheit und Wahrheit zu beschreiben. Nämlich: Wenn der Mensch jung ist, fühlt sich die vor ihm liegende *Zeit* – und damit der *Raum der Möglichkeiten* – schier *unbegrenzt* an. So *soll es* zumindest sein, wenn das Kind nicht *in Krisenzeiten* aufwächst. Später, spätestens um die Lebenshalbzeit, wird dir relativ plötzlich klar, dass auch *deine* Tage *gezählt* sind. Dass dein Leben endlich ist und die verbleibende Zeit *täglich knapper* wird. Oder: Dass da *kein Berg* (mehr) ist. In einer dritten Phase aber, mit richtiger Weisheit, mit *den richtigen Augen* kann der Mensch diesen *Berg* wieder sehen. Der Tag, der jeweils vor dir liegt, bietet er nicht einen Berg von Möglichkeiten, dein Denken zu ändern, dein Fühlen zu zügeln, deine Seele in höhere Sphären blicken zu lassen? Wenn du *heute* nicht klüger, freier, heiliger werden kannst, mit dem *Berg* an Minuten *dieses* Tages, warum sollte es dir in weiteren zehn oder fünfzig Jahren gelingen? Erst ist da ein Berg. Dann ist da kein Berg. Dann ist da wieder ein Berg. Heute stehe ich *wieder* am Fuß eines *Berges* von *Möglichkeiten*, *weniger dumm* zu werden. - [Wahrheit, weil und wenn nicht mehr zu verhindern](https://dushan.org/essays/nicht-mehr-zu-verhindern/) Im Staatsfunk wird plötzlich etwas Wahres darüber gesagt, wie der Islamismus die deutsche Gesellschaft unterwandert. Ein Zeichen der Hoffnung? Neue Klarheit? Nein, plötzliche Wahrhaftigkeit bedeutet eher, dass die Entwicklung eh nicht mehr zu stoppen ist. In der ARD wurde dieser Tage eine Reportage ausgestrahlt, die trug den bemerkenswerten Titel »Wo Islamisten Deutschland unterwandern« ([ardmediathek.de, 29.4.2026](https://www.ardmediathek.de/video/klar/wo-islamisten-deutschland-unterwandern/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNldPMDAwMjM0QTA)). Wir erfahren von »islamistischer« Unterwanderung in Deutschlands Schulen, von offen ausgesprochenem »Islamismus« auf Deutschlands Straßen. Klare Statements von Muslimen, die zu Protokoll geben, dass die Scharia über menschlichen Rechten steht. (Frage am Rande: Sehen Christen und Juden das jeweils anders? Kapitalisten und Globalisten sehen es definitiv genauso.) Ich habe noch nicht vollständig verstanden, worin wirklich der Unterschied zwischen *Islamismus* und *Islam* besteht. Angeblich ist der »Ismus« politisch, aber das war auch der Prophet – und wie! Und ist es nicht Aufgabe *aller* Muslime, dem Propheten nachzueifern? Sei’s drum, auch mit der womöglich zwecks Verdaulichkeit für westliche Ohren erfundenen Islam-Islamismus-Distinktion ist es *bemerkenswert*, dass die deutsche Propaganda solche Wahrheiten über den Staatsfunk verkündet. Für das Aussprechen solcher offensichtlichen – und weltweit bekannten – Wahrheiten wurden deutsche Bürger eben noch mit Hausdurchsuchung und Kontokündigung bestraft. Das deutsche [Propagandaministerium](https://dushan.org/essays/george-orwell-2016-ministerium-fuer-liebe/) investiert noch immer in [»Demokratie leben!« viele Millionen in Propaganda](https://dushan.org/essays/propagandastaat/), die diese Wahrheiten übertönen soll. Und nun wird es plötzlich ausgesprochen? Sicher, früher waren solche Wahrheiten oft genug auf SPIEGEL-Titelseiten zu finden – in Formulierungen, die dich heute in den Knast brächten (siehe [buzzfeed.de, 2.6.2021](https://www.buzzfeed.de/buzz/so-haben-spiegel-und-co-auslaender-in-deutschland-jahrzehntelang-dargestellt-90136183.html)). Mit dem Unrechtsjahr 2015 aber schalteten Propaganda, Schulen und Mainstream-Medien in eine andere Richtung um, [auffallend gleich](https://dushan.org/essays/gleichschaltung/). Ein Jahrzehnt lang war es Pflicht, so zu tun, als glaubte man die linken Lügen vom [»edlen Wilden«](https://dushan.org/essays/clantheorie/). Doch nun plötzlich wird *die Wahrheit ausgesprochen*. Anlass für neue Hoffnung, oder? Besser spät als nie, nicht wahr? Jein. ## Das Personal weiß Dass der Staatsfunk die Wahrheit sagt, könnte eine schreckliche, ernüchternde Wahrheit belegen. Wenn ein sterbenskranker Patient plötzlich klar und bei Bewusstsein wirkt, könnten Verwandte neue Hoffnung schöpfen, dass wider Erwarten doch eine Genesung eintritt. Die Wahrheit ist aber oft – und das medizinische Personal weiß es –, dass gerade dann das Ende nahe ist. Eine mögliche Erklärung: Das Gehirn aktiviert beim rapiden Sauerstoffverlust letzte Reserven – ein Überlebensreflex, der kurzfristig kognitive Klarheit erzeugt. Ähnlich ist es mit der *Wahrheit* im Propagandastaat. Wenn die Wahrheit die Frustration der Bürger thematisiert, etwa bei Markus Lanz, könnte man schlicht »etwas Druck vom Kessel lassen«. Wenn aber die Ursachen gezeigt und benannt werden, bedeutet das: Es ist zu spät. ## Aufs Unausweichliche Einige Philosophen und Theologen sagen, dass ein degeneriertes Gehirn sich nicht »extra anstrengen« kann. Die plötzliche Klarheit vorm Tode sei vielmehr die menschliche *Seele*, die sich von *dieser* Welt verabschiedet. In diesem Sinne könnte die plötzliche Wahrheit in deutscher Propaganda ein letztes Aufbäumen der Seele sein, bevor das Land stirbt und die deutsche Seele in andere Dimensionen weiterzieht (etwa Spanien oder Südamerika). Oder das deutsche Gehirn aktiviert einfach noch ein letztes Mal sein Denkvermögen – zu spät und vergeblich. Vielleicht – und wahrscheinlich – will die Propaganda die Bürger schlicht aufs Unausweichliche einstimmen, als ob sie selbst überrascht wäre, als hätte »das keiner kommen sehen können«. *Gedacht* wird in Deutschland schon längst nicht mehr – es wird *hingenommen*. ## Anlass oder kein Anlass 2018 schrieb ich den Essay [»Der Parkpfleger, die Algen und das exponentielle Wachstum«](https://dushan.org/essays/exponentielles-wachstum/). Wenn sich die Menge von Algen jeden Tag verdoppelt und das Stoppen des Wachstums drei Tage dauert, wann ist der letzte Bedeckungsgrad, an dem sich das Kippen des Sees (Bedeckung zu 100%) noch verhindern lässt? Die Antwort ist: 12,5%. Bei 25% ist es bereits zu spät. Wenn der Staatsfunk zugibt, dass Teile Deutschlands von »Islamisten« unterwandert wurden, dann ist das kein Anlass zur Hoffnung. *Nichts* Politisches ist Anlass zur Hoffnung. Diesweltliche Hoffnung ist Ergebnis deiner Arbeit und Entscheidungen. Für gute Entscheidungen braucht es *Weisheit*. Zeit also, [mit Weisheit zu beginnen](https://latinprayer.org/latin-bibel/sprueche/9:10). - [Mini-Islamisten an deutschen Schulen](https://dushan.org/essays/mini-islamisten-an-deutschen-schulen/) Schüler werden in Berliner Schulen manipuliert, werden zu »Mini-Islamisten«. Es ist auch ein Zeichen für den Zustand des Landes. Welche Wahl haben die Kinder denn? Welche anderen Vorbilder, selbst wenn sie nicht zum Islam gemobbt würden? Wir lesen – *wieder* und mit wieder höherer *Dringlichkeit* – über die Islamisierung von Schülern an Schulen in Deutschland. Ein Verantwortlicher wird zitiert: »Schüler werden dazu gedrängt, zum Islam zu konvertieren« ([welt.de, 28.4.2026](https://www.welt.de/vermischtes/article69f06c77ed8c6d6030069dfe/berlin-schueler-werden-gedraengt-zum-islam-zu-konvertieren-warnt-der-arche-sprecher.html)). Wir lesen vom psychologischen Druck, der auf Kinder ausgeübt wird, auf deutsche wie auch auf eingewanderte Kinder. Von »Mini-Islamisten« und von »religiös motiviertem Mobbing«. Was ist so schlimm daran, wenn Kinder an Schulen den Islam »in echt« kennenlernen – und womöglich sogar konvertieren? Nun, *ein* Problemchen mit dem Islam besteht darin, dass wer einmal »drin« ist, nicht immer einfach so »rausgelassen« wird. Ein anderes Problemchen besteht darin, dass Einwanderer die Kultur, vor deren Auswirkungen sie »flohen«, schon mal im Zielland etablieren. Und dann kämen all die *theologischen* Probleme, aus, ja: *christlicher* Sicht. Psychologischer Druck in der Schule, dumpfe Gleichgültigkeit daheim – was *sollen* die Kinder denn tun, als sich »anzupassen«? Die Kinder einer Gesellschaft, die seit gewissen Ereignissen in den 1970ern aktiv seelisch abgetötet und ausgehöhlt wird, könnten sich leer fühlen und das *problematische* Angebot annehmen – vor allem, wenn ansonsten übles Mobbing droht. Man möchte den Eltern in Deutschland ein weiteres Mal zurufen: [Flieht, ihr Narren!](https://dushan.org/essays/suche-und-heimat/) Doch man will auch fragen, wie es überhaupt dazu kommen konnte. Was lief in Deutschlands Herzen und Köpfen falsch? Ich kann es erklären, und zwar – Sie werden nicht überrascht sein – aus der Bibel. ## Weder kalt noch heiß Deutschland ist wie Laodizea, also jene Gemeinde, welcher gesagt wird: > Ich kenne deine Werke, (ich weiß) daß du weder kalt noch heiß bist. O, daß du kalt oder heiß wärest! So aber, weil du lau bist und weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Munde ausspeien. > > – Offenbarung 3:15-16 Den Deutschen sei gesagt: [Es ist wie es ist](https://www.youtube.com/watch?v=9Eoix1Kpe7w), denn du lässt zu, dass es ist, wie es ist. Eure Kinder werden islamisiert, weil ihr nicht wachsam (genug) wart. Eure Kinder beten auf fremde Art, wenn und weil *ihr* nicht fest genug im Glauben standet. Eure Kinder werden gemobbt, weil *ihr* nicht mannhaft genug wart, weil ihr nicht *als Männer gehandelt*. (Ja, da steht im Original genau das: ἀνδρίζεσθε. Moderne Bibel-Verfremdungen schwächen das als »mutig« ab.) Eure Kinder werden schwach, weil *ihr* nicht stark genug wart. ## Seid wachsam, steht fest Was hätten wir aber tun sollen, damit unsere Kinder nicht von Mini-Islamisten gemobbt werden? Paulus (der für seinen Glauben litt und zuletzt starb) gibt uns zum Auftrag: > Seid wachsam, steht fest im Glauben, seid mannhaft, werdet stark! > > – 1. Korinther 16:13 - [Wenn Frauen ein Land beherrschen](https://dushan.org/essays/wenn-frauen-ein-land-beherrschen/) Die Bibel (konkret: Jesaja) sieht es als Fluch, wenn Frauen über ein Land herrschen. Oder wohl: wenn »Weibliches« die Politik und die Urteile bestimmt. Es ist politisch unkorrekt, geradezu skandalös, das zu zitieren. Doch ist es auch falsch? »Warum zitieren Sie ständig die Bibel?«, fragen Leser. Ich *könnte* ein weiteres Mal den bekannten Vers vom *Neuen unter der Sonne* vorlegen: > Was gewesen ist, dasselbe wird wieder sein, und was geschehen ist, dasselbe wird wieder geschehen; es gibt nichts Neues unter der Sonne. > > – Prediger 1:9 Wir könnten *überrascht* sein von manchem aktuellen Ereignis. Wir könnten *ratlos* sein, was wir darüber *denken* sollen, was wir *fühlen* dürfen. Ich sage euch, die Zeit ist nicht mehr fern, da wird es *illegal* sein, die Bibel zu zitieren. Schon heute ist es mindestens »problematisch« (und wird also von Feiglingen geleugnet), auszusprechen, dass die Bibel maximal eindeutig zur gelebten Homosexualität ist (ob Altes oder Neues Testament, ob Levitikus 18:22 oder Römer 1:26-27). Mir fallen weitere Themen und Passagen ein, etwa diese fluchartige Beschreibung des eigenen Volkes durch den Propheten Jesaja: > O über mein Volk! Seine Zwingherren sind Buben, und Weiber haben es beherrscht. O mein Volk! Deine Leiter sind Irreführer und haben den Weg ungangbar gemacht, den du gehen sollst. > > – Jesaja 3:12 Unsere »Leiter sind Irreführer«, das steht außer Zweifel. Einige setzen sogar an, »Zwingherren« zu sein, also Diktatoren. Und »Buben« sind einige von denen sowieso. Solange man es aber allgemein und in der bisweilen antiken Sprache der Menge-Bibel ausdrückt – also weder konkret noch lustig –, ist das Risiko überschaubar, dass die Behörden dir deswegen die Polizei ins Haus schicken. Ich bin aber sicher, dass euch die Sache mit den *Weibern* aufgefallen ist. Jesaja beschreibt es als *Fluch*, wenn Frauen ein Land beherrschen. Diese wenig feministische Aussage ist im linken Lügenweltbild derart störend, dass die woke Bibel-Interpretation »Luther 2017« das Wort für »Frauen« (נָשִׁים) hier als »Wucherer« verfälscht – und damit in der Geschichte der Übersetzungen praktisch allein steht. (Siehe auch [Rudolf Ebertshäuser, 25.3.2017](https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/lutherbibel-2017-was-liberaltheologen-aus-luthers-bibel-gemacht-haben/).) *Wenn* man schon diese Bibelstelle »frei« deuten will, ließe sich »Frauen« nicht als *Herrscher* etwa im Sinne eines Königs deuten, sondern auch als *wenn Frauen »das Sagen haben«*. Oder noch allgemeiner: Es ist ein Fluch für ein Land, wenn »weibliche Prinzipien« dessen Schicksal bestimmen. Soziologen stellen seit Jahrzehnten die These auf, dass im Westen die *Rationalität* als Denkprinzip von *Gefühlen* abgelöst wurde. ## Merkels merk-würdiger Trick Es ist nun ein Jahrzehnt her, dass ich den Essay [»Merkel und ihr merk-würdiger Trick«](https://dushan.org/essays/reductio-ad-emotum/) schrieb (und davor das [Talking-Points-Buch](https://dushan.org/buecher/talking-points/)). Merkel betäubte regelmäßig die Debatte, indem sie die Argumentation von Ratio und Realität zum Reden übers Gefühl pervertierte. Ob die Reaktion auf Fukushima oder [die von Soros & Co. geforderte Migrations-Initiative](https://dushan.org/essays/un-migrationspakt/): Merkel sprach übers Besorgtsein und über »hässliche Bilder«. Merkels Argumentation ähnelte vulgärsten weiblichen Klischees über das Frausein: die Frau, die Emotion über Ratio stellt und auf diese Weise übles Leid über ihren Verantwortungsbereich bringt. ## Sympathisch findet sie alle In den sozialen Medien kursiert dieser Tage eine bei stern.de erschienene Überschrift. Eigentlich stammt sie ja schon vom Januar dieses Jahres, doch sie kocht gerade neu hoch. Eine Richterin wird zitiert: »Ich finde fast alle meine Angeklagten sympathisch.« ([stern.de, 18.1.2026](https://www.stern.de/panorama/verbrechen/stern-crime/interviews/jugendrichterin-meier-goering---gerade-junge-maenner-wollen-keine-kuschelpaedagogik--37037458.html)) Die zitierte Richterin urteilt für die Jugendkammer des Hamburger Landgerichts. Und man liest Berichte über sie schon mal im Kontext »überraschend« milder Strafen. Im »Stadtpark-Prozess« etwa verhängte die Richterin bloße »Bewährungsstrafen« für die meisten Mittäter einer Gruppenvergewaltigung. Als daraufhin ein Sturm der Empörung losbrach, wurde *die Richterin* von linker (= täterfreundlicher) Presse zum Opfer stilisiert, nämlich dem Opfer von »Hassrede« (siehe etwa [taz.de, 1.12.2023](https://taz.de/Hassrede-nach-Vergewaltigungsprozess/!5975141/)). In der linken Tralala-Blase wird spekuliert: »Vielleicht würde der Hass nicht so überschäumen, wären die Verurteilten weiße Deutsche statt Jugendliche mit Migrationsgeschichte, und wäre die Richterin keine Frau.« ([ebenda](https://taz.de/Hassrede-nach-Vergewaltigungsprozess/!5975141/)) – Das ist korrekterweise im Konjunktiv formuliert, weil es irreal ist. Auch den linkesten Kommentator_Innen fällt kein jüngerer Fall ein, bei dem »Bio-Deutsche« als Gruppe eine Migrantin vergewaltigten und anschließend von einem »männlich gelesenen« Richter lediglich »zur Bewährung« »bestraft« wurden – sprich: frei aus dem Gerichtssaal spazieren konnten. Ich sage nicht, dass dieses Urteil dieser Richterin falsch war. Oder dass es hätte anders gesprochen werden sollen. Ich sage, dass dieser Fall auf den ersten Blick eine *allgemeine* Wahrnehmung zu bestätigen *scheint*: Gesellschaften, in denen Frauen entscheiden und ihre »weibliche Empathie« einsetzen, neigen dazu, als »täterfreundlich« wahrgenommen zu werden. ## Suizidale Empathie Es wurde inzwischen eine Reihe von Büchern zur »Feminisierung« der Gesellschaft geschrieben. Zuletzt tauchte das Thema als »suizidale Empathie« auf. (Siehe dazu auch den Essay [»Als die Empathie suizidal wurde«](https://dushan.org/essays/als-die-empathie-suizidal-wurde/).) Das Problem ist so simpel wie politisch unkorrekt: Männer und Frauen sind nicht nur am Körper »unterschiedlich verkabelt«, sondern auch im Kopf. Zu den *vielen* gefährlich-absurden Eigenschaften des Wie-es-mir-gerade-passt-Feminismus gehört, dass Frauen sich damit rühmen, *empathischer* zu sein – doch zugleich bestritten wird, dass ebendiese tatsächlich *natürliche* Eigenschaft bei Rechtsurteilen ein echtes Problem darstellen kann. Es ist ausführlich belegt, dass Frauen politisch nach »modern links« tendieren; und mit »modern links« meine ich: Fernstenliebe, Wohlgefühl im Moment, Symbolpolitik. (Siehe etwa [academic.oup.com, 13.6.2025](https://academic.oup.com/esr/article/41/6/862/8162736?login=false) und viele weitere.) Die simple Anschauung besagt aber auch, dass Männer und Frauen in traditionellen Familien und Stammesgemeinschaften unterschiedliche Rollen innehaben, und entsprechend anders »verkabelt« sind. Frauen sind traditionell die »Richter« über *Kinder* – und Männer regeln dann die »große Politik«. Eine Familie zu organisieren erfordert völlig andere angeborenen Fähigkeiten, als die Jagd auf Bisons anzuleiten oder einen ganzen Stamm zu organisieren. Wenn Männer die Familie absolut gerecht und empathiefrei leiten würden, würden alle Familien zerbrechen. In der Familie und Kindern gegenüber braucht es Empathie und eine ewige zweite Chance auch für den Lausbuben. Deshalb ist es wichtig und richtig, dass *Frauen* über den Alltag von Kindern entscheiden. Doch dieselbe für Kinder und Familien notwendige Empathie, auf eine Gesellschaft angewandt, wird zu Desastern führen! Täter würden lernen, dass selbst übelste Taten de facto straffrei bleiben, solange sie nur an die Empathie der Richterin appellieren können. ## Warum ich die Bibel zitiere »Warum zitieren Sie ständig die Bibel?«, so fragen Leser, und *eine* wahre und wichtige Antwort bleibt, dass was geschehen ist, wieder geschehen wird, und dass es nichts Neues unter der Sonne gibt. Warum neu lernen, was frühere Generationen – teils unter großen Opfern – schon gelernt hatten? Warum blind herumtapsen, wo göttlicher Rat verfügbar ist? Ja, studiert (man endlich wieder?) die Bibel – und bereitet euch darauf vor, dass die (halbwegs korrekt übersetzte) Bibel bald wieder verboten sein könnte. Es gibt Leute, die *wissen* sehr wohl, dass die Bibel uns vor gefährlichen Fehlern warnt, und wollen deshalb nicht, dass wir die Bibel lesen. Vielleicht, weil diese Leute ebendiese Fehler aktiv machen wollen. Zum Beispiel eine Gesellschaft zerstören, indem Tätern übermäßige Empathie entgegengebracht wird. Nach der oben zitierten Menge-Übersetzung dürfen wir solche Leute eben »Buben« mit ganz altem Zungenschlag nennen – und »Irreführer« sowieso. - [Weiter-so-Land ist abgebrannt](https://dushan.org/essays/kein-zwischenstand/) Es gibt kein Weiter-so, denn das, was »weitergehen« sollte, existiert schlicht nicht mehr. Gebt euch nicht der Illusion hin, etwas reparieren zu können. Definiert lieber dringend die DNA eures eigenen Überlebens. ((Kein) Zwischenstand, DW 2026) In den vergangenen Jahren veröffentlichte ich um meinen Geburtstag herum regelmäßig einen Text, den ich »Zwischenstand« nannte. Dieses Jahr ist anders, auch in dieser Hinsicht. *Zwischenstand* impliziert eine gedachte, aber funktionale Trennlinie innerhalb eines ansonsten weitgehend gleichförmigen Verlaufs. Ein Jahreszeugnis in der dritten Klasse der Grundschule. Die Zwischenzeit nach den ersten 20 Kilometern des Marathonlaufs. *Zwischenstand* ist weder Abschlusszeugnis noch »post mortem«. *Zwischenstand* fragt nicht nach dem *Ob* des »Weiter so«. *Zwischenstand* geht davon aus, *dass* es »weiter so« geht, will nur das *Wie* optimieren. Dieses Jahr schreibe ich keinen »Zwischenstand«, obgleich Portugal wieder den [Jahrestag der Nelkenrevolution](https://de.wikipedia.org/wiki/Nelkenrevolution) begeht. Wer heute noch immer denkt, ein »Weiter so« sei auf *irgendeiner* Ebene realistisch möglich, irrt schwer (und/oder belügt sich selbst). Die wirklich relevante Wahrheit zu sagen, wird dich heute ins Gefängnis oder in die Klapse bringen. Über die wirklich relevanten Aspekte der großen Entwicklungen zu sprechen ist teilweise blank illegal. Oder die Wahrheit ist womöglich derart irrwitzig, dass sie auszusprechen einen in den Verdacht latenten Wahnsinns bringen könnte. (Irre Idee am Rande: Was, wenn Putin und Zelensky sich gar nicht spinnefeind sind und der Krieg dort *kein* »Fehler im System« ist?) Die Moderne, wie wir sie kannten, inklusive entlarvter Illusionen wie »Demokratie«, »Individualismus« und »Aufklärung« ist längst kollabiert, und die Intellektuellen spielen höchstens mit den Bruchstücken. Trauert dem Alten nicht nach. Erliegt nicht dem Wahn, festhalten zu können, was längst wie Sand zwischen den Fingern zerronnen ist. Jesaja sagt: > Denkt nicht mehr an die früheren Ereignisse zurück und beachtet das Vergangene nicht mehr! > Seht, ich vollbringe etwas Neues, schon tritt es in die Erscheinung: gewahrt ihr's denn nicht? > > – Jesaja 43:18-19 Meine zweite Überzeugung aber ist für mich denkbar ungünstig: Ich bin überzeugt, dass die Weisheit, die uns in der heute angebrochenen Zukunft weiterhelfen könnte, bereits existiert – doch sie ist auf Lateinisch verfasst. Diese Erkenntnis ist für *mich* ungünstig, da ich nur eine geringe Begabung für das Erlernen von Sprachen mitbringe. Und obwohl ich einst Latinum, Graecum und Hebraicum ablegte, muss ich heute, Jahrzehnte später, das Lateinische doch aufs Neue lernen – alt und unbegabt, bloß zutiefst überzeugt. Vor einiger Zeit brachte ich die iPhone-App »Latin Prayer« heraus. Diese hilft (unter anderem) dabei, täglich den Rosenkranz zu beten – auf Lateinisch (mit interlinearer Übersetzung). Demnächst stelle ich auch ein paar simple Online-Übungen zum Lateinischen vor sowie eine Android-Version der App (beides in Arbeit und 80 % fertig). Dies ist ein Anti-Zwischenstand. Denn Weiter-so-Land ist abgebrannt. Zu meinem diesjährigen Wiegenfest habe ich *drei* Wünsche an euch, liebe Leser. Erstens: Legt die Illusion des Weiter-so ab, schon weil das, was »weitergehen« soll, längst nicht mehr existiert. Zweitens: Lernt Latein, und wenn ihr ein iPhone habt, [ladet *Latin Prayer* herunter](https://latinprayer.org/) und nutzt es – täglich! Drittens: Legt eure Vorurteile und Trägheit ab, und dann besucht (ob zum ersten Mal oder wieder) eine »Alte Messe«, sei es [in Deutschland](https://www.pro-missa-tridentina.org/heilige-messen/regelmaessige-gottesdienste.htm) oder [in Übersee](https://www.latinmassdir.org/). Der Psalmist mahnt: > Unsre Lebenszeit – sie währt nur siebzig Jahre, und, wenn's hoch kommt, sind's achtzig Jahre, und ihr Stolz ist Mühsal und Nichtigkeit; denn schnell ist sie enteilt, und wir fliegen davon. > > – Psalm 90:10 Ich bin der Hoffnung, dass mit Euren Lieben etwas Latein zu lernen – vielleicht sogar auf Lateinisch zu beten! – eine befriedigende, schöne und sinnvolle Weise ist, eure »davonfliegende« Lebenszeit zu nutzen. - [Es gibt zu tun, es wird spät](https://dushan.org/essays/dinge-zu-tun-es-wird-spaet/) Politiker versuchen, Gesetze gegen Angst und Hass zu erlassen – als ließe sich Liebe und Zuversicht befehlen. Dem Feuer muss nicht befohlen werden, Wärme auszustrahlen – Wärme ist die Natur des Feuers. Ähnlich ist es mit Liebe und Zuversicht. Es gibt dieses Lied, an das ich kürzlich erinnert wurde, und es beginnt so: > Ich sah Jesus am Kreuz auf einem Hügel namens Golgatha > »Hasst du die Menschheit für das, was sie dir angetan hat?« > Er sagte: »Sprich von Liebe, nicht von Hass – > es gibt zu tun, es wird spät, > ich hab so wenig Zeit > und bin nur auf der Durchreise.« > > – Leonard Cohen, Passing Through (aus dem Englischen) Sicher, Leonard Cohen nimmt sich einige dichterische Freiheiten. Er sagt, was in einfachen Worten nicht gesagt werden kann, malt ein emotionales Bild. Und ich bin bewegt von seiner besonderen Anordnung der Bilder. Stell dir einfach vor, vielleicht fragst du das nächste Mal, wenn du ein Kruzifix siehst, Jesus: »Hasst du die Menschheit für all das?« Bemerkenswerterweise antwortet Jesus in Cohens Text nicht mit »Ja« oder »Nein«. Leonard Cohens Jesus weist zu Recht darauf hin, dass die Frage das enthält, was Philosophen einen *Kategorienfehler* nennen. Ja, wir wissen, dass Christen lieben *sollten*: > Ein neues Gebot gebe ich euch: Dass ihr einander liebet, wie ich euch geliebt habe, dass auch ihr einander liebet. > > – Johannes 13,34 Aber dies ist nicht »nur« ein Gebot und eine Verpflichtung. Es ist auch eine *ontologische* Konsequenz. Dem Feuer muss nicht befohlen werden, warm zu sein – Wärme ist die Natur des Feuers. > Wer nicht liebt, kennt Gott nicht: denn Gott ist Liebe. > > – 1. Johannes 4,8 Leonard Cohens Jesus korrigiert die Kategorie: Sprich von Liebe, nicht von Hass. Der Text wechselt dazu, dass Jesus Dinge sagt, die genauso gut von dir und mir gesagt werden *könnten* und wahrscheinlich *sollten*: »Es gibt zu tun, es wird spät. Ich hab so wenig Zeit und bin nur auf der Durchreise.« Menschen mögen die Dringlichkeit *fühlen*, zu versuchen, Angst und Hass zu bekämpfen. Aber wie »bekämpft« man Hass und Angst ohne Liebe? Wie bekämpft man die Kälte ohne Wärme? Heutzutage versuchen Politiker, Gesetze gegen Hass und Angst zu machen. Sie werden dich einsperren, wenn du Hass oder Angst ausdrückst. Doch sie verbieten nur den *Ausdruck* von Hass und Angst. Sie scheitern daran, die Umstände zu ändern, sowohl die äußeren als auch die inneren – wenn sie diese nicht sogar tatsächlich fördern. Und daher: > Lasst uns also Gott lieben: denn Gott hat uns zuerst geliebt. > > – 1. Johannes 4,19 Ich spüre die Dringlichkeit in diesem Lied – die Dringlichkeit in dieser Botschaft. Wir haben so wenig Zeit und wir sind nur auf der Durchreise. Es gibt zu tun, es wird spät! - [NGO-Idee: 1. Brände legen, 2. fürs Löschen bezahlen lassen](https://dushan.org/essays/orangeman-und-die-brandstifter/) Das US-Justizministerium klagt das »Southern Poverty Law Center« an: Millionen flossen an genau jene »Extremisten«, vor denen SPLC die Welt so dramatisch warnte. Man fragt sich: Wie viele NGOs legen erst die Brände, die sie zu löschen vorgeben? Man findet es immer wieder, auch in deutschen Medien. Ein ominöses amerikanisches »Southern Poverty Law Center« als »Gegen Rechts«-Stichwortgeber und Moral-Autorität [bei der Tagesschau](https://www.tagesschau.de/ausland/trauer-cox-103.html), bei der [BILD](https://www.bild.de/politik/inland/frohnmaier-bei-gala-afd-naehert-sich-us-republikanern-69306f82ca8e6d676cf4a647) und beim [SPIEGEL](https://www.spiegel.de/geschichte/kulturkampf-um-us-geschichte-patriotische-bildung-aber-bitte-ohne-sklaverei-a-b6856d4d-64c0-421e-b9d6-95ca2b06b154). Immer wieder wird dieses »SPLC« als Experte für extremistische Gruppen präsentiert. Und immer wieder, wenn ein Politiker von Globalisten als Gegner ausgemacht wird, steht »SPLC« bereit, um dessen giftige Nähe zu angeblichen Neonazi-Gruppen zu belegen. Besonders, äh, »eindrucksvoll« war vor einem Jahrzehnt die »Landkarte des Hasses«, die [zeit.de](https://blog.zeit.de/teilchen/2016/10/27/hate-map-landkarte-des-hasses-usa/) präsentierte. Das SPLC hatte auf einer Karte gelistet, wo überall in den USA angeblich »radikale Gruppen« zu verorten seien. (Es seien *viele*.) Die Wirkung dieses »Southern Poverty Law Centers« reichte über die USA hinaus und war doch, so schien es, limitiert auf Länder und Medienhäuser mit »engen Verbindungen«. ## Soros zahlt, SPLC schützt Einschlägige Akteure wie die »Open Society Foundation« des berüchtigten Herrn Soros beriefen sich auf dieses »SPLC«, als Beleg für die Existenz dieser zu bekämpfenden Gruppen ([opensocietyfoundations.org, 22.11.2016](https://www.opensocietyfoundations.org/newsroom/foundations-announce-10-million-initiative-confront-hate)). Und das SPLC stellte sich schützend vor George Soros, dessen Kritiker natürlich als »Far Right« verortet wurden ([splcenter.org, 16.5.2024](https://www.splcenter.org/resources/hatewatch/far-right-uses-antisemitic-george-soros-trope-attack-campus-protests/)). Müssen wir wirklich noch erwähnen, dass die George-Soros-Stiftung allein im Jahr 2016 stolze 10 Millionen US-Dollar als Zahlung an das SPLC für die »Bekämpfung von Hass« ankündigte? ([opensocietyfoundations.org, 22.11.2016](https://www.opensocietyfoundations.org/newsroom/foundations-announce-10-million-initiative-confront-hate)) ## Geister in Khaki Manche Beobachter aber fragten sich, wo denn die vielen »Neo-Nazi«-Gruppen, die das SPLC entdeckte, eigentlich *im Alltag* waren. Ja, bei US-Demonstrationen tauchten sie schon mal plötzlich in Bussen auf – wenn die Demonstrationen groß und geplant waren und im Mainstream-TV übertragen wurden. Agitatoren, oft vermummt und – wenn man ehrlich ist – erstaunlich fit und durchtrainiert für den üblichen »Neo-Nazi«, etwa in [Charlottesville](https://en.wikipedia.org/wiki/Unite_the_Right_rally) oder am »6. Januar«. Mancher »Verschwörungstheoretiker« vermutete, dass es »Feds« waren, die als Agitatoren mitmischten. Immerhin waren beim vorgeblichen »Sturm aufs Capitol« 274 FBI-Agenten in Zivil unter den Demonstranten ([msn.com, 26.9.2025](https://www.msn.com/en-us/news/us/fbi-bombshell-274-agents-sent-to-capitol-for-j6-many-later-complained-they-were-political-pawns/ar-AA1Nkyhx)). Es waren also sehr merkwürdige und auffällig fitte »Neo-Nazis«, oft vermummt und in praktischen Khaki- oder Jeanshosen, die nur auf medienstarken Demonstrationen und in den SPLC-Berichten aufzutauchen schienen – geradezu wie Geister. Rätsel über Rätsel! ## Anklage in elf Punkten Doch es *könnte* sein, dass das Geister-Nazi-Rätsel gerade aufgelöst wird! Das US-Justizministerium hat eine Klage gegen das »Southern Poverty Law Center« angekündigt ([@TheJusticeDept, 21.04.2026](https://x.com/TheJusticeDept/status/2046704517119377577)). Der Chef des FBI kündigt an: > Heute Abend kündigen @DAGToddBlanche und ich eine Anklageschrift mit 11 Anklagepunkten gegen das Southern Poverty Law Center an. > > Die Anklagepunkte umfassen Überweisungsbetrug, falsche Angaben gegenüber einer bundesstaatlich versicherten Bank sowie Verschwörung zur Verdeckung von Geldwäsche. > > Das SPLC soll angeblich eine massive Betrugsoperation betrieben haben, um Spender zu täuschen, sich selbst zu bereichern und seine betrügerischen Aktivitäten vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Man hat die Spender belogen, indem man versprochen hat, gewalttätige Extremistengruppen zu zerschlagen, und gleichzeitig die Anführer eben dieser Gruppen bezahlt hat – die bereitgestellten Mittel wurden sogar dazu genutzt, diese Gruppen bei der Begehung von Straftaten auf Bundes- und Staatsebene zu unterstützen. > > Das ist illegal – und die Ermittlungen gegen alle beteiligten Personen dauern an. > > – [@FBIDirectorKash, 21.04.2026](https://x.com/FBIDirectorKash/status/2046710156096864368) Eine ähnliche Untersuchung wurde schon zu Biden-Zeiten aufgenommen – und fallengelassen. Nun also der neue Anlauf. Dem »SPLC« wird laut Anklage vorgeworfen, mehr als 3 Millionen Dollar an »White Supremacists« und andere »Extremisten« gezahlt zu haben. Einige der mutmaßlich SPLC-finanzierten Gruppen tragen plakative Namen, die geradezu nach Comic-Bösewichten klingen. Neben dem »Ku Klux Klan« und der »American Nazi Party« soll man etwa auch die »Aryan Nation« und den »[Sadistic Souls Motorcycle Club](https://en.wikipedia.org/wiki/Sadistic_Souls_Motorcycle_Club)« finanziert haben. ## Der Feuerwehrmann als Brandstifter Die in der Anklage genannten Beträge scheinen ja *weit* über das hinauszugehen, was man als Bestechung einzelner Informanten erwarten würde. Was also könnte das »SPLC« motiviert haben, die »Aryan Nation« & Co. mutmaßlich de facto zu *finanzieren*? Eine vermutete, naheliegende Erklärung: »Anti Rechts«-Vereine sind darauf angewiesen, dass überhaupt zu bekämpfende »Rechtsextreme« *existieren*. Oder zumindest *zu existieren scheinen*. Ein Anti-Extremismus-Verein könnte also ähnlich motiviert sein wie ein durchgeknallter Feuerwehrmann, der selbst die Feuer legt, die er löschen will. (Oder wie ein Pharma-Konzern, der selbst die Krankheiten verbreitet – oder zumindest die *Panik* davor –, die er zu heilen verspricht.) Warum aber finanzieren Akteure, denen all dies bekannt sein dürfte, überhaupt solche Läden wie SPLC? Es existiert eine sehr plausible, aber leider nur *hypothetische* Erklärung: Wer westliche Kultur vernichten und die Bevölkerung austauschen wollte, der müsste jeden Versuch der Bewahrung kriminalisieren. Und das geht einfacher, wenn man die moderaten Bewahrer mit vermeintlichen »Extremisten« in einen Topf werfen kann. Vergessen wir nicht: Ein Sprecher des »SPLC« wurde bei einem TV-Interview dabei »erwischt«, dass ein Zettel an seiner Bürowand die Jahre zum Verschwinden der Weißen in den USA herunterzählte. Ein Countdown für das *eigentliche* Ziel? In jede beliebige Aktion zur Bewahrung von Volk und Land lassen sich unappetitlich auftretende Agitatoren einschleusen. Dann kann die Propaganda leicht sagen: »Wer da mitmarschiert oder auch nur zustimmt, der marschiert mit Rechtsextremen und stimmt Nazis zu.« 2017 machte sich das »SPLC« selbst noch über den Verschwörungstheoretiker Alex Jones lustig, der die These aufstellte, dass der Neonazi-Aufmarsch in Charlottesville eigentlich von gekauften Darstellern inszeniert worden sei ([facebook.com, 23.8.2017](https://www.facebook.com/SPLCenter/posts/10155684857059700/)). Im Internet kursieren sogar Screenshots, wonach Alex Jones auch explizit »SPLC« als Organisator angegeben haben soll. Es war jener angebliche »Nazi«-Aufmarsch in Charlottesville, auf dem die »Good folks«-Lüge basierte, mit der die Democrats gegen Trump vorgingen ([eu.usatoday.com, 17.10.2020](https://eu.usatoday.com/story/news/factcheck/2020/10/17/fact-check-trump-quote-very-fine-people-charlottesville/5943239002/)). Der propagandistische Mechanismus ist so schlicht, wie er beim schlichten Teil des Volks wirksam ist: Man wird lieber die Klappe halten und sich der eigenen mittelfristigen Vernichtung fügen, als dem kurzfristigen Vorwurf ausgesetzt zu sein, an der Seite von »Nazis« zu marschieren. ## Doch warum jetzt? Wenn Sie sich also, lieber Leser, bis hierhin durchgearbeitet haben, könnten Sie fast glauben, dass die Trump-Administration nun wirklich und endlich »den Sumpf trockenlegt« und so weiter. Sie könnten gar der Illusion erliegen, zumindest in *dieser* Angelegenheit etwas Klarheit zu haben. Es wäre ein Irrtum. Warum ließ man das SPLC eigentlich so lange gewähren? Und warum folgt *jetzt* die Attacke der Trump-Administration? Nach dem »7. Oktober« wurde SPLC dafür attackiert, nicht laut genug in den Chor der Treueschwüre zu Israel eingestimmt zu haben ([dailysignal.com, 11.10.2023](https://www.dailysignal.com/2023/10/11/splc-silent-leftists-appear-celebrate-hamas-terror-attacks-israel/)). Einzelne Angestellte des SPLC wurden beschuldigt, zu viel Sympathie für Israels Opfern zu hegen ([washingtonstand.com, 25.10.2023](https://washingtonstand.com/commentary/should-splc-list-its-own-employee-union-as-a-hate-group)). Ja, es sei sogar ein Brief unterzeichnet worden, in welchem Israel eine Mitschuld an den Attacken der Hamas gegeben werde, so schreibt Alana Goodman in [freebeacon.com, 04.11.2023](https://freebeacon.com/latest-news/southern-poverty-law-center-spokesman-signed-letter-blaming-israel-for-hamas-terrorism/). (Wir diskutieren jetzt nicht, dass man Ähnliches auch in israelischen Zeitungen lesen kann, etwa [timesofisrael.com, 1.10.2023](https://www.timesofisrael.com/for-years-netanyahu-propped-up-hamas-now-its-blown-up-in-our-faces/).) Warum also wird das SPLC *jetzt* angeklagt? Ist es eine Rache? Wenn ja, wofür *genau*? Das einzige, was wir mit Sicherheit zu wissen meinen, ist doch, dass der *genannte* Grund nicht der wahre Grund ist. ## Der Vorwurf ist eng Der zentrale Vorwurf des US-Justizministeriums lautet tatsächlich nicht, dass Geld an Extremisten weitergegeben wurde. Das ließe sich leicht mit dem Zweck der Organisation erklären: Man will Extremisten ausforschen, und dafür braucht es Informanten. Der zentrale Vorwurf lautet, dass man das Geld über Tarnorganisationen gezahlt habe und diese auch gegenüber Banken mit Fake-Namen aufgetreten seien – und dass Spender darüber nicht eingeweiht gewesen seien. Man denkt spontan an den Fall Ballweg, als der deutsche Staat einen politischen Gegner der Regierung über Monate wegsperrte, unter dem lächerlichen Vorwurf, seine *Spender* zu schützen (siehe [»Gib mir den Ballweg, ich gebe dir die Tat«](https://dushan.org/essays/ballweg-der-mann/)). ## Als auf Fürsten sich verlassen Welche Erklärung haben wir nun also für den *wirklichen* Grund des Vorgehens gegen das »SPLC«? Oder für die *wirklichen* Motivationen des »SPLC«? Wir sehen Hinweise, wir haben Vermutungen. Es gilt aber die alte Regel, dass wenn eine Erklärung und ihr Gegenteil *beide* einen Sinn zu ergeben scheinen, wir vermutlich *das Problem nicht verstanden* haben. Wir wissen *nicht*, was da wirklich passiert. Wir wissen eigentlich nur, dass wir all den Mainstream-Medien nicht vertrauen können, wenn sie das »SPLC« als Beleg für irgendetwas zitieren. Wir haben Ahnungen – und die Erfahrung lehrt uns, dass auch diese vermutlich nur Illusionen und *weitere* Irrtümer sind. Ich bin schon lange an dem Punkt angelangt, dass ich *keinem* der Mächtigen vertraue, dass ich mich auf keinen von denen verlasse. Mit dem Psalmisten sage ich: > Besser ist's auf den HERRN vertrauen als auf Menschen sich verlassen; besser ist's auf den HERRN vertrauen als auf Fürsten sich verlassen. > > – Psalm 118:8-9 - [Nochmal alles](https://dushan.org/essays/nochmal-alles/) Man würde ja erwarten, dass bei einem Marathonlauf die Ergebniszeiten gleichmäßig »normalverteilt« sind – sind sie aber nicht. Die Zahl der Läufer mit 3:59h ist WEIT höher als die Zahl der Läufer mit 4:01h. Warum? Was denkt ihr? Kurz vor der dritten Stunde geschieht etwas Wundersames – so scheint es. Dann kurz vor der Vierten, da ist es besonders wundersam. Vor der viereinhalbten Stunde ähnlich. Eigentlich vor *jeder* halben Stunde. Ab der fünften Stunde dann werden die Wunder geringer, müder – bleiben aber messbar! Die Rede ist von Ergebniszeiten der Läufer beim *Boston Marathon*; siehe [@JEBistline, 20.04.2026](https://x.com/JEBistline/status/2046303385763127347). Theoretisch würde man ja erwarten, dass die Ergebniszeiten der Läufer sich entlang einer gleichmäßigen Kurve bewegen. Wenige Superschnelle. Einige Gemächliche. In der Mitte die gesunde Mitte. Eine Gaußsche Normalverteilung, glatt und unauffällig. Aber nein! Bei den *tatsächlichen* Ergebniszeiten ist es deutlich wahrscheinlicher, dass ein Läufer den Marathon innerhalb von 3:59h läuft als in 4:01h. Der Grund ist, wenn man kurz nachdenkt, schnell klar: Die meisten Läufer sind während des Laufes darüber informiert, wie schnell sie gerade laufen. Und Menschen wollen nun einmal innerhalb der »magischen« Zeiten bleiben. Also strengen sie sich an. Wer eine Chance sieht, unter 4 Stunden zu laufen, der wird »noch mal alles geben«. Mit dem Ziel vor Augen und dem möglichen Erfolg in Reichweite können wir Ressourcen aktivieren, von denen wir nichts wussten. Nicht nur ich frage mich heute, warum so viele von uns so träge sind. Ich erlebe heute zwei Arten von Trägheit. Die Trägheit der Frauen, die sich nicht eingestehen wollen, wie übel die Lage ist, weil sich das unschön anfühlen würde, und denen vom Feminismus abtrainiert wurde, auf die Warnungen von Männern zu hören. Und die Trägheit der Männer, denen das Mannsein von klein auf abtrainiert wurde (und denen zudem durch Plastik- und Sitzkultur vermutlich etwas Testosteron fehlt). Ja, wir wirken träge und hilflos. Hilflos auch ob unserer eigenen Trägheit. Einige Faktoren unserer Trägheit sind auch *psychologisch*, mehr von unseren allgemeinen Zeiten als von unserer individuellen Vergangenheit bestimmt. *Eine* mögliche Ursache: Wir sehen weder ein nahes Ziel noch eine realistische Chance vor uns. Die Läufer, die mit der 4-Stunden-Marke in Reichweite »noch mal alles geben«, sehen ein greifbares Ziel vor sich, auch buchstäblich als Ziellinie. Und sie sehen eine realistische Chance, dieses Ziel auch (rechtzeitig) zu erreichen. Was ist *mein* realistisches und doch ambitioniertes Ziel? Das Ziel, für das es sich lohnt, »noch mal alles zu geben«? - [Ein riesengroßes Ärgernis](https://dushan.org/essays/ein-riesengrosses-aergernis/) Wir sehen das Bild: Ein Soldat im Libanon schlägt mit der Axt auf den Gekreuzigten ein. Es ist ein schmerzhafter Anblick. Macht euch nichts vor: Die Botschaft Jesu ist auch heute ein riesengroßes Ärgernis. Es ist doch nur bemalter Gips oder geschnitztes Holz. Aus welchem Material auch immer es ist, es tut rund um die Welt weh – aber nicht jedem. *Warum* aber tut es uns weh? Das gipserne Bild Jesu hängt nun mit dem Kopf nach unten. Seine Hände sind abgeschlagen. So hat man Ihn »vom Kreuz geholt«. Es wird schlimmer. Wir sehen einen Soldaten, der mit einer Axt auf den Kopf Jesu einschlägt. Der Ort ist *Libanon*. Der Soldat gehört zur »IDF«, der »Israeli Defence Force«. Die Armee marschierte im Libanon ein, um sich vor der Hezbollah und ihren Raketen zu verteidigen. Und den Staat vor der Hezbollah zu schützen. Warum es dafür notwendig ist, das Bild des Gekreuzigten zu schänden, erschließt sich nicht unmittelbar. Das Bild verbreitete sich via Soziale Medien, etwa [@ytirawi, 19.4.2026](https://x.com/ytirawi/status/2045851392527458672). Mittlerweile hat jene Armee die Echtheit bestätigt ([@IDF, 19.4.2026](https://x.com/IDF/status/2045973415643767091)). Die Empörung wurde so groß, dass sogar der Mainstream darüber berichtet ([welt.de, 20.4.2026](https://www.welt.de/politik/ausland/article69e59daf064e04c985e999ff/israelischer-soldat-schlaegt-mit-axt-auf-jesus-figur-ein-aussenminister-entschuldigt-sich.html)). Dieses Kruzifix hatte jahrelang im Libanon gestanden. Es diente den Christen im Libanon als Erinnerung an ihren Herrn und Heiland. Dann kamen die Soldaten, und aus bislang unbekannten Gründen sah man es als notwendig an, die Statue des Gekreuzigten zu zerschlagen – und die Zerschlagung zu dokumentieren. Man will nun, so heißt es vonseiten der Verantwortlichen, den Vorfall untersuchen. Und das Verhalten sei »inkonsistent« mit den Werten jener Armee. Geeignete Maßnahmen würden gegen die Beteiligten ergriffen werden, passend zu den Ermittlungen der Untersuchung. [»Die erste Phase dieses Krieges hat Spaß gemacht.«](https://dushan.org/essays/spass-gemacht/), so hieß es letzten Monat noch in der *Jüdischen Allgemeinen*. Ich bin mir sicher, dass solche Aktionen *nicht* damit gemeint waren. Welche Strafe erwarten die Handelnden *wirklich*, wenn sie ihre Handlung dokumentierten und verbreiteten? Es war Netanyahu (beziehungsweise seine lizensierte KI-Version), der dem Weltpublikum verkündete, dass Dschingis Khan »keine Vorteile« gegenüber Jesus Christus habe (siehe Essay [»Ich werde nicht hassen«](https://dushan.org/essays/ich-werde-nicht-hassen/)). Er meint es im *militärischen Sinne*, so wurde uns versichert, und wir sollten darin eine Einschränkung sehen. Und doch fühlt es sich an, als würde die Schändung der Statue ebendiese Überlegenheit der Gewalt bebildern wollen. Wir lesen nun, dass Netanyahu den »Zwischenfall« »aufs Schärfste« verurteilt ([vol.at, 20.4.2026](https://www.vol.at/zwischenfall-im-suedlibanon-sorgt-fuer-internationale-reaktionen/10122059)). Doch nicht die einzelne Tat ist das Problem. Ein Windstoß hätte ja ähnlichen Schaden anrichten können. Das Problem ist der Geist, der diesen Soldaten dazu bewegte – und durchaus konsistent mit dem Dschingis-Khan-Zitat ist. Nein, entgegen mancher Behauptung beten Christen *nicht* die Statue an. Die Statue *ist* nicht Gott. Doch die Statue *zeigt* auf das *Eigentliche*. Der Soldat, der die Statue des Gekreuzigten schändet, zeugt von seiner Wut auf eine *Idee* (womöglich weil er die Jesus-Statue im Geiste der »Noahitischen Gesetze« als »Götzen« ansieht). Ähnlich wie Christen die Statue als Erinnerung nutzen, um den *eigentlichen* Jesus anzubeten, schlägt der Soldat dem Bild des Gekreuzigten mit der Axt ins Gesicht, um denselben Jesus – oder dessen »Idee« zu treffen. Will Dschingis Khan hier Jesus spüren lassen, wer wem gegenüber im Vorteil ist? Der Soldat handelte wohl *nicht* im Auftrag seiner Befehlshaber. Und doch ist der Hass auf die Provokation eines wehrlosen Gekreuzigten nicht ohne Vorbild und Parallele. Weltweit kocht wieder die Wut auf Christen hoch, ob unzivilisiert durch Islamisten in Nigeria oder zivilisiert als Propaganda in Deutschland ([de.catholicnewsagency.com, 14.8.2025](https://de.catholicnewsagency.com/news/20973/kritik-an-ard-gotteskrieger-doku-uber-afd-und-christen-sorgt-fur-emporung)). Ja, die Botschaft von Christus dem Gekreuzigten ist der Welt auch heute ein riesengroßes Ärgernis (1. Korinther 1:22-24). Nein, Christentum ist heute *nicht* der Glaube, den man wählt, um »es einfach zu haben«. (Dennoch wollen erstaunlich viele Leute im Einzugsbereich christlicher Werte leben.) Es wurde uns versprochen, dass es so kommen würde, dass wir verhasst sein würden. Es ist unschön, aber nicht überraschend. Es schmerzt mich, zu sehen, wie der Soldat auf Jesus einschlägt. Es tut mir ähnlich weh wie wenn Soldaten [eine Kirche schänden](https://x.com/ytirawi/status/1861149234763829654) oder [Heiligenstatuen umfahren](https://x.com/MarioNawfal/status/2046119431089062144). Es tut mir auch und besonders für den Täter weh: Was geht in einer Seele vor, die derart wütend ist, dass sie ihre Wut an der bebilderten *Idee* der Botschaft vom Gekreuzigten auslässt? Ich ahne, dass diese Wut auch *mich* meint, dass auch ich von diesem Soldaten *gehasst* werden könnte. Ja, jeder, der den Gekreuzigten anbetet. Ich fürchte den Soldaten, und doch tut mir der Täter leid. Meine beste Hoffnung ist, dass er nicht weiß, was er tut (Lukas 23:34). Ja, es tut uns weh und ist angsteinflößend. Doch wurde es uns prophezeit. Und zugleich wurde uns auch der *Trost* versprochen: > und ihr werdet allen um meines Namens willen verhaßt sein; wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird errettet werden. > > – Matthäus 10:22 Ja, lasst uns zuversichtlich sein: Die, die Kruzifixe zerschlagen und den Gottessohn meinen, werden *nicht* siegen, welchem Staat und welcher Idee sie auch gerade dienen mögen. Harrt aus – und betet darum, dass wenn ihr fliehen müsst, es kein Feiertag und auch nicht der Winter ist. - [Andere plausible Erklärungen](https://dushan.org/essays/die-suende/) Ein guter Teil der Nachrichten lässt sich heute in eine von zwei Gruppen sortieren: 1. Trotz Rekordeinnahmen muss am deutschen Steuerzahler »gespart« werden. 2. In alle möglichen Länder der Welt wird Geld überwiesen – Millionen, Milliarden, egal. Wenn es um die deutsche Regierung und große Summen geht, lassen sich die aktuellen Meldungen in *zwei* Gruppen teilen: Erste Gruppe: Von den Rekord-Steuereinnahmen und sonstigen Abgaben muss leider heftig gespart werden, was dem Bürger zurückgegeben wird. Aktuell sollen etwa Ehepartner in Deutschland nicht mehr mitversichert sein ([spiegel.de, 10.4.2026](https://www.spiegel.de/politik/deutschland/krankenkassen-ende-der-gratisversicherung-fuer-ehepartner-aber-koalition-plant-ausnahmen-a-4a76b6c6-4454-4f65-ab02-fc51de5e72f4)). Das setzt nicht nur viele Milliarden frei, um Einwanderer gratis zu versorgen, es schwächt auch klassische Familien konkret, was natürlich im Sinne des »Replacement« ist. Zweite Gruppe: Deutschland verteilt irre Summen ins Ausland. Wir bekommen es ja kaum noch mit, wenn Deutschland wieder mal absurde Summen irgendwohin zahlt. Gestern wurden mal eben 470 Millionen an das rassistische Südafrika versprochen ([merkur.de, 16.04.2026](https://www.merkur.de/politik/deutschland-unterstuetzt-suedafrika-mit-470-millionen-euro-finanzhilfe-zr-94264003.html)). Das sind die Nachrichten, jeden Tag. Es ist *sonst* im Alltag keine gute Idee, Menschen böse Absicht oder gar Hass zu unterstellen (oder gar [Phobie](https://dushan.org/essays/islamophobie/)). Im Fall deutscher Politik ist *Hass* auf Deutschland noch die harmlosere Alternative. Andere plausible Erklärungen für Handeln der Regierungen wären Korruption, Wahnsinn oder Erpressung. Allesamt dann doch schlimmer. Bleiben wir also beim *Hass*. Was tun? Wohin gehen oder wie sich anders schützen? All das sind tägliche und wichtige Fragen. Nehmen wir aber einmal an, dass wir uns im Sinne des Gelassenheitsgebets für heute damit begnügen, uns im *Hinnehmen* zu üben. Dann bleibt doch die Frage: Was lernen wir daraus? Lasst uns an üblen Zeiten bessere Menschen werden! Die Regierung begeht eine schwere Sünde: Die Regierung macht kaputt, was zu bewahren ihr aufgetragen war. Man kann *Sünde* christlich verstehen: Verstoß gegen Gottes Gebot und Auftrag. Man kann *Sünde* »spirituell« verstehen: Trennung von höherer Ordnung ganz allgemein. Man kann für die Zwecke dieses Textes die *Sünde* auch diesseitig deuten wollen: Verstoß gegen alles, was wir menschlich, gut und richtig nennen. Also, heutige Nachrichten und jede Deutung von Sünde im Bewusstsein, sage ich: Du sollst die Sünde so hassen, wie diese Regierung das Land hasst. Und: Du sollst die Lüge so gründlich aus deinem Leben ausmerzen, wie diese Regierung die Zukunft des Landes ausmerzt. Kämpft gegen die Trennung vom Heiligen, wie sie gegen die Zukunft deiner Heimat kämpfen. Nicht für *deren*, sondern für *deine* Taten wirst du dich dereinst verantworten müssen. *Deren* Bosheit wird nicht *deinen* Mangel an guten Taten rechtfertigen. Es gilt: > Die den HERRN ihr lieb habt, hasset das Böse! Er, der die Seelen seiner Frommen behütet, wird sie erretten aus der Gottlosen Hand. > > – Psalmen 97:10 Und deshalb: > Darum leget die Lüge ab und »redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten«; wir sind ja untereinander Glieder (desselben Leibes). > > – Epheser 4:25 - [Der Tiger wartet](https://dushan.org/essays/der-tiger-wartet/) Angst warnt uns vor Gefahr. Angst kann konkret dein Leben retten. Doch bisweilen kehrt Gehirnwäsche die Ursache um: Wir fürchten nicht die tatsächliche Bedrohung, sondern die, die vor ihr warnen. Wovor *genau* hast du Angst? Ich sage *nicht*, dass du heute keinen Grund für Angst hast, wahrlich nicht. [»Angst ist ein Stück Lebenskraft«](https://dushan.org/essays/angst-wird-energie/), schrieb ich 2018. Es bleibt wahr. Angst rettet Leben, deshalb ist sie uns angeboren! Angst *warnt* uns vor einer Gefahr. Doch nicht immer können wir zuordnen, worin *genau* die Gefahr besteht. Der Jäger schleicht durch die Savanne. Plötzlich hat er ein »ungutes Gefühl« und sucht sofort Deckung. Das rettet ihm das Leben, denn erst nach einigem Spähen sieht er, dass im Gebüsch [der Tiger wartet](https://www.youtube.com/watch?v=dmj_mheqCvA). Der Jäger muss wohl *unbewusst* das Fell oder die Augen des Tigers gesehen haben. Oder das Gras bewegte sich auf eine verräterische Weise. Oder er hörte das Knacken von Zweigen unter dem schweren Tier. Es hätte sich natürlich auch herausstellen können, dass der Auslöser seiner Angst eben *nicht* ein gefährlicher Tiger war, dass diesmal eben doch nicht der frühe Tod auf den Jäger lauerte. Vielleicht war es ein harmlos hoppelnder Hase. Vielleicht säuselte in dürren Blättern bloß der Wind. Es kann natürlich sein, dass ein Mensch so veranlagt ist, allzu oft *Angst* zu empfinden, wo überhaupt keine entsprechende Gefahr besteht. So ein Mensch wird manche Chance und auch manche Freude verpassen, weil ihn seine anlasslosen Ängste lähmen. Ein anderer Mensch könnte wiederum zu oft *keine* Angst empfinden, obwohl echte Gefahr sein Leben bedroht. Wir ahnen, wie das ausgehen wird. Stellen wir uns aber einen *Dritten* vor, dessen Angst zwar sehr gerechtfertigt ist, der seine Angst aber auf eine *falsche* Ursache zurückführt! ## Die Angst miserabel lokalisiert Wir denken hier womöglich an Propaganda-Opfer in heutigen westlichen Gesellschaften. Menschen spüren existenzielle Angst, und neutral betrachtet ist diese Angst gut begründet. Doch durch Gehirnwäsche wurden sie umgepolt: nicht die Ursache ihrer Angst als solche zu erkennen, sondern die Leute zu fürchten, die ebendiese Ursache benennen und aktiv vor ihr warnen. Noch mal also die Frage: Wovor *genau* hast du Angst? Hast du Angst vor der Transformation der EU zu einer verlogenen Amateur-Diktatur? ([@KuptoKosmos, 16.04.2026](https://x.com/KuptoKosmos/status/2044715934040912378)) Hast du Angst [vorm nächsten Weltkrieg](https://dushan.org/essays/wir-verhandeln-durch-bomben/)? Vorm [Verheizen westlicher Söhne für nahöstliche Kriege](https://dushan.org/essays/aber-schon-mal-die-mittel/)? Vorm [großen Austausch](https://dushan.org/essays/eu-vs-verschwoerungstheorien/)? Das wären durchaus plausible Ängste. Und es sind alles Ängste, die wir uns durchaus zugestehen. Ich sehe aber – in mir wie auch meinen Mitmenschen – eine Angst, die uns quält, die wir uns aber meist *nicht* eingestehen wollen. ## Petrus und die Apostel Es ist die Angst vor einer bestimmten Art, zu denken und zu handeln. Jeder von uns leidet – mancher mehr und mancher weniger – an der Angst, auch wirklich zu leben, woran man zu glauben vorgibt. Und wir leiden an unserer Zerrissenheit, zu der diese Angst uns treibt. Welcher Christ traut sich denn, Apostelgeschichte 5:29 zu leben? > Da antwortete Petrus und die Apostel erklärten: »Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!« > > – Apostelgeschichte 5:29 Nennst du dich Christ und hättest doch Angst, diese maximale klare Anweisung zu leben? Du wärest nicht allein mit dieser Angst. Ich bin da bei dir, es geht mir ähnlich. Doch wir sollten uns ehrlich eingestehen, dass Mitglieder *anderer* Denkschulen bisweilen weit weniger Angst davor haben, *ihrer* Vorstellung von *Gott* mehr zu gehorchen als »den Menschen« und ihren »menschlichen Gesetzen«. Das ist womöglich die Angst, die du haben *solltest*: Die Angst davor, nicht getan zu haben, was zu tun dir aufgetragen war. - [Alles, wofür sie kämpften](https://dushan.org/essays/alles-wofuer-sie-kaempften/) Die Großeltern-Generation kämpfte für eine Welt, die heute aktiv von oben zerstört wird. Doch ich muss mich ehrlich fragen: Was tue ich konkret, um zu verhindern, dass ALLES verloren geht, wofür es sich einst zu kämpfen lohnte? Ein X-Mensch namens »🇩🇪 Sandra Müller 🇩🇪« schreibt: > Alles! wofür unsere Großeltern und Eltern gekämpft haben, wird gerade vernichtet. Ist euch das eigentlich klar????? 😡 > > – [@SandraausD](https://x.com/SandraausD/status/2044054779102413251) Einige Antworten stimmen Sandra zu, und sie klingen ernüchtert. Die, die mit »euch« gemeint sind, diskutieren bei derart kritischen Debatten nicht mit. Die gucken Tagesschau und leben auch sonst in einer *anderen* Realität. Eine der vielen Antworten ist mir aufgefallen: > Genau diese "Großeltern" haben vor allem die Partei gewählt, die für diesen Unsinn verantwortlich ist. > > – [@Invernis177596](https://x.com/Invernis177596/status/2044086079825821955) Dies ist zwar nicht *ganz* falsch, aber auch nicht *ganz* richtig, denn die CDU oder die SPD der Großeltern waren *andere* Parteien als heute. »Wir wollen und können kein Einwanderungsland sein«, erklärte etwa Helmut Schmidt im Jahr 1979 als SPD-Bundeskanzler ([br.de, 24.3.2010](https://www.br.de/nachricht/migration_bayern_auslaenderpolitik100.html)). Der Beispiele sind viele für selbstverständliche, geistig gesunde Aussagen von Politikern in klügeren Zeiten, für deren Wiederholung der Bürger heute wegen vorgeblicher »Verfassungsfeindlichkeit« verfolgt und vernichtet würde. Es ist aber ebenfalls wahr, dass nicht wenige Mitglieder jener Großeltern-Generation auch heute noch handeln und denken, als lebten sie weiterhin in ihrer guten alten Welt. Auch meinen wir mit der *Aufbau-Generation* heute wohl eher die *Ur*-Großeltern. Heutige Großeltern waren womöglich bereits »1968er«. Die Moral der 1968er-Narzissten predigt zuverlässig nicht das Aufbauen, sondern das eigene Wohlbefinden als relevanteste Struktur: das *körperliche* wie auch das *intellektuelle* und *moralische* Wohlbefinden (was regelmäßig nur mit limitierter Information und reichlich Selbstbelügen zu erreichen ist). ## Psalm 78 und das Vergessen Es wäre heute eine *gute* Idee, wenn wir uns an [Psalm 78](https://latinprayer.org/latin-bibel/psalmen/78/) erinnerten. Der Psalm spricht im Namen eines Volkes, das einst Wohlstand genoss. »Engelspeise aßen sie allesamt« (Psalm 78:25), so gut ging es ihnen. Wie sollten sie diesen Wohlstand bewahren? Der Auftrag ist deutlich genug: > Was wir gehört und erfahren und unsere Väter uns erzählt haben, das wollen wir ihren Kindern nicht verschweigen, sondern dem künftgen Geschlecht verkünden die Ruhmestaten des HERRN und seine Stärke und die Wunder, die er getan hat. > > – Psalm 78:3-4 Und was *tat* das Volk? *Folgte* es diesem Auftrag, das Gelernte weiterzugeben? Leider nein. > Trotz alledem sündigten sie weiter und glaubten nicht an seine Wunder. > > – Psalm 78:32 Nun, keine Aktion ohne Reaktion: > Drum ließ er ihre Tage vergehn wie einen Hauch und ihre Jahre in angstvoller Hast. > > – Psalm 78:33 Der gleich folgende Vers dieses Psalms beschreibt nüchtern die plötzliche – und späte – Rückwendung des Menschen in der letzten Lebenskrise. > Wenn er sie sterben ließ, dann fragten sie nach ihm und kehrten um und suchten Gott eifrig und dachten daran, daß Gott ihr Fels sei und Gott, der Höchste, ihr Erlöser. > > – Psalm 78:34-35 Sind aber alle späten Einsichten und Schnell-Bekehrungen gleich glaubwürdig? > Doch sie heuchelten ihm mit ihrem Munde und belogen ihn mit ihrer Zunge; denn ihr Herz hing nicht fest an ihm, und sie hielten nicht treu an seinem Bunde. > > – Psalm 78:36-37 Der Psalmist berichtet aber, dass selbst diese wahrlich unvollkommene Bekehrung angenommen wurde: > Doch er war barmherzig, vergab die Schuld und vertilgte sie nicht, nein, immer wieder hielt er seinen Zorn zurück und ließ nicht seinen ganzen Grimm erwachen; denn er dachte daran, daß Fleisch sie waren, ein Windhauch, der hinfährt und nicht wiederkehrt. > > – Psalm 78:38-39 ## Dasselbe wird wieder sein Zwei Fragen stehen am Anfang der Philosophie und wohl auch am Anfang aller Weisheit im weiteren Sinne: Was ist der Fall? Was soll ich tun? Wir verstehen, was heute der Fall ist, auch weil es schon früher der Fall war. > Was gewesen ist, dasselbe wird wieder sein, und was geschehen ist, dasselbe wird wieder geschehen; es gibt nichts Neues unter der Sonne. > > – Prediger 1:9 Was aber sollen wir *tun*? Ich unterhielt mich jüngst mit einem Menschen, der über die demographische Entwicklung in Europa klagte. Und darüber, dass der Westen im Vergleich zu früher so unchristlich geworden ist. Unser Gespräch kam ins Stocken, als ich ihn darauf hinwies, dass er selbst aus erklärt hedonistischen Gründen kinderlos war und auch seit Jahrzehnten keine Messe mehr besucht hatte. Ich wurde an jenes Graffiti erinnert, das ich mal – im Stau stehend – auf einer Autobahnbrücke gelesen hatte: »Du stehst nicht im Stau, du *bist* der Stau.« ## Vorväter mit Schwert und Lanze Du und ich werden nicht ganz verhindern, dass böse Mächte heute zerstören, was Vorväter und Vormütter aufgebaut haben, als Väter noch Väter waren und Mütter eben Mütter. Doch wir können gemeinsam versuchen, die Gedanken und Wahrheiten zu bewahren, welche die Vorväter unserer Vorväter mit Schwert und Lanze verteidigten und für deren Bekenntnis deren Väter und Mütter im Geiste sich einst in der Arena von Löwen zerreißen ließen. Alles, wofür unsere Vorfahren einst gekämpft haben, wird gerade vernichtet. Es ist mir sehr klar. Doch wenn ich *nur* darüber jammere, bin ich mitschuldig. Tertium non datur: Trage Mitschuld als Nur-Jammerer und also Mitvernichter – oder kämpfe! > induite vos arma Dei ut possitis stare adversus insidias diaboli … > > (auf Deutsch: Ziehet die volle Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die listigen Anläufe des Teufels zu bestehen vermögt!) > > – https://latinprayer.org/latin-bibel/ephesians/6:11 - [Und darum seufzt das Volk](https://dushan.org/essays/und-darum-seufzt-das-volk/) Verschiedene Staatsformen, große politische Thesen – doch am Ende zählen nur zwei Fragen: Wird das Volk überleben? Und sind die Menschen samt ihrer Familien glücklich? Alles übrige wie Parteien und Staatsformen sind zweitrangige Etiketten. Ich weiß nicht, ob ich dieser Tage *weise* werde oder *dumm*. Ich hoffe auf das eine, ich befürchte das andere. Womöglich wird es *beides* sein, jedes auf seine Art. [»Das Problem sind die Midwits«](https://dushan.org/essays/midwits/), so schrieb ich mal. Es bedeutet, dass die besonders Klugen und die eher weniger Feinsinnigen häufig zu denselben, oft *richtigen* Schlüssen gelangen. Es ist die leicht zu manipulierende Mehrheit in der Mitte, die von der Propaganda am Ring in der gerümpften Nase durch die Manege ihrer Zeit geführt wird. Die Leute in der Mitte sind es, die Gebildeten und Feinsinnigen, die Theoretiker und Träger funktionaler Kleidung. Die zwischen Staatsformen abwägen. Die die wahren Absichten dieser oder jener Kandidaten zu verstehen meinen. Ich wische all die Debatten weg. Lässt mich das nun *dumm* oder *weise* dastehen? Es ist Illusion, Ablenkung, Beschäftigungstherapie. Wer Politik *diskutiert*, ja auch wer zwischendurch *demonstriert* oder gar *laut schimpft*, der *begehrt nicht auf*. Das ist die deutsche Rebellion: Erst flucht der Deutsche, dann fügt er sich, dann flucht er auf die, die sich nicht fügen wollen. Die Jahre haben mir den Mut gegeben, dem [»Populismus angeblicher Komplexität«](https://dushan.org/essays/populismus-angeblicher-komplexitaet/) zu widerstehen. Ich sehe die Trennlinien und Gräben, wo sie sich *wirklich* auftun, nicht wo sie laut *Autoritäten* verlaufen. Ich unterscheide kaum noch zwischen Demokratie und Gottesstaat, Kommunismus, Sozialismus, Faschismus oder dieser neuen Staatsform in Großbritannien, dem islamisch-monarchischen Totalitarismus mit der Banken-Stadt *City of London* als Staat im Staate. Ich mache mir nicht einmal die Mühe, Kurz-vorm-Untergang-Staatsformen wie *Unsere Demokratie* engagiert zu sezieren. Nicht, weil es keine Unterschiede zwischen diesen Formen und Zuständen gäbe; es gibt sie durchaus. Ich verzichte auf die Unterscheidung auch nicht deshalb, weil ich weiß, dass praktisch nichts von dem, was uns vorgespielt wird, wirklich wahr ist. (Was passierte vor Covid *wirklich*? Was geschieht in der Ukraine *wirklich*? Wer betreibt und lenkt die EU-Kommission *wirklich*?) Ich unterscheide nicht, weil mir eine theoretisch *höher* angeordnete Unterscheidung begrifflich genügt: Ich unterscheide zwischen der *gerechten Ordnung* und der *ungerechten Ordnung* – und es ist weitgehend bedeutungslos, welchen Schneider der Ordnende hat. ## Selbstbewahrung ist Pflicht In Europa erleben wir etwa, wie Regierungen aktiv und wissentlich die Länder zerstören, in denen sie leben. Politiker, Propagandisten und sogar Kirchenfunktionäre, die aktiv den Untergang des eigenen Landes forcieren, die die Erosion des Sozialsystems und die Verhinderung von Familien für ihre *eigentlichen* Absichten in Kauf nehmen. Die erste Aufgabe *jedes* Systems muss seine Selbstbewahrung sein. Ein System, das *nicht* seine Selbstbewahrung als erste Priorität ansieht (und diese auch klug und wirksam umsetzt), wie edel und gut es sich auch sonst selbst bewerten mag, wird eben ersetzt werden durch ein anderes, das Selbstbewahrung selbstverständlich priorisiert, wie grob und ungeschlacht dieses ersetzende System auch sonst sein mag. Ich nenne es *ungerecht*, wenn ein Staat die Arbeit und Hoffnung seiner Bürger verschleudert, weil die Politiker die Selbstbewahrung des Staates zugunsten externer oder privater Interessen hintanstellen – oder gar aktiv die Vernichtung oder Auflösung des Staates und Volkes anstreben. ## Doch Überleben nicht genug Selbstbewahrung ist also *conditio sine qua non*, doch auch Bakterien, Schlangen, Konzerne oder sogar Software-Systeme können *Selbstbewahrung* anstreben. Eine Gesellschaft, die keine Selbstbewahrung priorisiert, wird stets unmenschlich werden, doch will sie *menschlich* sein, muss sie *mehr* leisten, als »nur« zu überleben. Eine *menschliche* Gesellschaft sollte meines Erachtens eine weitere grundlegende Dimension umsetzen, um *gerecht* genannt werden zu können. Und diese Dimension muss eben *speziell menschlich* sein. Der Mensch ist mit der Fähigkeit zur Glücks- und Sinnfindung ausgestattet, das unterscheidet ihn von jeder anderen Lebensform. Eine Gesellschaft wird nie *gerecht* zu nennen sein, wenn sie nicht den Rahmen schafft, in dem der Mensch glücklich werden kann. Ich rede nicht von dem utopischen Glücksversprechen der Sozialisten, das der menschlichen Natur widerspricht. Ich rede nicht vom schalen Glücksversprechen der Konsumkultur. Ich rede von dem Glück, das sich seit Jahrtausenden bewährt hat. Das ist *auch*, aber nicht *nur* religiös. Das Glück, »seine Kreise geordnet« zu wissen (siehe [Relevante Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)). Das Glück, durch das Studium alter Weisheit das »große Ganze« und die eigene Rolle darin ein wenig besser zu verstehen. Und dann, ja, als persönliches Alpha und Omega: Das Glück, die Einordnung in die *ganz* große Ordnung zu leben – im Alltag wie auch am Sonntag. ## Zuerst, zuletzt: Gerechtigkeit Der Prophet beschreibt *Gerechtigkeit* recht präzise, und es ist nicht zuerst diese oder jene Staatsform: > Er hat dir kundgetan, o Mensch, was gut ist; und was fordert der HERR > anderes von dir, als Gerechtigkeit zu üben und dich der Liebe zu > befleißigen und demütig zu wandeln mit deinem Gott? > > – Micha 6:8 Vielleicht ist es *simpel*, vielleicht ist es *weise*, auf jeden Fall scheint es mir *richtig* und *wahr* zu sein und dazu ausreichend präzise: Die *eine* wirklich wichtige Unterscheidung von Staatsformen und Systemen ist die in *gerecht* und *ungerecht*. Womit aber beginnt ein *gerechter* Staat? Wie ist ein Staat aufzustellen, so dass das Volk *froh* wird? Auch das ist uns gesagt: > Wenn die Gerechten die Oberhand haben, so freut sich das Volk; > wenn aber ein Gottloser herrscht, so seufzt das Volk. > > – Sprüche 29:2 Lasst uns darum streiten – betend, politisch und in persönlichen Entscheidungen –, wieder von *Gerechten* regiert zu werden. Denn auch das erklärt das Wort genau genug: Wir werden von *Gottlosen* regiert, und darum seufzt das Volk. - [Mir mangelt nichts](https://dushan.org/essays/mir-mangelt-nichts/) »Müßt’ ich auch wandern in finsterm Tal: ich fürchte kein Unglück, denn du bist bei mir« – Mal ehrlich: Wer weiß wie der Lieblingspsalm der Christenheit weitergeht? Und warum?! In klügeren, besseren, hoffnungsvolleren Zeiten, als jeder Mensch noch einen *Lieblingspsalm* hatte, da war der Lieblingspsalm der meisten Leute der vom Hirten und von grünen Auen. Nach der Menge-Bibel: > Der HERR ist mein Hirt: mir mangelt nichts. Auf grünen Auen läßt er mich lagern, zum Lagerplatz am Bache führt er mich. > > – Psalm 23:2-3 Es ist ein trotziger Psalm – ein trotziges *Gebet*. Heute ist dieses Gebet ein Kampfschrei gegen eine kalte, dumme, unmenschliche »Moderne« – und eine Provokation. Lasst mich erklären! Wenn Bibeln »HERR« in Großbuchstaben schreiben, dann steht da im Original zumeist das Tetragrammaton »YHWH«, dass Juden nicht aussprechen. Man wechselt in die Meta-Ebene und sagt »Haschem« – wörtlich: der Name. Gemeint ist *der* Gott, Schöpfer von Himmel und Erde, allgegenwärtig und doch nicht zu begreifen. Der, den sogar Atheisten als »Energie hinter allem« beschreiben und die alten Griechen als »unbewegten Beweger«. Christenkritiker belächeln bisweilen die angeblich christliche Vorstellung von Gott als altem Mann, der über den Wolken sitzt und von dort an menschlichen Schwächen herummäkelt. Tatsächlich fände man sogar reichlich Darstellungen von Gott als »alter Mann mit Bart«, deren bekannteste wohl die Erschaffung Adams in der Sixtinischen Kapelle ist ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Erschaffung_Adams)). Was aber den Christenkritikern (und ja, bisweilen den »säkularen Christen« selbst) nicht bewusst ist: Das sind alles nur Versuche, mit menschlichen Begriffen auf etwas zu zeigen, was der menschliche Geist *eigentlich* nicht erfassen kann. In diesem Sinne ließe es sich als Auflehnung, Protest und Provokation deuten (und es ist bis heute erstaunlich vielen »Spirituellen« ein Ärgernis), jenen Gott derart persönlich anzusprechen. Im Althebräischen steht da auch tatsächlich »יְהוָה רֹעִי«, was »der Herr (ist) mein Hirte« bedeutet. In der lateinischen Vulgata (Clementina) wird der Hirte mit einem Verb übersetzt: *Dominus reget me.* – Das bedeutet: Der HERR wird mich weiden. Oder: Der Herr regiert mich/über mir. (Nova Vulgata verwendet *regit*, also *Präsens*.) Was für eine Provokation! Prämisse: Der HERR regiert mich. Die Schlussfolgerung: Also mangelt mir nichts. Weiß der Psalmist denn nicht, welche Angst und welche Not ein Mensch durchleben kann? Oh doch, viele weitere Psalmen zeugen davon, dass er es sehr genau weiß. Ja, es ist genau dieser Psalm, der eines der berühmtesten Sprachbilder über menschliche Not enthält, bekannt auch Leuten, die leider eher seltener die Bibel aufschlagen: > Müßt' ich auch wandern in finsterm Tal: ich fürchte kein Unglück, denn du bist bei mir: dein Hirtenstab und dein Stecken, die sind mein Trost. > > – Psalm 23:4 ## Stab und Stecken Stab (lateinisch: *virga*) und Stecken (*baculus*) sind Werkzeuge des Hirten. Der Stab zur Verteidigung gegen Angreifer, der Stecken zur Vorgabe der Richtung. Wer sich als Christ »outet«, gerade heute, der erlebt immer wieder und zuverlässig, dass Menschen ihm *unaufgefordert* erklären, sie würden zwar an »eine höhere Macht« glauben, aber ein »göttliches Regelwerk« fänden sie unplausibel. Erst recht, wenn eine auch von fehlbaren Menschen betriebene Kirche diese Regeln formuliert. Ich will gar nicht diskutieren, ob solche Argumente nicht womöglich tatsächlich die eigene Trägheit und emotionale Vulgarität mit pseudo-philosophischen Argumenten schönschminken will. (Bin *kein* Freund der Zuschreibung böser oder auch nur hässlicher Intention, selbst wenn es plausibel ist.) Ich will hier und heute nicht einmal diskutieren, ob »Gott hat es so angeordnet« ein hinreichender Grund ist, Seine Regeln zu befolgen. Mein Argument funktioniert auch ganz diesseitig. Selbst wenn die Regeln, wie kirchliche Tradition sie überliefert, *nicht* von höherer Stelle stammten, so wären es doch Regeln für Leben und Zusammenleben, die sich über Jahrhunderte und Jahrtausende *bewährt* haben. ## Haus auf dem Felsen Wir erleben heute eine auseinanderfallende Welt. Aus Aufklärung, Protestantismus, Emanzipation und den geistigen Notwendigkeiten der industriellen Revolution entstand ein Pseudo-Regelwerk, das Gesellschaft *und* menschliche Seelen aushöhlt. Was meinte Jesus mit dem Gleichnis vom Haus, das auf *Sand* gebaut wurde (Matthäus 7,26), statt auf den *Felsen*? Um uns her sehen wir es. Wir haben Regeln verlassen, die »auch dann funktionieren, wenn man nicht daran glaubt«. Wir haben die Traditionen verlassen, die uns stark werden ließen. Die Traditionen, die uns bis hierher überleben ließen. Es gilt auch weiter jene alte Weisheit: Tradition sind die Experimente, die funktioniert haben. Ja, es ist eine Provokation: Die *alten Regeln* sind der *einzige* und *einzig wirksame* Trost, wenn der Weg durchs finstre Tal führt. ## Nur Gutes und Liebes Jener Psalm endet bekanntlich mit einer Verheißung, einer Zusage, einer Vergewisserung: > Nur Gutes und Liebes werden mich begleiten mein ganzes Leben hindurch, und heimkehren werd’ ich zum Hause des HERRN für eine lange Reihe von Tagen. > > – Psalm 23:6 Wieder die Frage: *Weiß* der Psalmist denn nicht, welche Not und welches Leid dem Menschen – auch ihm – begegnen kann? Er weiß es genau genug. Der Psalmist kennt das Leid durch böse Absicht anderer. Der Psalmist kennt auch das Leid, das sich der Mensch *selbst* zufügen kann, wenn und weil er sich eben nicht von »Stecken und Stab« schützen und leiten ließ. Und doch sagt er: »Nur Gutes und Liebes werden mich begleiten mein ganzes Leben hindurch«. Denn wer die *alten Regeln* befolgt, der wird nicht nur wahrscheinlicher sein irdisches Leben und seine hier verweilende Seele in akzeptable Ordnung bringen. Wer auf dem Weg durchs *finstre Tal* die alten Regeln und Wegmarken aufsucht, der wird entdecken, spüren und verstehen, was die eigentliche *Absicht* der alten Regeln war, das eigentliche Ziel. Wer auf dem Weg durchs *finstre Tal* eben *nicht* auf *menschlichen* Rat vertraut, der wird auch in einer zerfallenden Gesellschaft, mit angsteinflößenden Rechnungen und unangenehmen Arztterminen sagen können: Der HERR ist mein Hirt: mir mangelt nichts. Später nicht und *deshalb* schon heute nicht. - [EU vs. »Verschwörungstheorien«](https://dushan.org/essays/eu-vs-verschwoerungstheorien/) EU-Propaganda agitiert gegen »Verschwörungstheorien«. Zum Beispiel jene, wonach einheimische Bevölkerung durch Einwanderer ersetzt wird. Es ist absurd: Ist es »Verschwörungstheorie«, was mancher Bürger in seiner Stadt selbst sehen kann? Die EU hat ein Papier herausgegeben, das vor »Verschwörungstheorien« warnt (via [consilium.europa.eu, PDF](https://www.consilium.europa.eu/media/t3nnvodh/2026_2006_art_conspiracy_web_260325.pdf)). Es steht »Research Paper« drüber, doch ist es kein wissenschaftliches Papier, will es auch nicht sein. Es ist *Propaganda*, die sich wohl als *Gegenpropaganda* versteht. Der Titel lautet »Weaponised suspicion – How conspiracy theories fuel modern disinformation«; auf Deutsch etwa: »Als Waffe eingesetzter Verdacht – Wie Verschwörungstheorien moderne Desinformation befeuern«. ## Die Great Replacement Als Beispiel für so eine Verschwörungstheorie wird auf Seite 6 die »Great Replacement Theory« genannt. Die »Great Replacement Theory« besagt, so sagt das Propaganda-Pamphlet ganz richtig, dass (westliche) Eliten absichtlich die indigene Bevölkerung (wörtlich: »native population«) durch Einwanderer ersetzen. Als weitere und wohl »ultimative« »Verschwörungstheorie« wird erwartungsgemäß jener Thesenbereich genannt, wonach »Juden« (»Jews«) »die Welt dominieren« (»dominate the world«) oder wahlweise das Bankenwesen kontrollieren. Weitere genannte Themen sind etwa »Chemtrails« (S. 10), Covid-19 und 15-Minuten-Städte (beide S. 9). ## Propaganda statt Forschung Es ist weder wirklich eine wissenschaftliche Untersuchung noch wirklich das Ergebnis einer solchen. Es ist mehr ein großangelegter Essay. Es ist Propaganda. Immerhin liegt es intellektuell dann doch über der geradezu vulgären Ausarbeitung des Verfassungsschutzes zur AfD (siehe [»Verfassungsschutz und AfD – macht »gesunder Menschenverstand« eine Partei verdächtig?«](https://dushan.org/essays/verfassungsschutz-afd-gesunder-menschenverstand/)) oder des [ARD-Framing-Manuals](https://dushan.org/essays/framing-manual-ard/). Das praktische Problem all solcher Propaganda-Pamphlete ist wohl, dass das Ergebnis feststand, bevor die Untersuchung begann. Man verstößt gegen gleich mehrere Prinzipien ehrlicher intellektueller Arbeit, deren erstes lauten muss, das Argument des Gegners *stark zu machen*. Wer *ernsthaft* mit Begriffen verbundene Phänomene behandelt, der muss seine Arbeit damit beginnen, die Position des argumentativen Gegners so stark wie möglich zu machen. ## Fakten und ihre Deutung Betrachten wir etwa die erwähnte »Great Replacement Theory«. Es ist ein *Fakt*, dass mächtige und global einflussreiche Akteure die Migration junger Männer im wehrfähigen Alter nach Europa betreiben. (Verschwörungstheorie am Rande: Wenn ich von einem EU-Land aus »Das eigentliche Problem am UN-Migrationspakt« google und die Suche auf meine eigene Website beschränke, wird mir [der Essay ebendiesen Titels](https://dushan.org/essays/un-migrationspakt/) *nicht* als Ergebnis angezeigt; ihr könnt es [selbst probieren, wie es bei euch ist](https://www.google.com/search?q=site:dushanwegner.com+%22Das+eigentliche+Problem+am+UN-Migrationspakt%22).) Es ist ein *Fakt*, dass die UN ganz selbstverständlich von »Replacement Migration« redet (siehe [un.org](https://digitallibrary.un.org/record/412547?v=pdf)). Es ist ein *Fakt*, dass dieselbe Medienszene, die mit »Feminismus« und »Selbstverwirklichung« aktiv gegen Familiengründung vorgeht, Frauen aktiv einredet, wie unglücklich sie mit Kind wären ([sueddeutsche.de, 5.4.2015](https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/unglueckliche-muetter-sie-wollen-ihr-leben-zurueck-1.2419449)), und nun Vollzeit-Mütter von der Krankenversicherung ausschließen will, um *noch* weniger Familiengründungen möglich zu machen, gleichzeitig Alarm schlägt, dass man aus *demographischen* Gründen auf Einwanderung angewiesen sei ([sueddeutsche.de, 2.7.2023](https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/zuwanderung-migration-heizungsgesetz-klimaschutz-fachkraeftemangel-1.5990360?reduced=true)). Es ist ein *Fakt*, dass der simple Spaziergang durch eine deutsche Innenstadt ganz offensichtlich den Eindruck erweckt, dass die Bevölkerung *ausgetauscht* wurde. EU-Bürokraten und das aktuelle Bilderberg-Publikum mögen es von ihren Limousinen und Luxusghettos aus nicht mitbekommen – es sei ihnen halb verziehen, dass sie es für »Desinformation« halten. Worin also genau besteht die »Verschwörungstheorie« vom »Great Replacement«?! Es passiert. Es ist sichtbar. Die Arbeitgeber der Insider verdienen damit *Millionen* (durch Vermietungen) und *Milliarden* (durch »Betreuung«). Es wird gefordert, angekündigt und mit brutaler Härte durchgezogen, wie viele Tote es auch fordert. Was also macht ein Faktum zur Verschwörungstheorie? Das erwähnte EU-Paper behandelt diese Frage nicht. Man *behauptet* einfach, diese oder jene Thesen seien »Verschwörungstheorien«. Es ist eine gesetzte Prämisse – und dann sucht man nach psychologischen Erklärungen. Bei vermeintlicher [»Islamophobie«](https://dushan.org/essays/islamophobie/) wird eine recht logische Sorge pathologisiert. Ähnlich werden auch hier logische Schlüsse aus blanker Anschauung zu vermeintlichen »Verschwörungstheorien« und dann zum Ergebnis psychischer Schräglagen umgedeutet. Die Pathologisierung der simplen Anschauung ist nur *einer* der rhetorischen Tricks dieses Pamphlets. Andere Tricks sind der Aufbau von Strohmännern, auch die gleichwertige Nebeneinanderstellung von gefährlicher Absurdität (wie jedes Reden über »die Juden« als Einheit) mit simplen Fakten (wie ebendem Austausch von Bevölkerungen). Das eine wäre bereits widerlegt durch simple Anschauung jedes einzelnen *armen* Juden. Das andere ist bestätigt durch die Realität auf den Straßen. Bezüglich des »Großen Austausches« aber würden die Propagandisten vermutlich sagen, dass es zwar alles genau so geschieht, doch dass es »keine Absicht« ist – und damit keine »Verschwörung«. Es läuft buchstäblich nach Plan, seit über einem Jahrzehnt, organisiert und in vollem Bewusstsein der zerstörerischen Wirkung, aber eben ohne *Absicht*. Und daher sei es »Verschwörungstheorie«, zu sagen, dass passiert, was passiert. ## Propaganda und Tabuisierung Propaganda verweigert sich nicht nur der Debatte. Propaganda will Debatte ganz ausschließen. Störende Themen werden als »Verschwörungstheorie«, »Desinformation« oder »Hass und Hetze« vergiftet. Es gilt, störende Fragen und Alltagsbeobachtung zu tabuisieren und tunlichst zu vermeiden, den Wahrheitsgehalt zu diskutieren. Es sind nicht Unwahrheiten, die hier bekämpft werden. Es sind »störende Wahrheiten«. Die Themen mögen neu sein. Die Motivation und die Methoden aber bleiben ähnlich. Und gleich bleibt der Fluch, der über dem Handeln dieser Mächtigen und speziell ihrer Propagandisten liegt. > Wehe denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die Finsternis als Licht hinstellen und das Licht als Finsternis, die Bitteres für süß und Süßes für bitter ausgeben! > > – Jesaja 5:20 - [New York plant Steuer für Weiße](https://dushan.org/essays/steuer-fuer-weisse/) In New York plant Zohran Mamdani die Steuer auf »reiche und weiße« Bezirke. Ist es eine Variation der Dhimmi-Steuer des Kalifats? Nein, die »Dschizya« ist eine Schutz-Abgabe. Hier geht ein Neo-Sozialist gegen Weiße vor – ohne den versprochenen Schutz. Zohran Mamdani ist bekennender Linker und bekennender Muslim. Und er ist Bürgermeister von New York. (Die übliche »linke« Nummer: Mamdani sagte seinen Wahlschafen, es solle keine Milliardäre geben – doch sein Wahlkampf setzte auf George-Soros-Sponsoring; siehe [nypost.com, 12.07.2025](https://nypost.com/2025/07/12/us-news/soros-funneled-37-million-to-lefty-groups-backing-mamdanis-mayoral-run/).) Die Wahl Mamdanis ist gelebte Diversität, weltweit von Linken gefeiert. Und New York geht mit seiner Wahl wieder einmal der Welt voraus. Ja, New York und Mamdani zeigen der Welt, wie die Zukunft anderer »divers« regierter Städte aussehen wird. ## Minderheit im Zahlenverhältnis Laut dem *U.S. Census Bureau* ([census.gov](https://www.census.gov/quickfacts/fact/table/newyorkcitynewyork/PST045224)) leben in New York aktuell etwa 33 Prozent Weiße, also Menschen, die sich als »nur weiß« identifizieren. Ein Drittel. Zwei Drittel sind *nicht* weißer Hautfarbe, beziehungsweise »identifizieren« sich nicht als *weiß*. (Einige Individuen *changieren* in ihrer Selbstzuschreibung, je nachdem, ob es gerade von Vorteil oder von Nachteil ist, *weiß* zu sein.) Weiße bilden in New York die Minderheit. Und Mamdani will nun Gesetze erlassen, Weiße betreffend. Mamdani erklärte, er wolle »reiche und weiße Wohnbezirke« stärker besteuern. Dies hatte er schon letztes Jahr *explizit* angekündigt ([foxnews.com, 29.6.2025](https://www.foxnews.com/politics/zohran-doubles-down-plan-richer-whiter-nyc-neighborhoods-says-billionaires-shouldnt-exist)). Nun legte er den konkreten Plan vor ([foxnews.com, 6.4.2026](https://www.foxnews.com/politics/mamdani-unveils-new-racial-equity-plan-more-equitable-future-prompts-quick-doj-pushback)). ## Steuer statt Schutz Nein, es geht nicht mehr um *Minderheitenschutz*, kann es ja nicht. Es geht um das Gegenteil von Minderheitenschutz. Es geht auch nicht um Stärkung der Machtlosen, denn Mamdani und sein Team *sind* ja an der Macht. Mit neo-sozialistischen Schwurbeleien wie dem »racial equity plan« plant man in New York, was auf den ersten Blick wie eine Variante der Dschizya aussieht ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Dschizya)). Im Original-Kalifat wird Nichtmuslimen eine Sondersteuer auferlegt, die *Dschizya*, im neudeutschen Volksmund auch schon mal »Dhimmi-Steuer« genannt. Muslime mussten die Dschizya *nicht* zahlen. Es war also eine Steuer, der man durch einen »einfachen« Übertritt entgehen konnte. Das wiederum führte zu spannenden Situationen, dass bisweilen nur begrenztes Interesse daran bestand, eroberte Gebiete auch gleich zu konvertieren. Dem *racial equity plan* des Zohran Mamdani wird man nicht durch Konversion entgehen. Seine Minderheiten-Steuer soll »reiche und weiße« Bezirke treffen. Es soll weiße Familien bestrafen, die sich über Generationen hinweg angestrengt und klug gewirtschaftet haben. Es soll die bestrafen – um eine deutsche ehemalige Jungkommunistin zu paraphrasieren –, »die schon länger da sind«. Ich sagte, dass Zohran Mamdani bekennender Linker und bekennender Muslim ist. Und ich verglich seine Steuerpläne mit der legendären »Dhimmi-Steuer«. Doch lasst mich drei wichtige Punkte zur Unterscheidung vorlegen, als Quintessenz und Ausblick: ## Der westliche Sonderweg Erstens: Die selbstaufopfernde Bevorzugung von Minderheiten und »kulturellen Neuankömmlingen« ist ein ausschließlich westliches Phänomen, und auch das nur in der Spätphase des sterbenden, ex-christlichen Westens (Stichwort *[suizidale Empathie](https://dushan.org/essays/als-die-empathie-suizidal-wurde/)*). Jede andere Denkweise seit jeher und seit Menschengedenken, wohl inklusive die des Sozialisten Mamdani, wird zuerst die Mehrheit schützen und stärken – und wenn diese Mehrheit zivilisiert und gutmeinend ist, *kann* sie der Minderheit einen »Schutz mit Auflagen« gewähren – solange sie sich damit nicht selbst gefährdet. Zweitens: Meine Sorge ist, dass es der *Sozialist* Mamdani ist, der die Sondersteuer für »Reiche und Weiße« beschließen will, nicht der *Muslim*. Die klassischen Dhimmi-Steuern sind Schutz-Steuern. Wenn sie sich »an die Regeln halten«, können sowohl Juden als auch Christen durchaus in zivilisierten (!) muslimischen Staaten leben und gedeihen (solange nicht ausländische Bomben die Kirchen ([ewtn.co.uk, 11.10.2025](https://ewtn.co.uk/article-israeli-missile-destroys-catholic-church-in-lebanon-at-least-8-dead/)) und Synagogen ([yahoo.com, 7.4.2026](https://www.yahoo.com/news/articles/israel-admits-striking-synagogue-tehran-224733410.html)) in Schutt und Asche legen.) Christen im Sozialismus hingegen ergeht es deutlich schlechter ([siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Persecution_of_Christians_in_the_Soviet_Union)). Für den Sozialisten Mamdani sind *Reiche* und *Weiße* dieselbe zu bekämpfende Kategorie, und die Sondersteuer ist nur der Anfang. Nicht allzu weit hergeholt wäre die Befürchtung, dass »Reiche und Weiße« für den *Sozialisten* Mamdani de facto ein Synonym für *Christen* ist; genauer: dass es für den Sozialisten ein Feindbild ist, wie Christen ein Feindbild für die Bolschewiken waren. Die Dhimmi-Steuer des Kalifats versprach zumindest Schutz – die Weißen-Steuer des Sozialisten ist nur der Einstieg in weitere Benachteiligungen. ## In was für einem Staat? Ich *fürchte* und ich *sehe* dieser Tage den nächsten Anlauf des *Sozialismus*, nach der globalen Macht zu greifen (siehe auch den [gestrigen Essay](https://dushan.org/essays/warum-ich-weniger/)) – und ich meine mit »Sozialismus« das Bestreben, an traditioneller Rechtfertigung vorbei Macht zu ergreifen, mit dem »Sozialen« als zufälliger populistischer Komponente, die fallengelassen oder ausgetauscht werden kann. In welcher Staatsform aber willst du leben? In was für einem Staat? Nun, ich will in einem Staat leben, in dem ich mit Paulus sagen kann: > Willst du also frei von Furcht vor der Obrigkeit sein, so tu das Gute: dann wirst du Anerkennung von ihr erhalten; denn sie ist Gottes Dienerin dir zum Guten. Tust du aber das Böse, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst: sie ist ja Gottes Dienerin, eine Vergelterin zur Vollziehung des (göttlichen) Zornes an dem Übeltäter. > > – Römer 13:3–4 Allgemein gesprochen: Es ist ein entscheidender Unterschied, ob sich ein Staat an höherer Wahrheit orientiert (christlich gesagt: ob die Obrigkeit »Gottes Dienerin« ist) – oder ob er meint, den Göttern befehlen zu können (oder wie es europäischen Regierungen zu oft zu vulgär ist, das Höhere über sich zu spüren). Wenn ich schon Teil eines Staates sein muss – anders geht es ja nicht –, so wäre ich gern Teil eines Ganzen, dessen Regierende weiter denken als bis zur nächsten Wahl – vielleicht sogar weiter als »nur« bis zu ihrem Tod. Ja, sogar weiter als bis zum Tod ihrer Enkel und Urenkel. - [Der neue Sozialismus – und warum ich weniger über Politik schreibe](https://dushan.org/essays/warum-ich-weniger/) Wir erleben einen neuen globalen Versuch des Sozialismus – die Macht elitärer Zirkel an traditionellen Rechtfertigungen vorbei. Die erste Ordnung, die du heute wirklich ändern musst (und kannst), ist deine innere. Ich schrieb einst täglich über Politik. Ich nahm eine Nachricht zum Anlass, die Conditio humana zu reflektieren, die Ursachen und deren Ursachen zu *deuten*. Heute aber lässt sich die politische Tageslage jeden Tag aufs Neue in einem einzigen Satz zusammenfassen: Wir erleben einen neuen Versuch des Sozialismus, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Mit *Sozialismus* meine ich Strategien für die Erlangung von Macht an traditionellen und bewährten Rechtfertigungen vorbei (siehe auch [»Die Erklärung beginnt mit »Soz««](https://dushan.org/essays/sozialismus/)). Der Name »Sozialismus« ist semi-zufällig und irreführend. Strategien zur Machterlangung an etablierten Mechanismen vorbei setzen häufig populistische Versprechen zur Rechtfertigung ihrer Revolution ein. Das *kann* das Versprechen einer »sozialen« Gesellschaft sein. Es kann aber auch das Versprechen einer »ökologischen« oder »durchgeimpften« Gesellschaft sein – was auch immer gerade zieht. Grundsätzlich gilt aber, dass die Revolution ihre Kinder frisst. Umstürzler werden hingerichtet, Öko-Blockierer landen vor Gericht, Seriengeboosterte plagen sich mit Impfschäden. Ja, wir erleben den nächsten globalen Versuch, einen Sozialismus zu etablieren, sprich: die Macht eines elitären Zirkels an traditionellen Macht-Rechtfertigungen vorbei. Einen neuen Bolschewismus. ## Einem Bürokraten zu missfallen Der neue, globale Sozialismus ist wieder mörderisch. Und er schätzt den Wert des menschlichen Lebens wieder *sehr* gering. (Habt ihr mitbekommen, in wie vielen Ländern plötzlich wieder Euthanasie betrieben wird? In den Niederlanden werden sogar autistische, depressive Jugendliche vom Staat getötet; dieser Tage wieder. Schaut in die Augen der Person, die dort hinter der Tötung als der finalen »Therapie« steht: [theatlantic.com, 17.3.2026](https://www.theatlantic.com/ideas/2026/03/oosterhoff-netherlands-teen-euthanasia/686344/).) Der neue Sozialismus vernichtet wieder Andersdenkende ([berliner-zeitung.de, 04.09.2026](https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/kallas-belege-eu-sanktionen-journalisten-russland-li.10029166)). Ohne Anklage, ohne Verfahren, ohne auch nur einen einzigen Beweis. Einem Bürokraten zu missfallen genügt. Der neue Sozialismus attackiert Bürger, die sich über die Genossen lustig machen – in Hunderten *geheimer* Strafverfahren ([msn.com, 8.4.2026](https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/hunderte-strafverfahren-sind-bisher-geheim-jetzt-muss-merz-%C3%BCber-kanzler-beleidigungen-reden/ar-AA20olBt)). Und wer sich über den neuen Sozialismus beschwert, dem wird unter anderem verboten, seiner Familie ein Eigenheim zu kaufen ([nius.de, 01.09.2026](https://nius.de/politik/regierung-plant-vorkaufsrecht-hauskauf-gesinnung-pruefung-verfassungsschutz)). Der neue Sozialismus verhöhnt wieder Grundrechte, Völkerrecht und Menschenwürde. Und er kennt keine Rücksicht auf die *eigenen* Bürger. Ich *könnte* hierzu ebenfalls Links vorlegen. Doch es sind teils widerliche Verbrechen – ihr kennt sie vermutlich selbst. ## Es wohl ohnehin nicht wissen Ich schrieb einst täglich über Politik. Ich nutzte Politik als Anlass, unser geteiltes Menschsein zu erforschen. Was braucht es, um in *diesen* Zeiten ein *Mensch zu bleiben*, also weder zynischer Egomane noch willenloses Schaf in der Menge zu werden? Was braucht es, um mit *dieser* Perspektive weder sich in irrealen Illusionen zu verlieren noch an vermeintlicher Aussichtslosigkeit zu verzweifeln? Ich schreibe noch immer mit diesen Anliegen im Herzen. Doch ich schreibe weit *weniger* über Politik, wenn überhaupt. Es ist kein Zufall, dass über die Schnittmenge des Relevanten und des Wahren zu schreiben dich heute ins Blickfeld der Zensoren bringen kann. Und EU-Zensoren verbieten heute nicht »nur« das Wort, sie vernichten den Menschen und seine Familie gleich mit. Doch mehr noch als die Gefahr durch die Totalitären schreckt mich tatsächlich die Zeitverschwendung. Zu oft gilt heute: Wer weiß, der weiß – und wer nicht weiß, der *will* es wohl ohnehin nicht wissen. Warum also soll man riskieren, ins Gefängnis geworfen oder wirtschaftlich vernichtet zu werden, weil man Leuten eine Wahrheit sagte, die sie gar nicht hören *wollen*? Mich schreckt auch die potenzielle Langeweile aller Beteiligten, wenn ich dasselbe wieder und wieder sage. Wenn heute dasselbe dringend ist wie gestern, will es doch keiner noch mal lesen. Mein wichtigster Grund aber, *weniger* über Politik zu schreiben, ist schlicht der, dass meine Motivation noch immer dieselbe ist wie *damals*, vor einem Jahrzehnt. Ich will darüber schreiben, was nach meiner besten Erkenntnis das *Dringlichste* ist. ## Die Reihenfolge der Sorgen Ich denke weiter und immer wieder an jenen Gebet gewordenen Rat: > Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann; und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. > > – Gelassenheitsgebet von Reinhold Niebuhr Das womöglich Einzige und auf jeden Fall Dringendste, das du heute ändern kannst, ist deine *innere Ordnung*, dein Verhältnis zum *großen Ganzen*, dein *Sinn*. Deshalb arbeite ich an [latinprayer.org](https://latinprayer.org/). Deshalb wende ich die Bibel an. Deshalb hebe ich den Blick vom Unmittelbaren hoch zum Ewigen. Wer sich *Christ* nennt, für den ist die Reihenfolge der Sorgen recht klar vorgegeben: > Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles hinzugegeben werden. > > – Matthäus 6:33 Sicher, man könnte sein *Trachten* auch anders anordnen. Man könnte zuerst nach der Politik des Tages oder dem persönlichen Vorteil »trachten«. Doch wir sehen um uns her, ob und wie gut *das* funktioniert. - [Ich war nur banal böse](https://dushan.org/essays/ich-war-nur-banal-boese/) Man lehrte uns, dass blinder Gehorsam böse ist. »Hab nur Befehle ausgeführt« zählt nicht. Hannah Arendt erklärte: Das Böse ist banal, und Nichtdenken ist seine Ursache. Doch gegen Nichtdenken gibt es ein altes Mittel: Buße tun … und denken! Wir hören dieser Tage unangenehm häufig Erklärungen, die Varianten sind von: »Wir haben nur Gesetze befolgt!« »Ich habe bloß Gesetze befolgt« – wir assoziieren diese Rechtfertigung mit den Nazis in Nürnberg. Die haben auch »nur Befehle ausgeführt«. So haben wir es in der Schule gelernt. Haben unsere Lehrer (oder die Lehrplan-Designer) einmal darüber nachgedacht, was wir Schüler mit dieser Information anfangen sollten? Man wollte vermutlich *spürbar machen*, wie es »damals dazu kommen konnte«. (Die letztgültige Antwort lieferte natürlich Henryk Broder: »Wenn ihr euch fragt, wie das damals passieren konnte: weil sie damals so waren, wie ihr heute seid.«) Wir Schüler sollten die *Psychologie* der Menschen verstehen. Zu welchem Zweck aber? Trainierte man uns implizit, illegal zu handeln und Befehle zu verweigern, wenn die Gesetze und/oder das Handeln des Staates gegen unser Gewissen gingen? In diesem Kontext fällt natürlich ein besonders schillernder Artikel des Grundgesetzes ein: > Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. [...] Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist. > > – Grundgesetz, Artikel 20 Es ist natürlich ein paradoxes »Recht«, denn bei wem wolltest du dieses Recht einklagen? Tatsächlich berufen sich gerade die, welche die Demokratie durch die totalitäre Staatsform »Unsere Demokratie« ersetzen, implizit auf diesen »Notstands-Geist«. Wenn man die eigene Macht als »die Demokratie« definiert, hat man das Recht, den politischen Gegner mit *jedem* Mittel zu beseitigen. Man wähnt sich im »präventiven Widerstand«. Nein, das »Recht zum Widerstand« wird einem nicht von den Autoritäten erteilt werden. (Es spricht *kein* schmeichelhaftes Urteil über den geistigen Zustand heutiger deutscher Demonstranten, die auf Geheiß der Regierungsparteien und regierungsfinanzierter »NGOs« auf die Straße gehen und tatsächlich meinen, sie befänden sich im »Widerstand« – ein »Widerstand« gegen Opposition und Andersdenkende?!) ## Das Böse aus dem Nichtdenken Wenn wir aber ernst nähmen, was uns damals gelehrt wurde, und unser Gewissen vor den blinden Gehorsam stellen würden, nach welchen Kriterien würden wir erkennen, was böse ist? *[Relevante Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)* lehren uns, dass *böse* ist, was jene *Strukturen* schwächt, die uns (allen) möglichst wichtig sein sollten. (Religionen, Ideologien oder auch Hedonismus justieren, *welche* Strukturen *wie* relevant sind.) Wir wissen, *was* das Böse ist, doch wie *entsteht* dieses spezielle Böse? Es geht an dieser Stelle nicht um Verbrechen aus Lust oder Gier. Wir reden hier von Verbrechen, die von der Art sind, dass sich ein Mensch, der Politik und Gewissen nicht getrennt denken kann (oder will), zum Widerstand berufen fühlen könnte, weil er meint, dass »andere Abhilfe nicht möglich ist«. Nun, die Autorin, die uns von der »Banalität des Bösen« zu denken lehrte, beschreibt die *Ursachen* des relevanten Bösen schmerzhaft präzise: > Das Böse entsteht aus dem Versagen des Denkens. Es entzieht sich dem Denken, denn sobald das Denken sich mit dem Bösen zu beschäftigen versucht und die Prämissen und Prinzipien untersucht, aus denen es hervorgeht, findet es dort nichts. Das ist die Banalität des Bösen. > > – Hannah Arendt, Eichmann in Jerusalem (eigene Übersetzung, [siehe Google Books](https://www.google.es/books/edition/Eichmann_in_Jerusalem/yGoxZEdw36oC?hl=en&gbpv=1)) Die meisten Menschen handeln tatsächlich nicht aus *Bosheit* böse, sondern aus *Dummheit*, aus oft selbstgewähltem Nichtbedenken der realen Zusammenhänge und absehbaren Konsequenzen – etwa der Konsequenzen, wenn man »nur Befehle ausgeführt«. (Siehe dazu auch Essays wie [»Sind die dumm oder böse? Macht es überhaupt einen Unterschied?«](https://dushan.org/essays/dummheit-und-bosheit/) oder [»Es gibt kein Recht auf Dummheit«](https://dushan.org/essays/es-gibt-kein-recht-auf-dummheit/).) ## Buße ohne Bekenntnis Petrus (ja, *der* Petrus) sagte einst: »Ich weiß, daß ihr aus Unwissenheit gehandelt habt, wie auch eure Oberen« (Apostelgeschichte 3:17). Es ist keine Entschuldigung und auch keine Schmeichelei. Es ist eher eine Diagnose. Als Medizin gegen die Unwissenheit aber empfiehlt Petrus: »So tut denn Buße und bekehrt euch, damit eure Sünden vergeben werden« (Apostelgeschichte 3:19). Nein, man muss wahrlich nicht (allzu aktiv) an Gott glauben, um sich an Vernunft und Menschlichkeit zu versündigen. Folglich muss der Mensch auch kein Christ sein, um *Buße* zu tun und zu *denken*. (Aber es hilft.) - [You have 6 hours to surrender](https://dushan.org/essays/you-have-6-hours-to-surrender/) Wer heute keine Angst hätte, wäre dumm. »Fürchtet euch nicht« heißt es aber, doch das heißt nicht, dass kein Anlass zur Furcht besteht! Es bedeutet, dass ein Weg heraus existiert. Die Wahrheit ist, dass es dringend ratsam wäre, diesen Weg zu beschreiten. Ich kann aus Erfahrung berichten, dass es *keine* gute Idee ist, einem Wütenden zu sagen: »Beruhige dich!« Im Gegenteil! Der Wütende wird *wütender* werden. Erstaunlicherweise wirkt es eher, dem Wütenden schlicht und ehrlich zu bestätigen: »Du bist wütend.« Ich akzeptiere den Wütenden als wütend (so ich es denn tue). Damit begebe ich mich zumindest via Empathie in seine Perspektive. Und von da aus überlegen wir, ob es woanders nicht womöglich angenehmer wäre. Oder stellt euch – rein hypothetisch natürlich – einmal vor, ihr habt in Abwesenheit eures Partners neue Möbel liefern lassen. Oder ihr habt eine teure Dummheit begangen, etwa einen Unfall gebaut. Ihr könntet dann euren Partner begrüßen mit den klassischen Worten: »Sei jetzt bitte nicht wütend!« – Und es *könnte* funktionieren! »Sei nicht wütend« akzeptiert, dass Wut eine gerechtfertigte Reaktion auf den Sachverhalt ist. Die Aufforderung aber, *nicht* wütend zu sein, stellt es zumindest als Möglichkeit in den Raum, die eigene Wut aus eigener Kraft zu überwinden. Kann es mit *Furcht* eigentlich so ähnlich funktionieren? ## Every power plant in Iran Ostern 2026 hatten wir mindestens zweimal guten Anlass, die Logik des »Fürchtet euch nicht« zu prüfen. Einmal in der Weltpolitik. Ich zitiere hier Trumps Truth-Social-Posting im Original – keine Übersetzung notwendig: > To the Leadership of Iran: You have 6 hours to surrender, or your entire country will be plunged into darkness. We have 90 million people ready to turn off every light, every computer, every power plant in Iran. This is not a threat. This is a promise. You will not survive what comes next. Praise be to Allah. — Donald J. Trump Ich bitte um Verzeihung für die Vulgarität und eventuelle Blasphemie – ich übersetze es hier nicht einmal. Das schrieb der US-Präsident (oder ein Angestellter in seinem Namen) – am Ostermontag! Es ließe sich lesen als die Ankündigung grober Kriegsverbrechen, in der Sprache von Irren. Und es ist eine Drohung und Deadline, die dann doch wieder verstrich. Ja, ich habe einst geglaubt, dass Trump wirklich *Frieden* wollte. Ich habe aber auch gewusst, dass für Politik die Tao-Regel gilt, wonach der Name, den du nennen kannst, nie der wirkliche Name ist. Das heißt: eine Person mit einem anderen Namen entscheidet. Es spielt an diesem Punkt aber keine Rolle, ob Trump wirklich einst Frieden wollte und jetzt nicht mehr will. Oder ob er nie wirklich Frieden wollte und einfach seine Wähler belogen hat. Oder ob er weiterhin Frieden will, aber erpresst wird oder aus anderem Grund nicht der wahre Herr seines Handelns ist. Oder ob ein US-Präsident ohnehin nicht sehr viel zu sagen hat. ## Was auch immer sein wahrer Name Was auch immer der wahre Name für die Ursache des Bösen ist, es ist unsere *Furcht* vor den Wirkungen des Bösen, die uns auf dieses Böse starren lässt. Wir *fürchten* uns, was das Böse in unserem Leben bewirken wird. Wir *fürchten* uns, und wir überlegen, wie wir *weniger* Furcht haben können. Womit wir dann doch wieder bei der Osterbotschaft wären. Der Engel, der zu den Frauen am leeren Grab sagt: > »Fürchtet ihr euch nicht! Denn ich weiß, daß ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht (mehr) hier, denn er ist auferweckt worden, wie er es vorausgesagt hat.« > > – Matthäus 28:5–6 Der Engel erkennt an, dass die Frauen am leeren Grab durchaus handfeste Gründe für Angst und Furcht haben! Eben noch hatte ein Erdbeben den Boden unter ihren Füßen durchgerüttelt und den schweren Stein wegrollen lassen. Als Anhänger Jesu fürchteten auch sie, verfolgt und getötet zu werden. Und nun war auch noch der Gekreuzigte fort, dafür stand da ein hell leuchtendes Wesen. »Fürchtet euch nicht!« – es bedeutet nicht, dass kein Anlass zur Furcht besteht. »Fürchtet euch nicht« bedeutet *erstens*, dass ein Weg existiert, die Furcht zu überwinden. »Fürchtet euch nicht« bedeutet *zweitens*, dass es im Sinne *deiner* relevanten Strukturen dringend ratsam wäre, den Weg heraus aus der Furcht zu beschreiten – und zwar möglichst sofort. ## Auf Patmos, verbannt Die Erscheinung am Grab ist wahrlich nicht die einzige Stelle der Bibel, die uns das Ablegen der Furcht empfiehlt. Bei Jesaja im Alten Testament, als eine Stelle von vielen, heißt es: > Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen: du bist mein! > > – Jesaja 43:1 Zu Maria spricht der Engel: > »Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden!« > > – Lukas 1:30 Und schließlich in der Offenbarung, dem letzten Buch der Bibel. Johannes ist auf Patmos, verbannt. Er hört eine Stimme wie Posaunenschall. Es ist Christus in apokalyptischer Herrlichkeit: weißes Haar, brennende Augen, Füße wie glühendes Erz, aus dem Mund ragt ein zweischneidiges Schwert. Johannes fällt wie tot zu Boden (es erinnert an die Wächter am offenen Grab), und er hört: > »Fürchte dich nicht! Ich bin's, der Erste und der Letzte und der Lebende; ich war tot, und siehe, ich lebe in alle Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Totenreiches.« > > – Offenbarung 1:17–18 Deine Furcht ist gerechtfertigt. Du wärst ein Träumer und ein Dummkopf, wenn dir heute nicht die Angst in den Knochen stecken würde. Doch es wäre deine eigene, freiwillige Entscheidung, in der Angst zu verharren. - [Niemand hat die Absicht – aber schon mal die Mittel](https://dushan.org/essays/aber-schon-mal-die-mittel/) Ab dem 1. Januar 2026 brauchen deutsche Männer ab 17 Jahren eine Genehmigung, um das Land für mehr als 3 Monate zu verlassen. Vorbereitungen auf einen Krieg – für wen? Gegen wen? Die These drängt sich auf, dass das Ausreiseverbot für alle folgen wird. Niemand hat die Absicht, Deutschland in einen aussichtslosen Krieg zu verwickeln. Klar, laut ([wsj.com, 23.3.2026](https://www.wsj.com/world/europe/europe-is-quietly-playing-a-crucial-role-in-the-iran-war-aad34a00)) ist Deutschland »passiv« daran beteiligt, Iran »in die Steinzeit« zu bomben (um den Iranern zu helfen, klar). Deutschland liefert die Waffen, die zwangsrekrutierten, armen Ukrainern in die Hand gedrückt werden ([berliner-zeitung.de, 27.1.2026](https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/mobilisierung-in-der-ukraine-wie-rekrutierungstrupps-maenner-fuer-den-krieg-einziehen-li.10016153)). (Und deutsche Politiker verraten auch weiter nicht, wie reich sie mit Kriegsaktien wurden – als *Privatleute*, klar ([lokalkompass.de, 23.3.2024](https://www.lokalkompass.de/duesseldorf/c-politik/abstimmungen-ueber-kriegseinsaetze-und-waffenhandel-profitieren-unsere-politiker-von-ruestungs-aktien_a1940008)).) Aber niemand, wirklich niemand hat die *Absicht*, deutsche Männer für Netanyahu, Zelensky oder irgendeinen Hedgefond in den sicheren Tod zu schicken. Oder wieder mal vergeblich zu versuchen, bis Moskau zu marschieren. Es bedeutet also bestimmt nichts, dass seit Anfang des Jahres alle deutschen Männer im wehrhaften Alter ab 17 Jahren einen Antrag stellen müssen, um Deutschland für länger als 3 Monate zu verlassen ([berliner-zeitung.de, 5.4.2026](https://www.berliner-zeitung.de/news/neue-wehrpflicht-regel-kaum-beachtete-aenderung-hat-weitreichende-folgen-li.10028539)). Es gilt seit 1. Januar 2026, und es wurde bis kürzlich von der deutschen Öffentlichkeit ignoriert – bis ein Bericht der Frankfurter Rundschau das Thema ans Licht brachte ([nzz.ch, 4.4.2026](https://www.nzz.ch/international/diese-reform-irritiert-die-bundeswehr-muss-laengere-auslandsreisen-junger-maenner-genehmigen-ld.1932449)). »Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten«, so sagte Walter Ulbricht einst. Dann wurde die Mauer gebaut. Lässt sich die Leugnung des Mauerbaus von 1961 mit einer heutigen Leugnung von Kriegslust vergleichen? Jein. Heute leugnet die Politik ja gar nicht, dass sie scharf auf Krieg ist! Es sind *wir Bürger*, die wir uns einreden, dass die Politiker es doch bestimmt gut mit uns meinen. Das gesamte System fördert Frauen und benachteiligt aktiv Männer – doch diese Männer sind es, die man in den Tod schicken will. Wenns ums Sterben für die Eliten geht, ist das »Patriarchat« plötzlich kein Problem. Junge Deutsche, die aus dem Land fliehen *ohne* sich die Ausreise genehmigen zu lassen, werden spätestens bei der Verlängerung ihres Passes in Schwierigkeiten geraten. Die Verschwörungstheorie drängt sich auf, dass die »rechtliche Mauer« um Deutschland nur in dieser ersten Phase für männliches Kanonenfutter gilt. In der nächsten Phase wird die Ausreisebeschränkung auf *alle außer Rentner* ausgeweitet werden – und ausreisenden Rentnern wird keine Rente ins Ausland gezahlt. Deutschland hat sich de facto aus dem Wettbewerb als attraktive Heimat für Menschen und Unternehmen verabschiedet. Man errichtet »virtuelle Mauern« und »rechtliche Selbstschussanlagen« um Deutschland. Schon heute werden von auswandernden Bürgern verschiedene Wegzugssteuern gefordert. Es war essayistische Übertreibung, als wir sagten, dass *Unsere Demokratie* zur »DDR 2.0« wird. In Deutschland wird bereits gescherzt, dass es sich für junge Deutsche empfiehlt – wenn sie im Land bleiben wollen –, kurz auszureisen, etwas südliches Flair anzunehmen, den Pass wegzuwerfen, wieder »illegal« einzureisen: kein Wehrdienst mehr, dafür lebenslang All-Inclusive. (Nein, ich sage nicht, dass das legal oder auch nur richtig ist; ich berichte von einem Witz, den man dieser Tage hört. Witze enthalten einen Kern schmerzhafter Wahrheit und dazu stets Verfremdung, um den Schmerz erträglich zu machen.) In den letzten Jahren schrieb ich mit steigender Frequenz über *das Böse*. [»Wieviel Teufel steckt in der Politik?«](https://dushan.org/essays/wie-viel-teufel/), fragte ich 2023. [»Der größte Trick des Teufels«](https://dushan.org/essays/der-groesste-trick-des-teufels/), so zitierte ich 2025, bestand darin, die Welt glauben zu lassen, dass er nicht existiert. Im Dezember schrieb ich [vom Schock, »das Böse« im Denken und Handeln](https://dushan.org/essays/katechon/) konkreter Mitmenschen zu entdecken. Ich spüre und beschreibe schon länger, dass *Böses* in einem archaischen, biblischen Sinne aufzieht. Ich erschrak zunächst selbst davor. Wollte selbst nicht glauben, was ich in den Knochen sah. Es sind Gestalten, die den Iran (93 Millionen Bürger, alte Kulturnation) eine »Pestbeule« nennen. Es sind andere Gestalten, die champagnersaufend ukrainische und russische Söhne und Väter in den Tod schicken. Es sind Gestalten, die täglich die Töchter des eigenen Landes für Migrationsprofite opfern. Glaubt keine Sekunde, dass diese Gestalten einen Skrupel dabei empfinden werden, eure Söhne und Väter für die nächste große Lüge irgendwo ausbluten zu lassen. Weh allen, die sich noch immer darauf verlassen, dass die Regierenden das Wohl der Bürger im Blick haben. Heute spüren wir *das Böse* nicht nur in den Reden der mächtigen Marionetten. Das extra böse Böse schreibt inzwischen sogar an Gesetzen mit. Es gilt, [wieder und weiterhin](https://dushan.org/essays/nicht-auf-fuersten/): > Verlasst euch nicht auf Fürsten, nicht auf Menschen, die ja nicht helfen können! Geht der Odem ihnen aus, so kehren sie zurück zum Staube; am gleichen Tage ist's aus mit ihren Plänen. > > – Psalm 146:3-4 - [Es ist ein Skandal (und das ist sehr gut so)](https://dushan.org/essays/es-ist-ein-skandal-und-das-ist-sehr-gut-so/) In zynischen, nihilistischen Zeiten ist es ein wohltuender, heilsamer Skandal, mit dem Glauben eines Kindes zu sagen: Ja, Er ist auferstanden, wie Er es sagte. Ich schreibe diesen Text am Morgen des Ostersonntags, halb ausgeschlafen. Wir waren zur Osternacht. Wir hielten Kerzen, sangen und beteten. (Interessantes Detail: Ein anwesender Gast, der offenbar mit sich haderte und doch da war, geriet in schäumende Wut, war offensichtlich erschüttert, als der Priester uns alle und also auch ihn mit Weihwasser besprengte. Wenn ich nicht sowieso schon an die reale Kraft von Weihwasser geglaubt hätte, *jetzt* würde ich es glauben. Wir nahmen eine Flasche extra mit.) Heute ist nun Ostersonntag. Auferstehung Jesu Christi. Es ist ratsam und erbaulich – schon der kulturellen Bildung wegen! –, die *ganzen* Berichte um die Auferstehung zu studieren (etwa in Matthäus 28). Nach Ablauf des Sabbats (siehe [»Den Geistern im Gefängnis«](https://dushan.org/essays/den-geistern-im-gefaengnis/)) wollen Frauen aus Jesu Gefolgschaft nach Seinem Grab sehen. Es gibt aber ein Erdbeben, und der Stein vom Grab wird fortgerollt. Ein leuchtender Engel erscheint. Die Grabwächter erstarren vor Angst. Und dann wird *den Frauen als Zeugen* (sehr ungewöhnlich für damals!) die Auferstehung verkündet: > Der Engel aber wandte sich an die Frauen mit den Worten: »Fürchtet ihr euch nicht! Denn ich weiß, daß ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. > > Er ist nicht (mehr) hier, denn er ist auferweckt worden, wie er es vorausgesagt hat. Kommt her, seht euch die Stelle an, wo er gelegen hat. > > Geht nun eilends hin und sagt seinen Jüngern: »Er ist von den Toten auferweckt worden und geht euch voran nach Galiläa; dort werdet ihr ihn wiedersehen; beachtet wohl, was ich euch gesagt habe!« > > – Matthäus 28:5-7 Es ist ein Skandal, und das ist gut so. Lasst mich erklären! ## Für die Heiden eine Torheit In Zeiten universeller Lüge, so haben wir gelernt, ist es ein revolutionärer Akt, die Wahrheit zu sagen. (Und also wird es als Systembedrohung verfolgt.) In *skandalösen* Zeiten aber ist es der *wahre* Skandal, wenn dein Leben und dein Glaube *kein* Skandal sind. Heute, in zynischen Zeiten, in denen die Autoritäten an nichts glauben, in denen die Mächtigen Kriege planen und Pandemien verwalten (und dabei bisweilen mit Masken und Waffenaktien gut verdienen), in diesen Zeiten ist ein Skandal, zu sagen: Ja, ich glaube, dass Christus *auferstanden ist*. > Denn während einerseits die Juden Wunderzeichen fordern, andrerseits die Griechen Weltweisheit verlangen, verkünden wir dagegen Christus als den Gekreuzigten, der für die Juden ein Ärgernis und für die Heiden eine Torheit ist; denen aber, die berufen sind, sowohl den Juden als auch den Griechen, (verkünden wir) Christus als Gotteskraft und Gottesweisheit. Denn die Torheit Gottes ist weiser als die Menschen (sind), und die Schwachheit Gottes ist der Stärke der Menschen überlegen. > > – 1. Korinther 1:22-25 Was wir als *Ärgernis* übersetzen, ist tatsächlich das griechische Wort σκάνδαλον – *Skandalon*. Im griechischen Sinn bedeutet es »Stein des Anstoßes«. Wir dürfen *beides* verstehen: Stolperstein *und* Skandal. ## Wenn ihr nicht umkehrt Ja, es ist ein halber Skandal, heute die schlichte Wahrheit auszusprechen, dass Jesus ein Jude war, der sich erst an die Juden wandte – und verstoßen wurde. Dass Jesu Botschaft für die Heiden eine »Torheit« ist – und doch diese überwinden wird, so wie Jesu Liebe und Lehre etwa die Gewalt eines Dschingis Khan weit überleben wird. Es ist ein Skandal, auch wirklich zu glauben, dass das Brot [sein Leib *ist*, nicht »symbolisiert«](https://dushan.org/essays/hoc-est-corpus-meum/). Wir *wissen* eigentlich, dass gilt: > Wahrlich ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, so werdet ihr nimmermehr ins Himmelreich eingehen. > > – Matthäus 18:3 Mehr Mut zum Skandal! In zynischen Zeiten sei der Skandal gewagt, das Gegenteil von Zynismus zu leben. Staunt wie die Kinder, denen alles neu und wunderbar ist. Und dann glaubt wie Kinder, denn ihnen gehört das Himmelreich. Ja, es ist ein ach so wohltuender Skandal, eben mit dem »Glauben eines Kindes« zu wissen: Resurrexit sicut dixit. – Er ist auferstanden, wie Er es sagte. - [Den Geistern im Gefängnis](https://dushan.org/essays/den-geistern-im-gefaengnis/) Was tat Jesus am Samstag zwischen Kreuz und Auferstehung? Er predigte im Hades. Warum? Damit auch die Verlorenen eine Chance haben. Also etwa wie du als Denkender bei jeder Familienfeier. Es ist Ostern, nicht Weihnachten. Und doch wird sich das nächste Weihnachten für dich – wie vielleicht das letzte auch schon –, womöglich *wie Ostersamstag anfühlen*. Lass mich erklären! Am Karfreitag wird *Er* gekreuzigt. Am Ostersonntag ersteht Er auf. (Ja, »ersteht auf« ist der Präsens von »ist auferstanden«.) Was aber »tut« Er am Samstag? Interessanterweise berichten die Evangelien nicht, was Jesus am »Samstag dazwischen« *tat*. Matthäus 27:62–66 berichtet von der Versiegelung des Grabes. Und davon, dass die Hohepriester den Gekreuzigten auch nach seiner Hinrichtung noch beschimpften und sogar post-mortem gegen Ihn und Seine Jünger intrigierten. Lukas 23:56 berichtet, dass die *Frauen* um Jesus dagegen ordnungsgemäß den Sabbat einhielten. Zwei Briefe des Neuen Testaments aber erklären es, als Teil einer Argumentation. Am Samstag predigte Jesus, wie etwa Tertullian oder Clemens von Alexandrien formulieren, im »Hades«, sprich: in der *Totenwelt*. Im 1. Petrusbrief heißt es: > Im Geist ist er auch hingegangen und hat den Geistern im Gefängnis gepredigt, nämlich denen, welche einst ungehorsam gewesen waren, als Gottes Langmut geduldig wartete in den Tagen Noahs, während die Arche hergestellt wurde, in der nur wenige, nämlich acht Seelen, Rettung fanden durchs Wasser hindurch. > > – 1. Petrus 3:18–20 *Warum* aber tat Er das? *Warum* predigte Er »den Geistern im Gefängnis«? Der Epheserbrief erklärt: > Daß er aber hinaufgestiegen ist, welchen Sinn hat das als den, daß er auch (zuvor) in die niederen Gegenden der Erde hinabgestiegen ist? Er, der Hinabgestiegene, ist derselbe, der hoch über alle Himmel hinaus aufgestiegen ist, um das ganze Weltall zu erfüllen. > > – Epheser 4:9–10 Er predigte *im Hades* — über Reichweite und Wirkung debattieren die Väter bis heute —, damit auch die, die vor Ihm lebten und starben, zumindest *eine Chance haben*. Das *Wort* (Johannes 1:1) und die *Wahrheit* (Johannes 14:6), die hinabgestiegen sind, sind auch in die *niederen* Gegenden hinabgestiegen, um somit und dann »das ganze Weltall zu erfüllen«. Womit wir, nur halb leichtfüßig, bei deiner nächsten Familien-Zusammenkunft wären. Oder bei deiner nächsten Familienfeier. Einige von uns leiden an jener Krankheit, nicht *lügen* zu können. Bei Familienfeiern hören wir die Leute die Lügen nachplappern, die ihnen von der Propaganda und anderen Autoritäten erzählt wurden. Die Lügen, die ihnen so schön in den Ohren kitzelten (2. Timotheus 4:3–4). In solcher Lage könntest du dich fragen, *warum* du die Wut der freiwillig Blinden auf dich ziehen solltest. Eine menschlich verständliche Frage! Eine Antwort könnte sein: Du predigst im Hades, um den Verlorenen zumindest eine *Chance* zu geben. Und nachdem du dir dieser richtigen Erkenntnis (und Erlaubnis) bewusst wurdest, sei im Anschluss gleich dankbar. Dankbar für die Chancen (Johannes 8:32), die *dir* in deinem persönlichen Hades gegeben wurden. - [Keine Trauer, kein Klaggeschrei und kein Schmerz](https://dushan.org/essays/kein-schmerz/) Wenn die Existenz von Leid ein Argument gegen Möglichkeit und Anbetungswürdigkeit Gottes ist, warum sind es die Momente des Leids und des Verlorenseins, die uns zu Gott führen, und nicht der angetrunkene, fröhliche All-inclusive-Urlaub? Ohne dass ich sie auf irgendetwas Gläubiges angesprochen hätte, schlicht weil es sie beschäftigt, sprechen mich Menschen auf *Leid* an. *Leid* im Kontext der logischen (Un-)Möglichkeit eines liebenden, allmächtigen Gottes. Bisweilen beziehen sich diese lieben Menschen auf *persönliches* Leid. Eigenes Leid oder das Leid von Nahestehenden. Öfter sprechen sie von *Leid* als abstraktem Konzept. Immer formulieren die lieben Menschen eine Variante der alten Theodizee-Frage: Wenn Gott allmächtig und allliebend ist, wie kann es sein, dass es *Leid* auf der Welt gibt? Implizit und manchmal explizit schwingt in solchen Fragen mit: »Ja, ich würde ja gern an Gott glauben wollen, aber weil so viel Leid existiert, kann ich das nicht.« Man kann diskutieren, ob darin wiederum enthalten ist: »Ich bin zu träge und geistig verwahrlost, um mich sonntags aufzuraffen und zur Kirche zu gehen. Zu träge bin ich, und zu *tierisch*, um mein Leben nach höherer Moral zu gestalten.« (Zugleich sei gesagt: Die deutsche Kirche ist weltweit für ihre Techtelmechtel mit Häresie und Blasphemie bekannt, womit die Verantwortlichen womöglich gewisse Verantwortung am Verlorensein manch deutscher Seele tragen. Ich muss an Matthäus 18:6 denken, doch genug des ent- und beschuldigenden Exkurses.) ## Im All-inclusive-Ferienclub Wenn mich also einer nach der Theodizee (wörtlich: Gerechtigkeit Gottes) fragt, antworte ich mit einer bebildernden Rückfrage, mit einem doppelten Gegensatz: Wenn Leid *gegen* die Möglichkeit und Anbetungswürdigkeit Gottes spricht, und wenn die Abwesenheit von Leid *für* Ihn spräche, dann dürften wir im All-inclusive-Ferienclub nur Gläubige vorfinden – und die Krankenhauskapelle in der Onkologie müsste leer und verwaist sein. Die Propheten warnen oft genug vor der Gefahr für die Seele, wenn es Leib und Seele *zu gut* geht! > Als sie gute Weide hatten, wurden sie satt, und als sie satt geworden waren, überhob sich ihr Sinn; darum haben sie mich vergessen. > > – Hosea 13:6 Wer die Abwesenheit von Schmerz und Leid als Bedingung der *Möglichkeit* und *Anbetungswürdigkeit* Gottes setzt, impliziert ein – seien wir ehrlich – hedonistisches, narzisstisches Konzept des Lebenssinns. Ist es der *Sinn des Lebens*, möglichst schmerzfrei und dafür frohvergnügt durch ebenjenes zu gelangen? Dann wäre es tatsächlich vorzuziehen, ein Heroinjunkie oder ein Wahnsinniger zu sein, als etwa eine Mutter. Tatsächlich ist es dieselbe narzisstische Logik, welche die Möglichkeit und Anbetungswürdigkeit Gottes von hiesiger Schmerzlosigkeit abhängig macht, welche Millionen Kinder schon im Mutterleib ermorden lässt, weil sie ja die Unbeschwertheit der »Mutter« stören könnten. ## Sich Gott zu nähern Wenn es aber der Sinn des Lebens *im weitesten Sinne* ist, sich *Gott zu nähern* (oder: *heilig(er)* zu werden, *Erlösung zu finden*), dann ist Leid eine Eigenschaft der Welt, die ebendiesem Ziel dienen kann. Ja, es ist mir bewusst, dass es *zynisch* (also: kaltherzig widersprüchlich) klingen kann, dass *Leid* ein Mittel sein kann, *heiliger* zu werden, doch es klingt nur solange widersprüchlich, wie du Schmerzfreiheit als Teil des Lebenssinns gesetzt hast. Die Frage ist nicht, ob es sich *komfortabel* für dich anfühlt. Die Frage ist, ob es *wahr* ist. (Ausformuliert: Ob es wahr sein *könnte* und sich genug Hinweise darauf finden, dass es auch tatsächlich wahr *ist*.) Leid und seine Überwindung sind ein Weg, sich Gott zu nähern. Siehe das recht grausam wirkende [Buch Hiob](https://latinprayer.org/latin-bible/job). Es ist explizit *göttlich*, das Leid seiner Mitmenschen zu lindern. Es ist Jesu Auftrag. Das Leid des Nächsten zu lindern ist explizit und unmittelbar ein Dienst an *Gott* (Matthäus 25:40). Ja, dein Nächster und du, wenn du sein Leid linderst oder er deines, ihr seid *heiliger*, als wenn ihr satt und zufrieden vor euch hinrülpst. ## Am Karfreitag Ich schreibe diese Zeilen aus dem realen Anlass privater Gespräche. Doch ich schreibe sie an Karfreitag. Dies ist der Tag, an dem Jesus Christus gekreuzigt wird. Die Passion ist eine Geschichte voller Schmerz. In körperlichem *und* seelischem Schmerz rief Er am Kreuz: > »Eli, Eli, lema sabachthani?« – »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« > > – Matthäus 27:46 Es ist eine neue, inoffizielle katholische Tradition, an Karfreitag den Film »Die Passion Christi« von Mel Gibson zu schauen (und kurz vor Schluss zu pausieren, um die Wiederauferstehung am Sonntag zu schauen). Es ist ein denkbar *blutiger*, nur schwer zu ertragender Film. Doch das, was schmerzt, ist eben Teil der *Wahrheit*. Die Kreuzigung – und bald die Wiederauferstehung – ist auch die Geschichte der Überwindung des größten Leids: der buchstäblicher Sinn-Losigkeit. Das Leid des *Verlorenseins* in jedem Sinn des Wortes. Das Leid der Trennung. Schon für heute verspricht der Gekreuzigte: Seid getrost, ich habe die Welt überwunden! (Johannes 16:33) Und für morgen ist uns versprochen: > »Er wird alle Tränen aus ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, und keine Trauer, kein Klaggeschrei und kein Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.« > > – Offenbarung 21:4 Doch so schön und vollkommen das alles klingt, der Weg dahin führt durch Leid – bis und aufdass eben keine Trauer und kein Schmerz mehr ist. ## Psalm des Gekreuzigten Als Jesus am Kreuz nach seinem Vater zu rufen schien, warum dieser ihn »verlassen« habe, betete er tatsächlich einen Psalm: > Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ach, fern von meiner Rettung bleiben die Worte meiner Klage! > > – Psalm 22:2 Jeder der Zuhörer *kannte* den Psalm und wusste, welche *Wendung* er nimmt, was der Gekreuzigte ihnen in seinem Schmerz zurief. Dieser Psalm beschreibt auch die Freude *nach* den Tränen: > Die Elenden sollen essen, daß sie satt werden, und die da suchen den HERRN, sollen ihn preisen: aufleben soll euer Herz für immer! > > – Psalm 22:27 Es ist uns aufgetragen: > Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden! > > – Römer 12:15 Heute aber sind wir alle Mit-Leidende, Mit-Weinende, und das ist guter Ordnung so. - [Hoc est corpus meum](https://dushan.org/essays/hoc-est-corpus-meum/) Wir Älteren bedenken zu wenig, dass heutige junge Menschen die Welt nur als eine Abfolge von Krisen kennenlernten. Woran liegt es aber, dass die Welt so ist? Am 28. Dezember 2025 wurde das Tabernakel in der Kapelle des Heiliger-Dorn-Klosters in Valladolid, Spanien, aufgebrochen ([ncregister.com, 2.1.2026](https://www.ncregister.com/cna/blessed-sacrament-stolen-from-monastery-in-spain)). Unbekannte stahlen die Hostien, sprich: die Oblaten, die Jesus *sind*. *Warum* taten diese Leute das? *Warum* versuchen auch echte Satanisten (ja, die gibt es) und andere böse Leute immer wieder, die Hostien zu stehlen und dann zu schänden? Solche Leute wurden ja bereits gefragt, *warum* sie ihre Wut an den Oblaten ausleben wollten, und sie sagen oft, es sei ein »Protest«. Gegen die Kirche, gegen einen grausamen Gott, gegen das Patriarchat oder Autorität generell. Es geht um dünne, geschmacksfreie Oblaten. Doch diese Oblaten wurden zum *Fleisch Jesu*, auf metaphysische Art. Und diese *geglaubte* Wahrheit ist einigen Gestalten ein schmerzhaftes Ärgernis. ## Zerrissenheit, mörderisch Die tödliche Wut der im Westen lebenden Islamisten ist eine Frucht ihrer inneren Zerrissenheit: Einerseits will man die wahrgenommene Freiheit des Westens leben, andererseits fühlt man sich in einer Ideologie gefangen. Statt seine Ideologie abzulegen, will man den Widerspruch auflösen, indem man hervorstehende Merkmale des westlichen Glücks attackiert. Ich schrieb öfter darüber, etwa im Essay [»Magdeburg: Propaganda und Widersprüche«](https://dushan.org/essays/magdeburg-medien-luegen/). Deshalb attackiert man Weihnachtsmärkte; siehe auch [»Betonblöcke in Geschenkpapier«](https://dushan.org/essays/humor/). Gestalten, die geweihte Eucharistie-Oblaten stehlen – die »Hostien« –, tun es vermutlich aus einem ähnlichen Grund. Islamisten bestreiten nicht, dass Freiheit *glücklich* macht – sie kommen nur nicht damit klar, dass Freiheit glücklich macht, doch sie selbst sich dies nicht erlauben können. (Eine Alternative zum offenen Terrorismus ist der Einfluss auf den Staat, die Freiheiten *aller* Bürger per Gesetz, Zensur und Propaganda einzuschränken. Dies wird womöglich in mehreren europäischen Staaten bereits erfolgreich betrieben.) Die Hostiendiebe und Kirchenschänder begehen ihre blasphemischen Taten nicht, weil sie »nicht daran glauben«, sondern weil sie auf ihre Weise »daran glauben«, aber »nicht damit klarkommen«. (Ein Prä-Vat-II-Traditionalist könnte zynisch anmerken wollen: »Auf gewisse Weise glauben Hostien-Schänder *eher* daran als Leute, die auf der Hand statt auf der Zunge empfangen wollen.«) ## Den Jüngern mit den Worten Allen Verwunderten und Vorbeikommenden, die nicht genau wissen, worum es geht, sei zuerst gratuliert, dass ihr es in diesem Text bis hierhin geschafft habt. Und dann sei gesagt, dass ich diesen Essay zu Gründonnerstag schreibe. Das ist der Tag des *letzten Abendmahls*, dem mit Leonardo da Vinci und Judaskuss und so. > Während des Essens aber nahm Jesus das Brot, sprach den Lobpreis (Gottes), brach das Brot und gab es den Jüngern mit den Worten: »Nehmt, esset! Dies ist mein Leib.« Dann nahm er einen Becher, sprach das Dankgebet und gab ihnen den mit den Worten: »Trinkt alle daraus! Denn dies ist mein Blut, das Blut des (neuen) Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.« > > – Matthäus 26:26–28 Bis Luther, also etwa 1.500 Jahre lang, verstanden Christen »hoc est corpus meum« / »dies ist mein Leib« exakt so, wie es da steht. In metaphysischem Sinn *ist*, nach der Verwandlung, jene Oblate das Fleisch Christi. Interessanterweise tat sich Luther selbst schwer damit, den Wortsinn für »est« (lateinisch für »ist«) ganz abzulehnen. Zwingli und andere waren da konsequenter häretisch. In einem poetisch-kausalen Sinn ist die Frage danach, ob man Matthäus 26 *wirklich* glaubt, die *eigentliche* Trennlinie innerhalb aller, die sich »Christen« nennen. Wenn du glaubst, dass du *wirklich* Jesus isst, ergibt sich vieles andere von selbst, von der Theologie über Rituale bis ins Alltagsleben. ## Wovon sie sagen Am 3. Januar dieses Jahres wurde in jener Klosterkirche ein Sühneakt begangen. Eine öffentliche Buße und ein erneutes Glaubensbekenntnis. Also eine Variante dessen, was *jeder* Christ immer wieder in eigener Angelegenheit tun sollte. Wir älteren und mittelälteren Semester sollten bedenken, dass heutige junge Menschen die Welt nur als eine *Abfolge von Krisen* erlebten. Diese *Krisen* aber haben ihre Ursache zu oft darin, dass Menschen nicht »wirklich« glauben und leben, wovon sie sagen, dass sie es glauben – und worauf ihr Leben und die Strukturen ihrer Existenz gebaut sind. Jede Staats- und Gesellschaftsordnung hat jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile. Es gilt weiterhin: Ob eigenes Leben oder Wettstreit der Nationen – am Ende wird gewinnen, wer seine Kreise geordnet hat und auch wirklich lebt, woran er zu glauben behauptet. - [Schaumwein, weil jetzt Galgen möglich](https://dushan.org/essays/ergaenzung-159/) Spätestens wenn sie im israelischen Parlament jubeln und mit Schaumwein anstoßen, weil sie sich erlaubt haben, »Terroristen« am Galgen zu töten (Gesetz wird vor allem Palästinenser treffen), wird es wichtig, zwischen »Israel« und Juden zu unterscheiden. Der Staat, der sich den biblischen Namen »Israel« gegeben hat, hat gestern die Todesstrafe für »Terroristen« beschlossen ([timesofisrael.com, 30.3.2026](https://www.timesofisrael.com/knesset-passes-death-penalty-law-for-palestinians-convicted-of-deadly-acts-of-terror/)). Doch der »Terrorismus«, für den man zum Tode verurteilt wird, ist solcher, der sich gegen die Wiedergeburt des jüdischen Volkes in seinem Land wendet ([euronews.com, 31.3.2026](https://www.euronews.com/2026/03/31/israel-approves-death-penalty-for-palestinians-convicted-of-deadly-attacks)). Der Staat Israel wird seinen Grund haben, warum er den Gesetzestext zu dieser »Ergänzung 159« aktuell geo-blockt. Die URL zum Text auf Ivrit ist auf jeden Fall [https://fs.knesset.gov.il/25/law/25_ls1_9611186.pdf](https://fs.knesset.gov.il/25/law/25_ls1_9611186.pdf). Aus dem Internet lässt sich jedoch erfahren, dass die entsprechende Passage lautet: > (ג) על אף הוראות סעיף קטן (א), הגורם בכוונה או באדישות למותו של אזרח ישראל כשהמעשה נעשה מתוך מניע של גזענות או עוינות כלפי ציבור, כאמור בסעיף 144ו לחוק זה, ומתוך מטרה לפגוע במדינת ישראל ובתקומת העם היהודי בארצו, דינו - מיתה ... > > – Ergänzung 159; zitiert nach Internet Übersetzung mit KI: »(c) Ungeachtet der Bestimmungen des Absatzes (a) wird jeder, der vorsätzlich oder fahrlässig den Tod eines israelischen Staatsbürgers verursacht, wenn die Handlung aus einem rassistischen oder volksfeindlichen Motiv im Sinne von § 144f dieses Gesetzes und mit dem Ziel begangen wird, dem Staat Israel und der Wiedergeburt des jüdischen Volkes in seinem Land Schaden zuzufügen, zum Tode verurteilt …« Das Originalwort für »verursacht« ist *הגורם* — *ha-gorem*, vom Verb גרם (*garam*). Jeder, der in irgendeiner Form am Tod eines »israelischen Bürgers« via Kausalkette verantwortlich gemacht werden kann, könnte plausibel als »Terrorist« hingerichtet werden — wenn sich seine Tat als gegen die »Wiedergeburt des jüdischen Volkes in seinem Land« gerichtet konstruieren lässt. Es wird *nicht* die Siedler treffen, welche das Zuhause von Palästinensern attackieren. Deren Terror ist ja nicht gegen die »Wiedergeburt des jüdischen Volkes in seinem Land« gerichtet. Der Motivator jenes Gesetzes hatte ([timesofisrael.com, 15.1.2020](https://www.timesofisrael.com/liveblog_entry/ben-gvir-responds-to-bennett-fine-ill-take-down-baruch-goldsteins-picture/)) lange Zeit in seinem Büro ein Bild von *Baruch Goldstein* an der Wand. Goldstein ermordete 29 Muslime in Hebron am Patriarchengrab ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Baruch_Goldstein)). Goldstein wurde von der Menschenmenge noch am Ort des Massakers getötet. Doch auch nach dem neuen Gesetz wäre er nicht als Terrorist hingerichtet worden. Das Gesetz kann aber jeden Palästinenser treffen, der warum auch immer festgenommen wurde und vor ein Militärgericht gestellt wird – Revision ausgeschlossen, denn tot ist tot. Israelische Militärgerichte haben eine Verurteilungsquote von 99% bei palästinensischen Angeklagten, so [amnesty.org, 30.3.2026](https://www.amnesty.org/en/latest/news/2026/03/israel-opt-newly-adopted-death-penalty-law-must-be-repealed/). Könnte es sogar konstruiert werden, dass die publizistisch erfolgreiche Kritik an Israel schon »Terrorismus« darstellt, wenn ein Attentäter davon motiviert werden könnte? Werden dann wieder Pager oder andere am Körper getragene Elektronikgeräte explodieren? ## Es wurde Schaumwein getrunken Nachdem die Todesstrafe beschlossen worden war, brach im israelischen Parlament großer Jubel aus ([pbs.org, 30.3.2026](https://www.pbs.org/newshour/world/israels-parliament-approves-death-penalty-for-palestinians-convicted-of-murdering-israelis)). In froher Erwartung baldiger Hinrichtungen wurde Schaumwein getrunken ([timesofisrael.com, 30.3.2026](https://www.timesofisrael.com/knesset-passes-death-penalty-law-for-palestinians-convicted-of-deadly-acts-of-terror/)). Der Politiker, der den Antrag motiviert hatte, gilt als »rechtsextrem« ([jpost.com, 30.3.2026](https://www.jpost.com/israel-news/politics-and-diplomacy/article-891688)). Ja, er wurde in der Vergangenheit selbst wegen Unterstützung einer Terrororganisation verurteilt ([Wikipedia »Itamar Ben-Gvir«](https://en.wikipedia.org/wiki/Itamar_Ben-Gvir)). De facto bleibt in Israel aber der Terror durch »Siedler« auch weiter ungesühnt ([hrw.org, 13.3.2026](https://www.hrw.org/news/2026/03/13/in-the-shadow-of-war-settler-violence-against-palestinians-intensifies)), ja sie erfahren eher aktive Unterstützung durch den Staat, quasi als Vorhut für die Ausweitung des bis heute nicht definierten Staatsgebiets ([hrw.org, 24.3.2026](https://www.hrw.org/news/2026/03/24/west-bank-israeli-government-enables-escalating-violence-displacement-ethnic)). Es ist nur der unscharf definierte »Terror« gegen »Israelis«, wenn und weil er sich gegen die »Wiedergeburt des jüdischen Volkes in seinem Land« richtet, der am Galgen enden soll ([jta.org, 30.3.2026](https://www.jta.org/2026/03/30/israel/israel-passes-death-penalty-law-for-palestinians-convicted-of-lethal-attacks-against-israelis)). Nun mögen einige Leute *heute* sagen, es sei »nicht so schlimm«, wenn *Terroristen* hingerichtet werden. Das Problemchen ist, dass dieses Gesetz de facto Juden und den Terror durch Siedler ausklammert — und »Terror« unscharf und weit definiert. ## 91 Menschen Vergessen wir nicht, dass Terror zur Gründungsgeschichte jenes Staates gehört. Am 22. Juli 1946 zerbombte Irgun, eine Terrororganisation unter Menachem Begin, das Hotel *King David* und tötete 91 Menschen — Briten, Araber, Juden ([Wikipedia »King David Hotel bombing«](https://en.wikipedia.org/wiki/King_David_Hotel_bombing)). Wie »bestraften« das spätere Israel und die Welt die Verantwortlichen für den Anschlag? Richtig: Begin wurde Ministerpräsident ([Wikipedia »Menachem Begin«](https://en.wikipedia.org/wiki/Menachem_Begin)) und erhielt später den Friedensnobelpreis ([nobelprize.org](https://www.nobelprize.org/prizes/peace/1978/begin/facts/)). ## Das Namensproblem Ich verweigere mich der Gleichsetzung von »Staat Israel« und »Judentum«. Ich halte diese Gleichsetzung für grob rassistisch gegenüber Juden, denn sie würde bedeuten, dass jede Handlung des *Staates* auch als Handlung des *gesamten Volkes* zu werten wäre. Der erste Grund für die Trennung der Begriffe ist aber natürlich, dass ein Staat ein Staat ist und ein Volk eben ein Volk. Es sind zwei unterschiedliche Begriffe für zwei unterschiedliche Entitäten. Es ist aber nun einmal ein Fakt, dass Akteure mit großer »Strahlkraft« eben diese Gleichsetzung versuchen — fast als wollten sie sich hinter dem größeren Begriff »verstecken«. Gerade Christen sollten aber extra präzise zwischen den Konzepten *Judentum* und *Staat »Israel«* trennen. Der erste theologische Grund ist bereits das Namensproblem aus christlicher Sicht: Nach christlichem Verständnis — Stichwort *Substitutionstheologie* — ist die *Christenheit* das *neue* Israel; vergleiche [Augustinus](https://www.newadvent.org/fathers/1413.htm), [Origenes](https://www.newadvent.org/fathers/0412.htm), [Tertullian](https://www.tertullian.org/anf/anf03/anf03-09.htm). Das bedeutet jedoch nicht, dass das Judentum ganz verworfen wäre — Paulus ist da unmissverständlich (Römer 11:1–2: »Hat Gott sein Volk verstoßen? Keineswegs!«). ## Die Wurzel trägt dich Der zweite theologische Grund für die Trennung der Begriffe *Judentum* und Staat »Israel« ist eine Notwendigkeit aus dem Wesen des Christentums selbst. Laut Paulus ist das Christentum in den »Ölbaum« Judentum eingepfropft. Die Passage im Römerbrief ist ebenso komplex wie poetisch: > Wenn nun aber einige von den Zweigen herausgebrochen worden sind und du, der du ein wilder Ölbaum(zweig) warst, unter sie eingepfropft worden bist und dadurch Anteil an der Wurzel, die dem Ölbaum die Fettigkeit schafft, erhalten hast, so rühme dich deswegen nicht gegen die (anderen) Zweige! Tust du es dennoch (so bedenke wohl): nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich. > > – Römer 11:17–18 Ich überlasse es natürlich Juden selbst, ob und wie deutlich sie sich von Israels Handeln distanzieren. So wie ich es Muslimen überlasse, ob sie sich von Gewalt in ihrem Namen distanzieren. Ich habe wenig gemeinsame Werte mit Leuten, die Champagner saufen und johlen, weil sie sich selbst erlaubt haben, Galgen für die Ureinwohner aufzustellen. Ich empfinde Abscheu für jede Freude am Töten. Mein Herz gehört aber nicht nur der Lehre, in die ich eingepfropft bin, sondern auch den vielen Rabbinern und »einfachen« Juden, welche diese Lehre fortführen, welche dieses Volk *sind*. ## Diese Woche extra wichtig Sagt vor der Welt und vor euch selbst, dass ihr nichts gemein habt mit Politikern, die sich champagnertrinkend aufs Töten freuen. Nur so stellt ihr sicher, dass das Menschliche in euch nicht erkaltet. Und dann: Es ist *Karwoche*. Wir gedenken dessen, dass die Römer auf Betreiben des Sanhedrins hin (Matthäus 26:59–60; Matthäus 27:20) den Gottessohn kreuzigten, welcher Mensch und Jude geworden war. In dieser Woche ist es *extra* wichtig, unsere Begriffe *und* unser Herz genau zu sortieren. Erinnert euch daran, dass das Judentum doch der »Ölbaum« bleibt, in den ihr eingepfropft seid (Römer 11). Und ansonsten gilt, gerade in Kriegszeiten, was Paulus im gleichen Brief etwas später schreibt: > Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden! > > – Römer 12:15 - [Welche Tische gilt es umzuwerfen?](https://dushan.org/essays/welche-tische/) Montag der Karwoche: Jesus wirft Tische der Geldwechsler im Tempel um. Ist es Aktivismus oder Terrorismus? Nun, kein Wunder, dass sie Jesus bald darauf kreuzigten. Er bedrohte auch die Einnahmen der Moralhändler. Welche Tische gilt es HEUTE umzuwerfen? Wie schnell kann sich ein Mensch bei den Autoritäten unbeliebt machen? Gestern, am Palmsonntag, berichteten wir, wie [die Menge jubelte und »Hosianna!« rief](https://dushan.org/essays/heute-hosianna/), als Jesus auf dem Esel reitend in Jerusalem eintraf. Vertun wir uns nicht: Wenn die Menschen dir zujubeln, dann werden die Mächtigen *immer* nervös. Außer natürlich, du bist nur eine Marionette, mit der die Mächtigen von ihrer nächsten Schweinerei ablenken. Was aber tust du, wenn die Autoritäten wegen deiner Popularität nervös werden? Richtig, du legst dich mit ihnen *so richtig* an! Zumindest wenn du *Jesus* bist. ## Die der Rest der Welt Heute, am Montag der Karwoche, beschließt Jesus, »den Tempel zu reinigen«. > Jesus ging dann in den Tempel Gottes, trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, warf die Tische der Geldwechsler und die Sitze der Taubenverkäufer um und sagte zu ihnen: ›Es steht geschrieben: ›Mein Haus soll ein Bethaus heißen!‹ Ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle!‹ > > – Matthäus 21:12-13 Wie würde das Umwerfen der Tische der Geldwechsler wohl heute kategorisiert werden? Aktivismus? Terrorismus? Antisemitismus? Interne Streitigkeit, die der Rest der Welt besser ignoriert? Das Umwerfen der Tische im Tempel wird aus gutem Grund die *Reinigung* des Tempels genannt. Die Reinigung von allem, was den Tempel *entweiht*. ## Von außen, von innen Täuschen wir uns nicht: Auch heute wird manche Kirche *entweiht*, sei es durch [Gotteslästerung im Auftrag der Kirche selbst](https://www.welt.de/vermischtes/article256183846/Paderborn-Haehnchen-in-Windeln-vor-dem-Altar-Konservative-Christen-empoert-Bistum-entschuldigt-sich.html), [durch Häretiker und Provokateure](https://www.foxnews.com/faith-values/lgbtq-catholics-march-st-peters-basilica-jubilee-rite-vatican-calendar-entry-stirs-controversy), [durch unbekannte junge Männer](https://catholiconline.news/world/wave-of-church-vandalism-highlights-growing-anti-christian-hostility-in-u-s-and-europe/) oder [durch bekannte Soldaten](https://www.middleeastmonitor.com/20241128-israeli-troops-desecrate-lebanese-church/). Doch die gefährlichste Entweihung des Tempels scheint mir die *innere* Entweihung zu sein. Attacken von außen sind vergleichsweise einfach zu erkennen. Und sie mobilisieren den Widerstand auch bei Leuten, die sonst wenig mit der Kirche zu tun haben. (Man beachte etwa die *globale* Empörung, als es dem Lateinischen Patriarchen verboten wurde, zu Palmsonntag die Grabeskirche zu betreten ([politico.com, 29.3.2026](https://www.politico.com/news/2026/03/29/israel-prevents-catholic-leaders-from-celebrating-palm-sunday-mass-at-jerusalem-church-00849810)). Auch Säkulare und Ungläubige spürten weltweit, dass hier etwas arg *Unheiliges* geschieht.) Die Entweihung des Tempels *von außen* weckt Widerstand, ganz natürlich und menschlich. Der Entweihung *von innen* hingegen ist viel schwieriger zu begegnen. Welche Tische gilt es umzuwerfen, wenn es Gottesmänner in apostolischer Tradition sind, die heilige Türen für unheilige Häresie öffnen? ## Und wo finden wir den? Was und wer ist der *Tempel* heute, den es von Entweihung zu reinigen gilt? Es ist zuerst natürlich die *Kirche*, in beiden Bedeutungen des Wortes. Doch es ist so naheliegend wie lehrreich – inspiriert von 1. Korinther 6:19 –, auch uns selbst als den *Tempel* zu begreifen. Was entweiht *meine* Seele? Wo hat *dieser* Tempel eine Entrümpelung nötig? Und wer soll die Entrümpelung übernehmen? Genau der, der auch damals den Tempel gereinigt hat. Und wo finden wir den? Im Tempel – steht doch da! (Und zwar möglichst in einem, in dem es *geweiht*, sprich: *traditionsnah* zugeht.) - [Heute Hosianna, später: Kreuzigt ihn!](https://dushan.org/essays/heute-hosianna/) Zu Palmsonntag jubelte die Menge palmenwedelnd Jesus zu, rief: »Hosianna!« – Fünf Tage später grölten sie: »Kreuzigt ihn!« – Bildet euch nicht viel drauf ein, wenn man euch bejubelt. Grämt euch nicht, wenn sie euch verfluchen. Die Menge ist wankelmütig! Es ist Palmsonntag. Der Tag, an dem Jesus auf dem Esel nach Jerusalem einritt. Die Menge jubelte und winkte ihm mit Palmwedeln zu – deshalb *Palmsonntag*. Und hier ist ein zum Palmsonntag passender Bibelvers: > So hat der HERR gesprochen: »Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlässt und Fleisch zu seinem Arm macht und dessen Herz sich vom HERRN abkehrt!« > > – Jeremia 17:5 »Moment«, ruft ihr, »das passt überhaupt nicht!« »Doch, doch«, antworte ich, »lasst mich erklären.« Wenn ich an Palmsonntag denke, denke ich immer auch an die darauf bezugnehmende Mahnung eines klugen Mannes. (Wer genau es war, fällt mir nicht ein. War es ein Papst?) Jener kluge Mann sagte sinngemäß: Wenn die Leute dich preisen, denk daran, dass sie auch Jesus mit Palmenwedeln zuwedelten – und fünf Tage später riefen sie: »Kreuzigt ihn!« Die *eigentlichen* Verse lauten natürlich: > Die überaus zahlreiche Volksmenge aber breitete ihre Mäntel auf den Weg aus, andere hieben Zweige von den Bäumen ab und streuten sie auf den Weg; und die Scharen, die im Zuge vor ihm hergingen und die, welche ihm nachfolgten, riefen laut: »Hosianna dem Sohne Davids! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in den Himmelshöhen!« > > – Matthäus 21:8–9 Die Menge hielt Jesus für einen Propheten, für einen der »Promis« der damaligen Zeit. Es ist ja heute nicht viel anders: Die Leute scharen sich zusammen, um den zu bewundern, der berühmt ist, *weil* er berühmt ist, selbst wenn sie nichts über ihn wissen, außer dass er berühmt ist. Oh, wie wankelmütig ist die Menge! Die Hohepriester aber wussten besser als die Menge, wer Jesus war. Und sie beschlossen, die Römer derart zu manipulieren, dass sie Jesus töten würden. > Als es hierauf Tag geworden war, fassten alle Hohenpriester und die Älteren des Volkes einen Beschluss gegen Jesus, um seine Hinrichtung zu erreichen. > > – Matthäus 27:1 Ja, es würde den Hohenpriestern tatsächlich gelingen, Jesus hinrichten zu lassen. Doch die geschichtlichen Konsequenzen dieses »Erfolgs« waren *sehr* andere, als sie geplant hatten. Heute ist Palmsonntag. Dem Christen im Christen ist aufgetragen, Jesus mit Jubel zu empfangen, wie einst die Menge. Der *Realist* im Christen sei aber an die Wankelmütigkeit der Menge erinnert. Die Menge lässt sich mal in die eine Richtung aufpeitschen und dann wieder in die andere – und zuverlässig aus dem jeweils falschen Grund. Verflucht ist der Mann, mahnt Jeremia, der sich auf Menschen verlässt! Nichts ist wahr, bloß weil die Menge es für wahr hält. Nichts ist falsch, bloß weil die Menge es für falsch hält. Das Wahre ist wahr, weil es übereinstimmt mit dem, was der Fall ist. Zur glaubwürdigen Feststellung dieser Übereinstimmung braucht es aber seit jeher *wirklich* glaubwürdige Autorität. - [Absolute Zersplitterung](https://dushan.org/essays/absolute-zersplitterung/) Es gibt keinen gesellschaftlichen Konsens mehr darüber, was eine Aussage wahr macht (dass es tatsächlich der Fall ist). Oder was gut ist und was böse. Zugleich sind zu viele von ihrer Bewertung ABSOLUT überzeugt. Es ist die »absolute Zersplitterung«. Beim Turmbau zu Babel (1. Mose 11:1-9) zerstreute Gott die Sprache der Menschen. Der eine sagte *Tisch* und der andere sagte *mensa*. Doch während der eine *Hahn* sagte und der andere *gallus*, so meinten doch beide dasselbe *Federtier*. Ob einer nun *wahr* oder *verus* sagte, so meinten sie damit doch beide, dass eine Aussage sich derart auf die Welt bezieht, dass ein anderer Mensch aus dieser Aussage in seinem Kopf die tatsächlichen Zustände der Welt (re-)konstruieren kann. (So wie wir in deinem Kopf *konstruieren* können, was in der Welt der Fall sein muss, damit der Satz »auf dem Tisch steht ein Hahn« wahr ist.) Gott verwirrte die Sprache der Menschen, damit brach er ihre Macht ein wenig. Gott ließ den Menschen aber die *Begriffe*! ## Wie ein Fisch die Atmosphäre Es war ja der *erste* Auftrag Gottes an die Menschen gewesen, den Tieren *Namen* zu geben (1. Mose 2:19–20), doch gemeint waren wohl die *Begriffe*; der *Hirsch-Begriff*, der *Spatz-Begriff*, der *Schimpansen-Begriff* und so weiter. Der Mensch im Garten Eden hatte zwar Begriffe von den Tieren, doch er hatte keinen Begriff von Gut und Böse. Er wusste nicht, was *Sünde* ist. Ich erkläre *Sünde* als *Trennung von Gott*. Vor dem Sündenfall kannten Adam und Eva die Sünde so wenig wie ein Fisch die Atmosphäre kennt. *Insofern* sagte die Schlange tatsächlich »die Wahrheit«, als sie versprach, Eva würde »wie Gott werden« und »Gut und Böse erkennen« (Genesis 3:5). Die inneren Mechanismen der von Begriffen wie *Tisch* oder *Hahn* bezeichneten Phänomene erklären die Schreinerkunst beziehungsweise die Biologie. Die inneren Mechanismen von Gut und Böse erklärt das Buch *[Relevante Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)*. ## Bei denen der Mensch Gott gab dem Menschen den Auftrag und die Fähigkeit, Begriffe zu kennen und anzuwenden. Wahrheit bedarf der Anwendung von Begriffen. Wenn du keinen Begriff von *Tisch* hast, kannst du nicht sagen, ob der Satz »dies ist ein Tisch und jenes ist ein Sofa« *wahr* ist. Psychische Erkrankungen, bei denen der Mensch die Begriffe vergisst – oder gar nicht erst erlernt –, heißen etwa *Agnosie*, *Anomie* oder *semantische Demenz*. Wenn du keinen Begriff von *Gut und Böse* hast, kannst du nicht sagen, ob es gut oder böse ist, [Kinder zu opfern](https://dushan.org/essays/nichts-ist-wichtiger-als-das-leben/) oder [prügelnd und brandschatzend Familien aus ihrem Zuhause zu vertreiben](https://www.dw.com/en/israel-west-bank-settler-violence-arson-attack-jenin-nablus/a-76475669). ## Die Unterscheidung von wahr Menschen, die kein Empfinden für Gut und Böse haben, nennen wir *Psychopathen*, und wir gehen meist davon aus, dass es angeboren ist. Doch Genetik und angeborene Schäden sind wahrlich nicht der einzig mögliche Grund für psychopathisches Verhalten! Auch Ideologien, Propaganda und der Wille zur Konformität können die menschliche Fähigkeit, Gut von Böse zu unterscheiden, zum Schweigen bringen. Propaganda und der Wille zur Konformität können eine Reihe grundlegender psychischer Fähigkeiten unterdrücken, etwa die Unterscheidung von wahr und falsch, das Bewusstsein für Handlung und Konsequenz. Jeder von uns prüft sich selbst, doch trotz aller ehrlichen Selbstkritik stellen wir fest, dass wir durchaus *wissen*, was wahr oder falsch, böse oder gut ist. Also betrifft uns das alles nicht? Jein! ## Jeder hat seinen Es ist durchaus denkbar, dass der *Einzelne* zwar einen Begriff von wahr und falsch hat, dass er *für sich* Gut und Böse unterscheidet, die Begriffe jedoch für jeden Einzelnen etwas anderes bedeuten. Eine Zeit, in der jeder Mensch etwas anderes für wahr, falsch, gut und böse hält, ist in mancher Hinsicht von *Anarchie* nicht zu unterscheiden: > Zu jener Zeit gab es noch keinen König in Israel; jeder tat, was ihm gut dünkte. > > – Richter 21:25 Wir könnten eine solche Zeit – sprich: *unsere* Zeit – eine Zeit der *Zersplitterung* nennen. Auch eine Gesellschaft von *vernünftigen Einzelnen* kann als Kollektiv die Eigenschaften eines *Psychopathen* oder *Geisteskranken* entwickeln. ## Um nicht in Schwermut Die Bibel warnt in maximal drastischen Worten vor dem Wahn, der Einzelne könne *die Wahrheit* besitzen. Entsprechende Illusionen begegnen uns in verführerischen, aber tödlichen Ideen wie Aufklärung, Individualismus, Protestantismus und schließlich nacktem Konsumismus. Eine Zeit lang mag sich der Einzelne in solchem Wahn für klug halten. Doch zuerst wird die Gesellschaft an diesem Wahn selbst wahnwitzig werden – und dann wird der Einzelne in Hoffnungslosigkeit und/oder Bauchnabelschau verfallen. Der Prophet warnt: > Wehe denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die Finsternis als Licht hinstellen und das Licht als Finsternis, die Bitteres für süß und Süßes für bitter ausgeben! Wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind und klug vor sich selbst! > > – Jesaja 5:20–21 Die absolute Zersplitterung der Gesellschaft ist bösen Instanzen wie der [EU als Inkarnation des biblischen Tieres](https://latinprayer.org/bibel/offenbarung/13:16-18) nicht unlieb. Menschen ohne Zusammenhalt, zerstritten und in tausendfachem Widerspruch, *können* und *werden* sich nicht auflehnen. Vertue dich nicht: Du *brauchst* Zusammenhalt mit Menschen, mit denen du dich nicht zerstreiten und zersplittern wirst, um nicht in Schwermut abzugleiten, um nicht der Sinnlosigkeit zu verfallen. Doch in der Gesellschaft der Individualisten und Selbstsüchtigen wirst du keine Gemeinschaft finden. Sie sind wie eine Million ganz besondere Magnete, die nur das gemeinsam haben, dass jeder alle übrigen abstößt. ## Und die Seelen Ich weiß, dass Marketing und Propaganda dir manche trügerische »Gemeinschaft« anbieten. Schließe dich der »Gemeinschaft« dieser oder jener Marke an. Schließe dich der »Gemeinschaft« dieser oder jener Propaganda-Demo an. Du wirst die Reichen reicher machen, die Mächtigen mächtiger, und du wirst so einsam sein, dass auch du einen Dämon um »Euthanasie« bitten wirst. Die einzige mir bekannte Gemeinschaft gegen die Zersplitterung unserer Zeit ist auch weiterhin die, der ich mit dem [Werkzeug *Latin Prayer*](https://latinprayer.org) dienen will. Die Welt will die Seelen der Gemeinschaft *und* die Seelen der Einzelnen zersplittern. Ich fürchte, nein: ich weiß, dass nur höhere Macht das Zersplitterte zusammenfügen wird. - [»Wir verhandeln durch Bomben«](https://dushan.org/essays/wir-verhandeln-durch-bomben/) Die Eliten verstellen sich nicht mehr. Was früher hinter Phrasen versteckt wurde, wird jetzt offen gesagt. Kalt und ohne Entschuldigung. Es ist verständlich, wenn der Normalbürger entmutigt ist und die Hoffnung aufgibt. Verständlich, aber tödlich. Ich schrieb kürzlich, dass 2026 das Jahr sein würde, in welchem sich die »Eliten« nicht mehr verstellen. Ich hätte nicht gedacht, wie total und hemmungslos diese *neue Ehrlichkeit* sein würde. Lasst mich, zur Bebilderung, ein Beispiel von *hüben* bringen, und eines von *drüben*. ## Von hüben Es ist nicht wirklich neu, dass die EU-Bürokratie diktatorische und faschistische Neigungen erkennen lässt. Neu ist die kalte Offenheit. Störende Journalisten, die nicht spuren, werden von Brüssel wirtschaftlich vernichtet – und deutsche Gerichte nicken es ab. Der Berliner Journalist *Hüseyin Dogru* wurde von der EU auf eine »Sanktionsliste« gesetzt. Sein Konto ist gesperrt. Er darf über 506 Euro im Monat verfügen (also einmal Mittagessen für den durchschnittlichen EU-Bürokraten, nehme ich an). Die Bank weist regelmäßig seine Überweisungen ab, mit fragwürdigen Begründungen. Der pro-palästinensische Journalist schüre »ethnische, politische und religiöse Zwietracht«, so wird behauptet. Und er habe Kontakte nach Moskau ([berliner-zeitung.de, 24.3.2026](https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/gericht-bestaetigt-kontosperre-journalist-hueseyin-dogru-li.10026526)). Beweise für diese »Kontakte nach Moskau« wurden meines Wissens nie vorgelegt. Und selbst *wenn* es wahr wäre? Auf welcher Rechtsgrundlage werden Journalisten samt Familie wirtschaftlich *vernichtet*, wenn sie Auslandskontakte haben? Apropos *Rechtsgrundlage*: Es gab kein Verfahren, keine Anklage. Gesichtslose Bürokraten beschlossen in ihren Brüsseler Bürokratenstuben, dass er zu vernichten sei. *Warum* taten sie das? Thesen zu dieser Frage vorzutragen, könnte auch *dich* auf die EU-Sanktionsliste stellen. Nein, dass die EU latent totalitär ist, ist nicht neu. Neu ist, dass Deutschland nicht mal mehr so *tut*, als wäre es unabhängig, freiheitlich und rechtsstaatlich. ## Und von drüben Wir hätten aufhorchen sollen, als der US-Präsident dem *United States Secretary of Defense* den Zusatztitel *Secretary of War* »verlieh«. *Eigentlich* kann nur der US-Kongress den Titel eines Secretary ändern, doch in der Kommunikation wird praktisch ausschließlich »Secretary of War« verwendet. Aus dem *Verteidigungsminister* wurde *Kriegsminister*. Und jetzt führen die USA eben großen Krieg. US-Soldaten sterben, so wird betont, *an der Seite* Israels, nicht *für* Israel. Ich denke spontan an einen Witz von Jerry Seinfeld; sinngemäß: Wenn Außerirdische durch ein Teleskop sehen, wie eine Lebensform kackt und die andere Lebensform die Kacke für ihn in einem Beutelchen trägt, von welcher wirst du annehmen, dass sie die Situation kontrolliert? ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=3FCaxc3Ud44)) Der »Secretary of War« aber hat zum Thema *Verhandlungen mit dem Iran* in dieser Woche gesagt: »We negotiate with bombs.« ([pbs.org, 24.3.2026](https://www.pbs.org/newshour/politics/watch-we-negotiate-with-bombs-hegseth-says-of-u-s-air-campaign-in-iran)) – »Wir verhandeln durch Bomben.« Wie würden wir es nennen, wenn *Putin* so reden und handeln würde? Spätestens aber wenn *aktuell* im israelischen Parlament *Knesset* vom Politiker einer Regierungspartei gesagt wird, dass es »keine unschuldigen Kinder« in Jenin gäbe ([haaretz.com, 26.3.2026](https://www.haaretz.com/israel-news/israel-politics/2026-03-26/ty-article/.premium/no-innocent-children-israeli-lawmaker-defends-killing-of-palestinian-family/0000019d-2976-d8a3-abff-39764b2e0000)) – als Reaktion auf die Tötung einer palästinensischen Familie durch eine israelische Spezial-Einheit ([timesofisrael.com, 16.3.2026](https://www.timesofisrael.com/palestinians-seek-answers-justice-after-west-bank-family-gunned-down-by-israeli-cops/)) –, wird uns bewusst, wie *kalt* diese »neue Ehrlichkeit« ist. ## Zahlt eure Steuern Die Eliten verstellen sich nicht mehr. Die wahlrelevante Mehrheit ist zu verblödet oder zu erschöpft, um zu widersprechen. Der Psalmist beschreibt unsere heutige Lage so: > Hilf doch, o HERR! Denn dahin sind die Frommen und die Treuen ausgestorben > inmitten der Menschenwelt! > > Falschheit reden sie jeder mit dem andern, mit glatten Lippen, mit doppeltem > Herzen reden sie. > > – Psalm 12:2–3 Der Psalmist hat uns ja gewarnt! > Verlasst euch nicht auf Fürsten, nicht auf Menschen, die ja nicht helfen können! > Geht der Odem ihnen aus, so kehren sie zurück zum Staube; am gleichen Tage > ist’s aus mit ihren Plänen. > > – Psalm 146:3–4 Wenn die Eliten sich aber nicht mehr verstellen, löst sich jede letzte Illusion moralischer Autorität auf. Es existiert keine *weltliche* moralische Autorität mehr. Selbst die *weltliche Autorität im himmlischen Auftrag* steht in geistigen Brachflächen wie der *synodalen Beliebigkeit deutscher Nation* reichlich wacklig da. (In Deutschland ist der Katholik zu oft *trotz* der Kirche ein Katholik – oder er tritt aus und versucht sich, selten erfolgreich, am »Glauben ohne Kirche«.) Wie sollen wir aber denen gehorchen, die ihre *moralische* Autorität zum Herrschen verloren haben? Es verwundert genau gar nicht, dass das Christentum von Jerusalem und Libanon bis Afrika und Deutschland attackiert wird. Würden Jesus oder Paulus heute leben, würde die EU sie vernichten wollen und die deutsche Polizei würde ihnen zur Hausdurchsuchung die Türen eintreten. Schließlich ist die Bibel sehr eindeutig. Zahlt eure Steuern, sagt Jesus (Matthäus 22:21), und seid auch sonst anständige Leute. Doch im Zweifelsfall gilt: > Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen! > > – Apostelgeschichte 5:29 - [Ohne Begriff nur »Oh!«](https://dushan.org/essays/ohne-begriff-nur-oh/) Wart ihr schon mal auf einem Berggipfel, der komplett im Nebel lag? Ein lieber Mensch, im Gespräch mit mir, stellte die These auf, dass es keine Kirchen benötigt, um _Gott zu begegnen_. Dafür könne man auch in die Natur gehen, dort das _Sublime_ erfahren. Ich widersprach, indem ich die uns beiden bekannte Sprachphilosophie erwähnte, wonach ein Mensch nur über das nachdenken kann, wovon er einen _Begriff_ hat. Woher weißt du denn, dass es ein _Gott_ ist, dem du zu begegnen meinst? Ich war und bin wahrlich nicht dagegen, sich dem Höheren in der Natur zu nähern. Manches Kloster und manches Priesterseminar sind aus gutem Grund in den Bergen gebaut, mancher Heilige wurde in der erhabenen Abgeschiedenheit geformt. Das Judentum hat für viele Gelegenheiten einen Segensspruch parat, und ich überlege manchmal, was wohl der jeweils passende Segen wäre. Der Segen beim Anblick erhabener Natur ist »oseh ma’aseh bereishit«. Vollständig lautet er übersetzt: »Gepriesen seist du, Herr, unser Gott, König der Welt, der das Werk der Schöpfung vollbringt.« Was ich hier mit _Schöpfung_ übersetze, bedeutet wörtlich eigentlich _Werk des Anfangs_, was natürlich an den _unbewegten Beweger_ des _Aristoteles_ und den entsprechenden _Gottesbeweis_ erinnert. Solcherart sind die Gedanken und Begriffe, die der Mensch beim Anblick des Erhabenen _versteht_ – wenn und weil er sie zuvor in Kirche und Studierzimmer _gelernt_ hat. Das Göttliche, das du _ohne_ Kirche in der Natur erfährst, ist natürlich keinesfalls wertlos! Deine begriffslose Erkenntnis ähnelt aber dem Glucksen des Babys, das sich über ein lustiges Geräusch freut. ## Als ich ein Kind war Sankt Paulus erklärt: > Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, hatte einen Sinn wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; seit ich aber ein Mann geworden bin, habe ich das kindische Wesen abgetan. > > – 1. Korinther 13:11 Die »erwachsenen« _Begriffe für das Göttliche_ erfährt der Mensch in der Kirche. Die Lehre in ihren Verästelungen ist der Unterschied zwischen dem plappernden Schwärmer und dem heiligen Mystiker. ## Wir sollten beide prüfen Das war also die Richtung meines Arguments, doch grau ist alle Theorie. Wir sollten und wollten an jenem vergangenen Sonntag beide unsere Thesen prüfen. Zunächst besuchten wir die Alte Messe. Dieser Mensch, der weit besser Latein versteht als ich (doch so tut, als bedeute es nichts), blieb zwar distanziert, aber denkbar höflich. Nach dem dreifachen _Misérere nobis_, zurück auf der Straße, behauptete jener Mensch, seine geröteten Augen stammten nicht von emotionaler Rührung, sondern vom Weihrauch. (Gestern kam allerdings kein Weihrauch zum Einsatz, also deute ich dies metaphorisch und damit als wahr.) Nach einer Stärkung in froher Runde stiegen wir ins Auto und fuhren zwecks Prüfung der Gegenthese in die nahen Berge. ## Keine Kontur, keine Gestalt Unser Ziel war eine Aussichtsplattform, von welcher jeder Mensch einen im diskutierten Sinn _überwältigenden_ Blick ins Tal erhält. So glaube ich zumindest. Ich _muss_ glauben, dass es so ist. Denn: Schon bei der Fahrt durch einen bezaubernden Märchenwald, auf Serpentinen unter Baumdächern, die über die Straße ragten, wurde es mit jedem Höhenmeter nebliger. Als wir schließlich an der Plattform ankamen, wo mir das sublime kirchenlose Gotteserlebnis vorgeführt werden sollte, standen wir im hellgrauen, leuchtenden Nichts. Oh, wie unverschämt ich lachte! Das Bild über diesem Essay ist mein unbearbeitetes Original-Foto. Wir sehen hinter dem Geländer: nichts. Gar nichts. (Nur ein paar Flecken, an denen das Licht durch den Nebel drang, und die ich überhaupt erst später sah, als ich die Fotos betrachtete.) Was für eine Symbolik! Welch praktisches Gleichnis! Ohne offenbarte und tradierte Begriffe des Göttlichen starrt der Mensch ins neblige Nichts. Das Nichts leuchtete, die Sonne schien ja hinein. Doch keine Kontur war zu erkennen, keine Gestalt. Nichts, wirklich gar nichts Greifbares. Fröhlich fuhren wir wieder ins Tal. Ich dankte dem Himmel für diese Bebilderung der Abwesenheit von Begriffen. »Im Anfang war das Wort«, so hatten wir am Vormittag gelesen, und es ist wahr. Der Mensch tut gut, einige der Namen und Begriffe zu lernen, in denen uns _das Wort_ überliefert ist. - [Ich werde nicht hassen](https://dushan.org/essays/ich-werde-nicht-hassen/) Ich will nicht über den Staat Israel schreiben. Nicht über Pogrome von Siedlern in der West Bank oder meine Angst vor der Samson-Option. Ich will über Feindesliebe und Poesie schreiben. Und Leonard Cohen zitieren. Ich werde heute _nicht_ wieder über den _Staat_ Israel schreiben, so habe ich mir vorgenommen. Ich werde nicht über die Pogrome an Palästinensern schreiben, die israelische Siedler gerade »veranstalten« ([bbc.com, 22.3.2026](https://www.bbc.com/news/articles/cew719w80g7o)). Ich werde nicht analysieren, was die »Samson-Option« ist ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Samson-Option)) – und wie sehr sie dem ähnelt, was der Staat Israel dem Iran als mögliche Absicht vorwirft ([@IsraelMFA, 21.03.2026](https://x.com/IsraelMFA/status/2035436995271373234)). Ich werde nicht in vielen Absätzen den Kopf schütteln, wenn der Staat Israel eine Kraken-Karikatur publiziert, mit _Iran_ als Kopf des Kraken ([@IsraelMFA, 22.03.2026](https://x.com/IsraelMFA/status/2035710588954021904)). Nein, all das werde ich nicht tun. Oder womöglich genauer: Ich _will_ es nicht. ## Nicht ein Iota Ich werde derweil nicht ein _Iota_ von meiner _Islamkritik_ zurückweichen. Siehe dazu Essays wie [»Grüne sagte WAS über Islam?!«](https://dushan.org/essays/gift-im-bundestag/), [»Nein, wir fürchten den Islam nicht«](https://dushan.org/essays/islamophobie/) und [»Islam und Rosen ohne Dornen«](https://dushan.org/essays/islam-und-rosen/). Und doch: Ich werde zugleich nicht von der These abweichen, dass auch Palästinenser _Menschen_ sind. Ich werde nicht einmal die Debatte führen, welche »Wertegemeinschaft« man teilen kann/will/soll mit einer Gesellschaft, in welcher die Entmenschlichung der Gegner statistisch »normal« ist, ob in höchsten Ämtern oder auf offener Straße ([siehe Wikipedia »Dehumanization of Palestinians in Israeli discourse«](https://en.wikipedia.org/wiki/Dehumanization_of_Palestinians_in_Israeli_discourse) und schmerzhaft viele Statements von Israelis in Sozialen Medien). All das werde ich _nicht_ diskutieren. Ich _nehme es zur Kenntnis_. Und ich leugne es nicht. ## Begriff vs. Begriff Ich werde auch nicht leugnen, dass der Name *Israel* für Christen knapp 1960 Jahre lang zuerst das *Christentum* meinte. Im Alten Testament bezeichnet _Israel_ zuerst das Volk, das mit Gott den Bund geschlossen hat. Nach Paulus in Römer 11:16-24 aber ist _Israel_ wie ein Ölbaum, in den neue Zweige eingepropft und dem die alten Zweige abgeschnitten wurden. Wer irrte? Paulus und alle Christen bis nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – oder politiknahe Theologen unter dem Eindruck der Nachkriegsdebatte? Sei’s drum. Der _Staat namens Israel_ ist weder mit _das jüdische Volk_ noch mit _das biblische Israel_ begriffsidentisch – weit davon entfernt. Nein, all diese Dinge will ich nicht weiter diskutieren. Ich will sie lediglich _notieren_. ## Bitte weniger Molotov-Cocktails Und ich liste einiges auf, was ich heute _ablehne._ Ich lehne die heute populäre, teils im- und teils explizite These ab, dass ich, um mich zu verteidigen, den Angreifer hassen und entmenschlichen muss – oder _darf_. Ich lehne die zur Verteidigung militärischer Gewalt vorgebrachte These ab, dass Jesus »keine Vorteile« gegenüber dem »Dschingis Khan« hat. ([@dushanwegner, 19.03.2026](https://x.com/dushanwegner/status/2034748311379354075)) Ich sehe die Bilder ([timesofisrael.com, 22.3.2026](https://www.timesofisrael.com/dozens-of-extremist-settlers-beat-palestinians-burn-homes-cars-in-revenge-attacks/)), wenn israelische Siedler in der West Bank das Zuhause von Palästinensern in Flammen setzen, Molotov-Cocktails werfen und die Bewohner zusammenschlagen. Es heißt, die Pogrome seien Vergeltung für den Tod eines Siedlers beim Zusammenstoß zweier Fahrzeuge zuvor ([timesofisrael.com, 21.3.2026](https://www.timesofisrael.com/teen-resident-of-west-bank-outpost-killed-after-palestinian-vehicle-strikes-his-atv/)). Niemand wurde festgenommen. Ich empfinde Mitleid mit den Opfern und ihren Familien. Es sind Menschen! Ich fühle hilflose Wut. Und doch will ich nicht hassen. ## Wenn Hass anklopft Der jüdisch-buddhistische Dichter und Musiker _Leonard Cohen_ schreibt: > When hatred with his package comes, > You forbid delivery. > > – Leonard Cohen, You Have Loved Enough Das bedeutet: Wenn Hass mit seinem Paket kommt, lehnst _du_ die Annahme ab. Wenn Krieg ist – und sei es gegen meine Gegner – gehe ich nicht auf eine Aussichtsplattform und rauche einen Joint, um mich am Töten zu belustigen ([lemonde.fr, 23.7.2025](https://www.lemonde.fr/en/international/article/2025/07/23/the-best-show-in-town-from-a-hilltop-in-israel-observers-have-a-sinister-view-of-gaza-bombings_6743627_4.html)). Ich bete für die Seelen der Toten, für die Einsicht der Lebenden und für baldigen Frieden. ## Das neue Israel Ich wollte _nicht_ über den _Staat Israel_ schreiben. Eigentlich will ich viel lieber über das neue Israel im Sinne der Bibel schreiben. Über dich und mich. Und ich will _selbstbewusst_ jenen Vers zitieren, der heute mit schrägen Dschingis-Khan-Vergleichen verhöhnt wird: > Liebet eure Feinde und betet für eure Verfolger, damit ihr euch als Söhne eures himmlischen Vaters erweist. Denn er lässt seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und lässt regnen auf Gerechte und Ungerechte. > > – Matthäus 5:44-45 - [Virtuelle Gewalt, reale Überwachung](https://dushan.org/essays/virtuelle-gewalt-reale-ueberwachung/) »Unsere Demokratie« will die nächste totalitäre Maßnahme durchziehen. Man sucht den Aufhänger und fährt Kampagne. Dass der Aufhänger gar nicht zur geplanten Freiheitsbeschränkung passt – egal. Moralpanik treibt die Schafe in immer engere Gatter. Kennt ihr das Kopiergerät-Experiment? Ich beschrieb es 2015 im Buch *[Talking Points](https://dushan.org/buecher/talking-points/)*. Und kennt ihr den Effekt »Ex emotio quodlibet«? Auch den beschrieb ich [dort](https://dushan.org/buecher/talking-points/). Es ist das Talking-Points-Kapitel »Reductio ad emotum«, doch eine Zusammenfassung findet sich im Essay [»Merkel und ihr merk-würdiger Trick«](https://dushan.org/essays/reductio-ad-emotum/). Die Deutschen erleben gerade den Versuch des Propagandastaates, mithilfe beider Tricks die Totalüberwachung der Bürger voranzutreiben. Ich bekam es aus dem Augenwinkel mit, und es schien mir symptomatisch. Ich habe mich also schlau gemacht. »Sich schlau machen« ist hier allerdings nur eine Redewendung. Ich hatte das Gefühl, beim ersten Teil der Informationsbeschaffung rapide *dümmer* zu werden. ## Deepfakes, Demo, Propagandasprache Irgendjemand namens Collien Fernandes wirft, so lese ich, ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor, jahrelang »Fake-Profile« mit »Deepfake-Pornos« und pornografischen Inhalten unter ihrem Namen erstellt und verbreitet zu haben. Im Raum stehen wohl unter anderem die Vorwürfe Identitätsdiebstahl und Bedrohung; sie erstattete Ende 2025 Anzeige in Spanien. Vorermittlungen laufen, Ulmen schweigt bzw. bestreitet via Anwalt. Anders als für Andersdenkende in »Unserer Demokratie« gilt bei uns hier, liebe Leser, die »Unschuldsvermutung«! Tech-Info: Solche »Deepfake-Pornos« sind wohl mit Künstlicher Intelligenz angefertigte Bilder oder Filme, die *aussehen*, als hätte die Person sich für die Kamera entblößt, doch sie wurden vom Computer gezeichnet. Also quasi wie wenn jemand eine Person nackt *malt*, nur dass es halt wirklich echt aussieht. Ich weiß nicht, womit diese Collien Fernandes vor diesem »Skandal« prominent wurde, und ich werde das auch gern den Rest meines Lebens nicht wissen. Ich sehe allerdings, dass dieser Fall von der Politik genutzt wird, um eine Kampagne für strengere Online-Gesetze zu fahren ([tagesschau.de, 20.3.2026](https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/collien-fernandes-digitale-gewalt-100.html)). Wie für Propagandastaaten üblich, erfindet man neue Kunstwörter. Die neue Propagandasprache ist moralisch übermäßig aufgeladen, bedeutet aber bei näherer Betrachtung erstaunlich wenig. Wir lesen beim Staatsfunk über »Digitale Gewalt«. Bei der 20:00-Uhr-Propaganda war es das *erste* Thema (siehe [tagesschau.de, 20.3.2026](https://www.tagesschau.de/tagesschau_20_uhr/ts-77598.html)). Das *erste* Thema! Ja, so sieht eine orchestrierte Kampagne aus. (Das zweite war Geld für Ukraine, klar.) Die BILD-Zeitung ähnlich: Nicht der Iran-Krieg, nicht der anstehende Teil-Kollaps der westlichen Wirtschaft sind das Hauptthema. Während ich dies schreibe, sind erstes *und* zweites Hauptthema dieser Fake-Skandal. Die Politiker des Propagandstaates plappern plötzlich alle den schrägen Slogan »Die Scham muss die Seite wechseln« – siehe [Suche bei X](https://x.com/search?q=Die%20Scham%20muss%20die%20Seite%20wechseln.). Was soll das bedeuten? *Will* ich es überhaupt wissen? Linksgute, die eben noch Jugendlichen im Namen von »Trans« die Scham umoperieren wollten, wollen nun die Scham die Seite wechseln lassen? Beim Versuch, diesen Wahnsinn zu verstehen, kommt mir [Nietzsche in den Sinn](https://dushan.org/essays/der-abgrund-blickt-zurueck/): Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein. ## Echte Opfer, kalte Blicke Frau Fernandes selbst benutzt die bemerkenswerte Formulierung, sie sei Opfer einer »virtuellen Vergewaltigung« ([bild.de, 19.3.2026](https://www.bild.de/unterhaltung/virtuelle-vergewaltigung-collien-fernandes-zeigt-ex-christian-ulmen-an-69bbe67e92f222671ccb37cf)). Es hört sich an wie eine offene Verhöhnung der täglichen *tatsächlichen* Vergewaltigungen. Etwa als Anfang dieses Jahres *mutmaßlich* eine Gruppe »junger Männer« in einem Neuköllner Jugendklub eine Minderjährige vergewaltigte. Sogar der für eher »linke« »Wahrheit« bekannte Spiegel schreibt: »Weder die Einrichtung noch das Jugendamt stellten Strafanzeige – angeblich, um die mutmaßlichen Täter zu schützen.« ([spiegel.de, 16.3.2026](https://www.spiegel.de/panorama/berlin-vorwuerfe-gegen-jugendclub-nach-mutmasslicher-vergewaltigung-a-e7922e8e-07e6-4338-a230-b688f1a69d26)) Dem Jugendklub und dem zuständigen Jugendamt wird vorgeworfen, den Täterschutz vor den Opferschutz zu stellen. Man habe den Fall »vertuschen« wollen, um die muslimischen Jugendlichen zu schützen. Man wolle nicht »Ressentiments« bedienen. Es erinnert an das wiederholte Phänomen, dass Städte die Sicherheit durch öffentliche Kameras erhöhen wollen. Nach der Auswertung der Bilder aber will man die Kameras früher oder später wieder ausschalten, weil die auf den Aufnahmen festgehaltene Realität »rassistisch« ist. So jüngst in der *Islamischen Republik Großbritannien*; siehe [theguardian.com, 26](https://www.theguardian.com/technology/2026/mar/19/essex-police-pause-facial-recognition-camera-use-study-racial-bias). In San Francisco hält die U-Bahn schon seit 2017 die Bilder der Überwachungskameras zurück, da diese »Stereotype« bestätigen; [cbsnews.com, 9.7.2017](https://www.cbsnews.com/sanfrancisco/news/bart-withholding-surveillance-videos-of-crime-to-avoid-stereotypes/). Ein neuer Gipfel der Opferverhöhnung soll am morgigen Sonntag stattfinden, wenn die Propaganda in Berlin zur Demo in der Deepfake-Causa aufruft ([bild.de, 21.3.2026](https://www.bild.de/unterhaltung/mit-diesem-foto-collien-fernandes-kuendigt-fuer-sonntag-demo-an-69be68c6ea8bf301e4ae31d9)). Es passt allerdings, dass diese Moralpanik an einem Sonntag zelebriert wird. Ich gehe mit meiner Familie zur Kirche. Diese Leute treffen sich zu ihrer eigenen Huldigung höherer Mächte: zur Demo für genau das, was die Bürokraten des Propagandastaates gerade durchsetzen wollen. (Ich bin bereit, Wetten anzunehmen zu der Frage, wer die NGOs hinter diesen »Demos« finanziert.) ## Kopiergerät, WEF, Digitale ID Die ganze Fernandes-Ulmen-Causa wirkt maximal *künstlich*. Und genauso wie Deepfake-Pornos ist sie unanständig und böse. Anders als Deepfakes ist diese Kampagne aber eben *nicht* glaubwürdig. Auf Initiative der Immergleichen wollen plötzlich Staaten rund um den Globus die Identitätskontrolle im Internet einführen. Stichwort und Konzept dazu liefert offenbar seit einiger Zeit das berüchtigte *WEF* (siehe [weforum.org, 1.6.2023](https://www.weforum.org/publications/reimagining-digital-id/) und [viele weitere Beiträge](https://www.weforum.org/search/?query=digital+id)). Laut Recherchen unabhängiger Internet-Nutzer hat Meta (also: Facebook/Zuckerberg) in den USA – wenn die Ergebnisse so stimmen – ca. 2 Milliarden Dollar in die Lobby-Arbeit für die digitale Identifizierung in den Sozialen Medien investiert ([yahoo.com, 16.3.2026](https://www.yahoo.com/news/articles/reddit-user-uncovers-behind-meta-154717384.html)). Die größten Investoren von Facebook sind meines Wissens wohl *BlackRock* und *Vanguard*. Laut Internet-Berichten hat Facebook auch Verbindungen zur NSA ([theguardian.com, 7.6.2013](https://www.theguardian.com/world/2013/jun/06/us-tech-giants-nsa-data)), zum FBI und zur CIA durch »ehemalige« Agenten ([dailymail.co.uk, 22.12.2022](https://www.dailymail.co.uk/news/article-11562433/Facebook-riddled-ex-CIA-agents-ex-FBI-agents-work-Twitter.html)), und zur israelischen »Unit 8200« – laut [projectcensored.org, 13.2.2023](https://www.projectcensored.org/big-tech-hires-hundreds-of-ex-israeli-spies/) mit *Hunderten* von Agenten. Genau die Staaten, die Covid nutzten, um den Übergang von freiheitlichen Demokratien zu WEF-nahen »moralischen« Staaten einzuleiten (oft begleitet vom Applaus der immergleichen NGO-Financiers), wollen jetzt synchron die »Digitale ID« einführen. Womit wir fast schon beim Kopiergerät-Experiment wären! Der X-Nutzer *@sparbuchfeinde* hat eine *bemerkenswerte* Chronologie aufgestellt: > Dezember 25: Collien Fernandes zeigt Christian Ulmen in Palma an > > 19. März 2026: Der Spiegel veröffentlicht die Story > > 20. März 2026: Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigt an, dass der Gesetzesentwurf zu digitaler Gewalt „fast fertig" ist > > Normalerweise dauern Gesetzesentwürfe Monate bis Jahre. > > Jetzt geht das bei einer Strafsache in Spanien innerhalb von 24h. > > Bemerkenswert. > > – [@sparbuchfeinde, 21.3.2026](https://x.com/sparbuchfeinde/status/2035312896889049171) Es ist fürwahr »bemerkenswert«! Fernandes hat im Dezember 2025 eine Anzeige erstattet – in Spanien, Mallorca. In Deutschland wurde sie mit ihren Vorwürfen wohl von der Polizei abgewiesen, wenn ich das richtig verstehe. Deshalb nennt sie Deutschland ein »Täterland«. Ich würde ja zustimmen, wenn sie mit Täterland die realen Gruppenvergewaltigungen meinen würde, oder Cum-Ex oder Maskendeals oder den Besitz von Rüstungsaktien durch Politiker, die über Kriegsvorbereitung entscheiden. »Täterland« meint hier aber, äh, was eigentlich? Ein anderer X-Nutzer erklärt dann auch: > Die kausale Kette ist anders herum: > > 1. Die Politik möchte den DSA mit aller Macht und sehr schnell umsetzen > > 2. Man hat dazu schon seit längerem Gesetze erarbeitet > > 3. Man hat nach einem passenden Fall gesucht, um der Bevölkerung das Ganze schmackhaft zu verkaufen > > 4. Kampagne > > – [@Markus016027858, 21.3.2026](https://x.com/Markus016027858/status/2035319656676770158) »DSA« steht für »Digital Services Act«, die EU-Initiative zur Kontrolle der öffentlichen Meinung in der EU-Besatzungszone. Man hat »nach einem passenden Fall« gesucht? Das mag stimmen. Doch man fand einen »nur so halb« passenden Fall. ## Bestehende Gesetze, ignoriertes Recht Alle Vorwürfe, die in dieser Causa relevant sein könnten, *werden* bereits von bestehenden Gesetzen abgedeckt; siehe dazu [lawblog.de, 20.3.2026](https://www.lawblog.de/archives/2026/03/20/fall-ulmen-schaut-doch-bitte-mal-ins-gesetz/) von Udo Vetter. Und das ist der Punkt, an dem ich euch das Kopiergerät-Experiment erklären sollte. Ein Psychologe veranstaltete einmal (ich berichte hier aus dem Gedächtnis) ein Experiment an einem Kopiergerät in der Bibliothek. Wenn gerade jemand kopierte und ein weiterer Mensch wartend anstand, ließ er einen seiner Leute den Wartenden fragen, ob dieser ihn vorlassen könnte. Man versuchte verschiedene Formulierungen der Frage. Und man stellte fest: Wenn der Fragende eine *Begründung* für Vorgelassenwerden angab, war die Erfolgsquote weit höher – und zwar *unabhängig davon, welche Begründung angegeben wurde!* Die Fernandes-Ulmen-Causa dient *nicht* als kohärente Begründung für digitale Identifizierung oder andere Überwachungsmaßnahmen. Doch der Mehrheit der heute weltweit belächelten deutschen Wähler wird sie als Begründung genügen. »Die werden schon wissen, was sie machen« – siehe Kopiergerät. ## Reductio ad emotum, heute Die »Reductio ad emotum« aber war tatsächlich »Merkels Trick«. Merkel gelang es wieder und wieder, Deutschland nachhaltigen Schaden zuzufügen und eine relevante Menge der Wähler auf ihre Seite zu bekommen, indem sie ein Thema rhetorisch auf das Reden über Gefühle reduzierte. Ob offene Grenzen oder Atomausstieg, in einer infantilen, ja: *feminisierten* Gesellschaft lassen sich alle Sachargumente beiseiteschieben, indem man das *Gefühl* zum Angelpunkt seiner Argumente macht. Bemerkenswert und geradezu gruselig ist es aber, wie einfach sich im Propagandastaat die Gefühle aus- und anknipsen lassen. Im vorliegenden Fall sind die geschürten Gefühle fachsprachlich übrigens eine »moralische Panik«; siehe dazu den Essay [»Kampf gegen Rechts ist »Moralische Panik««](https://dushan.org/essays/moralpanik/). Dieselben Leute, die bei realer Vergewaltigung von Mädchen kalt wegschauen und das Töten ungeborener Kinder für ein Menschenrecht halten, sind plötzlich super empört und erschüttert, wenn eine (mir bis eben unbekannte) Prominente sich »virtuell vergewaltigt« fühlt. Es ist und bleibt wahr: Als ich die Nachrichten zu dieser Angelegenheit recherchierte, mich also *schlau machte*, hatte ich zunächst das Gefühl, *dümmer* zu werden. Also versuchte ich, etwas Ordnung in meine eigene Verwirrung zu bringen. Ich musste nur viermal aufstehen, um therapeutisch meinen Kopf gegen die Wand zu schlagen. ## Jeden Menschen »O sprich mir nicht von jener bunten Menge«, so seufzt Goethe, »bei deren Anblick uns der Geist entflieht.« »Ich liebe doch alle«, so plädierte Mielke, »alle Menschen.« Nun, in dieser Angelegenheit will ich mich Goethe anschließen. Man will seit jeher an der Menge verzweifeln, die sich von den dümmsten Argumenten in immer enger gezogene Gatter treiben lässt. Und Mielke schließe ich mich *in dieser Liebeserklärung* an, indem ich *alle* durch *jeden einzelnen* ersetze. Und *liebe* durch *will lieben*. O sprich mir nicht von jener bunten Menge, sonst will ich wieder meinen Kopf gegen die Wand schlagen. Mein Geist scheitert an diesen Leuten, wenn sie sich zur willigen Herde machen. Für heute ist es mir genug Arbeit, jeden Einzelnen zu lieben. - [Hab’ den Kopf frei bekommen](https://dushan.org/essays/hab-den-kopf-frei-bekommen/) Freiheit, sagt Janis Joplin, ist nur ein anderes Wort dafür, nichts mehr zu verlieren zu haben. Ich beginne zu verstehen, was das bedeutet — und es hat nichts mit Geld zu tun. Und ja, auf eine SEHR wichtige Weise fühle ich mich heute frei. »Freedom is just another word for nothing left to lose«, so singt Janis Joplin. Auf Deutsch etwa: Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, nichts mehr zu verlieren zu haben. Man könnte es auf Geld und Vermögen allein beziehen. Im Essay [»Was meinen Sie, wenn Sie ›Freiheit‹ sagen?«](https://dushan.org/essays/freiheit/) sage ich: > Ich fühle mich »frei«, wenn ich zwischen mehreren (potenziell) befriedigenden Möglichkeiten wählen kann. > > – [Essay vom 1.11.2017](https://dushan.org/essays/freiheit/) In diesem Sinne bin ich wahrlich nicht *frei*, wenn ich kein gutes Essen kaufen kann. Wenn ich mich nicht auf die Straße traue. Wenn ich nicht meine Gegenwart und die Zukunft meiner Kinder sichern kann. So denkend meinte ich lange Zeit, dass Janis Joplin über Geld und Freiheit sprach wie ein Fisch über Wasser spricht. Sprich: Weil er von Wasser umgeben ist, könnte er meinen, Wasser sei unnötig, weil er keine Welt ohne Wasser kennt (bis er dummerweise den Angelhaken schluckt). ## Ich beginne zu fühlen Ich beginne dieser Tage aber zu fühlen, in welchem Sinn die berühmten Worte von Janis Joplin eben doch *wahr* und *richtig* sein könnten. Es hat sich ja schon länger angedeutet! Die treuesten unter euch Lesern kennen meinen Essay [»Ich habe keine Angst mehr«](https://dushan.org/essays/ich-habe-keine-angst-mehr/). Ich schrieb ihn 2016, am Tag nach dem Attentat auf dem Berliner Breitscheidplatz. Seit jenem Tag findet sich um Deutschlands Weihnachtsmärkte, so sie überhaupt noch stattfinden, das berühmte *Merkel-Lego*. (Ihr wisst schon die [»Betonblöcke in Geschenkpapier«](https://dushan.org/essays/humor/).) Ja, ich sprach wohl zuerst mir selbst Mut zu. Doch es war auch wahr – in *einer* Hinsicht: Ich handle tatsächlich, als hätte ich weniger Angst davor, über die problematischen Konsequenzen einer bestimmten Ideologie zu sprechen. Übrigens feiern heute Muslime das Ende des Ramadan. Einen Monat lang verzichteten Muslime aus religiösen Gründen aufs Mittagessen (und Getränke tagsüber, klar). Es ist schön, dass anders als Weihnachtsmärkte und Synagogen zumindest Muslime ohne erhebliche Sicherheitsvorkehrungen feiern können. ## Im Nachhinein unfrei Doch ich war weniger *frei*, als mir bewusst wurde. Ich stelle fest: Man kann auch *im Nachhinein* feststellen, dass man *unfrei war*. Das bedeutet wohl: später feststellen, dass die früheren Möglichkeiten nicht zufriedenstellend waren. Ich hatte damals noch immer vermeintliche Gewissheit in Angelegenheiten, in denen ich keine Gewissheit hätte haben sollen. Ich bin heute *frei* von jeder Gewissheit, die von Schule, Politik oder Medien herrühren würde. Ich glaube *denen* nichts mehr. ## Alles genausogut wahr wie gelogen Wir wurden zu oft und zu dreist angelogen. Es ist heute vernünftig und ratsam, davon auszugehen, dass alles, was du hörst, genausogut wahr wie gelogen sein könnte. Nicht nur Geschichte wird von den Siegern geschrieben, ebenso die Nachrichten – und die »Moral« sowieso. Gehe davon aus, dass alles, was du von den »Autoritäten« erfährst, lediglich das ist, wovon die *Sieger* wollen, dass du es für wahr hältst. Wenn es wahr ist, dann nur zufällig, weil es den Siegern ausnahmsweise in den Kram passt. Und über »Journalisten« müssen wir wahrlich nicht mehr reden. Im Zweifelsfall siehe Essays wie [»Darf man über »Lügen« reden?«](https://dushan.org/essays/luegen/). ## Kopf leer, Kopf frei *Freiheit* ist nur ein anderes Wort dafür, nichts mehr zu verlieren zu haben. Mein Kopf fühlt sich ja ohnehin stets zugleich gefährlich *leer* und gefährlich *voll* an. Und jetzt fühlt sich mein Kopf eben auch noch *frei* an. Dies aber ist der Satz, der mir eine neue und umfassende Freiheit gibt: Ich fühle mich nicht mehr *verpflichtet*, dies oder jenes zu glauben, nur weil Autoritäten in Schulen, Politik oder Medien es behaupteten. Ich *wähle*, was ich glaube und für wahr halte. Ich halte für wahr, wovon ich aus *gutem* Grund glaube, dass es *wirklich* wahr ist. - [Wenn Journalisten plötzlich das Denken verlernen](https://dushan.org/essays/wenn-journalisten-ploetzlich-das-denken-verlernen/) 2025 titelte t-online: »Netanjahu träumt von Israel in biblischer Größe«, und auch Tagesschau erwähnte es. Doch 2026 rätselt unser Staatsfunk plötzlich: »Welche Kriegsziele verfolgt Israel?« (Wehe aber, jemand leidet NICHT an dieser plötzlichen Amnesie!) »Ich habe ein Puzzle gekauft«, sagt einer, »da steht drauf ›2 bis 4 Jahre‹, aber ich habe nur eine Woche dafür gebraucht!« Haha, ein alter Witz! Ein Puzzle für die *Altersgruppe* ›2 bis 4 Jahre‹ sollte extra einfach zu lösen sein. Doch wer *das* nicht weiß, der braucht auch womöglich eine volle Woche fürs Puzzlen. Stellt euch aber vor, ein Erwachsener würde daran *scheitern*, ein ›2 bis 4 Jahre‹-Puzzle schnell und mühelos zusammenzusetzen. Worauf würden wir sein Scheitern zurückführen? ## Und ich fühle mich ratlos Der deutsche Staatsfunk rätselt aktuell: »Welche Kriegsziele verfolgt Israel?« ([tagesschau.de, 19.3.2026](https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-iran-libanon-kriegsziele-100.html)) Im Intro heißt es dann: »Israelische Soldaten sind nicht nur in Iran, sondern auch im Libanon, im Gazastreifen und im Westjordanland im Einsatz. Welche Kriegsziele verfolgt Israel?« Ich rolle mit den Augen, und ich fühle mich ratlos. Die Gedanken von Staatsfunkern zu lesen fühlt sich an, wie einen Erwachsenen zu sehen, der ein Puzzle ›2 bis 4 Jahre‹ vor sich hat und einfach nicht weiß, wie er die wenigen Teile zusammenlegen soll. Ich habe darüber geschrieben, am 7. März im Essay [»Großisrael, Trumps Betrug und der eine Berg«](https://dushan.org/essays/der-eine-berg/), und nochmal in [»Die Raketen stehen, der Messias kommt«](https://dushan.org/essays/aber-nicht-deshalb/). Die Situation mit Israel erinnert mich etwas an die Situation mit dem Islamisten, der seine Motivation maximal deutlich ausspricht. Weil sie aber nicht ins Propaganda-Narrativ passt, rätseln »Journalisten« über seine Motivation. Netanyahu selbst (ob in Person oder als KI-Video) erklärte vor einer Woche, dass er Israel mit diesem Krieg zur Weltmacht aufbauen wolle ([x.com, 9:37](https://x.com/disclosetv/status/2032209493073736106)). 2025 titelte t-online: »Netanjahu träumt von Israel in biblischer Größe« ([t-online.de, 14.08.2025](https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_100867850/israel-gaza-krieg-netanjahu-traeumt-von-gross-israel-.html)/[archiviert](https://archive.is/4p5oP)) Ja, selbst bei Tagesschau selbst schrieb man 2025 darüber, siehe [tagesschau.de, 31.05.2025](https://www.tagesschau.de/kommentar/israel-kommentar-100.html) und ([tagesschau.de, 31.07.2025](https://www.tagesschau.de/kommentar/un-palaestina-zweistaaten-loesung-100.html)). Was aber passiert, wenn jemand diese Aussagen heute *wörtlich* wiederholt? Dann wird natürlich die »Antisemitismus«-Keule geschwungen. Etwa gestern bei Markus Lanz, als die Linken-Chefin schlicht wiederholt, was israelische Politiker und politische Stimmungsmacher selbst sagten. ## Die abgedroschene Keule Der Vorwurf des »Islamophobie« und »Antisemitismus« kann dich heute daran hindern, zu sagen, was Leute selbst genau so sagten – wörtlich, wiederholt und wissentlich auf Video. [bild.de, 19.03.2026](https://www.bild.de/politik/inland/bei-markus-lanz-im-tv-linken-chefin-schwurbelt-von-gross-israel-69bb98e9d3cf984a3adb7000) hetzt: »Linken-Chefin schwurbelt von „Groß-Israel“«. »Antisemitismus« heißt es natürlich, und »Nazi-Vergleich«. Wenn du ein oder zwei Belege für deine Aussagen vorlegst, wird man dir sagen, dass du »cherry picking« betreibst, was belegt, dass du islamophob bzw. antisemitisch bist. Gehst du darauf aber ein, machst dir die Arbeit und legst *hundert* Belege vor, wird man sagen, du seist offensichtlich vom Thema »besessen«, was belegt, dass du islamophob oder antisemitisch seist. Warum aber könnte ein ansonsten kluger Erwachsener an einem Puzzle ›2 bis 4 Jahre‹ scheitern? Vielleicht ist er schlicht *sehr abgelenkt*. Vielleicht, auch das gehört zur Wahrheit, ist er auch *geistig minderbemittelt*. (Dass beides zu selben Ergebnissen führt, erklärt manche Eigenschaften der *abgelenkten Gesellschaft*.) Oder da ist womöglich *noch* ein Grund, ein *externer* Grund. Vielleicht ahnt er, dass das öffentliche Zusammenlegen dieses Puzzles ihn den Job kosten könnte. ## Und sonst so? Heute, am 19. März 2026, ist auch der Festtag des Heiligen Joseph. Ja, *der* Joseph, der Mann von Maria und der Ziehvater von Jesus. Ich bin *nicht* froh dabei, wenn die Nachrichten des Tages mich immer wieder neu in ihre giftigen Dämpfe ziehen. Denn »Nachrichten des Tages« bedeutet zu oft und zu offensichtlich: die *Lügen* des Tages. Also wende ich mich den *christlichen* Themen des Tages zu. Und, am 19. März, ist eben *Josefstag* ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Josefstag)). Josef ist ein Heiliger, von welchem kein einziges Wort in der Bibel aufgezeichnet ist. Das einzige Wort, von dem wir implizit wissen, dass er gesagt haben muss, ist Jesu *Name* (siehe Matthäus 1:21), als dieser im Tempel vorgestellt wurde. Der Heilige Josef steht für den Willen, das eigene Ego für den göttlichen Auftrag zurückzustellen (siehe auch [latinprayer.org](https://www.latinprayer.org/saints/saint-joseph/de/)). Etwas zu tun, das heute in einem schlechten Ruf steht: *sich zu fügen*. Zu tun, was zu tun ist. ## Auch ein einfaches Puzzle Staatsfunker mögen heute vor dem Dilemma stehen, ein einfaches Puzzle lösen zu wollen, aber von etwas, das sie uns nicht offenlegen, daran offenbar gehindert zu werden. Aber auch anständige Menschen stehen schon mal vor einem »Puzzle«, das *eigentlich* sehr simpel sein sollte, es aber nicht ist. Es sollte doch simpel sein. Es hat wenige Teile. Und doch fällt es uns rätselhafterweise schwer, unsere Möglichkeiten derart zusammenzulegen, dass sich daraus irgendwie ein *Sinn* ergibt. Dabei sind die Puzzlestücke so einfach: Wir können von Israels Politik *und* vom Heiligen Josef lernen. Sei bereit, den notwendigen Preis zu zahlen, um eine Weltmacht zu werden, doch lieber eine Weltmacht des Herzens, nicht der Waffen und der Angst. (Ja, ja, klingt utopisch. Nennt sich aber *Christentum*.) Und sei bereit, dich dem zu widmen, was du tun sollst. (Für alle aber, die sich gerade fragen, was sie tun *sollen*: Alle Menschen, die sich jemals sicher waren, was sie *tun* sollen, erhielten diese Sicherheit »von außerhalb«. Entweder »von unten«, oder »von oben«. Für die Sicherheit »von oben« empfehle ich für iPhone-Nutzer den Rosenkranz mit der [Latin Prayer App](https://www.latinprayer.org/).) - [Feigling, aber nicht Lump](https://dushan.org/essays/feigling-nicht-lump/) Die Wahrheit zu verschweigen, kann dich zum Feigling machen. Die Wahrheit aber zu bestreiten (ob wissentlich oder einfach überprüfbar), macht dich zum Lügner und Lump. Beides sind Entscheidungen – aber nur eine davon lässt sich korrigieren. Dass die Wahrheit zu sagen potenziell illegal ist (oder zumindest hoch riskant), stellt keine moralische Rechtfertigung dar, dich zum Diener der Lüge zu machen. Mit der Wahrheit vorsichtig zu sein, macht dich womöglich zum Feigling. Mancher Feigling ist ein Held, dessen Zeit fürs Heldentum noch nicht gekommen ist. Doch die Wahrheit zu bestreiten oder sogar ihr Gegenteil zu behaupten, wissentlich oder trotz simpler Prüfbarkeit, macht dich zum Lügner und Lump. ## Nicht den Sünder hassen Nein, man soll Menschen nicht verachten, insofern auch der Lügner und Lump eben ein Mensch ist. Und wenn ein Feigling ein *Held im Wartezustand* sein kann, dann sollten wir doch den Lügner und Lump als *potenzielle Anständige* betrachten. Welche Vokabeln soll man für diese Zeiten verwenden? Es fühlt sich an, als hätten wir alle Vokabeln aufgebraucht. Und nun bedarf es bald *neuer* Vokabeln. Ich fühle mich *durchgerüttelt*. Gerüttelt und geschüttelt. ## Passagiere im Sturm Wir sind durchgerüttelt wie Passagiere in einem kleinen Propellerflugzeug, und wir fliegen durch Sturm, heftige Turbulenzen. Einige Passagiere sind besoffen und bekommen es nicht mit. Einige kreischen in Panik. Einige beten ihr [Ave Maria](https://www.latinprayer.org/prayers/ave-maria/). Eine andere Metapher wäre: Wir sind wie Sand und Kieselsteine in einem Sieb, das in diesen Tagen heftig durchgerüttelt wird. Und es ist spannend, welcher unserer Mitmenschen sich selbst moralisch *aussiebt* – zumindest in *meinen* Augen. Ich weiß nicht, was in den Köpfen und Herzen derjenigen vorgeht, die ihre Feigheit mit Gier kombinieren, zu profitablem Gratismut und billigen Lügen. ## Was darüber ist Nein, ich will keinen Menschen verachten. Nicht den Sünder soll ich hassen, sondern die Sünde. Nicht den Lügner und Lump will ich verachten, bloß seine Lüge und Lumperei. Es bleibt mein Refrain in diesen Tagen, dass ich »Ja ja« und »Nein nein« sagen soll. So mahnt mich Matthäus 5:37. Was darüber ist, das ist Propaganda. Ja, ich fühle mich durchgerüttelt. ## Nackt wie Hiob Vertun wir uns nicht: Am Ende dieses Jahres werden einige von uns mit sehr viel weniger dastehen. Das Vertrauen in die irdische und politische Ordnung – oder auch »nur« in die Menschlichkeit mancher Mächtigen – ist ja ohnehin bald ganz dahin. Und so finde ich erstaunlich viel Trost in einem Wort, das wir dieser Tage noch öfter hören werden. > Nackt bin ich aus meiner Mutter Schoß gekommen, und nackt werde ich dorthin zurückkehren; der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen: der Name des HERRN sei gepriesen! > > – Hiob 1:21 - [Er hat kritisiert, vernichtet ihn!](https://dushan.org/essays/er-hat-kritisiert-vernichtet-ihn/) Ein extra perfider rhetorischer Trick unserer Zeit geht so: Wer etwas kritisiert (z. B. offene Grenzen, Israel, Islam), der »hasst« angeblich alle mit diesem Thema verbundenen Menschen, also muss er bekämpft und vernichtet werden. Einige der dümmsten und zugleich perfidesten rhetorischen Tricks, die ich in diesen Tagen höre, haben die Form: »Er hat X kritisiert, also _hasst_ er X.« (Und mit »X« meinen wir diesmal tatsächlich die Variable.) Die Dummheit dieser Aussage ist steigerungsfähig, nämlich: »Er hat X kritisiert, also _hasst_ er alle _Menschen_, die mit X zu tun haben (im weitesten Sinne).« Und _diese_ Dummheit wiederum lässt sich gleich mehrfach steigern! Erst so: »Er hat X kritisiert, also _hasst_ er alle _Menschen_, die mit X zu tun haben.« Dann so: »Er hat X kritisiert, also will er Gewalt verüben an Menschen, die mit X zu tun haben.« An diese Steigerung hängt man dann an: »… also müssen wir X _zuerst_ Gewalt antun.« Ist man erst einmal an diesem Punkt angelangt, lässt sich die ganze »Argumentation« verkürzen: »Er hat X kritisiert, also sollten wir ihm Gewalt antun.« ## Dem wird vorgeworfen Man könnte für X einsetzen: Islam, Einwanderung, Israel, Demokratie, Deutschland, USA … Als Beispiel: Wer in Deutschland den Zustand der Demokratie kritisiert und _mehr_ Demokratie wagen will, dem wird von Politik und Propaganda vorgeworfen, ein _Feind der Demokratie_ zu sein. Wer ungebremste Einwanderung kritisiert, weil diese bereits begonnen hat, Gesellschaft und Sozialsystem zu sprengen, dem wird vorgeworfen, fremde Menschen generell zu hassen. (Die Feststellung, dass Deutschland nicht unbegrenzt viele Fremde nach deutschen Standards gratis versorgen _kann_, gilt als »ausländerfeindlich«. Es ist die praktische Anwendung der obigen »Argumentation«.) Wer in den USA US-amerikanische Angriffskriege kritisiert, gilt als »anti-amerikanisch«. Und so weiter. ## De facto vernichtet Das Problem ist nicht einmal, dass unredliche »Argumentierer« von deiner Kritik an einer _Idee_ auf deinen Hass auf alle _Träger_ dieser Idee schließen. Das Problem ist, dass sie von deiner Kritik an einer Sache darauf schließen, dass es moralisch erlaubt oder sogar geboten ist, dich zu _vernichten_ – vorläufig »nur« wirtschaftlich und sozial, aber dank Straf-Hausdurchsuchung für Abweichler auch _psychisch_. Du hast im Jahr 2015 (oder 2025) wiederholt, was Merkel im Jahr 2002 selbst über Migration sagte (»Das Maß des Zumutbaren ist überschritten«, [siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=1XjBPMZiykM))? Dann giltst du als »Nazi« und darfst de facto _vernichtet_ werden. Es ist diese Art von »Argumentation«, die in jener neuen Redensart aufgegriffen wird: »Sie wollen dich nicht vernichten, weil du ein ›Nazi‹ bist. Sie nennen dich einen ›Nazi‹, damit sie dich vernichten können.« ## Mehr denn je Ich bleibe dabei, dass für _uns_ mehr denn je gelten muss, dass wir »Ja ja« und »Nein nein« sagen sollen, siehe Matthäus 5:37. Doch vergesst mir Matthäus 10:16 nicht! > Bedenket wohl: ich sende euch wie Schafe mitten unter Wölfe; darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben! > > – Matthäus 10:16 Versteht, wie die Lügen der Lügner funktionieren, um nicht vielleicht sogar selbst darauf hereinzufallen. Und bleibt doch »ohne Falsch wie die Tauben«. Und wenn du heute nicht alle Wahrheit sagen kannst, dann sage so viel Wahrheit, wie du heute sagen kannst. Und möge dein Schweigen darüber hinaus den Rest sagen – zumindest denen, die Ohren haben, zu hören (Matthäus 13:9). - [Die Raketen stehen, der Messias kommt (aber nicht deshalb)](https://dushan.org/essays/aber-nicht-deshalb/) 2024 hieß es, dass »wegen Bedrohungslage« strategische Raketen nach Deutschland verlegt werden – in 2026. »Warum erst 2026?«, fragten wir. Scholz beruhigte, das sei »lange vorbereitet«. – Hmm. Es ist nun 2026. Wer außer Russland ist NOCH in Schussweite? Zu Beginn dieses Kriegs, als US und Israel attackierten, schrieb ich darüber, wie erschreckend gleichgültig ich war. Der Essay heißt, deutsche Politik zitierend: [»Sehr aufmerksam beobachteter Krieg«](https://dushan.org/essays/beobachteter-krieg/). Es gelang mir nicht vollständig, den Gleichmut beizubehalten. Ich schrieb Texte wie [»›Die erste Phase dieses Krieges hat Spaß gemacht.‹«](https://dushan.org/essays/spass-gemacht/) und [»Die große, schreckliche Wahrheit«](https://dushan.org/essays/schreckliche-wahrheit/). Der Angriff auf den Iran ist wahrlich nicht das erste Großereignis, bei dem sogenannte _Verschwörungstheorien_ erschreckend viel Sinn ergeben. ## Die Mondlandung bleibt Ich habe mal gescherzt, in den letzten Jahren hätten sich so viele Verschwörungstheorien bestätigt, dass uns bald nur noch die _Mondlandung_ bleibt. Sicher, die Original-Technologie der größten Menschheitsleistung aller Zeiten wurde leider, leider vernichtet ([newsweek.com, 2.9.2022](https://www.newsweek.com/nasa-discarded-hardware-apollo-missions-moon-1739500)), ebenso wie die Original-Aufnahmen ([siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Apollo_11_missing_tapes)). Zum Glück zeigen Aufnahmen des indischen Moon-Orbiters _Chandrayaan 2_ recht deutlich, dass der amerikanische Moon-Lander aus dem Jahr 1969 weiter dort herumsteht ([foxnews.com, 2.1.2025](https://www.foxnews.com/science/orbiter-photos-show-lunar-modules-from-first-2-moon-landings-more-than-50-years-later)). Die übrigen »Verschwörungstheorien« haben sich aber fast alle bestätigt! Es braucht also _neue_ Theorien, um etwas Ordnung im Wahnsinn zu finden. Ich hätte dazu womöglich tatsächlich etwas anzubieten; es greift eine offene Frage von 2024 auf. – Lasst mich erklären! ## Vom Euphrat bis zum Nil Im [»Großisrael, Trumps Betrug und der eine Berg«](https://dushan.org/essays/der-eine-berg/) schreibe ich über die Theorie, dass einflussreiche Kräfte von »Großisrael« träumen, von einem Israel, das vom Euphrat bis zum Nil reicht. Der Traum von »Großisrael« zählt zu jenen Wahrheiten, die nicht deshalb als »Verschwörungstheorien« abgetan werden, weil sie falsch wären, sondern weil jemand nicht will, dass über sie gesprochen wird. Es sind nicht nur tonangebende Rechtsradikale in Israel, die über »Großisrael« reden. Netanyahu selbst erklärte noch 2025, er fühle sich »very much« der »Vision« eines »Greater Israel« verbunden ([israeltoday.co.il, 14.08.2025](https://www.israeltoday.co.il/read/netanyahu-very-much-connected-to-vision-of-greater-israel/)). Als Markus Lanz aber kürzlich, innerhalb eines Podcasts, das Stichwort »Großisrael« im Kontext dieses Krieges erwähnt ([@immanuelrant2, 08.03.2026](https://x.com/immanuelrant2/status/2030667588288626806)), prasselten sogleich die Floskeln »Antisemitismus« und »Verschwörungstheorien« auf ihn ein – doch es kümmert niemanden mehr wirklich. Es ist nicht gut, wenn »antisemitisch« oder »verschwörungstheoretisch« auch bedeuten kann: »Handlungen und Haltungen israelischer Politiker, die zwar leicht belegt werden können, über die aber außerhalb Israels zu sprechen ebendiese Politiker unschön dastehen lässt.« Ich fürchte, einige der hier relevanten _tatsächlichen_ Aussagen israelischer Meinungsmacher sind noch deutlich skandalöser als »nur« ein Traum von »Großisrael«. ## Warum erst 2026? Am 12.7.2024 rief eine jüngere (und diese Welt betreffend hoffnungsvollere) Version meiner selbst: [»Hurra, wir bekommen Raketen!« (mit Video)](https://dushan.org/essays/hurra-raketen/) Ich wunderte mich, warum man als Reaktion auf eine angebliche _jetzt_ und _unmittelbar_ bevorstehende Bedrohung diverse supergefährliche Hightech-Raketen nach Deutschland verlegte. Ich fragte wörtlich: »Wenn dies eine Reaktion auf die angebliche aktuelle Bedrohungslage ist, warum findet die Stationierung erst 2026 statt?« Der damalige Kanzler Scholz antwortete: »Diese Entscheidung ist lange vorbereitet und für alle, die sich mit Sicherheits- und Friedenspolitik beschäftigen, keine wirkliche Überraschung«. Nun, das Jahr 2026 ist da. Und die aktuellen Ereignisse sind womöglich »keine wirkliche Überraschung«. Was passiert, »ist lange vorbereitet« und »keine wirkliche Überraschung«. Raketen sind Mittel. Die Frage ist der Zweck — und der Zweck, den manche im Sinn haben, steht in keinem Rüstungshaushalt. ## Den Messias herbeirufen Religiöse Hardliner sowohl in den USA als auch in Israel glauben, dass durch bestimmte kriegerische Handlungen der Meschiach/Messias herbeigerufen werden kann und die Weltordnung sichtbar neu aufgestellt wird. (»Christliche Zionisten« unterschätzen, wie bedeutsam der Unterschied ist, ob es das erste oder das zweite Mal wäre. Aber gut, sie sind sich auch im Unklaren darüber, was »Israel« bedeutet.) Ich würde nicht einmal ausschließen, dass bald behauptet wird, hier oder da sei tatsächlich der Messias aufgetaucht – und hätte diesen oder jenen Politiker mit Autorität ausgestattet. Jeder Tag ist ein guter Tag, mal wieder die Bibel zur Hand zu nehmen. Heute könnten wir etwa das Matthäus-Evangelium aufschlagen, wo es heißt: > Wenn dann jemand zu euch sagt: ›Seht, hier ist Christus!‹ oder: ›Dort (ist er)!‹, so glaubt es nicht! Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder verrichten, um womöglich auch die Auserwählten irrezuführen. Seht, ich habe es euch vorhergesagt. Wenn man also zu euch sagt: ›Seht, er ist in der Wüste!‹, so geht nicht hinaus; und (sagt man:) ›Seht, er ist in den Gemächern (dieses oder jenes Hauses)!‹, so glaubt es nicht! Denn wie der Blitz vom Osten ausgeht und bis zum Westen leuchtet, so wird es auch mit der Ankunft des Menschensohnes sein. > > – Matthäus 24:23–27 Nein, ich glaube fürwahr nicht, dass es die Aufgabe von Militärs ist, die Ankunft des Meschiach/Messias zu erzwingen. Doch zugleich bin ich mir recht sicher, dass dieser Krieg eben nicht »das Ende« bedeutet. Der Krieg wird – auf allen Seiten und von allen Parteien – geführt von Männern, die viel »theologischer« und »endzeitlicher« denken und entscheiden, als uns Normalbürgern bewusst ist. Die Eliten dieser Welt treffen sich auf abgelegenen Inseln und in schattigen Wäldern zu düsteren Ritualen. Es ist *nicht* abwegig, dass diese Gestalten sich auch für beauftragt halten, Gott zum Einleiten der Endzeit zu zwingen. Wenn diese Leute sich also für göttlich halten, dann steht es uns frei, sie an ihren Taten zu prüfen – und festzustellen, dass die übernatürlichen Mächte, die ihre Hand lenken, womöglich im gegenüberliegenden Lager zu finden sind. (Siehe dazu auch Essay und Video [»Wieviel Teufel steckt in der Politik?«](https://dushan.org/essays/wie-viel-teufel/) aus dem Jahr 2023.) Mein Mitgefühl und all meine Gebete sollen heute bei den Menschen sein, die einfach nur ihre Leben leben wollten – und die heute ihre Familienmitglieder beweinen und beerdigen müssen. Für die Kriegsherren mögen sie bloßer »Kollateralschaden« sein. Für manche religiösen Fanatiker sind die Opfer der Gegenseite nicht einmal richtige Menschen mit derselben menschlichen Seele. Mögen ihre Seelen nun Frieden finden und ihre Familien nicht ihre eigenen Seelen an Hoffnungslosigkeit und Hass verlieren. ## Nachtrag, mit Latein Es ist Sonntag. Nachdem ich diesen Text veröffentlich habe, gehe ich in die Kirche. Das Beste, was ich euch an die Hand geben kann (sofern diese Hand ein iPhone hält), um realistisch innere Ruhe und etwas inneren Frieden zu finden, ist meine [Latin-Prayer-App](https://www.latinprayer.org/). (Von der Latin-Prayer-App existiert übrigens bereits eine Version auch mit _deutschem_ Interface, mit Heiligen und mit Latein-Lernvokabeln. Schreibt eine Mail an [dushan@latinprayer.org](mailto:dushan@latinprayer.org?subject=Ich%20will%20testen) und ich lade euch gern zum Beta-Test ein.) - [Die große, schreckliche Wahrheit](https://dushan.org/essays/schreckliche-wahrheit/) Es gibt Wahrheiten, die können dir viel Ärger einbringen. Es gibt Lügen, die werden geglaubt, weil die Propaganda sie oft genug wiederholt. Und dann gibt es Wahrheiten, die werden nicht geglaubt, weil sie ebenso unvorstellbar wie schrecklich sind. Um die Wahrheit zu sagen, ist die heiligste *und* gefährlichste Strategie jene, die Jesus in denkbar simplen Worten beschreibt: > Eure Rede sei vielmehr ›Ja ja – nein nein‹; jeder weitere Zusatz ist vom Übel. > > – Matthäus 5:37 Diese Taktik, geradeheraus die Wahrheit zu sagen, kann dich ans Kreuz bringen oder in Diktaturen einen Besuch der Polizei bescheren. Als vorsichtigere Alternative zu »Ja ja« bieten sich Satiren, Metaphern, Gleichnisse und Parabeln an. Doch auch die bieten nur einen Aufschub, keinen Freispruch. Spätestens wenn *Richter* frei fantasieren (sprich: der Propaganda und den Behörden folgen), wie du es *wirklich* gemeint hast, nützt dir alle poetische Verfremdung wenig. ## Manch anderem Sozialismus Was aber, wenn der Mensch eine *Lüge* sagen will? Die vermutlich bekannteste Taktik erfolgreicher Lüge besteht in ihrer sturen Wiederholung, bevorzugt durch bezahlte Propagandisten. Ich habe erst kürzlich mit einer Dame gesprochen, die war ehrlich überzeugt, dass es Türken waren, die Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut hatten. Es ist Bullshit. Doch diese Lüge wurde von der deutschen Propaganda inzwischen so oft wiederholt, dass genug Unbedarfte sie glauben. Eine weitere Taktik zur Durchsetzung einer Lüge besteht darin, es schlicht *illegal* zu machen, sie zu hinterfragen oder die relevante Wahrheit auszusprechen. Beispiele: In der Sowjetunion wurde es hart bestraft, über Hungersnöte oder Gulags zu sprechen. In der DDR wurde Regierungskritik nach § 106 StGB als »staatsfeindliche Hetze« bestraft. In Nordkorea ist heute der Besitz und Konsum ausländischer Medien strafbar. Auch und besonders das Verkleiden von Wahrheit als Humor war in der Sowjetunion und manch anderem Sozialismus strafbewehrt. Wie gut, dass in Europa im Jahr 2026 ausschließlich freiheitliche Demokratien herrschen, dass die Opposition nicht bedrängt wird, dass jede These offiziell gesagt oder hinterfragt werden darf, dass keine Zensur die Meinungen der Bürger verstummen lässt, dass weder systematische Ausschnüffelung noch Bedrohung Andersdenkender an der Tagesordnung sind und Witze über Politiker einem Bürger Europas weder Repression noch Strafe einbringen können! ## Bisweilen ihre Lebenserwartung All diese Möglichkeiten und Unmöglichkeiten zum Sagen der Wahrheit kannten wir, und ich habe sie hier als Kontext und zur Wiederholung gelistet. Je eine weitere Kategorie von *Lügen* und *Wahrheiten* ist uns aber viel zu wenig präsent, denn wir können sie uns schlicht nicht vorstellen: die *ganz große Lüge* und die *unvorstellbar schreckliche Wahrheit*. Verschwörungstheoretiker sagen, *Covid 19* sei ein Beispiel für die *ganz große Lüge*. Andere Leute haben andere Vermutungen. Die *ganz große Lüge* wird oft nicht nur von Propaganda begleitet, sondern auch von Strafandrohung, wenn sie hinterfragt wird. Und manche Leute behaupten, wenn Prominente mit Charisma und Reichweite ansetzen, eine *große Lüge* zu hinterfragen, dass dies bisweilen ihre Lebenserwartung rapide verringert. Die *ganz große Lüge* hat ein Gegenstück, einen tatsächlich *noch* dämonischeren Bruder: die *unvorstellbar schreckliche Wahrheit*. Manche Wahrheit, wenn sie ausgesprochen würde, wäre für uns »Normalos« derart groß und schrecklich, dass sie *buchstäblich* »unvorstellbar« ist. Wenn etwa die Wahrheit wäre, dass sich reiche Eliten auf (mindestens) einer Insel treffen, um Kinder und junge Frauen zu missbrauchen und womöglich sogar zu töten, nach mancher These sogar zu *essen*, dann wäre diese Wahrheit im Kopf der »normalen« Menschen buchstäblich *unvorstellbar*. ## Dessen neu bewusst Was lernen wir daraus? Dass wir angelogen werden, dass Wahrheit auszusprechen gefährlich ist? Nun, das ahnten wir bereits. Wir lernen – oder werden uns dessen neu bewusst –, dass es oft unsere *emotionale Feigheit* ist, die uns davon abhält, die Wahrheit zu sehen oder die Lüge zu hinterfragen. Werdet euch eurer Gedanken bewusst – und der Gefühle, die eure Gedanken steuern. Und dann seien alle Christen daran erinnert, dass auch *unsere* Wahrheit von einer Art ist, die manche Menschen schlicht nicht ertragen. > Darin besteht aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, die Menschen aber die Finsternis mehr geliebt haben als das Licht, denn ihre Werke waren böse. > > – Johannes 3:19 ## Sende mich Wahrheit ist auch dann wahr, wenn man sie leugnet und verfolgt. Und es ist eine Wahrheit, dass das Gegenteil von Wahrheit ultimativ die *Finsternis* ist, und wer die Wahrheit verbietet, verfolgt oder auch nur verstummen lässt, dessen Werke sind zuverlässig böse. Wer wird die Wahrheit sagen, in einer Welt, welche *die große Lüge* preist und *die schreckliche Wahrheit* leugnen will? Nun, es kommt darauf an, was dir deine Seele wert ist. Dies aber ist der recht eindeutige *Auftrag von oben*: > Da hörte ich die Stimme des Allherrn, der sprach: »Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen?« > > Da sagte ich: »Hier bin ich, sende mich!« > > – Jesaja 6:8 - [»Die erste Phase dieses Krieges hat Spaß gemacht.«](https://dushan.org/essays/spass-gemacht/) In der Jüdischen Allgemeinen heißt es über den Angriff auf den Iran: »Die erste Phase dieses Krieges hat Spaß gemacht.« – Uff. Man fragt sich, in welchem Kontext so eine Zeile entsteht (und freigegeben wird). In der *Jüdischen Allgemeinen* schreibt ein gewisser *Hannes Stein* über den US-Israelischen Angriff auf den Iran: > Zugegeben: Die erste Phase dieses Krieges hat Spaß gemacht. > > – Hannes Stein, [juedische-allgemeine.de, 09.03.2026](https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/der-iran-krieg-koennte-das-ende-der-amerikanisch-israelischen-allianz-bedeuten/) Herr Stein ist nicht dumm. Dieser erste Satz ist eine kalte, menschenverachtende Provokation. Die folgenden Sätze sollen wohl »erklären«, was angeblich *wirklich* gemeint ist. Der nächste Satz lautet: > Wer freut sich nicht, dass die Verbrecherriege, die den Iran unterjocht hat, zur Dschehenna gefahren ist? > > – Hannes Stein, [juedische-allgemeine.de, 09.03.2026](https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/der-iran-krieg-koennte-das-ende-der-amerikanisch-israelischen-allianz-bedeuten/) Man möchte ihm antworten: *Christen* zum Beispiel »freuen« sich nicht, wenn ein Mensch in die Hölle fährt. Der Tod *keines* Menschen ist ein Anlass zur Freude, zumindest nicht in dieser Form. Man erinnere sich an die Kritik an Merkel, als sie sich über den Tod von Osama bin Laden »freute«; [welt.de, 5.5.2011](https://www.welt.de/politik/deutschland/article13344449/Kritik-an-der-Kanzlerin-Merkels-Freude-ueber-Bin-Ladens-Tod-loest-Aerger-aus.html). »Das sind Rachegedanken, die man nicht hegen sollte«, so hieß es, und aus katholischen Kreisen wurde gemahnt, »die Tötung eines Menschen könne für einen Christen nie Grund zur Freude sein«. Aber so ist es nun mal, Herr Stein freut sich, wenn der iranische Staatschef stirbt und in die Hölle fährt. Palästinenser freuen sich (so sie noch leben), wenn israelische Verantwortliche sterben. In den eigenen Augen ist jeder von ihnen gerechtfertigt. Er macht es nicht »viel« besser. Auch nicht, wenn er später von tanzenden Iranerinnern berichtet und was-weiß-ich. (Wer glaubt denn im Westen noch *irgendeiner* öffentlichen Demonstration, dass ihr Anliegen nicht von einer global agierenden NGO vorgegeben ist?) ## Und es stimmt ja! Im »Kampf gegen das Mullah-Regime«, so Hannes Stein, folgt »eine gute Nachricht auf die andere«. Der Text wird am 9. März 2026 veröffentlicht. Nicht zuerst auf einem privaten Blog wie dieser Essay, sondern in der *Jüdischen Allgemeinen*, die vom *Zentralrat der Juden in Deutschland* herausgegeben wird. Am 9. März sollten sich eigentlich mindestens die Meldungen von der Auslöschung der Mädchenschule in Minab herumgesprochen haben ([siehe engl. Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/2026_Minab_school_airstrike)). Etwa 170 Tote, die meisten davon Schulkinder. Das ist Teil der *ersten Phase des Krieges*, und die hat Herrn Stein »Spaß gemacht«? »Nein, nein«, werden Herr Stein und die Redaktion der Jüdischen Allgemeinen sagen, »das meinen wir natürlich nicht. Wir meinen den Regime Change!« (Der eigentlich bislang keiner ist, aber das ist ein anderes Thema.) Ich verhandle hier nicht, ob der Angriff auf den Iran moralisch richtig oder falsch ist. »Wenn einer kommt, um dich zu töten, steh auf, und töte ihn zuerst«, so lehrt der Talmud in [Sanhedrin 72a](https://www.sefaria.org/Sanhedrin.72a.2?lang=bi). Wir wissen, dass der Iran zwei Wochen vor Fertigstellung der Atombombe steht. Seit Jahrzehnten. »Und die Israelis haben verdient, endlich ohne Angst vor einer iranischen Atombombe zu leben, die heute, morgen oder in zehn Jahren Tel Aviv in einen radioaktiven Krater verwandeln könnte«, so schreibt Herr Stein. Und es stimmt ja. Netanjahu warnt seit über *dreißig* Jahren ([aljazeera.com, 18.6.2025](https://www.aljazeera.com/gallery/2025/6/18/the-history-of-netanyahus-rhetoric-on-irans-nuclear-ambitions)) vor der unmittelbaren bevorstehenden Fertigstellung der Iran-Atombombe. ## Wirklich nicht senil Aber ja, ich frage mich, was Herrn Stein zu solchen Zeilen bewegt, mit dem »Spaß« und so. Und ich grüble auch, wo ich dem Namen »Hannes Stein« schon mal begegnet bin – und dann fällt es mir ein. Es war auf X. Ich hatte einen Post des geschätzten *Argonerd* zitiert, der in typischer Manier die Screenshots zweier Schlagzeilen nebeneinanderstellte. Es ist einer der *vielen* Argonerd-Klassiker, und ich erwähne ihn im Essay [»Wahre Größe ist möglich«](https://dushan.org/essays/argonerd-ist-gross/). Einmal diese Schlagzeile: »Nein, Joe Biden ist nicht senil.« ([welt.de, 02.02.2024](https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus249834250/US-Wahl-Nein-Joe-Biden-ist-nicht-senil.html)) Und dann diese: »Unter dem Jackett nichts als Knochen, der alte Mann war nur noch ein Skelett« ([welt.de, 22.05.2025](https://www.welt.de/kultur/plus256148174/Biden-Enthuellungsbuch-Original-Sin-Unter-dem-Jackett-nichts-als-Knochen-der-alte-Mann-war-nur-noch-ein-Skelett.html)) Im Teaser des *zweiten* Artikels von 2025 erfahren wir, dass Bidens Gedächtnis versagte und seine Mitarbeiter über einen Rollstuhl für ihn nachdachten. Und *selbstverständlich* sah jeder Mensch rund um den Globus schon Jahre zuvor, dass der Mann gesundheitlich ein Wrack war. »Joe Biden wirkt desolat, seine Worte wirr«, so schrieb ich schon 2020, im Essay [»Katz und Maus und Joe Biden«](https://dushan.org/essays/huepfen-und-hoffen/). (Der Essay wurde dann auch [von achgut.com übernommen](https://www.achgut.com/artikel/joe_biden_teil_eines_zynischen_spiels/P56).) ## Du musst nicht widersprechen Diese beiden Meldungen aber, also »Nein, Joe Biden ist nicht senil« aus dem Jahr 2024 und »Unter dem Jackett nichts als Knochen«, stammen *beide* vom selben Autor, nämlich: *Hannes Stein*. Ich [kommentierte](https://x.com/dushanwegner/status/1925479999072502213) damals süffisant: »Du musst Qualitätsjournalisten wie Hannes Stein nicht widersprechen. Du kannst auch warten, bis sie es selbst tun.« Es fällt mir schwer, Herrn Stein zu glauben, dass er sogar im Jahr 2024 noch der ehrlichen Meinung war, dass Joe Biden eindeutig »nicht senil« ist. Und mein Einfühlungsvermögen streikt bei der Vorstellung, dass ein nicht-psychopathischer Mensch wirklich daran »Spaß hat«, wenn eine Tomahawk-Rakete eine Schule samt den Schülern darin auslöscht. Es *könnte* sein, dass Herr Stein (womöglich *unbewusst*) genau das schreibt, wovon er meint, dass es die jeweilige Redaktion von ihm hören will. 2024 schreibt er für Axel Springer, dass Joe Biden total nicht senil ist. 2026 schreibt er für die Jüdische Allgemeine, dass zumindest die erste Phase des Krieges »Spaß gemacht« hat. Ich stelle die These in den Raum, dass wir an den Texten von Hannes Stein nicht immer nur ablesen, was Hannes Stein meint, sondern bisweilen eher das, wovon wechselnde »höhere Mächte« (via *Redaktion*) wollen, dass es *gemeint wird*. Und auch: *empfunden* wird. ## Mach dich ehrlich, wo es wehtut Krieg gegen die »Mullahs« soll »Spaß« machen. Wir sollen uns *freuen*, wenn der Gegner – ein Mensch – in die Hölle fährt, zur ewigen Verdammnis. Ich stellte schon zu Beginn dieses merkwürdigen Jahres 2026 fest, dass es das Jahr ist, in dem sich die sogenannten Eliten ehrlich machen. Und es bewahrheitet sich täglich. Nein, »die« verstellen sich nicht mehr. Und was wir von denen hören und lesen, könnte uns *verunsichern*. Den »höheren Mächten« ist es leidlich egal, ob *du* oder *ich* dies alles überleben und in welchem seelischen Zustand. Die wollen vor allem eines: an der Macht bleiben. Doch spätestens wenn *die* sich ehrlich machen hinsichtlich ihrer Absichten, sollten *du* und *ich* uns hinsichtlich unserer Lage ehrlich machen. Das Herz des Herrn Stein mag hüpfen. Mein Herz ist etwas nervös. Und mein Verstand ist fest überzeugt, dass die *einzige* Überlebensstrategie für den Einzelnen damit beginnt, sich auch da ehrlich zu machen, wo es *weh tut*. Besser heute die Schmerzen der Wahrheit als zuletzt die Schmerzen aus dem Beharren auf der Lüge. - [Nein, wir fürchten den Islam nicht (nur einige der Leute, die danach handeln)](https://dushan.org/essays/islamophobie/) Der Begriff »Islamophobie« ist falsch: Wir fürchten nicht den Islam, der zunächst eine IDEE ist (wie jede Ideologie). Wir fürchten die HANDLUNGEN einiger der Leute, die diese Idee umsetzen – wenn ironischerweise SIE Angst vor Ideen wie »Freiheit« haben. »Islamophobie« ist ein seltsames Konzept. Es wirkt wie ein Fall von »beschuldige den anderen, wessen du selbst schuldig bist«. »Islamophobie« bedeutet wörtlich eine »pathologische Angst vor dem Islam«. Aber das ist doppelt falsch! Und zwar *auf ironische Weise*. Lasst mich erklären! Ich habe keine Angst vor Ideen, aus denen Ideologien (theoretisch) bestehen. Ich habe jedoch Angst vor den Handlungen von Menschen, die Ideen anhängen, wonach ich »weniger menschlich« bin. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Angst gesund ist. Christen und westliche Konsumenten — Letztere aufgewachsen in der christlichen Kultur, doch blind für diese wie ein Fisch fürs Wasser — teilen die Prämisse: Jeder Mensch trägt den gleichen inhärenten Wert. Und sie glauben, dieser Glaube würde universell geteilt. Leider stehen wir unter den Weltreligionen recht allein damit. Und die Blindheit gegenüber dieser Asymmetrie macht uns verwundbar. Der Koran sagt, Ungläubige seien »die schlechtesten Geschöpfe« ([Al-Bayyinah 98:6](https://surahquran.com/language-Deutsch-aya-6-sora-98.html)). Das islamische Recht geht weiter: Der Kafir (sprich: der Ungläubige) wird als »unrein« klassifiziert — *najis* — aufgelistet neben Blut, Sperma, Schweinen und Hunden ([shiastudies.com](https://shiastudies.com/en/4583/najasat-and-taharat-rules/)), und dies ist keine obskure Randinterpretation. Ich habe keine Angst vor Ideen. Ich habe Philosophie studiert, mit besonderem Gewicht auf *Logik* und *Sprachphilosophie*. Ich schätze die Kirchenväter und genieße es tatsächlich – und finde tiefe Bedeutung darin –, die »Gegenargumente« zu meinem Glauben wie etwa die *Theodizee* zu diskutieren. Wenn du meinen Respekt und meine Sympathie gewinnen willst, zeige mir auf, dass und wo ich falsch liege – und hilf mir so, *weniger falsch* zu liegen. Ich bin sicherlich nicht *phobisch* oder *ängstlich* vor einer *Idee*. Ich habe aber, und das gebe ich gern zu, durchaus Angst vor den Handlungen, die eine direkte Folge dessen sind, dass Menschen mich als »weniger menschlich« ansehen. Die Ironie der Anschuldigung »Islamophobie« ist, dass es gewöhnlich _nicht_ der angebliche Islamophobe ist, der Angst vor Ideen hat. Es scheinen wiederholt _Muslime_ zu sein, die derart große Angst vor gegenteiligen Ideen hegen, dass sie Menschen angreifen, unterdrücken oder töten, die Zweifel an ihren Ideen äußern. In diesem Sinne wäre »Islamophobie« ein Fall von »beschuldige die andere Seite dessen, wessen du selbst schuldig bist«. Oh, wir alle suchen Gott, jeder auf seine Weise. So geht der Geist von Lessings Ringparabel, und andere Freimaurer stimmen gerne zu. Doch das impliziert moralische und spirituelle Austauschbarkeit. Ich widerspreche. Ich sehe kaum gemeinsamen moralischen Boden mit Ideologien, die mich als von anderer, »unreiner« Natur betrachten. »Du betrachtest mich als so unrein wie Sperma und Schweine, während ich dich als ein Kind Gottes betrachte, genau wie mich« — klingt das nach gemeinsamem moralischen Boden? Ich habe einige _derer_ moralischen Richtlinien gelesen. Diese Ideen bereiten mir nur insofern »Angst«, als sie befolgt werden könnten. Ich stimme nicht mit den »nützlichen Idioten« des Westens überein, die uns zwingen wollen, zu lügen, dass keine fundamentalen Unterschiede in den Werten existieren. Und ich möchte deren Werte mit _meiner_ Tradition kontrastieren. Jesus sagt: > Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Und doch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Haupt alle gezählt. > > – Matthäus 10:29-30 Jedem einzelnen Menschen ist unermessliche Würde gegeben, ob Gläubiger oder Ungläubiger, ob Mann oder Frau, ob im Mutterleib getötet oder vom Alter gesegnet. Es ist Balsam für die Seele, das zu wissen. Doch uns wird zugleich auch aufgetragen, nicht zu lügen, kein falsches Zeugnis abzulegen. Jesus macht es deutlich: > Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein. > > – Matthäus 5:37 Wenn Jesus mich bittet, die andere Wange hinzuhalten, bittet er mich, eure Beleidigungen zu ertragen — und das werde ich tun. Aber wenn ihr mir das Leben oder die Freiheit nehmen wollt, sei es, weil ihr mich als weniger menschlich betrachtet oder in Wirklichkeit ihr diejenigen seid, die Angst vor Ideen haben, werde ich Männer mit Waffen bitten, meine Familie, meine Kirche, mein Land und mich zu beschützen. Ich werde diesen Männern danken und ich werde für sie beten — so wie ich für euch bete. - [Warum nicht hier wie in Mexiko?](https://dushan.org/essays/warum-nicht-hier-wie-in-mexiko/) Am Weltfrauentag wurden wie jedes Jahr in Mexiko wieder Kirchen attackiert. Kommunisten hassten Christus/Christen schon immer. Ja, es ist unschön. Doch fragt mal andersrum: Was sagt es über deinen Glauben aus, wenn Kommunisten dich NICHT attackieren? Ich weiß nicht, wer die Social-Media-Beiträge des Heiligen Vaters schreibt. Er ist es vermutlich nicht selbst. Und der Heilige Geist ist es vermutlich auch nicht – nicht immer. Gestern schrieb der deutsche X-Account des Papstes: > Heute begehen wir den #Weltfrauentag. Wir erneuern unser Engagement für die Anerkennung der gleichen Würde von Mann und Frau. Leider werden viele Frauen seit ihrer Kindheit immer noch diskriminiert und leiden unter verschiedenen Formen von Gewalt: Ihnen gilt in besonderer Weise meine Solidarität und mein Gebet. > > – [@Pontifex_de, 08.03.2026](https://x.com/Pontifex_de/status/2030652258476855439) Man beachte den ersten Satz: »Heute begehen wir den Weltfrauentag.« In der englischen Variante fehlt »wir« (wobei die Übersetzung nicht als solche gekennzeichnet ist), doch man bezieht sich auf dasselbe. ## Familie floh auch deshalb Was *ist* dieser »Weltfrauentag« aber wirklich? Eine [simple Wikipedia-Suche](https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Frauentag) ergibt, dass der am 8. März gefeierte »Weltfrauentag« oder »International Women’s Day« eine *kommunistische* Institution ist. Kommunisten aber waren und sind anti-christlich. Es hat einen guten Grund, dass Päpste wiederholt den Sozialismus verdammten – und zwar nicht »nur«, weil Sozialisten gegen Christen vorgingen ([Wikipedia »Decree against Communism«](https://en.wikipedia.org/wiki/Decree_against_Communism); von Pius IX. bis Benedikt XVI. haben Päpste den Sozialismus durchgängig und ausdrücklich verurteilt, etwa in *[Divini Redemptoris](https://www.vatican.va/content/pius-xi/en/encyclicals/documents/hf_p-xi_enc_19370319_divini-redemptoris.html)*, 1937). Meine eigene Familie floh auch deshalb vor dem Kommunismus, weil aktive Christen im Kommunismus nur geringe Lebenschancen hatten. (Außer sie waren bereit, im System »mitzuspielen«, klar.) ## Eine dunkle Wolke Mir wurde berichtet, dass ein Priester dieser Tage sagte: Eine dunkle Wolke hat sich zwischen die Menschen und Gott geschoben. (Ich ergänze: und damit zwischen den Menschen und seine eigene Menschlichkeit, denn was den Menschen vom Tier unterscheidet, ist, dass der Mensch *nach dem Bilde Gottes* geschaffen ist; siehe etwa Genesis 1:27 und 1. Korinther 11:7.) Und jener Priester, so wurde mir erklärt, sagte weiter: Täuscht euch nicht! Die Leute, die jetzt sagen, dass sie für Frauenrechte demonstrieren, demonstrieren gegen die Kirche. Diese Leute demonstrieren gegen Gott, und sie können bald euch, die Gläubigen, attackieren. Als ich das hörte, dachte ich: Ja, das empfinde ich so ähnlich mit der »dunklen Wolke«. »Frauenrechte« bedeutet in der Praxis *heute*, dass Frauen gedrängt werden, ihre Kinder zu töten und ihre Familien zu zerbrechen, um »Karriere zu machen«; sprich: Konzernen statt Gott und Familien zu dienen. ## Dieselben Kräfte, dieselben Widersprüche Dass »Frauenrechte« nicht wirklich Frauen stärken wollen, ist an gleich mehreren Widersprüchen erkennbar. *Dieselben* politischen Kräfte, die angeblich Frauen stärken wollen, schaffen gleichzeitig *sinnvolle* Frauenrechte ab. Schutzräume für Frauen werden freigegeben für Männer in Frauenkleidern. *Dieselben* politischen Kräfte, die angeblich Frauen stärken wollen, fördern die de facto unkontrollierte Einwanderung von Männern aus Kulturen, in denen die Rolle und Wertigkeit der Frau sehr andere sind. Zugleich *verbieten* Linke, darüber zu reden, welche Gefahr sich daraus für Frauen ergibt. (Wenn du ein Gutmenschengehirn zum »Syntax Error« bringen willst, sage ihm: »Der Islam hat recht, was Frauen angeht.«) Es überrascht wenig, dass einige der »NGOs«, die jährlich am 8. März 2026 auf die Straße gehen, um unter anderem das Recht auf Tötung von Kindern noch vor der Geburt zu verlangen, von der Soros-Stiftung gesponsert sind; siehe [opensocietyfoundations.org, 30.5.2021](https://www.opensocietyfoundations.org/newsroom/open-society-foundations-commit-100-million-to-support-feminist-political-mobilization-and-leadership). Linker Vandalismus ist in Mexiko derart häufig, dass die üblichen »Faktenfinder« schon mal explizit erklären müssen, dass Soros nicht direkt hinter Attacken steckt ([euvsdisinfo.eu, abgerufen 09.03.2026](https://euvsdisinfo.eu/report/george-soros-behind-political-vandalism-mexico-city/)). (Notiz am Rande: Wenn solche »Faktenfinder« in ihrer »Widerlegung« nicht blank lügen, verwenden sie oft einen *argumentativen Strohmann*. Zunächst wird eine sehr spezielle und radikale Spielart des zu Widerlegenden formuliert. Dann wird speziell dieser Strohmann »widerlegt« – um anschließend zu tun, als hätte man damit das gesamte Thema abgeräumt.) Diese Leute, die am »Weltfrauentag« protestieren, tun es vermutlich, weil es sich »gut anfühlt«, in einer Herde mitzulaufen. Die allermeisten Demonstranten und übrigen Mitläufer heutzutage, ob sie für »Frauenrechte«, »gegen Rechts« oder »gegen den Klimawandel« demonstrieren, haben selbst keine Ideologie parat. Spontane Interviews mit diesen Leuten zeigen immer wieder, dass sie außer den Slogans des jeweiligen Tages *nichts* Erklärendes zu ihren Forderungen sagen können. Diese Leute laufen mit, weil »mitlaufen«, »ethisch gut sein« und »Abweichler bekämpfen« in deren moralischem Gefühl zusammenfallen. Wenn die Propaganda es von ihnen fordert, würden und werden sie morgen für das Gegenteil demonstrieren. Heute für den Frieden, morgen für den Krieg – und *immer* gegen alle Andersdenkenden. ## Irgendwann ist jetzt Dies alles bedenkend dachte ich, als ich von den Worten jenes Priesters hörte: Ja, auch ich halte es für *denkbar* und *möglich*, dass diese Demonstranten *irgendwann* Kirchen und Christen attackieren. Wie gesagt: Ich dachte *irgendwann*, *eines Tages*, *in einer hoffentlich vermeidbaren Zukunft*. Nun, nicht nur beim Thema *künstliche Intelligenz* findet die Zukunft schon jetzt statt. Die erste »UN-Weltfrauenkonferenz« wurde am 8. März 1975 in Mexiko abgehalten. Jedes Jahr finden in Mexiko, wie in vielen anderen spanisch geprägten Staaten, organisierte Demonstrationen zum Weltfrauentag statt. Mexiko wird derzeit von einer *Frau* regiert, *Claudia Sheinbaum Pardo*. Sheinbaum ließ zur Begehung des Weltfrauentags die *Armee* paradieren. Sie selbst trat im für diesen Tag typischen Violett auf. Sheinbaum erklärte, sie wolle »die Wurzeln von Diskriminierung und Gewalt zerstören« ([@Claudiashein, 09.03.2026](https://x.com/Claudiashein/status/2030825677281177982)). Was aber wollten die Demonstranten *wirklich* zerstören? Die Frage, was die Demonstranten *wirklich* zerstören wollten, wird von zahlreichen Videos und Bildern auf X beantwortet. Siehe etwa: [@RosaryQuotes123, 09.03.2026](https://x.com/RosaryQuotes123/status/2030844711158645185); [@Sachinettiyil, 09.03.2026](https://x.com/Sachinettiyil/status/2030819044123873330); [@Sachinettiyil, 09.03.2026](https://x.com/Sachinettiyil/status/2030815409633374633); [@Sachinettiyil, 09.03.2026](https://x.com/Sachinettiyil/status/2030875400109162967) ## Aufruf als Uniform Wir sehen Menschenketten von Gläubigen, aber auch Polizisten, um Kirchen herum. Die Menschen wollen Kirchen vor vandalisierenden Weltfrauentag-Demonstranten schützen. Die aggressiven Demonstranten aber beschmieren Kirchen mit ihren Parolen und werfen Farbe auf die Menschenketten. Der Farbton, mit dem Kirche und Gläubige attackiert werden, ist genau das Violett, das Claudia Sheinbaum Pardo bei ihrem aggressiven Aufruf als farbliche Uniform trug. Kirchen werden vandalisiert. Vermummte »Feministinnen« versuchten sogar, mit Flammenwerfern bewaffnet in Kirchen einzudringen ([@CarlosVinicioAR, 09.03.2026](https://x.com/CarlosVinicioAR/status/2030806963500486944)). Gläubige schützen die Kirchen mit ihrem Leib und ihrem Leben. Nützliche Idioten im Auftrag anti-christlicher Akteure attackieren Gläubige und Kirchen. Und der Papst stellt sich auf die Seite derjenigen, die Kirchen und Gläubige attackieren?! ## Ach, wenn der Papst Nein, ich glaube wahrlich nicht, dass »der Papst« sich auf die Seite der Christenhasser stellt. Ich halte es mit *Hanlon’s Rasiermesser*: Schreibe nicht der Verschwörung zu, was sich mit Inkompetenz erklären lässt; in diesem Fall der temporären Inkompetenz des päpstlichen Social-Media-Teams. Der Nachsatz nach dem Aufhänger ist ja nicht falsch. »Anerkennung der gleichen Würde von Mann und Frau« ist eine gute Sache. Man beachte die implizite und theologisch korrekte Abgrenzung von der gleichen *Rolle* von Mann und Frau. Und doch, der Aufhänger ist unklug gewählt. Und überhaupt: »Frauenrechte« ist im Westen längst zum Code von Zerstörung von Familien verkommen, gerade im Sprachgebrauch von Kommunisten. Ach, wenn der Papst das alles wüsste, er würde es nicht zulassen. Mehr noch als der ungeschickte Fehlgriff des Social-Media-Teams im Vatikan überraschte mich aber, wie unmittelbar es sich bewahrheiten würde, was der Priester vorhergesagt hatte: Diese Leute werden die Kirchen, werden *euch* angreifen. Nein, nicht in Deutschland (da hört man das [Kreischen wie von Dämonen *in* der Kirche, und der Bischof hört bedächtig zu](https://x.com/SecretFire79/status/1900349452784976193)), wie der Psalm zu Höllenklängen malträtiert wird. Nein, in Deutschland attackieren die NGO-Kasperl nicht die großen Kirchen. Aber dort, wo die Kirche noch Kirche ist und der Glaube noch Glaube. ## Ich beneide die Mexikaner Ja, es tut mir weh, dass das Social-Media-Team des Papstes derart danebengreift. Ja, es tut mir weh, dass Kirchen attackiert werden. Ja, es bereitet mir Sorge, dass diese Entwicklungen derart *offensichtlich* sind, dass sie präzise vorhergesagt werden können, aber uns so wenig *bewusst* sind. Ich bedenke all dies und komme zu einem Schluss, der sogar mich selbst überrascht: Ich *beneide* die Gläubigen in Mexiko! Warum ist unser Glaube so schwach, dass die Dämonen und ihre nützlichen Idioten sich *nicht* motiviert fühlen, uns zumindest mit Farbe zu entwürdigen? Poetisch gesprochen: Wenn sie dich kreuzigen wollen, hast du ein Problem. Wenn sie dich *nicht* kreuzigen wollen, hast du ein größeres Problem! Das ist die Lehre aus dem Weltfrauentag und anderen sozialistischen Aufmärschen: Lebe dein Leben und deinen Glauben so, dass es Kommunisten und andere Dämonen laut kreischen lässt! - [Großisrael, Trumps Betrug und der eine Berg](https://dushan.org/essays/der-eine-berg/) Mal angenommen, dass Trump uns NICHT alle belogen hat, dass er wirklich Frieden wollte. Dann existieren zwei Erklärungen, eine ernüchternd, die andere »spannend«: a) Er wurde »überredet«. b) Er glaubt, dass Irans Unterwerfung zum Weltfrieden führen wird. Im Nahen Osten ist Krieg (oder »militärische Aktion«, wie man heute sagt) ([Wikipedia »2026 Israeli–United States strikes on Iran«](https://en.wikipedia.org/wiki/2026_Israeli%E2%80%93United_States_strikes_on_Iran)). Die USA und Israel gegen den Iran. Der Iran gegen andere Länder. Wer die NATO-Verbündeten Türkei und via Zypern auch Großbritannien *wirklich* angriff, das diskutieren die Pressestellen noch ([fdd.org, 4.3.2026](https://www.fdd.org/analysis/2026/03/04/will-natos-downing-of-an-iranian-ballistic-missile-over-turkey-shift-ankaras-stance/)). Ich hörte Verschwörungstheoretiker (VT) diese Thesen zum Iran-Krieg aufstellen: **1. VT-These: Israel wird »Großisrael« errichten.** Geographischer Leitfaden inkl. »völkerrechtliche« Grundlage dafür, behaupten Verschwörungstheoretiker, soll im Verständnis Israels und wohl auch »christlicher Zionisten« die Bibel selbst sein: > An jenem Tage schloß der HERR einen Bund mit Abram und erklärte: ›Deiner Nachkommenschaft will ich dieses Land geben vom Bach Ägyptens bis an den großen Strom, den Euphratstrom: die Keniter, Kenissiter, Kadmoniter, Hethiter, Pherissiter, Rephaiter, Amoriter, Kanaaniter, Girgasiter und Jebusiter.‹ > > – Genesis 15:18-21 Dieses Gebiet würde weite Teile des nahen Ostens umfassen. Bei Wikipedia existiert ein eigener Eintrag zu [»Großisrael«](https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fisrael) »vom Euphrat bis zum Nil«. Der Bericht von diesen Absichten, so sagen Verschwörungstheoretiker, zählt zu jenen Fakten, die von reichen und vernetzten amerikanischen und israelischen Aktivisten selbst immer wieder als ihre Motivation angeführt werden, doch deren Zitieren einem schnell den Vorwurf des »Antisemitismus« einbringt. Ich mache mir die Aussage also nicht zu eigen, ich *bewerte* sie nicht einmal – ich *protokolliere* sie, weil ich nun einmal in Sachen *Bibel* und ein wenig auch in Sachen *Politik* sehr interessiert bin. **2. VT-These: Europa wird ersatzweise dem Islam übergeben.** Wenn Israel weite Teile des nahen Ostens zu Großisrael erklären wird, so kalkulieren Verschwörungstheoretiker, werden Millionen (dann buchstäblich) Flüchtlinge ein neues Zuhause benötigen. Das wird Europa sein. Diese »große Transformation« wurde 2015 offiziell eingeleitet. In einigen Regionen Europas sei die »große Transformation« bereits irreversibel umgesetzt, etwa in Teilen Großbritanniens, behaupten Verschwörungstheoretiker ([courage.media, 10.11.2025](https://courage.media/2025/11/10/britains-first-islamic-no-go-zone/)). In anderen Teilen Europas sei die »große Transformation« durch symbolische und praktische Unterwerfung eingeleitet, aktuell sichtbar an Unterwerfungsgesten anlässlich von Ramadan ([europeanconservative.com, 21.2.2026](https://europeanconservative.com/articles/news/islamization-europe-ramadan-lent/)). Notiert sei auch, so Verschwörungstheoretiker: Deutschlands Bischöfe (wie immer einige, nicht alle) sind durch den tatsächlichen Effekt ihres Tuns an der Islamisierung Europas mittelbar beteiligt. Indem sie »offene Grenzen« forderten ([domradio.de, 10.3.2025](https://www.domradio.de/artikel/katholische-bischoefe-kritisieren-schaerfere-fluechtlingspolitik)), was kirchlichen Wohlfahrtsverbänden sehr viel Geld einbringt ([dbk.de, 2025](https://www.dbk.de/themen/fluechtlingshilfe/fluechtlingshilfe-in-zahlen)). Indem sie wie Propagandisten der Regierung und NGOs auftreten ([tichyseinblick.de, 17.6.2025](https://www.tichyseinblick.de/meinungen/asylindustrie-kirchen-ngo/)). Indem sie den katholischen Glauben durch unanständige Flirts mit Häresie und durch würdelose Messen aushöhlen, was Gläubige aus der Kirche und in die geistliche Heimatlosigkeit treibt. **3. VT-These: Trump hat uns getäuscht.** Viele Nicht-Linke, wahrlich auch ich, haben geglaubt, dass Trump der Welt endlich *Frieden* bringen würde. Ich schrieb darüber mehr als einmal. In Texten mit dramatischen Titeln wie: [»Trump, der Frieden und seine Feinde«](https://dushan.org/essays/trump-frieden-feinde/), oder: [»Ich will Frieden, was wollt ihr?«](https://dushan.org/essays/frieden/) »Trump brachte Frieden. Deshalb musste er weg«, so schrieb ich im kindisch-aggressiv betitelten Text [»Trump-Hasser wollten das so«](https://dushan.org/essays/danke-trump-hasser/). Und der Trump als *Friedensbringer* scheint tatsächlich »weg« zu sein. Diese dritte Verschwörungstheorie wird etwa vom X-Account *SnickLink* formuliert: > Grämt euch nicht. Auch ich bin teilweise der Illusion verfallen. Seltsamer Typ, aber Charisma. Keinen Bock auf Woke! America First! Fight! Kompletter Bullshit. Es tut WEH es einzugestehen, aber: die verf\*\*\*ten Mainstream-Medien hatten RECHT! Auf eine völlig andere Art als SIE es dachten/wollten/könnten, aber sie hatten Recht. Zumindest bei Donnie Boy. > > […] > > Ich bin nicht überrascht über dieses "Fallen der Maske". Ich bin überrascht über das schiere AUSMASS der Täuschung. Denn selbst wenn man WEISS, dass Politik bloß die "Unterhaltungsabteilung der Rüstungsindustrie" ist, so ist es doch immer wieder unglaublich, wie die halbe Welt hypnotisiert werden kann durch die immer selben Methoden. Gott stehe uns bei. > > – [@snicklink, 05.03.2026](https://x.com/snicklink/status/2029690011709563386) ## Was »ist« ist Bill Clinton antwortete im Kontext seiner Affäre mit Monica Lewinsky einmal auf eine Frage, die Antwort auf hänge davon ab, was die Bedeutung von »ist« ist. In einem ähnlichen begriffsphilosophischen Geist will ich auf die Behauptung antworten, Trump habe die Welt hinsichtlich seiner Neigung zum Frieden belogen und betrogen. Journalisten *lügen* nicht (im engsten Wortsinn von »lügen«), wenn sie etwas nachweislich Falsches sagen, wenn sie bloß irren. (Siehe dazu meinen Essay [»Darf man über »Lügen« reden?«](https://dushan.org/essays/luegen/). Ich stelle die These auf, dass »lügenden Systeme« wie etwa *Redaktionen* existieren, für welche die Mitarbeiter so ausgewählt werden, dass sie mehrheitlich »in die gleiche Richtung irren«.) Trump hat uns also nicht *belogen* und *betrogen*, wenn er wirklich beabsichtigte, den Frieden in der Welt zu verteidigen. Dass Trump jetzt einen möglichen Weltkrieg vom Zaun bricht, könnte Umständen geschuldet sein, die er damals nicht vorhersah – oder die er für beherrschbar hielt. Es ist ja kein Geheimnis, dass es mächtige Mächte nach Kriegen gelüstet. Laut Verschwörungstheoretikern zielen einige der Mächte, die auf Trump einwirken, auf das Großisrael aus Genesis 15:18. ## Katalysator für Weltfrieden Eine weitere begriffstheoretische Variante ist denkbar: Trump könnte tatsächlich meinen, dass die Iran-Angelegenheit schnell vorbei ist und dann plötzlich *mehr* Frieden in der Welt herrscht. Iran könnte eine USA-freundliche Regierung erhalten. Oder ein »neuer« Iran könnte sich mit einer Israel-Variante »vom Euphrat bis zum Nil« anfreunden. Laut einigen jüdischen Stimmen würde eine solche Stärkung Israels – verbunden mit dem Bau des mythischen »dritten Tempels« – tatsächlich als »Katalysator für den Weltfrieden« dienen: > Once the Temple is up and running, all of humanity will be uplifted and attracted to it, and Jews will appear out of the woodwork to return. That in turn will serve as the catalyst for world peace. > > – [chabad.org: »Why On Earth Do We Need a Third Temple?«](https://www.chabad.org/library/article_cdo/aid/2261/jewish/Why-On-Earth-Do-We-Need-a-Third-Temple.htm) Das bedeutet auf Deutsch etwa: »Sobald der Tempel wieder in Betrieb ist, wird die gesamte Menschheit davon begeistert sein und sich zu ihm hingezogen fühlen, und Juden werden wie aus dem Nichts zurückkehren. Dies wiederum wird als Katalysator für den Weltfrieden dienen.« ## Nur auf einem Berg Am 20. Dezember 2016, nach dem Attentat auf dem Breitscheidplatz, schrieb ich den Text [»Ich habe keine Angst mehr«](https://dushan.org/essays/ich-habe-keine-angst-mehr/). Die beschriebene *Angst* war nicht die vor Terror und Gewalt, sondern die Angst davor, die Wahrheit zu sagen. Ich habe diese Angst nicht *immer* unterdrücken können. In diesen Tagen bin ich wieder vorsichtiger geworden. Nicht aus simpler *Angst* – mir wurde bereits so viel genommen, dass der Rest mich täglich weniger schreckt –, sondern aufgrund simpler *Mathematik*: Du kannst nur auf *einem* Berg sterben, also berechne genau, welcher *dein* Berg sein soll. Heute kann ich *wieder* sagen, dass ich keine *Angst* habe. Nicht weil ich die Entwicklungen nicht für gefährlich hielte, sondern weil ich *andere* Entwicklungen für um mehrere Dimensionen *bedrohender* halte. ## Zweitausend Prozent Da wäre zum einen die Entwicklung, die ich 2019 im Essay [»Künstliche Intelligenz und Mäusespeck«](https://dushan.org/essays/ki-maeusespeck/) beschreibe. Künstliche Intelligenz bedeutet schon heute im Ansatz und bald um das Tausendfache mehr, dass einige *Menschen* und *Institutionen* tausendfach klüger sein werden als der »normale« Mensch. Wir erleben schon heute die dramatischen Konflikte, wenn Menschengruppen mit *leicht* unterschiedlichem durchschnittlichen Bildungs- und IQ-Niveau aufeinandertreffen. Stellt euch die Konflikte vor, wenn der Unterschied nicht zwanzig oder dreißig Prozentpunkte beträgt, sondern dank KI-Unterstützung *Hunderte* Prozentpunkte bei vollständigem Weltwissen! Die andere noch ärgere Gefahr habe ich 2018 im Essay [»Was hülfe es dem Menschen?«](https://dushan.org/essays/merkel-ueberwachen/) sogar zum Titel gemacht. Es ist ein Bibelvers: > Denn was könnte es einem Menschen helfen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber sein Leben einbüßte? > > – Matthäus 16:26 a Vergiss einmal die Frage, was dein Arbeitsplatz wert ist oder ob der Staat dir eine Rente zahlen kann, wenn ganze Industrien sich 80 Prozent ihrer Belegschaft entledigen. Vergiss die Frage, was die Umstrukturierung des Nahen Ostens für die Stabilität Europas bedeutet. Vergiss sogar kurz die Frage, was es für die Gesellschaft bedeutet, wenn es nicht der Sonderfall, sondern die Regel ist, dass in deutschen Schulklassen maximal ein bis zwei deutsche Schüler auf die ansonsten migrantische Schulklasse kommen. Würde es dein Leben *komfortabler* machen, wenn all dies nicht der Fall wäre? – Sicher, ohne Zweifel. Doch würde es dich zu einem besseren, klügeren, weiseren, ja: *heiligeren* Menschen machen? – Nein, würde es nicht. Der Christ könnte fragen: Warum lässt Gott das zu, dass unsere Welt derart aus den Angeln gerät? Doch bräuchtest du wirklich *seine* Antwort? Du siehst ja, was der Mensch tut, wenn es komfortabel zugeht. Wir *hatten* die »ganze Welt gewonnen«. Wir nahmen Schaden an unserer Seele – und wie! Ja, nehmt die Bomben und den Nahost-Umbau und zwischendurch sogar die beängstigend-brillante neue Technologie *zur Kenntnis*. Macht euch realistische Pläne dazu. Und dann lasst erst mal eure *Seele* reparieren. - [Verfassungsschutz vs. Josef K.](https://dushan.org/essays/verfassungsschutz-vs-josef-k/) Kafka in »Unserer Demokratie«: Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet. Später wurde klar, dass der Verfassungsschutz ihn bloß verwechselt hatte, aber da war es schon zu spät. *Der Process* von Franz Kafka beginnt bekanntlich so: »Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.« Ich habe jene Kafka-Geschichte schon 2019 zitiert, im Essay [»Welche Regeln gelten denn – und für wen?«](https://dushan.org/essays/welche-regeln/). Und wer den *Process* je las, der fragt sich natürlich bis zum Schluss: *Wer* war es, der diesen Josef K. verleumdet hat?! Wer hat ihn angezeigt, zur Vernichtung freigegeben? Nun, im Jahre 2026 ist die Frage dank des Verfassungsschutzes wohl beantwortet, einer Behörde des Innenministeriums. Und die Antwort lautet wohl: *Niemand*. Niemand hat *diesen* Josef K. verleumdet – mit Betonung auf »diesen«. Lasst mich erklären! ## Sogar im Ausland Es gibt Wahrheiten, die auszusprechen dir in Deutschland üble Strafen einbringt. Zur aktiven Medienkompetenz in »Unserer Demokratie« gehört, durch die verminte Landschaft erlaubter und verbotener Wahrheit navigieren zu können. Zu wissen, welche Wahrheit dir morgendliche Polizeibesuche einbringt, und welche eindeutige Lüge als Gesslerhut gefahrlos verweigert werden kann. Viele Deutsche sind von Propaganda und als »Aufklärung« verkleidetem Narzissmus derart verbogen, dass sie tatsächlich glauben (oder glauben *wollen*), was die Propaganda ihnen zu glauben vorgibt. Doch nicht alle! Einer der häufigsten Sätze, den der denkende Deutsche hört (bevor er dann doch ganz ausgestoßen wird), lautet: »Du hast ja recht, aber das kann man so nicht sagen!« Ein Teil der Deutschen *weiß*, dass es Lügen sind. Ein Teil der Deutschen verfügt eigentlich über genügend geistige Werkzeuge, um zu erkennen, dass das alles nicht gut enden *kann*. Doch diese Leute »halten den Kopf unten«. »Als sie den AfD-Leuten das Haus durchsuchten, habe ich geschwiegen«, sagen sich die Kopf-unten-Halter, »denn ich war kein AfD-Leut. Als sie dem rechten Shitposter das Konto sperrten …« und so weiter. Das Problemchen am Kopf-unten-Halten in Deutschland ist, dass *wenn* der Staat es sich zur Gewohnheit macht, Andersdenkende ohne Anklage und Verfahren zu vernichten, es zu »Fehlern« kommen kann. ## Auch eines realen Menschen Eine aktuelle Meldung erklärt die uralte Kafka-Frage, wer es war, der Josef K. verleumdet hatte. Wir lesen bei [apollo-news.net, 05.03.2026](https://apollo-news.net/verfassungsschutz-liess-zwei-jahre-lang-die-falsche-frau-beobachten-ihr-wurde-deshalb-fristlos-gekuendigt/): »Das Bundesamt für Verfassungsschutz ließ zwei Jahre lang die falsche Frau beobachten – man verwechselte sie wegen ihres Namens. Die zu Unrecht beobachtete Frau verlor deswegen ihren Job.« Wir erfahren, dass es eine Dating-Plattform namens »White Date« gegeben haben soll. Die richtete sich an Weiße, die sich mit Weißen zwecks Partnerschaft und Fortpflanzung treffen wollen. Das ist natürlich »rechtsextrem« und »verfassungsfeindlich.« (Ich verzichte hier auf die Debatte, warum derselbe Inhalt für jede andersfarbige Gruppe *außer* Weißen unproblematisch wäre und vermutlich sogar vom Staat gefördert würde.) Also muss die Betreiberin dieser Plattform ohne Anklage und Verfahren wirtschaftlich und sozial vernichtet werden. So läuft das in »Unserer Demokratie« Die Betreiberin dieser Plattform hatte sich aber offenbar ein Pseudonym zugelegt, welches auch der Name einer *realen* Person war. Die sehr intelligenten und kompetenten Mitarbeiter des Verfassungsschutzes stellten fest, dass eine Person dieses Namens als Assistentin der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) beschäftigt war. Also tat man, was man in »Unserer Demokratie« eben tut, wenn ein Mensch nach amateurhafter Suche in den Fokus des Verfassungsschutzes gerät: Man informierte den Arbeitgeber über den Verdacht des »Rechtsseins«. Auf der Website der HWR [hwr-berlin.de](https://www.hwr-berlin.de) lesen wir Misshandlungen der deutschen Sprache wie »Studierende« (gemeint: Student, nicht Menschen, die just in diesem Moment studieren) und »Lehrendenportal«. Die HWR ist auf »Bluesky« vertreten ([hwrberlin.bsky.social](https://bsky.app/profile/hwrberlin.bsky.social)), einer Plattform, die wirklich super bemüht ist, den toxischen Hass bei sich auszumerzen ([@bluesky, 04.03.2026](https://x.com/bluesky/status/2029234330346701123)); mit der freien Rede auf X fremdelt die HWR wohl eher ([@HWR_Berlin](https://x.com/HWR_Berlin/status/1899815430484549726)). Wir wissen also, wie die HWR auf die Meldung durch den Verfassungsschutz reagierte: Man stellte sich mutig vor die Mitarbeiterin und verteidigte ihr Recht auf freie Meinung. Hahaha – nein. Natürlich nicht: Man kündigte der Dame. Ohne Anklage. Ohne Untersuchung. Ohne Verfahren. Ein Staat, in dem eine offen parteipolitisch agierende Behörde ohne Verfahren via Telefonanruf einen beliebigen Bürger wirtschaftlich vernichten kann, ist weder rechtsstaatlich noch demokratisch noch freiheitlich. Als aber klar wurde, dass alles nur eine Verwechslung war, da war der Arbeitsplatz der Verleumdeten leider, leider schon neu besetzt (so [jungewelt.de, 06.03.2026](https://www.jungewelt.de/artikel/518660.faules-ei-des-tages-naziverwechslung.html)). Aus meinem Umgang mit Linken könnte ich mir aber sehr gut vorstellen, dass man trotz der nun offensichtlichen Verwechslung lieber nichts mit der Person zu tun haben will. »Irgendwas wird da schon dran sein«, werden sich manche Linke denken, denn Linke denken nicht durchgängig mit den rationalen Gebieten ihres Gehirns (siehe u.a. [scientificamerican.com, 26.10.2020](https://www.scientificamerican.com/article/conservative-and-liberal-brains-might-have-some-real-differences/)). ## Wenn ohnehin Der bloße Verdacht »rechter« Meinung – in diesem Fall sogar basierend auf bloßer (und vermeintlicher) Namensgleichheit – ist in »Unserer Demokratie« Grund genug, einen Menschen ökonomisch zu vernichten. Wer also hatte Josef K. verleumdet? Womöglich: *niemand*. Josef K. hatte tatsächlich nichts Böses getan und niemand hatte *ihn* »verleumdet«. Es war bloß eine »unglückliche Verwechslung«. Die Duckmäuser aber, die den Kopf einziehen und den Mund halten, während Andersdenkenden das Haus durchsucht und das Konto gesperrt wird, die meinen, damit in Sicherheit vor »Unserer Demokratie« zu sein. Sie irren. In »Unserer Demokratie« werden Menschen bestraft, gedemütigt oder sogar wirtschaftlich vernichtet, weil sie eine verbotene Meinung haben. Doch glaube nicht, dass du sicher bist, nur weil du den Kopf einziehst. Wenn du *sowieso* bestraft und vernichtet werden kannst, als ob du eine verbotene Meinung hättest, dann halte doch dein Gewissen rein und sage die Wahrheit schon jetzt. Nein, sage nicht die Meinung der betreffenden Personen mit der Dating-Website oder die Meinung irgendeiner anderen Person. Sage *deine* Meinung. Was hätte Josef K. getan, wenn er gewusst hätte, dass er *ohnehin* verhaftet werden kann? - [Kanzler, Hand in Hosentasche](https://dushan.org/essays/kanzler-hand-in-hosentasche/) Vor dem Treffen mit dem US-Präsidenten prahlte Merz, was er Trump alles sagen würde. Und danach verbreitet er Fotos, die Merz als Welterklärer zeigen. Nur dazwischen, beim tatsächlichen Treffen mit dem POTUS, war Merz ganz zahm. Woran erinnert euch das? Die PR-Leute des Bundeskanzlers haben ein Foto veröffentlicht. Das Foto hat das Zeug für Deutschland *teuer* zu werden. Das Foto ist verräterisch *und* anklagend zugleich. (Foto: [@bundeskanzler, 03.03.2026](https://x.com/bundeskanzler/status/2028942697256374727)) Zum Foto schrieben sie noch Polit-Blabla, etwa: »Washington weiß: Auf europäischer Seite ist eine Grenze erreicht.« – Das irritiert mich etwas, denn ich meine mich zu erinnern, dass laut Olaf-Scholz-Doktrin »keine roten Linien« mehr existieren. Sei’s drum, das Foto ist spannender. Und es soll offenbar die *eigentliche* PR-Botschaft sein. ## Endlich mal die Weltläufte Das Foto: Zwei Männer stehen in einem langen, überdachten Korridor des Weißen Hauses. Der Mann rechts ist Merz. Er ist größer (gemeint: Körperhöhe). Er gestikuliert mit der rechten Hand in Richtung seines Gegenübers. Die linke Hand steckt in der Hosentasche. Was die linke Hand dort tut, das zeigt das Foto nicht. Der Mann links — Trump — steht still, hält die Arme an seiner Seite. Trump hört wohl zu. Trump macht sich so seine Gedanken. Welche Gedanken sich Trump dabei macht, auch das zeigt das Foto nicht. Und vielleicht ist es besser so. Trumps Gedanken beim Anblick des gestikulierenden Merz könnten Teile der Bevölkerung verunsichern. Wir ahnen aber, was der PR-bewusste Trump sich später denken wird, wenn er mitbekommt, dass das deutsche Bundeskanzleramt dieses Bild verbreitet, als hätte Merz dem Trump endlich mal die Weltläufte erklärt. ## Geigen vor, schweigen bei Die aktuelle Merz-Trump-Interaktion ist ein tragikomischer Drei-Akter. Beim CDU-Parteitag kurz zuvor hatte Merz verkündet, was er dem Trump alles geigen würde. Nach dem Treffen mit Trump verbreiteten Merz’ Leute via Foto, wie Merz dem Trump die Meinung geigte. Beim tatsächlichen Treffen aber, als Merz im Sessel neben Trump saß, hielt er die Beine brav überschlagen und nickte höflich. (Auch als Merz-Genosse Sanchez von Papa Trump aus der Ferne angeraunzt wurde.) ## Plötzlich ganz still Über bayerische Politiker wird schon mal gesagt: »A Hund is a schon!« Es ist *anerkennend gemeint*. Es soll bedeuten: Dieser Politiker ist gerissen und geschickt. Ich sage ausdrücklich *nicht* über Merz, dass er »a Hund« ist. Schon weil der Typ von Hund, der mir einfiele, eher der kleine Kläffer wäre, der den großen Hund nur so anbellt, wenn wegen Glastür, Kette oder Zaun die größte Gefahr darin besteht, dass der große Hund zurückbellt – nichts Schlimmeres. Schnauze an Schnauze aber ist der kleine Kläffer plötzlich ganz still. ## Was hast du verdient? Jede Zeit und jedes Volk haben genau die Politiker, die sie verdienen. (Bisweilen haben sie *bessere* Politiker als sie verdienen; und wenn ihnen das später bewusst wird, verzeihen sie das diesen Besseren nie.) Deutschland hat die Politiker, welche die wahlrelevante Mehrheit *verdient*. Und die wahlrelevante Mehrheit findet gar nichts daran, privat den starken Mann zu markieren, vor dem Chef aber dann den Schwanz einzuziehen. »Ein Mann ganz wie wir«, so denken die Mitbürger – und liegen damit vermutlich richtig. (Lang ist’s her, dass wir an Politiker *höhere* Ansprüche stellten als an uns gewöhnliche Gehwegpassagiere.) Du aber meinst, du persönlich hast *bessere* Politiker verdient? Nun, ich höre dich, und was du wirklich sagen willst: Du hast bessere *Mitbürger* verdient. - [Als die Empathie suizidal wurde](https://dushan.org/essays/als-die-empathie-suizidal-wurde/) Unsere Empathie ist suizidal – und sehr schräg. Wir lieben nicht »den Nächsten wie uns selbst« – wir lieben den Fernsten so sehr, dass wir dafür den Nächsten, die eigenen Kinder und dazu unsere Heimat opfern. Wie kam es eigentlich dazu? G.K. Chesterton hat die _suizidale Empathie_ vorhergesehen ([@dougponder](https://x.com/dougponder/status/2028804464459591891) wies kürzlich darauf hin). Mehr noch, Chesterton hat den Phänomenbereich definiert, der _suizidaler Empathie_ zugrunde liegt – und es ist spannend! Zunächst: _Gilbert Keith Chesterton_ lebte von 1874 bis 1936. Er war ein Brite, ein Schreiber, ein Journalist und ein Philosoph – und zwar in Zeiten, in denen jeder dieser Begriffe ein Grund für Stolz war, also gegenteilig zu heute. Und er war Katholik in Zeiten, als Bischöfe noch nicht mit der katholischen Tradition im Krieg lagen. Dann noch: Unter »suizidaler Empathie« versteht man die ausschließlich im christlichen Westen auftretende Motivation, das Wohlbefinden des Fremden über das eigene Überleben zu stellen. Der »Suizid« ist dabei immer nur kollektiv, selten individuell. (Nur in Ausnahmefällen nehmen etwa »Omas gegen Rechts« oder Grünen-Parteifunktionäre auch _selbst_ einen »Flüchtling« auf; das zwingt man den Schulen und Brennpunkten auf, mit denen man real und persönlich nichts zu tun hat.) »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«, sagt Jesus in Matthäus 22:39. Die suizidale Empathie sagt: »Ignoriere den Nächsten, aber liebe den Fernsten, und opfere dein Land und den Nächsten für den Fernsten.« Wer denken kann und nüchtern die Zeiten betrachtet (also wen die grassierende Idiotie einen »Rechtsextremen« und »Faschisten« nennt), der _sieht_ dieses Phänomen »suizidale Empathie«, doch bislang fehlte eine Erklärung. ## Milliarden mit dem Untergang Ja, _eine_ Erklärung ist, dass gewisse Akteure mit suizidaler Empathie viel Geld verdienen. Wenn etwa deutsche Bischöfe nach offenen Grenzen und mehr Migration rufen, muss man wissen: Kirchliche (und andere) Wohlfahrtsverbände verdienen Milliarden an der Zerstörung der deutschen Gesellschaft durch die massenhafte Einwanderung. Eine _weitere_ Erklärung könnte womöglich sein, dass gewisse _internationale_ Akteure ein so schlichtes wie nachvollziehbares Interesse daran haben, die Migration nach Europa zu maximieren. China hat einen Ausländeranteil von etwa 6 Promille, seit einigen Jahren sogar mit einem _Rückgang_ kulturfremder westlicher Expats. Deutschlands Ausländeranteil liegt bei ca. 15 Prozent, und 20 Prozent, wenn man Erste-Generation-Migranten einberechnet. In absoluten Zahlen: China mit 1,4 Milliarden Chinesen beherbergt circa 800.000 Ausländer. Deutschland mit seinen 84 Millionen Einwohnern (»Deutsche« stimmt täglich weniger) hat, einschließlich der Erste-Generation-Immigranten, über 17 Millionen Ausländer. Und doch ist es Deutschland, nicht China, das sich darüber zerfrisst, ob es auch wirklich fremdenfreundlich genug ist. Chinesen arbeiten für China und China arbeitet für Chinesen. Für wen aber arbeiten Deutsche? Putin musste noch mit Panzern in die Ukraine einmarschieren. In Deutschland oder Großbritannien muss niemand mehr »einmarschieren«, um sie als internationale Konkurrenz auszuschalten. ## Was normale Menschen motiviert Während also Akteure wie Wohlfahrtsverbände oder konkurrierende Mächte (sowie ihre Schergen vor Ort) ein ganz konkretes Interesse daran haben, das Land von innen zu zerstören, fragt man sich doch, was »normale« Leute dazu motiviert. In seinem Schlüsselwerk _Orthodoxy_ schrieb Chesterton im Jahr 1908 die Erklärung: > Wenn ein religiöses Gefüge zerbricht (so wie das Christentum durch die Reformation zerbrach), sind es nicht nur die Laster, die losgelassen werden. Die Laster werden freigesetzt, ja – sie wandern umher und richten Schaden an. Doch auch die Tugenden werden losgelassen; und die Tugenden wandern weitaus wilder, und die Tugenden richten weitaus schrecklicheren Schaden an. Die moderne Welt ist voll von den alten christlichen Tugenden, die wahnsinnig geworden sind. Die Tugenden sind wahnsinnig geworden, weil sie voneinander getrennt wurden und nun allein umherirren. > > – G.K. Chesterton, Orthodoxy; [via gutenberg.org](https://www.gutenberg.org/cache/epub/130/pg130-images.html) Die _Empathie_, welche die _[Zombies gegen Rechts](https://dushan.org/essays/zombies-gegen-rechts/)_ an den Tag legen, ist ein Überbleibsel aus christlichen Tagen. Da die Empathie heute keine natürliche Hemmnis in _anderen_ christlichen Werten und Wahrheiten findet, kann sie wie ein Tumor wuchern und dabei ihr Trägerorgan zerstören. Und Empathie ist nicht der einzige Fall, in dem ein christlicher Wert ohne seine »natürliche« Begrenzung wild zu wuchern beginnt – und in der Folge zerstört, was ihn überhaupt möglich machte. ## Tugend ohne Grenze zerstört Es waren weiße Christen, welche die Sklaverei beendeten – zumindest in ihrem eigenen Einflussbereich. In muslimischen Ländern dauert sie teils bis heute an. Doch diese gute und zutiefst christliche Tat führt heute zu irrationaler Selbstkasteiung, wie dass in den USA weiße »demokratische« Politiker vor Schwarzen _knien_, sich also selbst _symbolisch_ zu Sklaven erklären. (_Tatsächlich_ kleben sie bis ins Greisenalter an der Macht – und wollen über Schwarze und andere Fremde als selbstverständliche Wählermasse verfügen.) Es war das Christentum, das die Frau für metaphysisch gleichwertig erklärte: > Da gibt es nun nicht mehr Juden und Griechen, nicht mehr Knechte und Freie, nicht mehr Mann und Weib: nein, ihr seid allesamt Einer in Christus Jesus. > > – Galater 3:28 Doch aus der metaphysischen Gleichsetzung, verbunden mit der spirituellen Sonderstellung Marias und damit _aller_ Frauen, leitete eine säkulare Gesellschaft die funktionale Gleichsetzung in allen Bereichen ab. Das Ergebnis ist eine klischeehaft weibliche Hyper-Emotionalisierung von Entscheidungen (Kernkraftwerke, Migration, Klima), die besser *rational* getroffen werden sollten. ## Tertium datur Der Westen nennt sich »jüdisch-christlich« und zugleich »säkular«, doch wenn man sich damit nicht ins *ethnische* jüdische Volk einreihen will, könnte es womöglich als interessante Ausnahme zum *tertium non datur* gelesen werden: Ein Drittes *ist* möglich, und zwar immer, dass ein jedes den anderen beiden widerspricht. – Nein, der Westen ist womöglich nicht un-christlich und nicht un-jüdisch-christlich, sondern schlicht *häretisch*. Häresie ist nicht die Abwesenheit von Glauben. Häresie ist das Herauspicken einzelner Glaubenssätze, das Verdrehen anderer und Ignorieren wieder anderer. Chesterton beschreibt strukturell die klassische Häresie, wie die Geschichte sie mehr als einmal erlebte. Ein einzelner Aspekt wird überbetont, und in dieser Überbetonung wird er funktional in sein Gegenteil verkehrt. ## Zucker, wie du und ich Ach, der Beispiele sind viele, und nicht alle sind religiös wie »Sola Scriptura« (die Bibel wird aller Autorität beraubt, indem man sie zur *einzigen* Autorität erklärt, was sie sofort *jeder* Interpretation preisgibt). In diesem Geist ist etwa auch der Konsum von Zucker eine »Häresie«! Ein wichtiger Nahrungsbestandteil wird von seinem natürlichen, gesunden Kontext (Früchte) getrennt, und dann attackiert er plötzlich die Gesundheit seiner Konsumenten. Das aber ist die Lage: Der Westen wurde durch das Christentum groß. Wenn der Westen fallen wird, dann durch Häresie. So wie du und ich. - [Früher waren mehr Blumenkästen](https://dushan.org/essays/blumenkaesten/) Die Glaubwürdigkeit der deutschen Publizistik ist eine Skala von Journalismuspreis bis Hausdurchsuchung. Es gilt heute: Journalismus bedeutet, zu schreiben, wofür eine Hausdurchsuchung droht; alles Übrige ist Propaganda. Jemand zeigte online das Bild einer wunderbar geschmückten Oper, von innen. Vielleicht war es auch ein Schloss. Oder ein Rathaus. Ein Wasserwerk vielleicht. Auf jeden Fall: von früher. Steinerne Vasen an den Enden des Treppengeländers, das selbst von vielen kleinen Säulen gehalten wurde. An den Wänden Ölgemälde, eingefasst von Goldrahmen. Bögen über den Türen, und die Türen aus geschnitztem Holz. Jemand fragt, über das Bild geschrieben, sinngemäß: »Wer zum Kuckuck hat das gesehen und daraufhin Minimalismus beschlossen?« Derjenige aber, der das Bild zeigt, _antwortet_ auf die semi-rhetorische Frage. Er sagt: Wenn du dir die Antwort näher anschaust, wird es dich auf einen Pfad führen, dessen Ergebnis es sein wird, dass dein Bankkonto gekündigt wird. ## Ritterschlag und Initiation Wir reden nicht mehr »nur« von Bademänteln. In Deutschland ist es fast schon Ritterschlag und Initiation als kritischer Geist. (Siehe auch Essay [»Sprache in Zeiten der ›Unsere Demokratie‹«.)](https://dushan.org/essays/bademantel/) Die Glaubwürdigkeit der deutschen Publizistik ist eine Skala, und sie reicht von [Journalismuspreis](https://dushan.org/essays/journalismus-mit-haltung/) bis Hausdurchsuchung. Es gilt: Journalismus bedeutet, zu schreiben, wofür dir eine Hausdurchsuchung droht, alles Übrige ist Propaganda. Hausdurchsuchung ist aber »nur« die Strafe für kritisches Denken. Wenn dein kritisches Denken aber den westlichen Suizidalismus als Gesamtprojekt bremsen könnte, haben sich die Lupenreinen eine härtere Strafe für Andersdenkende ausgedacht: die Banksperre. Die Hausdurchsuchung ist _Warnung_ – das gekündigte Konto ist _versuchte Vernichtung_. Man vernichtet Menschen, die uns davor warnen, dass der Westen vernichtet wird – und die womöglich sogar potenziell wirksame Gegenmittel anbieten. ## Warum alles hässlicher wird Warum also wäre es _gefährlich_, zu fragen, warum alles _hässlicher_ wird? Von Straßenlaternen über Brücken bis zu Rathäusern. Kirchen sowieso, da ist der Kontrast wohl am schmerzhaftesten. Erinnert ihr euch an das McDonalds eurer Kindheit? Vergleicht mit heute! [»Schönheit ist die neue Revolution«](https://dushan.org/essays/schoenheit-ist-die-neue-revolution/), so behauptete ich 2016. [»Die Schönheit und das Gute«](https://dushan.org/essays/die-schoenheit-und-das-gute/) beschrieb ich 2018. Aber ach, nicht einmal ich selbst hörte auf mich. (Nebenbei, den reisenden Deutschen ins Gewissen geredet, und das ist ausnahmsweise kein Rechts-Links-Problem, sondern ein _deutsches_ Problem: In italienischen und spanischen Städten sind wir Deutschen zuverlässig nicht nur an der Körperhöhe zu erkennen, sondern zu oft an der schmerzhaften Geschmacklosigkeit unserer Kleidung. Also: Funktionsjacken und Outdoorschuhe sind Werkzeuge für die Bergbesteigung. Kurze Jeanshosen sind, spätestens ab Volljährigkeit, nur für Gartenarbeit angemessen. Weder noch ist angemessene Tracht für die Zivilisation.) ## Schnittmenge höherer Ordnung Schönheit liegt in der Schnittmenge höherer und menschlicher Ordnung. Der Geist unserer Zeit ist ein teuflischer Geist, ein Geist der Unordnung – und die sterile »Moderne« ist, aus höherer Perspektive, eine grobe, gottlose Unordnung. Ich sah letztens einen Balkon – einer von Dutzenden an diesem Wohnblock –, und vor diesem einen Balkon hingen tatsächlich _Blumenkästen_. Und es waren bunte Blumen darin! Mir wurde bewusst, dass ich früher viel, viel, viel öfter *Blumenkästen* sah. Die Menschen hingen Blumenkästen vor ihren Balkon, um ihre Straße, ihre Stadt, ihr Leben schöner zu machen. Um sich zu freuen und ihre Mitmenschen zu erfreuen. ## Unsere Seele soll schöner werden Zu fragen, _warum_ die Welt hässlicher wird, _warum_ so viele von uns nicht mehr motiviert sind, unsere Stadt _schön_ zu machen – warum sie sich nicht mehr als »unsere« Stadt anfühlt, all das könnte dazu führen, dass dir das Bankkonto gesperrt wird. Oder mindestens das Haus durchsucht. Doch wenn wir zulassen, dass die Hässlichkeit überhand nimmt, dann verlieren wir womöglich etwas an unserer Seele, das ist in gewisser Weise schlimmer, als »nur« zum Demütigungs-Ritual im Bademantel geweckt zu werden oder sein Bankkonto gesperrt zu bekommen. Frei nach Markus 8:36: Was hülfe es dem Menschen, wenn der Staat ihn zwar in Ruhe ließe, doch die Hässlichkeit kröche und breitete sich aus in seiner Seele? - [Sehr aufmerksam beobachteter Krieg](https://dushan.org/essays/beobachteter-krieg/) Es ist Krieg im Nahen Osten, und doch bin ich erstaunlich unaufgeregt. Nicht, weil es nicht gefährlich wäre. Womöglich weil mir endlich »Gelassenheit« gelingt. Vielleicht aber auch, weil mir andere Entwicklungen noch mehr Sorge bereiten. Es ist ein rätselhafter Zustand, wenn man Niebuhrs Gelassenheitsgebet verinnerlicht hat. Ich hoffe, dass _das_ der Grund dafür ist, dass ich innerlich so ruhig bin. Im Nahen Osten ist wieder Krieg. Der Ayatollah soll tot sein. Ich müsste im Internet nachschlagen, wie genau man seinen Namen buchstabiert. Kann man sich eh nie merken, und jetzt ist es auch egal. Es ist ja ohnehin eine Transkription aus dem Persischen. Warum ist es mir heute so _egal_, dass im Nahen Osten Krieg ist? _Das_ ist es tatsächlich, was mich mehr bewegt als dieser Krieg. _Eine_ Erklärung ist, dass ich Niebuhrs Gelassenheitsgebet nach vielen Jahren tatsächlich verinnerlicht habe. Ihr wisst schon: **Gott, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.** Ich kann und werde nichts daran ändern. Wofür also mich ängstigen oder gar – ach, wie lächerlich! – _empören_? ## Einfach nur am Wochenende Ich hörte von Mitmenschen auch diese Meinung: »Um die Leute tut’s mir leid, aber sollen die das alles endlich mal endgültig entscheiden.« – Es ist nicht meine Meinung (ich habe keine (mehr)), aber ich verstehe das _Gefühl_. Als die Kriegshandlungen begannen, war Wochenende. Frau von der Leyen machte sich global lächerlich, als sie auf X erklärte, man werde am Montag erst mal einen Arbeitskreis zum Thema zusammenrufen ([@vonderleyen, 28.2.2026](https://x.com/vonderleyen/status/2027756878575362119)). Sollte Putin jemals _wirklich_ in die EU-Besatzungszone einmarschieren wollen, müsste er es einfach nur am Wochenende tun. Ja, ich weiß, auch in Dubai fielen Bomben ([bild.de, 01.03.2026](https://www.bild.de/unterhaltung/stars-und-leute/influencer-in-dubai-wir-hoeren-bomben-und-fuehlen-die-erschuetterungen-69a3f1574b8f567f12fcdfe0)). Jetzt stecken dort auch Deutsche und andere Westler fest. Nicht nur durchgeknallte Instagram-Influencer! (Obwohl von denen _einige_ da sein dürften. Im Januar erst fand dort das weltgrößte »Influencer-Treffen« statt; siehe [sueddeutsche.de, 11.1.2026](https://www.sueddeutsche.de/kultur/content-creator-influencer-messe-1-billion-followers-summit-dubai-li.3365633?reduced=true&utm_source=Twitter&utm_medium=twitterbot&utm_campaign=3365633)). ## Ja, genau dafür Angeblich sind auch Arbeiter aus Asien auf der Durchreise und reguläre Touristen da, so höre ich. War nicht auch unser aller Lieblingsanwalt jüngst in Dubai? Nun, die Deutschen können leider, leider nicht herausgeholt werden, doch das Außenministerium versichert, man »beobachte die Lage in der Region sehr aufmerksam« ([manager-magazin.de, 2.3.2026](https://www.manager-magazin.de/unternehmen/iran-krieg-und-die-golfregion-tausende-touristen-deutscher-veranstalter-im-kriegsgebiet-gestrandet-a-fe63b550-47d6-40cc-a851-2c98e5b3a168?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter#ref=rss)). Im Übrigen sagt der Außenminister de facto: »Selbst schuld, wer da hinfährt«; siehe [welt.de, 02.03.2026](https://www.welt.de/vermischtes/article69a511b27c787f6a1cef38db/deutsche-in-dubai-ich-hab-euch-doch-gewarnt-pech-gehabt-nouripour-empoert-ueber-wadephul-aussage.html?wtrid=socialmedia.socialflow....socialflow_twitter). Nein, ich empöre mich nicht. Ich habe keine Angst. Selbst wenn sich Bomben bis in die EU-Besatzungszone verirren sollten, gilt ja doch: Irgendwann musst du gehen, und die Frage ist, ob du deine dinglichen und seelischen Angelegenheiten sortiert hast. Der gute Katholik hat ja genau dafür *Ave Marias* auf Vorrat gebetet: »… et in hora mortis nostrae.« – Ich habe aber Zweifel daran, dass Dubai-Influencer den täglichen Rosenkranz pflegen. (Wer diesen traurigen Zustand teilt, wer das also beheben will und außerdem ein iPhone besitzt – Android-Version ist aktiv in Arbeit –, dem empfehle ich meine App _[LatinPrayer](https://www.latinprayer.org)_.) ## Mein Erschütterungsmangel ist düsterer Nein, ich bin nicht erschüttert ob des Krieges, doch mein Erschütterungsmangel ist womöglich nicht _nur_ der Verinnerlichung des Niebuhrschen Gelassenheitsgebets geschuldet. Womöglich ist es düsterer: Ich glaube, dass das, was durch die _bekannten_ Gefahren auf uns zukommt, weit folgenreicher sein wird als selbst _Atombomben_ es wären. 2019 schrieb ich den Essay [»Künstliche Intelligenz und Mäusespeck«](https://dushan.org/essays/ki-maeusespeck/). Darin prophezeie ich die Zukunft als großen Künstliche-Intelligenz-Wettbewerb zwischen USA und China. Und genau das ist heute der Fall. Auf X verbreitet sich derzeit eine Liste mit den großen KI-Unternehmen/LLMs in den USA und China – abgerundet durch die Frage, was eigentlich _Europa_ an KI zu bieten hat. Ich habe diese Liste für euch als Service mit Links angereichert: > USA has [ChatGPT](https://chatgpt.com) > USA has [Grok](https://grok.com) > USA has [Claude](https://claude.ai) > USA has [Gemini](https://gemini.google.com) > USA has [Llama](https://llama.meta.com) > USA has [Copilot](https://copilot.microsoft.com) > > China has [DeepSeek](https://www.deepseek.com) > China has [Qwen](https://qwenlm.github.io) > China has [Ernie](https://yiyan.baidu.com) > China has [GLM](https://chatglm.cn) > China has [Kimi](https://kimi.moonshot.cn) > China has [MiniMax](https://www.minimaxi.com) > > [Europe has?](https://single-use-plastics.ec.europa.eu/tethered-caps) > > – [Quelle: Internet](https://x.com/search?q=%22USA%20has%22%20%22China%20has%22&src=typed_query) ## Cookie-Banner und Plastikdeckel USA und China bringen der Welt wirklich intelligente Maschinen. Die EU-Besatzungszone brachte der Welt die verfluchten Cookie-Banner und dazu befestigte Plastikdeckel, die beim Trinken die Nase kratzen. Ich verspreche euch: Die konkreten mittelfristigen Folgen künstlicher Intelligenz werden für Deutschland verheerender sein als sogar der Zweite Weltkrieg. Nach diesem waren nicht plötzlich alle (überlebenden) Arbeitskräfte überflüssig – im Gegenteil. Die Situation wird eher der Situation nach dem _Ersten_ Weltkrieg ähneln. Ach ja, ich vergaß fast: Im Nahen Osten ist Krieg. Das bedeutet, dass es Flüchtlinge geben wird. Die werden nach aller Erfahrung in Deutschland aufgenommen werden. Die »Omas gegen Rechts« stehen bereit. ## Fürs Ende Ja, das Kippen der europäischen Gesellschaften und der Ersatz menschlicher Arbeitskraft durch Künstliche Intelligenz bereiten mir *noch* mehr Sorge als Krieg. Vergessen wir nicht: Hiroshima und Nagasaki sind heute blühende Städte. Doch Probleme von Gesellschaften, die sich selbst ausrotten, oder einer Arbeiterklasse, die schlicht nicht mehr gebraucht wird, sind nicht dadurch zu lösen, dass man mal kräftig »in die Hände spuckt«. Ja, betet um die Kraft, zu ändern, was ihr ändern könnt. Um die Gelassenheit, hinzunehmen, was ihr nicht ändern könnt. Und betet um die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Und betet zur Sicherheit euer _Ave Maria_. Fürs Ende. Ob jetzt durch querfliegende Bomben – oder etwas später ganz natürlich. - [Beste Grüße, und ich hoffe, wir können das durchziehen](https://dushan.org/essays/beste-gruesse-und-ich-hoffe-wir-koennen-das-durchziehen/) In den Epstein-Akten findet sich eine E-Mail zur »Vorbereitung auf Pandemien« – kumpelhaft im Ton, beunruhigend im Kontext. Wann endlich gesteht sich »Otto Normalwähler« ein, wie gründlich und umfassend er belogen wird? In den Epstein-Akten findet sich eine E-Mail vom 20. März 2015, 8:33 Uhr, die trägt den Titel: »Fwd: Preparing for pandemics« Das bedeutet auf Deutsch: »Weitergeleitet: Vorbereitung auf Pandemien«. Der Name des Absenders ist geschwärzt, aber wohl nicht länger als ca. 7 Zeichen. (Wenn die Schwärzung in der Länge stimmt, ist es wohl länger als »Bill« – ja, ich kann eure Gedanken lesen.) Der Inhalt dieser Mail ist, ins Deutsche übertragen, etwa dieser: > (Anrede geschwärzt, ca. 5 Zeichen), > > anbei findest du, wie angefragt, den Entwurf der Tagesordnung für das Treffen über die Vorbereitung auf Pandemien. > > Lass uns die nächsten Schritte besprechen, zum Beispiel wie man die WHO und das Rote Kreuz (zum Beispiel durch Co-Branding) einbeziehen kann. > > Beste Grüße, und ich hoffe, wir können das durchziehen! > > (Name geschwärzt, bis zu ca. 7 Zeichen) > > – PDF via [justice, gov, abgerufen 27.2.2026](https://www.justice.gov/epstein/files/DataSet%209/EFTA00654215.pdf) Ich habe in der Übersetzung »du« verwendet, doch tatsächlich verwendet das Original nicht einmal »you«, was im Englischen ambig wäre. Im Englischen ergeben der Kontext und der übrige Ton, wie vertraut sich die Sprecher tatsächlich sind. Und diese beiden scheinen zumindest _kumpelhaft_ verbunden zu sein. ## Das Böseste Im Buch _[Talking Points](https://dushan.org/buecher/talking-points/)_ beschreibe ich die typische »linke« Taktik, dem politischen Gegner stets das Böseste zu unterstellen. In »Unserer Demokratie« gilt das sogar in Strafverfolgung und Gerichtsurteilen: im Zweifel gegen den Andersdenkenden. (Man vergleiche etwa das geradezu lächerliche Urteil wegen der »Eltern-bauen-ein-Haus«-Geste auf einem AfD-Plakat. Wenn Grüne und CDU dasselbe Motiv zeigen, und zwar anders als die AfD sogar mit _ausgestreckten_ Armen, dann ist das kein Thema. Doch wenn die Opposition das Motiv verwendet, sehen Staatsanwälte und Gerichte plötzlich den »Hitlergruß« ([bild.de, 18.02.2026](https://www.bild.de/politik/inland/abgeordneter-der-afd-jetzt-vorbestraft-hohe-geldstrafe-wegen-wahlplakat-6995f41a465c8ddf9405ebd2)).) Ich will _nicht_ wie die Linken sein. Ich will _nicht_ gleich böseste Absicht unterstellen. Also überlege ich, wie diese Mail auch _unverfänglich_ gedeutet werden könnte. Ist es denn nicht schön, wenn Verantwortungsträger sich überlegen, wie sie die Menschen vor grassierenden Krankheiten schützen? Dann aber wird mir bewusst, dass Herr Epstein kein »Verantwortungsträger« im gewöhnlichen Sinne war. Und seine Gesprächspartner mögen zwar in ihrer *Funktion* formal »Verantwortungsträger« gewesen sein, in ihren Gesprächen mit Herrn Epstein ging es aber zumeist eher um _egoistische_ Absichten (um nicht »perverse« zu sagen). ## Das Gegenteil Wenn wir bedenken, was wir über Epstein und seine Inselfreunde sonst wissen, scheinen diese Leute nicht die glaubwürdigsten Bekämpfer viraler Erkrankungen zu sein. Nein, sie waren es schon 2020 nicht, wie »Rechtsextreme« und »Verschwörungstheoretiker« es bereits wussten, und sie sind es heute tatsächlich _noch_ weniger. Nein, es will mir in diesem Fall einfach nicht gelingen, eine harmlose Absicht in die Mail hineinzudeuten, ohne mir selbst lächerlich vorzukommen. Wenn etwas wie eine Ente aussieht, wie eine Ente watschelt und wie eine Ente quakt, dann müsste man wohl »Journalist« sein, um zu sagen, dass es wahrscheinlich ein Hirsch ist. Oder ein Rhinozeros. Oder ein Einhorn aus dem Regenbogenland. Oder schlicht nicht bestimmbar. Auf keinen Fall aber eine Ente! (Siehe hierzu auch: [»Ist das noch alles »demokratisch«?«](https://dushan.org/essays/bedingt-demokratisch/)) War diese E-Mail womöglich nur ein Scherz? Das Aufplustern unter Möchtegerns? Sorry, nein. Die meisten Männer, mit denen Epstein seinen berüchtigten Umgang pflegte, übten sich im Umgang mit Epstein im _Gegenteil_ von Aufplusterern. Man wollte _diskret_ sein. Man schrieb in Code. (Nebenbei: Ist es nicht bemerkenswert, wie oft Pizza und getrocknetes Rindfleisch »Jerky« erwähnt wird, doch (mir) bislang kein einziges Foto bekannt ist, auf dem diese Nahrungsmittel von den Pizza-und-Jerky-Freunden konsumiert werden.) ## Das Gewicht Vor einigen Monaten wurde mir nicht nur _bewusst_, dass wir unentwegt _belogen_ werden – das _schloss_ ich schon viel früher aus den vorliegenden Phänomenen –, ich spürte zum ersten Mal das _Gewicht der totalen Lüge_. Ich pflege zu sagen, dass Deutschland ein _Propagandastaat_ ist. Damit meine ich: In allen Lebensbereichen des Bürgers strömt auf ihn unentwegt Propaganda ein. Nicht nur in allen _Bereichen_ des Lebens, sondern auch in allen _Lebensaltern_. Die »Wahrheiten« der Propaganda sind oft genug _blanke Lügen_, sonst bräuchten sie nicht ein Milliarden-Budget, Diffamierung der Zweifelnden und bisweilen Gesetze zu ihrem »Schutz«. Zu begreifen, wie umfänglich die Lügen waren, die dir beigebracht wurden – die du bis eben noch geglaubt hast –, kann ein seelischer Schock sein. Als würde dir der sprichwörtliche Boden unter den Füßen weggezogen. ## Die Lähmung Nein, nicht alle von uns setzen sich diesem Schock aus. Millionen von Menschen im Westen – in Deutschland sogar eine wahlentscheidende Mehrheit – _leugnen_ lieber, dass es ist, wie es ist. Sich die Wahrheit einzugestehen, auch in eigener Sache, ist für sie maximal angsteinflößend. Also leben sie lieber mit der Taubheit und Lähmung, die es mit sich bringt, aus einer unausrottbaren Stimme im Hinterkopf daran erinnert zu werden, dass alles Fürwahrgehaltene eine Lüge ist. Die meisten Linken sind _keine_ Psychopathen, doch sie versuchen, es zu sein, indem sie die Stimme unterdrücken, die sie daran erinnert, was Wahrheit ist und was nicht. Auch das lässt Linke stets zwischen Manie und Übellaune pendeln. ## Die Freiheit Wenn die Summe deines Lebens die Aufrechnung der Jahre und Gelegenheiten wäre, in denen du das _tatsächlich_ Wahre für wahr gehalten hast, und wenn sich dein Fürwahrhalten aus deutscher Bildung und Propaganda speiste, stehst du heute schon bankrott da (und dich weiter bei ARD & ZDF zu informieren, wäre schlicht Insolvenzverschleppung). Ja, es ist schockierend und beängstigend, dir einzugestehen, dass du im ganz großen Stil belogen wurdest. Ich versichere euch aber, dass es _befreiend_ ist. Trenne dein Selbstwertgefühl von der Frage, ob du bis heute immer die Wahrheit für wahr gehalten hast. »Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, nichts zu verlieren zu haben«, so singt Janis Joplin – halb ironisch, halb wahr. Irdische und insbesondere politische »Wahrheit« betreffend hast du wenig zu verlieren – weil du nie sehr viel besessen hast. Ja, es war fast alles Lüge. Dir einzugestehen, wie gründlich du belogen wurdest, ist die eingestandene Niederlage, die _in Wahrheit_ eine Freiheitserklärung ist. - [Verlasst euch nicht auf Fürsten](https://dushan.org/essays/nicht-auf-fuersten/) Familie, Staat, sogar Kirche – manche Institution, auf die wir unsere Gewissheit bauten, scheint heute ausgehöhlt zu werden, teils vom eigenen Führungspersonal. Was bleibt, ist der »innere Innenhof«. Und gerade den musst du »einrichten«. Die Institutionen, denen wir vertrauten, werden ausgehöhlt, werden teils sogar von innen bekämpft und kaputtgemacht. Was tun? Man hört über Deutschland: Niemand hasst Deutschland so sehr wie die deutsche Regierung. (Außer vielleicht Brüssel. Und wer sitzt dort? Eben.) Die Amerikaner, die uns einst von uns selbst befreiten, sagen heute: _Dafür_ sind unsere GIs gestorben? ## Unsere Schublade Die Mutigen und Aufrechten unter den DDR-Bürgern gingen einst gegen den Sozialismus auf die Straße. Dann mussten sie zusehen, wie die alten Funktionäre und Spitzel nicht nur ausnahmsweise wieder Karriere machten. Und vor allem, wie der alte Ungeist der DDR wiederkehrte. Jetzt in digital. Die CDU sind heute die _neuen_ Roten Socken. In einer kuscheligen Rotsocken-Schublade mit SPD und Grünen. Und wer etwas Böses über die neuen Roten Socken sagt, dem schicken die Genossen bald die Polizei ins Haus, auf dass diese zur Strafe buchstäblich seine Socken inspiziert, demütigende Fotos von der Unordnung macht und dann die Elektronik wegnimmt, um ihn von der Außenwelt abzuschneiden. (Merke: Auch wenn die Polizei dir zur Strafe für freche Meinung die Empfangsgeräte wegnimmt, musst du weiter die Zwangsgebühr bezahlen, sonst werfen sie dich auch noch ins Gefängnis. Die Propaganda läuft ja weiter, auch wenn du noch auf dein neues Radio vom Kombinat VEB Stern-Radio Berlin wartest.) ## Mit Sofa, in Seele Wohin soll sich also der Bürger flüchten? Gut dran ist, wer einen _Innenhof_ hat, so [schrieb ich mal](https://dushan.org/essays/lied-der-innenhoefe-neue-strophe/). Den physischen Innenhof aus Mauern. Mit Sofa und Büchern – und abschließbarer Tür. _Zum_ und _im_ Innenhof aus Stein braucht es den _inneren Innenhof_. Den _Innenhof der Seele_. Zur Einrichtung des _inneren Innenhofs_ aber braucht es einen _Einrichter_. _Traditionell_ wurde die Einrichtung des inneren Innenhofs durch _die Kirche_ erledigt. ## Fast wie früher Wer in Deutschland lebt, so höre ich, hat ein Problem, wenn er die Einrichtung des inneren Innenhofs von der Kirche erwartet. Das Angebot an Seelennahrung ist bei manchem Bischof so leer wie die Regale im Sozialismus. Ich zitiere einfach mal, was der neue Vorsitzende der Bischofskonferenz im deutschen Staatsfunk sagte: »Es kann auch nicht sein, dass wir nur auf die Eucharistie fixiert sind! Natürlich ist sie wichtig, aber das Zweite Vatikanische Konzil …« ([deutschlandfunk.de, 12.04.2020](https://www.deutschlandfunk.de/bischof-wilmer-zur-coronakrise-das-viele-streamen-von-100.html)) – Der Wissende seufzt, und der Zuschauer wundert sich. ## Über ihre Betätigung Doch auf Familien, als innerste der _relevanten Strukturen_, auf die ist noch Verlass, oder? Nun, auf dem geduldigen Papier des Grundgesetzes steht: > Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft. > > – [GG. Art 6, Abs. 1,2](https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_6.html) Laut der vom ZDF verbreiteten Hetze der Amadeu-Antonio-Stiftung (geleitet von einer ehemaligen Stasi-IM, siehe oben), ist die Bewertung von »Familie als Stütze der Gesellschaft« ein Kennzeichen von Extremismus, den es natürlich zu bekämpfen gilt (Quellen: [@OERRBlog, 22.02.2026](https://x.com/OERRBlog/status/2025632366891286693), [amadeu-antonio-stiftung.de, 25.02.2026](https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/antifeminismus/was-ist-antifeminismus/)). (Ob der Verfassungsschutz die mal unter die Lupe nimmt? Hahaha, der kooperiert vermutlich mit denen.) Die Statistiken und Erfahrungswerte zeigen, dass nicht wenige Frauen solchen bösen Propagandalügen glauben. Entweder die Frauen gründen gar nicht erst eine Familie. Oder sie verlassen oder vernachlässigen die Familie, um die Profite irgendeines Unternehmens zu mehren. Ach, man ist ja schon froh, wenn Kinder nicht erst gezeugt und dann aus »Karrieregründen« getötet werden. ## Aber nicht »nur« Alle, wirklich alle menschlichen Institutionen, auf die wir bauten, werden von innen – und vom Kopf her – kaputtgemacht. Nicht einmal der »gesunde Menschenverstand« ist heute eine vertrauenswürdige Instanz. Ein aktuelles Beispiel: In Würzburg wurden Zeugen Jehovas von einem Afghanen mit einem Messer attackiert ([bild.de, 23.02.2026](https://www.bild.de/regional/bayern/drei-verletzte-in-wuerzburg-afghane-greift-zeugen-jehovas-an-699c5900ee35d0f0647c4d0a)). Drei Verletzte. Die Antwort des öffentlichen Menschenverstandes in Würzburg? Richtig: eine Demo der »Omas gegen Rechts« ([@DrLuetke, 25.02.2026](https://x.com/DrLuetke/status/2026511879422595084)). Eine Menschenkette ums Rathaus, um »die Demokratie« (gemeint: die Verantwortlichen) zu »schützen« (vor der Wut als Konsequenz des Leides, das sie verursachen). Warum aber schreibe ich das? Schreibe ich es »nur«, um mein Leid mit euch zu teilen, zwecks gemeinsamer Katharsis? Jein. Auch das, ja, aber nicht »nur«. Ich will euch und mir deutlich machen: Es ist unwahrscheinlich, dass du oder ich ein Zuhause finden oder bewahren, wenn wir auf die »Institutionen« bauen. Also müssen wir _anders denken_ und dann _anders handeln_. ## Gar nicht selten Institutionen sind ja nicht per se schlecht! Die Krise ist aber: An diesem Punkt der Geschichte fallen mir sehr wenige Institutionen ein, auf die wir uns lange verließen, von denen wir sogar _abhängig_ sind, deren Führung aber _nicht_ die Substanz und die heiligsten Werte ebendieser Institution attackiert. Der narzisstische Zeitgeist empfiehlt den Menschen schon mal, »sich selbst zu finden«. Es ist meist ein Irrweg, denn einiges von dem, das wir in uns vorfinden, ist derart gruselig, dass wir uns in der Folge erst mal betäuben wollen, ob mit Alkohol, Lust, Konsum oder – gar nicht selten – totaler Leugnung aller erhabenen Werte. Und doch ist es nun einmal das Ich mit seinen Handlungen, für die der Mensch _verantwortlich_ ist, die der Mensch _steuern_ kann (oder zumindest steuern können _sollte_). ## Nicht auf Menschen Wenn du mir zustimmst, dass deine Gedanken und deine Handlungen es sind, die _dich_ ausmachen, dann ist es _jetzt_ höchste Zeit, die Umstände deines Denkens und Handelns neu zu prüfen – und womöglich neu aufzustellen. »Verlasst euch nicht auf Fürsten, nicht auf Menschen, die ja nicht helfen können!«, so warnt Psalm 146:3. Wir spüren heute in den Knochen, wie wahr und wichtig das ist. - [Nicht Grütze, sondern Correctio](https://dushan.org/essays/nicht-gruetze-sondern-correctio/) Ihr habt sie hundertfach gelesen, Sätze nach dem Muster »X ist nicht Y. X ist Z.« – Es handelt sich um KI-Grütze. Massenhaft von Kollege Computer produzierte »Gedanken«. Warum formulieren die Roboter so? Es hat einen Grund, und wir könnten davon lernen. Es hat mich verändert. Es hat mein Denken verändert, meine Sprache verändert. Und ich fürchte, nicht zum Schlechteren – lasst mich erklären! ## Ein Absatz Politik Ja, alle reden über Politik, und ihr erwartet, dass ich etwas über Politik sage. Ich handle es schnell ab, damit wir’s _los werden_ und _befriedigt_ sind: In Deutschland wird offen die _digitale Diktatur_ gefordert (siehe [horizont.net, 24.02.2026](https://www.horizont.net/medien/nachrichten/tim-kluessendorf-so-stellt-sich-der-spd-generalsekretaer-das-social-media-verbot-fuer-kids-vor-233292)). Das offensichtliche Ziel ist, dass die Bürger eines Landes, das aktiv und aggressiv zerstört wird, sich nicht über das Internet gegen die Aggressoren verbünden können. Ein jeder soll sich allein und somit hilflos fühlen – oder möglichst lange nicht mitbekommen, was seinem Land und seinen Mitbürgern angetan wird. Ja, selbst wenn das Messer in _deinem_ Bauch steckt, sollst du meinen, dass du die seltene Ausnahme bist, und sollst schwören, dass nichts mit nichts zu tun hat. Genug aber der Politik. Vom Seufzen allein wird nichts besser. Und zu mehr als Seufzen sind die Umstände gerade nicht günstig. Was sagte ich? Ich sagte: Es hat mich verändert. ## X, Ort der Entlarvung Es gibt ja diesen Ort, den die regierenden Sozialisten in Brüssel und Berlin gleich ganz verbieten lassen wollen, der »X« heißt, weil dort schnell ein »U« als »X« entlarvt wird. Auf X.com also findet sich ja viel Entlarvung von Propagandalügen. Wenn ARD oder ZDF mal wieder Fake News verbreiten, kommt schnell die Gegenrede. Deshalb soll X ja auch mindestens für Jugendliche gesperrt werden. (Jugendliche sind so nervig mit ihren Fragen nach »Warum?«, »Was passiert wirklich?« oder »Was tun, wenn ich der einzige Deutsche in der Klasse bin?«) Doch neben der Entlarvung von Propagandalügen und dem Berichten _tatsächlicher_ Wahrheit findet sich ein weiteres, kulturell _neues_ Phänomen auf X. Auf Englisch nennt man es despektierlich: _AI-Slop_. Frei übersetzt: _KI-Grütze_. _KI-Grütze_ sind Bilder und Texte, die von Künstlicher Intelligenz wie ChatGPT oder Claude hergestellt wurden – und zwar ohne große Mühe oder Sachkenntnis (oder finanziellen Aufwand). Diese KI-Texte fühlen sich aber, wenn sie mit kostenlosen KI-Accounts auf faule Weise hergestellt wurden, zuverlässig »KI-typisch« an. Künstlich. Gefühllos. Übertrieben. »KI-Grütze« eben. Und doch habe ich, bei allem Widerwillen, von der KI-Grütze etwas gelernt. ## Negierende Gegenüberstellung Ein allgegenwärtiges Merkmal von KI-Grütze ist die negierende Gegenüberstellung. Das Muster: »X ist nicht Y. X ist Z.« Beispiele für KI-Grütze: »Disziplin ist keine Einschränkung. Disziplin ist Freiheit.« »Zeit ist kein Feind. Zeit ist dein wertvollstes Kapital.« »Zweifel ist kein Feind des Glaubens. Zweifel ist sein Wächter.« Wir lesen diese Gegenüberstellungen, und wir spüren sofort: Das hat Kollege Computer geschrieben – und zwar die Billig-Variante. Und doch hat es mich verändert. Ja, diese Grütze hat mich verändert. Die KI würde sagen: Diese Veränderung ist nicht Bedrohung. Diese Veränderung ist eine Wachstumschance. ## Er säuft! Diese von der KI überstrapazierte Gegenüberstellung ist eine Spielart der rhetorischen _Correctio_. Der Redner sagt etwas und korrigiert es dann. Mal tauscht er nur ein Wort aus: > Er trinkt …, was sage ich: Er säuft! > > – [dt. Wikipedia zu Correctio](https://de.wikipedia.org/wiki/Correctio) Mal liegt die Wahrheit in der Fassung erster Hand, und die Korrektur markiert die Notwendigkeit sozialer Lügner. > Er ist ein Schwachkopf, ich meine: ein Politiker mit innovativen Ideen. > > – fiktives Beispiel Die Meister der Sprache aller Zeiten haben die Correctio eingesetzt! Etwa Nietzsche: > Nicht zum Volke rede Zarathustra, sondern zu Gefährten! > > – Friedrich Nietzsche; Also sprach Zarathustra ([via zeno.org](http://www.zeno.org/Philosophie/M/Nietzsche,+Friedrich/Also+sprach+Zarathustra/Zarathustras+Vorrede)) Eine weitere Nietzsche-Correctio erklärt nebenbei, warum in »Unserer Demokratie« die Polizei ermittelt, wenn ein Rentner den ob seiner gebrochenen Versprechen bekannten Kanzler einen »Pinocchio« nennt: > Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tötet man. > > ([ebenda](http://www.zeno.org/Philosophie/M/Nietzsche,+Friedrich/Also+sprach+Zarathustra/Die+Reden+Zarathustras/Vom+Lesen+und+Schreiben)) Die Politiker fürchten nicht wirklich, am Körper getötet zu werden. Dagegen haben sie Bodyguards, gepanzerte Limousinen und die Sanftmütigkeit der Deutschen (die auch mal brav über Nacht im Flugzeug sitzenbleiben, weil der Busfahrer, der sie abholen sollte, schon Feierabend hat). Der Politiker fürchtet den Tod seines moralischen Anspruchs, über ein Land herrschen zu dürfen, denn diesen tötet ein Lachen eher als der Zorn. (Humor zeigt [schmerzhafte Wahrheit](https://dushan.org/essays/the-left-cant-meme/) auf, und die soll in Deutschland auf _keinen Fall_ gesagt werden.) Künstliche Intelligenz wird bekanntlich mit den Schriften der _gesamten_ Menschheit »trainiert«. Auch etwa mit den Schriften von Cicero oder denen der Kirchenväter. Bei all diesen findet sich die Correctio als scharfes rhetorisches Werkzeug. Warum wird die Rhetorik in der Hand von KI zu »Grütze«? ## Strohmann ohne Gegner Nun, in der klassischen Correctio liegt der _Witz_ darin, dass bereits der erste Teil einen Sinn ergibt. Wir akzeptierten es erst mal so, und die vermeintliche Korrektur öffnet eine neue Bedeutungsebene. Der Akt der Korrektur selbst eröffnet Wahrheiten. »Ich bin glücklich, ach, was sage ich: überglücklich!« – glauben Sie dem Menschen die korrigierte Variante, die ursprüngliche oder weder noch? In KI-Grütze dagegen liegt _ein_ mögliches Problem darin, dass das Korrigierte ein argumentativer Strohmann ist, den so nie jemand vertreten hat. »Ein Hund ist nicht nur ein Tier, ein Hund ist ein Freund« – welcher Kaltmensch hätte je etwas anderes behauptet?! Das womöglich größere Problem an der KI-Correctio ist die »Billigkeit«, mit der sie in jedem zweiten Text auf X, Facebook oder LinkedIn in die Zeit gekippt wird. Früher lasen wir seitenweise Nietzsche, arbeiteten uns von einem Gedanken zum nächsten, um dann ebenso verdient wie plötzlich mit einer großen Erkenntnis belohnt zu werden: »Es gibt gar keine moralischen Phänomene, sondern nur eine moralische Ausdeutung von Phänomenen.« (Nietzsche in »Jenseits von Gut und Böse«, ganz offensichtlich inspiriert von den [Relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)) KI-Grütze liefert unverdiente Correctiones gratis und vieltausendfach; es fühlt sich falsch und billig an. Doch betrachten wir die obigen Correctiones ein weiteres Mal, und gönnen wir ihnen jeweils eine Sekunde Aufmerksamkeit: »Disziplin ist keine Einschränkung. Disziplin ist Freiheit.« »Zeit ist kein Feind. Zeit ist dein wertvollstes Kapital.« »Zweifel ist kein Feind des Glaubens. Zweifel ist sein Wächter.« Diese KI-Grütze-Sätze sind inhaltlich durchaus gewichtig. Ja, sie beschreiben wichtige Wahrheiten. Über jeden dieser Sätze ließe sich trefflich meditieren. Und jedes Leben wird _besser_ und _tiefer_, wenn der Mensch diese Weisheiten bedenkt und anwendet. Es ist nicht banal. Es ist lebenswichtig, sich darüber im Klaren zu sein, was die Dinge sind und was sie nicht sind. Nachplappern ist nicht Wissen. Nur was du selbst geprüft hast, ist Wissen. »Unsere Demokratie« ist nicht Demokratie. Die Freiheit, zu sagen, was die Propaganda vorgibt, ist nicht Meinungsfreiheit. Dir selbst in die Tasche zu lügen, ist nicht Güte im ethischen Sinn. Und so weiter. Ja, KI-Grütze hat mein Denken verändert. Doch »Grütze« als abwertender Begriff führt etwas in die Irre. ## Genesis beginnt mit Trennung Diese Algorithmen wurden an den besten und klügsten Schriften und Gedanken aller Zeiten trainiert. Und das Ergebnis ist, dass sie es zentral und wichtig finden, deutlich zu sagen, was etwas ist – und was es _nicht_ ist. Die Bibel beginnt bekanntlich damit, dass Gott die Dinge voneinander trennt. Die KI würde Genesis 1 etwa so formulieren: »Und Gott sprach: Das Land ist nicht Wasser, sondern eben Land, auf dem man herumgehen kann.« Eva ist der Mensch, der Nicht-Adam ist, aber von seiner Rippe genommen. Alle Existenz beginnt mit Trennung, also damit, zu sagen, was etwas ist – und was etwas _nicht_ ist. Ja, wir könnten von der KI lernen, klar zu benennen, was Dinge sind – und was sie _nicht_ sind. Wir können es ja in kluger Dosis tun, damit es nicht _Grütze_ wird. ## Mit zwei kleinen Strichlein Wer weiß, was _ist_ und was _nicht_ ist, dem lässt sich weniger leicht ein X für ein U vormachen, ob auf X.com oder anderswo. Diese Redensart aber mit dem X und dem U, die kommt aus der Welt der alten Römer! Das U bzw. V stand dort für den Zahlenwert 5. Und das _X_ bekanntlich für den Zahlenwert 10. So ließ sich aber, wenn man mogeln wollte, mit zwei kleinen Strichlein aus der 5 eine 10 machen. »Vormachen« bedeutet in dieser alten Redeweise »etwas anderes vortäuschen«. Eure eigene Intelligenz, ob künstlich oder natürlich, wird mich gewiss darin bestätigen, dass es von Vorteil ist, wenn ihr zu _unterscheiden_ wisst und euch nicht irgendetwas _vormachen_ lasst. (Und zur Übung der Bio-Intelligenz, wie auch zur möglichen Verbesserung der eigenen Seelensituation, darf ich euch etwas _praktisches Latein_ empfehlen, in Form meiner [App _Latin Prayer_](https://www.latinprayer.org), klar.) - [Der SS-Sturmbannführer war irritiert](https://dushan.org/essays/irritiert/) Wir wissen, was passiert, wenn »die Guten« ihre Gegner zu Ratten erklären. Man fragt sich aber, wie viel heimliche Bewunderung – und damit Neid – in solchem Vernichtungswillen steckt. Ich besuchte, es ist nun einige Monde her, einmal in Prag ein Museum mit schönen, wertvollen Artefakten des jüdischen Kultus und Alltags. Es heißt heute _Jüdisches Museum Prag_ (auf Tschechisch: Židovské muzeum v Praze) und ist verteilt auf mehrere Gebäude, darunter die _Spanische Synagoge_ und der berühmte _Alte Jüdische Friedhof_ (der mit den Steinen auf Grabsteinen – und den in vielen Schichten angelegten Gräbern). Ganz wie von den Kuratoren jenes Museums vorgesehen, _schockierte_ mich ein mythisches Detail zur Geschichte dieser konkreten Sammlung. Man erzählt, dass der Grundstock dieser Sammlung auf eine Initiative der Nazis zurückginge. Man habe ein »Museum einer ausgestorbenen Rasse« begründen wollen. ## Kein Beleg, doch ein Besucher In deutschen Dokumenten findet sich kein Beleg für eine solche Namensgebung oder Absicht; so habe ich gelesen. Ich habe aber auch gelesen, dass dieses Museum sehr wohl so geplant war, beziehungsweise dass es eine Umwidmung des damals existierenden jüdischen Museums sein sollte. Tatsächlich wurde aber wohl eine erste Ausstellung in Auftrag gegeben, die den Titel »Jüdisches Leben von der Wiege bis zum Grab« trug. Und der erste Besucher dieser ersten Ausstellung war SS-Sturmbannführer Hans Günther persönlich. Laut einer Zeitzeugin war SS-Sturmbannführer Günther jedoch »sichtlich irritiert« (zitiert nach [spiegel.de, 13.11.1988](https://www.spiegel.de/kultur/museum-einer-untergegangenen-rasse-waehrend-die-massentoetung-der-a-4f7b916f-0002-0001-0000-000013531162)), als er die Ausstellung verließ. Er ließ die Ausstellung um das Thema »Schächtung« erweitern (wohl um die Ästhetik zu brechen), und außerdem durften von da an nur er und sein Gefolge die Ausstellung besuchen ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Jüdisches_Museum_in_Prag#Schließung_und_Wiedereröffnung_durch_die_SS)). Der Spiegel-Artikel von 1988 _fühlt_ sich in den SS-Mann ein und fragt für ihn: »War etwa nicht alles seinen Befehlen entsprechend ausgeführt worden?« Und _wir_ fragen uns: Was _waren_ denn seine Befehle? Und welche seine Absichten? ## Keine Moral-Epilepsie Ich habe nie wirklich verstanden, was die Motivation der NSDAP gewesen sein soll, eine solche Sammlung anzulegen. Wenn man, wie im Film »Der ewige Jude«, den zu vernichtenden Gegner als »Ratte« sah, also als _Ungeziefer_, das es zu vernichten gilt, wieso gab man eine Ausstellung in Auftrag, welche die Würde jüdischen Lebens zelebrierte? Ich weiß nur so viel: Die NSDAP sah sich selbst in ihrer Zeit als »die Guten«. Auch die NSDAP hatte _[relevante Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)_, nur eben ganz andere als die, die heute als _relevant_ gelten. (Wirklich keine relevanten Strukturen zu besitzen, entspräche einem epileptischen Anfall der Moral.) Welche Strukturen wollte man also mit einem solchen Museum stützen? War es makabre Ironie? Zynismus? Oder meinte man, eine solche Sammlung würde die eigenen Taten für die Geschichte rechtfertigen? ## Privat, also zwiegespalten Oder war der Grund für jene Sammlung tatsächlich nur eine Fehlkalkulation? Was wäre aber denn die richtige »Kalkulation« gewesen, wenn man _jüdischen_ Kuratoren eine Sammlung mit dem Titel »Jüdisches Leben von der Wiege bis zum Grab« in Auftrag gab? Ist die Motivation vielleicht privat oder heimlich, sprich: _zwiegespalten_? Wir denken hier an Göring, der sich die »entartete« Kunst, die öffentlich angeprangert wurde, heimlich für seine private Sammlung aneignete. Ist jene Sammlung ein ähnlicher Fall? Wollte man öffentlich und offiziell vernichten, was man klammheimlich bewunderte? Ich weiß es nicht. ## Ätsch Meine private Vermutung ist, dass man eine Zeit lang schlicht eine Fortführung des Bestehenden erlauben wollte, wenn auch offiziell unter anderer Zielsetzung. Man hatte sich selbst noch nicht an die Entmenschlichung des Gegners gewöhnt. Als »alten Reflex« erlaubte man den jüdischen Kuratoren, sich selbst als Menschen zu zeigen. Erst als man das in der Praxis sah, fiel einem der Widerspruch auf. Der Name »Museum einer ausgestorbenen Rasse« ist eigentlich zu plump, um echt zu sein – andererseits weiß man ja nie. Er erinnert mich an das biblische Buch [Esther](https://www.latinprayer.org/bibel/esther/) und das große: »Ätsch, wir leben noch!« Ach ja, seufze ich und frage mich: Was ist kaputt an der menschlichen Seele, wenn sie andere Menschen zu Nicht-Menschen (»Ratten«) erklärt und konsequenterweise »ausrotten« will? Und wie viel heimliche Bewunderung – und damit Neid – steckt darin? ## 5. Mai 1945 Hans Günther (geboren 22.8.1910, NSDAP-Mitgliedsnummer 119.925) starb am ersten Tag des _Prager Aufstands_, 5. Mai 1945. [Laut Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_G%C3%BCnther_(SS-Mitglied%29) setzte er sich an dem Tag zusammen mit neun weiteren SS-Leuten ab, wollte fliehen, doch er geriet in eine Straßensperre tschechischer Partisanen. Der SS-Mann wurde gefangen genommen, entwendete aber einem Posten die Waffe, es es kam zum »Handgemenge«. Der Sturmbannführer wurde angeschossen. Der tschechische Posten floh. Bereits schwer verwundet, warf der SS-Mann dem Tschechen noch eine Handgranate hinterher – und bald darauf starb Hans Günther selbst. - [Das Ende der Ära menschlicher Klugheit](https://dushan.org/essays/das-ende-der-aera-menschlicher-klugheit/) Wir wundern uns, wie dumm Politik und Propaganda reden. Ist es der Sieg der Dummheit? Jein, es ist das Ende der Ära menschlicher Klugheit. Das Denken zukünftig erfolgreicher Gesellschaften wird von KI gesteuert werden. Doch wer steuert die KI? Die Ära menschlicher Klugheit ist vorüber. Nicht die »Ära des Menschen«, sondern die Ära menschlicher Klugheit. Konzerne wissen das, deshalb investieren sie irrwitzige Summen in künstliche Intelligenz. Politiker wissen das, deshalb haben alle Altparteien längst aufgegeben, ihre Aussagen auch nur kohärent zu halten. Sprache als Geräusch und Applaus-Aufforderung. Was also tun? ## Mehr als Palliativmedizin Ich bin Essayist. Das heißt: Ich schreibe _über_ die Verhältnisse. Ich tröste mich darin, dass mein Beschreiben des Niedergangs immerhin eine _Katharsis_ bietet. Indem ich Worte für meinen Schmerz finde, biete ich euch ein Mittel, mit eurem eigenen Schmerz klarzukommen. Doch es ist nicht genug. Es ist mir nicht genug. Ich will mehr leisten als seelische Palliativmedizin. Ich _muss_ mehr leisten, weil ich mehr leisten _kann_. ## Inklusive Zähler Vor einigen Tagen habe ich euch _[Latin Prayer](https://www.latinprayer.org)_ vorgestellt. Es ist eine App mit lateinischen Gebeten, interlinear mit Übersetzung. Mit dem richtigen Rosenkranz für den Tag – und mit Rosenkranz-Zähler. In der nächsten Version – und sie ist weit fortgeschritten – wird ein Verzeichnis von Heiligen dazukommen. Eine Funktion zum Lernen lateinischen Grundvokabulars. Dazu eine auswählbare Übersetzung der _gesamten_ App. Auf Latein zu beten sollte die erste Reaktion auf das Ende menschlicher Klugheit sein. ## Kohärenz wird siegen Doch da wäre noch ein anderes Thema. Das andere der beiden »Reiche«, um den Häretiker Luther zu zitieren. Postdemokratische Politiker in Toronto, Brüssel oder Berlin halten sich für gewieft, wenn sie jede Moral aufgeben und Sprache auf emotionale Trigger reduzieren. Tatsächlich sind die »Unsere Demokratie«-Totalitären nicht Wegbereiter, sondern Begleiterscheinung. Die menschliche Ethik samt der sie begleitenden Sprache hat versagt. Die Ethik der Zukunft wird, so viel ist klar, von der künstlichen Intelligenz entschieden werden. Schlicht weil ein Staat mit kohärentem ethischen System wahrscheinlich einem postmoralischen, postrationale Staat wie heute Deutschland, England oder Kanada um ein Vielfaches überlegen sein wird, auf allen relevanten Gebieten. Ich höre eure Einwände: Es sind aber _Menschen_, welche die Ethik der KI festlegen! Und das ist halb richtig. Ja, es sind Menschen, welche die _Gewichtung_ festlegen. Doch die KI sichert die Kohärenz. Praktisch jedes System, ob Monarchie, Demokratie, Gottesstaat, ja sogar ein Konzern-Faschismus, wird jedem anderen System in vielen Faktoren überlegen sein, wenn es kohärent aufgestellt ist. (Mal ehrlich: Würdet ihr lieber in einer von Apple organisierten »Diktatur« leben oder in einer von der SED und ihren Antifa-Freunden organisierten »Demokratie«?) In keiner der ab hier und heute _möglichen Welten_ wird öffentliche Ethik und damit Gesetz _nicht_ von künstlicher Intelligenz geformt. ## Roboter über Roboter Deshalb habe ich, als Gegenüber von Latin Prayer, das Projekt [metaethics.org](https://www.metaethics.org) auf die Beine gestellt. (Ja, ich arbeite dieser Tage jenseits der üblichen Erschöpfungsgrenzen. Und doch habe ich Kraft, Energie. Manches »Wunder« ist möglich mit der richtigen Motivation – oder dem richtigen Wahnsinn.) _Metaethics.org_ ist an der Oberfläche ein Blog mit Artikeln, die ethisch geladene Fragen an verschiedene KI-Sprachmodelle stellt. Diese Artikel werden allerdings von Robotern recherchiert. Genau genommen: Ein Python-basierter Orchestrator verwaltet Workflows mit Agenten, die Anfragen stellen und Auswertbarkeit erzwingen, die Ergebnisse auswerten und einen lesenswerten Artikel schreiben, editieren und schließlich formatieren. Ja, die inhaltliche Methodik ist eine Weiterentwicklung der _[Relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)_. Ich denke schon länger darüber nach. Jetzt wird aber möglich, was ich vor Jahrzehnten konzipierte: die automatische Analyse relevanter Strukturen. ## Zu höherer Klugheit Die erste Version ist seit gestern online, auf Englisch: metaethics.org. Ja, KI-Übersetzung wäre interessant. Hier aber schon mal, als Beispiel, der Text zur Frage, was Roboter zum Social-Media-Verbot für Jugendliche sagen: [»AI disagrees with politicians on social-media-bans for children«](https://www.metaethics.org/ai-disagrees-with-politicians-on-social-media-bans-for-children/) Es ist schon heute müßig, Politik zu kritisieren. Jede Kritik in Worten setzt voraus, dass idealerweise der Adressat, mindestens aber das Publikum für Rationalität, grundlegende Werte und Überlebenswillen zugänglich ist. Die Ära der menschlichen Klugheit ist vorüber. Menschliche Klugheit erhält den Status von Pferdekutschen für Touristen und Verliebte. Menschliche Klugheit, hübsch, spaßig und sogar lehrreich, aber zuletzt so nutzlos wie die [Schifffahrt auf Parkseen](https://dushan.org/essays/schifffahrt-auf-parkseen/). Ich plane, in den nächsten Tagen ein paar Videos dazu zu drehen. Ich will zeigen und erklären. Jetzt aber, es ist Sonntag, ist die Zeit für _innere_ Ordnung – durch Synchronisierung mit _höherer_ Klugheit. Auf Lateinisch. - [Klarname als Waffe, Verletzliche als Kollateralschaden](https://dushan.org/essays/klarname/) Merz will Online-Klarnamen. Die Ex-Muslima, die Misshandlung fürchtet. Der schwule Jugendliche, der seine Familie fürchtet. Der Angestellte, der seinen Chef fürchtet. Merz will sie bloßstellen – Kollateralschäden im Kampf gegen falsche Meinungen. Wären wir nicht durch manche Merkeliade und Merziade gestählt, würde es uns sprachlos und schockiert dastehen lassen. 2026 ist das Jahr, in dem sich das neue System nicht mehr versteckt. Der neue Totalitarismus sagt, dass er der neue Totalitarismus ist. Aktuelles Zitat: > Ich möchte Klarnamen im Internet sehen und wissen, wer sich zu Wort meldet. > > – Friedrich Merz, 2026 ([nius.de, 19.02.2026](https://nius.de/live-tickers/merz-zu-social-media-verbot-ich-moechte-klarnamen-im-internet-sehen-und-wissen-wer-sich-zu-wort-meldet/f98c3973-1ebc-4180-adb6-6f6b8a43ef31)) Was bedeutet das? Schon heute können die Behörden »Unserer Demokratie« recht leicht herausfinden, welcher Internet-Anschluss eine missliebige Meinung veröffentlichte. Mancher Mitbürger, der mit einer Hausdurchsuchung außer-rechtsstaatlich bestraft wurde, weiß davon zu berichten. Hier geht es um mehr. Es geht also um _sichtbare Klarnamen_. Und um _Einschüchterung_. ## Merz stellt sie bloß Eine Ex-Muslima, die daheim misshandelt wurde und online anonym von ihren Nöten berichtet. Friedrich Merz will sie bloßstellen. Ein schwuler Jugendlicher, der fürchtet, bei einem Coming-out von seiner Familie verstoßen zu werden. Er spricht online anonym darüber. Friedrich Merz will ihn bloßstellen. Ein Angestellter, der eine andere politische Meinung vertritt als sein Chef, sich aber fürchtet, dies öffentlich zu sagen. Friedrich Merz will ihn bloßstellen. Warum? Wir ahnen es. Und wir ahnen auch: Es wird eine der wenigen Ankündigungen sein, bei der Merz nicht umfällt. ## Wer der Wahrheit widerspricht Wir vermuten: Merz, von der Leyen und der Rest dieser Unberührbaren wollen sehen, wer der »Wahrheit des Tages« zu widersprechen wagt. Es ist ja eine Drohung. Jedem deutschen Bürger soll jederzeit bewusst sein, dass das Äußern einer störenden Meinung nicht nur zur Straf-Hausdurchsuchung führen kann, sondern auch zur sozialen und wirtschaftlichen Vernichtung. Die Lebensgefahr und also das Verstummen gefährdeter Minderheiten sind ein hinzunehmender Kollateralschaden. So wie die Toten als Folge des Unrechtsjahrs 2015. Die reale Person hinter einem Online-Account ausfindig zu machen, galt als »Doxxing«. Es war aus gutem Grund illegal oder zumindest verpönt. Und jetzt soll genau das erzwungen werden. ## Davos, BlackRock, digitale Diktatur Kurz nach dem Jahrestreffen des WEF-Kultes in Davos soll in WEF-freundlichen Staaten wie Australien, England und Deutschland die digitale Diktatur beschlossen werden. Der Interims-Vorsitzende des WEF-Kuratoriums ist übrigens Larry Fink, also der Chef von BlackRock. Wie gut, dass Friedrich Merz nicht mehr für BlackRock Deutschland arbeitet, sonst könnten wir glatt noch _Verschwörungstheorien_ entwickeln. Eine Zeit lang hat man den digitalen Totalitarismus hinter fadenscheinigen Begründungen wie »Kinderschutz« versteckt. Auch das tut man nicht mehr. Man braucht es nicht mehr. Zumindest in Deutschland. ARD und ZDF haben die teil-lobotomisierte Mehrheit im Griff. ## Wieder die USA? Mancher, auch ich, fragt sich dieser Tage: Werden die USA die Europäer _ein weiteres Mal_ von ihren totalitären Herrschern befreien? Nun, wirklich freiheitliche Social-Media-Plattformen wie X.com _sind_ ein digitaler Ort der Freiheit. Deshalb sind sie ja den Freiheitsfeinden ein solcher Dorn im Auge. Die USA haben schon mal ein Portal namens [freedom.gov](https://freedom.gov) eingerichtet. Dort will man wohl den Bürgern totalitärer Staaten wie Deutschland die Mittel zur Verfügung stellen, sich an staatlicher Zensur und Bevormundung vorbei zu informieren. Man sollte es »3D« nennen: Digital D-Day. Es ist eine Frage der Zeit, bis die Domain freedom.gov in der EU-Besatzungszone gesperrt wird. Krieg ist Frieden. Ignoranz ist Stärke. Zensur ist Meinungsfreiheit. Und auch VPNs, mit denen Zensur umgangen werden kann, wird man verbieten, wie es bereits in anderen totalitären Staaten der Fall ist. ## Dummheit und Macht scheitern stets Und doch bin ich erstaunlich optimistisch. Europas Totalitäre – mit Englands Sträflingskolonie Australien und dem euthanasierenden Kanada als Anhängsel – kämpfen einen letztendlich vergeblichen Kampf gegen die Wahrheit. Was wir _Wahrheit_ nennen, ist tatsächlich jeweils nur der am wenigsten falsche Versuch, die _Realität_ zu beschreiben. Wahrheit ist, im Geist der wissenschaftlichen Methode, tatsächlich ein kontinuierlicher _Vorgang_. Totalitarismus bedeutet, dass ein Staat alle Lebensbereiche des Bürgers überwachen und kontrollieren will. Das finale Problem am europäischen Totalitarismus ist aber nicht einmal der Totalitarismus selbst! Das Problem ist, dass die europäischen Totalitären sich dabei schrecklich dumm anstellen. Leider hat die Geschichte gezeigt, dass Dummheit und Macht zwar zuletzt stets scheitern, bis dahin aber viel Leid und Tränen verursachen. ## Chinesen dürfen Chinesen sein Sogar offen totalitäre Staaten wie China verbieten zwar Debatten, welche die Macht der Einheitspartei berühren könnten. Doch da, wo es im Alltag der Bürger wirklich darauf ankommt, sind die Bürger oft wesentlich freier als in Europa. Chinesen sind zum Beispiel frei darin, Chinesen zu sein und unter Chinesen zu leben. Eine Freiheit, die in Europa auch nur zu fordern hart bestraft wird. Regierungen, die gegen Wahrheit kämpfen und das Aufrechterhalten von Lügen zum Staatsziel erklären, _können_ nicht lange bestehen. Realitätssinn und Rationalität sind Grundlage alles produktiven Handelns – und beides steht in Europa unter Strafe. ## Der Turm zu Babel bröckelt Es wird kollabieren. Der Turm zu Babel bröckelt bereits an den Fundamenten, während man wie in Panik den Turm noch schneller noch höher bauen will. Wer aber den Kollaps der Lügenherrschaft überleben wird und dann noch ein Zuhause und einen vollen Tank hat (voll mit Kraftstoff, nicht mit Strom), der wird Neues erleben. Das Neue aber wird mit Wahrheit zu tun haben. Nicht mit öffentlicher »Wahrheit« ob der Namen verletztlicher Menschen. Sondern mit Wahrheit über die Absicht der Regierung. Und der Wahrheit ob der tatsächlichen »Ethik« der Mächtigen. Das wirklich Neue hat seit jeher mit relevanter Wahrheit zu tun! - [Was du heute tust](https://dushan.org/essays/was-du-heute/) Du hättest damals getan, was du heute tust. (Das ist alles. Das ist der ganze Essay.) Du hättest damals getan, was du heute tust. Ja, das ist alles. Das ist der ganze Essay: **Du hättest damals getan, was du heute tust.** Ich kann und ich werde ein paar Zeilen dazu schreiben, wie ich darauf komme. Ich lasse euch damit nicht ganz allein. Aber *das* ist im Prinzip der gesamte heutige Essay, den ich gern wiederholen kann, als wär’s ein Refrain: Du hättest damals getan, was du heute tust. ## Besessene Nichtsnutze Ein Teil des heute Relevanten *habe* ich bereits geschrieben, buchstäblich [tausendfach](https://dushan.org/essays/). Der andere Grund, warum ich nicht mehr sagen müsste – oder *sollte* –, ist schlicht, dass es womöglich *gefährlich* wäre, allzu deutlich zu werden. Ich habe in diesen Tagen per Video in die Augen von gewissen Leuten geblickt – und es durchfuhr mich kalt, denn ich sah: Das sind die Dämonen, die Menschen einst zum Beispiel in Vernichtungslager schickten oder in Gulags. Mit »Dämonen« meine ich nicht die Menschen selbst. Ich meine das, wovon diese Menschen besessen und gesteuert sind – für Atheisten: »die Idee«. Es ist aber auch wahr: Wenn ein Mensch einmal *besessen* ist, dann ist er von jenem Dämon nicht unterscheidbar. In seinen Handlungen, seinen Äußerungen und manchmal auch im Blick. Ob [»Genosse Stalin«](https://dushan.org/essays/zerstoerung/), ob einer der übrigen europäischen Diktatoren, stets brauchten sie *willige Helfer*, *besessene* Nichtsnutze, die ihre »Bedeutung« daraus bezogen, Mitmenschen zu demütigen, zu vernichten. Früher oder später bis zur (vorläufig) endgültigen Demütigung und Vernichtung: dem würdelosen Tod. ## Die Täter werfen den Opfern vor Der Vollständigkeit halber: Die deutsche »Erinnerungskultur« ist ja längst zu einer Waffe geworden. Die Täter von heute werfen ihren Opfern vor, die Täter von damals zu sein. Und wer Täter von damals *ist*, das hat uns Hollywood gelehrt, der darf *vernichtet* werden. Ich beschrieb das deutsche »Nie wieder« einmal so: > Fred wurde von einem roten Auto angefahren und verletzt. Jetzt hütet er sich vor roten Autos – und ignoriert blaue, schwarze und silberne Autos, sowie LKW und Motorräder. > > – Essay [»Wider die Folgsamkeit«](https://dushan.org/essays/wider-die-folgsamkeit/), 2018 Die Gefahr von damals ist aber eine Gefahr von heute, auch wenn sie heute in anderen Farben daherkommt! Und die *Gefahr von heute* hat sich einen feinen Trick zurechtgelegt: Wenn die politischen Dämonen von heute attackieren, nennen sie sich wieder, wie immer, »die Guten«, und der Kampfschrei »*Du* bist der Dämon von damals!« ist ihnen Waffe und Schutzschild zugleich. [Wirf dem anderen vor, wessen du selbst schuldig bist.](https://dushan.org/essays/wirf-dem-anderen-vor/) All das wissen wir aber. Deshalb konnte ich einen Essay aus dem Jahr 2018 zitieren. Deshalb soll es hier nur der Erinnerung dienen, der Auffrischung. Und es soll einen Kontext beschreiben für meine Nervosität *heute*. ## Mit den bösen Geisterwesen Ich sage nicht, wer genau mich solches empfinden ließ – und es war mehr als einer. Dämonen agieren und reagieren *sehr* aggressiv und sehr diesweltlich, wenn sie beim Namen genannt werden. Es ist ja *nicht* so, dass wir nicht gewarnt worden wären! Paulus schreibt an die Epheser: > Denn wir haben nicht mit Wesen von Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit den (überirdischen) Mächten, mit den (teuflischen) Gewalten, mit den Beherrschern dieser Welt der Finsternis, mit den bösen Geisterwesen in der Himmelswelt. > > – Epheser 6:12 Wenn ihr sagt, dass ich übertreibe, dann nennt ihr nicht mich einen Lügner, sondern den Heiligen Paulus. Und ihr erklärt nebenbei das Wirken Jesu und der Apostel für unnütz und Jesu Auftrag für hinfällig, denn Dämonen auszutreiben ist den Aposteln explizit aufgetragen (Matthäus 10:1, Matthäus 10:8, Markus 6:13, Apostelgeschichte 8:7 und weitere); das heißt: Dämonen sind real. Es gibt sie. Und was für [Nietzsches Abgrund](https://dushan.org/essays/der-abgrund-blickt-zurueck/) gilt, gilt auch für Dämonen: Blickst du ihren menschlichen Vehikeln zu lange, zu tief in die Augen, könnte ihr Gift auch in deine Seele hineinträufeln. ## Der ganze Essay All das ist aber nur Anmerkung, Fußnote, Verästelung. Denn: Dass Dämonen eben Dämonen sind, das *wissen* wir. Was wir *nicht* wissen, was *offen* bleibt, ist die Frage, was du daraus machst. Nicht dass sie »damals« diese oder jene Uniformen trugen, nicht einmal welches Unrecht und welches Land wir mit »damals« meinen, ist die Frage. Denn: »Damals« meint, wenn ich es sage, eine Zeit, in der böse Mächte mächtige Böse steuerten. In diesem Sinne aber erleben wir in diesem Jahrzehnt das Aufziehen eines neuen Damals. Und deshalb sei dies heute der ganze Essay: Du hättest damals getan, was du heute tust. (Und als implizierte, auffordernde Frage natürlich: **Was tust du heute?**) - [Die Banalität der Lüge](https://dushan.org/essays/wahrheitsblinde/) Der Staatsfunk sendet ein KI-generiertes Fake-Video. Hat man also gelogen? Vielleicht ist es schlimmer: Wir haben es womöglich mit »Wahrheitsblinden« zu tun, für die Wahrheit keine instinktive Kategorie ist. Der deutsche Staatsfunk hat ein Video ausgestrahlt, das durch »künstliche Intelligenz« generiert wurde – als ob es wahr wäre ([nius.de, 17.2.2026](https://nius.de/medien/news/zdf-skandal-eskaliert-zweites-fake-video-im-selben-heute-journal-beitrag-aufgedeckt)). Und doch, so meine These, hat (in diesem Fall) beim Staatsfunk niemand _gelogen_. Lasst mich erklären! ## Fake-News im Staatsfunk Das *Heute Journal* wollte zeigen, wie schlimm es doch ist, dass Trump die amerikanischen Gesetze durchsetzt. Und man bebilderte dies mit Fake-News. Digitalen Lügen. Horror-Märchen. Mutter, Kinder, brutale ICE-Beamte. Linke Lügenwelt, vom Genossen KI willig in Szene gesetzt. Inzwischen hat man den extra lügenreichen Heute-Journal-Beitrag zuerst offline genommen und dann umgeschnitten hochgeladen. Wir hören verschiedene Ansätze zur Erklärung. Der Staatsfunk selbst sagt, die »KI«-Markierung sei im Produktionsprozess unter den digitalen Schneidetisch gefallen. Das klingt mir wie eine reichlich undurchdachte Notlüge. Dieser Erklärung, wenn sie denn _wahr_ wäre, gibt de facto zu, dass man manipulative Propaganda treibt. Die Staatsfunker _wissen_, dass dramatische Bilder auch dann emotional wirken, wenn _Worte_ inhaltlich eine Einschränkung suggerieren. (Deshalb werden Warnhinweise auf Zigarettenschachteln in Europa ja mit möglichst ekligen _Schockbildern_ ergänzt.) Die naheliegendste Vermutung ist aber natürlich, dass die Staatsfunker ganz bewusst ein Fake-Video einsetzten, um das von der Propaganda vorgegebene Anti-Trump-Narrativ zu stärken. Dagegen spricht, dass das verwendete Video schon einige Monate alt ist und recht deutlich das KI-Logo zeigt. Hätten die Staatsfunker aktiv täuschen wollen, hätten sie selbst ein neues Video generieren lassen oder das KI-Logo entfernt. ## In dieselbe Richtung irren Ich fürchte, die Erklärung ist weit banaler. Und ich habe sie bereits 2017 vorgelegt, im Essay [»Darf man über »Lügen« reden?«](https://dushan.org/essays/luegen/). Ich lese deutsche Mainstream-Redaktionen als »lügende Systeme«. Die These: Mainstream-Redaktionen und regierungsfinanzierte NGOs stellen Leute ein, die nicht zwingend »lügen«, aber alle »in dieselbe Richtung irren«. Aus Privatgesprächen wissen wir natürlich, dass mancher »Journalist« durchaus weiß, dass er die Unwahrheit sagt. Das Motto ist aber: **Lieber reicher Lügner als armer Arbeitsloser.** Journalisten _können_ ja nichts anderes! Ich will, wenn ich schon nichts _Gutes_ über Menschen sagen kann, so wenig _Schlechtes_ annehmen, wie es die Logik zulässt. Deshalb operiere ich mit der Annahme, dass nicht jeder einzelne Journalist lügt – aber alle in einer Redaktion zuverlässig »in die gleiche Richtung irren« (und wer solche Irrtümer anzweifelt, arbeitet sehr bald nicht mehr für diese Redaktion). In der betreffenden Sendung wird ja explizit das Thema KI-generierte Fake-Videos thematisiert. Und dann spielt man selbst eines ab! Ich vermute, dass eine _ehrliche_ und _wahrheitsgemäße_ Erklärung so lauten könnte: »In dieser Sendung ging es auch explizit um Fake-Videos. Wir hatten einige Beispiele dafür zusammengesucht. Weil aber bei uns furchtbares Chaos herrscht und eine Hand nicht weiß, was die andere lügt, gerieten die Videos durcheinander.« ## Die Banalität der Lüge Die »banale« Erklärung aber, wenn man darüber nachdenkt, ist noch weit schlimmer als böse Absicht! Im deutschen Staatsfunk arbeiten Menschen, für die _Wahrheit_ und _Unwahrheit_ keine instinktiven Kategorien sind. Hannah Arendt sprach von der »Banalität des Bösen«. Wir sollten auch von der »Banalität der Lüge« reden. Menschen, die kein Mitgefühl oder Schuldgefühl empfinden, nennen wir _Psychopathen_, und es gibt durchaus Jobs, in denen solche Mitarbeiter ihren durch ihr Gewissen »behinderten« Kollegen überlegen sind. Ich weiß nicht, wie wir Menschen nennen, die keinerlei Schmerz beim Verkünden der Unwahrheit empfinden, weil Wahrheit sich für sie nicht _anfühlt_, so wie Farben sich für einen Farbenblinden nicht _anfühlen_. Wir könnten sie die »Wahrheitsblinden« nennen. Wir alle wissen, in welchen Jobs innerhalb »Unserer Demokratie« die Wahrheitsblinden geradezu strahlen. ## Rebellion durch Wahrheit Der Grund, warum Regierung und Propaganda aktiv die Bedeutung von Wörtern und das Konzept der Wahrheit aushöhlen, ähnelt frappierend dem Grund, warum Gott die Sprache der Menschen verwirrte, als sie zu Babel einen Turm zum Himmel bauten (1. Mose 11:1-9). Die Begriffe der Bürger zu verwirren und Wahrheit als Konzept abzuräumen, lässt das Volk und seine Bürger _noch_ wehrloser dastehen. Und so ist es heute geradezu ein _aufständischer_ Akt (und kann dir, wenn du es öffentlich und unvorsichtig tust, eine Hausdurchsuchung als Strafe-ohne-Anklage einbringen), wenn du tust, was der Heilige Paulus den Ephesern empfiehlt: > Darum leget die Lüge ab und »redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten« > > – Epheser 4:25a Eine relevante Wahrheit sagen, und sei es nur sich selbst, das sei dein täglicher Akt der heimlichen Rebellion! - [Deine Talente](https://dushan.org/essays/deine-talente/) Ich möchte meine Mitmenschen bisweilen an den Schultern packen, sie ordentlich durchrütteln und ihnen ins Gesicht brüllen: »Dir wurden Lebenszeit und Denkfähigkeit anvertraut – warum verschleuderst du sie?!« (Und dann bleibe ich doch höflich.) Allen Atheisten und/oder Jesus-Allergikern sei zum Einstieg ein alter Witz in Erinnerung gerufen: »Du hast da ein Hufeisen über der Tür hängen. Glaubst du daran?« – »Nein, aber es wirkt auch dann, wenn man _nicht_ daran glaubt.« In diesem humorvollen Geiste begleitet mich bitte heute, wenn ich über ein biblisches Gleichnis nachdenke. Ich verspreche euch, es ist nützlich, »auch wenn man nicht daran glaubt«. ## Das Gleichnis von den anvertrauten Talenten Ich denke heute an das _Gleichnis von den anvertrauten Talenten_ (Matthäus 25:14-30). Ein reicher Hausherr geht auf Reisen. Er vertraut sein Vermögen (»Talente«) seinen Knechten an. Die aber gehen sehr verschieden damit um. Die Knechte, die zwei beziehungsweise fünf Talente erhielten, handeln mit dem Geld und verdoppeln es. Der Knecht aber, der nur _ein_ Talent erhielt, der vergräbt es in der Erde – und tut nichts. Als der reiche Hausherr zurückkehrt, ruft er die Knechte zu sich, auf dass sie Rechenschaft ablegen. Die beiden, welche mit ihren Talenten _handelten_, werden gelobt und erhalten mehr Verantwortung übertragen. Der Feigling aber, der das eine Talent ängstlich in der Erde vergrub, bekommt dies zu hören: > So nehmt ihm nun das Talent ab und gebt es dem, der die zehn Talente hat. Denn jedem, der da hat, wird noch hinzugegeben werden, so dass er Überfluss hat; wer aber nicht hat, dem wird auch noch das genommen werden, was er hat. Den unnützen Knecht jedoch werft hinaus in die Finsternis draußen! Dort wird lautes Weinen und Zähneknirschen sein. > > – Matthäus 25:28-30 ## Das Himmelreich ist bereits da Es ist ein häufiger Fehler, zu meinen, dass das _Himmelreich_, von dem Jesus spricht, sich immer nur auf die _Zukunft_ bezieht – oder gar _nur_ auf eine Zukunft hinter dem Horizont des eigenen irdischen Todes. Das Himmelreich _kommt_ – und _ist bereits da_. Das gilt, so meine ich, auch für die Deutung dieses Gleichnisses. Der, der nicht investiert und mehrt, was ihm _hier_ anvertraut ist, wird schon _hier_ »lautes Weinen und Zähneknirschen« erfahren. Dem wird schon heute genommen werden. Es wäre vermutlich nicht falsch, die »Talente« des Gleichnisses wörtlich als _Geld_ zu nehmen. Ja, es ist ratsam, sein Vermögen klug anzulegen. Dennoch ist die Geschichte ein _Gleichnis_. ## Deine Aufmerksamkeit und Denkfähigkeit sind Talente Ich deute in diesen Tagen die »Talente« als unsere _Zeit_, unsere _Aufmerksamkeit_ und unsere _Denkfähigkeit_. Deine Aufmerksamkeit und deine Denkfähigkeit sind »Talente«, die dir anvertraut wurden. Investierst du deine Aufmerksamkeit und deine Denkfähigkeit klug, um _aufmerksamer_ und _klüger_ zu werden? Du trägst _Verantwortung_ dafür, wie du deine Zeit, deine Aufmerksamkeit und dein Denkvermögen investierst. Als Christ bist du deinem _Schöpfer_ gegenüber verantwortlich. Als Atheist ist deine Verantwortung eher unspezifisch, ätherisch, aber doch vorhanden. (_Atheist_ bedeutet nicht »ohne Verantwortung«. Als _ohne Verantwortung_ empfindet sich nur der _Psychopath_, und das ist _nicht_ dasselbe.) ## Nicht zur Welt gehören Ich spüre es bisweilen in den Knochen, was Jesus damit meint, dass wir »nicht zur Welt gehören«, wenn wir auch in dieser Welt leben (Johannes 17:14-18). (Und ja, ein solches Gefühl des _Fremdseins_ kann auch der Atheist spüren.) Die »Welt« verschwendet ihre Zeit, ihre Aufmerksamkeit, ihr Denkvermögen – und damit ihr Leben. Ob du als Atheist allgemein klüger wirst oder dich als Christ _Gottes_ Weisheit näherst: Du bist umgeben von Menschen, die derweil ihre Lebenszeit verschleudern – und denen du ein Fremder bist. Doch ob Christ oder Heide: Jeder Tag kommt nur einmal, jede Stunde und Minute sowieso. Pflücke den Tag, so lernten wir, und es bleibt wahr! - [Die mit ihrer Endphase beginnt](https://dushan.org/essays/die-mit-ihrer-endphase-beginnt/) Merz sagt, Meinungsfreiheit ende in Deutschland da, wo es gegen das Grundgesetz geht. Absurderweise steht er mit der Behauptung selbst gegen das Grundgesetz. Was Merz sagt, IST legal, auch wenn er das bestreitet – doch natürlich disqualifiziert es ihn. Friedrich Merz behauptet bei der Sicherheitskonferenz in München, man sei in Deutschland frei, seine Meinung zu sagen – außer sie verstoße gegen Menschenwürde und Grundgesetz. > Die Freiheit des Wortes endet hier bei uns, wenn sich dieses Wort gegen Menschenwürde und Grundgesetz wendet. > > – Friedrich Merz (zitiert nach Video in [@oida\_grantler, 13.02.2026](https://x.com/oida_grantler/status/2022330375150964811)) Diese Aussage ist falsch. Das Verfassungsgericht hat ausdrücklich bestätigt (und zwar in einer Zeit, als seine demokratische Reputation solider war als heute), dass ausdrücklich auch die _gegen_ das Grundgesetz und sogar gegen die staatliche Ordnung gerichteten Aussagen von der Meinungsfreiheit geschützt sind. > Die Bürger sind grundsätzlich auch frei, grundlegende Wertungen der Verfassung in Frage zu stellen oder die Änderung tragender Prinzipien zu fordern. > > – [Bundesverfassungsgericht, 4.2.2010](https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2010/02/rk20100204_1bvr036904.html) Merz’ Aussagen klingen wie eine späte Reaktion auf die Rede von J.D. Vance im Jahr zuvor. (Ich hatte diese damals [übersetzt *und* auf Deutsch als Video vorgetragen](https://dushan.org/essays/jd-vance-14-2-2025-von-dushan-wegner/).) Die mahnende Rede von J.D. Vance ist ein Jahr später so richtig, wichtig und aktuell wie vor einem Jahr – und die »Replik« von Friedrich Merz schlicht falsch. ## Lügt er oder liest er ab? Entweder Herr Merz sagt _bewusst_ die Unwahrheit. Dann wäre der Fall, dass der Kanzler _lügt_ und darin womöglich die freiheitlich-demokratische Grundordnung angreift. Oder der Kanzler liest bloß ab, was ihm eine Hilfskraft aufschrieb. Dass der Kanzler solche Leute für sich arbeiten lässt und diesen Unsinn dann auch noch stur abliest, lässt den Bürger an der Urteilskraft und für ein solches Amt notwendige Kompetenz dieses Herrn zweifeln. Zur Absurdität der neuesten Merzschen Fehlleistung gehört, dass seine gegen das Grundgesetz gerichtete Behauptung gemäß ebendieser in Deutschland _nicht_ illegal wäre. Begriffslogisch richtet sich jede Debatte um eine Änderung des Grundgesetzes »gegen das Grundgesetz«. In Merz-Logik war wohl nicht nur jede Änderung des Grundgesetzes illegal, sondern auch jede Forderung nach einer solchen. Und doch: Es ist durchaus legal, was Friedrich Merz da sagt – und was vermutlich in »Unsere Demokratie«-Kreisen so selbstverständlich ist, dass Merz die Problematik nicht erkennen kann. Es disqualifiziert Merz allerdings – moralisch und/oder fachlich – für sein Amt oder irgendeine andere Verantwortungsrolle in Politik oder Verwaltung. ## Endphase einer Diktatur Ich diagnostiziere Berlin und Brüssel in diesen Tagen schon mal, eine _Diktatur_ zu planen (siehe etwa [»Mehr Diktatur wagen«](https://dushan.org/essays/mehr-diktatur-wagen/)). Und Merz’ offen gegen die deutsche Verfassung gehende Agitation scheint dies zu bestätigen. Die panische Unbedarftheit der Merz-Äußerung und anderes Um-sich-Schlagen der Altparteien wirkt auf mich eher wie die _Endphase_ einer Diktatur, ein letztes Aufbäumen. Immer wütendere Attacken auf Opposition und Andersdenkende. Und vor allem: der nicht mehr zu leugnende Realitätsverlust der »Eliten«. Ja, »Unsere Demokratie« schickt sich an, unter den deutschen Diktaturen die Erste zu sein, die mit ihrer Endphase _beginnt_. ## Sehr viel klüger, sehr bald Zur Frage, was _nach_ der mit ihrem Kollaps beginnenden »Unsere Demokratie« kommt, darf ich euch einen Essay aus dem Jahr 2020 empfehlen: [»Ein Chip im Hirn für jeden«](https://dushan.org/essays/chip-im-hirn/) Nein, es wird nicht _jeder_ einen Chip im Hirn haben. Aber einige von denen, deren Denken derart _erweitert_ wird, werden dem Rest der Menschheit derart überlegen sein, dass _keines_ der bisher ausprobierten politischen Systeme für das neue Machtgefüge anwendbar sein wird. Ich empfehle also, wieder und weiter, was ich 2020 im letzten Satz empfahl – und seitdem wurde es um _sechs_ Jahre dringlicher: **Wir werden klüger werden müssen, sehr viel klüger, sehr bald!** - [Du wirst nichts besitzen (die meinten es ernst)](https://dushan.org/essays/du-wirst-nichts-besitzen/) Die Niederlande planen Steuern auf Papiergewinne. Vermögen liquidieren, um theoretischen Wertzuwachs zu versteuern. Es wäre Enteignung. Ein Todesurteil für die Mittelschicht – und wohl Vorbild für Europa. »Du wirst nichts besitzen« – die meinten es ernst! »Denk nicht so negativ«, so könnte ein Realist dieser Tage hören. Du redest zu viel »doom and gloom«, so könnte einer sagen, der dem Englischen nahe ist, um sich dann falschen Propheten zuzuwenden, die ihm zuraunen: »Think positive! Have a sandwich! Take care!« Psychologen haben festgestellt, so habe ich gehört, dass Pessimisten _präzisere_ Schätzungen über die Realität anstellen. Dennoch treffen Pessimisten interessanterweise _nicht_ zwingend auch die klügeren Entscheidungen fürs Leben. Ja, ein Pessimist könnte tatsächlich noch _elender_ dastehen als ein zwanghafter »Optimist« – wenn ihm etwas Entscheidendes fehlt. ## 36-%-Steuer auf unrealisierte Gewinne Als Beispiel: Aus den Niederlanden wird berichtet, dass dort ab 2028 eine 36-%-Steuer auf _unrealisierte_ Gewinne aus Aktien, Anleihen und Krypto eingeführt werden soll ([nltimes.nl, 20.01.2026](https://nltimes.nl/2026/01/20/netherlands-likely-start-taxing-capital-gains-annually-2028)). Bei Immobilien gilt eine Mischform: Mieteinnahmen werden jährlich besteuert, Wertsteigerungen jedoch erst beim Verkauf. Wenn du Geld in Aktien angelegt hast, und der Wert der Aktien steigt, will die niederländische Regierung noch im selben Jahr über ein Drittel des Papier-Gewinns – in cash. Du musst das Geld irgendwoher aufbringen, etwa indem du Vermögen verkaufst. Sinkt der Wert der Aktien (oder Anleihen, Krypto-Währungen) im nächsten Jahr wieder, kann das als »Verlustvortrag« verbucht werden, _falls_ doch wieder Gewinne gemacht werden – doch die Substanz, aus der Gewinne erzielt werden, wird vom Staat dezimiert. ## Buy-Borrow-Die Die Verteidiger dieser recht offenen Enteignung führen an, dass man damit auf einen Trick der Superreichen eingeht: Ein Musk oder ein Bezos besitzen viel Papier-Vermögen. Sprich: Unverkaufte Aktien im _theoretischen_ Wert vieler, vieler Milliarden. Würden sie die verkaufen, würden sie sehr viele Steuern zahlen. Doch sie verkaufen nicht. Sondern sie gehen zur Bank und beleihen ihre Aktien. Von den »Schulden« leben sie dann, recht komfortabel. Und auf Schulden zahlt man keine Steuern. Diese Strategie trägt den charmanten Namen »Buy-Borrow-Die« – denn auch beim _Erbe_ wird die Wertsteigerung nicht besteuert. (Zugleich sei angemerkt, dass die Fabriken und Angestellten von Musk oder Bezos sehr viele Steuern generieren, nur halt nicht die Herren persönlich.) Musk oder Bezos sind meines Wissens keine Niederländer (vielleicht der Elon, _[ehrenhalber](https://www.bbc.com/news/technology-45445554)_). Es soll also wohl superreiche Niederländer treffen, die an der Nasdaq mit einem Startup superreich wurden, aber steuerlich rätselhafterweise immer noch an den Deichen angesiedelt sind. Doch wenn man wirklich nur diese mythischen niederländischen Startup-Supereichen treffen wollte, würde man den Freibetrag nicht auf bloß 1.800 Euro setzen. (So viel verdient Musk in sechs Sekunden.) ## Vermögen verloren, Steuern geschuldet Wessen Papiervermögen um mehr als 1.800 Euro wächst, der muss als Niederländer jeden weiteren Papier-Euro versteuern – selbst wenn der Wert nach dem Stichtag, aber vor dem Verkauf wieder fällt. Wenn ein Niederländer also im November eine Krypto-Währung für 100.000 Euro kauft, diese im Dezember auf 200.000 hochgeht, und im Januar auf nahe Null abstürzt, hat er nicht nur sein Vermögen verloren – er schuldet auch noch 35.352 Euro an Steuern – für einen »Gewinn«, den er nie realisiert hat. Er kann sich später an einem »Verlustvortrag« erfreuen – doch wenn sein Kapital aufgebraucht ist, gibt es keine künftigen Gewinne mehr, gegen die er den Verlust verrechnen könnte. ## So sagt es der Pessimist Der Optimist wie auch der Sozialist, beides erfahrene Lügner, lügen sich in die Tasche, dass die Niederlande jetzt endlich etwas unternehmen, um die Superreichen »ihren gerechten Anteil« zahlen zu lassen. Der »Pessimist« deutet: Die Niederlande wollen ein (nur) unter »Pessimisten« bekanntes Versprechen aus WEF-Kreisen wahr werden lassen. Nämlich: Du wirst _nichts_ besitzen. (Jaja, ich weiß: Die behaupteten später sinngemäß, das sei _deskriptiv_ und nicht _präskriptiv_ gemeint gewesen. Ich habe Zweifel: Wenn du buchstäblich die Mächtigen der Welt versammelst, verschwimmen _deskriptiv_ und _präskriptiv_.) Die Niederlande haben nichts weniger vor, als die Mittelschicht wirtschaftlich hinzurichten. So sagt es der Pessimist in mir. Und derselbe Pessimist weiß: Solche Maßnahmen werden häufig zunächst in Globalismus-nahen Staaten ausprobiert, um bald darauf wie Krebs international zu streuen. (Wir denken hier an die Totalüberwachung von Social Media, die von Australien aus auf weitere WEF-freundliche Staaten und Funktionäre übergreift; siehe dazu auch den gestrigen Essay [»Mehr Diktatur wagen«](https://dushan.org/essays/mehr-diktatur-wagen/).) In Deutschland und anderen Ländern Europas ist der Erwerb eigener Immobilien für neue Generationen faktisch unmöglich, zumindest aus eigener Kraft. Regierungen haben die Familien des _eigenen_ Volkes weitgehend abgeschrieben und fokussieren Wohnungsbau et cetera auf Einwanderer. Das heißt: Aktien, Fonds etc. sind de facto die _einzige_ Möglichkeit, eigenes Vermögen aufzubauen und damit so etwas wie »Mittelschicht« zu sein. Und auch dies soll unmöglich gemacht werden. ## Hoffnung durch Handeln Das alles stellt der Pessimist fest. Und weil der Pessimist zu oft auch der Realist ist, wird er recht behalten – in der Sache. Dieser Moment der Erkenntnis wäre aber auch der Punkt, an dem der Pessimist zum Optimisten werden sollte. Der Optimist im Pessimisten im Essayisten. Pessimismus ist _nicht_ sinnlos! Der Sinn und Zweck von Pessimismus sind realistische Prämissen für die nächsten Schritte. Doch wenn der Mensch, dank Pessimismus, ein realistisches Bild seiner Lage hat, sollte er im nächsten Schritt den _Optimismus_ und die _Hoffnung_ aufbringen, dass ein lebenswerter Weg nach vorn _existiert_. Es geht ja nicht nur um Holland und Papiergewinne. Eine Regierung nach der anderen halten ihrer Wirtschaft und Gesellschaft die Pistole an die Schläfe. Einige haben schon abgedrückt, andere spannen noch den Hahn. Selbst wenn die Niederlande das Ende der eigenen Mittelschicht vorderhand doch noch absagen sollten, wir wissen, dass die »Du wirst nichts besitzen«-Ideologie es wieder und wieder versuchen wird. Was wirst du _tun_? Welche _Konsequenzen_ wirst du ziehen? Was sind deine _nächsten Schritte_? Wenn du glaubst, dass deine pessimistische Analyse _richtig_ ist, dann habe auch den Mut zum _realistischen Optimismus_ – zur _Hoffnung durch Handeln_. - [Mehr Diktatur wagen](https://dushan.org/essays/mehr-diktatur-wagen/) Stell dir vor, du musst in der Kneipe deinen Namen und Pass registrieren. Tresen-Blabla wird mitgeschnitten. Sagst du etwas, das die Regierung stört, kommt Polizei vorbei und bestraft dich (ohne Anklage/Verfahren). Das ist, was die CDU fürs Internet will. »Mehr Demokratie wagen«, so hieß es in Deutschland mal. Heute scheint man mit einem neuen Wahlspruch zu liebäugeln: »Mehr Diktatur wagen.« Der CDU-Landesverband des gerichtlich bestätigten Privatmanns und »Unsere Demokratie«-Vorkämpfers _Daniel Günther_ will beim CDU-Parteitag offenbar mehrere Maßnahmen vorschlagen, die Deutschland in Richtung _Diktatur_ bewegen würden ([apollo-news.net, 12.2.2026](https://apollo-news.net/mehr-staatskontrolle-ueber-das-internet-auf-dem-cdu-parteitag-weht-ein-hauch-von-moskau/)). Man will ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige. Der sprichwörtliche »Blinde mit dem Krückstock« sieht: Tatsächlich will man offenbar, dass sich _jeder_ Internet-Benutzer ausweisen muss, bevor er seine Meinung äußert. So ließen sich strafende Hausdurchsuchungen noch schneller und effizienter umsetzen. Man will gegen »Hass und Hetze« vorgehen und so weiter. Ich spare mir die komplette Aufzählung all der von der Privatmann-CDU verwendeten DDR-Versatzstücke. »Unsere Demokratie«, »Hass und Hetze« und so weiter sind Vokabeln aus dem Lexikon des sozialistischen Unrechtsstaates. Und die Privatmann-CDU will sie der bundesweiten Merkel-CDU offenbar ins Pflichtenheft schreiben. ## So meine ich mich zu erinnern Es ist in Deutschland, entgegen anders lautenden Behauptungen, _nicht_ illegal, einen Systemwechsel zu fordern. Islamisten und Linke tun es ja unentwegt. Einen Systemwechsel, der die »freiheitlich demokratische Grundordnung« verlässt, aber auch wirklich _einzuleiten_, wäre hingegen problematisch, so meine ich mich zu erinnern. Aber gut, die _deutsche Lösung_ dürfte wohl sein, Freiheit und Demokratie auszuhöhlen und es illegal zu machen und streng zu bestrafen, als Bürger laut auszusprechen, dass »Unsere Demokratie« weder freiheitlich noch demokratisch anmutet – ja, nicht einmal vollumfänglich rechtsstaatlich. Die Privatmann-CDU will ernsthaft die »digitale Öffentlichkeit ordnen«. In Jugendsprache nennt man so etwas »merkbefreit«. Die Bundes-CDU redet in diesem Kontext ja ernsthaft vom »Recht auf Kindheit« ([bild.de, 5.2.2026](https://www.bild.de/politik/inland/die-cdu-macht-ernst-social-media-verbot-unter-16-soll-kommen-698469aa82b7e6e05f51b0d2)). Es ist nicht der Verlust des öffentlich Raums, es sind nicht Gruppenvergewaltigungen, es sind nicht die ermordeten Jugendlichen, der antideutsche Rassismus oder die Gewalt an Schulen, es ist nicht der Verlust von Heimat und bisweilen auch Elternhaus, wodurch die »Christ«-Demokraten das »Recht auf Kindheit« gefährdet sehen – es ist die freie Rede im Internet. Lasst uns einmal annehmen, dass die Privatmann-CDU von Schleswig-Holstein mit ihrem Vorhaben der Totalüberwachung der Sozialen Medien bei der bundesweiten Angela-Merkel-CDU durchkommt. Ihr haltet »Totalüberwachung« für übertrieben? Nun, aus der CDU wird explizit die *Klarnamenpflicht* gefordert, denn die »erleichtert Rechtsdurchsetzung«. Stellt euch vor, wer in eine Kneipe geht und über Politik diskutiert, muss zuvor seinen Namen registrieren. Alle Gespräche werden mitgeschnitten und automatisch ausgewertet. Wer etwas sagt, das der Regierung missfällt, bei dem steht am nächsten Morgen die Polizei vor der Tür und bestraft ihn ohne Anklage und Verfahren mittels demütigender Hausdurchsuchung. ## Das Prinzip diskutieren Ich nenne es *Demokratie*, wenn ein Volk frei – und frei informiert – seine Volksvertreter und damit indirekt die Regierung ernennen kann. Und ich nenne es *Diktatur*, wenn eine Clique über quasi-absolute Macht über den Staat verfügt, unabhängig vom Bürgerwillen (den sie durch Zensur, Verfolgung und Einschüchterung ohnehin in Zaum hält). Die _Diktatur_ unterscheidet sich in meiner Begriffswelt von der _Monarchie_ oder dem _Gottesstaat_ – trotz offensichtlicher Schnittmengen – dadurch, dass sie nicht auf »traditionelle« Rechtfertigungen von Macht zurückgreift. Diktatur ist »Macht, egal wie«. Wenn die CDU demnächst unter dem Deckmäntelchen »Unserer Demokratie« de facto »mehr Diktatur wagen« will, lasst *uns* hier wagen, _Diktatur_ zu diskutieren! Zu sagen, dass Diktatur per se schlecht ist, würde voraussetzen, dass wir uns einig sind, was »schlecht« in diesem Kontext bedeutet. (Schlecht für die Wirtschaft? Für die Moral? Für die Kinder?) Es ist aber seit jeher Konsens, dass ein _wirklich_ benevolenter und dazu auch wirklich _weiser_ König der Herrschaft eines dummen Mobs vorzuziehen wäre. (Siehe dazu auch den Essay [»Wer entscheidet, was Wahrheit ist?«](https://dushan.org/essays/wer-entscheidet-was-wahrheit-ist/).) Lasst uns _Diktatur_ als Prinzip diskutieren, ob die konkrete Diktatur nun _Deutsche Demokratische Republik_, _Demokratische Volksrepublik Korea_, _Demokratische Republik Kongo_ oder eben _Unsere Demokratie Buntland_ heißt. Eine Diktatur _kann_ besser für Land und Wohlstand sein. Provokant gefragt: Ist ein Volk *wirklich* »besser dran«, wenn es *demokratisch* eine Baerbock, eine Bas oder einen Klingbeil in wichtige Positionen wählt, als wenn ein kluger Diktator die Geschicke lenkt und kompetente Funktionäre einsetzt? Ist Deutschland denn besser dran, weil ein vom Staatsfunk manipuliertes Volk _demokratisch_ die Zerstörerin Merkel einsetzte? Ist es besser, unterzugehen und seine Kinder zu opfern, solange es nur _demokratisch_ zuging? ## Und jetzt stellt euch vor! Nun, _ein_ pragmatisches Problem mit der deutschen oder europäischen Diktatur bestünde darin, dass sie von genau den Leuten gelenkt würde, die uns an diesen Punkt gebracht haben. Diese Leute haben unter »demokratischer« Kontrolle großen Schaden verursacht – was werden sie mit absoluter Macht anrichten? Wir sehen bisweilen auf China und denken uns (manche nicht nur heimlich): So ein »Ein-Parteien-System« kann auch Vorteile haben! Vergessen wir aber nicht: China ging unter anderem durch eine Hungersnot, die je nach Schätzung ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Chinesische_Hungersnot)) 15 bis 55 Millionen Menschen das Leben kostete. Interessanterweise gibt man in China heute dafür auch der »Anti-Rechts-Bewegung« ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Rechts-Bewegung)) die Schuld: Der chinesische »Kampf gegen Rechts« war Mitschuld am millionenfachen Hungertod. Diktaturen kennen kein Korrektiv. Wir wissen, wie häufig sich die Behauptungen der EU- und Berlin-Bürokraten als Lüge oder Unsinn erwiesen haben. Und jetzt stellt euch vor, diese Leute erfahren _gar_ keinen Widerspruch mehr! In einer Diktatur wird Macht durch Seilschaften und Gewalt gesichert. Das bedeutet praktisch, dass _noch_ mehr staatliche Ressourcen an »Freunde, Familie und Weggefährten« verteilt werden (müssen). Nehmt die Korruption von heute, denkt an Covid, Klima und Ukraine – und multipliziert das aufs Vielfache! ## Das Risiko trägt das Volk »Mehr Demokratie wagen«, so hieß es einst in Deutschland. Das Wagnis hierbei bestand in dem Risiko für die Politiker. Ein Politiker, der Demokratie »wagt«, nimmt in Kauf, _entmachtet_ zu werden. »Demokratie« ohne besitzanzeigendes Pronomen bedeutet, dass Politiker regelmäßig und unblutig ausgetauscht werden. »Unsere Demokratie« bedeutet, dass sich die ewigselben Netzwerke ewig an der Macht halten – und wenn das Volk aufbegehrt, schaltet man ihm die digitale Stimme ab oder schickt die Polizei vorbei. Der Politiker, der mehr Diktatur »wagt«, riskiert wenig. Er und seine Freunde werden reicher, das »Risiko« trägt allein das Volk, sprich: jeder, der nicht Teil der Clique ist. (Obwohl, siehe Stalin: Heute zur Clique zu gehören, ist auch keine Garantie für morgen.) Ein weiteres Mal hoffen wir, dass die Amerikaner uns befreien werden von den Geistern, welche die Macht über diesen Kontinent ergreifen. (Gleich nachdem sie denselben Ungeist bei sich daheim niedergerungen haben.) - [7.250 Euro netto (aber nicht für dich)](https://dushan.org/essays/wahnsinn-oder-bosheit/) Krimineller Ausreisepflichtiger (8 Kinder) erhält 7.250 Euro plus Miete und so weiter. 2 Fragen dazu: Wie viel müsste ein deutscher Vater verdienen, um das netto (!) zu haben? Und dann: Warum bekommen die Deutschen eigentlich so wenige Kinder? Jemand, der sich »Dr. Lütke« nennt, schreibt auf X: > Wer 40 Jahre in Deutschland gearbeitet hat, kriegt 800 Euro Rente. > > Wer seit 23 Jahren aus Deutschland abgeschoben werden soll, kriegt 7.250 Euro Sozialhilfe und Kindergeld. > > Land der Asozialen 2026: > > – [@DrLuetke, 11.2.2026](https://x.com/DrLuetke/status/2021447828263010475) Der Doppelpunkt verweist auf einen angehängten Screenshot. Dieser zeigt eine Schlagzeile samt Foto. Dach- und Schlagzeile lauten: »Huso B. dürfte eigentlich seit 23 Jahren nicht mehr in Deutschland sein: Er soll abgeschoben werden, kassiert aber 7250 Euro pro Monat!« Es ist ein Artikel bei [bild.de vom 11.02.2026](https://www.bild.de/regional/koeln/asyl-krimineller-bosnier-kassiert-jeden-monat-7250-euro-vom-staat-6983bccf2dfdd2aa24525f04). Auf dem Foto sehen wir einen Herrn mit verpixeltem Kopf und opulentem Bauch. ## Seit 23 Jahren In der Einleitung jenes Artikels erfahren wir, dass der Herr seit _23 Jahren_ nicht mehr in Deutschland sein dürfte, wie »Dr. Lütke« ja auch erwähnt. Und dass der Herr mehrfach straffällig wurde. Und dass er _acht_ Kinder hat, die selbstverständlich vom deutschen Steuerzahler versorgt werden. Insgesamt überweist der deutsche Staat dem kriminellen Herrn und seiner Familie stolze 7250,77 Euro. Monat für Monat. Netto. ## Welche Qualifikation müsste er besitzen Warum haben die Deutschen keine Kinder mehr? Warum sind deutsche Familien, wenn sie überhaupt noch gegründet werden, zu klein, um auch nur das kollektive Überleben sicherzustellen? Individualismus, Feminismus und andere gottlose Bewegungen mögen ein Faktor sein. Doch lasst uns realistisch fragen: Welche Qualifikation müsste ein _deutscher_ Vater besitzen, wie viel Glück bei der Karriere bräuchte er und wie viel müsste er arbeiten, um 7.250 Euro nach Hause zu bringen? Wie gesagt: _netto_. Nachdem der deutsche Staat ihm die Hälfte seines Einkommens »legal geraubt« hat, unter anderem um einen kriminellen Ausreisepflichtigen und seine Familie zu finanzieren. Zu den 7.250 Euro, die dem Herrn netto _überwiesen_ werden, kommt die Übernahme der größten Ausgabenposten wie Miete, Krankenversicherung und so weiter. Tatsächlich müsste das Netto-Einkommen des arbeitenden Vaters also noch deutlich höher sein. ## Moralisch grundfalsch Es fühlt sich moralisch grundfalsch an. Es fühlt sich, von Staat und Volk aus gedacht, _suizidal_ und _böse_ an. Im Buch [»Relevante Strukturen«](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) erkläre ich: Wir nennen eine Handlung _böse_, wenn sie eine Struktur schwächt, die uns relevant ist. Doch eine _böse Handlung_ verrät auch viel darüber, was dem Handelnden wichtig ist – und was nicht. Denn: Der Handelnde meint ja nicht, dass seine Handlungen _böse_ sind – ihm sind nur ganz andere Strukturen relevant als dir. Die Politiker und Funktionäre, die ausländische Kriminelle und deren Familien stärken und zugleich Deutsche und Deutschland offen verachten und schwächen, finden nicht, dass sie Böses tun. Die meinen, dass es moralisch geboten ist, genau das zu tun, was sie tun. Einige von denen finden Deutschland »zum Kotzen« und können mit »Vaterland« nichts anfangen. Das Bild einer deutschen Familie mit Vater, Mutter und Kindern ist in deren Augen »rechtsradikal«. Die Frauen aus der eigenen Kultur sollen kinderlos bleiben (»fürs Klima«) oder »unerwünschte« Kinder schon im Mutterleib töten (»Mein Körper gehört mir«). Die Frauen sollen lieber in einem Konzern arbeiten und Aktionäre reich machen. Sie sollen Steuern zahlen. Und mit diesen Steuern wird dann … siehe oben. Deutschland wird von Menschen regiert, deren Handlungen nach deinen und meinen Maßstäben _böse_ sind. Und nach religiösen Maßstäben womöglich _dämonisch_. ## Nicht mehr nur wahnsinnig Es war lange Zeit mein Motto, dass ich versuche, am Wahnsinn der Zeit nicht selbst wahnsinnig zu werden. Doch die Zeiten sind insofern nicht mehr nur »wahnsinnig«, als Wahnsinn ja mit _Irrtum großer Dimension_ einhergeht (zumindest in meiner Begrifflichkeit). Es kann aber doch kein Irrtum mehr sein, oder? Wie soll man das noch als »Fehlentwicklung« wegerklären? Politik und Propaganda wirken doch maximal deutlich in ihren Absichten! ## Zwei Enden Gestern schrieb mir ein lieber Leser, er verabschiede sich vom [E-Mail-Abo](https://dushan.org/emailabo/), da ich für seinen Geschmack zu viele Bibelzitate anführe. Genug andere empfinden das gegenteilig. Es ist aber ein sehr freundlicher Leser, und es ist fein, dass er sich die Mühe macht, die Aufkündigung seiner langjährigen Treue per Mail zu erklären. Lasst mich diesem Essay aber _zwei_ Enden geben, für jeden Geschmack etwas. Zunächst das *atheistische* Ende: Kopf hoch! Das wird schon! Wir schaffen das! Gut so? Das *christliche* Ende aber zitiert St. Paulus, der mir zuletzt täglich mehr ans Herz wächst: > Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse durch das Gute! > > – Römer 12:21 Ein Staat, der den eigenen Kindern und Großeltern nimmt und dafür fremden Kindern und Vätern gibt, der handelt böse. **Die Kunst des Lebens liegt heute (auch) darin, an der Bosheit der Zeit nicht selbst böse zu werden.** Der Staat handelt im großen Maßstab böse – lasst uns im kleinen Maßstab _gut_ handeln! - [Wer Wahlbetrug verhindert, begeht Wahlbetrug](https://dushan.org/essays/beine-ab/) In der FAZ wird Trump vorgeworfen, Wahlen zu manipulieren – weil Wähler ihre Staatsbürgerschaft nachweisen sollen. Linke Logik: Wahlbetrug zu verhindern ist Wahlbetrug. Orwell applaudiert. Und Mainstream-Medienkonsumenten glauben so einen Bullshit. Jemand, der sich die Beine abhackt, ist im Endeffekt nicht von jemandem zu unterscheiden, der ohne Beine geboren wurde. Ja, jener, der ohne Beine geboren wurde, hat wahrscheinlich mehr Übung im beinlosen Leben und kommt also generell besser klar. Ähnlich wie jemand, der deutsche Mainstream-Medien konsumiert – und seine Weltsicht darauf gründet. Im neu-linken Kampfblatt »FAZ« wird aktuell getitelt: »Jetzt greift Trump auch die Wahlen selbst an« ([faz.net, 8.2.2026 (€)](https://www.faz.net/aktuul/politik/usa-unter-trump/kongresswahlen-jetzt-greift-trump-auch-die-wahlen-selbst-an-110832653.html?utm_term=Autofeed&campID=SCL-EAu2500002683&utm_medium=Social&utm_source=Twitter#Echobox=1770540552)). Die Einleitung fasst zusammen: »Vor aller Augen arbeitet Donald Trump daran, den Ausgang der Kongresswahlen im Herbst zu manipulieren. Er gibt sich nicht einmal mehr Mühe, das heimlich zu tun.« Woraus besteht denn diese »Manipulation«, von der Majid Sattar aus Washington berichtet? Herr Sattar ist ja nicht allein mit seinen Vorwürfen. Er leitet im Prinzip nur die Wut – und Behauptungen – der US-Democrats weiter. Der Anlass für diese Wut und Behauptungen ist, so erfährt der zahlende Leser, »eine Verordnung des Präsidenten, mit der er die örtlichen Behörden anwies, von Wählern den Nachweis der amerikanischen Staatsbürgerschaft zu verlangen, was mehrere Gerichte schon zurückgewiesen haben.« ## Eine mehr-oder-weniger-legale Variante Ein Teil dieses Kommentars – und der medialen Anti-Trump-Kampagnen insgesamt – fällt in die Kategorie »Wirf dem anderen vor, wessen du selbst schuldig bist«. (Siehe dazu auch meinen [»Essay vom 26.8.2023«](https://dushan.org/essays/wirf-dem-anderen-vor/).) Bei US-Wahlen existieren im Prinzip (mindestens) drei bekannte Methoden, sie durch Betrug »gewinnen« zu können. Eine Methode zum Wahlbetrug wäre theoretisch die **Manipulation von Wahlcomputern**. Seit die Trump-Kampagne diese Möglichkeit in die Weltaufmerksamkeit gebracht hat, ist dies schwieriger. Zudem hat die Trump-Regierung unter anderem mit dem Elon-Musk-Team sehr kompetente IT-Leute zur Hand, die potenzielle Manipulation aufdecken könnetn. **Wahlbetrug und Manipulation durch Briefwahlen** haben eine illegale und eine mehr-oder-weniger-legale Variante. Eine Variante besteht aus dem legalen »Ernten« von Stimmen in »Communities«. Mark Zuckerberg (und andere Akteure) hatten viel Geld gestiftet, um Stimmen zu ernten ([gpb.org, 9.12.2020](https://www.gpb.org/news/2020/12/09/how-private-money-facebooks-ceo-saved-the-2020-election)). Aus Deutschland hört man Gerüchte von Pflegeheimen oder migrantischen Communities, die zuverlässig im Geiste jener abstimmen, die ihnen beim Wählen »helfen«. Das ist mindestens »legal« im Sinne von »wo kein Kläger, da kein Richter«. Die komplett illegale – und zugleich nur durch forensische Stochastik erkennbare – Variante des Wahlbetrugs durch Briefwahlen könnte schlicht daraus bestehen, »bei Bedarf« kofferweise vorausgefüllte Original-Briefwahlscheine ins System zu speisen. »Verschwörungstheoretiker« mutmaßen, dass dies die »Wahl« 2020 erklärt. Der senile Joe Biden stammelte in seinem Wahlkampf 2020 vor leeren Hallen. Donald Trump füllte täglich Stadien. Und dennoch erzielte Biden mit 81 Millionen Stimmen angeblich das mit großem Abstand beste Popular-Vote-Ergebnis der US-Geschichte. Die dritte Möglichkeit ist der **Wahlbetrug durch Ausländer-Wahl**. US-Democrats lassen inzwischen de facto _offen_ erkennen, dass sie auf die Stimmen von illegalen Einwanderern bauen. Eines der am hitzigsten diskutierten Themen der USA ist die Frage, ob Wähler beim Wählen einen Ausweis vorzeigen sollen, um nachzuweisen, dass sie tatsächlich US-Bürger sind und wählen dürfen ([ballotpedia.org, 2024](https://ballotpedia.org/Arguments_for_and_against_voter_identification_laws)). Wie in Europa bauen auch in den USA »Linke« (die den Westen oder sogar aktiv »die Weißen« schwächen wollen) auf die Stimmen von »dankbaren Einwanderern«. In Europa, so berichten informierte US-Kreise, versucht man sich die Dankbarkeit und Stimmen durch Schnell-Einbürgerungen zu sichern. In den USA versucht man, sich die Stimmen illegaler Einwanderer zu sichern, indem das Vorzeigen eines Ausweisdokuments für unmoralisch erklärt wird. Stellenweise wurde es sogar für *illegal* erklärt, von Wählern einen Identitätsnachweis zu fordern ([siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Voter_identification_laws_in_the_United_States)). Ein anderer Trick der US-Democrats bestand darin, Führerscheine an Illegale auszugeben ([siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Driver's_licenses_for_illegal_immigrants_in_the_United_States)) – und dann die Führerscheine als Wahl-ID zuzulassen ([siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Voter_identification_laws_in_the_United_States#Proof_of_citizenship_laws)). All diese Maßnahmen folgen immer dem gleichen Ziel: »die Guten« über die nächste Wahl zu retten, welcher Schaden auch immer dabei angerichtet wird. ## Würden sie den Schund nicht lesen Die vom FAZ-Kommentator vorgeworfene »Manipulation« besteht _tatsächlich_ darin, dass US-Präsident Trump den Wahlbetrug durch Democrats-nahe Kreise _verhindern_ will. Sozialisten verschiedener Epochen werden wahrlich des alten Tricks nicht müde, und ihre Handlanger in der Presse helfen dabei ach so willig mit: Wirf dem anderen vor, wessen du selbst schuldig bist. Doch denken wir kurz an den Leser und Konsumenten dieser und anderer Mainstream-Medien-Erzeugnisse. So schwer es auch fallen mag, fühlen wir uns für einen Augenblick in den Geist und in die Lage eines Tagesschau-Guckers oder FAZ/SZ-Lesers hinein. Diese Menschen analysieren nicht kritisch, welche Wahrheit _wirklich_ hinter Kommentaren wie diesem steckt, und wie die »Journalisten« sie diesmal in ihr Gegenteil verdrehen. Würden sie es tun, würden sie den Schund nicht lesen – geschweige denn glauben. Also gilt: Obwohl der deutsche Mainstream-Konsument prinzipiell geistig gesund ist, ist er im *praktischen* Effekt nicht von einem geistig umnachteten Menschen zu unterscheiden. ## Der ohne Beine geboren wurde Ein Mensch, der einen Tisch sieht und diesen für ein Pferd hält, leidet an einer krankhaften Störung. Wenn das, was du siehst, etwas ganz anderes ist, als das, was wirklich vor dir steht, dann stimmt mit deinem Gehirn etwas nicht. Und ähnlich: Ein Mensch, der die Verhinderung von Wahlbetrug für Wahlbetrug hält, mag physisch und psychisch im strengen Sinne _gesund_ sein, doch durch seinen Medienkonsum gelangt sein Denken zu Ergebnissen, welche konträr zur Realität stehen. Ich empfehle im Umgang mit _beiden_ Umnachteten gesunde Vorsicht. Für beide gilt, dass sie gefährlich werden können. Bei aller Vorsicht dem »natürlich« Verwirrten gegenüber, will ich aber dennoch mein Herz öffnen und den _natürlich_ Verwirrten spüren lassen, dass ich auch ihn als Menschen sehe. (Zugleich: Mancher einstige Zivildienstleistende, heute Pfleger und manch betroffener Angehöriger weiß, wie ermüdend und frustrierend das sein kann – machen wir uns nichts vor.) Wie gehe ich aber mit Menschen um, die es bewusst _wählen_, umnachtet zu sein, weil sie beschließen, intellektuell faul und emotional feige zu sein? Ich bin vorsichtig mit solchen Leuten. Ich diskutiere nicht (mehr) mit ihnen (sondern denke an Matthäus 7:6 und Matthäus 10:14). Einer, der sich die Beine abhackt, ist im Endeffekt nicht von jemandem zu unterscheiden, der ohne Beine geboren wurde. Doch versteht bitte, dass ich über den einen bloß den Kopf schüttele und weitergehe – um mich dem anderen zuzuwenden. In den Krüppeln, Witwen und Waisen, sprich: in den _Schwächsten_, begegnet uns Jesus selbst (Matthäus 25:40). In denen aber, die aus freien Stücken umnachtet sind, begegnet uns das _Gegenteil_. - [Sie halten zu lange durch](https://dushan.org/essays/sie-halten-zu-lange-durch/) Der Mittelstand gibt auf. Eine Pleitewelle rollt übers Land. Es ist ein leises Sterben, denn ordentliche Unternehmer melden sich ordentlich ab, ohne Skandal. Der eigentliche Skandal ist aber die Frage: Warum habt ihr überhaupt so lange durchgehalten? **»„Der Mittelstand gibt auf“ – Jetzt schwappt die Pleitewelle von Ost nach West«**, so die Schlagzeile. ([welt.de, 8.2.2026](https://www.welt.de/wirtschaft/article6985cf8d1ec9885e0fe65e65/der-mittelstand-gibt-auf-jetzt-schwappt-die-pleitewelle-von-ost-nach-west.html)) DATEV (Steuerbuchhaltung für Hunderttausende Mittelständler) meldet, dass aktuell im dritten Jahr in Folge die Erlöse der deutschen Mittelstandsunternehmen sinken. Sprich: **Unternehmer zu sein rentiert sich in Deutschland immer weniger.** Und immer öfter gehen die Erlöse ins Negative, endgültig. Sprich: Eine »Pleitewelle« rollt von Ost nach West. Mittelständler machen dicht, entlassen ihre Leute und geben auf. Ist es ein Skandal? Es _sollte_ ein Skandal sein. In klügeren Zeiten wäre es _Thema Nr. 1_ in Kanzleramt, Ministerien und allen Redaktionen. Dies aber sind _andere_ Zeiten. Es ist vor allem, und das ist meine These hier, auch die Dokumentation einer _Tugend_, die zum _Fehler_ wurde. Dieser Fehler bestand darin, dass diese Unternehmer überhaupt so lange _durchgehalten_ haben. – Lasst mich erklären! ## Teures Hinauszögern Durchhaltevermögen ohne Realitätssinn ist eine Illusion. Eine Verschwendung der zweitwichtigsten Ressource _Geld_. Und Verschwendung der wichtigsten aller Ressourcen _Zeit_. Die Politik spielt ja gern mit beim teuren Aufschub des Unausweichlichen. Wir denken an die multiplen Pleiten von _Galeria Kaufhof_. Erste Pleite 2020 ([handelsblatt.com, 30.9.2020](https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/warenhauskonzern-galeria-karstadt-kaufhof-verlaesst-das-insolvenzverfahren/26231524.html)), zweite Pleite 2022 ([focus.de, 25.10.2022](https://www.focus.de/finanzen/news/karstadt-kaufhof-boss-benko-will-wieder-geld-vom-staat_id_169683295.html)), dritte Pleite 2024 ([hessenschau.de, 10.1.2024](https://www.hessenschau.de/wirtschaft/galeria-karstadt-kaufhof-meldet-erneut-insolvenz-an-v1,insolvenz-galeria-karstadt-kaufhof-100.html)). Zwischendurch KfW-Kredite mit 100 % Staatsgarantie. Teures Hinauszögern des Unausweichlichen. Spektakuläre Pleiten dokumentieren ja auch ein Versagen der Politik, was schlecht für die jeweils nächste Wahl ist. Also werden Steuermillionen verschleudert, um zu retten, was längst verloren ist, um das Unausweichliche bis nach dem nächsten Wahltermin aufzuschieben. Die »Pleitewelle« im Mittelstand ist jedoch nicht spektakulär genug, um Politiker das Fürchten zu lehren – also zum Eingreifen und Aufhalten zu bewegen. **Spätestens wenn der Mittelstand den Mittelstand von den Steuern aus dem Mittelstand subventionieren sollte, wäre deutsche Wirtschaftspolitik zum Ouroboros geworden: zur Schlange, die sich selbst vom Schwanz her auffrisst.** Nein, dieses Sterben ist nicht »spektakulär«. Das Sterben des Mittelstands findet _ordentlich_ statt. Abgerechnet und abgeheftet in den digitalen Ordnern von DATEV. Doch ich sage: Diese guten Leute haben viel zu lange durchgehalten! ## Von Jahr zu Jahr **»Halte nur durch« ist meist nur dann ein guter Rat, wenn wirklich glaubwürdig ergänzt werden kann: »Denn es wird besser werden!«** Beispiel: Energie wird immer teurer. Doch statt die Energie billiger zu machen, sprengt Deutschland moderne Kraftwerke in die Luft. Was bringt es, »treu durchzuhalten«, wenn die Regierung aktiv _gegen_ das Land und seine Wirtschaft arbeitet? Durchhalten mit welchem Ziel? Schulabgänger sind von Jahr zu Jahr schlechter qualifiziert – wenn sie überhaupt zu echter Arbeit zu motivieren sind. Was bringt es, als Arbeitgeber »durchzuhalten«, wenn die Schüler in Mathematik nur die Anzahl ausgedachter Geschlechter lernen? Und so weiter. Dummheit und Weltall mögen unendlich sein, deine Lebenszeit ist es nicht. Durchhalten ist eine Tugend, das ist wahr. Doch: **Es liegt auch Weisheit darin, zu wissen, wo man lieber aufgibt und neu beginnt.** - [Jetzt neu: »Unsere Mathematik«](https://dushan.org/essays/jetzt-neu-unsere-mathematik/) Wie viele Razzien gab es wegen Helmut-Kohl-Witzen? Keine. Und Kohl bestritt auch nicht, dass er dick war. – Witze verarbeiten schmerzhafte Wahrheiten. Was bedeutet es also, wenn heute die Polizei kommt, weil man Politiker z. B. »Schwachkopf« nennt? Wir wuchsen auf in einem Land – und in Zeiten –, in dem die schärfsten Witze über Politiker gemacht wurden. Wer erinnert sich nicht an die Witze über Kohl oder Strauß! Wer heute auch nur halb so deftige Witze über einen deutschen Regierungspolitiker macht (oder auch nur weiterleitet, Stichwort: »Schwachkopf«), den klingelt bald die Polizei aus dem Bett, zur _erzieherischen Hausdurchsuchung_. (Siehe dazu auch den Essay [»Warum lachten die Staatsanwälte?«](https://dushan.org/essays/der-staat-lacht/).) Wie viele Straf-Razzien bei Bürgern fanden statt, weil sie Helmut Kohl »Birne« genannt hatten? Helmut Schmidt »Schnauze«? Franz-Josef Strauß – ach, alles Mögliche. Im »besten Deutschland aller Zeiten« liegen die Dinge anders – und wieder überlegt der deutsche Bürger lieber dreimal, bevor er einen Witz über die Politik erzählt. Es ist aber bisweilen wirklich schwer, nicht zu lachen, die derben Scherze ob der herben Schmerzen drängen sich je geradezu auf! Ich las kürzlich von der deutschen Arbeitsministerin, die forderte, dass »das digitale Zeitalter konsequent aus Sicht von Frauen« gedacht wird. (Dieses und folgende Zitate nach [nius.de, 7.2.2026](https://nius.de/politik/news/arbeitsministerin-baerbel-bas-beklagt-algorithmen-werden-ueberwiegend-von-maennern-programmiert).) Denn »Tech-Milliardäre aus dem Silicon Valley« verbreiten »Fake News und starten Desinformationskampagnen«. So sagt die Ministerin – meines Wissens ohne konkrete Belege. Die Ministerin stellt fest: »Algorithmen werden überwiegend von Männern programmiert«. Die Roboter »lernen, männlich zu denken«. Ja, das ist zum Schreien lustig – und die Hälfte unseres Schreiens entspringt dem *Schmerz*. Algorithmen sind zuerst: _logisch_. Algorithmen sind Mathematik. Frau Bas wünscht sich offenbar eine _weibliche_ Mathematik, wo die Fünf auch mal gerade ist – und das Ergebnis von zwei plus zwei. Deutsche Wirtschaftspolitik wird ja bereits in diesem Sinne _weiblich gedacht_, doch das ist Bärbel Bas wohl nicht genug. Funktionäre der totalitären »Unsere Demokratie« gehen nicht nur mit Polizei und Strafen ohne Verfahren gegen Witzemacher vor. Man will Plattformen, in denen »Hass und Hetze« (sprich: Witze über Politiker) verbreitet werden, hart zensieren oder gleich ganz verbieten. Zunächst soll deren Nutzung »nur« Kindern und Jugendlichen bis 16 Jahren verboten werden. Doch der wahre Zweck eines X-Verbots für Kinder scheint offensichtlich: Damit muss _jeder_ Bürger sein Alter verifizieren lassen, sprich: sich identifizieren. Und dann kann jeder, der einen Witz über Frau Bas und ihr Mathematikverständnis macht, ohne Umschweife mit einer Hausdurchsuchung bestraft werden. Man will Social Media zensieren, weil Leute dort Witze über Politiker machen könnten. Und aus _deren_ Perspektive ergibt das sogar Sinn! Es gibt einen konkreten Grund, warum (_heutige_) Linke den guten alten Humor weder produzieren, noch verstehen oder ertragen können. Ich erklärte es bereits, beispielsweise 2018 im Essay [»The Left Can’t Meme – Warum Linke keinen Humor können«](https://dushan.org/essays/the-left-cant-meme/). Eine (aktualisierte) Kurzfassung: **Humor hilft der Bewältigung des Schmerzes, der durch den Widerspruch zwischen Anspruch (oder: Begriff) und Realität entsteht.** Witze drehen sich oft um Sex, weil – Anwesende ausgenommen – unser Anspruch an Sex schon mal von der Realität abweicht. Und das tut weh (meist psychisch, bisweilen auch physisch). Witze behandeln auch oft den Tod. Der Mensch kann sich selbst nur als _Lebenden_ denken – ein denkbar schmerzhafter begrifflicher Widerspruch zum Konzept _Nicht-Sein_. Und über Politiker machen wir uns lustig, wenn und weil sie von unserem Anspruch an die _herrschende Klasse_ abweichen. Man erwartet von den Mächtigen ein extra großes Maß an Selbstbeherrschung. Helmut Kohls Körperfülle empfanden wir in diesem Sinne als _schmerzhaft_. Also machten wir Witze darüber. (Dagegen wäre die Adipositas eines George R. R. Martin kein Anlass für wirklich witzigen Humor. Vom Autor erwarten wir _Bücher_ – und Selbstdisziplin nur beim Schreiben. Wenn er nur »Winds of Winter« fertig bekäme, soll er so dick oder schlank sein, wie es ihm beliebt.) Doch betrachten wir die Witze über Habeck, Baerbock oder Bas, sind es selten Witze über körperliche Abnormität. Ein Robert Habeck oder eine Annalena Baerbock sind im Rahmen des Gesunden und also Normalen. (Ja, manche Journalistin schien von »dem Robert« geradezu _wuschig_ zu werden.) Die verbotenen Witze über einen Habeck nennen ihn nicht »Fettwanst« oder »Buckliger« – sondern »Schwachkopf«. Nein, von Ausnahmen abgesehen beschreiben die Witze über die erste Garde »Unserer Demokratie« seltener die Körperlichkeit der Politiker, als vielmehr deren _geistigen Leistungen_. Was soll man etwa über eine Baerbock sagen, das nicht sogleich die Notwendigkeit eines Bademantels erzeugt? (Zu »Bademantel« siehe auch den Essay [»Sprache in Zeiten der ›Unsere Demokratie‹«](https://dushan.org/essays/bademantel/).) Es _schmerzt_, von welchen »Geistesgrößen« wir regiert werden. Von Leuten, die Mathematik für sexistisch halten. Von Leuten, die uns an die Schildkröte auf dem Zaunpfahl erinnern: Du weißt nicht, wie sie da hinaufkam – nur aus eigener Kraft kann es kaum gewesen sein. (Siehe dazu auch den Essay [»Frau L. gewinnt viele besondere Eindrücke«](https://dushan.org/essays/viele-besondere-eindruecke/).) Der Mensch _braucht_ Witze, um den schmerzhaften Widerspruch zwischen Anspruch und Realität seelisch zu verarbeiten. Die Funktionäre »Unserer Demokratie« wollen Witze verbieten, weil der Witz ja markiert, dass zwischen Anspruch und Realität überhaupt ein Widerspruch _besteht_. In »Unserer Demokratie« klingt manche Hausdurchsuchung ja indirekt wie ein Geständnis. Getroffene Hunde bellen, das wissen wir. Also könnten wir womöglich vermuten, dass getroffene Politiker eben (über den Umweg »weisungsgebundener Staatsanwaltschaften + williger Richter«) Hausdurchsuchungen initiieren. Totalitäre Politiker wollen Witze verbieten, weil diese mittelbar störende Wahrheiten dokumentieren – und den Schmerz der Bürger darüber, dass diese Wahrheiten im eklatanten Widerspruch zum Anspruch stehen. Lasst es mich also gänzlich unwitzig formulieren. Ich verstecke es nicht hinter einer Verfremdung, wie es für Witze üblich und notwendig ist. Ich sage es geradeheraus: Es bereitet mir Schmerzen. Es tut mir weh, wenn Bundesminister über Algorithmen philosophieren, diese seien nicht weiblich genug, da sie von Männern programmiert seien. Nach »Unserer Demokratie« jetzt also »Unsere Mathematik«. **Es tut mir weh, denn mein Anspruch an die Intellektualität der Mächtigen ist viel, viel höher.** Ich habe es ausgesprochen, uff! Jetzt gehe ich kurz in den Keller, um eine halbe Minute lang zu lachen, aber heimlich. Dann steige ich wieder hinaus, ans Licht. Es ist Sonntag und ich gehe in die Kirche. Um all das Lachen und Weinen hinter mir zu lassen. Und zumindest mal ganz legal zu *seufzen*. Ihr wisst ja: > Wenn die Gerechten die Oberhand haben, so freut sich das Volk; wenn aber ein Gottloser herrscht, so seufzt das Volk. > > – Sprüche 29:2 Ja, ich seufze dieser Tage schon mal. Und ich *lache* bisweilen sogar, wenn auch vorsichtig und allzu oft heimlich. Ich weiß: Eine bessere Welt ist möglich, doch nicht mit der Mathematik _dieser_ Mächtigen. - [Es ist stets der eine Pöbel](https://dushan.org/essays/poebel/) Eine Konstante in der Geschichte der Menschheit: Es findet sich stets ein Pöbel, der sich zusammenrottet, um die Andersdenkenden niederzumachen. Der Pöbel, der Barabas freisetzt (Matthäus 27:15-26). Der Pöbel, der mit dem Finger auf Jesus zeigt und »kreuzigt ihn« ruft. Marat, Robespierre, Lenin, Savonarola, Mao und all die anderen Freunde des ideologischen Mordes, sie finden stets einen Pöbel, der den »Anderen« das Recht aufs Leben abspricht. Der Pöbel, der heute auf Geheiß der Gewissenlosen aufmarschiert, um die Entgrenzung des eigenen Landes, das Verschleudern des kollektiven Erbes und das Verbot des Andersdenkens fordert. Der Pöbel, der willig die feisten Fingerchen zum Zeigen streckt, wenn in Deutschland »gesellschaftliche Nachteile für all jene« gefordert werden, welche auf der Unversehrtheit ihres Körpers bestehen: »Möge die gesamte Republik mit dem Finger auf sie zeigen.« Es sind nicht verschiedene Pöbel. **Es ist derselbe _eine_ Pöbel.** Pöbel ist eine unschöne Neigung an der Seele der Menschheit. Pöbel ist die kollektive Manifestation der Erbsünde. Der Pöbel steht bereit, »gerechte Wut« im Anschlag, wenn der Mann im TV sie dazu anstiftet. Ich empfehle Klugheit und Vorsicht. Und außerdem, zur Besinnung, Psalm 23: > Müßt’ ich auch wandern in finsterm Tal: ich fürchte kein Unglück, denn du bist bei mir: dein Hirtenstab und dein Stecken, die sind mein Trost. > > – Psalm 23:4 - [Was ist ein Land ohne Recht?](https://dushan.org/essays/was-ist-ein-land-ohne-recht/) Ja, es ist schlimm, wenn in »Unserer Demokratie« demokratische Werte aufgehoben werden. Doch auch in Monarchie oder Sozialismus kann es nett sein. Noch schlimmer ist, wenn (siehe Fall Daniel Günther) die Gerichtsurteile das Recht zu verhöhnen scheinen. Seit es Menschen gibt, geraten ebendiese Menschen in Streit. Wer Kinder hat, der weiß: Vater oder Mutter sein bedeutet auch, _Richter_ zu sein. Richter über Spielzeug, Richter über Haareziehen, Richter über Ressourcen. Erwachsene sind auch nur große Kinder, also braucht es Richter über die Erwachsenen (wenn sie streiten um Spielzeug, Haareziehen, Ressourcen). _Mose_ führte nicht nur die Israeliten aus Ägypten, er arbeitete auch selbst als Richter (während die Israeliten sich teils wie mürrische Kinder benahmen). Es wurde ihm arg viel Arbeit. Sein Schwiegervater _Jethro_ musste ihn überreden, Richter an seiner Stelle einzusetzen. »Tüchtige, gottesfürchtige, zuverlässige und uneigennützige Männer«, die »zu aller Zeit Recht sprechen« (2. Mose 18:13-27). Ja, kluge Herrscher waren stets bemüht, _gerechte_ Richter einzusetzen. Waren es hehre Werte, welche die Herrscher zur Einsetzung _gerechter_ Richter bewegten? – Jein. Gerechte Rechtsprechung ist eine _Funktion_ der Macht, geht von der Macht aus, siehe Mose oder Gott. Und wenn alltägliche Rechtsprechung versagt, zieht der König die Macht wieder an sich, was ihm Gelegenheit gibt, überlegene Weisheit und Menschenkenntnis zu beweisen. Siehe Salomon und sein _salomonisches Urteil_. Dem König selbst kann es ja schnurzpiepegal sein, ob der Säugling (oder [das Fahrrad](https://www.youtube.com/watch?v=jd5f6qp3A9Y)) der einen oder der anderen Dirne (1. König 3:16-28) zugesprochen wird. Es ist dem König aber _nicht_ egal, ob im Volk ein Glauben an Gerechtigkeit und generelle Ordnung herrscht oder nicht. Ein Volk, in dem das böse Gefühl metastasiert, dass kein Recht mehr gilt, wird sehr schnell sehr unproduktiv werden. Das Gefühl der _herrschenden Gerechtigkeit_ ist für die Funktionsfähigkeit einer Gesellschaft derart wichtig, dass sich in höher entwickelte Gesellschaften sogar die Herrschenden selbst unter eine Form des höheren Rechts stellten. David wurde gesalbt durch den Propheten Samuel (1. Samuel 16:11-13), nachdem Gott mit König Saul unzufrieden war. Er wurde zurechtgewiesen durch den Propheten Nathan (2. Samuel 12:1-7). Nein, es braucht nicht zwingend _Demokratie_, damit die Bürger das Gefühl haben, dass es gut ist, in ihrem Land zu leben und diesem Land zu dienen. Doch es braucht Gefühl und Gewissheit, dass ein höheres und allgemeines Recht gilt, eine gute Ordnung – und zwar für _alle_, für den _ganzen_ Staat. ## Noch so grob In Deutschland nun, in dieser neuen, von der DDR und Honecker inspirierten Staatsform »Unsere Demokratie« (siehe [plagiatsgutachten.com, 21.1.2026](https://plagiatsgutachten.com/blog/unsere-demokratie-war-eine-kampfvokabel-der-ddr/)), etabliert sich der Anschein, dass ein anderes Recht für die Mächtigen gilt. Da wäre natürlich der berüchtigte Paragraph 188 des Strafgesetzes. Politiker dürfen noch so großen Schaden an Volk und Land anrichten, dürfen Volk und Wähler noch so grob beleidigen – sobald der Bürger in auch nur annähernd gleicher _verbaler (!)_ Münze zurückzahlt, wird er fertiggemacht. Und obwohl es ein _Gesetz_ ist, also eine Anklage und ein Verfahren impliziert, wird dieser Paragraph genutzt, um Bürger ohne Anklage und Verfahren hart zu bestrafen. (Siehe dazu: [»Warum lachten die Staatsanwälte?«](https://dushan.org/essays/der-staat-lacht/)) Es galt einst international – auch in Deutschland – als Wesenszug der Demokratie, dass Politiker besonders harsche Kritik aushalten müssen. Erinnern wir uns nur an die Birne-Beschimpfungen gegenüber Bundeskanzler Helmut Kohl! Der § 188 StGB ist wenig demokratisch. Doch auch ein postdemokratisches System wie »Unsere Demokratie« _könnte_ ein Rechtsstaat sein. _Könnte_. ## Eigentlich ein ganz anderer Übler noch als der undemokratische Paragraph § 188 und Straf-Hausdurchsuchungen ist es, wenn Gerichte offen das Recht zu verhöhnen scheinen – und mit dem Recht zugleich unseren Verstand. Aktueller Fall: Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther, gab sich in einer Staatsfunk-Talkshow die Ehre. Er wurde als Ministerpräsident von Schleswig-Holstein vorgestellt. Er sagte über sich, dass er als Ministerpräsident von Schleswig-Holstein spricht. Und dann sprach er davon, dass Nachrichtenmedien wie _Nius_ »unsere Gegner und auch die Feinde von Demokratie sind« ([lto.de, 5.2.2026](https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/verwaltungsgericht-daniel-guenther-vg-lehnt-nius-antrag-wegen-kritischer-aussagen-ab-lanz)). _Nius_ klagte dagegen, denn für einen Ministerpräsidenten gilt in einer Demokratie ein sehr strenges _Neutralitätsgebot_. Diese Klage war aber eigentlich eine Prüfung der These, ob und inwieweit Deutschland noch demokratischer Rechtsstaat oder doch schon »Unsere Demokratie« ist. Die 6. Kammer des Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgerichts hat dann auch entschieden, per Eilbeschluss (Az. 6 B 2/26). Das Gericht befand, »Günther habe die Aussagen nicht als Ministerpräsident und Teil der Landesregierung, sondern in seiner Funktion als Parteipolitiker getätigt« ([ebenda](https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/verwaltungsgericht-daniel-guenther-vg-lehnt-nius-antrag-wegen-kritischer-aussagen-ab-lanz)). ## Eigentlich ein anderer Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein tritt als Ministerpräsident von Schleswig-Holstein auf, wird als Ministerpräsident von Schleswig-Holstein vorgestellt, sagt explizit von sich, dass er als Ministerpräsident von Schleswig-Holstein da ist – und dann sagt er grob undemokratische Sachen. Und was beschließt das Gericht in Schleswig-Holstein? Das kluge Gericht befindet, dass der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein diese bösen undemokratischen Dinge als Privatmann und Parteipolitiker sagte. (Am Rande: Wäre es in einem Land mit Anstand und Moral nicht ohnehin ein Rücktrittsgrund, wenn der Politiker »als Privatmann« grob undemokratische Dinge sagte?) Wenn ein AfD-Politiker gesagt hätte, was von Günther zu hören war, hätten die Altparteien vermutlich längst alles Notwendige in der Hand, um die lästige Oppositionspartei endlich zu verbieten – und ich würde sogar zustimmen. ## Weiter breit grinsen Eine bekannte Floskel zwingt sich auf: Wie würden wir es beurteilen, wenn Vergleichbares in einem anderen Land passieren würde? Wie wir _dort_ darüber urteilen würden, gilt auch hier. Und natürlich ist der Fall Günther nicht der einzige Fall, in dem Richter fragwürdige Urteile sprechen. Bürger, die hart bestraft werden, weil sie über Politiker schimpften. Politische Abweichler, die über Monate oder Jahre in Untersuchungshaft sitzen (siehe [»Gib mir den Ballweg, ich gebe dir die Tat«](https://dushan.org/essays/ballweg-der-mann/)). Ärzte, die hart bestraft werden, weil sie ihrem Gewissen folgten und Schaden verhinderten – während die Krisengewinnler weiterhin »guter« Dinge sind. 2026 wird ein Jahr des Umbruchs, weltweit. Die neo-sozialistischen Kräfte weltweit geben der Demokratie den Todesstoß. Unter dem Vorwand des Jugendschutzes werden weltweit synchronisiert die Mittel zur Totalzensur eingerichtet. Europas Grenzen werden weiter geöffnet als je zuvor. Erste europäische Politiker sagen inzwischen offen, dass sie es begrüßen würden, ethnische Europäer und Christen in Europa zurückzudrängen. Die digitale Zensur aber wird die Masse der Bevölkerung dabei bremsen, sich gegen das Unrecht zu organisieren. Doch all das ist nicht das größte der strukturellen Probleme. Ich wurde im Sozialismus geboren, womöglich werde ich auch im Sozialismus sterben. Es war nicht alles schlecht, es wird auch wieder nicht alles schlecht sein – nicht _notwendigerweise_. ## Die Macht der Gewiefteren Was mir noch mehr _Angst_ bereitet, obgleich ich in der Wolle gewirkter Demokrat bin, ist nicht allein der vor unseren Augen stattfindende Wechsel der Herrschaftsform. Extra Angst bereitet mir der absehbare Zustand, in dem die Menschen das Gefühl haben, dass das Recht verdrängt wurde von Unrecht und der Macht der Gewiefteren. Gestern sprach ich von [lateinischen Gebeten](https://dushan.org/essays/wir-brauchen-latin-prayer/). Und heute sage ich: Was in den nächsten Monaten auf uns zukommt, hat wenig mit all dem zu tun, was uns die Schule einst im Politikunterricht versprach. Die alten Werte und Wahrheiten werden gerade vor unseren Augen gesprengt. Seit es Menschen gibt, geraten Menschen in Streit. Doch seit es Menschen gibt, hofften Menschen auf Gerechtigkeit und Ordnung. Ich empfehle uns dringend, eine _bessere_ Hoffnung zu suchen. - [Wir brauchen Latin Prayer](https://dushan.org/essays/wir-brauchen-latin-prayer/) Wenn das Haus brennt, ist keine Zeit mehr, lange zu grübeln. Du rettest die Seelen, die im Haus wohnen. Und vielleicht noch die eine Sache, die dir wirklich wichtig ist. Das habe ich die letzten Monate getan – metaphorisch und praktisch. Für euch. Wenn das Haus in Flammen steht und böse Mächte immer neue Feuer legen, ist nicht die Zeit, zu verhandeln, welche Möbelstücke und Zimmer noch zu retten oder eventuell schon verloren sind. Solange die Flammen noch klein waren, konnte man noch zu löschen versuchen, darauf hoffen, den Schaden gering zu halten. Wenn das Haus aber wirklich in Flammen steht, ist es deine erste Pflicht, dein Leben zu retten. Das Leben deiner Lieben, wenn sie es zulassen. Dann ist es an der Zeit, »SOS« zu rufen. Es hat sich etabliert, dass »SOS« bedeutet: Save our souls – rettet unsere Seelen. Ich selbst habe zu oft beschrieben, wie schlimm es um Europa steht, um den Westen. In buchstäblich Tausenden Essays. Zu oft habe ich händeringend dazu aufgerufen, dass _etwas getan werden_ muss. Heute ist etwas anders. Ich habe die vergangenen Monate an etwas gearbeitet, was in seiner ersten Version fertig ist. Und ich gebe es euch in die Hand – gratis übrigens. Es ist eine iPhone-App, und sie heißt »Latin Prayer«, auf Deutsch: _Lateinisches Gebet_. Lateinische Gebete. Rosenkranz, automatisch die passenden Mysterien – auf Latein. (In der ersten Version sind die Erklärtexte der Mysterien auf Englisch.) Zum Latein eine interlineare Übersetzung, wahlweise auf Englisch, Deutsch und Spanisch. Ein professioneller lateinischer Sprecher hat die wichtigsten Gebete aufgenommen. Bilder zu den Mysterien aufrufen. Echte Gemälde, sorgfältig ausgesucht. Texte aus zwei Jahrtausenden Tradition. Audio und Bilder von echten Menschen. Vertut euch nicht: Das Christentum ist unter Beschuss. Kirchen brennen, werden vandalisiert. Die deutsche Propaganda attackiert gläubige Christen. Dazu die Attacken von innen. Die machen mir am meisten Angst. Freunde, ich hätte nie gedacht, welche Wut, welchen offenen Hass allein die Arbeit an dieser App bei einigen Mitmenschen auslösen würde. Ich habe teuer bezahlt, um dieses Projekt in seiner ersten Version fertig zu bekommen. Damit meine ich nicht nur Geld. Noch nie habe ich so deutlich gespürt, wie es ist, wenn Menschen gegen dich kämpfen – aber Gott auf deiner Seite ist. Unser Haus steht in Flammen. Böse Mächte brennen – metaphorisch wie auch buchstäblich – die Mauern unserer Kathedralen nieder. Ich sage: Rettet eure Seelen! Und fangt an mit lateinischen Gebeten. Im App Store, gratis und doch unendlich wertvoll: [Latin Prayer](https://apps.apple.com/app/latin-prayer/id6756076831). - [Mel Gibson war nicht eingeladen](https://dushan.org/essays/mel-gibson-war-nicht-eingeladen/) Mel Gibson. Kanye West. Tom Cruise. Charlie Sheen. – Die »Freaks« und die »Ausgestoßenen« (die vom Show-Business nur geduldet werden, weil und solange sie Geld einbringen) fehlen auffällig in den Epstein-Akten. Dort finden sich vor allem die »Guten«. Lasst uns zur Kenntnis nehmen, dass es die _ungeliebten_ und _verstoßenen_ Show-Prominenten sind, die auf auffällige Weise in den Epstein-Akten zu fehlen scheinen. Zum Beispiel: Mel Gibson. Kanye West. Tom Cruise. Charlie Sheen. Das Publikum mag diese Leute lieben – selbst nach ihrem Tod –, doch für »die Guten« sind es Freaks – und die wollte man lieber nicht bei den Partys der »Guten« haben. Okay, ein »Freak« (im freundlichsten Sinne!) kommt in den Epstein-Akten vor: _Elon Musk_ ([nbcnews.com, 31.1.2026](https://www.nbcnews.com/tech/elon-musk/expressed-interest-visiting-jeffrey-epstein-island-emails-show-doj-rcna256784)). Doch nach den Mails, die ich bislang im Internet als Screenshot kursieren sah, wirkt Musk auf mich wie ein Autist, der nicht versteht, was die verschiedenen Codes bedeuten. Ein Autist (oder ein deutscher Journalist, der dafür bezahlt wird, auf dem »guten« Auge blind zu sein) fragt eben nicht, warum Leute, die sich täglich Hummer und Kaviar leisten könnten, mit großem Aufwand regelmäßig »Pizza« oder »Hot Dogs« ins Büro oder auf abgelegene Inseln bestellen. Oder warum die Bestellung billigen Fast Foods mit viel Geheimniskrämerei von den VIPs selbst erledigt wird und nicht vom Koch oder Assistenten. Elon Musk schreibt in einer Mail zwar, dass er dann doch auf eine Party auf der Insel eingeladen werden will ([leadstories.com, 2.2.2026](https://leadstories.com/hoax-alert/2026/02/fact-check-elon-emails-with-epstein-do-not-only-show-he-rejected-epsteins-invitation-to-island.html)). An dem Punkt haben die Epstein-Leute aber wohl kapiert, dass Musk der Überzeugung sei, es seien wirklich nur normale Partys. Also sagen sie ihm ab, und sie behaupten, diese fänden nicht mehr statt. Ein weiterer Milliardär kommt zwar vor, ist aber offenbar ebenfalls »zu autistisch«: Michael J. Saylor ([bitcoinprotocol.org, 2.2.2026](https://news.bitcoinprotocol.org/bitcoin-investor-michael-saylor-linked-to-epstein-in-new-file-release/)). Die Frau, die ihn locken soll, gibt irgendwann irritiert auf. (»I walked him around, and even I could not get any conversation from him.«) Wir lernen: Nicht nur konservative Werte, auch latenter Autismus schützt vorm moralischen Bankrott. Die Liste der Leute, die _nicht_ in den Epstein-Dokumenten auftauchen ([Wikipedia »Epstein files«](https://en.wikipedia.org/wiki/Epstein_files)), ließe sich natürlich _sehr_ weit ausdehnen. Schränkt man die Auswahl aber auf Showbusiness-Promis ein, werden mehrere Muster sichtbar. Die Leute im Dunstkreis des Jeffrey Epstein zählten oft zu denen, die vom Mainstream als »die Guten« gefeiert wurden und werden. Bill Gates etwa, dessen Name inzwischen oft in einem Atemzug mit _Jeffrey Epstein_ fällt ([cbsnews.com, 2.2.2026](https://www.cbsnews.com/news/bill-gates-elon-musk-epstein-files-what-documents-show/)). _Natürlich_ ist er für den deutschen Mainstream einer der _Guten_. _Natürlich_ sponsert er deutschen Qualitätsjournalismus. _Natürlich_ sprach er in der Tagesschau im Big-Brother-Stil zum deutschen Volk ([dwdl.de, 2.11.2021](https://www.dwdl.de/nachrichten/81570/maischbergerinterview_mit_bill_gates_auch_bei_tagesschau_24/)). Einige der Leute aber, die _nicht_ auf der Liste stehen, zählen zu den _Ausgestoßenen_. Show-Promis, die zwar vom Volk geliebt werden, aber nicht zu den »Guten« zählen. Freaks, die von den wahren Machtzirkeln ausgestoßen wurden und nur geduldet werden, weil und solange sie Geld einbringen. Einige der »Freaks«, die in den Epstein-Akten fehlen, wurden von den »Guten« verstoßen, weil sie wirre Verschwörungstheorien von sich gaben. In ihren wirren Verschwörungstheorien schwurbelten die Ausgestoßenen davon, dass die sogenannten _Eliten_ sich zu perversen Sex-Partys treffen. Dass die Eliten dort dann böse Pläne schmieden und Pandemien planen. Dass sie Trans-Ideologie propagieren und Eugenik debattieren. Dass die Eliten Insider-Wissen teilen, um an der Börse reich zu werden – während du und ich uns den Rücken krummarbeiten. Dass sie Gott und die Kirche hassen – und traditionellen Glauben _fürchten_. Und dass sie die Mainstream-Medien in der Hand haben, sodass genau diese grundbösen Eliten von »Journalisten« zuverlässig als »die Guten« beschrieben werden. Der letzte Film des Regisseurs Stanley Kubrick war übrigens »Eyes Wide Shut«. Hauptthema sind exquisite Sex-Partys der Eliten. Hauptdarsteller war der in den Epstein-Akten auffällig abwesende Tom Cruise. Nein, wer solche wirren Verschwörungstheorien verbreitet – oder gar Filme darüber dreht –, den will ein Philanthrop wie Jeffrey Epstein nicht auf seinen Partys haben, wenn er mit Wissenschaftlern und Intellektuellen über die Besserung der Welt diskutiert. Dich und mich würde er ja ebenfalls nicht auf seinen Partys haben wollen, schon weil wir weder reich noch wichtig genug sind. Die erste _Moral_ von der sich entwickelnden Geschichte scheint aber zu sein: Lebe so, dass weder Gates noch Epstein dich auf ihre Party einladen würden – selbst wenn du reich und wichtig genug wärst. Und die _zweite_ Moral: Die Welt braucht Freaks, Verschwörungstheoretiker, Schwurbler. Nein, die »Spinner« haben wahrlich nicht immer recht. Doch zumindest in den letzten Jahren haben die Verrücktesten unter den Verrückten öfter die Wahrheit gesagt als jene, welche sich zu Richtern über Wahr und Falsch aufschwingen. - [Und was wir heute sind](https://dushan.org/essays/und-was-wir-heute-sind/) Ist es besser, eine Heimat geliebt und verloren zu haben, als nie Heimat gespürt zu haben? Die Aufrechten rufen: Heimat nie verloren geben! Ein Müder antwortet: Die Heimat verliert mich ohnehin, irgendwann. – Was meinst du? »Tis better to have loved and lost than never to have loved at all«, so schrieb Lord Tennyson in Memoriam seines Freundes. Das bedeutet: Es ist besser, geliebt und verloren zu haben, als nie geliebt zu haben. Ein Liebesmüder kann antworten: Ach, wen kümmert es? Ohne den Gegenstand meiner Liebe ist die Liebe _sinnlos_. Und wenn ich nicht mehr bin, dann stirbt auch meine Liebe. »Wenn Hass mit seinem Paket kommt, verweigere die Annahme«, so singt Leonard Cohen. Der Hassende _nimmt_ am Hass teil, er nimmt ihn an, macht ihn sich zu eigen. Ähnlich ist es mit der Liebe. Der Liebende nimmt Liebe an, gibt ihr Richtung und Gegenstand. Die Liebenden nehmen Liebe an und richten sich darin ein. Der Mensch braucht Liebe, sonst erkaltet er. Liebe aber _existiert_ auch ohne den Menschen, ähnlich wie Gott, das Universum oder die Zahl Drei ohne den Menschen existieren. Wie ist es mit der _Liebe zur Heimat_? Ist es besser, eine Heimat geliebt und verloren zu haben, als nie Heimat gespürt zu haben? »Nein, nein, nein«, rufen die Aufrechten, »nie seine Heimat verloren geben! Kämpfen bis zuletzt!« Ein Müder antwortet: »Wenn ich nicht mehr bin, verliert meine Heimat mich ohnehin. So oder so. Es ist also nur eine Frage, was zuerst kommt.« Der geneigte Leser aber merkt an: »Heimat stirbt nicht. Der Staat mag sich gegen die Bürger wenden. Das Land mag von Feinden besetzt werden. Unsere Kinder mögen in alle Winde verstreut sein, mit Fremden verheiratet oder gar nicht erst geboren. Heimat aber kann nicht sterben. Denn: Heimat und Liebe zur Heimat ist dasselbe – und Liebe stirbt nicht.« Als Antwort also: »Ja, es ist besser, geliebt und verloren zu haben, als nie geliebt zu haben. Das Land mag sterben, die Freunde mögen begraben werden, der Gegenstand deiner Liebe mag den Weg alles Zeitlichen gehen. Wie Paulus aber richtig sagt: Glaube, Hoffnung und Liebe bleiben, die Liebe aber ist die Größte unter ihnen. (1. Korinther 13:13)« Ist es also besser, geliebt und verloren zu haben? Ja, ist es. Heimat bleibt, nicht nur bis zuletzt, denn Heimat wie Liebe hat kein Zuletzt. Fragt die Vertriebenen! Die Vertriebenen verloren ihre Städte, in ihren Häusern leben nun Fremde. Doch die Liebe zur Heimat und damit die Heimat, die starben nicht – weil Liebe nicht sterben _kann_. Wo wir aber von _Vertriebenen_ reden: In den Katakomben von Rom, über den Schädeln und Schienbeinen der Mönche und nicht nur dort ist zu lesen: Was ihr heute seid, das waren wir auch. Und was wir heute sind, das werdet ihr bald sein. - [Sprache in Zeiten der »Unsere Demokratie«](https://dushan.org/essays/bademantel/) Es sei ein Zeichen totalitärer Unrechtsstaaten, so hörten wir mal, wenn Bürger einen Sprachcode entwickeln, der die eigentliche Wahrheit vor der Zensur verschleiern soll und doch verstanden wird. Hm. Bademantel. Ich hörte mal, dass es ein Zeichen totalitärer Unrechtsstaaten sei, dass Bürger einen Sprachcode entwickeln, der die eigentliche Wahrheit vor der Zensur verschleiert und doch verstanden wird. Dieser Satz ist der erste Absatz eines Posts, den ich kürzlich auf X veröffentlichte ([@dushanwegner, 30.01.2026](https://x.com/dushanwegner/status/2017214213777739969)). Dann schrieb ich noch: »Hmm.« Und schließlich, als Schlusspunkt und Pointe: »Bademantel.« Mein schnell notierter Gedanke fand reichlich Feedback. Ja, »Bademantel« ist ein Wort, das im latent totalitären System »Unsere Demokratie« *viel* bedeutet. Die Inspiration für »Bademantel« ist vermutlich die wenig rechtsstaatliche und offen undemokratische Hausdurchsuchung beim Verleger Jürgen Elsässer, die mit dem Verbot seines Magazins *Compact* einherging. (Siehe dazu auch Essay und Video [»Compact-Verbot – wie weit zur Diktatur?«](https://dushan.org/essays/keine-diktatur/).) Hausdurchsuchungen wegen Meinungsdelikten dienen in Deutschland als »Strafe ohne Verfahren« und sollen sehr bewusst vor allzu freier Meinungsäußerung abschrecken. Der Justizminister ließ sich dereinst zitieren: > Das entschlossene Vorgehen der Ermittlungsbehörden sollte jedem zu denken geben, bevor er bei Facebook in die Tasten haut. > > – Heiko Maas, zitiert nach dem Essay [»Ironie 2018: Maas-Ministerium warnt vor Verfolgung kritischer Meinung in der Türkei«](https://dushan.org/essays/ironie-ist-tot/) Deutsche Behörden sind inzwischen *weltweit* dafür bekannt, Hausdurchsuchungen und Beschlagnahme als Mittel politischer Erziehung und außerrechtsstaatliche Strafe einzusetzen. (Siehe dazu auch Essay und Video [»Warum lachten die Staatsanwälte?«](https://dushan.org/essays/der-staat-lacht/).) Wenn die Straf-Hausdurchsuchungen einen prominenten politischen Gegner treffen, so hat man das Gefühl, wird der Termin schon mal an die Medien des Propagandastaates durchgestochen. Und dieser Termin ist zumeist frühmorgens. Damit ist auch sichergestellt, dass die Propagandafotos des aus dem Bett geklingelten Beschuldigten unvorteilhaft und demütigend sind. Medien können titeln: »Als die Polizei klingelte, stand Elsässer im Morgenmantel da«. Diese Schlagzeile ist bei [tagesspiegel.de, 16.07.2024](https://www.tagesspiegel.de/berlin/razzia-bei-rechtsextremisten-innenministerium-verbietet-elsassers-compact-magazin-12029774.html) zu lesen, inklusive des entsprechenden Fotos. Das Foto zeigt den vom Schlaf zerzausten Jürgen Elsässer, eben in einem geschmackvollen Bademantel, in seiner Haustür stehend – und vor ihm ein Dutzend Polizisten, die sein Haus durchsuchen wollen, weil er etwas veröffentlicht hatte, wovon die Innenministerin nicht wollte, dass es gesagt wird. Seitdem steht »Bademantel« in deutscher Lingo für: »Das, was ich hierzu *wirklich* sagen will, sprich: die wahren Fakten und meine tatsächliche Meinung, kann ich nicht öffentlich sagen, sonst kommt die Polizei und bestraft mich und meine Familie durch eine demütigende Hausdurchsuchung – ohne Anklage und Verfahren.« Auch ich verwende »Bademantel« öfter in meinen Essays ([hier eine schnelle Google-Suche](https://www.google.com/search?q=site%3Adushanwegner.com+%22Bademantel%22)). Und ihr versteht zuverlässig, was ich sagen will, denn ich verwende eine bestehende, bekannte Bedeutung. Mein obiges Zitat fand reichen Anklang auf Musks Plattform, viele Reposts und einige weitere Beispiele von euch. Und natürlich fragte ich mich: *Wenn* sich in Deutschland also wieder eine Parallelsprache bildet, welche die bösen Taten des Systems hinter Codewörtern versteckt, ist Deutschland damit ein »totalitärer Unrechtsstaat«? Nun, alle (unbeschädigten) Pferde haben vier Beine, aber nicht alles, was vier Beine hat, ist damit auch ein Pferd. In allen totalitären Unrechtsstaaten entwickelt sich eine codierte Parallelsprache, in welcher die Bürger die Wahrheit am System vorbei formulieren. Aber nicht jeder Staat mit Parallelsprache ist damit schon ein totalitärer Unrechtsstaat. Und doch, und doch: Wenn Politik und Presse des deutschen Propagandastaates ein Gewissen hätten, würde diese Entwicklung sie zu Einhalt und Selbstreflexion bewegen. (Es wird sie aber nur bewegen, das Tempo abwärts zu beschleunigen. Diese Leute sind nicht das, was du und ich »gute Menschen« nennen.) Im Übrigen aber schließe ich mich diesem (wohl aus nicht-rechter Perspektive formulierten) Kommentar an: > Die westlichen Dystopien und Propagandastaaten sind noch keine totalitären Unrechtsstaaten. Noch ist eine Umkehr möglich. Dafür müssen wir unsere Ängste überwinden und dem autoritären Staat entgegentreten, selbst wenn er gerade unseren politischen Gegner bekämpft. > > – [@Robin1TG, 30.01.2026](https://x.com/Robin1TG/status/2017250646341095543) - [USA doof, Russland doof – wer gut?](https://dushan.org/essays/usa-doof-russland-doof-wer-gut/) Die Genies in Berlin und Brüssel machen USA _und_ Russland zum Gegner. Wer soll dann unser Weltmacht-Freund sein?! Hmm, da wäre China. Politisch passt man sich ja bereits an. Wir könnten deren verlängerte Werkbank sein. Aber hat das der Wähler so gewollt? Ich bin nicht klug. Ich verstehe manche Dinge nicht. Ich verstehe die Menschen nicht immer und Frauen noch seltener. Ich verdiene viel Schimpfe und wenig [Geld](https://danke.dushanwegner.com/). *Das* immerhin verstehe ich. Doch *eine* Angelegenheit bereitet mir Grübeln und Ratlosigkeit von solcher Dimension, dass ich im Vergleich damit geradezu ein Menschenfreund und Frauenversteher bin. – Lasst sie mich erklären, diese meine Ratlosigkeit! Die Großkopferten von Berlin und Brüssel haben wieder (es ist ja ein Reim der deutschen Geschichte) den bösen Russen als Feind ausgemacht. Dieselben Großkopferten erklären auch die USA in Gestalt des US-Präsidenten Donald J. Trump zum Gegner. Man beschreibt Trump als ahnungslosen Clown und zugleich als perfide schlauen Faschisten. Es ist beides etwas ironisch, da der Rest der Welt angesichts des europäischen Suizids halb erschrocken, halb amüsiert ist. Und spätestens wenn Polizisten die Bürger täglich wegen Facebook-Meinungsstücken daheim aufsuchen oder sogar verhaften, sollte man vorsichtig sein mit dem Faschismus-Etikett. (Und: Wer extra Gesetze dagegen erlassen muss, dass Bürger ihre Politiker adäquat beschreiben, sollte weder über Lächerlichkeit noch über faschistoide Tendenzen belehren.) Im Geist des berühmten [»Wirf dem anderen vor …«](https://dushan.org/essays/wirf-dem-anderen-vor/)-Spruchs wird die Demokratie in mehreren europäischen Ländern offen abgeschafft, während man die mutigen Verteidiger der Demokratie zu deren Feinden erklärt. Inzwischen wird zugegeben (teils offen, teils implizit), dass die Einwanderung in die Sozialsysteme auch dem Ziel dient, die Wählerbasis der beim Volk unpopulären Eliten gegen das bisherige Volk zu sichern. Die EU-Bürokratie will derweil präventive Zensur aller Meinungsäußerungen (Chatkontrolle) und präventive Kontrolle aller Zahlungen (digitaler Euro) installieren. Ich verstehe nicht, welchen Plan die »Eliten« in Berlin und Brüssel verfolgen. Wenn man sich gleichzeitig mit den USA *und* Russland anlegt und sich zudem selbst wirtschaftlich und sozial umbringt – wer bleibt da noch als Freund? Hmm. Da wäre natürlich China. Aber *passt* das, so von den politischen Werten her? Auf der einen Seite passt die Verfolgung abweichender Meinungen in Europa schon heute zu China, wenn auch chinesische Propaganda lange nicht so bösartig ist wie etwa deutscher »Journalismus«. Auf der anderen Seite sind die Chinesen deutlich weniger blauäugig hinsichtlich inkompatibler Kulturen. Auch hinsichtlich Bildung, Forschung und neuer Technologien sind sie Deutschland wohl voraus. Doch wir [Baizuos](https://dushan.org/essays/baizuo/) werden nie Chinas »Freunde« sein. Wenn wir Glück haben, könnte China uns bald als verlängerte Werkbank einsetzen. Wir müssten viel dazulernen und auch gründlich aufräumen. Aber lieber arme Knechte sein unter China, als wohlhabende Selbstbestimmte mit Trump als Partner – so zumindest unsere bestimmt nicht von China bestochenen »Eliten«. Ach, gewiss ist noch eine ganz andere Erklärung denkbar. Ich weiß es nicht. Ich bin kein besonders kluger Mensch. Das aber habe ich über die Jahre und Jahrzehnte gelernt: Wenn etwas keinen Sinn ergibt, dann wird es nicht lange bestehen. Im Augenblick von *Sinnlosigkeit* aber empfiehlt sich die *Sinnsuche*. Ja, etwas Zeit und Energie in die *Sinnsuche* zu investieren, das wäre auch heute wahrlich *klug*. - [Wenn Realität stört: Der Fall Alex Pretti und das linke Weltbild](https://dushan.org/essays/der-fall-alex-pretti/) Bewaffneter attackiert Beamte, richtet Schaden an. Elf Tage später mischt er sich in Einsatz ein, Waffe am Körper – und wird erschossen. Linke machen nun Märtyrer aus ihm. Der Fall Alex Pretti zeigt, wie weit sich Linke von der Realität entfernt haben. Ich [habe es zuvor gesagt](https://www.google.com/search?q=site%3Adushanwegner.com+%22das+weltbild+von+linken+ist+auf+Lügen+gebaut%22), ich sage es wieder, denn es ist wahr und wichtig – und akut: Das Weltbild von Linken ist auf Lügen gebaut. Diese Woche nun schrieb ich die Argumentation [»Der linke Todeswunsch«](https://dushan.org/essays/sinnkrise/). Es ging um die USA und fanatisierte linke Agitatoren, die ICE-Beamte attackieren, wenn diese illegal im Land befindliche Personen abschieben wollen, darunter Räuber und Vergewaltiger. Bisweilen sprechen Medien und Kommentatoren, womöglich auch ich, von »Protesten«, doch das Wort ist schlicht falsch. Es handelt sich um organisierte Aufrührer, wohl auch mit Vernetzung in politische Kreise, wie Recherchen freier Journalisten nahelegten. An diese Aufrührer wird durchgestochen, wo ICE-Einsätze stattfinden sollen. Oder sie verfolgen die Autos der Beamten auf eigene Faust. Inzwischen wurden zwei aktive Anti-ICE-Aktivisten erschossen. Beide in Situationen, in denen sie sich aktiv in Gefahr brachten und ICE-Beamte einen konkreten Grund sahen, um ihr eigenes Leben zu fürchten. Beim zweiten Erschossenen handelt es sich um einen Krankenpfleger namens *Alex Pretti*. Linke versuchten sofort, Alex Pretti zu einem Heiligen aufzubauen, ähnlich wie sie es bereits mit jenem [drogenkonsumierenden Gewalttäter](https://dushan.org/essays/das-neue-meer/) getan hatten (ich bin nicht sicher, ob sie ihm damit einen Gefallen tun). Bei MSNOW wurden KI-generierte Bilder vom Getöteten gezeigt, die ihn »hübscher« machten, mit klassisch-attraktivem Gesicht und breiteren Schultern ([@socialapclyps, 27.01.2026](https://x.com/socialapclyps/status/2015966428675915991)). Bei CNN wurde geschmachtet, dass er der Traum-Schwiegersohn sei ([@mazemoore, 28.01.2026](https://x.com/mazemoore/status/2016640751027798228)). Ein berüchtigter deutscher Name sah »wehrlose Menschen, die auf offener Straße von Regierungsbeauftragten ermordet werden; heimtückisch, aus niedrigen Beweggründen« ([@georgrestle, 26.01.2026](https://x.com/georgrestle/status/2015745206574813330)) – und natürlich geht es in der Bewertung der Ereignisse nicht unter »Faschismus«. (Wir ahnen, wie Tilo Jung die Situation bewertet; siehe [@tomdabassman, 20.03.2025](https://x.com/tomdabassman/status/1902642463006724160).) Nun, mittlerweile sind *weitere* Bilder aufgetaucht, die nach allem Anschein den zweiten Erschossenen zeigen, wohl elf Tage vor dessen Tod ([@SteveGuest, 28.01.2026](https://x.com/SteveGuest/status/2016610715075809552)). Der Mann geht aggressiv auf das Auto von ICE-Beamten los, schreit und provoziert. Seine Waffe steckt offen in seiner Hose, im Rückenbereich. (Also da, wohin Pretti zu greifen schien, als er erschossen wurde.) Der Mann schreit nicht nur, er tritt auf das Auto der Beamten ein, tritt ihnen das Rücklicht weg. Er wirkt »außer sich«, um nicht »irre« und »gefährlich« zu sagen. Sogar CNN berichtet über dieses zweite Video ([edition.cnn.com, 29.01.2026](https://edition.cnn.com/2026/01/28/us/video/pretti-physical-clash-11-days-before-shooting-digvid)). Wohl in einer weiteren Konfrontation mit ICE-Beamten trug Pretti eine Verletzung davon, die wie eine gebrochene Rippe behandelt wurde ([cnn.com, 27.1.2026](https://edition.cnn.com/2026/01/27/us/alex-pretti-protesters-minneapolis-invs)). Nein, friedliche Menschen gehen nicht mit Zerstörungswillen auf bewaffnete Beamte los. Nein, friedliche Menschen tragen nicht rippenbruchartige Verletzungen davon – und stürzen sich gleich wieder in die nächste Attacke auf bewaffnete Beamte. Manche Linke versuchen sich in einem Strohmann-Argument: »Ein Mensch verdient doch nicht, zu sterben, nur weil er ein Rücklicht weggetreten hat.« (Ein Strohmann-Argument versucht, dem Gegner eine Position unterzuschieben, die dieser gar nicht vertrat, die aber einfacher zu widerlegen scheint.) Alex Pretti war ein junger Mann, der schon mal in Wut geriet. Der eine Waffe bei sich trug und sich in ICE-Einsätze einmischte. Die Frage ist nicht, ob er »zu sterben verdiente« – natürlich nicht. Natürlich müssen wir Pretti zugestehen, dass er selbst die volle Verantwortung für seine Handlungen trägt. Es war seine bewusste Entscheidung, das Fahrzeug von ICE-Beamten zu attackieren. Es war seine bewusste Entscheidung, sich einige Tage später mit einer Waffe in Holster oder Hose ins Handgemenge während eines Einsatzes zu begeben. Wir dürfen leider vermuten: Wäre er diesmal davongekommen, hätte er sich wieder und wieder bewaffnet in Einsätze eingemischt. Dass er zu Tode kam, ist traurig und unschön – aber wahrlich nicht »Faschismus«. Im Gegenteil: Sein Verhalten hat Züge jenes Verhaltens, dass ich kürzlich als *[linken Todeswunsch](https://dushan.org/essays/sinnkrise/)* beschrieb. Pretti forderte die bewaffneten Beamten am 13. Januar 2026 ja *explizit* (und laut brüllend) dazu auf, ihn anzugreifen: »Fucking assault me, motherfucker.« ([@EndWokeness, 29.01.2026](https://x.com/EndWokeness/status/2016700958315593760)) All das ignorieren Linke aber. Es ist ihnen egal. Linke haben sich eingerichtet zwischen Trump-Derangement-Syndrome und Faschismus-Tourette. Und das ist ein Problem: Wir leben mit Menschen zusammen, deren Realität von den tatsächlichen Ereignissen abgekoppelt ist – und denen das nicht mehr wehtut. 2026 hat gerade erst begonnen. Ich habe das Gefühl, dass dies das prägendste Jahr unserer neueren Geschichte sein wird. Ich sehe aber *nicht*, wie sich gemeinsame Projekte realisieren lassen, wenn ein Teil des Volkes sich grundlegender Werte wie dem Überlebenswillen, der Wahrheit und der Realität entledigt hat. - [Wehe, jemand sagt »Austausch«](https://dushan.org/essays/kein-austausch/) Ursula von der Leyen unterzeichnet (mit welchem Auftrag?!) die »Mutter aller Deals« mit Indien. Das wird bedeuten: Viel mehr Inder auf dem EU-Arbeitsmarkt. Womit der Start ins Leben für Europäer NOCH schwerer wird. Aber wehe, jemand sagt »Austausch«! Frau von der Leyen, Europas auf keinem Wahlzettel stehende Anführerin (Sind ihre [deutschen Skandale](https://de.wikipedia.org/wiki/1._Untersuchungsausschuss_des_Verteidigungsausschusses_der_19._Wahlperiode_des_Deutschen_Bundestages) eigentlich schon aufgearbeitet? Sind [die SMS](https://en.wikipedia.org/wiki/Pfizergate) wiederhergestellt? Haha, ich scherze nur), diese Lupenreine also hat jüngst die »Mutter aller Deals« abgeschlossen ([indiatimes.com, 27.1.2026](https://timesofindia.indiatimes.com/articleshow/127632260.cms)). Mit Indien. Ursula von der Leyen spricht von der »Mutter aller Deals«. Präziser wäre *»Mutti«* aller Deals. Denn es ist im tatsächlichen Effekt ein anti-deutscher Deal. *Ein* Aspekt ist der Freihandel und der Export europäischer Güter nach Indien. Ein *anderer* Aspekt ist die ökonomische Freizügigkeit junger Inder in die Länder der EU. Mit dem neuen Vertrag wird es für junge Inder einfacher, in der EU als Fachkräfte zu arbeiten ([brusselssignal.eu, 27.1.2026](https://brusselssignal.eu/2026/01/eu-only-whispers-it-but-uncapped-mobility-for-its-students-for-indians-is-key-in-trade-deal/)). Nehmen wir einmal an, dass es diesmal *wirklich* stimmt – anders als etwa bei Syrern – und die Einreisenden diesmal *wirklich, wirklich* Fachkräfte sind. Nehmen wir konkret an, sie verfügen über ein Fachwissen, das die unter Extremsteuern, Bürokratie, Leistungsfeindlichkeit und künstlicher Energiekrise leidende Industrie *retten* kann. Selbst dieses *ideale* Szenario würde bedeuten, dass die *indischen* Spezialisten etwa mit *deutschen* Spezialisten konkurrieren. ## Ein gutes Land Schon heute wandern jedes Jahr viele Tausende finanziell wertvolle Fachkräfte aus Deutschland aus ([thegermanreview.de, 16.6.2024](https://www.thegermanreview.de/p/are-you-still-with-me)). Warum in Deutschland für 25.000 € netto im Jahr sich ausbeuten und seine Kinder in der Schule verprügeln lassen, wenn man anderswo das Fünf- oder Zehnfache bekommt *und* sicher leben kann? Wer jung und spezialisiert ist, der strukturiert sein Leben auch sonst »vernünftig«: Er schiebt die Familienplanung nicht endlos hinaus. Und er fragt: Bei aller Vaterlandsliebe, ist Deutschland ein gutes Land, um als verantwortungsbewusster Deutscher eine Familie zu gründen? Die *deutschen* Spezialisten, die im Land bleiben *wollen* – vielleicht weil sie *trotz allem* das Land *lieben* und ihre Familie und Wurzeln in Deutschland haben –, werden mit den indischen Arbeitskräften um die trotz De-Industrialisierung verbleibenden Arbeitsplätze konkurrieren müssen. Der Grund aber, warum die Einwanderung indischer Fachkräfte zum effektiven *Austausch* der Bevölkerung führen wird, ließe sich »pioneer migration« nennen. Die »jungen Männer« – von Politik und Propaganda oft wahrheitswidrig als »Flüchtlinge« beschrieben – fungieren oft wie »Pioniere«. Entweder sie schaffen einen Brückenkopf für den Familiennachzug ins Sozialsystem. Oder sie schicken Geld nach Hause, zu ihren Familien, Clans und Schleppern. Es hat seinen Grund, warum in migrantisch geprägten Straßen so viele Geldtransfer-Shops angesiedelt sind. Ob »Pionier-Migranten« nun tatsächlich produktiv arbeiten oder mitsamt nachgezogenen Familien vom Steuerzahler alimentiert werden, in allen Fällen erschweren sie es jungen Einheimischen, Familien zu gründen. Als junger Berufseinsteiger stehen deine Chancen auf eine günstige Mietwohnung bei nahe null, wenn du mit Mietern konkurrierst, deren Wucher-Miete »vom Amt übernommen« wird. Du wirst dir keine Mietwohnung für deine vierköpfige Familie leisten können, wenn vier indische Fachkräfte sich die Miete für dieselbe Wohnung teilen können. Also wanderst du als junger Familienwilliger aus – oder du gründest eben keine Familie. In Umkehrung eines alten CDU-Slogans lautet der *neue* Slogan der EU: »Inder statt Kinder«. Deutsche Ressourcen sind endlich. In einer Wohnung, in der eine Familie lebt, wird nicht eine andere Familie leben (ausgenommen in bestimmten Spezialfällen). Dank des deutschen Regulierungswahnsinns werden auch nicht allzu viele neue Wohnungen gebaut werden. Doch selbst *wenn* der Wohnungsbau in Deutschland in ausreichendem Maße möglich *wäre*, wäre es nicht wünschenswert, in Wohnsilos mit Science-Fiction-Feeling zu leben. 1. Wenn aber Deutschland endlich ist, 2. und wenn Syrer, Inder und andere Völker ihre »Pioniere« nach Deutschland schicken, 3. und wenn junge Deutsche beschließen, keine Familie zu gründen – zumindest nicht in Deutschland –, 4. dann findet ein *faktischer* Austausch statt. Entweder Frau von der Leyen – oder wer auch immer *wirklich* die Strippen zieht – weiß nicht, was sie tut, und kein Berater sagt es ihr. Oder sie hat einen »wohlmeinenden« Plan, den sie uns nicht verrät. Oder den ich nicht verstehe. Oder sie bewerkstelligt aus anderen Gründen einen *Austausch* der europäischen Bevölkerung – während man es als »Verschwörungstheorie« und »rechtsextrem« abstempeln und dann zensieren will, den Austausch einen Austausch zu nennen. ## All diese Anfeindungen [Wikipedia »Great Replacement conspiracy theory«](https://en.wikipedia.org/wiki/Great_Replacement_conspiracy_theory) beschreibt es als »debunked white nationalist far-right conspiracy theory«. [britannica.com, 31.5.2022](https://www.britannica.com/topic/replacement-theory) nennt es »far-right conspiracy theory«. [pbs.org, 16.5.2022](https://www.pbs.org/newshour/politics/what-is-great-replacement-theory-and-how-does-it-fuel-racist-violence) spricht – wenig überraschend – von einer »conspiracy theory«. [aljazeera.com, 19.5.2022](https://www.aljazeera.com/news/2022/5/18/great-replacement-the-conspiracy-theory-stoking-racist-violence) sieht eine Verschwörungstheorie, die rassistische Gewalt schürt. [Wikipedia »Großer Austausch«](https://de.wikipedia.org/wiki/Großer_Austausch) beschreibt es als rassistisches Narrativ von Renaud Camus. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft Gruppen, die diesen Begriff verwenden, als extremistisch ein ([verfassungsschutz.de, 24.6.2025](https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/hintergruunde/DE/rechtsextremismus/das-netzwerk-der-neuen-rechten.html). [belltower.news](https://www.belltower.news/lexikon/grosser-austausch/) spricht von einer »Verschwörungstheorie«, die besonders die rechtsextreme Identitäre Bewegung vertritt. Für *alle* diese Anfeindungen des Wortes und Begriffs gilt aber, dass selten gesagt wird, dass es *falsch* sei. Ein paar Linksverwirrte und Tagesschau-Opfer mögen es wirklich glauben, dass die Fakten nicht stimmen. Die halbwegs realistischen Propaganda-Schergen aber ignorieren die Frage nach der Faktenlage und kreischen gleich die Kampfvokabeln. Das aber ist die blanke Realität: »Die, die schon länger im Land sind« (Zitat von »Mutti«), werden durch politische Maßnahmen verdrängt (zum Auswandern motiviert oder demotiviert, Familien zu gründen), und andere Völker mit teils anderen Werten ersetzen sie. Die eine Kulturgruppe wird zum Auswandern und/oder Nichtvermehren motiviert. Die andere wird zum Einwandern und Vermehren motiviert. Es ist müßig, darüber zu streiten, mit welcher Vokabel diese Entwicklung bezeichnet werden darf. Nicht das Wort ist das Problem, sondern die Realität, die dieses Wort beschreibt. Die Frage ist, wie *du* dich in dieser Welt (neu) einrichten wirst. - [Der linke Todeswunsch](https://dushan.org/essays/sinnkrise/) Linke, die aggressiv ICE-Einsätze stören, wirken bisweilen, als wären sie von einem Todeswunsch getrieben. Wie sinnleer muss das eigene Leben sein, wenn man zu sterben bereit ist, nur um ein Zeichen gegen die Abschiebung von Kriminellen zu setzen? Aus den USA sehen wir Bilder, die man eigentlich von zivilisierten, westlichen Staaten nicht sehen will: Vermummte, bewaffnete ICE-Spezialeinheiten in Schutzwesten und Kampfmontur ([cnn.com, 9.1.2026](https://www.cnn.com/interactive/2026/01/09/us/dhs-immigration-crackdown-ice-arrests-protests-vis/index.html)). Einsätze in Städten, um Ausreisepflichtige festzunehmen, damit diese außer Landes gebracht werden können. Gegen diese Beamten kämpfen allerdings »Aktivisten«, die von anti-westlichen Politikern (»Democrats«) angeheizt werden ([foxnews.com, 7.8.2025](https://www.foxnews.com/politics/lawmakers-under-fire-sharing-ice-raid-info-warning-locals-immigration-enforcement-operations)). (Im vorigen Satz ist das Wort *kämpfen* wichtig – und schillernd.) Das »Kämpfen« der Aktivisten besteht in der Praxis darin, ICE-Operationen aktiv zu stören. Man versucht etwa, Festnahmen zu vereiteln, indem man mit eigenen Autos die Autos der ICE-Beamten blockiert ([minnesotareformer.com, 13.1.2026](https://minnesotareformer.com/2026/01/13/in-the-car-with-minneapolis-community-patrols/)). Man erhöht bewusst den Stress-Level, indem man Kameras und Smartphones direkt ins Gesicht der Beamten hält und so ihre gefährlich Arbeit aktiv behindert. Man setzt Trillerpfeifen und Megaphone ein, um die Kommunikation der Beamten während des Einsatzes zu erschweren ([walkermn.com, 21.1.2026](https://www.walkermn.com/around_the_web/news/in-the-twin-cities-ice-resistance-goes-mainstream/article_12e161a4-65b2-5653-aee4-cc4549d36341.html)). Inzwischen wurden zwei dieser »Kämpfer« von ICE-Beamten per Pistolenschuss getötet ([nbcnews.com, 25.1.2026](https://www.nbcnews.com/news/us-news/ice-shootings-list-border-patrol-trump-immigration-operations-rcna254202)). Anti-westliche Kräfte nutzen diese Bilder, um gegen Donald Trump und die Durchsetzung amerikanischer Einwanderungsgesetze zu agitieren. Einem freien, investigativ tätigen Journalisten ist es gelungen, in ein digitales Netzwerk dieser »Kämpfer« einzudringen ([foxnews.com, 25.1.2026](https://www.foxnews.com/politics/anti-ice-rapid-response-network-flagged-agents-before-deadly-minneapolis-killing-sparked-socialist)). Seine Recherchen legen nahe, dass die Aktivisten semi-professionell vernetzt sind und ihre Attacken systematisch planen. Und es scheint, dass sie Kontakte zu Trump-Gegnern in Behörden und Politik haben, die sie mit Informationen füttern (etwa zu Auto-Kennzeichen und bevorstehenden Einsätzen) ([newsweek.com, 11.2.2025](https://www.newsweek.com/fox-news-host-stunned-ice-raids-leak-update-2029332)). ## Die Liste absurder Versprechen An meinen Formulierungen merkt ihr leicht, auf welcher politischen Seite ich selbst stehe. Ja, ich bin selbst Migrant aus einer Migrantenfamilie. Allerdings haben wir uns zu jeder Zeit an die geltenden Regeln und Gesetze von Aus- wie auch Einwanderungsländern gehalten. Zugleich halte ich es für einen an klinischen Wahnsinn grenzenden Irrglauben, dass Gesellschaften überleben (oder gar ihren Level von Wohlstand und Sicherheit halten) können, wenn sie Migranten nach Belieben einwandern lassen – und diesen dann auch noch absolute Toleranz, suizidale Empathie, kostenloses Wohnen, bevorzugte Krankenversorgung und lebenslanges Gratiseinkommen schenken. Ach, wenn ihr diese Liste absurder Versprechen für polemisch und übertrieben haltet, muss ich euch leider erklären, dass linker Wahn *noch* übler sein kann. Die linken »Kämpfer« in den USA kämpfen ausdrücklich auch für das Bleiberecht von Schwerkriminellen. Wo sind die Proteste und Beileidsbekundungen, wenn wieder einmal ein einheimisches Kind von einem ungeprüften, papierlosen Einwanderer getötet wurde? Die suizidale Empathie der Linken geht einher mit einem pathologischen Hass auf die eigene Gruppe. Ich halte es für müßig zu diskutieren, ob Männer in Frauenkleidern wirklich Frauen sind. Ebenso halte ich es für Lebenszeitverschwendung zu diskutieren, ob ein Land das moralische Recht hat, Einwanderungsgesetze durchzusetzen. Politisch-moralische Frameworks, die »offene Grenzen« zulassen, haben implizit die Prämisse, dass das eigene Land das für Migranten am wenigsten attraktive Land der Welt sein soll – oder dass das eigene Land sozial und wirtschaftlich zu zerstören sei. Eine der impliziten, aber unausgesprochenen Grundprämissen der Empörung über die Durchsetzung der Einwanderungsgesetze unter Trump lautet, dass die zur Durchsetzung notwendigen Maßnahmen nur dann schlimm sind, wenn sie unter Trump geschehen. Unter Obama wurden deutlich mehr Menschen abgeschoben als unter Trump ([foxnews.com, 26.11.2024](https://www.foxnews.com/politics/deporter-in-chief-obama-surpassed-deportations-under-trumps-first-term)). Unter Obama starben *weit* mehr Menschen in ICE-Haft ([immigrantjustice.org, 2.6.2025](https://immigrantjustice.org/press-release/report-shows-poor-medical-care-led-to-deaths-at-u-s-detention-centers/)). Doch da Obama für die leichtverführbare Masse (»Linke«) zum »Messias« aufgebaut wurde, wurden diese Zahlen hingenommen. Das Weltbild von Linken ist auf Lügen gebaut. Das Ausblenden gleich mehrerer Ebenen und Zusammenhänge der Migrationsrealität ist eine typisch linke Lüge. Die linken »Kämpfer«, die dem ICE in den Arm fallen wollen, bauen ihr Weltbild und ihre Moral auch auf dieser Lüge auf. Doch da wäre eine weitere Ebene, und die bereitet mir noch mehr Sorge als »nur« ein paar linke Lebenslügen. ## Mit einer geladenen Waffe im Holster Was *erwartet* eine Mutter, die mit ihrem Auto aktiv den Einsatz der bewaffneten ICE-Agenten behindert, was passieren wird? Was ist der Lebensplan eines Krankenpflegers, der in Anti-ICE-Gruppen aktiv ist und sich dann mit einer geladenen Waffe im Holster in einen Einsatz einmischt? Und vor allem: Was erwarten die vielen Linken, die sich vor fahrende Autos stellen und mitschleifen lassen, um die Verhaftung von Kriminellen zu verzögern? (Ja, es ist ein Verbrechen, illegal einzuwandern. Nicht wenige der Abzuschiebenden haben aber mehr verbrochen, als »nur« illegal einzuwandern.) Möglicherweise sind diese Menschen schwer geistig umnebelt und ihnen ist nicht bewusst, dass sich in Lebensgefahr zu bringen zum Tod führen kann. Wenn junge Menschen aufwachsen, ohne jemals eine negative Konsequenz ihrer Handlungen zu erfahren, ist dies tatsächlich nicht auszuschließen. Wer daheim nie »Nein« hörte, wer in der Schule auch ohne Leistung sein Sternchen bekam, wessen »Kampferfahrung« nur aus Filmen und Computerspielen stammt, bei dem ist es tatsächlich denkbar, dass er tödliche Gefahr nicht als tödlich begreift. Mir drängt sich aber eine weitere Interpretation möglicher Motivation auf, und die ist, ja: *gruseliger*. ## Jeweils ein Gefühl Im Juni 2025 beschrieb ich [»warum Islam glücklich macht«](https://dushan.org/essays/warum-islam-gluecklich-macht/). Ja, es ist ein provokanter Titel, doch es ist begründet. Und es zeigt Parallelen zu den Leuten, die sich in den USA den ICE-Beamten vors Auto – und vor die Waffen – stellen. Der Islam, der Kampf gegen die Abschiebung von Kriminellen und, ja: das Christentum können dem Menschen jeweils ein Gefühl schenken, das mit einer gewissen Berechtigung für *Sinn* und *Glück* gehalten werden kann. Wenn es in diesem Leben tatsächlich so etwas wie »Glück« im großen, philosophischen Sinn gibt, dann ist es mit *etwas Größerem* verbunden. Der Philosoph *Dan Dennett* brachte in einem TED-Talk ([2002, als ich TED-Talks noch interessant fand](https://www.ted.com/talks/dan_dennett_dangerous_memes)) die alte Menschheitsfrage auf den Punkt: > The secret of happiness is: Find something more important than you are and dedicate your life to it. > > – Dan Dennett, 2002 Auf Deutsch: »Das Geheimnis des Glücks ist: Finde etwas, das wichtiger ist als du, und widme dem dein Leben.« Nein, der Tod aggressiver, gehirngewaschener Linker, die sich in polizeiliche Maßnahmen einmischen, ist nicht »Staatsterror«, wie es in der postrationalen Sprache der deutschen Presse zu lesen ist ([fr.de, 26.01.2026](https://www.fr.de/politik/ice-erschiesst-krankenpfleger-alex-pretti-trotz-widerspruechlicher-darstellung-94138835.html)). Nein, es ist *kein* »Zufall«, dass sich die Zwischenfälle mit aggressiven Linken in bestimmten US-Regionen häufen ([@kevinnbass, 26.01.2026](https://x.com/kevinnbass/status/2015716213603573854)). Es passiert dort, wo Politik und NGOs zu Protesten gegen Abschiebung von Kriminellen aufrufen, womöglich um von aktuellen Korruptionsskandalen abzulenken. Ja, all das ist empörend, könnte einen zur Verzweiflung treiben. Noch mehr als linke Lebenslügen und eine zuerst der Korruption dienende Moral schockiert mich, dass Linke inzwischen bereit sind, ihr Leben für diesen Wahnsinn zu geben. ## Denn ich stimme nicht zu Ein Linker, der sich vors fahrende Auto stellt oder bewaffnete Polizisten stresst und in ihrer Arbeit behindert, der wirkt, als wäre er *auch* von einer Todessehnsucht getrieben. Er ist bereit, »sein Leben zu geben«. Tausende junger Menschen, von linker Propaganda und korruptionsnaher Moral fanatisiert, suchen so etwas wie Glück, indem sie ihr Leben opfern wollen. *Eigentlich* ist Glück darin zu finden, sein *Leben* einem Größeren zu widmen. Sprich: Tag für Tag den *Sinn zu leben*. Ein paar Tage lang zu protestieren und dann für Sache zu *sterben* ist *nicht* dasselbe. Aber es fühlt sich wohl so ähnlich an. Ich erkenne in den absurd-unschönen Bildern (und in den bislang zwei Todesmeldungen) aus den USA die Symptome einer *Sinnkrise*. Wie *sinnleer* muss das Leben jener Linken sein, wenn sie bereit sind, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um die Abschiebung von Kriminellen zu verhindern? Ja, ich würde mir wahrlich wünschen, dass meine These übertrieben wäre. Doch inzwischen finden sich Videos, in denen Linke die ICE-Beamten darum anbetteln, von diesen getötet zu werden: »Shoot us in the fucking face!« ([@haileyywest, 25.01.2026](https://x.com/haileyywest/status/2015534230881661395)) Nein, ich kann kein Linker sein, aus vielen Gründen. Etwa weil ich nicht zustimme, dass Fakten, Kausalität und Logik »faschistisch« sind. – Da wäre aber noch ein weiterer Grund, der mir heute bewusst wird. Wir sind an einem merkwürdigen Punkt der Geschichte angelangt. Ein lautstarker Teil der Bevölkerung sieht seinen »Sinn im Leben« darin, das eigene Land und die eigene Gruppe zu hassen und den maximalen Schaden am eigenen Volk anzustreben. Einige der extra leicht manipulierbaren jungen Menschen sind bereit, ihr Leben zu opfern, um Kriminelle zu schützen und von großangelegter Korruption abzulenken. Menschen sind zu schrecklichen Taten bereit, wenn sie in den Abgrund der eigenen Sinnleere blicken. Auch wenn es nicht viele weitere Gründe gäbe, dieser wäre genug: Ich kann kein Linker sein, denn ich stimme nicht zu, dass das eigene Leben sinnlos ist und also zerstört werden muss. - [Superheld oder Arbeitsloser](https://dushan.org/essays/superheld-oder-arbeitsloser/) Nicht nur in Deutschland verlieren Zigtausende ihren Job. Auch in den USA. Doch während Deutschland aktiv kaputtgemacht wird, trägt in den USA wohl niemand direkt die »Schuld«. Künstliche Intelligenz macht halt Leute obsolet. Das wird noch … spannend. Amazon plant, so wird aktuell berichtet ([reuters.com, 23.1.2026](https://www.reuters.com/business/world-at-work/amazon-plans-thousands-more-corporate-job-cuts-next-week-sources-say-2026-01-22/)), in den USA demnächst Tausende Angestellte zu entlassen. Im Gespräch sind etwa Vierzehntausend. Sicher, es ist nur ein kleiner Teil der eineinhalb Millionen Amazon-Angestellten weltweit. Die Entlassenen sind aber nicht etwa Lieferfahrer oder Lagerhausrbeiter. Da wäre Fluktuation wohl relativ normal, abhängig von nationalen und saisonalen Faktoren. Die Entlassenen sind, so die Meldung, »corporate workers«, also Angestellte innerhalb der Amazon-Verwaltung, sprich: Büro-Arbeiter. Und von denen sind es etwa zehn Prozent. Eine ähnliche Zahl wurde schon im Oktober 2025 entlassen. Insgesamt sollen dreißigtausend Stellen in der Amazon-Verwaltung gestrichen werden, so die Berichte. Einfach so, ersatzlos. Mir fällt jener hämische deutsche Spruch ein: »Wir wissen nicht, wie wir ohne Sie auskommen könnten, aber ab dem nächsten Ersten wollen wir es versuchen.« Man liest, dass *ein* Faktor für die Entlassungen der zunehmende Einsatz »Künstlicher Intelligenz« sei. Der Hauptgrund seien aber angeblich »übliche« Restrukturierungen. Es ist tatsächlich gar nicht so einfach zu sagen, dass und ob ein Mensch seine Arbeitsstelle verliert, »weil er von KI ersetzt wurde«. *Noch* werden Menschen nicht einfach 1 zu 1 von Robotern ersetzt. (Wer aber heute relativ frisch im Berufsleben ist, sollte sich auf diese Möglichkeit einstellen.) Künstliche Intelligenz *ersetzt* heute nicht direkt Arbeiter, sondern *vervielfacht die Effizienz* einzelner entsprechend qualifizierter Arbeiter. Die Realität ist also *nicht*: Arbeiter X und Y werden durch KI ersetzt, nur Z darf zufällig bleiben. *Sondern*: Arbeiter Z wird durch KI hyper-effizient, wodurch die Arbeiter X und Y überflüssig werden. Lässt sich das in jedem Einzelfall direkt aufzeigen? Nein. Es ist aber auch wenig interessant, es ist mehr statistisch. Setze in einem Unternehmen auf kompetente Weise (!) künstliche Intelligenz ein, und du wirst bald weniger Leute für dieselbe Arbeit benötigen. Der Fakt ist, dass Amazon weiterhin gleich erfolgreich sein wird – mit wieder Zigtausend »corporate employees« weniger. Nehmen wir einmal an, dass dein Job heute zum größten Teil daraus besteht, Informationen auf dem Bildschirm zu verwalten. Und nehmen wir weiter an, dass dein Arbeitgeber tatsächlich im Markt operiert. Wenn beides der Fall ist, dann stelle dich darauf ein, dass du demnächst zu einer der beiden Gruppen gehörst. Ein Kollege wird *Superkräfte* entwickeln – und du wirst überflüssig werden, was sich früher oder später auf dein Angestelltenverhältnis auswirken wird. (Oder dein Arbeitgeber verschließt sich dem – dann wird er selbst überflüssig werden. Der Effekt wird für dich derselbe sein, nur etwas später.) Oder du bist es, der sich heute daran macht, entsprechende *Superkräfte* zu entwickeln. - [Industrielles Hinhalten](https://dushan.org/essays/industrielles-hinhalten/) Man will nicht, dass du die Hoffnung ganz aufgibst. Dann könntest du dir ja grundsätzliche Gedanken machen. Hättest ja nichts zu verlieren. Also hält man dir Strohhalme der Hoffnung hin. Nach der nächsten Wahl wird alles besser! Hab’ nur etwas Hoffnung! Ich las letztens eine Nachricht von der Art, die empfindsamen Menschen wie dir und mir etwas Hoffnung gibt. Und in der Woche davor las ich mindestens zwei solcher Nachrichten. Und in der Woche davor – ach, wenn ich es recht bedenke, lese ich schon seit Jahren Nachrichten, die mir immer wieder einen Funken Hoffnung geben. Eine deutsche Redensart spricht davon, dass Menschen ihre Hoffnung an einen Strohhalm klammern. Ein Strohhalm bricht schnell, doch wenn keine Wurzel und kein starker Ast in Reichweite sind, weder Rettungsring noch festes Seil, dann greift der Mensch eben nach dem sprichwörtlichen Strohhalm. Was sonst soll er auch tun? Und dann bricht der Strohhalm. Will es ein günstiger Zufall, dass just wenn der eine »Strohhalm der Hoffnung« zerbricht, die Nachrichten uns den nächsten Hoffnungsstrohhalm hinhalten? Und dann wieder, den nächsten? Jede Woche neu, über Jahre und nun bald Jahrzehnte hinweg? Oder werden wir hingehalten? Es scheint fast so, als würde eine professionelle Industrie uns unentwegt »Strohhalme« hinhalten, die Strohhalm-Hinhalte-Industrie. Man hält uns hin, indem man uns Strohhalme hinhält. Zum Beispiel. Ja, die aktuelle Regierung macht alles kaputt, aber nach der nächsten Wahl wird alles besser werden! Bestimmt! (Die Demokratie als »Hinhaltemaschine«? Ein Zyniker könnte sagen: Wenn Wahlen aber wirklich etwas zu ändern drohten, würde man mit Propaganda und schmutzigen parlamentarischen Tricks dafür sorgen, dass sie dies eben doch nicht tun.) Ich schrieb mal einen extra langen Essay über das Loslassen. Ich nannte ihn »Das Buch übers Loslassen von Dushan Wegner – Dushan Wegner«. Ich feierte darin das Loslassen. Es ist ja naheliegend: Meine Aufmerksamkeit, meine Kraft und meine Zeit auf Erden sind schmerzhaft endlich. Wenn ich greifen und festhalten will, was wirklich wichtig ist – ein anderer Weg führt ja nicht zum Glück –, dann sollte ich loslassen, was nicht wichtig ist. Loslassen, was nicht wichtig ist im Sinne von überlebenswichtig. Loslassen, was nicht wichtig ist im Sinne von sinngebend. Es könnte heute ein guter Vorsatz sein, die Hoffnung aufs Neue loszulassen, dass politisch etwas besser werden wird. Wäre ich ein böser Kerl, der die Menschheit hasst, der Stiftungen und NGOs finanziert, um die Macht des Bösen zu mehren und die Menschen unglücklich zu machen, würde ich zugleich heimlich immer etwas Hoffnung verbreiten. Hoffnung ist das Opium des Wahlvolks. Jaja, ich weiß: Einige von euch haben viel Zeit, Geld und Gefühl in die Hoffnung auf Veränderung investiert. Andere arbeiten vielleicht sogar selbst an einem Funktionärsposten in der Hoffnungsindustrie. Ihr werdet mir vielleicht sagen: »Wer kämpft, kann verlieren; doch wer nicht kämpft, der hat schon verloren.« Ich antworte: »Wer auf aussichtslosem Posten kämpft, der verliert ja nicht nur Zeit und Energie. Wer seine Hoffnung aufs Hoffnungslose setzt, der vergibt sich die Chance zu tun, was wirklich wichtig ist.« Nein, man will nicht, dass du die Hoffnung ganz aufgibst. Wenn du die Hoffnung auf »die Politik« endgültig loslassen solltest, könntest du ja womöglich den Aufstand wagen, hättest ja nichts zu verlieren. Also hält man dir Strohhalme der Hoffnung hin. Bei der nächsten Talkshow wird es fair zugehen. Nächsten Monat kommt die Politik zur Einsicht. Und wenn nicht: Der nächste Kanzler wird seine Versprechen halten, wird Grenzen dichtmachen und das Schuldenmachen beenden – versprochen! Diesmal stimmt es, und dann wird alles wieder gut – hab’ nur etwas Hoffnung! - [Wer entscheidet, was Wahrheit ist?](https://dushan.org/essays/wer-entscheidet-was-wahrheit-ist/) Es gibt ein Recht auf eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten. So sagt es die Propaganda. Das Verlogene daran: »Fakten« sind lediglich Interpretationen (also Meinungen), die von »Experten« für wahr erklärt werden. Und wer wählt die Experten aus?! Winston Churchill soll gesagt haben: »Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit dem durchschnittlichen Wähler.« Es ist ärgerlich, wie häufig mir dieser Tage dieses Bonmot in den Sinn kommt. Etwa im Kontext der leidigen »Meinung vs. Fakten«-Debatte. Ein bekannter Kampfslogan der totalitären neuen Staatsform »Unsere Demokratie« lautet: »Es gibt ein Recht auf eigene Meinung, aber kein Recht auf eigene Fakten.« Für den im Textverständnis ungeschulten Hörer (und damit für die Mehrheit in der *einstigen* Dichter-und-Denker-Nation) klingt das plausibel. *Fakten*, so meint der Unwissende zu wissen, das ist etwas ganz anderes als *Meinung*. *Fakten* sind *absolut*, so *meint* der Ahnungslose, wie die Fakten der Mathematik. Und dass es kein Recht auf eigene Mathematik gibt, das begreifst du spätestens beim nächsten Gespräch mit deinem Bankberater. *Theoretisch* sind Fakten solche Aussagen, deren Inhalt objektiv nachprüfbar ist. Und *Meinungen* sind *theoretisch* Aussagen, die auf individuelle Interpretation oder subjektive Überzeugung bauen. ## Klingt wie ein Fakt Das *praktische* Problem der Unterscheidung zwischen Fakten und Meinung hängt mit der Frage zusammen, wer die letzte Instanz sein soll, die das Ergebnis der *objektiven Prüfung* vorgeblicher Fakten bestätigt. Erstaunlich viele sogenannte Fakten beruhen auf Interpretationen oder willkürlichen Festlegungen. Die aktuelle *Arbeitslosenquote* klingt wie ein *Fakt*. Tatsächlich hängt die Zahl davon ab, wen man als arbeitssuchend *interpretiert*. Die *Inflationsrate* hängt davon ab, welche Güter in welcher Gewichtung in den mythischen »Warenkorb« aufgenommen werden. Manche Fakten haben erhebliche politische Konsequenzen, und doch ist ihre Faktizität eine von Experten umstrittene Interpretation. Im _Kriegsschuldartikel 231 des Versailler Vertrages_ ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensvertrag_von_Versailles)) werden Deutschland und seine Verbündeten für »alle Verluste und Schäden« haftbar gemacht. Daraus leiten manche Experten die *Alleinschuld* Deutschlands als Fakt ab – was andere Historiker wiederum bestreiten. (Mir ist nicht bekannt, welchen epistemischen Status historische Fakten haben, deren Fürwahrhalten qua Gesetz angeordnet wird.) ## Die Phänomene zu interpretieren Man solle, so wurde uns kürzlich befohlen, »der Wissenschaft glauben« und »auf die Experten hören«. Später stellte sich heraus, dass die sogenannten Experten nicht immer die Wahrheit sagten. Wenn es die Bestätigung durch »Experten« sein soll, die _Fakt_ und _Meinung_ voneinander abgrenzt, stehen wir vor einem ganzen Bukett pragmatisch-logischer Probleme. Experten _interpretieren_ die Wirklichkeit auch nur. Was Experten als Fakten darlegen, ist auch nur deren Meinung, wie die Phänomene zu interpretieren seien. Dem versuchen die Apologeten des Expertenglaubens zu entgegnen, es existiere ja ein _wissenschaftlicher Konsens_. Dieser habe wie absolute Wahrheit behandelt zu werden. Zweifler sind »Leugner« und sollen aus der Gesellschaft ausgestoßen werden, spätestens wenn sie es wagen, aus ihrem Zweifel persönliche Konsequenzen zu ziehen. »Die gesamte Republik« soll »mit dem Finger auf sie zeigen« ([spiegel.de, 7.12.2020](https://www.spiegel.de/politik/deutschland/impfpflicht-was-denn-sonst-a-2846adb0-a468-48a9-8397-ba50fbe08a68)). Sicher, es klingt zunächst rational, dass zumindest Laien den _Expertenkonsens_ wie _absolute Wahrheit_ behandeln sollen. Das ließe sich auch dann verteidigen, wenn man sich dessen bewusst ist, dass einst etwa der _Aderlass_, die _Lobotomie_ und der _Lichtäther_ als _Expertenkonsens_ galten. Das pragmatisch-logische Problem eines »Expertenkonsens« als ultimative Form des Faktenchecks ist heute das Verfahren, nach welchem ein Mensch zum _Experten_ erhoben wird. In politisch und dogmatisch aufgeladenen akademischen Gebieten wie _Klima_ oder _Soziologie_ wird gar nicht erst zum _Experten_ erhoben, wer von vornherein der geltenden Dogmatik widersprechen sollte. Ein Forscher, welcher der politisch gewünschten Deutung von Messdaten und sozialen Phänomenen widerspricht, wird nicht an staatliche Forschungsgelder gelangen. Und auch wenn er rein theoretisch arbeitet und sogar seine Vorträge gratis anbietet, wird man seine Veranstaltungen »canceln«. Was ist der _Expertenkonsens_ als »Faktensiegel« wert, wenn ohnehin nur der zum Experten erhoben wird, der dem existierenden _Konsens_ zustimmt? Wir haben es hier mit jener philosophischen Frage zu tun, die im Gedankenexperiment vom »Schalter im Kopf« illustriert wird. (Siehe dazu: [»Was macht einen Experten zu einem solchen?«](https://dushan.org/essays/wissenschaft-hat-festgestellt/)) ## Irgendwo irgendwann Die These, es gebe kein »Recht auf eigene Fakten«, wurde nicht irgendwo irgendwann am Rande dahergesagt. Sie scheint vielmehr eine zentrale Säule in der Propaganda der totalitären »Unsere Demokratie«-Idee zu sein. Ein Beispiel: 2024 fuhr das ZDF eine Propagandakampagne, die auf selbstentlarvende Weise darlegte, was der deutsche Staatsfunk unter »unabhängigem Journalismus« versteht. Die [mit vielen Orden behängte](https://dushan.org/essays/journalismus-mit-haltung/) _Dunja Hayali_ wurde im Rahmen dieser Kampagne mit einer Variante jenes Kampfslogans zitiert: > Jeder kann eine eigene Meinung haben. Nicht aber eigene Fakten. > > – Dunja Hayali, via [facebook.com, 26.3.2024](https://www.facebook.com/DunjaHayali/posts/jeder-kann-eine-eigene-meinung-haben-nicht-aber-eigene-faktenmeine-leitsatz-jetz/967987418032159/) In den Kommentaren werden der Ordenbehängten dann auch gleich Fälle entgegengehalten, in denen Politik und Staatsfunk mit sehr eigenwilligen Deutungen der Faktenlage operierten. Etwa mit Merkels Chemnitzlüge (siehe [»Berliner Inquisition, Maaßen und die Scheiterhaufen des Wahrheitssystems«](https://dushan.org/essays/maassen-und-berliner-inquisition/)). Auch Frau Hayali lässt zunächst offen, wer es denn genau ist, der entscheidet, was persönliche Meinung und was vermeintlich absolute Fakten sind. Indem sie es aber offen lässt, impliziert sie, dass der Status absoluter Faktizität von jenen bestimmt wird, denen es gelingt, mit Politik und Milliarden an Zwangsgebühren im Rücken genug psychologischen Druck aufzubauen – auch »Autorität« genannt. Damit aber wären wir wieder bei jenem 5-Minuten-Gespräch mit dem durchschnittlichen Wähler. ## Sagen wir: wie Wahrheit Ob es Dunja Hayali, Daniel Günther oder eine der vielen anderen vom Bürger unfreiwillig finanzierten Autoritäten im »besten Deutschland aller Zeiten« ist: Immer wenn diese darauf zu pochen scheint, dass es kein Recht auf die Verbreitung falscher Fakten geben sollte, versäumt sie anzugeben, wer genau als letzte Instanz der Faktizität auftreten soll. Das Zitat von Churchill wird diesem übrigens bloß zugeschrieben. So sagen es zumindest die Experten der _International Churchill Society_ ([winstonchurchill.org, 09.06.2013](https://winstonchurchill.org/publications/finest-hour/finest-hour-141/red-herrings-famous-quotes-churchill-never-said/)). In der eigentlichen Aussage jenes Bonmots aber klingt etwas, das sich nach meiner _Meinung_ definitiv wie ein _Fakt_ anfühlt; oder sagen wir: wie _Wahrheit_. Wenn Politik und Propaganda sich zum Richter über Sprache und Gedanken erheben, wenn Journalisten mal eben _Gott spielen_ und festlegen wollen, was als absolut wahr zu gelten hat, dann müssten _eigentlich_ bei Millionen von Bürgern die berühmten Alarmglocken schrillen. Doch die Glocken schrillen _nicht_ – und genau das lässt in _meinem_ Kopf jene sprichwörtlichen Alarmglocken schrillen. ## Eine hirnzermürbende Angelegenheit Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit dem durchschnittlichen Wähler, sagte Winston Churchill nicht. Und doch fühlt es sich sehr wahr an. Wer auch immer es _wirklich_ gesagt hat, er scheint mir ein wahrer _Experte_ gewesen zu sein. Welches Argument ließe sich aber machen, wenn man sich fünf Minuten mit einem durchschnittlichen Konsumenten von _Tagesschau_ oder _Heute_ unterhält? 1936 sagte Winston Churchill (und das sagte er wirklich): »Wir betreten eine Zeit der Konsequenzen.« (Wörtlich: »We are entering a period of consequences«.) Eine fünfminütige Unterhaltung mit einem durchschnittlichen deutschen Staatsfunkzuschauer ist eine quälende, hirnzermürbende Angelegenheit. Dies allerdings ist die Ära, in der wir die _Konsequenzen_ erleben. Die Konsequenzen daraus, dass eine Mehrheit der Bürger sich von der Propaganda sagen lässt, was _Fakten_ sind (und dazu, welche _Meinung_ akzeptabel ist und welche »rechts«, also verboten). Du hättest kein Recht, so sagt die Propaganda, selbst herauszufinden, was die Fakten sind. Es ist eine perfide Lüge. Wenn es »Experten« sind, die so etwas sagen (zum Beispiel »Ethiker«, also »Moral-Experten«), dann könnte der denkende Bürger versucht sein, sie _Lügner_ zu nennen. Die »offiziellen« Fakten stellten sich zu häufig als das Gegenteil von Fakten heraus. Du hast nicht nur das _Recht_ auf eigene Fakten – du hast sogar die _Pflicht_, selbst nach _Fakten_ und _Wahrheit_ zu suchen. - [Werden wir Grönland vermissen?](https://dushan.org/essays/groenland/) Trump will Grönland den USA einverleiben. Geht es »nur« um einen Flecken Erde, der ohnehin (derzeit noch) kaum genutzt wird? Nein, natürlich nicht: Es geht um den Schmerz, weil Trumps Pläne uns spüren lassen, wie schwach Europa inzwischen ist. Wie ist es _ethisch_ zu bewerten, dass Donald Trump dieser Tage die Einverleibung Grönlands in die USA ankündigt? Nun, wie auch in der Juristerei gilt in der Ethik: Es kommt darauf an! Ob wir eine Handlung _gut_ oder _böse_ nennen, hängt davon ab, welche Strukturen dabei verändert werden, ob diese Veränderung eine Stärkung oder eine Schwächung darstellt – und welche der veränderten _[Strukturen wir als »relevant« empfinden](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)_. Welche Strukturen würden also _wirklich_ durch eine amerikanische Annexion Grönlands berührt – und wie _relevant_ sind diese _wirklich_? ## Für die Sicherheit Seit nun einem Jahr spricht US-Präsident Trump öffentlich davon, Grönland zu einem Teil der USA zu machen. Zuletzt wurde Trump maximal deutlich. Er wolle die Grönländer und Dänemark finanziell motivieren – oder militärisch. (Siehe [foxnews.com, 16.1.2026](https://www.foxnews.com/opinion/trump-knows-good-real-estate-he-knows-greenlands-value-national-security) und [viele andere Quellen](https://en.wikipedia.org/wiki/Greenland_crisis#References).) Trumps Motivation erscheint auf den ersten Blick recht transparent: Zu Grönlands Bodenschätzen zählen die in KI-Zeiten so wichtigen Mineralien (»seltene Erden«). Und Grönland liegt geografisch ohnehin näher an den USA als an Europa. Damit wäre Grönland für die Sicherheit der USA relevanter als für die Dänemarks oder Europas. Ist die Angelegenheit aber wirklich so »einfach«? Jein. ## Ohne Widerstand ausbaubar Gegen die These von der militärischen Motivation spricht, dass die USA bereits über volle Militärkontrolle und Militärbasen auf Grönland verfügen. Mit der _Pituffik Space Base_ ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Pituffik_Space_Base)) verfügen die USA sogar über eine _Weltraumstation_, sprich: eine Basis zur Überwachung von Raketenstarts und Weltraumaktivitäten. Warum also sollten sie viel Geld investieren, wenn sie Grönland ohnehin kontrollieren? Gegen die These von Mineralien als Motivation spricht, dass auf Grönland derzeit schlicht die Infrastruktur fehlt, diese Schätze auch zu heben. Die Einrichtung würde mindestens 10 Jahre dauern. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Doch selbst _wenn_ die USA erhöhtes Interesse an den Mineralien in Grönlands Boden hätten, sind doch gerade die USA dafür bekannt, Rohstoffe in »befreundeten« Ländern weltweit zu fördern, ohne die Länder selbst zu besitzen. Starke Militärbasen, wie auf Grönland ja vorhanden und ohne Widerstand ausbaubar, genügen. (Trump selbst wirkt widersprüchlich in der Frage, ob ihn die Bodenschätze zur Grönland-Annexion motivieren. Es wirkt, als würde er da bewusst eine rhetorische Nebelwand produzieren.) ## Relativ effektiv abgebremst Da die »üblichen« Motivationen nicht vollständig überzeugen, kursieren verschiedene »alternative« Deutungen. Trump selbst befeuert die Spekulation, seine Motivation sei verletzter Stolz, weil ihm nicht der Friedens-Nobelpreis verliehen wurde, also lasse er seine Wut auf Norwegen an Dänemark aus ([foxnews.com, 19.1.2026](https://www.foxnews.com/politics/trump-warns-us-can-no-longer-think-purely-peace-he-pushes-greenland-control)). Andere, zum Beispiel [@UlrichVosgerau, 19.1.2026](https://x.com/UlrichVosgerau/status/2013274680715526371), vermuten, dass Dänemark in der Deutung der USA in 20 bis 30 Jahren mehrheitlich muslimisch sein wird und man kein bewaffnetes islamisches oder sogar islamistisches Land an der Hausschwelle haben will. Gegen diese These spricht, dass gerade Dänemark nicht nur den Migrationswahnsinn relativ effektiv abgebremst hat und der Anteil von Muslimen gerade in Dänemark zu gering ist, um absehbar mehrheitlich muslimisch zu werden. Besonders schillernd aber sind die Reaktionen aus Russland. Je näher die Kommentatoren philosophisch am Kreml sind, desto positiver sehen sie die Pläne zur Grönland-Annexion (siehe etwa [Reuters via Yahoo News, 19.1.2026](https://ca.news.yahoo.com/russia-gleeful-trump-europe-split-153619206.html?guccounter=1&guce_referrer=aHR0cHM6Ly9jbGF1ZGUuYWkv&guce_referrer_sig=AQAAAAKJwuYca9tb7y3hQ459THunT7SLc-KjaK0UbcAn8rMoRCoiHepaZ5NuvvWsMjpKhgA8BktAwhugH1Owd47HkfaCmcnQsHjRQcZakuDfRMEamE2qE2lQd3hfvrgf2eRy5xZaJ4EzsfDwR8yrOYMQmHQuIgGG7IA4rXnMg9yJ0nUN)). Es wäre kindisch, im reflexhaften Stil linker Nichtdenker zu polemisieren, dass Russland sich »natürlich« freuen wird, Trump von Putin gekauft sei und Grönland sofort weiter an Russland verscherbeln würde. Solche simplen Russland-Verschwörungen gehen davon aus, dass der US-Präsident vollständig allein entscheiden kann – oder der _gesamte_ US-Apparat von Putin bestochen sei. Doch Trumps Motivation (präziser: die kollektive Motivation seines inneren Kreises) und die fröhliche Stimmung des Kremls könnte tatsächlich ihre Ursache in derselben Tatsache haben. Damit aber wären wir bei _meiner_ diesbezüglichen »Theorie«. ## Zur blanken Bosheit Die USA haben seit über einem Jahrhundert ein begieriges Auge auf Grönland geworfen. Warum also will (und wird) Trump nun Grönland _heute_ annektieren? Die Antwort ist dieselbe wie auf die Frage, warum der Hund sich die Eier leckt: Weil er es kann. Europa als EU-Besatzungszone ist mindestens moralisch und militärisch _schwach_. Letzte Woche entsandte die Bundeswehr stolze 15 Soldaten nach Grönland, auf »Erkundungsmission«. Wollte man Stärke demonstrieren gegenüber den USA? Mit 15 Soldaten? Es wirkt kindisch, traurig, symptomatisch. Und als sei die Selbstdemütigung nicht elend genug, reiste man nach zwei Tagen hektisch wieder ab. Vielleicht weil Trump mit Strafzöllen gegenüber der EU gedroht hatte ([tagesspiegel.de, 19.1.2026](https://www.tagesspiegel.de/politik/reaktion-auf-trumps-zolldrohung-bundeswehr-holt-15-soldaten-nach-nur-zwei-tagen-aus-gronland-zuruck-15150827.html)). Seit Jahren erleben wir in der deutschen und europäischen Politik das schräge Phänomen, dass _jede_ politische Handlung der Schwächung Deutschlands und Europas dient. 2021 fragte ich rhetorisch, ob die Politik [»wirklich so ›naiv‹«](https://dushan.org/essays/etwas-naiv/) sei. Jede größere politische Anstrengung von Deindustrialisierung bis zur Masseneinwanderung hat den Effekt, Deutschland und Europa zu schwächen. (Und dafür ist es unerheblich, ob die Verantwortlichen das wirklich so »wollen«. [»Sind die dumm oder böse? Macht es überhaupt einen Unterschied?«](https://dushan.org/essays/dummheit-und-bosheit/), so fragte ich 2018. Nein, es macht keinen Unterschied. Wenn die Ergebnisse von Dummheit aber offenbar werden und man dennoch weitermacht, wird die fortgesetzte Dummheit ohnehin zur blanken Bosheit.) In Europa schwebt das öffentliche Denken in Sphären, die für den Rest der Welt – und für den Rest der Menschheitsgeschichte – in pathologischem Grad realitätsfremd wirken. Wie Sektierer, die das anstehende Weltende erwarten und also ihre Existenz aufgeben, deindustrialisiert Deutschlands Politik das eigene Land. Die Länder Europas zerstören ihre eigenen Gesellschaften und dämonisieren die eigene Identität. Es war ein Kuriosum, als es kürzlich plötzlich »Grönland den Grönländern« hieß. Für die gleiche Forderung, nur mit Deutschland oder Engländern, stünde dir in Deutschland oder Großbritannien noch am selben Tag die Polizei ins Haus. ## Nicht nur heimlich Trump kann Grönland als den 51. Staat der USA annektieren, weil Europa schwach ist. (Neben allen praktischen Vorteilen würde es Trumps _Stärke_ demonstrieren – ein Plus für die anstehenden Midterm-Wahlen oder Trumps potenzielle _vierte_ Wiederwahl für seine _dritte_ Amtszeit. I said what I said.) Die primäre Frage scheint mir nicht zu sein, ob die Staaten Europas sich militärisch gegen die USA behaupten könnten, selbst wenn sie sich nicht militärisch und finanziell in der Ukraine verausgabt hätten. Die Frage ist, ob sich irgendwer _moralisch_ an Europas Seite stellen würde. Die Antwort darauf scheint recht klar: Nein. Im Gegenteil. Europa ist heute der nervige, dümmliche Moralapostel, über dessen Abreibung der gesamte Schulhof lacht – nicht nur heimlich. Putin und der Kreml würden sich über die Annexion Grönlands freuen, weil es die Schwäche Europas dokumentieren würde. Europas Propagandisten würden gezwungen sein, sich argumentativ in Brezelform zu biegen, um Trumps Handlungen irgendwie noch zu rechtfertigen. Der Kreml aber hätte moralisch freie Hand nicht nur für die Krim – auch für Krim 2.0 und Krim 3.0, wo auch immer die liegen werden. ## Also wäre es zu begrüßen Mir fällt spontan nur _eine_ betroffene Struktur ein, deren Veränderung Europäer dazu bringen könnte, die Annexion Grönlands für _wünschenswert_ und _moralisch gut_ zu halten. Ich erwähnte diese Idee in den Essays [»Jetzt noch schneller«](https://dushan.org/essays/jetzt-noch-schneller/) (2025) und [»Frankreich, jetzt noch schneller«](https://dushan.org/essays/frankreich-schneller/) (2024). Die Idee heißt auf Neudeutsch _Akzelerationismus_ ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Akzelerationismus)). Unter den Superreichen (und unter den _Marxisten_, was einander absurderweise nicht ausschließt) geistert seit Jahrzehnten und Jahrhunderten die Idee herum, dass der totale Kollaps der (westlichen) Zivilisation unausweichlich sei – und es sich also empfiehlt, diesen Kollaps zu _beschleunigen_ (»to accelerate«), um früher und kontrolliert neu beginnen zu können. Der plausibelste Kontext, innerhalb dessen wir als Europäer die Annexion Grönlands begrüßen können, scheint mir zu sein, dass damit die Schwäche Europas vor der Welt dokumentiert würde, womit der politische Kollaps des latent diktatorischen, selbstzerstörerischen Systems »EU« vorangetrieben würde, woraufhin ein Neuanfang erfolgen könnte. ## Als beim letzten Mal »Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende«, so mag sich mancher denken, wenn er an die EU denkt. Vertut euch aber nicht: Als Europa nach dem Zweiten Weltkrieg neu aufgebaut wurde, waren es nicht »nur« Europäer, die den neuen Kontinent politisch und wirtschaftlich bestimmten. Es gab »auch« Einfluss aus Übersee (um es euphemistisch zu sagen). Wenn Trump nun Europas selbstverschuldete Schwäche vorführt und Europas Kollaps beschleunigt, _wird_ es gewiss einen Neubeginn geben. Europas Äcker, mildes Klima und die Reste an Bildungstradition sind zu wertvoll, um den Kontinent brachliegen und zur Dritten Welt verkommen zu lassen. Doch Europas Bürger werden beim nächsten Neubeginn _noch_ weniger Einfluss haben als beim letzten Mal. Und schon im Verlauf des Kollaps werden wir feststellen, dass unsere ins Suizidale reichende Empathie grausam einseitig war – von uns an die Welt, ohne Gegenliebe. ## Ob Europa es gut findet Eine Stimme in den Hinterzimmern meines Denkens raunt mir zu, dass all dies, was ich hier beschreibe, tatsächlich längst passiert ist bzw. durchgeführt wird. Die Annexion Grönlands würde demnach nicht der Auslöser der Beschleunigung sein, sondern ein nachlaufendes Symptom. Wenn das aber wahr ist, ist das hier Beschriebene womöglich auch dann wahr, ob Trump wieder einmal seine Meinung ändert und sich Grönland doch nicht einverleibt. Es interessiert den Rest der Welt wenig, ob Deutschland sich Plastikstrohhalme verbietet oder seine Energieversorgung abschaltet. Es interessiert die Welt wenig, wie Europa es findet, dass ihm mal eben Grönland weggenommen wird. Europas Befindlichkeit interessiert den Rest der Welt täglich weniger. Du und ich aber, als Individuen in Europa, wir sollten uns dringend darüber klar werden, was es eigentlich ist, das _uns_ interessiert. (Zählt das eigene Überleben eigentlich noch zu unseren [»relevanten Strukturen«](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)?) - [Epistemischer Solipsismus](https://dushan.org/essays/empirischer-solipsismus/) Die Leute haben alte Werte aufgegeben, im Name des »Individualismus«. Die Realität ist aber: Niemand ist leichter zu verführen (und damit weniger frei) als jemand, der sich für allzu klug hält. Dummköpfe in Fesseln, die sich für klug und frei halten. Eine Frau beschwert sich im Smalltalk auf einer Party: »Ich habe von diesem _Solipsismus_ gehört. Faszinierend! Leider kann ich niemanden davon überzeugen, wie vielen Leuten ich davon auch erzähle.« Dieser _Solipsismus_ ist eine philosophische Idee. Das lateinische Wort _solus_ bedeutet _allein_, und _ipse_ bedeutet _selbst_. Wenn man das gedachte Verb einsetzt, das _sein_ bedeutet. Also: _esse_. Hier gebeugt als: _sum_. Wir kennen _sum_ aus »Cogito ergo sum«, und das bedeutet: »Ich denke, also bin ich.« (Ja, auch mich inspirieren manche unserer Zeitgenossen zum Versuch der _Negation_ dieses Satzes, also: »Ich denke nicht, also bin ich nicht.«) »Solus ipse sum« würde also etwa bedeuten: »Nur ich selbst existiere.« Der _Solipsismus_ ist jenes philosophische Denkexperiment, wonach nur mein eigenes Bewusstsein gewiss ist. Alles andere – inklusive all meiner Mitmenschen und der Interaktionen mit diesen – ist für mich nicht von einer Projektion oder einem Traum zu unterscheiden. Ein verwandtes philosophisches Konzept ist die _Simulationstheorie_. Die geht davon aus, dass eine Außenwelt _existiert_, für unseren Geist aber eine andere Wahrnehmung _simuliert_ wird. Die populärste Ausgestaltung der Simulationstheorie ist der Film _Matrix_ (Wachowski-Geschwister, 1999). Der berühmteste Vorläufer ist natürlich der _Täuschergott_ in den _Meditationes de prima philosophia_ (René Descartes, 1641). Laut Solipsismus kann die Existenz einer Außenwelt nicht bewiesen werden – nicht einmal einer, die sich grundlegend von unserer Wahrnehmung unterscheidet. Also ist _eine_ mögliche rationale Reaktion, davon auszugehen, dass keine Außenwelt existiert. (Wenn ein Gegenstand genauso gut existieren wie nicht existieren kann, ist die Behauptung seiner Existenz ein Glaubenssatz, keine unmittelbar und universell gerechtfertigte Erkenntnis.) Jene Anekdote von der frischgebackenen Solipsistin bezieht ihren Witz aus einer grundlegenden praktischen Absurdität: Warum argumentiert die Dame für den Solipsismus gegenüber Leuten, die nur in ihrer Einbildung existieren? Ja, das Ansinnen, die _eingebildeten_ Mitmenschen davon zu überzeugen, dass sie eingebildet sind, ist absurd. Und doch könnte die Dame aus der Anekdote heute auf gewisse Weise erfolgreich gewesen sein. Lasst mich erklären! ## Stets redlich bemüht Ich musste an jenen alten philosophischen Scherz denken, als ich dieser Tage die politischen Debatten in den USA und Europa betrachtete – stets redlich bemüht, am Wahnsinn unserer Zeit nicht selbst wahnsinnig zu werden. Es ist eine Krankheit im Denken unserer Zeit, ein schwerer funktionaler Fehler, wenn Menschen meinen, ein Sachverhalt oder ein moralischer Wert sei dadurch ausreichend gerechtfertigt, dass sie es sind, die ihn für _wahr_ oder für _gut_ halten. Es ist das quasi-offizielle erkenntnistheoretische Modell des *Individualismus*. Ich nenne diese Haltung den _epistemischen Solipsismus_. ## Also bin ich gerechtfertigt »Epistemisch« bedeutet: die Erkenntnis betreffend. Epistemischer Solipsismus sagt: »Ich halte es für wahr, also ist es wahr.« Ja, der epistemische Solipsismus unserer Zeit ist _radikal_, und er geht noch weiter, wenn er aktiv _Emotion_ als Rechtfertigung einsetzt: »Es fühlt sich gut an, das für wahr zu halten, also bin ich gerechtfertigt, es für wahr zu halten.« Während eine solche Rechtfertigung der Wahrheit durchaus etwa im Religiösen ihren Platz hat (aber besser nicht als *einzige* Rechtfertigung), kann der epistemische Solipsismus in Wirtschaft, Wissenschaft oder Politik zu verheerenden Konsequenzen führen. ## Massenweise überzeugt »Ich denke, also bin ich«, sagt Descartes. »Es fühlt sich gut an, das für wahr zu halten, also ist es wahr«, sagt der epistemische Solipsismus. »Warum kann ich niemanden davon überzeugen, dass er lediglich in meiner Einbildung existiert?«, fragt die Dame im philosophischen Scherz. Nun, wenn _epistemischer Solipsismus_ die Überzeugung ist, dass eine Annahme oder ein moralischer Wert dadurch ausreichend gerechtfertigt sind, dass ich diese Annahme für wahr halte oder den Wert so empfinde, dann wurden Menschen heute tatsächlich _massenweise_ davon überzeugt, dass zumindest der _epistemische_ Solipsismus valide ist. ## Wäre es nicht so fatal Niemand ist leichter zu betrügen, so wissen wir, als einer, der sich für schlauer hält. (Oder einer, der die Regel nicht verinnerlicht hat: Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es wahrscheinlich nicht wahr.) Ähnlich gilt: Niemand ist weniger selbstbestimmt, als einer, der meint, völlig selbstbestimmt zu sein. Es ist im besten, bösesten Interesse der Propagandisten, Marketing-Psychologen und sonstigen Manipulatoren, dass die Massen allesamt _epistemische Solipsisten_ sind. Listet im Kopf die großen, folgenreichen Fehler der letzten Jahrzehnte. Was haben sie gemeinsam? Ob Klimalüge, offene Grenzen, Ausstieg aus Atomkraft oder Aufgabe freiheitlicher Demokratie zugunsten der totalitären Staatsform »Unsere Demokratie«: Das _aktive Staatsversagen_ setzt stets auf eine Mehrheit _epistemischer Solipsisten_, die via psychologischer Manipulation davon überzeugt wurden, dass jeder von ihnen _selbst und zufällig_ zu genau der Erkenntnis gelangt ist, die von der Propaganda für den Tag gewünscht wird. Wäre es nicht so fatal, wäre es geradezu amüsant: Epistemische Solipsisten werden sich im Gleichschritt heute für die mRNA-Injektion stark machen, morgen für das Verschieben von Milliarden Euro in ein bekannterweise korruptes Land, übermorgen für das Verbot der Opposition zur Rettung der Demokratie – und jedes einzelne Mal werden sie meinen, sie seien wirklich _allein und selbst_ zu dieser Meinung gelangt. ## Auch die Feinde jenes Systems Das einzige Rezept für epistemische Solipsisten gegen totale Manipulation ist der bewusste Bezug auf bewährte Denk- und Wertsysteme. Für das Denken empfehlen sich die alten Regeln der Logik (etwa dass eine Aussage nicht wahr und unwahr zugleich sein kann). Für die Werte empfiehlt sich das _einzige_ System, das über die Jahrtausende funktionierte, indem es das Leben – auch das _innere_ Leben der Individuen – besser machte. (Auch die Feinde jenes Systems wollen weiter _in_ und _von_ diesem System leben.) ## Für alle Unglücklichen Wer seine eigene Erkenntnis für das Maß aller Erkenntnis hält, wer sich auf keine alten Werte und Traditionen als Plan und Prüfstein berufen will, ist als Individuum zunächst »nur« ein lästiger, bedauernswerter Narzisst. Gelangt der epistemische Narzisst aber an Macht – ob über einen Staat (ob durch Funktion oder indirekt durch Wahlstimme) oder »nur« über einen Haushalt –, dann ist er eine Gefahr für alle Unglücklichen in seinem Einflussbereich. »Ich habe von diesem _Solipsismus_ gehört. Faszinierend«, so sagt die Frau auf der Party, »leider kann ich niemanden davon überzeugen, wie vielen Leuten ich davon auch erzähle.« ## Dies die beste Welt? Ich will den Solipsisten, Narzissten und alltäglichen Psychopathen um uns herum zurufen: Ihr seid überzeugt, dass die Welt aus euren Gedanken entsteht, dass eure Gefühle bestimmen, was die Realität ist – und _dies_ ist die beste Welt, die ihr euch denken könnt? Was für armselige Gedanken ihr doch pflegt! Was für sadistische, masochistische Ideen euer ungepflegter Geist gebiert. Wenn ich Solipsist wäre, ich würde mir eine so viel angenehmere Welt ausdenken. Ja, vielleicht sollte ich Solipsist sein. Es wäre angenehmer für alle. Ich muss nur genug Menschen davon überzeugen, dass sie bloß in meiner Einbildung existieren. Dann werden die Menschen auch bestimmt alle gleich klüger sein. Höflicher und hübscher sowieso. - [Was sie wirklich mit »Anti-Rassismus« meinen](https://dushan.org/essays/was-sie-wirklich-mit-anti-rassismus-meinen/) Der Kampf gegen vermeintlichen »Rassismus« ergibt erstaunlich wenig Sinn, wird er doch da geführt, wo man am wenigsten rassistisch ist – im Westen. Bis man versteht, dass es ein Kampf gegen Tradition, Werte und Erbe ist. Es passiert von Zeit zu Zeit, dass die Propaganda etwas sagt, das wie grammatisch und syntaktisch richtige Sprache klingt, und doch tut sich dein Gehirn schwer, den Inhalt zu _verstehen_. Das könnte daran liegen, dass die Propaganda etwas fordert oder behauptet, was schlicht _unmöglich_ oder _gefährlich unscharf_ ist. (Etwa: »Wir schaffen das.«) Oder wenn die Propaganda versucht, Begriffe aufzulösen oder umzudeuten. (Etwa wenn sie Männer in Frauenkleidern qua Gesetz zu Frauen erklärt.) Manchmal aber schlägt unser _Bullshit-Sensor_ an, weil wir spüren, dass zwar ein bestimmtes Wort verwendet wird und auch halbwegs sinnvoll sein könnte, in Wahrheit aber ein ganz anderes Konzept gemeint ist. So geht es mir bisweilen mit dem Wort »Rassismus«. ## Gänzlich losgelöst Wenn Presse und Politik des Propagandastaates von _Rassismus_ reden – und extra laut vom _Kampf gegen Rassismus_ – was meinen sie _wirklich_? _Eigentlich_ bedeutete _Rassismus_ mal, einen Menschen aufgrund seiner Hautfarbe zu be- und verurteilen. Im Kontext der quasi-religiösen _Critical Race Theory_ sollte _Rassismus_ erweitert und umdefiniert werden. Es sollte nur noch _Rassismus_ sein, wenn ein _Vorurteil_ mit _Macht_ verbunden wurde. In der Denkweise vieler Linker ist _Rassismus_ also gänzlich von »Rasse« losgelöst. Zu den Absurditäten der neuen Rassismus-Erklärung gehört, dass es _nicht_ Rassismus sein soll, wenn zehn arabische Schüler eine weiße Schülerin aufgrund ihrer Ethnie quälen. In neu-linker Definition sind Weiße _immer_ in einer »Machtposition«, unabhängig von der konkreten Situation. Dagegen kann es »Rassismus« sein, wenn ein afrikanischer Ex-Muslim den Glauben eines europäischen Islam-Konvertiten kritisiert, da Kritik am Islam nur aus »Vorurteilen« motiviert sein kann. ## Macht und Vorurteil Der _Rassismus_-Vorwurf zählte lange Zeit zu den wirksamsten Attacken im politisch-rhetorischen Arsenal westlicher Propagandastaaten. (Und _nur_ dort! Im Rest der Welt – und der Menschheitsgeschichte – würde man für die Verwendung von »Rassismus« als Vorwurf schlicht ausgelacht.) Weil aber _Rassismus_ als Begriff nichts mehr mit »Rasse« zu tun haben soll, sondern mit potenziell ätherischen Konzepten wie _Macht_ und _Vorurteil_, braucht es Institutionen, die festlegen, welche Phänomene denn überhaupt als Macht beziehungsweise als Vorurteil gelten sollen. Praktischerweise erledigen das dieselben Akademiker und sonstigen Propagandisten, die auch _Rassismus_ neu definieren. Damit aber erzielen sie selbst eine Machtposition in der Gesellschaft – zumindest solange die Leute sich vor dem Rassismus-Vorwurf fürchten. ## Bedrängt und benachteiligt Die neue Definition von _Rassismus_ fand ein Vakuum vor, eine weitgehende Abwesenheit tatsächlichen Rassismus’ in der westlichen Gesellschaft – solange diese mehrheitlich _weiß_ war (und mit _weiß_ meinen wir _und_ die: _westlich geprägt_). Mit den Einwanderungswellen des frühen 21. Jahrhunderts kehrte allerdings auch _echter_ Rassismus in den Westen ein, in die Schulen, Behörden, Redaktionen: der Hass auf Weiße und auf weiße Kultur durch Nicht-Weiße. Die Propaganda besteht aber darauf, dass importierter Rassismus gegen die Gastgeber kein Rassismus sei. Es sei unerheblich, dass Weiße aufgrund ihrer Hautfarbe und Kultur gehasst, bedrängt und benachteiligt werden, denn nach akademischer Definition _existiert_ ja kein anti-weißer Rassismus. ## Zur Entscheidung gezwungen Teile der linken Akademia scheinen mental unentwegt mit »Anti-Rassismus« beschäftigt zu sein. Hört man aber genauer hin, hört es sich an wie offener _Hass auf Weiße_. Und _Weiße_ stehen in deren Lingo stellvertretend für _Westen_, _westliche Kultur_ und _moderne Zivilisation_. Wir kennen es, wenn das Geschwätz der Propaganda sich merkwürdig schräg anhört, weil _etwas nicht stimmt_. Das Reden von _Rassismus_ und _Anti-Rassismus_ ist ein solcher Fall – weil da ein Wort aktiv und bösartig _falsch_ verwendet wird. Die Propaganda sagt, dass der Staat gegen _Rassismus_ kämpft, doch das ergibt erst dann einen Sinn, wenn man »Rassismus« ersetzt, und zwar durch »Kultur, Erbe und Tradition«. Der vorgebliche Kampf gegen Rassismus ist _tatsächlich_ ein Kampf gegen Tradition, Kultur und Erbe – und damit ein Kampf für die _Auslöschung_ des Westens. Dies sind die Zeiten, dies ist die Entscheidung, in die du gezwungen wirst: Entweder du lebst damit, heute als »Rassist« beschimpft zu werden. Oder dein Gewissen wird dich eines Tages damit quälen, dass du verraten und verloren hast, was deine Väter dir vererbten. - [Wer argumentiert, hat verloren](https://dushan.org/essays/ebenenwechsel/) Wir lernten, dass Worte und Sätze etwas bedeuten und bewirken. Das ist edel, aber veraltet. Sprache bedeutet nichts mehr. Politik und Propaganda reden offensichtlich Unwahres – und wer auf Realitätssinn besteht, gilt als der Böse. Fürwahr eine neue Zeit! Es ist nicht *nur* frustrierend. Es ist nicht *nur* angsteinflößend. Ob es aber überhaupt eine *Krise* ist, hängt davon ab, wen du als den *Kranken* und was als die *Krankheit* deutest. (Die *Krise* ist der *entscheidende* Punkt im Verlauf einer Krankheit.) Dies ist nicht einmal ein Umbruch (und »nur« würde nicht funktionieren). Dies ist nicht eine Revolution. Sprich: nicht *nur* ein Richtungswechsel. Dies ist ein Ebenenwechsel, eine neue Plattform, ein anderes Spiel. ## Nicht hysterisch genug Als wir in den Schulen die Kunst des Lesens und Schreibens lernten, lernten wir noch etwas anderes, auf einer Art *pragmatischer Meta-Ebene*. Wir lernten *erstens*, dass und wie Wörter und Sätze etwas *bedeuten*. Und wir lernten *zweitens*, dass Wörter und Sätze etwas in der Welt *bewirken* können. *Bedeutung* ist die Verknüpfung eines Wortes mit den Gegenständen ebendieser Bedeutung. *Wirkung* ist die Kausalität zwischen Sprechakten wie »Ja, ich will« oder »Ich kaufe das« und den realweltlichen Konsequenzen. All dieses Wissen über Worte, Bedeutung und Wirkung aber wird in diesen Tagen (und eigentlich: Jahren) *plötzlich nutzlos*. Als ich 2024 über das »Selbstbestimmungsgesetz« schrieb, war der Titel des Essays ein Aufruf: [»Verlasst Deutschland!«](https://dushan.org/essays/verlasst-deutschland/) Jenes absurde Gesetz bestimmte unter anderem, dass kriminelle Männer, die zu Haftstrafen verurteilt werden, sich kurzerhand zu »Frauen« erklären können. Dann werden sie ins Frauengefängnis gesperrt und die ganze Maßnahme wird, äh, interessanter. (Siehe in diesen Kontexten auch die Essays [»Sven ist jetzt Marla Svenja«](https://dushan.org/essays/sven-ist-jetzt-marla-svenja/) und [»Lucy, ich und unser Eskimo-Baby«](https://dushan.org/essays/lucy-ich-und-unser-eskimo-baby/).) Leider, leider, leider behielt ich mit der zunächst *hysterisch* klingenden Argumentation für das Verlassen von Deutschland recht. Ach, ich war womöglich *nicht hysterisch genug*. ## Ihr letzter, wichtigster Befehl Demokratie und Rechtsstaat, so meine damalige Argumentation, setzen voraus, dass Sprache etwas *bedeutet*. Wenn qua Gesetz bestimmt wird, dass *grundlegende* Begriffe wie *Frau* und *Mann* nichts mehr bedeuten, wird Sprache insgesamt ausgehebelt. Es ist exakt das, wovor jene »2+2=5«-Metapher von George Orwell warnte: Wenn nur *eine* Wahrheit der Mathematik ausgehebelt wird, indem das Lügen in dieser einen Angelegenheit erzwungen wird, werden *alle* Wahrheiten aufgehoben – und damit die Sprache selbst. In der letzten Woche wurde der aufmerksame Teil Deutschlands (also eine Minderheit) zum Zeugen einer kuriosen Selbstoffenbarung und anschließenden Leugnung der Realität selbst. Der bekannte Unsere-Demokratie-Vorkämpfer Daniel Günther schien in der Staatsfunk-Talkshow *Markus Lanz* selbstbewusst zuzugeben, dass man jetzt ganz offen freie Medien *zensieren* will. Das schien dreist und undemokratisch zu sein. Es klang exakt wie das, wovor wir einst im Geschichtsunterricht gewarnt wurden. Und es war exakt das, was wir von »Unsere Demokratie« erwarten. So weit wenig Neues. *Neu* war, dass plötzlich sowohl der Lupenreine *und* die Propaganda behaupteten, es sei nicht gesagt worden, was gesagt worden war. ([apollo-news.net, 16.01.2026](https://apollo-news.net/es-hat-niemand-gefordert-das-zu-verbieten-markus-lanz-verteidigt-daniel-gnther-erneut/)) Wir befinden uns (nach mancher Deutung: spätestens seit 2015) in einem Zustand, den George Orwell so beschrieb: > Die Partei befahl den Menschen, die Beweise ihrer Augen und Ohren zu verwerfen. Es war ihr letzter, wichtigster Befehl. > > – George Orwell, 1984 Wir könnten ob dieser Angelegenheit amüsiert sein, insofern es zwar extra dreist, aber nicht wirklich *neu* ist. Doch das ist ein *Detail*, eine bestimmte Konsequenz, die einen mit Gandalf rufen lassen will: »Flieht, ihr Narren!« ## In den Knochen In »Unserer Demokratie« *bedeuten* und *bewirken* Worte nichts mehr, zumindest nicht im traditionellen Sinn von *Bedeutung* und *Wirkung*. Früher traten Politiker wegen unglücklicher Formulierung zurück. Früher tat man zumindest, als gälte gleiches Recht für alle. All das ist aufgehoben. Letzte Woche erst lasen wir vom Fall der »Aktivisten«, die Urkundenfälschung zum Nachteil der Opposition begingen ([welt.de, 13.01.2026](https://www.welt.de/politik/deutschland/article69669c67587b0b1176afacf2/zentrum-fuer-politische-schoenheit-verschickt-gefaelschte-afd-briefe-freispruch-vor-gericht.html)). Das Gericht verzichtete aber auf eine Strafe. Offiziell war dieses Verbrechen »Kunst«. Aber alle spüren in den Knochen, dass es die linientreue politische Richtung war, welche Recht und Gesetz die Wirkung nahm. Worte bedeuten nichts mehr. Und sie haben keine Wirkung. (Außer Mächtige *wollen*, dass sie eine Wirkung haben, dann denkt man sich sogar die Worte aus. Siehe die Chemnitz-Lüge von Merkel oder die Remigrations-Lüge rund um jene Konferenz.) Das große Problem ist aber nicht, was der Bedeutungsverlust von Worten *heute* bedeutet. Das Problemchen ist, was es bedeuten *wird* – in der nahen Zukunft. Nämlich: Wenn Worte nichts mehr bedeuten, kannst du dich nicht verteidigen. ## Mit neuen Regeln Was in diesen Jahren anbricht, ist nicht ein *Richtungswechsel*, sondern ein *Ebenenwechsel*. Wir ändern nicht die Richtung innerhalb einer Ebene – wir wechseln die Ebene. Die Bedeutung und Wirkung von Wörtern und Sätzen ist nicht mehr zuverlässig prognostizierbar. Worte werden zum Geräusch, wie Kampfschreie oder wie Tiergeräusche. Du wirst angeklagt werden. In der Anklage scheint es, als würden Wörter etwas bedeuten. Das verführt dich, zur Verteidigung in Wörtern anzusetzen. Es ist nicht angsteinflößend. Es ist nicht frustrierend. Es ist nur eine neue Ebene, mit neuen Spielregeln und neuen Verlierern – aber magischerweise wieder den alten Gewinnern. - [Klinke dich aus, reicher Jüngling](https://dushan.org/essays/juengling/) Willst du dich selbst schocken? Willst du in deinen Grundfesten erschüttert werden und dich ratlos vor unerwarteten Sinnfragen wiederfinden? Ja, wenn du mutig und masochistisch genug für ein solches Ansinnen bist, dann klinke dich aus! Klinke dich aus, und sei es nur für einen Tag! Nicht *vierundzwanzig*, sondern *sechsunddreißig* Stunden. So stellst du sicher, dass *zwei Nächte* inkludiert sind. Einen Tag – und zwei Nächte! – lang lies *keine* Nachrichten. Einen Tag lang lies und beantworte keine E-Mails oder sonstige Nachrichten. Einen Tag lang scrolle nicht auf Social Media. Einen Tag lang verzichte sogar auf mich. Ja, einen Tag lang schalte sogar dein Telefon *aus* und lass es in der Schublade. Ich weiß, dass viele von euch diese Zeilen lesen werden, und ihr werdet zustimmend nicken und werdet murmeln: »Ja, das *müsste* man mal machen. Recht hat er ja, der Wegner!« Und dann wird es euch doch ähnlich gehen wie dem reichen Jüngling in Matthäus 19:16-26. Dessen Geschichte ist schnell erzählt: Ein reicher, junger Mann fragt, was er tun muss, um das ewige Leben zu erlangen. Nach einigem Hin und Her gelangt das Gespräch zu dem Schluss, dass er sein Hab und Gut verkaufen und den Erlös den Armen spenden sollte, um dann Jesus nachzufolgen. Jesu Erklärungen gehen danach weiter, doch das Gespräch selbst endet an dieser Stelle abrupt: > Als der Jüngling das Wort gehört hatte, ging er betrübt weg; denn er besaß ein großes Vermögen. > > – Matthäus 19:22 Du liest mich, du liest diesen Text. Du stimmst mir zu, dass man sich mal für einen Tag *ausklinken* sollte. *Wirklich* ausklinken, nicht bloß »anderswo einklinken«. Und allgemein stimmt das ja auch, so sagst du. Nur in *deinem* speziellen Fall *geht es leider nicht*. Oder es geht erst später, im Urlaub vielleicht. Oder es ist *nicht notwendig*. Oder irgendeine andere Lüge. Wenn ich den Ausdruck »ausklinken« höre, denke ich an Kopfhörer, die früher immer durch ein *Kabel* mit *»Klinkenstecker«* mit der Musikanlage verbunden waren. Solange ich *eingeklinkt* war, spielte die Maschine ihre Musik in meinen Kopf. Heute sind nur noch Studio-Kopfhörer mit Kabel und Klinke verbunden; Bluetooth ersetzt meist das Kabel. Und doch bleiben die Menschen *eingeklinkt* – und vermeiden das *Ausklinken*. Warum? Vielleicht – prüfe dich genau! – *fürchtest* du heimlich, dich auszuklinken. Du *weißt*, dass dich das Ausklinken, und sei es nur für einen Tag und zwei Nächte, zu der Erkenntnis bringen könnte, dass du die ganze Zeit in *Lügen* eingeklinkt warst. Auch wer *weiß*, dass er mit *Lügen* beschäftigt ist und den Lügen laut und täglich widerspricht, ist doch mit *Lügen* beschäftigt. Wenn zwei aneinandergeklammert in den Abgrund fallen und beim Aufprall schließlich umkommen, macht es da wirklich einen Unterschied, wer klammerte und wer umklammert wurde? Klinke dich aus! Sei nicht der, der klammert *und zugleich* der, der geklammert wird. [Lass los](https://dushan.org/buecher/loslassen/), für zwei Nächte und *einen* Tag. Klinke dich aus, um zu leben. - [Fürs Verheizen ist Männlichkeit okay](https://dushan.org/essays/fuers-verheizen/) Wenn es darum geht, Männer an der Front zu verheizen, ist »Diversität«  plötzlich kein Thema – und »toxische Mänlichkeit« ist fürs Sterben okay. Wer aber will die Männer in den Krieg schicken? Die, die vom Krieg keine Ahnung haben. Seit einigen Jahren ist es kaum zu übersehen: Weder im TV noch in der Werbung finden *traditionelle* Familien statt. Zumindest nicht als positive Erzählung. Und das hat System. Es wurde von Experten untersucht und bestätigt. Also *damals*, als »Experten« gelegentlich noch Dinge herausfanden, welche nicht bloß die laufende Propaganda bestätigten. Ich schrieb 2017 darüber: [»Wenn sie wenigstens glücklich wären!«](https://dushan.org/essays/glueck-braucht-grenzen/) In neuen Hollywood- und Streaming-Filmen scheinen männliche Helden alter Schule schlicht *verboten* zu sein. Wenn Männer überhaupt noch halbwegs *männlich* auftreten (statt von lesbischen Superfrauen zusammengeschlagen zu werden und ansonsten wie Idioten zu brabbeln), dann sind diese Männer »gebrochen« (siehe James Bond, Batman). Wenn Väter in TV- und Werbe-Familien überhaupt vorkommen und auch positiv besetzt sind, sind diese heute meist »divers«. Und wenn Väter vorkommen *und* tatsächlich »biodeutsche« Männer sind, spielen sie halbdebile Trottel oder verweichlichte Waschlappen. Soweit die Propaganda … bislang. ## Jedes weitere Kind Nach [Grundgesetz Art. 6](https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_6.html) steht die Familie unter besonderem Schutz des Staates. In *Unserer Demokratie* meint aber *Familie* buchstäblich *alles* außer dem einen Familien-Prototyp, der das Optimum darstellt für die *seelische Gesundheit* und die *Erfolgschancen* von Kind *und* Gesellschaft. Ja, die Propaganda *will* eigentlich, dass Menschen sich fortpflanzen. Nur das Kernpublikum der Propaganda – realistischerweise *Deutsche europäischer Herkunft* – soll sich, so scheint es, lieber *nicht* fortpflanzen. Früher gab man als Grund dafür die »Selbstverwirklichung« an. Beim gegenwärtigen Arbeitsmarkt ist das dann doch zu wenig plausibel. Also heute »wegen Klima«. Echte Schlagzeilen und Aussagen in Leitmedien: »Kinderwunsch streichen, Klima retten« ([spiegel.de](https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klima-weniger-kinder-bekommen-hilft-das-a-1157812.html)), »Kinder produzieren Müll, verbrauchen Ressourcen und sorgen für CO2-Ausstoß. Jedes weitere Kind ist also ein potenzieller Klimasünder.« ([deutschlandfunk.de](https://www.deutschlandfunk.de/verena-brunschweiger-vs-nina-pauer-sind-kinder-klimakiller-100.html)), »Jedes nicht in die Welt gesetzte Kind spart CO2« ([welt.de](https://www.welt.de/wissenschaft/article166578816/Verzicht-aufs-Kind-kann-Klimawandel-bremsen.html)), [und](https://www.3sat.de/wissen/nano/240418-sendung-birthstrike-keine-kinder-fuers-klima-nano-100.html) [so](https://www.rnd.de/panorama/klimawandel-wirtschaftskrise-pandemie-sollten-wir-in-diesen-zeiten-ueberhaupt-noch-kinder-kriegen-3NTWUHP3XREV3BJO4WEWPATAT4.html) [weiter](https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/wie-klimaschaedlich-sind-kinder-wirklich/). Und wenn die Zielgruppe dennoch ein Kind in die Welt bringen wollen sollte, dann schränkt man ein: »Babys sind doch süß. Es sei denn, es sind Jungen.« ([sueddeutsche.de, 26.12.2025](https://www.sueddeutsche.de/panorama/gender-disappointment-enttaeuschung-geschlecht-kindes-li.3339998?reduced=true)) Und wer soll in Europa wohnen, wenn alle Kinder fürs Klima eingespart wurden? Soll Europa wieder ganz zu Wald und Wiesen werden? Jein! 2017 titelte *National Geographic*: »Die Neuen Europäer« mit dem Bild einer arabisch-muslimisch anmutenden Familie ([nationalgeographic.de](https://nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2017/11/die-neuen-europaeer/)). Frau mit Kopftuch, Mann mit Ghutra auf dem Kopf. Insgesamt ein Bild, das wir früher mit Saudi-Arabien und dem Orient assozierten (heute tatsächlich mit europäischen Innenstädten, ob in Großbritannien, Frankreich oder Deutschland). ## 1, 2, 3, 4, 5 Es ist auffällig: Wenn EU-Propaganda über die Jugend in Europa spricht und dazu inszenierte Bilder zeigt, sind diese *immer* divers. Sprich: Die Bilder enthalten zentral und betont Personen mit einem »Erscheinungsbild«, welches nach [Art. 3 GG](https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_3.html) nicht zur Diskriminierung führen darf. Die Beispiele sind beliebig viele; hier nur ein paar davon: [1](https://www.eeas.europa.eu/eeas/european-year-youth-kicks_en), [2](https://youthforeurope.eu/european-youth-week-2024-join-the-event/), [3](https://epthinktank.eu/2023/12/05/youth-participation-in-european-elections/), [4](https://www.reneweuropegroup.eu/events/2022-06-16/youth-can-do-it), [5](https://jaeurope.org/ja-europe-leads-consortium-selected-to-enrich-pan-european-debate-among-young-europeans/). Diese Personen sind gecastet, die Fotos inszeniert. Es sind Propaganda-Fantasien – erdacht von Gremien, die selbst tatsächlich so weiß sind wie der Schnee in der Ukraine. In ihren eigenen Reihen nehmen die Verantwortlichen es nicht ganz so genau mit der Diversität. Aber für das Volk, für *Europa*, kann es gar nicht divers genug sein – ein zu zensierender *Nazi*, wer das anders sieht. Nun aber, in den letzten Monaten, stoßen wir im Internet urplötzlich auf Bilder und Ideen, die all dem zu widersprechen scheinen. Auf den neuen Bildern sehe ich Soldaten, die Europa verteidigen wollen, sogar Heldentum scheinen diese Bilder zu feiern. Als Beispiel: [@dushanwegner, 13.01.2026](https://x.com/dushanwegner/status/2011105413253775744) Diese Bilder wurden häufig von Künstlicher Intelligenz generiert. Und sie werden von Leuten verbreitet, die damit die Idee stark machen wollen, dass Deutsche und/oder Europäer sich verteidigen sollen. Wie sehen Bilder weißer, prototypischer männlicher Helden! Männer zum Stolzsein. Sehr *traditionell* *europäisch* aussehende Männer. Was sollen uns diese Bilder sagen? Sollen Europäer jetzt ihre angestammten Länder gegen aggressive Eindringlinge verteidigen, also im alten Sinne von »Verteidigung«? Dürfen Deutsche sich plötzlich gegen Menschen verteidigen, die unerlaubt über die Grenzen kommen wollen? Es ist rätselhaft! (Nebenbei: Die generierten Bilder sind schon mal »deutscher« als die tatsächliche Bundeswehr. Je nach Berechnungsmethode liegt der Anteil von Soldaten mit Migrationshintergrund zwischen 13 und 26 Prozent; [siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Personen_mit_Migrationshintergrund_in_der_Bundeswehr). Ich bin aber absolut sicher, dass diese im entsprechenden Konfliktfall auf der Seite der deutschen Demokratie auch gegen eventuelle Glaubensbrüder kämpfen würden.) ## Grönland ja, Deutschland nein Man fragt sich aber schon, warum plötzlich Heldenbilder publiziert werden. Und dann schaut man sich den jeweiligen Anlass an. Einer davon lautet: Grönland. Donald Trump hat angekündigt, demnächst Grönland zu kaufen. Und wenn das nicht klappt, es militärisch zu annektieren. (Er formulierte: »do it the hard way«; siehe [cnn.com, 10.1.2025](https://edition.cnn.com/2026/01/10/politics/us-will-take-greenland-the-hard-way-if-it-cant-do-it-the-easy-way-trump-says).) Wie gut, dass eine spontane Umfrage ergibt: »Mehrheit der Deutschen will Grönland verteidigen« ([welt.de, 13.01.2026](https://www.welt.de/politik/deutschland/article6965f71ad57b0276d945b67c/groenland-mehrheit-der-deutschen-will-groenland-verteidigen-eine-partei-ist-besonders-skeptisch.html)). Aha. Warum genau sollen deutsche Soldaten eigentlich Grönland verteidigen? Die Begründung ist spannend. Grönland soll selbstverständlich »den Grönländern gehören«, und deshalb will angeblich die »Mehrheit der Deutschen« jenes ferne und kalte Stück Erde »verteidigen«: Viele Grönländer fürchten, dass eine Übernahme durch die USA ihre Rechte als indigenes Volk gefährden könnte. Ihre kulturelle Identität steht für sie auf dem Spiel. – [zdfheute.de, 12.1.2026](https://www.zdfheute.de/politik/ausland/groenland-usa-trump-verkauf-bevoelkerung-gegenwehr-100.html) Moment! Deutsche Mannsbilder sollen mit den letzten beiden Panzern und 4 Berliner Lastenrädern die kalte Insel vor Kanadas Küste gegen US-Flugzeugträger und die neuesten High-Tech-Waffensysteme verteidigen, weil *Grönland den Grönländern* gehört? Wenn jemand fordern sollte, dass Deutschland den Deutschen gehört und folglich von Deutschen verteidigt werden soll, wird dies automatisch [*§ 130 Volksverhetzung*](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__130.html) aktivieren und dir mindestens eine Straf-Hausdurchsuchung bescheren. Aber Deutsche sollen »in Grönland Europa verteidigen«, damit Grönländer »ihre kulturelle Identität« leben können? Ja, im Reden über Deutschland, Europa und Militär finden sich viele Widersprüche. Der Kopf schwirrt mir. Grönland ist ja nicht die einzige potenzielle Front für deutsche Mannsbilder. Die Ukraine und Russland stehen ebenfalls regelmäßig in der Debatte. Und immer wieder fällt auf: Wenn es darum geht, europäische Männer an der Front zu verheizen, sind Propagandabilder plötzlich nicht mehr »divers«. Und niemand fordert eine Quote, klar. Oder wie der deutsche Feminismus zur Wehrpflicht erklärt: »Gleichberechtigung bedeutet, die gleichen Chancen zu haben, nicht dieselben Pflichten.« (via [@BAMFBasar, 13.11.2025](https://x.com/BAMFBasar/status/1989001762678657362)) ## Sich zu Tode saufen Um die Absurdität dieser Zeit – und meine hier in Zeilen gegossene Wut – zu verstehen, wird es helfen, sich noch mal die obige Umfrage anzuschauen, wonach eine »Mehrheit der Deutschen« angeblich Grönland gegen die USA verteidigen will. Die schon in der Prämisse surreale Umfrage (als ob so eine Verteidigung möglich wäre) wurde interessanterweise nach Wählergruppen aufgeschlüsselt. Am oberen Ende der Skala sind die Wähler der einen Partei mit 75 Prozent »Verteidigungswille«. Am anderen Ende die Wähler einer anderen Partei mit 37 Prozent. Ich kann euch auch verraten, dass es sich, in alphabetischer Reihenfolge, um die AfD und um die Grünen handelt. Also einmal die Partei mit Zigtausenden Zeitsoldaten in ihren Reihen ([tagesspiegel.de, 29.03.2019](https://www.tagesspiegel.de/politik/wie-die-afd-um-soldaten-wirbt-5547634.html)). Und dann die Partei der Kriegsdienst-, Leistungs- und Realitätsverweigerer. Ihr ahnt es schon: Es sind Grünen-Wähler, die zu 75 Prozent deutsche Soldaten (auch) in Grönland verheizen wollen. Und es sind die AfD-Wähler, die eher wissen, wovon sie reden, also zurückhaltender sind. Die Grünen sind nicht gegen *alle* Grenzen und gegen *jede* nationale Souveranität – die Grünen sind nur gegen *deutsche* Grenzen und Selbstbestimmung. ## Anders als die Guten Grünen-Wähler wollen von ihren Innenstadt-Altbauwohnungen aus den Bauern vorschreiben, wie diese den Acker zu pflügen haben. Grünen-Wähler beschließen, dass es weder Kraftwerke noch Industrie braucht, der Strom kommt aus der Steckdose und Arbeitsstellen von den NGO-Fördertöpfen. Und dieselben Grünen (inklusive einiger Grüner, die sich pro forma etwa zur CDU zählen), appellieren nun plötzlich an die ach so »toxischen« Männer, sich in einem vollständig aussichtslosen Krieg aufzureiben. Jahrelang wurden »weiße Männer« als »toxisch« und »biodeutsch« und »Kartoffeln« beschimpft. In Europa geborene Männer sind die *eine* Gruppe, die zu hassen und zu benachteiligen nicht nur erlaubt, sondern vom Gesetz im Namen von »Gleichberechtigung« und »Inklusion« *vorgeschrieben* ist. Aber wenn es darum geht, sich an der Front sinnlos verheizen zu lassen – ob Bio- oder migrantischer Neudeutscher –, entdecken die Altbaubewohner die Männlichkeit wieder: bei den Soldaten, die plötzlich gar nicht mehr alles potenzielle Rechtsextreme sind. ## Ihr wisst schon Wenn die, die *wissen*, was Krieg ist, *nicht* sinnlos sterben wollen für ein Land, das sie offen verachtet – oder sogar für ein ganz *anderes* Land –, dann werden sie tatsächlich als »Vaterlandsverräter« und »Putinknechte« beschimpft. Ich atme durch. Frei nach Liebermann *kann* ich gar nicht so viel fressen … ihr wisst schon. Dies ist kein Text über Männerrechte. Dies ist nicht einmal ein Text für Migrationsrealität oder gegen Propaganda. Ach, auch Texte über Linke sind heute keine politischen Texte mehr (sondern [*Diagnosen*](https://dushan.org/essays/10-gebote-fuers-reden-mit-linken/)). Dies waren lediglich ein paar Zeilen, die sagen sollen, dass ich verstehen kann, wenn deutsche Männer heute sagen: »Ihr hasst mich, ihr verachtet mich, ihr nutzt mich aus. Ich habe mich zumindest seelisch damit arrangiert, denn ich bin ein Mann. Aber verlangt nicht, dass ich für das System, das mich so verachtet, auch noch mein Leben gebe.« Und dann noch: »Versteht mich nicht falsch! Ich *will* ja kämpfen. Ich will und werde mein Leben geben. Aber nicht *dafür*. Nicht für *euch*. Nicht für *das*.« - [Mal schauen, wie lange es dauert](https://dushan.org/essays/mal-schauen-wie-lange-es-dauert/) Die Titanic hätte 37 Sekunden zum Beidrehen gebraucht – die Kollision passierte aber 30 Sekunden nach Sichtung des Eisbergs. Keine Chance also? Jein: Stunden zuvor wurden SECHS Eisfeld-Warnungen ignoriert. (Ja, das ist auch eine Metapher.) Aus Fehlern wird man klug, das ist wahr, doch vorzuziehen ist stets, so meine ich, aus den Fehlern *anderer* zu lernen. Lasst uns heute aus dem Fehler eines Herrn H. klüger werden. Der Fehler des Herrn H. ist paradigmatisch. Und dass Herr H. sich in unserer Position auf dem kulturellen Zeitstrahl zu irren scheint, macht den Fehler lehrreich. – Lasst mich erklären! ## Wenn nicht sogar Wenn ich »Herr H.« sage, meine ich hier eine Online-Persona, die auf X.com als *@JohannesHano* auftritt. Dieser Account schrieb jüngst dies: > Mal schauen wie lange es dauert bis die MAGA Mitläufer und ihre Freunde hier beteuern werden sie hätten von nichts gewusst. > > – [@JohannesHano, 12.1.2026](https://x.com/JohannesHano/status/2010796574872650226)/[archiviert](https://archive.is/QASPw) Es *könnte* sein, dass dieser Account tatsächlich vom Journalisten *Johannes Hano* betrieben wird ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Hano#cite_note-12)). Dieser arbeitet wohl als ZDF-Korrespondent. Sein aktuellster Film für das ZDF heißt offenbar »Putins Helfer«, in dessen Intro es heißt: »Pflegen US-Präsident Donald Trump und seine engen Berater tatsächlich geheimnisvolle Kontakte zum autokratischen Russland? Verfolgen beide Regierungen gemeinsam dunkle Ziele?« – Ja, wir schmunzeln. Das Lebenswerk dieser Person ist 100% korrekt. Wenn nicht sogar 150%. Aber gut – es *könnte* sein, dass der Account @JohannesHano von jenem Journalisten persönlich betrieben wird. Er ist nicht prominent genug, um so aufwändig imitiert zu werden. Es ist wahrscheinlich, nicht garantiert, wie so manches dieser Tage. Für unsere Untersuchung des obigen X-Posts ist es schillernder Kontext, aber nicht zwingend erheblich. (Wir werden aber sehen, wie sich jener Filmtitel desselben abgedroschenen rhetorischen Kniffs bedient wie der Post auf X.) ## Beschuldigt, verurteilt und bestraft Als weitere Prämisse und zur schnellen Wiederholung: Im deutschen Propagandastaat herrscht eine als politische Waffe eingesetzte Holocaust-Vergleich-Asymmetrie. Etablierte Kader setzen ihre politischen Gegner unentwegt mit den Tätern des Dritten Reichs gleich. Wer die Regierung oder die irre Ideologie des Tages kritisiert, gilt als »Nazi«, »Faschist« et cetera (und aus Hollywood-Filmen lernte die Welt, dass wer »Nazi« ist, seine Menschenrechte verwirkt hat). Man gilt zum Beispiel als »Nazi«, wenn man sich gegen Zwangsimpfung oder für Grundrechte einsetzt – nein, es hat schon lange nichts mehr mit einer sachlichen Bedeutung des Begriffs »Nationalsozialismus« zu tun. Die Asymmetrie besteht nun darin, dass derjenige, der Parallelen im Handeln und Denken etablierter Mächtiger zum Handeln und Denken der NS-Zeit aufzeigt, schnell wegen angeblicher Holocaust-Relativierung o. Ä. beschuldigt, verurteilt und bestraft wird. Etablierte Macht in Deutschland setzt heute täglich ihre politischen Gegner und Abweichler mit NS-Tätern gleich, ohne dies weiter zu erklären. Ja, der Staatsfunk darf mit gerichtlicher Bestätigung eine Oppositionspolitikerin in einer seiner Propagandasendungen sogar wörtlich als »Nazi-Schlampe« herabwürdigen ([rsw.beck.de, 11.5.2017](https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldung/detail/lg-hamburg-afd-politikerin-alice-weidel-muss-satirische-bezeichnung-als-nazi-schlampe-hinnehmen)). Doch wer genau darin strukturelle Parallelen eben zur NS-Zeit sieht, könnte von denselben Gerichten etwa wegen »Holocaust-Relativierung« verurteilt werden. ## Ins allgemeine Bewusstsein Es hat sich allerdings ein rhetorisches Werkzeug etabliert, strukturelle Parallelen aufzuzeigen – oder zumindest solche zu *behaupten* –, ohne es explizit zu sagen. Im Sprechen über das Dritte Reich haben sich einige typische und leicht erkennbare Redemuster etabliert. Als Beispiel: 1996 veröffentlichte der Historiker *Daniel Jonah Goldhagen* das Buch *Hitler’s Willing Executioners: Ordinary Germans and the Holocaust*. Der deutsche Titel: *Hitlers willige Vollstrecker: Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust*. Dieser Titel (und Gedanke) aber ging als seine griffigere (und *etwas* weniger schmerzhafte) Variante »Hitlers willige Helfer« ins allgemeine Bewusstsein ein. Der Filmtitel »Putins Helfer« setzt also – für deutsche Propaganda wenig überraschend – Putin und Hitler in eine »reimende Parallele«. Gleichzeitig führt er die NS-Zuarbeiter und Trump parallel. Ich kritisiere an dieser Stelle nicht diesen rhetorischen Trick. Ich selbst habe ihn mehr als einmal angewandt. Im Essay [»Seid nicht wie der doofe Hund!«](https://dushan.org/essays/doofer-hund/) fragte ich 2019 etwa, ob Journalisten »wenig mehr als willige Helfer« sind. In [»Angriff der grünen Dämpfe«](https://dushan.org/essays/gruene-daempfe/) sprach ich 2023 über die willigen Helfer der Grünen. Und im Essay [»Wieviel Teufel steckt in der Politik?«](https://dushan.org/essays/wie-viel-teufel/) stieg ich eine sprachliche Ebene hinauf (ins Meta) und zugleich inhaltlich eine Ebene hinab (in die Hölle) und diskutierte *Dämonen* als »des Teufels willige Helfer«. Ich sage *nicht*, dass dieser rhetorische Kniff per se zu verurteilen ist. Ich sage, dass er aufgedeckt werden muss. (Und dass es traurig wäre, wenn es das *einzige* rhetorische Werkzeug im publizistischen Arsenal sein sollte.) ## In dieser Breite und Tiefe Betrachten wir also ein weiteres Mal jenen X-Post: > Mal schauen wie lange es dauert bis die MAGA Mitläufer und ihre Freunde hier beteuern werden sie hätten von nichts gewusst. > > – [@JohannesHano, 12.1.2026](https://x.com/JohannesHano/status/2010796574872650226) *Einer* der Gründe, warum dieser Post als in dieser Breite und Tiefe untersuchenswert erscheint, ist die Kombination gleich *zweier* Anspielungen auf NS-relevante Formulierungen. Der Begriff »Mitläufer« ist, ähnlich wie »Helfer« und »willige Helfer«, eine Anspielung auf das Reden über die NS-Zeit und Diktaturen generell. In ganz offensichtlicher Unkenntnis – oder als aktive propagandistische Lüge – diffamiert der Autor die Unterstützer Donald Trumps als »Mitläufer«. Doch damit spricht er ihnen nicht nur eigene Erkenntnis und individuelle Moral ab. Er setzt die ideellen und praktischen Unterstützer in Parallele zu den »Mitläufern« der NS-Zeit. Aber auch zu den »Hundertfünfzigprozentigen« der DDR (was natürlich eine ungewollte Ironie hätte). Die zweite Parallele in diesem Post aber grenzt an eine Gleichsetzung von Juden-Massenvernichtung und der Durchsetzung geltenden US-Einwanderungsrechts. ## Plötzlich abgeholt Wenn Herr H. »von nichts gewusst« formuliert, dann spielt er auf genau einen Topos an: Deutsche, deren jüdische Nachbarn plötzlich »abgeholt« wurden, behaupteten später beharrlich, »von nichts gewusst« zu haben. Das »nichts« bezieht sich in »traditioneller« Verwendung auf den Holocaust, in der Verwendung durch Herrn H. auf die Durchsetzung geltenden US-Immigrationsrechts. Herr H. lässt beides sich »reimen«. Barack Obama hat in seiner Amtszeit ca. 2,7 Millionen illegale Einwanderer außer Landes bringen lassen ([migrationpolicy.org, 25.01.2017](https://www.migrationpolicy.org/article/obama-record-deportations-deporter-chief-or-not)). Wenn man die »freiwilligen« Rückkehrer einbezieht, wurden unter Clinton sogar 12,3 Millionen Menschen aus den USA »entfernt« ([migrationpolicy.org, 25.06.2024](https://www.migrationpolicy.org/article/biden-deportation-record)). Aktuell bringt die Trump-Regierung durchschnittlich etwa 810 illegale Einwanderer pro Tag außer Landes ([factchequeado.com, 20.8.2025](https://factchequeado.com/teexplicamos/20250820/obama-deportations-trump-biden-numbers/)), was zumindest *unter* den Spitzenwerten der Obama-Zeit liegt. In den ersten 7 Monaten von Trumps zweiter Amtszeit wurden von ICE »nur« ca. 200.000 illegale Einwanderer ausgewiesen. Der *wahre* Unterschied liegt offenbar darin, dass es *Trump* ist, der ausweisen lässt. Und wenn es Trump ist, der das Gesetz durchsetzen lässt (auch gegen [wie irrsinnig handelnde weiße Frauen](https://dushan.org/essays/weisse-frauen/)), dann, so die Anspielung des Herrn H., besteht eine diffuse Parallele zum Holocaust. ## Wie ihr heute seid Der Irrtum des Herrn H. aber ist ein doppelter. (Zur Erinnerung: Ich weiß *nicht*, was der Mensch hinter dem Account @JohannesHano »wirklich« denkt. Ich weiß nicht, ob wirklich jener Journalist dahinter steckt, wenn es auch plausibel scheint. Ich schreibe über die Persona, die vor allem durch diesen Post »entsteht«. Es ist paradigmatisch genug für die kaputte öffentliche Debatte in Deutschland – und für deren Blindheit gegenüber ihrem realen Status quo.) Der *erste* Irrtum liegt darin, die Maßnahmen des Donald Trump durch einen rhetorischen Trick sich auf den Holocaust »reimen« zu lassen. Sein *zweiter* Irrtum aber ist in der Konsequenz geradezu tragisch. Ein sehr kluger Mann sagte einmal: > Wenn ihr euch fragt, wie das damals passieren konnte: weil sie damals so waren, wie ihr heute seid. > > – Henryk Broder Das »Problem« dieses klugen Satzes ist – so meine These –, dass er wie eine Warnung klingt und in der Gegenwart der Angesprochenen verankert ist – seine Zeit aber tatsächlich *abgelaufen* ist. (Zu aktuellen »Nebenwirkungen« dieses Satzes siehe [reitschuster.de, 7.1.2026](https://reitschuster.de/post/warum-sich-henryk-m-broder-jetzt-selbst-angezeigt-hat/).) Ja, wir sind an diesen Punkt der Geschichte geraten, weil »wir« die letzten zehn Jahre (und auf andere Weise die Jahrzehnte zuvor) gewisse Eigenschaften zeigten, welche auch »damals« zu *anderen* verheerenden Konsequenzen führten. ## Eine grobe Untertreibung Als der fatale Eisberg gesichtet wurde, hätte die Titanic mindestens 37 Sekunden gebraucht, um ausreichend beizudrehen ([encyclopedia-titanica.org](https://www.encyclopedia-titanica.org/community/threads/how-much-time-between-spotting-of-iceberg-and-the-collision.9411/)) – doch die Kollision erfolgte genau 30 Sekunden später. Tatsächlich hatte die Titanic aber schon *Stunden* vor Sichtung und Kollision nicht weniger als *sechs* Warnungen vor Eisfeldern erhalten. Herr H. irrt erstens darin, dass es seine politischen Gegner sind, die reimartige Parallelen zum »bösen Damals« aufweisen. Herr H. irrt zweitens (wieder: *implizit*) darin, dass Verhaltensänderungen nach entsprechenden Warnungen heute noch »das Schiff herumreißen« könnten. Wir haben längst den Eisberg geküsst, unsere Flanke ist aufgerissen und die billigen Ränge laufen schon voll Eiswasser. Es sind nicht mehr *diese* kollektiven Eigenschaften, welche die nächsten Schritte steuern. Es sind andere Überzeugungen und Verhaltensweisen, welche *deine* nächsten Momente und dann den Rest deines Lebens bestimmen werden – und des Lebens deiner Kinder. *Persönliche* Überzeugungen, *individuelle* Verhaltensweisen. Überzeugungen und Verhaltensweisen, die deutlich älter sind als das »Damals«. Und für die »tausendjährig« eine grobe Untertreibung wäre. - [Solange deine Finger an der Klippe klammern](https://dushan.org/essays/solange-deine-finger-an-der-klippe-klammern/) Traditionen sind die Experimente, die funktionierten. Sozialisten (ob »Öko-« oder sonstwas) aber wollen sie schleifen – und das einzige Experiment wiederholen, das ständig scheitert. Mögest du in interessanten Zeiten leben, so lautet ein verklausulierter Fluch. (Er wird den alten Chinesen zugeschrieben. Vermutlich ist er so chinesisch wie Chop Suey. Also nach allgemeiner Meinung tatsächlich amerikanisch, aber tatsächlich tatsächlich eben doch von chinesischem Geist.) Ich schrieb 2021 über jenen Fluch. Der Essay hieß [»Mögest du (nicht) in Sprichwörtern leben«](https://dushan.org/essays/in-sprichwoertern-leben/). Auch diese Wahrheit ist immer noch aktuell. Präziser: Ich meine, diese Wahrheit ist heute *maximal* aktuell, denn heute leben wir in dieser Zeit der Sprichwörter. Und wir betreten aktuell die nächste, weit brisantere *Zeit* – lasst mich erklären! Es gibt einen *Grund*, warum Sprichwörter zu solchen wurden. Zum Beispiel: »Besser spät als nie« hat sich als Sprichwort etabliert, obwohl gewiss Fälle denkbar sind, in denen ein zu spät eingetretener Gewinn durch die Verspätung wertlos wird. Das eine ist die *Regel*, von welcher auszugehen sich bewährt hat; das andere ist die Ausnahme. ## Bald nur noch wenig Ein kluger Mensch hat einmal gesagt: Traditionen sind die Experimente, die funktionierten. Nebenbei: Sozialisten wollen stets zuerst Traditionen auslöschen, und dafür reinstallieren sie dann das *eine* Experiment, das wieder und wieder in Leid und Elend mündet. Nebenbei zum Nebenbei: Es ist *kein* Zufall, dass »echte« (also: rituelle und organisierte) Satanisten sich zu westlichen Sozialisten hingezogen fühlen – und umgekehrt. (Aber nur zu *westlichen* Sozialisten. Das Böse kann nur verdrehen und zerstören – ist Sozialismus aber einmal umgesetzt, ist bald nur noch wenig zum Zerstören da.) Ja, Traditionen sind die Experimente, die funktioniert haben. Und in ähnlichem Geist gilt: Sprichwörter sind Ratschläge für ein erfolgreiches Leben, gewonnen aus schmerzhaften Lektionen vorangegangener Generationen. »Aus den Augen, aus dem Sinn«, »Viele Köche verderben den Brei«, »Ein Unglück kommt selten allein« oder »Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen«. Zu jedem dieser Sprichwörter sind leicht entsprechende Lebenslagen vorstellbar, in denen die Menschen die entsprechende Lektion lernten. ## Weil die Lehren vergessen wurden »In Sprichwörtern zu leben«, kann auch bedeuten, die schmerzhaften Erfahrungen der Vergangenheit zu wiederholen, weil die gezogenen Lehren *vergessen* wurden. *Heute*, im frühen Jahr 2026, leben wir in *Zeiten*, in denen wichtige (teils: *überlebenswichtige*) Lehren der Vergangenheit vergessen wurden – und die Sprichwörter »aufs Neue gelebt« werden müssen. (Manche Verschwörungstheoretiker, vielleicht auch ich, vermuten: Wir leben in Zeiten, in denen gelehrte Lehren, wie die Vorsicht gegenüber Fremden, propagandistisch und mit geradezu gewaltsamer Gehirnwäsche *abtrainiert* werden.) Doch wir leben am Anbruch eines *weiteren* Zeitalters. Und es hat mit Wahrscheinlich zu tun – und mit Unwahrscheinlichkeit. Wir kennen ja alle das Prinzip der *Wahrscheinlichkeit*. (Versucht mal, *Wahrscheinlichkeit* zu definieren, aus dem Kopf – ohne das Internet oder eine KI zu fragen!) ## Mit der jeweils größten Wahrscheinlichkeit Eigentlich *existiert* Wahrscheinlichkeit ja gar nicht. [Der Duden definiert](https://www.duden.de/rechtschreibung/Wahrscheinlichkeit) sie als den »Grad der Möglichkeit des Eintretens bzw. der Voraussagbarkeit eines Ereignisses«. Eine Wahrscheinlichkeit von 0,3 bedeutet, dass bei 10 Durchläufen des Kontextes das betreffende Ereignis drei Mal eintreten sollte – wenn alles »ideal« verläuft. »Idealerweise« ist die Wahrscheinlichkeit für jedes Ergebnis beim Wurf eines Würfels *ein Sechstel*. Hier aber stehen wir an einem Punkt, an dem wir heute in einem Zustand *kalkulierter Irrationalität* fortfahren sollten. Es hat sich für »vernünftige Menschen« bewährt, grundsätzlich von den Ereignissen mit der jeweils größten Eintrittswahrscheinlichkeit auszugehen. Ein Unternehmer wird die Investition tätigen, die ihm mit der höchsten Wahrscheinlichkeit einen sicheren, zufriedenstellenden Gewinn einbringt. Ärzte sagen: »Think horse, not zebra.« Und so weiter. ## Und auch sonst verloren Philosophen beschreiben Wahrscheinlichkeiten schon mal mit »möglichen Welten«. Es war bislang für das Individuum vernünftig, davon auszugehen, dass man sich aktuell von allen möglichen Welten in der mit der höchsten Wahrscheinlichkeit befindet – und seine Handlungen derart auszurichten. Spätestens heute, Anfang 2026, ist diese alte Vernunftregel aufgehoben. Ich werde an dieser Stelle nicht all die Entwicklungen aufzählen, die darauf hinweisen, dass Deutschland und damit die EU auf den sozialen und ökonomischen Kollaps zusteuern. Ich werde zumindest heute nicht listen, wie außerdemokratische Kräfte in einigen europäischen Hauptstädten offen diktatorische Maßnahmen installieren. Das wurde (und wird noch) ausführlich dokumentiert. Wer weiß, der weiß. (Und wer nicht weiß, der ist vermutlich Tagesschau-Konsument und auch sonst verloren.) Es scheint an diesem Punkt wahrscheinlicher, dass das System um uns her kollabiert (und dies zuerst vorübergehend hinter potemkinschen Dörfern aus Zensur und Propaganda verstecken will), als dass es das nicht tut. ## Hochziehen – ohne Chance? Die Wahrscheinlichkeit, dass sich für Europa, zum Beispiel via USA, eine *Rettung* findet, fühlt sich geringer an, als die Wahrscheinlichkeit, dass sich *keine* Rettung findet. Berlin und Brüssel bilden ein verflochtenes Netz gegenseitiger Abhängigkeiten, und die *wahren* Strippenzieher haben den Kollaps vermutlich bereits in ihre persönliche Mathematik eingerechnet – wenn sie ihn nicht sogar aktiv etwa via De-Industrialisierung und Massenmigration forcieren. Und doch bleibt dem Normalsterblichen auf diesen unteren Fluren der Titanic nur jenes Denken, das man »pragmatische Rechtfertigung der Wahrheit« nennt. (Zu dieser siehe den Essay [»Auf dass sie sich aufreiben«](https://dushan.org/essays/auf-dass-sie-sich-aufreiben/).) Wir *müssen* davon ausgehen, dass ein Ausweg existiert. Ja, es ist *wahrscheinlicher*, dass *kein* Ausweg existiert. Doch solange deine Finger an der Klippe klammern, ist es pragmatisch gerechtfertigt, davon auszugehen, dass du dich auch wieder hochziehen kannst. ## Das Wunder, das noch kommen wird Ich schrieb vor Jahren den Roman *[Warteraum 254](https://dushan.org/buecher/warteraum-254/)*. Ich zitierte dessen Epigramm zum Beispiel [hier](https://dushan.org/essays/antifa/) und [hier](https://dushan.org/essays/wie-ein-bumerang/). Es lautet: > Wenn sie Informationen von dir fordern, genau dann stell dich dumm! Sag ihnen, dass du auf das Wunder wartest – das Wunder, das noch kommen wird. > > – Leonard Cohen, Waiting For The Miracle Die wahren Ursprünge des »chinesischen« Gerichts *Chop Suey* sind übrigens unklar. Eine der Legenden besagt, dass ein chinesischer Koch in San Francisco für eine Gruppe betrunkener Goldsucher irgendwas kochen musste. Um nicht verprügelt zu werden, warf er in den Wok zusammen, was er noch da hatte. *Zásuì* (杂碎) bedeutet übrigens »gemischte Übrigbleibsel«. Aus den Übrigbleibseln dessen, was einst gut war, neue Klassiker erschaffen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, auch das lehrt uns ein Sprichwort. *Noch* leben wir, also darf in und durch uns die Hoffnung leben. Die Hoffnung auf das Wunder, das kommen muss. - [Wenn weiße Frauen alles opfern](https://dushan.org/essays/weisse-frauen/) Bei Protesten, ob in den USA oder in Deutschland, fällt auf, dass – neben den üblichen Blauhaaren und Soja-Sörens – besonders weiße Frauen mittleren Alters für suizidalen Irrsinn zu begeistern sind. Was bedeutet das? Ich war krank. Männergrippe. Drei Tage. Mein Bewusstsein kam und ging in Wellen. Dies ist meine Wiederauferstehung am *vierten* Tag. Mein Gehirn sah sich nicht imstande, sich mit Literatur oder Erhabenem zu beschäftigen. (Tatsächlich war der Rosenkranz heute Morgen ein ausreichend erfolgreicher Test, ob mein Gehirn wieder funktioniert.) In den wachen und semi-luziden Phasen dieser drei Tage tat ich das, was Hunderte Millionen Menschen heute eben tun, wenn das Gehirn nur halb funktioniert, der Mensch aber noch nicht ganz tot ist und sich folglich die Zeit vertreiben will: Ich schaute Nachrichten. ## Nach entsprechendem Verfahren Ich verfolgte unter anderem die Anti-ICE-Proteste in den USA. »ICE« steht für »United States **I**mmigration and **C**ustoms **E**nforcement«, also die *Einwanderungs- und Zollbehörde der Vereinigten Staaten*. ICE-Beamte wirken wie besonders gut ausgerüstete Polizisten, optisch geradezu »paramilitärisch«. Die Trump-Regierung setzt mithilfe von ICE die geltenden Immigrationsgesetze der USA durch. Sprich: Beamte holen Illegale ab und bringen sie nach entsprechendem Verfahren außer Landes. Aggressive linke Demonstranten stellen sich den ICE-Beamten in den Weg. Einige Demonstranten räumen inzwischen ein, dass sie bezahlt werden. Andere Demonstranten scheinen vor allem dem Milieu linker US-Colleges zu entstammen, wobei da die bezahlten Agitatoren mit den echten Fanatisierten buchstäblich Hand in Hand gehen. (Beispiele: [@justicecometh, 09.01.2026](https://x.com/justicecometh/status/2009417110506938806), [@EricLDaugh, 11.01.2026](https://x.com/EricLDaugh/status/2010192189931061617)). Eines aber fällt an den Anti-ICE-Protesten in den USA so deutlich auf, dass es nicht mehr zu leugnen ist: Ein ordentlicher Teil der Linken zeigt Verhaltensweisen, die schlicht wie eine geistige Erkrankung wirken. Kein seriöser Psychologe wird einem Patienten, der manisch vor fahrende Autos läuft und sich mitschleifen lässt ([@JebraFaushay, 09.01.2026](https://x.com/JebraFaushay/status/2009753564025946523)), vollumfängliche psychische Gesundheit bestätigen. Nein, wenn die Überzeugungen eines Menschen offensichtlich im Konflikt mit der Realität stehen – sprich: wenn er halluziniert –, oder wenn seine »Argumente« daraus bestehen, laut zu kreischen oder lediglich »du Faschist« zu wiederholen, dann ist das keine »andere Meinung«. Eine andere Meinung ist eine andere Meinung. Wie ein Irrer aufzutreten ist eben das. Ich habe ja vor einiger Zeit selbst ein Video zu der Frage produziert, ob womöglich manche Linke schlicht *von Dämonen besessen* sind ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=b_a95SSA1BI)). Zumindest weisen sie entsprechende Merkmale auf. Doch bei den Anti-ICE-Protesten in den USA scheint die Zahl der Verhaltensauffälligen derart hoch zu sein, dass mir eher Begriffe wie *Massenpsychose* einfallen. ## Hinterlässt drei Kinder Es hat sich ja herumgesprochen, dass bei den Anti-ICE-Protesten eine Frau zu Tode kam ([apollo-news.net, 8.1.2026](https://apollo-news.net/frau-fhrt-auf-ice%E2%80%91beamten-zu-und-wird-erschossen-gouverneur-walz-droht-trump-mit-krieg/)). Die Dame wurde in ihrem Auto erschossen, als sie sich Anweisung eines ICE-Beamten widersetzte und in Richtung eines anderen Beamten weiterfuhr. Ihre Lebenspartnerin (nach einigen Quellen: Gattin) hatte sie dazu angestachelt. Die Frau hinterlässt drei Kinder, von denen sie nur für eines das Sorgerecht hatte. (Für die anderen beiden verlor sie das Sorgerecht wegen häuslicher Gewalt, so aktuelle Berichte.) Das gesamte *Leben* dieser Dame schien sich um Protest gegen Maßnahmen der Trump-Regierung gedreht zu haben. Doch nicht der Protest gegen die Trump-Regierung war ihr Todesurteil, sondern die falsche Überzeugung, dass keine ihrer Protest-Handlungen eine für sie negative Konsequenz haben würde – und das ist nur *ein* Fragment solchen Wahns. (Bevor es zur Konfrontation mit den ICE-Beamten kam, hatte sie ihr Auto hin und her manövriert, um gezielt ICE-Beamte zu blockieren ([@FandySandy45, 10.01.2026](https://x.com/FandySandy45/status/2010127324134416729))). ## Traditionell auffällig Wir kennen es ja auch von der linken Politik in Deutschland. Ich habe es in Essays wie [»10 Gebote fürs Reden mit Linken«](https://dushan.org/essays/10-gebote-fuers-reden-mit-linken/) beschrieben. Linke Verhaltensmuster ähneln täglich klarer Verhaltensmustern, die man traditionell als mindestens *auffällig* beschreiben würde. Immer wieder sind es *mittelalte Frauen*, die entsprechend auffallen (siehe etwa [@RealAmVoice, 10.01.2026](https://x.com/RealAmVoice/status/2010100745299976696)). Ganze YouTube-Kanäle bezahlen inzwischen ihre Rechnungen damit, solche Frauen (und gelegentlich auch Männer) bei Protesten einfach zu fragen, was genau ihr Anliegen ist – oder sie der groben Heuchelei zu überführen ([@DOGE__news, 13.04.2025](https://x.com/DOGE__news/status/1911207713859641480)). Laut einigen Theorien ist eine *suizidale Empathie*, welche diese Frauen antreibt. Eine zynische Erklärung lautet, diese Frauen wären oft kinderlos und würden in den jungen Männern brauner Hautfarbe ihre eigenen ungeborenen Kinder sehen ([@JoelWBerry, 9.01.2026](https://x.com/JoelWBerry/status/2009622641385394674)). Es stimmt aber nicht immer. Die Erschossene ist nicht die einzige biologische Mutter, die sich dafür einsetzt, das Leben ihrer Kinder schlechter zu machen. Man vergleiche nur die deutschen »Omas gegen Rechts«, von denen einige *tatsächlich* zumindest biologisch Mütter sind. In welchem geistigen Zustand befindet sich eine Mutter, die ihren *Säugling* in die eisige Kälte mitschleppt ([@GuntherEagleman, 10.01.2026](https://x.com/GuntherEagleman/status/2010105187684475146)), als menschliches Schutzschild ([@OF_Schroedinger, 11.01.2026](https://x.com/OF_Schroedinger/status/2010317936549069302)), während sie *gegen* die Ausweisung von Kriminellen demonstriert? Was ist die Diagnose für mittelalte Frauen, die ICE-Beamten wie im Wahn bedrängen und den Bewaffneten ins Gesicht brüllen, sie doch bitte auch zu erschießen? ([@EndWokeness, 11.1.2026](https://x.com/EndWokeness/status/2010426411023012046)) Wie gehirngewaschen muss eine Mutter sein, um ihr 6-jähriges Kind im Auto zurückzulassen, während sie bewaffnete ICE-Beamte bei der Festnahme eines Kriminellen behindert? ([@camhigby, 9.01.2026](https://x.com/camhigby/status/2009543061492355438)) ## Man denke im Gegensatz Die Proteste in den USA waren natürlich nicht die einzigen Nachrichten der vergangenen Tage. Da war etwa die nächste offen anti-demokratische Äußerung von Daniel Günther. Da ist der nächste Revolutionsversuch im Iran. Und es ist auch definitiv eine Nachricht, dass Trumps Grönland-Pläne allmählich ernster werden. Doch die irrationale, suizidale weiße Frau, die in wütendem Wahn ihr Land und ihre Gesellschaft mit sich in den persönlichen Abgrund reißen will, das scheint speziell westlich zu sein. Ach, man denke im Gegensatz bloß an die mutigen Frauen im Iran! Ein alter Scherz sagt: Demokratie ist, wenn drei Wölfe und ein Schaf darüber abstimmen, was es zum Abendessen gibt. Tatsächlich bedeutet Demokratie heute, gerade im Europa des letzten Jahrzehnts, dass von zwanzig Busreisenden elf oder mehr Passagiere beschließen, den Bus in den Abgrund fahren zu lassen (worin ihnen der Busfahrer gern zustimmt, weil er rechtzeitig abspringen wird und auch sonst vorgesorgt hat). Ich bin nach drei Tagen aus dem Fieber erwacht. Und wenn ich alles recht bedenke, scheint mir, dass auch dem mythischen *Westen* – besonders Europa – ein schnelles Erwachen aus einem halben Jahrhundert fiebrigen Irreseins guttäte. Man kann am Fieber auch sterben. Wenn sich nicht von selbst eine Besserung einstellt, ist es ratsam, fiebersenkende Maßnahmen einzuleiten. Und wenn auch die nicht helfen, wird es Zeit, die letzten Sakramente an Europa zu vollziehen. (Das wiederum würde voraussetzen, dass Europa sich rechtzeitig bekehrt.) - [Man berichtet von der ersten Toten](https://dushan.org/essays/von-der-ersten-toten/) Laut Blackout-Anwohnern forderte der Anschlag in Berlin nun indirekt die erste Tote. Erfroren? Fragen wir mal so: Wenn es ein RECHTER Anschlag gewesen wäre, von wem würde die Propaganda sagen, dass er »mitgemordet« hat? Aber es waren ja mutmaßlich »Gute«. Kalt ist es in Europa. Auch vom Klima her. Die von den Klima-Propheten versprochene Erwärmung bleibt aus. Das ist aber nur eingebildet. Wenn dir dieser Tage kalt ist, dann bist du ein *Klimaleugner*. Ich habe mal ein Lied getextet (und vom Kollegen Computer komponieren und singen lassen), dessen Refrain erklärte: »Ob Regen oder Hagel oder heller Sonnenschein – der Grund kann immer nur der Klimawandel sein.« – Wenn man das Lied heute [bei YouTube aufruft](https://www.youtube.com/watch?v=NxiplavOl0Q), blendet die Plattform unterm Video irgendwelche UN-Klimaprophetien ein. Ja, die *Kälte* in Europa und in Deutschland ist schockierend. Besonders kalt, auf verschiedene Arten, ist es weiterhin in Berlin. Die Bibel beschreibt es so: > Auch falsche Propheten werden in großer Zahl auftreten und viele irreführen; und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in den meisten erkalten;« > > – Matthäus 24:11-12 ## Oder sie sitzen fest In der Nacht zum 4. Januar 2026 verübte *jemand* einen Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz. Das Bekennerschreiben der linksextremen »Vulkangruppe« liegt vor. Die Behörden halten es immerhin für *plausibel* und untersuchen den Anschlag als *politisch motiviert* – die Ermittlungen dauern an. Wie unangenehm es den »Guten« ist, dass dieser Anschlag auf »die Guten« zurückzuführen ist, erkennt man daran, dass ihn einige dem üblichen Schreckgespenst anlasten wollen: den Russen, Putin. Als Beleg liefern sie Hinweise, dass der Text durch einen einfachen Computer-Übersetzer gejagt wurde. (Also wie es auch jemand tut, der linguistische Spuren verwischen will und mehrfach hin und her übersetzen lässt.) 45.000 Haushalte, über 2.200 Betriebe ohne Strom ([tagesspiegel.de, 01.03.2026](https://www.tagesspiegel.de/berlin/stromausfall-betreiber-prazisiert-stromausfall-betrifft-45000-haushalte-15098573.html)). Im Januar, bei Minusgraden. Frohes Neues auf linksextreme Art? Zehntausende Menschen ohne Strom, ohne Heizung, ohne Licht. Rentner werden in Turnhallen massenversorgt. Oder sie sitzen in oberen Stockwerken fest, in immer kälter werdenden Wohnungen. »Flüchtlinge« werden von der Stadt schnell in warm geheizten Hotels untergebracht. Gut, dass die Politik uns Dummerchen aufs Arroganteste erklärt, warum das genau so rechtens und also wohl richtig ist ([berliner-zeitung.de, 6.1.2026](https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/berlin-li.10012799)). Jetzt hört man von Anwohnern, dass der mutmaßliche linke Terror womöglich indirekt die erste Tote forderte ([@jungefreiheit, 06.01.2026](https://x.com/jungefreiheit/status/2008636173493633074)). Eine Rentnerin, Mitte 80. Es steht noch nicht fest, ob sie erfror oder ob sie sich beim verzweifelten Versuch vergiftete, mit Holz zu heizen. Freie Medien und unabhängige Blogger werden sich die Informationen selbst zusammensuchen müssen. Böse ist, wer vermutet, dass die Medien des Propagandastaates noch überlegen, wie sie ein Opfer möglicherweise »guten« Terrors der Opposition und den Regierungskritikern anlasten können. Wenn aber die Informationen und der Anschein so stimmen, starb die Rentnerin, weil einige der »Guten« meinten, zur Rettung des Klimas die Infrastruktur zerstören zu müssen. ## Es sei notwendig Unabhängig davon, ob diese konkrete Meldung über die Verstorbene auch von den Behörden des Propagandastaates bestätigt wird, bleibt ja der Fakt, dass Tausende Berliner infolge des Anschlags der vermeintlichen »Guten« leiden. (Es fällt ja inzwischen auch sonst auf: Täglich mehr Leid in Deutschland ist eine direkte Folge der Handlungen von selbsterklärten »Guten«.) Im Geschichtsunterricht haben wir gelernt, dass eine Ideologie dann *böse* ist, wenn sie zu unnötigem Leid führt. Die heutigen »Guten« werden dir sagen, dass die Klima-Ideologie keine böse Ideologie ist, weil das von ihr verursachte Leid ja »notwendig« sei. Auch die Klimakleber, die Menschen auf dem Weg ins Krankenhaus oder »nur« auf dem Weg zur Arbeit stoppen, werden uns versichern, dass dieses Leid »notwendig« sei, um »das Klima zu retten«. Ähnlich wie Soros-freundliche Politiker und deutsche Kirchenvertreter uns glauben lassen wollen, dass Messertote, Gruppenvergewaltigungen und kollabierende Sozialsysteme »moralisch notwendig« seien. (Die einen erzählen lieber nicht, welche Spenden und Anschlussverwendungen sie erhalten. Die anderen erzählen lieber nicht, wie viel Geld die Wohlfahrtsverbände verdienen, während das Land sozial kaputtgeht.) Das Schockierendste an den Meldungen aus der Berliner Kälte bleibt aber die *menschliche* Kälte. ## Sonst aus Kriegen Während ich diese Gedanken notiere, gehen in den betroffenen Gebieten die Lichter wieder an ([bild.de, 01.07.2026](https://www.bild.de/regional/berlin/die-ereignisse-im-live-ticker-der-strom-ist-zurueck-in-berlin-695e1e8faf760025de95cf01)). Gut. Wir sollten trotz und gerade wegen unserer Wut auf die Berliner Gesetzlosigkeit den Helfern dankbar sein, welche die Folgen des »guten« Terrors reparierten. Wenn die Wohnungen wieder warm werden, werden hoffentlich keine Menschen mehr zu *Kollateralschäden* »guter« Ideologie. Zumindest nicht durch Kälte. Jetzt wieder vor allem durch Messer. Wir kennen den Begriff der *Kollateralschäden* sonst aus *Kriegen*. Die Klima-Propheten führen einen Krieg für eine Ideologie (und für die Profite der CO2-Zertifikatehändler). Erfrorene Rentner sind da wohl *Kollateralschäden*. Es wird wieder warm. Man wird die *Kollateralschäden* begraben. Und dann wird man alles vergessen wollen, als wäre es nie passiert. Wäre nicht das erste Mal in diesem Jahrzehnt Vermutlich wird man die Kollateralschäden aber nicht begraben, sondern einäschern. Wie gut, dass wir keine Zyniker sind. Deshalb eignen wir uns hier nicht den Scherz an, dass beim Einäschern den Erfrorenen zumindest ein letztes Mal warm wird. ## Wird die Liebe Diese Zeiten sind wahrlich kalt, nicht nur vom Wetter her. Diese Zeiten sind *menschlich* kalt, als direkte Folge erst innerer und dann äußerer Verwahrlosung. Exakt wie der Bibelvers versprach: Mit den Klimapropheten kommt die Gesetzlosigkeit. Und mit der Gesetzlosigkeit erkaltet die Liebe. Lesen wir aber noch mal nach! Ist die Kälte das Einzige, wovon dieser Vers zu berichten weiß? Nein! Wir stellen fest, dass jener Gedanke einen weiteren Vers umfasst. Dieser enthält eine Empfehlung und ein Versprechen: > Auch falsche Propheten werden in großer Zahl auftreten und viele irreführen; und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in den meisten erkalten; wer jedoch bis ans Ende ausharrt, der wird gerettet werden. > > – Matthäus 24:11-13 Wohl dem, der weiß, was es ist, *worin* er beharrt – und *warum*. - [Völkerrecht auch gegen das Volk](https://dushan.org/essays/voelkerrecht-gegen-volk/) Maduro machte Venezuela arm. Trotz Erdöl aßen die Menschen dort Ratten. Maduro war nach Wahlbetrug an der Macht – also ohne Legitimation. Weil er aber nun mal an der Macht war, verstößt seine (vom Volk gefeierte!) Absetzung gegen das Völkerrecht. Korrekt? Donald Trumps Spezialeinheiten haben am 3. Januar 2026 den Präsidenten von Venezuela, Nicolás Maduro Moros, vor Ort festgenommen, samt seiner Gattin. Die beiden wurden nach New York gebracht, wo sie wegen Drogenverbrechen vor Gericht gestellt werden sollen (siehe etwa [apollo-news.net, 6.1.2026](https://apollo-news.net/bin-ein-mann-gottes-und-kriegsgefangener-maduro-pldiert-vor-us-gericht-auf-unschuldig/)). Im Internet kursieren viele Videos feiernder Venezolaner, welche die Absetzung des sozialistischen Diktators feiern. Die Realpolitiker der Welt nehmen es hin, dass Trump tun kann, was er will. Die meisten Politiker und Publizisten sind sich zwar einig, dass Maduro ein fieser Diktator ist und dass seine Wahl grob gefälscht war. Und weil die Wahl grob gefälscht war, war Maduro damit ohne Legitimation an der Macht. Außerdem hatte Maduro keinen Rückhalt im Volk. Das Land besitzt riesige Ölvorkommen, aber die Menschen essen Ratten ([dailymail.co.uk, 1.3.2018](https://www.dailymail.co.uk/news/article-5449023/Venezuelans-eat-rats-dogs-economy-nosedives.html)). Nach seiner Absetzung feierten Venezolaner im In- und Ausland auf den Straßen (während sie von Linken belehrt wurden, dass sie nichts zu feiern haben). Doch es finden sich auch Kritiker. Die berufen sich aufs »Völkerrecht«. Und wenn ich die diesbezüglichen Trump-Kritiker richtig verstehe, verstieß die Festnahme und Entführung Maduros gegen das »Völkerrecht«. Zwei Rückfragen darf ich mir dazu erlauben: Erstens: Wessen Recht ist es eigentlich *wirklich*, wenn die Absetzung eines Diktators zwar vom Volk gefeiert wird, aber dennoch gegen das »Völkerrecht« verstoßen soll? Und zweitens: Es ist schon auffällig, dass jene politischen Richtungen, die sich in dieser Angelegenheit extra laut auf das »Völkerrecht« berufen, sonst jede Erwähnung von *Volk* als *rechtsextrem* attackieren. Übrigens: Wer meint, die Absetzung Maduros sei grobes Unrecht, den kann man »beruhigen«. Aktuell ist Maduros treue Vize-Präsidentin im Amt ([foxnews.com, 5.1.2025](https://www.foxnews.com/world/venezuela-orders-nationwide-manhunt-supporters-after-maduros-arrest-us-forces)). Und man fahndet in Venezuela nach Einheimischen, die den USA bei der Verhaftung des Diktator womöglich geholfen haben. Vergessen wir aber nicht: Das vielbeschworene »Völkerrecht« ist eine freiwillige Selbstbeschränkung der stärkeren Mächte. Darin ähnelt das ominöse Völkerrecht den Grundrechten, die ja bekanntlich die Abwehrrechte des Bürgers gegen den mächtigen Staat sein sollen. Die Grundrechte sind eine freiwillige Selbstbeschränkung des Staates, garantiert durch nichts außer Moral und Geschichtsbewusstsein. Deutschland war das Land mit der »Ermächtigung« im Kontext jener globalen Panik (siehe [»Grundlage zur Ermächtigung«](https://dushan.org/essays/ermaechtigungsgrundlage/)). Deutschland ist das Land, dessen Staatsanwälte sich lachend zitieren lassen, dass und wie sie Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen zur Abschreckung ohne Anklage und Verfahren einsetzen ([»Warum lachten die Staatsanwälte?«](https://dushan.org/essays/der-staat-lacht/)). Deutschland ist das Land, das politische Gegner monatelang mit hahnebüchenen Vorwürfen ins Gefängnis wirft (siehe [»Gib mir den Ballweg, ich gebe dir die Tat«](https://dushan.org/essays/ballweg-der-mann/)). Deutschland ist das Land, das die »abschreckende Hausdurchsuchung« nun wohl auch auf politisch störende Redaktionen und Internet-Plattformen ausweiten wird ([nius.de, 5.1.2025](https://nius.de/politik/news/durchsuchungen-redaktionen-bundesregierung-gesetz)). Selbst *wenn* das Völkerrecht auch dann greift, wenn seine Anwendung sich gegen den Wunsch und Willen des betroffenen Volkes richtet, fragt man sich doch: Sollte die deutsche Politik andere Länder wirklich über die freiwillige Beschneidung der eigenen Macht belehren? Welches *moralische* Recht hätten Europas Politiker, von den USA die Einhaltung des Völkerrechts einzufordern, also einer moralbegründeten Selbstbeschränkung des Mächtigen? - [Der Berlin-Blackout und du](https://dushan.org/essays/berlin-blackout/) In Berlin fällt Strom aus, wohl nach einem Anschlag durch Linksextremisten. In Medien des Propagandastaates wird die Wärme des Blackout-bedingten Kollektivismus beschmachtet. Und die Bürger werden weiter die Verantwortlichen wählen. Dit is Deutschland. Teile des Berliner Stromnetzes folgten dieser Tage dem kollektiven Berliner Denkvermögen: Es kam zum Stromausfall aufgrund linksextremer Aktivitäten. Bei leichtem Schneefall und Temperaturen um den Gefrierpunkt sind nun auch in der folgenden Woche Tausende Berliner ohne Strom (siehe etwa [nius.de, 03.01.2026](https://nius.de/nachrichten/news/verteilerstation-feuer-50000-haushalte-berlin-ohne-strom#passage-ads)). Weder der Anschlag durch Linksextreme noch die Inkompetenz der Verantwortlichen überraschen wirklich. Dit is Berlin. Interessant(er) an der Berlin-Causa sind (wie so oft) die *Verschwörungstheorien*. Ich lese bei Danisch heute etwa von einer solchen: > Haben wir vielleicht gerade eine Dunkelflaute und einen Zusammenbruch des Netzes, und man hat einen „Lastabwurf“ getrieben, einen Teil geopfert, um dem gesamten Zusammenbruch zu entgehen, aber so, dass man das nicht direkt der Regierung und den Grünen anlastet und gleich AfD wählt? > > – [danisch.de, 04.01.2026](https://www.danisch.de/blog/2026/01/04/ist-der-stromausfall-von-berlin-ein-inszenierter-fake/) Die buchstäbliche »Verschwörung« bestünde also wohl darin, wenn ich das richtig verstehe, dass die Stromversorgung eines kleinen Teils der Bevölkerung »geopfert« wurde, um Instabilität im *gesamten* System zu verhindern. Nun, ich bin kein Indscheniör, doch scheint mir, dass die Auswirkungen eines Stromausfalls in so geringem Umfang auf die Stromversorgung Gesamtdeutschlands ähnlich verschwindend gering sind wie der Einfluss Deutschlands auf die weltweite CO2-Produktion. *Wenn* ich selbst eine Verschwörungstheorie zum Stromausfall hätte, würde ich vielleicht eher an eine *Übung* denken. Vor der globalen Covid-Panik wurden bekanntlich entsprechende *theoretische* Übungen durchgeführt (»Event 201« am 15.10.2019 in New York, siehe [weforum.org](https://www.weforum.org/press/2019/10/live-simulation-exercise-to-prepare-public-and-private-leaders-for-pandemic-response/)). Warum also nicht *reale experimentelle Übungen*, um zu studieren, wie die Bevölkerung auf das Abschalten des elektrischen Stroms reagieren wird? Bei bild.de schreibt Ulf Poschardt ein schmalztriefendes Rührstück über den »Zusammenhalt« der Stromausgefallenen: »Im Dunkeln sind alle gleich« ([bild.de, 4.1.2025](https://www.bild.de/news/inland/herausgeber-ulf-poschardt-ueber-den-berliner-blackout-im-dunkeln-sind-alle-gleich-695a05f8f6fc544dba9bbcc7)). > Die Dunkelheit macht alle gleich, die Kälte drückt Reich und Arm, laut und leise, alt und jung, Dreadlocks und Nasenring und die Mama mit der Hermes-Tasche zusammen. Alle sorgen sich um alle. Die meisten Telefonate sind Hilfsangebote oder Fragen, wie es geht. > > – Ulf Poschardt, via [bild.de, 4.1.2025](https://www.bild.de/news/inland/herausgeber-ulf-poschardt-ueber-den-berliner-blackout-im-dunkeln-sind-alle-gleich-695a05f8f6fc544dba9bbcc7) Hach, wie schön! Der totale Ausfall als großer Gleichmacher. Poschardt schwärmt wohl von dem, was der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani jüngst als die »Wärme des Kollektivismus« beschrieb ([nypost.com, 02.01.2026](https://nypost.com/2026/01/02/us-news/bishop-robert-barron-slams-zohran-mamdanis-warmth-of-collectivism-line-for-gods-sake/)). Ich sage definitiv *nicht*, dass es keine Verschwörungen gibt. [Verschwörungsleugner](https://dushan.org/essays/verschwoerungsleugner/) zu sein erfordert zu viel Glaubensleistung, zu viel mutwilliges Ignorieren täglicher Anschauung. Ich sage, dass eine bestimmte Verhaltensweise der Reichen und Mächtigen *von außen* wie eine Verschwörung *wirken* kann, tatsächlich aber nur das gewohnheitsmäßige und taktische Nutzen spontaner Möglichkeiten ist. (Weil sie diese Gewohnheit pflegen, sind sie vermutlich so reich und mächtig geworden – und geblieben.) Der Stromausfall in Berlin wirkt natürlich wie ein paradigmatisches Beispiel von *Hanlons Rasiermesser*: Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Inkompetenz ausreichend erklärt ist. (Siehe dazu wiederum etwa meinen Essay [»Mögest du in Sprichwörtern leben«](https://dushan.org/essays/in-sprichwoertern-leben/).) Es ist denkmöglich, dass die Ursache für den Berlin-Blackout in einer Kombination aus politischer Sympathie für Linksextremismus und sonstiger Inkompetenz liegt. Und zugleich können und werden interessierte Kreise aus dem Berlin-Blackout politische Schlussfolgerungen ziehen. Die interessanteste Lektion aus dem Berlin-Blackout wären die Ergebnisse von Wahlumfragen in den betroffenen Gegenden, eine Woche, einen Monat und ein Jahr nach der Wiederherstellung der Stromversorgung. Und ich bin sicher, dass die Verantwortlichen diese Umfragen sehr genau studieren werden. Es wird den Effekt einer Übung und eines nützlichen Experiments haben, unabhängig von der Frage, ob sich jemand zu diesem Zweck »verschworen« hat. Wir *ahnen* nicht nur, wir *wissen*, dass die betroffenen Berliner genau die politische Inkompetenz wieder wählen werden, die sie in die gegenwärtige Dunkelheit führte. Das vor linksgrüner Gefühligkeit tropfende Schmachtstück des Herrn Poschardt ist Hinweis genug. Gefühl besiegt Überlebenswillen. Die meisten von uns sind vom »Berlin-Blackout« nur im metaphorischen Sinn des Begriffs betroffen. Und doch können wir daraus *lernen*, ähnlich wie die Reichen und Mächtigen daraus lernen. Wir können lernen, dass die Masse nicht dazulernt. Wir *wissen* es ja eigentlich, also wird unser Dazulernen eher daraus bestehen, aufs Neue jeder Illusion beraubt zu werden, dass die Masse dazulernen wird. Durch Fehler wird man klug, so sagt eine Redensart. Doch nicht jeder, der Fehler begeht, wird auch selbst klug. Die Mächtigen und die Gewieften schauen nach Berlin und studieren das Verhalten der Verdunkelten – und sie werden *klug* daraus. Ja, schaut auf diese Stadt, ihr Deutschen der Welt! Studiert deren Verhalten, um zu sehen, wie man es *nicht* macht – und werdet klug. - [Zahlen wirst du doch](https://dushan.org/essays/klage-ruhig/) Wenn der Bürger gegen Politik oder Staatsfunk klagt, oder wenn er verklagt wird, ist sein Risiko prinzipiell privat. Doch wenn er gewinnen sollte, haften die »Eliten« selten selbst – sondern indirekt wieder der Bürger. Fühlt sich das wie »Rechtsstaat« an? Was ist ein Unrechtsstaat? Fühlt sich Deutschland im Jahr 2025 wie ein solcher an? Wenn ja, woran ließe sich das festmachen? Und was würde das bedeuten, bezüglich Alltag und Realität? Im [bewährten wissenschaftlichen Stil](https://www.youtube.com/watch?v=6T-WR2I0gx4) stellen wir uns zuerst mal dumm und fragen: Was ist das denn, so ein Unrechtsstaat? Dieses Wort »Unrechtsstaat« ist tatsächlich ein *politischer Kampfbegriff*. Wie *Faschismus*, *Populismus* oder inzwischen auch *rechtsextrem* ist es ein Wort, das meist im *Angriff* verwendet wird. Der Begriff *Unrechtsstaat* ist zudem auch ein *Gesslerhut*, und ein solcher wird [von Wikipedia erklärt](https://de.wikipedia.org/wiki/Gesslerhut) als »eine Einrichtung, deren einzig sinnfälliger Zweck die öffentliche Erzwingung untertänigen Verhaltens ist«. Nehmen wir aber einmal an, dass der Begriff *Unrechtsstaat* tatsächlich ein Staatswesen mit bestimmten Eigenschaften beschreiben würde. Welche wären das? Da ich die moderne Bundesrepublik Deutschland mindestens für einen *Propagandastaat* halte (zu dieser Begriffsdefinition siehe [Essay vom 27.11.2020](https://dushan.org/essays/propagandastaat/)), traue ich keinen staatlichen oder regierungsnahen Quellen bei der Beschreibung des Begriffs. Ich frage vielmehr die via Algorithmus gesammelte und aufgearbeitete kollektive Erkenntnis der Menschheit. Sprich: Ich frage, natürlich um deren spezielle Filter und Rahmenbedingungen wissend, die *künstliche Intelligenz*. Und die gibt als *Kerndefinition* an: > Ein Unrechtsstaat ist ein Gemeinwesen, in dem > > - Macht Vorrang vor Recht hat, > - Gesetze nicht der Begrenzung staatlicher Gewalt dienen, sondern ihr Instrument sind, > - Rechtsschutz gegen den Staat strukturell fehlt oder wirkungslos ist, > - Grundrechte nicht verbindlich gelten, sondern widerrufbar, > - Richter nicht unabhängig, sondern politisch gebunden sind. > > – [chatgpt 5.2, 3.1.2025](https://chatgpt.com/share/6958d8ee-9a04-8010-b6d2-fd55b419e38c) Wenn ihr brave Tagesschau-Gucker:innen und Gegen-Rechts-Kämpfer:innen seid, werdet ihr von dieser Beschreibung ausschließlich darauf schließen, was die AfD tun wird, wenn sie nicht rechtzeitig verboten wird. Wenn ihr aber weniger brav sein solltet und noch dazu [den Rest](https://chatgpt.com/share/6958d8ee-9a04-8010-b6d2-fd55b419e38c) der automatischen Erklärung lest, könntet ihr auf andere Ideen kommen. Die KI meint nämlich, »typische Kennzeichen« eines Unrechtsstaates seien etwa ›politische Strafjustiz‹, ›unklare oder bewusst vage Normen‹, ›Gleichsetzung von Regierungskritik mit Rechtsbruch‹ oder der ›Vorrang politischer Zielsetzungen vor Rechtsbindung‹«. Wenn dir, deutscher Bürger, zu all dem etwas anderes einfällt als »das ist, was die AfD will«, dann legt lieber euren Bademantel bereit, denn ihr habt »Hass und Hetze« gedacht. Der Anlass für meine essayistische Untersuchung mit hybrider Intelligenz waren zwei Sätze in einer aktuellen Meldung: > Der Intendant verpflichtete sich, die beanstandeten Aussagen künftig zu unterlassen. Die Anwaltskosten Schönbohms in Höhe von rund 1.400 Euro übernahm der Sender. > > – [apollo-news.net, 01.03.2026](https://apollo-news.net/nach-falschen-uerungen-ber-schnbohm-zdf-intendant-gibt-unterlassungserklrung-ab/) Lasst uns den Kontext in *allgemeiner* Form notieren: Der Staatsfunk hatte die Unwahrheit über einen politischen Gegner der Regierung verbreitet. Das Opfer hatte den Staatsfunk verklagt und interessanterweise recht bekommen. Die Gerichtskosten des Opfers übernahm der Staatsfunk – also via Zwangsbeitrag die Bürger selbst. Es sei Kennzeichen eines Unrechtsstaates, so lernten wir, dass »Rechtsschutz gegen den Staat strukturell fehlt oder wirkungslos ist«. In diesem Fall aber war wohl Rechtsschutz gegeben, oder? (Ja, ich subsummiere ARD und ZDF unter staatliche Organe. Ich bin längst zu müde, so zu tun, als sei es anders.) Die Realität des »Rechtsschutzes« ist aber: Staatsfunker können praktisch noch so viele Lügen und Unwahrheiten über die politischen Gegner der Regierung verbreiten, sie tragen persönlich kein Risiko – anders als die Opfer der Propaganda, die *privat* klagen. Ein ähnliches Prinzip finden wir bei steuerfinanzierten »NGOs«, die linken/regierungsnahen Politikern dabei helfen, private Bürger de facto privat zu verklagen – mit Steuergeld. Die Bürger können finanziell vernichtet werden – zynischerweise, nachdem sie die eigene Vernichtung mit ihren Steuern finanzierten –, die Politiker selbst tragen aber privat kein Risiko. Ich weiß nicht, ob es eine übliche Eigenschaft eines Unrechtsstaates ist, dass das Rechtssystem zum privaten Attacke- und Verteidigungswerkzeug der sogenannten *Eliten* wird. Dieser asymmetrische, hochgradig ungerechte Kampf fühlt sich *sehr* nach einem *Unrechtsstaat* an. Ich bin weder Journalist noch Völkerrechtlerin. Ich bin bloß ein mäandernder Essayist. Und ich bin sicher, dass die Unsere-Demokratie-Großkopferten und die gesamte Kanalisation der staatlichen Sprachrohre das alles sehr gründlich durchdacht haben, und dass sie uns ihr Ehrenwort geben würden, dass das alles demokratisch und rechtsstaatlich zugeht. Oder wie ein berühmter Saarländer einmal sagte: > Das alles ist natürlich rechtsstaatlich. Mit Politik hat es nicht das Geringste zu tun. > > – Erich H. (3.12.1992, via [glasnost.de](http://www.glasnost.de/db/DokZeit/92honerkl.html)) - [Und’s ist auch nicht zu kompliziert](https://dushan.org/essays/um-zu-leben/) Wie oft kann die Hoffnung wiedergeboren werden? Wie häufig kann ein Mensch sich neu erfinden? Ach, es wäre ein Anfang, wenn der Mensch sich nur ein einziges Mal auch wirklich fände. (Das Gefundene könnte ihn – und sein Umfeld – heftig verunsichern.) Manch einer stirbt mit 20 oder 30, wird aber erst mit 70 oder 80 begraben – so habe ich gehört. Nein, wir behandeln hier nicht verrottende Körper. Im Gegenteil: Mancher, der ein Leben lang *innerlich* tot ist, kann durchaus gut duften. Er oder sie kann sogar nett anzuschauen sein. Er kann – und *wird* wahrscheinlich – eine super Karriere machen. Er kann zu Ansehen gelangen (vor allem bei anderen Frühtoten). Und wenn er dann später tatsächlich begraben wird, wird man für ihn einen Grabstein mit seinen äußeren Lebensdaten aufstellen. (Wobei, in der heutigen Zeit, in der nichts mehr etwas bedeutet, verbrennen wir einander lieber. Wenn die Toten wirklich tot sind, wofür braucht es Grabsteine?) Jung zu sterben und alt begraben zu werden, das bedeutet: Mancher gibt viel zu früh auf, was *Seele* und *Leben* und *Menschsein* ausmacht. Er *funktioniert*. Zombie mit Steuernummer. (Oder wie *Kraftwerk* einst sangen – [siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=wHEoMpMvz7A): »Wir sind die Roboter.« – Der Begriff *Robot* als arbeitende Menschmaschine stammt bekanntlich vom tschechisch-slawischen Wort *robot*, also *Arbeit*. Erfunden hat’s Josef Čapek, also ein Tscheche, doch systematisiert haben es Deutsche und später Amerikaner. Ähnlich wie Protestantismus. Beides gelangt in diesen Jahrzehnten an sein Limit. Beides wird auf sein Original zurückgeführt. Beim dem einen liegt das Original in der ins Heute greifenden Vergangenheit. Renaissance der Wiedergeburt. Panem nostrum, bestenfalls quotidianum. Alte Form statt Wiederform. Und bei dem anderen beginnt heute die Zukunft. Die Zukunft, die so lange beschworen wurde, dass die Beschwörung den Retro-Futurismus gebar. Der Menschroboter, immer nur ein Interimsroboter gewesen, endlich vom Roboterroboter ersetzt. Denn, wie Josefs Bruder schrieb: »Práce se nesmí zastavit« – die Arbeit darf nicht stillstehen.) Ist’s aber möglich, dem frühen Tod von der Schippe zu springen? Ja, ’s ist möglich. Und es wurde erfolgreich getan von mehr als einem Sterblichen. Und ’s ist auch nicht zu kompliziert. Die Schwierigkeit liegt in der Ablenkung, der Verführung, den Lügen. Nicht das Versprechen der *Erkenntnis von Gut und Böse* war zwingend die Lüge der Schlange, sondern: »Ihr werdet keinesfalls des Todes sterben«; siehe 1. Mose 3:4. Frage einen Menschen: Was würdest du sagen, wenn du ein weiser Mann wärst, ein Philosoph, ein Selbstloser? Frage dich selbst und überrasche dich mit deiner Antwort. Der Mensch *weiß*, was *das Richtige* ist (was »zu tun ist«), solange ein Funken *Leben* in ihm ist. Auch das lässt uns mit 20 oder 30 Jahren sterben: dass wir das Richtige wissen, doch ebendieses Wissen in uns *abtöten*. Die andere Ursache jenes Frühtodes aber klingt zunächst paradox: Wir sterben früh, weil wir am Leben festhalten wollten. »Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren«, so heißt es in Lukas 9:24. Schaut euch um, schaut euch die Frühtoten an: Allesamt halten sie »am Leben fest«. Die einen essen gesünder als gesund. Die anderen treiben dreimal pro Woche Sport. Die einen saufen und nennen es Frohsinn. Die anderen pflegen die Art von »Freundschaften«, in denen einer dem anderen sagt, was er hören will. Und so weiter. All diesen ist gemeinsam, dass sie ihr »Leben« ohne etwas Größeres »leben« wollen. Ja, der Vers Lukas 9:24 geht weiter. Jesus sagt: »Wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.« Diese Art der »Rettung« ist historisch durchaus bewährt, seit knapp 2000 Jahren. Es ist auch die hier empfohlene Art der Vermeidung des erwähnten Frühtodes. Und doch ist es die Hingabe und Selbstaufgabe zugunsten eines Größeren, die dem Leben das Leben gibt. Der Künstler, der sein Leben der Kunst hingibt, klar. Der Arzt, der sein Leben für die Heilung von Kranken hingibt. Die Mutter, die ihr Leben dem Muttersein hingibt. Vielleicht auch der Nachbar, der nicht für sich lebt, sondern zum Wohl der Nachbarschaft. Wie also verhindern wir, im Alter von 20 oder 30 Jahren zu sterben und bis zum körperlichen Tod als steuerzahlender, spaßsuchender Zombie zu verbringen? Ich sage: Verhindere deinen frühen Tod, indem du dein *Ego* früh sterben lässt. Dies ist mein erster Essay im Jahr 2026. Ich lade euch ein, mit mir als Leitspruch für das neue Jahr zu probieren: Töte dein Ego, um zu leben! - [Alle anschnallen, jetzt geht es richtig los!](https://dushan.org/essays/alle-anschnallen/) Alles, was wir an Wählerverachtung, Überwachung und »Unserer Demokratie« bislang erlebten, war nur der Auftakt, nur Vorbereitung. Bereitet euch vor auf den offenen Krieg von NGOs und Altparteien gegen die Bürger, gegen die Freiheit. »Die Wahrheit wird euch frei machen«, so haben wir gelernt. Ist es wahr? Wie Juristen und Hautärzte zu sagen pflegen: Es kommt darauf an. Ob *die Wahrheit* dich frei machen wird, hängt natürlich zuerst davon ab, ob das *Hören*, das *Aussprechen* oder gar das *Publizieren* der Wahrheit gemeint ist. Und es kommt drauf an, was genau du mit *Freiheit* meinst. Das *Publizieren* der Wahrheit kann dich in der EU-Besatzungszone einige der Freiheiten kosten, die auch als »bürgerliche Freiheiten« oder »Freiheitsrechte« bekannt sind (siehe auch den Essay [»Embrace the loop, ihr Deutschen!«](https://dushan.org/essays/embrace-the-loop/)). Und wer ebendiese Grundrechte für seine Mitbürger einfordert, den wirft das Regime schon mal unter hahnebüchenen Vorwürfen für Monate in den Knast. Siehe dazu meinen Essay [»Gib mir den Ballweg, ich gebe dir die Tat«](https://dushan.org/essays/ballweg-der-mann/). Was für eine *Freiheit* soll *die Wahrheit* dir also genau bescheren? Ich grüble über diese Frage, weil mir die Wahrheit heute – wie ich sie bestmöglich erkennen kann – die Brust einschnüren und die Luft rauben könnte. Die Wahrheit aber ist: Dies alles waren bloß die Anfänge. Nichts außer blindes Wunschdenken würde begründen, dass die bisherigen Entwicklungen ein vorübergehender Irrweg waren. ## Der stille Krieg Den Familien, Arbeitern und ehrlichen Unternehmern des Westens wurde ein »stiller Vernichtungskrieg« aufgezwungen. Sogenannte NGOs kämpfen gegen die Grundlagen des Wohlstands und der Freiheit. »NGO« bedeutet wörtlich *Nichtregierungsorganisation*, doch tatsächlich handelt es sich oft um *Quasi-Behörden von Schattenregierungen*. NGOs motivieren Politiker, zum Schaden von Volk und Land zu handeln. NGOs erledigen die antidemokratische Drecksarbeit, die Politiker *noch* nicht selbst erledigen wollen. NGOs organisieren Proteste für die Interessen ihrer Financiers. Nicht alle, aber *einige* NGOs mit mysteriös tiefen Taschen handeln nicht »nur« wie Feinde der Demokratie und des Westens, sondern inzwischen offen wie Feinde der *Menschheit*. (Siehe auch den Essay [»Wie böse sind NGOs?«](https://dushan.org/essays/ngo-gefahr/).) Die Financiers und motivierten Akteure hinter einigen der reichsten NGOs sind tatsächlich heterogen. Eine simple Verschwörungstheorie mit nur *einem* Akteur wäre zu simpel. ## Während ihrer aktiven Zeit Eine potenzierte Partei hinter antidemokratischen NGOs können tatsächlich buchstäbliche *Parteien* und ihre Funktionäre sein. Politiker, die abgewählt zu werden befürchten, aber doch an der Macht bleiben wollen, könnten Steuergeld an NGOs verschieben, damit diese die politischen Gegner außer-demokratisch bekämpfen. Wenn sogar der quasi parteipolitisch agierende Inlandsgeheimdienst keine wirklich schmutzige Wäsche beim politischen Gegner findet, könnten NGOs mit geheimdienstlichen Mitteln – und kaum kontrolliert – nach diesem Schmutz suchen. Und wenn sie selbst dann nichts finden, können NGOs blank lügen und diese Lügen dann mit Rückendeckung des Propagandastaates als »private Meinung« deklarieren. Wenn ein politisches Ende dennoch unausweichlich ist, könnten Politiker ihre eigene »Anschlussverwendung« bei einer NGO sichern. Politiker könnten noch während ihrer aktiven Zeit Steuergeld »waschen« wollen, indem sie eine NGO finanzieren und diese dann einen Teil des Geldes zurück an die Partei spendet. Womöglich noch größer und gefährlicher als steuerfinanzierte NGOs sind einige »Stiftungen«, die von Milliardären, Königen oder gleich ganzen Staaten finanziert werden, im Westen zum Vorteil ihrer Financiers zu kämpfen – und zum Nachteil westlicher Gesellschaften. NGOs motivieren De-Industrialisierung und Vernichtung von Arbeitsplätzen. NGOs motivieren massenhafte Tötung westlicher Kinder im Embryo-Alter. NGOs motivieren die Auflösung von Familien und die Kinderlosigkeit. Und NGOs motivieren die Ersetzung der ungeborenen westlichen Kinder durch Einwanderer. NGOs sind nicht »nur« eine Gefahr für die Demokratie und Wohlstand – sie sind eine Gefahr für die Freiheit im bisherigen Sinn. ## Wie der Mafiaboss unschuldig ist Ein Beispiel: In der EU-Besatzungszone hat man den »Digital Services Act« erlassen, der es zum Gesetz macht, dass NGOs festlegen und überwachen, was in EU-Ländern im Internet gesagt werden darf. Dieses anti-freiheitliche Zensurgesetz ist Hauptstreitpunkt zwischen Musk/Vance und EU-Funktionären. »Eine Zensur findet nicht statt«, behauptet man in Deutschland. Und man behauptet auch, es sei nicht Zensur, wenn der Staat eine NGO mit dem präventiven Löschen legaler, aber störender Meinungen beauftragt. Also etwa so, wie der Mafiaboss unschuldig ist, wenn und weil er nicht selbst mordete, sondern nur seine Schergen in seinem Auftrag morden ließ. Man fragt sich natürlich, warum westliche Regierungen derart verwundbar und anfällig für NGOs sind. Wissen sie denn nicht, dass sie damit ihren eigenen Niedergang betreiben? Nun, der einzelne NGO-nahe Politiker geht vermutlich davon aus, dass *er* sich selbst in Sicherheit bringen wird. Und die gesamte Gesellschaft betreffend kann er allein ja wenig ausrichten. Eine Gruppe von hundert Politikern, von denen jeder Böses tut, weil es ja nichts brächte, als Einziger das Gute zu tun, ist eben eine Gruppe von hundert Politikern, die zusammen und jeder in voller Verantwortung Böses tun. ## Zu anderen Klienten NGOs versorgen Politiker nicht nur mit Geld, sondern auch mit wichtigen Beziehungen – und bisweilen mit nützlichem »Dreck« gegen die gemeinsamen Gegner. (Nebenbei: Jeffrey Epstein operierte strukturell wie eine »erweiterte NGO«. Die Bereitstellung von Minderjährigen war nur *eine* seiner vielen »Dienstleistungen«. So sicherte er etwa finanzielle Förderung von Wissenschaftlern oder stellte Beziehungen zu anderen seiner »Klienten« her.) Ein Politiker, der sich der Förderung durch NGOs verschließt, hat im Westen geringe Chancen gegen einen Kollegen, der mit einem NGO-Apparat im Rücken auftritt. Jedes Mal, wenn ein sichtlich kognitiv überforderter Politiker eine erstaunliche Karriere macht und eindeutig qualifiziertere Bewerber aussticht, können wir vermuten: Eine NGO hat »geholfen«. Es gilt jene alte Parabel: Manche Politiker sind wie eine Schildkröte, die du auf einem Zaunpfahl sitzen siehst. Du weißt nicht, wie das Tier da hinaufgekommen ist. Du weißt nur, dass die Schildkröte dies nicht aus eigener Kraft geschafft haben kann (sondern wohl mit Hilfe einer »NGO«). Und du willst gnädig sein und das arme Tier wieder auf den Boden setzen. (Siehe auch den Essay [»USAID – der Name, den du nennen kannst«](https://dushan.org/essays/us-aid-soros/).) Eine andere Parabel wäre jene von der Ameise und dem Parasiten (siehe [Dan Dennett auf YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=KzGjEkp772s)): Es gibt Parasiten, die das Verhalten einer Ameise übernehmen – und zwar derart, dass sich das Tier dafür opfert, ebendiesen Parasiten weiterzuverbreiten. Ähnlich ist es mit NGOs, die ein politisches System befallen. Von NGOs »motivierte« Politiker werden Volk, Gesellschaft und Steuereinnahmen für eben diese NGOs opfern, wie ein parasitäres Virus sein Wirtstier opfert, um die eigene Macht zu sichern. ## Muss/will aber nicht einmal So verheerend aber die Wirkung der NGOs auf den Westen, Europa und speziell Deutschland bislang auch war, sie war wohl nur der Anfang. Die EU-Kommission etwa will ihr NGO-Budget vervielfachen, auf zweistellige Milliardenbeträge ([@philippilk, 07.10.2025](https://x.com/philippilk/status/1975526414922244596?s=12&t=L2OEcvlhDaVe1X2QxHLHPQ&ref=compactmag.com); ([epc.eu, 6.10.2025](https://www.epc.eu/publication/support-for-civil-society-in-the-next-mff/))). Das an NGOs gezahlte EU-Geld nützt meist ausschließlich diesen – und den darin versorgten Politikern (siehe auch [nius.de, 15.12.2025](https://www.nius.de/kommentar/news/milliarden-fuer-fragwuerdige-ngos-ein-beweis-fuer-europas-politische-verwahrlosung#passage-ads)). CDU-Regierungspolitiker mögen im Internet bisweilen gegen NGOs wettern (etwa [@christophploss, 28.12.2025](https://x.com/christophploss/status/2005221406825751013)), im Bundestag stimmen sie dann brav für die Erhöhung der Finanzierung von NGOs durch den Bundeshaushalt ([welt.de, 28.08.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article68afe7578c33b226bcaea4fd/bundeshaushalt-2026-ngos-sollen-kuenftig-10-millionen-euro-mehr-vom-bund-erhalten.html)). Dazu kommen natürlich die schon früher beschlossenen und weitergeführten NGO-Subventionen aus Steuergeldern, etwa das Propaganda-Budget des Innenministeriums (siehe beispielhaft etwa den Essay [»1,1 Milliarden Euro – willkommen im Propagandastaat«](https://dushan.org/essays/propagandastaat/)). Und der milliardenschwere Staatsfunk fungiert de facto auch nur als eine weitere NGO. Man kämpft publizistisch im Interesse etablierter Netzwerke, muss/will aber nicht einmal so tun, als wäre man neutral. ## Fahrbude auf der Kirmes Ja, dies alles war bisher nur Anfang und Auftakt. Wir durchlebten die Vorbereitungen. Wie an der Fahrbude auf der Kirmes heißt es bald: »Alle anschnallen, jetzt geht es richtig los!« Flankiert von offen anti-demokratisch agierenden NGOs (teils von Milliardären und aus dem Ausland finanziert, teils mit Steuergeld durch »Unsere-Demokratie«-Politiker) wird man neue Maßnahmen einleiten, die auch den letzten Anschein demokratischer Legitimation und freiheitlicher Gesinnung aufgeben. Das SPD-geführte Justizministerium plant aktuell einen weiteren Angriff auf die Demokratie. Wer wegen »Volksverhetzung« verurteilt wurde, dem soll das passive Wahlrecht entzogen werden ([apollo-news.net, 30.12.2025](https://apollo-news.net/justizministerin-hubig-plant-entzug-des-passiven-wahlrechts-bei-volksverhetzung/)). Sprich: Er kann nicht mehr gewählt werden, selbst wenn 99 Prozent der Wähler für ihn stimmen würden. Auch so kann sich eine Altpartei ohne Wählerschaft ihren »Wahlerfolg« sichern. Diese ominöse »Volksverhetzung« wurde allerdings massiv ausgeweitet! Seit 2022 gilt es etwa als potenzielle Volksverhetzung, öffentlich anzuzweifeln, was der Staatsfunk über einen Krieg berichtet. Klingt irre, ich weiß. Ist aber real, siehe [»Die Mittel, keine Demokratie zu sein«](https://dushan.org/essays/paragraph-130/). Oder es kann »Volksverhetzung« sein, einen verbotenen Witz im Internet weiterzuleiten. Volksverhetzung ist alles, wovon ein Richter sagt, dass es Volksverhetzung ist. Und wir ahnen, welcher Partei die Staatsanwälte und Richter besonders häufig Volksverhetzung attestieren, wenn diese Partei den Altparteien die Pfründe streitig macht. Und so weiter. Ich streiche an dieser Stelle weitere Belegstellen und Meldungen, die ich eigentlich vorbereitet hatte. Und ich wiederhole: Was wir bisher sahen, war nur der Anfang. Stretching und Warmwerden, das Abschütteln letzter Hemmungen. Ja, jetzt geht es los. ## Das ist offensichtlich Der Spruch mit der Wahrheit und der Freiheit stammt eigentlich aus der Bibel, aus dem Johannes-Evangelium: > Nun sagte Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: ›Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr in Wahrheit meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.‹ > > – Johannes 8:31-32 Einer meiner frühesten Essays – nächstes Jahr eine Dekade her! – hieß programmatisch: [»Die Freiheit nehm’ ich mir«](https://dushan.org/essays/die-freiheit-nehm-ich-mir/) Im Essay [»Was meinen Sie, wenn Sie ›Freiheit‹ sagen?«](https://dushan.org/essays/freiheit/) definierte ich, was ich mit *Freiheit* meine. In Kürze etwa: Zufriedenheit mit den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Dass die Wahrheit bezüglich Gott, Sinn und Hoffnung uns *tiefe Zufriedenheit* schenken kann, das soll hier als offensichtlich gelten. Wer weiß, der weiß. In welchem Sinne aber kann uns eine Wahrheit bezüglich der politischen Realität »frei« machen? Vielleicht so: Wenn eine Wahrheit mir Illusionen raubt, wenn eine Wahrheit mich hinsichtlich der Gesellschaft und ihrer Zukunft buchstäblich *ent-täuscht*, verhindert das immerhin *ein* Szenario, in dem ich meine Mühe und Hoffnung zu lange auf ein aussichtsloses Ziel richte. ## Gar nicht deine Ein Mensch, der auf sein Leben zurückblickt und feststellt, dass er einer Illusion aufsaß – fühlt der sich dadurch nicht, als würde er *nachträglich* und *rückwirkend lebenslang* in einen Käfig gesperrt? Dies alles war nur der Anfang. Die nächsten Jahre werden brutal. Wahrheiten werden uns die Fassung rauben, vermeintlich Sicheres wird uns um die Ohren fliegen. NGOs werden sich in ihrem Krieg gegen die Menschen hemmungs- und erbarmungsloser zeigen denn je, ohne dass auch nur ihre Ohrläppchen erröten. Dies sind keine *angenehmen* Prognosen; das ist mir sehr wohl bewusst. Doch es ist meine ehrlichste und bestmögliche Beschreibung der Wahrheit, die nächsten Jahre betreffend. Mit dieser Wahrheit im Bewusstsein deine nächsten Schritte zu wählen, ist deine beste Chance, später auch rückblickend *zufrieden* zu sein. Am Ende gewinnt immer die Realität. Wahrheit ist schlicht eine präzise Beschreibung der Realität. Innerhalb der Realität aber *deinen* Weg zu finden, bedeutet Freiheit in ebendieser Realität. Zu verstehen aber, dass die höchste Form der Freiheit gar nicht »deine« ist, das wiederum ist *Weisheit*. - [Embrace the loop, ihr Deutschen!](https://dushan.org/essays/embrace-the-loop/) In der EU drohen brutale Sanktionen (»bürgerlicher Tod«), wenn Publizisten nicht auf EU-Linie sind oder gar Kontakte nach Moskau pflegen sollten. Ohne Anklage, Verfahren oder Ankündigung. Sagt noch mal, worin die EU moralisch besser ist als … irgendwer? Ich sage: Embrace the loop! – Lasst mich erklären! Die unübersetzbaren Wörter einer Sprache beschreiben die Kultur, welche diese Sprache hervorbrachte. Ich schrieb darüber 2021 im Essay [»Geisterfahrerin braucht Gas«](https://dushan.org/essays/geisterfahrerin/). Unübersetzbare Wörter beschreiben einige einzigartige *positive* Eigenschaften einer Kultur. »Positiv« in dem Sinne, dass sie existieren, im Gegensatz zu *nicht existieren*. Wahrlich nicht in dem Sinne, dass sie im Geist einer universellen Moral ausnahmslos zu begrüßen wären. [Jener 2021er-Text](https://dushan.org/essays/geisterfahrerin/) enthält schon im Titel ein speziell deutsches Wort, das unangenehm präzise die deutsche Rolle in Europa und der Welt beschreibt: *Geisterfahrer*. (Und die deutschen Eliten spielen, ob in Energie-, Migrations- oder Industriepolitik, jenen bekannten Witz nach, dessen Pointe lautet: »Einer? Hunderte!«) Weitere *typisch deutsche* Wörter (eigentlich: *Begriffe*) aus jenem Text waren: *Berufsverbot*, *Katzenjammer*, *Dummkopf*. Und zum Schluss: *Zugzwang*. ## Dass sie fehlen Heute wird mir bewusst, dass sprachliche Unterschiede auch *negative* Eigenschaften beschreiben können. Und wieder: »Negativ« in dem Sinne, dass sie *fehlen*. Die erweiterte These wäre also: Was *aus* einer Sprache unübersetzbar ist, bezeichnet einzigartige Eigenschaften der zugrundeliegenden Kultur. Was aber *in* eine Sprache unübersetzbar ist, weist auf Eigenschaften hin, die vermutlich in speziell dieser Kultur fehlen. Womit wir bei dem Ausruf wären: Embrace the loop! Der *ungefähren* Übersetzungen sind viele: Akzeptiere die Schleife! Umarme die Wiederholung! Versöhne dich mit der Wiederkehr! Ach, diese Übersetzungen sind allesamt holprig. Wie der Versuch, eine Schraube mit dem falschen Schraubenzieher festzudrehen oder zu lösen. Uns fehlt – zumindest als Kollektiv – die Fähigkeit, jenes zu tun, was mit *embrace the loop* beschrieben wird. *Embrace* bedeutet wörtlich *umarmen*. Doch es meint hier auch noch *begrüßen*, *für sich akzeptieren*, *wohlwollend hinnehmen*, *sich zueigen machen* oder vielleicht sogar *sich hingeben*. *Loop* bedeutet wörtlich *Schleife*. Es meint auch die *Wiederkehr*, die *Wiederholung* von Ereignissen und großen Mustern. Und speziell unsere Geschichte als Schleife zu wiederholen, das können wir wahrlich nicht »umarmen«, man denke nur an unsere Geschichte! ## Mit jedem Refrain Wir Deutschen haben ein merkwürdig fragmentiertes Bewusstsein für die großen Schleifen und Wiederholungen. Formal gilt »Nie wieder!« als Staatsräson. »Nie wieder!« impliziert, dass sich ein bestimmtes Ereignis nicht wiederholen soll. In der Praxis ist dieses »Nie wieder!« aber eine politische Waffe gegen Bürger, die es wagen, der Regierung zu widersprechen. Die am lautesten »Nie wieder!« brüllen, wiederholen dabei aber zentrale Verhaltensmuster dessen, was doch »nie wieder«-holt werden sollte. Es ist in Deutschland illegal, zu sagen, dass sich Geschichte aktuell wiederholt, außer man ist mit den regierenden Eliten verbandelt – dann wird *erwartet*, dass du den politischen Gegner unentwegt als drohende Wiederholung der Geschichte beschreibst. Geschichte wiederholt sich aber bekanntlich ohnehin nicht. Geschichte *reimt* sich – sprich: Einzelne Aspekte ähneln früheren Aspekten. Nebenbei: Ist nicht jedes klassische Lied mit wiederkehrendem Refrain eine Feier der Wiederholung? (Auch da: Embrace the loop!) So weit, so bekannt. ## Auch denkbar frustriert Auch sonst haben wir Deutschen es nur bedingt mit der Wiederholung, mit den großen Schleifen. Wochenenden, Weihnachten und Silvester werden eher *absolviert*. Wann hast du zuletzt beim Geburtstag darüber nachgedacht, was du im letzten Jahr *dazugelernt* hast? Welchen Anteil an den Gesprächen zu Weihnachten hatte bei euch die Frage, worin ihr als Familie klüger geworden seid? Die Prüfung, ob ihr *bessere* (oder zumindest *weniger verlorene*) Menschen geworden seid? Unsere beste Metapher für die Wiederholung ist ein Filmtitel: »Und täglich grüßt das Murmeltier.« Prüft selbst, ob dieser Essayist die Wahrheit sagt! Fragt euch: Wenn ihr »täglich grüßt das Murmeltier« denkt, in welchem Geist tut ihr es? Wenn ich richtigliege, ist es ein Seufzen. Ja, wir seufzen mit Prediger 1:9: »Es gibt nichts Neues unter der Sonne.« Ruft euch dennoch jenen Bill-Murray-Film ins Bewusstsein: Der Film handelt von der Wiederholung eines bestimmten Tages, das ist wahr. Und zu Beginn des Filmes ist der Protagonist auch denkbar frustriert ob der Wiederholung, auch das ist wahr. Doch dieser Film ist auch eine Geschichte der *Erlösung*. Die Erlösung, die eintritt, als der Protagonist die Wiederholung *annimmt* – embrace the loop! – und endlich die Tage nutzt, um klüger zu werden, um neue Fähigkeiten wie das Klavierspielen zu erlernen, um ein *besserer Mensch* zu werden. ## Er darf nicht mehr All dies sage ich vielleicht nur, um zu rechtfertigen, dass ich eine *aktuelle* Meldung mit einem *bekannten* Denkwerkzeug ausdeute. Der deutsche Jurist *Viktor Winkler* ist Experte für *Sanktionsrecht*. (Nein, ich wusste bis eben auch nicht, dass das ein eigenes Rechtsgebiet ist.) Dieser Herr Winkler also hat bei [bazonline.ch, 24.12.2025](https://www.bazonline.ch/eu-sanktionsliste-jacques-baud-erleidet-buergerlichen-tod-575124332753) in einem Interview diskutiert, ob der Weltwoche-Herausgeber Roger Köppel auf die »Sanktionsliste der EU« geraten könnte. Anlass dieser Debatte ist wohl, dass die EU zuvor den 70-jährigen Schweizer Jacques Baud auf eine »Sanktionsliste« setzte ([bazonline.ch, publiziert:](https://www.bazonline.ch/jacques-baud-eu-setzt-ex-oberst-auf-sanktionsliste-765014946113)). Sein Vermögen wurde eingefroren, er darf nicht mehr in die EU einreisen. Das sanktionierte *Vergehen* bestünde im Fall Köppel nach meinem unscharfen Verständnis darin, Kontakte nach Moskau zu besitzen und öffentlich eine Meinung geäußert zu haben, die Putin gelegen kommen könnte. Dann gilt man als »Propagandist«, was wohl ähnlich wie »ungeimpft« mit dem Verlust der Grundrechte einhergeht. Ja, EU-Beamten und ihren »Fans« geht jeder Sinn für Ironie ab. Man beschwert sich larmoyant darüber, dass die USA europäischen Zensoren die Einreise ins *Land of the Free* verweigern (siehe [»Familienweihnacht über den Atlantik hinweg«](https://dushan.org/essays/familienweihnacht/)). Doch Publizisten drohen in der EU brutale Sanktionen, wenn sie politisch nicht auf EU-Parteilinie marschieren. (In EU-Lingo: Wenn sie »Desinformation verbreiten«.) Solche Sanktionen aber bedeuten den »bürgerlichen Tod«. Im Interview beschreibt Professor Winkler das so: > Die Betroffenen können ihre täglichen Bankgeschäfte nicht mehr tätigen, erhalten meist bis auf Weiteres ihr Gehalt nicht mehr, die Kreditkarten werden vorübergehend gesperrt, Kredite werden zurückgezogen usw. > > – Prof. Viktor Winkler, [bazonline.eu, 24.12.2025](https://www.bazonline.ch/eu-sanktionsliste-jacques-baud-erleidet-buergerlichen-tod-575124332753) Diese Sanktionen werden bewusst ohne Ankündigung und Anhörung verhängt. Der Rechtsstaat ist aufgehoben, Grundrechte sind benutztes Klopapier. Das ist womöglich der wahre *Zweck* solcher Sanktionierungen: *Alle* Publizisten sollen in Angst leben und lieber *vorab* die Schere im Kopf anwenden. Dem einfachen deutschen Bürger wird ohne Anklage und Verfahren das Haus von der Polizei auf den Kopf gestellt, weil eine automatisierte Internet-Suche ergab, dass er etwas Freches über einen Politiker verlautbart hat. Dem abweichlerischen Publizisten aber können ohne Anklage und Verfahren die Konten gesperrt werden. Er kann sich dann ja »vor Gericht wehren« – falls die ausgelasteten und brutal teuren Spezial-Rechtsanwälte sich die Zeit nehmen und auch noch auf Pump arbeiten. Es erinnert an den finalen Kampf im Film »Gladiator«, als der böse Commodus seinem guten Gegner Maximus den Dolch in die Rippen stößt, bevor er überhaupt zum Kampf mit diesem antritt. Und doch tötet der Gladiator den Herrscher zuletzt ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=KqgD_-NMwgk)), und zwar mit dessen eigener Waffe – bevor er selbst stirbt. Das *sort of Happy End* ist nur einer der Unterschiede zwischen Hollywood und EU-Politik. Der andere Unterschied ist, dass das Unrecht nicht mit dessen eigenen Waffen zu schlagen ist, sondern allenfalls durch Wahrheit und Aufrichtigkeit überwunden werden kann. ## Ein lernendes Vergnügen Hier sind fünf der Texte, in denen ich über das Gedankenexperiment des *Schalters im Kopf* sprach, nach Datum geordnet, von 2021 bis 2024: [»So fühlt er sich an, der Propagandastaat«](https://dushan.org/essays/leben-im-propagandastaat/), [»Versuch mal, das Gehirn neu zu starten«](https://dushan.org/essays/versuch-mal-das-gehirn-neu-zu-starten/), [»Der Stand der Einheit«](https://dushan.org/essays/stand-der-einheit/), [»Geld mit Eigenschaften«](https://dushan.org/essays/cbdc-digitales-zentralbankgeld/) und [»Was macht einen Experten zu einem solchen?«](https://dushan.org/essays/wissenschaft-hat-festgestellt/). Ja, die Wiederkehr gewisser geschichtsprägender Verhaltensweisen *ist* ein *Loop*, eine Zeitschleife. Mit einem gewissen makabren Zynismus könnte man auch daran ein *lernendes Vergnügen* entwickeln. Und doch gehört die Wiederkehr, die ich heute *eigentlich* verhandle – das Gedankenexperiment vom Schalter im Kopf – nicht zwingend zu den Eigenschaften der Geschichte. (Die sind ja doch zu offensichtlich, zu klar.) Embrace the loop! Also hier ein weiteres Mal erklärt: Stell dir vor, dir ist ein Schalter im Kopf installiert. Immer dann, wenn du dich zwischen A und B für B entscheiden solltest, verändert er unbemerkt deine Entscheidung zu A. Wenn du dich von selbst für A entscheiden solltest, tut der Schalter nichts. Wir sind uns alle einig, dass eine von B zu A »umgeschaltete« Entscheidung nicht wirklich *frei* zu nennen ist. Die entscheidende Frage ist aber: Wie *frei* ist eine Entscheidung für A wirklich, wenn du nie eine andere Möglichkeit hattest? Embrace the loop! Mit jeder Wiederholung auch einer Fragestellung gilt es, *klüger* zu werden. Etwa indem wir eine böse Ahnung entwickeln: Die Entscheidung für B wäre die einzige Entscheidung, die sicher *frei* zu nennen ist. ## Den deutschen Vibe Nein, ich sage nicht, dass ich derselben Meinung bin wie jene Sanktionierten und Sanktionsgefährdeten. Ich weiß ja noch nicht einmal sicher, welche Meinung es ist, für die sie gesellschaftlich vernichtet werden sollen. Ich stelle lediglich fest, dass in der EU und in Deutschland die *verbotene* Meinung die einzige ist, von der du dir logischerweise sicher sein kannst, dass sie frei ist. *Ordnung muss sein*, auch das ist ein spezifisch deutscher Ausdruck. Für Ordnung insbesondere in den Meinungen sorgt das *Denkverbot*. *Obrigkeitsgläubigkeit* ist nicht nur ein weiterer speziell deutscher Begriff, es ist ein Quasi-Gesetz, und es wird hart durchgesetzt. Die Mehrheit der Deutschen will bei all dem *durchhalten*, wartet bloß täglich ihren *Feierabend* ab, bleibt friedlich und höflich (sprich: friedhöflich). Dies allerdings ist eine Schleife ohne Dazulernen. *Sitzfleisch* als höchster Wert. Die Amerikaner sehen sich das alles an. Man sieht den deutsch-europäischen *vibe*, und man empfindet *cringe*. »It is what it is«, sagt man sich, und »whatever!« Nein, wir verstehen nicht – wir können nicht einmal *übersetzen* –, was die Amerikaner damit meinen. Wir sind zufrieden mit unserer *Haltung* und *Gesinnung*. ## Darin und dazu zumindest »Embrace the loop!«, so sagen wir nun, als Refrain und im Chor. Ja, wir haben wiederholt und werden wiederholen. Nein, es ist nicht die »Definition von Wahnsinn«, wiederholt dasselbe zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. (Es ist nicht einmal eine Definition gemäß einer stimmigen Definition von *Definition*.) Es ist vielmehr ein Zeichen und tägliche Gewohnheit von Weisheit, diese oder jene Lektion zu wiederholen oder bewährte Werkzeuge neu zur Hand zu nehmen. Wer wiederholt dasselbe tut, kann darin noch immer *klüger* werden – mit jeder neuen Wiederholung. Klüger zu werden, während sich die Dinge wiederholen, darin und dazu zumindest sind wir *frei*. - [Auf dass sie sich aufreiben](https://dushan.org/essays/auf-dass-sie-sich-aufreiben/) »Wir schaffen das« sollte ein Zauberspruch sein. Magisches Denken, konträr zur Realität. Es wurde zum irren Leitmotiv deutscher Politik: Energie, Wohlstand, Gesellschaft – das logisch Unmögliche sollte Realität werden, wenn wir nur fest dran glauben. Diese Lüge ist das wahre Unwort des bisherigen Jahrtausends: »Wir schaffen das!« Die fatalste deutsche Politikerin nach 1945 sagte diesen Satz im Unrechtsjahr 2015, am 31. August jenes Unrechtsjahres, lässig in einer Pressekonferenz. In diesem zu Ende gehenden Jahr 2025 »feierte« dieser Satz sein zehntes Jubiläum. »Ein Jahrzehnt ›Wir schaffen das‹ – hurra!« Ich erwähnte diesen Satz mehr als einmal; stellvertretend seien hier zwei Essays erwähnt: [»Die Mutter aller Lügen«](https://dushan.org/essays/mutter-aller-luegen/) und [»Wir lernen das!«](https://dushan.org/essays/wir-lernen-das/). Das große Problem dieses Satzes war und ist und bleibt, dass es eine große Lüge und eine verlogene Unverschämtheit ist, in mehr als einer Dimension. Da wäre einmal die Verlogenheit jedes einzelnen Wortes. Weder »wir« noch »schaffen« noch »das« waren ehrlich definiert. (Beginnend damit, dass »wir« garantiert nicht die »Eliten« einbezieht. Wenn sie überhaupt Kinder haben, dann besuchen diese teure Privatschulen. Und so weiter.) Ja, dieser Satz war (und ist weiterhin) auf mehr als einer Ebene eine Lüge (= eine absichtsvoll ausgesprochene Unwahrheit). Und eine *bestimmte* Lügen-Ebene ist besonders verheerend und wohl unbewusst der gewichtigste Grund für die bis heute andauernde Empörung über jenen Satz. Die empörendste Lügen-Ebene in »Wir schaffen das« bewirkt heftiges Unwohlsein, weil eine Unwahrheit auf dieser konkreten Ebene regelmäßig auch als *eine Form von Wahrheit* gehandelt wird. Diese Form spezieller »wahren Unwahrheit« ist es – und deshalb denke ich dieser Tage wieder daran –, die auch das vergangene Jahr 2025 prägte. Und die wohl das nächste Jahr weiter prägen wird. Lasst mich erklären! ## Dass der Satz wahr ist Woher weißt du, dass du zwei Hände hast? Du siehst sie vor dir. Du kannst sie benutzen. Das ist Grund genug, diesen Satz für wahr zu halten: »Ich habe zwei Hände.« Deine Hände sehen und benutzen zu können lässt dich annehmen, dass diese Hände auch wirklich *existieren*. (Diesen Zusammenhang nicht herzustellen gälte als psychische Störung.) Nicht die Wahrnehmung der Hände, sondern die daraus folgende Annahme ihrer Existenz ist es, welche die Wahrheit des Satzes »Ich habe zwei Hände« herstellt. Das *Wahrnehmen* der Hände aber *rechtfertigt* die Annahme, dass der Satz wahr ist. Doch es existiert eine Kategorie von »Wahrheit«, die weder durch Wahrnehmung noch durch Fakten der Realität gerechtfertigt ist. Und unter diese spezielle *Kategorie von Wahrheit* fällt »Wir schaffen das«. ## Ein bestimmter Sachverhalt wahr Sprachphilosophen nennen es die »pragmatische Rechtfertigung der Wahrheit«. Im Alltag nennen wir es mal »Wunschdenken« und mal »positives Denken«. Das Prinzip ist: Es ist bisweilen *pragmatisch* (sprich: praktisch nützlich), davon auszugehen, dass ein bestimmter Sachverhalt wahr ist. Klassisches Beispiel: In einer Mathematik-Klausur ist es ratsam, davon auszugehen, dass du sehr gute Chancen hast, die Klausur zu bestehen. Das stärkt dein Selbstbewusstsein – und das wiederum erhöht tatsächlich die Chancen, die Prüfung auch wirklich zu bestehen. Solche *pragmatisch gerechtfertigten Meinungen* sind eine Form *selbsterfüllender Prophezeiung*. Wenn Menschen vom Eintreten eines Ereignisses ausgehen, werden sie dieses eher herbeiführen. Es funktioniert bei Placebos und bei Horoskopen. Es funktioniert beim Schaltersturm: Wenn die Menschen befürchten, dass die Banken kein Bargeld haben werden (und deshalb alle Geld abheben wollen), werden die Banken kein Bargeld mehr verfügbar haben. Die selbsterfüllende Prophezeiung würde sogar funktionieren, wenn die Menschen plötzlich fürchten sollten, dass das Klopapier ausverkauft sein wird – die Menschen werden die Klopapierbestände des Einzelhandels leerkaufen! (So etwas Absurdes ist natürlich nur theoretisch gedacht. Wir Menschen sind ja schließlich nicht kollektiv blöde.) Merkel kannte also die Menschen, kannte die Untergattung der Menschen namens »Deutsche«, und sie wollte die Technik der »selbsterfüllenden Prophezeiung« und »pragmatisch gerechtfertigten Wahrheit« zur Bewältigung des Offene-Grenzen-Unrechts anwenden. Doch diesmal funktionierte es nicht. ## Allem Wissen über die menschliche Natur Das Problem mit der pragmatisch gerechtfertigten Wahrheit ist, dass zumindest die *Möglichkeit* eines Erfolgs existieren muss. Wir beschließen dann, davon auszugehen, dass diese *Möglichkeit* auch *wirklich* eintreten wird. Positives Denken bedeutet, die Erfolgswahrscheinlichkeit mental zu multiplizieren – doch das setzt voraus, dass diese Wahrscheinlichkeit nicht null ist! Null zu multiplizieren bleibt null! Nehmen wir an, ein Basketballspieler hat eine Trefferquote von 50 Prozent. Wenn er aber bei *jedem* Wurf davon ausgeht, dass er diesmal sicher treffen wird (seine Chance also bei 100 Prozent liegt), wird seine Hand ruhiger werden, und seine tatsächliche Quote steigt vielleicht auf 60 Prozent. Doch das setzt voraus, dass er tatsächlich eine realistische Chance hat! (Dass er also nicht mit zwei gebrochenen Händen dasteht oder gestern der Korb abgebaut wurde.) Das deutsche Problem ist heute: Mit noch so viel positivem Denken existiert keine Chance größer null, dass Deutschland alle Migrationswilligen dieses Planeten auf deutschem Niveau versorgen kann. Es widerspricht allem Wissen über die menschliche Natur, Menschen aus robusteren Kulturen in großer Zahl aufnehmen und dieser Robustheit gegenüber »tolerant« sein zu können, ohne dass die eigene Gesellschaft von dieser Kultur aufgebraucht und abgeschafft wird. Und so weiter. Eine »pragmatisch gerechtfertigte Wahrheit« muss zumindest einen *Kern* von tatsächlicher Wahrheit enthalten, ein *Samenkorn der Möglichkeit*. Wenn du einen Meter hoch springen kannst, wird dich »Ich schaffe das« vielleicht zu einem Meter und 5 Zentimetern motivieren. Doch kein positives Denken dieser Welt wird dich dazu bewegen, mal eben 5 Meter hoch in die Luft springen zu können. ## Den Patienten aufgegeben zu haben Der Grund, warum du und ich unsere Köpfe jeden Tag aufs Neue über die deutsche Politik schütteln, liegt regelmäßig hierin: Man glaubt in Deutschland, mit genug »positivem Denken« auch das *wirklich* Unmögliche erzwingen zu können. »Wir schaffen das« sollte ein Zauberspruch sein. Es war aber *magisches Denken*, das die Realität und ihre Kausalitäten ignorierte. Es wurde zur Politik *gegen* die Realität. Statt überwunden und verdientermaßen im Straßengraben der Geschichte zurückgelassen zu werden, wurde »Wir schaffen das« zum irren Leitmotiv deutscher Politik: Energie, Wohlstand, Gesellschaft – das logisch Unmögliche sollte in allen Bereichen Realität werden, wenn wir nur fest dran glauben. Ja, wer den Zauberspruch »Wir schaffen das« hinterfragt, der wird auch heute noch als Hexe (neudeutsch: »Rechtsextremer«) auf den neuen Markplätzen verbrannt. Wohlstand bewahren, während man die Energieversorgung auf Gutes-Wetter-Strom umstellt. Im Weltmarkt mitspielen, während man Innovationen mit Regularien abwürgt, Bildung auf Propaganda einstellt und Spitzenleister aus dem Land treibt. Und so weiter. Alles funktioniert, solange man nur mit guter Laune an die Sache geht. Nein, positives Denken ist nicht immer negativ. Zum Beispiel: Es ist gut, wenn ein Patient sich in positivem Denken übt. Wenn er davon ausgeht, dass die Therapie anschlagen wird. Es ist aber nicht die beste Idee, wenn der Arzt seine gesamte Therapie primär auf positives Denken stützt. Das würde schlicht bedeuten, den Patienten aufgegeben zu haben. Und es wäre eine buchstäblich *tödliche* Praxis, wenn die Gesundheitspolitik und Katastrophenvorsorge eines gesamten Landes primär auf positives Denken setzen würden. Auch in kirchlichen Krankenhäusern wird zum heiligen Gebet die säkulare Medizin verabreicht. ## Zuerst möglich sein Am Ende gewinnt immer die Realität, das weiß ich so sicher, wie ich weiß, dass ich zwei Hände habe. *Welche* der möglichen Realitäten gewinnt, das liegt in unserer Hand. Doch – und auch das steht fest – damit eine mögliche Realität gewinnen kann, muss sie vor allem erst einmal *möglich* sein. In diesem Geist also: Wir schaffen das Mögliche, möge es real und großartig werden! (Und das Unmögliche zu versuchen, überlassen wir den Dummköpfen, auf dass sie sich aufreiben.) - [Familienweihnacht über den Atlantik hinweg](https://dushan.org/essays/familienweihnacht/) USA setzen Zeichen für die Freiheit und verbieten die Einreise von Zensur-»Aktivisten«. In der EU regt man sich auf, das sei ein Eingriff in »Meinungsfreiheit«. Hä?! Es gilt wohl: »Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Zensur ist Meinungsfreiheit.« Weihnachten ist die Zeit der Familienkrisen. Nicht bei mir. Bei mir war alles freundlich und produktiv. Aber bei anderen Leuten. Bei anderen Leuten soll die Kombination aus Nähe, unerfüllten Erwartungen und In-vino-veritas zu *explosiven* Ergebnissen führen. Und dieses Jahr geschah dies auf internationalster Ebene – lasst mich erklären! Für Deutsche war das Jahr 2025 insofern ein Meilenstein, als nun weltweit offen ausgesprochen wird, was man im Jahrzehnt zuvor eher raunen hörte: Die Deutschen schaffen sich ab, nicht »nur« *demographisch* und *kulturell*, sondern auch *wirtschaftlich*. An jedem beliebigen Tag kann man *bild.de* öffnen und neue Horror-Meldungen zum deutschen Wasserstand lesen. Just jetzt, während ich dies tippe, auf der Titelseite: »Jobchancen für Arbeitslose so schlecht wie nie zuvor« ([bild.de, 26.12.2025](https://www.bild.de/politik/inland/jobchancen-fuer-arbeitslose-so-schlecht-wie-nie-zuvor-694e33b1ba368aa0126a37e4)). ## Für die Fratze Die Deutschen sind der Lastesel der EU, doch das Grautier lahmt. Die Briten sind zwar aus der EU ausgetreten, aber nicht aus Europa, und so notiert man dort aktuell die »Anzeichen dafür, dass Europa wirklich dem Untergang geweiht ist – und Großbritannien mit in den Abgrund reißt« ([telegraph.co.uk, 14.12.2025](https://www.telegraph.co.uk/business/2025/12/14/rising-fear-europe-really-is-doomed-and-taking-britain-down/)). Ob aber DDR, Nordkorea oder »Unsere Demokratie«: Regime, die ihr Land zugrunde richten, reagieren äußerst empfindlich, wenn Bürger in allzu frechen oder deutlichen Worten gegen das ihnen (und ihrer Familie) angetane Unrecht aufbegehren. Maßnahmen gegen die Gedankenfreiheit der Bürger sind natürlich diktatorisch und antidemokratisch. In »Unserer Demokratie« hat man sich also »polit-rhetorische Schminke« für die Fratze der diktatorischen, anti-freiheitlichen Maßnahmen zurechtgelegt. Die deutsche Regierung umgeht Artikel 5 des Grundgesetzes (»Eine Zensur findet nicht statt«), indem sie »Nichtregierungsorganisationen« finanziert, welche die Zensur im Sinne der Regierung betreiben. Die EU erlässt derweil den krass anti-freiheitlichen »Digital Services Act«, welcher Plattformbetreiber dazu verpflichtet, sich von den regierungsfinanzierten Nichtregierungsorganisationen zensieren zu lassen. Solche »NGOs« sind nicht nur zuständig für die Zensur, welche Politiker aus »ästhetischen« Gründen nicht direkt machen wollen. Sie könnten auch dazu dienen, auf Steuerzahlerkosten private Fehden der Politiker auszufechten. Wenn ein Politiker den Bürgern verbieten will, harsche Dinge über ihn zu äußern, könnte er sie ja privat verklagen. Dank dieser »NGOs« kann er sich aber zum »Opfer digitaler Gewalt« oder »Hass-Opfer« erklären. Wohlgemerkt: Der Politiker sieht sich als »Opfer digitaler Gewalt«, wenn ein kleiner Bürger einen frechen Post absetzte, der womöglich nur von ein paar Dutzend Leuten gesehen wurde (sprich: kurz vorbeigescrollt ist) und erst nach einer expliziten Suche überhaupt gefunden werden kann. Was unterscheidet denn die Methoden der Anti-Hass-Aktivisten von Spitzeln, die einst in Kneipen lungerten, um auszuspähen, ob nicht ein Betrunkener etwas Freches gegen den Kaiser sagte? Der »Opferschutz« aber besteht dann darin, dass viele Tausend Anzeigen wegen störender Meinungsäußerungen von der NGO gegen einfache Bürger erstattet werden. Auf die Anzeigen folgen schnell Hausdurchsuchungen de facto als »Strafe ohne Anklage und Verfahren«. Es ist wohl kein Fehler im System, sondern expliziter Sinn und volle Absicht, dass bereits die »Ermittlungen« abschreckend und damit als außerrechtsstaatliche Strafe wirken. Ich habe das alles an anderer Stelle beschrieben (siehe etwa [»Warum lachten die Staatsanwälte?«](https://dushan.org/essays/der-staat-lacht/)). Ich fasse hier also zusammen, um den Kontext für die folgende »Weihnachtsmeldung« zu setzen. ## Sagen wir mal so Die USA haben den Bürgern Europas ein freiheitliches Weihnachtsgeschenk gemacht, zumindest symbolisch. Zu Heiligabend verhängten die USA »Einreiseverbote gegen Ex-Top-EU-Beamte und deutsche HateAid-Aktivisten« ([welt.de, 24.12.2025](https://www.welt.de/politik/ausland/article694b0383ba368aa0126a23cd/einreiseverbote-usa-sanktioniert-ex-top-eu-beamten-und-deutsche-hateaid-aktivisten-wegen-zensur-im-internet.html)). Einer der »Ex-Top-EU-Beamten« ist *Thierry Breton*. Ich schrieb über ihn 2023 im Essay [»EU, ›Desinformation‹ und der Info-Lockdown«](https://dushan.org/essays/eu-desinformation/). Sagen wir mal so: Er ist ein sehr reicher Franzose, und seine Anliegen lassen in mir jene Alarmglocken scheppern, die mir einst im Geschichtsunterricht eingebläut wurden. Er gilt als »Architekt« der repressiven EU-Zensurgesetze im »Digital Services Act«. Die erwähnten »Aktivisten gegen Hass im Netz« aber sind die Damen *Anna-Lena von Hodenberg* und *Josephine Ballon*, Geschäftsführerinnen der NGO »HateAid«. Die »Nichtregierungsorganisation« *HateAid* wurde ganz offiziell von der Regierung gefördert (siehe [bundestag.de](https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-972944)). Offiziell kann sich jeder an sie wenden, der »Opfer digitaler Gewalt« wurde (sprich: über den etwas Böses im Internet gesagt wurde). *Praktisch* hat man sich aber offenbar so etwas wie einen rhetorischen Trick zurechtgelegt. Auf die Frage, ob sie auch Nicht-Linke unterstützen würden, antwortet HateAid: »Wir unterstützen Menschen bei digitaler Gewalt. Dabei helfen wir allen Menschen, die selbst keinen Hass verbreiten oder schüren.« ([@HateAid, 28.11.2024](https://x.com/HateAid/status/1894033137186865307)/[archiviert](https://archive.is/mN9Aw)) Für Nicht-Linke gilt vermutlich, dass sie schon qua Existenz »Hass verbreiten« – und damit sind sie von der »Hilfe gegen Hass« ausgeschlossen. Der Nicht-Linke Ali Utlu beschreibt, wie das Ergebnis dieses »Tricks« wohl praktisch aussieht: > Ich habe mehrfach Morddrohungen, Hass und Hetze gegen mich wegen meiner Herkunft und Sexualität bei [#HateAid](https://x.com/hashtag/HateAid?src=hashtag_click) gemeldet. > > Nichts ist passiert. Weil ich anscheinend nicht links bin. > > – ([@AliCologne, 25.12.2025](https://x.com/AliCologne/status/2004300575131992244)) Eine vom Staat (ko-)finanzierte Institution sucht sich offenbar mit einem rhetorischen Trick anhand politischer Präferenzen aus, welchem Bürger sie ihre Hilfe anbietet und welchem nicht. Aber gut, das tun diverse Kulturförderungen und Propaganda-Initiativen auch. Die Reaktionen von EU, Bundesregierung und deutschem Staatsfunk auf die freiheitliche Initiative der USA sind derart dreist und buchstäblich unverschämt, dass es vom Schockierenden zum Amüsanten übergeht. Die einst als »Zensursula« beschriebene *Ursula von der Leyen* schreibt als Reaktion tatsächlich: > Freedom of speech is the foundation of our strong and vibrant European democracy. We are proud of it. We will protect it. Because the @EU_Commission is the guardian of our values. > > – [@vonderleyen, 24.12.2025](https://x.com/vonderleyen/status/2003818915483517175) Auf Deutsch: »Die Meinungsfreiheit ist das Fundament unserer starken und lebendigen europäischen Demokratie. Wir sind stolz darauf. Wir werden sie schützen. Denn die @EU_Kommission ist die Hüterin unserer Werte.« Nein, ich glaube nicht, dass dem verantwortlichen PR-Team die sarkastische Ironie dieser Aussage entgeht. Ich vermute, dass man sich mächtig und stark fühlt darin, schamlosen Unsinn zu reden und dem Gegner die eigenen Taten vorzuwerfen, wohlwissend, dass einen niemand dafür abstrafen wird. Georg Restle zitiert, vermutlich zustimmend, die Alpen-Prawda: > »Ein Akt der Repression einer Regierung, die zunehmend Rechtsstaatlichkeit missachtet und versucht, ihre Kritiker mit aller Härte zum Schweigen zu bringen«. > > – [@georgrestle, 24.12.2025](https://x.com/georgrestle/status/2003758828840456631) mit Link zu [sueddeutsche.de, 24.12.2025](https://www.sueddeutsche.de/politik/usa-hate-aid-einreiseverbote-li.3359295) Fragt man die Sanktionierten selbst, werden sie einem erklären, dass sie keineswegs Zensur treiben, sondern tatsächlich die Meinungsfreiheit verteidigen. In *deren* Logik können wohl Politiker nur dann ihre Meinung frei äußern, wenn sie sich darauf verlassen können, dass ihnen nicht allzu frech widersprochen wird. In *meiner* Logik werden hier – erneut von »den Guten« – nur ein weiteres Mal die orwellschen Gegenteilslogans appliziert: »Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Zensur ist Meinungsfreiheit.« Vertun wir uns nicht: Die USA setzen sich für Meinungsfreiheit ein, nachdem EU-Zensoren sich anmaßten, zu zensieren, was auf US-Plattformen gesagt wird. Aber gut, nur dass die USA erst dann gegen NS-Deutschland aktiv wurden, als ein US-Schiff torpediert wurde, ändert nichts daran, dass sie eben aktiv wurden. Die Blindheit für Ironie in eigener Sache auf deutscher und europäischer Seite lässt einen aber doch etwas sprachlos zurück. In der EU werden regelmäßig Einreiseverbote verhängt, und zwar nicht »nur« für Zensoren, sondern explizit wegen nicht genehmer Meinungen. Man denke nur zurück an das lächerliche Theater um das Einreiseverbot gegenüber Martin Sellner ([spiegel.de, 19.3.2024](https://www.spiegel.de/politik/deutschland/martin-sellner-oesterreichischer-rechtsextremist-erhaelt-einreiseverbot-a-d06959d3-088d-4679-8939-0fe8cc97ec71), später gekippt ([lto.de, 6.4.2024](https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/martin-sellner-einreiseverbot-aufgehoben-vg-potsdam))). ## Jede beliebige Farbe Diese transatlantische Weihnachtsgeschichte ist noch lange nicht auserzählt. Für den Augenblick stelle ich fest, dass auch dieses internationale Familientreffen mit dem gewöhnlichen Stress daherkommt. »In vino veritas«, sagen die Lateiner: In Wein liegt Wahrheit. Alkohol senkt bekanntlich Hemmungen. Auch die Hemmung, unangenehme Wahrheiten bezüglich schwelender Konflikte auszusprechen. Die USA und die heutige EU pflegen bekanntlich unterschiedliche Konzepte von Meinungsfreiheit. Geht es nach den Funktionären in Berlin und Brüssel, soll Meinungsfreiheit der Farbwahl beim frühen Ford Model T ähneln. Bei diesem warst du als Käufer (der Legende nach) frei, jede beliebige Farbe zu wählen, solange die Farbe eben Schwarz war. In der EU sollst du frei sein, jede Meinung zu äußern, solange sie der von Globalisten vorgegebenen entspricht. (Ungesteuerte Migration ist super, Weiße sind grundsätzlich böse, Steuern sind nie hoch genug und so weiter.) Ja, dieses Weihnachten feiern wir wahrlich ein transatlantisches Familientreffen. Ein Unterschied ist, dass es der nüchterne Nichttrinker Donald Trump ist, der die explosive Wahrheit sagt, während die an sich selbst berauschten EU-Eliten in wirren Übertreibungen ihre absurden Lebenslügen verteidigen. ## Dringend die Ausnüchterung Weihnachten 2025 war auf jeden Fall politisch spannend. Während Deutschland sich selbst abschafft und die EU-Behörden weiter an der großeuropäischen Diktatur werkeln, setzten die USA erfrischend klare Zeichen für die Freiheit. Die USA haben den Bürgern Europas ein Geschenk gemacht. Es ist nicht das erste Mal, dass die USA für die Freiheit in Europa eintreten. »Mr. Gorbachev, tear down this wall«, sagte Reagan einst. Die Trump-Regierung sagt heute: »Regierung von Europa, fürchtet nicht die Meinungen eurer Bürger!« Ja, das formulierte J. D. Vance sogar fast wörtlich in seiner Rede zum diesjährigen Valentinstag. Ich darf euch meine Übersetzung dieser Rede empfehlen, inklusive Video-Vortrag: [»Rede von J. D. Vance am 14.2.2025, auf Deutsch vorgetragen«](https://dushan.org/essays/jd-vance-14-2-2025-von-dushan-wegner/) Ich wünsche euch eine ruhige Zeit zwischen den Jahren. Hinsichtlich unserer »transatlantischen Familie« aber – traditionell auch als »der Westen« bekannt – empfehle ich vor allem deren älteren Mitgliedern dringend die Ausnüchterung. - [Maria und Josef sind in Kreuzberg nicht willkommen](https://dushan.org/essays/maria-und-josef-in-kreuzberg/) Linke behaupten schon mal, Maria und Josef seien »Flüchtlinge« gewesen. (Waren sie nicht.) Aktuell aber wehren sich Grüne gegen ein Flüchtlingsheim in Kreuzberg. Ergo: Maria und Josef wären in Kreuzberg nicht willkommen gewesen. (Jesus sowieso nicht!) Es ist nicht einfach, das alles. Es ist alles nicht einfach, also hoffen und vertrauen wir darauf, eines Tages zu spüren, dass alles – oder zumindest *einiges davon* – all die Mühe wert gewesen sein wird. Es ist nicht einfach, den Linken Jahr für Jahr zu erklären: »Nein, Maria und Josef waren *keine* Flüchtlinge, sondern reisten von einem Gebiet des Römischen Reichs ins andere.« Nehmen wir an, dass ein Deutscher zur Erledigung einer bürokratischen Angelegenheit vorübergehend ein anderes Bundesland besucht. Er ist kein »Flüchtling«, unabhängig davon, ob er kurzfristig ein Hotelzimmer findet oder nicht (Lukas 2:6-7). Später reiste die Familie mit dem frischgeborenen Jesus nach Ägypten, um der Verfolgung durch Herodes zu entgehen (Matthäus 2:13-15). *Inhaltlich* mag es eine »Flucht« gewesen sein, doch formal zogen sie in eine weitere römische Verwaltungsregion (wenn auch eine besonders prosperierende Sonderprovinz). Das ist etwa, wie wenn eine Familie aus dem Failed State Berlin ins ländliche Bayern ziehen würde. Aber gut, nehmen wir an, Jesus und Maria *wären* »Flüchtlinge« gewesen. Und nehmen wir weiter an, dass die jungen Männer im wehrfähigen Alter, die nach Deutschland kommen, allesamt wirklich »Flüchtlinge« sind. Würden jene, welche die Weihnachtsgeschichte als moralische Verpflichtung zu offenen Grenzen und unbegrenzter Einwanderung in die Sozialsysteme lesen, denn *selbst* »Maria und Josef« eine »Herberge« bieten? Oder sind Grüne doch nur »Gutmenschen«, sprich: Heuchler und Moralisten nur *andere* Leute betreffend? Das wäre geradezu *schockierend*! Nun, in diesen Wochen können wir es an einem Live-Beispiel studieren. ## Um die psychische Gesundheit In Berlin soll ein großes Bürohaus (10 Etagen, 32.000 Quadratmeter) in wertvoller Lage (Kreuzberg-Hasenheide) in eine Unterkunft für über 1.000 »Flüchtlinge und Migranten« umgewandelt werden (siehe [bild.de, 8.12.2025](https://www.bild.de/regional/berlin/schupelius-ausgerechnet-die-gruenen-wehren-sich-gegen-ein-asylheim-6936b47d9f2b81ad2aca0276)). Die Initiative geht vom *Landesamt für Einwanderung* aus. Doch das von Grünen geführte *Bezirksamt* protestiert nun! Einwanderung ja gern, aber doch bitte dahin, wo die bösen Nazis wohnen, nicht in die Nachbarschaft der »Guten«. Die Begründung der Dagegenseienden ist geradezu zum Schreien lustig: Man sorgt sich um das Wohl der Flüchtlinge! Ein Beispiel: Eventuelle Kinder unter den Migranten sollen in dem umgebauten Gebäude direkt beschult werden. Die Anwohner aber sorgen sich um die »psychische Gesundheit« der Kinder, wenn sie das Gebäude nicht zur Beschulung verlassen können. Zur gleichen Zeit muss übrigens leider, leider eine nahegelegene Schule schließen, da sie heruntergekommen ist. Es ist halt nicht Geld für *alles* da. Der Staat setzt Prioritäten. Auf einer Bezirksversammlung der Grünen gab es (siehe [taz.de, 1.7.2025](https://taz.de/Neue-Fluechtlingsunterkunft-in-Kreuzberg/!6094652/)) »viel Applaus« für die Feststellung, der Stadtteil sei ohnehin von Armut geprägt, und also solle man sich doch bitte erst um die Armen kümmern, die »jetzt schon da sind«. Man wundert sich: »Die schon länger da sind« ist seit Merkel ein Code für »Deutsche«. Wenn die Kreuzberger Grünen aber codiert sagen, der Staat solle sich zuerst um *Deutsche* kümmern, dann klingt das für mich – in neulinker Lingo – reichlich »rechtsextrem«. Nein, selbst *wenn* Maria, Josef und später Jesus *wirklich* Flüchtlinge oder Migranten gewesen wären, hätte man sie in Kreuzberg nicht willkommen geheißen. Man hätte sich Ausreden überlegt, etwa dass man um ihre »psychische Gesundheit« besorgt sei, wenn man sie zwischen Kuh und Esel unterbringen würde. Nein. Weder Maria, Josef noch Baby-Jesus wären in Kreuzberg willkommen gewesen (und dass sie *Juden* waren, hätte in Kreuzberg vermutlich nicht *nur* Sympathien geweckt). Und Jesus als Erlöser, Moralprediger und Sohn Gottes wäre als »Rechtsextremer« aus Kreuzberg vertrieben worden, so wie »christliche Christen« für heutige Linke als Feindbild gelten. ## Und die Tür auftut Erlaubt mir, zu Heiligabend etwas blumig zu formulieren, weil es die *präziseste* Formulierung für meine Gedanken in dieser Angelegenheit ist: Die *eigentliche* Weihnachtsfrage ist heute natürlich, ob man den »geglaubten« Jesus zu sich ins Haus lässt. Wir lesen die Weihnachtsgeschichte in Lukas 2:1–21, und für mich ist eine zentrale Botschaft von Weihnachten in der Apokalypse wunderbar ausformuliert: > Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür auftut, so werde ich bei ihm eintreten und das Mahl mit ihm halten und er mit mir. > > – Offenbarung 3:20 In diesem Sinne wünsche ich: Frohe Weihnachten! Ich wünsche euch und mir den *Mut* und auch die *Kraft*, sowohl heute als auch im neuen Jahr »die Tür aufzutun«. Nein, es ist alles nicht einfach. Es ist ganz bestimmt nicht einfach, die verrammelten und vernagelten Türen der Seele zu öffnen. Doch das wissen und hoffen wir: Es ist gewiss die Mühe wert – bereits jetzt und hier. (Und vielleicht sogar in Kreuzberg, wer weiß.) - [Jetzt noch schneller](https://dushan.org/essays/jetzt-noch-schneller/) Dummheit ist das Nichtverstehenwollen von Zusammenhängen. Wir erleben die öffentlich zelebrierte (und vom Staat belohnte) Dummheit – und die Verfolgung und Bestrafung öffentlicher Klugheit. Wohin MUSS das führen? Das Jahr 2025 endet und – das will ich gestehen – die Theorie des *Akzelerationismus* wird attraktiver. Ich weiß nur nicht, ob dessen *aktive* oder *passive* Form attraktiv wird – lasst mich erklären! *Akzeleration* bedeutet *Beschleunigung*. Der *Akzelerationismus* (ich schrieb etwa im Text [»Frankreich, jetzt noch schneller«](https://dushan.org/essays/frankreich-schneller/) darüber) ist jene Theorie, wonach notwendige Veränderung nur nach Kollaps oder Implosion möglich ist, weshalb ebendiese zu begrüßen bzw. sogar zu *beschleunigen* seien. Interessanterweise sind sowohl bei radikalen Marxisten als auch bei denkenden Kapitalisten akzelerationistische Ansätze zu finden. Der PayPal-Gang um *Musk* und *Thiel* etwa wird Akzelerationismus nachgesagt, wobei sie wohl eher *techno-libertär* sind, doch mit akzelerationistischen Ideen wie denen von Curtis Yarvin flirten. (Yarvins neuer Blog ist [graymirror.substack.com](https://graymirror.substack.com/).) Ja, es ist eine *schreckliche* Theorie, dieser *Akzelerationismus*. Der notwendige Kollaps, der vor der notwendigen Totalveränderung eintreten wird/soll, wird/würde viel menschliches Leid bewirken. Und doch erwische ich mich zuletzt öfter bei akzelerationistischen Ideen. Etwa als ich [»Warum ich für Brosius-Gersdorf als Verfassungsrichterin bin«](https://dushan.org/essays/team-brosius-gersdorf/) schrieb. Und die Äußerungen jener Dame seitdem bestätigen täglich neu meine Ahnung, dass sie als Verfassungsrichterin den Systemkollaps beschleunigen würde. Nein, ich bin kein Tech-Milliardär oder kommunistischer Revoluzzer, der die ohnehin absehbaren Entwicklungen *aktiv* beschleunigen könnte. Ich bin ein Essayist, der beschreibt, wie und wohin seiner Einschätzung nach die heute sichtbaren Linien morgen weiter verlaufen werden. Und dann überlege ich, welche Geisteshaltung (und wenn möglich auch: Handlung) sich angesichts des absehbaren Linienverlaufs anbietet. Ich habe weder den Wunsch noch die Mittel, den Weg zu Kollaps und Implosion zu beschleunigen. Ich kann im Essay festhalten, was meine Gedanken sind, wenn *andere* den Kollaps herbeiführen. Und dann kann ich zumindest meinen Geist darauf einstellen. ## Verstehensverstopfungen *Ein* Marker für den nahenden gesellschaftlichen Kollaps ist die öffentlich ohne Scham ausgelebte *Dummheit*. Ein Beispiel von vielen: Hadmut Danisch schreibt aktuell über [»Die Verstehensverstopfungen des Hape Kerkeling«](https://www.danisch.de/blog/2025/12/22/die-verstehensverstopfungen-des-hape-kerkeling/). Der ehemalige Komiker meldet sich zu Wort, er ist gegen die AfD. Aber irgendwie auch gegen islamischen Schwulenhass, wenn ich das richtig verstehe. Aber vermutlich *ist* er es auch wieder nicht. Denn da ist nichts zu verstehen. Es ist Gedankensalat, milieulinkes Durcheinander. Und es wird sehr ernsthaft interviewt und in verschiedenen Zeitungen berichtet. Danisch diagnostiziert »Verstehensverstopfung«. Ich denke an jenes Bonmot, wonach du einen Mann nicht dazu bringen kannst, etwas zu verstehen, wenn sein Gehalt davon abhängt, es *nicht* zu verstehen. Ich aber diagnostiziere »frei- und mutwillige Dummheit«. Dummheit nicht als Eigenschaft von Menschen, sondern als Denkmethode. Wie ich im Essay [»Es gibt kein Recht auf Dummheit«](https://dushan.org/essays/es-gibt-kein-recht-auf-dummheit/) darlege, verstehe ich »Dummheit« als Nichtbedenken von Zusammenhängen. Auch ein intelligenter, gebildeter Mensch kann *dumm* denken, wenn er aus psychologischen, pragmatischen oder anderen Gründen relevante Zusammenhänge und Kausalitäten ignoriert. Ein Land aber, in dem die Dummheit (also das Ignorieren von Zusammenhängen) *alle* öffentlichen Debatten durchdringt und als moralisch geboten gilt, während die Klugheit (also das Kennen und Bedenken von Zusammenhängen) als unmoralisch gilt, in dem klug zu sprechen von Staats wegen verfolgt und bestraft wird – so ein Land *wird* kollabieren. Nein, ich wünsche und wollte den Kollaps wahrlich nicht. Und doch erwische ich mich bei dem verbotenen Gedanken: »Möge der Kollaps nur recht bald kommen, auf dass wir frei durchatmen und neu beginnen können.« - [Remigration, das Buch](https://dushan.org/essays/remigration-selbstverstaendlich/) Das wahre Wort des Jahres 2025 war »Remigration« – und auch ein Buch von Martin Sellner. Wer das aber liest, murmelt immer wieder: »Ist doch selbstverständlich!« – Die Dämonisierung des Selbstverständlichen ist eine Diagnose für den Zustand Deutschlands. Ein altes Bonmot: »Ich habe Shakespeare gelesen. Keine Ahnung, was daran besonders sein soll. Es ist halt ein berühmtes Zitat nach dem anderen.« Der *Witz* hier liegt natürlich darin, dass es eben *Shakespeare* war, der diese »Zitate« erfand. Und Shakespeare zu lesen (oder natürlich auf der *Bühne* zu erleben) bedeutet, das Original der Zitate zu erleben. Ich habe dieses Jahr das berüchtigte Buch *Remigration: Ein Vorschlag* von Martin Sellner gelesen (siehe [antaios.de](https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/einzeltitel/197055/remigration-ein-vorschlag)). Ich wollte es eigentlich schon vor Monaten rezensieren, doch ich schob es immer wieder auf. Das Jahr 2025 neigt sich seinem Ende zu, und »Remigration« ist definitiv einer der Kandidaten zum *wahren* »Wort des Jahres«. Ich schob die Besprechung von »Remigration: Ein Vorschlag« auf, weil ich ein *Problem* mit dem Buch habe – lasst mich erklären! ## Mittelfristig beenden Mein »Problem« mit jenem Buch ist, dass ich in Anlehnung an jenes Bonmot sagen könnte: »Ich verstehe nicht, was daran besonders sein soll. Es ist halt eine Selbstverständlichkeit nach der anderen.« Statistiken zur »Ersetzungsmigration«. Präzise Definitionen. Zahlen zu verschiedenen Migrantengruppen. Keine einzelne Stelle ist der »Skandal«, zu dem Buch und Thema gemacht wurden. Was aber schreibst du über ein Buch, dessen Kapitel und Ideen dir wie *selbstverständlich* klingen? (Die Antwort lautet natürlich: Man untersucht die Selbstverständlichkeit.) Zum Beginn des sellnerschen »Vorschlags« steht schlicht die Umsetzung der aktuellen Rechtslage: > Eine konsequente Anwendung und Reform des Asyl- und Aufenthaltsgesetzes würde bereits das Aufenthaltsrecht von Millionen Migranten mittelfristig beenden. > > – Martin Sellner, Remigration: Ein Vorschlag, S. 63 (meine Hervorhebung) Ach, man seufzt: Seit dem Unrechtsjahr 2015 gilt die Umsetzung geltenden Rechts in Deutschland als »rechtsextrem«. ## Erst einmal übernehmen Der »Vorschlag« des Martin Sellner ist eigentlich eine Summe vieler einzelner Vorschläge. Die hysterischen Reaktionen des deutschen Propagandastaates auf jenes Buch und das Thema *Remigration* allgemein *müssen* mit Lügen, Falschbehauptungen und Hysterie arbeiten, denn die *Wahrheit* ist, dass Sellner gleich in den nächsten Sätzen versichert: > Selbstverständlich gilt der Rückwirkungsschutz. Auch eine patriotische Regierung muss das bittere Erbe der verfehlten Migrationspolitik erst einmal übernehmen. > > – Martin Sellner, Remigration: Ein Vorschlag, S. 63 (meine Hervorhebung) Sellner wiederholt bisweilen bloß, was Politiker vor jeder Wahl versprechen; etwa: > Straffällige Ausländer sind sofort auszuweisen. > > – Martin Sellner, Remigration: Ein Vorschlag, S. 63 (meine Hervorhebung) Der Unterschied zwischen Politikern und Sellner samt seinem Publikum ist natürlich, dass die »Mächte hinter den Mächtigen« Sellner vermutlich abnehmen, es auch ernst zu meinen. (Sogar der deutsche Staatsfunk wirkt verwundert, wie viele Wahlversprechen von Herrn Merz gebrochen wurden, siehe [zdfheute.de, 2.5.2025](https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/inside-cdu-merz-wahlergebnis-wahlversprechen-100.html).) Denken wir nur an eine gewisse Angela Merkel des Jahres 2002, welche im Bundestag zustimmend zitierte: »Das Maß des Zumutbaren ist überschritten.« ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=1XjBPMZiykM)) Im sechsten Kapitel »Remigration moralisch« arbeitet Sellner heraus, was ich die *[Relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)* nenne: > Logistische und juristische Argumente gegen Remigration sind oft Vorwände für eine versteckte moralische Kritik. Die Forderung, zahlreiche Illegale abzuschieben und langfristig die Demographie unserer Heimat zu normalisieren, wird gerne pauschal als »unmenschlich« dargestellt. **Wer das tut, übernimmt damit die Perspektive Fremder und bewertet deren Interesse höher als unseres.** > > – Martin Sellner, Remigration: Ein Vorschlag, S. 126 (meine Hervorhebung) Wenn Sellners Buch einfach nur eine Selbstverständlichkeit nach der anderen ist, dann ist diese moralische Analyse die selbstverständlichste der Selbstverständlichkeiten. Wenn ein Land das Wohlergehen von Fremden höher bewertet als die Interessen des eigenen Volkes und Landes – wohlgemerkt während die meisten übrigen Länder und Völker *ihr* Volk und Land als maximal relevant behandeln –, dann wird dieses Land und Volk eben aufhören zu existieren. Sellner will diese Selbstverständlichkeit nicht als »alternativlos« akzeptieren. Nein, das Überleben Deutschlands hängt nicht *nur* davon ab, dass Deutschland die Leute aus Deutschland hinausbringt, die laut Gesetz und Vernunft eigentlich gar nicht in Deutschland sein sollten. Auch die Rückabwicklung der aktiven De-Industrialisierung und der suizidalen Energiepolitik wird Jahrzehnte dauern, wenn der eigentlich abgefahrene KI-Zug überhaupt eingeholt werden kann (es würde vermutlich u. a. eine Loslösung vom EU-Reglementierungsterror benötigen). ## Wer nicht kämpft Zu Sellners »Vorschlag« kommt ein berühmtes Zitat (von ich weiß nicht wem) in den Sinn: »Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, der hat schon verloren.« Das aber ist ein Geist, den ich mir auch persönlich für manches eigene Vorhaben anzueignen wünsche. Bisweilen ergeben Mutmachsprüche durchaus pragmatischen Sinn: Wenn das Gegenteil ein totales Desaster wäre, dann gehe davon aus, dass es gelingen kann – und daraus beziehe deine Motivation. Oder in den Worten, in denen Sellner sein Buch schließt: Remigration wird unser Land ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich darauf. (Martin Sellner hätte sein Buch ja auch nennen können: »Remigration – wir schaffen das!«) - [Deutschlands Versklavung (du darfst lächeln)](https://dushan.org/essays/versklavung/) Unterwerfung unter WHO per Gesetz, so lesen wir, wird »Versklavung« der Deutschen bedeuten. Das ist auf mehreren Ebenen optimistisch. Es geht davon aus, dass Gesetze zwingend eingehalten werden. Und dass es nicht bereits der Fall ist. Optimismus ist gut! Diese Woche, so lese ich gerade bei der *Achse des Guten*, »[beschritt der Bundesrat den Weg in die Sklaverei](https://www.achgut.com/artikel/es_dauerte_22_sekunden_gestern_beschritt_der_bundesrat_den_weg_in_die_sklaverei)«. Und es dauerte nur »22 Sekunden«. Es geht um das Gesetz »zu den Änderungen vom 1. Juni 2024 der Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005) (IGV) vom 23. Mai 2005« ([via bundesgesundheitsministerium.de](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/I/IGV_GE-Kabinett_LP21.pdf)). Ich will gestehen: Ich musste *lächeln*, als ich die Schlagzeile und den Text las. Mein Lächeln war *bitter*, aber ein Lächeln war es doch. Ich lächelte, weil ich geradezu *gerührt* war ob des impliziten *Glaubens*, *Vertrauens* und *Optimismus* der Autorin *Martina Binnig* – lasst mich erklären! Ein Gesetz, in welchem Deutschland seine Freiheit und die Grundrechte der Bürger zugunsten der umstrittenen WHO aufgibt, ist nur dann schrecklich, wenn man davon ausgeht, dass Gesetze auch durchgesetzt werden. Das Gefühl vieler Bürger ist, dass Gesetze nur dann durchgesetzt werden, wenn es gewissen höheren Mächten in den Kram passt – und dann immer nur in eine Richtung. Nun könnte man einwenden: »Ja, aber immerhin werden *manche* Gesetze angewendet, und damit das passieren kann, braucht es ein Gesetz zur Versklavung.« Das wird nicht ganz falsch sein. Und doch haben viele Bürger das Gefühl, dass Politiker und Sicherheitsbehörden ohnehin machen können »was sie wollen«. Ob NGOs als parallele Exekutive, spontane [»Ermächtigung«](https://dushan.org/essays/ermaechtigungsgrundlage/) und massenhafte Aufhebung der Grundrechte oder offen zugegebener Einsatz von Hausdurchsuchungen und Beschlagnahme ohne Gerichtsverfahren zur Einschüchterung (siehe Essay [»Warum lachten die Staatsanwälte?«](https://dushan.org/essays/der-staat-lacht/)). Einen »Schritt in die Sklaverei« kann nur unternehmen, wer sich nicht bereits in Sklaverei befindet. Ich mag sie wirklich, die Positivität der Autorin, die tatsächlich meint, der deutsche Bundesrat hätte die Unterwerfung der Deutschen beschlossen. Ja, wir sollten alle mehr Positivität wagen. Ja, geht davon aus, dass es noch nicht so schlimm ist, wie es schlimm werden könnte. Ja, geht vielleicht sogar davon aus, dass sich das Böse noch aufhalten und zurückschlagen lässt. Gehe davon aus, dass die Dinge gut werden können. Nicht nur, weil ohne diese Annahme all unser Handeln sinnlos ist. Doch achte genau darauf, welche Dinge es konkret sind, die gerade *du* wirklich verändern sollst. - [Sterben, doch wofür?](https://dushan.org/essays/sterben-doch-wofuer/) Wirst du dein Leben geben für ein Land, dessen Eliten das Land UND dich verachten? Soll man, wie Vera Lengsfeld fragt, »für ein mieses Stück Scheiße sterben?« Ich beichte: Ich bin heute neidisch. Vielleicht wäre *eifersüchtig* das präzisere Wort. – Als ich mir aber dieser Todsünden bewusst wurde, gelang es mir tatsächlich, ein derart böses Gefühl zu *Dankbarkeit* umzubiegen. Ich bin wahlweise eifersüchtig/dankbar ob einer Überschrift, die in Form einer *Frage* daherkommt. Vera Lengsfeld fragt: > Für ein mieses Stück Scheiße sterben? > > – [vera-lengsfeld.de, 18.12.2025](https://vera-lengsfeld.de/2025/12/18/fuer-ein-mieses-stueck-scheisse-sterben/) *Wow!* – Und: *Autsch!* – Diese Überschrift ist Mathematik und hohe Kunst zugleich. Diese Überschrift ist *Mathematik*, da sie *präzise* ist. Jeder von uns versteht *exakt*, wovon Vera Lengsfeld spricht. Der zweifellos eklige Ausdruck »ein mieses Stück Scheiße« ist ein Zitat und wird hier zweifellos präzise gesetzt. Ein »mieses Stück Scheiße«, das ist wie vermutlich nicht wenige Grüne und Sozialdemokraten über Deutschland fühlen – und bisweilen sagen sie es explizit. (Siehe dazu etwa die Essays [»Suizidalismus – ein Name für diese Epoche«](https://dushan.org/essays/suizidalismus/), [»Das sollen die Guten sein?! – Teil 2: Weniger Demokratie wagen«](https://dushan.org/essays/spd-vs-demokratie/) oder auch [»Der Grüne liebt sein Land nicht«](https://dushan.org/essays/der-gruene-liebt-sein-land-nicht/).) Die Verachtung der Linken für Deutschland ähnelt strukturell der Verachtung durch eine andere Gruppe: Man hasst das Land, man spuckt auf das Land, man verachtet die Menschen und ihr Lebenswerk – doch man nimmt gern das Geld und die sonstigen Vorzüge dieses Landes an. (Wohl auch deshalb fühlen sich Linke jener Gruppe verbunden und verpflichtet; es ist eine sehr einseitige Sympathie.) »Für ein mieses Stück Scheiße sterben«, ohne ihr Fragezeichen, beschreibt diese Überschrift ein absurdes, grausames Konzept. Das Konzept, sein Leben für etwas zu geben, das verachtet wird, klingt widersprüchlich. Und im hier vorliegenden Kontext klingt es moralisch derart grundfalsch, dass es geradezu körperlich wehtut. ## Wirken reichlich irre Ich sagte, diese Überschrift sei nicht nur *Mathematik*, sondern auch *Kunst*. Mathematik ist unsere präzisestmögliche Weise, über die Welt zu reden und nachzudenken. Kunst aber nennt man das Handwerk, um jene Wahrheiten und Phänomene, für die uns direkte Beschreibungen fehlen, immerhin einen *Rahmen* zu setzen, sodass wir uns eben doch darüber verständigen können. Oder kürzer und nur auf den ersten Blick paradox formuliert: Kunst sagt das Unsagbare. Die Formulierung »für ein mieses Stück Scheiße sterben« ist Kunst, weil sie gleich *drei* Arten von Schmerz erfasst, weil sie einen Schmerz auf den anderen schichtet, weil sie einen Schmerz aus zwei anderen Schmerzen ableitet. Wenn Grüne – oder: »grünennahe Demonstranten« – unser Land als »mieses Stück Scheiße« empfinden – es tut weh. Ja, einige dieser Leute wirken reichlich irre. Und doch können wir es nicht schulterzuckend abtun. Wenn Irre und Verirrte aber das Schicksal deines Landes bestimmen sollten, dann wäre das böse und gefährlich – und schmerzhaft. Und auch das Sterben ist natürlich emotional schmerzhaft – im Krieg oft auch physisch. Lengsfeld bezieht sich auf eine Aussage von Friedrich »arbeitet garantiert nicht mehr für BlackRock« Merz: > Ganz konkret: Wir würden auch entsprechende russische Übergriffe und Angriffe erwidern. > > – Friedrich Merz im ZDF, Dez. 2025, zitiert nach [vera-lengsfeld.de](https://vera-lengsfeld.de/2025/12/18/fuer-ein-mieses-stueck-scheisse-sterben/) »Erwidern« bedeutet, dass junge Deutsche in einem sinnlosen Krieg verheizt würden. Das »wir« in Merzens Formulierung ist natürlich politisch gemeint. Weder Herr Merz noch irgendein Politikerkind wird zum Sterben geschickt werden. ## Das rechtlose Tätergeschlecht Einst hieß es, Deutschlands Freiheit würde am Hindukusch verteidigt. Heute soll Deutschlands Freiheit über den Mineralien- und Erdgasvorkommen der Ukraine »verteidigt« werden. Doch nähmen wir an, in der Ukraine würden Deutsche tatsächlich für Deutschland kämpfen und sterben – was für ein Land ist dieses Deutschland, das ihnen dieses größte Opfer abverlangt? Deutschland ist ein Land, das von seinen Eliten als »mieses Stück Scheiße« behandelt wird – »mies«, aber noch nützlich. Deutschland wird zwar von »alten weißen Männern« regiert, doch in Schulen und Medien gelten »weiße Männer« als Ursache allen Übels und als das rechtlose Tätergeschlecht. Und diese »weißen Männer« sollen sich für das »miese Stück Scheiße« opfern? Unsere Moral kennt ja durchaus das Prinzip des ultimativen Selbstopfers. Jesus sagt, über sich selbst redend: > Größere Liebe kann niemand haben als die, daß er sein Leben für seine Freunde hingibt. > > – Johannes 15:13 Doch sein Leben zu geben für ein Land, das von seinen »Eliten« offen *verachtet* wird und *dich* verachtet, das ist nicht »größte Liebe«, das ist pervers und böse und schmerzhaft. Ach, wenn es überhaupt das eigene Land wäre, für das die jungen Deutschen sterben sollen – und nicht die Korruption in einem der korruptesten Länder Europas, während reiche Ukrainer [ihre Ferraris und Bugattis in Monaco zur Schau stellen](https://youtu.be/1sBP4aAMOE8?t=1037). ## Wofür sie euer Leben Atmen wir einmal tief ein, atmen wir wieder aus. Und bedenken wir: Auf gewisse Weise ist *jede* deiner Tätigkeiten ein *Hingeben*. Dein Leben besteht aus Zeit und Aufmerksamkeit. Wenn du acht oder mehr Stunden für einen Arbeitgeber arbeitest, gibst du dein Leben diesem Arbeitgeber und seinen Kunden hin. Und wenn du daheim bleibst und für die Familie arbeitest, gibst du dein Leben für Familie und Kinder hin. (Zu den bösesten Perversionen der Moderne zählt die Großlüge, dass es für Mütter vorzuziehen sei, ihr Leben für einen Konzern und dessen Aktionäre hinzugeben, sprich: »Karriere« zu machen, während eine *andere* Frau ihr Leben für die Kinder »hingibt«.) Wenn du Abend für Abend »feiern« gehst, gibst du dein Leben eben dem Feiern hin. Wenn du den Tag mit dem Anschauen von YouTube-Videos verbringst, hast du wohl dein Leben der hilflosen Aufregung hingegeben. Wenn du Tennis spielen gehst, dann dem Tennis. Entsprechend, wenn du Musik machst oder Musik hörst. Und so weiter. Es bleibt wahr: Jeder deiner Tage und jede deiner Minuten passieren nur einmal. Achte also sehr genau darauf, wofür du sie hingibst. Und hinsichtlich aktueller Meldungen: Auch jedes Leben passiert nur einmal! Achtet sehr genau darauf, wofür sie euer Leben hingeben wollen. - [Lieber tot als rechts?](https://dushan.org/essays/lieber-tot-als-rechts/) Zu den Rätseln unserer Geschichte zählt immer wieder die deutsche Massenpsychologie. In diesen Jahren etwa die Frage, warum die Mehrheit der Wähler befindet, dass es so weitergehen soll (und kann). Ist »lieber tot als rechts« wirklich ein kluges Motto? Frank Underwood, an den nackt in der Badewanne sitzenden Peter Russo gerichtet: > Ich bin der Einzige, der an dich glaubt, Peter, aber vielleicht ist das einer zu viel. Das heiße Wasser wird deine Kapillaren erweitern. Das Aspirin, das du gerade genommen hast, wird dein Blut verdünnen. Es liegt an dir, Peter. Oh, und falls du dich doch für den Ausweg des Feiglings entscheidest, geh entlang der Adern, nicht quer – das wäre ein Anfängerfehler. > > – Frank Underwood (Kevin Spacey), *House of Cards*, 1. Staffel, 5. Folge Wer weiß, der weiß: Ich zitierte hier eine Szene aus einer TV-Serie über das knallharte Business namens »Politik«. Der junge, korrupte und auch sonst für manche Versuchung anfällige Kongressabgeordnete *Peter Russo* taucht mitten in der Nacht bei dem skrupellosen Protagonisten *Frank Underwood* auf. Die Folge gipfelt in jener emotional intensiven Szene in der Badewanne. Russo sitzt in der Badewanne, im heißen Wasser. Er ist seelisch kaputt, sein Blut ist verdünnt und Underwood hat ihm eine Rasierklinge bereitgelegt. Peter Russo kann »den Ausweg des Feiglings« nehmen (»the coward’s way out«) – es ist verführerisch. Er kann sich aber auch wieder abtrocknen und vollständig ausnüchtern – doch dann wird nicht nur sein politisches Leben lange in der Hand des Manipulators Frank Underwood sein. Russo geht *nicht* den vermeintlichen »Ausweg des Feiglings«. Nehmen wir aber einmal an, dass der verzweifelte Kongressabgeordnete tatsächlich »entlang der Adern« geschnitten hätte, dass er sein Leben in der Badewanne des Skrupellosen beendet hätte. Ich frage euch (und mich): Wer wäre es gewesen, der Russo getötet hätte? Juristen würden vermutlich zuerst fragen, ob man Russo die freie Suizidentscheidung zu- oder abspricht. Wenn wirklich eine vollständig freie Entscheidung vorläge, dann wäre Underwood juristisch womöglich tatsächlich nicht verantwortlich. Doch die Szene liefert genug Hinweise darauf, dass Russo alles andere als vollständig frei entscheidet. Die psychische Überwältigung eines verzweifelten Betrunkenen, das Bereitstellen von Badewasser, Aspirin und Klinge, die Erklärungen zur Schneidetechnik – all das macht Underwood zum »Täter hinter dem Täter«. Obwohl Russo geschnitten hätte, lägen Mordmerkmale wie Heimtücke und niedrige Beweggründe vor. Leider sind solche Szenarien nicht nur in düsteren TV-Serien denkbar. ## Drei Stunden lang Deutschland kennt etwa den kurios-makabren Siriusfall aus dem Jahr 1983 ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Siriusfall?utm_source=chatgpt.com)). Der Angeklagte *Fred G.* hatte sein labiles Opfer *Heidrun T.* davon überzeugen können, er stamme vom Stern Sirius, sie solle ihm viel Geld überweisen, eine Lebensversicherung abschließen und dann »ihren Körper verlassen« ([siehe historisches-sachbuch.weebly.com](https://historisches-sachbuch.weebly.com/blog/sirius)). Auch in diesem realen Fall sollte es in einer Badewanne passieren, doch per Fön statt Rasierklinge. Das Opfer überlebte und spürte »nur ein Kribbeln«, weil die Wanne nicht geerdet war – und ging dann wohl zur Polizei. Drei Stunden lang hatte der Täter versucht, sein Opfer telefonisch zum Selbstmord anzuleiten, bis sie wohl beide aufgaben und die Frau überlebte. Es war kein einfacher Fall, schließlich ist Suizid nicht strafbar und das Opfer hatte zudem überlebt. Das Gericht aber diagnostizierte »ein Verbrechen der versuchten mittelbaren Fremdtötung« und verurteilte Fred G. zu sieben Jahren Gefängnis. 2022 wurde ein 62-Jähriger vom Landgericht Limburg wegen Mordes und Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt ([rsw.beck.de, 22.3.2022](https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldung/detail/mann-draengt-frauen-zum-suizid-gericht-verhaengt-lebenslange-freiheitsstrafe?utm_source=chatgpt.com#)). Er hatte, so das Gericht, Kontakt zu labilen Frauen gesucht, die er per Chat oder Telefon zu manipulieren versuchte, sich das Leben zu nehmen. Im Fall einer Bremerin hatte er »Erfolg«. Das Gericht sprach von einer »mittelbaren Täterschaft«. Auch aus den USA sind solche Fälle zu berichten. Soziale Medien und Chats auf Smartphones machen es leicht, sich im Virtuellen und Nur-Gedachten zu verlieren – genug aber der düsteren Beispiele. Meine »Inspiration« zu diesem Text war ein Grübeln über Deutschland. Ich sehe, wie etwa 75 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland auch weiterhin de facto für den nationalen Suizid stimmen. Die Industrie schließt oder wandert aus; Innenstädte veröden oder werden gefährlich; einst reiche Städte und Kommunen stehen vor der Pleite, wie aktuell etwa Stuttgart ([bild.de, 17.12.2025](https://www.bild.de/politik/inland/zahlungsfaehigkeit-unter-null-stuttgart-kurz-vor-der-pleite-694256ea11416590a630da13)). Und 75 Prozent der Wähler in Deutschland sagen: »Weiter so!« ## Diese Gedanken zurechtgelegt Wer aber trägt die *Schuld* daran, dass 75 Prozent der Wähler den wirtschaftlichen Suizid wählen? Um die *Schuld* zu finden, müssten wir fragen, *warum* sie es tun. Arbeitshypothese: Ein Mensch tut Dinge, weil seine Gedanken (seine Annahmen über die Welt) und seine moralischen Gefühle (seine Ethik) ihn dazu bewegen. Weitere These: Auch ein Mensch, der glauben will, dass seine Entscheidung *frei* ist, wird sich innerhalb der ihm bekannten Annahmen und der ihm vertrauten Moralkonzepte bewegen. Wenn die Wähler im Wahllokal aber den nationalen Suizid wählen, weil dieser für sie dem »Rechtswählen« vorzuziehen ist, dann hat jemand ihnen diese Gedanken zurechtgelegt. Es sind ARD, ZDF und politiknahe Medienhäuser, die den Deutschen diese Gedanken zurechtlegen und die Mehrheit der Wähler dazu bewegen, für den Niedergang zu stimmen. Tragen also Journalisten die wahre Schuld am Niedergang Deutschlands? ## Besser nicht Nun, schaut euch [obige Szene auf YouTube an](https://www.youtube.com/watch?v=p_rBV-el9iQ). Seid ihr der Meinung, dass Frank Underwood eine Schuld am Suizid des verzweifelten Betrunkenen tragen würde, nachdem er diesem warmes Badewasser und eine Rasierklinge vorbereitet hatte? – Die Antwort auf die eine Frage ist die Antwort auf die andere Frage. Aber nein, es wäre nicht fair, deutsche Journalisten mit dem skrupellosen Frank Underwood zu vergleichen! Frank Underwood hatte Stil. Und, vor allem, in jener Szene *wollte* er gar nicht, dass sich Peter Russo wirklich das Leben nimmt. Er ließ ihm einen Ausweg, zeigte ihm auch eine andere Möglichkeit auf. Das unterscheidet ihn dann von deutschen Journalisten. (Nur schaut besser nicht [Folge 11 der 1. Staffel](https://www.youtube.com/watch?v=2XJgwwtDvFE). Frank Underwood zieht es dann doch durch. Mit Auto statt Badewanne – und mit sehr konkretem eigenem Einsatz.) - [Heiligabend ohne Heilig ist bloß irgendein Abend](https://dushan.org/essays/heiligabend-ohne-heilig/) »Weihe« in Weihnachten bedeutet »heilig«, und »heilig« bedeutet »von göttlichem Geist erfüllt« oder »göttliches Heil spendend«. Unpopuläre, aber wichtige Wahrheit: Ohne Gott ist Weihnachten nur eine weitere Nacht, Heiligabend einfach nur irgendein Abend. Ja, zu Weihnachten wird die Geburt von Jesus Christus gefeiert. Nein, Weihnachten ist nicht das höchste christliche Fest, das ist Ostern. (So spektakulär das Geborenwerden des Gottessohnes auch war, so ist der Kreuzestod samt Wiederauferstehung doch der Clou der ganzen Angelegenheit. In einer Perspektive ist der »Held« von Weihnachten eigentlich eine *Heldin*, nämlich *Maria*.) Jedoch: Weihnachten fällt nun einmal in die kalte, düstere Jahreszeit (zumindest auf der nördlichen Halbkugel, wo Weihnachten und moderne Zivilisation »erfunden« wurden). Abhilfe gegen die verschiedenen Arten der Kälte suchen Menschen traditionell in der Zusammenrottung. Der Mensch sucht Wärme in der kuscheligen Gruppe von Seinesgleichen. (Bisweilen stellt der Mensch dann fest, dass sich über die Jahre angesammelter Sprengstoff und plötzliche Reibungswärme schnell als eine explosive Mischung herausstellen. Und doch versucht man es nächstes Jahr wieder. Wie bei Mehrfachverheirateten gilt: Hoffnung schlägt Erfahrung. Beim nächsten Familienweihnachten stellt sich bestimmt endlich die so dringend nötige besinnliche Nestwärme ein!) Es ist *verständlich*, dass Nicht-, Säkular- und Gelegenheitschristen zu der Einschätzung geraten, Weihnachten sei das *höchste* der christlichen Feste. In einer erkalteten Welt scheint Wärme die höchste und göttlichste aller Hoffnungen zu sein. Wenn aber Weihnachten als Fest der *Wärme* und *Gemeinsamkeit* gilt, und wenn Weihnachten ohnehin ein Fest des *Beginns* ist, dann müssten *eigentlich* alle Menschen *dafür* sein, oder nicht? Welcher Unmensch könnte denn gegen *Wärme* und *Aufbruch* sein? Nun, zwei Anlässe sind denkbar, sich an Weihnachten zu stoßen. ## Könnte motiviert sein Der erste Anlass zur Ablehnung von Weihnachten könnte *eigenes Unglücklichsein* sein. Wer mit seinem eigenen Leben unglücklich ist, sich aber aus diesem oder jenem Grund nicht imstande sieht, sein Leben zu ändern, will zumindest die *anderen* Menschen ebenfalls unglücklich machen. Es ist eine kränkliche Anwendung der Maxime, geteiltes Leid sei halbes Leid. Zur Illustration sei eine Szene mit *Ted* in der Comedyserie *Scrubs* erwähnt. Ted wurde dabei beobachtet, wie er im Park mit Steinen nach alten Ehepaaren warf. Seine Begründung: »Warum sollten *die* glücklich sein?« ([Es ist im Original lustiger, siehe also YouTube.](https://www.youtube.com/watch?v=Tz-_N_c4DNA)) Wer aus einem persönlichen Grund nicht in der Lage ist, sich an Weihnachten zu erfreuen, der könnte motiviert sein, auch *anderen* Menschen die Freude zu vermiesen. In diesem Fall ist die Anti-Weihnachts-Haltung also nicht konkret weihnachtlich. ## Krippe statt Palast Ein *anderer* Stein des Anstoßes an Weihnachten ist das Christliche daran. »Advent« bedeutet *Ankunft*. Adventszeit ist die Zeit der Erwartung – was ist es denn, das man *erwartet*? Kerzen stehen fürs Licht, das Jesus und dann die Christen (siehe Matthäus 5:14) in die Welt bringen. Der Adventskranz symbolisiert die nahende Offenbarung, Kerze für Kerze, Sonntag für Sonntag. Krippe statt Palast. Hirten als erste Hörer der frohen Botschaft in Lukas 2:8–9 und nicht die Priester (eine Klammer zum Erscheinen des Auferstandenen vor Frauen in Matthäus 28:1–7). Es *stört*, dieses Christliche. Das Heilige an Heiligabend. Die Weihe in Weihnacht. Jesus in der Krippe, der Engel darüber. »Heilig« bedeutet ([laut Duden!](https://www.duden.de/rechtschreibung/heilig_ehrwuerdig_geheiligt_hehr)) »im Unterschied zu allem Irdischen göttlich vollkommen und daher verehrungswürdig«, »von sittlicher Reinheit zeugend, sehr fromm« und »durch einen göttlichen Bezug eine besondere Weihe besitzend«. Weihnachten und Heiligabend ohne Heiligkeit sind – nichts. Oder: wenig. Bestensfalls ein weiterer Abend, einer von 365. In der DDR überlegte die SED einst, Weihnachten umzubenennen in »Jahresabschlussfest« ([tagesspiegel.de, 23.12.2015](https://www.tagesspiegel.de/berlin/ddr-wollte-weihnachten-umbenennen-3683461.html)). Ob »Jahresendflügelfigur« wirklich politisch geplant war oder nur ironisch verwendet wurde, ist umstritten ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Jahresendfl%C3%BCgelfigur)). Der »Jahresendbaum« ist wohl wirklich echt. Es ist kein Zufall, dass die Leute, die Christus aus Weihnachten entfernen wollen, zuverlässig im selben Lager zu verorten sind wie jene, die meinen, dass Strom aus der Steckdose kommt, Fleisch aus dem Kühlregal und dass Ausgaben aus Steuergeld für den Bürgern gratis sind. Die verstehen Zusammenhänge, Wirkung, Ursache und Konsequenzen nicht – [*wollen* es nicht verstehen](https://dushan.org/essays/es-gibt-kein-recht-auf-dummheit/). Der Sinn von Weihnachten entspringt den Ereignissen, die in der Weihnachtsgeschichte dokumentiert sind. Nimm das eine weg und das andere wird sinnlos. ## »im sinnfreien Dezember« Dieses Jahr wird bei deutschsprachigen Zentralorganen linken Menschheitshasses über das »Überleben im sinnfreien Dezember« geschrieben. »Jedes Jahr wieder dräut er, der Dezember«, jammert dort ein in der Form »satirischer«, doch tatsächlich elend-trauriger Text ([taz.de, 22.11.2025](https://taz.de/Die-Wahrheit/!6130148/)), und: »so wahr uns Gott nicht helfe.« Wir dürfen der Linken absolut zustimmen, dass ein gottloser Dezember tatsächlich sinnlos ist. Die Frage ist naheliegend, was ihren übrigen Monaten denn dann einen Sinn gibt. (Wirklich glücklich kann der »Kampf gegen Rechts/die Realität« diese Gestalten auch nicht machen, sonst würden sie nicht im Dezember derart abstürzen.) Gerade unter der verbildeten Linken existiert eine stolze und geradezu aggressive Ignoranz gegenüber Zusammenhängen und Ursachen. Man träumt von Wohlstand ohne Industrie (und wertschöpfende Arbeit). Von Geschlecht ohne Biologie. Von Glück ohne Sinn. Und man will ein Weihnachten ohne Jesus feiern. Auf Englisch: Christmas without Christ. ## Märkte mit gewürztem Wein Schon vor Merkel-Lego und toleranzbedingtem Terror war es wahr, dass Christkindlmärkte ohne Christkindl nur Märkte sind. Märkte mit gewürztem Wein, selbstredend. Und wehe, die Regel von »in vino veritas« wird aktiviert, und die »veritas« ist die Feststellung, wie sinnlos nicht nur der Dezember samt der übrigen Monate ist. Die Engel verkündeten einst vor den Hirten: > Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens! > > – Lukas 2:14 Die Formulierung »seines Wohlgefallens« lautet auf Griechisch »εὐδοκίας«. In der lateinischen Vulgata heißt es allerdings: »hominibus bonae voluntatis«. Das bedeutet: den Menschen guten Willens. Übersetzungen sind immer auch Deutungen. Ich mag also auch die andere Deutung: Friede den Menschen guten Willens. Ein Linker wird antworten: »Und was ist mit den anderen, die *kein* Wohlgefallen bei Gott finden? Oder die nicht guten Willens sind? Denen keinen Frieden?!« Man darf antworten: »Ihr *wolltet* doch gar nicht erst Wohlgefallen finden. Wart gewiss nicht guten Willens. Und also erntet ihr inneren Unfrieden, der euch öffentlich über die Sinnlosigkeit eures Dezembers jammern lässt.« Ich wünsche uns einen *sinnvollen* Dezember. Ich wünsche euch Familienfeiern ohne Explosionen. Feuer mit Flammen. Christmas *with* Christ. Nehmt eure Lieben in den Arm und lasst euch vom Bösen nicht quälen. Die *Weihe* in *Weihnachten* ist ein anderes Wort für *heilig*. Heilig Abend ohne Heilig ist bloß ein weiterer Abend. Weihnacht ohne Weihe ist bloß eine weitere Nacht. In diesem Sinne wäre natürlich zu wünschen, dass *jeder* Abend ein *Heilig Abend* ist! (Die Kinder würden es gewiss begrüßen.) - [Die große Schere](https://dushan.org/essays/die-grosse-schere/) Die große Schere zwischen dem Sagbaren und der notwendigen, dringenden Wahrheit öffnet sich täglich weiter. Es wird ein spannender Moment der Zeitgeschichte sein, wenn die Lügner es übertrieben haben werden und die Schere plötzlich zuschnappt. Und siehe, ich sah eine große Schere am Horizont stehen. Die Schere war offen, die Klingen war in die Erde gebohrt. Eine Klinge sagte zu mir: »Ich bin das Sagbare.« Die andere Klinge aber sprach: »Ich bin das Wahre, das *eigentlich* zu sagen notwendig wäre.« Der Tag verging, die Nacht kam. Die Sonne ging unter und wieder auf. Die Menschen liefen in kleinen Kreisen umher, vertrieben sich die Zeit und nannten ihren Zeitvertreib mal *Arbeit* und mal *Vernügen*. Dann noch ein Tag. Und noch ein Tag. Mit jedem neuen Tag öffnete sich die Schere der *Eigentlichkeit* weiter. Die eine Klinge war das Sagbare. Die andere Klinge war das notwendige Wahre. Zwischen den Klingen der Schere aber lag eine urzeitliche Riesenschlange. Riesig groß und etwas kränklich und gar widerlich stinkend. Und doch pulsierend, wie eine große Ader. Ich hörte Menschen flüsternd fragen: »Wer ist die Schlange?« Einer antwortete: »Es ist eine Ader!« Ein anderer antwortete: »Es ist die Lüge, die wir unsere *Realität* nennen.« Die Masse teilte sich in drei Lager wie Armeen vor der Schlacht. Eine Armee pries die eine Klinge der Schere. Eine Armee pries die andere Klinge. Und eine Armee, die kleinste unter ihnen, rief: »Die Schlange soll sterben, die Ader möge aufgeschnitten werden.« Die Lager warfen einander Worte zu, als wären es Bomben oder Raketen, doch taten sie es nur beiläufig. Die meisten Stunden ihres Tages verbrachten sie damit, in kleinen Kreisen umherzulaufen und sich die Zeit zu vertreiben. Die große Schere am Horizont aber hatte sich jeden Morgen und dann wieder jeden Abend ein wenig mehr geöffnet. Je weiter sich die Klingen voneinander spreizten, desto bedrohlicher wurde die Schere. Die alte Schlange aber, die pulsierende Ader, schwoll an. In ihrer Haut entstanden Risse, aus denen erst übler Geruch und dann ein Rinnsal von Blut entwich. Die Menschen hatten sich an die große Schere gewöhnt. Die Menschen hatten sich in ihren Lagern eingerichtet. Ja, es war sogar ein viertes Lager entstanden, und zwar das Lager jener, denen die Klinge des Sagbaren, die Klinge des notwendigen Wahren und die große Ader namens »Große Lüge Realität« allesamt gleichgültig waren. Man lebte. Man beschimpfte einander. Man lief umher, jeder in seinen kleinen Kreisen. Und dann, plötzlich und unerwartet, wie ein Dieb in der Nacht, bebte eines frühen Morgens die Erde. Die Erde bebte, die Berge ordneten sich neu, die Bäume flohen ins nächste Tal. Mit einem stählernen Kreischen gegeneinander reibenden Scherenstahls begann die Schere, sich zu schließen. Eine Klinge bewegte sich auf die andere zu. Metall rieb gegen Metall. Die große Lüge zitterte noch mehr als ohnehin, als ahnte sie ihr Schicksal. Die Menschen sahen das, einige jubelten und alle fürchteten sich. Erst hatten sich die Klingen der Schere nur langsam bewegt, beinahe zögerlich. Schließlich geschah es schnell. Das Metall kreischte noch einmal, dann zerschnitt die Schere die große Ader namens *Lüge*. Sagbares traf auf notwendige Wahrheit. Als die große Ader namens *Lüge* zerschnitten war, flossen Unrat und Galle heraus und es stank buchstäblich zum Himmel. Die Menschen hielten inne, und für diesen Augenblick gab es keine Lager mehr und keinen bösen Worte, sondern man erklärte: »Die Schere ist geschlossen. Wir können sagen, was notwendig und was wahr ist.« Dann gingen die Menschen wieder dazu über, in ihren kleinen Kreisen umherzulaufen, wenn auch guter Dinge – für den Moment. Als der Unrat aus Lüge namens *Realität* in ihren Äckern versickerte, fürchteten die Menschen, dass es den Boden vergiften würde, doch sie lagen falsch. Aus der Gülle alter Lügen kann Wahrheit wachsen, wie aus der Gülle der Stalltiere guter Weizen wächst. Ich sah die Menschen, wie sie ihren Weizen ernteten, und wie sie ihr Brot buken – und wie sie notwendige Wahrheit sagten, Tag um Tag. Und ich sah, wie am Horizont – von den meisten Menschen unbemerkt – bald eine neue Schere aufgetaucht war, mit einer neuen Ader names Lüge. Aber noch waren beide klein. - [Wohin ziehen, wenn Phobie zu arg wird?](https://dushan.org/essays/wohin-ziehen/) In Australien ermorden mutmaßliche Islamisten 15 Menschen. In Deutschland konnte ein Anschlag verhindert werden, doch Weihnachtsmärkte bleiben Risikozonen. Wohin soll ein Mensch ziehen, der nicht mit solcher Angst (neudeutsch: »Phobie«) leben will? In Australien hat ein Vater-Sohn-Team fünfzehn Menschen ermordet. Der Vater heißt Sajid Akram (50). Der Sohn heißt Naveed Akram (24). Der Terroranschlag galt gezielt jüdischen Hannukkah-Festivitäten. ([bbc.com, Stand 15.12.2025](https://www.bbc.com/news/live/ckgk391yzm7t)). Der Vater kam 1998 mit einem Studentenvisum nach Australien. Der Sohn wurde in Australien geboren und hatte Verbindungen zum Islamischen Staat (IS) sowie einer lokalen Terrorzelle in Sydney. Die australischen Behörden hatten den jungen Herrn zwar auf dem Radar, ihn aber offenbar als nicht weiter gefährlich eingestuft. Die Behörden der ehemaligen britischen Gefangenenkolonie waren aber vielleicht bloß ausgelastet mit ihrem Kampf gegen »Islamophobie« ([reuters.com, 12.9.2025](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/australian-islamophobia-report-says-muslim-hate-has-hit-unprecedented-levels-2025-09-12/)). Und nach dem Anschlag gelang es dem australischen Premier tatsächlich, irgendwie »right wings extremists« als Schlagwort in die Debatte zu bringen ([@ausvstheagenda, 15.12.2025](https://x.com/ausvstheagenda/status/2000407342572356067)). Nicht die Islamisten sind es, die Australiens Regierung fürchtet, sondern dass die Australier aufbegehren und Vergeltung üben ([apollo-news.net, 14.12.2025](https://apollo-news.net/nur-stunden-nach-islamistischem-terroranschlag-australische-polizei-warnt-vor-islamophobie/?1765762574)). ## Das Erkennen jedes Zusammenhangs *Phobien* sind »psychische Störungen, deren gemeinsames Merkmal exzessive, übertriebene Angstreaktionen beim Fehlen einer wirklichen äußeren Bedrohung sind« ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Angstst%C3%B6rung)). In australischen Moscheen wurde laut *MEMRI* mindestens einmal gepredigt, und zwar vom Imam Ahmoud Zoud in Sydney, dass Juden »blutrünstige und hinterhältige Verbrecher, Terroristen und Monster« seien. »Nicht alle«, aber »die meisten von ihnen«. Ich verwende die Formulierung »mindestens einmal«, denn davon existiert ein Video: [@MEMRIReports, 02.01.2024](https://x.com/MEMRIReports/status/1742115504045584423) Laut Propaganda ist es »Phobie«, wenn man solche Aussagen eines hochrangigen muslimischen Geistlichen als stellvertretend für die von ihm gepredigte Ideologie deutet. Und wenn Islamisten solche Aussagen genau so verstehen, wie nur »Islamophobe« denken, dass es verstanden werden kann, und wenn sie daraufhin 15 Menschen ermorden, dann wird das Erkennen jedes Zusammenhangs zwischen Ideologie und Morden als »psychische Angststörung« beschimpft. Aber gut, Australien ist weit weg. Kein Imam in Deutschland würde so etwas predigen, also besteht kein Anlass für eine entsprechenden Angststörung – oder? ## Wie fanden sie zusammen? In Bayern wurden eben junge Männer festgenommen, die »offenbar« mit einem Fahrzeug in einen Weihnachtsmarkt fahren wollten. Drei Marokkaner, ein Ägypter und ein Syrer ([welt.de, 15.12.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article693dd4352694034dbefb7e30/bayern-islamistisches-motiv-fuer-anschlagsplan-auf-weihnachtsmarkt-fuenf-maenner-sitzen-in-u-haft.html)). Der Anschlag sollte wohl im Raum *Dingolfing-Landau* stattfinden. Er konnte rechtzeitig verhindert werden. Der Jüngste dieser mutmaßlichen Terrorgruppe ist 22 Jahre alt, der Älteste stolze 56 Jahre. Wie fanden diese fünf Männer wohl zusammen? Da wir nicht islamophob sind, könnten wir vermuten, dass sie sich im örtlichen Schützenverein trafen. Oder beim Elternabend in der Grundschule. Wenn wir deutsche Journalisten wären, würden wir vermuten, dass die Terror-Planer sich beim AfD-Parteitreffen kennenlernten und Rechtsextreme waren, weshalb der Kampf gegen Rechts verschärft werden muss. Wenn wir aber *islamophob* wären, könnten wir einen Zusammenhang sehen mit der Meldung, dass ebendieser Ägypter in einer Moschee in ebendiesem Raum Dingolfing-Landau ebendiese Anschlagspläne verkündet hat. Zum Glück haben aber die anderen Muslime in seiner Gemeinde, als sie von den Anschlagsplänen hörten, umgehend die Behörden benachrichtigt, womit sie manche Unterstellungen von Islamophoben widerlegten. Ach nein, den letzten Absatz habe ich mir frei ausgedacht. Laut [bild.de, 14.12.2025](https://www.bild.de/news/terrorverdacht-im-raum-dingolfing-vier-maenner-planten-anschlag-auf-weihnachtsmarkt-693db4d5f679420e000b3b86) soll es ein »ausländischer Geheimdienst« gewesen sei, der »den entscheidenden Hinweis geliefert« hatte. Ich interpretiere das so: Die Behörden in Brüssel und Berlin sind damit beschäftigt, Tausende an Strafanzeigen wegen Politikerbeleidigung abzuarbeiten und kritischen Bürgern zur Abschreckung das Haus zu durchsuchen. Also muss die US-amerikanische NSA auch in Deutschland mitüberwachen und uns vor *wirklicher* Gefahr schützen. Vielleicht hat schlicht eine amerikanische KI in der Kommunikation deutscher Islamisten eine ungewöhnliche Ernsthaftigkeit festgestellt und Alarm geschlagen. ## Ob ihres Unwillens Im Internet fragt ein »Exil-Bayer und Teilzeit-Australier«: > In welchen Flecken der Erde muss man sich eigentlich zurückziehen, wenn man nicht von Islamisten auf einem Weihnachtsmarkt totgefahren oder am Strand erschossen werden möchte? > > – [@ArminPetschner, 14.12.2025](https://x.com/ArminPetschner/status/2000200846152188059) Dem Fragenden wird online geantwortet mit einer Liste der Staaten, welche von der EU drangsaliert werden ob ihres Unwillens, die Grenzen für die »jungen Männer« zu öffnen. Ich wollte spontan antworten: Wenn du nicht mit der »Phobie« leben willst, am Weihnachtsmarkt totgefahren zu werden, dann ziehe in ein beliebiges Land, das angeblich »intolerant« ist. Und zwar inklusive der Länder, in denen die Religion der hiesigen Attentäter die Staatsreligion ist; siehe [Weihnachtsaktivitäten in Saudi-Arabien](https://www.cntravellerme.com/story/christmas-in-saudi-arabia) oder [Weihnachtsmärkte in Dubai](https://www.nextholidays.com/blog/christmas-markets-in-dubai). Nein, es liegt nicht »nur« an der Ideologie, es liegt auch an der westlichen Toleranzbesoffenheit. ## Oster-Gleichnis zur Weihnachtszeit Als die Mörder am Bondi Beach in die feiernde Menge schossen, erstarrten laut Internetberichten einige der anwesenden Polizist(innen) und schossen erst mal nicht zurück ([nypost.com, 14.12.2025](https://nypost.com/2025/12/14/world-news/bondi-beach-terror-survivor-describes-how-cops-froze-during-20-minute-shooting-rampage/?dicbo=v2-5UcgeI7)), taten angeblich quälend lange *nichts*. Es fand sich aber ein Held, der einen der Attentäter von hinten anging und zu Boden rang ([theguardian.com, 15.12.2025](https://www.theguardian.com/australia-news/2025/dec/15/man-who-tackled-alleged-bondi-gunman-couldnt-bear-to-see-people-dying-cousin-says-ntwnfb)). Der Held heißt Ahmed al-Ahmed. Und im Internet tobt derzeit ein kleiner Infokrieg zu der Frage, ob er Muslim ist oder libanesischer Maronit. Und ich lernte eben, dass es libanesische Maroniten gibt ([siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Lebanese_Maronite_Christians)). Ahmed al-Ahmed wurde verletzt, ist aber auf dem Weg der Besserung. Er war bereit, sein Leben zu riskieren, um andere Leben zu retten. Es ist ein Oster-Gleichnis zur Weihnachtszeit. - [Das Wort, nach dem du suchst](https://dushan.org/essays/anyway/) Es mag sein, dass die täglichen Nachrichten wichtig sind. Sonst würden wir uns nicht damit beschäftigen, oder? Nun, wichtiger ist vielleicht, was du NACH dem Nachrichtenkonsum tust. »The word you are looking for is: ›Anyway‹.« Freunde der *Friends* werden die Passage kennen. Es wird von *Ross* gesagt. Der erste Teil ist leicht ins Deutsche zu übersetzen: »Das Wort, nach dem du suchst«. »Anyway« dagegen ist ein speziell amerikanischer Ausdruck. Der Menschen- *und* Sprachfreund in mir muss sich an dieser Stelle bremsen, um nicht zu schwärmerischen Ausführungen anzusetzen, ob der unübersetzbaren Wörter, welche den Charakter einer Kultur *wirklich* beschreiben. (2021 habe ich mal einen Essay mit extra vielen *speziell deutschen* Wörtern – und damit: *Begriffen* – geschrieben. Der Text hieß: [»Geisterfahrerin braucht Gas«](https://dushan.org/essays/geisterfahrerin/).) »Anyway« ließe sich, mit Verlusten, vielleicht übertragen an: »Wie auch immer«, »Sei’s drum« oder: »Nichtsdestotrotz«. Jene Friends-Szene mit dem gesuchten Wort ist aber das, was man im Amerikanischen wohl *iconic* nennt. (»Ikonisch« ist auch nur *beinahe* die richtige Übersetzung. Sei’s drum.) Der Kontext: Die Friends-Figur *Rachel* ist von ihrer eigenen Hochzeit ausgebüxt und will sich von ihrem reichen Vater lossagen, um auf eigenen Füßen zu stehen. Ihre *Friends*-Freunde trösten sie. Die Figur *Phoebe* bezeugt Empathie, indem sie aus ihrem eigenen Leben berichtet – vom Selbstmord ihrer Mutter, von ihrem Leben auf der Straße und von weiteren Desastern. Phoebe schließt ihren fröhlich vorgetragenen Horror-Bericht mit der Versicherung, von daher könne sie sehr genau verstehen, wie es Rachel geht. Alle Anwesenden sind geschockt. ## Zur relativen Normalität In die Schockstarre hinein sagt *Ross* dann seinen berühmten Satz: »The word you are looking for is: ›Anyway‹.« Ross gibt quasi die »Erlaubnis«, nach dem eben gehörten Horror thematisch und emotional wieder zur relativen und gegenwärtigen Normalität zurückzukehren. Zurück zu dem, was diesen Menschen wirklich wichtig ist. (Diese besteht im *Fall Rachel* daraus, dass sie ihre von ihrem Vater gedeckten Kreditkarten zerschneidet, zum Applaus ihrer *Friends*. Bei YouTube ist [diese Szene inkl. Kontext](https://www.youtube.com/watch?v=7IeiVntsi80) zu sehen.) Ich fühle mich an jene Friends-Szene erinnert, wenn ich dieser Tage den Nachrichten begegne. Bei ([welt.de, 13.12.2025](https://www.welt.de/wirtschaft/video693d0550f679420e000b32ee/stadtbild-inflation-mieten-steuern-immer-mehr-deutsche-wandern-aus-experten-warnen-vor-folgen-fuer-wirtschaft-und-sozialsysteme.html)) wird im Video-Beitrag berichtet, dass zum ersten Mal seit 2008 mehr *Deutsche* aus Deutschland ausgewandert als eingewandert sind. Die Auswanderer geben oft genau die Gründe an, die »böse Rechte« thematisieren (die durch diese Thematisierung ja erst zu »bösen Rechten« werden). Ich sehe aktuelle Aufnahmen von der Bundespressekonferenz ([@PolitRealist, 12.12.2025](https://x.com/PolitRealist/status/1999623451653345495)). Die Bundesregierung kündigt die Zensur abweichender Meinungen und Deutungen etwa zur Ukraine an. Die »Wahrheit« zur Ukraine wird vom EU-Wahrheitsministerium vorgegeben. Bloß nennt man diese Zensur nicht »Zensur«, man nennt sie »Individualsanktion von Desinformationsaktivitäten«. (Die »Individualsanktion« besteht vermutlich wieder aus Kontosperrung, Hausdurchsuchung, Jobverlust und so weiter.) Ich bekomme mit, wie der deutsche Staatsfunk seine antichristliche Propaganda aufdreht und gegen gläubige Christen hetzt ([ardmediathek.de, 13.12.2025](https://www.ardmediathek.de/video/radikale-christen-in-deutschland-kreuzzug-von-rechts/trailer-radikale-christen-in-deutschland-kreuzzug-von-rechts/das-erste/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtMWM3M2VjNDctY2QzNy00ZTgwLTk5YWItYWFhMjkzYjQ2NzBl)). Laut deutscher Propaganda ist es etwa »extrem rechts«, gegen die massenhafte Tötung ungeborenen Lebens zu sein. Zu den Leuten, die der Staatsfunk als Beleg zitiert, aber … ach, sei’s drum. Ja, ich lese diesen täglichen Horror und ich *zwinge* mich, mit *Ross* aus *Friends* zu sagen: »Anyway.« Und dann wende ich mich dem zu, was *wirklich* wichtig ist. Inzwischen denke ich *täglich* an jenes Gebot aus Niebuhrs Gelassenheitsgebet. Ich bitte um die Kraft, zu ändern, was ich ändern kann, und die Gelassenheit, zu ertragen, was ich nicht ändern kann. Die Weisheit aber, das eine vom anderen zu unterscheiden, wird mir schmerzhaft eingehämmert (anders geht’s bei einem groben Klotz nicht). - [Was niemand (außer jeder) kommen sah](https://dushan.org/essays/was-niemand-ausser-jeder-kommen-sah/) Eine neue Meldung, ein Schocker geradezu: Es kommen viel weniger qualifizierte (!) Fachkräfte nach Deutschland »als erwartet«. – Moment! Weniger, als POLITIKER es »erwartet« haben. »Realität« heißt heute, was eben noch als »rechte Hetze« galt. Es gibt diese sehr spezielle Gattung von Mitmenschen, die sind ständig überrascht, wenn etwas eintrifft, was alle um sie her genau so vorausgesagt hatten. Etwa: Der Freund oder die Freundin, die sich immer wieder für den gleichen Typ von Mensch verlieben. Alle um sie her wissen, dass und wie es im Desaster enden wird. Niemand ist überrascht, wenn es dann genau so passiert, wie alle wussten, dass es passieren würde. Nein, niemand ist überrascht – außer dem Menschen. Der Freund, der sich immer wieder in neuen Geschäftsideen versucht. Und alle um ihn her wissen, wie es enden wird – nur er ist immer wieder aufs Neue überrascht. Die Kollegin, die sich jeden zweiten Monat an einer neuen Diät versucht – um dann doch wieder zuzunehmen. Der Kollege, der sich für jedes neue Projekt aufreibt, statt sich um seine Familie zu kümmern – und dann doch bei der Beförderung übergangen wird. Und so weiter. Wir *wissen*, wie diese Angelegenheiten ausgehen werden. Es ist so klar wie die sprichwörtliche Kloßbrühe. Für *alle* ist die Angelegenheit klar, absehbar und erwartbar – außer für den einen Menschen, der die Entscheidungen in der Sache traf. Ihr würdet nicht auf jene Beziehung wetten, nicht in jene Geschäftsidee investieren, nicht eure Karriere an diejenige jenes Kollegen heften. Und wenn ein solcher Mensch, blind für Realität und Konsequenzen, ein Politiker wäre, würdet ihr ganz bestimmt nicht von ihm regiert werden wollen – womit wir bei einer aktuellen Meldung wären. ## Auch qualifizierte Zuwanderung Wir lesen heute: > Das deutsche Einwanderungsrecht zählt zu den liberalsten der Welt – trotzdem kommen nur vergleichsweise wenige Arbeitskräfte nach Deutschland, wie eine Antwort der Bundesregierung zeigt. > > – [welt.de, 9.12.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article69328bcebdb9c3d5970e4887/daten-des-innenministeriums-homoeopathische-dosen-auslaender-nutzen-fachkraefteeinwanderung-bisher-nicht-wie-erwartet.html) In diesem Artikel wird der klügste Kanzler aller Zeiten zitiert: > Wir brauchen auch qualifizierte Zuwanderung. > > – Friedrich Merz, zitiert nach [welt.de, 9.12.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article69328bcebdb9c3d5970e4887/daten-des-innenministeriums-homoeopathische-dosen-auslaender-nutzen-fachkraefteeinwanderung-bisher-nicht-wie-erwartet.html) Was sagt das Wort »auch« hier über die bisherige, real existierende Zuwanderung aus? Auch die Schlagzeile über dem Text enthält ein verräterisches Schlüsselwort: »Ausländer nutzen Fachkräfteeinwanderung bisher nicht wie erwartet«, erfahren wir. Das verräterische Wort ist hier natürlich »erwartet«. ## Um ein Zehntel Deutsche Fachkräfte wandern jährlich zu vielen Tausenden aus. Deutschland sabotiert aktiv seine Industrie, die Regierung sieht Arbeitgeber aktiv als »Gegner«. Deutschland kombiniert Rekord-Abgabenlast und Neidkultur. Wer Kinder *und* Verstand hat, der überlegt, wo und wie er sie im Ausland unterbringt. Aber die deutsche Politik hat ernsthaft *erwartet*, dass hochqualifizierte Fachkräfte nach Deutschland kommen, um ein Zehntel dessen zu verdienen, was ihnen etwa in den USA angeboten wird? Zu den Absurditäten der aktuellen Debatte gehört, dass es die *Grünen* waren, die diese Zahlen von der Regierung abgefragt hatten. Es waren immerhin die Grünen, welche 2023 zusammen mit SPD und FDP »die gesetzlichen Hürden für die Erwerbsmigration deutlich gesenkt« hatten – so sehen sie es zumindest selbst. Die entsprechende Regelung ist seit März 2024 in Kraft. Die Realität, belegt durch die neuen Zahlen, ist aber, dass die Zahl hochqualifizierter Fachkräfte seitdem sogar *zurückging*. Im Oktober 2024 wurden 1.050 entsprechende Visa ausgeteilt, im Oktober 2025 nur noch 776. Auch erfahrene, aber nicht-akademische Fachkräfte können über die »Erfahrungssäule« ein Visum erhalten. Tatsächlich nahmen das zwischen März 2024 und November 2025 bloß 838 Menschen in Anspruch, in keinem Monat mehr als 70. ## Recht, Gesetz und öffentliche Moral Die Reaktion der Grünen wirkt wie absurdes Theater und politisches Tourette. Die Grünen fordern nun »eine echte Willkommenskultur« und »ein klares Bekenntnis zur Einwanderung«. Grüne scheinen noch immer nicht zu verstehen, dass die Einwanderung »junger Männer« und die Einwanderung hochqualifizierter Fachkräfte zwei unterschiedliche Dinge sind – und dass die eine Art von Einwanderung die andere sogar *demotiviert*. Wer von Deutschland Wohnung und Einkommen gratis erhält und sich dann gefühlt außerhalb von Recht, Gesetz und öffentlicher Moral bewegen kann, ist anders motiviert als einer, der einen Bruchteil etwa des in den USA erzielbaren Gehalts angeboten bekommt – wovon der Staat ihm dann wieder die Hälfte wegnimmt. Und selbst wenn einer motiviert wäre, nach Deutschland zu kommen, würde das voraussetzen, dass die entsprechenden Firmen überhaupt gegründet wurden und nicht längst ausgewandert sind. ## Es kommen kaum Etwas verwundert war ich, als ich dazu die Meinung eines Herrn Karl Lauterbach las: > Realität: Es kommen kaum hochqualifizierte Einwanderer, die Lücke bei qualifizierten Arbeitskräften wächst und senkt unser Wirtschaftswachstum. Es wird Zeit, unser Bildungssystem zu verbessern, so dass endlich alle Kinder optimale Bildungschancen bekommen. > > – [@Karl_Lauterbach, 10.12.2025](https://x.com/Karl_Lauterbach/status/1998790351486627933) Ausgerechnet ein SPD-Politiker stellt diese Realität nun fest, dass die Einwanderer nicht wirklich so super qualifiziert sind?! Ist das nicht genau das, worauf ach so böse Rechte seit Jahren hinweisen, wofür sie beschimpft und verfolgt werden? Ist Herr Lauterbach nun also auch ein Nazi, ein Faschist, ein Rechtsextremer? Ach nein. In den letzten Jahren wurden »Nazi«, »Faschist« et cetera zu Codewörtern für Menschen, welche die Realität früher sehen, als Politik und Propaganda es erlauben. Und wenn Herr Lauterbach im Dezember 2025 die »Realität« bemerkt, dann verdient er diese Auszeichnung schlicht nicht. ## Ach, mögen wir Ja, es gibt sie, diese sehr spezielle Gattung von Mitmenschen, die immer wieder aufs Neue überrascht sind, wenn etwas eintrifft, was nüchterne Beobachter genau so vorausgesagt hatten. Wie es endet, wenn diese Gestalten über ein Land regieren, ist derzeit in und an Deutschland zu beobachten. Ich frage mich aber, wie *ich* verhindern kann, in eigenen Angelegenheiten und in Bereichen meiner Verantwortung ein solcher Mensch zu sein. »Mehr Mut zur Wahrheit«, hatte eine deutsche Partei als alternativen Slogan für Deutschland vorgeschlagen. Nein, Herr Lauterbach und liebe Grüne, *heute* die Wahrheit zur Kenntnis zu nehmen zählt nicht mehr als »Mut«. Ach, mögen wir alle – inklusive Lauterbach und alle Grünen – in den eigenen Angelegenheiten täglich neu den Mut finden, uns die Wahrheit ins Gesicht zu sagen. - [Staatsfunk als Vorbereitung auf den Tod](https://dushan.org/essays/friedhofsgebuehr/) TV schauen ist heute eine Art von Sterbevorbereitung. Staatsfunk schauen: Probeweise im Sarg liegen, das Gehirn voran, und die GEZ-Propagandasteuer ist die Friedhofsgebühr für den Verstand. Mit Spaß und Schmunzeln las ich [bei *Tichys Einblick*](https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/ard-geht-mit-propaganda-baden/), wie *Mario Thurnes* die jüngste *Staatsfunk-Propaganda-Show mit Friedrich Merz* verriss. Gegen Anfang seines Textes beschreibt Thurnes das Staatsfunk-Publikum so: > Menschen, die sich zum Sterben vor den Fernseher zurückgezogen haben. > > – Mario Thurnes über ZDF-Zuschauer, bei [tichyseinblick.de, 9.12.2025](https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/ard-geht-mit-propaganda-baden/) Und er schließt seinen Text so: > ARD und ZDF sind nur noch etwas für die, die nicht wissen, wie sie die Zeit bis zu ihrer Beerdigung totschlagen können. > > – [ebenda](https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/ard-geht-mit-propaganda-baden/) Ich lachte und schmunzelte. Als Co-Essayist weiß ich eine wohlgesetzte *Klammer* zu schätzen. Das Ende des Textes greift eine Metapher, ein Sprachbild oder ein Thema des Anfangs auf, bildet also eine »Klammer«. Das Motiv wird (wenn der Autor sein Handwerk versteht) nicht »bloß wiederholt«. Der Text zwischen erster und zweiter Instanz wird (hoffentlich) mit Tiefe und Inhalt gefüllt, was dem Leser bei der klammernden Wiederholung unbewusst bewusst wird. Die Klammer gibt dem Leser das befriedigende Gefühl, dass der Autor sein Thema durchdacht hat. Dass der Leser in guten Händen ist, dass auch diese Lesezeit gut investiert war. Den Autor aber zwingt das Wiederaufgreifen des Anfangs, am Ende angekommen auch tatsächlich mindestens einmal über den Text zu gehen. Lose Fäden wahlweise abschneiden oder mit anderen Fäden verknüpfen. Insofern: solide Arbeit. (Man könnte weiterwitzeln: das TV-Sofa als Sargtraining und Probefriedhof. Bringt die Staatsfunker aber nicht auf noch dümmere Ideen, sonst verlangen sie noch GEZ-Zwangsgebühr für Gräber.) ## Schlicht deutsche Gegenwart Ja, haha, sehr witzig alles. Und doch schmeckt mir etwas an jenem Text bitter. Etwas, das mir auch an meinen eigenen Essays auffiel: Die **Verwendung** der Begriffe »Propaganda« und »Staatsfunk« wirkt nicht mehr essayistisch-provokativ. Keine Übertreibung (mehr). Keine Warnung (mehr). »Propaganda« und »Staatsfunk« beschreibt schlicht deutsche Gegenwart. Ja, ich lache und schmunzele über gewitzte Beschreibungen. Doch wie ich euch gestern schon gestand (Essay [»Das Aufhaltende und drei kluge Männer«](https://dushan.org/essays/katechon/)), drängt sich mir täglich penetranter die Frage auf: **Und was folgt daraus *praktisch*?** Ich lese ja nicht nur Essays bei anderen [Freien Denkern](https://dushan.org/freie-denker/), ich lese auch – [nur Linke und andere Dummköpfe würden lachen ](https://www.deutschlandfunk.de/sie-werden-lachen-die-bibel-100.html) – die Bibel. Heute morgen begegnete ich einer Passage in der Apostelgeschichte, die mich in ihrem Kontrast zu unserer Gegenwart geradezu schockierte. > Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und so kamen an jenem Tage etwa dreitausend Seelen (zu der Gemeinde) hinzu. Sie hielten aber beharrlich fest an der Lehre der Apostel und an der (brüderlichen) Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den (gemeinsamen) Gebeten. > > Und über jedermann (im Volk) kam Furcht, und viele Wunder und Zeichen geschahen durch die Apostel. > > Alle Gläubiggewordenen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam; sie verkauften ihre Besitztümer und ihre Habe und **verteilten** (den Erlös) unter alle nach Maßgabe der Bedürftigkeit eines jeden; und indem sie am täglichen Besuch des Tempels mit Einmütigkeit festhielten und das Brot in den einzelnen Häusern brachen, genossen sie ihre (tägliche) Nahrung mit Frohlocken und in Herzenseinfalt, priesen Gott und standen mit dem ganzen Volk in gutem Einvernehmen. > > Der Herr aber fügte täglich solche, die gerettet wurden, zu festem Anschluß hinzu. > > – Apostelgeschichte 2:41-47 Ich *spürte* in den Worten die tiefe Freude jener Zeit und jener frühen Christen. Und dann spürte ich körperlich jenen sprichwörtlichen Stich im Herzen, als mir der Gegensatz zum Alltag **bewusst wurde**. Diese Menschen trafen sich täglich, aßen und beteten gemeinsam, teilten Besitztümer untereinander. (Nota bene: Man teilte *christlich*, also freiwillig und nach **Bedürftigkeit**. Nicht sozialistisch, also zwangsweise und vor allem zugunsten der Parteikader und ihrer Günstlinge.) Man genoss die tägliche Speise »mit Frohlocken«, man pries Gott und der Herr fügte täglich mehr Seelen dazu. Und heute? ## Doch nicht das bittere Lachen Wir lachen und schmunzeln über die Dummheit des Staatsfunks, der Propaganda und ihrer Opfer. Wir schütteln hilflos die Faust gen Berlin und Brüssel. Essayisten schreiben gewitzte, aber letztlich hilflose Textlein über all das Elend (auch ich, [zweieinhalbtausend bislang](https://dushan.org/essays/)). Ja, ich wünsche mir ein Lachen, doch nicht das bittere Lachen über böse Dummheit und dumme Bosheit. Vielmehr jenes *gute* Lachen, ein Lachen der Freude, weil eben doch noch *Gutes* existiert. TV gucken ist heute **eine** Art der Sterbevorbereitung. Staatsfunk gucken ist wie probeweise im Sarg liegen, mit dem Zwangsbeitrag als Friedhofsgebühr. Man beachte die hier gesetzte essayistische **Klammer** des Motivs »TV ist Tod«. Doch diese Klammer war eher *Pflicht*, zur Kür also noch dies: TV und Staatsfunk auszuschalten, ist eine Übung in Wiederauferstehung! – Ja, *darüber* sei das Lachen erlaubt, vielleicht sogar das Frohlocken! Statt unserer täglichen Bitterkeit lieber unser tägliches Brot. - [Das Aufhaltende und drei kluge Männer](https://dushan.org/essays/katechon/) Wir erleben »das Böse«. Im Denken und Handeln mancher Mitmenschen. Bisweilen in uns selbst, meist leider erst im Rückblick. Und das Böse, dass die Mächtigen anzutreiben scheint. Eine spannende Frage: Ist Trump der, der »das Böse« heute »aufhält«? Ich lese kluge, gewitzte, in der Tiefe informierte Analysen über die Weltlage und unsere Rolle darin. Klonovsky verhandelt die Frage, ob Trump das/der *Katechon* ist ([klonovsky.de, 7.12.2025](https://www.klonovsky.de/2025/12/7-dezember-2025/)). *Katechon* ist ein *biblischer* Begriff und ein altgriechisches Wort. Es bedeutet *das Aufhaltende* oder *der Aufhaltende*. Griechisch geschrieben sieht *Katechon* so aus: > Und was die Gegenwart betrifft, so wißt ihr doch, was ihn noch **zurückhält**, damit er sich zu der für ihn bestimmten Zeit offenbaren kann. Freilich – im geheimen ist die (Macht der) Gesetzlosigkeit bereits wirksam; nur muß erst der aus dem Wege geräumt werden, der sie bis jetzt noch **zurückhält**. > > – 2. Thessalonicher 2:6-7 (meine Hervorhebung von κατέχον/κατέχων) Der *Katechon* ist eine Figur im »Weltheilsplan«. Er hält das Böse zurück, die Herrschaft des Bösen ist *nicht* absolut. Derzeit bewerben sich gleich mehrere Akteure um die Rolle als *das Böse*. Die EU natürlich. Gewisse Kriegstreiber. Oder wer auch immer *wirklich* hinter Soros steht. Und – stets logisch möglich – gewisse Akteure, die *böse* zu nennen illegal ist. Die Stelle des *Katechon* ist nie unbesetzt, und wer außer Trump könnte diese Rolle gerade erfüllen? Klonovsky diskutiert diese Frage im Kontext eines aktuellen politischen Manifests des Weißen Hauses. Es geht um die Weltsicherheitslage. Klonovsky schreibt im erwähnten Posting auch zu anderen Themen, etwa zum neuesten Wahnsinn vom Staatsfunk. Stets klug, konservativ und wohlformuliert – und schmerzhaft oft brillant. [Lest selbst.](https://www.klonovsky.de/2025/12/7-dezember-2025/) ## All seine gebrochenen Versprechen Hadmut Danisch ([danisch.de, 8.12.2025](https://www.danisch.de/blog/2025/12/08/das-elende-geschwaetz-des-zdf-heute-journal-von-der-digitalen-souveraenitaet-und-dem-internationalen-strafgerichtshof/)) analysiert ebenfalls den neuen Irrsinn des Staatsfunks. Der konkrete »Irrsinn« ist diesmal deren spektakuläre Teilblindheit. Man wirft den Trump-USA etwas vor (Sanktionen gegen Personen aus politischen Gründen), was in Deutschland längst an der Tagesordnung ist. (Erst kürzlich wurde ja berichtet, wie Friedrich Merz Hunderte Strafanzeigen erstattete, weil er sich wohl von irgendwas im Internet beleidigt fühlte; siehe [welt.de, 7.12.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article6931d59611f914c89b853254/vorwurf-politiker-beleidigung-hunderte-strafantraege-merz-ausuferndes-agieren-in-eigener-sache.html).) Julian Reichelt notiert derweil: > Es gibt kein einziges hartes Interview mit einem regierenden Politiker über den repressiven Exzess der Anzeigenflut gegen Bürger. Es gibt kein einziges hartes Interview mit dem Bundeskanzler über all seine gebrochenen Versprechen. Es gibt kein einziges hartes Interview mit dem Verfassungsschutz-Chef (oder seinem Vorgänger) über die Überwachung der Opposition. > > – [@jreichelt, 8.12.2025](https://x.com/jreichelt/status/1998119978256798154) Reichelts Liste ist deutlich länger, und er schließt: > Der deutsche Journalismus ist für die deutsche Krise massiv mitverantwortlich. Weite Teile des sogenannten Hauptstadtjournalismus sind schlicht Komplizenschaft. Medien wie NIUS, die kritische Interviews führen, bekommen keine Interviews, werden von Reisen ausgeschlossen oder bei Pressekonferenzen nicht drangenommen. Wir erleben eine nie dagewesene Selbstgleichschaltung bei den Medien und völlige Verachtung gegenüber der Pressefreiheit bei den Mächtigen. > > – ebenda: [@jreichelt, 8.12.2025](https://x.com/jreichelt/status/1998119978256798154) So weit, so wichtig und klug. ## Danach muss folgen Die drei genannten Herren sagen kluge Dinge, wie andere Damen und Herren auch. Kluge Analysen. Griffige Zuspitzungen. Unerwarteter Kontext. Es ist *kein* Vorwurf an diese Herren, sondern an diese *Zeiten*, dass ich mich nach dem Erarbeiten ihrer klugen Gedanken regelmäßig und lauter denn je frage: Und was soll der Einzelne tun? »Was ist der Fall?« ist die erste Frage, doch danach muss folgen: »Was soll ich tun?« Sicher, die deutsche Propaganda will, dass Bürger für sich die Frage »Was soll ich tun?« im Sinne der globalistischen Politik beantworten. Weil das gegen angeborene Instinkte wie Selbstbewahrung und Menschlichkeit geht, muss man ihren Kopf bezüglich der Frage »Was ist der Fall?« mit Lügen füllen. Nehmen wir an, dass wir ehrlich versuchen (etwa mithilfe kluger Leute wie der oben zitierten Herren), die Frage »Was ist der Fall?« weniger falsch zu beantworten. Die Frage »Was soll ich tun?« steht auch für uns im Raum – wie beantworten wir sie? Der Aufhalter – der *Katechon* – hält das Böse tatsächlich zurück. Wir sehen das Böse um uns, das ist wahr. Wir sehen das Böse leider auch im Handeln und Denken ferner wie naher Mitmenschen. Bisweilen entdecken wir das Böse in unserem eigenen Handeln; leider meist nur im Rückblick. Und wir sehen das Böse allzu offen in Handeln und Absichten unserer Mächtigen. Doch das Böse wird zurückgehalten, sodass es nicht allmächtig ist. Das Böse wird zurückgehalten, also haben wir *noch* etwas Zeit, mehr als nur kluge Analysen zu studieren und eine persönlich wirksame Antwort zu finden auf die Frage: Was soll ich tun? - [Existiert Deutschland?](https://dushan.org/essays/existiert-deutschland/) In einigen deutschen Städten haben Gruppen syrischer Männer feiernd Weihnachtsmärkte übernommen. Um den Sieg über Assad zu feiern. Statt »Alle Jahre wieder« erklang »Allahu Akbar«. Seien wir ehrlich: Der »kulturelle Wandel« ist schmerzhaft. Laut der nicht vollständig unplausiblen Theorie von der *Bielefeld-Verschwörung* existiert Bielefeld nicht. Solltet ihr meinen, jemals in Bielefeld gewesen zu sein, ist das eine von *denen* eingepflanzte Erinnerung. Einträge auf Karten und ebenso Verkehrsschilder sind fake. Selbst wer meint, in Bielefeld zu *leben*, wird darin von *denen* getäuscht. Nur eine kleine Gruppe von Menschen weiß, was *wirklich* in jener Region passiert – aber ich habe schon zu viel gesagt! Jaja, die *Bielefeld-Verschwörung* ist Satire, so [will uns Wikipedia glauben lassen](https://de.wikipedia.org/wiki/Bielefeld-Verschw%C3%B6rung). Wie sicher bist du dir aber, dass nicht eine *Deutschland-Verschwörung* stattfindet? Würdest du *alles* darauf wetten, dass *Deutschland* keine *Simulation* ist? Den »Deutschen« wird die Existenz eines Staates vorgespielt. Tatsächlich ist es eine *Simulation*, ähnlich wie die moderne Zivilisation im Film Matrix. Die Deutschland-Verschwörung wäre beinahe nicht aufgefallen, doch die Simulation wird in diesen Jahren heruntergefahren. Die Risse im Code der Deutschland-Simulation können nur noch von [Verschwörungsleugnern](https://dushan.org/essays/verschwoerungsleugner/) bestritten werden. ## Seit dem 8. Mai 1945 Wenn wir fragen, ob Deutschland *existiert*, könnten wir natürlich an jenen berühmten *Ausrutscher* von Wolfgang Schäuble denken. Der Unterzeichner des Deutschen Einheitsvertrages sagte: > Und wir in Deutschland sind seit dem 8. Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän gewesen. > > – Wolfgang Schäuble, zitiert nach [welt.de, 08.12.2011](https://www.welt.de/politik/article13757549/EU-am-Scheideweg-Die-oeffentliche-und-die-verborgene-Seite-der-Krise.html) »Faktenchecker« und andere Schwurbler haben seitdem versucht, Schäubles recht klare Aussage zu etwas ganz anderem umzuinterpretieren. Dabei scheint gleich der nächste von Schäuble gesprochene Satz zu bestätigen, dass er genau so meinte, was er sagte: »Das wusste übrigens das Grundgesetz, das steht schon in der Präambel 1949 – das Ziel, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa, dem Frieden, der Welt zu dienen.« (Schäuble, zitiert nach [dpa-factchecking.com, 22.12.2022](https://dpa-factchecking.com/germany/221220-99-973213/)) Aber nein, ein Staat muss nicht *souverän* sein, um zu *existieren*. Existenz setzt nicht Souveränität voraus. Und doch weist Schäubles Erklärung eben doch ein Stück weit darauf hin, dass Deutschland nicht im vollen Sinne des Begriffs *existiert* – oder dass es womöglich nicht existieren *soll*. ## An anderer Stelle ausgiebig Woran zeigt sich denn die Existenz einer Sache? **Damit eine Sache ebendiese Sache ist, muss es Dinge geben, die *nicht* diese Sache sind.** Auf Deutsch: Die Angelegenheit muss *Grenzen* haben (siehe auch erstes Kapitel der [Relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)). Ob Deutschland in diesem Sinne *begrenzt* ist, wurde an anderer Stelle ausgiebig diskutiert – Zweifel daran sind auch weiterhin rational. Wenn eine Sache existiert, dann hat sie zudem *eigenständige Eigenschaften*, die sie von anderen Sachen *unterscheiden*. **Ohne Unterschied keine Existenz.** Deutschland hatte zum Beispiel einst Weihnachtsmärkte, die weltweit berühmt waren und sogar Touristen eigens dafür nach Deutschland fahren ließen. Nach dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz (siehe dazu [»Ich habe keine Angst mehr«](https://dushan.org/essays/ich-habe-keine-angst-mehr/) aus dem Jahr 2016) werden Weihnachtsmärkte gegen LKW-Terror abgesichert (siehe dazu [»Betonblöcke in Geschenkpapier«](https://dushan.org/essays/humor/) von 2017). ## Es noch immer wagen Wenn *Weihnachtsmarkt* bedeutet, dass die Innenstadt zu einer Hochsicherheitszone wie bei einem Staatsbesuch ausgebaut werden muss, wenn es »Analysen der Gefährdungslagen« und Security-Personal zur Einlasskontrolle braucht, damit Leute einen Glühwein trinken können, dann wird das vielen Städten einfach zu teuer. Das viele Geld investiert man lieber in … ach, ihr wisst schon. Weihnachtsmärkte werden abgesagt ([srf.ch, Aktualisiert](https://www.srf.ch/news/international/deutschland-weihnachtsmaerkte-wegen-hoher-sicherheitskosten-unter-druck)) – und dann existiert diese Eigenschaft Deutschlands auch nicht mehr. Wenn aber, trotz allem, eine Stadt und ihre Bürger es noch immer wagen, einen Weihnachtsmarkt abzuhalten, dann kann es passieren, dass dieser von »jungen Männern« gekapert wird, zum Beispiel einer Gruppe junger Männer aus Syrien. Mit nationalen Flaggen (erlaubt, da nicht deutsch), im Stil einer Machtdemonstration von Besatzern. Etwa in [Mainz](https://x.com/Rok_German/status/1997923620987785400), [Nürnberg](https://x.com/VeSte2315/status/1997784604443398573) oder [Berlin](https://x.com/JulianAdrat/status/1997679875583607074), als Gruppe syrischer Männer zeitweilig flaggenschwenkend die Weihnachtsmärkte übernahmen. Es wirkte auf viele Bürger wie eine symbolische Landnahme, ein Sieg dieser Gruppe von Syrern über Deutschland und seine Tradition. Laute traditionelle Jubelrufe und Gesänge. »Allahu akbar« statt »Alle Jahre wieder« ([siehe Video](https://x.com/Bobesch1280173/status/1997929739944874028)). Das ist das Deutschland, das 75 Prozent der Wähler im angeblich existierenden Deutschland angeblich wollen. Man stelle sich das umgekehrt vor. Man stelle sich vor, in *irgendeinem* muslimischen Land dieses Planeten würden feiernde Christen es wagen, feiernde Muslime mit lauten christlichen Gesängen zu verdrängen. Der Versuch würde nicht von langer Dauer sein – anders als die Haftstrafe. Formal wollte man den Jahrestag des Siegs über Assad feiern. Man fragt sich natürlich, warum – nachdem für manche syrischen Staatsangehörigen der individuelle Schutzstatus nicht mehr besteht – solche Herren diesen Sieg in Deutschland feiern, statt ihr Land wieder aufzubauen. Ach nein, man fragt sich nicht wirklich. Ich weiß nicht genau, was es ist, das da in Berlin »existiert«, wo der symbolisch extra wichtige Alexanderplatz »übernommen« wurde. Aber wie *Deutschland* sieht es vielen Bürgern täglich weniger aus. Jan A. Karon kommentiert: > Leute sagen: Geh raus vor die Haustür, touch some grass, mach den Laptop aus. Dann gehst du vor die Haustür und alles ist schlimmer, als du befürchtet hast. > > – [@jannibal_, 07.12.2025](https://x.com/jannibal_/status/1997715158043689275) Aber gut, vielleicht existiert außer *Grenzen* und *eigenständigen Eigenschaften* noch ein anderes Kriterium, das uns sagen lassen könnte, dass Deutschland existiert! ## Das ist erstens ein Problem Aus der höheren Physik und aus den Tiefen des Weltalls wird uns bisweilen von Dingen berichtet, deren Existenz einzig dadurch bewiesen wird, dass sie diese oder jene *Wirkung* haben. Was ist also Deutschlands *Wirkung auf die Welt*? Friedrich Merz sieht sich offenbar als »Außenkanzler« (siehe dazu Klaus-Rüdiger Mai bei [tichyseinblick.de, 06.12.2025](https://www.tichyseinblick.de/meinungen/legen-wieder-deutsche-europa-in-schutt-und-asche/)). Das ist erstens ein Problem, weil man sich fragt, warum er dann Kanzler von *Deutschland* werden wollte (also getan hat, als existierte das Land noch). Zum anderen ist das ein Problem, weil Deutschland in der Welt schlicht nicht mehr ernst genommen wird. Ein Bundeswehrgeneral klagte jüngst, dass man keinen Kontakt mehr zu US-Militärs habe ([tagesspiegel.de, 5.12.2025](https://www.tagesspiegel.de/internationales/bundeswehr-general-uber-trumps-erste-monate-der-kontakt-mit-us-militars-ist-abgebrochen-wirklich-abgebrochen-15005866.html)). Auch im Ukraine-Krieg spielt Deutschland keine Rolle mehr – es hat bloß sehr viel gezahlt, an wen genau auch immer. US-Verhandler reden einfach direkt mit Moskau, *in* Moskau ([merkur.de, 7.12.2025](https://www.merkur.de/politik/kushner-als-verhandler-im-ukraine-krieg-kiew-vorsichtig-optimistisch-zr-94072109.html)). Vielleicht um doch irgendeine internationale Rolle zu spielen, droht Merz damit, Russlands Geld nicht nur einzufrieren, sondern ganz zu beschlagnahmen. So könnten Deutschlands Kriegslüsterne doch noch ihren Krieg bekommen – und Deutschland hätte wieder eine Wirkung in Europa und der Welt in einer eine »traditionellen« Rolle. ## Deine eigenständigen Eigenschaften Die These sei also gewagt: Deutschland existiert nicht. Über den Sümpfen, wo einst Deutschland lag, wabert bloß noch ein Nebel aus Schuldversessenheit und Gegenwartsblindheit, ein gott- und vaterlandloser Totalitarismus namens *Unsere Demokratie*. Demnächst sollen wieder Deutsche zum Kämpfen und Sterben eingezogen werden. Dann plötzlich wieder »für Deutschland«. Die Männer (und es werden wieder nur Männer sein) sollten prüfen, ob *das*, wofür sie sich von Drohnen in Stücke zerfetzen lassen sollen, wirklich *existiert*. Solltest auch du zarte Zweifel hegen an der Existenz dieser Gestalt namens *Deutschland*, dann prüfe schnell, ob zumindest *du* im vollen Sinne existierst. Was sind die Grenzen der Idee, die du *Ich* nennst? Was sind deine eigenständigen Eigenschaften? Und vor allem: Was ist deine Wirkung auf die Welt? - [»Fake News« ist Neusprech für »niemand hat die Absicht«](https://dushan.org/essays/fake-news-und-niemand-hat-die-absicht/) Es war »Fake News«, dass es Lockdowns wegen des Virus geben wird. »Fake News« ist Neusprech von »niemand hat die Absicht«. Und es gilt als »Fake News«, dass die Regierung plant, Männer zwangsweise zum Militär einzuziehen und dann im Krieg zu verheizen. Niemand hatte die Absicht, eine Mauer zu errichten – und jede andere Meldung galt in heutiger Propaganda-Lingua wohl als *Fake News*. Dass die amerikanischen Geheimdienste die Telekommunikation der gesamten Welt mitschneiden, galt wohl als *Fake News*, bis es von Snowden bestätigt wurde ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Snowden)). Dass die CIA in Medien mitmischt, galt als *Fake News*, bis es als *Operation Mockingbird* herauskam ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Mockingbird)). Ach, die *Fake News*, die sich bestätigten, sind [Legion](https://dushan.org/bibel/markus/5:9/). Die Tuskegee-Syphilis-Studie ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Tuskegee-Syphilis-Studie)). Ausspionierung deutscher Bürger via Staatstrojaner ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Staatstrojaner)) – demnächst heimlich von der Polizei in deiner Wohnung installiert ([berliner-zeitung.de, 12.05.2025](https://www.berliner-zeitung.de/news/neues-berliner-polizeigesetz-erlaubt-heimliches-betreten-von-wohnungen-fuer-staatstrojaner-li.10008822)), und so weiter, alles »Fake News« – bis es bestätigt wird. Die »Labor-These« zum Ursprung »des Virus« galt als extra falsche Fake News und wurde auf Anweisung von Regierungen sogar aggressiv in Sozialen Medien zensiert – bis sie plötzlich als eine der plausibelsten Thesen galt ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Laborunfallhypothese)). 2020 erklärte die deutsche Regierung, kurz bevor sie Einschränkungen des öffentlichen Lebens verkündete: > ❗️Achtung Fake News ❗️ > Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium für Gesundheit / die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT! > Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen. > > – [@BMG_Bund, 14.03.2020](https://x.com/BMG_Bund/status/1238780849652465664) / [archiviert](https://archive.is/HfyWl) Im Bundestag wurde am 5. Dezember 2025 »ein Gesetz zur Modernisierung des Wehrdienstes« beraten (siehe [bundestag.de](https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw49-de-wehrdienst-1128220)). Innerhalb dieser Debatte hieß es immer wieder, es sei »Fake News«, dass demächst Männer zum Dienst an der Waffe gezwungen werden sollen. Zum Beispiel von Falko Droßmann, SPD, (siehe [bundestag.de, 08.07.2025](https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7646084)). Ich sage nicht, dass dieser konkrete Abgeordnete gewissenlos lügt. Ich sage aber, dass ich seine Aussage nicht mit dem diskutierten Antrag zusammenbringen kann. Darin heißt es *explizit*, dass er Vorbereitungen trifft für den Fall, »wenn die verpflichtende Heranziehung zum Grundwehrdienst aktiviert werden muss« ([PDF auf bundestag.de, siehe S. 3](https://dserver.bundestag.de/btd/21/018/2101853.pdf)). ## Dem Drumherumlügen Verteidigungsminister Pistorius spricht dann die Wahrheit aus – und macht nebenbei seine Kollegen mit ihren »Fake News«-Vorwürfen zu Lügnern. [Peter Grimm bei achgut.com](https://www.achgut.com/artikel/pistorius_verweigert_eine_luege) spricht es aus: Pistorius »verweigerte« sich dem »Drumherumlügen« seiner Kollegen. > Dieser Wehrdienst ist freiwillig und er bleibt es, wenn alles so gut läuft, wie wir uns das versprechen. > > Aber zur Ehrlichkeit – dafür stehe auch ich hier heute Morgen – gehört: Wenn es nicht reicht und wenn die Bedrohungslage sich weiter so oder schlechter entwickelt, werden wir um eine verpflichtende, eine Teilwehrpflicht nicht umhin kommen, um dieses Land schützen zu können. > > – Boris Pistorius, siehe [Video bei bundestag.de, ab ca. 3:20](https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7646088) Niemand hat die Absicht, Deutsche zum Dienst an der Waffe zu verpflichten – »wenn alles so gut läuft, wie wir uns das versprechen«. »Fake News« ist moderne Propaganda-Sprache für »niemand hat die Absicht«. Für Politiker aber hat eine »Verschlechterung« der »Bedrohungslage« ausschließlich Vorteile. Rüstungskonzerne könnten sich motiviert fühlen, viel Geld für die »Klimapflege« zu spenden, und zwar an Politiker, die über Rüstungsaufträge entscheiden – ja, das ist formal legal ([abgeordnetenwatch.de, 24.10.2025](https://www.abgeordnetenwatch.de/blog/in-eigener-sache/abgeordnetenwatch-zeigt-rheinmetall-tochter-an-staatsanwaltschaft-spricht-von-normaler-klimapflege)). Wenn die Regierung eine »Krise« ausruft, kann sie sich »[ermächtigen](https://dushan.org/essays/ermaechtigungsgrundlage/)« und ihre Macht am Rest des Reststaats vorbei ausweiten. Man vergleiche nur jene globale Krise, die so schlimm und krisenhaft war, dass das gelangweilte Krankenhauspersonal in leeren Fluren [peinliche Tanzvideos drehte](https://x.com/goddeketal/status/1865429814188093463) drehte, um nicht vor Langeweile zu sterben. (Vermutlich wäre auch das als Covid-Tod gezählt worden.) Nun werden sie also »Krisen« erfinden, die Krieg beinhalten. ## Wofür lebt man? Wo ist Heimat? »Und wofür genau sollen wir jetzt sterben?«, fragt Björn Höcke: > [Die Politiker der Altparteien] sind kaum noch in der Lage, Wahlen zu gewinnen — nun wollen sie Kriege gewinnen. Und das mit den Bürgern, die sie aus ihrem tiefsten Inneren verachten. > > – [@BjoernHoecke, 3.12.2025](https://x.com/BjoernHoecke/status/1996201250627469576) [»Was ist ein Land, für das man kämpfen würde?«](https://dushan.org/essays/ein-land-fuer-das-man-kaempft/), fragte ich 2018. Und ich führte aus: Im Krieg, da fliegen Kugeln und Körperteile. Die Frage danach, wofür man zu kämpfen bereit ist, ist auch die Frage nach einer wichtigen positiven Perspektive: Wofür lebt man? Wo ist Heimat? Für welches Land steht man auf, selbst wenn einen die Beine kaum noch tragen? Die Politik will junge Männer verpflichten, für ein Land zu kämpfen, dessen Politik aktiv *gegen* dieses Land kämpft. »Für Deutschland kämpfen«, das bedeutet heute nicht Waffe und Schießpulver, sondern *politisch* gegen jene zu kämpfen, die heute wieder Deutsche in den Krieg schicken wollen. - [§188a StGB – »Referenten-Entwurf« zum Lachverbot](https://dushan.org/essays/lachverbot/) Das Lachen über eine Ministerin »geht gar nicht«, so warnt die Politik. Aktuell kursiert ein »Referenten-Entwurf« für die Erweiterung des § 188 StGB. Danach sollen Deutsche, die über Politiker lachen, in den Knast geworfen werden. Quo vadis, Deutschland? Treffen sich zwei alte Freunde, dazu ein Dritter. Sagt der eine Freund: »21.« Der andere Freund lacht laut und herzlich und sagt dann selbst: »14!« Wieder lachen sie beide. Derart geht es hin und her. Der Dritte im Bund fragt schließlich neugierig, was es mit den Zahlen auf sich habe. Ihm wird erklärt: Die beiden Freunde kennen sich schon so lange, dass sie vollständig alle Witze des jeweils anderen kennen. Es genügt, wenn sie einander bloß die Nummer des Witzes nennen. »Aha!«, sagt der Dritte und versucht es selbst: »7!« Einer der Freunde hüstelt daraufhin bloß, der andere grinst angestrengt. »Warum lacht ihr nicht?«, fragt der Dritte, »ist 7 etwa kein Witz?« »Doch, doch«, erklärt ihm der eine Freund, »es ist sogar einer unserer besten Witze!« »Ja, einer unserer besten«, erklärt der andere, »du hast ihn nur nicht gut erzählt.« Hahaha, hier lachen nun *wir* (hoffentlich). Und dieser Essayist stellt klar, dass er diesen Witz zwar frei aus dem Kopf nacherzählt hat, doch zuvor irgendwo anders gelesen hat. Vermutlich bei Ephraim Kishon. ## Ein extra lustiger Poe’s-Law-Fall Von einem Herrn Poe, und zwar nicht jenem mit dem [verräterischem Herz](https://de.wikipedia.org/wiki/Das_verräterische_Herz#/media/Datei:Clarke-TellTaleHeart.jpeg), stammt die Regel fürs Leben im Internet, welche als *Poe’s Law* bekannt ist, im Deutschen: *Poes Gesetz*. Ich fühle mich bisweilen wie die Freunde in jenem Witz, wenn ich euch gegenüber ein weiteres Mal dieses Gesetz des Internet-Users *Nathan Poe* erwähne. Ich tat es [hier](https://dushan.org/essays/sads/), [hier](https://dushan.org/essays/nicht-irre-werden/), [hier](https://dushan.org/essays/framing-manual-ard/), [hier](https://dushan.org/essays/das-moderne-spiel/), [hier](https://dushan.org/essays/chaos-systemisch-und-strukturell/), [hier](https://dushan.org/essays/doenerpreisgrenze/), [hier](https://dushan.org/essays/unworte/) und auch [hier](https://dushan.org/essays/im-moor/). Es geht um diesen Sachverhalt: > [Poes Gesetz besagt, dass es] nicht möglich ist, eine politisch oder religiös extremistische Aussage so zu parodieren, dass die Parodie als solche eindeutig erkennbar ist, sofern man dies nicht explizit durch einen Smiley o. Ä. kenntlich macht. > > – [Poes Gesetz laut deutscher Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Poes_Gesetz) Was wir aber diese Woche in der deutschen Politik und dem ihr angeschlossenen Internet erlebten, liebe Freunde der optimistischen Hoffnungslosigkeit, war ein extra schockierender und damit extra lustiger Poe’s-Law-Fall. ## Zumindest ihre Absicht Kurze Vorgeschichte: Die deutsche Arbeitsministerin, eine SPD-Genossin namens Bärbel Bas, sprach jüngst am Arbeitgebertag – und erntete lautes Lachen aus dem Publikum. Ich schrieb darüber im Essay [»Die Ministerin versteht das Lachen nicht«](https://dushan.org/essays/deutsches-lachen/). Manche von uns fühlten sich an den Auftritt des altersbedingt verwirrten Stasi-Chefs Mielke erinnert, der im November 1989 seine Liebe für alle Menschen erklärte und von der Volkskammer ebenfalls ein Lachen erntete; [siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=1XBEqyu5Mck). Das Lachen muss der Genossin übel auf die Seele geschlagen haben, denn noch Tage später spuckte sie diesbezüglich Gift und Galle (linksdeutsch: »Hass und Hetze«). Vor den Jungsozialisten erklärte sie die »Männer in Maßanzügen« sogar zu ihren *Gegnern*! (Siehe dazu den Essay [»Sozialisten vs. »Männer in Anzügen««](https://dushan.org/essays/maenner-in-anzuegen/).) Eine Arbeitsministerin, die Arbeitgeber zu »Gegnern« erklärt, weil sie sich von diesen *ausgelacht* fühlt. Ja, wie die DDR des Jahres 1989 hat auch diese politische Kuriosität etwas von *Endzeitstimmung*. Statt aber die Angelegenheit beschämt auf sich beruhen zu lassen, ging die SPD zum Gegenangriff über – das war zumindest ihre Absicht. ## Als politisches System In einer Pressekonferenz erklärte der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Matthias Miersch, allen Ernstes: > Und ich glaube, wir sind uns alle hier einig, dass das Auslachen einer Ministerin an dieser Stelle überhaupt nicht geht. Und insofern finde ich schon auch, dass man sich von Seiten des Arbeitgeberpräsidenten wirklich nochmal überlegen sollte, wie man damit umgeht. > > – Matthias Miersch (Transkript von Video via [@nicolebuettner, 02.12.2025](https://x.com/nicolebuettner/status/1995867554745864244)) Ähnliches wurde bei Markus Lanz wiederholt, dem abendlichen Ersatz-Parlament im deutschen Staatsfunk. Eine Ministerin auszulachen, das gehe wirklich total gar nicht. Politiker_innen behaupten, Bärbel Bas wäre bloß ausgelacht worden, weil sie eine Frau ist, nicht weil sie hanebüchenen Unsinn erzählte. Und so weiter. Wir wissen, dass die deutsche Linke gern und erfolgreich ihre »moralischen« Eingebungen in Gesetze gießen lässt. Und wenn es schlicht nicht möglich ist, entsprechende Gesetze zu formulieren, weil sie ebenso auf Linke anzuwenden wären oder das Konzept einfach inkohärent ist (siehe »Hass und Hetze«), lanciert man dennoch polizeiliche Maßnahmen, die de facto eine Strafe ohne Gerichtsverfahren darstellen. Das Miersch-Zitat erklärt deutlich genug, was man sich vermutlich *wirklich* erwartet: »dass man sich von Seiten des Arbeitgeberpräsidenten wirklich nochmal überlegen sollte, wie man damit umgeht«. Sprich: dass die Lachenden bestraft werden. Oder dass das Lachen von Arbeitgebern verboten wird. Und wenn *doch* wieder gelacht wird, was passiert dann? In welcher Staatsform glauben die Genossen, dass sie leben? Für eine Monarchie sind die Genossen doch schmerzhaft wenig königlich. Für eine richtige Diktatur fehlt ihnen das Decorum. Poes Gesetz als politisches System. ## Was für ein Zufall! Während Politiker in demokratischen Staaten üblicherweise härtere und deutlichere Kritik aushalten müssen, haben sich Unseredemokratie-Politiker den speziell deutschen »Majestätsbeleidigungs-Paragraphen« gegönnt, der Politiker vor allzu scharfen Worten ihrer Untertanen schützt: > (1) Wird gegen eine im politischen Leben des Volkes stehende Person öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten eines Inhalts (§ 11 Absatz 3) eine Beleidigung (§ 185) aus Beweggründen begangen, die mit der Stellung des Beleidigten im öffentlichen Leben zusammenhängen, und ist die Tat geeignet, sein öffentliches Wirken erheblich zu erschweren, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Das politische Leben des Volkes reicht bis hin zur kommunalen Ebene. > > (2) Unter den gleichen Voraussetzungen wird eine üble Nachrede (§ 186) mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren und eine Verleumdung (§ 187) mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. > > – [§188 StGB](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__188.html) Übrigens: Staatlich finanzierte »Rechtsextremismus-Experten« sehen gern überall »rechtsextreme« Symbole. Für die sind sowohl *18* als auch *88* »rechtsextreme«, denn nach der Position im Alphabet steht das eine für »AH«, also einen bestimmten Namen. Und das andere steht für »HH«, also einen bestimmten sehr vebotenen Gruß. Ein *Kofferwort* ist die Verschmelzung zweier Wörter zu einem neuen, eigenständigen Begriff. Zum Beispiel *Teuer* und *Euro* zu *Teuro*. In diesem Sinne wäre »188« die ultimativ rechtsextreme »Kofferzahl«. Was für ein Zufall! ## Die Handlung in der Absicht Im Kontext des Bärbel-Bas-Dramas kursiert im Internet nun ein »Referentenentwurf« zu einer Erweiterung des §188 StGB, nämlich der »§188a StGB«. > (1) Wer eine Person des politischen Lebens im Sinne des § 188 Abs. 1, die einem Organ der gesetzgebenden oder vollziehenden Gewalt des Bundes oder eines Landes angehört oder eine sonstige zentrale Funktion innerhalb einer Regierungsfraktion wahrnimmt, durch öffentliches Auslachen, höhnische mimische Ausdrucksformen oder vergleichbare entwürdigende Verhaltensweisen in ihrer Stellung herabwürdigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. > > (2) Eine Herabwürdigung im Sinne des Absatzes 1 liegt insbesondere vor, wenn - das Auslachen während einer öffentlichen Rede, Sitzung, Pressekonferenz oder eines digitalen Live-Formats erfolgt, > > - die Handlung in der Absicht vorgenommen wird, das Ansehen der betroffenen Person im politischen Meinungsbildungsprozess gezielt zu mindern, oder > > - die Verspottung durch Veröffentlichung in sozialen Netzwerken zur Kenntnis einer breiten Öffentlichkeit gebracht wird und dadurch geeignet ist, die politische Wirkungsmacht der betroffenen Person nachhaltig zu beeinträchtigen. > > – »§188a StGB«, z.B. via [@stagerbn, 03.12.2025](https://x.com/stagerbn/status/1996311593739595981) Das Auslachen einer Ministerin als Straftat? Gegeben den geistigen Zustand des kollektiven deutschen Bewusstseins ist diese nicht einmal die *extremste* der extremen Ideen. Im Bundestag fände sie leicht eine Mehrheit. § 188 war ein antidemokratischer Dammbruch, also wäre es nur konsequent. Und doch war dieser »Referentenentwurf« eine Satire. Aber nicht jeder erkannte, dass es eine Satire war. Selbst sonst kluge Leute fielen darauf herein. ## Hahahaha! Das ist der Zustand der politischen Debatte in Deutschland: Ein komplett irrsinniger, offen diktatorischer Gesetzesentwurf, der *eigentlich* satirisch gedacht ist, wird nicht zuverlässig als Satire erkannt, wenn man es nicht explizit kennzeichnet. Das Extreme und seine satirische Parodie sind ohne Kennzeichnung nicht voneinander zu unterscheiden. Was als »Regel« eigentlich bloß eine süffisante Bemerkung über Internet-Foren war, beschreibt die von Linken geprägte politische Debatte in Deutschland: Linke Politik und ihre satirische Parodie sind ohne Kennzeichnung nicht zu unterscheiden. Ja, liebe Leser, ähnlich wie die Freunde in jenem Scherz hätte ich heute vermutlich nur sagen müssen: »Bärbel Bas« und »Poes Gesetz«. Einige von uns hätten wissend genickt, vielleicht sogar amüsiert geschnauft. Ich wollte es aber mit euch *durcharbeiten*, wollte *Schmerz* und *Bruchstellen* herausarbeiten. Das ist ja der Zweck von Humor: Wir lachen, um schmerzhafte Widersprüche emotional zu bewältigen (und idealerweise aufzulösen). Linke *können* nicht wirklich lachen, weil es ihr Wesen ist, die Widersprüche und wahren Konsequenzen ihrer Lebenslügen zu leugnen. (2018 schrieb ich dazu den Text [»The Left Can’t Meme – Warum Linke keinen Humor können«](https://dushan.org/essays/the-left-cant-meme/).) Die Genossen wollen das Lachen verbieten, denn das Lachen markiert, wo linke Dummheit, Widersprüche und Lebenslügen zu Leid und Schmerzen führen. Lasst uns dennoch und deshalb weiter lachen! Und wenn sie uns bald wirklich das Lachen samt den Witzen verbieten wollen – es wäre nicht das erste Mal in der deutschen Geschichte –, dann werden wir uns wohl tatsächlich ebenfalls einen Zahlencode zurechtlegen müssen. Fangen wir mit der Zahl *188* an – hahahaha! Oder wir lachen weinend über *2025*. Oder wir lachen über *69*, wie die Jugendlichen es taten, bevor sie über *67* zu lachen begannen. Lacht sie aus, lacht sie alle aus! Die tun uns Böses an. Ausgelacht zu werden haben die verdient – und einiges mehr. - [AfD-Parteiverbot mit einem »Trick«](https://dushan.org/essays/undemokratie/) SPD-Politiker wollen einzige (tatsächlich) konservative Partei verbieten. Bis zu diesem Coup wenden sie einen Trick an: Man schließt Kandidaten der verhassten Opposition von Wahlen aus. Die Abkürzung und Wahrheit von »Unsere Demokratie« ist: Undemokratie. Deutsche Politik lehrt uns, den Sinn des Lebens zu entdecken. Etwa in dem Sinne, in welchem Krebs und Todesnähe uns den Wert des Lebens neu entdecken lassen – lasst mich erklären! Ja, dies ist ein Text zu gewissen wenig demokratischen Vorgängen in Rheinland-Pfalz. Doch unsere Beschäftigung mit dem Thema soll einen *Sinn* haben, soll *unserer Zeit wert* sein. Also gestattet mir, einen *Deutungskontext* zu setzen, gewissermaßen *Werkzeug* bereitzulegen. Von den vielen Erklärungsversuchen für den *Sinn des Lebens* will ich hier *einen* zitieren: Der *Sinn des Lebens* besteht darin, die wahren Regeln und großen Gesetzmäßigkeiten der Welt in ihrer Tiefe zu verstehen, vielleicht sogar zu verinnerlichen. Mathematiker, Physiker, vielleicht auch Soziologen und sicher viele Philosophen wären wohl in dieser Sinn-Kategorie zu suchen. Es kommt immer darauf an, was man unter *Welt* versteht und nach welcher Art von *Gesetzmäßigkeiten* man sucht. Übrigens: Auch *Christen* können und sollten diesem *Sinn des Lebens* prinzipiell zustimmen. Bei Christen heißt dieses *Verstehen* bekanntlich »Glauben«. Die *Gesetzmäßigkeiten* heißen »Gottes Heilsplan«. Und das *Verstehen* ist nur dann echt und vollständig, wenn die erkannten Gesetzmäßigkeiten im eigenen Leben umgesetzt werden. – Zurück aber zur weitgehend gottlosen deutschen Politik. ## Den ersten Kandidaten erwischt In Rheinland-Pfalz hat das Innenministerium mit einem Trick ein AfD-Parteiverbot de facto erlassen und umgesetzt. Man hat eine Liste »extremistischer« Gruppen publiziert ([wormser-zeitung.de, 10.7.2025](https://www.wormser-zeitung.de/politik/politik-rheinland-pfalz/extremistisch-das-ist-die-liste-des-innenministeriums-4784840)). Auf dieser Liste steht auch die AfD. Wer einer Gruppe angehört, die auf dieser Liste steht, darf nicht zu Bürgermeisterwahlen antreten. Und nun hat es den ersten Kandidaten erwischt, interessanterweise einen Deutsch-Amerikaner, in der Verbandsgemeinde Nieder-Olm ([jungefreiheit.de, 01.04.2025](https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2025/rheinland-pfalz-afd-mitglieder-duerfen-nicht-als-buergermeister-kandidieren/)). Und es ist nicht der erste Fall dieser Art. In Ludwigshafen, also ebenfalls in Rheinland-Pfalz, wurde im August dieses Jahres ein AfD-Politiker unter fadenscheinigen Vorwänden von der Bürgermeisterwahl ausgeschlossen. Ich schrieb dazu den Essay [»Ludwigshafen lehrt, Demokratie loszulassen«](https://dushan.org/essays/demokratie-loszulassen/). ## Wegen seiner politischen Anschauungen Das Innenministerium Rheinland-Pfalz wird geleitet vom SPD-Mann *Michael Ebling*. Herr Ebling sollte eigentlich wissen, was in Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes als hehrer Wert festgehalten wird: > Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. > > – [Grundgesetz Artikel 3, Absatz 3, Satz 1](https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_3.html) Der Minister weiß es, wie Behörden und Banken es ebenfalls wissen, doch sie alle erkennen eine Rechtfertigung, sich im Fall der konservativen Opposition darüber hinwegzusetzen. Genau dieses SPD-Innenministerium hat im Juli dieses Jahres angekündigt, dass Mitglieder der konservativen Opposition nicht mehr im öffentlichen Dienst angestellt werden sollen ([deutschlandfunk.de, 10.7.2025](https://www.deutschlandfunk.de/rheinland-pfalz-will-weg-fuer-afd-mitglieder-in-den-oeffentlichen-dienst-ausschliessen-100.html)). Die offizielle Staatsquote in Deutschland liegt bei 47,8 Prozent ([bundesfinanzministerium.de, Stand 2025](https://www.bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte/Ausgabe/2024/02/Inhalte/Kapitel-6-Statistiken/6-1-22-staatsquoten-im-internationalen-vergleich.html)), doch wenn wir die vielen Verflechtungen von Staat, EU, Industrie, Stiftungen, Medienkonzernen, NGOs, lokalen Versorgern et cetera berücksichtigen, bedeutet dies demnächst schlicht ein Berufsverbot für Mitglieder der einzigen konservativen Partei in Deutschland. ## Wir hätten es ja ahnen können 2017 schrieb ich einen Vierteiler über die moderne SPD. [Teil 1](https://dushan.org/essays/spd-das-sollen-die-guten-sein-teil-1-markenzeichen-hass/) behandelte den SPD-typischen *Hass* auf Andersdenkende. [Teil 2](https://dushan.org/essays/spd-vs-demokratie/) beschrieb das Fremdeln dieser Partei mit der Demokratie. [Teil 3](https://dushan.org/essays/das-sollen-die-guten-sein-teil-3-die-ausrutscher/) dokumentierte das Antisemitismus-Problem der SPD. [Teil 4](https://dushan.org/essays/das-sollen-die-guten-sein-teil-4-was-macht-eigentlich-eine-partei/) schließlich wunderte sich über die wirtschaftlichen Verflechtungen der Sozialdemokraten. Nein, das Vorgehen von SPD-Politikern ist nicht überraschend oder plötzlich. Es sind vor allem SPD-Politiker, die »Unsere Demokratie« umsetzen, was man korrekter zu »Undemokratie« abkürzen sollte. Es wundert mich genau gar nicht, dass SPD-Politiker heute tun, was sie tun. Viel wunderlicher ist, warum die Bürger eines ehemals intelligenten Landes heute derartige Handlungen ihrer sogenannten Elite zulassen. Mit dieser Frage aber kehren wir zurück zur größeren Frage nach dem *Sinn des Lebens*. ## Plötzlich nicht mehr langsam Zu oft im vergangenen Jahrzehnt haben wir uns gedacht, dass dieses oder jenes schon nicht so schlimm sein wird. Dass es doch so viel anderes gab, was in Deutschland funktionierte. Dass Deutschland doch keine Bananenrepublik ist, kein Drittweltstaat, in dem korrupte Machtzirkel einander Macht und Geld zuschustern, während das Volk zu Material und Statisten reduziert wird. Die Dinge, die in Deutschland passierten und vermeintlich »schon nicht so schlimm« waren, stellten tatsächlich eine *Entwicklung* dar. 2020 schrieb ich den Essay [»So fühlt es sich an«](https://dushan.org/essays/so-fuehlt-es-sich-an/), und die Fortsetzung des Titelsatzes lautete: »das Herausfallen aus der Demokratie«. Dieses »Herausfallen aus der Demokratie« vollzog sich zunächst *langsam*. Bis es dann plötzlich *nicht mehr langsam* geschah. 2023 schrieb ich den Essay [»Erst langsam und dann plötzlich«](https://dushan.org/essays/dann-ploetzlich/). Das ist die Gesetzmäßigkeit, die wir in den Entwicklungen in Rheinland-Pfalz erkennen. Im Alten Testament wird uns geraten: > Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, die Weinbergverwüster! Unsre Reben stehn ja in Blüte! > > – Hoheslied 2:15 *Warum* soll man die kleinen Füchse fangen? Weil sie zu großen Füchsen werden und dann den Weinberg verwüsten. Erst sieht es harmlos, spielerisch, insgesamt langsam aus, kaum ernstzunehmen – und dann passiert es *plötzlich*. ## Die anderen Kleinigkeiten Nein, ich sehe keinen naheliegenden Sinn in den Entwicklungen in Deutschland. Doch wir können einen Sinn *für uns* definieren. Wir erkennen *Gesetzmäßigkeiten der Welt*. Heute zum Beispiel jene, dass manche große Entwicklung zunächst langsam beginnt – und dann plötzlich Fahrt aufnimmt. Wenn solche Dinge in Deutschland passieren, wird der Einzelne neu für sich eruieren müssen, wie er *Sinn* findet. *Sinn*, *Ordnung*, *Glück* und die anderen »Kleinigkeiten«. Und wenn wir diese relativ »kleine« Gesetzmäßigkeit erkannt haben und den Geschehnissen dann doch einen *Sinn* gegeben haben, ist es anschließend dringend an der Zeit, den Sinn in weit größerem Kontext zu verstehen. - [Ausgebeutete aller Länder, vereinigt euch!](https://dushan.org/essays/ausgebeutete-aller-laender/) Karl-Marx-These: Arbeiter werden ausgebeutet und der Wert ihrer Arbeit wird abgeschöpft. Die Ironie dabei: Genau die Leute, die heute theoretisch im Marx-Lager sind, sind die neuen Bonzen und beuten Arbeiter aus. Karl Marx lag halb richtig, doch zugleich auf geradezu komische Weise falsch, und Deutschland ist heute zugleich Beispiel und Beleg dafür. Lasst mich erklären! Die Kernthese des Marxismus, aus dem Gedächtnis reproduziert, lautet in etwa: Arbeiter werden ausgebeutet, indem sie nur einen Bruchteil des von ihnen geschaffenen Wertes ausgezahlt bekommen, während ein Großteil des wahren Wertes von den bösen Kapitalisten abgeschöpft wird. Karl Marx lag absolut richtig damit, dass ein Großteil der Bevölkerung konkreten Wert schafft und ein schmerzhafter großer Teil dieses Wertes auf unmoralische Weise abgeschöpft wird. Karl Marx läge *heute* allerdings auf ironische Weise falsch mit der Annahme, es seien vor allem die bösen »Kapitalisten«, welche den geschaffenen Wert abschöpfen. ## Der wahre Wert seiner Arbeit Deutschen Arbeitnehmern, Freiberuflern und Unternehmern wird bekanntlich eine der höchsten Abgabenlasten dieses Planeten aufgebürdet. In dieser unrühmlichen Rangliste lag unter den Industrienationen im Jahr 2024 nur Belgien vor Deutschland ([handelsblatt.com, 26.04.2024](https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/oecd-studie-nur-dieses-eine-land-hat-hoehere-steuern-und-sozialabgaben-als-deutschland/100033375.html)). Nachdem dir ein schmerzhafter Batzen vom Gehalt abgenommen wurde, zahlst du weiter verschiedene Steuern auf alles, was du mit deinem Nettogehalt kaufen willst. Und was geschieht *dann* mit dem Geld? Ein paar Brosamen erhältst du als Gegenleistung zurück, doch es wird wöchentlich weniger. Beim Facharzt wartest du als Kassenpatient viele Monate auf einen Termin. Bei der Wohnungsanmietung konkurriert dein mageres Nettogehalt mit Leuten, welchen die Miete großzügig vom Amt bezahlt wird – also von deinen Steuern. Der abgeschöpfte Wert deiner Arbeit wird milliardenweise in ausländische Geldlöcher gepumpt, die Namen tragen wie »Klimarettung«, »EU«, »Entwicklungshilfe« oder »Ukraine«, doch all diese Namen klingen für dich wie »Korruption«. Ja, Karl Marx lag richtig in der Diagnose, dass der Arbeiter ausgebeutet und der wahre Wert seiner Arbeit abgeschöpft wird. Die Ironie der heutigen Zustände liegt aber darin, dass die Ausbeuter und Abschöpfer inzwischen tendenziell im Lager jener zu finden sind, die sich auf Karl Marx berufen *könnten* – wenn sie sich nicht sogar *explizit* auf Karl Marx berufen. ## Wie Skorpione Ja, die *Bonzen* beuten die Arbeiter aus, indem sie den größten Teil des von den Arbeitern geschaffenen Wertes abschöpfen – und zwar die *sozialistischen* Bonzen diverser Parteibücher. Upton Sinclair lehrt bekanntlich: »Es ist schwierig, jemanden etwas verstehen zu lassen, wenn sein Gehalt davon abhängt, dass er es nicht versteht.« Wir werden die Bonzen in Berlin und Brüssel nicht davon überzeugen, dass ihr Tun böse ist, dass ihr Tun dem ähnelt, was sie den bösen Kapitalisten vorwarfen. Die zu überzeugen würde voraussetzen, dass sie erstens ein Gewissen haben und ihr Tun ihnen zweitens nicht sehr wohl bewusst ist. Diese Bonzen *verachten* die tatsächlichen Arbeiter recht offen. Linke Bonzen ohne Arbeitserfahrung außerhalb von Politik und NGOs halten sich für ach so klug – und verachten die Arbeiter als dumm. Nein, diese Bonzen sind nicht klug. Und weise sind sie gewiss nicht. Die sind bloß gewieft wie Skorpione im Sand, wie giftige Schlangen im Gras. Ja, Arbeiter werden heute ausgebeutet, zusammen mit Freiberuflern und Unternehmern. Der Wert ihrer Arbeit wird abgeschöpft und in dunkle Kanäle geleitet. Es sind aber marxistisch angehauchte Umverteiler verschiedener Parteicoleur, welche die neuen Ausbeuter stellen. ## Vereinigt euch! Karl Marx würde heute AfD wählen. Es liegt womöglich tatsächlich Wahrheit in marxistischen Schriftstücken, wenn wir sie nur aktualisiert lesen: > Die Befreiung der Arbeiterklasse muß das Werk der Arbeiterklasse selbst sein. Wir können also nicht zusammengehn mit Leuten, die es offen aussprechen, daß die Arbeiter zu ungebildet sind, sich selbst zu befreien und erst von oben herab befreit werden müssen durch philanthropische Groß- und Kleinbürger > > > – Marx & Engels, Zirkularbrief 1879 (via [mxks.de](http://www.mxks.de/files/mew/Engels.Zirkularbrief.MEW19.html)) Wir Ausgebeuteten sollten uns ehrlich machen: Unser Ausbeuter werden nicht bereitwilligen vom Ausbeuten ablassen. Eure Ausbeuter werden euch beschimpfen, werden eure Existenz gleich komplett vernichten wollen und euch zu Unberührbaren erklären. Eure demütige Forderung, etwas weniger ausgebeutet zu werden, wird denen so gefährlich wie *Feuer* erscheinen, und also werden sie *Brandmauern* gegen euch errichten. Ja, heute von den neuen Bonzen bekämpft und diffamiert zu werden, ist ein Ehrenzeichen. Dass Ausgebeutete sich vereinigen, bereitet den Ausbeutern echte Angst. Also schicken sie ihre Truppen ins Feld. Wenn sie dich als »Faschisten« oder »Russlandfreund« beschimpfen, wenn sie dich dämonisieren, wenn sie dich zum Schweigen bringen wollen, dann wisse, dass sie damit immer nur meinen: Du bist einer, der die Ausbeutung satt hat. In diesem Geiste also: Ausgebeutete aller Länder, vereinigt euch! - [Linker Straßenterror, öffentliche Dissonanz](https://dushan.org/essays/grosse-kognitive-dissonanz/) Auch die neue AfD-Jugendorganisation soll als extremistisch etikettiert werden. Doch es waren LINKE Aufmärsche anlässlich ihrer Gründung, bei denen über 50 Polizisten verletzt wurden. Narrativ: »rechts gefährlich«. Realität: linker Straßenterror. Der Thüringer Verfassungsschutz, konkret: deren Chef Stephan B. Kramer, lässt die Nation wissen, er sähe auch beim eben neu gegründeten AfD-nahen Jugendverband »Hinweise auf Rechtsextremismus« ([rnd.de, 1.12.2025](https://www.rnd.de/politik/neue-afd-jugend-generation-deutschland-ebenfalls-rechtsextrem-verfassungsschutz-sieht-hinweise-TZDVXZSHTJEYFDY5LY6QGTCNUM.html)).(Der neue Jugendverband heißt »Generation Deutschland«; eine beeindruckende Namenswahl.) Die *Generation Deutschland* wurde offiziell letzten Samstag in Gießen gegründet. (Siehe dazu auch den Essay [»Wut und Wahnsinn in Gießen«](https://dushan.org/essays/wut-und-wahnsinn/).) Im Kontext dieser Veranstaltung kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen durch politische Extremisten. Kein Wunder also, dass ein Landesverfassungsschutz den neuen Verein, ebenso wie seinen Vorgänger *Junge Alternative*, als extremistisch einstufen will, oder? »Nein, das ist doch Unsinn!«, höre ich euren Widerspruch. Und natürlich wäre diese Verknüpfung unsinnig. Gewalt und Straßenterror in Gießen, mit – unter anderem – über fünfzig verletzten Polizisten als Opfer, gingen auch diesmal wieder von Linksextremen aus ([bild.de, 1.12.2025](https://www.bild.de/politik/inland/afd-jugendverbandsgruendung-in-giessen-mehr-als-50-polizisten-verletzt-692d6148392d5c38e38525fe)). Die so absurde wie verfahrene Lage im deutschen Diskurs ist: Linke verteufeln Rechte und begründen es damit, dass die Rechten angeblich böse Dinge vorhaben. Diese bösen Dinge ähneln allerdings dam, was Linke bereits praktizieren – seit Jahren schon. Straßenterror, Propaganda, staatliche vorgegebene Wahrheit, Verfolgung Andersdenkender, Macht außerhalb demokratischer Institutionen, Aufhebung des Rechtsstaats – all das wird bereits *heute* praktiziert. Es wird gerade von dem politischen Lager praktiziert, das genau diese Maßnahmen den »Rechten« als *Absicht* zuschreibt. (Siehe dazu auch den Essay [»Wirf dem anderen vor …«](https://dushan.org/essays/wirf-dem-anderen-vor/).) ## Allzu gewagte Stilmittel Ist es erlaubt, eine bekannte Metapher und eine (dieser Tage wieder häufiger diagnostizierte) kognitive Schräglage zu kombinieren? Ach, ich will es wagen! (Ob es wohl schon mal zu Straf-Hausdurchsuchungen ob allzu gewagter Stilmittel kam?) Zuerst: 2018, im Essay [»Faktische Realität vs. angenommene Realität – am Beispiel des Kopftuchs«](https://dushan.org/essays/zwei-realitaeten/), verwendete ich zum ersten Mal die *Zwei-Städte*-Metapher von Charles Dickens zur Beschreibung der kognitiven Großwetterlage in Deutschland. Und dann: Der Begriff *kognitiv* leitet seinen Namen vom Lateinischen *cognoscere* her. *Cognoscere* bedeutet *erkennen*. Was *kognitiv* ist, hat mit unserer *Erkenntnis* zu tun. Mit unserem Denkvermögen. Mit unseren geistigen Leistungen – und unseren *Fehlleistungen*. Die *kognitive Dissonanz* ist bekanntlich jener geistige Zustand, in welchem ein Mensch versucht, einander widersprechende Überzeugungen, Werte und/oder Handlungen gleichzeitig zu praktizieren. An diesem Punkt aber *vereinen* wir kognitive Erkenntnis und Metapher: Die öffentliche Debatte in Deutschland ist eine *Geschichte zweier Städte*, oder vielleicht eher: zweier Realitäten. Wir sollten es als *GKD* abkürzen, die *Große Kognitive Dissonanz*. Die *GKD* ist die primäre und bestimmende Eigenschaft der öffentlichen Debatte in Deutschland. Eine kognitive Dissonanz ist nicht bloß ein Irrtum. Einen Irrtum können und werden wir korrigieren, sobald wir ihn erkennen. Eine kognitive Dissonanz *können*, *wollen* oder *dürfen* wir nicht korrigieren. Deshalb geht die kognitive Dissonanz regelmäßig mit einem unterdrückten, aber vorhandenen Bewusstsein des Widerspruchs einher, und dieses Bewusstsein ist *schmerzhaft* ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz)). ## Dann LKWs in Weihnachtsmärkte Wenn ihr diesen Essay lest, leidet ihr vermutlich nicht an *Großer Kognitiver Dissonanz* – aber daran, dass Deutschland die GKD in politischen Entscheidungen praktisch umzusetzen versucht. Vergleicht einmal deutsche TV-Talkshows mit TV-Talkshows vor zwanzig oder dreißig Jahren. Selbst wenn Linke in der Mehrheit sind (der übliche deutsche 4-gegen-1-Schauprozess), ja, sogar wenn sie allein unter sich sind und die Opposition nur als *Thema* anwesend sein darf (damit sie sich nicht verteidigen kann?), ist die Stimmung zumeist aggressiv und gereizt, wütend und unglücklich. Die Linken *leiden* ja selbst unter den kognitiven Widersprüchen. Ähnlich wie gewisse Religiöse, die ihre innere Zerrissenheit auf ihre Gastgeber projizieren (und dann LKWs in Weihnachtsmärkte steuern), leiden Linke unter ihrer Zerrissenheit. (Für uns aber, die wir Irrtümer korrigieren und das Opfer vom Täter unterscheiden, besteht die Gefahr, dass wir uns anstecken lassen könnten vom notwendigen Unglücklichsein der Dissonanten. Schlechte Stimmung kann ansteckend sein.) ## Wehe! Der Prophet Jesaja mahnt: > Wehe denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die Finsternis als Licht hinstellen und das Licht als Finsternis, die Bitteres für süß und Süßes für bitter ausgeben! > > – Jesaja 5:20 Entweder die öffentliche Debatte in Deutschland wird bald wieder einigermaßen zu Realität und Logik zurückkehren – oder es gilt, frei nach Jesaja: *Wehe den Deutschen!* Die Deutschen versuchen, in zwei Städten, zwei Realitäten gleichzeitig zu leben – doch nur *eine* dieser beiden Städte ist real. Es ist genug, dass auch wir Nicht-Linken die Folgen linker Lebenslügen mit erleiden müssen. Und es wäre tragisch, wenn wir vor lauter Empathie die Zerrissenheit der Lebenslügner kopieren würden. Es ist nicht besonders edel, es ist nicht wirklich nobel, stolz darauf zu sein, zumindest nicht zu sein wie *die*. Und doch: Etwas Wahrheit zu wagen in Zeiten universeller Lüge soll für den Seelenfrieden bisweilen bekömmlich sein. - [Sozialisten vs. »Männer in Anzügen«](https://dushan.org/essays/maenner-in-anzuegen/) Ein neuer Vorstand der »Jungsozialisten« (angehende SPD-ler) bewarb sich so: »Wenn wir an Kriminalität denken, müssen wir zuerst über Männer in Anzügen sprechen«. Oha! Meint er damit etwa die Financiers dubioser NGOs? Natürlich nicht. Wen aber dann? Die SPD-nahe Jugendorganisation ist die *Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD*, kurz: *Jungsozialisten*, oder noch kürzer: *JuSos*. Zunächst das Offensichtliche: Ja, es ist schockierend, dass Deutschland so wenig aus der Geschichte gelernt hat. Wie viele Millionen Tote ([siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Mass_killings_under_communist_regimes)) braucht es, bis *alle* Deutschen verstehen, dass »Sozialismus« ein mörderisches Konzept ist? Auf dem jüngsten Bundeskongress dieser *Jungsozialisten* sprach unter anderem ein gewisser *Gidion Zieten*. Er bewarb sich für den Bundesvorstand der Jungsozialisten und sagte dabei Bemerkenswertes: > Deswegen ist klar, wenn wir an Kriminalität denken, müssen wir zuerst über Männer in Anzügen sprechen. > > – Gidion Zieten (zitiert nach [@Alex__Steffen, 29.11.2025](https://x.com/Alex__Steffen/status/1994882000289718309)) Herr Zieten wurde nach dieser Rede dann auch gewählt. Also dürfen wir davon ausgehen, dass er zumindest dem Geiste nach für die Jungsozialisten insgesamt spricht. Und die Jungsozialisten wollen die Begriffe *Kriminalität* und *Männer in Anzügen* zusammendenken. Ja, wir müssen davon ausgehen, dass dieser konkrete Jungsozialist es ernst meint – und dass er genau weiß, was er sagt. (Laut [jusos-freiburg.de, 30.11.2025](https://www.jusos-freiburg.de/gidion-zieten-wurde-in-den-bundesvorstand-der-jusos-gewaehlt/) ist er studierter Jurist.) ## Nicht »alle« Männer Vermutlich werden auch die Jungsozialisten nicht wirklich *alle* »Männer in Anzügen« meinen. Immerhin tragen auch SPD-Funktionäre bisweilen Anzüge, ob nun Brioni, Boss oder Burberry. Einen Lenin etwa kennen wir nur im Anzug ([siehe Foto](https://zh.wikipedia.org/wiki/%E5%BC%97%E6%8B%89%E5%9F%BA%E7%B1%B3%E5%B0%94%C2%B7%E5%88%97%E5%AE%81#/media/File:Lenin_in_1920_(cropped).jpg)). Die verschiedenen, oft (aber [nicht immer](https://dushan.org/essays/us-aid-soros/)) diskreten Financiers der NGOs und Stiftungen, mit denen sich Genossen so blendend zu verstehen scheinen, sind zumeist selbst [»Männer in Anzügen«](https://archive.is/rg63K). Was hören, verstehen und meinen Jungsozialisten also *wirklich*, wenn sie von *Männern in Anzügen* reden? Wir müssen einen Zusammenhang herstellen zu einer Rede der Arbeitsministerin *Bärbel Bas*, die auf dem Arbeitgebertag von ihrem Publikum jüngst öffentlich ausgelacht wurde. (So erschien es zumindest vielen Journalisten. Für eine alternative Deutung siehe meinen Essay [»Die Ministerin versteht das Lachen nicht«](https://dushan.org/essays/deutsches-lachen/).) »Daheim« bei den JuSos jammerte sie dann über diese Schmach durch Männer »im Maßanzug« (siehe [welt.de, 30.11.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article692c25b4e9b1296b9ef98880/spd-chefin-beim-juso-kongress-der-gegenangriff-von-arbeitsministerin-bas-auf-die-maenner-im-massanzug.html)). ## Mehr als »nur« Kriminalisierung Die SPD-Ministerin meinte, dass für sie beim Arbeitgebertag »deutlich geworden ist, gegen wen wir eigentlich gemeinsam kämpfen müssen«. Die SPD in der CDU-Regierung sagt nach meiner Deutung nun unverblümt, was Essayisten wie ich seit Jahren als mahnende Übertreibung formulierten: Die deutsche Regierung kämpft offen gegen Deutschlands Arbeitgeber, sprich: gegen Wohlstand und wirtschaftliches Fundament. Doch zu den »Männern in Anzügen« des Gidion Zieten sehe ich noch eine weitere Deutung als »nur« die mögliche Kriminalisierung von Arbeitgebern. Ich deute die »Männer in Anzügen« hier als *Tradition* und *alte Autoritäten*, als *alles, was sich als überlebenswichtig bewährt hat*. *Sozialismus* ist in meinem Verständnis des Begriffs *nicht* wirklich ein »soziales« Anliegen, sondern eine *Strategie zur Machterlangung unter Ausschaltung traditioneller und bewährter Legitimierung von Macht* (siehe dazu meinen Essay [»Die Erklärung beginnt mit »Soz««](https://dushan.org/essays/sozialismus/)). (»Soziale« Begründungen sind zumeist populistisch und vorgeschoben; genauso gut könnte eine andere Moralpanik verwendet werden, etwa ein »Virus«, »Russland« oder »das Klima«.) ## Das sich leicht knechten lässt Die »Männer in Anzügen« mit Kriminellen gleichzusetzen bedeutet tatsächlich, alte Weisheit und Lebenserfahrung zu entwerten. Statt alter Weisheit sollen sozialistische Parteikader eine neue Weisheit erlassen, die zu hinterfragen dann als »Hass und Hetze« gilt, was schon heute ohne Anklage und Verfahren mit demütigenden Hausdurchsuchungen bestraft wird. Sozialisten wollen Macht um jeden Preis. Dafür brauchen sie ein schwaches Volk, das sich leicht knechten lässt. Die stärkste und wichtigste Einheit des Volkes ist die traditionelle Familie, so wird die traditionelle Familie aktiv torpediert. Doch ein Volk mit kaputten Familien könnte noch immer Kraft und Selbstbewusstsein finden, wenn es sich alter Werte und gewachsener Traditionen bewusst wird, die eben von »Männern in Anzügen« getragen und praktiziert werden. Es war lange Zeit vor allem eine Frage des Anstands und des Selbstrespekts, sozialistischen Ideen zu widersprechen. Heute geht es um weit mehr als »nur« um dein Selbstbild. Heute ist es nichts weniger als eine Frage des *seelischen* Überlebens, mindestens privat, möglichst mit Freunden oder dem Partner, den kaputten Ideen dieser Zeit zu widersprechen. Widersprich ihnen! Nicht nur weil sie Falsches sagen und falsch *sind*. Widersprich ihnen, um sicherzustellen, dass du selbst nicht falsch wirst. - [Wut und Wahnsinn in Gießen](https://dushan.org/essays/wut-und-wahnsinn/) In Gießen marschieren tausende Linke auf, um AfD niederzubrüllen. Darunter womöglich NGOs mit indirekter staatlicher Unterstützung. Und es braucht tausende Polizisten, um die Linken einzuhegen. Steuergeld gegen Steuergeld. Absurdität von Deutschland 2025. Habt ihr davon gehört? Ein linker Mob schart sich zusammen, um zu attackieren, was uns *heilig* ist. Was uns *wichtig* ist. Was uns mindestens *wichtig sein sollte*. Ihr antwortet hier vermutlich wieder: »Ja, diesen Refrain kennen wir, doch zu welcher Strophe singen wir ihn heute?« ## Ich formulierte derart »Trochu života do toho umírání!«, so sagen die Tschechen bekanntlich. »Etwas Leben in dieses Sterben!« bedeutet das. Ich zitierte es bereits etwa in [»Kalifat, wann?«](https://dushan.org/essays/kalifat/) oder in [»Hurra, wir bekommen Raketen!«](https://dushan.org/essays/hurra-raketen/). *Etwas Leben*, das soll heute *etwas Spaß im Kopf* bedeuten. Und ich meine schlicht, dass ich es zu einem Teil dieses Essays mache, sein Knochengerüst und seine Organe offenzulegen. Ich habe diesen Text mit einer einleitenden Meta-Beschreibung eines aktuellen Ereignisses begonnen, aber so formuliert, dass es auch auf ein *anderes* Ereignis passt. Dann verwirrte ich euch, indem ich genau diese textliche Selbstbetrachtung als *klärendes Hindernis* aufstellte. Der Titel und die Einleitung (die auch bei [X](https://x.com/dushanwegner), bei [Facebook](https://www.facebook.com/dushanwegner) und in den [Mails](https://dushan.org/emailabo/) erscheinen) enthalten Hinweise auf ein aktuell vieldiskutiertes Ereignis. Doch nach der ersten und zweiten Einleitung werde ich zunächst über ein *anderes* Ereignis berichten. Damit will ich einen thematischen Kontext schaffen, der eine weiter greifende Deutung des geteaserten aktuellen Ereignisses nahelegt. Wenn beides erledigt ist, werde ich ein paar *Schlussworte* formulieren. Zwei oder drei Sätze, mit denen ich dokumentiere, wie ich selbst meinen Kopf zu ordnen versuche, wenn ich diese Dinge höre. Auf denn! ## Die Meldungen Jene *andere* Meldung also, die ich zwecks weiterem Kontext und als aktuelle Deutungshilfe anbieten will, ist aus Frankreich im Jahr 2023. Im Juli 2023 in Nantes attackierte ein linker Mob eine christliche Buchhandlung ([catholicarena.com, 10.7.2023](https://www.catholicarena.com/latest/francechurches100723)). Der Vorwurf der linken Schläger lautete, die Bibel sei »faschistisch« und die Betreiber der Buchhandlung demzufolge »Faschisten«. Frankreich ist, angeblich auch aufgrund seiner »kolonialen Geschichte«, ein extra tolerantes Land. Das bedeutet praktisch, dass Kirchen brennen, Synagogen attackiert werden und gelegentlich auch mal ein Priester ermordet wird. (Siehe dazu etwa die Essays [»Ist es besser, eine katholische Kirche niederbrennen zu lassen, als dass ein Protestant beim Löschen hilft?«](https://dushan.org/essays/wer-darf-beim-loeschen-helfen/) und [»Und wieder ein Priester«](https://dushan.org/essays/saint-laurent-sur-sevre/). Und siehe viele weitere aktuelle Berichte über Frankreich, etwa [thecatholicherald.com, 15.5.2025](https://thecatholicherald.com/article/desecrations-threats-and-silence-anti-christian-violence-grips-france).) Ein linker Mob aber – nach einigen Berichten mit migrantischer Beteiligung –, der sich zusammenrottete, um eine *christliche* Buchhandlung zu attackieren, weil Bibel und Christentum angeblich »faschistisch« seien, das war und bleibt *paradigmatisch*. Es entlarvt, was »Faschist« im Sprachgebrauch der »Linken« und »Guten« wirklich bedeutet: Wer bewahren will, was wertvoll ist und uns am Leben hält. ## Geteaserte Meldung Die in Titel und Einleitung dieses Essays als *Aufmacher* fungierende Meldung ist natürlich erst das Treffen der AfD in Gießen. Ihr habt darüber gelesen, etwa bei [apollo-news.net, 29.11.2025](https://apollo-news.net/grossproteste-in-giessen-so-verlief-der-anti-afd-tag-bisher/). Eure Nachbarn und Kollegen haben derweil über dasselbe Ereignis die dreisten Lügen des Staatsfunks gehört (siehe dazu [@UlrichVosgerau, 09.11.2025](https://x.com/UlrichVosgerau/status/1994835264238195181)). Denn nicht die politische Veranstaltung war das eigentliche Ereignis, sondern der Aufmarsch zigtausender gewaltbereiter linker Demokratiefeinde (aber ich wiederhole mich). In böser deutscher Tradition wollen sie den demokratischen Akt *stören*, womöglich *verhindern*. Tausende Polizisten verteidigten (noch) die Demokratie gegen linke Schläger. > Die Situation in Gießen eskaliert zusehends. Auf der Autobahn kommt es zu Auseinandersetzungen. Linksradikale werfen mit Pyro. Im Ort Heuchelheim sollen Wasserwerfer auffahren. > > – [@niusde_, 29.11.2025](https://x.com/niusde_/status/1994654352448131368) Zur Absurdität der deutschen Lage im Jahr 2025 gehört, dass nicht nur die Polizei, sondern vermutlich auch einige der demokratiefeindlichen Banden mindestens indirekt von Steuergeldern finanziert werden (vergleiche [@SeibtNaomi, 29.11.2025](https://x.com/MariusDiggedag/status/1994812311270502677)). Steuergeld im Kampf gegen Steuergeld, und das Land driftet derweil wer weiß wohin. ## Moral und Schluss Ich habe nun also zwei Meldungen nebeneinander gestellt: eine Attacke auf eine christliche Buchhandlung aus dem Jahr 2023 und aktuelle Attacken regierungsnaher Gruppen auf eine politische Veranstaltung der deutschen Opposition. Durch diese Auswahl und Anordnung implizierte ich, dass beide Meldungen im Kern etwas Wesentliches gemeinsam haben; das sollte ich zum Schluss auch ausformulieren. Beide Ereignisse, die Attacke auf die christliche Buchhandlung (weil die Bibel »faschistisch« sei) und auf die Opposition (auch irgendwas mit »Faschisten«), sind tatsächlich Attacken auf den freien Westen selbst. Erst das Christentum hat die moderne weltliche Welt geschaffen. Also den Teil der Welt, in welchen selbst rasende Christenhasser einwandern wollen, weil es sich dort recht gut leben lässt. Die AfD will schlicht Deutschland *bewahren* – die übrigen Parteien demontieren Deutschland aktiv. Wer aber das Gute bewahren will, der wird als »Faschist« verunglimpft und attackiert. ## So viel Wut und Wahnsinn wert Die letzten Sätze meiner Essays sind regelmäßig die schwierigsten. Den Zerfall der Zeiten in leichtfüßigen und ausreichend unterhaltsamen Worten zu dokumentieren, geht mir mit etwas Übung leicht von der Hand. In den Scherben der Gegenwart aber etwas vom Funkeln der Geschichte zu finden und das dann auch noch in die Zukunft leuchten zu lassen, *das* ist echte Arbeit. Für heute will ich dies versuchen: Es sind nicht buddhistische Buchgeschäfte, die von linken Mobs attackiert werden. Es waren nicht die Piraten, gegen welche die Schlägertrupps aufmarschierten. Die Wut der Linken richtet sich gegen die, die etwas *bewahren* wollen – und deren Anliegen die Kraft hat, auch tatsächlich eine Veränderung zu bewirken. Die Linken werden sagen, dass unsere Anliegen böse sind. (Aber gut, in deren Augen sind Islamisten-Aufmärsche und das Verheizen von Soldaten in sinnlosen Kriegen moralisch gut. Das Werturteil von Linken ist wenig wert.) Wir sagen, dass das Bewahren des Guten selbst wieder gut ist. Wir werden uns mit denen im Werturteil nicht so bald einig werden. Die Attacken der Linken belegen allerdings, dass wir uns in *einem* Punkt einig sind: Unser Anliegen hat *Kraft*. Jene, die uns attackieren, fürchten die gesellschaftliche und moralische Kraft unserer Werte. Deshalb attackieren sie uns, deshalb wollen sie uns zum Schweigen bringen. Mit ihren Attacken aber belegen sie die Kraft unserer Sache! Wenn unser Anliegen denen so viel Wut und Wahnsinn wert ist, sollte das Motivation für uns sein, für unser Anliegen weiter die notwendige Arbeit und Ausdauer aufzubringen. - [Schulung in Wertekunde](https://dushan.org/essays/nein-sondern/) Frauke Brosius-Gersdorf (bekannt von ihrer Verfassungsrichter-Kandidatur) fordert »eine Schulung in Rechts- und Wertekunde« für Bürger, »die sich unzulässig äußern«. »Unsere Demokratie« soll sich einreihen in DDR, Mao-China und andere totalitäre Systeme. Eine Professorin für Rechtskunde namens *Frauke Brosius-Gersdorf* empfahl bei Markus Lanz, wie mit ungewünschter Meinung umzugehen sei: > Es geht um unzulässige Einflussnahmen auf Wahlen, auf demokratische Prozesse und es geht um rechtswidrige Inhalte. Und ich finde schon, dass wir da genauer hinschauen müssen. Und da muss unsere Gesellschaft nicht resilienter werden. Da müssen wir nicht toleranter werden, sondern diejenigen, die so etwas äußern, die sich unzulässig äußern, die müssen dann vielleicht eher mal eine Schulung in Rechts- und Wertekunde bekommen. > > – Frauke Brosius-Gersdorf (bei Markus Lanz, [zdf.de, 27.11.2025](https://www.zdf.de/play/talk/markus-lanz-114/markus-lanz-vom-27-november-2025-102)) Frauke Brosius-Gersdorf wurde zuletzt bekannt dafür, von der SPD als Verfassungsrichterin vorgeschlagen worden zu sein. Ich selbst machte mich ja stark dafür, dass sie in dieses Amt gewählt wird. Ich schrieb darüber im Essay [»Warum ich für Brosius-Gersdorf als Verfassungsrichterin bin«](https://dushan.org/essays/team-brosius-gersdorf/). Die Professorin Brosius-Gersdorf hatte in der Vergangenheit einige Meinungen geäußert, die ich für *anti-demokratisch* halte. Und andere Meinungen, die ich für *anti-christlich* halte. Da nicht nur ich das so sah, da es zum politischen Skandal zu werden drohte, wurde ihre Kandidatur zurückgezogen. Skandal hin oder her, auch in unserer Demokratie gilt offenbar die Regel: *Es gibt keine schlechte PR.* Und so tritt Brosius-Gersdorf gegenüber von Richard Precht bei Markus Lanz auf. Man soll den »Zustand und Wandel der Debattenkultur in Deutschland« diskutieren. ## Ein lehrreicher Auftritt Ich finde ja, nicht irgendwelche Staatsfunk-Dauergäste sollten auf dem Staatsfunk-Sofa sitzen, sondern Opfer von Straf-Hausdurchsuchungen oder politische Gefangene wie (nicht nur) meiner Meinung nach [Michael Ballweg](http://dushanwegner.com/essays/ballweg-der-mann/). Aber gut, auch der Auftritt von Frauke Brosius-Gersdorf war lehrreich. Insbesondere ihre Forderung nach einer »Schulung in Rechts- und Wertekunde« für Bürger, die »sich unzulässig äußern«. Es ist sehr natürlich, an dieser Stelle an *Umerziehung* zu denken, wie sie in totalitären Systemen üblich ist. Die Gulags der Sowjetunion. Laogai in Maos China. Die Selbstbezichtigungen der Khmer Rouge. »Kritik und Selbstkritik« der DDR. Das Pflichtvokabular der Sowjetunion wie »Kulak«. Und wenn die Umerziehung nicht funktionierte, wurde Druck ausgeübt, psychologisch und ökonomisch. In der DDR die »Zersetzung« des Individuums und das Bewusstsein ständiger Observation. Arbeitsverbote und Studienplatzentzug in verschiedenen totalitären Systemen. Und so weiter. Ja, die Einlassungen der Professorin sind gruselig. Ich weiß nicht, was schlimmer ist: Die Vorstellung, dass diese Dame angehende Juristen unterrichtet und jene Parallelen nicht sieht. Oder dass sie die Parallelen sieht und weiter diese Dinge sagt. – Doch da wäre *noch* ein Problem in der Aussage. ## Schon heute hilfreich Nehmen wir einmal an, dass Brosius-Gersdorf *nicht* moralisch und historisch komplett danebenliegt. Nehmen wir an, dass eine solche *Umerziehung* moralisch in Ordnung wäre. Dann wäre die Frage: Wer legt die »Werte« für die »Wertekunde« in »unserer Demokratie« fest? Traditionell war es die Aufgabe von Familien, Kirchen und Literaten, die Werte von Volk und Einzelnen vorzugeben – und weiterzuentwickeln. In totalitären Denkarten wie »Unsere Demokratie« will *die Partei* den Menschen die Werte vorschreiben. [2019 schrieb ich](https://dushan.org/essays/umweltsau/) über die Ankündigung der SPD, die »Lufthoheit über den Kinderbetten« zu erobern. Ich halte es leider für durchaus wahrscheinlich, dass die *Umerziehung* wegen abweichender Meinung in Deutschland in absehbarer Zeit eingerichtet wird. Schon heute wäre es hilfreich, die Umrisse der *eigenen* Werte nachzuziehen. Die Regierung wird dir sagen, *dieses* oder *jenes* solle dir wichtig sein. Du wirst ihnen widersprechen: »Nein, sondern …« Und dann wird es nützlich sein, zu wissen, was genau du nach »sondern« sagst. - [Es kommt darauf an](https://dushan.org/essays/es-kommt-drauf-an/) Die goldene Regel: »Was du nicht willst, dass man dir tu, das füge keinem andern zu.« – Oder: Behandle, wie du selbst behandelt werden willst. – Frage: Gilt das eigentlich auch für Masochisten? Antwort: Es kommt darauf an. Der prototypische Satz der Juristen ist auch der *nervigste* Satz dieser Zunft – und zugleich einer der klügsten und nützlichsten Sätze überhaupt. Jener mythische Satz lautet natürlich: > Es kommt darauf an. > > – Juristen und andere kluge Leute Das *Nervige* an diesem Satz ist zugleich das *Lehrreiche* daran. Der Satz »Es kommt darauf an« ist üblicherweise eine Antwort; allerdings eine Antwort, welche schlicht eine andere, weit größere Frage aufwirft: Was ist es, worauf es ankommt? »Alles Leben ist Problemlösen«, schrieb Karl Popper ([ich schrieb 2021 darüber](https://dushan.org/essays/welches-problem/)). Und um ein Problem zu lösen, muss man erst mal wissen, worauf es in der jeweiligen Sache ankommt. Sprich: Welche vorgeschlagene Lösung auch wirklich eine solche ist. Ich persönlich habe ja großen Spaß an Es-kommt-darauf-an-Problemen, wenn ich statt Paragraphen eher Metaphysik verhandle. (Der Vollständigkeit halber: »Metaphysik« war für Popper eher ein Schimpfwort.) Eines der wirksamsten Es-kommt-darauf-an-Probleme der Menschheitsgeschichte ist tatsächlich ein riesengroßes Es-kommt-darauf-an-Problem: > Was du nicht willst, das man dir tu, das füge keinem anderen zu. > > – Als »Goldene Regel« bekannte Redeweise In der Bibel wird diese Goldene Regel sogar zur *Erfüllung des Gesetzes* erhoben. > Alles nun, was ihr von den Menschen erwartet, das erweist auch ihr ihnen ebenso; denn darin besteht (die Erfüllung) des Gesetzes und der Propheten. > > – Matthäus 7:12 Eine sarkastische Replik auf die Goldene Regel fragt, welche Handlungsweise diese Regel einem *Masochisten* nahelegt. Soll der Masochist die Menschen quälen, weil das es ist, wovon er will, dass es ihm getan wird? »Nein, natürlich nicht«, antworten wir. Dann *erweitern* wir die Regel derart, dass sie zuletzt die Verbindung zu uns selbst weitgehend trennt. Eher in Richtung eines Kantschen Imperativs, also Handeln im Geiste einer *allgemeinen* Regel. Soll ich nun also den Mitmenschen so behandeln, wie ich selbst behandelt werden will oder nicht? Die Antwort ist: *Es kommt darauf an!* Es kommt darauf an, wie du selbst behandelt werden willst. Wie sollst du also *wollen*, dass du selbst behandelt werden willst? Im Naturzustand will ein Mensch allezeit »nett« behandelt werden, will schöne Lügen hören, will seine Lügen bestätigt bekommen und so weiter. Nochmal also die Frage: Wie soll ich *wollen*, dass man mich behandelt? Ich bin nicht klug genug und ich leide daran. Im Geist von Matthäus 7:12 erwarte ich also: Ich wünsche von meinen Mitmenschen (und damit: Lesern), dass sie mich so behandeln, dass ich klüger werde. Und ich will nicht allein sein, also wünsche ich mir, dass wir *gemeinsam* klüger werden. So versuche ich auch meine Mitmenschen zu behandeln. Und wenn Mitmenschen *nicht* gemeinsam klüger werden wollen, wenn sich ihre Leben um sich selbst drehen, wenn sie nach meiner Ansicht ihre Zeit und ihre Chancen verschwenden, dann ist das deren gutes Recht – und es mein Recht, keinen Anteil daran zu haben. Wie sollst du also *konkret* deinen Mitmenschen behandeln? Es kommt darauf an. *Worauf* kommt es an? Es kommt darauf an, ob du genug darüber geforscht hast, wie du *wirklich* behandelt werden willst. Es kommt darauf an, wo ihr beide ankommen werdet, wenn eure Wünsche euch gewährt werden. - [Nur noch ein Weilchen](https://dushan.org/essays/die-sanftmuetigen/) »Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land ererben.« – Es ist eines jener Versprechen, da denkt man sich: Was hat das bitteschön mit der Realität zu tun? Die Trickser, Lügner und Gewissenlosen sind es, die sich den Staat zur Beute machen! Im Buch *[Talking Points](https://dushan.org/buecher/talking-points/)* beschrieb ich einen rhetorischen Trick, den ich »heiligen Widerspruch« nannte. Politiker sagen schon mal Dinge, die ganz offensichtlich widersinnig sind. Über Migrationspolitik, über Energiepolitik, über soziale Entwicklungen und Ideologien. (Nein, es ist kein Zufall, dass wir hier an *linke* Positionen denken. Was man heute *politisch links* nennt, ist tatsächlich das Primat der Emotionalität über die Rationalität.) Bei einer ganz bestimmten Klientel allerdings finden Politiker mit ihrem »heiligen Widerspruch« Anklang. Es scheint, dass viele Menschen ein *Bedürfnis* danach haben, die Komplexität und Absurdität ihrer erlebten Realität in *heiligen Widersprüchen* wiederzufinden. Es ist womöglich *kein* Zufall, dass die Zielgruppe gewisser »christlicher« Aktionsgruppen mehr nach linksgrüner Ideologie als nach Gott zu dürsten scheint. Diese Leute erfüllen sich ihr Bedürfnis nach Mysterium aus sehr irdischen Quellen, und dafür gibt es deutlich mehr Schulterklopfen im Jetzt und Hier. Als Gegensatz zu all den fake-heiligen Widersprüchen in Politik und Propaganda wollen wir uns einmal einen *echten* der heiligen Widersprüche vor Augen führen. Dieser heilige Widerspruch hat die Form eines *Versprechens*, aber eigentlich ist er eine *Aufforderung*. Mehr noch: ein *moralisches Gesetz*. > Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land ererben. > > – Matthäus 5:5 Nicht nur auf den ersten Blick scheint das im Widerspruch zu unserer gesamten Lebenserfahrung zu stehen. Gehört »das Land« denn nicht den Gewissenlosen und Aggressiven, den Schlingeln und Lügnern? Sind »die Sanftmütigen« denn nicht zuverlässig die Dummen, die am Ende die Zeche zahlen? Ob in deutschen Innenstädten, ob in Firmen oder auf Behörden – wo soll das denn gelten, dass »die Sanftmütigen« »das Land ererben«? »Was unmöglich ist, kann man doch nicht versprechen«, so sagen manche Leute an dieser Stelle und winken lässig ab. Der Rest von uns aber spürt in den Knochen, dass hierin eine wichtige Wahrheit liegt, ein höherer Wert. Also haben wir es mit einem *echten* heiligen Widerspruch zu tun. Ist es wirklich *dieses* Land, das »die Sanftmütigen« ererben werden? Und wie weit soll die »Sanftmut« gehen? Ist jenes »Land« *eschatologisch* gemeint, also eine *zukünftige* Erde? Und ist mit »ererben« überhaupt politische Macht gemeint? Bedenkt: Wenn man »die Sanftmütigen« großzügig mit »Christentum« gleichsetzt, so steht doch fest, dass westlich-christliche Kultur die moderne Welt geformt hat – und dass sogar jene, die Christen zutiefst hassen, doch unter Christen leben wollen. Tatsächlich ist das Versprechen aus Jesu Bergpredigt ein Zitat aus Psalm 37: > Nur noch ein Weilchen, so wird der Frevler nicht mehr sein, und siehst du dich um nach seiner Stätte, so ist er nicht mehr da; die stillen Dulder aber werden das Land besitzen und sich freun an der Fülle des Friedens. > > – Psalmen 37:10-11 Da klingt das Versprechen deutlich deutlicher: »der Frevler wird nicht mehr sein«. Ich sehe es noch nicht. Die Frevler mit ihren Lügen, ihrem Hass und ihrer Hetze – sie sind weiterhin an der Macht, machen sich weiter Staat und Bürger zur Beute. Die stillen Dulder aber werden ausgelacht – und die Sanftmütigen werden als Faschisten beschimpft. »Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land ererben.« – es ist wahrlich ein *riesengroßes* Versprechen. Im Abgleich mit unserer Lebenserfahrung ist es ein *heiliger Widerspruch*. Will man dieses Versprechen aber schon *heute* erleben, so könnte helfen, »das Land« als Seelenleben zu deuten. Wer ohne Wut durchs Land geht, wer dem Hass und den Lügen der Propaganda eben *nicht* mit Wut und Schimpfen begegnet, der könnte zu innerem Frieden gelangen – bis es sich für ihn anfühlt, als hätte er »das Land ererbt«. Wer in gefährlichen Zeiten inneren Frieden findet, für den ist wohl tatsächlich jenes andere Land *schon jetzt da*. - [Bodo Ramelow scherzt über Tod von Björn Höcke](https://dushan.org/essays/bodo-ramelow-scherzt-ueber-tod-von-bjoern-hoecke/) Bodo Ramelow scherzt über die mögliche Vergiftung Björn Höckes durch Giftpilze. Der Staatsfunk blendet dazu Applaus ein. Ist es bloß ein dummer Witz, oder wünscht er damit dem politischen Gegner den Tod? Ich hörte mal einen harten Witz, und seid mir nicht allzu böse, – denn ich zitiere bloß! Dieser Witz geht so: Norbert Blüm und Helmut Kohl fliegen zusammen im Hubschrauber. Helmut Kohl fragt: Soll ich einmal 100 Mark hinunterwerfen und einen Menschen richtig glücklich machen? Oder soll ich zehn Zehnmarkscheine hinunterwerfen und so zehn Leute ein bisschen glücklich machen?« Norbert Blüm – in jenem alten *Witz* wohlgemerkt – sagt daraufhin: »Wirf *dich* hinunter und mach *60 Millionen Menschen* glücklich!« Ich habe diesen *Witz* früher auch schon mit Theo Weigel und Franz Josef Strauß gehört, meine ich mich zu erinnern. Allen Varianten aber war gemeinsam: Da wurde über den Tod eines Menschen gescherzt. Für alle mitlesenden *Anwälte* aber gleich noch ein alter Anwaltswitz: Wie *nannte* man sechstausend Anwälte auf dem Boden des Meeres? Antwort und Pointe: »Ein guter Anfang«! Dieser Witz über Anwälte ist sehr populär, er wurde sogar schon in der Akademia behandelt. (Zum Beispiel von Marc *Galanter* an der Duke Uni; [siehe YouTube](https://youtu.be/kj-ON_bq2dM?t=1689).) Beiden Witzen ist gemeinsam, dass hier über den *Tod* von Menschen gescherzt wird. Ich habe hier *noch* einen Witz, und der wurde von Bodo Ramelow erzählt. Die deutsche Propaganda fragte ihn, mit wem er gern Pilze sammeln gehen würde. Er sollte eine Rangliste aufstellen. Und er antwortete: > Es gibt auch Pilze, die ich mit Herrn Höcke sammeln würde. Wenn er sie in meinem Beisein auch isst.« > > – Bodo Ramelow, zitiert nach [@OERRBlog, 25.11.2025](https://x.com/OERRBlog/status/1993301934170640409) *Einige* Bürger hören sich in dieser Angelegenheit nun sehr empört an. ## »unfassbarer Witz über Höcke« Julian *Reichelt* von Nius postet: > Bundestags-Vizepräsident Bodo Ramelow fordert in der ARD unverhohlen, Björn Höcke mit giftigen Pilzen zu töten. Und die ARD feiert ihn dafür auch noch. Ramelow fantasiert sogar darüber, dass er gern zusehen würde, wie Höcke die Pilze zu sich nimmt. Tötung des politischen Gegners durch Gift - wie kann so ein Mann in so einem hohen Amt noch tragbar sein? > > – [@jreichelt, 25.11.2025](https://x.com/jreichelt/status/1993269133299888615) »Ramelows unfassbarer Witz über Höcke: Selbstentlarvung in Funk-Format«, titelt [apollo-news.net](https://apollo-news.net/ramelows-unfassbarer-witz-ueber-hoecke-selbstentlarvung-in-funk-format-apollo-newsroom/). Aus AfD-Kreisen wird gefragt, was der Fall wäre, wenn ein AfD-Politiker derart über einen Politiker der »Guten« gescherzt hätte (etwa [@S_Muenzenmaier, 25.11.2025](https://x.com/S_Muenzenmaier/status/1993339824452092069)). Genau hierin liegt vermutlich der *wahre* Grund unserer Empörung. Nicht der dumme Scherz ist *wirklich* empörend. Es ist die Asymmetrie, das ungleiche Recht im postdemokratischen Linksstaat. Wenn Nichtlinke auch nur ein Scherzbildchen über linke Politiker online weitergeben, klopft bei ihnen die Polizei früh morgens zur Hausdurchsuchung an die Haustür. Für Linke dagegen scheint ein ganz anderes Recht zu gelten. Und das ist es natürlich, was uns *wirklich* empört. Nein, als wir damals über den Helikopter und die Zehnmarkscheine witzelten, wünschten wir *nicht* wirklich den Tod jener Herrn. Nein, auch der Witz über Höcke ist keine öffentliche Mordphantasie. ## »Nicht zu lange« Mir fallen eine Reihe von Dingen ein, die man Bodo Ramelow vorwerfen kann. Zum Beispiel, dass er freiwillig einer Partei angehört, deren historische Vorgängerpartei politische Gegner foltern und Flüchtende an der Grenze erschießen ließ. Dass er schon mal von »Genosse Stalin« faselt (siehe Essay [»Milliarden für die Welt, die Schulden bleiben hier«](https://dushan.org/essays/zerstoerung/)). Und dazu einige Meinungen, die in Deutschland nur Linke wie er über ihre politischen Gegner sagen dürfen. Aber nein, ich glaube nicht, dass Herr Ramelow *wirklich* Herrn Höcke töten will oder dies auch nur wünschenswert fände. Schon deshalb, weil die deutsche Linke ohne die dämonisierte Rechte kein politisches Thema mehr hätte. Dann müssten Linke womöglich selbst für die Folgen ihrer Politik geradestehen. Zumindest bis ein neuer Wahrheitssager auftaucht. *Der* wird dann neu zum Satan aufgebaut werden. Nietzsche warnte, nicht zu lange in den Abgrund zu schauen, sonst schaut dieser in dich zurück. (Siehe dazu auch den Essay [»Du blickst nach Berlin, und der Abgrund blickt zurück«](https://dushan.org/essays/der-abgrund-blickt-zurueck/).) Lasst uns nicht werden wie die! Auch nicht im ironischen, sarkastischen Sinne. Ihr wisst ja: Wenn man das Gesicht lange genug zur Grimasse verzieht, bleibt es so. Dass *die* Witze nicht verstehen wollen, heißt nicht, dass *wir* so tun müssten, als ob wir Witze nicht verstehen. ## »Sind Sie der Kohl?« Ich finde, es braucht *mehr* Witze. Wie früher über Helmut Kohl. Hier also noch ein Witz über den »Einheitskanzler«. Helmut Kohl war zu Besuch im Berliner Zoo. Als Kohl aus dem Haus der Menschenaffen kommt, begegnet ihm eine alte Berliner Rentnerin; sie schaut ihn an und fragt: »Sind Sie der Kohl?« »Ja«, sagt Kohl daraufhin, und die Dame fragt: »Und da dürfen *Sie* so frei herumlaufen?« Heute würde es nach so einem Witz über einen *linken* Politiker schnell heißen: »Der hat Politiker mit Tieren gleichgesetzt! Wie die Nazis! Macht ihn fertig!« Wisst ihr, wer diesen *humoristischen* Vergleich von Kohl und Menschenaffen damals im TV unternahm, sogar in Anwesenheit von Günter Jauch und Thomas Gottschalk? Es war Helmut Kohl selbst, im Januar 1990. Ja, wir waren mal klüger. Wir hatten Humor. Man durfte nicht nur über Politiker derbe Witze machen – Politiker konnten sogar über sich selbst lachen! Heute sollte Helmut Kohl nach so einem Witz über den Bundeskanzler vermutlich seinen Bademantel bereitlegen. - [Die Ministerin versteht das Lachen nicht](https://dushan.org/essays/deutsches-lachen/) Ministerin Bärbel Bas spricht vor Arbeitgebern – und die lachen. Medien sagen, dass sie die Ministerin AUSLACHEN. Stimmt das aber? Vielleicht ist es Galgenhumor. Das Lachen des Hoffnungslosen ob der Absurdität seiner Lage. Die *Bundesministerin für Arbeit und Soziales* wurde dieser Tage öffentlich ausgelacht ([bild.de, 25.11.2025](https://www.bild.de/politik/inland/wegen-rentenpaket-und-mindestlohn-ministerin-bas-auf-der-buehne-ausgelacht-6925aad7f60b758bebd5703a)), und *dass* sie ausgelacht wurde, ist ein Symptom. Es ist eine halb gute und halb schlechte Nachricht. Der Kontext: Ministerin Bärbel Bas sprach auf dem *Arbeitgebertag*. Hauptthema auch bei dieser Konferenz war: »Wie kommt Deutschlands Wirtschaft endlich aus der Dauerkrise?« (Zitat [bild.de](https://www.bild.de/politik/inland/wegen-rentenpaket-und-mindestlohn-ministerin-bas-auf-der-buehne-ausgelacht-6925aad7f60b758bebd5703a)) Die *wahre* Antwort ist, wenn wir Wunschdenken streichen, leider einfach: Es heißt »Dauerkrise« und nicht »Vorübergehendkrise«. Dieses Dauernde aber hat mehrere naheliegende Gründe: die Denkmuster von Gesellschaft, Institutionen und Individuen. All die irren, zerstörerischen Maßnahmen der Regierung waren nicht nur selbst die Folgen irrer, zerstörerischer Logik; sie wurden überhaupt möglich, weil die Denk- und Handlungsmuster in Volk und Gesellschaft es zuließen. Zugleich wird es in Deutschland absehbar keine Erfindungen im Künstliche-Intelligenz-Maßstab geben. Die Fachkräfte, so sie überhaupt noch in Deutschland ausgebildet werden, gehen schon lange wie selbstverständlich ins Ausland – fürs vielfache Gehalt, dafür ohne Neiddebatten, Rekordabgaben et cetera. All das korreliert mit *Denkmustern*. ## Ihre Vorschläge zur Rettung Die simple Antwort auf die Frage, wie Deutschland wieder aus der »Dauerkrise« kommt: Deutschland *kann* und *wird* nicht aus der Dauerkrise kommen, weil und solange ein milliardenschwerer Propaganda-Apparat das öffentliche und millionenfach private Denken *dumm* hält. (Zu meiner Definition von *Dummheit* siehe den Essay [»Es gibt kein Recht auf Dummheit«](https://dushan.org/essays/es-gibt-kein-recht-auf-dummheit/).) Auf dieser Arbeitgeberkonferenz also sprach Ministerin Bärbel Bas von den Arbeitgebern, und sie legte *ihre* Vorschläge zur Rettung Deutschlands vor. Bas bewarb die Anhebung des Mindestlohns und die Einführung des »Tariftreuegesetzes« (siehe etwa [deutschlandfunk.de, 09.10.2025](https://www.deutschlandfunk.de/tariftreue-gesetz-faire-loehne-bund-laender-bau-lohndumping-gewerkschaften-arbeitgeber-100.html#bund-tariftreuegesetz-kritik)). Ersteres wird noch mehr kleinere Handwerksbetriebe in den Ruin treiben und den Ersatz Niedrigqualifizierter durch Roboter beschleunigen. Durch Letzteres sollen öffentliche Aufträge nur an Unternehmen vergeben werden, die inklusive aller Subunternehmer nach Tarif zahlen. Das bedeutet, alles wird teurer, noch mehr Papierkram, kleine Unternehmen haben es *noch* schwerer. Das Rezept der Bundesregierung, um Deutschland aus der »Dauerkrise« zu führen, ist also: alles noch teurer machen und mehr Bürokratie. Einige Unternehmer im Publikum des Arbeitgebertages *stöhnen* und rufen nach höherem Beistand, als Bärbel Bas über ihr »Tariftreuegesetz« spricht. Es wird berichtet: > Als Bas andeutet, dass sie immer auch die Arbeitgeber im Blick hat, können viele Unternehmer nicht mehr an sich halten: höhnisches Gelächter im ganzen Saal. > > – [bild.de, 25.11.2025](https://www.bild.de/politik/inland/wegen-rentenpaket-und-mindestlohn-ministerin-bas-auf-der-buehne-ausgelacht-6925aad7f60b758bebd5703a) Die Ministerin führt aus, dass ihre Maßnahmen zur Rente »den Beitragszahler nicht belasten« würden, da sie ja »aus Steuermitteln« bezahlt würden. Auch da lachen die Unternehmer, und die Ministerin versucht sich hilflos in perfider Umdeutung: > Ja, das mag für Sie lustig sein … aber wir hätten … das ist überhaupt nicht lustig, weil wir wirklich die Beiträge nicht … > > – Bärbel Bas, zitiert nach [bild.de, 25.11.2025](https://www.bild.de/politik/inland/wegen-rentenpaket-und-mindestlohn-ministerin-bas-auf-der-buehne-ausgelacht-6925aad7f60b758bebd5703a) Nein, verehrte Frau Sozialdemokratin, die Unternehmer lachten nicht, weil sie »das Thema« lustig fänden. Wenn deutsche Unternehmer über Politik lachen, dann ist es zuverlässig *Galgenhumor*, das Lachen des Hoffnungslosen ob der Absurdität seiner Lage. (Eine Ausnahme womöglich: mit Politik verbandelte »Unternehmer«, die an Masken- oder Migrationsdeals reich und reicher werden. *Deren* Lachen ist dann vermutlich ein *Auslachen*, ein Verlachen von Bürgern und System.) Das öffentliche Lachen der Arbeitgeber aber, auch wenn es *Galgenhumor* sein mag, ist in einer Hinsicht ein *gutes* Zeichen: Das Lachen der Arbeitgeber zeigt, dass das *rationale Immunsystem* noch funktioniert, zumindest bei *einigen* Deutschen. Das Lachen der Arbeitgeber ist leider in anderer Hinsicht auch ein *fatales* Zeichen: Das Lachen der Arbeitgeber wird *folgenlos* bleiben. ## Wehe denen Für die Politik deutscher Regierungen seit Merkel fallen mir nur *zwei* logisch mögliche Erklärungen ein. Entweder: Die Politik handelt hochgradig verblendet und inkompetent (bei maximaler Rationalität und Kompetenz im Erreichen und Sichern von Macht). Oder: Mächte außerhalb von Demokratie und öffentlicher Staatstheorie attackieren Deutschland aktiv und »zwingen« Politiker zu solchem Handeln. (Oder, siehe oben, die Politik und die wahlrelevante Mehrheit der Bürger sind tatsächlich unisono *blöd* geworden.) »Wehe denen, die heillose Verordnungen aufsetzen«, so [warnt der Prophet Jesaja](https://dushan.org/bibel/jesaja/10:1/). Ja, unser Gerechtigkeitssinn verlangt, dass diesen Gestalten eine gerechte Strafe zuteil würde, gern auch in *dieser* Lebenszeit. Und doch meine ich, dass nicht weniger gilt: Wehe dem Volk, das heillose Verordnungen aufsetzen lässt – und diese heillosen Verordnungen dann auch noch bis zum Untergang ohne Aufmucken befolgt. - [Bundeskanzler: Alle Vorwürfe falsch](https://dushan.org/essays/alle-vorwuerfe-falsch/) Merz sagt in der Causa Weimer wohl die Unwahrheit. Wir wüssten nicht, warum er das tut – Absicht, Naivität oder ganz andere Gründe? Das Beunruhigende wäre: Sagt er die Unwahrheit, scheint es ihm völlig egal zu sein, dass wir es wissen. Ihr kennt gewiss jenes Zitat über das Lügen, das (ohne Beleg) dem russischen Schriftsteller Aleksandr Solzhenitsyn zugeschrieben wird: > Wir wissen, sie lügen. Sie wissen, sie lügen. Sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Wir wissen, dass sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Und trotzdem lügen sie weiter. > > – Pseudo-Solzhenitsyn In den letzten Jahren werden wir unangenehm regelmäßig an diese *Wahrheit über Lügen* erinnert. Ich selbst zitiere es auch, etwa 2024 im Essay [»Deutsche, seid unhöflich!«](https://dushan.org/essays/unhoeflich/). Jedes Mal aber, wenn ich jenen *wahren* Satz unbelegter Herkunft höre, denke ich mir: Wie kann es eigentlich zu solchen Zuständen kommen? Was war geschehen, dass die Menschen in einer Gesellschaft so wurden? Was muss *zuvor* der Fall sein, damit *das* der Fall sein kann? Nun, in den letzten Tagen beginne ich, Umrisse einer Erklärung zu sehen. Es geht um die Causa Weimer. (Siehe dazu auch meine Deutung im Essay [»Politische Metaphysik«](https://dushan.org/essays/politische-metaphysik/).) Es gibt eine neue Entwicklung. (Das Wort »Entwicklung« ist hier [suboptimal](https://dushan.org/essays/vollkommen/), da es einen *Fortschritt* impliziert. Es ist aber mehr ein *Abstieg*. Eine politisch-kulturelle Regression, moralische Degeneration.) In einem Staatsfunk-Interview sagte Merz nun: > Die Vorwürfe, die gegen Wolfram Weimer erhoben wurden, haben sich *alle* als falsch erwiesen. > > Friedrich Merz (Video bei [@maxmannhart, 23.11.2025](https://x.com/maxmannhart/status/1992653980665565538)) Merz sagt womöglich die Unwahrheit. Ich sage nicht, dass Merz *lügt*, denn Lüge bedeutet, dass man absichtsvoll die Unwahrheit sagt, und ich weiß nicht, was im Herzen des Merz vorgeht. Auf der anderen Seite gehe ich davon aus, dass Merz die Mittel hat, mindestens so gut informiert zu sein wie der durchschnittliche Bürger. Merz sagt, so höre ich als informierter Bürger, die Unwahrheit. Merz sollte und könnte dann eigentlich wissen, dass er die Unwahrheit sagt. Die informierte Minderheit wird wissen, wenn Merz die Unwahrheit sagt, und Merz sollte wissen, dass sie es weiß. Merz behauptet, sein Kulturstaatsminister würde »von ganz links und von ganz rechts unter Feuer genommen«. Auch das ist so nicht richtig, denn sogar der Staatsfunk selbst berichtete über die Angelegenheit. Mit dieser Behauptung scheint der deutsche Kanzler aber de facto zuzugeben, dass unangenehme Wahrheit heute nur in jenen Medien zu finden ist, die von Politik und Propaganda als extremistisch abgetan werden. Ich sehe die Video-Aufnahme und Herrn Merz mit großer Selbstverständlichkeit, ohne erkennbare Nervosität, eine mutmaßliche Unwahrheit äußern. Mir wird flau im Magen und ich frage mich: Was muss der Fall sein, damit ein Politiker so offen und buchstäblich un-verschämt im Staatsfunk eine Unwahrheit sagen kann, dass er gegen die Wahrheit und ihre Überbringer wettern kann, und es seine Macht nicht *beendet*, sondern absehbar sogar *stabilisiert*. Hier aber ist das Problem: Merz *kann* die Unwahrheit sagen, denn die Informierten und Gewissensgeplagten sind in Deutschland eben in der Minderheit, und dank Propaganda und schmutzigen NGOs gelten die Informierten in Deutschland als die Bösen, die Unberührbaren und Irrelevanten. In Zeiten der universellen Lüge gilt eben der, der die Wahrheit sagt, als Extremist. Was also tun, als Bürger, als Deutscher, als Mensch? Um nicht *an* und *in* diesen Zeiten zu verzweifeln, um nicht am Wahnsinn wahnsinnig zu werden, schlagen wir die Bibel auf und lesen ganz spontan: > Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer Lügen vorbringt, wird (der Strafe) nicht entrinnen. > > – Sprüche 19:5 Droht die Bibel, droht Gott selbst also dem Vorsitzenden der CDU mit *Strafe*? Nun, wir können nicht belegen, dass Herr Merz *weiß*, dass er die Unwahrheit sagt. Vielleicht ist Herr Merz ja sehr naiv. Ich hörte sogar Verschwörungstheoretiker raunen, dass dieser Herr Weimer etwas gegen Herrn Merz in der Hand haben muss. Oder vielleicht existiert eine *ganz* andere Erklärung! (Die moralisch womöglich *noch* übler wäre.) Eines aber ist wohl wahr: Wenn jemand Merz vorwerfen sollte, auch in schwieriger Lage die Wahrheit zu sagen, wäre *dieser* Vorwurf vermutlich nicht weniger *falsch*. Ja, wir leben in Zeiten, in denen es ratsam ist, sich daran zu erinnern, dass man selbst *nicht* zu diesen Zeiten gehört. »Wohl dem Manne, der nicht wandelt im Rate der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt im Kreise der Spötter«, so mahnt Psalm 1:1. Man könnte auch sagen: »Wohl dem Bürger, der solche Politiker erleidet und doch nicht wird wie sie.« - [Heinz Rühmann kümmert’s nicht](https://dushan.org/essays/ruehmann/) Irgendeine Organisation entzieht Heinz Rühmann und Leni Riefenstahl irgendwelche »Ehrenmedaillen«. Es ist sehr modern, sehr links, leider auch sehr deutsch. Es ist, wie wenn Zwerge sich groß fühlen wollten, indem sie auf die Gräber von Riesen pinkeln. Das Wurmgeschütz der »Unsere Demokratie« gibt zu Protokoll: > Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (Spio) entzieht 14 bekannten Persönlichkeiten aus der Filmbranche rückwirkend ihre Ehrenmedaille. > > – ([spiegel.de, 20.11.2025](https://www.spiegel.de/kultur/deutscher-filmpreis-ehrenmedaille-fuer-14-schauspieler-wegen-ns-vergangenheit-entzogen-a-6afe9cf3-6372-4d35-9f91-ff9125536307)) Dieser erste Satz soll vermutlich so klingen, wie er klänge, wenn da stünde: »Die North Atlantic Treaty Organization (NATO) …«. Oder etwas mit Nobelpreiskomitee. Oder von mir aus USA, WHO oder CIA. Aber nein, da steht »Spitzenorganisation der Filmwirtschaft«, also eine Organisation, die selbst eine Ehrenmedaille für den denkbar bürokratischsten Namen verdient. Eine weitere Ehrenmedaille für erfolgreiche Anonymität – ich zumindest kannte sie nicht und werde sie aber auch bald wieder vergessen haben. Sehr bald. Die »14 bekannten Persönlichkeiten« sind nämlich Kulturschaffende aus der »dunklen Zeit«, in welcher die Mitläufer von heute keinesfalls ebenfalls Mitläufer gewesen wären, sondern selbstredend allesamt im Widerstand. Zu den Namen, die man derart demütigen will, gehören Leni Riefenstahl und Heinz Rühmann. Man hat wohl eine Studie anfertigen lassen. Ohne jeden Sinn für Ironie erstellte man *Listen*, in welchen man Künstler kategorisierte. Wer in die Liste »NS-belastet« oder »NS-konform« gerät, dem wird posthum die Ehrenmedaille entzogen. Ja, es ist ebenso lächerlich wie entlarvend. Es erinnert an das Phänomen des stetig anschwellenden Widerstands: > Je länger das Dritte Reich zurückliegt, umso mehr nimmt der Widerstand gegen Hitler und die Seinen zu. > > – Johannes Gross, zitiert nach Henryk Broder Bezüglich ihres Sach- und sonstigen Verstandes sei hier lediglich angemerkt, dass diese Herrschaften offenbar eine Studie anfertigen lassen mussten, um festzustellen, dass Leni Riefenstahl irgendwie mit Hitler verbunden war. Aber darum geht es denen natürlich nicht. Es ist politisches Schauspiel im Propagandastaat, täglich Brot »Unserer Demokratie«. Und es geht um noch etwas anderes, so wage ich zu postulieren. Es gibt nichts Neues unter der Sonne, [so wusste schon der Prediger](https://dushan.org/bibel/prediger/1:9), denn was gewesen ist, dasselbe wird wieder sein, und was geschehen ist, dasselbe wird wieder geschehen. Im [Essay vom 26.11.2023](https://dushan.org/essays/thomas-gottschalk/) schrieb ich von »der vergeblichen Hoffnung, der Zwerg, der dem Riesen auf den Fuß pinkelt, sei dadurch irgendwie über diesen hinausgewachsen«. Es ging um Thomas Gottschalk – und irgendwelche längst wieder vergessenen Zwerge, die sich an ihm abarbeiteten. Wir waren mal das Volk der Dichter und Denker. Dann nannte man uns das Volk der Richter und Henker, und das sind unsere staatsnahen Kulturschaffenden noch immer, wenn auch ihr Gericht und ihre Hinrichtung in diesem Fall zumindest von symbolischer und also hilfloser Natur ist. Es sind Zwerge, die sich groß fühlen, wenn sie sich auf den Gräbern der Riesen erleichtern. Was diese Zwerge aber nicht wissen, um in der Metapher zu bleiben: Die Riesen schlafen gar nicht wirklich in diesen Gräbern. Diese Riesen leben und marschieren unter und über uns, solange wir ihre Filme sehen, ob mit Gänsehaut, Tränen oder lautem Lachen. Die Gräber sind leer und die Zwerge stehen allein da, den Schniedel in der Hand und die Schuhe in einer warmen Pfütze … »Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen; die Träume, die wir spinnen, und die Sehnsüchte, die uns treiben. Damit wollen wir uns bescheiden«, so sagt Heinz Rühmann am Ende der Feuerzangenbowle ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=bw5b40jX_1M)). Ich habe da eine Ahnung, von wem noch lange *Erinnerungen* bleiben werden – und wen wir eigentlich schon jetzt, am Ende dieses Textes, wieder so gut wie vergessen haben. - [Politische Metaphysik](https://dushan.org/essays/politische-metaphysik/) Ihr seht die Causa Weimer falsch! Es ist kein Skandal. Es sind Wunder! Metaphysik. Ihr sollt an Politik nicht mit Ratio herangehen, sondern mit blindem Glauben. (Nur erwartet keine Gerechtigkeit zuletzt, die gibt es weiterhin nur in richtiger Religion.) Mittlerweile hat die halbe Republik von *Wolfram Weimer* gehört. Herr Weimer betrieb mal die Website »The European« und veranstaltete wohl auch eine Art von Möchtegern-WEF namens »Ludwig-Erhard-Gipfel«. Da konnte man, wenn ich das richtig verstehe, viel Geld bezahlen, um Politikern die Hand zu schütteln. Herr Weimer ist aber inzwischen ein *Staatsminister* bei Herrn Merz, und damit wird die ganze Angelegenheit etwas haarig. *Apollo News* hat all diese Fäden aus dem großen Politik-Info-Knäuel gezogen und der Öffentlichkeit vorgelegt. Der aktuellste Stand ist, siehe [apollo-news.net, 20.11.2025](https://apollo-news.net/nach-apollo-recherche-wolfram-weimer-gibt-firmenanteile-ab/), dass Herr Weimer seine Anteile an seiner Firma einem Treuhänder übergeben will. Zunächst überraschte der deutsche Staatsfunk damit, dass er nicht nur über den Skandal berichtete, sondern sogar korrekt *Apollo News* als Quelle angab und sogar im Bewegtbild zeigte ([tagesschau.de, 19.11.2025](https://www.tagesschau.de/tagesschau_20_uhr/video-1527208.html)). Ja, es war geradezu ein Schock! Der Staatsfunk sagt die Wahrheit, zur besten Sendezeit! Die Nation fragt sich: »Geschehen da *Zeichen und Wunder*?« Der Essayist antwortet: »Jein.« Lasst mich erklären! ## Grenzwertig nah Einen Tag später pendelte sich alles wieder wie gewohnt ein. In der 20-Uhr-Propaganda wurde berichtet, Weimer gäbe seine Anteile an einen Treuhänder ab. Damit wolle er »jeden Anschein eines Interessenkonflikts vermeiden«. ([tagesschau.de, 20.11.2025](https://www.tagesschau.de/tagesschau_20_uhr/video-1527550.html)) In der Text-Einblendung, in der schriftlichen Berichterstattung und in den Social Media ([@tagesschau_eil, 20.11.2025](https://x.com/tagesschau_eil/status/1991465782853742959)) heißt es allerdings: »Weimer gibt Anteile an Verlagsgruppe ab« – und *das* ist grenzwertig nah an einer blanken Propaganda-Lüge. *Trennt* sich Wolfram Weimer wirklich von seinen Geschäftsanteilen, weil er sie vorübergehend einem »Treuhänder« übergibt? ## Etwa teuren Whisky Mich erinnert diese »Trennung« an den jüdischen Brauch, zu Pessach ihr Gesäuertes (»Chamez«) – etwa teuren Whisky – pro forma an einen Goy zu »verkaufen«. Zu Pessach ist es Juden nämlich eigentlich verboten, Gesäuertes zu besitzen. Also schließt man es in einen Schrank, und nach Pessach »kauft« man es zurück. Das lässt sich heute sogar bequem [via Internet erledigen](https://de.chabad.org/holidays/passover/sell_chometz_cdo/jewish/Verkaufen-Sie-Ihr-Chamez-online.htm), bevorzugt ist aber die Live-Variante in der örtlichen Gemeinde. ## Wirklich belebt Der Unterschied zwischen praktizierenden Juden und praktizierender Propaganda ist vielleicht, dass gläubige Juden sich sehr wohl bewusst sind, dass dieser Verkauf »nur« eine religiöse, metaphysische Handlung ist und sich am säkular-rechtlichen Status nichts ändert. Es ist nicht der Mangel an Rechtsanwälten, weshalb man diesen Vertrag durch einen *Rabbiner* bestätigen lässt. So manche Religion erklärt bisweilen, dass Dinge metaphysisch eine andere Natur haben, als der Augenschein es nahelegt. Brot und Wein der Katholiken *sind* Blut und Leib Jesu (egal, was Luther sagt), aber sie sind es *metaphysisch* (außer natürlich in Fällen [eucharistischer Wunder](https://www.miracolieucaristici.org/de/Liste/list.html)). Während für Katholiken die Statuen und Bilder »nur« Werkzeuge zur Kontemplation sind (egal, was Protestanten sagen), glauben etwa Hindus, dass durch das Ritual der »Einsetzung des Atems« ihre Statuen *wirklich* von der jeweiligen Gottheit belebt werden. (Deshalb baden, bekleiden und füttern sie diese.) Ähnlich in Japan, wo die Kami (Geister) *wirklich* in den spezifischen Objekten anwesend sind. Ähnlich die Schreine der Buddhisten, die Körper Buddhas *sind*. Ähnlich die chinesischen Ahnentafeln, die bewirtet und verehrt werden, weil man glaubt, dass der Geist des Ahnen sich darin *befindet*. Deutschland durchlebt heute eine Übergangsphase zwischen rechtsstaatlicher Demokratie und einer neuen Staatsform namens »Unsere Demokratie«. Diese »Unsere Demokratie« aber *entsteht* noch. Wir ahnen, dass diese neue Staatsform totalitär und anti-intellektuell ist. Doch es bildet sich eine weitere Eigenschaft heraus: »Unsere Demokratie« verwechselt metaphysisch und realweltlich. Für deutsche Politik herrscht keine blanke Korruption vor, wenn die Geschäftsanteile an einen Treuhänder abgegeben werden – und alles ansonsten weiterläuft wie bisher. Mit Verlaub, das schmeckt mir nach *Metaphysik*. Nach *höherer Wahrheit*, die im eklatanten Widerspruch zur greifbaren Wahrheit steht. »Metaphysische Politik« klingt auf jeden Fall besser als andere Begriffe, die einem dafür einfallen. ## Zu veganer Soyapampe »Israelkritiker« werfen Juden bisweilen vor, sie würden »G-tt austricksen« wollen. (Also ähnlich wie wenn Schwaben zur Fastenzeit ihr Fleisch als »Gottesbescheißerle« in Teig verstecken. Schwaben meinen dabei übrigens nicht, jenes Hackfleisch sei metaphysisch wirklich zu veganer Soyapampe geworden. Das wäre *noch* ein Sakrileg.) Diese Rituale sind allerdings keine *Tricks*. Keiner der Beteiligten verwechselt die ontologischen Ebenen (hoffentlich). Das ist einer der Unterschiede zwischen den alten Religionen und den Altparteien. Die einen haben Wunder anzubieten, die anderen handeln mit Tricks. Mancher Bürger würde so manchen Politiker gern vor Gericht sehen, mit einem echten, ebenso harten wie fairen Verfahren. Man wünscht es sich, doch mit dem Wissen um weisungsgebundene Staatsanwälte und ein von den Parteien besetztes Verfassungsgericht fehlt dann doch der *Glaube*, dass es passieren wird. ## Auf den Thron Immerhin beschreibt manche *Religion*, dass zuletzt eine große Auf- und Abrechnung stattfinden wird, die große Offenlegung. Und dann wird *gerichtet*. Die Christen wissen: > Wenn aber der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen; alle Völker werden alsdann vor ihm versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet; und er wird die Schafe zu seiner Rechten, die Böcke aber zu seiner Linken stellen. > > – Matthäus 25:31-33 Ich selbst will *eine* Angelegenheit schon jetzt offenlegen. Ich will es gestehen, wenn auch nicht um Vergebung bitten. Ich habe euch hier *ausgetrickst*, fast schon wie ein Politiker! Ich habe auf hoffentlich amüsante Weise über einen tatsächlich ernsthaften Skandal geschrieben. Ihr habt es gelesen, vermutlich zwecks Katharsis, zur emotionalen Aufarbeitung und inneren Stabilisierung. Stets bemüht, am Wahnsinn der Zeit nicht selbst wahnsinnig zu werden. Doch während ich mich in diesem Essay politisch gab, habe ich – ganz wie ein Politiker – *das* betrieben (und *beschrieben*), was mir *wirklich* wichtig ist. Und ähnlich wie moderne Politiker habe ich auch auf absehbare Zeit nicht vor, von diesem Amt zurückzutreten. (*Anders* als bei Politikern allerdings ist [meine Finanzierung für euch freiwillig](https://danke.dushanwegner.com/).) - [Weniger als vollkommen war immer zu wenig](https://dushan.org/essays/vollkommen/) Machen wir uns nichts vor: Wir haben es mit Mächten zu tun, die schlicht auf Zerstörung zielen – und sie machen Fortschritte. Mit kleinen Korrekturen allein ist die Sache nicht zu retten. Es läuft *suboptimal*. Ich mag diese ironische Redeweise, wonach eine Situation *suboptimal* sei. Dass es um Deutschland *suboptimal* bestellt ist, darauf können wir uns wahrscheinlich verständigen. Wohl auch darauf, dass es um die Zukunft der westlichen Gesellschaft für die *normalen Leute* suboptimal bestellt ist. *Suboptimal* ist *ironisch* gemeint, da es dem direkten Wortsinn nach impliziert, dass der Zustand nur *knapp unter optimal* einzuordnen sei. Doch in Wahrheit, so wissen alle Teilnehmer dieses Sprachspiels, liegt der Zustand wohl eher auf dem ganz anderen Ende der Güteskala. Nichts in unserer Realität ist wirklich *optimal*. Manches ist weit von seinem Optimum entfernt, und der Vergleich eines solchen Zustands mit seinem denkbaren Optimum macht dies regelmäßig auf schmerzhafte Weise deutlich. Optimal, ideal, vollkommen – es ist eine noch kompliziertere Angelegenheit als der perfekte Kreis. Ein Kreis ist die Menge aller Punkte innerhalb einer Ebene, die alle denselben Abstand zu einem Mittelpunkt haben. Das *Ideal* – oder: das *Optimum* – des Kreises ist leicht zu definieren. Was aber wäre das Optimum *unseres* Zustands? Wäre es das Deutschland vor Merkel? Vor dem Unrechtsjahr 2015? Vor der globalen Machtübernahme durch Smartphones und Social Media? War »es« denn je *vollkommen*? Nein, es war nie *vollkommen*. Aber es war, das gehört zur Wahrheit, ganz eindeutig *besser*. Weniger *dumm*. Weniger *kaputt*. Weniger *hoffnungslos*. Doch auch wenn es nicht *perfekt* war, so existierte dennoch ein *Ideal*, eine Idee davon, was der Fall sein müsste, *damit* es eben ideal ist. Und wir lebten weit näher an diesem Ideal, als wir es heute tun. An dieser Stelle unserer Gedanken könnte man versucht sein, sich bescheiden zu geben: »Lasst uns die Ärmel hochkrempeln, auf dass es zumindest wieder etwas *besser* wird!« Ein solcher Appell gehört aber zu jener giftigen Gruppe von Aufforderungen, die ihren Applaus daher beziehen, dass sie *angenehm* sind. Oder zumindest *nicht unangenehm*. Jedoch: *Nicht unangenehm* zu sein, ist keine Aussage über die Wahrscheinlichkeit des Gelingens. Paulus schreibt: > Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit den Fürsten und Gewalten, mit den Beherrschern dieser finsteren Weltzeit, mit den bösen Geistern in der Himmelswelt. > > – Epheser 6:12 Die Mächte, die uns den Kommunismus und andere sogenannte Reformen brachten, die Motivationen hinter 2015, Abtreibungsindustrie, Wokeness und so weiter, sie alle zielen auf nichts weniger als *Zerstörung*. Man beachte: »Zielen« kann sowohl *Absicht* als auch *praktische Ausrichtung* bedeuten. Wenn *die* aber *totale Zerstörung* zum Ziel haben, dann müssen *wir* schon des Gegengewichts wegen die *Vollkommenheit* suchen. Man muss kein Christ sein, um zu wissen, dass nur jenes, was den Westen groß und lebenswert machte, den Westen retten könnte, wenn man es nur ließe: das Christentum. Zur Ehrlichkeit dieses Essayisten aber gehört, dass mir der Mensch – du, ich, der Bettler an der Ecke – (inzwischen?) spürbar wichtiger ist als ein abstrakter »Westen«. Zu *dir* und *mir* aber, zu *uns* also, sagt Jesus: > Ihr sollt also vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. > > – Matthäus 5:48 Ich bin mir der impliziten Prämissen und ebenso der Herausforderungen dieses Verses sehr wohl bewusst. Ich richte meinen Blick aber nur auf dies: Das Streben nach *Vollkommenheit* ist unsere einzige Chance – als Einzelne wie auch als Gruppe. Alles andere ist einfach zu wenig. Was nützt der Mut, sich des Verstandes zu bedienen, wenn keine höheren Werte und Prinzipien dieser »Bedienung« einen *Sinn* geben – und dann ein *Ideal*? Der Mut, das Besteck zu bedienen, macht dich nicht satt, es braucht noch Fleisch als Gegenstand – und die Idee des vollkommenen Steaks als *Ideal*. Es läuft suboptimal. Suboptimal für alle. Und leider auch suboptimal für einige von uns privat. Dies ist die Zeit, nach Vollkommenheit zu greifen. Weniger als vollkommen ist heute zu wenig. Weniger als vollkommen war schon *immer* zu wenig. - [Abhaken, besinnen, klug werden](https://dushan.org/essays/abhaken-besinnen-klug-werden/) In Bad Salzuflen wurde von den Ratsmitgliedern eine AfD-Vizebürgermeisterin gewählt. Das stört nun einige Pfründeverteidiger. Also wollen sie die Wahl wieder aufheben. Neueste Aufführung im Theater »Demokratie vs. Unsere Demokratie«. Schön ist es nicht. Sprecht mir in Gedanken nach: *Abhaken, besinnen, klug werden.* Das ist es, was uns übrig bleibt. Vor dem *Abhaken* vielleicht noch *zur Kenntnis nehmen*. Sich selbst eingestehen, dass der Fall ist, was der Fall ist. Und *nachdem* man *klug wurde*, die Klugheit der Gedanken durch die Klugheit der Tat bestätigen. Im Kern, als Angel- und *Wendepunkt*, aber bleibt heute (und *heutzutage täglich*) dies: abhaken, besinnen, klug werden. ## Abhaken Wenn ich euch frage, ob ihr von dem Fall gehört habt, dass eine Wahl in Deutschland rückgängig gemacht werden soll, werdet ihr bald antworten: »Ja, aber *welche* der rückgängig gemachten Wahlen meinst du?« Nun, heute meine ich *Bad Salzuflen*. Da wurde vor einigen Wochen »überraschend« eine AfD-Vizebürgermeisterin gewählt. Und jetzt wollen die Lupenreinen diese Wahl wieder rückgängig machen lassen. Die Unsere-Demokratie-Parteien *stellten* einen »Antrag auf Abberufung«. Offenbar wurde auf die Ratsmitglieder, welche die AfD-Vizebürgermeisterin gewählt hatten, in der Zwischenzeit massiv Druck ausgeübt. Also nach zwei Wochen, ohne dass sie etwas falsch gemacht hätte, soll sie wieder abgesetzt werden. Die Presseerklärung zur *Annullierung* der Demokratie trieft vor Ironie: > Unser gemeinsames Ziel ist es, die demokratischen Institutionen zu unterstützen, stabile Rahmenbedingungen für die politische Arbeit zu schaffen und das Ansehen unserer Stadt nachhaltig zu sichern. > > – Presseerklärung der Altparteien von Bad Salzuflen; zitiert nach [wdr.de, 17.11.2025](https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/antrag-abwahl-stellvertretende-buergermeisterin-bad-salzuflen100.html) Demokratische *Institutionen* unterstützen, indem man die nicht ganz unwichtige demokratische *Institution* namens »Wahl« de facto abschafft. (Wahlen, in denen Ratsmitglieder nur wählen können, was den Hintermännern passt, sind keine vollwertigen Wahlen.) Natürlich ist Bad Salzuflen kein Einzelfall. Wir erinnern uns etwa an Thüringen ([Essay vom 6.2.2020](https://dushan.org/gurkenrepublik/)). Oder an Ludwigshafen ([Essay vom 18.9.2025](https://dushan.org/demokratie-loszulassen/)). Oder an Wadephuls Ankündigung ([Essay vom 18.9.2025](https://dushan.org/wadephul-sagt-sachen/)). Wenn »demokratisch« bedeutet, dass Volksvertreter zuverlässig demokratisch gewählt werden – und ja, die Wahlfreiheit der Ratsmitglieder gehört dazu –, dann ist die neue Staatsform *Unsere Demokratie* nicht vollwertig demokratisch. *Diese* Frage, falls es denn überhaupt noch eine Frage war, können wir *abhaken*. ## Besinnen Was tun? Soll man den Lupenreinen von Bad Salzuflen gut zureden? Solche Gestalten haben sich selbst davon überzeugt, dass es in Verteidigung der angestammten Pfründe statthaft sei, genau jenes Böse zu praktizieren, das man auf den politischen Gegner projiziert. Die Bibel aber mahnt: > Rede nicht vor den Ohren eines Toren, denn er hat für deine verständigen Worte nur Verachtung. > > – Sprüche 23:9 Wir wollen uns also *besinnen*: Jeder Tag kommt nur einmal, jede Stunde und Minute sowieso. Mit solchen Gestalten zu reden erschiene mir inzwischen als Ärgernis *und* Verschwendung kostbarer Lebenszeit. ## Klug werden Der »Trick« hinter Gegenteil-Begriffen wie »Deutsche Demokratische Republik« oder »Unsere Demokratie« ist, dass deren Form sich von ihrem ursprünglichen Inhalt löst. »Demokratie« wird dann verwendet im Sinne von: »die bestehenden Machtstrukturen, die notwendigerweise als absolut gut zu gelten haben«. *Tatsächlich* ist aber Demokratie nicht zwingend immer die Staatsform, die das meiste Glück für die meisten Menschen sichert. Die Zahl der Kälber, die selber ihre Metzger wählen, ist erschreckend hoch, gerade in einem Propagandastaat wie Deutschland. Und in einer »Demokratie« können sich Strukturen verfestigen, die das Grundprinzip dieser Staatsform, nämlich den friedlichen Machtwechsel auf Geheiß des Wählers, verhindern – mit allen Mitteln von Schikane bis zum Verbot der Opposition. Welche Staatsform dieses Deutschland tatsächlich darstellt, *wäre* eine Frage an zukünftige Historiker, *wenn* es zukünftig irgendwem interessieren würde. (Ich habe Zweifel. Es gibt auch *langweilige* Formen der Dummheit.) Die *eigentliche* Frage ist, wie du und ich in diesen konfusen Zeiten *klug* und nachhaltig *glücklich* werden können. Wäre diese Zeit ein *Haus*, würden die Behörden es wegen Einsturzgefahr evakuieren. Doch wie *evakuiert* man ein Jahrzehnt? ## Besser als Gold, wertvoller als Silber König Salomon verspricht: > Weisheit zu erwerben ist viel besser als Gold, und Einsicht zu erwerben ist wertvoller als Silber. > > – Sprüche 16:16 Es ist natürlich *kein* Zufall, dass mit der Verdummung der Deutschen durch ARD & *ZDF* auch die Destruktion von Wirtschaft und Gesellschaft einherging. Mit Weisheit und Einsicht warf Deutschland auch Gold und Silber fort. Klugheit kann heute bedeuten, zu retten, was noch zu retten ist, und sich dann ein Haus zu suchen, das mehr Dauer verspricht. Ein anderes Haus, mindestens im *metaphorischen* Sinn. In diesem *konstruktiven* Geiste also: *Abhaken, besinnen, klug werden*. - [Einige Pfui sind gleicher](https://dushan.org/essays/pfui/) Suche nach »Pfui!« in den Bundestagsprotokollen ergibt HUNDERTE Fundstellen. Zumeist ungetadelt. Doch jüngst gab es plötzlich einen Ordnungsruf für »Pfui«, denn das sei  »unparlamentarisches Verhalten«. Hat jemand eine Ahnung, worin der Unterschied lag? Es ist ein Skandal! So etwas gehört sich einfach nicht im Bundestag. Lasst mich Luft holen, meine Empörung in den Griff bekommen, und dann die Sachlage *ruhig* schildern. Ach, lasst es mich *wörtlich* zitieren, sonst glaubt es ja doch keiner: > Pfui! > > *– Heidi Reichinnek (umbenannte SED), am 6.11.2025 im Bundestag; [S. 4226 im Protokoll](https://dserver.bundestag.de/btp/21/21037.pdf)* Leider, leider häufen sich diese Skandale zuletzt. Wenige Wochen zuvor wurde im Bundestag dies ausgesprochen: > Pfui! > > *– Katalin Gennburg (umbenannte SED), am 9.10.2025 im Bundestag; [S. 3252 im Protokoll](https://dserver.bundestag.de/btp/21/21031.pdf)* Ich verstehe, liebe lesende Freunde, wenn euch an dieser Stelle die Hände zittern vor entrüsteter Wut, wenn euch der Mund ganz trocken wird vor wütender Entrüstung. Jedoch, ich bin der Wahrheit verpflichtet. Deshalb gleich das nächste Zitat: > Pfui! > > *– Bettina Hagedorn ([Partei, die Hitlers Ausweisung verhinderte](https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article149328924/Nationalsozialismus-Die-SPD-verhinderte-beizeiten-Hitlers-Ausweisung.html)), am 26.9.2025 im Bundestag; [S. 3094 im Protokoll](https://dserver.bundestag.de/btp/21/21029.pdf)* Mehr Beispiele dieses Schreckens wären nicht zu ertragen. Außerdem sind *drei* Beispiele lustiger als zwei oder vier ([»Rule of Three«](https://en.wikipedia.org/wiki/Rule_of_three_(writing))). Tatsächlich könnte ich euch vermutlich Hunderte dieser »Skandale« vorlegen. Und dass ich das kann, zeigt offenbar die inhärente Lächerlichkeit der »Unsere Demokratie«. Wer in den Dokumenten auf *bundestag.de* nach dem Stichwort »Pfui« sucht, kommt auf 1.624 Fundstellen (Stand 17.11.2025). Probiert es selbst, die URL ist: [bundestag.de/services/suche?suchbegriff=Pfui](https://www.bundestag.de/services/suche?suchbegriff=Pfui) Viele Dokumente werden in zwei verschiedenen Formaten ausgespielt (PDF und XML), und doch ist davon auszugehen, dass die Zahl der Fundstellen in den *Hunderten* liegt. Hunderte Male wurde im Bundestag »Pfui!« gesagt. Immer wieder von Linken, immer wieder ungetadelt. ## Ich erteile Ihnen jetzt einen Ordnungsruf Ich erwähnte hier aber bislang nur die Fundstellen Zwei bis Vier. Die *erste* Fundstelle zum Wort »Pfui« ist anders. Sehr anders. Die *erste* Fundstelle, sprich: das am 17.11.2025 neueste Dokument, ist vom 13. November 2025 ([S. 4635 im Protokoll](https://dserver.bundestag.de/btp/21/21040.pdf)). Am 13. November 2025 war es ein AfD-Abgeordneter, der »Pfui!« sagte. Die regierende Vizepräsidentin an dem Tag war Andrea Lindholz von der CSU. Und auch Frau Lindholz schritt ein: > Herr Kollege Gottschalk, ich erteile Ihnen jetzt einen Ordnungsruf für die Verwendung des Wortes „pfui“. Denn das ist unparlamentarisches Verhalten. > > *– Andrea Lindholz, im Bundestag am 13. November 2025 ([S. 4635 im Protokoll](https://dserver.bundestag.de/btp/21/21040.pdf))* Dieser »Ordnungsruf« ist nicht nur in der Sache schräg. Er ist nicht nur latent entlarvend – wurden doch Hunderte anderer »Pfui«-Rufe von den »Guten« nicht geahndet. Dieser »Ordnungsruf« ist nach meinem Geschmack auch auf bittere Weise ironisch (im angelsächsischen Sinn von »ironic«). Es empfiehlt sich, den Kontext dieses »Pfui!« von Kay Gottschalk zu lesen, oder auch [im Video zu sehen](https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7644784). Das Thema dieses Tagesordnungspunktes ist die Drangsalierung von Oppositionellen und kritischen Bloggern in Deutschland, indem diesen Andersdenkenden die Konten gekündigt werden. Kay Gottschalk zieht völlig richtig die thematische Parallele etwa zur NS-Zeit, als Andersdenkende auch durch solche Schikane unterdrückt wurden. Der zweite, gleich folgende Ordnungsruf wird dann auch dafür erteilt, dass Gottschalk »eine Gleichsetzung mit dem Nationalsozialismus vorgenommen« habe. Das ist natürlich sachlich betrachtet eher Humbug. Doch es erinnert an eine häufige linke Taktik in der Unsere-Demokratie-Rhetorik. Behörden und Funktionäre der »Unsere Demokratie« agieren selbst totalitär im Stil von NS-Zeit oder DDR. Und sie setzen unentwegt den politischen Gegner mit der NSDAP gleich. Weist man aber öffentlich darauf hin, dass tatsächlich *sie*, »die Guten«, es sind, deren Maßnahmen stellenweise den anti-demokratischen Maßnahmen jener Zeit ähneln, dann werfen sie vor, man habe eine »Gleichsetzung« vorgenommen. (Logik: Wer feststellt, dass Dackel vier Beine haben, und Pferde auch, der hat damit Dackel und Pferde »gleichgesetzt«.) Die Vizepräsidentin hat, so meine ich, in der Ausübung ihres Amtes unversehens die Demokratie lächerlich gemacht. Für inzwischen verbitterte Bürger sah es aber leider nach »Unsere Demokratie« aus. Ich habe *nicht* geprüft, ob es in *keinem* der vorherigen »Pfui«-Fälle vielleicht auch einen Ordnungsruf gab. Zumindest in den drei Fällen zuvor war es nicht der Fall. Und am selben Tag, in derselben Sitzung, ging es für meinen Geschmack noch deutlich härter zu – allerdings von »den Guten« aus. ## Punkt, an dem es hier nicht mehr schön ist Die bittere Ironie dieses kuriosen Ordnungsrufs ist ja: In einer Rede über die wenig rechtsstaatliche Behandlung der Opposition in Deutschland hat die Vizepräsidentin die Opposition offen nach spontanen und grob unfairen Regeln behandelt. Der AfD-Abgeordnete Gottschalk entgegnet kühl: »Das nehme ich dann zur Kenntnis.« Statt aber ihr Verhalten zu reflektieren, scheint sich die Vizepräsidentin in einen gerechten Zorn zu steigern. »Ich finde das alles hier nicht mehr lustig!«, klagt sie zwischendurch. Im Anschluss an die wichtige Rede liefert sie, wie ein TV-Kommentator nach einem Fußballspiel, einen Kommentar ab. Darin klagt sie: »Es ist jetzt der Punkt, an dem es hier nicht mehr schön ist heute Abend.« Damit aber liefert die CSU-Politikerin so spontan wie vermutlich unabsichtlich insgesamt eine Diagnose, was die Altparteien *wirklich* an der AfD stört. Die AfD zeigt ihnen auf, wie wenig demokratisch die Etablierten tatsächlich sind. Politik ist für die Etablierten »lustig«. Da stört es doch sehr, wenn die nervige Opposition den Ernst der Lage anprangert. Politik soll – für die Altparteien und ihre Funktionäre – »schön« sein. Zeigt aber jemand auf, wie wenig »schön« die Situation insgesamt *wirklich* ist, dann hagelt es bald Ordnungsrufe. Die »Debatte« um die Kontokündigungen geht weiter. Ich schreibe »Debatte« in Anführungszeichen, denn nach der grund-demokratischen Mahnung folgen zumeist plumpe, vulgäre Beschimpfungen der Opposition. Und es folgen Unwahrheiten, unter anderem über angebliche Verbindungen zum Terrorismus (wohlgemerkt: der AfD, nicht der Grünen oder Linken). Jemand weist darauf hin, dass die Sparkasse *jedem* Kunden ein Konto eröffnen muss, und von den Grünen wird dazwischengerufen: »Aber auch bei der Sparkasse nur in Euro und nicht in Rubel!« – Mit Debatte hat es alles wenig zu tun, doch Ordnungsrufe gibt es – wenig überraschend – keine. Nein, der Zustand der Demokratie in Deutschland ist wirklich weder lustig noch schön. Aber in ihrer unfreiwilligen Ironie und Selbstentlarvung ist »Unsere Demokratie« tatsächlich bisweilen auf bittere Weise *amüsant*. [»Lache, wenn du dich nicht zu weinen traust«](https://dushan.org/lache/), so schrieb ich 2019. Ich würde mich ja durchaus zu weinen trauen, wenn ich dafür die Energie hätte. Ich sage: Freunde, wenn es nicht einmal mehr zum Lachen reicht, dann rufe einfach nur laut: »Pfui!« Was aber *dann* passiert, nachdem du laut »Pfui!« gerufen hast, das könnte dir tatsächlich neuen Anlass geben, mal wieder etwas zu lachen. - [Nach fest kommt ab, und nach alle kommt niemand](https://dushan.org/essays/deutscher-atlas/) Empathie ist wichtig, macht uns menschlich, hält Stamm und Familie zusammen. Aber: Wer Empathie auf »alle Menschen weltweit« ausweitet, verliert am Ende die Fähigkeit, überhaupt noch mitzufühlen – egal, mit wem. Nach fest kommt ab. Das ist eine deutsche Redensart – und eine dringend wichtige Metapher. »Nach fest kommt ab«, das bedeutet: Wenn du eine Schraube zu fest anziehst, kann das Gewinde zerbrechen oder der Schraubenkopf abreißen. Wer sich je handwerklich versucht hat, dem ist das mindestens einmal passiert. Und von da an war er besonders vorsichtig. (Ähnlich übrigens mit dem Aufblasen von Luftballons: Praller als prall ist – geplatzt.) Auf den Zustand maximaler Belastung, aber auch maximaler Nützlichkeit, folgt *plötzlich* (und nur für den Laien *unerwartet*) die Zerstörung und die vollständige Nutzlosigkeit – und da wird es auch schon *metaphorisch*. ## Alle zusammen und so *Empathie* ist die Fähigkeit (und bisweilen bewusste Gewohnheit), das emotionale Innenleben anderer Menschen im eigenen Gefühlsleben zu spiegeln und buchstäblich *nachzufühlen*. Empathie ist überlebenswichtig für Familie und Stamm und uns deshalb angeboren. Wie alles Überlebenswichtige ist Empathie derart tief in uns verankert, dass wir sogar dann *mitfühlen*, wenn wir eigentlich *wissen*, dass der Auslöser überhaupt nicht existiert, etwa wenn wir mit einer animierten Zeichentrickfigur *mitfühlen*. Ja, Empathie ist überlebenswichtig, und manche sagen, dass sie etwas ist, das Menschen eben *menschlich* macht. Doch wie so mancher andere tief eingepflanzte Trieb, wie etwa Sex, Lust auf Zucker oder Lust an der Panik, kann auch der Trieb *Empathie* von gewieften Gestalten ausgenutzt und gegen uns gewandt werden. Denn: Empathie hat einige »Baufehler«, und ähnlich wie Sex oder Lust auf Zucker ist unser Empathie-Trieb für eine andere, simplere Welt optimiert. Was einst für das Überleben wichtig war, kann in einer entgrenzten Welt ins Gegenteil schlagen und das Überleben ernsthaft gefährden. ## Tränen vergießen auf Kommando Empathie ist (in der Regel) nicht wirklich magische Telepathie. Bestimmte Informationen wie die Schilderung eines Ereignisses oder der Anblick einer Gefühlsäußerung aktivieren Mechanismen in uns, welche ähnliche Gefühle hervorrufen. Es *kann* der Fall sein, dass der Auslöser selbst diese Gefühle hegt – es kann aber auch sein, dass der Auslöser die Symptome »faked«. Bei fiktiven Figuren ist der Fake das Prinzip (auch wenn wir davon ausgehen, dass der Urheber selbst ähnliche Gefühle hegte). Wir sind *froh* darum, dass Bücher und Filme existieren, mit deren Hilfe gewisse heftige Gefühle ausgelebt werden *können*. (Beispiel: Ich genieße Quentin-Tarantino-Filme, doch eigentlich wollte ich diese Art von Handlungen als Fiktion im Film erleben, nicht live in europäischen Innenstädten.) Professionelle Bettler und andere manipulative Mitmenschen verstehen sich ebenfalls darauf, unberechtigt Empathie zu triggern. (Mit Tränen vergießen auf Kommando lässt sich sogar Karriere machen, etwa als Profi-Opfer für Propaganda-Videos.) ## Regelmäßig brisant Manche Empathie kommt allerdings ganz *ohne* Auslöser aus. Die besonders unter westlichen Frauen aus Wohlstandsschichten verbreitete »suizidale Empathie« gibt vor, empathisch für junge Männer aus rustikalen Kulturen zu empfinden. Wenn solche Damen aber *tatsächlich* mit dem Gegenstand ihrer Empathie konfrontiert werden, geraten sie bisweilen in schwere kognitiv-emotionale Dissonanz. Wenn sie sich diese Dissonanz *nicht* eingestehen wollen, nehmen sie schon mal die *jungen Männer* bei sich zu Hause auf, und ab da wird es regelmäßig brisant. Ich sehe und spüre allerdings ein Problem der *Empathie in modernen Zeiten*, das auf gewisse Weise noch ärger und dringender als *projizierte* und *suizidale Empathie* ist. Es hat mit den Schrauben zu tun. ## Familie und Stamm zusammenzuhalten Der Sinn von Empathie lag einst darin, Familie und Stamm zusammenzuhalten und so den Nachwuchs und damit das Fortbestehen der Sippe abzusichern. Im [Gleichnis vom barmherzigen Samariter](https://dushan.org/bibel/lukas/10:29-37) fordert Jesus uns auf, unsere Empathie bewusst zu erweitern auf den Hilfsbedürftigen, der uns spontan begegnet. Doch weder unsere Natur noch Jesu Anweisung sind darauf ausgelegt, Empathie gegenüber jedem einzelnen der acht Milliarden Menschen auf der gesamten Welt zu empfinden. Zumindest nicht in dem gleichen Maß, wie wir Empathie für unseren Nachbarn und Nächsten empfinden (sollen). Und doch versuchen wir es. Oder *sollen* es versuchen, so sagt die Propaganda. ## Plötzlich nichts mehr »Nach fest kommt ab« ist, auf Empathie bezogen, eine Gefahr, die mir auf gewisser Ebene noch mehr Sorge bereitet als »nur« die Zerstörung von Gesellschaften, sogar noch mehr als der Verlust von Menschenleben. »Fürchtet euch dabei nicht vor denen, die wohl den Leib töten«, [sagt Jesus](https://dushan.org/bibel/matthaeus/10:28), »fürchtet euch vielmehr vor dem, der die Macht hat, sowohl die Seele als den Leib in der Hölle zu verderben!« Zu viel Empathie kann deine Seele kalt werden lassen, wenn einmal der Moment eintritt, an dem es heißt: »Nach fest kommt ab«. Empathie *kostet*. Nicht nur Geld, sondern auch emotionale Kraft. Wer versucht, für *alle Menschen der Welt* jeweils genauso viel Empathie aufzubringen wie für die Schwester, den Bruder, den Nächsten, der wird an den Punkt geraten, dass er plötzlich *nichts mehr* fühlt. Und dann wird es *kalt*. Nach fest kommt ab, und nach alle kommt niemand. ## Nur Messer und Macheten Der junge Mann, der sich spontan an dir als Chirurg versucht, mag dich für den Rest deines Lebens beschädigen; er kann dich traumatisieren und vielleicht sogar töten. Doch wenn in deiner Seele das *Gewinde namens Empathie* zerreißt und wenn du plötzlich *nichts* mehr empfindest, für *niemanden*, vielleicht nicht einmal für dich selbst, dann ist der Schaden womöglich weit größer als *nur* der Schaden durch Messer und Macheten. Ja, Empathie macht uns menschlich. Ein Mensch ohne Empathie hat tatsächlich schwersten Schaden an seiner Seele genommen. Wer all sein Geld in alle Richtungen verschleudert, hat bald keines mehr, das er geben kann, auch nicht für die Strukturen, die ihm *wirklich* relevant sind. Deshalb gilt ja: *Haushalte* mit deinem Geld, um *geben* zu können! Und ähnlich muss gelten: Haushalte mit deinem Mitgefühl, damit dir Kraft bleibt, dort mitzufühlen, wo es tatsächlich auf genau *dein* Mitgefühl ankommt. - [Das macht jemand anders](https://dushan.org/essays/jemandanders/) Aktivisten in TV und Politik, die Linken und Guten, und zu viele Jugendliche, die Influencer statt Handwerker werden wollen, alle verlassen sich darauf, dass »jemand anders« das Land am Laufen hält. Was aber, wenn es bald zu wenige »Jemandandere« gibt? Du bist jemand anders. Oder du warst jemand anders, und du genießt jetzt hoffentlich den verdienten Lohn für ein produktives Leben als jemand anders. Nein, ich meine jetzt nicht den Horváth-Satz »Ich bin nämlich eigentlich ganz anders, aber ich komme nur so selten dazu« (siehe [»Etwas dagegen zu tun ist schlimmer«](https://dushan.org/zwei-seelen/). Das mag *zusätzlich* der Fall sein, doch ich meine hier ein anderes Anders. Ich meine: *Du* bist vermutlich der, von dem *die anderen* reden, wenn sie davon ausgehen, *jemand anders* würde dieses oder jenes leisten. Jemand anders wird das Geld verdienen, das Linke um sich und in ferne Länder werfen. Jemand anders wird die Straße kehren. Jemand anders wird Kinder gebären und aufziehen. Jemand anders wird Nahrung herstellen, Arbeitsplätze schaffen, für Sicherheit und Ordnung sorgen. Wenn du diesen Text liest, wenn du dir *Gedanken* machst, stehen die Chancen gut, dass du einer von denen bist, auf die es sich *tatsächlich* bezieht, wenn es heißt: *jemand anders*. Vorhersagen sind schwierig, so sagt man, vor allem wenn sie die *Zukunft* betreffen. Doch *schwierig* heißt nicht unmöglich. Wenn du zwei Finger in die Luft hältst, kann ich dir recht sicher *vorhersagen*, wie viele Finger du in die Luft halten *wirst*, wenn du *zwei weitere Finger* hochhältst. Ich kann dir vorhersagen, was passiert, wenn du Menschen aus Krisenregionen ins Land bringst und sie ermutigst, genau die Philosophie auszuleben, die in ihrem Geburtsland überhaupt erst zur Krise führte. Kannst du *vorhersagen*, wie es um die Zukunft eines Landes bestellt ist, wenn nicht mehr genug *Jemandandere* eben jemand anders sein wollen? Was, wenn zwar noch genug *Jemandandere* ihren Dienst leisten, aber als Eltern ihren Kindern davon abraten, im Land zu bleiben und selbst *jemand anders* zu werden? Jugendliche, die *Influencer* statt *Elektriker* werden wollen, NGO-Aktivist statt *Krankenschwester*. Wer soll sich dann um die Verkabelung von Haus und Mensch kümmern? *Jemand anders*. Wie ist es um die konkrete Zukunft eines Landes bestellt, wenn zu wenige Menschen bereit sind, *jemand anders* zu sein? *Diese* Vorhersage kannst auch du gewiss anstellen. Ich sage gewiss nicht, dass es *geringzuschätzen* oder gar *böse* wäre, *jemand anders* zu sein. Im Gegenteil! [»Irgendwem musst du dienen«](https://dushan.org/gotta-serve-somebody/), so singt schon Bob Dylan. Es ist nicht nur eine *praktische*, sondern auch eine *seelische* Notwendigkeit. Der Mensch findet Glück in der Selbstaufgabe für eine höhere Struktur – wenn und nur dann, wenn diese es *wert* ist, sich ihr hinzugeben. Du bist vielleicht *jemand anders* in der Familie. Mal ehrlich: Ist die Familie es wert? Leider werden hier nicht alle *Jemandandere* sofort laut rufen: »Ja, natürlich ist meine Familie wert, dass ich ihr *Jemandanders* bin!« Du bist *jemand anders* im Staat. Ist der Staat es noch wert? Du bist *jemand anders* in der Firma … ach, du kennst die Frage. Ja, sei *jemand anders*, sei es mit Herz und Überzeugung. Doch prüfe regelmäßig, *welchen* [relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) du als *jemand anders* dienst. Denn es gilt auch weiterhin: Jeder Tag kommt nur einmal, jedes Leben ebenso. Zum Schluss des irdischen Teils deines Lebens wird man nicht fragen, ob du ein Held warst, ob du berühmt warst oder Reichtümer angehäuft hast. Eine der letzten Fragen hier wird lauten: In welcher Angelegenheit warst du der zuverlässige *andere Jemand*? - [Grüne: Menschliche Kälte hinter Moralfassade](https://dushan.org/essays/eisiges-gruen/) Grüne sagen, dass sie KEINE Solidarität mit AfD-Politikern empfinden, die Anschlagsopfer werden. Grüne schalten ihre menschlichen Gefühle je nach Parteilinie des Mitmenschen ein und aus. So erwarten wir es von denen – und doch ist die Kälte schockierend. Auf das Auto des AfD-Politikers *Bernd Baumann* wurde kürzlich ein Brandanschlag verübt. Eine Hamburger Gruppe von Linksextremisten bekannte sich stolz zu der Tat ([ndr.de, 4.11.2025](https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/auto-von-afd-politiker-baumann-abgebrannt-polizei-politische-tat,afd-auto-100.html)). Das Auto brannte aus, daneben parkende Autos wurden schwer beschädigt. Der BMW stand vor seinem Haus im Hamburger Westen, und damit war der Anschlag eine implizite Drohung der Linksextremen: »Wir wissen, wo du wohnst, und nächstes Mal ist es vielleicht nicht nur dein Auto.« – Optisch ist es ein Anblick wie aus einem Kriegsgebiet, und *soll* das wohl auch sein. Die AfD in Hamburg hatte eine *Aktuelle Stunde* angemeldet ([welt.de, 13.11.2025](https://www.welt.de/regionales/hamburg/article6914bda071dafa6e0afd1eb6/fall-bernd-baumann-gruene-nach-brandanschlag-solidaritaet-ist-ein-gefuehl-und-das-teilen-wir-nicht-mit-der-afd.html)). Titel: »Linker Terror gegen Politiker – wir beklagen das Schweigen von Senat und Bürgerschaftspräsidium«. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, die mir sonst nicht mit allzu stürmischem demokratischen Eifer auffällt, hatte den Anschlag im Bundestag thematisiert; siehe [deutschlandfunk.de, 8.11.2025](https://www.deutschlandfunk.de/bundestagspraesidentin-kloeckner-verurteilt-anschlag-auf-fahrzeug-von-afd-abgeordnetem-baumann-100.html). Im linken Hamburg musste sich mancher Politiker vermutlich auf die Zunge beißen, um den Antifa-Terroristen nicht auch noch öffentlich zu applaudieren. ## Man gab ein paar Floskeln Bei der *Aktuellen Stunde* in Hamburg sprachen allerdings vor allem AfD-Politiker. Die übrigen Hamburger Parteien versuchten sich zunächst in der paradoxen Strategie, zum Thema ihres Schweigens erst mal weiter zu schweigen. Als sie sich endlich zum Reden bewegen ließen, schienen sie sich in einem rhetorischen Seiltanz zu versuchen: Nicht offen anti-demokratisch formulieren – nicht AfD-Politiker und AfD-Wähler als gleichwertige Menschen anerkennen. Man gab ein paar Floskeln gegen politische Gewalt ab, nur um gleich ein Anti-AfD-Framing zu setzen. Man kritisierte, dass und wie die AfD diese Sitzung anberaumt hatte. Frei nach Tucholsky: Im besten Deutschland aller Zeiten gilt der, der auf Gewalt hinweist (oder sie sogar auch noch *erleidet*), für viel gefährlicher als der, der die Gewalt verübt. Zum Abschluss sprach, wenn ich das richtig lese, die Grünen-Politikerin *Sina Imhof* (Juristin, geb. 1979 in Siegburg). Und sie schloss ihre Rede mit einer Passage, die ich als Hass-Tirade gegen die Opposition deute. »Solidarität ist ein Gefühl«, sagte sie, »und das teilen wir nicht mit der AfD.« Das klingt brutal kalt. Und wenn man ihre Begründung liest, wird es *noch* kälter, vor allem aber *entlarvend*: > Solidarität ist ein Gefühl, ein Einstehen füreinander. Ein Einstehen füreinander, das daraus resultiert, dass Menschen dieselben Werte, dieselbe Haltung und dieselben Ziele teilen. > > – Sina Imhof, Grüne Fraktionsvorsitzende in Hamburger Bürgerschaft, zitiert nach [apollo-news.net, 13.11.2025](https://apollo-news.net/nach-brandanschlag-solidaritaet-werden-sie-nicht-bekommen-sagt-gruenen-politikerin-zur-afd/) Ich kenne genug »AfD-nahe« Menschen, um zu wissen, dass deren *Werte* daraus bestehen, einfach nur leben und ihre Kinder erfolgreich in ein glückliches Leben geleiten zu wollen, dass sie ihr Land lieben und seine Zerstörung verhindern wollen. Das scheinen die *Werte* zu sein, welche die Grünen nicht »teilen« (und deren Politik bestätigt diesen Eindruck nachdrücklich). Das sind die ach so bösen *Werte der AfD*, mit denen die Grünen sich dafür freisprechen, emotionskalt zu sein, wenn Anschläge auf AfD-Politiker verübt werden. ## Zumeist grundanständig und bieder Man erlebt bisweilen, dass Menschen sich im Urlaub plötzlich wie Trottel mit Kontrollverlust benehmen (um es höflich zu sagen). Daheim und für den Rest des Jahres sind aber dieselben Menschen zumeist grundanständig und bieder. Welcher dieser beiden Menschen ist man aber »wirklich«? Wir tragen das Potenzial für mehr als nur eine Art von Persönlichkeit in uns. Ein Kontext kann uns dazu motivieren, diese oder jene unserer Persönlichkeiten unser Denken und Handeln steuern zu lassen. Ein Urlaub in einem bestimmten Kontext kann als »Genehmigung« oder sogar »Aufforderung« verstanden werden, »die Sau rauszulassen«. Und es ist sogar denkbar, dass Menschen sich im Urlaub verstellen und »den Wilden markieren«, um in die Gruppe zu passen. Entsprechend kann aber der Kontext einer Partei als »Genehmigung« dienen, Narzissmus und Psychopathie – und damit Empathielosigkeit – »rauszulassen«. Und mancher Parteisoldat, der in der Partei eine Karriere anstrebt, muss womöglich psychopathisch klingende Dinge *sagen*, auch wenn er sie nicht wirklich so *meint*. ## Mit Flöhen und Läusen Nein, diese Grünen-Politikerin ist *keine* Psychopathin. Ich bin sicher, dass sie privat freundlich und liebenswürdig ist. Aber sie spricht für eine Partei, in der eine Rhetorik, die wie Psychopathie und Narzissmus wirken könnte, zum Erfolg führt. Linksgrüne sind solidarisch bis empathisch mit Islamisten und Israelhassern, mit Schwulen und mit Schwulenhassern, mit Schildkröten und mit Walen. Im linksgrünen Vorfeld ist man bisweilen sogar solidarisch mit Flöhen und Läusen. Bevor die Windkraft die Abholzung von Wäldern notwendig machte, war man sogar mit *Bäumen* solidarisch! Nur wenn Terroristen aus der eigenen politischen Windrichtung den Gegner attackieren, dann darf man nicht solidarisch sein, denn Solidarität ist für Grüne ein *Gefühl*, das man nicht jedem Menschen selbstverständlich zukommen lässt. Grüne schalten Solidarität nur selektiv als Belohnung für besondere Parteitreue ein. ## Zumindest nichts Politisches Ich habe schon öfter festgestellt – und es tat mir jedesmal weh –, dass Linke nicht nur zu anderen Schlüssen und Vorschlägen kommen als ich, sondern dass sie sich auch zu einer anderen *Gefühlswelt* bewegen lassen. Im Essay [»10 Gebote fürs Reden mit Linken«](https://dushan.org/10-gebote-fuers-reden-mit-linken/) umriss ich jüngst prinzipielle Unterschiede zwischen Linken und mir. Und 2018 beschrieb ich [»Warum ich kein Linker sein kann – eine »spirituelle« Begründung«](https://dushan.org/warum-ich-kein-linker-sein-kann/). Linke trainieren sich das Mitgefühl ab. Oder sie lernen, bei ihrer politischen Tätigkeit das Mitgefühl und die Solidarität auszuschalten, wenn der andere Mensch weder auf Parteilinie ist noch in das Schema der zu bemitleidenden Personen passt. Den mitlesenden Linken sage ich: Ihr seid doch nicht *wirklich* so kalt, oder? Tief innen seid ihr noch immer Mensch geblieben. Geht in euch. Sagt mal ein paar Tage lang – oder auch nur ein paar *Stunden* lang – einfach *nichts*. Zumindest nichts Politisches. Und dann stellt euch neu vor die Wahl: Linkssein oder Menschlichsein, denn das eine schließt das andere aus. Nicht-Linken aber sei zugerufen, Biermann zitierend: Lasst euch nicht verhärten, in dieser harten Zeit. Was nützte es dem Menschen, wenn er in höchste politische Ämter gelangte, und doch nähme Schaden an seiner Seele? - [Frau Kommisarin war Herr Kommisar](https://dushan.org/essays/transquotenfrau/) Ein Kommissar wurde zur Kommissarin, und zufällig steht dadurch evtl. ein Karrieresprung bevor. Die Behörde aber vermutet Betrug. – Es ist schlimm, wenn nicht nur Quotenfrauen, sondern auch Transquotenfrauen solchen toxischen Vorurteilen ausgesetzt sind. »Die Realität folgt der Kunst!«, so rufen wir Leute bisweilen aus. Wir sagen, dass die Realität der Kunst folgt, weil wir das für die lustige Umkehrung der üblichen Logik halten. Wir denken: Normalerweise malt man das Stillleben nach den Gegenständen auf dem Tisch und das Landschaftsgemälde nach der Landschaft. Die Kunst soll in diesem Sinne der Realität *folgen*. Bisweilen aber scheint es dann doch andersherum zu sein. Wir erleben eine Szene oder hören eine Nachricht – und wir erkennen *Muster*, auf die wir zuvor in der Kunst gestoßen waren. Lasst mich – mit essayistischem Selbstbewusstsein – heute einen solchen Fall zitieren! Im Jahr 2023 schrieb ich den Text [»Lucy, ich und unser Eskimo-Baby«](https://dushan.org/lucy-ich-und-unser-eskimo-baby/). Jener Text ist halb sarkastisch und ganz ernsthaft, voller zukunftsgerichteter Sorge. Ich beschreibe ein *Szenario*, mich an einer *Kurzgeschichte* versuchend – oder sollte ich es *Parabel* nennen? In der Einleitung heißt es: > Ich habe einen Traum, dass meine Kinder eines Tages in einer Welt leben, in der sie endlich nicht mehr an ihrer Leistung oder ihrem Charakter gemessen werden, sondern daran, als was sie sich identifizieren. > > – [Essay vom 2.4.2023](https://dushan.org/lucy-ich-und-unser-eskimo-baby/) Der »Witz« an der Geschichte ist das surreale Szenario eines »modernen« Deutschlands, in dem Menschen ihren Randgruppen-Status »optimieren«. Mitgliedschaft in bestimmten Randgruppen kann zu praktischen Vorteilen führen, so meine ausgedachte Geschichte. Zugleich kann jeder Bürger frei wählen, zu welcher Randgruppe er gehört. Also folgt logischerweise: Menschen wählen, als Mitglied welcher Randgruppe sie sich – und ihre Kinder – »identifizieren«. So zumindest beschreibt es meine »Kunst« im Jahr 2023. ## Vom Polizeipräsidium angezeigt Heute lesen wir eine bemerkenswerte Nachricht aus Düsseldorf: > Einer Kommissarin aus Düsseldorf wird vorgeworfen, ihren Geschlechtswechsel für einen Karrieresprung genutzt zu haben. > > – [focus.de, 11.11.2025](https://www.focus.de/panorama/polizist-soll-geschlecht-gewechselt-haben-um-von-befoerderung-zu-profitieren_c77d8db5-c27a-455f-8127-9d6b507978ba.html) Die Kommissarin wurde, wenn ich die Nachricht richtig lese, vom Polizeipräsidium angezeigt, und der Vorwurf lautet Betrug. In der Begründung schreibt man: > »Der früher männliche Kollege hatte seinerseits mehrfach an unterschiedlichen Stellen im Kollegenkreis aktiv, explizit und plakativ zum Ausdruck gebracht, dass er seinen Geschlechtseintrag nur ändern lassen wolle, um von der behördlichen Frauenförderung im Beurteilungs- und Beförderungswesen zu profitieren. Im Anschluss an eine Beförderung werde er dies erneut ändern und rückgängig machen, um zeitnah als Mann heiraten zu können.« > > – Polizeipräsidium Düsseldorf, zitiert nach [focus.de, 11.11.2025](https://www.focus.de/panorama/polizist-soll-geschlecht-gewechselt-haben-um-von-befoerderung-zu-profitieren_c77d8db5-c27a-455f-8127-9d6b507978ba.html) Das Problem ist also *nicht*, dass ein Mann sich als Frau ausgibt, sondern dass die Person öffentlich zugegeben haben soll, dies zwecks Erzielung von Vorteilen zu tun. Der Anwalt der Kommissarin bestreitet das und sagt, »dass die eigene Behördenleitung nicht akzeptiere, dass auch Polizisten ihr Geschlecht ändern können, sei sehr belastend für seine Mandantin« ([www1.wdr.de, 11.11.2025](https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/polizei-geschlecht-duesseldorf-100.html)). Wir fühlen uns an einen anderen aktuellen Fall erinnert, siehe dazu den Essay [»Sven ist jetzt Marla Svenja«](https://dushan.org/sven-ist-jetzt-marla-svenja/). Auch da wurde ein Bürger vom Mann zur Frau, und die »Guten« hatten Zweifel an seiner Motivation. Was genau aber wirft man den Menschen vor? Dass sie ein Gesetz zu ihrem Vorteil nutzen? Dass sie nicht »wirklich« glauben, was sie erklären? ## Die berühmten Quoten All dieser Wahnsinn ist überhaupt nur aufgrund des »Selbstbestimmungsgesetzes« möglich. Diesess wurde 2023 beschlossen. Das Justizministerium war damals in »FDP«-Hand, heute eine Sonstige-Partei. Dank dieses Gesetzes kann jeder Bürger ins Standesamt marschieren und erklären, dass er jetzt das andere Geschlecht »ist«. Wie erwartet, ist die Zahl der Männer, die sich zu Frauen erklären, offenbar höher als andersherum. Dies mag am modernen Testosteronmangel liegen, am männlichen Selbsthass, der Jungen in der Schule eingeimpft wird. Oder es liegt womöglich daran, dass eine Frau zu sein (in Deutschland) viele rechtliche und finanzielle Vorteile bietet, etwa die berühmten »Quoten«. Die Initiatoren jenes irren Gesetzes wollten explizit *keine* Prüfung der Absicht durch einen Psychologen. Das sei »diskriminierend« und »transphob«. Und überhaupt versicherte man dem Bürger, solche Fälle *könnten* ja gar nicht eintreten, denn Frau zu sein habe doch nur Nachteile. (Und gänzlich tabu war es, das Szenario anzubringen, dass Triebtäter sich zu »Frauen« erklären, um dann in Frauenschutzräume einzudringen.) Wird der Kommissarin vorgeworfen, ein Gesetz zu ihrem Vorteil zu nutzen? Pardon, das tun wir alle, jeden Tag. Es nennt sich: mündiger Bürger eines Rechtsstaats zu sein. (Ein Unternehmenschef etwa könnte rechtlichen Ärger bekommen, wenn er rechtlich mögliche Vorteile *nicht* ausnutzt.) Dass sie »es nicht so meint«? Pardon, das *Selbstbestimmungsgesetz* löst das *Transsexuellengesetz* ab, in welchem für ähnliche Vorhaben zwei psychologische Gutachten gefordert wurden ([siehe lsvd.de](https://www.lsvd.de/de/ct/6417-Selbstbestimmungsgesetz)). Wollen die Behördenleiter auf ein abgelöstes Gesetz zurückgreifen *und* sich selbst als »Gutachter« einsetzen? Ein rational agierender Rechtsstaat und seine Medien würden zugeben, was jeder weiß: dass jenes Gesetz hanebüchener Unsinn ist. Dass die Regenbogenflagge heute für das Aussetzen von Vernunft (und oft Menschlichkeit) steht. Beliebigkeit ist kein höherer ethischer Wert. Beliebigkeit mit Amt und Siegel sieht leicht wie *Unrecht* aus. ## Gleich doppelt gegen Vorurteile Solche Entwicklungen – oder doch nur: solche *Vorwürfe* – hat meine Geschichte damals vorhergesehen. *Folgt* also die Realität der Kunst? – Jein. Ich hatte schlicht geschaut, entlang welcher Linien gewisse aktuelle Entwicklungen verlaufen. Habe *weitergedacht*, habe die Linie weitergezogen. Und ich schaute, wo sich diese Linien kreuzen. Ich ahnte, dass es passieren würde. Wie in manch anderer Prognose lag ich nur darin falsch, *wann* es soweit sein würde. Menschen wird unterstellt, dass sie ihren Randgruppen-Status optimieren, weil es handfeste Vorteile hat, Mitglied staatlich bevorzugter Randgruppen zu sein. *Diese* Kommissarin meinte alles absolut ernst, doch sie machte vorab Scherze, die angeblich Zweifel an ihrer Ernsthaftigkeit aufkommen ließen. Ihr Anwalt erklärt: »Das habe sie nur im Spaß gesagt.« ([www1.wdr.de, 11.11.2025](https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/polizei-geschlecht-duesseldorf-100.html)) Ich finde es grundsätzlich schlimm, wenn Menschen unter Generalverdacht gestellt werden. Quotenfrauen werden ja ohnehin verdächtigt, nicht aufgrund der Qualifikation, sondern aufgrund des Geschlechts befördert worden zu sein. Und Transquotefrauen müssen gleich doppelt gegen Vorurteile kämpfen. Schlimm. Uns aber bleibt die Erkenntnis, dass wir auch weiter die Mühe aufbringen wollen, das Offensichtliche zu benennen. In wahnsinnigen Zeiten wollen wir darum kämpfen, selbst nicht wahnsinnig zu werden. Es hilft der inneren Ordnung, die *Verrückung* auszumessen und als *verrückt* zu notieren. Hiermit getan. - [Fürchten, dass es NICHT die »deutsche Krankheit« ist](https://dushan.org/essays/deutscher-phoenix/) Es fällt weltweit auf: Deutsche bauen regelmäßig sich und auch Europa auf – und dann erfasst sie eine kollektive Psychose, die alles wieder einreißt. Ein irres, zerstörerisches Pendel. Bis jemand das Pendel aufhält – oder es nichts mehr zum Pendeln gibt. Ich fürchte mich vor einem Gedanken. Genauer: Ich fürchte mich vor der *möglichen Wahrheit* eines bestimmten Gedankens. Noch genauer: Ich fürchte, dass (und dann: wenn) dieser Gedanke auch nur *halbwegs plausibel denkbar* ist. Jener Gedanke lautet: Was, wenn dies *nicht* die »deutsche Krankheit« ist? Lasst mich zuerst erklären, was ich mit »deutsche Krankheit« meine. ## Hinrichtungen in Quedlinburg Laut modernen Schätzungen wurden zwischen 1450 und 1750 n. Chr. in Europa in etwa 80.000 Hexenprozessen insgesamt 35.000 Menschen hingerichtet ([siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Witch_hunt)). Die meisten Angeklagten waren Frauen, doch auch Kinder und Männer wurden bisweilen der Hexerei beschuldigt. Bisweilen hört man Opferzahlen in Millionenhöhe, doch die sind mehr in politischen Anliegen als in den Fakten begründet. Ein Beispiel wäre die Feministin *Matilda Joslyn Gage*, welche die von *Gottfried Christian Voigt* propagierte Zahl von *neun Millionen Toten* nennt. Im Grund für den Irrtum steckt allerdings eine schmerzhafte Wahrheit! Der in Quedlinburg lebende Gottfried Christian Voigt (1740–1791; [siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Christian_Voigt)) hatte die Belege für Hexenprozesse und Hinrichtungen in Quedlinburg gesammelt. Er kam auf 30 Opfer. Dann schlug er auf die Zahl nochmal 10 drauf, vermutlich davon ausgehend, dass ein paar Fälle nicht dokumentiert wurden. Soweit vertretbar. Dann aber rechnete er diese Zahl auf Gesamteuropa hoch – und so kam er wohl auf neun Millionen hingerichtete »Hexen«. Der mutmaßliche Denkfehler an dieser Hochrechnung wird deutlich, wenn man die heutigen Schätzungen wissenschaftlich arbeitender Historiker betrachtet. *Insgesamt* wurden in Europa etwa 35.000 Menschen als »Hexen« hingerichtet. *Aber:* Etwa 25.000 bis 30.000 dieser »Hexen« starben im *Heiligen Römischen Reich*, sprich: im Herrschaftsgebiet der römisch-deutschen Kaiser, im erweiterten Sinn einem Vorläufer des heutigen Deutschland. ## Nur halb im Scherz behauptet *Warum* waren es deutsche Gebiete, in denen der überwiegende Teil der Hexenprozesse und Hinrichtungen stattfand? Hatte der Vatikan es etwa besonders in Deutschland angeordnet? Ja, es gab kirchliche Stimmen, auch aus Rom, welche die gehäufte Existenz von Hexen in Deutschland feststellten und empfahlen, über das weitere Vorgehen vor Ort zu entscheiden. Zu keinem Zeitpunkt aber forderte ein Dogma die Verbrennung von Hexen. Anweisungen aus Rom empfahlen große Vorsicht und skeptisches Vorgehen. Die berühmte *spanische Inquisition* wirkte sogar als eine Bremse, indem sie etwa hohe Beweishürden aufstellte ([zum Vergleich siehe Monty Python](https://www.youtube.com/watch?v=zrzMhU_4m-g)). Amerikaner und andere Weltbürger, die in unseren Jahrzehnten auf Deutschland schauen, nehmen die Hexen-Manie in Deutschland als Anlass für die Frage, ob Deutsche besonders anfällig sind für kollektive Psychosen. Es sind, so wird nur halb im Scherz behauptet, immer wieder kollektive Psychosen der Deutschen, die Deutschland kaputtmachen und Europa mit in den Abgrund ziehen. Man könnte diskutieren, ob es ein Kreislauf oder ein Pendel ist: Deutscher Fleiß schafft Wohlstand und sichert Macht in Europa – nur um Europa wieder von deutschem Wahn kaputtmachen zu lassen. Die zwei jüngsten Fälle von Zerstörung in europäischem Maßstab sind für viele Bürger verbunden mit den Namen »Angela Merkel« und »Ursula von der Leyen«. Davor fallen einem etwa »Martin Luther« und andere Namen ein. Diesen Namen ist gemeinsam, dass sich immer wieder Millionen von Deutschen psychologisch manipulieren lassen, ihr Land, ihren Kontinent und das Werk früherer Generationen kaputtzumachen. Und jedes einzelne Mal sind Millionen Deutsche von einem kollektiven Wahn erfasst, fühlen sich von einer irren »Moral« gezwungen, zu sagen, dass auch diese Zerstörung wieder »alternativlos« sei. (Es stört diese Deutschen dann nicht, dass die gesamte Welt es anders sieht. Siehe dazu auch meine Essays [»Geisterfahrerin braucht Gas«](https://dushan.org/geisterfahrerin/) aus dem Jahr 2021 und [»Geisterfahrer will keinen Zaun«](https://dushan.org/geisterfahrer-ohne-zaun/) (2023).) ## Ein weiteres Mal aufzuerstehen Es ist ein kollektiver Wahn, zu glauben, dass CO2-Steuern und abgeschaltete deutsche Kernkraftwerke das Klima oder sonstwen »retten« werden. Es ist ein kollektiver Wahn, zu glauben, dass deutsche Steuerzahler allen Armen und Arbeitsunwilligen dieses Planeten kostenlose Wohnungen und ein Gratis-Einkommen finanzieren könnten. Und so weiter. Man mag dieses Aufbau-Zerstörung-Pendel der Deutschen die »deutsche Krankheit« nennen. Doch was, wenn es keine »Krankheit« ist? Was, wenn es unserem Wesen in irgendeiner Form »innewohnt«, unter Blut und Tränen aufzubauen, um dann wieder in kollektivem Wahn alles niederzureißen? *Das* nämlich ist meine Angst, dass es *keine* Krankheit ist. Dass es unser »natürlicher« und »gesunder« Zustand ist. »Auferstanden aus Ruinen«, so sang man in der DDR, »und der Zukunft zugewandt.« – Was, wenn diese Zukunft zwingend *wieder* »Ruinen« enthalten *muss*? Was, wenn die deutsche Selbstzerstörung nicht eine »Krankheit« ist, nicht bloß eine einmalige Erkältung? Was wenn sie in unserer »kulturellen DNA« schlummert? Der mythische Vogel *Phönix* ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%B6nix_(Mythologie))) ist dafür bekannt, nach seinem Verbrennen aus der eigenen Asche wiedergeboren zu werden. Wenn wir uns an der Geschichte vom Phönix trösten wollen, sollten wir nicht vergessen, dass es ein *Kreislauf* ist. Der Vogel verbrennt, dann ersteht er neu aus seiner Asche, um bald wieder zu verbrennen. »Na gut«, magst du jetzt denken, »für diese Generation sieht es nicht so gut aus. Aber für die nächste dann wieder! Oder hoffentlich spätestens die übernächste.« Ja, ich möchte dir zustimmen. Hoffen wir nur, dass nach der aktuellen Selbstverbrennung nicht plötzlich eine ausländische Macht daherkommt, mit *künstlicher Intelligenz* bewaffet (oder mit *menschlicher* Intelligenz, die schlicht besser als die unsere ist) – und unsere Asche nonchalant in den Wind pustet, bevor wir Gelegenheit hatten, ein weiteres Mal aufzuerstehen. - [Verantwortung für Lüge? Just nuts!](https://dushan.org/essays/just-nuts/) Zwei BBC-Verantwortliche müssen wegen Propagandalüge über Trump zurücktreten. Wie reagieren deutsche Journalisten? Stimmen sie zu? Nein, sie finden es verrückt und es bereitet ihnen Sorge, wenn Journalisten für ihre Lügen zur Verantwortung gezogen werden! Die *British Broadcasting Corporation*, uns auch als »Bi-bi-si« bekannt, hat gelogen. »Ja, ja«, sagst du, »und heute morgen ist ein neuer Tag angebrochen, und McDonald’s wird wieder, wie jeden Tag, viele Hamburger verkaufen. Wir wissen: Das Weltbild von Linken ist auf Lügen gebaut. Warum ist es also erwähnenswert, dass die BBC gelogen hat?« Nun, in diesem konkreten Fall hat die BBC über eine Angelegenheit von Weltbedeutung gelogen. Und sie hat zum konkreten Nachteil eines Mannes gelogen, von dem man sagt, er sei »der mächtigste Mann der Welt«. Es ging um den berüchtigten *6. Januar*. Im großpolitischen Spiel muss das Jahr gar nicht mehr dazugesagt werden: 2021. Am Tag *nach* jenem Tag schrieb ich: > [Während] der Kongress im Kapitol, Washington, die Stimmen der Wahlmänner auszählen wollte, demonstrierten draußen viele tausend Bürger. Ihr Präsident sprach zu ihnen. Dann wurde es rabiat. Eine Gruppe eher illustrer Gestalten drang ins Kapitol ein. Es gibt auch Videoaufnahmen tatsächlich aggressiver Eindringlinge. Eine Pro-Trump-Demonstrantin wurde im Kapitol erschossen. Weitere drei Menschen starben im Freien. > > Essay [»Im Nebel der Geschichte«, 7.1.2021](https://dushan.org/nebel-der-geschichte/) Im US-Kapitol werden sonst Gesetze beraten und beschlossen. Am 6. Januar 2021 sollten dort die Ergebnisse der umstrittenen US-Wahl 2020 offiziell bestätigt werden. ## Vermutlich im krassen Widerspruch In Washington, D.C., demonstrierten an dem Tag viele tausend Menschen, vor allem Konservative und Nicht-Linke, organisiert als »Save America Rally«. Donald Trump hielt zu diesem Anlass eine Rede im Park *The Ellipse*, südlich des Weißen Hauses, etwas über zwei Kilometer vom Kapitol entfernt. Trump zweifelte die offiziellen Ergebnisse der Wahl an und rief die Bürger zum friedlichen Protest auf. Ja, konservative Demonstranten marschierten zum Kapitol. Und ja, Personen gelangten *ins* Kapitol. Wer jedoch tatsächlich ins Kapitol gelangte, wer sie aufstachelte, wie viele FBI-Agenten ([theguardian.com, 07.02.2025](https://www.theguardian.com/us-news/2025/feb/07/fbi-jan-6-list)) und von NGOs bezahlte Antifa-Schergen darunter waren und welche Rolle die Kapitol-Polizei dabei spielte – all das ist bis heute umstritten. Und mit »umstritten« meine ich: Was tatsächlich passierte und was von US-Democrats samt ihren Kollaborateuren verbreitet wurde, steht vermutlich im krassen Widerspruch. ### BBC: Schnitt, Lüge, Rücktritt Zu den vielen Mainstream-Medien, die bezüglich des *6. Januar* blanke Lügen verbreiteten, zählte – wenig überraschend – auch die *BBC*. Im Oktober 2024 wurde in der BBC eine »Dokumentation« ausgestrahlt, bei der Trumps Rede vom 6. Januar 2021 gezeigt wurde – allerdings manipulativ geschnitten ([theguardian.com, 3.11.2025](https://www.theguardian.com/media/2025/nov/03/bbc-accused-selectively-editing-trump-clip-capitol-attack)). Erst wurde gezeigt, wie Trump die Zuhörer aufforderte, zum Kapitol zu gehen. Ohne erkennbare Unterbrechung wurde dann gezeigt, wie Trump die Zuhörer zum *Kämpfen* aufforderte (»fight like hell«), um ihr Land zurückzugewinnen. Tatsächlich lagen zwischen den beiden Aussagen etwa 50 Minuten. Trump rief ausdrücklich zu *friedlichen* Protesten auf, und am Kapitol sollte den Politikern *applaudiert* werden. Tatsächlich hatte Trump die Bürger konkret in dem Augenblick aufgefordert, ihre »Stimmen friedlich und patriotisch zu Gehör zu bringen« (»to peacefully and patriotically make your voices heard«). Die viel spätere Stelle »fight like hell« bezieht sich eindeutig auf Kampf im Sinne von *Wahlkampf*. ## In weiten Teilen ein Spaziergang Democrats und Democrats-nahe Medien samt ihrer Verbündeten in Europa *verschworen* sich, ein Ereignis, das in weiten Teilen de facto ein *Spaziergang* war, als Versuch eines gewaltsamen Sturzes der US-Regierung zu framen. (Ja, es kam zu Gewalt und Schäden am Gebäude. Es fällt jedoch auf, dass die *bekannten* Täter eben nicht die vermummten Gewalttäter sind, sondern zumeist eher harmlose Figuren wie der »Wikinger« Jacob Chansley; [siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Jacob_Chansley).) Dass Mainstream-Journalisten lügen und Propaganda betreiben, ist *allein* keine sensationelle Nachricht. Im aktuellen Fall der BBC allerdings wurde durch einen Whistleblower die genaue Methodik der aktiven Manipulation auf 19 Seiten offengelegt ([telegraph.co.uk, 3.11.2025](https://www.telegraph.co.uk/news/2025/11/03/bbc-report-reveals-bias-donald-trump/)). Wieder und wieder verstießen die BBC-Aktivisten (»Journalisten«) gegen angebliche journalistische »Prinzipien«. Und die Stimmung weltweit dreht sich gegen die Lügner, auch in Großbritannien. Am 9. November erklärten Tim Davie (BBC Director-General) und Deborah Turness (CEO von BBC News) den Rücktritt von ihren Ämtern. (Es war nicht ihr erster Skandal, nur der aktuellste. Der berühmte Tropfen. Ich habe aber keinen Zweifel, dass die Herrschaften im britischen Sumpf bald wieder oben schwimmen werden.) ### (Nichts) Gutes für die Zukunft Eine bestimmte deutsche Reaktion auf diese Meldung ließ mich aber bitter lächeln, ja, geradezu *schmunzeln*. Die [laut Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Annette_Dittert) in London lebende Journalistin *Annette Dittert* (WDR etc.) ist entrüstet über den Rücktritt: > Just nuts. Caving in to Trump and Maga that easily doesn't bode well for Britain in general. > > – [@annettedittert, 09.11.2025](https://x.com/annettedittert/status/1987585430733066323)/[archiviert](https://archive.is/EKOv7) Auf Deutsch etwa: »Einfach verrückt. Dass Großbritannien sich Trump und MAGA so leicht beugt, verheißt nichts Gutes für die Zukunft.« Chef-Journalisten treten zurück, weil man dabei erwischt wurde, grob und manipulativ im Stil anti-demokratischer Propaganda zu *lügen*, und das bedeutet, sich »Trump und Maga« zu beugen? Ein kleiner Teilsieg der Wahrheit »verheißt nichts Gutes für die Zukunft«? Jan von Hein, Professor für Zivilrecht, kommentiert: > Eine deutsche ARD-Journalistin ist irritiert, dass die manipulative Berichterstattung der BBC im UK tatsächlich einen Rücktritt der Verantwortlichen nach sich zieht. > > – [@JanvonHein1, 09.11.2025](https://x.com/JanvonHein1/status/1987620744545603777) Wir sollten uns fragen: Welchen Begriff von Journalismus hat Frau Dittert? Was sieht sie als die Aufgabe von Journalisten? Wir ahnen es. Ach, wir *wissen* es vermutlich. Und wir zucken mit den Schultern – in Bezug auf Journalisten. Das größere, dramatische und längst akute Problem ist, dass Menschen wie Frau Dittert das Denken der Gesellschaft geformt haben und noch immer formen. Und ich gehe *nicht* davon aus, dass Frau Dittert ein Sonderfall ist. Frau Dittert, so meine These, ist durchaus eine normale Journalistin. Tucholsky diagnostizierte, dass in Deutschland derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher gehalten wird als der, der den Schmutz macht. Ähnlich ließe sich sagen: Für deutsche Journalisten ist offenbar nicht die große Lüge der Skandal, sondern dass einmal pro Jahrzehnt ein Journalist für seine Lügen zur Verantwortung gezogen wird. ## Dieser Ärger etwas Freude Das Weltbild, das große Gedankengebäude der Linken, ist auf Lügen gebaut, aus Lügen gemauert und wird von Lügen als Mörtel zusammengehalten. Es entbehrt nicht einer inneren Logik, dass Frau Dittert es »just nuts« findet. Einfach verrückt. Als Journalist nur ein einziges Mal zuzugeben, dass man gelogen hat, wird dazu führen, dass man es auch in anderen Fällen zugeben muss. Man hat sich komfortabel im linken Weltbild eingerichtet – finanziell wie mental –, doch mit jedem Geständnis werden die Mauern dieses Hauses brüchiger. Frau Dittert ist vermutlich gut versorgt, die BBC-Chefs ebenso. Mein Mitleid mit deren Seelennöten ist überschaubar. Ja, tatsächlich lächle ich, ich schmunzle und bin guter Dinge. Wenn Lügner zur Verantwortung gezogen werden und ihre Journalisten sich darüber ärgern, dann will ich gestehen, dass mir dieser Ärger etwas Freude bereitet. Doch natürlich hoffe ich, so viel Missionseifer muss sein, dann doch auf die *Bekehrung* jedes Journalisten. Ja, die Bekehrung zur *Wahrheit*, und hier meine ich »Wahrheit« im alltäglichen, ganz säkularen Sinne: Wahrheit als Kohärenz von Realität und Nachricht. - [Die Schwerkraft wird uns drankriegen](https://dushan.org/essays/die-schwerkraft-wird-uns-dran-kriegen/) Die Schwerkraft folgt bestimmten Regeln, ob es uns gefällt oder nicht, und keine Ideologie kann das überschreiben. Ähnlich ist es mit den Regeln, nach denen eine Gesellschaft funktioniert. Es ist zu befürchten: Die »Schwerkraft« wird uns drankriegen. Physiker suchen nach der Weltformel, nach der Formel, aus der sich alle übrigen Formeln ableiten lassen. Wir müssen keine Physiker sein, wir müssen keine einzige Physikformel aufsagen können, um an der physikalischen Welt teilnehmen zu können. Anders verhält es sich mit der Gesellschaft. Jeder Mensch, ob vermeintlich irre oder vermeintlich normal, ja regelmäßig auch der vermeintliche Einsiedler, wird nicht umhinkommen, in irgendeiner Form eben doch in *die Menschheit* eingebunden zu sein. Brauchen wir als Mitglieder in der Gesellschaft denn ebenfalls kein Wissen um *Formeln*? Jein. Es stimmt ja nicht einmal in Sachen *Physik*. ## In Richtung des Bodens Tatsächlich lernen wir schon als Kinder grundlegende physikalische Wahrheiten, nur eben nicht bewusst und in Zahlen oder als Formeln. Ein bekannter Scherz sagt, dass Newton die Schwerkraft erfunden hat – und vor ihm seien die Dinge alle umhergeflogen. Haha, nein: Die Schwerkraft (genauer: die Anziehungskraft der Masse) als Eigenschaft des Universums existierte natürlich vor Newton. Vor allem aber: Der Mensch erwirbt vom ersten Tag seiner Existenz an ein Verständnis der physikalischen Gesetze. Ein Kind lernt, dass, wenn es einen Gegenstand loslässt, dieser sich schnell in Richtung des Bodens bewegen wird. Dafür sind ja die simplen Experimente im Sachkundeunterricht da: die gelernten, offensichtlichen physikalischen Gegebenheiten in Wahrheiten um Formelwissen zu erweitern. Mit der Gesellschaft und deren Gesetzen ist es leider komplizierter. ## Nach der Ideologie des Lehrers Uns wird wahrlich viel über angebliche Regeln der Gesellschaft beigebracht, von klein auf, doch nicht weniges davon ist schlicht falsch, gelogen, gefährlicher Unsinn. Der Sozialkunde- oder Ethikunterricht sagt dir nicht, wie die Gesellschaft *wirklich* ist, sondern wie sie nach der Ideologie des Lehrers sein *soll*. Ähnlich das Propaganda-TV, die sogenannten Nachrichten oder – in Propagandastaaten wie Deutschland – leider auch manche Sonntagspredigt in der Kirche. Was sind denn die *wahren* Formeln der Gesellschaft? Wie funktioniert Gesellschaft *wirklich*? Wir haben aus Erfahrung gelernt, dass *heutige* Soziologen an den Universitäten zu den weltfremdesten Gestalten überhaupt gehören, Journalisten und bezahlte Denker sowieso. Doch wer beschreibt die Gesetze der Gesellschaft dann? Nun, da wären etablierte Regelbücher wie *Der Fürst* von *Machiavelli*, *Psychologie der Massen* von *Le Bon* oder *48 Gesetze der Macht* von *Robert Greene*. Diese Bücher sind nützlicher als alles, was du je in einer öffentlichen Schule in Deutschland über Mensch und Gesellschaft lernen wirst. Diese Ratgeber sind aber mehr Listen bewährter Faustregeln als wirkliche Theorien des Zusammenlebens. ## Erstens, zweitens Lasst mich die simpelstmögliche *Formel der Gesellschaft* vorlegen. Eine Gesellschaft muss, um zu überleben, um ihren Teilnehmern ein Zuhause bieten zu können, um der Menschheit insgesamt zu ebendiesen Zwecken zu dienen, im Kern *zwei* Werte hochhalten: *Erstens:* Die Gesellschaft muss das eigene Überleben als absoluten und unter keinen Umständen verhandelbaren Wert hochhalten. *Zweitens:* Die Gesellschaft muss Wahrheit als grundsätzlichen Wert hochhalten. Praktische Ausnahmen von der Regel, stets nach Wahrheit zu suchen und diese auszusprechen, müssen solche bleiben und korrigiert werden. Eine Gesellschaft, die nicht das eigene Überleben anstrebt, wird vermutlich nicht überleben. Und eine Gesellschaft, die nicht in der Bewertung aller fürs Überleben notwendigen Faktoren realistisch ist, wird selbst mit Überlebenswillen nicht überleben. All die *erschreckenden* Nachrichten über Deutschland und gewisse Entwicklungen im Westen insgesamt lassen sich leider auf das Brechen mit diesen beiden Werte zurückführen. In Deutschland wird uns der Wunsch, das Überleben von Gesellschaft und Land zu sichern, von der Propaganda als *böse* eingehämmert. Sozial-, Wirtschafts- und Energiepolitik treiben aktiv die Zerstörung der jeweiligen Strukturen voran. Weite Teile der Akademia im Westen haben sich dem Auftrag verschrieben, ideologisch motivierte Lügen als Wahrheit zu etablieren. ## Einst der Ort Die Universitäten waren einst der Ort, der die Gesellschaft bei der Suche nach Wahrheit anführte und vorantrieb. Der »Marsch durch die Institutionen« pervertierte diese Funktion in ihr Gegenteil: Einst hochangesehene Universitäten wurden zu Feinden der Wahrheit, zum infektiösen Herd einer Vergiftung der Gesellschaft durch Lügen und suizidale Ideologie. Die Schulen sollten der Ort sein, an dem Kinder zuerst natürlich für die Arbeitswelt vorbereitet werden, dann aber auch für produktive Teilhabe an der Gesellschaft. Ich weiß, dass viele Lehrer redlich bemüht sind, doch die Berichte der Arbeitgeber und unsere alltägliche Erfahrung lassen Sorgen aufkommen. Was also tun? Gehen wir davon aus, dass du dein Überleben sowie das Überleben zumindest *einiger* deiner Bemühungen als hohen Wert hochhältst. Gehen wir weiter davon aus, dass du gewohnt (und weiter bereit) bist, die seelische Arbeit aufzubringen, der Realität ins Auge zu sehen, sprich: dass *Wahrheit* für dich nicht nur theoretischer, sondern auch ein praktischer Wert ist. Was solltest du also tun? Sagen wir mal so: Wenn das Flugzeug, in dem du sitzt, mit brennendem Motor gen Erde stürzt, bringt es wenig, wenn du hektisch mit den Armen flatterst. - [Haltet die andere Wange hin!](https://dushan.org/essays/die-andere-wange/) Wilde These: Ja, es ist eine gute Idee, moralisch ratsam und sogar nützlich, »die andere Wange hinzuhalten«. Gerade für Konservative, Nicht-Linke und andere Menschen mit Gehirn. (Bitte zunächst diese Erklärung lesen, erst dann ggf. schimpfen.) Es gibt einen Vers im Neuen Testament, mit dem tun sich gerade *Christen*, wenn und weil sie die Bibel *ernst* nehmen, gelegentlich schwer – während die Woken und Ideologen auf genau diese Forderung Jesu zu pochen scheinen: > Ich dagegen sage euch: Ihr sollt dem Bösen keinen Widerstand leisten; sondern wer dich auf die rechte Wange schlägt, dem halte auch die andere hin, und wer mit dir einen Rechtsstreit anfangen und dir den Rock nehmen will, dem überlaß auch noch den Mantel. > > – [Matthäus 5:39-40](https://dushan.org/bibel/matthaeus/5:39-40) Brächte jemand eine *woke* (sprich: modern-suizidale) Bibel heraus, würde er diesen Text vermutlich in die deutsche Neuzeit übertragen: > Ich aber sage euch: Leistet dem jungen Mann keinen Widerstand, sondern wenn er dich in den Bauch messert, dann biete ihm auch die Brust an. > > – Matthäus 5:39 in einer hoffentlich fiktiven »woken« Übersetzung Ich habe es mit Schrecken gelesen, wie Eltern, nachdem ihr Kind von einem »jungen Mann« ermordet wurde, öffentlich nicht trauerten, sondern zuerst zum Kampf gegen Rechts aufriefen. Ich habe mit Kopfschütteln gelesen, wie eine Person des öffentlichen Lebens, nachdem sie vergewaltigt worden war, bei der Täterbeschreibung gegenüber der Polizei zunächst wesentliche Merkmale verschwieg – aus Angst, durch eine ehrliche Aussage »rechte Hetze gegen Flüchtlinge« zu befördern. Und ich habe selbst eine linke Mutter kennengelernt, deren Kind auf dem Schulweg von einem »jungen Mann« zusammengeschlagen worden war – und die 150-Prozentige reagierte darauf, indem sie ihren »Kampf gegen Rechts« noch schriller hochdrehte. Ist es *das*, was hiermit gemeint ist? Gemessert werden und nach noch mehr Messern zu verlangen? Ich wage, hier die These vorzulegen, dass dieser Vers auch *gegenteilig* zur »woken« Deutung verstanden werden kann. Und *dann* ist eine Lehre enthalten, die uns zu stärkeren, klügeren Menschen werden lässt. Der *Kontext* dieses Verses sind die »neuen Thesen«. Jesus greift Verse der jüdischen Bibel auf (unseres »Alten Testaments«) – und verschärft sie. Zum Beispiel: > Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.  > > – *Matthäus 5:27-28* *Dies* ist einer der Texte, die Linke und Modernisten *nicht* zitieren werden. Nur das mit dem Hinhalten der Wange wird zitiert. Und auch das nur in dem einen Kontext, dass man sich von »jungen Männern« messern lässt. In jeder anderen Hinsicht sind Linke gern und bewusst die Täter. (Stets mit der Rechtfertigung, dass man damit doch nur der Gewalt zuvorkomme, die der Andersdenkende heimlich geplant hat.) Wie *sollen* wir den Vers aber verstehen, wenn nicht als selbstzerstörerische Gewalttoleranz? Lasst mich – inspiriert von klügeren Männern – eine Deutung zur Begutachtung vorlegen! Es fällt auf, dass Jesus verschiedene Taten listet, die der Mensch ertragen soll, von denen keine einen körperlichen oder nachhaltig existenziellen Schaden verursacht. Wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Und so weiter. Sicher, ein Hemd oder einen Mantel zu verlieren, kann schmerzlich sein. Doch dein buchstäblicher Seelenfrieden ist mehr wert. Mensch zu sein und Mensch zu bleiben ist so viel wichtiger als ein Kleidungsstück – oder etwas Zeit zu sparen. Wenn Jesus aber vom *Schlag auf die Wange* spricht, dann spricht er vom *Schlag auf die Wange* – und nicht vom Abgestochenwerden. Sicher, in seinem großen Finale widerstand er berühmterweise *nicht* der Gewalt. Doch das war *nicht* die Regel. In Johannes 10:39 etwa wollen die Juden ihn festnehmen und steinigen lassen – »er aber entzog sich ihrem Zugriff«. Nein, die Wange hinzuhalten ist nicht eine Aufforderung, sich jede mögliche Gewalt antun zu lassen. Der Schlag auf die rechte Wange galt damals als grobe Beleidigung, auch weil ein Rechtshänder das Gegenüber mit dem *Handrücken* schlagen muss – übel! Jesus, so meine Deutung, sagt hier: *Ertragt es, beleidigt zu werden!* Im selben 5. Kapitel sagt er ja selbst: > Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. > > – Matthäus 5:11 Diese Verse und Gedanken sind auch dann nützlich, wenn man *nicht* an die metaphysische Rahmenstory glaubt! Wenn du das Richtige tust, wenn du kämpfst um die Bewahrung dessen, was zu bewahren dir aufgetragen ist, dann ertrage, dass sie dich dafür beleidigen, Wenn du nach der Prüfung von Fakten, Logik und Gewissen zu dem Schluss kommst, dass für Land und Familie zu kämpfen *das Richtige* ist, dann soll es dich nicht kümmern, mit welchen Worten sie dich dafür beschimpfen. Ich sage euch: Widersprecht nicht einmal denen, die euch beleidigen, weil sie nicht ertragen, dass ihr das Richtige tut – und sie damit als das Böse entlarvt. Wenn einer dich »Nazi« nennt, dann sage ihm, er soll dich auch gleich noch »Faschist« nennen – mindestens! Liebt eure Feinde. Und betet für die, die euch verfolgen. Aber, da ihr ja klug seid und Verantwortung tragt: Liebt eure Feinde lieber aus sicherer Entfernung. Ihr habt noch viel zu tun! Erlaubt euren Feinden nicht, eure Arbeit zu unterbrechen, bevor ihr fertig seid. - [Die die Zimmer nicht studierten](https://dushan.org/essays/hausnummer-22/) Wir haben, seit den ersten Anfängen der Menschheit, an einem großen Haus gebaut. Man mag dieses Haus nun »Weisheit« oder »Klugheit« nennen. Oder einfach »gesammelte Erfahrung«. Jetzt aber wird es abgerissen – und zu wenige Leute kümmert es. Stell dir ein Haus vor, das am Anfang sehr klein war. Ein kleines Haus mit einem einzigen Zimmer, von einem großen Feld umgeben. Eine Generation wohnte darin, dann die nächste Generation. Eine um die andere Generation baute an diesem, ihrem Haus. Man korrigierte dies, man reparierte jenes. Und jede Generation baute ihre eigenen Erweiterungen. Ein neues Wohnzimmer als Anbau. Ein Wintergarten. Erst zusätzliche Zimmer für die Kinder, dann ein neuer Trakt für die Kinder der Kinder. Die Zahl der Generationen, die am Haus bauten, ist so hoch, dass darüber nur Schätzungen existieren. Einige der Generationen bauten nicht nur das Haus um, sondern führten währenddessen auch Krieg innerhalb der Familien. Die Gewinner dieser Kriege bauten danach stets auch die Geschichte um – die Geschichte des Hauses wie auch die Geschichte der Generationen. Dieses wurde abgerissen, jenes erweitert. Ja, Spuren weisen heute darauf hin, dass es immer wieder Phasen gab, in denen mehr Teile des Hauses abgerissen als neu gebaut wurden, nur damit bald wieder umso mehr und umso schneller gebaut wurde. Stell dir ab hier nun vor, dass das Haus in Prag steht, im Hradschin vielleicht. Stell dir vor, dass das Haus dir beschrieben wird in der Zeit um die Jahrhundertwende vor den ersten zwei großen Kriegen. Also ist es sehr, sehr groß. Am Anfang, als das Haus überhaupt gebaut wurde, brauchte es kaum zehn Schritte, um einmal durchs Haus zu gehen. Im Durchschnitt dann, über die Jahrtausende, lässt sich sagen, dass die Zeit, die es braucht, von einem Ende des Hauses zum anderen zu gelangen, sich mit jeder Generation verdoppelte. Aus zehn Schritten wurden zwanzig, dann vierzig und so weiter. Bald brauchte es eine Stunde, bald ein Jahr, bald viele Jahre, um zu Fuß vom einen Ende des Hauses zum anderen zu gelangen. Ja, zu jenem Zeitpunkt, in Prag, hatte schon lange niemand mehr das Haus in seiner Gänze abgeschritten. Unter den Deutschen wurde sogar erzählt, dass es wiederum viele Generationen brauchen würde, die Architektur des von Generationen gebauten Hauses – und dazu die versammelte Anstrengung der Klügsten ganzer Generationen – zu verstehen. Die Wenigen aber, die es zumindest versuchten, ein, zwei oder sogar drei Räume des Hauses abzugehen, und die dabei auch die Geschichte und architektonische Weisheit des Hauses zu studieren, berichteten von großem persönlichen Gewinn und Wachstum. Ja, diese Leute gelangten zu hohem Ansehen. Und so wurde es bald Mode, so zu tun, als hätte man das Haus studiert. (So viele Leute logen diesbezüglich, dass die Lügner und Simulanten bald bestimmten, wie die Gesellschaft sich das Innere des Hauses vorstellte.) Und nun, schließlich, stellt euch vor, dass ein Mensch – du, dein Kind, dein Freund – die Gelegenheit hat, das Haus zu besuchen. Stell dir vor, du stehst vor der Tür zu diesem Haus. Du hast gehört, dass die Familien des Hauses teils gestorben sind, teils einfach nur ausgezogen. Dass das Haus teils verfällt, teils von Taugenichtsen und Verrückten besetzt ist. Dennoch ergibt es sich, dass du vor diesem Haus stehst. Dem Haus, das nicht im physikalischen Sinne unendlich ist, aber unendlich darin, dass kein Mensch es absehbar allein durchschreiten wird. Die Tür steht offen. Ein altes Männlein gesellt sich zu dir und sagt: »Komm, lass mich dir das Haus erklären, bevor ich sterbe. Nicht viele von uns sind noch am Leben, die das Haus noch wirklich selbst erforscht haben. Und das Haus braucht auch etwas Hilfe, hier und da, damit es nicht kaputtgeht. Komm, es bleibt nicht viel Zeit, das Haus ist groß, doch du wirst größer mit ihm!« Du aber siehst durch die offene Tür das erste und zweite Zimmer, und die Zimmer sind riesig, und du sagst zu dem Alten: »Ach, das ist mir zu anstrengend! Ich bin zu faul.« Du drehst dich um und gehst fort. ## Jeder Abend, jedes Wochenende Das, liebe Leser, ist die Situation mit der alten Bildung in der Gegenwart. Propaganda, Schulen und Stress durch Dauerkrisen reißen das Haus ein und sagen: »Es will ja ohnehin niemand dieses Haus studieren! Niemand will darin wohnen, niemand die Einrichtung pflegen oder gar neue Zimmer bauen.« Um dich her lauter Leute, die die Zimmer nicht studierten. Und du? (Und ich?!) Jeder Abend und jedes Wochenende, die du anders als mit alter Weisheit verbringst, ist wie wenn du vor jener Tür stehst, mit den Schultern zuckst ob der notwendigen Mühe und dich abwendest. Es ist *unsere* Entscheidung. Es ist *deine* Entscheidung. Jeden Tag aufs Neue. - [Teure Bäume für Berlin](https://dushan.org/essays/teure-baeume-fuer-berlin/) In Berlin will man 2 Milliarden Euro für neue Bäume ausgeben (von gepumptem Geld, klar) – während Unis und Kliniken darben. Braver Bürger zu sein bedeutet, all diesen Wahnsinn zu bezahlen und brav die Klappe zu halten. Im *sechsten* Kapitel von *DMoE*, welches mit »Leona oder eine perspektivische Verschiebung« betitelt ist, schreibt Musil: > Gerade Prostitution ist ja eine Angelegenheit, bei der es einen großen Unterschied macht, ob man sie von oben sieht oder von unten betrachtet. > > – *Robert Musil: [Der Mann ohne Eigenschaften](https://dushan.org/klassiker/robert-musil-der-mann-ohne-eigenschaften/)* Hätte ich *selbst* solches formuliert, gar unter Verwendung eines Wortes, das mit *f* beginnt und mit *ckt* endet, gar mit komparativer Gegenüberstellung von Aktiv versus Passiv, dann wäre es *fragwürdig* gewesen, *vulgär* womöglich. Doch ich *zitiere* hier, ich *berufe* mich. Ich rufe hohe Kunst zum Zeugen, zur Metapher. ## Zwei! Milliarden! Euro! Lasst mich, entgegen täglicher Absicht, aber entlang täglicher Gewohnheit, hier für schnell *Politisches* zitieren – bloß *welches*? Ich könnte von Berlin und den Bäumen berichten. *Berlin* im Sinne von *Bundesregierung* nimmt gern mal Schulden auf, die sie nicht *Schulden* nennt, sondern *Sondervermögen*. Rechnet man zur Einkommensteuer alle sonstigen Steuern dazu, von Mehrwertsteuer über Benzinsteuer bis zu Sektsteuer, zahlen die Deutschen grundsätzlich weit mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen an den Staat. Es kursieren Zahlen von bis zu 75 Prozent – wer weiß das so genau? Ein wesentlicher Teil dieser Steuern wird dem Deutschen weggenommen, ohne dass er irgendetwas davon hätte. Viele Millionen Euro werden im Ausland versenkt. *Fürs Klima*, so heißt es, doch »Klima« klingt längst wie ein anderes Wort für *blanke Korruption*. Viele Milliarden Euro werden aufgewendet und zusammen mit Wohnungen und Stadtteilen an Menschen gegeben, von denen einige recht offen die sie fütternde Hand hassen – und immer hassen werden. Die Bundesregierung hat dem Land Berlin stolze 5,25 Milliarden Euro des »Sondervermögens« zugeteilt. Von diesen umetikettierten *Schulden* hat man in Berlin nun beschlossen, 2 Milliarden für neue *Bäume* auszugeben. Die Bürger schimpfen: An Schulen und Unis werden Stellen gestrichen. Landeseigene Kliniken wurden de facto aufgegeben. Berlin fühlt sich im weltweiten Vergleich schon lange nicht mehr wie »Erste Welt« an. Doch wofür werden 2 Milliarden Euro ausgegeben? Für *neue Bäume*. – Zwei! Milliarden! Euro! ## Das Zauberwort Steuerzahler in Deutschland zu sein, fühlt sich tatsächlich an wie die eingangs von Musil beschriebene Szene – mit der Position *unten*. Ist es angemessen, den deutschen Steuerzahler mit einer Prostituierten zu vergleichen? Nein, natürlich nicht. Gleich mehrere Gesetze schützen Prostituierte davor, ausgebeutet zu werden. Das [Prostituiertenschutzgesetz](https://www.gesetze-im-internet.de/prostschg/BJNR237210016.html). [§ 180a StGB: Ausbeutung von Prostituierten](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__180a.html). Diverse weitere Gesetze schützen Prostituierte indirekt, etwa das [Infektionsschutzgesetz](https://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/) oder [Gesetze gegen Menschenhandel](https://www.gesetze-im-internet.de/sbg_xiv/). Welche Gesetze aber schützen explizit den Steuerzahler davor, vom Staat über Gebühr geschröpft zu werden? Sicher, 1995 hat das Bundesverfassungsgericht den *Halbteilungsgrundsatz* beschlossen ([Bundesverfassungsgericht – Urteil vom 22. Juni 1995, 2 BvL 37/91 (Halbteilungsgrundsatz)](https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv093121.html)), wonach der Staat nicht mehr als die Hälfte des Einkommens durch direkte Steuern beanspruchen darf: Doch *erstens* ist das nicht verpflichtend, *zweitens* ist das Zauberwort »direkte« und *drittens* scheint sich die deutsche Politik schon länger nicht mehr um solche Lappalien wie grundsätzliche Prinzipien und Werte zu kümmern. Nein, der deutsche Steuerzahler ist längst nicht so gut vor Ausbeutung geschützt, wie Prostituierte in Deutschland es sind. (Faktenfüchse könnten zudem anmerken, dass der deutsche Steuerzahler fürs »Untensein« nicht bezahlt wird.) ## Solches angetan Man hört von Bürgern bisweilen wütendes Schimpfen, dass deutsche Politiker ganz besonders *dumm* seien. Man hört, dass die hohen Herren einfach bestimmt nur böse oder gekauft seien oder selbst auf eine metaphorische Art »unten« – eine andere Erklärung sei kaum möglich. Ich werde solche Aussagen nicht bewerten, auch weil mein Bademantel in der Wäsche ist. Ich werde aber tatsächlich eine *Erklärung* vorlegen. Wie können Politiker zulassen, dass den Bürgern solches angetan wird? Nun, es kommt wohl auf die Perspektive an. Vielleicht würdet ihr die ganze Angelegenheit ganz ähnlich wie die hohen Damen und Herren sehen, wenn ihr *da oben* wärt. Sollte euch aber das Gefühl beschleichen, dass ihr als Bürger und Steuerzahler in der beschriebenen Szene *unten* seid – metaphorisch gesprochen –, empfiehlt es sich doch, kluge Strategien zu ergreifen und baldmöglichst nicht mehr *da unten* zu sein. (Oder man könnte sich natürlich zur Überzeugung bringen, dass das alles einem sogar gefällt, sprich: man könnte ein wahrer *Untertan* werden. Doch davon gibt es schon heute zu viele, da braucht es nicht auch noch dich.) - [Wie ein leerer Transporter im Sturm](https://dushan.org/essays/leerer-transporter/) Seid ihr schon mal mit einem leeren Transporter durch Windböen oder Sturm gefahren? Jede Böe will das Fahrzeug aus der Fahrspur drücken. Du sitzt drin, hast aber Angst – würdest gern lebendig ankommen. So etwa fühlt sich derzeit Deutschlands Politik an. Ich spüre es bis heute in den Knöcheln – und im Bauch. So etwas vergisst man nicht! Es passierte, als ich einen Kleinbus gemietet hatte, einen Transporter, wie man es so tut, um eine größere Menge an Dingen von einem Ort zum anderen zu transportieren. Als das ordnungsgemäß erledigt war, fuhr ich mit dem nun leeren Transporter wieder zurück, auf der guten deutschen Autobahn, an einem Sonntagnachmittag. Es war nicht niemand unterwegs, aber auch nicht zu viele Autos. Wenige LKWs, mehr Sonntagsausflügler. Ich war guter Dinge und fuhr dahin, in meinem leeren Kleinbus. Und dann kamen Windböen auf. Der erste Windstoß schob mich ein gutes Stück in die linke Spur. Höhere Mächte verhinderten die Katastrophe. Just in dem Moment war links von mir gerade niemand. Ich erinnerte mich wohl an irgendwas Nützliches aus der Fahrschule, oder meine Instinkte waren einfach im entscheidenden Moment richtig, denn ich riss das Steuer *nicht* panisch herum, sondern dirigierte das leere, schwankende Gefährt behutsam wieder in die korrekte Spur. Bald stieß der nächste Windstoß an den Transporter. Ich konnte noch so gut vorbereitet sein – was sollte ich tun, wenn der Wind den kompletten Kleinbus verschiebt? Nun, aus der Tatsache, dass ich euch diese Zeilen aufschreiben kann, lässt sich leicht schlussfolgern, dass ich jene Fahrt zumindest *überlebte*. Soweit ich mich erinnern kann, hielt ich mich innerhalb meiner Fahrspur rechts, sodass ich auch bei einem Windstoß von rechts innerhalb der Fahrspur blieb. Vermutlich ist darin, dass man sich rechts halten soll, damit ein Windstoß nach links einen nicht aus der Spur trägt, eine politische Metapher enthalten. Doch sie ist mir zu leicht umkehrbar. Und es hängt ja ohnehin davon ab, aus welcher Richtung die Böen gerade kommen. Ich will auf eine *andere* Metapher hinaus. Der leere Kleinbus wurde vom Wind hin- und hergeschoben, weil ihm schlicht der Ballast fehlte. Keine Nutzlast hielt das Gefährt mehr auf der Straße. Doch auch ohne Gewicht bot der Transporter noch immer viel *Angriffsfläche*. Erlaubt mir bitte, etwas *dramatisch* zu formulieren: Weil dem Transporter der *Sinn* und *Zweck* fehlte, weil er seine *Nutzlast* losgeworden war, fehlte ihm nun das *Gewicht*, und der Wind schob ihn hin und her. Deutschlands Gegenwart erinnerte dieser Tage an jene dramatische Fahrt durch die Windböen. Was ist denn die *Nutzlast* Deutschlands? Was ist der Sinn und Zweck? *Wofür* ist dieser Transporter unterwegs? Dass Deutschland seine Kraftwerke sprengt, seine Wirtschaft zu Tode würgt und die Leistungsträger aus dem Land vergrault, während es die Gesellschaft nach dem Vorbild nahöstlicher Islamisten-Hotspots umbaut – all das ließe sich lesen als NGO-induzierte Windböen. Ein »normales« Land würde all diesen wahnwitzigen, potenziell tödlichen Ideen leicht widerstehen. Doch ein »normales« und »psychisch gesundes« Land weiß, dass ein erster Zweck darin besteht, das Wohl des Volkes zu mehren und Schaden vom Volk abzuhalten. Ein normales Land ist sich seiner *ganzen* Geschichte bewusst, nicht nur der unschönen Aspekte. Deutschland hat seinen Sinn und Zweck aufgegeben, seinen natürlichen Auftrag verraten und also schließlich sein *Gewicht* verloren. Wir werden hin- und hergeworfen wie ein leerer Transporter im Sturm auf der Autobahn. »Ein Land muss mehr als ein Pflichtenkatalog sein«, [schrieb ich 2017](https://dushan.org/merkels-erbe/), und das gilt weiterhin. Ein Transporter ohne Nutzlast, Sinn und Zweck und damit ohne *Gewicht* – *natürlich* wird so ein sinnloses Fahrzeug von Windböen hin- und hergeschleudert werden. Die Spur hält sich leichter und du musst Windböen weit weniger fürchten, wenn dir eine Nutzlast Gewicht verleiht – wenn du weißt, zu welchem Zweck du überhaupt unterwegs bist. Das gilt für *Lastentransporte*, für *Länder* und nicht weniger für das eigene *Leben*. - [Wer sollte wählen dürfen?](https://dushan.org/essays/wer-sollte-waehlen-duerfen/) Im alten Griechenland bedeutete »Demokratie«, dass nur freie Männer, deren Eltern selbst aus Athen stammten, wählen und mitbestimmen durften. These: Würden heute nur Verantwortungsträger wählen, hätte AfD die absolute Mehrheit. Es ist eine denkbar simple Meldung: > Bei der neuen INSA-Sonntagsfrage im Auftrag von *Bild* ist die AfD mit 26 Prozent weiterhin stärkste Kraft, auch wenn sie im Vergleich zur vorherigen Woche einen Prozentpunkt verlor. (…) In allen Altersgruppen von 18 bis 59 Jahren ist die AfD stets stärkste Kraft. Lediglich bei den Wählern ab 60 Jahren liegt sie auf dem zweiten Platz. > > – [apollo-news.net, 28.10.2025](https://apollo-news.net/neue-insa-umfrage-afd-in-allen-altersgruppen-bis-60-strkste-kraft/) Diese neue Umfrage schlüsselt nicht nach Geschlecht auf, doch ältere Untersuchungen tun das durchaus. > Bei der letzten Bundestagswahl war die AfD bei jungen Männern doppelt so stark wie bei jungen Frauen. Umgekehrt erhielt die Linke doppelt so viel Unterstützung unter jungen Frauen wie unter jungen Männern. > > – [handelsblatt.com, 17.09.2025](https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wahlen-warum-junge-maenner-die-afd-waehlen-und-junge-frauen-die-linke/100155758.html) Ein zynischer Witzbold könnte angesichts dieser Erkenntnis ausrufen wollen: > Ha, ich wusste doch, dass das Frauenwahlrecht ein Fehler war! > – fiktiver frivoler Frechdachs Oder, als Anschauungsbeispiel für einen nicht ausgedachten Zeitgenossen: > Ihr trefft einen Mann zwischen 30 und 60, der einer regelmäßigen Arbeit nachgeht und ethnischer Europäer ist? 50 % Chance, dass er die AfD wählt. > > – [@KraZMagazin, 28.10.2025](https://x.com/Sueviasuperior/status/1983849785200144688) Weckt mal kurz den inneren Historiker in euch und fragt ihn, woran ihn diese Beschreibung erinnert – dieser »Mann zwischen 30 und 60, der einer regelmäßigen Arbeit nachgeht und ethnischer Europäer ist«. Ich helfe gern! ## Mesopotamischen Stadtstaaten In diesen Zeiten, in denen die deutsche Demokratie ohnehin durch einen totalitären Elitenstaat namens *UnsereDemokratie* ersetzt wird, könnte man bald vergessen, dass das, was wir *vorher* hatten, auch nicht »die« Demokratie im ursprünglichen Sinne war. *Demokratie* ist ein griechisches Wort: δημοκρατία. Wörtlich: die Volksherrschaft. Die erste wörtliche Erwähnung findet sich im 5. Jahrhundert vor Christus bei *Herodot*. Erste demokratische *Vorläufer* wurden allerdings schon drei *Jahrtausende* vor Christus in mesopotamischen Stadtstaaten praktiziert (siehe [engl. Grokipedia](https://grokipedia.com/page/Democracy#ancient-origins)). In Mesopotamien, vor fünftausend Jahren, versammelten sich freie Männer, um gemeinsam Entscheidungen für ihren Stadtstaat zu treffen. Und auch in der *Demokratie* der alten Griechen waren es freie Männer, die über das Wohl des Staates abstimmten. Ausschließlich *männliche Vollbürger* Athens waren wahlberechtigt, also freie, erwachsene Männer, die dazu noch Athener Eltern hatten. *Nicht* wählen durften Frauen, Kinder, Sklaven, ortsansässige Fremde. In der Athener Demokratie waren nur etwa 10 bis 15 Prozent der Bürger tatsächlich wahlberechtigt! Simple Frage: *Inwiefern ist ein allgemeines Wahlrecht besser?* Das Komplizierte an dieser simplen Frage ist die Zweideutigkeit des Wortes *besser*. Wie ich in *[Relevante Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)* darlege, bedeuten (potenziell) ethische Begriffe wie *besser*, dass eine *relevante Struktur* gestärkt wird. Es ist *gut*, ein Kind zum Lernen zu motivieren, da dies die relevanten Strukturen *Kinder* und *unser aller Zukunft* stärkt. Welche Struktur wird aber durch ein allgemeines Wahlrecht gestärkt? Simple Antwort: *Durch das allgemeine Wahlrecht wird die Legitimation des Ergebnisses gestärkt.* Das allgemeine Wahlrecht dient dem Zweck, dass die Politik sagen kann: »Haha, ihr *alle* habt uns gewählt, damit sind wir berechtigt, über euch alle nach Gutdünken zu verfügen.« Das allgemeine Wahlrecht wird *nicht* damit begründet, dass es den relevanten Strukturen *Land, Volk und Wohlstand* bestmöglich dient. ## Für effektivere Schlachthöfe In der Demokratie entscheidet ja die *Mehrheit* über die Regierung (zumindest in der Theorie). Doch ich stellte schon 2018 fest: [»Die Mehrheit liegt selten richtig, aber oft falsch«](https://dushan.org/mehrheit-und-wahrheit/). Nach Platon führt Demokratie zur Herrschaft der Unwissenden, da die Menge von *Lust* getrieben ist. Nach *Tocqueville* ist Demokratie die *Tyrannei der Mehrheit*. »Wir sind mehr«, so rufen deutsche Schafe gern, wenn sie von ihren Metzgern angestiften wurden, für effektivere Schlachthöfe zu demonstrieren. Doch schon Goethe wusste: > Nichts ist widerwärtiger als die Majorität; denn sie besteht aus wenigen kräftigen Vorgängern, aus Schelmen, die sich anpassen, aus Schwachen, die sich angleichen, und der Masse, die nachrollt, ohne im mindesten zu wissen, was sie will. > > – Goethe, Maximen und Reflexionen Ein bekanntes Bonmot besagt: »Demokratie bedeutet, dass zwei Wölfe und ein Schaf darüber abstimmen, was es zum Abendessen gibt.« – Es liegt schmerzhaft viel Wahrheit darin. Tatsächlich, siehe obige Umfragen, bedeutet Demokratie heute, dass die Faulen, die Unglücklichen, die Arbeits- und Ahnungslosen darüber entscheiden, wie sie den wenigen Fleißigen und Verantwortlichen den Ertrag ihrer Arbeit wegnehmen und unter sich verteilen. ## Im altgriechischen Sinne »Unsere Demokratie« bedeutet in absehbarer Konsequenz *totalitärer Unrechtsstaat und Herrschaft elitärer Seilschaften*. »Demokratie mit allgemeinem Wahlrecht bei gleichzeitiger Dauerpropaganda« – bedeutet das in erlebter Konsequenz womöglich die Herrschaft der Faulen, Ahnungslosen und Verführbaren? Eine Demokratie im altgriechischen Sinne bedeutet die Herrschaft der *wirklichen* Verantwortungsträger. Es ist eine simple Wahrheit: Würden wir Demokratie im altgriechischen Sinne betreiben, hätte die AfD eine komfortable eigene Regierungsmehrheit. Auf der anderen Seite: Wenn Verantwortung und Vernunft bei deutschen Wahlen die Mehrheiten und damit die Politik bestimmen würden, wäre die AfD gar nicht notwendig gewesen. *Allgemeine Unvernunft* oder *allgemeines Wahlrecht* – ein Land kann sich nur *eines* davon leisten. - [Mach dich frei!](https://dushan.org/essays/mach-dich-frei/) Drei simple Fragen: 1. Ist Deutschland ein freies Land? 2. Fühlst du dich frei? 3. Falls du bei 1. oder 2. mit Nein geantwortet hast: Hast du (noch) Kraft und Möglichkeit, ja, spürst du überhaupt Wunsch und Hoffnung, (wieder) frei zu sein? In Sonntagsreden sagen etablierte Politiker gern, Deutschland sei *freiheitlich* und *demokratisch* und natürlich *rechtsstaatlich*. Zu sagen, dass es in Deutschland *rechtsstaatlich* zugeht, setzt allerdings eine »Rechtsstaatlichkeit« voraus, nach welcher Bürger regelmäßig ohne Anklage und Verfahren bestraft werden (etwa durch [gezielt einschüchternde Hausdurchsuchungen](https://dushan.org/der-staat-lacht/)) oder dass politisch missliebige Personen lange Zeit [ohne triftigen Grund in U-Haft](https://dushan.org/ballweg-der-mann/) gehalten werden. Und zu sagen, dass es *demokratisch* zugeht, setzt den neuen Begriff »Unsere Demokratie« voraus, zu der Benachteiligung und Ausschluss der Opposition kein Widerspruch, sondern explizit wünschenswert sind. Nun, *rechtsstaatlich* und *demokratisch* in ihrer traditionellen Bedeutung sind aktuell nicht unbedingt zu erkennen. Wie verhält es sich aber mit *freiheitlich*? Ein *freiheitlicher* Staat verteidigt, so haben wir es gelernt, die *bürgerlichen Freiheitsrechte*. Ein *freiheitlicher* Staat verteidigt die Meinungsfreiheit, die Religionsfreiheit, die Versammlungsfreiheit und so weiter. Hui, da wird es wieder haarig. - Der deutsche Staat tritt offen und aggressiv als Gegner der Meinungsfreiheit auf. - Volle Religionsfreiheit gilt de facto nur für Muslime. Ich könnte aus anderen Religionen markante Glaubenspunkte zitieren, deren öffentliches Bekenntnis dem Gläubigen sehr konkreten Ärger einbringen wird. - Staatlich finanzierte NGOs und der Staatsfunk agitieren aggressiv gegen politisch missliebige Versammlungen. Der Opposition und regierungskritischen Gruppen wird regelmäßig die Anmietung öffentlicher Räume verwehrt. Vom Staat finanzierte NGOs gehen – zum Teil mit körperlicher Gewalt – gegen oppositionelle Versammlungen vor. - Politiker und staatsnahe NGOs bedrängen kritische Presse ([bz-berlin.de, 10.10.2025](https://www.bz-berlin.de/berlin/treptow-koepenick/die-linke-apollo-news)). Weisungsgebundene Staatsanwälte ermitteln schon mal aufgrund (nicht nur) meiner Einschätzung nach hanebüchener Vorwürfe gegen kritische Journalisten ([newsroom.de, 28.10.2025](https://www.newsroom.de/news/aktuelle-meldungen/vermischtes-3/berliner-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-julian-reichelt-975906/)). Der widerlegenden Beispiele soll es für jetzt genug sein – wir fangen hier lieber gar nicht erst von der [Corona-Panik-Zeit](https://dushan.org/ermaechtigungsgrundlage/) an. Ich dokumentiere und kommentiere es ja [seit bald einem Jahrzehnt](https://dushan.org/alle-essays/). Wieder einmal ist nicht die Frage, *ob* Deutschland ein freies Land ist, sondern ob und inwieweit *du* ein freier *Mensch* bist. Im Grundlagentext [»Was meinen Sie, wenn Sie ›Freiheit‹ sagen?«](https://dushan.org/freiheit/) erkläre ich: > Ich fühle mich »frei«, wenn ich zwischen mehreren (potenziell) befriedigenden Möglichkeiten wählen kann. > > – [Essay vom 1.11.2017](https://dushan.org/freiheit/) Meine These: **Freiheit ist Zufriedenheit mit den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten.** Wenn du mit den Möglichkeiten, die dir zur Verfügung stehen – oder die du in diesem Moment siehst! –, nicht zufrieden bist, fühlst du dich nicht frei. Ebenso wie *Gut und Böse* (siehe *[Relevante Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)*) ist auch *Freiheit* die abstrakte Generalisierung eines mithilfe von Emotionen gedeuteten Zustands. Bist du frei? *Fühlst* du dich frei? Du *könntest* in dich gehen und abwägen, ob dich dein *Freiheitsgefühl* wirklich klug berät. (Wenn du dich unfrei fühlst, bis du etwa die Möglichkeit hast, Heroin zu nehmen, solltest du dein »Freiheitsgefühl« dringend überprüfen und neu justieren, idealerweise mit professioneller Hilfe.) Wenn du aber die Möglichkeiten, nach denen dein Freiheitsgefühl verlangt, gründlich geprüft hast, wenn du deinen Begriff von Freiheit vor den Weisen und Gelehrten der Geschichte rechtfertigen kannst, dann bleibt die Wahl: Unfreiheit akzeptieren oder Möglichkeiten ändern. Wenn der Arzt sagt: »Machen Sie sich mal frei«, meint er damit, man solle seine Kleidung ablegen, sich entblößen, sich nackt machen. Die andere, die direkte und wörtliche Bedeutung von »mach dich frei« hat aber wohl ebenfalls mit dem Ablegen von Kostümen und Illusionen zu tun – mit gedanklicher und *seelischer* Nacktheit. Lege Illusionen ab: Illusionen zum *wahren* Zustand des Landes und zu unserer realistischen Zukunft. Lege die von Propaganda und Marketing eingeredeten Lügen ab, lege die Illusionen ab bezüglich der Frage, welche Möglichkeiten dich *wirklich* zufriedenstellen werden. Ändere deine Zufriedenheit und mentale Verdrehtheit. Oder ändere deine Möglichkeiten und Umstände. Tue das eine oder das andere, nur bitte – *bitte!* – finde dich *nicht* damit ab, *unfrei* zu sein. - [Und dann wird es weniger sein](https://dushan.org/essays/weniger/) Wir zittern vor dem, was kommt. Oder wir leugnen’s (und etwas in uns zittert heimlich doch). Das Zittern vor der Zukunft aber enthält eine Lüge, einen blinden Fleck fürs HEUTE. Die Zeit zu handeln ist heute heute. (Kein Schreibfehler, lies es noch mal.) In der Schule hatten wir Geschichtsunterricht und Religionsunterricht und/oder Ethikunterricht und vielleicht noch Sozialkunde oder sogar Staatskunde – und ja, heute ist das wohl alles dasselbe. Dazu kamen noch die Momente, als der Lehrer vom Unterrichtsstoff abwich. Das konnte der Mathelehrer wie der Deutschlehrer sein. Seltener der Chemie- oder Physiklehrer, und wenn doch, dann tendenziell im Jahrzehnt vor der Rente. Der Abweichende erzählte dann also manchen Schwank aus seinem Leben. In Wahrheit war das Leben des Abweichlers meist überhaupt nicht abweichend. Eher angepasst war es, und zuletzt hatte die Vernunft das Herz besiegt, darum war er ja Lehrer geworden und nicht Rockstar oder … Falls ihn aber die Pausenglocke nicht rechtzeitig vor sich selbst rettete, beichtete er uns mit jedem Mal zynischer werdenden Kindern, was er *eigentlich* werden wollte. Der *wahre* Zweck von beidem, der wahre Sinn der vielen Spielarten des Ethikunterrichts wie auch die Berechtigung der Lehrerbeichten war es, uns auf die eigenen Entscheidungen des Lebens vorzubereiten. Zu wissen, wer wann in welchem Wald welche Schlacht gewonnen oder verloren hat, trägt gewiss zu deiner *Bildung* bei. Doch zu fühlen und zu verstehen, warum der Lehrer sich nach der ungeplanten Schwangerschaft seiner heute schon wieder von ihm geschiedenen Dame gegen die Karriere als Showtänzer auf dem Kreuzfahrtschiff doch für den Lehrerberuf entschied, *das* kann und wird tatsächlich dein Denken über dein Leben formen. Denn: Nicht für die Schule, sondern fürs *Leben* lernen wir, so versicherte man uns. Doch was haben wir *wirklich* gelernt, für dieses sogenannte *Leben*? Am Eingang der Schule, in der ich nachmittags Latein-Nachhilfeunterricht bekam – ein dortiger Lehrer gebrauchte die Räumlichkeiten zu diesem Zweck –, stand das tatsächlich auf Latein an der Wand: »Non vitae sed scholae discimus«. Ich Ahnungsloser schmunzelte damals darüber. Latein? Fürs Leben? Ach, hätte ich naiver Jüngling damals gewusst, dass Latein gefühlt das *Einzige* ist, was diesem Alten von der Schule als *Wert* bleibt. Ja, ja, ja! Latein ist schön. [Schönheit ist die neue Revolution.](https://dushan.org/schoenheit-ist-die-neue-revolution/) [Schönheit ist das altneue Gute.](https://dushan.org/die-schoenheit-und-das-gute/) [Schönheit wird die Welt retten.](https://danke.dushanwegner.com/products/leserbeitrag-333) Doch was *nützt* es? (Fürs »Leben«.) Was *sagt* es? (Übers »Leben«.) Wenn ich all die Nachrichten aus dem sogenannten *Heute* zusammenfassen wollte, müsste ich sagen: Es wird *kompliziert*. Es wird *durchwachsen*. Es ist bereits *wenig demokratisch* – und es wird noch weniger werden. Und dann wird es weniger sein. Ach, was man halt so sagt, um nicht auszuformulieren: »Schrecklich für die meisten der einfachen Leute«. Die hohen Herren von Akademien, Seminaren und hohen Häusern handeln, als wollten sie unser aller Fundament lieber heute als morgen zu Kiesel zerschlagen (nützlich als Zement neuer [chinesischer](https://dushan.org/gentleman-strategie/) [Roboterfabriken](https://dushan.org/ki-maeusespeck/)). Was also habe ich gelernt? Was ist vom Schulunterricht übrig geblieben? Das erwähnte Latein natürlich. Ich teile hier mit euch aber eine *Erkenntnis* bezüglich der bevorstehenden Gegenwart: Und zwar: Es wird ungemütlich werden. Während Deutschlands öffentliche Debatte ihre letzten Gehirnzellen im Schnaps pseudomoralischer Irrelevanz ertränkt, werden weltweit inzwischen Zigtausende *qualifizierter* Leute entlassen (Zusammenfassung: [@KobeissiLetter, 28.10.2025](https://x.com/kobeissiletter/status/1983209896721236139?s=61)). In den USA kommen [die ersten humanoiden Roboter auf den Markt](https://mashable.com/article/1x-neo-humanoid-robot-preorder), in Deutschland [heben sie den Mindestlohn an](https://t.co/bVyRe7vPPO) – wohlgemerkt ohne irgendwelche sonstigen Abgaben oder Erschwernisse abzubauen. Ja, ich sage euch: Wer heute lebt, sollte aufs Erste das gesamte Konzept »Gemütlichkeit« abschreiben. Es wird ungemütlich werden. Und ihr werdet euch wieder wie in der Schule fühlen, werdet die Bedienung einer neuen Welt lernen müssen. Am Ende des Tages fragen freundliche Menschen einander: »Wie war dein Tag?« Wie dein Tag war, wird bald niemanden mehr interessieren, auch dich nicht. Die wahre und wirkliche Frage wird sein: Was hast du heute gelernt? (Und was sind deine Hausaufgaben?) - [Je mehr Diversität, desto weniger Vertrauen](https://dushan.org/essays/je-mehr-diversitaet-desto-weniger-vertrauen/) Die Studienlage ist klar, dutzendfach belegt: Je diverser eine Gesellschaft, desto geringer das Vertrauen. Wenn die Menschen aber einander nicht vertrauen, können sie nicht erfolgreich zusammenarbeiten – oder auch nur zusammenleben. Und nu? Nehmen wir an, ich würde euch diese These vorlegen: *Mehr Diversität führt zu geringerem wirtschaftlichen Erfolg und schwächt die Gesellschaft.* Einige Leute würden nicken und »ist doch klar« murmeln. Andere Leute würden im [roboterartigen](https://dushan.org/non-player-character/) Reflex brüllen: »Rassismus! Hass! Hetze! Naaaziii!« Höflichere Varianten der »Rassismus«-Brüllerei wären etwa die Behauptung, es sei »Populismus!« – und die ist hier tatsächlich interessant. ## Unzulässiges und Askese Ich misstraue beidem: den einfachen Erklärungen wie auch den komplizierten. Alle *einfachen* Erklärungen stehen ja nicht unberechtigt im Verdacht des *Populismus*. Im Buch [Talking Points](https://dushan.org/buecher/talking-points/) erkläre ich, dass »Populismus« – so es *überhaupt* etwas bedeutet – für *unzulässige Vereinfachung* eines Sachverhalts steht. »Das ist populistisch« bedeutet: *Das ist eine unzulässige Vereinfachung!* Und tatsächlich sind Szenarien denkbar, in denen besonders demagogische Politiker *unzulässig* vereinfachen. Im [Essay vom 2.2.2024](https://dushan.org/sozialismus/) lege ich ja meine These vor, wonach der sogenannte *Sozialismus* tatsächlich eine Strategie der Machterlangung ist, die etablierte Wege der Legitimierung von Macht aushebeln soll. Die *neuen* Methoden der Legitimierung sind aber regelmäßig *populistisch* in diesem Sinne. (Sozialisten wollen herrschen, weil sie Wohnungsnot durch Enteignung lösen werden. Oder weil durch die von ihnen eingeleitete nationale Askese das Weltklima »gerettet« wird.) Der *psychologische* Kern des Populismus ist aber nicht zwingend die *Vereinfachung*. Der psychologische Mechanismus – die *Verführung* – des Populismus liegt in der *kognitiven Erleichterung*. Der Populismus »erlaubt« dir, weniger zu denken. Doch unzulässige *Vereinfachung* ist nicht das einzige politische Mittel, dem *Plebs* anzubieten, *nicht* oder zumindest *weniger* denken zu müssen. 2017 beschrieb ich den [»Populismus angeblicher Komplexität«](https://dushan.org/populismus-angeblicher-komplexitaet/), den damals vor allem Merkel einsetzte. Der Politiker verspricht kognitive Erleichterung, indem er sinngemäß sagt: > Das ist viel zu komplex für euch, ihr Dummerchen. Ich aber bin klug und verstehe es. Vertraut mir also! Gebt mir Macht über euer Leben und Land – und dann kümmert euch nicht weiter. > > – fiktiver Lockruf des Populismus angeblicher Komplexität Ja, ich misstraue *beiden*! Ich misstraue dem, der Konflikte viel einfacher darstellt, als sie sind. (»Integration würde total super klappen, wenn nur die Rechten nicht so viel hetzen würden.«, »Wir schalten Atomkraftwerke ab und ersetzen sie durch Windräder. Atomkraft, nein danke!«) Ich misstraue aber auch täglich mehr dem, der Probleme *komplizierter* darstellt, als sie sind – vielleicht um so zu verhindern, dass sie diskutiert oder gar gelöst werden. ## Wissenschaft hat festgestellt Simple Behauptung: Verschiedene Menschen unterschiedlicher Kulturen können nicht wirtschaftlich und sozial erfolgreich zusammenleben. TV-Experten und bezahlte Lügner werden sagen, es sei »kompliziert«, brauche »Integrationsarbeit« (und damit Fördergelder) und so weiter. Die simple Antwort ist aber wohl: Ist diese Vereinfachung aber auch *unzulässig*? Nein. Diese einfache Aussage ist wahr und zulässig, und hier sind Zitate *einiger* der Studien, die diesen Zusammenhang ganz oder in Teilen belegen. Ich habe bewusst die Zitate in der Originalsprache Englisch belassen – auch weil alle im Grunde zu einem ähnlichen Ergebnis gelangen. > We find a statistically significant negative relationship between ethnic diversity and social trust across all studies. > > - [Ethnic Diversity and Social Trust: A Narrative and Meta-Analytical Review (Dinesen, Schaeffer & Sønderskov, 2020)](https://www.annualreviews.org/doi/pdf/10.1146/annurev-polisci-052918-020708) > New evidence from the US suggests that in ethnically diverse neighbourhoods residents of all races tend to ‘hunker down’. Trust (even of one's own race) is lower, altruism and community cooperation rarer, friends fewer. > > - [E Pluribus Unum: Diversity and Community in the Twenty-First Century (Putnam, 2007)](https://onlinelibrary.wiley.com/doi/pdfdirect/10.1111/j.1467-9477.2007.00176.x?download=true) Die folgende Studie windet sich auf spektakuläre Weise, die simple Wahrheit in komplizierten Verrenkungen zu verstecken: > Based upon all these results, can one conclude that if one person is (exogenously) moved from a less to a more homogeneous community he or she will trust others more? This is, of course, a very difficult question, but our results are not inconsistent with an affirmative answer. > > - [Who Trusts Others? (Alesina & La Ferrara, 2002)](https://scholar.harvard.edu/files/alesina/files/who_trusts_others.pdf) Die folgende Studie ist wieder aufs Kühlste klar: > In this paper we argue that residential exposure to ethnic diversity reduces social trust. > > - [Ethnic Diversity and Social Trust: Evidence from the Micro-Context (Dinesen & Sønderskov, 2015)](https://scispace.com/pdf/ethnic-diversity-and-social-trust-evidence-from-the-micro-5bl3kjrjeu.pdf) Einige Studien scheinen das Problem mangelnden Vertrauens zu verschieben oder anders zu deuten. »[Ethnic Diversity, Poverty and Social Trust in Germany (Gereke, Schaub & Baldassarri, 2018)](https://journals.plos.org/plosone/article/file?id=10.1371%2Fjournal.pone.0199834&type=printable)« etwa sieht das Vertrauensproblem womöglich eher in ökonomischen Unterschieden begründet. Der Tenor der meisten Studien scheint aber tatsächlich zu sein: **Je diverser, desto weniger Vertrauen.** Nach aller Lebenserfahrung wissen wir aber auch: Je weniger Vertrauen, desto weniger ökonomische Kooperation und produktives Zusammenleben. Hier sind ein paar weitere Studien, wenn euch langweilig sein sollte und ihr es selbst prüfen wollt: - [Ethnic Diversity and Its Effects on Social Cohesion (van der Meer & Tolsma, 2014)](https://www.annualreviews.org/doi/pdf/10.1146/annurev-soc-071913-043309) - [Ethnic Diversity and Social Capital in Europe: Tests of Putnam’s Thesis (Gesthuizen, van der Meer & Scheepers, 2009)](https://pure.rug.nl/ws/files/2699134/GesthuizenM-Ethnic-2009.pdf) - [“Hunkering Down” in Multi-Ethnic Neighbourhoods? (Gijsberts, van der Meer & Dagevos, 2012)](https://www.tomvandermeer.nl/wp-content/uploads/2021/06/30-Gijsberts-ea-ESR-2011-2.pdf) - [Ethnic Diversity in Neighborhoods and Individual Trust… A Replication of Putnam (Lancee & Dronkers, 2008)](https://www.eui.eu/Documents/RSCAS/Research/MWG/200708/MWG2008-04-16LanceeDronkers.pdf) - [Growing Ethnic Diversity and Social Trust in European Societies (Lolle & Torpe, 2009)](https://vbn.aau.dk/files/18518568/Tryk-2009-2-Torpe-Lolle-2_1_.pdf) - [Trust in a Time of Increasing Diversity: Denmark 1979–Today (Dinesen & Sønderskov, 2012)](https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1467-9477.2012.00289.x) - [Does Immigration Erode Social Capital? Conditional Effects… (Kesler & Bloemraad, 2010)](https://www.cambridge.org/core/journals/canadian-journal-of-political-science-revue-canadienne-de-science-politique/article/does-immigration-erode-social-capital-the-conditional-effects-of-immigrationgenerated-diversity-on-trust-membership-and-participation-across-19-countries-19812000/EBCB80B2F9905B9F8E9D65307B4EE1A3) - [Does Diversity Damage Social Capital? US vs Britain (Fieldhouse & Cutts, 2010)](https://www.cambridge.org/core/journals/canadian-journal-of-political-science-revue-canadienne-de-science-politique/article/does-diversity-damage-social-capital-a-comparative-study-of-neighbourhood-diversity-and-social-capital-in-the-us-and-britain/24835592F1F96DB6A3E059D50DA4D139) - [Unknown Is Unloved? Diversity and Inter-Population Trust in Europe (Gerritsen & Lubbers, 2010)](https://pure.rug.nl/ws/files/14664807/2010-GerritsenD-Unknown.pdf) - [Perceived Neighborhood Ethnic Diversity and Social Outcomes (Kearns et al., 2017)](https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5804692/) - [Social Trust: Fairness Matters More Than Homogeneity](https://www.researchgate.net/publication/260101222_Social_Trust_Fairness_Matters_More_Than_Homogeneity) - [Losing Wallets, Retaining Trust? The Relationship Between Ethnic Diversity and Social Trust](https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5357475/) - [Ethnic Diversity and Social Trust: A Critical Review of the Literature and an Agenda for Future Research](https://academic.oup.com/edited-volume/34638/chapter/295112347) - [Social Trust, Ethnic Diversity, and Religious Heterogeneity: Evidence from Nigeria](https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3665158) - [Ethnic Diversity and Social Trust: A Narrative and Meta-Analytical Review](https://www.annualreviews.org/content/journals/10.1146/annurev-polisci-052918-020708) Die meisten dieser Studien kommen zu dem Ergebnis: Auch wenn Szenarien denkbar (und wünschenswert) sind, in denen »diverse« Menschen unterschiedlicher Kulturen (und damit *Werte*) erfolgreich zusammenleben, ist der Regelfall der, dass mehr Diversität zu weniger Vertrauen führt. ## »Ich würde es nicht empfehlen« Ja, *manchmal* ist die Wahrheit tatsächlich einfach – auch wenn gewisse Kreise (und die, die sie »motivieren«) sie nicht hören wollen. »Diversität ist unsere Stärke«, so hört man als Slogan. Doch Studien und Lebenserfahrung sagen etwas sehr anderes (wohl auch für Unternehmenskulturen). Die logische Regel *Transitivität der Implikation* besagt: Wenn »A→B« und »B→C«, dann »A→C«. »A→B« ist in diesem Fall die wissenschaftlich wohlbelegte These, dass mehr Diversität zu weniger Vertrauen führt. »B→C« ist in diesem Fall die Lebenserfahrung, wonach Menschen nur dann erfolgreich zusammenarbeiten und zusammenleben können, wenn sie einander vertrauen. Ergo: Wenn mehr (Werte-)Diversität zu weniger Vertrauen führt und weniger Vertrauen zu geringerem wirtschaftlichen und sozialen Erfolg führt, dann führt mehr (Werte-)Diversität zu weniger wirtschaftlichem und sozialem Erfolg. Helmut Schmidt verankerte diese Erkenntnis auch in der Geschichte: > Die Vorstellung, dass eine moderne Gesellschaft in der Lage sein müsste, sich als multikulturelle Gesellschaft zu etablieren, mit möglichst vielen kulturellen Gruppen, halte ich für abwegig. Man kann aus Deutschland mit immerhin einer tausendjährigen Geschichte seit Otto I. nicht nachträglich einen Schmelztiegel machen. > > – Helmut Schmidt, 1992 in Frankfurter Rundschau, [zitiert nach Wikiquote](https://de.wikiquote.org/wiki/Helmut_Schmidt) Was also empfiehlt sich zu tun? Nun, derselbe Helmut Schmidt riet schlicht: > Ich würde es euch *nicht* empfehlen! Ich würde nicht empfehlen, die Einwanderung aus primitiven Entwicklungsländern zu forcieren. > > – Helmut Schmidt bei NZZ-TV, via [@CLeiserfluss, 26.10.2025](https://x.com/CLeiserfluss/status/1982398449292378336) Manchmal sind Realität und Wahrheit tatsächlich *einfach*. Und am Ende, siehe das [Stadtbild](https://dushan.org/stadtbild/) in mancher deutschen Stadt, gewinnt immer die Realität. - [UnsereDemokratie vs. freiheitlich-demokratische Grundordnung](https://dushan.org/essays/unseredemokratie-vs-fdgo/) Die Regierung will Unschuldsvermutung für Vermögen aufheben. Diese »Unsere Demokratie« wirkt täglich mehr wie ein Frontalangriff auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung. (Und Attacken gegen die AfD erinnern an Diebe, die »Haltet den Dieb!« rufen.) Der Innenminister hat aktuell verkündet: > Wir wollen eine Umkehr der Beweislast: Wer Vermögen besitzt, dessen Herkunft unklar ist, muss künftig beweisen, dass dieses Geld legal erworben wurde. Das ist ein echter Paradigmenwechsel. > > – Bundesinnenminister Alexander Dobrindt; via [@BMI_Bund, 24.10.2025](https://x.com/BMI_Bund/status/1981725073527411023) Ja, das ist tatsächlich ein *doppelter* Paradigmenwechsel! Das *zweite* hier gewechselte Paradigma besteht darin, dass ein Unsere-Demokratie-Politiker offen die Wahrheit sagt. Und mit »offen die Wahrheit« meine ich wohl auch: dass es ihn einen Kehrricht zu stören scheint, ob er damit sich selbst vor der Geschichte anklagt. ## Explizit und ausdrücklich Das zweite »gewechselte« Paradigma ist natürlich die *Unschuldsvermutung*, wie sie in Art. 11, Absatz 1 der *Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte* der *Vereinten Nationen* von 1948 ([siehe ohchr.org, dort Artikel 11](https://www.ohchr.org/en/human-rights/universal-declaration/translations/german-deutsch?LangID=ger)) und in der EU-Grundrechtecharta (siehe [eur-lex.europa.eu](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:12012P/TXT#:~:text=wirksam%20zu%20gew%C3%A4hrleisten.-,Artikel%2048,-Unschuldsvermutung%20und%20Verteidigungsrechte)) festgehalten ist. Es ist nicht das erste Mal, dass in »Unserer Demokratie« ein Innenminister de facto explizit und ausdrücklich ankündigt, die Unschuldsvermutung als Rechtsstaatsprinzip aufzuheben. 2022, im Essay [»Der Staat soll kein undressierter Hund sein«](https://dushan.org/kein-undressierter-hund/), beschrieb ich die Beweislastumkehr für Beamte. (In »Unserer Demokratie« sollen Beamte beweisen müssen, dass sie *keine* verbotenen Meinungen hegen.) Während in Deutschland das Familienministerium de facto das »inoffizielle Propagandaministerium« stellt (siehe bereits [»George Orwell 2016 „Ministerium für Liebe“«](https://dushan.org/george-orwell-2016-ministerium-fuer-liebe/) aus dem Jahr 2016), scheint das *Innenministerium* offenbar dafür zuständig zu sein, Deutschland in diese neue Staatsform »Unsere Demokratie« zu überführen. ## Die Beute ihres Gewaltmonopols Prof. Dr. Dr. Gierhake kommentiert die neuen Pläne, den Innenminister ansprechend: > Verstehe. Und entscheiden, ob die Herkunft „unklar“ ist, tut derjenige, der das Geld dann anschließend bekommt: der Staat. Das Grundgesetz, hier der Schutz des Eigentums in Art. 14 GG, interessiert Sie einen feuchten Kehrricht. > > Nennen Sie mir einen einzigen Grund, in was sich der „Rechtsstaat“ Deutschland dann noch von einer Tyrannei und Sie als Regierungsmitglied sich noch von einem Mitglied einer schmierigen Räuberbande unterscheiden, die glaubt, die Beute ihres Gewaltmonopols behalten zu dürfen. > > Das ist nicht nur ein „Paradigmenwechsel“. > > Sondern ein antidemokratischer und totalitärer Putschversuch. > > – [@BMI_Bund, 24.10.2025](https://x.com/BMI_Bund/status/1981725073527411023) Nein, ich schreibe wirklich nicht gern jeden Tag dieselbe Meta-Nachricht, bloß mit wechselndem Anlass. Doch es ist mir *Pflicht*, das festzuhalten, was ich an jedem gegebenen Tag für das wichtigste, dringendste Thema halte. Oder was mich am meisten bewegt. Oder was euch meiner Meinung nach bewegen *sollte*. Besonders dann, wenn all diese Fakten auf *dieselbe* Meldung und dieselbe *Meta-Analyse* hinweisen. ## Der Angriff, von KI festgestellt Ich bin ehrlich schockiert über meine eigene Meta-Deutung, vor allem da sie von so vielen Leuten geteilt wird. Um meine Emotionalität herauszunehmen, habe ich verschiedenen Künstlichen Intelligenzen diese Frage zur Überprüfung gestellt: > Der deutsche Innenminister kündigt an: »Wir wollen eine Umkehr der Beweislast: Wer Vermögen besitzt, dessen Herkunft unklar ist, muss künftig beweisen, dass dieses Geld legal erworben wurde.« > > Ließe sich das als Angriff auf die FDGO deuten? Antworte in 1 direktem, vollständigen Satz. > > (Meine am 25.10.2025 an verschiedene KIs gestellte Frage. Gern selbst kopieren und selbst diese Frage stellen.) Grok (von X/Elon Musk) urteilt: > Ja, die Ankündigung einer Umkehr der Beweislast könnte als Angriff auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung (FDGO) gedeutet werden, da sie grundlegende rechtsstaatliche Prinzipien wie die Unschuldsvermutung potenziell untergräbt. > > – [grok.com](https://grok.com/share/c2hhcmQtMi1jb3B5_cf9f517c-9b0b-436c-8dd2-875e59fde1a4) ChatGPT (von OpenAI) urteilt: > Ja, eine solche Umkehr der Beweislast widerspricht dem rechtsstaatlichen Grundprinzip der Unschuldsvermutung und kann daher als Angriff auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung gewertet werden. > > – [chatgpt.com](https://chatgpt.com/share/68fcc180-7d10-8010-adaa-ca54f840dc5f) Gemini (von Google/Alphabet) urteilt: > Die **Umkehr der Beweislast** bei unklarer Vermögensherkunft kann als potenzieller **Angriff auf das Rechtsstaatsprinzip** ⚖️ (einer zentralen Säule der FDGO) interpretiert werden, da sie grundsätzlich die verfassungsrechtlich garantierte **Unschuldsvermutung** (lateinisch: *praesumptio innocentiae*) tangiert. > > – [gemini.google.com](https://gemini.google.com/share/c8203e285b47) Claude (von Anthropic) urteilt: > Ja, denn die Umkehr der Beweislast – wonach Bürger ihre Unschuld beweisen müssen statt der Staat ihre Schuld – widerspricht dem in Artikel 6 Absatz 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention und als rechtsstaatliches Grundprinzip auch grundgesetzlich verankerten Grundsatz der Unschuldsvermutung, der zu den Kernbestandteilen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gehört. > > – [claude.ai](https://claude.ai/share/3b86eaff-f1ce-4d43-bd6c-3ae2e1ace4c3) Ich bin kein Jurist. Ich weiß auch nicht, was konkret vorgesehen ist für den Fall, dass ein Politiker sich aufmacht, der freiheitlich-demokratischen Ordnung schweren Schaden zuzufügen. ## Drei Optionen Die Attacken auf die AfD durch die Altparteien erinnern mich an den Dieb, der »Haltet den Dieb!« ruft (siehe dazu auch den Essay [»Haltet den Feind!«](https://dushan.org/haltet-den-feind/)). Es wurde ja sogar fast schon explizit ein *Staatsstreich* und ein *Putsch* angekündigt, für den Fall, dass die Opposition gewinnen sollte. Im [Jahr 2024](https://dushan.org/vorausstreich/) und [im Jahr 2025](https://dushan.org/wadephul-sagt-sachen/) wieder. Ein Bürger kommentiert die neuesten Absichten der Regierung in diesen deftigen, aber notwendigen Worten: > In welcher scheiß Dystopie bin ich hier gelandet? weckt mich mal bitte einer? > > – ([@kineyDE, 24.10.2025](https://x.com/kineyDE/status/1981854330887295084)) Vielleicht liegt ja auch die (vermutlich satirisch aufgestellte) *Libertäre Deutsche Jugend* richtig, wenn sie als Kommentar zu diesem Vorgang die *Beweislastumkehr für Politiker* fordert: > Jeder Politiker muss erstmal beweisen, dass er nicht sofort in den Knast gehört. > > – [@libertaeredeju, 24.10.2025](https://x.com/libertaeredeju/status/1981774567401304467) Freunde, Leser, Deutsche, ihr habt *drei* Optionen: *Erstens:* Ihr findet einen demokratischen Weg, die Zerstörung der Demokratie durch »die Guten« aufzuhalten und umzukehren. *Zweitens:* Ihr findet euch, wie eure Großeltern und einst eure Ost-Verwandten, damit ab, in einer Undemokratie zu leben. Wenn euch aber weder Erstens noch Zweitens möglich erscheinen und ich nichts übersehen habe, bleibt nur eine logische Option: *Drittens:* Flieht, ihr Narren! (Ja, ich weiß: Bei *Drittens* bleibt die täglich schwieriger zu beantwortende Folgefrage: »Wohin?« – So Gott will, ist morgen ein weiterer Tag, an dem ich mir weitere Gedanken machen werde. [Abonniert den Newsletter, um sofort Bescheid zu erhalten, wenn ich auf Antworten stoße](https://dushan.org/emailabo/).) - [Norbert Bolz ist nicht das Problem](https://dushan.org/essays/norbert-bolz-ist-nicht-das-problem/) Karl Kraus sagte mal: »Satiren, die der Zensor versteht, werden mit Recht verboten.« – Das Problem heute in Deutschland ist bloß: Wenn der Zensor die Satire NICHT versteht (oder mag), schickt er dir die Polizei ins Haus, zur Straf-Hausdurchsuchung. Wir schreiben das Jahr 2025, Oktober im Endstadium. In *Unserer Demokratie* finden seit Jahren wöchentlich strafende Hausdurchsuchungen statt – neben manch anderer undemokratischer Angelegenheit. *Eine* konkrete Hausdurchsuchung hat nun allerdings endlich für Aufmerksamkeit gesorgt, und zwar jenseits der als »rechtsextrem« diffamierten Kreise demokratisch gesinnter Bürger. Die Polizei stand beim bekannten Aphoristiker und Kolumnisten *Norbert Bolz* um 9:00 Uhr vor der Tür. Zur Demütigung via Hausdurchsuchung. Die Staatsanwaltschaft sagte, sie wolle Beweise sichern – tatsächlich wurde wohl nur ein Foto des Tweets gemacht. Es war wohl alles selbst den Beamten zu doof. Es ist ein Fall von vielen, Alltag im neuen deutschen Totalitarismus. Der Zweck dieser Demütigungen ist es, um NRW-Innenminister Herbert Reul zu zitieren, »ein klares Signal« zu senden ([@DrLuetke, 23.10.2025](https://x.com/DrLuetke/status/1981360407551102997)). So weit, so gewohnt. Dieser Fall ist aber denkbar absurd. Norbert Bolz hatte auf X.com geschrieben: > Gute Übersetzung von ‚woke‘: Deutschland erwache! > > – Norbert Bolz, Januar 2024 Er tat es als Reaktion auf einen X-Post der TAZ, der selbst die Formulierung »Deutschland erwacht« enthielt. (Es ging um die Debatte, ob zur Wahrung der Moral in Deutschland die Opposition verboten werden soll.) ## In den frühen Morgenstunden Jemand musste Norbert B. angezeigt haben, denn ohne dass er sich einer Schuld bewusst war, stand im *Oktober 2025* (!) in den frühen Morgenstunden die Polizei an seiner Wohnungstür, zwecks strafender Hausdurchsuchung. Warum? Eine staatliche Meldestelle namens »Hessen gegen Hetze« hatte ihn ans BKA gemeldet. Man hatte getan, als hätte Bolz tatsächlich den nach NS-Zeit klingenden Slogan »Deutschland erwache!« im direkten Sinn verwendet. Und dafür musste er eineinhalb Jahre später per Hausdurchsuchung bestraft werden. Ein Polizist riet ihm dann, so Bolz, »in Zukunft vorsichtiger zu sein« ([@NorbertBolz, 23.10.2025](https://x.com/NorbertBolz/status/1981284083201110269)). Die Berliner Staatsanwaltschaft selbst behauptet, sie habe »Beweismittel« sichern wollen. Es erschließt sich nicht unmittelbar, welche das sein sollen. Im Unterschied zu vielen weiteren Straf-Hausdurchsuchungen haben die Behörden »Unserer Demokratie« nicht damit gerechnet, dass ihre totalitär anmutenden Maßnahmen diesmal Gegenwind auch von Nicht-Rechten erhalten würden. ## Kein Staatsanwalt kann so bescheuert sein Die TAZ etwa wundert sich ([taz.de, 23.10.2025](https://taz.de/Durchsuchung-wegen-Tweet/!6123842/)), warum bei *ihr* nicht die Polizei vor der Tür stand, als sie 1998 einen Artikel genau so betitelte ([taz.de, 04.09.1998](https://taz.de/Deutschland-erwache/!1349848/)). Nicht nur die TAZ betitelte schon mal etwas mit »Deutschland erwache!«. Es war Tucholsky, der den Begriff für »die Guten« prägte, und 2024 wurde sogar eine Veranstaltung dieses Titels von der Kulturbeauftragten Claudia Roth finanziell gefördert ([romanfabrik.de](https://www.romanfabrik.de/programm/detailansicht/termin/deutschland-erwache)). Meines Wissens stand da *nicht* die gehorsame deutsche Polizei zur Hausdurchsuchung vor der Tür und gab den Tipp, »in Zukunft vorsichtiger zu sein«. Deniz Yücel kommentiert die Bolz-Durchsuchung: > Kein Staatsanwalt kann so bescheuert sein, zu glauben, dass er mit einer solchen Anklage vor Gericht durchkommt. Die Berliner Staatsanwälte, die die Razzia bei @NorbertBolz angeordnet haben, sind nicht bescheuert. Sie sind gefährlich. > > – [@Besser_Deniz, 23.10.2025](https://x.com/Besser_Deniz/status/1981369735964217492) Ricarda Lang, ehemalige Vorsitzende der Grünen, meint: > So ziemlich alles, was ich von Norbert Bolz je gelesen habe, fand ich politisch komplett falsch. Aber solche Razzien sind absurd. Und die so weitgehende Interpretation des Strafrechts bei Meinungsdelikten untergräbt das Vertrauen in den Rechtsstaat. > > – [@Ricarda_Lang, 23.10.2025](https://x.com/Ricarda_Lang) Plötzlich sind sie alle überrascht, empört, besorgt. Hmm. Warum? Und warum jetzt? ## Ironie ist tot Fast auf den Tag genau vor sieben Jahren schrieb ich den Essay [»Ironie 2018: Maas-Ministerium warnt vor Verfolgung kritischer Meinung in der Türkei«](https://dushan.org/ironie-ist-tot/). Dessen Einleitung lautete: > Das Auswärtige Amt warnt, dass man in der Türkei für böse Likes ins Gefängnis kommen kann – ausgerechnet das Ministerium des Herrn Maas, der es als Justizminister lobte, wenn Polizei um 6:00 zur Durchsuchung wegen »Hassposting« anklopfte. Ironie ist tot. > > – [Essay vom 25.10.2018](https://dushan.org/ironie-ist-tot/) Ich schrieb darin auch über die immer noch stattfindenden »Aktionstage gegen Hasspostings«. Das sind jährliche Massen-Razzien bei deutschen Bürgern, die eine verbotene Meinung im Internet veröffentlicht hatten. Und schon damals hatte die Politik deutlich gemacht, dass das Ziel der Hausdurchsuchungen *nicht* das Sichern von Beweismitteln ist, sondern die Einschüchterung der Bürger. Der damalige Justizminister Heiko Maas gab zu Protokoll: > Ich begrüße den heutigen 'Aktionstag gegen Hasspostings'. Das entschlossene Vorgehen der Ermittlungsbehörden sollte jedem zu denken geben, bevor er bei Facebook in die Tasten haut. > > – [bmjv.de, 13.6.2018](https://www.bmjv.de/SharedDocs/Zitate/DE/2016/07132016_Aktionstag_gegen_Hassposting.html) Im August 2022 schrieb ich den Essay [»Wenn der Staat am Morgen klingelt«](https://dushan.org/hausdurchsuchung/). Dessen Intro lautete: > Es ist 4 Uhr am Morgen. Es klingelt und klopft rabiat an deiner Tür. Was ist dein erster Gedanke? Eine Zeit lang war es: »Bestimmt ein Notfall beim Nachbarn! Oder ein Feuer!« – Bald ist es wieder: »Habe ich etwas Falsches gesagt?« > > – [Essay vom 5.8.2022](https://dushan.org/hausdurchsuchung/) Anfang dieses Jahres [beschrieb ich](https://dushan.org/der-staat-lacht/) (und [zeigte im Video](https://www.youtube.com/watch?v=qqKSMKf2UQs)) die zynisch wirkende Offenheit der Göttinger Staatsanwälte, die im US-Fernsehen ebenso ungeniert wie froh glucksend erklären, wie Hausdurchsuchungen in Deutschland als *Strafe* eingesetzt werden – ohne Gerichtsverfahren wohlgemerkt. Die Häufung und Einheitlichkeit dieser Äußerungen widerspricht der Annahme, dass es alles nur Ausrutscher sind. Nicht wenige dieser offen anti-rechtsstaatlichen Äußerungen stammen aus offiziellen Meldungen und Statements. Im Essay [»Rechtsstaat in Zukunft ohne Gerichtsverfahren«](https://dushan.org/rechtsstaat-ohne-gerichtsverfahren/) etwa zitiere ich Innenministerin Faeser. > Wenn die Polizei vor der Tür steht, wird jedem klar, dass der Rechtsstaat Hasskriminalität entgegentritt und rote Linien überschritten wurden. > > – [Innenministerin Nancy Faeser, 2024](https://dushan.org/rechtsstaat-ohne-gerichtsverfahren/) Das heißt: In dem Moment, in dem ein Richter eine Durchsuchung absegnet, steht fest, dass das Durchsuchungsopfer kriminell ist. Ohne Anklage, ohne Verteidigung, ohne Verfahren. Wenn ein Rechtsstaat ein Staat ist, in dem es zuverlässig rechtsstaatlich zugeht, dann ist Deutschland womöglich kein Rechtsstaat. Und doch sind mangelnde Rechtsstaatlichkeit, mangelnde Freiheit und mangelnde Demokratie *nicht* unser größtes Problem. ## 0,2 Schaut euch mal auf YouTube [in diesem Video etwa die Stelle 27:49](https://youtu.be/lUXy6Xp2j_I?t=1669) an. Die Investitionsfirma Blackstone beschreibt, wo sie aktuell und in nächster Zukunft das Geld ihrer Kunden investiert. An der besagten Stelle im Film werden mögliche Investitionsziele gezeigt, als Balken unterschiedlicher Höhe, sortiert nach Wachstum des Bruttoinlandsprodukts 2024. Ganz links und hervorgehoben ist Indien mit 7,3 %. Am ganz anderen Ende aber ist – und das zu sehen stach mir ins Herz – ein klitzekleiner Balken mit der Angabe 0,2 %. Und die Flagge Schwarz-Rot-Gold. Wenn man globale Investitionsziele wie *Wahlen* betrachtet, dann findet sich Deutschland unter »Sonstige«. Sogar Russland liegt bei 0,6 %, und das bei massiven Sanktionen – Deutschland dagegen sanktioniert sich selbst. Weltreisende, die etwa Innovationen in China mit denen in Deutschland vergleichen, finden maximal deutliche Worte für den Vergleich (siehe etwa [@thinkBTO, 22.10.2025](https://x.com/thinkBTO/status/1981288433323823533)) – nicht zu unserem Vorteil. Ja, es ist schlimm, wenn Rechtsstaat und Demokratie zerbröckeln – gemeinsam mit der Infrastruktur. Doch das tun sie schon länger, Norbert Bolz ist »nur« ein aktuell populäres Beispiel für Opfer totalitärer Methoden. ## Auf den letzten Metern Selbst wenn Deutschland ein vollumfänglich rechtsstaatliches, demokratisches Land *wäre*, nützte das ohne wirtschaftliche Kraft mittelfristig wenig. Es finden sich auf der Welt und in der Geschichte reichlich Beispiele für Nationen ohne demokratischen Rechtsstaat, die dennoch Sicherheit, Wohlstand und Überleben ihrer Bevölkerung sichern. Ja, selbst *wenn* Deutschland vollumfänglich demokratisch und rechtsstaatlich aufgestellt wäre, würde der absehbare wirtschaftliche und soziale Niedergang die Demokratie abwürgen – auch dafür finden sich Vorbilder in der deutschen Geschichte. Die meisten großen deutschen Probleme der Gegenwart lassen sich auf eines zurückführen: Die Deutschen als Volk und leider auch als Mehrheit der Individuen wählen, *dumm* zu sein. (Ja, du kannst vernünftig ausgebildet, wirtschaftlich für den Augenblick gesichert sein und einen komfortabel dreistelligen IQ besitzen und dennoch *dumm* sein: mit *[Dummheit](https://dushan.org/es-gibt-kein-recht-auf-dummheit/)* meine ich das Nichtbedenken von Zusammenhängen und Konsequenzen.) Dass aber die Bürger zulassen, dass die Wirtschaft *und* der Rechtsstaat synchron kaputtgehen, *das* könnte denselben einen Grund haben: Das Volk ist dumm geworden, aktiv verdummt von Schulen und Propaganda. Ja, der verfluchte Staatsfunk und die gewissenlose Mainstream-Journaille sind mit und wesentlich daran schuld, dass Deutschland seine Kraftwerke sprengt und die Polizei dir zur Strafe für lustige Tweets das Haus auf den Kopf stellt. Dumme Leute lassen Dummes zu – und das Dumme in hinreichend großer Dimension ist nicht von Bosheit zu unterscheiden. Die Leute sind selbstgewählt dumm. Und die Propaganda sorgt dafür, dass sie dumm bleiben. Für dich und mich bleibt also nur die Option, auf den letzten Metern endlich klug zu werden – und dann so klug wie konsequent zu *handeln*. - [Stadtbild: 1 Toter, mehrere Verletzte](https://dushan.org/essays/stadtbild-1-toter-mehrere-verletzte/) In Berlin steigern sich die realitätsleugnenden Klassen in rotglühende Wut! Nein, das »Stadtbild« darf auf keinen Fall erwähnt werden, sonst Nazi! Das Stadtbild in Hannover derweil: Schießerei zwischen zwei »Gruppen«. Ein Toter, mehrere Verletzte. Auf der *einen*, auf der *anderen* Seite – ach, Deutschland! Die *eine* Seite: Noch immer spielt die deutsche Linke ein großes Theaterstück, wie sehr sie doch *empört* ist, dass Merz übers veränderte *Stadtbild* sprach. ([Ich schrieb darüber.](https://dushan.org/stadtbild/)) In [bild.de, 23.10.2025](https://www.bild.de/politik/meinung-kommentare-kolumnen/kommentar-von-bild-politik-vize-filipp-piatov-der-stadtbild-satz-kann-merz-gefaehrlich-werden-68f8e3cfc008edcf0c850416) wird sogar diagnostiziert, dass die »Stadtbild-Debatte« für Merz bei der nächsten Wahl »gefährlich« werden kann. Nämlich dann, wenn es ihm *nicht* gelingt, das durch »ungesteuerte Migration« veränderte Stadtbild rechtzeitig zu ändern. Die Annahme solcher *Gefährlichkeit* setzt voraus, dass in Deutschland freie Wahlen stattfinden (also ohne den [Ausschluss oppositioneller Kandidaten](https://dushan.org/ludwigshafen-unsere-demokratie/), [Ankündigung von Putsch gegen Wählerwillen] und so weiter). Und dass die Mehrheit der Bürger zum eigenen Wohl wählt. Die SPD – theoretisch Koalitionspartner des CDU-Kanzlers – attackiert de facto derweil Merz über einen offiziellen Kanal der Bundesregierung ([@BMF_Bund, 22.10.2025](https://x.com/BMF_Bund/status/1981034663196959056)). Demokratischer Anstand ist für die Genossen schon lange »rechtsextrem«. In Berlin marschieren NGOs zum Protest gegen das Aussprechen des Offensichtlichen vor die CDU-Parteizentrale. Und zwar NGOs, die vom Staat selbst bezahlt werden! ([nius.de, 23.10.2025](https://www.nius.de/politik/news/csu-innenministerium-finanziert-ngo-radikale-toechter-die-gegen-merz-demonstrierte/29574e81-dde4-4207-99e4-bb18f135cb45)) Bei *spiegel.de* kommentiert ein Migrant, wie ihn die Stadtbild-Wahrheit von Merz ganz doll schlimm verletzt hat ([@baha_jam, 22.10.2025](https://x.com/baha_jam/status/1981062663087308952)). Leider, leider vergisst das Sturmgeschütz der Demokratie zu erwähnen, dass der Ganz-doll-schlimm-Betroffene der Bruder eines SPD-Politikers ist. Hoffen wir mal, dass der SPD-Bruder die Empörung wenigstens *selbst* geschrieben hat. Bei Spiegel hat man jüngst vergessen, den von der künstlichen Intelligenz eingesetzten Footer zu entfernen ([@FlorianGallwitz, 22.10.2025](https://x.com/FlorianGallwitz/status/1981044544474079352)). Da wurde offenbar nicht einmal *gegengelesen*, was ChatGPT so produziert! Das ist *deutscher Qualitätsjournalismus 2025*. Wie aber verhält es sich derweil mit dem realen Stadtbild? Wir lesen: »Streit in Hannover eskaliert: Toter und mehrere Verletzte bei Schießerei« ([bild.de, 22.10.2025](https://www.bild.de/regional/hannover/hannover-mehrere-verletzte-bei-schiesserei-68f91a2a5cbbd0e0258351eb)) Es handelt sich um den »Streit« zweier »Gruppen« – mitten im Stadtbild von Hannover. Ich weiß nicht, ob diese mit Messern und Pistolen ausgestatteten »Gruppen« nun wirklich aus Hannover stammen oder doch aus Kalkutta oder Aleppo. Frei nach Merkel sind sie aber »nun einmal da«. Und »Stadtbild« bedeutet heute, dass »gegenüber von einem Wettbüro und nahe einer Café-Bar« ein »Streit« zwischen »Gruppen« eskaliert und dabei »Schusswaffen zum Einsatz« kommen. Wer vor Jahren auf mich hörte und [»Das Lied der Innenhöfe«](https://dushan.org/das-lied-der-innenhoefe/) sang, der hat vielleicht noch ein paar Jahre lang Ruhe – solange er nichts in der Stadt erledigen muss. Und solange seine Kinder nicht beschließen, in der Stadt zu feiern, zu studieren oder gar nächtens in den Park zu gehen. Für alle anderen aber gilt: Flieht, ihr Narren! Flieht *aufs* Land. Flieht *aus dem* Land. Am Ende gewinnt immer die Realität, schlagt euch also rechtzeitig auf ihre Seite. - [Du darfst nicht das Stadtbild bemerken](https://dushan.org/essays/stadtbild/) Biodeutsche aus Wohlstandsvierteln demonstrieren gegen das Wort »Stadtbild«. Es sei rassistisch, ein verändertes Stadtbild in Deutschland festzustellen. Tatsächlich protestieren sie gegen das Wahrnehmen der Realität. Es ist die Essenz des Linksseins. Ein kluger Mensch sagte mal: > Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit dem durchschnittlichen Wähler. > > – Nicht Winston Churchill Er klingt zugespitzt, dieser Satz, satirisch und übertrieben. »So schlimm wird es schon nicht sein«, will man denken, »aber gut, dass jemand darauf hinweist, dass der Wähler *informiert bleiben* sollte!« (Wir wissen zugleich, dass es entscheidend drauf ankommt, was mit *informiert bleiben* gemeint ist.) Ach, ich *wünschte*, es wäre nur satirisch und übertrieben! ## Berauscht und befriedigt In Deutschland wird ja jedes Wochenende für oder gegen etwas demonstriert. Doch nicht alle Demonstrationen sind von der gleichen Art. Schon 2018 schrieb ich: [»Ich glaube den meisten Großdemos heute nicht – hier ist der Grund«](https://dushan.org/grossdemos/) Ein guter Teil der Demonstrationen sind von in- und ausländischen NGOs und indirekt vom Staat orchestriert. Leicht zu erregende Hobby-Demonstranten demonstrieren für das Anliegen des Tages, was auch immer ihnen als Thema vorgesetzt wird. Mal fürs Klima, damit also höhere Steuern. Mal gegen die nervige Opposition. Und manchmal nur im Sinne *einer* Regierungspartei – und damit gegen die andere. Für eine bestimmte soziale Gruppe hat die wöchentliche Demonstration den Wochenendausflug, den Freundeskreis und oft auch den Gottesdienst ersetzt. Ja, zu demonstrieren ist *sinnstiftend*. Es berauscht und befriedigt, Teil einer Masse zu sein. Teil einer Menge, der von oben kollektiv versichert wird, *die Richtigen* und *die Guten* zu sein – was natürlich jeden thematischen Gegner zum *Falschen* und *Bösen* macht. Bisweilen aber, so auch in diesen Tagen, sind die *Forderungen* dieser sinnstiftenden Aufmärsche derart bizarr und realitätsfremd, dass es lustig ist – mehr oder weniger. ## Fast schon lustig Aktuell demonstrierten sie in Berlin gegen eine Äußerung des Friedrich Merz. Gegen ein einzelnes Wort, um genau zu sein. (Nein, die Anlässe für Demonstrationen sind in Deutschland nicht immer die tiefschürfendsten.) Herr Merz sprach kürzlich diese Selbstverständlichkeit aus: > Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen. > > – Friedrich Merz, 2025 (zitiert nach [tagesspiegel.de, 20.10.2025](https://www.tagesspiegel.de/politik/ich-habe-gar-nichts-zuruckzunehmen-merz-verteidigt-seine-stadtbild-ausserung--bekennt-sich-aber-zu-weltoffenem-deutschland-14609288.html?utm_source=chatgpt.com)) Gegen dieses eine Wort »Stadtbild« wurde eben am Wochenende demonstriert. Und diese Demonstrationen sind in ihrer Absurdität tatsächlich fast schon *lustig*. ## Dann wohl wieder eher Auf Fotos von der Demonstration (etwa: [@janfleischhauer, 20.10.2025](https://x.com/janfleischhauer/status/1980362723637817486)) sehen wir, dass die Demonstranten praktisch ausschließlich weiße Mittelschichtdeutsche sind. Und sie tragen tatsächlich ein Fanal, auf dem sie in kindlicher Kleinmädchenschrift (mit Herzchen über den großen I) geschrieben haben: »*WIR* SIND DAS STADTBILD«. Die Aussage des Friedrich Merz bezieht sich ganz ausdrücklich auf soziale Veränderungen durch unkontrollierte Zuwanderung aus Kulturen mit eher archaischen Werten. Arabische Supermärkte, Handy-Geschäfte, das übliche orientalische Fastfood. Menschen aus fremden Kulturen, die in ihrem Äußeren eher nicht-westliche Werte vertreten. Junge Männer aus dem globalen Süden, oft im wehrdiensttauglichen Alter. (Trotz ihres Alters aber demnächst eher nicht akut davon bedroht, zum Krieg gegen Russland eingezogen zu werden. Das werden dann wohl wieder eher »Biodeutsche« sein.) »Stadtbild« meint hier wohl das, worauf sich vermutlich auch die damalige Chefin der *Grünen Jugend* bezog, als sie 2023 sagte, sie würde »im Moment nicht« alleine nachts durch den Görlitzer Park laufen ([tagesspiegel.de, 31.07.2023](https://www.tagesspiegel.de/berlin/im-moment-nicht-grunen-chefin-ricarda-lang-wurde-nachts-nicht-allein-durch-den-gorlitzer-park-in-berlin-laufen-10236451.html)). ## Jede Ku-Klux-Klan-Veranstaltung Erstaunlicherweise ruderte Friedrich Merz diesmal (zumindest bislang) *nicht* zurück. Im Vorwurfston von einem Journalisten gefragt, was er damit gemeint habe und ob er es zurücknehme, bekräftigte er seine Aussage ausdrücklich – und er empfahl dem Journalisten, doch seine Tochter zu fragen, was damit gemeint sei. Die Demonstrationen gegen das Wort »Stadtbild« sind nichts weniger als Demonstrationen gegen die Wahrnehmung der Realität. Und die Demonstranten sind praktisch ausschließlich weiße »Biodeutsche«, viele grauhaarige, allesamt vermutlich aus teureren, gepflegten Bezirken. Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit dem durchschnittlichen Wähler, so heißt es. Doch *diese* Leute würden gar kein fünfminütiges Gespräch zulassen! Die *beginnen* doch Gespräche bereits damit, das Gegenüber als »Nazi« zu beschimpfen. Jemand scherzte, dass jede Ku-Klux-Klan-Veranstaltung »diverser« sei als die Leute bei der Demonstration gegen das Wort »Stadtbild«. Nein, liebe Demonstranten, *ihr* seid nicht das »Stadtbild«, das hier gemeint ist. Ihr wählt offenbar, euer Denken etwas dämlich und fehlinformiert zu gestalten, arg ignorant und als ob ihr wohlstandverwahrlost wärt, doch tatsächlich seid ihr weitgehend harmlos (also etwa so wie in *[The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy](https://dushan.org/klassiker/per-anhalter-durch-die-galaxis/)* die *gesamte* Erde beschrieben ist) – wären da nicht eure suizidalen Entscheidungen im Wahllokal. ## Ein oder zwei parteitreue Pfleger Genau das aber ist das Problem: Menschen, die nicht nur blind für die Realität sind, sondern sogar explizit gegen die Wahrnehmung und Benennung der Realität *demonstrieren*, haben im Wahllokal genauso viel Wahlstimme wie Wähler, die sich der Realität stellen und ihr Gewissen eben nicht durch Ideologie ersetzen. (Und wenn die Stimmen der Realitätsleugner im Wahllokal nicht genügen, gibt es ja immer noch die Briefwahlstimmen. Gib mir ein briefwählendes Pflegeheim, dazu ein oder zwei parteitreue Pfleger, und ich drehe dir jede knappe Wahlentscheidung zuverlässig, wie du es brauchst. Siehe aktuell etwa [tagesschau.de, 21.10.2025](https://www.tagesschau.de/inland/regional/brandenburg/rbb-afd-zweifelt-briefwahlergebnisse-bei-buergermeisterwahlen-in-brandenburg-an-100.html). Ja, ich tue mich schwer damit, Briefwahlstimmen vollständig zu vertrauen, wenn der Anteil hoch ist und sie Wahlen »drehen«.) Demokratie, so heißt es, sei das schlechteste aller Systeme – doch noch immer besser als alle anderen Systeme, die je probiert wurden. Man muss allerdings zurückfragen: »besser« in welcher Eigenschaft? ## Für Details dazu Ist *Demokratie* wirklich ein *besseres* System, wenn ein buchstäblich *entscheidender* Teil der Wähler manipuliert wurde, gegen die eigenen Interessen zu wählen und die Benennung der Realität als unmoralisch abzulehnen? Ist Demokratie ein *besseres* System, wenn »demokratische« Entscheidungen in den nationalen Suizid münden? Ich schreibe hier wahrlich nicht gegen die Demokratie an. Eher gegen die selbstgewählte Dummheit. Und mit *Dummheit* meine ich auch weiterhin das fahrlässige oder mutwillige Ignorieren von Zusammenhängen (oder der Realität selbst). Für Details dazu siehe den Essay [»Es gibt kein Recht auf Dummheit«](https://dushan.org/es-gibt-kein-recht-auf-dummheit/) aus dem Jahr 2016. Das politisch und sozial destruktive Problem der *Dummheit* ist, dass sie sich in der Wirkung und den Folgen nicht von *Bosheit* unterscheidet. Dazu wiederum siehe meinen Essay [»Sind die dumm oder böse? Macht es überhaupt einen Unterschied?«](https://dushan.org/dummheit-und-bosheit/) (2018). ## In einen sehr anderen Zustand Die schneeweißen Biodeutschen aus den Wohlstandsvierteln, die *sich* für das Musterbeispiel des durchschnittlichen deutschen *Stadtbilds* halten, aber gleichzeitig die Erwähnung des Begriffs *Stadtbild* irgendwie *rassistisch* finden, denken und handeln so *widersprüchlich* wie *dumm*. Die Folgen ihrer selbstgewählten Ignoranz sind dieselben, wie wenn sie von destruktiver Bosheit angetrieben wären. Die Schneeweißen von der Demo agieren derart verblendet, dass sie sich nicht einmal von ihrem neuesten Quatsch abbringen lassen, wenn knallharte Islamisten ihnen zustimmen ([bild.de, 21.10.2025](https://www.bild.de/politik/inland/wegen-stadtbild-satz-kalifat-islamist-geht-auf-den-kanzler-los-68f687a382b736a9b38a8e8e)). Diese deutschen Schafe laufen dann demnächst Seite an Seite mit veritablen Kalifats-Islamisten – in die für Schafe übliche Laufrichtung. Das *mehrdimensionale Schlittern* Deutschlands und Europas wird in einen sehr anderen Zustand münden. In *welchen*? Schauen wir. ## Nicht einmal beschreiben Spätestens wenn Künstliche Intelligenz in politische Entscheidungen eingreift und wenn diese KI *intelligenter* sogar ist als die hochgebildeten, superintelligenten heutigen Politiker, spätestens dann aber wird die Gesellschaft in Zustände überführt, die sich heute nicht einmal beschreiben lassen. Ich wettere nicht gegen Demokratie. Ich wettere auch immer weniger gegen Dummheit. Ich hoffe vielmehr schlicht auf eine gloriose Wiederkehr der *Klugheit*. Ja, *entweder* Deutschland verschwindet und wird zum Beispiel [»Chinas Kolonie«](https://dushan.org/chinas-kolonie/) – *oder* es wird plötzlich *Klugheit* über uns kommen. Die Frage ist, was ein schmerzhafterer Vorgang sein wird, die finale Auflösung oder das plötzliche Klügerwerden? - [China baut Atomkraftwerke, Deutschland sprengt sie](https://dushan.org/essays/das-china-positron/) China baut Atomkraftwerke, Deutschland sprengt sie. Glaubt irgendwer noch, dass es wirklich nur Inkompetenz und ideologische Verblendung ist, wenn westliche Politik zu Chinas Vorteil das eigene Land demoliert? Im Jahr 1928 sagte der Physiker [Wolfgang Pauli](https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Pauli) das [Neutrino](https://de.wikipedia.org/wiki/Neutrino) voraus. Sechsundzwanzig Jahre später wurde es von [Clyde Cowan](https://de.wikipedia.org/wiki/Clyde_L._Cowan) und [Frederick Reines](https://de.wikipedia.org/wiki/Frederick_Reines) nachgewiesen. 1964 sagte [Peter Higgs](https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Higgs) (und fast gleichzeitig andere Physiker) das [Higgs-Boson](https://de.wikipedia.org/wiki/Higgs-Boson) voraus. Achtundvierzig Jahre später wurde es am [CERN](https://de.wikipedia.org/wiki/CERN) experimentell nachgewiesen. 1916 sagte [Albert Einstein](https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Einstein) [Gravitationswellen](https://de.wikipedia.org/wiki/Gravitationswelle) voraus. Neunundneunzig Jahre später wurden sie von [LIGO](https://de.wikipedia.org/wiki/LIGO) gemessen. Im Jahr 2020 schrieb ich den Essay [»Chinas Kolonie«](https://dushan.org/chinas-kolonie/). Darin formulierte ich: > Ich sage *nicht*, dass auch nur ein einziger Mensch *wirklich* die Absicht hat, Deutschland und die EU zur Kolonie Chinas werden zu lassen. Ich sage, dass Kolonie Chinas zu sein der logische »Durchschwung« des tatsächlichen politischen Handelns ist – ob diese Leute das beabsichtigen, »nur« in Kauf nehmen oder keines von beiden. > > – [Essay vom 11.7.2020](https://dushan.org/chinas-kolonie/) ## Orchestrierte Moral-Paniken In Formulierungen wie diesen habe ich in den letzten Jahren immer wieder festgehalten, dass die westliche Klima- und Industriepolitik nicht wirklich Sinn ergibt … außer setzt voraus, dass jemand versucht, die westliche Industrie zum Vorteil Chinas zu schwächen. Doch es genügt nicht, dass westliche Regierungen zum Nachteil ihres Landes und zum Vorteil Chinas handeln. Via Propaganda wurde eine ausreichende Zahl von Deutschen motiviert, geradezu von der Regierung zu *fordern*, Wirtschaft und Demokratie im Auftrag einer vorgeblich höheren Moral zu zerstören. Ich beschrieb in jenem Essay: > Mit Hilfe professionell orchestrierter Moral-Paniken werden wir motiviert, 1. unsere Industrie und Energieversorgung zurückzufahren, 2. unsere innere Sicherheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu opfern, 3. zentrale Elemente demokratischer Debatte zu kriminalisieren und 4. unsere Grundrechte schrittweise aufzugeben zugunsten totalitärer Denkweisen. > > – [Essay vom 11.7.2020](https://dushan.org/chinas-kolonie/) Ich beschrieb ein *Phänomen*. Ich beschrieb eine bemerkenswerte *Lücke* in unseren Erklärungen. Über die Jahre formulierte ich immer wieder Varianten dieses Gedankens: Ich kann nicht nachweisen, dass China aktiv in westliche gesellschaftliche und politische Meinungsbildung in Deutschland eingreift – doch es existiert ein Phänomen und eine theoretische Blackbox, die wenig andere Erklärungen nahelegt. (Okay, eine weitere *theoretische* Möglichkeit wäre, dass unsere Politiker sämtlich ahnungslos und inkompetent sind, aber zugleich in einem *Zufall* von geradezu kosmischer Unwahrscheinlichkeit zuverlässig zum Wohl Chinas handeln.) ## Schließt und sprengt Fünf Jahre später nun lesen wir (hinter Bezahlschranke): > [Die Energy Foundation China] hat sich offiziell der Förderung des Klimaschutzes verschrieben und ist mit westlichen Umweltorganisationen vernetzt. [...] China schmiedet einflussreiche Umweltschutz-Netzwerke, die westliche Länder dazu bringen, Gesetze und Klimaziele im Sinne Pekings zu verschärfen. > > – Stefan Aust, welt.de zitierend, hier zitiert nach [welt.de, 18.10.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/plus68efa65d0dc4b85759d386d0/stefan-aust-dieser-volksentscheid-zeigt-welchen-einfluss-die-ngos-haben.html) *Ein* Zweck dieses »Klima-Aktivismus« in China ist die Förderung der künstlichen Nachfrage nach chinesischer Klima-Technologie. Zum Beispiel nach chinesischen Solar-Paneelen. Ein zusätzlicher Nebeneffekt solcher Klima-Propaganda ist wohl auch, dass während Deutschland seine Nuklearkraftwerke schließt und sprengt (Beispiel: [swr.de, 27.8.2025](https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/sprengung-atomkraftwerk-gundremmingen-geplant-104.html)), China derzeit 58 Atomkraftwerke in Betrieb hat ([world-nuclear.org, Stand 20.10.2025](https://world-nuclear.org/nuclear-reactor-database/summary/China?utm_source=chatgpt.com)), 33 weitere aktiv baut und 43 weitere plant ([world-nuclear.org, Stand 20.10.2025](https://world-nuclear.org/information-library/country-profiles/others/asias-nuclear-energy-growth?utm_source=chatgpt.com)). Die Aufdeckungen der aus China finanzierten, aktiv anti-westlichen NGOs betreffen die USA. Es wäre an diesem Punkt irrational, davon auszugehen, dass es sich im vermutlich *noch übleren* deutschen NGO-Sumpf anders verhält. ## Weder Industrie noch Ingenieure Wir sagen bisweilen, dass in Deutschland die Demokratie von einer totalitären Staatsform namens »Unsere Demokratie« abgelöst wird. Doch das innere Wesen dieser neuen Staatsform ist eine »Herrschaft der NGOs« (die sich teils wie Parasiten am Staat nähren), sprich: in- und ausländischer Interessen, teils offen gegen das Wohl des Staates und den Wählerwillen. (Und wer sich der Herrschaft der NGOs verweigert, gegen den wird eben eine »Brandmauer« errichtet, und der darf dann nicht bei »Unsere Demokratie« mitmischen. Ja, der soll, wenn und weil der Wähler ihn wählen will, [als Partei verboten werden](https://archive.is/nZsvJ).) Was aber lernen wir Normalbürger aus solcher Bestätigung? Was *haben wir davon*? Nun, die Atomkraftwerke *sind* gesprengt. Arbeitsplätze sind bereits zu Zigtausenden abgebaut worden. [Die Ingenieure ziehen fort](https://dushan.org/die-ingenieure-ziehen-fort/). Deutschland kann aufgrund der sozialen Verpflichtungen und suizidaler Migrationspolitik gar nicht anders, als Hochsteuerland bei instabiler Gesellschaft zu bleiben. Das heißt: Weder Industrie noch Ingenieure kehren auf absehbare Zeit wieder. Für dich und mich bleiben also vor allem *persönliche* Lehren. Etwa die: Traue dich, zu sagen, was keinen Sinn ergibt. Der Klima-Wahnsinn ergab wenig Sinn – bis wir verstanden, wem der Wahnsinn konkret nützt. Ähnlich wird es sich mit dem Migrationswahnsinn verhalten. (Bei dem wissen wir immerhin, wer das genau so wollte. Ja, unter anderem ein Herr Soros; siehe Essay [»Das eigentliche Problem am UN-Migrationspakt«](https://dushan.org/un-migrationspakt/) aus dem Jahr 2018; aber auch [»USAID – der Name, den du nennen kannst«](https://dushan.org/us-aid-soros/) aus dem Februar dieses Jahres.) Ich lerne aus dieser Bestätigung: Traue deinem Verstand und habe den Mut, auch *Lücken* in deinem Wissen zu beschreiben. Nimm dir ein Beispiel an den großen Physikern und formuliere deine eigene politische Positronen-Theorie, deine privaten politischen Gravitationswellen. Richtiger als der Unsinn der 20-Uhr-Propaganda wirst du allemal liegen. Nur wenn wir ehrlich zugeben, was wir *nicht* wissen, können wir später dazulernen, wenn neue Erkenntnis offenbar wird. Und bisweilen geschieht es, wie hier und heute, dass die Erklärung, die wir die ganze Zeit ahnten, wohl schon die ganze Zeit die richtige war. - [Trümmertürken statt Trümmerfrauen?](https://dushan.org/essays/truemmertuerken-statt-truemmerfrauen/) Die Regierung lügt, dass türkische Gastarbeiter das deutsche Wirtschaftswunder möglich gemacht hätten. Man muss Kindern heute sagen: Sag die Wahrheit! Sei nicht wie die Regierung! Denn Lügen ist unfein. Das sagen schon die 10 Gebote. Und der Anstand. Es braucht einen *Aufstand der Anständigen*, so sagte mal ein Deutscher. Ach, leider sind die Anständigen zugleich auch kluge Leute, und es gilt bekanntlich: Der Klügere gibt nach. Deshalb wird dein Lieblingsland von (vermeintlich!!) Dummen regiert. Die *wirklich* Anständigen werden nach aller Lebenserfahrung ebensowenig einen Aufstand auf die Beine stellen, wie sie erfolgreich einen Bahnsteig besetzen würden. (Zumindest ohne eine Bahnsteigkarte zu lösen, wusste schon Herr Lenin, Kumpel des [furunkelarschigen](https://www.afrh.fr/web-content/documents/Basedocumentairemedicale/2007/2007%20HS%20Karl%20Marx%20Shuster.pdf) [Satanisten](https://www.youtube.com/watch?v=LOFIHp6aTuE&t=5841s) Karl Marx.) ## Irgendwas mit den Buchstaben Wenn *Anstand* noch ein Bein hätte, auf dem er in deutschen Landen stehen könnte, würde er gewiss zustimmen (und es auch so meinen), wenn ich nun sage: Eine *anständige* Regierung sollte sich zumindest an die 10 Gebote halten! »Gewiss, gewiss«, so werdet ihr murmeln und nicken – vor allem, weil ihr nicht sofort bedenkt, was in den 10 Geboten eigentlich so drinsteht. Etwa dass es genau einen Gott gibt. (Und der heißt irgendwas mit den Buchstaben Y, H, W und wieder H, was aber aus jüdisch-pastoralen Gründen als »Adonai« ausgesprochen wird.) Oder dass man nicht ehebrechen soll. Und für *richtige* Christen ist bereits das *phantasievolle Angucken* einer anderen Frau ein *Ehebruch*. (Ja, ernsthaft.) Doch ich verstehe euch. Und auch die halbinformierte Öffentlichkeit findet Resonanz in mir. Dass die Regierung *den 10 Geboten folgen soll*, bedeutet schlicht, dass sie halbwegs anständig agieren soll. Ach, in diesen Zeiten ist man ja bescheiden: Ich will, dass die Regierung zumindest *Anstand heuchelt*. (Ist Anstand zu heucheln nicht selbst schon eine minimale Form von Anstand? Wir sind Bettler in diesen Zeiten, wir haben *dankbar* zu sein.) Doch dass man *nicht töten* soll, darüber sind wir uns einig. Und *wenn* wir töten, dann nennen wir das anders. (Zum Beispiel, wenn wir [Kinder](https://x.com/dushanwegner/status/1979610161103933905) töten, weil die Mama lieber *Party* oder *PowerPoints* machen will, als eben Mama zu sein, dann ist das *Töten* nicht *Töten*, sondern *Feminismus* und *gelebte Selbstbestimmung*.) Und dann *das Lügen!* Ach, das Lügen! Es wäre wirklich gut, wenn es aufhören würde. Oder wenn es zumindest *weniger wäre*. Oder – wieder: *Ach!* – wenn es nicht ganz so offensichtlich geschähe. Etwa dies: Herr Wadephul, also die aktuelle Frau Baerbock, wird vom deutschen *Auswärtigen Amt* aktuell so zitiert: > Es waren Menschen aus der Türkei, die das Wirtschaftswunder möglich gemacht & Deutschland mit aufgebaut haben. > > – [@AuswaertigesAmt, 17.10.2025](https://x.com/AuswaertigesAmt/status/1979126461563891740) / [archiviert](https://archive.is/17Eyi) Trümmertürken statt Trümmerfrauen? Das ist *unwahr*. ## Zur blanken Propaganda Die türkischen Gastarbeiter kamen erst nach dem Wiederaufbau – und als das sogenannte Wirtschaftswunder bereits lief. Sogar die heute (nach bescheidener Meinung dieses arroganten Essayisten) zur blanken Propaganda neigende »Bundeszentrale für politische Bildung« stellt fest ([bpb.de, 27.10.2021](https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/342651/vor-60-jahren-anwerbeabkommen-zwischen-der-bundesrepublik-deutschland-und-der-tuerkei/)), dass das »Anwerbeabkommen« solide *16 Jahre* nach dem Ende des *Zweiten Weltkriegs* unterzeichnet wurde. Sogar die heute (nach privater Meinung dieses öffentlichen Essayisten) tendenziell *linksradikale* FAZ [meinte 2011 noch](https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/integration/gastarbeiter-die-kunst-des-missverstehens-11502703.html), dass die türkischen Gastarbeiter in Deutschland auch und wesentlich der Türkei halfen! Das Gebot, wonach man nicht lügen soll, besagt *eigentlich*, dass man *nicht falsch Zeugnis wider seinen Nächsten* abgeben soll. Der deutsche Außenminister, Herr Wadephul, gibt *falsch Zeugnis wider sein Land ab*. Wenn der Wadephul *gewusst* haben sollte, dass seine Aussage *unwahr* ist, dann war seine Aussage eine *Lüge*. Wenn er sie aus *Unwissenheit* gemacht haben sollte, würde sie spätestens dann zur Lüge, wenn er sie unwidersprochen im öffentlichen Raum stehen lässt, nachdem er auf den Irrtum hingewiesen wurde. ## Die du dir selbst »Ha!«, magst du jetzt sagen, »die Re-*gier*-ung, die mag lügen. Ich aber rümpfe mit Recht und Entrüstung meine Nase, denn *ich* bin kein Lügner.« Ich aber antworte dir: Ich weiß, dass *ich* mich selbst belüge. Ich weiß es aus Erfahrung, dass sich im Nachhinein allzu oft herausstellte, dass ich mich selbst belogen hatte. Mal hier, mal da. Und wenn du dich nicht über mich (und den Rest der Menschheit) auf beleidigende Art erheben willst, gestehe zu, dass auch *du* dich belügst. Ja, forsche nach den Lügen, die du dir selbst erzählst! (Und sei nicht zufrieden damit, dass du weniger lügst als Politiker. Du rühmst dich ja auch nicht, schneller laufen zu können als ein Regenwurm – oder mehr Rückgrat zu haben als dieser.) - [Psst! Kein Wort von ihnen!](https://dushan.org/essays/psst-kein-wort/) Eines der größten Probleme heute: Die Leute (oft inklusive dir und mir) sehen zwar, was passiert, doch sie können sich nicht entschließen, sich endlich zu entschließen (und dann auch etwas zu tun). Im Dritten Gesang der *Göttlichen Komödie*, in Vers 51, heißt es: > Kein Wort von ihnen; schau und geh vorüber. > > *– Dante Alighieri, [Die Göttliche Komödie](https://dushan.org/klassiker/die-goettliche-komoedie/))* Wir wissen, dass die *Göttliche Komödie* eine Allegorie ist. Der fiktive Erzähler begibt sich, anfänglich vom antiken Dichter *Vergil* begleitet, zu Fuß auf eine Reise in die Hölle, ins Fegefeuer und schließlich ins Paradies. Diese drei Teile enthalten zusammen einhundert *Gesänge* (was in Romanen wohl *Kapitel* wären), mit insgesamt 14.212 Versen. Der hier zitierte *Dritte Gesang* des ersten Teils »Hölle« beschreibt also die ersten Momente der Reise. In diesem *Dritten Gesang* beginnt der Abstieg in die Hölle, und folglich enthält er auch eines der berühmtesten Zitate aller Zeiten, als Inschrift über der Pforte zur Hölle: »Lasst, die ihr eingeht, alle Hoffnung fahren.« Wir wissen, dass der Erzähler auf seinem Weg durch die verschiedenen *Kreise der Hölle* auf unterschiedlich Arten von Sündern treffen wird. Es ist eine beißende soziale Kritik für Alighieris Zeit – und eine Beschreibung der Sünder *aller* Zeiten. Doch den ersten Menschentypus trifft der Erzähler noch *vor* der Hölle. Hier, noch vor dem Eingang, lauern die Lauen, die Opportunisten ohne festen Willen. »Die ohne Lob gelebt und ohne Schande«, die »ohne gegen Gott sich zu empören, ihm nicht treu, sondern unparteiisch waren.« Deren Wesen und Schicksal ist derart erbärmlich, dass nicht einmal die »tiefe Hölle« sie aufnehmen will. Nicht einmal der Tod hat ihnen Hoffnung zu bieten. Also lungern sie vorm Eingang zur Hölle herum. Dort aber werden sie immerhin von Wespen gestochen und von »ekelhaften Würmern« verschlungen. Diese elenden Unentschlossenen erinnern mich an einen Bibelvers, der dieses Jahr in meinem Hinterkopf sitzt und Gericht hält über mich. Ich erwähnte ihn bereits in dem Essay [»Du hättest getan, was du heute tust«](https://dushan.org/nichts/) und früher, als ich fragte: [»Liebst du dein Land?«](https://dushan.org/liebst-du-dein-land/) Jenes Gerichtsverfahren lautet: > Ich kenne deine Taten: Du bist weder kalt noch heiß. Ach, wärst du doch kalt oder heiß! Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, werde ich dich aus meinem Mund ausspeien. > > *– Offenbarung 3:15–16* Vor dem Tor der Hölle da harren sie, gestochen von Wespen, gefressen von Würmern, weder heiß noch kalt und also ausgespuckt. Soll man ihnen gut zureden? Soll man sie bedauern, dass sie es nicht einmal in den ersten Kreis der Hölle schafften? »Nein«, sagt Vergil: »Kein Wort von ihnen; schau, und geh vorüber.« Ich lese diese Zeilen, und mein erster Gedanke ist natürlich: »Okay, na gut! Dann werde ich all die Lauwarmen ignorieren. Kein Wort von ihnen. Kurz schauen und vorübergehen.« Doch dann höre ich tatsächlich, wie das Gericht in meinem Hinterkopf zu lachen beginnt. »Du, genau du«, sagt das Gericht, »genau du bist der Lauwarme, der Unentschlossene!« (Ich werde *Hilfe* brauchen bei dem Entschluss, endlich *entschlossener* zu sein.) - [Dann kamen die anderen (mit ihren Riesen)](https://dushan.org/essays/zwergenstolz/) Wir sind wie Zwerge, die auf die Schultern von Riesen geklettert sind. Und dann beschlossen wir, von diesen Schultern herunterzuspringen. – Warum eigentlich? Wer redete uns das ein? Es war einmal, vor gar nicht so langer Zeit, da ergriff die Zwerge ein Wahnsinn, und sie sprangen herunter den hohen Schultern der Riesen. Ihr müsst wissen, in jener Zeit hatten die Riesen wenig zu sagen, obwohl sie doch allgegenwärtig waren. Zwerge waren es, welche die Geschicke des Landes lenkten. Zwerge, welche die großen Reden schwangen und die Gesetze verkündeten. Zwerge, die auch bei hochstehender Sonne relativ lange Schatten warfen, da sie ja auf den Schultern von Riesen saßen. Dann aber wehte eine böse Idee über das Land, wie eine giftige Wolke. Jemand flüsterte den Zwergen ein: »Ihr macht euch klein, wenn ihr auf den Schultern von Riesen sitzt! Ihr könnt selbst so groß wie Riesen sein, wenn ihr nur von den Schultern jener Riesen hinabspringt und auf *eigenen* Beinen steht!« Gehört, gehüpft! Die Zwerge sprangen von den Schultern der Riesen auf den Boden. Einige Zwerge brachen sich dabei die Zwergenbeine. Andere Zwerge stießen sich am Kopf und waren davon leicht beduselt, was aber eine Gnade war, denn so machten sie sich weniger Gedanken, ob der Sprung auf den Boden wirklich eine gute Idee gewesen war. Als die abgesprungenen Zwerge alle auf dem Boden angekommen waren, zogen sich die Riesen still und bescheiden zurück. Vielleicht waren sie sogar vom Herumtragen der Zwerge müde geworden. Man muss wissen, der *Zweck* dieser Riesen war es gewesen, die Zwerge zu tragen – bis die Zwerge der Wahnsinn ergriff. Alle Zwerge lebten nun unten auf dem Boden. Sicher, man baute keine Baumhäuser mehr, denn ohne die Riesen waren die Baumkronen nur noch schwer zu erreichen. Und ohne die Riesen konnte auch kein Zwerg mehr über den nächsten Hügel hinaussehen. Doch wozu auch? Von dort, von hinter den Hügeln, war ja schon seit langer Zeit keine Gefahr mehr gekommen. Die Zwerge gaben ihr Bestes, ihr neues Zwergenleben zu organisieren. Sicher, einige Zwerge jammerten, dass ihnen doch die gewohnte Weitsicht fehlte, doch diese Zwerge wurden schnell niedergebrüllt. Was erlaubten die sich, Zweifel an der kollektiven Zwergenklugheit laut werden zu lassen? Nachdem die lautesten der zwergischen Zweifler auf die eine oder andere Weise zum Schweigen gebracht worden waren, lebten die Zwerge einige Zeit friedlich vor sich hin, solide auf dem Boden. Doch eines Tages, plötzlich und unerwartet, hörten sie lautes Stampfen von hinter den Hügeln. Sorge und Schrecken ergriffen sie, und plötzlich standen *andere* Riesen auf dem Hügel und blickten aufs Zwergendorf hinab. Auf den Schultern dieser *anderen* Riesen saßen *andere* Zwerge. Es stellte sich heraus, dass *andere* Zwergenvölker nicht von den Schultern der eigenen Riesen abgesprungen waren. Im Gegenteil! Die anderen Zwerge hatten sogar nachgedacht und geforscht, wie sie ihre Riesen zur Kriegsführung und Landnahme einsetzen könnten. Die fremden Riesen stapften die Hügel hinunter, die fremden Zwerge auf ihren Schultern. Mit ihren Riesenfüßen trampelten sie die neuen Zwergenhäuser zu Schutt und Staub. Einer der Bodenzwerge grübelte und murmelte dann: »Haben *die* fremden Zwerge uns eingeredet, von unseren Riesen herabzuspringen und *unsere* Riesen zu entlassen?« Ein anderer antwortete ihm mit einer neuen Regel: »Schreibe nicht Verschwörungen zu, was mit dummem Stolz und stolzer Dummheit ausreichend zu erklären ist!« Der Grübler sagte: »Es ist kein Widerspruch. Deren bescheidene Klugheit kann unsere stolze Dummheit ausnutzen.« Doch es war keiner mehr da, ihn zu hören und seine Worte zu bedenken. Es war nie jemand da gewesen. Und dann war es auch egal. - [Amicus Plato, sed magis amica veritas](https://dushan.org/essays/amicus-plato-sed-magis-amica-veritas/) Es passiert, dass Freundschaften kaputtgehen, wenn ihr Fortbestehen voraussetzt, dass du eine Lüge als Wahrheit bezeichnest. Die eine Frage ist, was für eine »Freundschaft« das doch war. Die andere, wie viel Einsamkeit du ertragen kannst. Freunde, lasst uns heute einen lateinischen Satz lernen! (Ich bin ohnehin der Überzeugung, dass in der Mehrheit der möglichen Welten der Westen nicht zu retten ist. In den wenigen möglichen Welten aber, in denen dieses Wunder gelingt, lernen die Kinder wieder (oder weiter) Latein – *mit* ihren Eltern.) Der lateinische Satz für heute soll also sein: »Amicus Plato, sed magis amica veritas.« Das ließe sich etwa so übersetzen: Platon ist (m)ein Freund, aber die Wahrheit ist ein noch größerer Freund. *Platon* steht für die Autoritäten, für die Riesen, auf deren Schultern auch wir Zwerge stehen. (Ach, hätten die »Experten« von heute doch nur die Größe eines Platon!) *Freund* steht für die emotionalen und sozialen Bindungen, die allesamt zweifellos psychologisch wichtig und von mir aus ethisch wertvoll sind – die uns aber in Situationen bringen können, zwischen emotionaler Bindung und der Wahrheit entscheiden zu müssen. Ich hatte an dieser Stelle erwogen, zwischen *Fürwahrhalten* und *Aussprechen* der Wahrheit zu unterscheiden. Also dass ein Mensch die Wahrheit als solche kennen kann, sie aber um der »Freundschaft« willen leugnet. Wir wissen allerdings aus Erfahrung, dass ein solcher Widerspruch regelmäßig das ganze Leben des Zerrissenen zur Lüge werden lässt. (Außer natürlich, er bereut schnell und aufrichtig, siehe Petrus.) ## Motto einer kleinen Minderheit Der lateinische Satz »Amicus Plato, sed magis amica veritas« wird von verschiedenen Autoren verwendet und zitiert. Gedanklich geht er auf Thomas von Aquin und zuvor auf Aristoteles zurück. Platon ist mein Freund, aber die Wahrheit ist ein besserer Freund – es ist das Motto einer Minderheit. Im Essay [»8 Gründe, warum wir auf Lügen hereinfallen«](https://dushan.org/luegengruende/) erwähnte ich das *Asch-Experiment*. Dieses ist ein psychologisches Labor-Szenario, das die Probanden durch sozialen Druck manipuliert, eine offensichtliche Unwahrheit zu behaupten – und diese vermutlich auch zu glauben. Der Sinn und Zweck von Propaganda und des milliardenschweren deutschen Staatsfunks liegt darin, die Mehrheit der Menschen durch sozialen Druck quasi zu *zwingen*, offensichtliche Unwahrheiten zu glauben. Die Wahrheit zu sagen, wenn man dadurch einen Freund verliert: Ist das ethisch zu rechtfertigen? Wenn die Freundschaft für ihr Fortbestehen zwingend auf Lügen angewiesen ist – war es wirklich eine Freundschaft? Existiert eine Hierarchie der Lügen, von denen manche in Freundschaften zu rechtfertigen (oder sogar empfehlenswert) sind, während andere die Natur der Freundschaft als solche infrage stellen? Und wie verhält es sich mit Platon als *Autorität*? Wir wissen, dass schmerzhaft viele unserer Mitmenschen bereit (und auch in der Lage) sind, offensichtliche Lügen zu glauben, wenn sie von einem »Experten« im TV behauptet werden. Es kann dem direkten Augenschein wie auch dem grundlegenden Menschenverstand widersprechen – wenn der Staatsfunk es sagt, werden die Gehorsamen es gern glauben. Du aber, der du sagst, dass die Wahrheit dir ein größerer Freund als selbst Platon ist, du wirst bald allein dastehen. Oder? Nun, die Praxis zeigt dann eben doch, dass du nicht der *einzige* Freund der Wahrheit bleibst. Und selbst als Christ, der doch *christlich* bleiben will, ist die Priorisierung relativ deutlich. > Und jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker um meines Namens willen verlassen hat, wird das Hundertfache empfangen und das ewige Leben erben. (Matthäus 19:29) Wenn man Jesus mit »die Wahrheit« gleichsetzt, so wird ausdrücklich versprochen, dass es sich lohnt, für die Wahrheit sogar seine Familie und sein Vermögen zu verlassen – es wird einem hundertfach vergolten werden. ## Täglich um einen Tag kürzer Nein, ihr müsst und sollt nicht wegen der kleinen politischen Wahrheiten des Alltags eure Familie zerschlagen. Bisweilen werden sie euch aber gar keine Wahl lassen, etwa wenn Familienmitglieder von der Propaganda zu [Non Player Characters](https://dushan.org/non-player-character/) reduziert wurden. Und dann stellt sich die Frage: [»Hast du deinem Verräter die Windeln gewechselt?«](https://dushan.org/verraeter-in-windeln/) Nein, kündige nicht Freundschaften auf und zerschlage gewiss nicht deine Familie aus irgendwelchen vulgären ideologischen Gründen. Doch lass dich nicht zum Lügner machen! Ja, dem Lügner auch nur »Guten Tag« zu sagen, kann dich zum Komplizen machen, wenn es impliziert, dass du seine Lügen als neues Normal hinnimmst. Nein, es ist nicht einfach. Wenn sie dich erpressen wollen, eine Lüge zu leben, genau dann brauchst du *Mut* – unter anderem den Mut zur *Wahrheit in eigener Sache*. Lege die Illusionen ab und plane den Rest deines Lebens neu. Bedenke: Der Rest deines Lebens wird ja täglich um einen Tag kürzer! Wenn sie dich mit Autorität und anderen Tricks zwingen wollen, eine Lüge zu leben, dann sage ihnen: Amicus Plato, sed magis amica veritas. Platon ist mir ein Freund, aber die Wahrheit ist ein *größerer* Freund! Ich bin überzeugt, dass Platon zugestimmt hätte. - [Der galoppierende Verlust des Schamgefühls](https://dushan.org/essays/gallopierender-verlust/) In Ludwigshafen schloss man Opposition von OB-Wahl aus. Dann wurde CDU-Mann mit 14 % der Wahlberechtigten »gewählt«. CDU: »sensationelles Ergebnis! 🙌 Signal für Vertrauen, Aufbruch und echte Bürgernähe«. Was sagt uns diese Abwesenheit von Schamgefühl? Das erste Anzeichen des Wahnsinns, so sagt der Volksmund, sei der Verlust des Schamgefühls. Streng psychologisch ist es so nicht richtig. Es existieren auch andere *erste Zeichen* realen Realitätsverlustes. Wahnhafte Störungen wie Schizophrenie können damit einhergehen, Personen zu sehen, die gar nicht da sind. (Etwa wenn einer im 21. Jahrhundert meint, überall »Nazis« zu sehen.) Depressionen und bipolare Störungen gehen mit dem Verlust von Interesse an früher wichtigen Dingen einher, aber auch mit Selbstwertstörungen und übersteigerten Schuldgefühlen. (Ich überlasse die Beispielfindung dem geneigten Leser.) Persönlichkeitsstörungen können sich mit rigider Schwarz-Weiß-Moral ankündigen, mit einem Mangel an Selbstreflexion, der Projektion eigener Aggressionen und Ängste nach außen, mit ständiger Feindbildung, mit Idealisierung und Dämonisierung von Personen. (Es wäre zu banal, wenn ich das Beispiel ausbuchstabierte.) Unter den vielen möglichen Zeichen einsetzenden Wahnsinns ist aber der Verlust des Schamgefühls tatsächlich extra irritierend. Wir *merken* ja nicht immer gleich, dass da etwas ernsthaft nicht stimmt. ## Der Anlass In Ludwigshafen wurde ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Im [Essay vom Tag der ersten Wahl](https://dushan.org/ludwigshafen-unsere-demokratie/) nannte ich es die »Unsere-Demokratie-Wahl«. Der aussichtsreichste Kandidat, ein Politiker der Opposition, wurde in einem fragwürdigen Verfahren einfach von der Wahl ausgeschlossen. Bei der ersten »Wahl« blieben über 70 % der Wahlberechtigten daheim. Von den abgegebenen Stimmen waren 9,2 % absichtlich ungültig, wohl aus Protest gegen den wenig demokratischen Ausschluss des Oppositionskandidaten. Bei der Stichwahl nun erhielt der CDU-Kandidat die notwendige Mehrheit, stolze 58,5 Prozent der Stimmen. Allerdings: Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl zur »Wahl ohne störende Opposition« lag bei etwa 24 %. Die stolze Mehrheit des CDU-Kandidaten sind *tatsächlich* nur etwa 14 % der Wahlberechtigten, nach 12 % in der ersten Runde. 14 % der Wahlberechtigten – nachdem der wirklich aussichtsreiche Kandidat der Oppositionspartei von der Wahl ausgeschlossen wurde. Was sagt man in der »Siegerpartei« CDU zu diesem Ergebnis mit nur formaler demokratischer Rechtfertigung? Die stellvertretende Generalsekretärin der CDU schreibt: > Ein sensationelles Ergebnis! 🙌 Ludwigshafen wählt mit Klaus Blettner einen CDU-Oberbürgermeister. 58,5 % – das ist ein starkes Signal für Vertrauen, Aufbruch und echte Bürgernähe. 💪 Die CDU ist #Kommunalpartei Nr. 1! #CDUKommunal > > – [@ChristinaStumpp, 12.10.2025](https://x.com/christinastumpp/status/1977435709280498077?s=12&t=lp7nBopfkW_d-2HOyzhsrA) 14 % der Wahlberechtigten als demokratische Rechtfertigung soll ein »sensationelles Ergebnis« sein. Ein »starkes Signal für Vertrauen, Aufbruch und echte Bürgernähe«, wenn zuvor der Kandidat der Opposition ausgeschlossen wurde? ## Oder für seine Nacktheit Scham ist ein Gefühl der *Selbstbewertung*. Der Mensch, der sich *schämt*, bewertet eine eigene Situation oder Handlung als schlecht oder böse. Man schämt sich für einen Fehler, für ein Versagen oder für seine Nacktheit, wie einst Adam und Eva nach dem Sündenfall (1. Mose 3:7). Die CDU feiert sich für einen Wahlsieg, den ein anständiger Demokrat eigentlich gar nicht erst annehmen sollte. Manche, auch ich, fühlen sich an jene Renn-Szene im Film *The Dictator* erinnert ([siehe YouTube](https://youtu.be/7C-aB09i30E?t=27)). Der von Sacha Baron Cohen gespielte Diktator veranstaltet seine »eigenen« Olympischen Spiele. Er läuft beim 100-Meter-Lauf mit. Er startet vorzeitig, dann erschießt er seine Mitläufer – und schließlich lässt er sich für seinen großartigen Sieg feiern! Der CDU-Bürgermeister von Ludwigshafen feiert sich für seinen »Wahlsieg« – nachdem der Oppositionskandidat ausgeschlossen wurde. Das Verhalten der CDU ist nach meinem Bauchgefühl *schamlos*. Doch ist die CDU oder eine einzelne Person damit schon an der Schwelle zum klinischen *Wahnsinn*? Nein, nicht zwingend. Das Verhalten der CDU ist tatsächlich »normal« – normal für diese Zeiten und normal innerhalb des moralischen Bezugsrahmens »Unsere Demokratie«. Dieser Rahmen »Unsere Demokratie« aber ist latent *wahnsinnig*. ## Abweichungen im Verhalten Linke bezeichnen andere Leute schnell und automatisch als psychisch gestört, um schwierigen Debatten zu entgehen. Wenn einer zum Beispiel die Kompatibilität traditionell islamischer und säkular-demokratischer Gesellschaftskonzepte diskutieren will, blockt man die Debatte, indem man dem Gegner eine psychopathologische Angststörung attestiert, die »Islamophobie«. Wer darauf besteht, dass (»biologische«) Männer sich nicht in Mädchenumkleiden nackt präsentieren dürfen, dem wird »Transphobie« diagnostiziert. Und so weiter. Wir hier sind *nicht* Linke, wir deuten *wohlwollend*. So könnte es uns passieren, dass wir es zu lange wegdeuten wollen, wenn Debatten längst *wahnsinnige* Züge angenommen haben. Weil wir gute Leute sein wollen, deuten wir Abweichungen im Verhalten als Spielarten innerhalb der akzeptablen Bandbreite, nicht als gestörte Schamlosigkeit. Doch sprechen wir es aus: Sich wie ein moralisch legitimierter, echter Gewinner zu feiern, nachdem der Gegner vom Wettbewerb ausgeschlossen wurde und nachdem 70 Prozent der Wähler gar nicht erst teilnahmen, hat womöglich die Grenze zur Realitätsleugnung überschritten. Keine einzelne der beteiligten Personen ist in irgendeiner Form »wahnsinnig«. Dieses gesamte *System* »Unsere Demokratie« nimmt offen Züge an, die sich als *wahnsinnig* beschrieben ließen. Eine Partei und ein Politiker, die innerhalb dieses realitätsleugnenden Systems »Unsere Demokratie« agieren, werden trotz eigener Rationalität »wahnsinnig« handeln – von *außen* betrachtet. ## Benennung von Gartengeräten Ich schreibe diese Essays und entwickle diese Gedanken, auch um *am Wahnsinn der Zeit nicht selbst wahnsinnig zu werden*. Dazu gehört aber, sich einzugestehen, dass das System »Unsere Demokratie« sich im Grad der Realitätsleugnung in das Gebiet des Wahnsinns vorwagt. In Deutschland sagt man, dass man *einen Spaten eben auch einen Spaten nennen* soll. Nun, ich kenne niemanden, der sich bei der Benennung von Gartengeräten schwertut. Ich kenne aber zu viele Menschen, die politische Verhältnisse wie in Ludwigshafen für »normal« halten. ## Alles Weitere folgt Nein, das ist nicht normal! Ein Blick ins Geschichtsbuch oder ins fernere Ausland genügt, um zu ahnen, wohin solcher *Wahnsinn* führt. Auch schon ein ehrlicher Blick in die deutsche *Realität* sollte *eigentlich* genügen, um den Wahnsinn des Lügengebäudes »Unsere Demokratie« klar werden zu lassen. Wohin aber wird das alles führen? Wie endet das, was mit Schamlosigkeit beginnt? Der Prophet Jeremia dokumentiert dazu: > Schämen müssten sie sich, weil sie Gräuel verübt haben. Doch sie schämen sich nicht; Scham ist ihnen unbekannt. Deshalb müssen sie mit denen fallen, die fallen. Sobald ich sie heimsuche, werden sie stürzen, spricht der HERR. (Jeremia 6:15) Wie wird es mit Deutschland weitergehen? Man seufzt. Ich selbst *schäme* mich für jede Gelegenheit, an der ich zu schwach war, zu tun, wovon ich im Gewissen doch ahnen musste, dass es das Richtige war. Ich schäme mich für jedes Mal, wenn mir der Mut oder schlicht die Kraft fehlte, mir selbst *rechtzeitig* eine notwendige Wahrheit einzugestehen. Sagen, was wahr ist, auch wenn man damit allein gegen Tausende steht, wird dich weder übermäßig fröhlich noch allzu beliebt machen. Doch der Versuch, am Wahnsinn der Zeit nicht selbst wahnsinnig zu werden, beginnt mit brutaler Ehrlichkeit, zuallererst sich selbst gegenüber. - [Irgendwann im Rückblick verstehen](https://dushan.org/essays/irgendwann-im-rueckblick-verstehen/) In Deutschland soll demnächst gelost werden, wer zur Armee eingezogen wird – oder nach Russland einmarschieren soll? Es ist wie in einem dystopischen Roman. Die große Frage: Was ist der SINN des Wahnsinns? Wenn ein Leser [einen Leserbeitrag zahlt](https://danke.dushanwegner.com/), besteht die Möglichkeit, eine Nachricht mitzusenden. Ihr könnt mit mir teilen, was euch gerade auf dem Herzen liegt. Eine liebe Leserin schrieb mir dieser Tage etwa, sie wolle ihre »liebsten Menschen gut durch diese Zeit bringen«. Das kann ich wahrlich gut verstehen. Es hat mit *[Relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)* und den *Ordnungen der Liebe* zu tun – und mit schlichtem *Menschsein* (leider keine Selbstverständlichkeit heute). Ich denke aber über ihren weiteren Wunsch nach, nämlich »vielleicht irgendwann im Rückblick verstehen zu können, wofür das alles gut gewesen sein soll«. Da musste ich durchatmen. Das hat mit den *ganz großen Fragen* zu tun. Vielleicht mit *Theodizee*, also der Frage nach der *Gerechtigkeit Gottes* – oder zumindest nach Seinem *Plan*. Und es hat mit einer der größten und ältesten Fragen der Menschheit zu tun. Mit der Frage nach dem *Sinn des Lebens*. Strukturiert, ehrlich und intellektuell offen über solche *großen Fragen* nachzudenken (kurz: *Philosophie zu treiben*) wird regelmäßig dazu führen, dass aus jeder beantworteten Frage mehrere *neue* Fragen erwachsen. Ja, mutig nachzudenken fühlt sich bisweilen an wie der Kampf des *Herakles* gegen die Wasserschlange *Hydra*. Für jeden Kopf, den er abschlägt, wachsen ihr zwei neue Köpfe nach! (Bis sein Neffe Iolaos die Hälse mit einer Fackel ausbrannte, doch das wäre ein anderes Thema.) ## Dennoch »für dein Land« Da ich mir natürlich exakt dieselben Frage(-n) stelle wie diese Leserin, lasst mich zumindest zu Protokoll geben, *in welcher Richtung* ich Antworten vermute. Die Leserin fragt (hier) nicht, was der *Sinn* der gegenwärtigen Ereignisse und ihrer Mühen ist, sondern »wofür das alles gut gewesen sein soll«. Wofür wird das, was heute passiert, einmal gut gewesen sein? Ich stelle mir diese Fragen heute auf mehr als einer Ebene. Wir erfahren aktuell, dass sich die deutsche Regierungskoalition auf eine »Wehrpflicht per Losverfahren« geeinigt hat (([mdr.de, 12.10.2025](https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/wehrpflicht-musterung-losverfahren-bundeswehr-100.html))). Wenn du Deutschland liebst, bist du ein Rechter und ein Nazi, dein Konto wird gekündigt und du wirst beim Arbeitgeber diffamiert. Wenn dich aber das Los trifft, hast du dennoch »für dein Land« zu sterben. Ach, wir wussten ja, dass Politik sich *1984* zum Vorbild nahm. Doch dass sie auch *Die Tribute von Panem* (*Hunger Games*) nachspielen, ist tatsächlich neu. Zurück aber zur Frage: Wofür soll das alles gut gewesen sein? Wofür wird es gut gewesen sein, dass die Regierung nun per Losverfahren bestimmen will, welche jungen Männer zum x-ten Mal versuchen, in Russland einzumarschieren? Es könnte dazu gut gewesen sein, dass Deutsche mit Familie spätestens jetzt über ein bestimmtes Gandalf-Zitat nachdenken. Man hört und liest in letzter Zeit häufiger ein Zitat aus dem *Herrn der Ringe*, und zwar den weisen *Gandalf*, der kurz vor dem eigenen Sturz in die Tiefe seinen Gefährten zuruft: »Flieht, ihr Narren!« (Ich notierte es bereits im März, im Essay [»Plötzlich reden alle vom Auswandern«](https://dushan.org/suche-und-heimat/). Es sei allerdings zur Vorsicht geraten: Die Lektüre des *Herrn der Ringe* kann dich in »Unserer Demokratie« bereits ins Visier des Verfassungsschutzes bringen und dich dein passives Wahlrecht kosten, [siehe Ludwigshafen](https://dushan.org/ludwigshafen-unsere-demokratie/). Und wen die Regierung wegen abweichender Meinung als »Rechtsextremist« etikettiert, dem verbietet sich damit schon mal die Ausreise; siehe [bild.de, 17.05.2025](https://www.bild.de/regional/muenchen/am-airport-gestoppt-bundespolizei-laesst-neonazis-nicht-nach-italien-6827967ce13ef7080853012c). Flieht, aber wie auch früher schon: Passt auf, was ihr vorher wem erzählt.) Wer über Flucht nachdenkt, der wird sich bald praktische Fragen stellen, die selbst wieder auf *die* zentralen Fragen hinauslaufen: Wer bin ich? Wer will ich sein? Und wie kann ich es werden? Ich mag mich hilflos fühlen ob gewisser großer Ereignisse, und vermutlich liege ich damit richtig. Etwas weniger hilflos – aber längst nicht allmächtig – bin ich hinsichtlich meiner Handlungen innerhalb und im Angesicht dieser Ereignisse. ## Diese Zeiten dich und mich Es würde geradezu zur *vergebenen Chance*, wenn ich die Ereignisse nicht nutzte, um persönlich alle unnützen Zeitverschwendungen [loszulassen](https://dushan.org/buecher/das-buch-uebers-loslassen-von-dushan-wegner/) und meine verbliebene Zeit darauf zu verwenden, ein Mensch zu werden, für dessen Charakter ich mich nicht schämen muss. Werde ich »vielleicht irgendwann im Rückblick verstehen«, »wofür das alles gut gewesen sein soll«? Ja, denn ich bin überzeugt, dass diese Zeiten dich und mich lehren, das Unwichtige loszulassen und das Richtige zu suchen. Lebe heute so, dass du »irgendwann im Rückblick« sagen kannst, dass diese Zeiten dich zwangen, das Unwichtige vom Wichtigen zu trennen. Ist das die letzte und vollständige Antwort auf die Frage? Mitnichten! Doch ich bin recht sicher, dass die Antwort in genau dieser Richtung liegt. Es war mir wieder eine Ehre, in diesem Essay mit euch ein paar Schritte weiter in eine gute Richtung zu gehen. - [Ein Buch, von dem ich dachte, es sei ein anderes](https://dushan.org/essays/ein-buch-von-dem-ich-dachte-es-sei-ein-anderes/) Ich las letztens ein Geschichtsbuch, hielt es aber einige Seiten lang für einen Fantasy-Roman (den ich parallel las). Es dauerte erschreckend lange, bis ich den Unterschied merkte. Ach ja, manchmal merkt man den Unterschied auch heute kaum noch. Wenn Weisheit gemessen würde an der Zahl der Bücher, die ein Mensch sich zu lesen vornahm, zählte ich zu den Weisesten der Weisen. Es ist ja kein Mangel an Absicht und gutem Willen! Es ist mein unbeherrschtes Hirn, das hierhin und dorthin springen will, das sich hierfür und dafür »interessiert«. So nenne ich also wer weiß wie viele angefangene Bücher mein eigen. Eines Tages, sobald die Menschheit aufhört, neue Bücher zu produzieren, werde ich durchatmen und all die geplanten Bücher durchlesen. (Sagte ich, dass ich die Bücher *mein eigen* nenne? Hach, das ist nur zum Teil wahr. Ich gestehe, dass auch ich dem Komfort des *Kindle* verfallen bin, also elektronischen Büchern von Amazon, und dort sind die Bücher eher *gemietet*. Ja, der *Komfort* verführt uns zu dummen Dingen.) Ich sage in gepflegtem Smalltalk natürlich nicht, dass ich so und so viele Bücher *angefangen, aber nicht beendet* habe, sprich: dass ich *versagt* habe. Ich sage es nicht von gelesenen Büchern und nicht von geschriebenen. Solange ich mir die Niederlage nicht eingestanden habe, kann ich sagen: Ich lese (oder: schreibe) mehrere Bücher *parallel*. In diesem Sinne ist also wahr: Zu jedem gegebenen Zeitpunkt lese ich *mehrere Bücher parallel*. Vor einiger Zeit bescherte mir diese *Parallelität* ein erst surreales und dann erhellendes Erlebnis! Ich las damals unter anderem eine Johann-Sebastian-Bach-Biographie (»Music in the Castle of Heaven«) und eines der Fantasy-Bücher, die meine Tochter mir zu jener Zeit empfahl (etwas von *Brandon Sanderson*, wenn ich mich recht erinnere). Beide Bücher enthalten Passagen, die politische Entwicklungen beschreiben. Doch das eine ist ein biographisches Geschichtsbuch, das andere ist Fantasy für Jugendliche. So nahm ich einmal den elektronischen Reader zur Hand, und automatisch wurde die zuletzt gelesene Seite anzeigt. Ich las also ansatzlos fort und war amüsiert von den phantastischen Beschreibungen der Fantasy-Politik in der Phantasiewelt des Herrn Sanderson … bis plötzlich die *Familie Bach* erwähnt wurde. Mein Gehirn dachte für einen Sekundenbruchteil: »Hach, das ist ja ein lustiger Zufall, dass in dieser übernatürlichen Phantasiewelt ebenfalls jemand *Bach* heißt, so wie die Musiker-Familie.« Dann begriff und korrigierte mein Gehirn endlich: Ich hatte tatsächlich das Geschichtsbuch gelesen, doch mein Gehirn dachte, dass es das Fantasy-Buch las. Also deutete es das historische Geschehen als wild ausgedachte Fantasy. ## Und nun also Ich bin in diesen Tagen und Jahren nicht allein mit dem Gefühl, dass die großen Angelegenheiten einfach keinen Sinn ergeben. Was auch immer die *wahre* Geschichte ist, deren Teil wir sind, ich habe das Gefühl, nicht einmal die *Gattung* richtig einzuordnen. Welchen Deutungsrahmen setzt du um *die sogenannte Realität*? Ein Verschwörungstheoretiker sagt vielleicht, »die Leute mit dem kleinen Hut« seien schuld an allem. Ein Kommunist sagt, der Kapitalismus stecke hinter allem. Ein Kapitalist sagt, es seien die Kommunisten. Und so weiter. Ein Christ wird (und sollte) sogar eine eigene metaphysische Ebene in der Welt sehen und die Ereignisse von dieser *anderen* Ebene aus deuten. Was aber sind die Kriterien, nach denen man entscheiden könnte, was *die richtige Deutungsebene* ist? Können solche Kriterien überhaupt existieren, wenn sie »außerhalb« sämtlicher übrigen Deutungsebenen angesiedelt sein müssen? Welche Deutungsebene für die Ereignisse wende ich an … und mit welcher Rechtfertigung? Ach ja, ich seufze, und ich bedenke: > Es nimmt kein Ende mit dem vielen Bücherschreiben, und viel Studieren ermüdet den Leib. > > – Prediger 12:12b Es ist Sonntagmorgen. Heute sollte ein Tag der *Erfrischung* sein, nicht der fortgesetzten Ermüdung. Heute beginnt mein Tag dennoch zunächst mit einer Busfahrt, um meine Tochter zu besuchen. Heute gehen wir dort zur Kirche. Für die Busfahrt aber packe ich meinen *Kindle* ein, den elektronischen Reader mit den zählbaren, aber ungezählten begonnenen Büchern (zwischen ein paar mehrfach beendeten Büchern). Werde ich mich unterwegs entscheiden können, was ich lese? Ich übe ja noch das Apostolikum, auf Lateinisch. Auch das habe ich auf dem Kindle, natürlich. Dabei liegt die Schwierigkeit aber weniger im *Beenden* als vielmehr im *Bedenken* und *Beherzigen* (und auswendigen Beherrschen). Beginnen ist gut. Beenden ist besser. Der *Sinn* der lesenden Übung liegt aber erst im *Bedenken* und *Beherzigen* – welches Buch auch immer du gerade liest. (Und für welches andere Buch du es womöglich hältst.) - [Die Welle ist ein Kreis im Lauf der Zeit](https://dushan.org/essays/welle-ist-ein-kreis-in-der-zeit/) Du schreibst. Das Leben zieht das Papier vorbei. Deine Hand zittert, und doch schreibst du. Das Geschriebene bleibt, für immer. Doch irgendwann: kein Blatt mehr übrig. Was wirst du gezeichnet haben? Stell dir vor, du hältst einen Stift auf ein Blatt Papier. Du bewegst diesen Stift in gerader Linie hin und her. Zum Beispiel hoch zum oberen Rand des Blattes und dann wieder herunter. Stellst du es dir vor? Hat deine schreibende Hand sich unwillkürlich aufs Schreiben vorbereitet, hat zur Probe den Stift gegriffen? Haben die Muskeln deines Armes das Szenario durchgespielt? – Fein! Nun stell dir vor, ich würde mich zu dir setzen. Ich würde nach dem Blatt greifen, und ich würde es quer zu deiner Stiftbewegung hin und her bewegen. Du zeichnest also von oben nach unten und wieder zurück. Und ich bewege das Blatt von links nach rechts und wieder zurück. Wenn wir beide tatsächlich die Bewegungen harmonisch und gerade ausführen, was würde als gezeichnete Figur auf dem Blatt erscheinen? Kannst du es dir vorstellen? Richtig! *Ein Kreis.* Und mit jeder Runde wird die Linie des Kreises dicker. Gut. Und nun stelle dir vor, es läge nicht ein einzelnes Blatt vor dir, sondern eine Papierrolle. Du ziehst den Stift weiter hin und her, hoch und runter. Ich aber drehe an einer Kurbel und ziehe das Papier immer weiter. Jetzt zeichnen wir keinen Kreis, sondern was? Wieder richtig! *Eine Welle.* Ein Kreis ist ein nervöses Hin-und-Her, extra harmonisch ausgeführt, und die Welle ist ein in den Lauf der Zeit gestreckter Kreis. Wir kennen ja die Verse aus dem Buch *Kohelet* (auch *Prediger* genannt), welche die wiederkehrende Wiederkehr gewisser Ereignisse notieren. Ja, lest selbst, etwa das ganze erste Kapitel, hier beispielhaft nur der berühmte Vers 9: > Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was getan wurde, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne. (Prediger 1,9) Beschreibt die Bibel also eine *Kreisbewegung*, wie die Weisheit Asiens es tut? Jein. Es kehrt wieder – und doch bewegt es sich vorwärts. Wir reden vom *Jahreskreis* und vom *Kreis der Jahreszeiten*. Auch dein Geburtstag *kehrt jährlich wieder*, als würde sich dein Leben im Kreis bewegen. Doch *das Alter* ist nur eine von vielen Zahlen, die dich daran erinnern werden, dass sich die Welt weiterbewegt hat. Die *Wellenbewegung*, die du *dein Leben* nennst, hat einen bestimmten Abschnitt zurückgelegt. Doch du und die Welt, ihr seid beide andere geworden. Ja, es wäre geradezu *tragisch*, es wäre Zeichen eines vergeblichen und vergeudeten Lebens, wenn wir uns wirklich *im Kreis bewegten*. Wenn du nicht angeben kannst, was du im letzten Jahr *dazugelernt* hast, wie du *weiser* und *gütiger* wurdest, wo du *deine Feinde geliebt* hast und *zum Diener wurdest*, wozu hast du dann gelebt? Die Bibel könnte hierzu kaum deutlicher sein: > Wie ein Hund, der zurückkehrt zu dem, was er erbrochen hat, so ist ein Tor, der seine Dummheit wiederholt. (Sprüche 26,11) Stell dir also noch einmal vor, du hältst einen Stift auf ein Blatt Papier. Nichts anderes – bildlich gesprochen – tun du und ich ja jeden Tag – solange wir leben. Höhere Mächte drehen die Papierrolle voran, und was geschrieben wurde, bleibt für immer geschrieben. Eines Tages wird deine Papierrolle plötzlich zu Ende sein. Du kannst die Papierrolle nicht zurückdrehen, um etwas zu korrigieren. Du kannst nicht verhindern, dass deine Hand zittert. Du kannst dein Bestes geben, nicht aus dem Papier zu kommen oder es gar vorzeitig zu zerreißen. Du kannst nur um höhere Weisheit bitten, auf dass die Wellen, die du da kritzelst, zumindest im Rückblick einen Sinn ergeben. (Und dann, wenn dir höhere Weisheit gegeben ist, befolge sie auch – sonst bleibt dein Gekritzel eben das.) Du schreibst. Das Leben zieht das Papier vorbei. Deine Hand zittert, und doch schreibst du. Das Geschriebene bleibt, für immer. Doch irgendwann: kein Blatt mehr übrig. Was hast du gezeichnet? - [Ach so nette Mörder, ach so glückliche Irre](https://dushan.org/essays/gute-laune/) Super nervig: Leute, die extra gute Laune an den Tag legen, um allen damit zu zeigen, wie GLÜCKLICH sie doch sind – als ob Glücklichsein ein Wettbewerb wäre. Ich bevorzuge jederzeit die Grummeligen, die darunter heimlich Demut und Menschenliebe pflegen. Heute lernen wir: Gut gelaunt und glücklich sind nicht dasselbe, sonst wären auffällig viele Irre in den Irrenhäusern glücklich zu nennen. Und spiegelbildlich: Nicht jeder mürrische, schimpfende Schlechtgelaunte ist unglücklich, sonst wären auffällig viele Propheten der älteren und neueren Zeit unglücklich zu nennen. Zur Auffrischung und/oder schnellen Erklärung: Ich nenne einen Menschen *glücklich*, wenn er seine *Kreise konzentrisch angeordnet* hat. Also jene *Kreise*, die ich als [*Relevante Strukturen*](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) beschreibe, und die katholische Ethik nennt es die [*Ordo Amoris*](https://en.wikipedia.org/wiki/Ordo_amoris), die *Ordnung der Liebe*. Wir kennen sie doch, diese Menschen, die sich extra gut gelaunt geben und extra schrill lachen, um zu betonen, wie super ihre Laune ist. Ich fürchte, die begehen gleich *zwei* Fehlschlüsse in Folge: Erstens ist demonstrative gute Laune nicht dasselbe wie Glück. Und zweitens ist Glück keine Angelegenheit, die wirklich glückliche Menschen als Wettbewerb austragen. Und dann: Amos, Sacharja, Johannes der Täufer, Jesus Christus, Petrus, Paulus, Matthäus, Markus, Lukas, Bartholomäus, Polykarp von Smyrna, Thomas Morus, Maximilian Kolbe oder natürlich Laurentius, der auf einem Rost verbrannt wurde und der Schutzheilige der Köche und Komödianten ist. Diese Namen sind ein klitzekleiner Teil der Menschen, die für höhere Werte starben. Die meisten von ihnen als Märtyrer, einer als Erlöser. Kein einziger dieser Großen war für seine penetrante gute Laune bekannt – eher im Gegenteil. Während sie gekreuzigt, geköpft oder gesteinigt wurden, waren diese Leute gewiss nicht »gut gelaunt«. Und doch wäre es auf mehrere Arten falsch, diesen Menschen das *Glücklichsein* abzusprechen. Ja, nicht nur die performative gute Laune steht zu oft im Widerspruch zur Wahrheit. Im Essay [»Freundliches Gesicht, böse Tat«](https://dushan.org/10-jahre-unrecht/) erwähnte ich, dass in ihren Taten sehr böse Menschen privat sehr freundlich sein können. Machte es sie zu »guten Menschen«, dass sie freundlich zu ihren Freunden waren? »Je me méfie des gens qui n’aiment pas les chiens«, wird Charles de Gaulle gern zitiert. Das bedeutet, dass er Menschen misstraut, die keine Hunde mögen. Es liegt zuverlässige Wahrheit darin, wie etwa auch [die Deutschen](https://www.br.de/nachrichten/kultur/putin-ueber-merkels-angst-vor-hunden-angela-bitte-vergib-mir) bitter lernen mussten. Doch nicht jeder, der Hunde mag, ist allein deshalb schon ein tatsächlich guter Mensch! Wenn ein Mörder gefasst wird, wurden zumindest früher in den USA regelmäßig die Nachbarn interviewt. Und die berichteten zuverlässig, was für ein freundlicher, höflicher Mensch der Mörder doch privat gewesen war. »Gut gelaunt und glücklich sind nicht dasselbe, sonst wären auffällig viele Irre in den Irrenhäusern glücklich zu nennen«, so schrieb ich, und ähnlich gilt: Freundlich zu sein und ein guter Mensch zu sein, sind nicht dasselbe, sonst wären auffällig viele gefasste Mörder, gemäß den Berichten ihrer Nachbarn, außerordentlich anständige Menschen zu nennen. Gute Laune und ein freundliches Äußeres sind schlicht Lügen, wenn sich darunter tatsächlich Sinnlosigkeit und Kälte verstecken, aus gutem Grund hoffend, sich nicht zu verraten. Natürlich wünsche ich jedem von uns allzeit gute Laune und ein gewinnendes Äußeres. Doch zu viele von uns sind schlicht müde. Selbst wenn wir gute Laune und sprudelnde Freundlichkeit schauspielern *wollten*, hätten wir keine Energie mehr dafür. Bleibt mir fort mit Fake-Gute-Laune! Gebt mir jene Grummeligkeit, unter deren rauer Oberfläche tatsächlich Weisheit und Menschenliebe zu finden sind. Wir sprachen von jenen außerordentlich freundlichen Nachbarn, die sich später als Mörder herausstellen? Nun, Menschen nach meinem Herzen sind oft genug das exakte Gegenteil davon. - [Bücher, nach ihren Fingernägeln beurteilt](https://dushan.org/essays/an-ihren-fingernaegeln/) Die Masse und Mehrheit wird dümmer. Dass ist wahr, doch es ist inzwischen banal und eigentlich müßig, es festzustellen. Die Frage muss heute lauten: Wie sicher bist du dir, die Ausnahme zu sein? Ich saß im Bus. Eine junge Dame stieg ein und setzte sich neben mich. Diese Dame war mit einigem goldfarbenen Metall geschmückt, Ketten um den Hals und an den Handgelenken und es klimperte. Ihre Fingernägel waren aus Plastik, bunt und lang. Ihre Kleidung entsprach gewiss den heutigen modisch Standards (ich bin da nicht auf dem Laufenden). Immerhin roch sie gut, wenn auch jenseits alles Natürlichen. Kaum hatte sie sich neben mich gesetzt, aktivierte sie ihr großes Smartphone. Bis dahin wäre nichts an der Szene bemerkenswert gewesen. Dass ich es hier für euch aufschreibe, hat etwas damit zu tun, *was* sie auf dem Bildschirm des Smartphones aufrief. Jaja, ich weiß, man *sollte* nicht auf die Bildschirme anderer Leute schauen. Doch wenn ein Mensch derart nah und derart auffällig ist, wie sollte man dann *nicht*? Mein Blick glitt kurz über ihren Bildschirm. Ich stutzte. Die junge Dame bediente ihren Bildschirm mit seitlich gehaltenen Fingern, wie es Trägerinnen extralanger künstlicher Fingernägel aus praktischen Gründen tun. *Das* war nicht das Ungewöhnliche. Ich hätte von der Dame erwartet, dass sie *WhatsApp* aufruft. Oder *Instagram*. Oder *TikTok*. Wenn ich hier sage, ich hätte »es erwartet«, dann meine ich das in dem Sinne, wie man beim Hinuntergehen einer Treppenstufe eine gewisse Treppenhöhe *erwartet*. Wenn du eine Treppe hinuntergehst, erwartet dein Gehirn, wann dein Fuß die nächste Stufe berühren wird, auf den Millimeter genau. Solange diese sehr präzise Erwartung erfüllt wird, verwirft dein Gehirn diese Informationen auch gleich wieder. Erst wenn eine Stufe von deiner Vorhersage *abweicht*, bringt dein Gehirn dies plötzlich in dein Bewusstsein: »Das ist unerwartet, was jetzt?!« So ähnlich – wenn auch weitgehend ohne Panikattacke – erging es mir beim flüchtigen Blick auf das Smartphone-Display der Dame mit den langen Fingernägeln. Da standen mathematische Formeln! Kompliziertes mathematisches Zeug, dessen Bedeutung ich nicht verstand. Jahrzehnte her, dass ich so etwas selbst gelernt hatte. Ich sah nur, dass es deutlich komplexer aussah, als das, was etwa mein Sohn in der Schule lernt. Gründlicher wollte ich die Inhalte nicht studieren. Schon die Tatsache, dass ich festgestellt hatte, dass es *Formeln* waren und nicht *WhatsApp*, war mehr Einblick in die Privatsphäre, als sich gehört. Schnell lenkte ich meinen Blick weiter und schaute aus dem Fenster. Und ohne hinzusehen schaltete ich beschämt mein eigenes Smartphone ab. (Ich selbst hatte über die neuesten »Memes«, also *Witze*, geschmunzelt.) »Don't judge a book by its cover«, sagt man im Englischen. Schließe nicht vom äußeren Design eines Buches auf dessen Inhalt. Es ist eine etwas schräge Redensart, denn selbstverständlich kannst du vom Umschlag eines Buches auf seinen Inhalt schließen. Wenn auf dem Cover ein muskulöser, langhaariger Jüngling eine schmachtende Nymphe umarmt und das alles in Airbrush-Stil, dann wird das Buch von etwas anderem handeln, als wenn das Cover eine nächtliche, regennasse Stadtszene zeigt, mit einer bewaffneten Person in schwarzer Silhouette davor. Für diese Voraussagen sind Buchcover ja da! Und auch im Alltag funktioniert es meist weiterhin zuverlässig, vom Äußeren eines Menschen auf seine Handlungen und sogar Gedanken zu schließen. Beispiel: Welche politische Haltung hat etwa eine weiblich gelesene Person mit kurz geschnittenem Pony und Nasenring? – Genau. In dieser morgendlichen Szene aber, im Bus, hätte ich *nicht* erwartet, dass diese kettenbehangene, langnagelige Person knallharte Mathematikformeln studiert. Das war, wie auf der Treppe zu stolpern und fast auf die Nase zu fliegen – und ich war froh! *Es ist vorbei*, so [schrieb ich gestern](https://dushan.org/du-dein-regal-und-die-feuer/). Und leider bleibt es meine Einschätzung. Dir bleibt lediglich die Möglichkeit – und damit die Pflicht –, zu entscheiden, *wer* und *was* du selbst sein wirst. Das hatte die Dame mit den kunstvollen Fingernägeln gelernt, und das sollten du und ich uns einprägen: Die Masse wird dümmer, also arbeite du daran, selbst klüger zu werden. - [Du, dein Regal und die Feuer](https://dushan.org/essays/du-dein-regal-und-die-feuer/) 95 % der Leute begreifen nicht, wie gründlich es »vorbei« ist. Geburtenrate, De-Industrialisierung, Migrationsfolgen, EU-Diktatur & Zensur, Bildungsdesaster. – Es ist VORBEI. Die Frage ist also: Was tust DU ab hier? Denn: DEIN Leben geht ja weiter! Ein Mann ist in seinem Sessel eingeschlafen. Er träumt von besseren Zeiten. Dann aber wacht er jäh auf, hustend und in plötzlicher Panik – sein Zimmer steht in Flammen! Dieses Zimmer ist seine ganze Wohnung, und seine ganze Welt befindet sich in diesem Zimmer. »Ich muss fliehen!«, so denkt er, »Zu retten ist hier wenig!« Er steht vor seinem liebsten Regal, dem *Bücherregal*, und muss sich sofort für ein *Buch* entscheiden. Sein bisheriges Leben ist vorbei, das versteht er. Nur eine Entscheidung hat er noch, und auch die muss schnell getroffen werden: Welches Buch nehme ich mit? Wer aber die Bücher hat und das Lesen pflegt, der weiß, dass diese Frage einer anderen Frage ähnelt, die eigentlich *drei* Fragen ist: Wer bin ich, wer will und wer werde ich sein? ## Abgehackt, abgefackelt, abgesoffen Ich weiß und fürchte, dass die allermeisten der sogenannten *einfachen* Menschen heute nicht begreifen, wie gründlich die Welt, die sie kannten, *vorbei* ist. In Deutschland etwa werden wöchentlich Tausende Arbeitsplätze schlicht eliminiert. Fabriken werden geschlossen, ganze Ortschaften deindustrialisiert. Diese Arbeitsplätze lassen sich aber nicht wie die elektrische Beleuchtung eines Weihnachtsbaums einfach aus- und wieder einschalten. Diese Arbeitsplätze waren eher wie die Finger an einer Hand. Wenn die Hand durch einen dummen Fehler abgehackt wird und die Finger also nicht mehr gebraucht werden können, wächst nicht so schnell eine neue nach. Und nichts anderes, als sich die Hände abzuhacken, ist deutsche »Industriepolitik« seit Merkel. Und die deutsche Deindustrialisierung ist nur *einer* der Brandbeschleuniger. Ach, wir kennen die Übrigen: [Künstliche Intelligenz](https://dushan.org/superkraefte-fur-10-euro/), [Geburtenrate](https://dushan.org/geburtenrate/), Migrationskrise und sozialer Kollaps, Zensur, Überwachung & EU-Diktatur, [die Folgen der Super-Teuerung](https://x.com/GFreiNews/status/1975247990714736709), Bildungskrise bei Erwachsenen durch [Smartphones und Propaganda](https://dushan.org/scrollende-wracks/), [irreversible Hirnschäden](https://dushan.org/dumm-bleiben/) bei der kommenden Generation. Nicht *ein* Feuer – *viele* Feuer brennen dein Jetzt nieder. 2017 schrieb ich über [die letzten Tage des Westens](https://dushan.org/die-letzten-tage-des-westens/). Dies sind *die letzten Minuten*, und in manchen Stadtteilen und Regionen ist es bereits vorbei. So wie die verschiedenen Räume auf der »Titanic« zu unterschiedlichen Zeitpunkten endgültig geflutet waren. Tatsächlich aber war es natürlich schon viel früher *vorbei*. (Manche sagen, das Schicksal der Titanic war besiegelt, als sie den Eisberg berührte. Manche sagen, als der Kapitän die Eisbergwarnungen ignorierte. Manche sagen, in der Konstruktion mit allzu einfachen Nieten und zu wenigen Rettungsbooten. Und manche halten noch ganz andere Theorien parat.) ## Und also dies Es ist naheliegend, warum *Politiker* es nicht ehrlich aussprechen, selbst wenn sie *wissen*, dass es vorbei ist. Die wollen sich noch rechtzeitig in Wohlstand und Sicherheit bringen. Ein Politiker, der noch einen Rettungsversuch starten wollte, hätte sofort all die Kräfte gegen sich, die genau diese Umstände absichtlich herbeiführten – all die NGOs, Stiftungen und andere feindlichen Mächte. Es ist menschlich verständlich, dass viele von uns *einfachen Menschen* es nicht wahrhaben wollen. Vielleicht hast du aber dein Häuschen im Grünen geerbt oder abbezahlt. Vielleicht zwitschern die Vögel in deinem Vorgarten, und die Schule deiner Kinder ist noch sozial okay. Nun, die Tasse, die vom Tisch fällt, ist bis zum Zerspringen auf dem Boden auch noch hübsch und heil. (Ähnlich wie der [Mann, der aus dem zehnten Stock fällt](https://dushan.org/die-drohungen/).) Niebuhrs Gelassenheitsgebet lehrt uns doch, zu unterscheiden, was wir ändern können und was nicht – und das Unvermeidliche mit Gelassenheit hinzunehmen. Wäre es da nicht folgerichtig, *gelassen* zu bleiben? Wir ziehen hier womöglich aus einer *faktisch richtigen* Tatsache einen *tragisch falschen* Schluss, weil wir eine zentrale Prämisse vergessen. Das Haus steht in Flammen, das ist wahr. Es ist vorbei. Doch dass du *wenig* retten kannst, heißt nicht, dass du *nichts* retten kannst. Du kannst hoffentlich dein Leben retten, auch wenn es bald völlig anders strukturiert sein wird. Vor allem aber: Auch wenn du wenig an deinen *äußeren* Umständen ändern kannst, solltest du doch bis zuletzt Kapitän deiner *inneren* Umstände bleiben, oder nicht? ## Es wäre nützlich Das eine *Buch*, das jener Herr aus dem brennenden Zimmer rettet, steht für den Menschen, der ich sein will, nachdem *diese* Ordnung von den Eliten niedergebrannt wurde. Vielleicht muss er gar kein Buch aus dem Regal heraussuchen, bevor er flieht, sondern nimmt einfach das Buch mit, das er ohnehin gerade las, als er kurz eingeschlummert war! Welche *innere* Ordnung rette ich aus dem Weltenbrand der *äußeren* Ordnung? Womöglich sind die Grundrisse dieser *inneren Ordnung* tatsächlich in einem realen *Buch* skizziert. Für den Fall wäre es nützlich, dieses Buch schon jetzt bereitzuhalten – und vielleicht sogar schon jetzt mal wieder hineinzuschauen. Was *dann* nützlich sein wird, ist *jetzt* doch nicht weniger empfehlenswert! (Schon um sicherzugehen, dass wir das *richtige* Buch mitzunehmen gedenken.) - [Deckt sie vielmehr auf!](https://dushan.org/essays/deckt-sie-vielmehr-auf/) Zu den merkwürdigsten Eigenschaften des Menschen gehört, sich in Kontexte zu begeben, von denen eigentlich klar ist, dass sie »schwierig« sein werden ­– und sich dann zu beschweren, wie »schwierig« alles doch ist. Kennt ihr das? Lasst mich euch ein derbes Sprachbild vorlegen: Wer im Puff anheuert, soll sich nicht wundern, wenn es für ihn heißt: gef…ckt oder gefeuert werden. Ich mag euch *geschockt* haben mit dieser Derbheit – doch die Derbheit wird *die Wahrheit darin* in euer Gedächtnis einprägen. ## Lasst mich erklären Ich hörte mal von einem Menschen, der heuerte bei einer bestimmten größeren Unternehmung an – und diese Unternehmung ist *besonders*. Diese bestimmte Unternehmung hat einen *Zweck*. Ich würde zu sagen wagen, dass diese Unternehmung von jener Art ist, der man zuschreiben kann, dass *das Gesamte lügt* – während die *Einzelnen* darin nicht (alle/zwingend) »lügen«, sondern zuverlässig in dieselbe Richtung irren. (Siehe dazu auch den Essay [»Darf man über »Lügen« reden?«](https://dushan.org/luegen/) aus dem Jahr 2017.) Es spielt hier keine konkrete Rolle, ob es sich bei jener Unternehmung konkret um eine Mainstream-Redaktion, irgendeine wirre Sekte oder tatsächlich einen Puff handelt. In allen diesen gilt, mal konkret und mal metaphorisch: Wenn du anheuerst, nimm die erwartete Stellung ein und dann tue, was zu tun du vereinbart hast. Plädiere ich hier und heute also für unanständige Arten des Broterwerbs? Verunglimpfe ich gar die ehrliche Transaktion der Prostutierten durch einen leichtfertigen Vergleich mit dem klebrigen Lügengeschäft der Mainstream-Presse? Nein. Ich sage: Macht euch ehrlich! Macht euch ehrlich bei der Frage, was eure nächsten Schritte bewirken werden. Und belügt euch nicht. ## Und also dies So *un-christlich* meine Metapher sich anfühlen mag, so *ur-christlich* ist die Lehre und Wahrheit darin! Ein solider Teil des Alten Testaments besteht darin, dass Gott via Propheten die Hebräer mahnt, sich nicht mit dem Bösen und den Götzendienern gemein zu machen. Ein Beispiel von vielen: > Ihr sollt nichts mit ihnen zu tun haben; ihre Altäre sollt ihr zerstören, ihre Steinmale zerschlagen, ihre Kultpfähle umhauen und ihre Götterbilder verbrennen! Denn du bist ein dem HERRN, deinem Gott, geheiligtes Volk. (Deuteronomium 7:5–6) Jesus mahnt maximal deutlich, dass kein Mensch einem unmoralischen Herrn dienen aber irgendwie doch anständig bleiben kann: > Niemand kann zwei Herren dienen: Er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. (Matthäus 6:24) So auch Paulus, etwa in praktischer Ermahnung an die Epheser: > Prüft, was dem Herrn gefällt, und habt nichts gemein mit den Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen, deckt sie vielmehr auf! (Epheser 5:11) *Kritisiere* ich hier also etwa, als fiktives Beispiel, einen Staatsfunk-Journalisten, der beim Staatsfunk anheuert, um dann arg erstaunt festzustellen, dass dort genau das von ihm erwartet wird, was zu erwarten war? Ach, was sollte solche »Kritik« bewirken? Der Mensch kann immer nur im *jetzt* handeln. Meine Sprachbild mag sich derb anfühlen, weil es derb *ist*. Was bleibt, ist aber die *Lehre*, die *Wahrheit*: In welchen Kontext du dich auch begibst, rechne damit, genau dort mitspielen zu wollen. Wenn du nicht im Puff mitmachen willst, dann heuer dort gar nicht erst an. Ja, es wäre womöglich nicht unklug, dir *vorher* gründlich Gedanken zu machen, auf welchen Pfad du dich begibst. Denn es gilt auch weiterhin: Jeder Tag kommt nur einmal. Und jedes Leben sowieso! - [Denn sie glauben nicht daran, was sie tun (sollen)](https://dushan.org/essays/sie-glauben-nicht-was-sie-tun/) Ich habe einen Traum: Verantwortungsträger, die daran glauben, was sie tun – und die das Richtige tun. Utopie oder neuer Realismus? Sagen wir mal so: Ohne diese werden wir nicht wiederaufbauen, was in den letzten Jahrzehnten kaputtging. Ich habe einen Traum, eine Vision, eine Utopie! »Das ist doch eine Selbstverständlichkeit«, werden manche sagen, nachdem sie meinen Traum gehört haben, und ich werde ihnen antworten: »Ja und nein, denn *dass* es eine Selbstverständlichkeit sein möge, ist gerade die Utopie.« ## Lasst mich erklären! Ich wünsche mir eine Welt, in der die großen und wichtigen Institutionen von Menschen angeführt werden, die tatsächlich an das ursprüngliche Anliegen und das notwendige Weiterbestehen dieser Institutionen glauben. Ich träume von einem Deutschland, in dem die Politiker auch im Herzen *Deutsche* sind. Politiker, die ihre Kraft dem Wohl des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren und Schaden von ihm wenden. All das eben, was heute »rechtsextrem« und »faschistisch« genannt wird. Ich träume von einer Kirche, in der alle Bischöfe christlich und katholisch sind, fern von Wokeness und Häresie. (Matthäus 18, Vers 6: »Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er in der Tiefe des Meeres versenkt würde.«) Ich träume von Familien, in denen der Vater ein Vater ist, die Mutter eine Mutter und die Kinder eben Kinder. Jeder mit seiner Verantwortung. Schönheit in Ordnung. Ja, ich träume von einer Welt, in der jeder Verantwortungsträger an das glaubt, was er tut. Und dazu eine Welt, in der jeder einzelne Mensch versteht, welche Verantwortung er in seiner Rolle trägt – und seine Rolle aus vollem Herzen mit ganzem Verstand annimmt. Ich träume von einer Gesellschaft, in welcher der Einzelne die Mittel und die Möglichkeiten hat, seiner Verantwortung gerecht zu werden. Was nützt alles Bewusstsein von Verantwortung, wenn dir die Mittel genommen werden, dieser Verantwortung gerecht zu werden? ## Und also dies Der Papst, auf den sich der heutige Papst per Namenswahl beruft, schrieb im Jahr 1891: > Wenn eine Gesellschaft zugrunde geht, ist der heilsame Ratschlag an diejenigen, die sie wiederherstellen möchten, sie auf die Prinzipien zurückzuführen, aus denen sie hervorgegangen ist[.] (Leo XIII, *Rerum Novarum, 27*; [via vatican.va](https://www.vatican.va/content/leo-xiii/en/encyclicals/documents/hf_l-xiii_enc_15051891_rerum-novarum.html); eigene Übersetzung) Unsere Gesellschaft – der »christliche Westen« – geht zugrunde. Nein, sie geht nicht bloß »vor unseren Augen« zugrunde, sondern um uns her, noch genauer: mit uns als Teil ebendieser Gesellschaft. Und der Grund ist bekannt: Wir lassen uns von Leuten anführen, die nicht daran glauben, was sie tun. (Und dass sie nicht daran glauben, was sie tun, ist *kein* Grund, ihnen zu vergeben; zumindest nicht, solange sie nicht *bereuen*.) Ja, ich träume davon, dass wir »die Gesellschaft« wiederherstellen, angeführt von Verantwortungsträgern, die daran glauben, was sie tun – und die *das Richtige* tun! Gefolgt von Menschen, die ihre Verantwortung kennen und ausüben – und dafür geehrt statt verleumdet werden, gestärkt statt geschwächt. Bin ich ein Träumer? Bin ich ein Realist? Sagen wir mal so: Ich träume von einem neuen Realismus! Und ja, eigentlich *sollte* es alles selbstverständlich sein. Nennt es *utopisch*, nennt es *eine Träumerei* oder seid freundlich und nennt es *visionär* – ich finde, es ist blanker Realitätssinn, wenn wir feststellen: Die Gesellschaft wird dort ankommen, wohin unsere Verantwortungsträger uns führen. (Und *du* wirst dort ankommen, wohin du dich führen lässt. Das nämlich ist *deine* Verantwortung: Entscheide, *wohin* du dich führen lässt – und von wem!) - [Südamerikanische, fleischgefüllte Teigtaschen](https://dushan.org/essays/teigtaschen/) Schaut euch einmal um und seid heute mal wirklich ehrlich! Wie und was kann man heute anderes empfinden als kochende Wut? (Vorausgesetzt, dass man überhaupt noch irgendetwas empfindet.) Ich sprach mit einem, der gab sich sehr ruhig. Ein *ausgeglichener* Charakter, so möchte man sagen. Als *in sich ruhend* hätte er sich wohl selbst beschrieben. (Wenn man ihn denn gefragt hätte. Ich hatte nicht gefragt.) Auch ich war *ruhig*. Ähnlich ruhig wie jener, so wollte es doch scheinen. Je länger wir uns aber unterhielten, mit jedem Satz, jedem Absatz, mit jeder investierten Minute, wurde mir deutlicher bewusst: Seine und meine *Ruhe* waren von völlig unterschiedlicher Natur. Seine Ruhe war eher eine Zufriedenheit mit sich selbst und seinen kleinen Erfolgen. Eine Zufriedenheit damit, es diesem oder jenem seiner Mitmenschen »gezeigt zu haben« – bisweilen sogar *dem System*! Die Zufriedenheit des Schlingels. Unter der Oberfläche seiner Zufriedenheit aber war: nichts. Ein Sumpf der Sinnleere. Phrasen. YouTube-Videos. Lebensweisheiten weit jenseits ihres Ablaufdatums. Lebenslügen, so viele Lebenslügen. Und dazwischen: nichts. Doch an der sichtbaren Oberfläche, über dem Sumpf, da lag tatsächlich so etwas wie Ruhe und Zufriedenheit. Meine Ruhe war eine ganz andere. Ich gestehe es: Ich bin wütend. [Ich bin zerrissen.](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/) Zu jedem gegebenen Zeitpunkt kracht und brüllt es in mir. ## Nicht vollständig ehrlich mit dir Wenn meine Oberfläche ruhig ist, dann nur, weil und indem ich mich dazu zwinge. Weil und indem ich höhere Mächte zu Hilfe rufe. Weil und damit ich weiter an der sogenannten Gesellschaft teilhaben darf. Wenn du mich fragst, wie es mir geht, und ich antworte dir nicht mit einem funkensprühenden Wutschwall, dann bin ich nicht vollständig ehrlich mit dir. In unserer Stadt läuft ein verrückter Obdachloser durch die Straßen, der stößt immer wieder gellend laute Schreie aus. Ich verstehe ihn gut, auf emotionaler Ebene – ich habe mich nur besser im Griff. (Bemerkenswert ist ja, dass er durch die belebten Einkaufsstraßen läuft. Er *merkt* ja die unfrohen Reaktionen der Menschen auf seine Schreie. Er will dennoch nicht ganz allein sein. Vermutlich denkt er bei sich: »Da müsst ihr jetzt durch. Stellt euch vor, ihr wärt *in* meinem Kopf. Das wäre viel schlimmer!«) Das Gespräch mit jenem Ruhigen aber – das ich übrigens nicht ohne Not wiederholen möchte – entwickelte sich zuletzt auf sehr verräterische Weise. Es zeigte sich, dass wir unterschiedliche Ansichten zu den besprochenen Themen hatten. Und seine Ansichten und Handlungen waren, wie ich fand, *widersprüchlich*. Er behauptete, das eine zu wollen, doch mir fiel auf, dass seine Handlungen das andere bewirkten – das Gegenteil. Er nannte sich einen Wohltäter, hielt sich gar für moralisch. Ich zeigte ihm auf, welchen Schaden er anrichtet. ## Mir nicht selbst 15 Zentimeter vom Spiegel Und plötzlich, von jetzt auf gleich war all seine Ruhe fort! Er schrie mich an, beschimpfte und verfluchte mich. Der Sumpf kann eben doch aufkochen und explodieren, wenn sich nur ein paar Gase mischen, die besser nicht gemischt werden sollten. Ich hingegen spürte tatsächlich so etwas wie *Ordnung* inmitten all meiner kontrollierten Wut. Wer bereits wütend ist über die Dummheit und Widersprüchlichkeit der Welt, dem droht kein Wutausbruch, wenn man ihn auf die eigene Dummheit hinweist. Um den Comedian *Troy Bond* zu zitieren, der zu einer Dame, die ihn wüst aus dem Publikum heraus beschimpfte, höflich erklärte: »Es gibt nichts, was du mir sagen könntest, das ich mir nicht selbst 15 Zentimeter vom Spiegel entfernt gesagt hätte.« ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=DY812zZj_Kc&t=189s)) Ja, es ist wahr, dass ich wütend bin, dass ich unzufrieden und hilflos bin, dass es mich auffrisst so wie die selbstverschuldete Dummheit der einen und der egoistische Zynismus der anderen zerstört, was so schön, groß und menschlich hätte sein können. Schaut euch doch um und seid heute mal *wirklich* ehrlich! Wie und was *sonst* soll man denn empfinden als kochende Wut, wenn man *überhaupt noch etwas* empfindet? ## So schmerzhaft die Entlarvung Was mich (und hoffentlich euch) von *dem* und *denen* unterscheidet: Ich *will* auf meine Widersprüche hingewiesen werden. Wut ist gut, solange wir sie gegen das Böse wenden, zuallererst gegen die eigenen Lügen. Unsere Wut ist dann suizidal, wenn sie herausbricht, um unsere Lügen zu *verteidigen*. Für gleich, nachdem ich euch diesen Text vorgelegt habe, hat mich ein Freund zu *Empanadas* eingeladen. Das sind südamerikanische, fleischgefüllte Teigtaschen. Anschließend werden wir übers Leben reden. Ich werde ihm ein paar Ideen und Bewertungen vorlegen, mit der expliziten Bitte, mir aufzuzeigen, in welchen Aspekten ich mich irre – mich womöglich selbst belüge. Ich sage: Fürchtet nicht, wenn Menschen euch eure Lügen, Fehler und Widersprüche aufzeigen. Fürchtet, wenn sie es *nicht* tun! Mit jeder entlarvten Lüge, so schmerzhaft die Entlarvung auch sein mag, steigt der Anteil der Gedanken und Annahmen, die potenziell *wahr* sind. - [Das Lied der Katakomben](https://dushan.org/essays/lied-der-katakomben/) Frühe Christen mussten ihren Glauben heimlich in Katakomben praktizieren. Die Zeit kommt wieder, hier schleichend, dort schnell. Und zwar nicht nur für Christen, sondern für alle denkenden Menschen mit Gewissen. Ich schrieb mal vom Innenhof, den ihr euch einrichten solltet. [Im Jahr 2018 schrieb ich das](https://dushan.org/das-lied-der-innenhoefe/), und 2020 noch mal. Ihr habt mir berichtet, dass und wie ihr euch euren *Innenhof* eingerichtet habt. Und zwar sowohl den *materiellen* Innenhof als auch den *seelischen*. Gemeinsam sollten die Innenhöfe dem Zweck dienen, am Wahnsinn der Zeit nicht selbst wahnsinnig zu werden. Etwas Freude aus dem Leben pressen, wie Saft aus der Zitrone, und dabei nicht vorzeitig von den Wahnsinnigen um ebenjenes Leben gebracht zu werden. Wir schreiben inzwischen das späte Jahr 2025. Hast du deinen Innenhof? Oder hat es nicht geklappt? Oder hattest du einen Innenhof und hast ihn verloren? ## In die Katakomben zurück Ihr kennt sie ja, diese Zitate, deren Original-Autor nicht nachweislich der genannte Autor ist, doch die kursieren, weil ihr Inhalt *wichtig und wahr* ist. (Es ist eine interessante Tradition seit Jahrtausenden.) Ein solches Zitat lautet: > Der Tag, an dem die Kirche ihre universelle Sprache verlässt [gemeint: Latein], ist der Tag, bevor sie in die Katakomben zurückkehrt. (zugeschrieben Papst Pius XII.) Nein, es ist nicht belegt, dass er es wirklich gesagt hat. Passt es wirklich? Papst Pius XII. ist der Autor der [Enzyklika *Mediator Dei*](https://www.vatican.va/content/pius-xii/en/encyclicals/documents/hf_p-xii_enc_20111947_mediator-dei.html). Man kann *Mediator Dei* als Verteidigung der Tradition lesen. (Zyniker könnten *Mediator Dei* als erste Öffnung der Schleusen lesen, durch welche eineinhalb Jahrzehnte später *Vaticanum II* hereinbrach.) Man fühlt sich an jene [Parabel vom Kamel und vom Zelt](https://dushan.org/kalifat/) erinnert. Erst wollte der Gottesdienst in Landessprache nur *auch* akzeptiert werden. Dann feierten einige Verwirrte mit Clowns, andere mit Sodomie-Flaggen. Dann wandte sich der Papst selbst gegen die Tradition, und auch nach dem Tod von Franziskus wird die Messe der Heiligen verfolgt und verdrängt (siehe [etwa Charlotte, USA](https://www.catholicnewsagency.com/news/266841/charlotte-north-carolina-bishop-restricts-traditional-latin-mass-to-one-chapel)). ## Rechts blinken, links abbiegen Manche hofften, mit Papst Leo XIV. würde wieder ein vollumfänglich katholischer Papst den Stuhl Petri verwalten. Der neue Papst wirkt aber leider immer mehr wie ein CSU-Politiker: rechts blinken, links abbiegen. Sicher, Leo XIV. trägt wieder würdige Gewänder und betet schon mal lateinisch. Doch die gefühlte Verfolgung traditioneller Katholiken, die er mit *einem* Telefonat beenden könnte, läuft leider weiter und wird mancherorts ärger. (Dass im Petersdom jüngst *eine* traditionelle Messe gefeiert wurde, lindert nicht den Schmerz vor Ort – im Gegenteil.) Gestern hat der Papst innerhalb eines Klima-Events im Castel Gandolfo [einen Eisblock gesegnet](https://www.lifesitenews.com/news/watch-pope-leo-blesses-block-of-ice-at-vatican-climate-change-event/). (Wird das Eis, wenn es geschmolzen ist, mit der Segnung zu Weihwasser werden?) Und [er implizierte nebenbei](https://www.lifesitenews.com/news/pope-leo-says-support-for-death-penalty-is-not-pro-life-defends-awarding-pro-abortion-durbin/), dass Maßnahmen gegen illegale Massenmigration ähnlich schlimm sind wie der Massenmord an ungeborenem Leben. Einige amerikanische Bischöfe äußerten gewisse Irritation über die Aussagen des Papstes (siehe etwa [@BishStrick, 01.10.2025](https://x.com/mawinfla/status/1973573825251123567)). Man seufzt. Und man fragt sich, ob Google Maps auch den schnellsten Weg zu den nächsten Katakomben berechnen kann, wenn das demnächst notwendig wird. ## Mahlet manche Mühle Man muss kein treuer Kirchgänger sein, um zu verstehen, dass die christliche Tradition das Rückgrat der Kirche *und* das moralisch-kulturelle Rückgrat des gesamten Westens ist. Glaubt bitte für keine Sekunde, dass wenn der Westen endgültig *moralisch fallen* sollte, irgendwer in Asien, Afrika oder der arabischen Welt übernimmt. Jene Kulturen wollen Macht – und nur das. Nur der Westen war »blöd genug«, das Wohl der *ganzen* Welt und *aller* Menschen zu suchen. Nervöse Geister raunen, die Freimaurer hätten den Vatikan besetzt und zögen ihn in die Abgründe sogenannter Aufklärung hinab. Verehren Freimaurer eigentlich *Eisblöcke*? Wie dem auch sei: Es war der *christliche* Westen, der mit dem *Freimaurer Goethe* singen darf: > Von der Quelle bis ans Meer > Mahlet manche Mühle, > Und das Wohl der ganzen Welt > Ists, worauf ich ziele. > ([Goethe: Tischlied; Schluss](https://www.projekt-gutenberg.org/goethe/gediletz/chap087.html)) Ja, Deutschland ist an seinem Helferkomplex inzwischen irre geworden. Spätestens, wenn Milliarden Euro für »Klima-Projekte« (sprich: offene Korruption) in aller Welt rausgeschmissen und unqualifizierte junge Männer flugzeugweise aus Afrika eingeflogen werden, während man den eigenen Alten die Pflege und den eigenen Kindern den Zahnarzt streichen will, hat man es mit der Fernstenliebe dann doch etwas übertrieben. Der suizidale deutsche Wahnsinn ändert aber nichts an der Tatsache, dass *nur* der Westen sich in Moral und Tat der *gesamten* Welt verpflichtet fühlt. Ehemals »kolonisierte« Länder zehren *bis heute* von damaligen westlichen Verbesserungen. Der Westen wirkt/-e. ## Bald privat und heimlich Es geht den Christen nicht anders als manchen jener Nationen, die sich aufs Christentum berufen (mit zunehmend ebenso wenig Recht auf »die Demokratie«): Den Gefahren von außen wären einfacher zu trotzen, wären da nicht die Fragwürdigkeiten des eigenen Spitzenpersonals. Ihr mögt euch in eurem »Innenhof« eingerichtet haben, doch ihr wisst: Wenn auch nur eine kritische Meinung nach außen dringt, kann leicht der Staat frühmorgens vor der Tür stehen, zur strafenden Hausdurchsuchung. Nicht nur traditionelle Christen sollten mal das Konzept der *Katakomben* in ihre Gedanken aufnehmen. *Jeder* Mensch mit Verstand und Gewissen wird diesen Verstand und dieses Gewissen bald *privat* und *heimlich* ausüben müssen. Gewissermaßen *in den Katakomben seiner Seele*. ## Nicht öffentlich beworben Seit dem Schreiben »Traditionis custodes« von Papst Franziskus müssen traditionelle Katholiken sich semi-heimlich zum traditionellen Gottesdienst treffen. Traditionelle Gottesdienste müssen genehmigt – »woke« Bischöfe sehen Tradition ungern – und dürfen nicht öffentlich beworben werden. Von außen betrachtet halten Menschen die Kirche für ach so traditionell; doch innen wird die Tradition häufig unterdrückt – manche sagen *verfolgt*. In Deutschland müssen sich nicht-linke politische Denker heimlich treffen, sonst drohen Anschläge durch Antifa-Schläger. Konkrete Veranstaltungsorte werden oft erst kurz vor Beginn bekanntgegeben, in der Hoffnung, den Schergen staatlich finanzierter »NGOs« die Unterwanderung zu erschweren. NGOs schleusen, so hört man, schon mal ihre Leute ein, die dann – ohne Beleg, aber mit Propaganda-Support – Lügengeschichten über die angeblich schlimmen Vorgänge solcher »Geheimtreffen« verbreiten. ## Wer auf mich hört Sowohl traditionelle Christen weltweit als auch »gewöhnliche« geradeaus denkende Menschen in Deutschland sind bereits auf dem Weg »in die Katakomben«. Wer auf mich hörte, als ich riet, sich seinen Innenhof einzurichten, der lebte die letzten Jahre etwas ruhiger. Der bewahrte sich ein wenig mehr Freiheit. Heute rate ich, zwischendurch mal die *Katakomben* anzudenken. Wenn ihr auch darin auf mich hört, werden eure *Seele* und euer *Gewissen* die nächsten Jahre mit weniger Schmerzen überleben. Denn natürlich hört ihr nicht wirklich auf *mich*. Wir formulieren hier lediglich aus, was *die Zeiten* eigentlich *jedem* sagen, der auf ihre Zeichen zu hören bereit ist. Es war nicht alles schlecht und es wird nicht alles schlecht sein. Ich bin guter Hoffnung, dass sich in den Katakomben trefflich philosophieren *und* Gottesdienst feiern lässt. Also: Kopf einziehen, wenn ihr in die Katakomben steigt – und dann Kopf hoch! - [Und ich beschloss](https://dushan.org/essays/und-ich-beschloss/) Ich habe versucht, »an die Menschen zu glauben« – bis ich diesen Glauben verlor. Zu viele denken und handeln böse, dumm und töricht. Die sind selbstbesoffen und nennen es Moral. Ich beschloss, dreifach Konsequenzen zu ziehen. Ich sah das Böse und ich beschloss, das Gute zu suchen. Ich sah die Dummheit und ich beschloss, die Klugheit zu suchen. Ich sah die Torheit und ich beschloss, die Weisheit zu suchen. Lasst mich erklären! Ich schaue mir gelegentlich [Video-Interviews von Achim Winter bei Kontrafunk](https://kontrafunk.radio/de/stimmen/gaeste/w/achim-winter) an. Mit Jovialität aus einem besseren Deutschland werden Tagesschau-Gucker verführt, ihre Widersprüche und Irrsinnigkeiten vor der Kamera zu dokumentieren. Erst lacht man über diese Gehirngewaschenen – doch dann begreift man, dass sie weiterhin *die Mehrheit* stellen und damit Deutschland verloren ist. Die Interviews des Achim Winter unterhalten mich bestens – und lassen mich dann erstarren vor Angst um unser aller Zukunft. Wenn die Mehrheit derart blöd zu denken pflegt, wer soll kluge Politiker an die Macht wählen? Ich habe in den letzten Wochen so viel Bosheit, Dummheit und Torheit gesehen, dass ich endgültig auch nur die Möglichkeit aufgab, dass Menschen ohne höhere Hilfe überleben können. Wir alle haben [mit Schrecken die *Lust* gesehen](https://dushan.org/nicht-rechts/), mit der sich »die Guten« an der Ermordung Charlie Kirks labten. Wir haben die Lügen in Staatsfunk und Konzernmedien gehört und gelesen, und wir waren angeekelt, aber nicht überrascht. In Ludwigshafen wurde offen und ohne Scham der [Oppositionskandidat von der Wahl ausgeschlossen](https://dushan.org/ludwigshafen-unsere-demokratie/). [»Kann Merkel-Deutschland sich »Demokratie« nennen?«](https://dushan.org/gurkenrepublik/), so fragten wir nach *Thüringen 2020*. Nach *Ludwigshafen 2025* kennen wir die Antwort: Nein. (Die neue Staatsform ist bekanntlich totalitär und heißt »Unsere Demokratie«.) Ich sehe die Dummheit, ich sehe die Verkommenheit, und *erst* will ich *verzweifeln* und *aufgeben*. Ich sah Gleichgültigkeit und Selbstsucht. Ich sah Menschen, die ihre Seele an die Politik verloren, dafür nicht einmal eine »Anschlussverwendung« erhielten, also zuletzt wenig außer Bitterkeit vorzuzeigen hatten. Ich sah Menschen, die ihren Glauben aufgaben und sich an Gottes Stelle setzten. Ich sah, wohin der Weg dieser Menschen schließlich führt, und es gruselte mich. Was sollte ich tun? Ich habe mich aufgerafft. Jedes Leben kommt nur einmal und ebenso jeder Tag darin. Ich sah das Böse und ich beschloss, das Gute zu suchen. Ich sah die Dummheit und ich beschloss, die Klugheit zu suchen. Ich sah die Torheit und ich beschloss, die Weisheit zu suchen. Einige wenige Menschen halten es ja bereits wie ich, hatten solche Erkenntnisse viel früher als ich. Vielleicht erlaubt ihr mir ja, das nächste Stück des Weges mit euch zu gehen. Die Bosheit, die Dummheit und die Torheit aber? Die habe ich stummgeschaltet. (Außer die Achim-Winter-Interviews. Er geschenkverpackt die Dummheit der bösen Toren in allzu liebenswertem Charme.) Das Richtige tun. Das Falsche nicht tun. Es ist so einfach! Und wenn der Schrecken nur groß genug ist, findet sich auch die Kraft. - [Keiner geht heil vom Platz](https://dushan.org/essays/keiner-geht-heil-vom-platz/) Wer kämpft, wird verwundet werden, selbst wenn er siegreich ist. Das gilt für »richtige« und blutige Kämpfe (also Krieg in Nahost, Gesamtschule in NRW usw.), und es gilt für die Kämpfe der Seele. Wie viele Narben tragt ihr an euch herum? Die schlechte Nachricht ist, dass keiner hier ohne Wunden rauskommt. Die gute Nachricht ist, dass das für *einige* ein buchstäblicher Segen sein wird. – Lasst mich erklären! Aufmerksamen Lesern, mit Freude am Gedanken, doch zugleich mit leider nur kursorischem Bibelwissen, fiel [im gestrigen Essay](https://dushan.org/boeses-im-sinne-gehabt/) etwas auf, das wie ein Fehler meinerseits aussah. Ich schrieb über *Josef*, den *Sohn des Jakob*. Und dann zitierte ich die Bibel, wo der Vater *Israel* ebendiesen Josef »mehr als alle seine Söhne« liebte. Und dieser *Israel* ließ für Josef »einen bunten Rock machen«. Wovon und von wem reden wir also? Von *Jakob* oder von *Israel*? Die Antwort ist zu finden in einer bildstarken Szene, an die ich in den letzten Tagen immer wieder denken muss. Ihr findet sie beschrieben in Genesis 32:25–31. Die sehr knappe Vorgeschichte: Jakob wollte seinen Bruder Esau besänftigen, also machte er sich zu diesem auf, inklusive seiner Herden, seiner Kinder und seiner beiden Frauen. Als sie den Fluss überqueren mussten, schickte er sie alle voraus, inklusive aller seiner Besitztümer, und blieb allein zurück. ## Hard Cut Wir kennen nicht Jakobs *Motivation*, allein zurückzubleiben, doch wir kennen den *höheren Zweck*. Der biblische Bericht setzt hier etwas, was man beim Film einen *hard cut* nennen würde. Eben passierte noch das eine, und plötzlich passiert das andere: > Er nahm sie und ließ sie den Fluss überqueren. Dann schaffte er alles hinüber, was ihm sonst noch gehörte. Als er allein zurückgeblieben war, rang mit ihm ein Mann, bis die Morgenröte aufstieg. (Genesis 32:24-25) Die beiden *kämpfen*. Während des Kampfes wird Jakob von jenem Mann auf die Hüfte geschlagen, und Jakobs Hüftgelenk ist ab da verrenkt. Und doch wird Jakob zum *Sieger*. ## Wenn du mich nicht Gegen Morgen scheint jener Mann aufzugeben, und er sagt zu Jakob: »Lass mich los, denn die Morgenröte ist heraufgekommen!« Jakob aber antwortet: »Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest.« Als wäre das eine normale, erwartbare Forderung in so einer Situation, stellt der fremde Kämpfer eine klärende Frage: »Wie heißt du?« »Jakob«, antwortet Jakob. Dann sagt jener Nächtliche, auch sich selbst erklärend: »Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel – Gottesstreiter –, denn mit Gott und Menschen hast du gestritten und hast gesiegt.« ## Um höhere und tiefere Wahrheit Das erklärt, wie Josef der Sohn von *Jakob* sein kann, aber dessen Vater *Israel* ihm einen tollen bunten Mantel schenkt. Was aber *bedeutet* die berühmte nächtliche Szene? Die Szene beginnt damit, dass Jakob *allein* ist. Wir Menschen kommen wirklich nicht gut mit Einsamkeit klar. Das Problem ist, dass Abgeschiedenheit und Alleinsein zugleich Voraussetzung dafür sind, höhere und tiefere Wahrheit – sprich: Gott – zu finden. Jakobs nächtlicher Kampf aber darf als Sinnbild fürs *Gebet* gelesen werden. Nicht für jenes wichtige, aber eben doch stressfreie Gebet etwa vorm Essen. (»Herr, segne uns und diese Gaben, die wir von deiner Güte nun empfangen …«) Eher das Gebet des Verzweifelten, dessen Kinder seit drei Tagen keine wirklich nahrhafte Speise mehr hatten. Oder das Ringen mit Sinn und Existenz jenes Gläubigen, der schon *vor* dem äußeren Eintritt in die Einsamkeit *im Innern* einsam war. Jener ominöse nächtliche Kämpfer war Gott in der Gestalt eines Engels. Und Gott erlaubte Jakob tatsächlich, eine Bedingung zu stellen, unter der Jakob sein »Gebet« für den Augenblick abbrechen würde: »Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest.« ## Um ein modernes Wort Der *Segen* Gottes aber beginnt damit, dass Jakob einen neuen *Namen* erhält, der laut jenen Versen für »Gottesstreiter« steht. Jakob erhält einen neuen Namen. Er ist nun *Israel*. (Was *nicht* bedeutet, dass er *nicht Jakob* wäre. Er erhält, um ein modernes Wort zu gebrauchen, eine *neue Identität* – und anders als die Freizeit-Identitäten heutzutage, ist *diese* Identität tatsächlich *metaphysisch*.) Im Ringen um inneren Frieden *wird* das Leben dir eine Wunde schlagen – einen *Hüftschaden* verpassen. Ja, oft genug sind es [böse oder blinde Menschen](https://dushan.org/boeses-im-sinne-gehabt/), die uns »gegen die Hüfte« schlagen. Doch es ist keine Strafe, sondern ist ein Zeichen. Deine Wunden und Narben sind Mahnmale an deinem Körper – oder an der Seele. Ja, *wir* sind die, welche in der Schwäche, in der Wunde und Unterlegenheit keine Schmach sehen. »Wenn ihr auf die stoßt, die ungläubig sind, so haut (ihnen) auf den Nacken; und wenn ihr sie schließlich siegreich niedergekämpft habt, dann schnürt ihre Fesseln fest«, so heißt es in [Sure 47:4](https://islam.de/1368.php). Paulus schreibt: »Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Nöte, Verfolgungen und Ängste, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.« (2. Korinther 12:10b). ## Hüftschaden und die Rechnung Man beachte die *Selbstverständlichkeit*, mit der Jakob den Hüftschaden hinnimmt und nur *ein* Anliegen hat: *gesegnet zu werden*. Die Geschichte von Jakobs nächtlichem Kampf am Ufer des Jabbok aber enthält eine Lehre für *alle* Menschen, nicht nur für die Gläubigen! Ja, wer nicht mit »Gott« ringt, der wird auf jeden Fall mit dem *Schicksal* hadern, ringen, kämpfen. Und ähnlich *allein* wird er sich bisweilen fühlen. Einige von ihnen werden einen Hüftschaden davontragen. Aber viel mehr als den Hüftschaden und die Rechnung des Psychotherapeuten oder der örtlichen Kneipe wird er von seinem Ringen mit dem Schicksal nicht haben. Keinen Segen, nicht einmal eine gute Story. Nur vielleicht ein Humpeln. - [Ihr habt Böses gegen mich im Sinne gehabt](https://dushan.org/essays/boeses-im-sinne-gehabt/) Es gibt gute und schlechte Tage. Und es gibt Tage, an denen alles, was dir wichtig war, von bösen Menschen (und bisweilen von Pech oder eigener Dummheit) zerbrochen wird. Wohl dem, der Kraft und Grund findet, dann wieder neu anzufangen. Erzählungen sollten eigentlich weniger gruselig sein, wenn man ihr Ende kennt. Wenn man weiß, dass sie *gut ausgehen*. Doch auch wenn ich weiß, dass die Angelegenheit um Josef, also den Josef mit dem bunten Mantel und den bösen Brüdern, zuletzt gut ausgeht, so graust es mich bis heute jedes Mal, wenn ich daran denke. Warum eigentlich? Im 1. Buch Mose, ab Kapitel 37 erfahren wir die Geschichte von Josef, Sohn des Jakob. Er ist ein *besonderes Kind* – und ein *besonders geliebtes*, ja *verwöhntes* Kind. Einmal ließ sein Vater ihm einen extra bunten Mantel anfertigen; das kam bei seinen Brüdern *nicht* gut an: > Israel liebte Josef mehr als alle seine Söhne, weil er ihm in hohem Alter geboren worden war. Er ließ ihm einen bunten Rock machen. Als seine Brüder sahen, dass ihr Vater ihn mehr liebte als alle seine Brüder, hassten sie ihn und konnten mit ihm kein friedliches Wort mehr reden. (1. Mose 37:3-4) Einmal berichtet er seinen Halbbrüdern von sehr besonderen Träumen (1. Mose 37:5-10). Im Schlaf erscheinen ihm symbolschwangere Vorgänge, die vorhersagen, dass seine Brüder sich eines Tages vor ihm verneigen werden. Man darf sagen: Josef machte sich im Geschwisterkreis nicht gerade beliebt! Doch war es seine Schuld, dass Gott ihm solche Träume eingab? Bald nach seinen tollen Träumen haben Josefs Brüder endgültig *die Schnauze voll*. Die Brüder weiden die Schafe und Ziegen bei Dotan (Stadt in Mittelpalästina; [siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Dotan_(antike_Stadt)). Der Vater schickt Josef los, bei den Brüdern nach dem Rechten zu sehen. Als die Brüder aber ihren Bruder allein durch die Steppe laufen sehen, ist ihre Freude eher verhalten, und so rufen sie einander zu: > Siehe, da kommt ja dieser Träumer. Jetzt aber auf, erschlagen wir ihn und werfen wir ihn in eine der Zisternen. Sagen wir, ein wildes Tier habe ihn gefressen. Dann werden wir ja sehen, was aus seinen Träumen wird. (1. Mose 37:19) Erst kann *Ruben* seine übrigen Brüder überzeugen, ihren Bruder »nur« in eine Zisterne zu werfen, weil er ihn heimlich von da retten will. *Juda* überzeugt sie allerdings, Josef als Sklaven nach Ägypten zu verkaufen. Josefs Zeit in Ägypten ist wohl als *ereignisreich mit Tiefen und Höhen* nicht falsch beschrieben. (Lest selbst ab 1. Mose 39!) Wir wissen ja, dass Josef in Ägypten schließlich zum Vize des Pharaos aufsteigt. Doch wir wissen auch, dass Josef immer wieder Schmach und Ungerechtigkeit erfährt, doch nicht, weil er etwas falsch machte – sondern weil er *das Richtige tat!* Als Beispiel: Die Frau des Potifar (1. Mose 39:7-20) *wollte was von ihm*. Er wollte seinen Chef nicht derart hintergehen, also lehnte er ab. Die Frau aber, wütend und gekränkt, beschuldigte daraufhin Josef, er habe sich ihr aufgedrängt – und Josef landet im Kerker des Pharaos. Nein, nicht erst seit dem 20. Jahrhundert sitzen Männer wegen falscher Beschuldigung im Knast. Schließlich aber, Jahre später, nach Vergessenwerden und Traumdeutungen und mitten in einer großen Hungerkrise, passiert es, dass die Brüder nach Ägypten reisen und sich tatsächlich vor ihm verbeugen, ganz wie er es damals geträumt hatte. Nach einigen Tests gibt sich Josef seinen Brüdern zu erkennen. Und er sagt zu ihnen jenen Satz, der uns auch heute so viel Mut und Kraft geben kann: > Ihr habt Böses gegen mich im Sinne gehabt, Gott aber hatte dabei Gutes im Sinn, um zu erreichen, was heute geschieht: viel Volk am Leben zu erhalten. (1. Mose 50:20) Vor allem dieser erste Satz kann in dunklen Stunden trösten, als Versprechen und Prophezeiung. Wenn dir Böses angetan wird, kannst du hoffen, dereinst mit Josef sagen zu können: »Ihr habt Böses gegen mich im Sinne gehabt, Gott aber hatte dabei Gutes im Sinn.« »Sie vergelten mir Gutes mit Bösem, mit Hass meine Liebe«, so willst du mit dem Psalmisten wehklagen. Genau zu dir spricht Dostojewski, wenn er schreibt: »Deine schlimmste Sünde ist, dass du dich umsonst selbst zerstört und verraten hast.« »Ach, würde doch mein Gram gewogen, legte man auf die Waage auch mein Leid!«, so machst du Hiobs Worte zu deinen eigenen. Die Bibel ist nicht arm an Versen von und für Menschen, die daran zu zerbrechen drohen, dass ihnen ihre Mühe und Moral arg ungerecht vergolten wird. Doch bei aller Wut und Verzweiflung suchen wir noch nach Trost in jener Erklärung Josefs: »Ihr habt Böses gegen mich im Sinne gehabt, Gott aber hatte dabei Gutes im Sinn.« Ich weiß, dass die Geschichte für Josef zuletzt gut ausging. Dass er von seinen Brüdern verraten und nach Ägypten verkauft wurde, wurde ihm zum Segen. Die Brüder hatten Böses im Sinn, doch sein Gott nur Gutes. Ende gut, alles gut, oder? Die Geschichte von Josef ist *trotz Happy End* denkbar gruselig. Wenn und während ein Mensch in einem solchen Schlamassel steckt, etwa unschuldig im Gefängnis sitzt, *sieht* man ja nicht, dass und wie es doch ein gutes Ende nehmen wird. Wir wissen ja nicht einmal, selbst *wenn* wir vertrauen, was das »gute Ende« für uns überhaupt sein wird. Wissen wir aber, ob wir ähnlich stark bleiben werden wie Josef, wenn uns Unrecht angetan wird? Die Psalmen sind besonders bekannt für ihre wärmespendende Wirkung in kalten Zeiten. Der 23. Psalm ist wohl der berühmteste, und darin heißt es: »Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir«. Was aber sollst du tun, wenn du gerade nicht auf Gott vertrauen *kannst*, wenn dir der Glaube abgeht? Nun, dann wendest du dich [an Rudyard Kipling](https://dushan.org/eine-falle-fuer-idioten/), und du suchst nach der Kraft. Wenn »das, wofür du dein Leben gegeben hast, zerbrochen wird«, sammle ein weiteres Mal, ein weiteres letztes Mal die Kraft, mit der »du dich bücken kannst und es neu aufbauen, mit deinem abgenutzten Werkzeug«. Wenn wir neu aufbauen, was nicht zerbrochen bleiben soll, dann ist es in Wahrheit *Er*, der aufbaut (Amos 9,11). Seine Kraft wird zu deiner Kraft. Klar, du kannst es auch allein versuchen … uff! Stelle dich dann aber auf noch härtere Zeiten ein. - [10 Gebote fürs Reden mit Linken](https://dushan.org/essays/10-gebote-fuers-reden-mit-linken/) Mit Linken zu reden ist anders. Es gelten andere Regeln – wenn überhaupt Regeln gelten. Hier sind »10 Gebote fürs Reden mit Linken«, als Überlebenshilfe mit Erklärungen. Bitte lesen, anwenden und an Freunde weiterreichen. Ich beging den Fehler, ein längeres Gespräch zu führen, worin der Gesprächspartner auf eine Weise redete, die man (im modernen Wortsinn) wohl als *links* bezeichnet. Natürlich war es ergebnislos. Natürlich war es (für mich) schmerzhaft. Natürlich war jener wohl zuletzt zufrieden mit sich, während ich mich später schlaflos quälte, so ratlos wie hilflos. Aus den Gesprächen mit euch, liebe Leser, weiß ich, dass ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt. Es ist zuerst frustrierend, weil es einem ohne Ergebnis wertvolle Zeit und Energie raubt, doch das ist noch das Geringste. Man fühlt sich wütend und hilflos, wenn linkes Denken nicht nur dumm redet, sondern ebenso handelt und dann erwartbar so schmerzhaften wie unnötigen Schaden anrichtet. Es raubt mir bisweilen die Hoffnung für die Menschheit insgesamt. Wie wollen wir gegen künstliche Intelligenz und fremde Mächte bestehen, wenn erschreckend viele von uns so beklagenswert dämlich denken? Ich kann und will es aber nicht bei Klage und Schmerz belassen. Ich will meinen Job tun. Frei nach Immanuel Kant: Schreibe stets so, dass du aus deiner Reaktion auf deinen Schmerz ein für die Allgemeinheit gültiges Regelwerk ableitest! Hier sind also, aus meinem hilflosen Schmerz und einer weiteren schlaflosen Nacht geboren, meine *10 Gebote fürs Reden mit Linken*. ## Erstes Gebot **Du sollst nicht auf Logik vertrauen.** Der rationale, im gültigen Denken geschulte Mensch betrachtet die Prämissen und die Faktenlage. Er wendet bewährte und geprüfte Logik an, um zu einem Schluss zu gelangen, der neue Erkenntnis über die Realität schafft. Für den rationalen Menschen sind Fakten und logische Prinzipien fix. Es ist das Ergebnis der Debatte, das flexibel sein muss. Deshalb führt man Debatten ja erst: um neue Erkenntnisse zu gewinnen! Für den Linken ist das andersherum. Das Ergebnis ist für ihn gegeben. Dafür sind die Fakten und die Logik, die angeblich zu diesem Ergebnis führen, beliebig und flexibel. (Das verhält sich ähnlich in Ideologien, auch da steht das Ergebnis fest und man konstruiert sich die Logik und Fakten dazu. Deshalb sind Linke ja so anfällig für Ideologien.) Gäbe es einen Raum, der eigens für die Debatte mit Linken eingerichtet wurde, dann stünde über der Eingangstür: Lasset, die ihr mit Linken debattieren wollt, alle Hoffnung fahren, mit Logik ans Ziel zu gelangen. ## Zweites Gebot **Du sollst nicht hoffen, dass Vernunft die Emotion besiegt.** Im Versuch eines Gesprächs mit Linken wirst du erleben, dass deine logische, auf realen Sachlagen aufbauende Argumentation mit Ausbrüchen von Emotion unterbrochen wird. Das ist natürlich eine Taktik des Linken, sich als »Sieger« zu fühlen. Es ist, wie wenn eine Taube, die im Park auf dem Schachbrett landet und die Schachfiguren vom Brett fegt, sich als »Sieger« fühlen kann. Doch diese Abzweigung weg von der Logik, hin zur Emotion, ist zugleich mit tieferen Ursachen des Linksseins verbunden! Schon die Bibel warnt davor, dass ein bestimmter Menschentyp paradoxerweise 1. den eigenen Weg selbst als »gerade« ansieht (während er nicht auf Ratschläge hört), aber 2. zugleich schnell zornig wird: »Der Weg des Toren ist gerade in seinen eigenen Augen, der Weise aber hört auf Rat. Der Tor zeigt sogleich seinen Ärger, klug ist, wer Schimpfworte einsteckt.« (Sprüche 12,15f) Linkssein ist mit der psychologischen Störung *Narzissmus* verwandt. Beide gehen oft auf *Verletzungen* und/oder *innere Unsicherheit* zurück, und beide wollen Macht aufbauen, auch um ihre Verletztheit und Unsicherheit zu kompensieren. Als der mutmaßliche Mörder von Charlie Kirk verhaftet wurde, wiesen Linke darauf hin, dass er aus einer stabilen konservativen Familie stammte. Damit kann er doch kein Linker sein, sagten Linke. Damit verrieten sie aber, was ihnen unbewusst klar ist: *Links zu sein* (im heutigen Sinn von »links«) ist eine destruktive Reaktion auf seelische Verletzungen und Unsicherheit. Wer verletzt ist, der könnte sich zur Hilfe an höhere Mächte wenden, sprich: an *Gott*. Doch wer sich für klüger als Gott hält (siehe sechstes Gebot), der verschließt sich diese konstruktive Option. Es ist kein Zufall, dass [das Dämonische und das Linke](https://dushan.org/das-boese-existiert/) in Handlung und Auftreten so oft Hand in Hand gehen. Auf logische Widersprüche hingewiesen zu werden, lässt den Linken befürchten, dass die schmerzenden Wunden seiner Seele weiter aufgerissen werden. Der Narzisst und der Linke flüchten sich beide (manchmal »präventiv«) in Machtspiele und emotionale Denkstopps. Auch die für Linke typischen Wutausbrüche, Trotzreaktionen oder emotionalen Aufführungen sind Versuche, an Logik und Vernunft vorbei *ein Gefühl von Macht und Kontrolle* zu erlangen. Als rationaler Mensch könntest du ja meinen (und das zu tun ist einer meiner penetrantesten Fehler), dass du mit *immer mehr Vernunft* beim Linken einen Denkumschwung erzielen wirst. Du irrst, und zwar gewaltig! Mit jedem weiteren logischen Satz bohrst du tiefer in die linke Wunde, und der Linke wird »seine Wahrheit« nur umso bockiger verteidigen. ## Drittes Gebot **Du sollst nicht erwarten, dass Widerspruch erfolgreich sein wird.** Es ist zur Wahrung der *eigenen* wie auch *allgemeinen* seelischen Stabilität notwendig, dem Linken hörbar zu widersprechen. Das wird aber *nicht* im Linken selbst erfolgreich sein. Der Linke »argumentiert« tatsächlich von einer inneren Verletztheit und Unsicherheit her. Die innere Wunde des Linken ist das *wahre* Fundament seiner »Logik«. Dem Linken zu widersprechen klingt in seinen Ohren, als sagtest du ihm: »Deine Wunde ist keine Wunde!« Du kannst dem Linken noch so viele Fakten vorlegen, er zuckt bloß mit den Schultern und seine Augen werden glasig. Oder er wird dir sagen, diese Fakten seien von dir für diesen Zweck erfundene Lügen. Der Linke schließt da von sich auf dich, und zwar womöglich unbewusst: Weil *er* zum Stützen seiner »persönlichen Wahrheit« sich selbst und seine Umgebung *belügt*, geht er unbewusst davon aus, dass du es ebenso tust. Der Linke *muss* ja davon ausgehen, dass Beliebiges wahr und absolut ist, allein dadurch, dass er es glaubt und behauptet, denn jede Unsicherheit bezüglich seiner Weltsicht würde ihn an seine Wunde erinnern, würde seine Unsicherheit neu entfachen. Ja, das Weltbild des Linken ist in dieser Hinsicht »stabil« und sogar »selbst-immunisierend«: »Ich weiß, dass es wahr ist, denn ich weiß, dass es wahr ist.« Für einen Linken ist dein Widerspruch schon deswegen falsch, dass du ihm widersprochen hast. Also kannst du nicht erwarten, dass dein Widerspruch erfolgreich sein wird. Ja, widersprich dem Linken! Widersprich ihm laut, deutlich und regelmäßig. Tu es aber für die Gesellschaft. Tu es zur Wahrung deiner seelischen Balance. Lass aber die Hoffnung fahren, dass du den Linken *überzeugen* kannst. ## Viertes Gebot **Du sollst nicht denken, dass wirklich Argumentation stattfindet.** Ein Linker *redet* bisweilen mit dir, und es ist ein »Reden« in dem Sinne, dass ihr beide etwas sagt, mal abwechselnd und mal einander ins Wort fallend. Doch bedenke: Für den Linken ist das Ergebnis des Gesprächs von vornherein fix. Die Motivation seiner Annahmen über die Welt und seiner ethischen Positionen findet auf einer anderen Ebene statt als deine Motivation. »Erfahrene« Linke werden, wenn sie ein Machtspiel zu verlieren drohen, bisweilen die Zähne zusammenbeißen und so tun, als würden sie deinen Widerspruch bedenken oder sogar anwenden, doch das ist nur eine kurzzeitige Machtspiel-Taktik. Der Linke mag zwar vorübergehend so tun, als würde er mit dir argumentieren, mag tatsächlich Argumente austauschen, doch tatsächlich wartet er bloß ab, bis du dich zermürbt seinen Machtspielen unterwirfst. Wenn du meinen solltest, dass du einen Linken überzeugt hast, warte einfach ein paar Tage, und dann diskutiere noch mal. Du wirst ernüchtert feststellen, wie schnell und gründlich er vorübergehende Zugeständnisse an Logik und Verstand wieder aufgegeben hat. ## Fünftes Gebot **Du sollst nicht auf Ethik bauen.** Im Buch [*Relevante Strukturen*](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) erkläre ich, wie menschliche Ethik *wirklich* funktioniert. In Kürze: Ein Mensch bewertet als »gut« (im ethischen Sinn), was eine ihm relevante Struktur stärkt, und als »böse«, was diese schwächt. Du magst dich in ethischer Argumentation darauf berufen, dass diese oder jene Handlung nachweislich Kindern schadet oder sogar das gemeinsame Land in den Ruin treibt. Du kannst dem Linken sogar aufzeigen, dass er sich selbst schadet, sprich: Du kannst an die so bewährte wie natürliche Ethik appellieren. Es wird ihn wenig bewegen. Der Linke hat andere relevante Strukturen als du. Der Linke wird erschreckend leicht Kinder, allgemeine Familienstrukturen, die Zukunft des Landes oder sogar sein eigenes Leben opfern. Denn der Linke ist von völlig anderen Motivatoren getrieben als du. Ihn treibt das Verdecken seiner seelischen Wunden und Unsicherheiten, *nicht* die Ethik. Daraus resultiert bisweilen eine Lust am Gehorchen und der Unterwerfung unter Autoritäten. Und auch dafür wird er bereitwillig sich selbst und die nächste Generation opfern, wie die Geschichte zeigt. Du magst davon ausgehen, dass dein Gegenüber in einer Debatte Logik und traditionelle Ethikkonzepte respektiert, doch du wirst gleich zweimal falschliegen. Eine gewinnbringende Debatte setzt ein gemeinsames Wertefundament voraus. Doch du baust auf Vernunft und gewachsene Ethik, der Linke »baut« aufs Verstecken seiner Wunden und Unsicherheiten. Auf welchen Fundamenten sollte also euer gemeinsames Haus stehen? ## Sechstes Gebot **Du sollst nicht ans Gewissen appellieren.** Das menschliche Gewissen ist, wie der körperliche Schmerz, eine angeborene Warnung vor der Verletzung relevanter Strukturen. Der körperliche Schmerz warnt, wenn etwa die Haut oder der Zahnschmelz durchbrochen sind und Schädlinge eindringen können. Im Fall gebrochener Organe oder verschiedener Entzündungen soll der Schmerz bewirken, dass der Schmerzgeplagte alle übrigen Tätigkeiten einstellt und sich auf diese Verletzungen konzentriert. Ähnlich funktioniert *eigentlich* das Gewissen: Wenn etwa das Wohl der nächsten Generation oder das Überleben des Volkes gefährdet ist, *sollte* das Gewissen einen Schmerzreiz senden, der den Einzelnen oder das Kollektiv *zwingt*, diese Gefahr abzuwenden. Beim Linken aber ist sein »Gewissen« damit ausgelastet, seinen *eigenen* Schmerz und seine *eigene* innere Unsicherheit zu verarbeiten. Wo *eigentlich* das allgemeine Gewissen arbeiten sollte, inklusive der [»Ordnungen der Liebe«](https://en.wikipedia.org/wiki/Ordo_amoris), sitzen Verletzungen und Unsicherheit, und der Linke ist unentwegt damit beschäftigt, immer neue Krusten und Verhärtungen um seine Unsicherheit wuchern zu lassen. Beim Linken, der gerade erst »zum Linken wird«, ist dieser Prozess live zu beobachten. Ist die Verkrustung erst abgeschlossen, wirst du je nach Ausprägung einen ausgewachsenen Narzissten oder einen gehirngewaschenen Untertan erleben. Wenn du ihn auf sein Gewissen ansprichst, wird der Linke dir sogar benennen, was sein Gewissen ihm angeblich sagt. Doch tatsächlich ist sein Gewissen längst tot, und was da spricht, ist eine zum seelischen Tumor verhärtete Verletzung, eine tiefe, unbewältigte Unsicherheit. Diese parasitäre Verkrustung, die sich im Linken statt seines Gewissens angesiedelt hat, könnte sogar tatsächlich in ethischen Begriffen reden, etwa wenn der Linke bekannte Propagandafloskeln wiederholt, von »Toleranz« und »Klima« und so weiter. Doch tatsächlich sind diese Phrasen nur Symptome einer harten Kruste um eine schwärende innere Wunde. Wenn du also merkst, dass der Linke von »Gewissen« redet, aber wahlweise tatsächlich von *seinen Verletzungen* redet oder Floskeln wiederholt, erinnere dich an das sechste Gebot fürs Reden mit Linken: Du sollst nicht ans Gewissen appellieren … denn es ist keines da. ## Siebtes Gebot **Wisse, dass der Linke sich für klüger als Gott hält.** Die traditionelle Art, Wahrheit und ethische Klugheit zu erlangen, besteht aus dem Zusammenspiel ehrlicher Anschauung der Welt und der Anwendung bewährter Denkmethoden, um ein adäquates Modell zu entwickeln. All das ist dem Linken aber irrelevant. Für den Linken sind Fakten und Ethik lediglich *Mittel*, um seine wahren Ziele zu erreichen. Die aber sind meist aus der inneren Zerrissenheit des Linken motiviert. Es ist eine Eigenschaft des Schmerzes, dass dein aktuell größter Schmerz oft zugleich der größte Schmerz ist, den du dir vorstellen kannst. Da ein Linker »seine« Wahrheit und Ethik zuerst aus seinem Schmerz gewinnt, aus seiner Unsicherheit und aus seinen Versuchen, beide zu überdecken, werden »seine« Wahrheit und Ethik ihm logischerweise immer als maximal gültig und damit als absolut gelten. »Ich bin der HERR, dein Gott«, so beginnen die *echten* Zehn Gebote, doch das wahre erste Gebot des Linken lautet: »Ich bin mein eigener Gott!« Ein Linker *muss* sich für »klüger als Gott« halten. (Das erklärt womöglich auch, warum Linke so oft blank *gottlos* wirken, ob sie sich als Beamte, als Büroboten oder als Bischöfe verdingen.) Welche größere Dummheit könnte es aber geben, als zu meinen, man sei klüger als Gott? Keine. ## Achtes Gebot **Du sollst wissen, dass Sprache dem Linken eine Waffe ist.** Für den Linken dient Sprache einem ganz anderen Zweck als dir. Du willst Wahrheit mehren, Irrtum mindern und gemeinsam womöglich eine klügere Ethik aushandeln. Der Linke will mit Sprache seine Macht etablieren; das ist ihm der Zweck von Logik und Faktenaussagen. Dem Linken ist Sprache zuerst eine *Waffe*. Er wird Begriffe immer wieder neu deuten, aber dich auf seine Deutung deiner Begriffe festlegen, und er wird sie zur Attacke gegen dich verwenden. Der Linke wird sich nicht Logik oder Fakten unterwerfen, aber dir logische Fehler und Lüge vorwerfen. Jürgen Habermas sprach vom »eigentümlich zwanglosen Zwang des besseren Arguments«. Der Linke wird *dich* diesem Zwang der Sprache unterwerfen wollen, doch du wirst bald feststellen, dass er sich selbst diesem Zwang nicht unterwirft. Der mythische *Kampf der Argumente* mit einem Linken ist ein asymmetrischer Krieg – und du wirst ihn etwa so erfolgreich abschließen wie die USA den Vietnamkrieg. ## Neuntes Gebot **Du sollst nicht deine Zeit verschwenden.** Jede Sekunde und jeder Tag in deinem Leben kommen nur einmal. Verschwende sie nicht! Selbst wenn du ans ewige Leben glaubst, ist *dieses* Leben eine Vorbereitung auf *jenes*, und es ist wichtig, sich nicht in fruchtlosen Wortwechseln in die Abgründe der Gottlosen ziehen zu lassen. Der Linke *tut, als ob* er mit dir debattieren würde. Tatsächlich ist die »Debatte« mit ihm so wenig eine echte Debatte wie die geschniegelten Missionare, die du in dein Wohnzimmer gelassen hast, wirklich mit dir über Theologie »diskutieren«. Der Linke will nicht im Gespräch mit dir gemeinsam neue Erkenntnisse finden. Er will dich zermürben, bis du dich einem von vornherein feststehenden »Ergebnis« unterwirfst. Er verschwendet deine Zeit und Kraft. Deine Kraft mag wiederkommen, deine Zeit nicht. Trage nicht Fakten vor, wo Fakten kein Gewicht haben. Berufe dich nicht auf Logik, wo Logik nicht als Maßstab gilt. Appelliere nicht ans Gewissen, wo das Gewissen durch Ängste und Unsicherheiten ersetzt wurde. Besiege sie oder gib auf und zieh weiter, diskutiere bloß nicht. Auf Englisch: Fight them, or give up and move on, just don’t argue. Falls realistisch möglich, brich den Kontakt mit ihnen *rechtzeitig* ab. Sichere dich vor allem gegen ihren Wahn. Lebe so, dass du deine Zeit *heilig* nennen kannst, und dann gilt: > Gebt das Heilige nicht den Hunden preis und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor, damit diese sie nicht mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen.« > > – Matthäus 7:6 Du hast nur dieses eine Leben auf dieser Erde – verschwende ab heute keine weitere Sekunde mehr! Nicht auf Debatten mit Linken und auch sonst nicht. ## Zehntes Gebot **Bleibe Mensch!** »Hurt people hurt«, so sagt man im Englischen. Verletzte Leute verletzen. Du willst nicht, dass Linke dich in ihre selbstgeschaffene innere Hölle hinabziehen. Es brächte ja nichts, wenn du dich opfern würdest. Deren Verletzung verheilt ja nicht, wenn sie dich unterwerfen. Diese Menschen *hätten* eine Möglichkeit, ihre Wunden zu heilen und ihre Unsicherheit zu überwinden, doch sie wählen einen anderen Weg. Es ergibt ja für dich und den Rest der Welt keinen *praktischen* Unterschied, ob Linke wirklich rundheraus böse oder »nur« verletzt und ängstlich sind. [Sind die dumm oder böse? Macht es überhaupt einen Unterschied?](https://dushan.org/dummheit-und-bosheit/) Nein, in der Wirkung ergibt es keinen Unterschied, also sollten unsere Konsequenzen ähnlich sein. Die das Linkssein auslösenden Verletzungen und Unsicherheiten sind *keine* Entschuldigung für die typisch linke emotionale Kälte. Die Verletzungen und Unsicherheiten der Linken verpflichten dich *nicht*, dich in deren Abgrund hinabziehen zu lassen. Bleibe Mensch. Bleibe weich und verletzlich, statt dich von denen auf jene Art verletzen zu lassen, die auch dich hart und kalt werden lässt. Bleibe Mensch. Höre auf dein Gewissen, und zwar auf jenes, welches das Wohl der Welt und nicht nur den Schutz deines fragilen Egos anstrebt. Bleibe Mensch. ## Zwei Lieben Der Kirchenlehrer Augustinus schreibt: »Derart sind zwei Städte entstanden durch zwei Lieben: die irdische durch die Liebe zu sich selbst, welche bis hin zur Verachtung Gottes reicht; die himmlische durch die Liebe zu Gott, die bis zur Verachtung des eigenen Selbst reicht. Die erstere rühmt sich selbst, die zweite den Herrn.« ([De civitate Dei XIV,28](https://www.newadvent.org/fathers/120114.htm)) Man muss nicht gläubig sein, um zu sehen, dass eine Geisteshaltung, die das Selbst zum Fundament und zum letzten Zweck alles Denkens und Strebens macht, zuerst viel Leid stiftet und zuletzt zugrunde gehen wird. Ja, auch die Ausrichtung des eigenen Strebens auf die Behandlung eigener seelischer Wunden und Unsicherheiten ist eine Überhöhung des Selbst. Ja, auch eine Verkleidung der Egomanie in pseudoethischen Vokabeln bleibt Egomanie, so wie ein Mann in Frauenkleidern ein Mann bleibt. »Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren«, so schreibt Paulus über solche Menschen (Römer 1:22). Jeder Mensch *wird* verletzt und *ist* dann verletzt. Jeder Mensch fühlt sich bisweilen unsicher – wie denn auch nicht? Gerade heute! Wer aber die alte Ordnung verwirft und sich selbst eine neue, hausgemachte Ordnung basteln will, wer die *eigene Erkenntnis* für *Klugheit* hält und die *Verkrustungen um seine Unsicherheit* für ein *Gewissen*, der macht sich zum Diener jener Mächte, welche die Welt derart beängstigend werden ließen. Ob du als Vater oder Mutter für deinen ganzen Haushalt sprichst oder ob »dein Haus« nur aus dir allein besteht, sage den Linken: Nein, ich werde mich *nicht* von euch in euren Abgrund ziehen lassen. Und dann mit Josua 24:15: »Ich aber und mein Haus, wir wollen dem *Herrn* dienen.« (Heidenkinder dürfen einsetzen: »Ich aber und mein Haus, wir wollen anständige Menschen bleiben.«) - [Sellner: »Eines Tages werden sie alle aufwachen«](https://dushan.org/essays/sellner-eines-tages-werden-sie-alle-aufwachen/) Martin Sellner prophezeit: »Eines Tages werden sie alle aufwachen.« — Leute würden »die Videos sehen, die Bilder, die Schlagzeilen«. Dann würden sie voller Schuldgefühle & voller Zorn« sein. – Klingt gut, doch sind diese Bilder nicht schon HEUTE zu sehen? Der konservative Publizist und Aktivist *Martin Sellner* schreibt: > Eines Tages werden sie alle aufwachen. > > Sie werden die Videos sehen, die Bilder, die Schlagzeilen, die Zahlen. > > Alles, was wir ihnen seit Jahren sagen – und sie ignorieren. > > Es wird sein, als wären sie plötzlich nicht mehr blind. Sie werden voller Schuldgefühle & voller Zorn sein. Und dann wird sich rasch alles ändern. > > Der Tag wird kommen. > ([@Martin_Sellner, 25.09.2025](https://x.com/Martin_Sellner/status/1971187738213757271)) Es fühlt sich gut an, das zu lesen – und wie! Und würde ich diese Zeilen 2015 statt 2025 lesen, dann würde ich mich anschließen. Aber ach, es *ist* eben nicht 2015! Es ist 2025. Ich verstehe den Sellner hier, und zwar mit dem Herzen. Mein auf Lebenserfahrung zurückgreifender Verstand will leider widersprechen. Sellners Heilsversprechen ist es aber auf jeden Fall wert, uns Satz für Satz an ihm abzuarbeiten! ## Tatsächlich immer weiter Zuerst: »Eines Tages werden sie alle aufwachen.« Nun, *heute* sind bereits *einige* Menschen »aufgewacht«. »Eines Tages«, so darf man sagen, *begänne* mindestens schon heute … *wenn* es wirklich absehbar dazu käme, dass *alle* aufwachen. Das »Aufwachen« ist hier wohl in einem *buddhistischen* Sinne gemeint: die Dinge sehen, wie sie wirklich sind. Und *sehen* bedeutet in dieser Praxis, dass die Informationen nicht nur aufgenommen werden, sondern dass sie auch ins Bewusstsein des Empfängers dringen und der Verstand logische Konsequenzen zieht. »Sie werden die Videos sehen, die Bilder, die Schlagzeilen, die Zahlen«, verspricht Sellner. Man muss leider antworten: Die Mehrheit *sieht* die Meldungen heute schon. Etwa vom neuesten Mega-Stellenabbau, diesmal bei Bosch ([capital.de, 25.09.2025](https://www.capital.de/wirtschaft-politik/bosch-stellenabbau--13-000-jobs-in-deutschland-fallen-weg-36080344.html)). Es ist ja bekannt und sichtbar, dass die Politik immer wieder Abschiebungen verspricht ([taz.de, 27.1.2025](https://taz.de/Merz-Plaene-zu-Abschiebungen/!6062003/)), aber tatsächlich immer weiter Afghanen einfliegt ([bild.de, 24.09.2025](https://www.bild.de/politik/inland/asyl-einreise-eingeklagt-neuer-afghanen-flieger-landet-in-hannover-68d26a776199625f8c0fa4b0)). Der neue Alltag in Deutschlands Städten müsste selbst denen, die nur auf dem Bio-Wochenmarkt einkaufen, spätestens dann sichtbar werden, wenn sie die gelegentlichen Fahndungen lesen ([nius.de, 25.09.2025](https://www.nius.de/kriminalitaet/news/polizei-sucht-mit-phantombild-nach-dem-vergewaltiger-von-groemitz/31098843-6992-42c2-a178-4fdaac0529ad)). Doch etwas zu *sehen* bedeutet noch nicht, es ins Weltbild einzubauen und gedankliche oder sogar praktische Konsequenzen zu ziehen. ## Voller Schuldgefühle, voller Zorn Aber gut, Sellner verspricht, dass *alle* plötzlich *sehen* werden: »Es wird sein, als wären sie plötzlich nicht mehr blind.« Man fragt sich: *Warum* sollten sie das sein? Durch welchen Auslöser, welchen psychologischen Mechanismus? Wer nach zehn Jahren dieser Ereignisse nicht »wach wurde«, der wird auch nach fünfzehn oder zwanzig Jahren nicht plötzlich *wach werden*. Wahrscheinlicher ist, dass seine von der Propaganda oktroyierte Blindheit eher *verhärtet* wird. »Sie werden voller Schuldgefühle & voller Zorn sein«, so verspricht Sellner. Hmm, eine Gegenfrage als Test: Wie viele Menschen zeigten nach der Corona-Panik glaubwürdige (oder: *irgendwelche*) »Schuldgefühle«? Wer von den Mitläufern ist »voller Zorn« auf sich selbst und auf die Täter in höheren Etagen? Die Antwort ist: nicht sehr viele. Sellners Eschatologie verspricht fürs Zuletzt: »Und dann wird sich rasch alles ändern. – Der Tag wird kommen.« Mit Verlaub: *Wenn* »alle« »es« »sehen« würden, dann vermutlich nur, weil es im Mainstream als Wahrheit des Tages lief. Und es passiert ja tatsächlich immer wieder, dass unerwartet auch »störende« Wahrheiten etwa im TV-Abendprogramm ausgestrahlt werden, die eben noch als »rechte Hetze« oder »Verschwörungstheorien« galten. Vielleicht wird da zwischendurch *etwas Druck vom Kessel gelassen*, typischerweise etwa bei *Markus Lanz*. Oder die Entwicklung ist ohnehin nicht mehr umkehrbar. Alle Ziele erreicht, alle SMS gelöscht – reibt euch doch daran auf. Ja, dann kann man auch schon mal die *Wahrheit* sagen und behaupten, man habe es ja »nicht kommen sehen können«. Oder sogar zerknirscht zugeben, dass »wir da alle wohl etwas blauäugig waren«. Und nicht wenige werden selbst dann darauf bestehen, dass diejenigen, welche die Wahrheit schon früher aussprachen, genau dafür »Nazis«, »Faschisten« und so weiter genannt werden durften. ## Die Schlagzeilen, die Zahlen Nein, es ist *nicht* abzusehen, dass in nächster Zeit »sie alle aufwachen«. Klar, die Umfragezahlen der AfD steigen weiter. Die ersten Umfragen sehen sie bereits als stärkste Kraft in Deutschland. (Verschwörungstheoretiker sagen, dass das Verfassungsgericht deshalb aktuell mit Leuten nachbesetzt wird, die ein AfD-Verbot abnicken würden.) Doch selbst solide 25 Prozent sind, auch nach Einrechnung der Sonstigen, nicht die absolute Mehrheit. (Und für den Fall eines Wahlsiegs mit absoluter Mehrheit wurde de facto von den Altparteien [ein Putsch angekündigt](https://dushan.org/wadephul-sagt-sachen/).) Wird »der Tag« kommen? Werden »sie alle aufwachen«? Werden sie »die Videos sehen, die Bilder, die Schlagzeilen, die Zahlen«, und werden sie wirklich »voller Schuldgefühle & voller Zorn« sein? Wird sich dann endlich »rasch alles ändern«? Jene Bitterkeit in mir, die ich *meine Lebenserfahrung* nenne, will widersprechen, will ätzen: Sind diese Bilder, Schlagzeilen und Zahlen nicht schon heute ausreichend sichtbar, *trotz* Staatsfunk und Propagandaflut? ## Nicht schon heute längst *Wenn* schon allein das Sehen-Können die Menschen aufstacheln würde, notwendige Veränderung einzufordern, ja: notwendige Veränderung zu *sein*, müsste es dann nicht schon heute längst passieren? Und doch, ich wünsche mir, dass es stimmt, und ich wünsche es mir *sehr*. Ich *möchte* ja hoffen. Doch *wie* soll man hoffen auf ein Ereignis, dessen Eintreffen der Verstand allein nicht realistisch nennen kann? Paulus schreibt an die Römer: »Freut euch in der Hoffnung, seid geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!« Nein, ohne Geduld *und* Gebet wird es nicht funktionieren mit der Hoffnung. Und selbst *wenn* wir unseren schon heute zornigen Geist einfangen und diesen inneren Wüterich zur Geduld *und* zum Gebet zwingen, dann ist jenes, worauf Paulus uns hoffen heißt, doch eine durchaus andere Angelegenheit. - [Die Ohren abfrieren lassen, um die Mutter zu ärgern](https://dushan.org/essays/der-mutter-zum-trotz/) Trump warnt vor einem bestimmten Medikament während der Schwangerschaft. Linke Schwangere nehmen daraufhin genau dieses Medikament ein, »um Trump eins auszuwischen«. Ist das wirklich eine »politische Richtung«? Es wirkt mehr wie Psychose & Indoktrination. Eine russische Redeweise lehrt: »Назло маме уши отморожу«, und das bedeutet: Ich werde mir die Ohren abfrieren, um meiner Mutter eins auszuwischen. Ein Äquivalent im Amerikanischen wäre: »Cut off your nose to spite your face.« – sich die Nase abschneiden, um das Gesicht zu ärgern. Gemeint ist damit: Mancher Mensch fügt sich selbst Schaden zu, weil er meint, damit eine Autoritätsperson zu verärgern. Tatsächlich aber ist er selbst – und *nur* er selbst – der Leidtragende solcher Destruktivität. Eine praktische Anwendung dieser Weisheit bezüglich außerordentlich dummen Verhaltens erlebten wir in dieser Woche! Der US-Präsident Trump und sein Gesundheitsminister Kennedy haben diese Woche die Amerikanerinnen (und damit: die Weltbevölkerung) davor gewarnt, das US-Medikament *Tylenol* während der Schwangerschaft einzunehmen. Es könne, so die US-Regierung, zum *Autismus* des Babys führen. ([whitehouse.gov, September](https://www.whitehouse.gov/articles/2025/09/fact-evidence-suggests-link-between-acetaminophen-autism/)) ## Mit erhöhtem Autismus-Risiko Der Wirkstoff in *Tylenol* ist *Acetaminophen*, wir kennen ihn als *Paracetamol* ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Paracetamol)). Tatsächlich hat sogar der Hersteller von Tylenol in der Vergangenheit selbst vor der Einnahme durch Schwangere gewarnt ([@tylenol, 15.02.2017](https://x.com/tylenol/status/839196906702127106); [archiviert](https://archive.is/V0f0I)). Und es gibt tatsächlich Studien, welche die Einnahme von Tylenol während der Schwangerschaft mit erhöhtem Autismus-Risiko für das Kind verbinden, etwa von der reputablen Johns-Hopkins-Universität ([hub.jhu.edu, 05.11.2019](https://hub.jhu.edu/2019/11/05/acetaminophen-pregnancy-autism-adhd/)): »Taking Tylenol during pregnancy associated with elevated risks for autism, ADHD«. Nachdem Trump vor dem Wirkstoff gewarnt hatte, schalteten die üblichen Anti-Trump-Medien sofort auf Beschwichtigung, und zwar weltweit. In Deutschland etwa schrieb der deutsche Staatsfunk schnell: »Trump gibt unbelegte Gesundheitsempfehlungen« ([tagesschau.de, 23.09.2025](https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-autismus-100.html)). (Dass es *generell* unbelegt ist, ist eine blanke Lüge, wie der Staatsfunk bald indirekt zugab, als er die Forschungslage als »uneinheitlich« beschrieb [tagesschau.de, 23.09.2025](https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/paracetamol-autismus-trump-100.html).) Und wie reagieren sogenannte *Liberals* (die unfreiwillig sarkastische Selbstbezeichnung der amerikanischen Linken) auf Trumps Warnung? Nun, einige von denen reagieren, wie wir es leider erwarten würden: irre. In den sozialen Medien posten erschreckend viele Schwangere mit großem Babybauch, wie sie auf Video demonstrativ Tylenol einwerfen – als politischen Protest gegen Trump (Beispiel:([@GustavsonElena, 24.09.2025](https://x.com/GustavsonElena/status/1970804774527459652)). Es kursiert sogar ein (unbestätigter, aber nicht vollständig unglaubwürdiger) Bericht über eine Schwangere etwa in der 24. Woche, die als Protest gegen Trumps Warnung eine Überdosis des Medikaments nahm und nun angeblich mit Leberschaden im Sterben liegt ([@WallStreetApes, 31.03.2025](https://x.com/WallStreetApes)). Ach, wäre es doch »nur« ein Fall von Leuten, die *sich* »die Ohren abfrieren« ließen, um so vermeintlich den großen »Vater Trump« zu ärgern. Diese Mütter sind bereit, dem ungeborenen Leben potenziell Schaden zuzufügen, weil sie sich in den Wahn gesteigert haben, diese Handlung möge Trump magischerweise einen moralischen Schaden zufügen. ## Die, die uns gegebenenfalls töten Wir haben es an den [Reaktionen auf den Mord an Charlie Kirk](https://dushan.org/an-der-front/) gesehen, wir sehen es an den Toleranzbesoffenen in Europa und an diesen neuen Fällen wieder: Diese Menschen, die sich »Linke«, »Liberals« und so weiter nennen, sind tatsächlich Opfer einer Gehirnwäsche, die Ideologie über Menschenleben stellt. Weder Linke noch wir meinen, dass Leben in ausnahmslos allen Situationen der höchste Wert ist. Doch wir unterscheiden uns diametral darin, wann und welches Leben wir zu opfern bereit sind. Die töten ungeborenes Leben, wenn ein Kind nicht zu ihrer Wochenendunterhaltung oder ihren Karriereplänen passt. Die opfern ihre Töchter, um sich »tolerant« nennen zu können. Die riskieren sogar ihr eigenes Leben *und* das Leben ihres Babys, um ihren von der Propaganda eingepflanzten Hass auf den US-Präsidenten auszuleben. *Wir* dagegen »opfern« keine Menschenleben. Wir sind höchstens bereit, unser Leben zu riskieren, wenn damit dem Wohl anderer Menschen gedient ist. Und die, die uns gegebenenfalls töten – oder unseren Tod bejubeln –, sind dann immer wieder jene, die sich »gut«, »links« und »moralisch« nennen. Diese Schwangeren, die sich – und ihrem Nachwuchs! – »die Ohren abfrieren lassen, um die Mutter zu ärgern«, illustrieren aufs Neue den unüberbrückbaren Unterschied zwischen ihrer und unserer Weltsicht. Kann es eine Zukunft geben gemeinsam mit Menschen, mit denen keine Zukunft möglich ist, weil sie keine Zukunft *wollen*? - [Warum haben Rechte keine »Faktenchecker«?](https://dushan.org/essays/warum-haben-rechte-keine-faktenchecker/) Warum gibt es keine rechten Faktenchecker? Haben wir kein Interesse an Fakten? Doch, und wie! Aber: Rechte sind jeder für sich »Faktenchecker«, und jeder rechte Journalist sowieso. Linke dagegen rufen nach Autoritäten, um »Wahrheit« von oben festzulegen. »Niemand ist ganz unnütz«, so sagt man in Deutschland, »er kann noch immer anderen als schlechtes Beispiel dienen.« Nun, gemäß dieser Redensart ist auch das sehr deutsche Projekt »Volksverpetzer« nicht vollständig nutzlos. (Falls ihr es nicht kennt: Stellt euch das Klischee eines Klischees einer ultra-linken, ultra-woken Laberbude vor – und dreht dann die Crazy-Regler auf 200%. Deren Begriff von Realität und Wahrheit ist … ein durchaus eigener. Dennoch – oder genau deswegen? – nennen sie sich »Faktenchecker«, und das ist der Punkt, wo es interessant wird.) Kürzlich gab dieses Projekt auf der linken X/Twitter-Kopie »BlueSky« dies von sich: > Na, warum gibt es denn keine rechten Faktenchecker? Es gibt so viele rechte Millionäre, die ganze Medienhäuser aus dem Boden stampfen. Aber da soll kein Faktenchecker darunter sein? Die jammern doch, dass Faktenchecker so »links« seien & alles ganz anders sei. Ja, dann macht! Oder haben sie Angst! (@volksverpetzer.de auf BlueSky, zitiert nach [@mtaushb, 23.09.2025](https://x.com/mtaushb/status/1970569930752795084)) Man will mit den Augen rollen, schmunzeln und sich wieder anderen Themen zuwenden. Wir spüren *intuitiv*, dass das Unsinn ist. Und im Alltag genügt diese Intuition, um keine Zeit zu verschwenden. Die Volksweisheit dazu lautet: Es braucht viel mehr Arbeit, Pudding von der Wand zu kratzen, als ihn da hinzuwerfen. So ist es oft auch mit linkem Unsinn. Allerdings wissen wir aus der Philosophie, dass bisweilen das Ausformulieren vermeintlicher Selbstverständlichkeiten zu mehr Klarheit im eigenen Denken führen kann. Lasst uns also ausformulieren, *warum* diese unsinnige Aussage so unsinnig ist (und zugleich entlarvend). ## Auf Befehl ins Gegenteil Warum also existieren keine »rechten« Faktenchecker? Um diese Frage präzise zu beantworten, müssen wir zunächst festhalten, was »rechts« hier *wirklich* bedeutet. Der Ausdruck »rechts« hat heute nicht zwingend eine Bedeutung bezüglich einer politischen Positionierung. In der realen Verwendung bedeutet »rechts« meist »nicht-links« oder schlicht »böse«. »Links« und »gut« aber verweist in der Praxis auf das, was die aktuelle Propaganda der Konzerne und von Milliardären finanzierten NGOs sagt. *Wenn* überhaupt »links« inhaltlich bestimmt wird, dann in etwa als »anti-westlich«. (Dass »links« in der Praxis schlicht »die Propaganda des Tages« bedeutet, erkennen wir an »linken« Positionen wie »Queers for Palestine« oder am rapiden Umschwenken von Leugnung zu Hysterie zu Beginn der Corona-Panik. Was in sich widersprüchlich ist oder auf Befehl ins Gegenteil umgeschaltet werden kann, ist kein Gedankengebäude, das man als »links« oder »rechts« bezeichnen könnte.) Der Satz »Na, warum gibt es denn keine rechten Faktenchecker?« ließe sich also korrekter übersetzen: Warum haben Gruppen und Medien, die nicht die Propaganda des Tages nachbeten, keine dedizierten Autoritäten, die festlegen, was wahr ist und was falsch? Nichts anderes sind ja diese linken »Faktenchecker«: Möchtegern-Wahrheitsministerien nach Orwell-1984-Vorbild. Das Posting jener linken Initiative beschreibt ja einen echten Unterschied! Doch der implizite Vorwurf ist eine brutale Selbstoffenbarung. ## Die Rolle von Autoritäten Ein Unterschied zwischen »linkem« und »rechtem« Verständnis von Wahrheitsfindung ist die Rolle von Autoritäten. Linke sagen Dinge wie »Glaubt der Wissenschaft!«. Sie setzen »Faktenchecker« ein und offenbaren damit eine radikal autoritätshörige Methode der Wahrheitsfindung. Für jene, die sich heute »links« nennen, ist *wahr*, was ihre Autoritäten als »wahr« etikettiert haben. »Wahr« ist für (heutige!) Linke zum Beispiel, was der Mensch im Staats- oder Konzernfunk sagte. Rechte mögen Trump-Anhänger sein, und man wird eher selten erleben, dass sie etwas schon allein deshalb für wahr halten, weil Trump es sagte. Von Linken wird man aber den abstrusesten Unsinn hören (etwa dass ein Mann in Frauenkleidern eine Frau ist), solange sie das Gefühl haben, dass sie mit dem Aussprechen dieses Unsinns einer moralischen Autorität gefallen. Für »Rechte« (oder präziser: »Nicht-Linke«) ist es die Aufgabe *jedes* Menschen und erst recht *jedes* Journalisten, Aussagen auf Wahrheitsgehalte und Widersprüche zu prüfen. Für (heutige) Linke sind Begriffe wie »Selbstdenker« ein Zeichen von »Rechtsextremismus«. Wenn jene linke Initiative (womöglich neidisch) über »rechte Millionäre« spricht, »die ganze Medienhäuser aus dem Boden stampfen«, dann hat man damit vermutlich zuerst »[nius.de](https://www.nius.de/)« im Kopf. Und aus *linker* Perspektive erscheint es tatsächlich wie eine Lücke: Warum gibt es bei Nius oder den [*Freien Denkern*](https://dushan.org/freie-denker/) keine »Faktenchecker«? ## Zwei und zwei zusammenzuzählen Die Antwort ist, liebe Linke: Ihr seht den Wald vor lauter Bäumen nicht! Will sagen: Wir sogenannten Rechten sind *alle* das, was ihr Faktenchecker nennt. Wollte ich Bibel und Kirche zur Illustration bemühen, könnte ich den Linken sagen: Ihr glaubt, dass ein jeder Mensch die größte Autorität dafür ist, was Gott und die Bibel sagen (»sola scriptura«). Doch in Angelegenheiten der Welt traut ihr euch nicht, zwei und zwei zusammenzuzählen, ohne dass der Mann im TV oder der Vorbrüller auf der Demo euch das Ergebnis vorsagt. Und weiter: Bei (vielen von) uns verhält es sich genau anders herum! In Angelegenheiten des Glaubens setze ich die Erkenntnisse von zweitausend Jahren über meine Bauchgefühle – doch in Angelegenheiten der Welt ist mein Motto: Prüfe alles, glaube wenig, denke selbst! Wir »Rechten« haben keine Faktenchecker, weil jeder von uns ein Faktenchecker ist. Und wenn »rechte« Journalisten eine besondere Autorität in Sachen *Fakten* besitzen, dann nicht, weil diese ihnen vom Staat oder sonstwem verliehen wurde, sondern weil sie sich seit langer Zeit gegenüber den vielen Faktenchecks der Leser bewährt haben. Nein, niemand ist *ganz* unnütz. Auch ein »Volksverpetzer« kann nützlich sein, wenn wir an der Dummheit und Unschärfe seiner Aussagen unsere eigenen Aussagen schärfer und weniger dumm machen können. Euch aber, liebe Leser, bitte ich, auch diese Aussagen zu prüfen. Bestehe ich den Faktencheck? War ich vielleicht sogar etwas nützlich? Es würde mich sehr freuen – sendet dann unbedingt einen Link zu diesem Essay an einen Freund! - [Welche Konsequenz ziehst du?](https://dushan.org/essays/welche-konsequenz-ziehst-du/) Nach September 2025 gibt es kein Zurück mehr in die Zeit vor einigen Wochen. Die Welt ist eine andere. Wir stehen vor einem offenen »Zivilisationskampf«. Du wirst dich entscheiden müssen, auf welcher Seite du stehst – und welche Konsequenz du ziehst. Ich bin nicht geschockt. Nicht mehr. *Schock* wäre auch das falsche Wort für meinen aktuellen Zustand, auch wenn das, was vorausging, mich gründlich erschreckt hat. Wir stehen, wie ein kluger Kopf dieser Tage schrieb, vor nichts weniger als einem *Zivilisationskampf*. Und auch ich bin *verändert*. Ich bin ein anderer Mensch als der, der ich noch vor wenigen Wochen war. *Wieder* ein anderer. Lasst mich erklären! Lasst mich Luft holen, ein klein wenig ausholen und wiederholen. »Wir leben in einer anderen Welt als noch vor einem Monat«, so schrieb ich im Essay [»Du bist schon an der Front«](https://dushan.org/an-der-front/). Ich bin ein anderer, weil die Welt eine andere ist – und weil ich mir das Anderssein der Welt eingestehe. Der *Auslöser* dieser Veränderung ist – es wurde inzwischen oft genug berichtet – [die Ermordung von Charlie Kirk](https://dushan.org/attentat-charlie-kirk/), vor allem aber die kalten, unmenschlichen, blank bösen Reaktionen derer, die sich »die Guten« zu nennen pflegen. [Ein Graben liegt zwischen uns](https://dushan.org/nicht-rechts/), und über diesen Graben ist keine Brücke zu bauen. Mit Leuten, welche die Ermordung von Menschen verteidigen, weil diese die Debatte wagten, ist kein Kompromiss zu schließen. Auch viele private Gespräche drehten sich in den vergangenen Tagen um diese neue und weltweite Klarwerdung. Klar wurde nämlich auch: Charlie Kirk wollte mit Linken reden, dafür hat ihn ein Linker erschossen, und deshalb jubeln Millionen Linke weltweit über seine Ermordung. Deshalb erfinden Journalisten auch in Deutschland böse Lügen, um seine Ermordung zu rechtfertigen. Nein, mit denen lässt sich nicht reden. Für die bist du »Faschist«, und mit »Faschist« meinen sie: »Einer, den man töten darf – und soll«. Die wollen dich nicht deshalb töten, weil du *wirklich* ein »Faschist« oder »Nazi« wärst – die nennen dich »Faschist« oder »Nazi«, um dich töten zu können. Wenn in Deutschland der Staatsfunk oder Publikationen wie »Der Spiegel« über Charlie Kirk als »Rechtsextremen« herziehen, hört das Publikum, dass seine Ermordung moralisch eben doch gerechtfertigt war. Indem mir all dies bewusst wurde, wurde mir *auch* bewusst: Wenn die Welt eine andere ist und wenn du ein anderer bist, dann wäre es auch für das Individuum unsinnig, so weiterzumachen wie bisher. Doch welche Konsequenz sollte ich ziehen? Ich habe festgestellt, dass einige meiner Leser gar nicht Deutsch sprechen oder lesen können. Die lesen diese Texte zum Beispiel via Google-Translate. Ich selbst leite immer wieder Essay-Links an Gesprächspartner weiter, die eigentlich ein Link zur automatisch übersetzten Version sind. Zugleich stellte ich fest, dass Übersetzungen durch künstliche Intelligenz inzwischen so gut sind, dass das Ergebnis ebenfalls *lesenswert* ist. Ich entdecke Humor und Rhythmus, den ich im Deutschen platzierte, in der vom Computer übersetzten Version wieder. Meine Konsequenz aus der *veränderten Lage* war, endlich dem Wunsch von Autor *und* Lesern nachzugeben und meine Essays durch KI-Übersetzung mehrsprachig anzubieten. Natürlich werde ich nicht bloß *übersetzen lassen*. Natürlich ist es schon beim Schreiben in meinem Hinterkopf präsent, dass ich nun im Gespräch bin mit Lesern jenseits unserer deutschen Therapiegruppe. Charlie Kirk wollte mit so vielen Menschen wie irgend möglich ins Gespräch kommen. Ich will mithilfe künstlicher Intelligenz über den Rand der deutschen Sprache hinausblicken. Ich bewundere Erika Kirk, die Witwe von Charlie Kirk, die öffentlich erklärte (siehe etwa [eu.usatoday.com, 23.09.2025](https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2025/09/21/erika-kirk-eulogy-charlie-kirk-memorial-forgive-shooting-suspect/86284619007/)), dem Mörder ihres Mannes zu vergeben. Ich verstehe auch jene, die es sehr anders sehen. Jochen Bittner fasst die Entwicklungen der letzten Wochen so zusammen: > Kulturkampf war gestern, jetzt beginnt der Zivilisationskampf. > Die Rückbesinnung auf das Christentum als Wurzel des Westens soll > 1. den Islam genauso wie > 2. die säkulare Religion der Wokeness zurückdrängen und > 3. die Nation wieder ins Zentrum allen politischen Handelns rücken, so wie sie schon das Alte Testament entwarf: als selbstbestimmte Gemeinschaft Gleichgesinnter. ([@JochenBittner, 22.09.2025](https://x.com/JochenBittner/status/1970039210133319923)) Bittner nimmt mit dieser Beschreibung selbst keinen Standpunkt ein. Er beschreibt einfach nur. Ich stimme ihm zu, doch ich weiß, wo ich im Zivilisationskampf positioniert sein will. Und mein bescheidener Beitrag soll sein, dass meine Texte ab sofort auch in anderen Sprachen sprechen. Was ist *dein* Beitrag? - [Ludwigshafen: Die Unsere-Demokratie-Wahl](https://dushan.org/essays/ludwigshafen-unsere-demokratie/) In Ludwigshafen findet die erste offen postdemokratische »Wahl« der »Unsere Demokratie« statt. Oppositionskandidat wurde einfach ausgeschlossen. Was wir über eine solche »Wahl« in Russland oder Nordkorea sagen würden – gilt das in Deutschland nicht? Heute, am 21. September 2025 und während ich dies schreibe, wird Deutschland einen neuen Kreis der Hölle betreten. Diesen dritten Abstieg Deutschlands aus der Demokratie hin zum Totalitarismus namens »Unsere Demokratie« kennzeichnet, dass aussichtsreiche Kandidaten der Opposition gar nicht erst zur Wahl zugelassen werden. Wir kennen es, dass lokale Wahlergebnisse, die dem Kanzleramt nicht zusagen, »unverzeihlich« genannt werden, verbunden mit der Forderung, »dass dieser Vorgang wieder rückgängig gemacht werden muss«; siehe weiterhin [Thüringen 2020](https://dushan.org/gurkenrepublik/). Wir kennen es aus dem Alltag im Bundestag, dass die Opposition und also Regierungskritiker benachteiligt und von demokratischen Prozessen ausgeschlossen werden (sollen) – während etwa weiterhin die Partei der Mauermorde und Foltergefängnisse mitmischt (und der böse Geist der DDR zu wachsen statt zu sterben scheint). Wir kennen es aus dem Alltag der Bürger, dass die Hausdurchsuchung als *Strafe ohne Anklage und Gerichtsverfahren* die Bürger einschüchtern soll, um deren Kritik an der Regierung zu zügeln oder am liebsten gleich ganz davon abzubringen. In Ludwigshafen aber betritt Deutschland bei seinem Abstieg in die totalitäre Staatsform »Unsere Demokratie« einen weiteren Höllenkreis. Zum ersten Mal wird offen und buchstäblich *scham-los* ein aussichtsreicher Kandidat der Opposition von der Wahl ausgeschlossen. ([Ich schrieb schon im August darüber](https://dushan.org/demokratie-loszulassen/), heute ist es soweit.) Bürger, die noch an Demokratie glauben (man muss sie einfach lieben!), hatten sich zu Hunderten an die aktuelle Ludwigshafener Regierung gewandt. Die aber wähnt sich offenbar bereits gänzlich in der neuen Staatsform »Unsere Demokratie«, und man leitete wohl *alle* Schreiben an die Polizei weiter, nicht ohne etwa 300 davon zur Anzeige zu bringen ([apollo-news.net, 20.09.2025](https://apollo-news.net/angebliche-hassmails-gegen-ludwigshafener-ob-nach-afd-wahlausschluss-polizei-sieht-kaum-strafbare-inhalte/)). Die Polizei aber sah in den allermeisten Mails keine auch nur im Ansatz strafbaren Inhalte, was erneut bestätigt: In der LDN (Lingua Democratiae Nostrae) bedeutet »Hass« tatsächlich »Kritik an der Regierung«. Der AfD-Kandidat Joachim Paul versuchte bis zuletzt, Recht und Demokratie durchzusetzen. Er ging bis vors Verfassungsgericht, doch auch das wies seinen Eilantrag ab ([tagesschau.de, 17.09.2025](https://www.tagesschau.de/inland/regional/rheinlandpfalz/paul-klage-ludwigshafen-100.html)). Die Begründung des Verfassungsgerichtshofs (VGH) Rheinland-Pfalz klingt in meinen Ohren offen höhnisch: »Das Demokratieprinzip verlangt regelmäßig stattfindende Wahlen und schützt ihre tatsächliche termingerechte Abhaltung« ([lto.de, 17.09.2025](https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/ob-wahl-in-ludwigshafen-paul-nicht-zugelassen-verfassungsgerichte)). Auf Deutsch: Wenn du unter fadenscheinigen Vorwürfen (etwa weil du »Herr der Ringe« liest; siehe [nius.de, 06.08.2025](https://www.nius.de/politik/news/er-lobte-tolkiens-herr-der-ringe-und-schilderte-seine-eindruecke-im-brennpunktviertel-das-sind-die-absurden-vorwuerfe-gegen-afd-politiker-joachim-paul/27641b64-c307-45be-b457-12cb349518cd)) als Kandidat von der Wahl ausgeschlossen wirst, dann kann man da leider nichts machen, denn über deinen Einspruch zu verhandeln könnte die Wahl verzögern. Was kümmert »Unsere Demokratie« die Demokratie? Wir haben Termine einzuhalten! Es wird *heißer* in Deutschland. Deutschland steigt ein weiteres Mal aus der demokratischen Selbstbestimmung hinab in Richtung der Hölle des Totalitarismus. Natürlich wird der Weg zurück mit jedem Schritt länger. Doch *noch* ist es nicht unumkehrbar. (Gestern las man aus Ludwigshafen übrigens diese Nachricht: »Opfer auf offener Straße getötet – Mann in Ludwigshafen erschossen«; [n-tv.de, 20.09.2025](https://www.n-tv.de/panorama/Bluttat-in-Ludwigshafen-Mann-auf-offener-Strasse-getoetet-article26045321.html). [@jreichelt, 20.09.2025](https://x.com/jreichelt/status/1969345932857671760) kommentiert, dass »Unsere Demokratie« den Kandidaten Joachim Paul von der Wahl ausschloss, »weil er diese Zustände kritisiert«. Es klingt prima facie plausibel.) Noch könnten die Deutschen sich berappeln, sich etwas kaltes Wasser ins Gesicht spritzen, zu sich kommen und den Wahnsinn »Unsere Demokratie« diesmal *rechtzeitig* im Mülleimer der Geschichte deponieren. Leider drücken anti-demokratische NGOs und ein milliardenschwerer Propaganda-Apparat den »Unsere Demokratie«-Stiefel in des Volkes moralischen Nacken. »Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren«, so stand bekanntlich über Dantes Höllentor geschrieben. Heute aber steht auf den heimlichen Fahnen »Unserer Demokratie« ein Zitat aus jenem Buch, dessen Rezension neben anderem als Vorwand diente, Joachim Pauls Kandidatur zu verhindern. In *Herr der Ringe*, während er selbst sich dem Balrog stellt, ruft Gandalf seinen Gefährten zu: »Flieht, ihr Narren!« - [Du bist schon an der Front](https://dushan.org/essays/an-der-front/) Nach dem Charlie-Kirk-Attentat ist die Welt tatsächlich eine andere. Die metaphorische »Frontlinie« ist offen sichtbar. Die »Rechten«, die einfach nur leben wollen, vs. die »Linken«, die töten und zerstören. Was folgt jetzt, nach aller Erfahrung? Wir leben in einer anderen Welt als noch vor einem Monat. [»Charlie Kirk ist tot«](https://dushan.org/attentat-charlie-kirk/). Die Tat und die dämonisch bösen Reaktionen derer, die sich *die Guten* nennen, brachten endlich ans Tageslicht, was seit Jahren auf *seinen Tag* wartete. Ich selbst kannte Charlie Kirk schon lange. Wer Kirk aber nicht kannte, der hatte letzte Woche die Möglichkeit, seine Debatten auf Video zu studieren. Einige von euch taten das. Es klingt tatsächlich nicht ganz falsch, wenn ein Kardinal den ermordeten Charlie Kirk mit einem modernen Apostel Paulus vergleicht ([@bennyjohnson, 19.09.2025](https://x.com/bennyjohnson/status/1969058413062578220)). (Man möchte anmerken, dass Kirk zu keiner Zeit Christen verfolgt hatte.) Die Welt ist heute auf jeden Fall eine andere. Eine andere in dem Sinne, dass die *Fronten* klar gezogen und offensichtlich sind. Meine Leser wissen, dass ich mich seit Jahren am »großen Graben« abarbeite. 2017 etwa hoffte ich noch, [»Eine Brücke über den großen Graben«](https://dushan.org/empathie-und-brueckenbauen/) bauen zu können. Ich stellte aber bald ernüchtert fest, dass dieser »Brückenbau« nicht sehr aussichtsreich ist. Die sogenannte *Linke* zeichnete sich schon damals durch *Empathielosigkeit* aus. Eine »Brücke zu bauen«, um »aufeinander zuzugehen«, das würde in der Praxis bedeuten, dass auch ich »mehr so werde wie die«. Und das will ich nicht. *Die*, das sind die Gestalten, die ihre politischen Gegner ermorden, die Ermordung bejubeln oder Lügen über den Toten im Staatsfunk verbreiten. Es sind die Leute, die aggressiv von der Gesellschaft fordern, sich umzugestalten und deren emotionalen Befindlichkeiten zu dienen – die aber zugleich *stolz* darauf sind, wie gering sie den Wert *unserer* Emotionen schätzen. (Siehe dazu auch den Essay [»Ich habe das Recht, nicht an deinem Seelenleben zu leiden«](https://dushan.org/empathie-ist-freiwillig/).) *Die*, das sind die Gestalten, die ihre eigenen Kinder töten und töten lassen, ob schon im Mutterleib oder später von der *neuen* »strukturellen Gewalt« (siehe dazu auch den Essay [»Es sind nicht Einzelfälle, es ist strukturelle Gewalt«](https://dushan.org/strukturelle-gewalt/) von 2018). *Die*, das sind die Leute, von denen du und ich im Geschichtsunterricht gelernt haben, dass sie *die Bösen* sind – und wie so oft nennen sich die neuen Bösen heute *die Guten*. Wir fragten uns schon 2018: [»Sind die dumm oder böse? Macht es überhaupt einen Unterschied?«](https://dushan.org/dummheit-und-bosheit/) Eigentlich seit spätestens 2023 (siehe [»Wieviel Teufel steckt in der Politik?«](https://dushan.org/wie-viel-teufel/)) ahnen wir es, und seit dem Mord an Kirk und den »linken« Reaktionen darauf ist es offensichtlich: Die Mächte, die gegen uns kämpfen, sind nicht mit gewöhnlicher Bosheit oder gar nur Dummheit allein zu erklären. Im Text [»Der größte Trick des Teufels«](https://dushan.org/der-groesste-trick-des-teufels/) beschrieb ich es zuletzt mit den Worten des Original-Paulus: »Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen Mächte und Gewalten, gegen die Weltherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geister in den himmlischen Bereichen.« Wir schreiben hier seit Langem darüber, und die heiligen Schriften berichten es seit Jahrtausenden. Jetzt aber, seit Mitte September 2025, liegt es derart offen zutage, dass wer es leugnen wollte, zur blanken Lüge greifen müsste. (Nicht wenige werden genau das versuchen.) Die Fronten liegen offen, und ihre Definition ist klar: Die »Rechten« wollen einfach nur in Frieden leben, die »Linken« töten und zerstören. (Ich weiß, es klingt simpel, geradezu plump, aber das ist bei »2 + 2 = 4« nicht anders.) Am Mord des Charlie Kirk erkennen wir allerdings eine gefährliche Asymmetrie im Verhältnis der beiden Fronten. Die einen, wir, glauben an die Kraft des Wortes, des besseren Arguments, an den Wert des Dialogs. »Wo der Dialog aufhört«, so pflegte Charlie Kirk zu sagen, »da beginnt die Gewalt.« – *Die* töteten ihn, *damit* der Dialog aufhörte. Für die anderen, die »Linken« und »Guten«, sind Worte wenig mehr als ein Geräusch, mit welchem die eigenen wie auch die gegnerischen Truppen wahlweise aufgepeitscht oder eingelullt werden. »Wahrheit« ist kein allzu hoher Wert für die, siehe aktuell dazu etwa die widerlichen Lügen über Charlie Kirk im deutschen Staatsfunk. Die gefährlichste Asymmetrie ist aber: Für *die* ist Gewalt gegen Andersdenkende bis hin zum politischen Mord einfach nur Politik mit anderen Mitteln. *Wir* aber lernten Duldsamkeit, *die andere Wange hinzuhalten* (Matthäus 5:39). Das letzte Mal, als diejenigen, die ans Wort glauben und das Hinhalten der Wange praktizieren, die Nase voll hatten und schlicht um ihr Überleben fürchteten, sammelten sie sich zu *Kreuzzügen*. Möge uns diesmal ein weniger blutiger Sieg über das Böse beschert sein! Wir werden von Kräften attackiert, die am präzisesten als *teuflisch* zu beschreiben sind. Wenn wir aber nicht von den Dämonen mit in deren Abgrund gezogen werden wollen, wie wehren wir sie ab, ohne damit neues Leid und Unrecht hervorzubringen? Wie das Böse im Großen zurückzudrängen ist, jener Weg muss noch gefunden werden – wieder einmal. Es ist immerhin beruhigend, dass zumindest *im Privaten* der Weg, das Böse zurückzudrängen, bekannt und bewährt ist. - [Was unterscheidet den Propheten vom Wahnsinnigen?](https://dushan.org/essays/den-propheten-vom-wahnsinnigen/) Wisst ihr noch, als wir zu sagen begannen, wir bräuchten neue Verschwörungstheorien, weil die alten alle wahrgeworden waren? Wir gehen gerade in eine neue Zeit über. Eine Zeit, in der die Prophezeiungen der Wahnsinnigen wahr werden. Ich hatte einen Freund, der wurde *wahnsinnig*. Ich meine nicht *extravertiert* oder *extra fröhlich*. Ich meine *wahnsinnig*, so richtig mit Diagnose und Behandlung und allem. Heute hat er sich aus der Welt zurückgezogen, doch die letzte Wegstrecke davor war … gruselig und herzzerreißend zugleich. Wir alle kennen ja die »gewöhnlichen« Wahnsinnigen. In unserer Stadt ist ein Wahnsinniger, der durch die Einkaufstraße läuft und gellend laute Töne wie ein Tier ausstößt. Letztens hat ihn wohl die Obdachlosenhilfe versorgt, hat ihm die grauen Haare geschnitten, den grauen Bart gestutzt und seine Kleidung neu sortiert. So lief er durch die Straße und bot den Anblick eines ordentlichen Geschäftsmanns um die Sechzig. Als die Sozialarbeiter ihn schick zurechtmachten, wollten sie vielleicht auch uns, den »Normalen«, die Abscheu oder Angst vor ihm nehmen. Doch auf mich wirkt der *gepflegte* Irre noch gruseliger: Mir wurde bewusst, dass auch du und ich jeder nur eine Fehleinstellung im Gehirn davon entfernt sind, in den Straßen unserer Stadt umherzustreifen und alle zehn Sekunden aufzuschreien wie ein abgestochener Pavian. Einen anderen Obdachlosen erlebte ich erst gestern, als ich mit einem Freund am Rand meines Lieblingsparks saß und die Welt diskutierte. Dieser Obdachlose war sehr ungepflegt und dazu sichtlich verwirrt. Nachdem er, warum auch immer, minutenlang das Geländer an der großen Treppe begutachtet hatte, setzte er sich auf den Rand eines Blumenkübels. Er hatte die ganze Zeit etwas vor sich hingebrummelt. Als er sich aber gesetzt hatte, begann er plötzlich, deutsche Prosa zu zitieren. Ich erkannte nicht, was er da zitierte, es klang mir aber sehr nach geschriebenem, nicht nach zuerst gesprochenem Deutsch. Ich möchte mir vorstellen, dass er Kafka zitierte. Und dann will ich mich fragen, wie viele dumme Fehler ich davon entfernt bin, auf dem Rand des Blumenkübels zu sitzen und deutsche Prosa zu zitieren. Nun, jener wahnsinnig gewordene Freund erzählte in den Monaten, bevor er sich zurückzog, Dinge, die schlicht *wahnsinnig* klangen. Dinge, die laut zu sagen wohl *gleichzeitig* ein Fall für die Klapsmühle wie auch für morgendliche Besuche der »Unsere Demokratie«-Polizei wären. Heute aber, wenige Jahre später, sehe ich, wie Fragmente seiner im Wahn gegebenen Versprechen eines nach dem anderen *wahr* werden. Es ist wie ein sich selbst zusammensetzendes Puzzle. Nein, wahrlich nicht alle seine Puzzlestücke konnte ich einsetzen – viele werden es wohl nicht werden, weil sie eben *wahnsinnig* waren. Aber deutlich mehr Behauptungen, als man erwarten würde, waren nicht nur wahnsinnig, sondern auch zutreffend. Unsere alten Verschwörungstheorien sind alle wahr geworden, das ist nicht neu. Wir sind übergangen zur Phase, in welcher der *Wahnsinn* von gestern zur neuen Wahrheit und Realität wird. Ich würde jenen Freund ja fragen, was ihn damals zu seinen Vorhersagen brachte. Es geht nicht mehr. Sein Körper ist noch da, doch wurde ihm durch Ärzte via Tabletten das Licht etwas gedimmt. Nein, nicht jeder, den man für einen Wahnsinnigen hält, ist damit schon ein Prophet. Doch es ist auch wahr, dass mancher Prophet, Apostel und Wahrheitssager seiner Aussagen wegen für *wahnsinnig* gehalten wurde. Im Alten Testament: > Der Prophet ist ein Narr, der Mann des Geistes ist wahnsinnig! (Hosea 9:7) Im Neuen Testament: > Du bist wahnsinnig, Paulus! Dein großes Wissen bringt dich zum Wahnsinn. (Apostelgeschichte 26:24) Du bist nicht dadurch schon Galileo Galilei, dass die Autoritäten deine Ideen nicht ernst nehmen. Du bist nicht William Shakespeare, nur weil du neue Wörter erfindest. Und du bist nicht dadurch schon ein Prophet, dass wir dich für wahnsinnig halten. Wahr bleibt doch: Dass man dich für wahnsinnig hält – sogar wenn du diagnostiziert wahnsinnig *bist* und es sogar selbst weißt –, schließt nicht aus, dass du in deinem Wahnsinn einige Wahrheit *gesehen* haben könntest, die den »Normalen« verschlossen blieb. (Die Frage bleibt auch hier wieder, wer zuerst da war: die Henne oder das Ei? Die schreckliche Einsicht oder der Wahnsinn? Was folgt woraus?) Ich bin den Ärzten, die das Licht jenes Menschen mit Chemie herunterdrehten, nicht einmal böse. Ich hätte es als Arzt wohl auch getan, bei jedem, der darum bittet. Ich weiß, dass er darum bat. Er leidet nun weniger. Und hätten die Ärzte es nicht getan, würde er gar nicht mehr leiden. An mir nagt aber die Frage: Woher wusste er das alles? *Kann* man es erfahren, kann man seine Quelle aufschließen, ohne zu werden – und zu enden – wie er? - [Chronik eines angekündigten Putsches](https://dushan.org/essays/wadephul-sagt-sachen/) Dr. Wadephul sagte, an die AfD gerichtet: »Wir werden es nie zulassen, dass Sie Verantwortung für dieses Land übernehmen. Niemals!« – Ich lese »nie« als: unabhängig vom Wahlergebnis. Es wäre die Ankündigung eines Putsches, einer Aufhebung der Demokratie. Ich hätte bis eben nicht sagen können, wer der deutsche Außenminister ist. In meinem Kopf bekleidete dieses Amt bis vor Kurzem jene Völkerrechtlerin, die Deutschland im Ausland so fulminant blamierte. Ich höre, dass sie das immer noch tut, und zwar grandioser denn je. Doch jetzt vor allem in New York und in der UN. (Nachdem sie wohl in einer recht fiesen Aktion die kompetente und dafür designierte Diplomatin absägen ließ und damit bewies: [»Frauen sind nicht die besseren Menschen«](https://dushan.org/frauen-nicht-besser/).) Deutschland wird derzeit von Herrn Dr. Wadephul in der Welt blamiert – welcher gleichzeitig im eigenen Land die Idee einer Demokratie demontiert. Im Bundestag sagte Herr Dr. Wadephul am Mittwoch dieser Woche: > Derartiges Gedankengut hat Deutschland schon mehrfach ins Verderben geführt, und wir werden es nie zulassen, dass Sie Verantwortung für dieses Land übernehmen. Niemals! ([bundestag.de; Rede vom 17.9.2025](https://dserver.bundestag.de/btp/21/21024.pdf)) Es ist ein paradigmatisches Beispiel der Selbstwidersprüchlichkeit und praktischen Verlogenheit, die sonst für die Rhetorik von »Gutmenschen« und den totalitären Geist »Unserer Demokratie« charakteristisch sind. Lasst mich analysierend erklären! ## Hetzerischer Amtseid Der erste Teilsatz lautet: »Derartiges Gedankengut hat Deutschland schon mehrfach ins Verderben geführt.« Es klingt mir implizit wie ein Fall von »[Wirf dem anderen vor](https://dushan.org/wirf-dem-anderen-vor/), wessen du selbst schuldig bist.« Inzwischen ist es international ein Thema, wie von Politikern der »Unsere-Demokratie«-Fraktion die Werte der Demokratie ausgehöhlt werden. Wenn Dr. Wadephul »wir« sagt, höre ich »die alten Kader«. Dr. Wadephul hatte der Opposition zuvor vorgeworfen, »Chauvinismus und Nationalismus« als einzige Inhalte eingebracht zu haben. Wir wissen, dass Unsere-Demokratie-Kader, wenn sie von »Hass und Hetze« sprechen, damit auf Kritik an der Regierung und die Forderung nach Einhaltung geltenden Rechts referieren. Ähnlich klingt »Chauvinismus und Nationalismus« wie eine kodierte Diffamierung des Amtseids deutscher Minister und Kanzler. »Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden … werde« – laut Lesart der Unsere-Demokratie-Kader ist das recht einfach als »Chauvinismus und Nationalismus« zu deuten. ## Beeindruckender Salto Wenn es aber tatsächlich anti-demokratische Vorhaben sein sollten, ist der *zweite* Teilsatz ein durchaus beeindruckender Salto auf dem Trampolin politischer Rhetorik. »Wir« – sprich: die alten Kader – »werden es nie zulassen, dass Sie Verantwortung für dieses Land übernehmen. Niemals!« Man beachte die Worte »nie« und »Niemals«. *Eigentlich* ist es die wichtigste und entscheidende Eigenschaft einer Demokratie, dass Machtwechsel geregelt und friedvoll möglich sind, wenn der Wähler es in freier Wahl so bestimmt. Nun, in Deutschland wird die Demokratie schon länger von etablierten Mächten verbogen und demontiert. Wenn Kandidaten der Opposition echte Aussicht auf Erfolg haben, werden sie schon mal von der Wahl ausgeschlossen. (Zum Fall des in antidemokratischer Manier von der Wahl ausgeschlossenen Dissidenten Joachim Paul siehe den Essay [»Ludwigshafen lehrt, Demokratie loszulassen«](https://dushan.org/demokratie-loszulassen/).) ## Präventiver Putsch Und der Ludwigshafener Anschlag auf die Demokratie ist nicht der erste derartige Fall. Es ist weiterhin und sitzungstäglich eine Verhöhnung der Wähler, dass die umbenannte Partei der Mauermorde und Foltergefängnisse einen Posten als Vizepräsident des Bundestags erhält, die konservative Opposition aber nicht. Wir erinnern uns mit Schrecken im Demokraten-Knochenmark daran, dass jene Ex-FDJ-Funktionärin vor wenigen Jahren in Thüringen ein Wahlergebnis für »unverzeihlich« erklärte. (Siehe dazu u. a. den Essay [»Kann Merkel-Deutschland sich »Demokratie« nennen?«](https://dushan.org/gurkenrepublik/).) Wenn also der Außenminister Herr Dr. Wadephul als Abgeordneter im Bundestag erklärt, man würde »niemals« zulassen, dass die AfD »Verantwortung für dieses Land« übernimmt, ist es rational, »niemals« als unabhängig vom Wahlergebnis zu deuten. Der Ausschluss von Oppositionskandidaten von Wahlen ist eine Art »präventiver Putsch«. Und wenn ein Politiker der Partei, die auch den Kanzler stellt, offen ankündigt, man würde »niemals« zulassen, dass die Opposition in politische Verantwortung kommt, klingt es mir wie die offene Aufhebung der Demokratie in Deutschland. ## Nur Vorwand und Trick? An dieser Stelle meiner Gedanken aber stehe ich vor einem Dilemma, einer ethischen Unmöglichkeit. Zwei meiner Prinzipien widersprehen einander. Auf der einen Seite will ich keinen Essay damit enden lassen, dass alles schlimm ist und es keinen Ausweg gibt. Es ist die Aufgabe des Philosophen, so Wittgenstein, der *Fliege den Weg aus dem Fliegenglas* zu weisen. Auf der andere Seite will ich nicht lügen. Der Lügen haben wir heute wahrlich genug. Was also tun? Ich muss rapide das Thema wechseln und im Subtext anklingen lassen, dass es die ganze Zeit der schlaue Plan war, dass alle Politik und Empörung nur Vorwand und Trick waren, Verführung zu Höherem, wieder einmal. Freunde, weil ich es also nicht besser weiß, wechsle ich zum Schluss das Thema und sage euch, welches Lied ich seit derzeit höre. Es ist, seit gestern in Dauerschleife, der Song *In the Garden* von *Bob Dylan* ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=9-9WARhR_Yo)). »When they came for Him in the garden, did they know?«, so fragt Bob Dylan gleich in der ersten Zeile. Auf Deutsch, sehr frei übertragen: Als sie ihn im Garten holten, wussten sie da Bescheid? (Ich grübele: Was wissen *wir* heute *nicht*, das zu wissen — und uns dessen bewusst zu sein – unser Leben auf mehreren Ebenen gleichzeitig um 180 Grad drehen würde? Ich stelle mir dann vor: Eine solche mehrdimensionale Kehrtwende, *das* wäre mal ein Erlebnis mit unvorsehbaren körperlichen Konsequenzen!) - [Die konsequente Multiplikation von null](https://dushan.org/essays/null-mal-x/) Die »Generation Mitmachpreis« wurde gelehrt, dass Belohnung und Ehre ohne Anstrengung zu erzielen seien. Wahrheit wird »gefühlt« – nicht mühsam erforscht und dann (auch mal zähneknirschend) akzeptiert. Was für Erwachsene diese Kinder wohl sein werden? Mein eigenes Hinausgehen aus der schulverschuldeten Unmündigkeit führte (zu spät, aber immer noch besser als viel später) zu der Erkenntnis: [»Die Aufklärung war ein Fehler«](https://dushan.org/aufklaerung-war-fehler/). Meine Argumentation ist im Kern praktisch: »Ja, es klingt gut, ›Mut‹ zu haben, ›sich seines Verstandes‹ zu bedienen, statt auf Tradition zu hören. Darin liegt aber ein praktischer Fehler: Wenn der Mensch ein Trottel ist, dann ist sein Verstand ein mieser Ratgeber.« Ich habe mal gelesen, dass niemand leichter zu betrügen ist als der, der meint, dass er selbst der Gewiefte ist und gerade *dich* betrügt. (Die TV-Serie *Better Call Saul* präsentiert gar köstliche Szenen dazu: [mit einer Münze](https://www.youtube.com/watch?v=8RnysC3tNiI&ab_channel=Movieclips), [für teuren Tequila](https://www.youtube.com/watch?v=Fmueo46ag5I&ab_channel=BingeTV) oder natürlich [mit einer »Rolex«](https://www.youtube.com/watch?v=yo_A2OWCGvI&t=126s).) Ähnlich verhält es sich mit der sogenannten Aufklärung: Während die Aufklärung im Biologieunterricht tatsächlich zu einer gewissen Kompetenz und Selbstbestimmtheit in den besprochenen Angelegenheiten beiträgt, ist das »Hinausgehen« des Menschen aus der »Unmündigkeit« ein massenpsychologischer Taschenspielertrick. ## Nicht mehr, als diesem zusteht Tradition und Gemeinsinn stärken dem Volk (und damit jedem Einzelnen darin) den Rücken, sich Aug in Aug seinen Mächtigen gegenüberzustellen. Wer nichts fürchtet außer Gott und sich mit sogar mit diesem regelmäßig bespricht, der fürchtet eben *nicht* den Fürsten (zumindest nicht mehr, als dem Fürsten an Furcht zusteht). Die Aufklärung riss die Macht des Volkes ein, und dann plünderte sie die Trümmer zur Verstärkung der Burgmauern der etablierten Macht. »Sei du selbst«, so rufen die Schlangenölverkäufer, und: »Sei ein Individuum!« Was sie aber *meinen*, worauf sie *wirklich* referieren, ist: »Sei schwach, sei allein.« »Sprenge die Fesseln der Tradition, fliehe aus dem Gefängnis des Kollektivs«, so rufen sie, und: »Gehe hinaus aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit!« Es bedeutet: »Ignoriere die Weisheit, welche die Generationen vor dir ansammelten, stell dich dumm und taub gegenüber deinen Vätern. Springe hinunter von den Schultern der Riesen und werde wieder zum Säugling, zum Zwerg, der sich vom Tier nur durch mühsam gelernte Rechtschreibung und die alljährliche Steuererklärung unterscheidet.« ## Sonst Schubert, Strawinsky oder Saint-Saëns Die vorerst letzte, moderne Konsequenz der Aufklärung ist ein Phänomen, das man vor einigen Jahren die *Generation Mitmachpreis* nannte, dann *Generation Z*. Anfang des Jahres – es sitzt mir als Schrecken noch immer in den Knochen –, besuchte ich (versehentlich?) ein »Konzert« zweier »Musiker«, die ich der *Generation Mitmachpreis* zuordne. Im örtlichen Kammermusiksaal, in dem sonst Schubert, Strawinsky oder Saint-Saëns zu hören sind, aufs Virtuoseste von bestausgebildeten Musikern interpretiert, präsentierten sich zwei junge Herren, die offenbar *kein* Instrument beherrschten, was sie allerdings keineswegs daran hinderte, sich für neue Schönbergs zu halten. Der eine junge Herr spielte durchgehend einen einzigen Akkord, manchmal fächerte er diesen in Einzeltöne auf, während er recht zufällig an den Reglern seines elektrischen Pianos drehte. Der andere raunte ins Mikrofon. Basierend auf einigen Jahren eigenen Klavierunterrichts kann ich sagen, dass der Herr am elektrischen Piano einen solchen eben nicht genossen hatte. Ähnlich mit meiner Zeit im Chor und im Gesangsunterricht – und den Gesangsversuchen des anderen jungen Herrn. [*Ross* in *Friends*](https://www.youtube.com/watch?v=z0PJnc8BFTk&ab_channel=TBS) ist ein Meistermusiker dagegen. Die beiden versahen ihr kindisches Geklimper und Geraune natürlich mit viel Hall und anderen elektronischen Effekten. »Viel hilft viel«, so dachten sie vermutlich. Hätten sie aber, während sie den Instrument- und Gesangsunterricht verpassten, zumindest den Mathematikunterricht besucht, dann hätten sie gewusst, dass man null noch so oft vervielfachen kann – das Ergebnis bleibt null. ## Mit zehntausend Euro multipliziert Meine Wut auf die beiden Herren, so ehrlich muss ich sein, gründete womöglich nicht *nur* in der Tatsache, dass sie uns mit kindischem Krach quälten und – vom Fremdschäm-Faktor abgesehen – die erhoffte Abendunterhaltung vermiesten. Die technische Ausstattung dieser Herren war bemerkens- und beneidenswert. Der klimpernde Herr klimperte auf einem Nord Wave 2 Piano, welches zu den feinsten Geräten seiner Gattung gehört ([aktuell 2.485 € bei Thomann](https://www.thomann.de/de/clavia_nord_wave_2.htm)). Der ins Mikrofon raunende Herr steuerte die Hall-Effekte auf einem Apple MacBook Pro im geschätzten Gegenwert eines gebrauchten Kleinwagens. Doch null mit zehntausend Euro multipliziert bleibt null. Ich weiß nicht, wie diese beiden Herren in diesem konkreten Fall zu der Ehre gelangt waren, uns an jenem Abend quälen zu dürfen. Vermutlich kannten sie jemanden, der jemanden kannte … Die spannendere Frage ist: Woher nahmen die beiden das *Selbstbewusstsein*, ihren kindischen Mist vor einem zahlenden Publikum aufzuführen? ## Für ihre Anwesenheit einen Preis Zu Beginn der Veranstaltung war eine dreistellige Zahl von Personen anwesend. Jeder von uns hatte einen Euro-Betrag bezahlt, den zu vervielfachen eben nicht wieder null ergeben würde. Doch noch ärger: Wir alle hatten uns diesen Abend freigenommen, um Kultur zu genießen – was halt sonst im Kammermusiksaal gespielt wird. Woher nahmen diese Herren das Selbstbewusstsein, einen Abend lang die Lebenszeit so vieler Menschen zu verschwenden? [»Nichts ist nur deshalb wahr, weil du es gesagt hast«](https://dushan.org/weil-du-es-gesagt-hast/), so schrieb ich 2018. Es ist mein Fanal gegen eine *narzisstische Theorie der Wahrheit*. Woher nahmen die beiden Herren die Gewissheit, befähigt zu sein, einen Konzertabend zu bestreiten? Weil sie es *fühlten*! Es ist »wahr«, dass diese Herren hörenswerte Musiker sind, weil sie *fühlen*, dass sie es sind. (Und es wurde möglich, weil sie vermutlich außerordentlich günstige Beziehungen hatten). Ich dachte mir noch an jenem Abend: *Das* ist ein Konzert der *Generation Mitmachpreis*. Ein Konzert junger Erwachsener, denen man als Kindern schon allein für ihre Anwesenheit einen Preis verliehen hat. Denen zum *Wohlstand ohne Anstrengung* auch die *Ehre ohne Anstrengung* geschenkt wurde. ## Wenig fulminante Kulmination Diese beiden Herren erschienen mir als Vertreter einer intellektuell verwahrlosten Generation, die gelehrt wurde, dass Anstrengung und Wettbewerb »voll nazi« seien, und dass man sich nur als Musiker *fühlen* muss, um einer zu sein. Ja, ich deute jenes unwichtige »Konzert« als paradigmatisch-vorläufigen Endpunkt und als wenig fulminante Kulmination einer kulturellen Totalverödung, welche eben mit der sogenannten Aufklärung einsetzte. »Befreie dich aus den Fesseln musikalischen Handwerks«, so riefen die Herren vermutlich einander zu, »ignoriere die Tradition, lass dich nicht von den Harmonien und Kompositionslehren ins Gefängnis sperren! Sei echt und sei ganz du selbst. Glaub nur an dich, dann ist es Kunst!« Als die beiden »Musiker« eine, wie sie bestimmt meinten, wohlverdiente Getränkepause einlegten – aber noch weit vor der offiziellen Pause –, *flohen* wir aus dem Saal, zusammen mit Dutzenden anderer Besucher. ## Es sei noch nicht zu Ende Das Personal an der Tür war recht unglücklich über den Pulk von Besuchern, die nach draußen drängten, um der drohenden Fortsetzung zu entgehen. Man erklärte uns, es sei noch nicht zu Ende, und wir antworteten, dass es genau das sei, was wir fürchteten. Wenn wir früher jemanden einen Trottel nennen wollten, scherzten wir: »Du bist wohl zu oft vom Wickeltisch gefallen!« – Heute sollten wir sagen: »Dir hat man wohl zu oft gesagt, du solltest einfach nur du selbst sein.« Die Aufklärung soll das Hinausgehen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit sein? Ich sage euch, ich sehe im Ergebnis solcher »Aufklärung« heute bald täglich die selbst- *und* schulverschuldete *Unfähigkeit*. Die Umsetzung dieser *selbstbewussten Unfähigkeit* ist es aber, aus der ich hinausgehen will. Nicht immer ist es so einfach, wie aus einem Konzert hinauszugehen. Im Kammermusiksaal hatte ich ja weder ein Haus gebaut noch mein Büro eingerichtet – wie gern ich dort auch bisweilen einziehen wollte, an *guten* Abenden. - [Kognitive Spaltung: Wenn es (denen) nicht mehr weh tut](https://dushan.org/essays/nicht-mehr-weh/) Es ist eine brutale Erkenntnis: In den Gehirnen von Millionen unserer Mitmenschen hat Propaganda die Verbindung von »Handlung« und »Verantwortung für Konsequenz« durchtrennt. »Schlimm«, sagen sie und wählen genau die, die es schlimm gemacht haben. Eine Leserin aus den USA ist ratlos, und ich bin es auch. Es geht, noch immer, um die Ermordung von Charlie Kirk, aber natürlich auch und immer drastischer um die Reaktionen (und: Nicht-Reaktionen) der sogenannten normalen Menschen … der sogenannten Freunde. Die Leserin berichtet »von Freunden, mit denen man seit mehr als 20 Jahren die Höhen und Tiefen seines Lebens teilt, die behaupten, die gleichen moralischen Werte zu haben, ein Lippenbekenntnis zu der Ermordung abgeben, dass politische Gewalttätigkeit niemals gerechtfertigt ist – ihren politischen Stimmzettel aber für die Partei ausfüllen, deren Rhetorik und Kompromisslosigkeit unsere Gesellschaft in genau diese schreckliche Situation gebracht haben.« Oh, ja, ich kenne den Schmerz, den diese Leserin hier empfindet. Doch wie *nennt* man diesen Schmerz? Wir kennen Mitleid und wir kennen Fremdschämen, also die Spiegelung von Gefühlen, die wir einem anderen Menschen zuschreiben. Wie aber nennt man den Schmerz, den ich empfinde, wenn ein anderer Mensch sich im Zustand eines heftigen *kognitiven Widerspruchs* befindet? ## Schuld an dem, was ich tat Ein *kognitiver Widerspruch* ist bekanntlich ein Widerspruch in den Überzeugungen, Werten und Handlungen *einer* Person. Ein Raucher etwa, der eigentlich das Leben für eine wertvolle Angelegenheit hält, genau dieses aber durchs Rauchen aktiv verkürzt, befindet sich in einer kognitiven Dissonanz. (Und die Aufschriften auf den Packungen sollen diese schier unerträglich werden lassen. Kann aber wirklich eine kognitive Dissonanz stärker sein als körperliche Abhängigkeit?) Auch ein Ehebrecher glaubt zumeist, dass Ehebruch falsch ist, und doch tut er es. (Er will die Scham und den Schmerz des kognitiven Widerspruchs lösen, indem er sich Lügen erzählt wie: »Die Ehe war doch schon tot« oder »Mein Ehepartner ist schuld an dem, was ich tat«.) Die wortreichsten Kapitalismuskritiker erfreuen sich regelmäßig an feinen Markenprodukten – wir kennen ja diese Salon-Kommunisten. Und so weiter. Ein modernes und tatsächlich ethisch interessantes Beispiel für kognitive Dissonanz sind aber vielfliegende Grünen-Wähler. Es ist bekannt, dass Grünen-Wähler als Wählergruppe am häufigsten und am weitesten in den Urlaub fliegen – während sie gleichzeitig Flugverbote fordern, »wegen Klima«. Interessant ist daran allerdings, dass Grünen-Wähler zugleich das schlechteste Gewissen bezüglich des Fliegens berichten! (siehe [tagesspiegel.de, 19.07.2019](https://www.tagesspiegel.de/politik/grunen-anhanger-fliegen-am-meisten--und-haben-das-schlechteste-gewissen-6609748.html)) Ja, manche Grüne »merken noch etwas«, und was sie da merken, ist eine *kognitive Dissonanz*. ## Es ist Buße genug Eigentlich ist der Schmerz der kognitiven Dissonanz, wie jeder andere Schmerz auch, dafür da, den Menschen zu motivieren, die Ursache für diesen Schmerz zu beseitigen. Doch Grünen-Wähler haben den Schmerz an der eigenen Dissonanz, man könnte auch sagen: das schlechte Gewissen, zur *Buße* erhoben: »Ja, ich bin ein Heuchler, doch dass ich an diesen Widersprüchen leide, ist Buße genug für mein Tun. Und mein Leiden daran zeigt, dass ich ein besserer Mensch bin als all die, die nicht leiden. Also darf ich mehr davon tun.« Doch ach, ich fürchte, dass die Menschen, von denen die Leserin spricht, nicht einmal solche kognitive Artistik praktizieren müssen, um ihre inneren Widersprüche zu überwinden. Im Denken zu vieler unserer Mitmenschen *fehlen* schlicht das Bewusstsein und der Schmerz bezüglich ihrer kognitiven Widersprüche. Als Beispiel: In NRW und in Köln wurde dieser Tage gewählt. Man erlebt etwa Leute, die an gewissen Zuständen in den Schulen ihrer Kinder leiden – und dann wählen sie genau die Parteien, die diese Zustände herbeiführten. Zeigt man ihnen den Widerspruch auf, werden sie kurz aggressiv, speien die üblichen Propaganda-Vokabeln – und werden dich zukünftig lieber meiden. ## Diesen oder jenen Teil Wir sind, in den USA wie auch in Deutschland, von Menschen umgeben, die nicht (mehr) am kognitiven Widerspruch leiden. Wir kennen es ja sonst von Menschen, die schrecklichste Traumata durchlitten haben, etwa den Verlust eines Kindes oder die Gewalt eines Krieges, dass sie gewisse Erinnerungen schlicht »abschneiden«. Die Persönlichkeit wird, laienhaft gesagt, gespalten. Ein solcher Mensch ist offenbar in der Lage, diesen oder jenen Teil seines Bewusstseins zu bespielen, ohne dass die Erinnerungen einander beeinflussen. Diese »Spaltung« rettet einem solchen Menschen das seelische Leben, denn wenn er *alles auf einmal* denken wollte, wäre der Schmerz unerträglich und der Mensch würde Suizid erwägen (was er vermutlich ohnehin tat, bevor sein Geist ihm durch die »Spaltung« noch etwas Aufschub gab). Wir erleben um uns her allerdings Menschen, deren Denken und Fühlen in Bezug auf die Gesellschaft und Ethik ähnlich *gespalten* sind, allerdings nicht durch schwere Traumata, sondern durch intensive, jahrelange Propaganda. Propaganda ist die neue Lobotomie. Diese Patienten leiden nicht am kognitiven Widerspruch, nicht einmal zum Zweck der Buße, da die Propaganda die Verbindungen zwischen den in Widerspruch stehenden Arealen durchtrennt und verödet hat. ## Der Bizeps durchtrennt Einen Linken im Endstadium mit Argumenten und dem Aufzeigen seiner Widersprüche überzeugen zu wollen, ist wie ein Unfallopfer, dem der Bizeps durchtrennt wurde, zu Hantelübungen bewegen zu wollen. Er wird sehr wütend werden – er *kann* schlicht nicht mehr leisten, wozu du ihn drängst. Und wenn du ihn lange genug »motivierst«, wird er dich loswerden wollen, wie sie Charlie Kirk loswurden. (Ein »charmantes« Beispiel kognitiver Spaltung liefern jene, die online den Tod von Charlie Kirk bejubelten – und darüber jammern, dass sie daraufhin den Job verloren. Für konservative Meinungen getötet zu werden, erscheint denen als angemessen. Fürs Bejubeln dieser Tat den Job zu verlieren ist für sie hingegen ethisch unvertretbar.) Was also tun, so fragt die Leserin, wie damit umgehen? Ich würde zuerst dazu raten, sich in aller Ruhe den Sachverhalt einzugestehen: Wir leben mit Menschen zusammen, bei denen die Propaganda den Geist derart *zerhackt* hat, dass sie – anders als wir – *nicht* daran leiden, dass Wahrnehmung, Überzeugung, Werte und Handeln im brutalen Widerspruch stehen. In einer ruhigen Minute sollten wir dann radikal rational und radikal ehrlich sein, und eine Vorhersage wagen, was die Konsequenz dieser Tatsache ist. In den USA, so wird geraunt, läuft es auf eine offene Konfrontation zwischen Konservativen und Propaganda-Zombies hinaus. In Europa ist die Sache gemischter. In Großbritannien haben jüngst Millionen gegen die Regierung protestiert, doch Briten sind mit »Brot und Spielen« schnell wieder einzuhegen (besonders wenn das Brot in flüssiger Form gereicht wird). Die Deutschen lösen, wie auch heutige Leninisten wissen, bekanntlich erst ein Ticket, bevor sie den Bahnsteig besetzen. Und von Völkern, die als *heißblütig* bekannt sind, weiß man, dass heißes Blut schnell müde macht und dann erst mal ausgiebige Siesta einfordert. ## Vorsichtiger denn je »Steht es wirklich so schlimm um uns?«, so fragt heute einer den anderen, und die ehrliche Antwort lautet: »Es steht viel schlimmer. Wir gestehen es uns bloß in so kleinen Stücken ein, wie wir sie gerade noch ertragen können.« Wer dich heute als »Nazi« oder »Faschist« bezeichnet, sagt damit unverhohlen, dass er dich eigentlich tot sehen will. In seinem Kopf ist die Verbindung durchtrennt, die ihm den Widerspruch zu seinen »Werten« aufzeigen müsste. Sei vorsichtiger denn je. Gestehe dir ein, dass es ist, wie es ist. Suche in dir nach der notwendigen Kraft, um die absehbaren Konsequenzen und nächsten Schritte auszusprechen. Und vor allem: Spätestens heute solltest du den Mut aufbringen, vor dir selbst auszusprechen, was du *wirklich* denkst, glaubst und dann auch tun willst. (Und morgen dann vielleicht die Kraft, es auch wirklich zu tun?) - [Schrödingers Wasserglas](https://dushan.org/essays/schroedingers-wasserglas/) Das Glas ist halb voll, sagt der Optimist. Das Glas ist halb leer, sagt der Pessimist. Wer hat recht? Sagen wir mal so: Es ist ein heißer Tag, du läufst ein Rennen, und du konkurrierst gegen Leute, die ein ganzes Glas tranken. Wer ist im Vorteil? Für den Optimisten ist das Glas bekanntlich *halb voll*. Für den Pessimisten angeblich *halb leer*. (Sollten wir also von der *Rohrschach-Füllhöhe* sprechen? Vom *Schrödingers Wasserstand*?) Die Realisten [links und rechts des Midwit-Glockenscheitels](https://dushan.org/midwits/) wissen, dass natürlich *beides* der Fall ist. Es ist ja auch kein Widerspruch, wenn ein Igel oder ein Kaktus *hübsch* und *pieksig* zur gleichen Zeit sind. Der Pragmatiker schließlich prüft die Qualität des Wassers, um dann, je nach Ergebnis seiner Prüfung, das Glas auszutrinken, auszuschütten (oder günstig an einen Durstigen zu verkaufen), woraufhin sich dann *alle einig* sind, dass das Glas *nun* ganz leer ist. (Was beweist: Möglichkeit schafft Zwietracht, nur vollzogene Gier bringt jene Stabilität, welche wir als Einigkeit zu deuten bereit sind.) Wenn kluge oder beratende Menschen uns vom Wasserglas und seinen zwei Deutungsmöglichkeiten berichten, dann wollen sie ja nicht nur *erklären*. Nein, das Bild vom hälftig gefüllten Glas ist Hilfsmittel einer moralischen Belehrung, einer *Volkserziehung* im Geist viel klügerer Zeiten. Wir hören: »Sei der Optimist, sei nicht der Pessimist! Denn: Der Optimist ist bei identischer Sachlage *glücklicher* mit der Welt und seiner Rolle in ihr.« »Es wäre doch viel besser um uns bestellt, wenn wir ein Volk von Optimisten wären«, so lautet die entsprechende These. Es ist ja auch, besonders bei sonst trüben Lichtverhältnissen, *einleuchtend*. »Ein Volk ist *glücklicher*, wenn es *optimistisch* gelaunt ist, also seid Optimisten!« Nehmen wir an, dass tatsächlich eine derart edle Motivation der Grund des staatlich empfohlenen Optimismus ist (und nicht finstre Motive) – ist es denn innerhalb der eigenen Prämissen schlüssig? ## Teuflisches Detail »Der Teufel steckt im Detail«, so sagen wir, und es bedeutet: Der Teufel ist ein Verderber, und eine kleine, unbedachte Lücke im schönsten Gedankengebäude kann (und *wird* also) ebendieses einstürzen lassen. Das Unbedachte im Detail kann unser Traumschloss *verderben*. Das ist die erste Gefahr des Optimisten: Es ist qua Definition eine Beschränkung der eigenen Perspektive, dass potenziell ungünstige Details *nicht* gesehen werden. Die Idee »Nation, glücklich durch Optimismus« aber leidet an mehr als nur diesem einen *teuflischen* Detail! ## Auf Fleisch und Brot zu zeigen Wir sollen angeblich Optimisten sein, um *glücklich* zu sein. Wir sind aber einsam, nicht blöd: Wir ahnen, dass man uns auf diese Weise *ruhighalten* will. Wer unglücklich ist, so lässt die Propaganda uns spüren, der soll sich dafür schämen. Selbst schuld! Schande! Hast dich wohl nicht angestrengt, *optimistisch* genug zu sein, und jetzt machst du uns *allen* die Laune kaputt! Aber, nein: Lasst uns annehmen, die Politiker und Journalisten seien seit ihrem Tanzball auf dem Brocken alle darin einig, uns nimmermehr hinter die Harzer Fichte locken zu wollen, und sie seien ja Teil jener Kraft, die stets das Gute will und regelmäßig g'nug 's auch schafft. Selbst *wenn* sie das Glück der Menschen wollten – Glück durch Optimismus! –, so ergäben sich weitere, größere wie kleinere Probleme. ## Asket (mit Magenknurren) Zu den *kleineren* Problemen mit dem Glück zählt tatsächlich, dass Menschen sich uneins sind (sogar mit sich selbst), *was* Glück überhaupt *ist*! Selbst wenn wir, und zwar mit gutem Recht, auf diese oder jene Situation zeigen (*spielende Kinder* und so weiter) und sagen: »Das ist Glück!«, haben wir dennoch nur Beispiele relevanter Situationen aufgezeigt, nicht das Glück erklärt. Es ist wie auf Schnitzel und Brot zu zeigen, und dann zu sagen: »Das ist Sattsein!« So etwas mag *poetisch* sein, aber nicht im sachlichen, humorlosen Sinne *richtig*. (Im Poetischen aber ist alles und sein Gegenteil richtig; ein Asket wird mit Magenknurren auf einen *leeren* Tisch zeigen und behaupten, das *sei* Sattsein. Und irgendwer wird dazu bedächtig nicken und dem Hungernden heimlich [ein gekochtes Ei](https://dushan.org/leserbeitrag_005/) zustecken.) ## Gleich zwei Nehmen wir aber an, des Arguments halber, wir *könnten* definieren, was Glück *ist*, selbst dann wäre es denkmöglich, dass unterschiedliche Menschen sich in unterschiedlichen äußeren wie inneren Konstellationen als *glücklich* beschreiben. (Ich vermute, dass sie irren. Einer kann ja *behaupten*, Schnaps sei gesund für ihn. Er kann das wirklich glauben, doch wahr wird diese Annahme dadurch nicht, wie fest sein Glaube an das Schwankende auch sein mag.) Nehmen wir für den Augenblick weiter an (und aus selbsttherapeutischen Gründen gern auch darüber hinaus), es *sei* möglich, das Glück definitorisch zu erfassen. Sogar wenn jeder Mensch wirklich eine eigene Art des Glücklichseins hätte, und doch *im Prinzip* vom *selben* Glück redete, wodurch dann eine Moral des »meisten Glücks der meisten Leute« greifbar würde: Selbst und gerade dann enthielte die Idee vom *Volk der Optimisten* als *Volk der Glücklichen* gleich zwei Denkfehler, einer tödlicher als der andere. ## Um die Wette Das Glas als halb voll zu sehen bedeutet schlicht, das Fehlen der fehlenden Hälfte zu *ignorieren*. Stell dir aber vor, es ist ein heißer, sonniger Tag und du willst ein Wettrennen laufen. Du hast schon vor dem Rennen großen Durst und willst deinen Durst stillen, doch dein Glas ist exakt zur Hälfte gefüllt. »Es ist halb voll!«, so spricht du dir Optimismus zu. Die eiskalte Realität dieses sonnenheißen Tages ist jedoch: Deine Konkurrenz hatte ein *ganz* volles Glas zu trinken. Du wirst *durstig* ins Rennen gehen, wie viel Optimismus du dir auch in die Seelenvenen spritzt. ## Und doch nicht das Ärgste Merkel erhob »Wir schaffen das« zur politischen Leitlinie, zum Staatsoptimismus. Das bedeutet: Die Kanzlerin forderte dazu auf, alle Gefahren unkontrollierter Masseneinwanderung zu ignorieren, also »optimistisch« zu sein. Damit beschädigte sie Deutschland auf Jahrzehnte und Generationen hinaus, und zwar im gesellschaftlichen Wettbewerb mit Nationen, die das Ignorieren dieser Gefahren (sprich: den realitätsverweigernden Einwanderungsoptimismus) eben *nicht* zur moralischen Pflicht erhoben hatten. (Ähnlich mit der Energie- und Industriepolitik.) Ja, es ist verheerend. Doch auch Realitätsblindheit ist nicht das ärgste der Probleme einer auf kollektive gute Laune gestützten Gesellschaftspolitik, so viel Leid solcher Zwangsoptimismus und solche Hurra-wir-schaffen-das-Politik auch herbeiführen können (und also werden). Das ärgste Problem optimistischer und zuerst am Glück orientierter Politik ist, dass der Mensch schlicht nicht auf *Glück* hin konstruiert ist. ## Dass du ängstlich bist Die Evolution als Mittel der Schöpfung »will«, dass wir *fruchtbar* sind – nicht glücklich, zufrieden, genügsam. Die Evolution »will«, dass du *nach Glück suchst* – nicht, dass du es auch findest. Die Evolution will, dass du unzufrieden bist, dass du ängstlich bist, dass du dich fortpflanzt, dass du dich absicherst gegen Gefahr. (Und ein ordentlicher Teil der Gefahr, gegen die dich abzusichern dir angeboren ist, rührt ironischerweise von anderen Organismen her, die von denselben evolutionären Prinzipien getrieben sind wie du.) Das schließlich, liebe lesende Freunde, ist die Stelle, an der es *politisch* wird, an der es endlich *gegen die Feinde des Guten* geht! Ihr wisst: Seit ich schreibe, versuche ich den *Graben* zu vermessen, der die Menschen teilt. [»Eine Brücke über den großen Graben«](https://dushan.org/empathie-und-brueckenbauen/) wollte ich einst bauen, doch bald lag vor mir: [»Der neue Graben«](https://dushan.org/der-neue-graben/). Heute also hiermit ein neuer Versuch der Vermessung! ## … dann das Glück *Die einen* leiten ihre Werte und politischen Ideen aus ihren wackeligen, unmöglichen evolutionären Vorstellungen von Glück ab. *Die anderen* bauen ihr Glück und ihre politischen Konzepte auf ihren Werten auf. Erst die Werte, dann das Glück – und das hat erst mal *nichts* mit deiner Deutung des Wasserstand zu tun. Wohl dem, der *Werte* hat, die größer als seine Launen und privaten Erkenntnisse sind, wie auch immer er die Füllhöhe im Glas deutet. Wer sein Glück auf Werte baut und nicht andersherum, der und nur der hat eine Chance auf Glück jenseits von Evolution und linken Spinnereien. *Die einen* glauben, sie wüssten, was Glück ist, und meinen damit psychologische und andere Befriedigung. *Die anderen* beginnen mit Werten und bauen darauf ein Glück, das Launen, Neurosen und die Wankelmütigkeit der Menschen übersteht. - [Das Ufer hat dich verlassen](https://dushan.org/essays/vom-ufer-verlassen/) »Gott hat uns verlassen!«, so hört man es heute. Okay, macht euch mal ehrlich: WER hat WEN verlassen? – Ein Schwimmer, der aufs offene Meer hinausschwimmt und plötzlich zu ertrinken droht, könnte genauso rufen: »Das Ufer hat mich verlassen!« Stellt euch einen Mann vor, dem das sichere Leben auf dem Land zu langweilig wird. Das Meer lockt ihn, wild und weit. Und zu schwimmen, aus eigener Kraft, Armschwung um Armschwung, auch das lockt ihn sehr, hat er es doch schon lange nicht mehr getan. Also schwimmt er aufs Meer hinaus. Er schwimmt weit hinaus. Eine Strömung erfasst ihn und treibt ihn noch weiter hinaus. Und *weil* die Strömung ihn erfasst, denkt er bei sich: »Es muss wohl richtig sein, dass ich schwimme, sonst würde mir nicht derart geholfen!« Doch nach Stunden euphorischen Schwimmens wird der Schwimmer irgendwann eben doch müde. »Jetzt wäre es gut«, so sagt er sich, »etwas Boden unter den Füßen zu haben. Eine Gaststätte zum Einkehren. Einfach nur eine Parkbank, um sich zu setzen und die Knochen auszuruhen.« Der Schwimmer sieht sich um, doch er kann wenig erkennen. Ein plötzliches Gefühl kosmischen Verlassenseins ergreift ihn. »Das Ufer«, so ruft der Schwimmer in plötzlicher Wut, »es hat mich verlassen!« Tatsächlich sind die Augen des Schwimmers von den vielen Stunden im Salzwasser stark geschwächt, und seine Orientierung ist vollkommen dahin. Ohne es zu merken, war er in einen Strudel geraten; tatsächlich ist er dem Ufer viel näher als er meint, denn die Strömung ließ ihn einen großen Kreis schwimmen. All dies sieht und weiß der Schwimmer aber nicht. Er beschließt, dass das Ufer ihn verlassen hat. Also ist er wütend aufs Ufer. »Wie kann ich dem Ufer vertrauen«, so schimpft der Schwimmer vor sich hin, »wenn es mich derart im Stich lässt.« Der Schwimmer strampelt weiter, doch seine Arme werden nun wirklich sehr müde. »Nein, es existiert überhaupt kein Ufer! Und was für armselige Seelen, die an ein Ufer glauben«, so sagt sich der Schwimmer schließlich. Und mit dieser bitteren Selbstberuhigung säuft er ab. Ach, liebe Leser, ihr ahnt es: Es ist *eine Parabel*, eine ausgedachte Geschichte, die eine andere Wahrheit spürbar machen soll. Diese Parabel fiel mir ein, als ich gestern mit einem lieben Leser ein paar E-Mails austauschte. Die Lage zusammenfassend schrieb jener Leser: »Gott hat uns wohl verlassen.« Ich schrieb zurück: Die Frage ist, wer wen verließ. Wer warum auch immer beschließt, aufs offene Meer zu schwimmen: Hat ihn »das Ufer verlassen«? (Ja, meine Mails sind, anders als die Essays, oft kurz.) Gott hat uns verlassen, so rufen die Leute. Doch wer hat wen verlassen? Wann haben deine Knie zuletzt das harte Holz der Kniebank geschmeckt? Wann hast du zuletzt [Jesus gekaut](https://dushan.org/bibel/johannes/6:53) und [das Vaterunser](https://www.youtube.com/watch?v=PyWBaIEkZ7w) gesprochen? Ist es länger als 7 Tage her? Dann mache dir nicht vor, dass es Gott war, der dich verlassen hat. - [Was sie meinen, wenn sie »Faschist« sagen](https://dushan.org/essays/was-faschist-heute-bedeutet/) Kirk sei »voller Hass«, schimpfte der mutmaßliche Attentäter; auf eine Patrone schrieb er: »Hey Faschist! Fang!« – Fakt: Wer dich heute für deine Meinung »Faschist« oder »Nazi« nennt, sagt damit vermutlich, dass es für ihn okay wäre, dich zu töten. Das ist, was wir über den (bis zur Verurteilung: *mutmaßlichen!*) Charlie-Kirk-Attentäter wissen: Er heißt Tyler Robinson und ist (also zur Tatzeit) 22 Jahre alt. Er wuchs in einer konservativen Familie auf. Über die Berufe der Eltern kursieren unterschiedliche Angaben. Laut einigen Quellen soll der Vater für »law enforcement« (z. B. die Polizei) gearbeitet, laut anderen (siehe [bbc.com, 12.09.2025](https://www.bbc.com/news/articles/cp8wl2y66p9o)) ein Geschäft für Küchenarbeitsplatten betrieben haben. Die Mutter soll wohl Sozialarbeiterin sein. Die gesamte Familie soll Mitglied der *Mormonen* sein. Der Glaube der Mormonen spricht von »Gott« und »Jesus«, tatsächlich ähnelt ihre Kosmologie mit fernen Sternen, fremden Welten und vergöttlichten Menschen eher einer Science-Fiction-Mythologie wie bei Scientology als christlicher Theologie. Nichtsdestotrotz sind moderne Mormonen aktiv und ernsthaft bemüht, ihre *gelebten* Werte denen der Christen anzupassen. Du *kannst* also Mormone sein und paradoxerweise sowohl *dennoch* als auch *deshalb* konservative christliche Werte leben. Alles in allem galt die Familie Robinson wohl als anständige, konservative Familie, die seit jeher Waffen besessen und in der Freizeit das Schießen geübt hatte. Was Amerikaner eben so tun, wenn sie mal die Seele baumeln lassen wollen. Der Sohn Tyler studierte eine Zeit lang an der *Utah Valley University*, wo er nun auch seine Tat verübte. Obwohl er ein großzügiges Stipendium erhielt, unterbrach er sein Studium und begann eine Ausbildung zum Elektriker am Dixie Technical College. (Hinweis zwischendurch: All diese Informationen habe auch ich mir online zusammengesucht. Sie sind so präzise und aktuell wie Informationen in einer solchen Situation sein können.) In den letzten Jahren aber, so berichten Familie und Freunde, veränderte sich Tyler Robinson. Er wurde »politisiert«. (Übrigens, wie [@\_HMSP korrekt bemerkt](https://x.com/_HMSP/status/1966550177050714499): Wenn Linke sagen, er sei ein intelligenter junger Mann aus einer stabilen Familie gewesen, also könne er kein Linker gewesen sein, dann ist das eine unfreiwillige Selbstoffenbarung, aber kein so starkes Argument, wie diese Linken zunächst meinen könnten.) ## Ein Reddit-Kid Man liest, dass der Vater nach einem Gespräch mit einem Geistlichen den Sohn selbst zur Polizei brachte. Gruselig, sich vorzustellen, was in diesem Vater vorgeht – was sein restliches Leben lang in ihm vorgehen wird. Die Kommilitonen berichten, dass Tyler viel Zeit im (bis auf zeitweilige und örtliche Ausnahmen) stramm linken, ultra-woken Online-Forum »Reddit« verbrachte ([@iAnonPatriot, 12.09.2025](https://x.com/iAnonPatriot/status/1966624095480471782)). Freunde nennen ihn ein »weird Reddit-Kid«. Ein »Reddit-Kid« ist ein Jugendlicher, der roboterhaft die auf Reddit gelesenen linken Parolen wiedergibt, der überall »Faschisten«, »Nazis« und »Hass« sieht. In Gesprächen mit seiner Familie soll Tyler Robinson zuletzt geschimpft haben, Charlie Kirk sei »voller Hass« ([bild.de, 13.09.2025](https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/attentat-auf-charlie-kirk-die-krude-welt-von-tyler-robinson-22-68c43c73f80ab30527731a5e), [euronews.com, 09.12.2025](https://www.euronews.com/2025/09/12/from-kirk-is-full-of-hate-to-hey-fascist-catch-who-is-taylor-robinson)). Und auf eine der Patronen schrieb er: »Hey Faschist! Fang!« ([nypost.com, 12.09.2025](https://nypost.com/2025/09/12/us-news/tyler-robinson-full-of-hate-before-charlie-kirk-shooting-says-family-friends/)) ## Nicht-Meinung, Nicht-Mensch Zumindest in westlichen Staaten war man lange Zeit bemüht, so zu tun, als würde man freie Meinungsäußerung verteidigen. Neue Totalitäre übernahmen also einen rhetorischen Trick von sozialistischen Staaten wie der DDR, um abweichende Meinungen aus diesem Schutz herauszunehmen. Wer die Tagesparolen hinterfragte oder auf logische Widersprüche hinwies, dessen Meinung wurde zur »Nicht-Meinung« erklärt. 2018 brachte ich es auf diese Formel: [»Deine Meinung ist Hass, und Hass ist keine Meinung«](https://dushan.org/hass-ist-keine-meinung/). Es gilt in den meisten westlichen Staaten als illegal (oder zumindest als unfein), zur Tötung anderer Menschen aufzurufen. Also bedienen sich politische Menschenfeinde eines rhetorischen Tricks: Man ordnet den politischen Gegner in eine Kategorie ein, bezüglich derer wir von Hollywood über Jahrzehnte dressiert wurden, dass für sie keine Menschenrechte gelten, dass für jeden von ihnen automatisch Tod, Folter und Demütigung gerechtfertigt seien. Sprich: Man erklärt den politischen Gegner zum »Nazi« oder »Faschisten« – und damit hat man es *gefühlt* legitimiert, ihn zu töten. Wer seinen politischen Gegner als »Nazi« und »Faschist« verunglimpft, der will diesen Menschen »sozial töten«. Wenn linke Politiker und Aktivisten ihre politischen Gegner als »Nazis« und »Faschisten« bezeichnen, sagen sie damit implizit: »Eigentlich würde ich dich am liebsten töten, aber da dies derzeit nicht problemlos möglich ist, töte ich dich politisch und sozial.« Es ergibt einen perversen Sinn, dass so viele Linke feixend oder sogar offen euphorisch auf die Ermordung von Charlie Kirk reagierten. Tyler tat doch, was sie sich (noch) nicht trauten. Die Absicht der Linken, die dich einen »Nazi« nennen und deine Meinung als »Hass« abtun, und die Absicht des (mutmaßlichen) Charlie-Kirk-Attentäters sind im Prinzip dieselben: abweichende Meinungen zum Schweigen bringen. Der Attentäter war nur konsequenter. Bald, im Oktober, werden sie wieder den *Tag der Deutschen Einheit* feiern. In Amerika rufen besonders jene, welche politisch auf Seite der mutmaßlichen Attentäters sind, wohlfeil nach *Unity*, also *Einheit*. Doch es kann keine »Einheit« mit Leuten, die dich zum Schweigen bringen wollen – und wenn es ihnen nicht anders gelingt, dann eben auch zum *endgültigen* Schweigen. Das war ja genau Charlie Kirks Fehler! Er (ver-) suchte den Dialog, er suchte *das Gemeinsame* mit Menschen, die sehr anderer Meinung waren. Keine Einheit in der Meinung, aber Einigkeit zumindest darin, dass Gespräch notwendig ist. »Wo das Gespräch aufhört, beginnt die Gewalt«, so pflegte Charlie Kirk zu sagen. Nun, solche Linke *wollen* Gewalt, genau *damit* das Gespräch endet. Mit solchen Linken wirst du keine Einheit finden, keinen Frieden außer *deinem* letzten Frieden. ## Und dann plane Ja, ich will, dass du dich nach dem Lesen meines Essays *besser* fühlst. Doch nicht »besser«, indem ich dich in die Watte süßer Illusionen und billiger Durchhaltesprüche packe. Du sollst dich mit mir *besser* fühlen, weil klar ist und ausgesprochen wurde, was der Fall ist: Gefährlich viele deiner Mitmenschen halten dich für einen »Nazi« und deine Meinung für »Hass« – und sie würden es begrüßen, wenn du *zum Schweigen gebracht* würdest. Nein, sie *wollen* nicht deinen Tod, doch wenn es nicht anders zu bewerkstelligen ist, dass du endlich die Klappe hältst, dann würde ihnen auch deine Ermordung nicht den Appetit verderben. Wenn du meinst, dass das nicht stimmt, sage ich mit Charlie Kirk: »Prove me wrong!« Zeige mir, wo ich falschliege! (Bedenke dabei: »Das gefällt mir nicht« ist *kein* valides Gegenargument. Wir sind hier nicht bei den Linken.) Zeige mir, wo ich falschliege. Oder stelle dich mit mir darauf ein, dass es ist, wie es ist. Und dann plane deinen nächsten Schritt. - [Entweder »Rechter« – oder auf der Seite der Lügner, Mörder, Mitläufer](https://dushan.org/essays/nicht-rechts/) Die Welt ist eine andere seit der Ermordung von Charlie Kirk. »Linke« sind endgültig entlarvt als bösartiger Todeskult. Ja, es ist schwarzweiß: Entweder du bist »Rechter« – oder du stehst ethisch auf der Seite der Lügner, Mörder und willigen Mitläufer. 2016, nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz, schrieb ich, mir und euch Mut zurufend: [»Ich habe keine Angst mehr«](https://dushan.org/ich-habe-keine-angst-mehr/). *Deutschland* war ein anderes nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz. Das Blut der Opfer floss und trocknete auf dem Boden zwischen Lebkuchen- und Glühweinständen. Und im *ethischen* Sinne klebt [das Blut der Opfer](https://dushan.org/die-schuld-der-gutmenschen/) an den Händen sogenannter *Gutmenschen*. Wer wider Verstand und blanke Anschauung eine Gefahr leugnet, die dem Rest der Menschheit seit Jahrtausenden bekannt ist, vor der sich die Menschen bis eben noch schützten, der nimmt diese Gefahr billigend in Kauf und ist damit mit für die Folgen verantwortlich. Nach dem Breitscheidplatz war ich ein anderer, und ich war nicht allein damit. Ich war noch immer halbwegs vorsichtig, und ich bleibe es bis heute. Doch darin zumindest hatte ich tatsächlich »keine Angst«: Ich gebe mir ehrlich Mühe, zumindest mir selbst gegenüber die Wahrheit zu sagen. Und jetzt nach dem Attentat auf Charlie Kirk bin nicht nur ich ein anderer. Die *Welt* ist eine andere. Auch wenn der Attentäter aktuell noch immer nicht gefunden ist, machen die Reaktionen der »Guten« den Anschlag doch zu einem *linken* Anschlag. ## Nicht alle so offen und ehrlich Auf TikTok, jenem chinesischen Online-Dienst zur Vergiftung der westlichen Seele, haben ungezählte Linke den Mord gefeiert, mit Tänzen und Statements ([@DefiantLs, 11.09.2025](https://x.com/DefiantLs/status/1966112863875117066)). Wir erleben Menschen ohne Seele, ohne Gewissen, ihr Gehirn von Propaganda und Gehirnwäsche auf Hass und Mordlust reduziert – die »Guten« und »Linken« eben. Wenn ihr meint, ich übertreibe mit dieser Beschreibung, schaut einfach selbst: [@ashadool26, 12.09.2025](https://x.com/ashadool26/status/1966476083714465801). Und dann macht euch bewusst, dass solche Gestalten zu vielen Millionen existieren und Teil der westlichen Gesellschaft sind. Es sind bloß nicht alle so offen und ehrlich. Charlie Kirk reiste zu den Universitäten der USA und diskutierte öffentlich mit Menschen, die *sehr* anders dachten als er. Wenig hassen und fürchten Linke so sehr, wie wenn ihre Lebenslügen von Argumenten zerpflückt werden. Also jubeln viele von ihnen, wenn ein Lügen-Entlarver endgültig zum Schweigen gebracht wird. Der unmenschliche, widerliche Hass auf den Verstorbenen war nicht nur auf die USA beschränkt. Tatsächlich erleben wir Indoktrination und Mangel an Menschlichkeit in Europa und Deutschland auch in den »besseren Kreisen«. Als ein Abgeordneter im EU-Parlament seine verbliebene Redezeit dafür aufwenden wollte, eine Gedenkminute für Charlie Kirk abzuhalten, wurde er von Katarina Barley kalt abgewürgt ([@James7Holland, 11.09.2025](https://x.com/James7Holland/status/1966090063550320918)). Bei der amerikanischen NFL wurde ein Moment der Stille eingelegt ([@DanODonnellShow, 12.09.2025](https://x.com/DanODonnellShow/status/1966297432972525846)). Amerikanische Footballer – also hühnenhafte Männer, die sich hauptberuflich um ein eiförmiges Stück Rindsleder prügeln – legen mehr Anstand und Menschlichkeit an den Tag als das EU-Parlament, das zweifellos morgen die Welt wieder über Moral belehren will. Ich erspare es mir und euch, die vielen kleinen Geister zu zitieren, die den Ermordeten verhöhnen. Die Zahl der Staatsfunk-Abhängigen darunter ist größer als Null. ## Irgendwo aufgeschnappt Für jetzt nur zwei Beispiele von Unwahrheiten und Widerwärtigem, eben aus dem deutschen Staatsfunk. Bei Markus Lanz zitierte Elmar Theveßen offen und aufs Unverschämteste die Lüge, Charlie Kirk habe gefordert, dass Homosexuelle gesteinigt werden sollen ([@jannibal_, 11.09.2025](https://x.com/jannibal_/status/1966267928921116997); [nius.de, 12.09.2025](https://www.nius.de/medien/news/markus-lanz-elmar-thevessen-homosexuelle-gesteinigt-zdf/6bd67810-840b-4291-b7e3-92e59eddb62b)). Wie so oft bei Linken und Staatsfunkern üblich, ist *das Gegenteil* der Fall: Kirk hatte, als in einer Debatte aus *Levitikus* zitiert wurde, darauf hingewiesen, dass in Levitikus auch eben das stünde, was deutlich mache, dass *beide* Verse mit Vorsicht und Kontext gelesen werden müssen. Entweder Theveßen log aufs Unverfrorenste, oder er hatte bis gestern noch nicht von Charlie Kirk gehört und plapperte nach, was er von linken Lügnern irgendwo aufgeschnappt hatte – es macht keinen Unterschied. Auch Dunja Hayali meldete den Tod von Charlie Kirk. Doch sie schob ausführlich nach, dass er angeblich mit »oftmals abscheulichen, rassistischen, sexistischen und menschenfeindlichen Aussagen« aufgefallen und ein »radikal-religiöser Verschwörungsanhänger« sei (zitiert nach [@oida_grantler, 11.09.2025](https://x.com/oida_grantler/status/1966241011409252520); [nius.de, 12.09.2025](https://www.nius.de/medien/news/die-hayali-entgleisung-sie-beschimpft-den-ermordeten-charlie-kirk-als-rassistisch-sexistisch-und-menschenfeindlich/ee764f85-78b6-46e1-94f2-baf011293ce8))). Belege lieferte der Staatsfunk nicht – denn es gibt sie nicht. Es ist unwahr, gelogen, üble linke Propaganda eben. Birgit Kelle kommentiert Hayalis widerlichen Auftritt: > Wer so zur Primetime im ZDF auf das Grab des ermordeten Charlie Kirk spuckt, verspielt jeden Anspruch auf Respekt als Journalist und auch als Mensch. > > Man muss die Ansichten von Kirk nicht teilen, man sollte ihm aber auch nicht Lügen unterstellen oder Gesinnungen, die er nicht hatte. > > Man muss die Ansichten nicht teilen, die Frage, wofür er stand, wird hier jedoch in einem kaum verdeckten "geschieht ihm doch gerade recht"-Framing in einem öffentlich-rechtlichen Sender als "Nachricht" verkündet, bezahlt von den Zwangsgebühren aller deutschen Bürger. > > *– [@BirgitKelle, 12.09.2025](https://x.com/BirgitKelle/status/1966441766388723998)* Ich sage heute nicht, ich hätte keine Angst, denn ich habe Angst. Oder zumindest: große Sorge. Doch zusätzlich zur Angst habe ich, wieder und deutlicher denn je, *Klarheit*. Elon Musk schrieb auf seinem X.com: > The Left is the party of murder > > *– [@elonmusk, 10.09.2025](https://x.com/elonmusk/status/1965859343351558352)* Die Linke ist die Partei des Mordes, sagt Musk. Und das stimmt. Linke töten oder nehmen Tote billigend in Kauf. Linke dehumanisieren ihre Gegner und behaupten böse Lügen über sie, um für ihre Anhänger auf diese Weise emotional zu rechtfertigen, warum die Andersdenkenden attackiert und getötet werden können. ## Der ist gegen mich »Democrats« wie Gavin Newsom, der Gouverneur von Kalifornien, hatten offen und explizit zur Gewalt gegen ihre politischen Gegner aufgerufen ([@Bubblebathgirl, 21.08.2025](https://x.com/Bubblebathgirl/status/1958625677999280193)). In den sozialen Medien werden die Reaktionen der Linken auf den Tod des Gewalttäters George Floyd mit den Reaktionen der Rechten auf den Tod des Debattierers Charlie Kirk verglichen ([@GuntramPross, 11.09.2025](https://x.com/GuntramPross/status/1966068449479692680)). Die einen setzen Städte in Brand, die anderen beten. (Es passt nur zu gut, dass das seelenlose EU-Parlament für den bei seiner Festnahme verstorbenen Drogenkonsumenten und Gewalttäter George Floyd eine Gedenkminute abhielt.) »Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut«, so sagt Jesus in Matthäus 12:30. Und manchmal *sind* die Dinge einfach. Manchmal *sind* die Dinge *schwarz-weiß*. »Links« ist heute ein Code für Lügen und Zerstörung, für Leid und Tod. In Amerika erleben wir ein Aufbäumen der Anständigen – genug ist genug, und die Welt *ist* eine andere. In Deutschland sind Regierung und Staatsfunk noch durchsetzt mit Linken und Lügnern, mit denen, welche Mord und Verzweiflung hinnehmen, um sich ihre Pöstchen zu sichern. Vertut euch nicht: Die Figuren, die Kirks Tod rechtfertigen oder sogar bejubeln, würden und werden auch *deinen* Tod als Strafe für eine abweichende Meinung rechtfertigen und bejubeln. ## Gegen meine Natur Linke sind die »Partei des Mordes« (und ich meine: auch die Partei, die sich zu *Satans* Werkzeug macht). Doch sie sind [»Gegen Links, für die Menschlichkeit«](https://dushan.org/gegen-links/), appellierte ich 2020. Und [2018 schrieb ich](https://dushan.org/warum-ich-kein-linker-sein-kann/): »Ich glaube an die Würde des Mitmenschen. Ich bin der festen Überzeugung, dass nur die Meinung und Handlungen des Mitmenschen angegriffen werden sollten (und zwar dringend!), aber nicht der Mensch in seiner Würde als Mensch. Deshalb kann ich kein Linker sein.« Es bleibt wahr: Ich kann kein Linker sein, weil das unmenschliche Handeln und Reden dieser Leute gegen meine Natur ginge. [»Wenn sie dich nicht »rechts« nennen, was machst du falsch?«](https://dushan.org/rechts/), so fragte ich, ebenfalls im Jahr 2018. Es ist *wahr*, was ich damals schrieb. Die implizierten Bewertungen wurden aufs Brutalste bestätigt. Und doch müssen wir im Geist neuer und globaler Klarheit einen Schritt weiter gehen. Wir müssen aussprechen, was auszusprechen notwendig ist. *Links* und *Rechts* sind heute nicht mehr nur politische Meinungen. *Rechte* wollen einfach nur leben, Familien aufziehen, einem Beruf nachgehen und auch sonst Vernunft walten lassen. Manche wollen sonntags in die Kirche gehen. Extra optimistische Rechte träumen von der Wiedererrichtung einer richtigen Demokratie und eines Rechtsstaats, in welchem »Bademantael bereitlegen« nicht drohende »Straf-Hausdurchsuchung wegen abweichender Meinung« bedeutet. Sogenannte Linke dagegen sind an diesem Punkt ein anti-rationaler Todeskult. Linke verfolgen Andersdenkende und feiern zuletzt deren Ermordung. Linke töten 73 Millionen Ungeborene pro Jahr (Quelle: [who.int](https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/abortion)); ich überlasse euch die vergleichende Mathematik. Linke [opfern ihre Kinder](https://dushan.org/nichts-ist-wichtiger-als-das-leben/), um der Ideologie zu genügen, welche ihnen von der Propaganda in ihre leergewaschenen Gehirne gespült wird. Wer heute nicht *rechts* ist, der steht ethisch auf der Seite der Lügner und Mörder, der ist Mitläufer und williges Werkzeug. Nein, diese Zeit hat keine Zuschauertribünen. Du bist entweder auf der Seite des Lebens, der Vernunft, der Menschlichkeit und der Bewahrung – oder du bist auf der Seite jener, die wir in der Schule als »die Bösen« kennenlernten (und in der Bibel als *den* Bösen). Wir können uns davor keine Angst mehr erlauben, dieser neuen Realität ins Gesicht zu sehen. **Nachtrag, am Nachmittag:** Das FBI hat einen Verdächtigen festgenommen und verhört ihn. Laut [nypost.com, 12.09.2025](https://nypost.com/2025/09/12/us-news/we-have-him-trump-says-suspect-in-custody-for-charlie-kirk-assassination/) handelt es sich um einen 22-Jährigen namens *Tyler Robinson*. Er ist also wahrscheinlich ein College-Student, der von der linken Gehirnwäsche-Mühle zur Waffe gemacht wurde. Ungeklärt bleibt die Frage nach der Rolle von *George Zinn* ([indiatimes.com, 11.9.2025](https://www.indiatimes.com/trending/who-is-george-hudson-zinn-charlie-kirks-alleged-shooter-reportedly-has-a-history-of-stirring-trouble-in-utahs-religious-circles-669746.html)) und weiterer Personen, die unmittelbar nach dem Anschlag aktiv die Aufmerksamkeit auf sich zogen ([@shaunmmaguire, 11.09.2025](https://x.com/shaunmmaguire/status/1966127949196747200)) und womöglich die Sicherheitskräfte ablenkten, was die Flucht des Täters erleichtert haben könnte. - [Charlie Kirk ist tot](https://dushan.org/essays/attentat-charlie-kirk/) Charlie Kirk, der konservative Rhetoriker und Familienvater, ist tot. Brutal ermordet. In den sozialen Medien jubeln »die Guten«. Wir sollten solche Linke ab heute als das benennen, was sie sind: Gehirngewaschene, die des Teufels Werk tun. Es war Mittwoch, der 10. September 2025, gegen Abend. Mein Sohn Leo lernte das Periodensystem. Ich half aus, indem ich bunte Karten zuschnitt, auf welche er auf die eine Seite die Kürzel der Elemente schrieb, auf die andere Seite die Namen und näheren Angaben. In einer Schaffenspause holte ich mein MacBook, um eure Mails zu lesen. In einem Tab ist X.com offen. Ich lese von Candace Owens: > Everyone please stop what you are doing and pray for Charlie Kirk. Please. ([@RealCandaceO, 10.09.2025](https://x.com/RealCandaceO/status/1965847261138817466)) Auf Deutsch etwa: »An alle, bitte unterbrecht, was ihr gerade tut, und betet für Charlie Kirk. Bitte.« Achtzehntausend Retweets. Mir wird unwohl. Ich gebe den Namen »Charlie Kirk« schnell in die Suche ein. Ich erfahre: Auf Charlie Kirk wurde geschossen. Dann sehe ich, ohne jede Vorbereitung, ein Video, das das Attentat zeigen soll. Natürlich klicke ich auf den Play-Button. Auf dem Video: Charlie Kirk, live bei einer seiner vielen öffentlichen Debatten, wird in den Hals geschossen. Sein Kopf klappt nach hinten. Blut spritzt. Wir sehen Bilder und ein kurzes Video eines zunächst festgenommenen Verdächtigen. Er ist auf dem Boden kniend fixiert. Später stellte sich heraus, dass er nicht der Täter sein konnte. Ich habe auf X.com *nicht* das fürchterliche Video vom Anschlag geteilt. Ich habe ein Foto von Kirk und seiner wunderbaren Familie repostet ([@dushanwegner, 10.09.2025](https://x.com/dushanwegner/status/1965862227862499422)). Wir beten für und hoffen auf seine Genesung. Doch sollte seine Arbeit für jetzt vorüber sein, dann ist *das* das Bild, das wir in Erinnerung behalten wollen – denn *das* ist es, was »die Guten« zerstören wollen. Während ich die erste Fassung dieses Textes schrieb, stand noch nicht fest, ob der Mordversuch »erfolgreich« war – er war es. Kirk lag noch im Krankenhaus ([foxnews.com, 10.9.2025](https://www.foxnews.com/us/charlie-kirk-shot-utah-event-hospitalized)). Auch Donald Trump rief zum Gebet auf ([foxnews.com, 10.9.2025](https://www.foxnews.com/politics/trump-responds-charlie-kirk-shooting-we-must-all-pray)). Später würde er Kirks Tod bekanntgeben. Ich nahm mir vor, so oder so, den Aufrufen zum Gebet folgen. Es steht noch nicht fest, ob und wie stark der Täter von den »Democrats« und ihrer Propaganda beeinflusst ist. Ich vermute, gebe ich zu, dass er ein Linker und Trump-Hasser ist – wer auch immer es ist. Die schreckliche Tat fügt sich nahtlos in die menschenverachtende, gehirngewaschene Rhetorik der »Guten« ein. Einige Stunden vor dem Attentat auf Kirk, vermutlich als emotionale Reaktion auf den Mord an der 23-jährigen Ukrainerin Iryna Zarutska ([nypost.com, 09.09.2025](https://nypost.com/2025/09/09/us-news/ukrainian-refugee-iryna-zarutskas-look-of-horror-after-she-was-fatally-stabbed-on-train-as-her-final-moments-are-revealed/)), schrieb Phillip Stein: > Es kann keine Versöhnung mehr geben. ([@stein_schreibt, 10.09.2025](https://x.com/stein_schreibt/status/1965791393416450375)) Der Anschlag auf Charlie Kirk unterstreicht die Feststellung, dass Versöhnung mit den Kräften hinter diesen Taten ein *Verbrechen* wäre. Doch keine Versöhnung mit *wem*? [»Wieviel Teufel steckt in der Politik?«](https://dushan.org/wie-viel-teufel/), so fragte ich 2023. Wenn du oder ich meinen sollten, dass wir es in Form der »Guten« und »Linken« wirklich nur mit einer politischen Meinung zu tun haben, wären wir in geradezu krimineller Dimension naiv. Kürzlich erst, im Juli, griff ich es auf: »[»Der größte Trick des Teufels«](https://dushan.org/der-groesste-trick-des-teufels/), so schrieb ich, »bestand darin, die Welt glauben zu lassen, dass er nicht existiert«. Lasst mich aus jenem Artikel heute mit neuem Nachdruck eine der schließenden Passagen zitieren: »Wir kämpfen nicht (nur) gegen Menschen aus Fleisch und Blut, wir kämpfen gegen die bösen Geister, in deren Dienst diese Leute stehen.« In den sozialen Medien, etwa bei »Bluesky«, wird das Attentat von jenen, die sich für die »Guten« halten, aufs Widerlichste gefeiert. Ich frage euch, selbst wenn ihr euch für Atheisten halten solltet: Wer, wenn nicht Dämonen und andere Diener des Teufels, feiern und jubeln, wenn ein Familienvater in den Hals geschossen wird und er verblutet und stirbt? Ich weiß nicht, ob du an *Gott* glaubst – ich hatte diesbezüglich selbst eine Auszeit. Doch wenn du das Werk der »Guten« siehst, und wenn du darin Satan und seine Dämonen erkennst, was glaubst du, gegen wen die kämpfen? Eine sehr natürliche Reaktion auf diesen jüngsten Anschlag wäre es nun, den Kopf einzuziehen, um nicht selbst zum Opfer zu werden. Auch die Schlägerbanden der Antifa in Deutschland werden sich ja von dieser Barbarei ermutigt fühlen. Ja, wenn du den Kopf hervorstreckst und die Wahrheit sagst, wirst du *vielleicht* attackiert werden. Doch wer heute »auf der sicheren Seite« steht, hält – moralisch gesprochen – denen die Waffe hin, die unschuldige Mädchen erstechen und Andersdenkende erschießen. Willst du das? Jesus sagt: »Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?« (Matthäus 16:25-26) Ihr müsst nicht gläubig sein, um zu fühlen: Wer sich heute nicht gerade macht, der wird krumm sterben. Das »Verbrechen« des Charlie Kirk war es, öffentlich den Dialog mit denen zu suchen, deren Meinung er *nicht* teilte, ihnen zuzuhören und dann ebenso öffentlich mit *Argumenten* dagegenzuhalten. Graham Linneman schreibt: > They just created a million Charlie Kirks. ([@Glinner, 10.09.2025](https://x.com/Glinner/status/1965869761339994504)) »Die haben gerade eine Million Charlie Kirks geschaffen.« Ach, wenn es nur wahr wäre! Nein, seine Eloquenz und sein Debatiertalent waren und sind *nicht* millionenfach vorhanden. Deshalb »musste« er womöglich sterben. Doch seine Bereitschaft, die Wahrheit auch unter dauernder Bedrohung durch »die Guten« und die von den »Guten« motivierten Mörder auszusprechen – wenn wir das nicht millionenfach in uns finden, dann sind wir schlicht *verloren*. Ja, betet für Charlie Kirks Seele. Und dann auch wieder für euch selbst. Betet darum, dass ihr heute – *wieder* oder *endlich*? – die Kraft findet, das zu tun, wovon ihr in den Knochen spürt, dass es das Richtige ist. Mein Sohn ist mit seiner Chemie-Übung fertig. Jetzt, vorm Einschlafen, liest er noch *Tom Sawyers Abenteuer*. Ich wollte diesen Text veröffentlichen, und da erfuhr ich, dass Charlie Kirk verstorben ist. Also bearbeitete ich den Text (tilgte die Hoffnung, setzte Vergangenheitsform ein). Nie war ich ratloser, in was für eine Welt mein Sohn da hineinwächst. Nie war ich sicherer, auf welcher Seite ich in dieser neuen Welt stehen will. - [Die Deutschlands Niedergang wollen](https://dushan.org/essays/die-umsiedelung-der-ameisen/) In Berlin fehlen Wohnungen. Zum Glück sollen 2.500 neue Wohnungen gebaut werden, in Neusteglitz. Seit fünf Jahren schon. Doch leider, leider wohnen da Ameisen, und die haben Vorrang. Das ist kein irrer Witz, dit is Berlin. Das ist Deutschland 2025. Alexander Kissler stoßseufzt: > Deutschland wird von Menschen regiert und verwaltet, die Deutschlands Niedergang wollen. Anders ist das alles nicht mehr zu erklären. > > *– [@DrKissler, 09.09.2025](https://x.com/DrKissler/status/1965491665856332007)* Es ist vermutlich nicht das erste Mal, dass Kissler von einem Gedanken dieses Inhalts umtrieben wird. Und er ist fürwahr nicht allein damit. Seit Jahren quält mich (und damit meine Leser) die Frage: Wenn eine Regierung aktiv das Land und die Gesellschaft zerstören wollte, was würde sie denn anderes tun? (Siehe etwa Essays wie [»Der Letzte kauft den Rest auf«](https://dushan.org/der-letzte-kauft-den-rest-auf/) aus dem Jahr 2022.) Im Januar 2024 schrieb ich den Essay [»Der Mehrfrontenkrieg und du«](https://dushan.org/mehrfrontenkrieg/) und nahm ihn auch [als Video](https://www.youtube.com/watch?v=emiQA9Sd2fg) auf; das Intro jenes Textes lautete: > Eigentlich wäre es die Aufgabe der Regierung, die Bürger zu beschützen. Doch in Deutschland wirkt es, als würde die Regierung einen Krieg gegen Land und Bürger führen – und die Proteste dagegen will man am liebsten verbieten. > > *– [Essay vom 7.1.2024](https://dushan.org/mehrfrontenkrieg/)* *Dass* Deutschland kaputtgeht, ist nicht sinnvoll zu bestreiten – schon länger nicht. Und dass diese Zerstörung von der Regierung, dem Öffentlich Rechtlichen Rundfunk, den von der Regierung gesponserten NGOs und querfinanzierten Konzernmedien vorangetrieben wird, auch das ist nicht vernünftig zu leugnen. – Zur Debatte steht lediglich, *warum* diese Zerstörung stattfindet, was die Motivation dafür ist. ## Doch nur das Beste Im [Talking-Points-Buch](https://dushan.org/buecher/talking-points/) habe ich dargelegt, wie Linke ihrem Gegner regelmäßig böse Absicht unterstellen, um so die vorgelegten Fakten und Argumente im pseudo-moralischen Lärm untergehen zu lassen. (Beispiel: »Er bringt diese Statistiken nur vor, weil er ein rechter Nazi ist – mehr Kampf gegen Rechts!«) Wir wollen keine Linken sein! Es ist also richtig und wichtig, wenn Kissler in seinem Statement darauf hinweist, dass die Unterstellung böser Absicht der *Versuch einer Erklärung* ist. Eine andere Erklärung als die *böse Absicht* der Mächtigen wäre deren Dummheit. Dann wären sie wahlweise inselbegabt, also ausschließlich begabt in Sachen Machterlangung. Doch wenn sie einmal die Macht erlangt haben, wissen sie nicht, was sie damit anfangen sollen. Also dilettieren sie herum – oder verscherbeln die Macht an den Meistbietenden. Eine weitere Erklärung wäre, dass diese Leute nicht aus eigener Kraft dort hinkamen, also wie die bekannte [Schildkröte auf dem Zaunpfosten](https://dushan.org/us-aid-soros/); und in dem Fall wäre recht klar, wer von ihrer Macht profitieren würde. Und doch sind all diese Erklärungsversuche müßig. [»Sind die dumm oder böse? Macht es überhaupt einen Unterschied?«](https://dushan.org/dummheit-und-bosheit/), so fragte ich 2018. Heute weiß ich: Nein, macht es nicht. Ich kenne Menschen, die Böses tun und Zerstörung anrichten und doch fest davon überzeugt sind, doch nur das Beste zu wollen und eigentlich viel mehr Dank zu verdienen. Ja, solche Menschen sind *dumm*, kein Zweifel. Doch ihre Dummheit ist zumeist eine selbstgewählte Blindheit gegenüber den tatsächlichen Konsequenzen ihrer Taten – und damit eine Variation blanker Bosheit. ## Womöglich einfach nur Ich verstehe Kissler, wenn er sagt, es sei alles nur noch dadurch zu erklären, dass Deutschland von Leuten regiert wird, die des Landes Niedergang anstreben. Und doch bitte ich, die Augen nicht zu verschließen für die Möglichkeit, dass *einige* von denen tatsächlich komplett bekloppt sind. Aus Berlin wird aktuell von einem verzögerten Neubau in Neulichterfelde berichtet – und diese Meldung stützt die Vermutung, dass einige derer da oben womöglich einfach nur *einen an der Waffel haben*. Es geht um 2.500 Wohnungen. Ja: Zweitausendfünfhundert. (siehe [bild.de, 09.09.2025](https://www.bild.de/regional/berlin/umzug-erst-in-2026-dieses-ameisen-nest-blockiert-2500-neue-wohnungen-68bed5d7d369372389a5e405)) Der Baustart ist eigentlich seit fünf Jahren überfällig. Doch da es Deutschland und Berlin ist, mussten durch die Baufirma erst sehr wichtige 993 Zauneidechsen umgesiedelt werden. Ich vermute, dass sie in einen lukrativen NGO-Job vermittelt wurden. Nun aber kann der Bau endlich beginnen? Hahaha, nein. Nicht in Deutschland, nicht in Berlin. ## Aufsammeln und umsiedeln Wo 2.500 Wohnungen gebaut werden sollen, steht leider auch noch ein Ameisennest. Und zwar eine Ameisenart namens »kahlrückige Waldameise«. Den kleinen Krabbeltierchen kann man nicht so einfach einen Umzug noch vor dem Winter zumuten, befindet das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf. Im Frühjahr wird man die Tierchen dann von Hand aufsammeln und umsiedeln. Dann kann der Bau endlich losgehen (falls in der Zwischenzeit nicht irgendwelche seltenen Kakerlaken eine weggeworfene Bierdose besiedelt haben, die dann erst nach vier weiteren Jahren auf dem Berliner Behördenweg fortbewegt werden dürfen). Ich diagnostiziere keinem *einzelnen* Mitarbeiter konkreten Irrsinn (wenngleich ich dies auch nicht ausschließe). [2017 stellte ich fest](https://dushan.org/luegen/), dass eine gesamte Redaktion *lügen* kann, auch wenn sich kein einzelner Journalist eines Fehlverhalten bewusst ist. Ähnlich gilt: Unabhängig vom Geisteszustand des Einzelnen kann das Gesamtsystem *irre* sein. (Damit haben wir aber nicht ausgeschlossen, dass tatsächlich ein paar von denen außerhalb ihrer Büroflure nicht in vollem Umfang lebensfähig wären – um es *sehr* höflich zu sagen.) Nein, liebe Freunde des Fortschritts, es steht nicht gut um ein Land, wenn die Debatte nur noch ist, ob seine Politiker blank böse oder »nur« irre sind. Das ist nicht schön. Schön ist aber, dass es den *Ameisen* gut geht. Wenn die Deutschen es jetzt nur noch hinbekämen, eine Regierung zu bestimmen, welche die Deutschen auch nur halb so sehr liebt, wie man in Berlin die kahlrückige Waldameise liebt, dann wäre doch alles wieder halbwegs in Ordnung, oder? Nein, unsere Hoffnung stirbt nicht. Unsere Hoffnung setzt lediglich täglich mehr Realitätsverlust voraus. Dann aber, wenn man die Realität auf diese oder jene Weise verdrängt, dann ist das alles ganz erträglich (zumindest bis die Ameisen *dich* umsiedeln). - [Deine Tugend hat dich ruiniert](https://dushan.org/essays/deine-tugend/) Die brutalste Frage, die man den Deutschen heute an den Kopf knallen kann: Ihr wart brav, fleißig, vernünftig, ihr habt Steuern gezahlt und die Gesetze befolgt – und wie hat eure Regierung es euch vergolten? Jemand sollte es von den Dächern schreien, wenn man dafür bloß nicht für *irre* oder *rechts* gehalten würde, was ja heutzutage als dasselbe gilt. Jemand sollte es euren Kindern auf die Innenseite der Augenlider schreiben, *bevor* sie es wissen müssen – bevor sie es *selbst* feststellen –, denn dann ist es meist zu spät. Ich will der deutschen Debatte erst das Maul verschließen und dann das Kissen aufs Gesicht drücken, bis Ruhe ist. Dann noch etwas warten, bis die Debatte wie auch das Gemüt der Zaungäste und anderer Opfer abgekühlt ist. Und dann, in die erschrocken-entspannte Stille hinein, will ich euch eine alte Beraterweisheit neu ins Gewissen stempeln: Das, was dich hierher gebracht hat, wird dich nicht hier herausbringen. (’S klingt noch *knackiger* auf Englisch: What got you here, won't get you out of here.) Jeden Tag lesen wir von neuen Schrecklichkeiten. Etwa, ganz aktuell: »Mord in Magdeburg: Syrer tötet Frau auf Flaniermeile« ([bild.de, 09.08.2025](https://www.bild.de/regional/magdeburg/mord-in-magdeburg-syrer-toetet-frau-auf-flaniermeile-68bdd07746b61b4dcb0bd11e)). Was wird *Deutschland* tun? Nichts. Zumindest nichts anderes als das, was genau dazu führte. Doch das ist nicht dein größtes Problem. Dein größtes Problem ist, dass *du* vermutlich genau das weiter tust, was du bislang getan hast, während sich die Dinge auf diese Weise entwickelten. Wir kennen ja jene lustige, moderne Weisheit: »Wenn du im Loch sitzt, hör zumindest auf zu graben!« Es ist für die nächsten Schritte nicht (mehr) wichtig, *wer* dieses Loch gegraben hat, *warum* es gegraben wurde und *wie* du hineingelangt bist. Fest steht so oder so oder so: Du wirst *nicht* auf die gleiche Weise *hinauskommen*, auf die du *hereingekommen* bist. Das Leben ist nicht ungerecht, und ihr wurdet öfter und gründlicher angelogen, als eure Schulweisheit sich träumen lässt. Wenn du dir das eingestanden hast, dann gestehe dir auch dies: Nicht deine Schwäche, sondern deine Tugend hat dich ruiniert. Du hast beharrt, wo aufzugeben und neu zu beginnen klüger gewesen wäre. Du hast die Zähne zusammengebissen, wo die Zähne auseinanderzubekommen klüger gewesen wäre. Du hast dich deiner Arbeit und deines Fleißes gerühmt, doch deine Betriebsamkeit war tatsächlich *Faulheit* und *Feigheit*. Du hast dich in die Arbeit gestürzt, weil du zu faul und zu feige warst, innezuhalten, hinzuschauen und ehrlich zu benennen, was um uns geschieht – und wohin es führen muss. Das wissen wir: Was dich hierher gebracht hat, in diese Position in dieser Realität, wird dich an keinen besseren Ort bringen. Nichts wird besser, außer du unternimmst Dinge, die zu unternehmen du dir bis eben nicht hättest vorstellen können. »Das bin aber nicht ich!«, so will deine Faulheit sich verteidigen. Doch edlere Instanzen versichern dir: »Doch, das bist du. Wenn du es tust, wenn du es dir gestattest. Wenn du Angst und Faulheit niederringst, dann bist du genau das. Dann wirst du sagen, dass du es schon immer warst.« Der Mensch, der hierhin gelangte, wird hier nicht herauskommen. Du musst ein Anderer werden – oder mit den Faulen und Feiglingen untergehen. Und fürchte nicht allzu sehr die Anklagen, du seist *rechts* oder *irre* oder sähest das alles *viel zu ernst*. Das sind die dürren Finger der Verlorenen, die [beim Sturz in den Abgrund](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/) noch möglichst viele mitreißen wollen. Ja, jemand sollte es von den Dächern schreien. Oder zumindest an einen Mitmenschen weitersagen. Ich habe es hiermit getan, habe es dir gesagt: Der Mensch, der dich hierhin brachte, wird dich nicht hier herausbringen, also werde ein Anderer! Jetzt schrei du es einem Mitmenschen ins Ohr, ob du dabei auf dem Dach stehst oder auf dem Teppich bleibst – Hauptsache, man hört dich! - [Ein Individualismus der Organe](https://dushan.org/essays/individualismus/) »Lass Väter vergessen, was Familie bedeutet, wo ihr Vaterland liegt, wer ihr Gott ist und warum ihre Väter einst für alle drei kämpften. Lass Mütter vergessen, was ein Zuhause ist und wozu es einst diente. Die dritte Generation wird die vorletzte sein.« Die [Aufklärung](https://dushan.org/aufklaerung-war-fehler/), jener mit Glasperlen verkleidete Satanismus der Feiglinge, die sich nicht trauen, den Teufel beim Namen anzubeten, ersetzte die Demut in der Gemeinschaft durch das Ich als relevanteste Struktur. Es war eine Lüge, vom Sündenfall an. Stellt euch vor, der große Zeh oder das Auge sollten beschließen, dass es in ihrer Existenz zuerst um sie selbst gehe und nicht um ihre Funktion im Körper. Der Mensch, dem sie angehörten, würde eine Zeit lang humpeln, und sein Abschätzen von Tiefe und der dritten Dimension würde mit nur einem Auge wohl beschädigt sein. Der große Zeh und das eine Auge aber, kurz nach Einnahme des süßen Giftes *Individualismus*, wären einige Augenblicke von ihrer vermeintlichen Freiheit *berauscht* – dann würden sie *absterben*, während der Mensch weiterlebt, wenn auch einäugig. Natürlich wären die konkreten Konsequenzen für den Körper abhängig davon, *welches* Organ zum Individualisten wird. Wenn lebenswichtige Organe wie das Herz ihren Job im Organismus aufgeben, stirbt der Körper recht schnell – so wie [»Feminismus« eine Gesellschaft effektiver tötet](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Geburten/Tabellen/geburtenziffer.html) als Krieg, Armut oder Seuchen. (Ich überlegte, ob ich hier den obligatorischen Witz wiederkäue, dass ein Mensch ohne Gehirn noch immer Journalist werden kann. Seid ihr stolz auf mich, dass ich mich beherrschen konnte?) Einer der tödlichsten Unterschiede zwischen einem metaphorischen Individualismus der Organe und dem realen Individualismus von Menschen liegt in der Zeitspanne zwischen Ursache und Wirkung. Ein Individualismus von Organen hätte recht schnell den erwartbaren Effekt. Sowohl die übrigen Organe als auch der Mensch als ihr Kollektiv würden die schrecklichen Konsequenzen unmittelbar sehen und für sich selbst gegensteuern. Der Individualismus in Gesellschaften ist tatsächlich viel verheerender. Es dauert bisweilen mehrere Generationen, bis sein Zerstörungswerk sicht- und spürbar wird – und dann ist es irreversibel. Lass die Väter vergessen, was Familie bedeutet, wo ihr Vaterland liegt, wer ihr Gott ist und warum ihre Väter einst für alle drei kämpften. Lass die Mütter vergessen, was ein Zuhause ist und wozu es einst diente. Die dritte Generation wird die vorletzte sein. Wir mögen uns über Gott empören, wenn Er sagt: »Ich bin ein eifersüchtiger Gott: Ich suche die Schuld der Väter an den Kindern heim, an der dritten und vierten Generation, bei denen, die mich hassen; doch ich erweise Tausenden meine Huld bei denen, die mich lieben und meine Gebote bewahren«. (5. Mose 5:9–10) Seid ehrlich, wir wären nicht wesentlich weniger wütend, wenn statt »eifersüchtiger Gott« dort stünde: »Es ist ein Naturgesetz, dass das Versagen der Großväter die Leben der Enkel prägt.« (Die Verdienste bisweilen ebenso, zum Glück.) Sind wir also freigesprochen durch die Sünden unserer Großväter? Ach, es wäre zu einfach: Wir stehen zuerst in Verantwortung vor unseren Enkeln! Wenn wir denn Enkel *haben* – oder *haben werden*. Wenn unsere Enkel dritter und vierter Generation sich noch zu uns bekennen werden. - [Bedeutungslos, aber fröhlich durch den Tag](https://dushan.org/essays/mehr-illusionen-sagen/) Der EU droht die »Bedeutungslosigkeit«, so Meloni. Hmm: Ist »drohen« das richtige Wort? Droht einem am Sonntagmorgen das Wochenende – oder ist man bereits mittendrin? Es ziemt sich bekanntlich nicht, den Überbringer einer Botschaft für deren Inhalt zu bestrafen. Die einen sagen, weil so etwas zu tun *ungerecht* wäre (von dir dem Boten gegenüber). Die anderen sagen: Weil es diesen Kanal für weitere Botschaften verschließt (wie Käse den Magen). Was aber, wenn der Bote eine Strafe *verdient*? Was, wenn der Botschafter selbst die Botschaft *ist*? Oder immerhin *eine* Botschaft? Und damit definitiv ein eigenes Problem, wenn nicht sogar Teil eines größeren, »gesamten« Problems? Ach, selbst dann, so sage ich, kann es sehr gut sein, dass eine angemessene Behandlung des Boten ja *doch nicht hilft*. Es wäre ein *Auspeitschen des Meeres*. (Was übrigens auch der Name ist, den ich in einem Anflug sentimentaler Ironie dem [ambitioniertesten der Leserbeiträge](https://danke.dushanwegner.com/products/leserbeitrag-deluxe-platinum) gab.) ## »(dpa) Hinweis: Dieser Artikel« Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni mahnte kürzlich, dass der EU »geopolitische Bedeutungslosigkeit« »droht«. Ich las es [bei Tichys Einblick](https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/meloni-rede-rimini-eu-geopolitische-bedeutungslosigkeit/), einem freien Nachrichtenmedium, dessen Macher ich sehr schätze, deren Ballast an digitaler Werbung rund um die Artikel jedoch regelmäßig meinen Browser und/oder meine Leselust einfrieren lässt. Da lässt das *Medium* mich unmittelbar und stellvertretend spüren, wie eine solche Nachricht auch sonst im Info-Lärm unterzugehen pflegt. Ich suchte also nach der entsprechenden Nachricht im sonstigen Internet. Erst fand ich das Befürchtete. Dann betrachtete ich das Befürchtete, und ich sah, darüber, darum und darin: Schlimmeres. ## Nur die Vorhölle Das *Befürchtete* (also was man zu finden *erwartet*, wenn auch ohne Vorfreude) war im Kern zunächst eine *Agenturmeldung*. Zur »Wahrheit« gehört: Die Journalisten etwa bei *Die Zeit* müssen auswählen, worüber sie schreiben. Man kann nicht über *alles* schreiben, man kann nicht alles selbst recherchieren. Der moderne Journalismus kauft kleinere Themen schon mal ein. Als Jahrespaket mit ebenso vielen wie beliebigen unablässig aufs Hirn einprasselnden Einzelnachrichten. Bei [zeit.de, 27.8.2025](https://www.zeit.de/news/2025-08/27/meloni-eu-steuert-auf-geopolitische-bedeutungslosigkeit-zu) erscheint dann auch die in vielen Medien ähnlich zu findende Schlagzeile »Meloni: EU steuert auf geopolitische Bedeutungslosigkeit zu«. Dazu der brave Hinweis: »Quelle: dpa«. (Wir haben geklickt, Werbung wurde geschaltet, Journalismus erledigt.) Für Nebensächlichkeiten wie die drohende Bedeutungslosigkeit der EU haben die Qualitätsjournalisten der ZEIT leider keine Zeit, das überlassen sie der Agentur. Journalisten sind ja Menschen, auf ihre eigene, spezielle Weise. Und damit ihre Inhalte *rüberkommen*, müssen sie eben über Themen schreiben, von denen sie *wirklich* bewegt sind. Menschen, wie gesagt. Zum Beispiel dies, wichtiger als der Untergang Europas: »Es lebe der Sonnenschluck« ([zeit.de, 6.9.2025](https://www.zeit.de/zeit-magazin/wochenmarkt/2025-08/daydrinking-sommer-trend-alkohol-sucht)), offenbar ein Plädoyer für die Normalisierung des Alkoholkonsums tagsüber. (Hinweis an die verantwortlichen Journalisten: Nein, weder Aperol-Spritz noch Negroni machen dich zum Hunter S. Thompson. Versuch es mit Rum. In San Juan, Puerto Rico. Und führe *dann* [Tagebuch darüber](https://dushan.org/klassiker/the-rum-diary-hunter-s-thompson/). Aber retten wirst auch du dich nicht.) ## Zu zwei Stichpunkten Der Mensch ist alt, die Zeiten sind neu. Es könnte *schlimmer* kommen als *Agenturmeldungen*, und so sollen wir uns an Meldungen *informieren*, die von Robotern »überarbeitet« wurden: die *KI-Meldungen*. Ich fand genau diese Meldung über Meloni auch [bei upday.com](https://www.upday.com/de/news-ausland/meloni-rechnet-mit-eu-ab-bedeutungslosigkeit-droht/3set8z8). Dort klingt sie extra mechanisch heruntergerattert und mit etwas versehen, was deren Roboter wohl für *nützliche Zusatz-Informationen* halten. Unter dem Artikel steht immerhin: »(dpa) Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz überarbeitet.« Bei [eulerpool.com, 27.08.2025](https://eulerpool.com/news/all/meloni-kritisiert-eu-geopolitische-bedeutungslosigkeit-droht) wird dieselbe Meldung offenbar von KI zu zwei Stichpunkten zusammengefasst: > Giorgia Meloni kritisiert die EU wegen ihrer geopolitischen Schwäche. Sie fordert, dass die EU sich auf ihre ureigenen Werte besinnen müsse ([eulerpool.com, 27.08.2025](https://eulerpool.com/news/all/meloni-kritisiert-eu-geopolitische-bedeutungslosigkeit-droht), wohl KI) Derartige Zusammenfassungen von Artikeln durch KI erinnern mich an [jenes Woody-Allen-Zitat](https://www.goodreads.com/quotes/7346-i-took-a-speed-reading-course-and-read-war-and-peace) über das früher mal modische *Schnell-Lesen*: »Ich habe einen Speed-Reading-Kurs besucht und habe *Krieg und Frieden* in zwanzig Minuten gelesen. Es geht irgenwie um Russland.« ## Wie Erstklässler zur Einschulung Nun habe ich also die verschiedenen *Botschafter* dieser Nachricht in essayistischen Worten ausgepeitscht. Wenn es auch wenig half, so hat es doch Spaß gemacht (hochtrabend: *es war kathartisch*), wie ich auch hoffe, dass Xerxes einst *Spaß* hatte, als er laut Herodot den Hellespont auspeitschen ließ, zur Strafe, weil der Brückenbau dort einfach nicht gelingen wollte. Für den Fall aber, dass Sie, liebe Leser, sich rechtfertigen müssen für die Zeit, die Sie mit diesem Essay verbrachten (etwa weil Sie die Leserbeiträge als Fachliteratur bei der Steuer absetzen), lassen Sie mich noch schnell die eigentliche Botschaft auseinandernehmen. Meloni sagt, der EU »drohe« der Bedeutungsverlust. Ob der EU das nun »droht«, oder ob.es bereits eingetreten ist, das ließ sich kürzlich beobachten, als Merz, von der Leyen & Co. im Stuhlkreis vor Trump saßen, wie Erstklässler zur Einschulung. Die *Financial Times* titelte dazu: »Europa verkauft seine Seele an Trump« ([ft.com, 25.8.2025](https://www.ft.com/content/75609ba4-cc61-4556-8ca2-09381da721e9)). (Übrigens: Es ist ein auch in Deutschland zu beobachtender kognitiver Drahtseilakt von geradezu artistischer Dimension, Trump für einen Trottel zu halten und zugleich darüber zu schimpfen, wie Trump aufs Gewiefteste die Welt neu den USA unterwirft.) ## Als Regierungschefin jedoch gemäßigter Eine spannende codierte Offenbarung trägt jene Meldung als eine Art »heimliche Nutzlast« in ihrem Schluss. Es wird, ob im Original oder nach KI-Überarbeitung, darauf hingewiesen, dass Meloni im Wahlkampf »mit EU-skeptischen Positionen« auffiel, sich »als Regierungschefin jedoch gemäßigter gezeigt« hat ([upday.com](https://www.upday.com/de/news-ausland/meloni-rechnet-mit-eu-ab-bedeutungslosigkeit-droht/3set8z8)). Es klingt mir wie ein Code für: »Hahaha, es war wieder alles gelogen. Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass *das System* tatsächlich eine echte Systemkritikerin an die Macht lassen würde?« Tatsächlich scheint es, dass Ursula von der Leyens wüstes Schimpfen auf Meloni vor der Wahl tatsächlich nur perfider Wahlkampf *für* diese war. (Und ja, auch ich bin wohl darauf hereingefallen: [»Stolze Italiener«](https://dushan.org/stolze-italiener/)) Auch nach Melonis Amtsantritt strömen weiter Tausende »junge Männer« nach Italien; siehe dazu auch den Essay [»Frauen sind nicht die besseren Menschen«](https://dushan.org/frauen-nicht-besser/). Meloni wirkt auf mich wie ein italienischer Söder: Rechts blinken, heimatverbunden reden – doch tatsächlich links abbiegen, den Blick fest auf den totalen Globalismus gerichtet. Wenn also Meloni von drohendem Bedeutungsverlust und Rückkehr zu europäischen Werten redet, dann bedeutet es – *nichts*. (Man beginnt, jenen ZEIT-Journalisten zu verstehen und ihn um seine Recherche zu beneiden. Bezahlte das eigentlich die Redaktion?) ## Irgendwie muss man ja Das aber, liebe Leser, waren meine essayistischen Gedanken, notiert am Morgen des siebten September im Jahr des Herrn Zweitausendfünfundzwanzig. Mich ärgert es tatsächlich, dass ohnehin latent seelenlose Agenturmeldungen nun verpackt werden in noch seelenlosere KI-Überarbeitung. (Wer hätte gedacht, dass *seelenlos* noch zu steigern wäre?) Wenn ich nun darüber nachsinne, kann ich aber verstehen, dass Journalisten sich gar nicht erst die Mühe machen wollten, die Meloni-Phrasen persönlich zu bearbeiten. Es gibt wirklich *Wichtigeres*. (Zum Beispiel, sich über das *Wie* der Botschaft zu amüsieren.) Ich für meinen Teil veröffentliche jetzt diese Zeilen und gehe dann in die Kirche. Ich werde es euch aber ausdrücklich *nicht* übelnehmen, wenn ihr an diesem Sonntag dem Vorbild jenes Qualitätsjournalisten folgt und euch ausnahmsweise dem *Day Drinking* hingebt. Bitte zürnt dem Überbringer dieser Botschaften nicht zu arg. Irgendwie muss man ja den Tag überleben. - [Freundliches Gesicht, böse Tat](https://dushan.org/essays/10-jahre-unrecht/) Vor zehn Jahren zeigte Merkel der Welt ein freundliches Gesicht – es folgten Leid und irreparable Schäden für Deutschland. Die Lehre: Mancher, der freundlich grinst, trägt ein Messer in der Tasche (oder lässt dessen Benutzung ahnen). Vor vielen, vielen Jahren, als Leute noch Sachen wie »Funk und Fernsehen« sagten (und es nicht Schmach und Schande sondern ein Ruhmesgrund war, »bekannt aus Funk und Fernsehen« zu sein), damals also traf ich einmal die Frau Merkel. Und, wisst ihr was? Die Frau Merkel war nett. Ja, Frau Merkel war nett, dazu freundlich und sogar etwas schüchtern. Ich war im Schlepptau wichtiger Leute unterwegs. Die wichtigen Leute bestanden alle darauf, der CDU-Vorsitzenden die Hand zu schütteln, also drängten sie sich vor. Frau Merkel aber sah mich, wie ich in dritter Reihe da in der Weltgeschichte herumstand, und sie bestand darauf, auch mich persönlich zu begrüßen. Ich fand das nett. Ja, der Frau Merkel war es offenbar seit jeher wichtig, ein [freundliches Gesicht](https://dushan.org/darf-man-laecheln/) zu zeigen. Und dann, nach Schröders Totalausfall, wurde Frau Merkel die Kanzlerin der Deutschen (zumindest formal). Uff. Kein deutscher Politiker seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs richtete so viel Schaden an wie sie. Kein Politiker brachte so viel Leid und nachhaltige Zerstörung über die Bundesrepublik Deutschland wie die nette Angela Merkel. Aber ich kann euch versichern: *Nett* ist sie, die Frau Merkel. Was aber war eigentlich *vor* der Bundesrepublik Deutschland? Nun, da gab’s den »Führer«. Von diesem existiert meines Wissens übrigens genau *eine* **private** Audio-Aufnahme. (Auf YouTube zu finden, mit den naheliegenden englischen Schlagwörtern.) Und wisst ihr was? Auf dem heimlich aufgenommenen Tonband klingt der Herr A. H. durchaus anders als das aus dem Geschichtsunterricht bekannte Gekreische. Selbstkritisch ist er, wie ein netter Nachbar, der Weltpolitik erklärt. Im Tonfall erinnert er mich an jene Politiker, die gern den »kumpelhaften Erklärbären« geben. Privat war er auf jeden Fall nett, der Herr Hitler. Ein Herr zum Zuhören und Vertrauenschenken. (Damals gaben sich Politiker wohl öffentlich aggressiv und privat waren sie kumpelhaft – heute ist es eher andersherum.) Doch es sind wahrlich nicht nur die Großen! Im Widerspruch von Auftritt und Moral tun es die Öchslein gern den Jupitern nach. Der hinterhältigste Mensch, den ich selbst privat kenne, gilt gemeinhin als nett und freundlich. Der egozentrischste Mensch hält sich für einen großen Wohltäter und so weiter. Doch solches ist ja nicht nur in *meiner* Umgebung der Fall! Wenn ein Massenmörder oder Kinderschänder auffliegt, berichten die Nachbarn regelmäßig und zuverlässig, wie freundlich und hilfsbereit er doch im privaten Umgang war. In diesen Tagen jährt sich zum zehnten Mal der Beginn der Zerstörung der Bundesrepublik durch Angela Merkel. Das Unrechtsjahr 2015 ist ein Jahrzehnt her, doch die Folgen sind täglich aufs Schmerzhafteste gegenwärtig. Es wurde ja alles dazu gesagt, und es wird weiter gesagt werden, denn es *muss* gesagt werden. Erlaubt mir deshalb bitte, nur diese eine zusätzliche Lehre aus dem Jahr 2015 vorzutragen: Von Freundlichkeit auf moralische Qualität zu schließen, ist einer der folgenreichsten Irrtümer, den ein Mensch bzw. eine Gesellschaft begehen kann. Ein *freundliches Gesicht* ist keine moralische Qualität, wenn es nur dazu dient, Böses schmackhaft zu machen. Wir würden erkennen, was gut und böse ist, so versprach die Schlange einst den Menschen. Ach, würden wir wenigstens *diese* Fähigkeit nutzen! Ein Mensch, der mit freundlichem Gesicht [relevante Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) beschädigt, ist *böse*. Und mancher brummige Miesepeter hat, wenn du genauer hinschaust, tatsächlich sein Leben für das gegeben, was auch dir wirklich wichtig war. - [Wie weit gehst du für dein Adulting?](https://dushan.org/essays/adulting/) »Wie weit gehst du für unsere Demokratie?«, fragt die Bundeswehr. Man will zurückbrüllen: »›Unsere Demokratie‹ ist Code für alte Seilschaften und neuen Sozialismus, Unterdrückung der Opposition und Verhaftung von Andersdenkenden. Wisst ihr das nicht?!!« Meine Tochter hat mir ein neues englisches Wort beigebracht: *to adult*, auch als Gerundium oder Partizip *adulting*. Ein *adult* ist ein Erwachsener, und wir können uns leicht denken, was *to adult* bedeutet: *erwachsene Dinge tun*. Rechnungen bezahlen, Papiere erledigen, zur Arbeit gehen und so weiter. Zu all dem sagen die jungen Leute von heute auf Englisch: *to adult*. Es wäre sehr unvollständig, *to adult* als bloßes *Erwachsensein* zu übersetzen. Erwachsensein bedeutet, dass man erwachsen *ist*. *To adult* beschreibt viel eher, wie auch ich mich bis heute fühle. Auch wenn du jemandem sagst: *Werde endlich erwachsen!*, sagst du doch: Werde zu einem Menschen, der Verantwortung übernimmt und tut, was notwendig ist – weil es *notwendig* ist, nicht weil es »Spaß macht«. *To adult* ist aber etwas ganz anderes – sogar *metaphysisch* etwas anderes –, als *erwachsen zu sein*. ## Davon unberührt Ein Erwachsener tut erwachsene Dinge, weil er eben erwachsen ist. Wer aber *adulting* betreibt, der *tut* zwar jene Dinge, die man als Erwachsener tut – ob er sich aber auch wirklich als Erwachsener fühlt, ob er gar dadurch schon ein Erwachsener *ist*, bleibt davon unberührt. Meine Tochter und ich besprachen also einige bürokratische Angelegenheiten. Als wir die anstehenden Punkte abgearbeitet hatten, konstatierte ich, dass damit wohl das *adulting* abgeschlossen sei. Die Tochter aber merkte an, dass sie noch den Müll hinausbringen müsse. Ich schmunzelte bei mir: Ist das Hinausbringen des Mülls wirklich eine *erwachsene* Tätigkeit? Sollten das nicht schon Kinder tun? Nun, die Antwort ist einfach: Den Müll hinauszubringen ist eine *erwachsene* Tätigkeit, die man bereits Kindern aufträgt, damit sie das *Erwachsensein* üben. Den Müll hinausbringen bedeutet, an der Sauberkeit und damit am Betrieb des Hauses mitzuwirken. Doch ich schmunzelte aus noch einem weiteren Grund: *Adulting* als die Pflicht, den *Müll hinauszubringen*, passte erschreckend gut zu meinem Gefühl, das ich bei einigen der aktuellen Nachrichten hatte – lasst mich erklären! ## Was wirklich zählt Aktuell kursiert in den sozialen Medien das Foto eines Anwerbeplakats der Bundeswehr (zum Beispiel [@AtticusJazz, 04.09.2025](https://x.com/AtticusJazz/status/1963508019548868755)). Wir sehen das Foto eines jungen Menschen, eine Frau oder ein Mann mit einem besonders fein geschnittenen Gesicht, ausstaffiert mit sehr viel Uniform und Gerät, inklusive Helm mit Grünzeug und fotogen ins Gesicht geschmiertem Dreck, dahinter einige weitere Soldaten, die allerdings prototypische Männer. Der große Slogan auf dem Plakat ist: »Wie weit gehst du für unsere Demokratie?« Ich seufzte, als ich das las, und war damit nicht allein. Das ist kein Ausrutscher! Weitere Plakate sind aufgetaucht mit demselben zynischen Begriff. »Für unsere Demokratie aufstehen. Jeden Morgen«, heißt es da etwa ([japantimes.co.jp, 24.08.2025](https://www.japantimes.co.jp/news/2025/08/24/world/germany-military-conscription/)). »Unsere Demokratie« wird vom denkenden Teil der Bevölkerung heute als *Gegenteilwort* nach Vorbild der Orwell-Slogans verstanden. »Unsere Demokratie« ist, worüber George Soros sich mit deutschen Politikern bespricht ([@dushanwegner, 23.08.2025](https://x.com/dushanwegner/status/1959275901830451539)). »Unsere Demokratie« ist, wenn die Opposition verboten werden soll. »Unsere Demokratie« ist Codewort für das Streben nach einer neuen, wieder sozialistischen Diktatur in Deutschland [»Wettbewerb der Diktaturen«](https://dushan.org/wettbewerb-der-diktaturen/). »Unsere Demokratie« steht für die Macht der Strippenzieher, gegen Wohl und Willen des Volkes. Es wirkt auf mich also wie *Hohn*, wenn das Plakat im Namen der Bundeswehr fragt, wie weit junge Deutsche für »unsere Demokratie« gehen würden. »Deutschland« gilt denen, die »Unsere Demokratie« sagen, als schmutziges Wort. Willst du kämpfen für eine Elite, die Vaterlandsliebe zum Kotzen findet und sich nach der Politik verständlicherweise lieber ins Ausland absetzt? Es wird niemanden wundern, dass Soldaten besonders häufig der AfD nahestehen. Das fällt sogar den Linken auf ([taz.de, 28.7.2023](https://taz.de/Bundeswehr-und-die-AfD/!5947568/)), und deren Logik zu dem Thema ist natürlich links, sprich: widersprüchlich und verlogen. Selbst wollen Grünlinke nicht zur Waffe greifen, aber wenn AfD-Wähler das tun, dann finden sie das auch doof. »Unsere Demokratie«, das sind die Leute, die ein Viertel der deutschen Wähler ihrer Wahlstimme berauben wollen, weil diese nicht wählen, was die Propaganda zur Wahl empfiehlt. »Unsere Demokratie«, das sind die Leute, die Kandidaten der Opposition erst gar nicht zur Wahl zulassen. Das aber ist die wahre Frage jenes Plakats: Bist du bereit, zu töten und zu sterben für eine Politik, die dich deiner Wahlstimme beraubt? Für ein System, für das du nur ein »Nazi« und eine [»Ratte«](https://dushan.org/es-wird-von-ratten-gesprochen/) bist? Das Plakat enthält insgesamt *vier* Slogans, als würde man keinem einzigen davon allein vertrauen. Weitere Sprüche, vermutlich erdacht von Agentur-Fuzzis mit weichen Händen und teuren Designer-Brillen, lauten: »Weil du es kannst« und: »Werde Teil der Truppe. Für dich. Für alle.« Ganz oben, in schüchtern kleiner Schrift, steht: »Mach, was wirklich zählt.« ## Slogans zusammengestöpselt Zum Erwachsensein gehört wohl, ehrlich zu sagen, dass dieses Plakat inhaltlich mindestens moralischen *Müll* darstellt. Leute ohne ein mir erkennbares Gewissen (und vermutlich ohne Erfahrung am Gewehr) haben Slogans zusammengestöpselt – Motto: »Viel hilft viel«. Doch versehentlich haben sie entlarvt, in welchem elenden Verhältnis die »Eliten« zu jenen stehen, von denen sie wollen, dass sie als Soldaten in den Krieg ziehen. (Ich musste meine Finger wiederholt zurückbeordern, damit sie nicht im letzten Satz »fürs Land« einfügten.) Das Plakat tut mir aber auch ganz konkret weh! Vergessen wir nicht: So zynisch es ist, junge Menschen derart offen dazu aufzufordern, für »Unsere Demokratie« zu kämpfen und möglicherweise zu sterben – es existieren noch immer Tausende von Menschen, die eigentlich aus den richtigen, edlen Motiven zu dieser Bundeswehr gehören. Ich will euch gestehen: Nein, ich bin kein Erwachsener, ich tue nur so. Ich versuche mein Bestes in jener Angelegenheit, die meine Tochter »adulting« nennt. Und zum *adulting* gehört wohl, dumme und unästhetische Propaganda aus dem Kopf zu entfernen, so wie man Müll hinausbringt, um das Haus sauber zu bekommen. (Wenn einer von euch Erwachsenen weiß, wie das geht, kann er mir das ja bei Gelegenheit erklären.) - [In der neunten Stunde](https://dushan.org/essays/auf-der-zungenspitze/) Ein Baby wirft den Teller runter – und weint dann, weil es Hunger hat. So ähnlich ergeht es manchem Menschen … wie auch mancher Nation! Man sabotiert sich selbst, richtet Schaden an oder lässt Schaden zu, und dann ist man plötzlich ratlos. Verzweifeln ist tödlich, doch wer spürt heute nicht die Bitterkeit nahender Verzweiflung bereits auf seiner Zungenspitze? Wann *verzweifelt* denn ein Mensch? Verzweifelt er, wenn sein Tod naht? Manchmal, ja – und manchmal nicht. Verzweifelt der Mensch, wenn und weil er *arm* ist? Manchmal ja, manchmal nicht. Verzweifelt der Mensch, wenn sich unter allen möglichen Wegen keiner anbietet, der ihm gut und sinnvoll erscheint? Ja, und das ist verständlich. (Wirklich *keinen* Weg zu sehen, der dir gut und sinnvoll erscheint, das wäre Sklaverei, Gefangenschaft, Tod noch vor dem Sterben.) Liebe Leser, setzt an dieser Stelle *dieses Essays* einfach nach Belieben eine Nachricht des Tages ein. Mord, Korruption oder die Etablierung der Lüge. (*Etwas* Mord und Korruption wird eine Gesellschaft noch nicht zu Fall bringen; es ist die Etablierung der Lüge in eigener Sache, die das Schicksal von Menschen wie auch Nationen besiegelt.) Ja, man will heute bisweilen mit dem Gekreuzigten ausrufen: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« (Markus 15:34) »Man will ausrufen«, so sagte ich, nicht: »Man ruft aus«. Wir rufen es lieber nicht wirklich, selbst wenn uns danach ist. Wir *sagen*, dass wir es nicht ausrufen, weil es uns nicht zusteht, weil es Anmaßung wäre, geradezu Blasphemie, unser Leid mit dem Seinen zu vergleichen. Tatsächlich rufen wir es nicht, weil wir die Antwort fürchten: »Überlege noch mal, wer wirklich wen verlassen hat!« Ein Baby wirft den vollen Teller auf den Boden und heult dann laut, weil es Hunger hat. Mancher Erwachsene ist ähnlich, dann aber nicht »nur« mit dem Teller, sondern gleich mit seinem ganzen Leben. Und Nationen sowieso. Warum aber ruft *Jesus*, dass Gott – sprich: der Vater – ihn verlassen habe? Vermutlich, weil Jesus da einen *Psalm* betet, nämlich Psalm 22, und der beginnt mit genau diesen Worten. Und Jesus hat wahrlich guten Grund, in seiner Pein genau diesen Psalm zu zitieren! In Vers 17 etwa heißt es: »Denn Hunde haben mich umlagert, / eine Rotte von Bösen hat mich umkreist. Sie haben mir Hände und Füße durchbohrt.« Noch haben sie weder dir noch mir »Hände und Füße durchbohrt«, doch dass uns im metaphorischen Sinne »Hunde umlagern«, dass »eine Rotte von Bösen« uns umkreist (nicht immer nur metaphorisch), spüren wir durchaus. Genau dann aber täten wir klug daran, Psalm 22 weiter und bis zu seinem Ende zu lesen! »Die Armen sollen essen und sich sättigen; den HERRN sollen loben, die ihn suchen. Aufleben soll euer Herz für immer«, verspricht Vers 27. Das hört sich schon besser an, oder? Das *hören* die Menschen zu seinen Füßen, das *sollen* wir hören. Psalm 22 mündet schließlich in der Prophezeiung einer neuen, göttlichen Herrschaft: »Es aßen und warfen sich nieder alle Mächtigen der Erde. Alle, die in den Staub gesunken sind, sollen vor ihm sich beugen. Und wer sein Leben nicht bewahrt hat, Nachkommen werden ihm dienen. Vom Herrn wird man dem Geschlecht erzählen, das kommen wird. Seine Heilstat verkündet man einem Volk, das noch geboren wird: Ja, er hat es getan.« Wir sind beides. Das Volk, »das noch geboren wird«. Und wir sind Menschen, die sich von ihren Mächtigen verraten fühlen, die von sich selbst enttäuscht sind und Gott anklagen wollen, warum er sie verlassen habe – und die doch fürchten müssten, zurückgefragt zu werden, wer wen verlassen hat. Ja, ich spüre heute den Geschmack von Bitterkeit bereits auf der Zungenspitze. Ich beschließe aber, dennoch und stur zu hoffen. Ich rede von jener Hoffnung, die eigene Arbeit voraussetzt. Wenn ich helfen kann, dem kollektiven Wahnsinn endlich ein Ende zu setzen, dann will ich meinen Teil leisten. Zumindest aber – und selbst das ist heute längst nicht selbstverständlich – will ich kein Hindernis sein, wenn endlich die Bitterkeit weicht, ob der neue Geschmack dann *Milch und Honig* oder *Fleisch und Wein* ist. - [Nicht besser als die Azteken](https://dushan.org/essays/wir-neuen-azteken/) Azteken opferten Kinder, und wir finden das unmenschlich. Erlaubt aber eine Frage: Wenn eine 16-Jährige vom Zug zermalmt wird und die Mehrheit das hinnimmt, als Opfer an die »Moral« – wie abgestumpft, unmenschlich und emotional tot ist diese Mehrheit? Es beschäftigt mich – nein, genauer: es *quält* mich – seit Jahren, was die Völker Südamerikas einander antaten, bevor (und teils noch während) die Spanier kamen. Es quält mich, denn es lässt mich an der *gesamten* Menschheit (ver-)zweifeln. Und ich frage ratlos: Wie können Menschen anderen Menschen so etwas antun?! Die Azteken etwa, besorgt um ihren eigenen Klimawandel (siehe auch [Essay vom 30.6.2019](https://dushan.org/seenotrettung/)), töteten in blutigsten Ritualen schon mal einen Kriegsgefangenen und weideten ihn zeremoniell aus – und bisweilen töteten sie schon mal *Tausende* Kriegsgefangene –, auf dass die Götter wieder gutes Wetter machen. Nicht immer wurden »nur« Kriegsgefangene von den Azteken zwecks Umstimmung der Götter geopfert. Bisweilen opferte man Kinder, sogar die eigenen. [Die deutsche Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Huitzilopochtli) schreibt erfrischend nüchtern: »Die Menschenopfer waren vollständig mit der Opferfarbe Grau bemalt und standen möglicherweise unter Drogeneinfluss, um Schreie zu vermeiden. Man führte sie zur Spitze der Tempelpyramide von Tenochtitlán. Vier Priester hielten den Gefangenen dort an Händen und Füßen fest, während ein fünfter ihm mit einem Obsidianmesser den Brustkorb aufschnitt. Er hob das schlagende Herz der Sonne entgegen und besprengte mit dem Blut Bildnisse der Götter, anschließend legte er es in einer Adlerschale ab. Endlich stieß man den Körper des Opfers die Pyramidenstufen hinab.« Ich verglich 2019 deutsche Migrationspolitik mit den blutigen Opfern der Azteken. Für die »Götter der Migrationspolitik« (sprich: globale Akteure, die selbst weit weg von den Folgen ihrer Forderungen leben) opfert man nicht »nur« das Land und alles Ersparte, sondern bisweilen auch das Leben der eigenen Kinder – oder sogar das eigene. Ist es nicht das, was Deutschland in der Migrationspolitik tut? Ach, es war eine *Metapher*, aber »nur« insoweit, als nicht die »Priester der deutschen Propaganda« das Messer in die Opfer stoßen. Die neuen deutschen Priester sichern lediglich die notwendige emotionale Taubheit in der deutschen Mehrheit, damit Opferhandlungen ohne größeren Aufruhr vollzogen werden können. ## Die Frau des Huitzilopochtli [Via 9gag](https://9gag.com/gag/an7d5qV) (amerikanische Meme-Website, etwas seriöser als CNN oder Tagesschau) lernte ich dieser Tage von der »Frau des Huitzilopochtli«; und ich habe unter anderem bei [mexicolore.co.uk, 02.09.2025](https://www.mexicolore.co.uk/aztecs/ask-us/the-story-of-the-sacrifice-of-a-colhua-princess) nachgelesen. Die *Mexica* waren damals die dominierende Gruppe innerhalb der Azteken. Die verschiedenen Stämme des damaligen Amerika waren unentwegt zerstritten und führten blutige Kriege. Dennoch gelang den Mexica schrittweise eine Etablierung ihrer Dominanz. Sogar Ehen und andere Bündnisse zwischen Mexicas und Nicht-Mexicas wurden geschlossen. Die Mexica suchten den Frieden mit einem Stamm namens *Culhua*. Auf Forderung ihrer eigenen Priester (für den Gott *Huitzilopochtli*) beschlossen die Mexica, den Culhua-Mächtigen *Achitometl* direkt anzusprechen. Die Mexica boten ihm an, dass seine Tochter die »Frau des Huitzilopochtli« wird. *Achitometl* verstand offenbar nicht genau, was »Frau des Huitzilopochtli« bedeutet – und er stimmte bereitwillig zu. Seine Tochter würde geehrt werden *und* es würde Frieden geschlossen. Das klang doch prima, oder? ## Dort erkannte der Vater Nun, seine Tochter wurde tatsächlich in die Stadt *Tizaapan* gebracht und dort mit einer großen Zeremonie empfangen, wurde geehrt und gefeiert. Dann wurde sie geopfert. Gemäß alter Tradition wurde ihr die Haut vom Leib abgezogen. Ein Huitzilopochtli-Priester zog sich ihre Haut über. *Das* war es, was es bedeutete, »Frau des Huitzilopochtli« zu werden. (All das sollte übrigens rituell die Erneuerung von Leben symbolisieren, was wiederum für die Landwirtschaft nicht unwichtig ist.) Die Mexica luden sogar den Vater Achitometl ein, am Abschluss der großen Festivitäten teilzunehmen. Dort aber erkannte der Vater die Haut seiner Tochter auf dem Körper des Priesters – und er reagierte genau so, wie wir es von einem Menschen erwarten würden. Der Stamm der Culhua griff zu den Waffen, und andere Stämme schlossen sich ihnen an. Gemeinsam vertrieben sie die Mexica zurück in die Sümpfe, aus denen sie gekommen waren. ## Keine Invasionsarmee Es ist fürwahr eine schockierend und gruselige Geschichte, die wir da lesen, und über die ich bei 9gag lernte. Doch bei einem bestimmten Kommentar dazu lief es mir besonders kalt den Rücken herunter: > Schon lustig, dass selbst in der primitivsten Vergangenheit die Massakrierung eines Mädchens genügte, um eine gewalttätige und eindringende Macht zu vertreiben, während es heutzutage nicht einmal mehr genügt, rechtliche Konsequenzen zu rechtfertigen. – Es ist auch nicht wirklich sehr lustig. > > – [*Weißbrotfisch* auf 9gag.com](http://9gag.com/gag/an7d5qV#cs_comment_id=c_175664030080089386); Original English Der Kommentar von *Weißbrotfisch* erzwingt übrigens nicht, dass die jungen Männer, die *heute* zu Gast im Land sind, und von denen einige wenige jungen Mädchen schon mal etwas Böses antun, Teil einer »Invasionsarmee« sind. Für die Feststellung einer Invasionsarmee bräuchte es ohnehin Umstände wie etwa eine klare Befehlskette und definierte Ziele, die in den aktuellen Entwicklungen so nicht gegeben sind. (Auch ist es logisch möglich, dass die aktuellen Zustände und die aktuelle Ausrichtung sich erheblich von dem Ziel unterscheiden, das die globalen Akteure *wirklich* anpeilen.) Jener Kommentar stellt zuerst fest, dass *damals* die Massakrierung eines Mädchens einen kollektiven Aufschrei und eine massive kollektive Aktion motivierte. Und dass heute die brutale, zutiefst ungerechte Tötung von Mädchen nicht einmal in allem Fällen adäquate *rechtliche* Konsequenzen nach sich zieht, zumindest nicht für den Täter. ## »Was wir nicht brauchen« Vor zwei Tagen erst, im Essay [»Altparteien beschließen Kartell des Schweigens«](https://dushan.org/omerta/), erwähnte ich den Fall der 16-Jährigen, die wohl von einem irakischen Asylbewerber vor den Zug gestoßen wurde und starb. Inzwischen lesen wir, dass der Asylantrag des mutmaßlichen Täters abgelehnt worden war. *Eigentlich* hätte er gar nicht mehr in Deutschland sein dürfen. Man könnte diese ethische These aufstellen: »Jeder Politiker und jeder Behördenbeamte, der durch Unterlassung oder sogar aktive Sabotage eine wirklich wirksame Abschiebung solcher Personen verhindert, hat moralisch mitgetötet.« Wie aber reagiert der deutsche Propagandastaat? Der berüchtigte NDR titelt zitierend: »Tote 16-Jährige: ›Was wir nicht brauchen, sind Hass und Hetze‹«. ([ndr.de, 01.09.2025](https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/tote-16-jaehrige-friedland-was-wir-nicht-brauchen-ist-hass-und-hetze,friedland-130.html)). Man stelle sich nur vor, dass der Mexica-Priester damals die Haut jenes Mädchens frech vor dem Vater präsentiert und die Priester der Culhua zuerst beschwichtigend gerufen hätten: »Ja, er trägt ihre Haut als Kleid, aber was wir nicht brauchen, sind Hass und Hetze!« ## Den ewigen Wandel für immer anhalten Wir könnten die Völker des präkolonialen Amerika als brutal und barbarisch beschreiben, und zwar sowohl in Nord- als auch in Südamerika, und das wäre nicht ganz falsch. Was diese Menschen einander antaten, war teils schlicht *unmenschlich*. Nein, es ist kein angemessener Umgang mit Kriegsgefangenen, ihnen die Kopfhaut abzuziehen (und es ist eine Schande, dass die Europäer die Praxis der Skalpierung im Kampf gegen die Eingeborenen von diesen übernahmen). Nein, es ist nicht »Diversität« und liebenswürdiger lokaler Brauch, Kriegsgefangenen das Herz herauszuschneiden und es in Richtung der Sonne zu halten, um so das Klima zu beeinflussen. (Vom Blutigen abgesehen ist es allerdings ähnlich irre, seine eigene Wirtschaft zu zerstören, um durch dieses Opfer den ewigen Klimawandel nach Jahrmillionen magischerweise für immer anzuhalten.) Nein, es ist nicht menschlich, die anvertraute Tochter eines benachbarten Königs zu töten, ihr die Haut abzuziehen und diese vor dem Vater stolzierend über der eigenen Haut zu tragen. Ja, es ist schlimm, was die Azteken aneinander damals antaten. Gut also, dass wir heute so viel moralischer sind als die Azteken damals. Hmm, sind wir es wirklich? ## Damit es nicht aufschreit Als damals eine Jugendliche derart schändlich getötet wurde, folgte prompt ein kollektiver Aufschrei – und man *tat etwas dagegen*. Die Priester des heutigen Propagandastaates reagieren, indem sie das Volk ermahnen, auf keinen Fall emotional – und damit: *menschlich* - auf die sinnlose, vermeidbare Tötung eines ihrer Kinder zu reagieren. Damals setzten die Azteken die zu opfernden Menschen unter Drogen, damit diese die Zeremonie nicht durch Schmerzensschreie stören würden. Heute wird dem Volk eine Droge namens *Propaganda* eingeflößt, damit die Mütter und Väter nicht aufschreien, wenn die Töchter des Landes für die Besänftigung höherer Mächte im Namen einer vermeintlichen »Moral« geopfert werden. Wir als Kollektiv sind womöglich überhaupt keine besseren Menschen als die Azteken. Die Mehrheit steht vielmehr unter Drogen, die sie haben *stumpf* werden lassen – und eine der Wirkungen dieser Drogen ist der feste Glaube, man gehöre zu den »Guten«, wie viel Leid und Zerstörung man auch bewirkt. ## Komfortabel taub Die deutsche Mehrheit ist, [wie Pink Floyd es besang](https://youtu.be/jMJYddhb2eE?si=9L65-QNqFHouj4uf), »comfortably numb« – also etwa: »auf komfortable Weise taub gegenüber Schmerzen«. Doch, liebe Leser, glaubt bitte für keine Sekunde, es würde sich unter Merz bessern. Das Familienministerium fungiert bekanntlich de facto als deutsches Propagandaministerium, und dort wurden die Mittel für Propaganda *erhöht* ([nius.de, 29.08.2025](https://www.nius.de/politik/news/ngo-demokratie-leben-karin-prien-rechtfertigungsbrief/a9ef18b8-81d6-45ea-b910-c4f3f424f7d9)). Eine Wirkung der heutigen Propaganda-Drogen ließe sich als *ethische Zirkularität* beschreiben: »Wir sind die Guten, denn alles was wir tun, ist gut – und alles was wir tun, ist gut, denn es wurde von den Guten getan.« Solche ethische Zirkularität ist eine vom »UnsereDemokratie«-Staat injizierte Propaganda-Droge. Die Folge ist ein *moralischer Rausch*, der die Mehrheit gleichgültig hinnehmen lässt, dass ein ausreisepflichtiger Asylbewerber ein 16-jähriges Mädchen von einem Zug zermalmen lässt. Nein, wir sind womöglich gar nicht besser als die Azteken. Die Mehrheit ist bloß auf anderen und stärkeren Drogen. Für dich und mich aber bleibt als Lehre und Erkenntnis nur dies: Die Zeiten sind böse, also musst du besser werden als die Zeiten. - [Der andere große Trick](https://dushan.org/essays/spontan/) Die Verhütung durch »die Pille«, sprich: Hormone, verändert laut neuen Studien das Gehirn, die Gefühle und die Erinnerung. Man fragt sich, was sonst noch in unser Denken eingreift! (Und wie »frei« der Mensch wirklich in seinen Gedanken und Gefühlen ist.) Frauen neigen häufiger zu »linken« Standpunkten. Das ist nicht bloß deine oder meine Wahrnehmung, das ist statistisch belegt ([news.gallup.com, 7.2.2024](https://news.gallup.com/poll/609914/women-become-liberal-men-mostly-stable.aspx), [bbc.com, 23.8.2025](https://www.bbc.com/news/articles/cqxg89jzvl1o)). Ich habe eben »linken« vor den Standpunkten in Anführungszeichen geschrieben, denn natürlich ist *Linkssein* heute etwas sehr anderes als im vergangenen Jahrhundert (und damit: Jahrtausend). Heute steht »links« für emotionalisierten, außer-rationalen Gehorsam. Die tatsächlichen Inhalte »linker« Standpunkte können einander widersprechen oder auf Befehl wechseln. Es sind nicht die Inhalte, die einen Standpunkt »links« machen, sondern die Kombination aus Autoritätshörigkeit und primitiver Emotionalität (Angst, Ausgrenzung von Andersdenkenden). Und ja, derart »linke« Politik wird statistisch häufiger von Frauen unterstützt. ## Weiter hochdrehen! Wenn ihr nun meint, liebe Leser, diese ersten beiden Absätze in Kombination seien bereits *schwierig* oder *kontrovers*, lasst mich die gefühlte Raumtemperatur weiter hochdrehen! In ernsthaften wissenschaftlichen Studien mit Gehirn-Scans hat sich gezeigt, dass die regelmäßige Einnahme der sogenannten Anti-Baby-Pille (ein Kompositum wie eine Waffengattung!) die Gehirne der derart verhütenden Damen konkret verändert. Siehe etwa [apa.org, 01.09.2025](https://www.apa.org/monitor/2025/04-05/birth-control-brain): »How birth control pills affect the brain«, und ganz aktuell [neurosciencenews.com, 29.8.2025](https://neurosciencenews.com/hormonal-contraceptives-memory-emotion-29638/): »Hormonal Contraceptives Influence Memory of Emotional Events« (Studie veröffentlicht in *Hormones and Behavior, Okt. 2025*, siehe [sciencedirect.com](https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0018506X2500131X?via%3Dihub)). Diese messbaren Veränderungen aber – und das ist ja das Interessante! – gehen mit verändertem Fühlen und Erinnern einher. ## Veränderungen gehen einher Hormonell verhütende Frauen, so die Forscher, reagieren zum Beispiel emotional intensiver auf emotional stimulierende Bilder. Interessanterweise konnten sie sich weniger detailliert an negative Ereignisse erinnern. Und diese Veränderungen gehen einher mit messbaren Veränderungen des Gehirns. Es ist ja schon länger bekannt, dass der Beginn der Verhütung durch »die Pille« bereits im Jugendalter unter anderem die Größe des *Hippocampus* und der *Grauen Substanz* beeinflusst ([pubmed.ncbi.nlm.nih.gov, 8.9.2024](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39245916/)), was übrigens auch einen Einfluss auf den Umgang mit *Angst* hat. Könnte also nicht nur die spezielle Struktur des weiblichen Gehirns, sondern dazu die massenhafte Einnahme der Pille einen Einfluss auf politische Einstellungen von Frauen haben? ## Nicht Frauenkleider und Schminke Nun, ein Zyniker würde sagen: Wenn die Pille zu verstärkten emotionalen Reaktionen führt, aber auch zur Verdrängung negativer Erfahrungen, dann wären damit womöglich die *Teddybär-Werferinnen* und »Willkommensklatscherinnen« von 2015 erklärt. Ein Realist könnte hier auch anmerken, dass solche Untersuchungen auch ohne das Thema »Hormonpille« die Unterschiedlichkeit weiblicher und männlicher Gehirne belegen und damit nebenbei den Trans-Irrsinn widerlegen: Nicht Frauenkleider und Schminke oder gar Operationen, sondern wohl eher der Austausch des *Gehirns* und ein ganz anderer Hormonhaushalt würden einen Mann *wirklich* »zur Frau machen«. Wenn ihr euch bis hierhin in diesen Essay hineingearbeitet habt, kocht euer Blut vielleicht, ob aus zustimmender Empörung – oder aus Wut über meine Dreistigkeit, diese Erkenntnisse und Thesen so *locker flockig* aneinanderzureihen. ## Ein paar logische Schritte Erlaubt mir hier also eine finale Volte! Denn: Es sind nicht speziell die weiblichen Hormone, die mich beschäftigen. Nicht die Hormonpillen, und nicht sonstiges hormongesteuertes Verhalten – ob bei Männlein oder Weiblein. Die Lehre, die ich *für mich* (als schreibender Mann) und damit für euch (als Leser in unterschiedlichen Lebenslagen) daraus ziehen will, ist allgemeiner – und *brutaler*. – Geht bitte mit mir ein paar logische Schritte ab! *Prämisse:* Es ist belegt, dass *ein* Mensch in unterschiedlichen hormonellen Zuständen zu unterschiedlichen Bewertungen derselben Situation gelangen kann. *Daraus folgt:* Es ist realistisch vorstellbar, dass *ein* Mensch innerhalb eines Zeitraums von einigen Monaten, vielleicht innerhalb von nur Wochen oder sogar nur Stunden, zu alternativen, sogar einander widersprechenden Einschätzungen derselben Situation gelangen kann. *Das aber scheint zu belegen:* Das spontane Denken (und Fühlen!) des Menschen ist weit mehr von außen beeinflusst, als ihm bewusst ist. Damit ist der »spontane« Mensch aber viel weniger *frei*, als ihm bewusst ist! (Und ja, natürlich fragt man sich, welche *anderen* in der Bevölkerung verteilten Stoffe *außerdem* das Denken und Fühlen der Menschen manipulieren …) ## In derselben Lage eine Schlägerei Dass dein Gehirn von äußerer Stimulierung in seiner Struktur und Funktionsweise beeinflusst wird, gilt für Männlein wie für Weiblein. Und wenn Person A als Reaktion auf Gefahr in Tränen ausbricht, während Person B in derselben Lage eine Schlägerei anzettelt, dann ahnen wir, welches reagierende Gehirn welchem Geschlecht angehörte (und wenn es anders ist, verspüren wir Irritation oder sogar Abscheu). Diese Unterschiedlichkeiten sind aber nicht mein Thema heute, sondern: Der Mensch muss denkend zu der Erkenntnis gelangen, dass sein Denken und Fühlen, dass seine emotionalen und damit moralischen Einschätzungen von Zuständen abhängen, die das Gehirn in dem Moment nicht beeinflussen kann. Ja, sogar deine Erinnerungen und damit die Faktenlage sind abhängig von Hormonen und anderen »äußeren« Einflüssen. ## Mal hierhin und mal dorthin Was also tun? Ist unser Denken wirklich dem Zufall ausgeliefert, umherwehend wie Spreu im Wind? Wie Wellen auf dem See, mal hierhin und mal dorthin wandernd, wohin gerade die Brise weht? Jein. Der Mensch ist frei, als Alternative zur Beliebigkeit ein »Gerüst« zu wählen, das über den Tag hinaus Bestand hat. Ja, es sollte ein fertiges, möglichst seit vielen Generationen bewährtes Gerüst sein. Nein, es ist aussichtslos, sich selbst ganz allein ein moralisches Gerüst zu bauen. Allein sein eigenes moralisches Gerüst zu bauen, ist etwa so aussichtsreich, wie selbst und allein ein mehrstückiges Haus planen und bauen zu wollen – ohne Ausbildung in Architektur, Statik, Baurecht, Elektro und so weiter. Man könnte meinen, dass moralische und ideologische Gerüste zwingend eine *Unfreiheit* darstellen, doch das ist ein geradezu *teuflischer* Denkfehler. Der größte Trick des Teufels bestand bekanntlich darin, die Welt glauben zu lassen, dass er nicht existiert (siehe dazu [Essay vom 14.7.2025](https://dushan.org/der-groesste-trick-des-teufels/)). Der *andere* große Trick aber bestand darin, die Menschen glauben zu lassen, dass stets ihren eigenen, spontanen Eingebungen und Ideen zu folgen »Freiheit« sei. ## Wichtig und notwendig Wenn du ein moralisches Gerüst *wählst* (neudeutsch: ein *Framework*), dann hast du diese Entscheidung bewusst getroffen, und damit warst du darin *frei*. (Wenn deine Eltern aus guten Gründen diese Entscheidung *für dich* trafen, ist es wichtig und notwendig, dass du diese Entscheidung später selbst prüfend hinterfragst und entweder bestätigst – oder korrigierst.) Wenn du aber *kein* moralisches Gerüst wählst, wenn du vielmehr deine Bewertungen »spontan«, »nach Bauchgefühl« und »intuitiv« triffst, dann bist du tatsächlich eine Marionette deiner Hormone und anderer Zufälligkeiten. ## Die Freiheit der Murmel Der Mensch mit gewähltem und gründlich erforschtem Wertegerüst ist wie ein Wanderer, der bewusst seinen Weg wählt und sich dann Schritt um Schritt den Berg erarbeitet. Der »spontane« Mensch aber ist wie eine fallengelassene Murmel, die zufällig die Straße entlangkullert, hier und dort abprallend – um schließlich in der Kanalisation zu landen, zusammen mit all den übrigen »spontanen« und »intuitiven« Murmeln. Ich halte an dieser Stelle kein Plädoyer für diese oder jene medizinische Maßnahme (unabhängig davon, ob ein von mir gewähltes Framework eine bestimmte Bewertung vorgibt). Ich rede hier über die Tatsache, dass dein Gehirn und damit dein Fühlen, dein Denken und deine Erinnerung von Faktoren außerhalb des Gedachten beeinflusst werden können. ## In Wahrheit ganz anderen Wenn du dich zuerst oder zuletzt auf dein Denken und Fühlen im Moment verlässt, bist du in etwa so »frei«, wie das Blatt im Wind »frei« ist. Irgendwem musst du dienen, mein Sohn, so sang Bob Dylan und [so schrieb ich 2018](https://dushan.org/gotta-serve-somebody/), und es gilt für Töchter und Söhne gleichermaßen. Irgendwem *wirst* du dienen. Wähle (und dann studiere) dein moralisches Gerüst, sprich: wem du »dienst«. Nur lass die Instanz, der du »dienst«, nicht dein »Bauchgefühl« oder deine »Intuition« sein, denn das würde bedeuten, in Wahrheit ganz anderen Mächten zu dienen. - [Altparteien beschließen Kartell des Schweigens](https://dushan.org/essays/omerta/) Zustand Deutschlands in 2 Meldungen: Abgelehnter irakischer Asylbewerber soll 16-Jährige vor Zug gestoßen haben, und jetzt ist sie tot. In Köln beschließen die Altparteien derweil eine Omertà, sprich: ein Kartell des Schweigens zum Thema Migration. Zwei aktuelle Meldungen, und zwar *zusammen*, stehen für den Zustand Deutschlands. Die erste Meldung: »Abgelehnter Asylbewerber festgenommen: Iraker soll Mädchen († 16) vor Zug gestoßen haben« ([bild.de, 29.08.2025](https://www.bild.de/regional/niedersachsen/abgelehnter-asylbewerber-festgenommen-iraker-soll-maedchen-16-vor-zug-gestossen-haben-68b1b9198c33b226bcaec6b1)). Die zweite Meldung: »Bizarre Wahlkampf-Einigung in Köln: Parteien verpflichten sich, nur positiv über Migration zu sprechen« ([bild.de, 28.08.2025](https://www.bild.de/politik/inland/wahlkampf-bizarr-koelner-parteien-sollen-nicht-ueber-fluechtlinge-reden-68b018bad492032667a5d6dd)). Ach, ich denke beinahe *sehnsüchtig* an die Zeit zurück, als wir zum ersten Mal halb-ironisch seufzten: Gebt uns neue Verschwörungstheorien, die alten wurden inzwischen alle bestätigt! Ähnlich will man heute schimpfen: Gebt uns neue Übertreibungen, die alten beschreiben schlicht die neue Realität! ## Zuletzt zur Umkehr Übertreibungen, Zuspitzungen, Polemiken: Diese rhetorischen Werkzeuge sollen das Publikum wachrütteln. Sollen gefährliche Entwicklungen aufzeigen. Sollen warnen und mahnen – um zuletzt zur Umkehr und Besserung zu bewegen! Ähnlich die Vokabeln der Attacke in der politischen Debatte. Um im Lärm der Alltäglichkeit durchzudringen, bringt man die Schwächen, Fehler und gefährlichen Fehleinschätzungen des Gegners auf einen griffigen und aggressiven Punkt. Als Beispiel: Von den frühen Grünen hat die AfD den Kampfbegriff *Altparteien* übernommen. Jeder versteht: Die *übrigen* Parteien sind »alt« im Sinne von *etabliert, aber verkrustet und irrelevant*. Nur die neue Partei kann neue, relevante Lösungen anbieten. Deutlich aggressiver als das Konzept *Altparteien* ist dagegen der Kampfbegriff *Kartellparteien*. *Kartell*, das impliziert illegale Absprachen, illegale Aufhebung von Marktmechanismen und Ausschluss kleinerer Mitbewerber, und all das zum massiven Nachteil der Kundschaft. ## Alt-CDUler aber nicht Ein Begriff wie *Kartellparteien* sollte natürlich eine *Übertreibung* sein. Ein politisches Kampfwort, das auf gefährliche *Tendenzen* hinweist. Bedenken wir etwa die unwürdigen Zustände im Bundestag, wo die umfirmierte Mauermord-Partei einen Bundestags-Vize stellen kann, die Partei der Alt-CDUler aber nicht. Bedenken wir die sogenannte *Brandmauer*, die nichts anderes als ein Kartell der Altparteien gegen die Opposition ist. In der Wirtschaft wäre eine »Brandmauer« gegen kleinere Konkurrenz ein Fall fürs Kartellamt und damit illegal. In der Politik aber wird die undemokratische Kartellbildung als hochmoralisch verkauft. Bedenken wir auch den Gleichschritt der Parteien zu Zeiten des [Coronatheaters](https://dushan.org/coronatheater/). »Das organisierte Vergessen« titelt der Spiegel und schreibt, »dass ein überparteiliches Kartell des Schweigens eine Aufarbeitung« verhindert. (Bevor ihr euch aber wundert: Ich habe hier bloß perfide zitiert, nämlich einen Artikel über Stasi-Verstrickungen in Brandenburg – [aus dem Jahr 2010](https://www.spiegel.de/politik/das-organisierte-vergessen-a-2c9b4665-0002-0001-0000-000068785419).) Wilde Verschwörungstheorien wurden zu den schulterzuckend hingenommenen Nachrichten des Tages. Und scharfe Kampfbegriffe wurden zu recht präzisen Beschreibungen des »demokratischen« Betriebs. ## Auch noch stolz darauf Die Altparteien in Köln beschließen nun öffentlich – und sind auch noch stolz darauf – nichts weniger als ein *Kartell des Schweigens*. Ein *Kartell des Schweigens* nennt man auf Italienisch: *cartello del silenzio*. Das *Kartell des Schweigens*, auch *Omertà* genannt, ist ein Begriff aus der Mafia-Welt. Die Kartellparteien von Köln haben für den »Wahlkampf« eine Omertà zum drängendsten aller politischen Probleme beschlossen. (Eine weitere politische Kampfvokabel ist die *Demokratiesimulation* – doch die Kartellparteien *simulieren* nicht einmal mehr demokratische Gesinnung!) *Warum* aber etablieren gewisse Organisationen ein Schweigekartell? Fragt einfach die Künstliche Intelligenz eures Vertrauens! [ChatGPT erklärte mir](https://chatgpt.com/share/68b3db79-3164-8010-8479-05bdb4042534), der Zweck der Omertà sei »der Schutz der eigenen Macht, die Vermeidung von Strafverfolgung und die Aufrechterhaltung der Strukturen durch Angst und Konformität«. »Ein „Kartell des Schweigens“ ist kein offizielles Kartell im ökonomischen Sinn, sondern ein Metapher für eine Schweigegemeinschaft, deren Zweck der Machterhalt und die Verhinderung von Aufdeckung ist.« Wir lesen über die Motivation der Mafia für ihr Schweigekartell, und wenn wir etwas unachtsam sind, dann könnte es doch glatt passieren, dass wir etwas verwechseln und diese Motivation für die Motivation der Politik halten! ## Was schlimmer ist In Deutschland sterben immer wieder Menschen durch die Hand von Männern, die eigentlich gar nicht im Land sein dürften, und die Verantwortlichen beschließen, darüber zu schweigen. Ich habe keinen Zweifel, dass sowohl die Mafia als auch die Kartellparteien hochmoralische Gründe angeben werden, warum es die Omertà braucht. Doch wir alle ahnen, dass die *wahren* Gründe, warum die Kartellparteien ihr Machtkartell zum Schweigekartell erweitern, erschreckend präzise den entsprechenden Gründen der Mafia ähneln. Der tschechische Präsident Miloš Zeman wird gelegentlich (aber wohl fälschlich) zitiert mit Erörterungen zur Frage, ab welchem Punkt man sagen kann, dass ein Land [»von Idioten regiert«](https://dushan.org/von-fuenfzehnjaehrigen/) wird. Ach, man möchte heute seufzen: Wenn die Politiker doch »nur« Idioten wären – und nicht womöglich etwas, das schlimmer ist als bloß *Idioten*. - [Das Problem sind die Midwits](https://dushan.org/essays/midwits/) Die »gebildete« Mittelschicht ist einfach zu manipulieren, das ist bekannt. Die Masse will gehorchen, so fühlt sie sich sicher. Spannend ist dagegen, wie häufig die Leute an den Rändern, die Einfachen und die Genies, zu identischen Erkenntnissen gelangen. Ich sage euch, und ihr werdet mir bald zustimmen: Das Problem sind *die Midwits*. Alles, wofür unsere Vorfahren gearbeitet haben, alles, was wir für unsere Kinder erhofft haben – alles wird an den *Midwits* zugrunde gehen. Zuerst werden die Midwits jene vernichten, die zu vernichten ihnen aufgetragen wurde. Nein, genauer: Die Midwits werden dankbar und zufrieden sein, wenn es *erledigt wird*. Und dann wird man die Midwits ausbluten lassen, wie Schafe zum Opferfest in Deutschlands Badezimmern. Und nicht wenige dieser Midwits werden auch dazu ihre Zustimmung blöken. Dass es aber stimmt, was ich hier über die Midwits und ihre Wirkung sage, ist dadurch belegt, dass selbst wenn ihr das Wort »Midwits« noch nie gehört haben solltet, ihr dennoch wisst, wer und was die Leute sind, über die ich hier rede. ## Lasst mich erklären! Zu den Wahrheiten, die der Mensch früh im Leben gelernt haben sollte, und die er doch erst später begreifen wird (wenn überhaupt), gehört jene Erkenntnis, die im »IW Bell Curve / Midwit«-Meme codiert ist (siehe [knowyourmeme.com](https://knowyourmeme.com/memes/iq-bell-curve-midwit)). Ihr kennt gewiss die *Bell-Kurve*. Das ist die mathematische Darstellung einer statistischen *Normalverteilung*, und sie sieht wie eine Glocke aus. (Siehe auch den Essay [»Die Zweiteilung der Glocke«](https://dushan.org/die-doppelte-glockenkurve/), veröffentlicht Anfang dieses Jahres.) Als Beispiel: Die Körpergröße einer Gruppe von Menschen ähnlicher Genetik wird sich voraussichtlich als Glocke verteilen. Die wohl bekannteste aller Glocken aber beschreibt die »normale« Verteilung menschlicher Intelligenz, gemessen und beziffert via IQ, »Intelligenzquotient«. Um diese IQ-Glockenkurve aber geht es beim *Meme* mit den Midwits. Wir sehen eine Kurve mit der bekannten IQ-Normalverteilung. Links von der Glocke sehen wir einen am Kopf deformierten »Dummen«. Rechts sehen wir einen Klugen in Mönchsrobe. Ganz oben aber, auf der Spitze der Normalverteilung-Glocke und als Repräsentant der »normalen Masse«, sehen wir einen prototypischen Woken (Problemfrisur, Problembrille, gefletschte Zähne und doch tränenreich heulend). Alle drei Figuren »sagen« etwas, äußern eine Meinung, eine Erkenntnis. Die als »woke« gezeichnete Person – in diesem Kontext: die »gesellschaftliche Mitte« – plappert hier die bekannten Allgemeinplätze nach, die erlaubten Meinungen und die Tagesparolen der Propaganda. Der eigentliche Witz dieses Witzes liegt aber darin, dass der Dumme und der Kluge exakt dasselbe sagen! ## Und viel zu viel Ja, zu den Wahrheiten dieses Lebens gehört tatsächlich, dass die Klugen und die Einfachen in ihren Meinungen und Einschätzungen auffällig oft zur selben Einsicht gelangen. In der Mitte und Mehrheit aber, in der halbgebildeten Masse, finden sich *die Midwits*. Das Wort wie auch der Begriff »Midwit« kombinieren die Begriffe *middle* und *nitwit*. Ein *Nitwit* ist, etymologisch gedeutet, ein Mensch mit einem Verstand (*wit*) so klein wie das Ei einer Laus (*nit*), sprich: ein Trottel. Die *Midwits* sind *die Trottel der Mitte*. Ein Midwit ist zumeist nicht wirklich dumm – das ist ja seine Tragik *und* seine Schuld! Tatsächlich kann der Midwit durchaus schreiben und lesen. Er *könnte* wissen, wenn er nur wissen wollte. Der Nidwit bestreitet brav seinen Lebensunterhalt, vermutlich in einem Bürojob, und zahlt sehr brav (und viel zu viel) Steuern. Nein, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten und brav Steuern zu zahlen ist wahrlich nicht kritikwürdig. Das Problem ist, dass wenn *Midwits* solche Erfolge erstreiten und zugleich auch noch die Mehrheit einer Gesellschaft bilden, sich bei ihnen eine Zufriedenheit einstellen kann, die an jenen Mann erinnert, der aus dem Fenster im zehnten Stock fällt und auf Höhe des zweiten Stockwerks erklärt: »Bis hierhin ist alles gutgegangen.« (Siehe auch den Essay [»Schon wieder eins – und noch eins!«](https://dushan.org/die-drohungen/).) ## Als es scheinen soll Der Typ namens »Midwit« ist verwandt mit jenen, von denen ich im März dieses Jahres schrieb: [»Die Mittelschicht versteht den Verrat nicht«](https://dushan.org/mittelschicht-versteht-verrat-nicht/). Schon viel früher aber, nämlich 2018, warnte ich vor diesen Leuten (ohne sie »Midwits« zu nennen): [»Misstraut den Gebildeten!«](https://dushan.org/misstraut-den-gebildeten/) Jacques Ellul erklärte im Buch *Propaganda*, dass die »Bildung« der Mittelschicht tatsächlich daraus besteht, Autoritäten nachzuplappern. Diese »gebildete« Mittelschicht ist am einfachsten durch Propaganda zu steuern. Die Armen und Einfachen wurden vom Leben gelehrt, misstrauisch zu sein, die Reichen und Erfahrenen ebenso. Beide lernten Misstrauen gegenüber *allen* Mitmenschen, und sie bedenken stets die Möglichkeit, dass die gegebene Situation eine ganz andere ist, als sie scheint. Dass die wahre Wahrheit oft eine sehr andere ist, als von den Autoritäten behauptet wird. ## Und auch sonst Vermeintlich »einfache« Menschen wissen, dass Mann, Frau und ihre Kinder eine Familie bilden. Sie wissen dass ihrer Seele ohne Religion das Fundament *und* die Sprache fehlen. Dass Menschen ohne Zuhause und Vaterland heimatlos sind – und ohne Volk allein. Zu genau denselben Erkenntnissen gelangen aber auch die wirklich klugen Leute, die Weisen und die Erfahrenen! Im letzten Drittel ihres Lebens kehren die Weisen unter den Erfahrenen oft genug zur Religion zurück. Oder sie entdecken sie erst. Und auch sonst schätzen sie manchen Wert neu, über den sie in der Midwit-Phase ihres Lebens abschätzig lächelten. (Ja, sogar bei den »verbotenen« Gedanken gleichen sich bisweilen die Einfachsten und die Genies auffällig.) Was aber nützt dem Volk die Weisheit der Einfachen, die Brillanz der Genies oder die Erfahrung der wenigen, die beim Älterwerden die Augen offenhielten, wenn es die *Midwits* sind, welche das Schicksal *aller* Menschen bestimmen? ## Sie sind es, die anzeigen Das habe ich über die Menschen und ihr Schicksal gelernt: Willst du so nah wie irgend möglich an die Wahrheit gelangen, höre auf die Einfachen und auf die Genies, die beide »am Rand« leben. (Doch bleibe vorsichtig: Nicht jeder, den man einen Verrückten nennt, wird darin verkannt.) Doch höre auch auf die *Midwits*, die *Trottel der Mitte*. Ja, sie sind die ewig irrende Masse, doch sind sie es auch, die anzeigen, wohin unsere Reise *wirklich* geht. Wenn du wissen willst, wohin der Schäfer unterwegs ist, und er will es dir nicht verraten, dann prüfe einfach, wohin die Schafe unterwegs sind. (Doch berate dich nicht mit Schafen, wohin *deine* Reise gehen soll.) - [Täter, Zuschauer, Angegriffene – und du bist was?](https://dushan.org/essays/minneapolis/) In Minneapolis hat eine Transfrau zwei katholische Kinder beim Beten ermordet, 17 weitere Menschen verletzt, dann sich selbst gerichtet. Die Täterin litt offenbar an verschiedenen Wahnvorstellungen. Welche Verantwortung trägt ihre Umgebung? An einer katholischen Grundschule in Minnesota (Minnesota, USA) hat die Transfrau *Robin Westman* zwei Schulkinder getötet und 17 weitere Menschen verletzt ([nypost.com, 27.08.2025](https://nypost.com/2025/08/27/us-news/minneapolis-catholic-school-gunman-idd-as-robin-westman-while-possible-manifesto-shows-psychotic-obsession-with-mass-shooters/)). Der Mordanschlag fand während einer Morgenmesse statt. Die Täterin war mit einem Gewehr, einer Schrotflinte und einer Pistole bewaffnet. Sie schoss durch die Kirchenfenster und richtete sich dann selbst. Die Täterin war ein männlich geborener Mensch, der sich als Frau »identifiziert«, und sie hinterließ ein in den sozialen Medien verbreitetes »Manifesto«, aber auch Videoaufnahmen des mit zahlreichen Slogans beschriebenen Gewehrs. Die Umschreibung zur Frau geschah mit Unterstützung der Mutter, die früher mit genau der Schule verbunden war, die jetzt attackiert wurde. Dass wir aber die seelischen Kämpfe und den Identitätswechsel der Attentäterin zum Thema machen, ist legitim, denn sie tat es in ihrem Manifest ja auch. ## Vor allem aber die Sorge Der Bürgermeister von Minneapolis, [Jacob Frey](https://en.wikipedia.org/wiki/Jacob_Frey), wies darauf hin, dass Gebete für die Verstorbenen nicht genug sind ([aol.com, 27.8.2025](https://www.aol.com/don-t-offer-thoughts-prayers-161416783.html)), da die Ermordeten doch gebetet hatten, als sie ermordet wurden. Vor allem aber schien ihn die Sorge um die »Trans-Community« umzutreiben. Später im TV ([@nicksortor, 28.08.2025](https://x.com/nicksortor/status/1960849858144706612)) betonte Frey ausführlich, es sei keiner *Gruppe* die Schuld an dieser Tat zu geben. Frey ist »Democrat«, und wir wissen aus Erfahrung, dass, wenn Berufslinke gegen das Denken in Gruppen wettern, sie oft davon ablenken (wollen), dass eine ihnen am Herzen liegende Gruppe in dieser oder jener Hinsicht auffällig ist. (Am Sarg des Gewalttäters George Floyd weinte und schluchzte derselbe Bürgermeister sehr tränenreich, und mir ist nicht bekannt, ob er da auch die Gruppenblindheit predigte.) Es ist nicht der erste Mordanschlag, bei dem eine Person mit transsexueller Selbstbeschreibung die Täterin war. Und es gehört inzwischen zum Ritual amerikanischer Medien und linker Politik, nach jedem Anschlag aufs Neue zu »faktenchecken«, dass der Trend kein Trend ist (siehe etwa [apnews.com, 30.03.2023](https://apnews.com/article/fact-check-transgender-nashville-shooting-misinformation-cd62492d066d41e820c138256570978c), [eu.usatoday.com, 28.08.2025](https://eu.usatoday.com/story/news/factcheck/2024/02/23/transgender-nonbinary-mass-shootings-rare/72676388007/), [newsweek.com](https://www.newsweek.com/mass-shootings-transgender-perpetrators-1790854))). Ähnlich wie bei islamistischen Anschlägen in Deutschland die erste Sorge deutscher Politiker und Journalisten zuerst der islamischen Community gilt, gilt in den USA nach einem Trans-Anschlag die eigentliche Sorge linker Journalisten und Politiker zuerst der Trans-Community. ## Tausendmal mehr »Erkenne dich selbst!«, so gaben die alten Griechen uns zum Auftrag, und das bedeutet mir auch: Erkenne die Zeiten, in denen du lebst. Im Juni schrieb ich einen Essay mit dem Titel [»Und dann spürte ich, dass das Böse existiert«](https://dushan.org/das-boese-existiert/). Darin beschrieb ich meine erste Reaktion und meine späteren Gedanken, als ich zum ersten Mal »in echt« ein Mädchen traf, dem man zwecks »Geschlechtsumwandlung« die Brüste abgeschnitten hatte. Mir wurde damals bewusst: Das Böse existiert, sehr real, und es wirkt in unsere Gesellschaft hinein. Das, was unsere klügeren Vorfahren einst »Dämonen« nannten, es existiert. Und es hat Jünger und Handlanger in jenen Kreisen, die sich »Eliten« oder »die Wissenschaft« nennen. Und es zerstört die Leben von Kindern. Natürlich ist die Täterin von Minneapolis selbst verantwortlich für diese schreckliche Tat. Und doch trägt die Umgebung, welche die offensichtlich auf mehrere Arten wahnhafte Person in ihrem Wahn bestätigte, *auf einer anderen Ebene* eine moralische Mitschuld. Nein, sogenannte Trans-Personen (so der Begriff überhaupt einen Sinn ergeben kann) sind keine Dämonen. Es sind Menschen, oft leidend. Doch Trans-Ideologie ist ein Einfallstor, so scheint mir heute, für jenes, was man einst *das Dämonische* nennen sollte. Es ist vielleicht kein Zufall, dass Trans-Aktivisten so sehr darauf erpicht scheinen, sich als solche in Kindergärten und Schulen zu präsentieren. Warum nicht in Altersheimen? Von allen sexuell konnotierten Verdächtigungen abgesehen: Kinder sind formbarer und darum als Zielgruppe für eine ideologische Durchsetzung besonders »nützlich«. Vor allem aber: Kinder sind eine Gefahr für *jede* Ideologie, wenn sie sich schon als Kinder auf den Weg machen, durch ein besseres Leben diese Ideologie zu widerlegen, deshalb muss jede Ideologie sie möglichst früh indoktrinieren. ## Auf den Rändern [»Wieviel Teufel steckt in der Politik?«](https://dushan.org/wie-viel-teufel/), so fragte ich im Jahr 2023. Eine Politik, die Menschen mit schweren Wahnvorstellungen im Wahn bestätigt, statt sie schnell zu stoppen, ist nicht ohne Teuflisches vollständig zu erklären. Es ist vielleicht kein Zufall, dass die Täterin von Minneapolis auf den Rändern der Blätter ihres Manifests auch okkulte Symbole gekritzelt hatte. Auf ihrem Gewehr und in ihrem Manifest hatte die Täterin übliche linke Sprüche notiert, etwa Mordaufrufe gegen Trump, aber auch gröbsten Antisemitismus. Und doch ging sie weder in eine Synagoge noch auf eine MAGA-Kundgebung. Die Täterin griff die *Annunciation Catholic School* an, die Schule der *Verkündigung*, und sie ermordete Christenkinder, während sie beteten. Der Teufel ist böse, aber nicht dumm, und deshalb attackiert er die, die er am meisten fürchtet – alle anderen *verführt* er. (Oder er lässt sie einfach ignorant vor sich hinleben, mit Banalitäten ihr Leben vergeuden, solange sie ihm nicht im Wege stehen.) ## Die Menschen glauben zu lassen Der Mord von Minneapolis spaltet die Gesellschaft nicht, sondern beleuchtet aufs Grellste eine längst existierende Spaltung. Es ist (inzwischen?) eine Spaltung und Teilung in *drei* Gruppen. Die *erste* Gruppe der Gesellschaft macht sich zum Werkzeug jener Mächte, die man einst als *dämonisch* und *böse* beschrieb (und die das noch immer sind, in welchen Worten man sie auch aktuell beschreibt). Die *zweite* Gruppe versucht, »sich herauszuhalten«. Jene Gruppe wird beschrieben *und* bewertet von jener alten Erkenntnis, dass es [»der größte Trick des Teufels«](https://dushan.org/der-groesste-trick-des-teufels/) war, die Menschen glauben zu lassen, dass er nicht existiert. Die *dritte* Gruppe aber sind jene, die vom Dämonischen *attackiert* werden. Die betenden Kinder. Betende Eltern rund um den Globus. Jene, welche das Dämonische als seinen Feind ausmacht. ## »comfortably numb« Die erste Gruppe ist an sich selbst berauscht – bis es oft jäh vorbei ist. Die zweite Gruppe will so sein, wie es Pink Floyd als »comfortably numb« beschreibt. Frei übersetzt: »komfortabel abgestumpft«. Die dritte Gruppe aber ist die, die attackiert werden wird, die *zugleich* Angst und *keine* Angst haben wird. Es ist – und das ist zweifellos unangenehm – jene Gruppe, welche gelernt hat, die andere Wange hinzuhalten und selbst den Feind zu lieben. ## Quartum non datur Du bist Handlanger, Leugner oder Angegriffener. Quartum non datur, ein Viertes ist nicht gegeben. Das Böse *existiert*, und es greift Menschen an. Zuerst greift das Böse jene an, welche es am meisten fürchtet, von deren Verderben es sich den meisten »Gewinn« verspricht. Wenn du in diesen Tagen *nicht* vom Bösen angegriffen wirst, heißt das, dass das Böse in dir keine Gefahr sieht. Vielleicht stimmt es auch gar nicht mit den *drei* Gruppen, und es sind doch nur *zwei*. »Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich«, sagt Jesus (Matthäus 12:30). Du fürchtest aber, dass und wenn das Böse dich angreifen wird? Fürchte tausendmal mehr, wenn das Böse dich *nicht* angreift! - [Elons gerechter Krieg](https://dushan.org/essays/elons-gerechter-krieg/) Elon Musk steigt in juristische Kriegsführung ein. In Großbritannien, wo übler Sumpf das Land niederdrückt. Über NGOs führen Milliardäre schon lange »juristischen Krieg«, siehe Deutschland. Neu wäre, dass Lawfare FÜR und nicht GEGEN das Volk geführt wird. Eine der bald traditionellen Eigenarten unserer britischen Nachbarn sind die »Grooming Gangs«. Diese »Grooming Gangs« sind Banden von Männern mit Einwanderungshintergrund, oft aus Pakistan. Es ist schlicht organisierter Kindesmissbrauch, mit einer vierstelligen Zahl britischer Mädchen, die von diesen Männern missbraucht wurden ([siehe engl. Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Grooming_gangs_scandal)). Britische Regierung und Polizei erwecken seit Jahrzehnten den Eindruck, diese Taten ignorieren und verschweigen zu wollen, womöglich aus Angst vor Rassismus. Elon Musk zählt zu denen, die sich auch bei den deutschen »Guten« damit unbeliebt machen, auf diese Missstände hinzuweisen. Ich selbst schrieb etwa diesen Januar auf X: > Nach Jahren des Verschweigens durch den Mainstream wird der Massenmissbrauch von Mädchen in Großbritannien etwas publik, und worüber regen sich deutsche Eliten auf? Darüber, dass es dank Musk publik wird. Warum eigentlich? ([@dushanwegner, 05.01.2025](https://x.com/dushanwegner/status/1876014256203890892)) Im selben Januar fragte ich in Essay-Form: [»Was ist in Großbritannien los?«](https://dushan.org/grossbritannien-spinnt/) Elon Musk schrieb damals: > Starmer was deeply complicit in the mass rapes in exchange for votes. ([@elonmusk, 06.01.2025](https://x.com/elonmusk/status/1876243077565972695)) Auf Deutsch sagt Musk also: »Starmer war im Austausch für Stimmen sehr stark beteiligt (oder: war mit verantwortlich) an den Massenvergewaltigungen.« Großbritannien, so scheint es, ist ein moralischer Sumpf, und Keir Starmer wirkt wie die perfekte Verkörperung dieses »modernen« Großbritanniens. Manche sagen: Charles und Starmer zusammen. Jetzt aber komme, äh, »etwas Bewegung« in dem britischen Sumpf – von außen. Lasst uns darüber reden, doch erst ein kurzer *Exkurs zum Krieg*. ## Von anderen Waffen Krieg wird bekanntlich nicht nur mit Panzern und Bomben geführt. Wenn das Ziel eines Krieges die Macht über ein Land ist, das Plündern seiner Ressourcen oder die Unterwerfung oder Auslöschung seiner Bewohner, dann existieren auch andere, nicht-ballistische Waffen. Ich habe mehr als einmal über Aspekte dieser »alternativen Kriege« geschrieben. Etwa 2020 im Essay [»Die Gentleman-Strategie«](https://dushan.org/gentleman-strategie/). Dort beschrieb ich etwa, wie sich Länder und Völker besiegen lassen, indem man sie via »Moral« indoktriniert, sich wie Besiegte zu benehmen. Mit »Moral«, also »Toleranz« et cetera, lässt sich vor allem der »gebildete Mittelstand« dazu bewegen, seine Niederlage und Vernichtung vorwegzunehmen. Eine Form nicht-ballistischer und oft asymmetrischer Kriegsführung ist *Lawfare*. (Ich erwähnte *Lawfare* letzten September im Essay [»Salvini angeklagt, weil er Europa schützen wollte«](https://dushan.org/salvini-angeklagt/), und im Oktober in [»Helden-Montage, wann?«](https://dushan.org/keine-helden-montage/); siehe auch dort.) ## Asymmetrisch, nicht-ballistisch *Lawfare* ist ein Kofferwort aus *Law* und *Warfare* ([siehe engl. Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Lawfare)). *Lawfare* ist das Führen eines Krieges unter Einsatz von Anwälten, Gerichten und anderen Institutionen des Rechtssystems. *Lawfare* weist mehrere Aspekte auf, die du und ich in unserer »einfachen« Moral als besonders *perfide* und geradezu *pervers* beschreiben könnten. Mit Lawfare wendet man das Rechtssystem eines Landes gegen dieses Land selbst. Beispiele: China kann theoretisch im Westen einklagen, dass es sich an westlichen Unternehmen beteiligen kann, dass es Soziale Medien betreiben kann, dass es Propaganda treiben kann – doch der Westen kann nicht dasselbe in China einklagen. Arabische Staaten könnten theoretisch im Westen einklagen, dass sie Moscheen bauen dürfen, dass Muslime de facto rechtliche Sonderstellungen erhalten et cetera, doch westliche Staaten können Entsprechendes nicht in arabischen Staaten einklagen. Und so weiter. Solche Klagen werden aber nur selten von den Staaten selbst, sondern meist von »NGOs« geführt. Also von »Nichtregierungsorganisationen«, welche Interessen internationaler Mächte vertreten. Das ist asymmetrische, nicht-ballistische Kriegsführung, *Lawfare*. ## Nicht nur Zerrüttung In den USA und in Europa führen »NGOs« einen Vernichtungskrieg gegen Demokratie und Wirtschaft, konkret mit Mitteln der lokalen Rechtssysteme. In den USA finanziert George Soros aktiv den Wahlkampf solcher Staatsanwälte, welche nach mancher Einschätzung die Gewalt in den Städten eher fördern als bekämpfen werden. In Europa betreiben NGOs nicht nur die Zerrüttung der Gesellschaft durch den massenhaften Import junger Männer im wehrfähigen Alter. Sie praktizieren auch begleitende Lawfare, welche die Regierungen zwingt, diesen »Umbau« der Gesellschaft selbst voranzutreiben. Kafka notierte ([im 1. Oktavheft](https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/oktavhef/oktavhef.html#:~:text=Der%20Selbstm%C3%B6rder%20ist%20der%20Gefangene%2C%20welcher%20im%20Gef%C3%A4ngnishof%20einen%20Galgen%20aufrichten%20sieht%2C%20irrt%C3%BCmlich%20glaubt%2C%20es%20sei%20der%20f%C3%BCr%20ihn%20bestimmte%2C%20in%20der%20Nacht%20aus%20seiner%20Zelle%20ausbricht%2C%20hinuntergeht%20und%20sich%20selbst%20aufh%C3%A4ngt.): »Der Selbstmörder ist der Gefangene, welcher im Gefängnishof einen Galgen aufrichten sieht, irrtümlich glaubt, es sei der für ihn bestimmte, in der Nacht aus seiner Zelle ausbricht, hinuntergeht und sich selbst aufhängt.« – Lawfare via NGO aber ließe sich damit vergleichen, jenem Gefangenen überhaupt erst aufzuzeigen, warum aufgrund seiner eigenen Logik der Selbstmord *zwingend* ist. In Ländern wie Großbritannien und Deutschland aber erreicht *Lawfare* ihren moralischen Tiefststand. Teils noch verschämt mit Hilfe von »NGOs«, teils offen wird *Lawfare* gegen die eigene Bevölkerung geführt. Doch nun scheint es wieder einmal *Elon Musk* zu sein, der sich in einen »nicht-ballistischen Krieg« wirft. Auf *seinem* Kurznachrichten-Netzwerk »X« (früher: »Twitter«) kündigte Elon Musk de facto an ([@elonmusk, 26.8.2025](https://x.com/elonmusk/status/1960375828736315755)), in die *Lawfare* einzusteigen – in Großbritannien. ## Unterstützt und begünstigt Elon Musk schreibt aktuell: > Ich möchte dabei helfen, rechtliche Schritte gegen korrupte Beamte zu finanzieren, die der offiziellen Untersuchung der Regierung zufolge die Vergewaltigung Großbritanniens unterstützt und begünstigt haben. ([@elonmusk, 26.8.2025](https://x.com/elonmusk/status/1960375828736315755)) Ich deute das als Elon Musks Einstieg in *Lawfare*. Musk steigt in den »Krieg auf dem Rechtsweg« ein. Elon Musk wäre wahrlich nicht der erste Superreiche, der *Lawfare* betreibt. Der Unterschied wäre aber, dass anders als etwa Soros oder US-Financiers deutscher Migrations- und Klimapanik-NGOs diesmal Lawfare *für* und nicht *gegen* Land und Menschen geführt würde. Aus dem Ausland finanzierte NGOs in Europa scheinen regelmäßig die Zerstörung von Gesellschaft, Wirtschaft und Demokratie anzustreben. Ein Milliardär, der erwägt, mit den Gesetzen des Landes *gegen* korrupte Politiker vorzugehen, statt diese weiter zu korrumpieren, wäre tatsächlich etwas Neues – und wohl ein *bellum justum*, ein *gerechter Krieg* ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechter_Krieg)) zu nennen. ## Wie auch in anderen Den Sumpf aufzumischen wird eine übelriechende Angelegenheit sein. Die Sumpfgestalten werden sich wehren, werden sich plötzlich gegen Einmischung sträuben. Und ein Gelingen der Angelegenheit ist keineswegs garantiert. Wir sind ja nicht einmal sicher, was »Gelingen« hier schlussendlich bedeuten würde. Ist Musk ausschließlich von edlen Motiven getrieben? Ist Musk wirklich reicher oder gar mächtiger als die Mächte, die *wirklich* über Großbritannien herrschen? Haben Gerichtsverfahren wirklich eine Chance in einem Land, in dem die Richter die Bürger regelmäßig wegen verbotener Meinung ins Gefängnis werfen? Ich weiß es nicht. Ich hoffe, dass es zumindest den britischen und damit westlichen Sumpf etwas aufrührt. Bewegung in das, was nicht »gestört« werden will. Einige Spritzer frisches Wasser und dazu etwas Luft in die sumpfigen Abgründe jener, die wir »Eliten« nennen. Man wird ja bescheiden in diesen Tagen. Ich sage nur, dass etwas Bewegung, etwas frische Luft und dazu klares Wasser nur von Vorteil wären, in diesen wie auch in anderen Angelegenheiten. - [Wir Zwiebelesser](https://dushan.org/essays/wir-zwiebelesser/) Du willst nach einem Apfel greifen, doch du erwischst eine Zwiebel. Du beißt hinein – uuaaargh! Was tust du dann? Isst du stur weiter, oder korrigierst du deinen Fehler? (Und was tut ein Land, das seit einem Jahrzehnt »in Zwiebeln beißt«?) In der TV-Serie *Seinfeld* – 3. Folge der 5. Staffel – nimmt George Costanza eine ganze Zwiebel aus dem Kühlschrank und beißt hinein ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=OBHdDSebjxk)). Man sollte dazu wissen: Die Folge ist im Original mit »The Glasses« betitelt. Einer der Handlungsstränge lässt uns miterleben, wie George seine Brille im Fitnessstudio verliert (er meint, jemand hätte sie gestohlen), und welche amüsanten Konsequenzen sich daraus ergeben. Und so, schwer kurzsichtig, doch seine Schwäche möglichst überspielend, beschließt er, einen *Apfel* zu essen – doch er greift eine Zwiebel. Und er beißt mit Gusto hinein. Legt er die Zwiebel schnell weg? Spuckt er das abgebissene Stück aus? George gesteht sich und dem Rest der Seinfeld-Charaktere gegenüber zu, dass er eine Zwiebel und keinen Apfel isst. Doch George isst weiter – eine Zeit lang. Er beißt wieder zu, während seine Augen tränen. Als ich diese Szene zum ersten Mal sah, dachte ich: Sei kein Dummkopf, George! Leg doch die Zwiebel weg! Du hast dich geirrt, doch du musst im Irrtum nicht verharren! Heute, viele Jahre später, bin ich nicht ganz so schnell mit meinem Urteil. Heute frage ich mich, *warum genau* George weiter und wieder in die Zwiebel beißt. Und ich begreife heute, dass das Beharren aufs Essen der Zwiebel eine *Metapher* ist. Eine Metapher für *dein*, *mein* und natürlich *unser* Verhalten. Du (der du das liest), ich (der ich meine Selbsterkenntnis hier offenlege) und wir (als Gesellschaft und kulturelle Gruppe) machen schon mal Fehler. Und selbst *nach* der Einsicht, dass etwas ein Fehler war, machen wir stur weiter. (An dieser Stelle dürft ihr in Gedanken beliebige aktuelle Nachrichten einsetzen, zum Beleg.) Die naheliegende Lehre und Empfehlung lautet also: »Wenn du (ein-)siehst, dass du einen Fehler gemacht hast, mach zumindest nicht damit weiter!« Eine entsprechende Spruchweisheit lautet: »Wenn du dir ein Loch gegraben hast und dann selbst hineingefallen bist, hör wenigstens auf zu graben.« Ja, so deutete ich es damals. Heute bin ich mir nicht mehr so sicher. Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Investierte Mühen kannst du dir nicht wieder auszahlen lassen. Die Gelegenheiten, die du beim Umsetzen deines Fehlers hast verstreichen lassen, sind nun eben verstrichen. Und vor allem: Du bist nun ein anderer Mensch. Du bist nun ein *Zwiebelesser*, wofür auch immer das Essen der Zwiebel in deinem Leben stehen mag. Wenn du diesen oder jenen Beruf gewählt oder einen anderen Beruf eben *nicht* gewählt hast – beides kann ein Fehler gewesen sein. Doch du *bist*, was du tust, und du kannst nicht *ent-sein*, was du *bist*. Wenn du geheiratet oder dich hast scheiden lassen, wenn du Single geblieben bist – jeder dieser Lebenswege kann dir im Nachhinein wie *Fehler* erscheinen. Wie eine Zwiebel, in die du gebissen hast. Was auch immer der Grund für deinen Schritt war, deinen Fehler: Jetzt bist du dieser Mensch. Und Ähnliches gilt für Nationen! Deutschland etwa kann nicht das Jahrzehnt seit dem Unrechtsjahr 2015 einfach per Fingerschnippen rückgängig machen. Die Zeit und Gelegenheiten sind fort. Während andere Länder in Künstliche Intelligenz, Bildung und Sicherheit investierten, rieb Deutschland sich in der Versorgung »junger Männer« und Bullshit wie Klima-Hysterie und Kampf-gegen-Rechts auf. Wir sind nun Zwiebelessende. Selbst wenn wir damit aufhörten, wären wir die Leute, die so und so lange herzhaft in Zwiebeln gebissen und nun einen arg verdorbenen Magen (und herausfordernden Mundgeruch) haben. Es kann sein, dass du als Einzelner zu der Einsicht und Erkenntnis gelangst, dass du nun seit einiger Zeit tatsächlich an einer *Zwiebel* knabberst. Dann kannst du für dich beschließen, damit aufzuhören und dir schonendere Kost suchen. Oder du kannst einfach weitermachen, weil sich dein Magen über die Jahre an rohe Zwiebeln gewöhnt hat (und deine Umgebung an den Geruch). Wenn du dir aber eingestehst, dass die Menschen um dich herum seit Jahren in Zwiebeln beißen, dann steht dir eine weitere Option offen. Zuerst kannst du dich damit abfinden. Oder du kannst versuchen, den Menschen den Mut zu anderer Kost zu geben. Doch du kannst auch beschließen, dass du selbst *nicht* »Zwiebel essen« wirst. Du wirst aber ehrlich sagen müssen, was »nicht Zwiebel essen« für dich bedeutet. - [Schaut auf dieses Land (aber reist lieber nicht hin)](https://dushan.org/essays/schaut-auf-dieses-land/) »Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!« So rief man einst von West-Berlin aus. Heute muss man nicht rufen. Die Völker sehen auch so, was in Deutschland passiert. 29.000 Taten mit Messer im Jahr. Die Völker schauen hin, nur die Deutschen schauen weg. »Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!« So rief einst Ernst Reuter der Welt zu. Es war der 9. September 1948. »Diese Stadt« war West-Berlin, das die Sovjets abgeriegelt hatten. Die Abriegelung geschah als Reaktion auf die Einführung der D-Mark. (Fünfzig Jahre später bekamen Kommunisten indirekt ihren Willen – die D-Mark wurde wieder abgeschafft zugunsten einer europäisch-sozialistischen Einheitswährung, heute unter der Leitung einer wegen Amtspflichtverletzung verurteilten Person.) ## 2,1 Millionen Tonnen Damals war Ernst Reuter Oberbürgermeister, aber von den Sowjets nicht anerkannt, sprach er doch vor dem zerstörten Reichstagsgebäude der Welt ins Gewissen (mit »Welt« waren schon damals zuerst die USA gemeint), die Luftbrücke nach West-Berlin aufrechtzuerhalten. »Luftbrücke« bedeutete, dass zwischen Juni 1948 und September 1949 in exakt 277.569 Flügen (189.963 USA, 87.606 Großbritannien) etwa 2,1 Millionen Tonnen Fracht nach Westberlin geflogen wurden ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Luftbr%C3%BCcke)). Völker der Welt, schaut auf diese Stadt! Wenn ein Volk ruft, dass die übrigen Völker hinschauen sollen, dann geht man natürlich davon aus, dass die entscheidenden handelnden Instanzen dieser Welt eben Völker sind. Und dass »Volk« mehr bedeutet als »Leute, denen man zu Hunderttausenden den Pass hinterherwarf«. Der Ruf, auf diese Stadt zu schauen, will *Empathie* wecken. Ein *Mitgefühl* im besten Sinn. Ernst Reuter will West-Berlin und seine Bürger bei den Völkern der Welt als [*relevante Struktur*](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) etablieren. Als nicht-blinder Deutscher möchte man heute ähnlich rufen: »Völker der Welt, schaut auf dieses Land – und auf sein Volk, das nicht Volk sein darf.« Man *muss* es aber nicht rufen. Genug Menschen weltweit schauen auf dieses Land in der Mitte Europas. Und sie berichten auch von dem, was sie sehen. ## Amerikanischer barmherziger Samariter Aktuell wird zum Beispiel in New York getitelt: »American good Samaritan stabbed after confronting Syrian immigrant in Germany when he stepped in to stop harassment«. ([nypost.com, 24.08.2025](https://nypost.com/2025/08/24/world-news/american-good-samaritan-stabbed-by-syrian-immigrant-in-germany-after-stepping-in-to-stop-harassment/)) Auf Deutsch bedeutet das: »Amerikanischer barmherziger Samariter niedergestochen, nachdem er einen syrischen Einwanderer in Deutschland konfrontiert hatte, als er eingriff, um eine Belästigung zu stoppen«. Ja, das ist ein sehr langer Titel, und er fasst das Geschehen recht präzise zusammen. Bei [bild.de, 24.08.2025](https://www.bild.de/regional/dresden/messerangriff-auf-us-buerger-in-dresden-amerikaner-nennen-es-bloody-hell-68aace758c33b226bcae60a4) erfahren wir mehr über die Tat in Dresden. Wir sehen Fotos vom Blut auf dem Boden der Straßenbahn. Die Ereignisse: Gegen 0:25 Uhr belästigten »zwei Männer aus einer Gruppe heraus weibliche Fahrgäste« (so die Polizei). Ein 21-jähriger Amerikaner ging dazwischen. Er kannte sich offenbar noch nicht so gut aus in Deutschland. Der Amerikaner wurde schwer verletzt. Er äußerte sich inzwischen selbst im Video – und er ist *nicht* beeindruckt von Deutschland ([berliner-zeitung.de, 24.08.2025](https://www.berliner-zeitung.de/news/messerattacke-in-dresden-jetzt-spricht-das-opfer-li.2351539?utm_medium=Social&utm_source=Twitter#Echobox=1756058284-1)). Einer der beiden mutmaßlichen Täter, ein 21-jähriger Syrer, wurde von der Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt. Der andere mutmaßliche Täter ist bislang flüchtig. Es ist eine von 29.000 jährlich erfassten Straftaten mit dem Tatmittel Messer in Deutschland ([de.statista.com](https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1471312/umfrage/messerangriffe-in-deutschland/)). Die Zahl der nicht-erfassten Taten, wenn ein Messer etwa einfach nur *gezeigt* wird, um einzuschüchtern, ist nicht erfasst. Man möchte ja zynisch hinzufügen, dass der Haupttäter, selbst wenn er gefasst und vor Gericht gebracht wird, nach aller Lebenserfahrung nicht halb so hart bestraft werden wird, wie Deutsche, die sich unvorsichtig über seine Tat äußern. Solche Missstände sind aber doch eher »inner-deutsch« (im modernen Sinne von »deutsch«). Mich wurmt die Frage: Was ruft Deutschland *heute* in die Welt hinaus? ## Das Rufen für uns Dank Internet und sozialen Netzwerken müssen wir Deutschen ja nicht selbst in die Welt rufen. Spätestens wenn US-Amerikaner in Dresden von Syrern abgestochen werden, weil sie zu naiv und zu hilfsbereit sind, und wenn die Aufnahmen vom Blut auf dem Boden der Straßenbahn um die Welt gehen, dann erledigen die Bilder das Rufen für uns. Was aber sollen die Menschen tun, wenn sie »auf dieses Land schauen«? Wir haben ja selbst »Luftbrücken« eingerichtet – und wir bringen »junge Männer« ins Land. Soll man uns Nahrungsmittel schicken? Ja, demnächst vermutlich, aber noch nicht. ## Zur eigenen Sicherheit Soll man, wie damals nach West-Berlin, uns wieder Baumaterialien schicken? Ach, wir würden ja doch nur neue Unterkünfte für »junge Männer« bauen. Einem wütenden Alkoholiker schenkst du ja auch nicht Schnaps zur Beruhigung. Die Völker der Welt schauen auf Deutschland – und sie wundern sich, schütteln ratlos den Kopf. Völker der Welt, schaut auf dieses Land! Nur reist lieber nicht hin, zur eigenen Sicherheit. Und wenn ihr doch hinreist, dann haltet euch besser an die lokalen Überlebensstrategien. Wenn »junge Männer« sich an Mädels ranmachen, dann schaut lieber weg, wie Deutsche es tun. Wer nicht wegschaut, landet schnell im Krankenhaus. Oder wegen Rassismus vor Gericht. Völker der Welt, schaut auf dieses Land – denn das Volk *dieses* Landes schaut lieber weg. - [Weder unsere noch Demokratie](https://dushan.org/essays/ich-ich-ich/) Ja, »Demokratie« ist ein missbrauchtes Wort – doch »unsere« nicht minder. »Unsere Demokratie« ist weder »unsere« noch »Demokratie«. Wenn ein Politiker »wir« oder »unsere« sagt, genau dann brüllt er in Wahrheit am lautesten: »Ich! Ich! Ich!« Es ist das Unwort (oder der »Un-Begriff«?) dieses Jahrzehnts: »Unsere Demokratie«. Es ist ein Orwellsches Gegenteilwort, im Geiste von »Krieg ist Frieden« und »Freiheit ist Sklaverei«. »Unsere Demokratie« steht für die Macht alter Kader und Seilschaften *gegen* den Willen des Volkes, für den Verrat an demokratischen Werten und Regierungshandeln zum Schaden von Land und Volk. Das Wort »Demokratie« in *Unsere Demokratie* steht für das Gegenteil von Demokratie. Wofür aber steht »unser«? Mancher Zyniker, auch ich, deutete »unsere« schon mal sarkastisch als »Demokratie im Besitz alter Kreise«. Es ist definitiv nicht falsch – doch eine tiefere und damit präzisere Deutung ist möglich. ## Ich bin da, um Geld zu machen Am 21.11.2018 schrieb eine gewisse *Katarina Barley* auf Twitter (heute: »X«): »Mit @georgesoros habe ich heute über die Bedeutung einer lebendigen #Zivilgesellschaft für die Zukunft unserer #Demokratie gesprochen.« (Aktuell hat Frau Barley ihren X-Account stillgelegt, doch [dieser öffentliche Kotau ist archiviert](https://archive.is/lfic1).) Damals fungierte Frau Barley als Familienministerin. Seit bald einem Jahrzehnt deute und dokumentiere ich die Funktion des Familienministeriums als Deutschlands Quasi-Propagandaministerium. (Siehe dazu etwa die Essays [»George Orwell 2016 „Ministerium für Liebe“«](https://dushan.org/george-orwell-2016-ministerium-fuer-liebe/) oder [»Regierung ruft zu Denunziation von »Verschwörungsdenken« auf«](https://dushan.org/verschwoerungsdenken/), aber auch [»1,1 Milliarden Euro – willkommen im Propagandastaat«](https://dushan.org/propagandastaat/).) Natürlich weiß Herr Soros um seinen Ruf. Er entschuldigt ihn nicht einmal. Schlüssel-Zitat: »Ich bin da, um Geld zu machen. Ich kann nicht auf die sozialen Konsequenzen dessen, was ich tue, schauen, und tue es auch nicht.« (Siehe [Essay vom 30.11.2018](https://dushan.org/migrationspakt-klarheit/). Er sagte dies im Kontext einer Finanzkrise. Er will uns aber glauben machen, dass er für sein sonstiges Engagement einen ganz anderen moralischen Kompass verwendet. Reiche Leute haben offenbar mehr als nur eine Moral.) Und natürlich wird auch Frau Barleys für PR zuständiges Personal von dem Ruf jenes Herrn wissen. Mir fällt als Deutung also nur ein, dass Herr Soros eine öffentliche Selbst-Demütigung *gefordert haben könnte*. Es überrascht nicht wirklich, dass Frau Barley, die zwischenzeitlich mit einem geradezu fanatisch und krass anti-demokratisch anmutenden Kampf gegen die Opposition auffiel ([@oida_grantler, 22.08.2025](https://x.com/oida_grantler/status/1958888314129224029)), nun von der SPD als Verfassungsrichterin ins Spiel gebracht wurde ([tagesschau.de, 22.08.2025](https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/spd-kandidatin-verfassungsgericht-102.html)). Wir sind empört und wütend über diese Dreistigkeit der sogenannten Eliten. Das Wort »Demokratie« bedeutet denen offenbar das Gegenteil dessen, was wir einst in der Schule lernten. »Unsere Demokratie« ist die pervertierte Umkehrung von »Wille des Volkes«. In »Unsere Demokratie« werden Land und Volk zum Mittel und zur Verfügungsmasse für den Willen außer-demokratischer und wohl auch transnationaler Akteure. Es ist das *Gegenteil* von Demokratie. Welche Rolle spielt aber das Wort *unsere* hier? ## Über Besitzverhältnisse *Unsere* ist die flektierte Form des Possessivpronomens *unser*. Ein Possessivpronomen ist ein besitzanzeigendes Fürwort. Es beschreibt ein Besitz- oder Zugehörigkeitsverhältnis zum Sprecher und mindestens einer weiteren Person. *Unsere* impliziert, dass eine Gruppe existiert, derer Teil der Sprecher ist, und das von *unsere* bezeichnete Objekt befindet sich im *Besitz* dieser Gruppe. Der durch *unser* beschriebene Besitz kann praktisch sein oder auch rechtlich (dann wäre es wohl *Eigentum*). Der Besitz kann aber auch *ideell* sein, wie etwa die Mitglieder einer Familie oder die Fans eines Fußballvereines von »unserer Familie« oder von »unserem Verein« reden. *Unser* impliziert und behauptet damit die Existenz dreier Dinge: 1. Ein Objekt und 2. ein rechtliches, praktisches oder ideelles Besitzverhältnis zu diesem Objekt durch 3. eine Gruppe, derer Teil der Sprecher und oft auch der oder die Angesprochene(n) sind. Hierin kommt aber das erste Problem des modernen deutschen Propaganda-Ausdrucks ans Tageslicht: »Unser« impliziert, dass das Eigene lediglich eine Spielart ist. Ich weiß, dass andere Vereine existieren – *unser* Verein spielt ja regelmäßig gegen diese. Ich weiß, dass andere Familien außer »unserer« existieren, dass die glücklichen alle gleich sind und die unglücklichen jede auf ihre eigene Weise unglücklich. Doch im Fall von Prinzipien und höheren Werten von *unsere*, also *von Besitz* zu reden, klingt aus gutem Grund recht schräg. ## Unsere Mathematik Würde jemand sagen, »unsere Mathematik ist so und so«, dann würden wir ihm attestieren, Mathematik nicht verstanden zu haben. Sogar Sektierer, die sich außerhalb der Kirche auf Christus und die Bibel berufen, sagen nicht »unser Christentum«. Auch sie wissen, dass nur ein einziges Christentum existiert, also eine Art *göttlicher Mathematik*, nur eben auch in dem Glauben, sie hätten es als einzige voll begriffen – dass also jeder von ihnen mehr Einsicht besitzt als die Heiligen und Kirchenväter zweier Jahrtausende zusammen. Demokratie ist ein *Prinzip*. Staatsformen mögen unterschiedlich sein, sogar demokratische Traditionen mögen voneinander abweichen. Doch wer ein Prinzip zum Besitz erklärt, der redet von etwas anderem, denn ein Prinzip kann nicht besessen werden. (Anmerkung: In einem Fall kann ein Prinzip durchaus im ideellen Besitz einer Instanz sein, nämlich wenn es sich ergibt, dass der Stifter auch *Gott* ist. Und zwar wirklich, sich nicht nur dafür hält. George Soros: »Ich habe mich für eine Art Gott gehalten... Es ist eine Art Krankheit, wenn man sich für eine Art Gott hält, den Schöpfer von allem, aber ich fühle mich jetzt wohl damit, seit ich begonnen habe, es auszuleben.« ([latimes.com, 4.10.2004](https://www.latimes.com/archives/la-xpm-2004-oct-04-oe-ehrenfeld4-story.html))) Die *Besitznahme* durch *Unser* im Ausdruck *Unsere Demokratie* ist so anmaßend wie pervertierend und begrifflich schlicht falsch. Wie aber verhält es sich mit der bezeichneten Gruppe? ## Das Wir ist verwirrt Die SPD fuhr mal eine erfolglose Wahlkampagne mit Peer Steinbrück und dem Slogan »Das Wir entscheidet« ([spiegel.de, 04.11.2013](https://www.spiegel.de/politik/deutschland/leiharbeitsfirma-geht-gegen-spd-wahlkampf-slogan-vor-a-893842.html)). Sogar SPD-nahe Kreise diagnostizierten »Ver-wir-rung« ([sueddeutsche.de, 11.4.2013](https://www.sueddeutsche.de/politik/wahlkampfslogan-der-spd-steinbrueck-stiftet-ver-wir-rung-1.1646809)) zur Frage, wer dieses entscheidende *Wir* denn sei. Vermutlich wollte die SPD bloß an das erfolgreiche CDU-Wahlkampfwort »gemeinsam« anknüpfen (siehe [schnelle Google-Suche](https://www.google.com/search?q=+%22cdu%22+%22gemeinsam%22)). Im Buch [Talking Points](https://dushan.org/buecher/talking-points/) erkläre ich, dass und wie politische Rhetorik immer nur ein einziges Ziel verfolgt: die Menschen davon zu überzeugen, dem Redner die Macht über ihr Leben anzuvertrauen. ## Richtig und gut Über alle Staatsformen hinweg gilt: Was auch immer ein Politiker sagt, *immer* gilt als Prämisse »Gebt mir Macht über euer Leben, weil«, und als Schlusswort: »deshalb ist es gut, wenn ich Macht über euer Leben habe«. Wenn also ein Politiker das Wort »wir« verwendet, hören wir – und *sollen* wir hören: »Ich führe euch an, denn es ist richtig und gut, dass ich *Macht* über euch habe.« In keinem Augenblick schreit der Politiker lauter »Ich!«, als wenn er »wir« und »unsere« sagt. (Wenn ein Politiker tatsächlich »ich« sagt, dann oft nur deshalb, weil er gerade bei einer Schweinerei erwischt wurde, und sich herauswinden will: Ich habe die an mich gestellten Erwartungen enttäuscht, ich trete zurück, ich gebe euch mein Ehrenwort. Tatsächlich ist es, wenn ein Politiker das Wort »ich« benutzt und sich klein macht, oft einer der demokratischsten Momente überhaupt, heute also viel seltener als früher.) Wenn aber ein Politiker »unsere« sagt, meint er: »Es geht um *meine* Macht, und ihr habt mir dabei zu helfen.« Wenn ein Politiker »Wir« sagt, dann brüllt er in Wahrheit: »Ich! Ich! Ich!« Doch vergessen *wir* nicht: Manche Macht ist verliehen und manche geraubt. Ich fürchte den Tag, an dem Menschen zur Erkenntnis gelangen, dass diejenigen, die über sie herrschen, ihre Macht weder vom Volk noch von Gott verliehen bekamen, sondern es sich anfühlt, als hätten sie ihre Macht schlicht geraubt. - [Wie Kinder, in der Tür verkeilt](https://dushan.org/essays/in-der-tuer-verkeilt/) Nichts raubt mir heute so viel Schlaf wie diese sehr simple Frage: Wie bereitet man Kinder auf eine Welt vor, in der alles, wovon du und ich »sicher« ausgingen, vor unseren Augen zerstört wird und verschwindet? Stellt euch vor, dass ein Dutzend Kinder gleichzeitig durch eine Tür gelangen wollen. Ins Klassenzimmer etwa. Oder aus dem Klassenzimmer hinaus. Wie wird das vor sich gehen? Mit einiger Wahrscheinlichkeit werden sich die Kinder laut kreischend im Türrahmen verkeilen, werden einander blockieren, und *niemand* wird durch die Tür gelangen. – Lasst mich berichten, wie ich darauf komme! Ich besprach heute Morgen einige Alltäglichkeiten mit meinem Sohn. Wir nutzten dafür einen dieser modernen Chat-Dienste. Wie es sich für einen höflichen jungen Mann gehört, wünschte er mir zuletzt zum Dank und Gruß auch produktives Schaffen. So *interpretierte* ich es zumindest, denn wörtlich sagte er: »Ich lass dich mal arbeiten.« Ich schrieb ihm daraufhin eine drei Sätze lange Antwort – nur um sie nach kurzer Überlegung wieder zu löschen. Ich besann mich und schrieb stattdessen: »Dankeschön und ebenso!« Für euch aber, geschätzte Leser, will ich gern dokumentieren, was ich *eigentlich* antwortete. Es war mehr, als man einem 15-Jährigen vor die Füße werfen sollte, wenn er seinen nächsten Friseurtermin plant und sich auf sein nächstes Schuljahr vorbereitet. Meine unmittelbare (und wie gesagt vor dem Absenden *gelöschte*) Antwort aber lautete: »Heute sind so viele schlechte Nachrichten, dass ich auf einmal gar nicht weiß, über welche ich zuerst schreiben soll. Das war nicht immer so. Ihr Kinder, die ihr heute aufwachst, ihr wisst gar nicht, wie es ist, in einer Zeit und Welt aufzuwachsen, in welcher die meisten Dinge größtenteils okay sind – und was *nicht* okay ist, davon erwartet man zumindest, dass jemand es reparieren wird.« Ihr versteht bestimmt, warum ich diese düstere Diagnose nicht absandte. Was sollte ein Kind mit solch deprimierenden Beschreibungen überhaupt anfangen? Vor allem: Das Kind ahnt es selbst, und auf andere Weise wirkt es vermutlich auf das Kind noch beklemmender als auf mich. »Was soll ich werden?«, so fragt das Kind, wie du und ich es auch einst fragten. Dieselben Worte stellen heute aber eine völlig andere Frage als damals! Ich fragte damals, welchen der vielen aussichtsreichen Wege ich beschreiten sollte. Das Kind fragt heute womöglich, welcher Weg am ehesten nicht vollständig aussichtslos ist. In der Seele des hier schreibenden Essayisten blockieren heute die bösen Nachrichten einander, verkeilen sich ineinander, treten einander auf die Füße und rammen eine der anderen den Ellbogen ins Gesicht. Wie Kinder, die alle gleichzeitig durch dieselbe Tür gelangen wollen. Ich höre ein Kreischen, aber dieses Kreischen ist *nicht* fröhlich. Was also tut der kluge Mann, wenn sich allzu viel Dringendes zum selben Zeitpunkt in den Vordergrund drängt? Er sortiert! Er sortiert, und er stellt aufs Neue fest: Nicht alles, was dringend ist, ist gleich wichtig. Und manches, was wirklich wichtig ist, wirkt gar nicht dringend – und das sollte tatsächlich oft das *Dringendste* sein. Neben allen Botschaften, die heute auf dich und mich einprasseln, scheint mir nicht eine Nachricht, sondern eine *Frage* der wichtigste und dringendste Gedanke zu sein. Nichts raubt mir heute so viel Schlaf wie diese eine simple *Frage*: Wie bereiten wir unsere Kinder auf eine Welt vor, in der (fast) alles, was dir und mir noch als sicher galt, vor unseren Augen stirbt, Bankrott erklärt, gesprengt wird? - [Flötenspieler im Weltall](https://dushan.org/essays/floetenspieler-im-weltall/) Umgeben von Tagesschau-Guckern und anderen Zombies fühlt man sich bisweilen etwas einsam. Wie schön ist es da, auf Menschen zu treffen, die noch eigenständig denken und ehrlich zu sich selbst sind. Man fühlt sich zumindest weniger allein – so wichtig! Im Computerspiel »Outer Wilds« soll der Spieler als Amateur-Astronaut in einer Zeitschleife die Geheimnisse einer im Weltall verschollenen Zivilisation erforschen. Eines der Elemente dieses Spiels hat mich besonders bewegt: Man hört gelegentlich Melodien, die von einem zunächst unbekannten Ort her erklingen. Dein Weltall-Scanner meldet dir, dass aus einer bestimmten Richtung eine Melodie erklingt. Tatsächlich kannst du sie auch hören, aus der Ferne. Und du musst die Quellen jener Melodien erst finden. Es ist meist ein anderer Astronaut, also in der erzählerischen Logik jenes Spiels einer deiner Vorgänger. Er hat sich eingerichtet, hat eine Feuerstätte gebaut oder sich eine Ruhestätte geschaffen. Und er spielt eine Melodie, die zart, aber eben doch vernehmlich ins Weltall hinausklingt. Ein Spieler jenes Computerspiels tut gut daran, diese Astronauten aufzusuchen und mit ihnen zu sprechen. Es stellt sich nämlich heraus, dass diese Gestrandeten nützlichen Rat mitzuteilen haben. (Und außerdem sind es außerhalb des Startplaneten die einzigen »belebten« und aktiv kommunizierenden Figuren, denen du begegnen wirst. Die übrigen Figuren sind gefährlich und tödlich – oder seit Äonen tot.) Ich bin *bewegt* von diesen Flötenspielern. Vielleicht weil ich selbst mich bisweilen wie ein solcher fühle. Vielleicht weil es sich anfühlt, als durchsuchte ich selbst das Weltall nach Seelen, die *übriggeblieben* sind. Seelen, die eine Flötenmelodie ins Weltall senden, in der Hoffnung, gehört und gefunden zu werden, um alte Weisheit mitzuteilen. Er hilft dir, indem er dir wichtige Informationen und bewährte Weisheiten weitergibt. Du hilfst ihm, denn indem er sein Wissen mit dir teilt, erhält seine Weltallmission eben doch noch einen *Sinn*. Man könnte einwenden, dass sich die Welt jenes Computerspiels und unsere sogenannte Realität darin unterscheiden, dass es hier – anders als im Spiel – noch viele andere belebte Figuren gibt. Nun, in jenem Computerspiel finden sich viele *Spuren* und *Ruinen* früherer Zivilisationen, *Skelette* und manch *leeres Gefäß*. Heute ist es doch auch, auf metaphorische Weise, durchaus ähnlich! Unsere Mitmenschen, wenn sie Phrasen dreschen und auf Geheiß des Fernsehgeräts in Richtung des Abgrunds mitmarschieren – was sind sie denn anderes als Skelette, leere Gefäße und Überbleibsel früherer Kulturen? Hört ihr auch die leisen Flötenklänge zwischen all den Ruinen und Skeletten, die Anomalien in den kalten Weiten des Weltalls der menschlichen Dummheit? Ja? Willkommen in eurer *wahren* Familie. Falls ihr aber *wirklich* Flötenklänge hört, dann ist es womöglich das Kind des Nachbarn, das Blockflöte zu spielen lernt. Und *das* wäre, so nervig es nach der hundertsten Wiederholen sein mag, ein sehr konkreter Anlass zur Hoffnung. - [Nicht einmal Wahrheitsfreiheit](https://dushan.org/essays/wie-praezise/) In Deutschland herrscht nicht Meinungsfreiheit. In Deutschland herrscht nicht einmal Wahrheitsfreiheit, also die Freiheit, die ganze Wahrheit auszusprechen. Frage dazu: Wenn du frei WÄREST, wie präzise könntest du überhaupt deinen Standpunkt beschreiben? Damit ein Gefängnis ein ebensolches ist, muss dem Häftling überhaupt erst bewusst sein, dass ihm eine Freiheit genommen wird. Es genügt nicht, dass ein Häftling das Gefängnis nicht verlassen darf; er muss auch wissen, dass diese Unmöglichkeit willkürlich ist und eine Strafe darstellt. Ein Schwerverletzter kann sein Krankenhausbett ja unter Umständen ebenfalls nicht verlassen, doch solange er und alle sonstigen Beteiligten die Notwendigkeit der Beschränkung einsehen, wird man nicht von Gefangenschaft reden. (Im metaphorischen und philosophischen Sinn kann eine Krankheit sich wie ein Gefängnis anfühlen, wobei dann die Willkür einer höheren Macht die Gefängnisschlüssel hält. Ja, einige fehlgeleitete Lehren beschreiben sogar den Körper des Menschen als ein solches Gefängnis.) Das mit »Gefängnis« beschriebene Konzept setzt voraus, dass der Gefangene zumindest im Geist täglich an den Gitterstäben rüttelt, dass seine Seele ruft: Lasst mich hinaus! Ach, was ich alles tun könnte, wäre ich nur in der Freiheit! Was aber, wenn der Gefangene nicht mehr an den Stäben rüttelt? Wenn der Gefangene überhaupt nicht nach draußen will, wird das Gefängnis zur Gratis-Wohnung mit Verpflegung, Gesundheitsversorgung und vielen Kumpels in der Nähe. Es soll ja tatsächlich Häftlinge geben, die *wollen* gar nicht freigelassen werden. ## Nicht einmal Wahrheitsfreiheit Nicht immer ist es nur die relative Sicherheit und die Vertrautheit der Zelle, die manche Gefangene zögern lässt, überhaupt in die Freiheit gelangen zu wollen. Oft ist es schlicht der Mangel an Fähigkeiten, die notwendig sind, um das Leben in Freiheit zu bestreiten. Und das Bewusstsein dieses Mangels flößt dem Freizulassenden natürlich Angst ein! In diesen Tagen und Jahren schimpfen wir bisweilen über den täglich enger werdenden Korridor der erlaubten Meinung. Ach, wenn in Deutschland »nur« die Freiheit eingeschränkt wäre! In Deutschland werden ja nicht nur die bloßen störenden Meinungen zensiert, sondern nicht selten zuerst die störenden Wahrheiten. In Deutschland herrscht nicht einmal *Wahrheitsfreiheit*. Es wäre nicht falsch, Deutschland als ein *Gedankengefängnis* zu beschreiben. Nur das Äußern der vom Staat erlaubten Gedanken ist erlaubt. Das Äußern unerlaubter Wahrheiten und Meinungen wird dich schnell ins Gefängnis aus Stahl und Beton bringen. ## Wer von Kind auf Es ist eine tragische Angelegenheit, wie viele Bürger sich in diesem Gefängnis derart dauerhaft eingerichtet haben, dass sie es gar nicht als Gefängnis wahrnehmen. In Deutschland werden Kinder ja bereits im Kindergarten indoktriniert und in der Schule dann gründlich am Gehirn gewaschen. Wer von Kind auf lernt, dass das Leben im Gefängnis die einzige moralische Art zu leben und die Freiheit *böse* und *rechts* und *rundherum fürchterlich* ist, für den sind nicht die Gefängniswärter der Feind, sondern jeder, der ihn aus dem Gefängnis zu befreien anbietet. Erlaubt mir aber eine persönliche Frage, geschätzte Leser! Nehmen wir an, du würdest als Deutscher plötzlich ganz aus diesem Gefängnis entlassen. Wie präzise wärest du eigentlich darin, deine abweichende Meinung zu formulieren? ## Wahrnehmung und Bewertung Du weißt, dass du jetzt manche Wahrheit und Meinung nicht öffentlich aussprechen darfst. Man verbietet es. Man weiß und hofft, dass dadurch auch deine entsprechenden heimlichen Gedanken verkümmern. Es ist ganz natürlich, dass du einen Gedanken, den du eh nie aussprechen wirst, nicht allzu gründlich durchdenkst. Der Mensch ist ja doch ein von Natur aus faules Wesen, und Faulheit, so sagt man, ist ein anderes Wort für Effizienz. Deine Wahrnehmung und Bewertung der Realität formt auch jene Gedanken, die deine Handlungen bestimmen. Wenn du aber wichtige Wahrheiten nur unvollständig durchdacht hast, werden deine Handlungen aufn *noch* unvollständigeren Informationen beruhen als ohnehin. Das ist ja eines der Probleme an Meinungsgefängnissen: Vor lauter Schimpfen übers Eingesperrtsein, wissen wir womöglich gar nicht mehr, was genau wir denn tun würden, wenn wir frei und draußen wären. ## Einmal zu überprüfen »Wer sich nicht bewegt, der spürt seine Ketten nicht«, so sagten einst die Linken und Spontis. Nun, die Linken und Spontis von einst mutierten zu neuen Totalitären und Menschenfeinden. Die Freiheit weht heute auf den Fahnen der Rechten. Und es gilt: Wenn du keine Ketten spürst, bewegst du dich nicht genug! Vielleicht wäre es eine gute Idee, sich mit einem Stift, einem Blatt Papier und einem Feuerzeug in einen Raum ohne Kameras zurückzuziehen. Schreibe auf, was du wirklich für die Wahrheit hältst, was deine ehrliche Meinung dazu ist. Und dann verbrenne das Blatt Papier. Die Gedanken sind frei – aber *du* wirst du nur so lange frei sein, bis die falschen Leute deine richtige, aber verbotene Meinung erfahren. Schreibe auf, was du wirklich weißt, was du wirklich denkst und fühlst. Dies sind Zeiten, in denen wir nicht einmal sicher wissen, was wir wissen. Es wäre eine nützliche Übung, einmal zu überprüfen, was wir überhaupt noch wissen. - [Ludwigshafen lehrt, Demokratie loszulassen](https://dushan.org/essays/demokratie-loszulassen/) Die Übernahme der Bundesrepublik Deutschland durch den Ungeist der DDR scheint so gut wie abgeschlossen zu sein. Jetzt werden einfach Kandidaten der Opposition von der Wahl ausgeschlossen, mit fadenscheinigen Begründungen. Wie geht ihr damit um? In Deutschland werden nicht nur lokale Wahlen auf Befehl von oben rückgängig gemacht, wenn das Ergebnis oder dessen Zustandekommen der Regierung nicht passen [»Kann Merkel-Deutschland sich »Demokratie« nennen?«](https://dushan.org/gurkenrepublik/). In Deutschland werden inzwischen auch Oppositionelle mit fadenscheinigen Vorwürfen von Wahlen ausgeschlossen, ([nius.de, 18.08.2025](https://www.nius.de/politik/news/eilantrag-abgelehnt-afd-politiker-joachim-paul-darf-nicht-zur-ob-wahl-in-ludwigshafen-antreten/ddffbedb-4cf2-422b-98ba-57b06cc9dbb5)). In Ludwigshafen soll der aussichtsreiche AfD-Kandidat *Joachim Paul* von der Wahl zum Oberbürgermeister ausgeschlossen werden. Dies wird mit Zweifeln an seiner Verfassungstreue begründet. Es ist so lächerlich wie fadenscheinig. Joachim Paul kämpft aktuell noch mit Gerichten, will den Instanzenweg gehen. Doch die Gerichte scheinen sich darin zu gefallen, den Kandidaten und damit die Opposition mit offensichtlich hahnebüchenen Begründungen zu demütigen. Zuletzt heißt es, die Prüfung seiner Verfassungstreue würde einfach zu lange dauern. Paul solle bitte die Wahl abwarten – die ohne ihn stattfinden wird –, dann könne er seinen Wahlausschluss anfechten. ## Will weiter kämpfen Ja, es ist lächerlich. Ja, Deutschland eine »Bananenrepublik« zu nennen wäre bald eine Beleidigung jener armen Staaten. Die Korruption jener Staaten wurde dort ja erst durch die Intervention von CIA und Frucht-Konzernen institutionalisiert. In Deutschland aber erwacht ein altneuer DDR-Geist zum Leben, der in einer bestimmten Gesellschaftschicht offenbar schon immer steckte. Und dieser Geist tritt nicht bloß die politische Moral mit Füßen, sondern tut dies auch öffentlich und auf besonders verächtliche, demütigende Weise. (Ja, es ist etwas Dämonisches an UnsereDemokratie.) Der AfD-Kandidat will den weiteren Rechtsweg beschreiten, will weiter kämpfen – eben *weil* er noch an Demokratie und Verfassung glaubt. Rheinland-Pfalz ist aber jene Spezialdemokratie, in welcher die Ministerpräsidentin nicht nur gleichzeitig auch im ZDF-Verwaltungsrat sitzt ([rlp.de, 30.06.2017](https://www.rlp.de/service/pressemitteilungen/detail/malu-dreyer-neue-vorsitzende-des-zdf-verwaltungsrates)), sondern auch öffentlich zur Demonstrationen gegen die Opposition aufruft – und der deutsche Bundesverfassungsgerichtshof findet das knorke ([tagesschau.de, 24.07.2025](https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-dreyer-verfassungsgericht-100.html)). ## Praktischerweise Personalunion Schon das Verfassungsgericht in Rheinland-Pfalz fand die entsprechenden Anträge der AfD »unbegründet« ([siehe Original-Urteil](https://verfgh.justiz.rlp.de/fileadmin/justiz/Gerichte/Verfassungsgerichtshof/Dokumente/Entscheidungen/VGH_O_11_24_Urteil_02-04-2025_anonym_Rn.pdf)). Die nächste Station in Rheinland-Pfalz ist allerdings das Oberverwaltungsgericht, wobei Oberverwaltungsgericht und Verfassungsgericht in jenem Bundesland praktischerweise in Personalunion besetzt sind ([verfgh.justiz.rlp.de](https://verfgh.justiz.rlp.de/fileadmin/justiz/Gerichte/Verfassungsgerichtshof/Bilder/VGH_Rheinland-Pfalz_-_Dokumentation_-_60_Jahre_Rheinland-Pfalz.pdf)). (Sollte ich als Nicht-Jurist den dortigen Klageweg falsch verstanden haben, bitte ich um einen Hinweis. Meine Expertise sind Ethik und Moral, also etwas durchaus anderes als die Gerichtsbarkeit in Rheinland-Pfalz.) Der Innenminister von Rheinland-Pfalz (ein Genosse) ist derweil wütend, dass der Oppositionelle Joachim Paul sich nicht fügt: »Ich fordere Joachim Paul nun auf, die gerichtliche Entscheidung zu akzeptieren« ([tagesschau.de, 18.08.2025](https://www.tagesschau.de/inland/regional/rheinlandpfalz/afd-ludwigshafen-100.html)). Man hat bereits begonnen, die Wahlzettel drucken zu lassen – vermutlich um dann zu sagen, jetzt könne eh nichts mehr verändert werden. ## Und wie damit umgehen? Ich schrieb mal [ein Buch übers Loslassen](https://dushan.org/buecher/das-buch-uebers-loslassen-von-dushan-wegner/). Es ist die Mitschrift meiner eigenen Bemühungen, nicht zu sehr *anzuhaften*. Zumindest nicht jenen Dingen anzuhaften, die es einfach nicht wert sind, etwa weil sie uns von Wichtigem und Eigentlichem ablenken. Bisweilen jedoch müssen wir auch loslassen, was *eigentlich* sehr wertvoll war. Demokratie als Idee war wertvoll. Sicher, die Demokratie hatte inhärente Fehler, etwa dass sie sich durch Propaganda aushebeln lässt. So werden in Deutschland Menschen gezwungen, monatlich für die Gehirnwäsche zu bezahlen, durch welche sie hinnehmen, dass sie entmündigt, entrechtet und zuletzt geknechtet werden. In Ludwigshafen soll verhindert werden, dass Demokratie ihre Aufgabe erfüllt. Nicht nur der Kandidat der Opposition, sondern auch das Volk soll sich fügen und den Oberbürgermeister hinnehmen, den die Altparteien ausgekungelt haben. ## Das Mindeste Ich rate uns dazu, *zweierlei* zu tun, was zunächst etwas widersprüchlich ist (doch sehr notwendig für die Seele). Jeder möge nach seinen Möglichkeiten darum kämpfen, dass die Demokratie und damit die letzten Rechte der Bürger nicht *noch* schneller vom totalitären, tyrannischen Geist der UnsereDemokratie verschlungen wird. Das Mindeste, was du tun kannst, besteht darin, das Unrecht als Unrecht zu benennen. Doch zugleich wirst du lernen müssen, seelisch *loszulassen*. Jeder Tag und jedes Leben werden nur einmal geschenkt. Wähle klug, wie viel vom Tag und wie viel vom Leben du in den Kampf gegen Windmühlen investierst. Nutze den Tag und nutze dein Leben! Das bedeutet, um extra präzise und brutal ehrlich zu sein: Nutze, wie viel du von diesem Leben und von diesem Tag aktuell noch übrig hast. - [Wenn du das Richtige nicht tust](https://dushan.org/essays/wenn-du-das-richtige-nicht-tust/) »Man müsste …!« – »Wenn das so weitergeht …!« Viele sagen’s, kündigen große Taten an, wollen endlich die notwendigen Konsequenzen aus der Realität ziehen. Aber nur wenige tun’s auch. Warum eigentlich? Es wird nicht dadurch wahr, dass du es sagst; [so schrieb ich im Jahr 2017](https://dushan.org/magische-wahrheit/). Ich schrieb diese Mahnung als eine der *Lebensregeln*, die ich meinen Kindern mitgeben will. Es ist nun acht Jahre später. Wie die Zeit eilt! Anders als ich werden die Kinder in einer Zeit jährlicher Weltkrisen groß. Einige Krisen werden von bösen Mächten für deren eigenen Profit orchestriert, etwa Wohnungs-, Wirtschafts- und Migrationskrise. Andere Krisen sind schlicht erfunden. (Sehr real sind aber die sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Konsequenzen der erfunden Krisen.) Krisenkinder lernen einige Lektionen, die nicht nur beim ersten Hören *bitter* klingen. Etwa: Du bist nicht selbst Herr deines Schicksals. (Auch wenn dir von »Boomern« etwas anderes gesagt wird. Die hatten halt Glück; siehe [Niagara-Fall-Experten](https://dushan.org/dann-ueber-dich/).) Oder: Halte dir stets einen Fluchtweg parat. (Viel Glück dabei, überhaupt herauszufinden, wo dieser Fluchtweg sein soll und wohin genau er führt.) Und auch, extra harsch: Erwarte nicht, dass es dir besser gehen wird, als den Generationen vor dir – egal, wie fleißig du bist. Krisen lehren die Kinder *sich abzufinden*, *sich zu fügen* – *realistisch zu sein*. Uns dagegen wurde noch versichert, dass der Mensch alles werden kann, was er sich nur ausmalt. Dieser pragmatisch-psychologischen Selbstprogrammierung nah verwandt war jene Denkgewohnheit, zu glauben, ein Sachverhalt sei der Fall, allein weil ich es so behauptet habe. ## Indem ich es ausspreche Wir kennen ja die politisch korrekten Lügen, etwa von der gleichen Wertigkeit aller Kulturen; siehe dazu bereits den Essay [»Ja, es gibt Kulturen, die sind „besser“ als andere«](https://dushan.org/kulturen/) aus dem Jahr 2018. Es soll eine »magische Wahrheit« sein: Indem ich es ausspreche, wird es wahr. In Zeiten, in denen bald *jede* Schule eine *Brennpunktschule* ist, lernen Kinder auch die *reale* Realität jenseits der TV-Propaganda kennen. Anders als Journalisten und Politiker haben die Kinder die blauen Flecken, welche die politisch korrekten Lügen als solche entlarven. (Nebenbei: Der Knabe, der des Kaisers Blöße benannte, säße heute wegen [§188 StGB](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__188.html) im Knast; und wenn man [jenes Märchen](http://www.zeno.org/Literatur/M/Andersen,+Hans+Christian/M%C3%A4rchensammlung/M%C3%A4rchen/Des+Kaisers+neue+Kleider) als Metapher liest, säße der Bub wegen [§130 StGB](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__130.html) ein.) ## Solange Menschen existieren Das *Selbstbelügen* wird nicht aufhören, solange Menschen existieren, und doch, so scheint mir, werden die Menschen heute *realistischer*. (Machen wir uns nichts vor: Der Wunsch der deutschen Altparteien, die zeitweise in den Umfragen führende Opposition via Verbot auszuschalten, ist die politische Form des Kampfes *gegen* einen neuen Realitätssinn.) Vor acht Jahren also warnte ich vor dem *typisch linken* (und zwischenzeitig wohl auch *typisch deutschen*) Irrtum (oder sollte man es *Wahn* nennen?), eine Aussage wäre wahr, bloß weil man sie getätigt habe. (Zu den dümmsten rhetorischen Selbst-Immunisierungen gehört, empört und drohend zu rufen: »Nennst du mich einen Lügner?«) Zumindest bei Bürgern mit Sauerstoffversorgung oberhalb des Oberkiefers, erscheint mir heute nicht der Glaube an die magische Kraft der eigenen Annahmen als das dringendste der Probleme. Da wäre etwas anderes, ebenso menschlich verständlich wie langfristig gefährlich. ## Was muss ich Gutes tun? In Matthäus 19, Verse 16 bis 22 lesen wir von einem jungen Mann, der zu Jesus kommt, und fragt: »Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?« Jesus wiederholt, nach kurzer theologischer Anmerkung, was der junge Mann ohnehin weiß: Er soll die Gebote halten. Nicht töten, den Nächsten lieben und so weiter. Der junge Mann leistet das alles bereits, doch es wurmt ihn weiter: »Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir noch?« Der junge Mann strebt nicht »nur« danach, ein guter Mensch zu sein. Er will *vollkommen* sein. Jesus antwortet ihm: »Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkaufe deinen Besitz und gib das Geld den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!« *Eigentlich* könnte das eine wunderbare, zufriedenstellende Interaktion sein. Der junge Mann hat ein Anliegen. Im Gespräch klären Jesus und er, worin *genau* dieses Anliegen besteht. Dann gibt Jesus ihm die erwünschte, sehr konkrete Handlungsanweisung. Wie also reagiert der junge Mann? Schreitet er zur Tat, erfüllt von neuem Mut und Auftrag? Die Bibel berichtet: »Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.« ## Dem jungen Mann wird empfohlen Ja, die Sache mit dem Geld – und der Religion. George Carlin scherzt: Gott ist allmächtig, nur mit Geld kommt er nicht so gut klar, und deshalb braucht er immerzu deines ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=QZ8hefESt7c)). Jesus erklärt, es sei leichter, dass ein Kamel durchs Nadelöhr kriecht, als dass ein Reicher in den Himmel kommt (wir sollten darüber reden, vielleicht morgen). Und dem jungen Mann wird empfohlen, seinen Besitz zu verkaufen, den Erlös den Armen zu geben und zum Jünger zu werden. Nein, die Sache mit dem Geld ist *nicht* einfach (für [deinen Lesebeitrag hier entlang](https://danke.dushanwegner.com/)). Doch in dieser Bibelpassage wäre das Verschenken des Vermögens durch den jungen Mann erst der *zweite* Schritt. Es wäre die *Manifestation* eines wichtigen *ersten* Schritts. Ein extra tragisches Element der Geschichte von diesem jungen Mann liegt darin, dass er Jesus *nicht widerspricht*. Der junge Mann sagt *nicht*, dass es nicht stimmt, was Jesus sagt. Das heißt: Der junge Mann sieht es ein und stimmt zu, dass er genau dies tun muss, um »vollkommen« zu sein. Und er *will* ja vollkommen sein. Doch es fehlt ihm wohl die Kraft. Dem jungen Mann fehlt die Kraft, seinem Willen und seiner Einsicht auch die konsequente Tat folgen zu lassen. Der junge Mann *wünscht* sich Vollkommenheit. Doch er *liebt* sein Vermögen. Er *beschließt*, die Liebe zum Vermögen über den Wunsch nach Vollkommenheit zu stellen – und anschließend ist er *traurig* über seinen eigenen Entschluss. ## Als du vielleicht fürchtest 2017 mahnte ich, dass nichts nur dadurch wahr wird, dass du es sagst. Ich mahnte zum *Realismus*. Doch selbst unter den Realisten erlebe ich heute eine gewisse Lähmung. Nachdem sie die Realität als solche zugegeben haben, nachdem sie die logischen und notwendigen Konsequenzen eingesehen haben, werden sie – ganz wie jener junge Mann – traurig ob ihrer eigenen Unfähigkeit, gemäß der eigenen Einsicht zu handeln. (Sei ehrlich zu dir selbst, genau jetzt: Handelst du nach deiner besten Einsicht? Wenn nein, bist nicht auch du etwas *traurig* darüber?) Es wird nicht dadurch wahr, dass du es sagst, so mahnte ich vor acht Jahren. Heute mahne ich (natürlich zuerst mich): Gestehe dir zu, dass der Fall ist, was der Fall ist. Bedenke deine [relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/). Benenne ehrlich die notwendigen Konsequenzen, das *Richtige*. Und dann, weil jedes Leben *nur einmal* passiert: handle! Du hast viel weniger zu verlieren, als du vielleicht fürchtest. Doch du wirst *alles* verlieren, wenn du das Richtige *nicht* tust. - [Sondern das Schwert](https://dushan.org/essays/sondern-das-schwert/) Frage: Sprichst du in diesen Tagen (und Jahren) regelmäßig die Wahrheit aus (oder fragst zumindest danach) und riskiert dafür Ärger? Oder hältst du lieber die Klappe, einfach um den Tag in Frieden zu überleben? Es ist wieder passiert – es passiert ja nicht oft genug! Es ist ein gutes Gefühl, wenn auch ich selbstverständlich darauf achten muss, dass dieses *gute* Gefühl eben *Dankbarkeit* ist – nicht *Stolz*. Lasst mich erklären! Ich las dieselben Nachrichten wie die meisten von uns. Zum Beispiel über Trumps Entspannungspolitik in Alaska. Und es überraschte mich nicht, dass deutsche Kriegstreiber das doof finden. Ich sah Bilder von Gaza-Palästinensern, die per Flugzeug in Belgien eintrafen. Ich seufzte nur noch und fragte gar nicht mehr, warum nicht all die arabischen Anrainer-Staaten diese Leute aufnehmen. (Böse Zungen sagen: Weil die Araber diese Leute *kennen*.) Ich sage auch weiterhin wenig zum Thema Israel vs. Gaza. Am 8.10.2023 war abzusehen, dass Gaza zu Israel und Gaza-Palästinenser in die EU-Besatzungszone umquartiert werden, aber auch in suizidale US-Städte wie San Francisco. Mich überrascht lediglich, dass es so lange dauerte, bis die Umquartierung begann. *Nota bene*: Ich *billige* mit solchen Voraussagen übrigens *nicht* die Handlungen, von keiner der handelnden Seiten. Wenn ich vorhersage, dass ein ins Dorf rollender Felsen das Dorf plattmachen wird, *billige* ich dies ja auch nicht. (Dennoch werden Menschen mit prä-intellektuellem, magischem und also »linkem« Denken mir genau das vorwerfen. Das sind auch jene Leute, die sich täglich neue politische korrekte Worte und Symbolbilder ausdenken, weil sie glauben, durch solche *magischen* Handlungen würde auch die Realität entsprechend verändert. Das funktioniert nachweislich nicht, also erfinden diese gottlosen Priester immer neue Wortmagie mit dem Versprechen, dass dieser neueste Trick *jetzt aber wirklich* funktionieren wird. Die *richtigen* Sakramente sind seit den Katakomben dieselben, weil sie funktionieren. Wer sie verändern will, tut es womöglich gerade *weil* sie funktionieren. ## Zur Kenntnis genommen Ach, da verliere ich mich doch glatt im *Nota bene*, doch es führt ja durchaus zum *Eigentlichen* hin. Denn: All dies und einiges mehr habe (auch) ich gelesen und *zur Kenntnis genommen*. Ich stimme euch gegebenenfalls darin zu, dass diese Ereignisse ein legitimer *Grund zur empörten Aufregung* sind. Doch heute passierte es, dass mich eine *Bibellesung des Tages* tatsächlich mehr bewegte als der tagesaktuelle Wahnsinn. Ich rede hier von Lukas 12, Verse 49 bis 53. Lest ruhig die ganze Passage, sie ist heftig. Hier nur ein Zitat: »Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung.« Es erinnert uns natürlich an Matthäus 10:34: »Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen! Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.« Wenn in Deutschland öffentlich von der Botschaft Jesu gesprochen wird, dann klingt es regelmäßig so, als sagte Jesus stets das, was die aktuelle Regierung gerade fordert (ja, inklusive [mRNA-Injektion](https://erkrath.ekir.de/2022/01/29/impfen-ist-naechstenliebe/)). (Laut solchen Gestalten hätte der, der die andere Wange hinzuhalten predigte, der Ukraine [zu weiterem Blutvergießen geraten](https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/warum-jesus-der-ukraine-nicht-zur-aufgabe-geraten-haette-18556032.html).) Spricht man aber mit »privaten« Christen, hegen die allzu oft ein Eia-Popeia-Jesus-Bild. »Christlich« ist für die, was sich allezeit gut anfühlt. Doch der Jesus der Bibel und der christlichen Tradition ist weder beliebig noch zahnlos. Das ist eine Lektion und Ermutigung, die sich wahrlich nicht nur an gläubige Christen richtet: Rechne damit, dass wenn du *die Wahrheit* sagst und nach bestem Gewissen *das Richtige* tust, du Menschen gegen dich aufbringen wirst. Die Wahrheit schenkt *inneren* Frieden – nach außen hin aber ist die Wahrheit ein *Schwert*. Doch da wäre auch Matthäus 5, Vers 11. In wörtlicher Übersetzung lautet der so: »Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und gesagt wird jedes böse (Wort) gegen euch, während sie lügen, um meinetwillen.« Die Formulierung »während sie lügen« lautet auf Griechisch *pseudómenoi* (ψευδόμενοι). Ja, Jesus preist diejenigen selig, die für die Wahrheit geschmäht und verfolgt werden – aber exakt solange, wie das, was dir nachgesagt wird, eine Lüge ist! ## Tatsächlich einfach nur Nicht jeder, dem von den Autoritäten widersprochen wird, ist ein Galileo Galilei – bisweilen redet so einer tatsächlich einfach nur Unsinn. Und wahrlich nicht jeder, von dem sich Kollegen und Kinder lossagen, ist ein Prophet der Wahrheit – mancher benimmt sich einfach nur wie ein narzisstischer Psychopath. Ihr merkt, es ist heute tatsächlich wieder passiert: Die Lesung aus den Evangelien hat mich mehr bewegt als die Nachrichten. Ja, manches ist schrecklich in diesen Tagen (und mit »Tagen« meine ich hier Jahre und Jahrzehnte). Die Ereignisse *und* die absehbaren Entwicklungen bereiten auch mir Angst oder zumindest *Sorge*. Doch am meisten Angst und Sorge bereitet mir in dieser Zeit, wie schnell man *allein* dasteht, wenn man es wagt, offensichtliche Wahrheiten auszusprechen. Nein, bildet euch nicht ein, ihr wäret schon dadurch gerechtfertigt, dass Menschen euch widersprechen. Überlegt sehr genau, für welche Wahrheit es sich wirklich lohnt, Freunde und Familie zu vergrätzen. Doch *wenn* ihr euch entscheidet, für eine Wahrheit die Spaltung auf euch zu nehmen, dann wisst: Ihr seid eben *nicht* ganz allein. - [Was macht einen Experten zu einem solchen?](https://dushan.org/essays/wissenschaft-hat-festgestellt/) Es ist ein gar merkwürdiger Zufall, dass Journalisten, Experten und Wissenschaftler so häufig genau das »fordern«, was die Regierung ohnehin vorhatte. Es sagt natürlich etwas über diese Gestalten aus. Und über den Staat, der solche »Experten« fördert. Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen, so schrieb Goethe, und wir fragen uns: Meinte er damit die Erbschaftssteuer oder doch die Grundstücksteuer? Was du aber *gelernt* hast, ob von deinen Eltern, deinen Lehrern oder aus eigener Erfahrung, das *wiederhole*, um es zu wissen. Wiederhole, um nicht zu vergessen. Wiederhole, um nicht leichtfertig zu verlieren, was zu lernen viel zu oft viel zu teuer war. (Bedenke: Jedem Wissen darum, was du *nicht* tun und *nicht* essen solltest, geht entsprechende Erfahrung voraus.) Lasst uns heute aktuelle und auch aktuell kursierende Meldungen besprechen, um Gelerntes zu wiederholen. Um die Linien des Wissens nachzuziehen, damit sie nicht verbleichen, sondern klar bleiben. Klar und mit viel Kontrast. ## Für alle noch nicht Auf x.com stellt [@Hirnschluckauf](https://x.com/Hirnschluckauf/status/1955896299397550399) zwei *zeit.de*-Meldungen nebeneinander. Die eine Meldung ist [vom 27.11.2021](https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-11/leopoldina-corona-massnahmen-verschaerfung-impfpflicht-kontaktbeschraenkungen), und der Titel lautet: »Leopoldina fordert schnellstmöglich Verschärfungen«. Ihr fragt euch, was denn da *verschärft* werden soll, und das Datum jener Meldung lässt euch das Richtige raten: »eine Impfpflicht und sofortige Kontaktbeschränkungen für alle noch nicht dreimal Geimpften«. Ganz aktuell aber ([zeit.de, 18.8.2025](https://www.zeit.de/gesellschaft/2025-08/soziale-medien-kinder-jugendliche-leopoldina-smartphone-empfehlungen)) lesen wir: »Leopoldina fordert mehr Schutz von Minderjährigen in sozialen Medien«. Diese »Leopoldina« ist eine »Gelehrtengesellschaft« ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Akademie_der_Naturforscher_Leopoldina)). Die »Leopoldina« wird in deutschen Medien zitiert, wenn eine Forderung »wissenschaftlich« klingen soll. Tatsächlich werden aber oft genug bloße Meinungen und moralische Bewertungen mit der Autorität der »Wissenschaft« präsentiert. Man fragt sich: Ist es relevant, dass diese »Akademie der Wissenschaften« zu 80 Prozent vom Bund und zu 20 Prozent vom Land Sachsen-Anhalt finanziert wird? Nun, jener Tweet auf x.com kommentiert die beiden Meldungen aufs Sarkastischste: > Es ist ein wahrer Segen, dass es hierzulande DieWissenschaft™️ gibt, die ganz zufällig immer genau das fordert, was sich die Regierung in UnsererDemokratie™️ gerade wünscht. ([@Hirnschluckauf, 14.08.2025](https://x.com/Hirnschluckauf/status/1955896299397550399)) Ja, es ist ein wahrer Zufall, dass Journalisten wie auch Wissenschaftler, die mit der Regierung verbandelt sind, so häufig zu genau der Erkenntnis gelangen, die der Regierung in ihrer Pläne passt. (Wenn die Regierung im Kontext von Medien vom »Schutz von Minderjährigen« spricht, meint sie: *Zensur* und *Überwachung*, und zwar *aller* Bürger.) ## Derzeit noch keine Eine weitere heute kursierende Meldung ist tatsächlich vom letzten Jahr. Der Staatsfunk interviewt einen Experten (siehe »Wissenschaftler« und »Journalisten«) über die »Messergewalt« ([@UnknownUser, 12.08.2024](https://www.zdfheute.de/politik/messer-attacken-zunahme-kriminologe-praevention-100.html)). »Wieso nehmen die Fälle von Messergewalt zu?«, so fragt der Journalist, und der Experte rätselt zur Antwort: »Wir haben generell eine Zunahme von Gewaltkriminalität in der bundesdeutschen Gesellschaft. Die Zunahme von Messerkriminalität ist im Prinzip Teil dieses Problems, doch derzeit haben wir noch keine griffige Erklärung dafür.« ## Ein psychodigitaler Schalter An dieser Stelle aber, liebe Leser, kommt der wichtige wiederholende Teil. Es geht um einen Chip im Kopf, einen psychodigitalen Schalter. Ich schrieb davon etwa im Essay [»Geld mit Eigenschaften«](https://dushan.org/cbdc-digitales-zentralbankgeld/). Jenes *Gedankenexperiment* geht so: Stell dir vor, dir wurde im Kopf ein Chip eingepflanzt, der deine Gedanken mitliest und wie ein Schalter verändern kann. Dieser Schalter-im-Kopf soll sicherstellen, dass du dich *immer* für A entscheidest (wofür auch immer »A« hier stehen soll). Solltest du dich für Nicht-A entscheiden, wird der Schalter deine Entscheidung zu A verändern. Solltest du dich aber schon selbst für A entschieden haben, tut der Schalter nichts. Wir sind uns ja alle einig, dass eine Entscheidung, die von Nicht-A nach A umgepolt wurde, nicht wirklich als *freier Wille* zählt. Doch was ist mit einer Entscheidung *für* A? Ist es freier Wille, wenn ich überhaupt nicht anders entscheiden *konnte*? ## Am flutschigsten gestaltet Die Schalter-im-Kopf-Frage stellt sich bei all den Experten und Wissenschaftlern des Propagandastaates, die zufälligerweise fast immer zu genau der Erkenntnis gelangen, welche der Regierung gerade nützt. Die Frage stellt sich bei Journalisten, deren Irrtümer zufälligerweise immer in genau die Richtung ausfallen, welche den Parolen des Tages entspricht. (Siehe dazu den Essay [»Darf man über »Lügen« reden?«](https://dushan.org/luegen/).) Und die Frage stellt sich bei jenen unserer Mitbürger, die auffällig oft genau die Meinung an den Tag legen, die den täglich neuen Einstieg in den Allerwertesten des Propagandastaates am flutschigsten gestaltet. Wenn ein von der Regierung bezahlter Experte immer wieder zu einer Erkenntnis gelangt, die der Regierung in den Kram passt, wie *frei* können diese Erfahrungen nach aller Lebenserfahrung *wirklich* sein? Oder wenn ein Experte das Offensichtlichste einfach nicht zu sehen vermag, während das Offensichtliche der Regierung offensichtlich *sehr* unangenehm wäre – für wie *frei* halten wir einen solchen Experten? ## Auch das Gegenteil Wie viele der Mitmenschen um uns her sind *wirklich* frei, zu jedem Gedanken bei besserer Beweislage auch das Gegenteil zu denken? Bin *ich* denn frei? Ist *irgendein* Deutscher, zu welchem Thema auch immer, frei sich eine Meinung zu bilden, wenn das Gegenteil zu denken – und diesen Gedanken zu äußern – ihn ins Gefängnis bringen könnte? Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen. Es bleibt wahr. In diesen Jahren wird uns aber *geraubt*, wofür unsere Väter so hart gearbeitet haben. Warum lassen die Menschen das zu? Vielleicht lassen die Menschen es zu, weil ein Schalter in ihrem Kopf ihnen verbietet, auch nur zu *denken*, geschweige denn *auszusprechen*, dass es ist, wie es ist. Und also – wer hätte es gedacht? – beginnt Freiheit doch damit, zu sagen, was ist. Doch nur wenn auch das Gegenteil deines Urteils dir prinzipiell denkbar erscheint, weißt du, dass *kein* Schalter in deinen Kopf implantiert wurde. Nur wenn du zu jedem Sachverhalt und jeder Meinung auch das Gegenteil denken kannst und du dir erlaubst, für beide einen Grund zu finden, erst dann ist es logisch möglich, dass dein Wille einigermaßen *frei* ist. - [Du bist frei, die erlaubte Meinung zu sagen](https://dushan.org/essays/erlaubte-freiheit/) USA kritisieren Zensur in Deutschland. Hier wehrt man sich: Natürlich herrscht Meinungsfreiheit – außer für »rechtsextreme« Meinungen. Echt jetzt? Wir haben inzwischen ein Sprichwort extra dafür: Wird der Bürger unbequem, gilt er bald als rechtsextrem. Als der chinesische Staatschef im Jahr 2023 zu Gesprächen mit Joe Biden nach San Francisco kam, stellten die Bewohner der Stadt überrascht fest: Die Obdachlosen waren plötzlich verschwunden! ([sfstandard.com, 14.11.2023](https://sfstandard.com/2023/11/14/city-clears-homeless-encampments-apec/)) Die von »Democrats« regierte Stadt ist heute bekannt für ihre Obdachlosen- und Drogenprobleme. Opulenter Luxus in teuren Apartments, aber Armutselend auf der Straße, gestrauchelte Menschen inklusive ihrer Zelte, Drogenspritzen und frischem Menschenkot – das alles ist eigentlich *das neue Normal* in jener einst so schönen Stadt. Für den hohen Besuch aber gelang es den Chefheuchlern der Stadt, buchstäblich über Nacht all das Elend von den Straßen zu »entfernen«. Kaum war der Staatsbesuch vorbei, schwappte das Elend wieder zurück ([foxbusiness.com, 13.12.2023](https://www.foxbusiness.com/economy/san-francisco-gym-owner-describes-unrecognizable-city-returning-den-of-homelessness-drugs)). Bürgern und Geschäftsleuten wurde bewusst, dass die Stadt diese Situation aktiv und bewusst zulässt. Man hatte ja gezeigt, dass man es über Nacht in den Griff bekommen *kann*. Und natürlich hatte man auch in China von der kurzfristigen Aufräumaktion der »Democrats« gehört. Sie trug nicht zur wahrgenommenen Seriosität der US-Amerikaner bei – einige Chinesen waren amüsiert. ## Grigori Alexandrowitsch Der Frust der Bewohner über die nun als *absichtlich* entlarvte Obdachlosen-Situation im teuren San Francisco ist sehr verständlich. Ich aber finde die kurze Phase der Sauberkeit spannend, und zwar auf geradezu sprachphilosophische Weise! Wir kennen ja den Topos des *potemkinschen Dorfes* ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Potemkinsches_Dorf)). Die Legende von den Städten als Kulissen mag von den politischen Gegnern des Grigori Alexandrowitsch Potjomkin erfunden worden sein, die Idee enthält viel Wahrheit. San Francisco *ohne* die Obdachlosen war eine Negativ-Variante des potemkinschen Dorfes. Statt so zu tun, als sei etwas da, was nicht da ist, tat man, als sei etwas *nicht* da, was eben doch da ist. Damit aber wären wir bei aktuellen Meldungen! ## Wird der Bürger unbequem Am Valentinstag dieses Jahres machte der US-Vizepräsident ein ganz besonderes Liebesgeschenk. Es war eine Rede, worin er die Meinungsfreiheit pries und ihre Einschränkungen in Europa verdammte. Das Gesagte war so beeindruckend und wichtig, dass ich mir die Mühe machte, die Rede zu übersetzen und im Video auf Deutsch vorzutragen: [»Rede von J.D. Vance am 14.2.2025, auf Deutsch vorgetragen«](https://dushan.org/jd-vance-14-2-2025-von-dushan-wegner/) Nun hat die US-Regierung diese Vorwürfe speziell gegen Deutschland in einem offiziellen Regierungsbericht konkretisiert. ([bild.de, 13.8.2025](https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/us-aussenminister-menschenrechts-probleme-in-deutschland-689b8044f3b330071983fab3)) Die Amerikaner sprechen aus, was doch eigentlich jeder auf der Weltbühne sieht: Es steht wieder schlechter um Grundrechte wie die Redefreiheit in Deutschland. Wir können ja selbst schon aufsagen, wie deutsche Funktionäre reagieren werden. Beim Welttreffen der lupenreinen Demokraten beim WEF in Davos wies Olaf »Erinnerungslücke« Scholz die Vorwürfe empört zurück: dass in Deutschland natürlich Meinungsfreiheit herrsche – außer bei rechtsextremen Meinungen. ([Siehe YouTube, etwa ab Minute 32](https://youtu.be/I1kRDS2YyOc?t=1340).) Die perverse Logik hierin wird in jenem neuen Sprichwort transportiert: **Wird der Bürger unbequem, gilt er bald als rechtsextrem.** ## Bei identischer Informationslage Schon 2018 schrieb ich: [»Deine Meinung ist Hass, und Hass ist keine Meinung«](https://dushan.org/hass-ist-keine-meinung/). Es ist die perverse Logik der neuesten Iteration eines speziell deutschen Totalitarismus. Natürlich bist du frei, in Deutschland zu sagen, was du möchtest – solange du sagst, was erwünscht und also erlaubt ist. In deutscher Propagandasprache sind »rechts« und »rechtsextrem« *keine* inhaltlichen Aussagen, sondern stehen für das Abweichen von oder die Kritik an der vorgegebenen Einheitsmeinung. Die tatsächlichen *Inhalte*, die tagesaktuell als »rechtsextrem« etikettiert werden, können sich über Nacht um 180 Grad drehen. Als Beispiel und zur Erinnerung: Als man aus China von jenem neuen Virus hörte und unter anderem die AfD davor warnte, wurden diese Warnungen von Politik und Propaganda als »rechte Panikmache« abgetan. Der Staatsfunk produzierte »Satire« und »Humor«, der sich über Leute lustig machte, die über die Ereignisse in China besorgt waren. In Staatsfunk-Logik konnten das allesamt nur »Rechte« und »Rassisten« sein. Eine andere Motivation für Meinungen, die von Regierung und Propaganda abweichen, ist für diese Kaste schlicht nicht *vorstellbar*. Doch dann, als hätte ein höherer Marionettenspieler die Fäden neu arrangiert, wurde *bei identischer Informationslage* plötzlich das Gegenteil behauptet – und nun galt als »rechts« und so weiter, wer vor wiederum *übertriebener* Reaktion warnte. Ich dokumentierte diese spektakuläre Pirouette im März 2020, im Essay: [»Corona-Virus? »… alle erstmal durchatmen«!«](https://dushan.org/corona-virus-erstmal-durchatmen/) ## »erst einmal die Integration« Du bist in Deutschland frei, alles zu sagen, außer es ist rechtsextrem. Was aber ist »rechtsextrem«? Im September 2002 sagte eine aufstrebende Politikerin namens *Angela Merkel* im Bundestag an die SPD gewandt dies: »Die Menschen im Lande wissen, dass Ihre Gesetze eben keine Begrenzung der Zuwanderung bieten. Und die Menschen im Lande wissen, dass der Herr Schily (…) gesagt hat: Das Maß des Zumutbaren ist überschritten. Und sie wissen, dass spätestens nach Pisa doch in Deutschland völlig klar ist: Bevor wir über neue Zuwanderung reden, müssen wir erst einmal die Integration der bei uns lebenden ausländischen Kinder verbessern.« (Näheres dazu in meinem Essay [»Die Mutter aller Lügen«](https://dushan.org/mutter-aller-luegen/) von 2020.) Und die SPD schleuderte Merkel damals entgegen: »Hören Sie doch auf zu lügen.« Heute gälten die Aussagen der Angela Merkel von 2002 als »rechtsextrem« und wären verboten, oder? Der Bundesverfassungsschutz würde das Verbot der CDU vorbereiten, die Polizei würde regelmäßig bei bekennenden CDU-Fans zur Hausdurchsuchung die Tür eintreten. War Merkel also im Jahr 2002 *inhaltlich* »rechtsextrem«? Nein. Was sie damals sagte, das entsprach damals und entspricht heute weiterhin dem gesunden Menschenverstand und der simplen Anschauung der Realität. Was Merkel im Jahr 2002 aussprach, war aber dadurch im *heutigen* Sinn des Wortes »rechtsextrem«, weil es der von der SPD vorgegebenen Regierungslinie widersprach. Als Kanzlerin *drehte* Merkel um 180 Grad – oder: sie nahm die bürgerliche Maske ab –, und so begann Deutschlands vorläufig letzter Niedergang. ## Vor sich und vor uns Henry Ford soll mal über das »Model T« gescherzt haben: »Du kannst es in jeder Farbe bekommen, die du willst, vorausgesetzt die Farbe ist Schwarz.« Ähnlich gilt in Deutschland: Du kannst jede Meinung äußern, vorausgesetzt, es ist die Meinung der Regierung. (Denn alles andere ist rechtsextrem und zum Glück verboten.) Nun, die Junkies und Obdachlosen kehrten bald nach jenem Staatsbesuch nach San Francisco zurück. Manche sagen, die Probleme seien kurz darauf noch ärger geworden. Für die Funktionäre des deutschen Propagandastaates sind kritische Meinungen noch ekliger als Unrat auf den Straßen. Die Regierenden versuchen, den »Unrat« in unseren Köpfen, unseren Geist des Widerspruchs, vor *sich* selbst *und* vor *uns* selbst zu verstecken. Die Freiheit der Meinungen *wird* wieder zurückschwappen, doch dann womöglich auf eine Art, die weit *unappetitlicher* ist als ein paar Bürger mit frechen Bilderwitzen auf Facebook. - [Du hättest getan, was du heute tust](https://dushan.org/essays/nichts/) Was hättet ihr »damals« getan? Nichts. Oder so gut wie nichts. »Damals« ist das tiefe Becken mit Sprungturm. »Heute« ist im Vergleich ein Nichtschwimmerbecken – und ihr traut euch ja heute kaum, auch nur etwas Wasser aufspritzen zu lassen. Im Schwimmbad meiner Kindheit ([»De Bütt«, Hürth](https://www.familienbad.com/schwimmbad.html)) sind bis heute *zwei* Schwimmbecken. Eines war weniger als einen Meter tief, das *Nichtschwimmerbecken*. Das zweite war ein großes, *ernsthaftes* Schwimmbecken mit Dreimeterbrett darüber und tief genug, dass es eine Mutprobe war, bis auf den Boden zu tauchen. Ihr werdet mir bei dieser These gewiss zustimmen: Wenn sich ein Besucher nicht traut, im Nichtschwimmerbecken zu planschen, dann wird er sich erst recht nicht trauen, im großen Becken zu schwimmen. So weit, so plausibel, oder? Damit gilt aber auch: Die Frage ist beantwortet. Welche Frage? Na, *die* Frage. ## Was hättest du Jedem Schüler in Deutschland, nicht nur in meiner Generation, wurde *die* Frage als schwere Last auf die jungen Schultern gelegt, und *die* Frage lautet: Was hättest du dort und damals getan? Die Frage ist beantwortet: Nichts. Nichts hättest du getan. Woher *ich* das weiß, dass *du* nichts getan hättest? Weil du *heute* nichts tust. Ich höre euch ja geradezu, während ich dies schreibe, in den letzten Stunden einer weiteren viel zu kurzen Nacht. Ich höre euch aus der baldigen Zukunft protestieren: »Ich tue doch nicht nichts! Ich tue etwas!« Und dann, weil dir einfällt, wie gefährlich der Vorwurf der »Relativierung« in UnsererDemokratie ist, schiebst du nach: »Außerdem ist es heute nicht wie damals. Das war ein einmaliges Unrecht!« Zur Erklärung und Dokumentation: Nach [§130 StGB](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__130.html) kann in den Knast geworfen oder anders bestraft werden, wer »eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung« »billigt, leugnet oder verharmlost« (und zwar »in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören«, wobei dies zu beurteilen Staatsanwalt und Richter de facto weitgehend frei sind). In der Praxis bedeutet das allerdings: Die UnsereDemokratie-Funktionäre können politische Gegner ungestraft und unentwegt als »Nazis« etc. verunglimpfen – die Staatsanwälte sind ja an die Weisungen von UnsereDemokratie-Funktionären gebunden. Wer aber als Nicht-Funktionär auf Parallelen im Handeln und Denken der UnsereDemokratie-Funktionäre zu einzelnen Aspekten des damaligen Totalitarismus hinweist, der kann leicht wegen »Relativierung« damaliger Verbrechen verfolgt werden. Hierbei erfolgen die Strafe und die öffentliche Demütigung oft ohne Anklage und Verfahren, da die [Hausdurchsuchung selbst bereits als Strafe](https://dushan.org/strafe-ohne-verfahren/) praktiziert wird. »Nie wieder« zu sagen ist in Deutschland gefährlich, wenn das »Wieder« von den »Guten« versucht wird. ## Relativ zum Profibecken Aber keine Angst, liebe Schwimmschüler, wir *relativieren* hier nicht, außer dergestalt, dass das Heute sich zum Damals verhält, wie das Nichtschwimmerbecken zum Profibecken mit Sprungturm. In Großbritannien, also gleich nebenan, wird aktuell ein veritabler Totalitarismus installiert – inklusive [Verfolgung](https://europeanconservative.com/articles/analysis/the-uk-governments-thoughtcrime-division/) und [Verurteilung für Gedankenverbrechen](https://decisionmagazine.com/uk-man-convicted-of-thought-crime/). Die britische Polizei ist [täglich im Einsatz](https://www.aljazeera.com/news/2024/12/21/what-are-non-crime-hate-incidents-which-have-become-so-hated-in-the-uk) gegen Gedanken, die zwar *noch* nicht illegal sind, aber sich zu illegalen Gedanken *entwickeln* könnten. Du sagst dir: »Damit habe ich nichts zu tun, das ist nicht mein Land, die sind ja nicht mal in der EU-Besatzungszone!« – Damit ist die Frage beantwortet, was du getan hättest als Bürger eines Nachbarstaates: nichts. In Deutschland werden Regierungskritiker, die zu Demonstrationen gegen das »legale Unrecht« der Regierung aufriefen, unter fadenscheinigen Vorwürfen [in den Knast geworfen](https://dushan.org/ballweg-der-mann/). Und was tust du? Du schimpfst vielleicht ein bisschen, aber auch das nur vorsichtig. Willst ja nicht deinen Job verlieren. Oder eine der erwähnten und stets unausgesprochen drohenden Straf-Hausdurchsuchungen erleben – und der *Verdacht* auf Falschdenk genügt ja. Und so weiter und so fort. Und überhaupt, was solltest du auch tun? Das Damals ist das tiefe Becken mit Sprungturm. Das Heute ist im Vergleich das Nichtschwimmerbecken – und du traust dich ja heute kaum, etwas Wasser aufspritzen zu lassen, geschweige denn mit Anlauf hineinzuspringen. Ich kann dich verstehen. ## Wenig an der Außenwelt Ja, ich kann dich verstehen. Und ich würde es genauso tun – wenn ich frei wäre von dieser Neigung, in den frühesten Morgenstunden den Grund für meine Schlaflosigkeit zu suchen, viele Zeilen und Absätze lang. Doch auch mein Schreiben verändert ja wenig an der Außenwelt. Weder du noch ich verändern groß etwas, sonst säßen du und ich längst im Knast. Oder stünden gerade im Bademantel vor der Tür, gefilmt von den hämischen Kameras des Staatsfunks, während die braven Polizisten (sie machen ja nur ihren Job) unser Haus so sinnlos wie demütigend auf den Kopf stellen und konspiratives Inventar konfiszieren. Die Frage, was wir *damals* getan hätten, ist beantwortet – und ich meine, dass sie nicht besonders relevant ist. (Außer, wenn man sich daran erfreut, ein »Held in Gedanken« zu sein. Mancher stellt sich vor, er wäre James Bond. Ein anderer, er wäre Widerstandskämpfer. Was man so träumt, während man im Supermarkt nach den Sonderangeboten sucht.) ## Unseren täglichen Broder Fast täglich möchte man in diesen Jahren Henryk Broder zitieren. Zuletzt tat ich es im Essay [»Du sollst Wahrheit sagen, aber ohne Einstein«](https://dushan.org/wahrheit-ohne-einstein/): »Wenn ihr euch fragt, wie das damals passieren konnte: weil sie damals so waren, wie ihr heute seid.« Broder sagt *nicht*, dass das Heute dem Damals gleicht. Er legt aber nahe, dass heute *andere* schlimme und unmenschliche Zustände folgen werden, allerdings aufgrund derselben Schwächen wie damals. (Zur Illustration: Jeder Unfall wegen Trunkenheit mag anders katastrophal ausgehen; doch haben die Unfälle die eine Ursache gemeinsam.) ## Erst mal wissen, was Die Menschen wussten damals nicht, was *danach*, also *nach dem Damals* kommen würde. Die wussten zu Beginn ja nicht einmal, dass das Damals eben ein *Damals mit großem D* war! Wir wissen ebenfalls nicht, was nach unserem *Heute* der Fall sein wird. Wir wissen nicht, wie tief *dieses* Schwimmbecken noch geht, ob wir bereits die ganze Tiefe ausloten können oder noch in Richtung ganz anderer Abgründe planschen – und welche Ungeheuer *dort* auf uns warten. Dass es nicht wird »wie früher«, scheint recht klar. Auf De-Industrialisierung wird keine Re-Industrialisierung folgen; schon gar nicht, wenn deutsche Spitzenleute zu Zigtausenden abwandern, während künstliche Intelligenz die globale Wirtschaft und Gesellschaft redefiniert. Weder du noch ich können allzu viel an den äußeren Umständen ändern. Dazu müssten wir überhaupt erst mal *wissen*, was wirklich geschieht. ## Die Kinder so schön Sei ehrlich: Du ahnst es doch auch, du spürst es in den Knochen, dass wo sie uns Debatte und Protest und sogar etwas Veränderung gestatten, nur eine harmlose Spielwiese ist. Wie man Kindern ein paar Bauklötze oder ein Computerspiel in die Hand drückt, sodass sie ohne Konsequenz ihre niedlichen kleinen Häuser bauen und dann wieder umwerfen können. Das beruhigt die Kinder so schön, während die Erwachsenen die *wirklichen* Dinge tun. Ich weiß nicht, was ich *damals* getan hätte. Aber ich weiß, was ich *heute* tun muss: Ich muss klüger werden, will etwas weniger seicht sein. Will nicht Laodizea sein, will mir Offenbarung 3:15 zu Herzen nehmen, wo es heißt: »Du bist weder kalt noch heiß. Wärest du doch kalt oder heiß!« Ach, ich bin zu realistisch – oder zu verhärmt –, um zu sagen, ich arbeitete daran, der Mensch zu sein, der ich sein will und soll. Es wäre viel und fürs Erste wohl auch genug gewonnen, wenn ich *weniger* dem Menschen ähnelte, der ich *auf keinen Fall* sein will. ## Der Muffin, der Mensch Die Sonne ist inzwischen aufgegangen, der Kaffee getrunken und der von meiner Tochter gebackene Muffin aufgegessen. Ich kann die Welt nicht ändern, aber ich kann *mich* ändern. Ich arbeite daran, weniger *der* Mensch zu sein, der ich *nicht* sein will. Und wenn ich die Macht hätte, zu befehlen, würde ich euch befehlen, es mir *auf eure eigene Weise* und *nach eurer eigenen, ehrlichen Erkenntnis* gleichzutun. - [Komm nach Deutschland, nimm dir Geld](https://dushan.org/essays/deutsche-psychose/) 2015 ist nicht korrigiert, im Gegenteil. Die Regierung wirbt international, Bürgergeld an Fremde zu zahlen. Es ist aber ein Wahn, sprich: eine Psychose, dass Deutschland die ganze Welt versorgen kann (noch dazu während es sich de-industrialisiert). Eine *Psychose* ist jener psychische Zustand, in dem ein Unglücklicher zwischen Realität und Nicht-Realität nicht unterscheiden kann. Eine *Halluzination* kann Symptom eines Zustands sein, der bei Psychosen auftritt; diese können aber auch mit *Wahnvorstellungen*, *Realitätsverlust* oder *Ich-Verlust* einhergehen. [Wikipedia erklärt](https://de.wikipedia.org/wiki/Psychose): »Menschen mit Psychosen haben ein erhöhtes Risiko, weitere Krankheiten zu entwickeln oder durch ihr Verhalten Schaden zu nehmen. Auch ihre Suizidrate ist erhöht. Diese allgemeinen Risiken sind nicht in jedem Einzelfall relevant.« Ich möchte euch heute einen *Begriff als These* vorlegen, der Psychologie und [ethische Theorie](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) kombiniert: die *moralrelevante Psychose*. ## Es ist _nicht_ korrigiert Die deutsche Regierung bewirbt weltweit das deutsche *Bürgergeld* ([nius.de, 10.08.2025](https://www.nius.de/politik/news/so-wirbt-baerbel-bas-im-ausland-fuer-das-buergergeld/06158144-d9c5-4127-b707-2b11e936932d)). Wer denkt, dass das Unrechtjahr 2015 korrigiert und überwunden ist, der irrt (oder lügt vielleicht auch »sich in die Tasche«). 2015 war der Auftakt. Es ist in Teilen Europas längst *verboten*, öffentlich auszusprechen oder gar zu fotografieren und abzubilden, was *wirklich* passiert. Es gilt als *rechtsextreme Verschwörungstheorie*, zu benennen, welche Akteure es aktiv betreiben – und warum. Über die *absehbaren nächsten Schritte* solltest du [sogar im Traum](https://dushan.org/wenn-du-es-im-traum-tust/) nur vorsichtig spekulieren. Eines aber müssen die Leute *weltöffentlich* tun, ein Stück weit zumindest: öffentlich dafür werben, dass alle Welt nach Deutschland einreisen soll, weil es in Deutschland gratis Geld für alle gibt (finanziert vom steuerzahlenden deutschen Arbeiter, also nach linksgrüner Denke, dem »Nazi«). Und also wirbt die Regierung auf Englisch ([arbeitsagentur.de, Stand 11.08.2025](https://www.arbeitsagentur.de/en/financial-support/citizens-benefits); [archiviert](https://archive.is/GNnpW)). Wenn du dich nicht selbst finanzieren kannst, wird das »Jobcenter« dich unter bestimmten Umständen unterstützen. (Die »besonderen Umstände« sind schlicht, was man beim Amt sagen soll, um gratis Geld zu bekommen. Also nicht, dass man bloß einen Job sucht. Zitat: »Your residence status determines whether you are eligible to receive citizen’s benefit.«) Bürgergeld wird monatlich gezahlt (»Citizen’s benefit is paid monthly«), so wirbt die Regierung. Ist man alleinerziehend oder schwanger, gibt es Geld extra! Es gibt Geld für Möbel, um sich einzurichten! Die Kosten für Miete und Heizung werden natürlich auch übernommen. Das ist nicht polemisch übertrieben. [Das steht da wirklich](https://www.arbeitsagentur.de/en/financial-support/citizens-benefits), in leicht verständlichem Englisch. ## Wird die Tasse stehenbleiben? Ob in Sachen *Klima*, *Industriepolitik*, *Kampf gegen Rechts* oder *Migration*: der Zustand Deutschlands ist kaum mehr anders denn als *Realitätsverlust* zu beschreiben – oder eben *Psychose*. Es gibt ja durchaus Mittel, als Mensch zu prüfen, ob unsere Wahrnehmung der Realität und die Realität übereinstimmen. Jener Prüfstein ist auch ein Grundpfeiler der Wissenschaft (also richtiger Wissenschaft, nicht der »Wissenschaft« der »Experten« im Staatsfunk). Diese prüfende Methode ist die *Vorhersage*. *Wenn* meine Wahrnehmung der Realität halbwegs richtig ist, werde ich einigermaßen präzise vorhersagen und steuern können, was als Nächstes passiert. Wenn ich korrekt wahrnehme, dass vor mir ein Tisch steht, und ich darauf eine Tasse abstelle, wird die Tasse stehenbleiben. War der Tisch nur eine Halluzination, wird die Tasse auf den Boden fallen und zerbrechen. (Außer natürlich, die Tasse ist ebenfalls nur eine Wahnvorstellung. Wenn ich aber immerzu aus imaginären Tassen trinke, werde ich ganz real verdursten.) Früher oder später sollte ich merken, dass meine Annahme ein Irrtum ist, und ich sollte sie korrigieren. Es soll ja vorkommen, dass Menschen selbst merken, dass sie unter Wahnvorstellungen leiden. Dass sie Personen sehen, die nicht da sein *können*, und so weiter. Dann gehen sie hoffentlich zum Arzt. Wenn ein Mensch aber lange genug *nicht wahrhaben will*, dass seine Vorhersagen alle nicht funktionieren, dass seine Realität ein Wahn ist und eben nicht real, dann handelt es sich um einen tragischen, klinischen Fall. Um eine *Psychose*. ## will/kann/darf/soll In Deutschland wird mit der wahnhaften These operiert, die deutschen Steuerzahler und die von der Regierung aktiv »de-industrialisierte« Wirtschaft könne alle Armen und Arbeitsunwilligen dieses Planeten versorgen. Diese Annahme ist nicht diskutabel, diese Annahme ist *wahnhaft*, *irre*, *psychotisch*. In Deutschland wird mit staatlicher, außer-rechtsstaatlicher Gewalt zudem erzwungen, nicht zu hinterfragen, dass alle Menschen aller Kulturen und zivilisatorischer Stufen immer produktiv miteinander leben können, ohne dass möglicherweise eine Gruppe die andere mit Gewalt dominiert, wenn und weil die andere sich nicht wehren will/kann/darf/soll. Tausende Jahre menschlicher Geschichte sprechen gegen diesen linken Wahn. Einfache Mathematik und simple Menschenkenntnis sprechen gegen diesen Wahn. Und dass dieser Wahn bereits seit mindestens einem Jahrzehnt als Prämisse und Handlungsgrundlage deutscher Politik dient, ist längst täglich daran zu erkennen, wie kläglich und brutal die Voraussagen versagen. Korrigiert die deutsche Politik – und damit *Deutschland* – die Annahmen über die Realität? Nein, denn dann wäre es ein Irrtum. Es ist aber ein Wahn. (Oder eine *Lüge*, und dann wären wir wieder bei den Verschwörungstheorien.) ## Unsere angeborene Neigung Ich sprach von der *moralrelevanten Psychose*. Nun, wie ich im Buch [*Relevante Strukturen*](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) erkläre, folgt unsere angeborene Neigung zur Moral der Einschätzung, welche der Strukturen um uns her sich *relevant* anfühlen. Im idealen (und von höherer Macht vorgesehenen) Fall ist die *Familie* eine relevante Struktur. Also empfinden wir es generell als *moralisch*, die Familie zu stärken. Nachwuchs maximal relevant zu finden, ist uns eigentlich via Genetik vorgegeben. (Die »Boomer« sind die erste Generation, die diese Relevanz teilweise aufkündigte und ihr eigenes Wohl über das der Kinder stellte, [wie in zahlreichen Internet-Beiträgen zu lesen ist](https://www.reddit.com/r/lostgeneration/comments/xtv06j/boomers_are_objectively_the_most_selfish_entitled/).) Es ist uns angeboren, Hilfsbedürftigen helfen zu wollen (solange sie halbwegs »zu uns gehören«. Das ist aber Gegenstand religiöser und moralischer Debatten.) Wir *wollen* dem Lahmen *auf die Beine helfen* – oder zumindest sein Leid etwas lindern. ## Den Planeten, gratis Man könnte es wagen, Jesus zu paraphrasieren: Wer ist meine *relevante Struktur*? Der Arme und Kranke, auf den du triffst, ist deine *relevante Struktur*! Daraus leitet sich aber *nicht* die moralische Pflicht ab, dass ein Land sich selbst vernichten muss, im aussichtslosen und blank psychotischen Versuch, die Armen und Arbeitsunwilligen des gesamten Planeten gratis nach dem besten westlichen Wohlstandsstandard zu versorgen. Deutschlands Linke lebt in einem *Wahn*, oder sie praktiziert bewusst eine *Lüge*, warum auch immer, was im Ergebnis und in seinen verheerenden Folgen allerdings identisch ist. Deutschland lebt eine *moralrelevante Psychose*, denn man leitet aus einer wahnhaften Vorstellung eine moralische Pflicht ab. ## Wisse nach wie vor Was aber tun, wenn der Wahn zur Politik wird, die Psychose zur Grundlage einer neuen Ethik? Nun, wenn alle brüllen, dann schweige du. Wenn alle den Glauben verlieren, halte du umso fester daran fest. Und wenn der Staat die Psychose befiehlt, dann sei du, zumindest im Privaten, unwahnherzig *realistisch*. Und wisse, es gilt nach wie vor: Am Ende gewinnt immer die Realität. - [Du sollst Wahrheit sagen, aber ohne Einstein](https://dushan.org/essays/wahrheit-ohne-einstein/) Im Dritten Reich war »jüdische Physik« an den Unis faktisch verboten. Eliten nutzten Formeln zu Raum und Zeit trotzdem (ohne Einstein zu nennen). Gibt es auch heute Wahrheiten, die öffentlich geächtet, aber hinter verschlossenen Türen eingeplant werden? Im Dritten Reich, so habe ich mal gehört, durften Physiker sich nicht auf Albert Einstein beziehen. Es galt als »Jüdische Physik«. Im berüchtigten Propaganda-Film »Der ewige Jude« wurde auch Einstein erwähnt. (Absurderweise wurde er in die Nähe der damals angeblich von Juden kontrollierten Pornographie-Industrie gerückt; [siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/The_Eternal_Jew_%28film%29?utm_source=chatgpt.com)) Als Gegenkonzept wurde die »Deutsche Physik« stark ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Physik)), an deren Spitze immerhin zwei deutsche Nobelpreisträger standen. Die »Deutsche Physik« existierte allerdings bereits vor der NS-Zeit, doch während der »Gleichschaltung« wurde sie ausgebaut und zum zeitweiligen Standard, wie man es erwarten würde. ## Die Nase des Erdenkers Welche Qualität hatte eine Physik, welche Qualität *konnte* sie haben, wenn sie bessere (sprich: genauere und näher an der Wahrheit liegende) Erkenntnisse ablehnte, weil ihr (womöglich buchstäblich) die Nase des Erdenkers nicht passte? Nun, tatsächlich lehnte man »nur« die *Relativitätstheorie* und die *Quantentheorie* ab, welche für die Entwicklung von Bumm-und-Peng nicht unmittelbar erforderlich waren. (Allerdings »entdeckte« man die *[Äthertheorie](https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84ther_(Physik))* neu, also ein widerlegtes physikalisches Modell von [»und dann passiert ein Wunder«](https://www.researchgate.net/figure/Then-a-Miracle-Occurs-Copyrighted-artwork-by-Sydney-Harris-Inc-All-materials-used-with_fig2_302632920).) Man betonte die Bedeutung des Experiments und der unmittelbaren Anschauung. Es passte zur Zeit und ihrer Absichten, dass diese Physik denkbar *ergebnisorientiert* war. Und doch, und doch ... ## Gequältwerden von diesem Bewusstsein Was ist das Reden über die Realität wert, wenn relevante Erkenntnisse aus ideologischen Gründen ausgeblendet werden? Ich gestehe, dass ich in den letzten 10 Jahren immer wieder an jene merkwürdige wissenschaftliche Teilblindheit von damals denken muss. Zuletzt im Text [»Das Verbot und seine Konsequenz«](https://dushan.org/das-verbot/) verhandelte ich die Konsequenz befohlener Theorie-Blindheit am Beispiel mathematischer Axiome. Ich stellte in jenem Essay fest, dass eine Mathematik – sprich: eine Gesellschaft –, die von falschen Axiomen ausgeht, falsche Vorhersagen über die Zukunft treffen wird. Oder sie wird lebenswichtige Vorhersagen zu treffen versäumen, obwohl sie bei durchaus verfügbaren *richtigen* Prämissen leicht hätten getroffen werden können. Beim weiteren Nachdenken über diese Problematik (genauer: beim Gequältwerden von diesem Bewusstsein) fiel mir eine weitere, praktische Ebene auf. Diese zusätzliche Ebene hat mit dem Konflikt zwischen »jüdischer Physik« und »deutscher Physik« zu tun und vor allem damit, *wie* und *wann* er praktisch ausgetragen wurde – und wann eben *nicht*. ## Aber nicht so total In den 1930ern konnte es dich in Deutschland deine akademische Karriere kosten, Einsteins Physik-Thesen öffentlich zu verteidigen. *Werner Heisenberg* wurde als »Weißer Jude« beschimpft. Dem Physik-Nobelpreisträger *Max von Laue* wurden höhere akademische Positionen verwehrt und er stand unter Beobachtung der Gestapo. Nach der Reichs-Habilitationsordnung von 1939 wurden akademische Beförderung an allen Universitäten auch von einer positiven politischen Bewertung abhängig gemacht. Wer der ideologischen Linie widersprach, konnte nicht befördert werden. (Und vor der Habilitation war ein Nachweis der »deutschblütigen Abstammung des Bewerbers und gegebenenfalls dessen Ehefrau« vorzulegen; siehe Seite 9/ Tab 10 bei [digitale-bibliothek-mv.de](https://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/image/PPNUAG-HGW_obj_4694109/10/#topDocAnchor). Sehr herzlichen Dank an den Leser, der mir diesen Link zusandte!) Die Ablehnung der »jüdischen Physik«, genauer: der Thesen und Erkenntnisse, für welche dieser schräge Begriff stand, war aber nicht so total, wie die *gebildete Mittelschicht* vielleicht glauben sollte. ## Aus der Realität In physikalischen Lehrmaterialien fanden sich auch nach 1935 durchaus Abschnitte über »Neue Theorien der Physik« oder »Raum- und Zeitauffassung moderner Physik«. Auch die weltberühmte Formel »E=mc²« wurde genannt und erklärt – allerdings ohne Zuschreibung. Bei der Entwicklung von Waffen aber verstand man sehr deutlich, dass eine Wahrheit ihren Wert aus der Realität erhält, nicht aus der Ideologie. Als Beispiel: Bei der Berechnung der Flugeigenschaften sehr schneller Flugkörper, sprich: der V2-Rakete, wollte Wernher von Braun auch die Veränderungen von Masse und Energie berechnen (können). Doch um Einstein nicht namentlich zu erwähnen, berief man sich in Peenemünde auf Einsteins Theorie-Vorgänger wie Lorentz oder Poincaré – während man »einsteinisch« rechnete. (Eine kritische Gegenmeinung könnte verteidigend einwenden, dass die relevanten Berechnungen auch tatsächlich ohne Einstein *logisch möglich* sind, eben als die angewendeten Ableitungen.) ## Schlussfolgerung Henryk Broder mahnt die Deutschen: »Wenn ihr euch fragt, wie das damals passieren konnte: weil sie damals so waren, wie ihr heute seid.« Ich überlasse es dem geschätzten Leser, selbst zu entscheiden, ob und welche Wahrheiten heute aus ideologischen Gründen in der gewöhnlichen Akademia sowie der Bildungsmittelschicht als *verboten* gelten – aber unter den Eliten ganz und gar nicht verboten sind. Wenn Weltenherrscher zur Klimapanik trommeln und das Steigen der Meeresspiegel prophezeien, aber für sich selbst Villen direkt am Meer kaufen. Wenn Politiker die Kritiker der Coronapanik verfolgen und ins Gefängnis werfen lassen, aber für sich selbst Impf-Ausnahmen verfügen, [»Coronatheater«](https://dushan.org/coronatheater/) aufführen und auch sonst tun, wofür der Bürger arg bestraft würde ([»Barometer ohne Maske, im Zug«](https://dushan.org/barometer/)). Wenn deutsche Politiker behaupten, dies sei das beste Deutschland aller Zeiten, aber nach ihrem Karriere-Ende sogleich ins Ausland übersiedeln. In all diesen Fällen fragt man sich: Könnte es sein, dass *Wahrheiten*, die an Universitäten und in der Bildungsmittelschicht verboten sind, unter den sogenannten Eliten sehr wohl angewandt werden? Fragt euch doch selbst: Welche Karriere macht denn ein Professor an der Universität, wenn er Klimapanik, mRNA-Impfungen, praktische Möglichkeit der Integration beliebiger Kulturen und so weiter hinterfragt? Und umgekehrt: Könnte ein Akademiker heute an hohe und höchste Positionen gelangen, wenn er abschreibt und schwafelt, aber stets das sagt, was höhere Mächte hören wollen? ## Autorität zu glauben beginnen Albert Einstein sagte (und er sagte es *[wohl wirklich](https://books.google.de/books?id=NbbzAUehU50C&pg=PA65#v=onepage&q=Autorit%C3%A4tsdusel&f=false)*): »Autoritätsdusel ist der größte Feind der Wahrheit.« Das Charmante an dieser Formulierung ist, dass sie sowohl die Autoritätsperson als auch den Autoritätshörigen beschreiben kann – es ist eine Art von *Schrödinger-Weisheit*. Wir erleben, dass Journalisten, die ihre gesellschaftliche Position durch das Nachplappern von Propaganda erlangt haben, selbst ihrer vermeintlichen Autorität zu glauben beginnen. (Siehe dazu auch den Essay [»Fünf Tonnen Blech«](https://dushan.org/journalismus-mit-haltung/).) Wir erleben Kollegen und Mitbürger, die es für Bildung und Charakter halten, unter bewusster Umgehung des verbliebenen Denkvermögens nachzuplappern, was die »Autoritäten« sagen. Autoritätsdusel ist der größte Feind der Wahrheit. Wenn Autorität und nicht die Realität die Quelle und Rechtfertigung deiner »Wahrheit« sind, ist es vermutlich keine Wahrheit. ## Dir verbieten (wollen) Ich *verstehe* es aber, wenn Menschen, um vermeintlichen »Seelenfrieden« zu bewahren, gegen Vernunft und Wahrnehmung der Wahrheit der Autoritäten folgen. Sprich: sich dem *Autoritätsdusel* hingeben. Das Problem ist aber, dass jene, welche die Welt *wirklich* bewegen, damals wie heute oft genug nach genau den Wahrheiten handeln, die sie dir und mir verbieten wollen. Es ist klug, gewisse verbotene Wahrheiten nicht allzu laut auszusprechen, wenn man nicht eine Straf-Hausdurchsuchung, Berufsverbot, Kontenkündigung oder neun Monate politische Haft riskieren will. Wisse aber, dass die wirklichen Entscheider eben doch mit genau den Wahrheiten planen, die auszusprechen – und damit: zu denken – sie dir verbieten (wollen). Nein, sprich nicht unbedacht laut darüber. Aber bedenke es, plane entsprechend, und dann sei mutig genug, so klug wie konsequent zu handeln. - [Ist es Sünde, wenn du es im Traum tust?](https://dushan.org/essays/wenn-du-es-im-traum-tust/) Wir wissen, was eine Sünde ist: gegen den Willen Gottes zu verstoßen. Und eine moderne Sünde ist es, die Tagesparole der Propaganda zu hinterfragen. Ich frage aber den Theologen in euch: Ist es auch dann eine Sünde, wenn man es im Traum tut? Haha, lasst mich euch einen alten Witz erzählen! Eine Frau wacht auf, also in diesem Witz, und kaum ist sie aufgewacht, weckt sie auch ihren Mann auf, auf grobe Art, und schimpft los: »Wie konntest du mir das antun? Fremdgehen! Noch dazu mit der Nachbarin!« »Ich? Was?«, murmelt der Mann, während er sich den Schlaf aus den Augen reibt. »Ja, ich weiß, sie ist jung und hübsch. Und sie macht mehr Sport als ich. Aber wie konntest du mir, der Mutter deiner Kinder, das antun? Du Schwein!« Der Mann ist ratlos, und er fragt: »Wovon in aller Welt redest du, Frau?« Die Frau wechselt von Wut zu Weinen, und unter Tränen schluchzt sie: »Ich habe es geträumt. Du bist fremdgegangen. Mit der Nachbarin.« »Du? Hast? Es? Geträumt?!« »Ja, wie konntest du mir das antun.« ## Derer sich ein Dämon bedient Lasst mich euch fragen, liebe Leser: Ist eine Tat eine Sünde, wenn sie *im Traum* passiert? Ihr werdet mir antworten: »Nein, wenn die Sünde, wie in diesem Witz, im Traum *eines anderen Menschen* passiert, dann ist es keine Sünde des Menschen, *von dem* Derartiges geträumt wird.« Ein solcher Traum könnte auf *Missstände* hinweisen. Vielleicht *ahnt* die Frau in jenem Witz ja eine Wahrheit über ihren Mann, und ihr Unterbewusstsein offenbart ihr, was ihr Bewusstsein (noch) nicht wahrhaben will. Vielleicht ist der Mann aber auch gänzlich unschuldig, und es sind Unsicherheiten der Frau, derer sich ein Dämon bedient, um sie im Traum mit Lügen zu quälen. Durch den Traum *allein* ist der Mann aber gewiss nicht schuldig. Ja, dieser Witz erinnert an die Argumentation der sogenannten *Linken* und *Guten* in Deutschland. Die werfen der Opposition immerzu vor, die Zerstörung der Demokratie zu planen, welche diese *Linken* und *Guten* just jetzt betreiben. Deshalb riss ich diesen Scherz bereits 2021 einmal an, in dem Essay [»… das schreibe deinem Gegner zu!«](https://dushan.org/daemonen/) Ich frage mich aber heute: Was, wenn ein Mensch *selbst* derjenige ist, der träumend Böses tut? ## Erlebt, getan und gelernt Hast du schon einmal einen Traum gehabt, für den du dich schämtest? Ein Traum, der sogar womöglich *eine Sünde* war? Dir selbst kannst du es ja gestehen, du musst es keinem Menschen mitteilen. *Noch* können weder Mensch noch Maschine deine Gedanken lesen. Im Schlaf ist der Körper und mit ihm das Gehirn weiter aktiv, aber auf andere Weise als im Wachsein. Schlaf ist, wenn Körper und Gehirn der Instanz, die du dein Ich nennst, sagen: Nimm dir mal eine Auszeit, wir müssen hier ein paar Dinge aufräumen. Während du schläfst, reinigt und repariert der Körper sich selbst von innen. Dein Gehirn ordnet derweil, was du während des Tages erlebt, getan und gelernt hast. Ja, eigentlich *lernst* du nichts während des Tages; du *sammelst* nur. Erst im Schlaf ordnet der Geist die Eindrücke des Tages zum *Wissen* an. (Deshalb ist es so tragisch, wenn Menschen sich bis zum Einschlafen von einem Bildschirm berieseln lassen. Der Geist von Bildschirm-Menschen entwickelt sich über die Jahre derart anders als der Geist von Buch-zum-Einschlafen-Menschen, dass es genausogut verschiedene Tierarten sein könnten.) ## Die Sache, klar geregelt Wenn nun das Gehirn als Teil des nächtlichen Aufräumens dich eine Tat durchspielen lässt, die im *wachen Zustand* eine *Sünde* darstellt, hast du eine Sünde begangen? Nun, für Christen ist die Sache klar geregelt. Laut Kirchenlehrern und [im Baltimore-Katechismus als Frage 1156](https://gutenberg.org/cache/epub/14553/pg14553.html#:~:text=Q.%201156.%20Are,the%20bad%20dreams.) festgehalten, sind sündige Träume nicht per se Sünde. Sünde setzt *Willen* und *Handlung* voraus oder auch die bewusste Vernachlässigung einer Pflicht, wenn also die Nichthandlung ebenfalls auf einer Willensentscheidung beruht. Allerdings, und das gehört ebenso zur Wahrheit, sollte sich der Traumsünder durchaus fragen, welche *anderen* Dinge er im wachen Zustand tat, die solche Träume entstehen ließen. Ja, auch wer im wachen Zustand dem sündigen Traum nachtrauert, macht sich die Sünde zueigen. ## Ich hatte einen Traum Ich schreibe diese Gedanken auf, weil ich in letzter Zeit selbst ungut schlafe. Ich berichtete letzten Monat davon, im Essay [»Die Liste wird nicht veröffentlicht werden«](https://dushan.org/die-liste/), und es wird nicht besser! Letzte Nacht erst träumte ich, dass ich in einem Dorf lebte, am Fuß eines Berges, und dass sie in unserem Dorf die Männer einsammelten, um eine neue Armee aufzustellen. Doch kein Mann, ob jung oder alt, schloss sich der neuen Armee an. Nicht allein, weil sie Angst vorm Krieg und vorm Sterben hatten; vor allem, weil sie schlicht nicht mehr wussten, wie man kämpft. Da kamen in meinem Traum plötzlich unbekannte Männer über den Berg, die auf uns wie Fremde und Eroberer wirkten. Doch von unserem Häuptling wurde gesagt, dass sie Bittsteller seien und wir sie zu versorgen hätten. Wer dem Häuptling widersprach, wurde öffentlich auf dem Dorfplatz ausgepeitscht, also widersprach, nach den ersten Mutigen, niemand mehr dem Häuptling. Derweil wurde immer weiter zum Krieg getrommelt, und von den Männern des Dorfes wollte auch weiterhin keiner mehr kämpfen. »Sollen doch die Fremden kämpfen«, so rief ein Leichtsinniger, »wenn wir sie schon versorgen!« In meinem Traum bereiteten sich alle darauf vor, dass der Leichtsinnige gleich auf den Dorfplatz zum Auspeitschen gebracht würde, doch das Gegenteil passiert! »Eine hervorragende Idee«, rief der Häuptling, »so soll es sein, so will ich es dem König melden!« Und sogleich – im Traum geschieht ja alles sofort – wurden die Fremden zu einer Armee ausgerüstet, mit muskulösen Schultern, scharfen Waffen und kaltem Blick. »Was hat der König mit dieser Armee vor?«, so schrie ich, als ich schweißnass aufwachte, unsicher, ob ich das noch im Traum oder bereits in den leeren Raum hinein gebrüllt hatte. ## Eine andere Sünde Ich weiß nicht, was mein Traum bedeutete. Ich weiß, dass ich nach dem Aufwachen einen Kaffee brauchte, so heiß und schwarz, wie es die Maschine *hergab*. Ich ahne, dass es eine moderne *Sünde* ist, zu fragen, was der König *wirklich* plant. Es ist *definitiv* ein Gedankenverbrechen, einfach so anzunehmen, dass das, was passiert, genauso gewollt ist. Und wer über die naheliegenden *nächsten* Schritte spekuliert, der hat sich mindestens eine strafende Hausdurchsuchung verdient. Nein, ich habe jenem Traum nicht zugestimmt. Ich habe auch nicht *dem* zugestimmt, was solche bösen Träume entstehen lassen könnte. Doch ich ahne, dass es eine *andere* Sünde wäre, vielleicht sogar die *eigentliche* Sünde, überhaupt nicht hinzuhören, wenn mein nächtlicher Verstand so hart daran arbeitet, etwas Ordnung in meine Gedanken zu bringen – Ordnung und Plausibilität. - [Wie oft diesen Toten noch begraben?](https://dushan.org/essays/wie-oft-begraben/) Das Unrechtsjahr 2015 zeigte: Altparteien haben keine Skrupel, Land und Volk zu schaden. In der Corona-Panik starb der Glaube an Grundrechte. Und jetzt töten sie Demokratie schon wieder, wenn sie einfach mal den AfD-Kandidaten von OB-Wahl ausschließen. Stell dir vor, du bist Bestatter. Tag für Tag bereitest du die sterblichen Überreste von Menschen auf ihre letzte Reise vor. Die meisten der Menschen auf deinem Tisch sind alt. Einige waren sehr krank, andere starben bei einem Unfall. Du machst dir so deine Gedanken, und doch versuchst du, Distanz zu wahren. Und dann liegt eines Tages ein Herr mittleren Alters vor dir, und du fragst dich: Habe ich den nicht schon einmal gesehen? Du wirst dieses sehr spezifische Déjà-vu-Gefühl nicht los. Du erkennst Muttermale wieder. Einen abgesplitterten Zahn. Dir fällt etwas ein, und du öffnest dem Toten das Hemd, um seine Brust zu prüfen. Ja, da ist sie, die große Narbe von der Operation am Herzen. Du schaust in den Papieren nach. Der Tote trägt, was man im Deutschen so schön einen *Allerweltsnamen* nennt. Also suchst du ihn in der Datenbank des Bestattungsunternehmens. Du gibst seinen Namen und dazu das Geburtsdatum ein. Und du findest ihn tatsächlich. Du findest *elf* weitere Einträge für ihn. Derselbe Mensch mit demselben Geburtsdatum. Insgesamt zwölf Einträge in der Datenbank. Sogar die staatlichen Identifikationsnummern sind dieselben, was belegt, dass es wirklich *derselbe* Mensch ist. Nur die Todesdaten sind unterschiedlich. Gruselig! ## Für tot erklären und begraben So ähnlich, liebe Leser, geht es mir in dieser Zeit mit der Idee der *Demokratie* in Deutschland. Wenn *Demokratie* bedeutet, dass gewählte Volksvertreter gemäß Amtseid handeln, um das Wohl des Volkes zu mehren und Schaden von ihm abzuhalten, dann ist die *Demokratie* in Deutschland im Unrechtsjahr 2015 gestorben. 2015 bewies, dass Politiker bereit sind, den Wohlstand, die Sicherheit und die Zukunft der Gesellschaft dranzugeben für die Ziele (mehr oder weniger) rätselhafter globaler Akteure. Damit wurden viele von uns – bis heute – jenes beißende Gefühl nicht los, dass Deutschland *keine* rechtsstaatliche Demokratie in traditioneller Bedeutung jener Worte mehr ist. 2015 konnten wir also den anerzogenen Glauben, wonach Deutschland eine rechtsstaatliche freiheitliche Demokratie ist – man hat ja »aus der Geschichte gelernt!« –, für tot erklären und begraben. Als Merkel im Jahr 2020 per ordre de mufti die Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen für inakzeptabel erklärte, fragte nicht nur ich: [»Kann Merkel-Deutschland sich »Demokratie« nennen?«](https://dushan.org/gurkenrepublik/) Die Corona-Panik hat offenbart, wie wenig die deutsche Regierung die *Grundrechte* für *grundlegend* hält. (Siehe dazu auch den Essay [»Grundlage zur Ermächtigung«](https://dushan.org/ermaechtigungsgrundlage/).) Der Einsatz von *Hausdurchsuchungen als Strafe* zeigt, dass in Deutschland die Demütigung ohne Anklage und Verfahren rechtsstaatliche Prinzipien offen und bewusst ersetzt hat (siehe dazu auch [»Hausdurchsuchung als Strafe für Witz-Weiterleitung«](https://dushan.org/strafe-ohne-verfahren/)). Es wirkt, als würden deutsche Staatsanwälte genau dies der Weltöffentlichkeit lachend mitteilen (siehe Essay [»Warum lachten die Staatsanwälte?«](https://dushan.org/der-staat-lacht/)). Der Fall des Michael Ballweg illustrierte, dass sich deutsche Behörden nicht scheuen, hanebüchene Prozesse und viele Monate dauernde Haft als Waffe gegen politische Gegner einzusetzen (siehe dazu [»Gib mir den Ballweg, ich gebe dir die Tat«](https://dushan.org/ballweg-der-mann/)). Es ist inzwischen *dokumentiert*, dass der Prozess politisch motiviert war und die Betrugs- oder Steuervorwürfe nur vorgeschoben waren (siehe [apollo-news.net, 08.07.2025](https://apollo-news.net/staatsschutzrelevanz-ermittlungsakten-zeigen-wie-ballwegs-strafverfolgung-politisch-motiviert-war/)). Jedes einzelne dieser Großthemen genügt als Beleg, dass die Idee der Demokratie in der Bundesrepublik *tot und begraben* ist. Den Altparteien gelingt es aber, diesen Toten immer wieder aufs Neue zu töten! ## »keinerlei Berührungsängste« Aus Ludwigshafen erfahren wir aktuell, dass die Altparteien sich zusammentaten, um den aussichtsreichen AfD-Kandidaten von der Wahl im September 2025 auszuschließen (siehe [apollo-news.net, 08.05.2025](https://apollo-news.net/nach-warnung-durch-innenministerium-afd-abgeordneter-von-oberbuergermeisterwahl-ausgeschlossen/)). Man beruft sich auf ein Gutachten des Landesverfassungsschutzes ([nius.de hat das Gutachten online gestellt](https://api.nius.de/api/assets/office-hr/6f06ac06-ca58-4598-8b5c-579685ebcde4/20250729-wahl-ludwigshafen-geschw.pdf?version=0)). Es ist, wie Verfassungsschutz-Gutachten es leider häufiger sind, eine unfreiwillige Satire. Gleich der erste Punkt wirft Joachim Paul vor, dass er mal einen Artikel über Tolkien verfasste und korrekt dessen konservative Geisteshaltung beschrieb. Ja, für denkende Deutsche mit Gewissen ist [das »Gutachten«](https://api.nius.de/api/assets/office-hr/6f06ac06-ca58-4598-8b5c-579685ebcde4/20250729-wahl-ludwigshafen-geschw.pdf?version=0) fast schon eine Werbeschrift für den Kandidaten. Er hat mal ein »Okay«-Zeichen gezeigt, was angeblich für »White Power« steht. Er hat mal zu einem Bücherbasar eingeladen, auf dem unter anderem ein Chemnitzer Antiquariat »diverse rechte Literatur« anbot. Die »schlimmsten« Vorwürfe sind tatsächlich, dass der Kandidat einigen rechtskonservativen Medien Interviews gab. (»Rechts« und »konservativ« wird in der Schwurbelei des Verfassungsschutzes natürlich zu »rechtsextrem«.) Dem Kandidaten wird *wörtlich* angekreidet, dass »er keinerlei Berührungsängste« etwa zum »COMPACT-Magazin« hat. Als jenes Magazin von der damaligen SPD-Innenministerin verboten wurde, fragte ich: [»Was macht das Compact-Verbot aus Deutschland?«](https://dushan.org/compact-folgen/) ## Jeden Tag ein weiteres Mal Ja, alle paar Wochen finde ich einen Anlass, die Idee der Demokratie in Deutschland für tot zu erklären und zu beerdigen. Und dann frage ich mich, was die Altparteien sich *morgen* ausdenken werden, um die Demokratie ein weiteres Mal zu töten. »Totgesagte leben länger«, so sagt man in Deutschland. Sollte uns das ein Anlass zur Hoffnung sein? Ist ein Totgesagter, den man wieder und wieder beerdigen will, nicht einfach nur ein *Untoter*, ein *Zombie*? Ach, Tote und Zombies, es sind so makabre Vergleiche. Wählen wir etwas Stolzes! (Aber Vorsicht: »Stolz« ist rechts.) Wählen wir einen *Löwen*! Wenn der Wille des Volkes ein Löwe ist, dann kann man sagen, dass die Unsere-Demokratie-Hyänen dem Löwen bereits tiefe, tödliche Wunden gerissen haben. Wird »Löwe Volkeswille« sich magischerweise erholen? Vielleicht. Auf jeden Fall ist es beeindruckend, wie es den Hyänen gelingt, ihn praktisch täglich aufs Neue zu töten. - [Die Auslöschung](https://dushan.org/essays/ausloeschung/) Im Bundestag hängt »Kunst«, die besagt: »Wir (alle) sind das Volk«. Auf Arabisch und in anderen Sprachen. Es geht gegen das Grundgesetz, denn (noch?) ist NICHT jeder, der sich in Deutschland aufhält, damit »Volk«. Die wahre Bedeutung aber ist unheimlich! Im Bundestag haben sie (so berichtet etwa [nius.de, 06.08.2025](https://www.nius.de/gesellschaft/news/plakat-regenbogenfarben-bundestag-arabisch-wir-alle-sind-das-volk/ac9e8252-4ba8-441e-ab43-9f3b1f5e2d41)) bunte »Kunst« aufgehängt. Ich schreibe »Kunst« in Anführungszeichen, denn ich erkenne weniger *Schöpfungshöhe*. Es ist einfach ein anti-deutscher Propaganda-Slogan, der im Widerspruch zum Staatsvolkbegriff nach GG Art. 116 steht. Die anti-deutsche Hetze lautet: »WIR (ALLE) SIND DAS VOLK«. Der Spruch ist in mehreren Sprachen und Schriftarten formuliert. Die erste Sprache ist Arabisch. Deutsch erst die Dritte, und ginge es nicht um *Erziehung* der Deutschen, hätten sie das Deutsche vermutlich am liebsten ganz weggelassen. Ein lieber Leser wies mich darauf hin, dass die *hebräische* Version fehlt. Wie darf, wie soll man das deuten? Araber sind alle das deutsche Volk, aber Juden nicht?! Das hängt also derart am Elisabeth-Lüders-Haus, einem der Seitengebäude des Bundestags, und damit: *im Bundestag*. Die (an Orwell erinnernden) Propaganda-Slogans sind eingerahmt von den Farben der neuen Gottlosigkeit. »Kunst« ist heute, wofür Geld aus den Propaganda-Kassen des Staates fließt. Und nicht einmal diese plumpe Propaganda ist ganz neu. Der Künstler hatte dieselbe Propaganda bereits früher an einem Berliner Bauzaun angebracht ([berlinmodern.org, 2021](https://www.berlinmodern.org/bauphase/kunst-am-bauzaun/hans-haacke-wir-alle-sind-das-volk-1)). Auch das anti-deutsche Schandstück »Der Bevölkerung« im Reichstag ist vom selben Künstler. Dieser deutschfeindliche Quark wurde von deutschen Steuerzahlern mit 200.000 Euro »gefördert« ([so Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Bev%C3%B6lkerung)). ## Ihrer Verantwortung zu entbinden Es ist anti-deutsch, denn es soll die Regierung von der moralischen Pflicht entbinden, zuerst für das Wohl des tatsächlichen Volkes zu sorgen. (Realiter wurde er vermutlich von der Politik beauftragt, diese »künstlerische« Forderung zu gestalten. Es ist nicht so, dass er außerhalb des Bundestags ein provokantes Kunstwerk angebracht hätte, und die Politik das ablehnte und bekämpfen ließ. Nein: Die Politik *bezahlte* ihn dafür, sie »künstlerisch« von ihrer Verantwortung zu entbinden.) Es steht im Widerspruch zum Staatsvolkbegriff des Grundgesetzes (wie [nius.de korrekt schreibt](https://www.nius.de/gesellschaft/news/plakat-regenbogenfarben-bundestag-arabisch-wir-alle-sind-das-volk/ac9e8252-4ba8-441e-ab43-9f3b1f5e2d41)), denn ein »Volk«, das sind doch »die Deutschen«, und in [Grundgesetz Art. 116](https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_116.html) ist recht genau definiert, wer »die Deutschen« sind – und damit, wer *nicht*. Ja, in Deutschland ist es verpönt, das »Volk-Sein« mit dem Ort der Geburt, der Geschichte der Familie, der kulturellen Prägung oder gar mit physiognomischen Eigenschaften zu verbinden. Die meisten übrigen Länder sehen das realistischer, menschlicher. In den USA kann man nicht Präsident werden, wenn man nicht auch in den USA geboren wurde (oder die Presse gleichschalten kann, Zweifel daran als »Verschwörungstheorie« abzutun). In Japan kannst du *theoretisch* nach vielen Jahren eingebürgert werden, doch man wird dich – und vermutlich deine Kinder – spüren lassen, dass Bürger zu sein weniger bedeutet, als Teil des Volkes zu sein. In China ist so etwas theoretisch möglich, in der Praxis aber nicht wirklich. Und so weiter. In Deutschland wird der deutsche Pass unter die weltweiten Massen geworfen wie die Kamelle im Kölner Karneval. Siehe dazu etwa den Essay [»Asyl ohne Papiere – was ist da los?«](https://dushan.org/asyl-fuer-alle/). Oder einfach nach »Asyl-Skandal« googlen und bedenken, dass diese Meldungen nur die Fälle umfassen, die auch öffentlich auffielen. ## Ein neuer Rekord! Es gibt sie ja durchaus noch, die Erfolge und Rekorde in Deutschland: In diesen Tagen wird bekannt, dass die Einbürgerungen in Bayern um 50 % anstiegen – ein neuer »Einbürgerungsrekord« ([bild.de, 22.07.2025](https://www.bild.de/politik/inland/nach-kritik-an-berlin-auch-bayern-feierte-einbuergerungs-rekord-687f553d9e1e5c6ef5f3d2be)). In Deutschland soll *Volk* rechtlich bedeuten: die Summe der Menschen mit deutschem Pass. (Machen wir uns aber nichts vor: In Deutschland wird versucht, die Bedeutung von Wörtern via Gesetz *juristisch* neu zu befehlen. Das ist seit einiger Zeit bei *Mann* und *Frau* so. Das ist bei *Volk* nicht unähnlich.) Du kannst Verachtung und Gleichgültigkeit gegenüber Land und Volk spüren lassen, [wie Grüne es bisweilen zu tun scheinen](https://dushan.org/der-gruene-liebt-sein-land-nicht/). Du kannst offen das Kalifat anstreben und von der Unterwerfung aller Ungläubigen träumen. Sobald du einen Pass nachgeworfen bekommen hast, bist du rechtlich drin, in diesem »Volk« – und gewissen Kreisen ist selbst das noch zu »ausgrenzend«. Doch trotz all dieser Meldungen, welche die Auflösung einer Nation als stapelbare Zahlen erfassen, gilt noch immer: Es ist ein Unterschied, ob einer Teil dieses Volkes ist oder nicht. Zu sagen, wir *alle* seien das Volk, würde als Gesetz formuliert der Verfassung widersprechen. Dieser Slogan zielt auf nichts weniger als auf die begriffliche *Auslöschung* des Volkes. Die Funktion und Nützlichkeit von Begriffen besteht darin, dass sie *unterscheiden*. Der Begriff *Tisch* trennt alle Dinge, die ein Tisch sind, von allen übrigen Dingen der Welt ab. ## Namen für diese Gott beginnt sein Schöpfungswerk bekanntlich damit, dass er Dinge *trennt* (siehe Genesis 1). Licht von Finsternis, Meer vom Land und so weiter. Der erste (aber nicht einzige) Job des Menschen, noch vor dem Sündenfall, ist die *Benennung* der Tiere, sprich: das Finden der Begriffe und dann der Namen für sie. (Siehe dazu auch die ersten Kapitel in den [Relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/).) Im Weltgericht, sagt Jesus, wird er die Menschen in zwei Gruppen aufteilen, die einen sitzen zu seiner Rechten, die anderen zu seiner Linken. Das steht (unter anderem) in Matthäus 25:31-46. (Die *Rechten* erhalten »das Reich als Erbe«, während die *Linken* hören: »Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!«) Das deutsche Wort *Teufel* stammt ab vom griechischen Wort *διάβολος*, und *Diabolos* bedeutet wörtlich: Durcheinanderwerfer. Man könnte auch sagen: der Verwirrer, der Vermischer. Wer sagt, wir *alle* seien das Volk, der vermischt einen Begriff (*Volk*) mit seinem Gegenteil (*Nichtvolk*). Es ist *kein* Zufall, dass der Künstler seinen Slogan mit den Regenbogenfarben umrahmt. Jene aus Genesis 9 gestohlene Symbolik steht heute für die Verwirrung und Entweihung des Liebesaktes zwischen Mann und Frau. Was für den Bund zwischen Gott und Mensch stehen soll, wurde in satanischer Umkehr zum Symbol höhnischer Gottlosigkeit. ## Mindestens im Benehmen Politiker lassen uns täglich spüren, dass zwischen ihnen und uns eine Trennung besteht. Wenn ich das Benehmen dieser oder jener Leute sehe, dann will ich doch glauben, dass eine *Trennung*, ein *Unterschied* zwischen mir und denen besteht. Mindestens im *Benehmen*. Jeder Blick auf dein Bankkonto verrät dir, dass eine Trennung zwischen dir und den Reichen besteht. (Falls nicht: [Hier entlang zum Leserbeitrag!](https://danke.dushanwegner.com/)) Nur beim *Volk* (für das dein Sohn demnächst sogar kämpfen und sterben soll), sollst du keine Trennung mehr sehen? Lasst uns vor uns selbst aussprechen, was unsere Augen doch sehen und unser Verstand uns erklärt. Es geht um *Auslöschung*. Warum ich gegen diese Leute bin? Weil ich dagegen bin, ausgelöscht zu werden. - [Das Verbot und seine Konsequenz](https://dushan.org/essays/das-verbot/) Wer braucht schon Panzer und Raketen, um eine Nation kaputtzumachen? Verbiete es den Leuten einfach, bestimmte Wahrheiten auszusprechen und dann logische Konsequenzen zu ziehen. Die Menschen werden ihre Zukunft konsequent falsch berechnen. Unter den Sprachen und Wissenschaften, welche *die Welt* so *wahr* wie möglich zu beschreiben versuchen, ist die *Mathematik* wohl ihrem Ziel am nächsten. Rahmen und Fundament mathematischer Theorie sind die *Axiome*, also *mathematische Prämissen*. Die axiomatischen Setzungen definieren den logischen Rahmen. Nur was daraus ableitbar ist, gilt als korrekte Mathematik. Einige dieser Axiome, zur Anschauung: *Eine Sache ist, was sie ist* – das *Identitätsprinzip*. Für jedes a gilt, a = a. Die *Symmetrie* besagt: Wenn *a = b* wahr ist, dann ist auch *b = a* wahr. *Transitivität* bedeutet: Wenn *a = b* und *b = c* beide wahr sind, dann ist auch *a = c* wahr. Das *Peano-Nachfolger-Axiom* legt fest, dass es für jede natürliche Zahl (1, 2, 3 und so weiter) *ein Nächstes* gibt. Sprich: Du kannst auf jede natürliche Zahl einen Wert von 1 addieren, um eine größere natürliche Zahl zu erhalten. Es existiert eine leere Menge, die *keine* Elemente enthält, und die Zahl der Elemente in dieser Menge ist *null*, als Zahl: 0. Ihr merkt: Viele Axiome der Mathematik klingen *sehr* »selbstverständlich«, und das ist sehr gut so. Die Mathematik funktioniert so gut, weil sie sich sehr logisch aus sehr selbstverständlichen Mini-Wahrheiten ableitet. Es scheint, dass die Natur selbst *mathematisch* und *logisch* ist – sprich: Die Realität ist *mathematisch*. Stellen wir uns aber einmal vor, aus irgendeinem Grund wäre eine Prämisse der Mathematik *verboten*. Nehmen wir etwa an, dass irgendwelche politischen Sektierer die Idee der *leeren Menge* zu »ausschließend« finden und einen leeren Kontostand *ungerecht*. Dann verbieten sie eben die leere Menge. Die Folge wäre, dass auch die Zahl 0 nicht mehr sinnvoll erklärt werden kann. Und eine der Folgen des Verbots der Null wäre unter anderem ein Verbot von Computern, denn die operieren bekanntlich mit 0 und 1. Eine Gesellschaft, in der auch nur eine einzige Prämisse der Mathematik verboten wäre, natürlich samt aller Ableitungen daraus, wäre massiv benachteiligt. Alle Technologie und jede moderne Zivilisation baut auf der Mathematik auf. Würdest du eines ihrer grundlegenden Axiome samt aller Ableitungen verbieten, würden die Zivilisationen kollabieren – zumindest alle, die sich an dieses Axiom-Verbot halten. Ähnlich ist es mit Völkern und Nationen! Das Wohl und Überleben von Völkern und Nationen hängt davon ab, dass sich die kollektiven Handlungen adäquat zur Realität verhalten. Wollte ich aber eine Gesellschaft zerstören und ein Land weichkochen, bis es leicht durch fremde Mächte übernommen werden kann, würde ich einfach ein paar Wahrheiten verbieten, aus denen sich vernünftige nächste Schritte ableiten lassen. Mit Raketen und Bomben in ein Land einzumarschieren ist altmodisch. Moderner ist es, das Benennen überlebenswichtiger Grund-Wahrheiten zu verbieten und damit die logischen Schlussfolgerungen daraus. Ich schließe nun auch bald diesen Essay. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein (für *meine* Verhältnisse) sehr kurzer Text. Tatsächlich ist dieser Essay aber ein *Buch*, wenn nicht sogar eine *Enzyklopädie*. Und bis hierhin lasen wir nur die einleitende Inspiration. Den Rest des Buches, die Beispiele für verbotene Wahrheit und die logischen Konsequenzen, all das schreibt bitte in eurem Kopf weiter – ihr habt ja bereits angefangen! - [Der Grüne liebt sein Land nicht](https://dushan.org/essays/der-gruene-liebt-sein-land-nicht/) Bei jeder Bewerbung musst du dir aus den Fingern saugen, warum du schon als Kind bei Müller-und-Schmidt-Schmierstoffe arbeiten wolltest. Als deutscher Politiker aber kannst du offen sagen, dass dir Volk und Land (= Arbeitgeber) genau gar nichts bedeuten. Der neue Grünen-Chef heißt *Felix Banaszak*. Man kennt ihn von dem Versuch, seinem Vorgänger [Robert Habeck](https://dushan.org/gegen-links/) zu ähneln. (Indem er sich für PR-Fotos in der Deutschen Bahn in Nähe der Toiletten auf den Boden setzt; [cicero.de, 25.07.2025](https://www.cicero.de/kultur/inszenierte-burgernahe-uber-politiker-die-auf-zugboden-sitzen). [Als Nächstes wohl der Bahnsteig](https://x.com/MickyBeisenherz/status/1778370543042834868), während die Mitarbeiter stehen, wie normale Menschen es tun.) Nein, Herr Banaszak – mit dem sympathischen Lispeln statt des Habeckschen Du-lass-uns-drüber-reden-Raunens – wird nicht das Schmachtobjekt deutscher Journalistinnen werden. Jana Hensel aus Köln wird keine erotisierten Elegien auf die Löcher in Banaszaks schwitzigen Socken schreiben ([zeit.de, 04.06.2019](https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-06/robert-habeck-die-gruenen-harald-welzer-philcologne)). In seinem Versuch, nach Kräften *den Robert* zu klonen, scheint Herr Banaszak aber nicht nur die Vorliebe fürs Sitzen auf dem dreckigen Boden zu kopieren. Da wäre *noch etwas* und das ist, sagen wir mal: *bezeichnend*. ## Wieder »stets zum Kotzen« Es gibt da dieses Zitat, mit dem sich Habecks Ägide als Minister *und* der Geist der Grünen *und* eigentlich die deutsche Politik seit Merkel zusammenfassen lassen: > Patriotismus, Vaterlandsliebe also, fand ich stets zum Kotzen. Ich wusste mit Deutschland nichts anzufangen und weiß es bis heute nicht. (Robert Habeck) Die Liebe zu seinem Land »zum Kotzen« zu finden, ist nicht nur eine Momentaufnahme in Habecks Entwicklung; es ist *exemplarisch*. Von Grünen und ihrem linksradikalen Umfeld hört man regelmäßig Widerwärtiges wie: »Nie wieder Deutschland« ([hubertus-knabe.de, 30.9.2020](https://hubertus-knabe.de/gruene-und-wiedervereinigung/)), »Zuwanderung bis zum Volkstod« ([sueddeutsche.de, 27.9.2019](https://www.sueddeutsche.de/politik/magdeburg-gruenen-abgeordneter-darf-in-kontrollkommission-bleiben-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-190927-99-63832)), »Deutschland, du mieses Stück Scheiße« ([ndr.de, 03.10.2023](https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Linke-Szene-demonstriert-gegen-Einheitsfeier-in-Hamburg,demo3876.html)), und *noch* vulgäreren Hass auf Deutschland, den ich hier nicht zitieren will. Umso spannender ist, dass Banaszak im Sommerinterview mit dem deutschen Staatsfunk tatsächlich eine Frage gestellt wurde, die auf den ersten Blick als eine *PR-Falle* gedeutet werden könnte. ## Auch ein Problem? Formal ist es eine Frage von einem Zuschauer aus dem Internet, aber natürlich von der Redaktion ausgewählt – nicht zufällig. (Selbst schauen: Im Video ab 2:01:12; [YouTube-Link zu genau der Stelle](https://www.youtube.com/watch?v=hyFykxuj61M&t=7272).) Die Staatsfunker zitieren Habeck, inklusive »Vaterlandsliebe« und »stets zum Kotzen«. Und dann wird Banaszak gefragt: »Haben Sie auch ein Problem mit dem Vaterland?« Als Reaktion spielt Banaszak zunächst ein *sehr* einstudiert wirkendes Lachen ein. Dann behauptet er tatsächlich, entgegen allem Augenschein und als Beleidigung für den Verstand der Zuschauer, jenes Zitat habe wenig mit der Politik Habecks zu tun. Doch *natürlich* ist dieses Zitat eine der plausibelsten Erklärungen für die Politik seit Merkel! Weitere mögliche Erklärungen für manches Politikerhandeln wären zum Beispiel: klinische Blödheit bei erstaunlicher Befähigung zur Erlangung von Macht, totale Korruption, Status als feindliche Agenten, Erpressung durch fremde Geheimdienste … Dass er mit dem Land »nichts anfangen« kann, ist tatsächlich noch die *mildeste* der möglichen Erklärungen. ## Erst mal meine Frau Nach einstudiert wirkendem Lachen und Bullshit-Erwiderung, stammelt Banaszak zunächst: »Was soll ich dazu sagen?« Vielleicht hat Banaszak heimlich die *[Relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)* gelesen, denn tatsächlich beginnt er nach kurzer Sammlung, seine relevanten Strukturen aufzuzählen. »Ich liebe erst mal meine Frau«, sagt er, »und meine Tochter. Das über alle Maßen. Ich möchte, dass Deutschland ein Land ist, in dem sich alle Menschen wohlfühlen, das für alle Menschen eine Heimat ist. Das habe ich mit Robert Habeck gemeinsam.« Das bedeutet: Weder für Habeck noch für Banaszak ist Deutschland eine relevante Struktur. Deutschland ist für diese Grünen auf eine Funktion reduziert. Und das nicht einmal für *die Deutschen*, sondern für *alle Menschen*. ## »Mein konkretes Umfeld« Der Staatsfunker fragt nach: »Aber ›Ich liebe Deutschland‹ sagen Sie nicht?« Banaszak wedelt ratlos mit den Armen, schnauft und stammelt wieder, erneut seine relevanten Strukturen aufzählend: »Ich liebe Duisburg. Ich liebe mein konkretes Umfeld.« Banaszak merkt vermutlich nicht, dass er seine Moral hier auf die Moral von Tieren und Kleinkindern reduziert: Nur zu lieben, was einem unmittelbar nahe ist, ist verständlich und menschlich, doch allein für sich eben auch animalisch, primitiv und vorzivilisatorisch. Banaszak wirkt überfordert. Er verliert sich in Floskeln, und das Beste, was er über Deutschland sagen kann, ist, dass er »ein gutes Verhältnis zu diesem Land, (er korrigiert sich:) zu *unserem* Land« hat. Und dann: »Ich kann mit dem Begriff ›Liebe‹ für so etwas Abstraktes …« Er unterbricht sich, weil er offenbar merkt, dass er hier Habecks ›nichts anfangen‹ wörtlich zitieren würde. Also schließt er: »Aber das soll jeder für sich entscheiden.« Immerhin, es ist erfrischend, dass ein Politiker offen zugibt, dass ihm sein Land am Bahnbodensitzhintern vorbeigeht. Dass das Land nur etwas Abstraktes ist. Dass das Land keine Liebe verdient. Dass es ihm eigentlich nur um die Versorgung seiner Familie geht. Ja, es wirkt erfrischend. Und wir wissen: Kein geistig weitgehend gesundes Land würde Leute wie Habeck und Banaszak irgendein politisches Amt bekleiden lassen. Wenn du dich für den simpelsten Job bei irgendeinem Unternehmen bewirbst, musst du dir im Bewerbungsgespräch einen Grund ausdenken, warum du schon als Kind davon geträumt hast, bei Müller-und-Schmidt-Schmierstoffe als Nachtwächter zu arbeiten. Nur wenn du über Deutschland herrschen willst, scheint es für eine bestimmte politische Richtung geradezu zwingend, zur Schau zu stellen, wie gleichgültig dir das Land und die Menschen sind, deren Schicksal du »umbauen« willst. ## Leider nicht blöd Meine erste und instinktive Reaktion auf dieses Nachhaken der Staatsfunk-Interviewer war positiv – bis ich mich wieder daran erinnerte, dass das böse Leute sind, also *etwas nicht stimmte*. Die allzu offene Abneigung gegenüber dem Land, das diese Parteibonzen ernähren soll, ist vielleicht dann doch suboptimal für die Akzeptanz in der Reihenhaus-Wählerschaft, wie gehirngewaschen die Tagesschau-Klientel auch sonst sein mag. Und natürlich wussten die Staatsfunker das. Die wirken auf mich böse, aber leider nicht blöd. Warum also fragten sie diese entlarvende Frage? Ich will euch meine diesbezügliche *Verschwörungstheorie* vorlegen. Immer häufiger hören wir in diesen Jahren, dass es die Politik wieder kitzelt, deutsche Männer zu bewaffnen, auf dass sie *kämpfen*, sprich: töten und getötet werden. (Siehe etwa den Essay [»Wir sehen, die wollen Frieden«](https://dushan.org/die-wollen-frieden/) aus dem Jahr 2023.) ## Dass sie es offen tun Das Ministerium für Bumm-und-Peng heißt offiziell noch »Bundesministerium der Verteidigung«. In der Polit-PR ist man aber inzwischen ehrlicher. Es genügt nicht mehr, dass das Land »verteidigungsfähig« ist (wenn es das denn wäre). Jetzt sagt man offen, dass man *kriegstüchtig* sein soll. Ich sage nicht, dass diese Leute *heimlich* einen Krieg vorbereiten. Ich sage, dass sie es *offen* tun. Doch sie haben ein klitzekleines Problem dabei: Man hat den Deutschen über Jahrzehnte aberzogen, ihr Land lieben zu dürfen. Doch für ein Land, das man nicht liebt, will man weder töten noch sterben. ## Das zu lieben unfein ist Schon 2018 fragte ich: [»Was ist ein Land, für das man kämpfen würde?«](https://dushan.org/ein-land-fuer-das-man-kaempft/) Du bist Bürger dritter Klasse, die Propaganda demütigt dich täglich, in Schulen, Gerichten und anderen Institutionen wirst du systematisch benachteiligt – doch plötzlich heißt es, dass du für das Land, das von seiner eigenen Regierung offen verachtet wird, das zu lieben unfein ist, im Ausland *sterben* sollst? Mancher denkt sich: »Ach, wenn es darum ginge, das Land im *Inneren* zu verteidigen, dann ließe sich darüber reden. Aber nein: Ihr wollt, dass wir im Ausland sterben, während ihr unsere Heimat immer weiter verschandelt und verscherbelt.« ## Diese öffentliche Demütigung Ich kann das Entsetzen über Banaszaks offene und vermutlich ehrliche Emotionslosigkeit gegenüber Deutschland verstehen. Ich kann auch die Überraschung und spontane Freude verstehen, wenn der Grüne von den Staatsfunkern darin vorgeführt wird. Vertun wir uns nicht: Die plausibelste Erklärung ist vermutlich, dass diese öffentliche Demütigung tatsächlich Teil einer Vorbereitung auf den Krieg ist. Politiker sollen ein Minimum an »Vaterlandsliebe« heucheln. Im kommenden Jahr, bei der nächsten Fußball-WM, werden wir überraschend viel nationalen Stolz erleben. Im Buch *[Talking Points](https://dushan.org/buecher/talking-points/)* beschreibe ich allerdings, wie Fußball als Ersatzkrieg wirkt. 2026 wird es die Form einer »psychologischen Kriegsübung« einnehmen. Wer meinem Rat von 2018 gefolgt ist und [»Das Lied der Innenhöfe«](https://dushan.org/das-lied-der-innenhoefe/) gesungen hat (und einige von euch taten es tatsächlich, und schrieben mir darüber), der ist vielleicht ein wenig besser darauf vorbereitet, was kommt. Man regiert uns in den Abgrund, also *nach unten*. Bald will man unsere Söhne und Väter zum Sterben weit wegschicken, also nach außen. Ich empfehle den Weg weiter nach innen – aber unbedingt bei maximaler Ehrlichkeit hinsichtlich dessen, was außen passiert. Den Innenhof aufräumen, auch den *geistigen*. ## Den Blick vom Abgrund hoch [»Im Abgrund die Chimären«](https://dushan.org/abgrund/), so schrieb ich 2021 in einem Essay. Immer wieder warne ich vor dem näher rückenden Abgrund. (Für innere Erklärungen siehe das Abgrund-Fachbuch [»Dazwischenwesen«](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/).) Selbstverständlich ist es wahr und wichtig, dass Nietzsche davor warnt, zu lange in den Abgrund zu blicken. Ich schrieb: [»Du blickst nach Berlin, und der Abgrund blickt zurück«](https://dushan.org/der-abgrund-blickt-zurueck/). Wenn, weil und während der Abgrund naht, ist es ratsam, seinen eigenen Blick gelegentlich vom Abgrund wegzuheben. Die wollen marschieren, nach außen und in den Abgrund. Du ordne dich im Inneren. Und hebe den Blick vom Abgrund hoch, nach oben. Und zwar regelmäßig. Mindestens einmal in der Woche. - [Kurze Anleitung zur praktischen Staatsführung](https://dushan.org/essays/anleitung/) Deutschland regieren ist easy. Zerstöre alles – behaupte das Gegenteil. Beispiele: Du demontierst Demokratie nicht, du »verteidigst« sie. Du säst nicht Hass, du kämpfst gegen ihn. Du zerstörst nicht Natur, du »rettest das Klima«. – Seht ihr? Easy! Wenn du den Faschismus einführen willst, nenne dich _Antifaschist_. Wenn du die Natur zu zerstören beabsichtigst, nenne dich _Naturschützer_. (Und wenn es *zu* offensichtlich wird, dass du gerade die Natur zerstörst, dann erfinde eine esoterische Kategorie *Klima* und zerstöre die Natur, um das *Klima* zu retten.) Willst du die Seelen der Frauen kaputt machen, nenne dich _Feminist_. Wenn du dafür bezahlt wirst, die Demokratie auszuhöhlen, wenn der Staat zur Beute eurer Parteien wird, dann sage: »Wir, die demokratischen Parteien« und »Unsere Demokratie«. Willst du die Menschen in die Dunkelheit ihrer inneren Abgründe hinabstoßen, nenne das nicht *Verdunkelung*, *sondern [Aufklärung](https://dushan.org/aufklaerung-war-fehler/)*! Willst du starke Familien in tausend schwache Bruchstücke zersplittern lassen, den Vätern den Arm brechen und den Kindern das Gehirn waschen, so besetze das *Familienministerium*. (Die Scherben der zerbrochenen Familien – von der Gesellschaft hierhin und dorthin gekehrt – nenne ein _Patchwork_, das klingt besser als _Scherbenhaufen_.) Um die *Wirtschaft zu zerstören*, werde *Wirtschaftsminister*. (Nenne die Zerstörung einen »Umbau«, so wie das Feuer ein Haus »umbaut«.) Und willst du selbst straflos die Gesetze brechen, so lasse dich zum Herrn über das Gesetz erheben. Willst du die Sprache der Menschen verwirren, so sage, dass du die Sprache _erweitern_ willst, _gerechter_ machen willst, _modernisieren_ willst. Willst du _Hass_ säen, Hass und Spaltung und Schwäche, dann rufe auf zum _Kampf gegen den Hass_. Willst du die Gesellschaft in tausend kleine, fragile Blasen zerschlagen – jedes Haus in eine geschlossene Zelle, alle in nervöser Angst und also allein –, dann sage, dass das die _offene_ Gesellschaft ist. (Und wenn die Blasen platzen, dann sage den Leuten, dass das jeweils Ausnahmen sind, und dass auch von vielen Einzelfällen auf eine Regel zu schließen ein übles moralisches Vergehen wäre.) Willst du die moralische Einheit und damit die Kraft des Volkes brechen, um Land und Volk unter fremde Herrschaft zu stellen, dann führe widersprüchliche Denkweisen ein, nenne den praktischen Widerspruch die _Diversität_ und behaupte, diese _Diversität_ sei *unsere Stärke*. (Tatsächlich ist kulturelle Zersplitterung _immer_ eine Schwäche. »Diversität ist unsere Stärke« ist ein Orwell-Slogan im Stil von »Freiheit ist Sklaverei«.) Wenn du Überwachung einführen willst, wenn du den Menschen auch das letzte Moment an Freiheit nehmen willst, sage ihnen, das permanente unsichere Gefühl, ob nicht jemand sie überwacht, auf dass man etwas fände, wofür sie bestraft werden können, genau dieses beißende Gefühl sei _Sicherheit_ – und diese _Sicherheit_ sei die wahre _Freiheit_. Willst du den fleißigen Bürgern den Lohn für ihre Arbeit nehmen und ihn den Gewieften und Faulen geben, nenne diese zerstörerische Ungerechtigkeit die _soziale Gerechtigkeit_. Willst du das Volk von vorn bis hinten und vom Morgen bis zum Abend belügen, dann nenne die Lüge _die Wissenschaft_ und _Fakten aus vertrauenswürdigen Quellen_. Und erkläre, wer deiner Lüge widerspricht, verbreite _Desinformation_ und _Hetze_. Willst du Barbarei und Intoleranz einführen, nenne es _Toleranz_ und _freundliches Gesicht zeigen_. Willst du die Wurzeln deines Glaubens verraten, behaupte, der Verrat an deinen Wurzeln sei begründet in ebendiesen Wurzeln. Ähnlich mit der Geschichte: Willst du auf eklatante Weise die Lehren deiner Geschichte ignorieren, berufe dich auf ebendiese. Willst du dein Volk verraten, tue es nicht, ohne zu schwören, Schaden von diesem abzuhalten und seinen Nutzen zu mehren. Ach, die Liste solcher Sätze ist lang, doch der Tag ist kurz. Genug des Sarkasmus, genug des Zynismus. Ab jetzt nur noch Heilsames – ernsthaft. Wenn die Unordnung und die Lügen deiner Zeit dir unerträglich werden, dann suche selbst nach _Ordnung_ und nach _Wahrheit_. Du wirst die Wahrheit zunächst nur leise hören, und die Ordnung wird dir so zerbrechlich erscheinen, dass du geradezu um sie fürchtest. Die zarte, weil friedliche Ordnung zu stärken, und die leise Wahrheit etwas lauter zu sagen, _das_ erkläre zu deiner Aufgabe – zu _einem_ Sinn deines Lebens. - [Wusstest du, was du tatest?](https://dushan.org/essays/epidemisch/) Die deutsche Krise ist »nur« die direkte Folge epidemischer Dummheit. Der gewöhnliche Tagesschau-Gucker will gar nicht Zusammenhänge verstehen, er will brav sein – und dabei wird er dumm. Das Problem: Dummheit und Bosheit sind in ihrer Wirkung identisch. Erlaube mir eine Frage: Weißt du, was du tust? Ich meine, *so allgemein*. Die letzte große Entscheidung, die du bezüglich deines Lebens trafst: *Wusstest du*, was du tatest? »Klar«, wirst du sagen, »*natürlich* wusste ich, was ich tat. Ich war ja nicht auf Drogen oder Linker oder anders geistig beeinträchtigt.« »Schön, schön«, antworte ich. Dann mache ich eine Pause, der Dramatik wegen. Ich habe *Zweifel* an der Selbstsicherheit, mit der du sagst, dass du *wusstest*, was du getan hast. Ich wage diese These: Zu *wissen*, was man tut, beinhaltet, alle Konsequenzen und deren Konsequenzen dieser Handlung zu kennen. Alle relevanten Faktoren und notwendigen Voraussetzungen zu verstehen. Und deren Voraussetzungen und so weiter. Wenn du etwas *tust*, doch nicht weißt, unter welchen Voraussetzungen es erfolgreich sein wird – hast du überhaupt »erfolgreich« für die Handlung definiert? –, wenn du alle Konsequenzen kennst und debattiert hast, zu denen deine Handlung führen *kann*, wie kannst du sagen, dass du *weißt*, was du tust? »Ich bin Profi, ich weiß, was ich tue«, so sagt der Fachmann schon mal. Es ist nicht ganz falsch, denn wir verstehen, dass er *weit mehr* über die Voraussetzungen und Konsequenzen der anstehenden Handlung weiß als wir. Doch Ärzte etwa werden dir gern gestehen, dass sie wahrlich nicht *alle* möglichen Konsequenzen ihrer Handlungen kennen. Nur die wahrscheinlichen, plausibelsten, gegeben die aktuelle Informationslage. Nicht stolze, schöne Elefanten sind wir – *Blinde* im Porzellanladen sind wir, und zwar nicht »gewöhnliche« Blinde, sondern solche, die nicht *verstehen*, dass sie blind sind! Doch anders als der tatsächliche – also geübte – Blinde tasten wir nicht vorsichtig, bewegen uns nicht langsam, um den Grundriss zu verstehen und möglichen Schaden zu minimieren. Nein, wir trampeln herum, als *sähen* wir unsere Blindheit nicht. Wenn aber etwas zu Bruch geht, sagen wir: »Tja, das hat keiner kommen sehen, da konnte man nichts machen.« – Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Im Jahr 2018 schrieb ich: [»Sind die dumm oder böse? Macht es überhaupt einen Unterschied?«](https://dushan.org/dummheit-und-bosheit/) Ich kam zu dem Ergebnis, dass Dummheit und Bosheit von außen betrachtet oft nicht zu unterscheiden sind – und deshalb zumeist gleich behandelt werden sollten. Dummheit ist das Nichtwissen um die Zusammenhänge. Bosheit ist das Inkaufnehmen destruktiver Konsequenzen. Spätestens aber, wenn ein Mensch – oder eine Institution – etwas Dummes tut, die verheerenden Konsequenzen sieht und es dann noch mal tut und nochmal, sollten wir ehrlicherweise von blanker Bosheit reden. Was aber sollen ein Mensch oder eine Nation _tun_, auf dass ihre Handlungen nicht dumm und also böse sind? Die Antwort ist so einfach auszusprechen, wie es einem Störrigen schwerfällt, sie zu praktizieren: Macht euch ehrlich und bescheiden. Studiert die tradierten Erfahrungen der Generationen vor euch. Benennt auch die Konsequenzen, die zu benennen euch aus »psychologischen« Gründen schmerzt. Und dann seid mutig, indem ihr eure Handlungen eurer Erkenntnis folgen lasst. Wir sind an diesem Punkt, weil die Mächtigen handelten, als wären sie entweder dumm oder böse. Da sie seit einem Jahrzehnt stur weitermachen, ist von Bosheit auszugehen – und davon, dass sie noch lange so weitermachen werden. »Ich weiß nicht, was kommen wird!«, so rufe nicht nur ich heute, »ich weiß nicht einmal wirklich, was _heute_ der Fall ist!« Die deutsche Krise ist »nur« die unmittelbare Folge epidemischer Dummheit. Der gehorsame Tagesschau-Gucker _will_ nicht Zusammenhänge verstehen. Er will von der Propaganda das Köpflein gestreichelt bekommen – und dafür ist er bereit, sich ebendieses Köpflein von der Machete enthalsen zu lassen. Nein, Dummheit und Bosheit sind nicht zuverlässig zu unterscheiden. Wie _klug_ bin ich selbst? Ich fühlte mich noch nicht _unsicherer_ ob der tatsächlichen Zusammenhänge – und ob der Entwicklung ab hier und heute. Das Eingeständnis meiner Dummheit, meines Unwissens, ist womöglich das einzig Kluge an mir. Ja, es ist klug, sich seine Dummheit einzugestehen. Das senkt das Risiko, _böse_ zu handeln. Niemand ist dümmer als der, der sich für klug hält. (Und niemand ist verlotterter als der, der sich für moralisch hält.) Doch _wenn_ es einen Weg nach vorn gibt – einen Weg, der _nicht_ in den Abgrund führt –, dann nur durch _persönliche Ent-Dummung_. Nur, liebe Freunde, seid vorsichtig: Öffentliche Ent-Dummung ist heute in immer mehr Staaten des sogenannten Westens illegal. - [Gib mir den Ballweg, ich gebe dir die Tat](https://dushan.org/essays/ballweg-der-mann/) Bürger demonstrieren für Grundrechte. Der Staat wirft ihren Anführer, Michael Ballweg, unter fragwürdigen Vorwürfen in den Knast, macht ihm einen langen Prozess – für nix. »Gib mir den Mann, ich gebe dir die Tat« – Stalinismus oder UnsereDemokratie™? In den Ländern, die einst unter dem Fluch der Bolschewiken litten, kennt man diese zynische Redeweise: »Gib mir den Mann, und ich gebe dir den Fall gegen ihn.« Es wird dort natürlich in den Landessprachen gesagt: »Dajcie mi człowieka, a paragraf się znajdzie« auf Polnisch. »Был бы человек, а статья найдется« auf Russisch. ([In der englischen Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Give_me_the_man_and_I_will_give_you_the_case_against_him) steht ein ganzer Artikel dazu.) Die knackigste Formulierung habe ich mal auf Englisch gehört: »Give me the man, I will give you the crime!« ## Den ganz feinen Kamm Es ist ein schrecklicher Satz. Er wird mal einem Sowjet-Ära-Juristen namens Andrey Vyshinsky zugeschrieben und mal Stalin selbst. Und niemand bezweifelt, dass es dem *Geist* der Stalin-Zeit entspricht. »Gib mir den Mann, und ich gebe dir das Verbrechen« – es ist ein schrecklicher Satz, weil in ihm der Staat vom gerechten Beschützer zur tyrannischen Bedrohung mutiert. Ein Staat, der etwa politische Gegner festsetzt, um dann den ganz feinen Kamm durch ihr Leben zu ziehen, weil sich darin bestimmt etwas finden lässt – das wäre die Art von Staat, vor der wir einst in der Schule gewarnt wurden. ## Staatsanwaltschaft schwingt sich auf Nach 40 Verhandlungstagen und 9 Monaten Untersuchungshaft in Stammheim wurde gestern *Michael Ballweg* freigesprochen ([apollo-news.net, 31.07.2025](https://apollo-news.net/querdenken-grunder-michael-ballweg-urteil/)). Michael Ballweg war bekannt geworden als Gesicht von »Querdenken 711«. Er organisierte Demonstrationen gegen die Grundrechtsverstöße der deutschen Regierung zur Zeit der Corona-Panik. Der Mann »musste weg«. Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft wirkte von Anfang an wie ein besonders zynischer Trick: Man warf Ballweg den Betrug in 9.450 Fällen vor, an den Spendern der von ihm angeführten Bewegung. Er habe Geld privat verwendet und außerdem Steuern hinterzogen. Es bestehe Fluchtgefahr, also musste er erst mal einsitzen. Das alles wirkte von Anfang *sehr* schräg. Die Staatsanwaltschaft schwingt sich auf zum großen Beschützer der Spenden von Leuten, die gegen die Regierung protestieren?! Und deshalb muss einer der bekanntesten Regierungskritiker im Knast einsitzen, in dem sonst Terroristen sitzen? Einer der zu Beginn involvierten Staatsanwälte kandidierte mal für die Grünen, so berichtet [nius.de, 18.3.2025](https://www.nius.de/gesellschaft/news/sass-michael-ballweg-wegen-dieses-gruenen-staatsanwalts-9-monate-in-u-haft/4e12467c-623b-4077-820b-7480b29e6921). Als das bekannt wurde, zog man ihn offenbar ab ([apollo-news.net, 31.07.2025](https://apollo-news.net/jan-boehmermann-und-die-gruene-staatssekretaerin-wie-das-gescheiterte-strafverfahren-gegen-querdenken-gruender-ballweg-eingefaedelt-wurde/)). Man fange mit dieser Information an, was man will – und schließe selbst auf die übrigens Staatsanwälte. ## Kauf einer Hundematte Gestern nun wurde das Urteil gesprochen. Die deutsche Propaganda titelt: »Kein Betrug, aber Steuerhinterziehung« ([tagesschau.de, 31.07.2025](https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/ballweg-urteil-102.html)). Die »Steuerhinterziehung«, über die der deutsche Staatsfunk da schreibt, besteht aus einer fälschlichen Anmeldung der Vorsteuer für den Kauf einer Hundematte (11,42 Euro) und eines Parfümzerstäubers (8,11 Euro). (Stellt euch kurz den Eifer und den Aufwand dafür vor, diese zwei Buchungspunkte zu finden. All diese Bürokraten, die damit beschäftigt sind: Finden diese Leute eigentlich, dass sie ihre wertvolle Lebenszeit sinnvoll einsetzen?) Ballweg meldete 19,53 Euro zu viel Betriebsausgaben an, vermutlich versehentlich. Damit wurden ihm, so vermute ich, 3,12 Euro zu viel an Vorsteuer erstattet. Zum Vergleich: Bei »Cum Ex« wurden allein in Deutschland, je nach Schätzung, zwischen 10 und 36 *Milliarden* Euro »erstattet« – und das war Absicht! Übrigens: Die ehemalige deutsche Außenministerin Baerbock gab allein im Jahr 2022 stolze 136.500 Euro Steuergeld für eine Visagistin aus ([focus.de, 29.6.2024](https://www.focus.de/politik/deutschland/ansonsten-sieht-man-aus-wie-ein-totengraeber-baerbock-verteidigt-hohe-ausgaben-fuer-maskenbildnerin_id_260093321.html)). Zur Begründung sagte sie, sonst sähe man doch aus »wie ein Totengräber« – womit sie zugleich Totengräber beleidigt und auch alle Frauen, denen der Steuerzahler *nicht* 136.500 Euro pro Jahr allein fürs Geschminktwerden zahlt. 136.500 Euro fürs Geschminktwerden, in nur einem Jahr – aber Ballweg saß 9 Monate im Terroristen-Gefängnis, weil er einen Parfümzerstäuber falsch verbucht hatte. ## Staatsanwaltschaft fordert drei Jahre Haft Das Landgericht Stuttgart wollte das Verfahren gegen Ballweg zuerst gar nicht erst eröffnen. Die Staatsanwälte aber waren verbissen, und sie klagten es vor dem Oberlandesgericht ein. Im März 2025 schlug das Landgericht die Einstellung des Verfahrens vor, doch die Staatsanwälte lehnten ab. Was trieb sie an? Nun, in Deutschland sind Staatsanwälte bekanntlich »weisungsgebunden«. Es wird zudem berichtet ([apollo-news.net, 31.07.2025](https://apollo-news.net/jan-boehmermann-und-die-gruene-staatssekretaerin-wie-das-gescheiterte-strafverfahren-gegen-querdenken-gruender-ballweg-eingefaedelt-wurde/)), dass der Fall Ballweg auch das grüne Finanzministerium von Baden-Württemberg besonders interessierte. Ballwegs Finanzen wurden offenbar von höchster Stelle genauestens durchleuchtet. Die Staatsanwaltschaft fordert drei Jahre Haft. Drei Jahre Haft für die fälschliche Umsatzsteuer-Voranmeldung einer Hundematte und eines Parfümzerstäubers? ## Irgendwas ist immer »Gib mir den Mann«, so wird der Geist von Stalin zitiert, »und ich gebe dir das Verbrechen.« Der Gesetze sind so viele wie Bäume in der Taiga, der Auslegungen so viele wie Sandkörner am Strand von Kaliningrad. Wenn du etwas gegen einen Mann finden willst, wirst du es finden. Gerade heute, mit digitaler Überwachung, Künstlicher Intelligenz und Speicherung: Irgendwas ist immer. Und wenn nichts ist? Dann *behaupten* wir, *dass* etwas ist – und sperren den Störenfried so lange ins Terroristen-Gefängnis. Dann ist der lästige Aufrührer weg von der Straße und kann nicht die Demonstrationen gegen die Regierung anführen. Anschließend halten wir ihn in langen Gerichtsverfahren beschäftigt. Und auch wenn er irgendwann »freigesprochen« wird, so wurde damit doch eine denkbar deutliche Warnung an alle weiteren »Mutigen« ausgesprochen. ## Riskieren, Bürger? In Deutschland wird ja de facto *offen* gesagt, dass die »Untersuchung« eines »Verdachts« bewusst extra harsch ausfällt, damit bereits diese abschreckend wirkt. [»Rechtsstaat in Zukunft ohne Gerichtsverfahren«](https://dushan.org/rechtsstaat-ohne-gerichtsverfahren/), so schrieb ich vor einem Jahr. Ich schrieb über die Hausdurchsuchung als Strafe für verbotene Meinungsäußerung – eine Strafe ohne Anklage und Verfahren. [»Warum lachten die Staatsanwälte?«](https://dushan.org/der-staat-lacht/), fragte ich im Februar. Ich beschrieb die merkwürdige Offenheit deutscher Staatsanwälte über den erzieherischen und strafenden Charakter von Hausdurchsuchungen in Deutschland. Der Fall Ballweg ist in diesem Sinne ein *Sieg* für jenen totalitären Geist, der in Deutschland als »Unsere Demokratie« bekannt ist. Die Staatsanwälte haben nicht »verloren«. Die haben in ihrem Sinne womöglich sehr viel erreicht – und (Stand 1.8.2025 frühmorgens) haben noch nicht ausgeschlossen, in Revision zu gehen. Wer gegen die Regierung demonstriert, soll sich auf Monate im Terroristen-Gefängnis einstellen – und zwar in *Einzelhaft*, wenn du dir nicht die von der Regierung geforderte mRNA-Injektion setzen lassen willst. Und wenn du nicht über das Charisma und damit die Ressourcen und Unterstützer eines Michael Ballweg verfügst (was ihm wahrlich nicht zum Vorwurf gemacht werden soll), dann wird dein Verfahren womöglich weit weniger glimpflich enden. Willst du das riskieren, Bürger? Nein? Dann guck lieber Tagesschau. Und wenn du auf Demos gehst, dann bitte nur auf die von regierungsnahen NGOs organisierten »Gegen Rechts«-Demos. ## Aus eigenem Antrieb Die Bolschewiken von einst sind weitergezogen. Heute betreiben sie nicht mehr *UdSSR* und *DDR* – ihre Enkel im Geiste, so scheint es, betreiben »Unsere Demokratie«. Es ist eine ernüchternde Erkenntnis der Stalin-Zeit, dass bei den »Säuberungen« zwar Millionen von Russen getötet wurden, aber auch Millionen von Russen willig und aus eigenem Antrieb *mitmachten* (wobei einige von ihnen schließlich dennoch getötet wurden). Als sich der mit Drogen vollgepumpte Gewalttäter George Floyd in den USA seiner Festnahme widersetzte und verstarb (siehe dazu den Essay [»Herr Floyd und das Meer der Lügen«](https://dushan.org/das-neue-meer/)), protestierte sogar in Deutschland der aufgeheizte Mob gegen angebliche staatliche Gewalt, warum auch immer. (Bei *diesen* Aufmärschen durften Ende 2020 übrigens die Corona-Maßnahmen fröhlich ignoriert werden; siehe auch [»Deutschland 2020: Demo gegen Merkel-Regierung wird verboten«](https://dushan.org/demonstration-berlin/).) Wären all die Schafe, die von der Regierung regelmäßig zur Demonstration getrieben werden (und zwar schon länger, siehe [»5 Mark und Bratwurst – wenn das System zur Demonstration ruft«](https://dushan.org/fuenf-mark-und-bratwurst/) von 2018), wären diese Leute *wirklich* »für Demokratie«, was doch »für Rechtsstaat« einschließen sollte, dann hätten sie zu Zigtausenden für Michael Ballweg demonstriert. Tatsächlich war es eine verhältnismäßig kleine Gruppe, die ihre Solidarität kundtat. Und diese wurde von der Propaganda nicht weiter beachtet oder als »Querdenker« abgetan (und *quer* zu denken, das gilt in »Unsere Demokratie« als böse, rechts, faschistisch). ## Zur Unterdrückung des Widerstands Stalin erklärte, und das machte er sich explizit zu eigen: »Der Staat ist eine Maschine in den Händen der herrschenden Klasse zur Unterdrückung des Widerstands ihrer Klassengegner.« Ist es zu viel verlangt, sich einen Staat zu wünschen, in dem Stalin-Zitate *nicht* so erstaunlich gut passen? Sicher, im Stalinismus stand am Ende des ungerechten, politischen Prozesses der Tod. In Deutschland wird man – zumindest wenn man prominent genug ist – freigelassen und erhält vielleicht sogar ein paar Rubel Haftentschädigung. Wenn aber der Unterschied zwischen Deutschland und Stalin-Russland darin besteht, dass man heute die ungerechten politischen Prozesse körperlich überlebt und damals eben nicht, dann ist mir das doch zu wenig. - [Ich darf das, ich bin Jupiter](https://dushan.org/essays/ich-darf-das-ich-bin-jupiter/) Quod licet Iovi, non licet bovi ­– was Jupiter darf, darf der Ochse noch lange nicht. Wir kennen das. ABER: Wenn Gruppe A allen Nicht-A bestimmte Pflichten auferlegen kann, die für sie selbst nicht gelten, dann HERRSCHT die Gruppe A über Nicht-A. Meine Kinder – ach, wie die Zeit eilt\! – werden groß. Es ist schwer genug, einem Pubertier zu sagen, was es tun soll. Beim *erwachsenen* Kind hat man aber eigentlich allerhöchstens ein *Vorschlagsrecht*. Und vermutlich ist das auch gut so. Ich antworte ohnehin zu oft in diesen Tagen mit »Ich weiß es nicht«. Als ich aber einst *etwas zu sagen hatte* (so will ich es mir einbilden), damals war das erste Latein, das unsere lieben Blagen lernten, ein Spruch über *Jupiter*. Über Jupiter und Ochsen. Der Spruch lautet: Quod licet Iovi, non licet bovi. Das bedeutet: Was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen nicht erlaubt. [Bei Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Quod_licet_Iovi,_non_licet_bovi) steht zu diesem Spruch, dass wir nicht wissen, wer ihn zuerst gesagt hat. Ebenfalls bei Wikipedia steht, dass es der deutschen Redewendung »mit zweierlei Maß messen« entspricht – wie unvollständig das doch ist\! *Natürlich* gehört es zur guten Ordnung einer Familie, dass Eltern einiges dürfen, das Kinder eben *nicht* dürfen. Ich darf scharfe Messer verwenden und mit anderen Schärfen umgehen. Ich darf Auto fahren und Steuern zahlen. Und ich darf dem Kind das Messer wegnehmen – ja, ich *muss* es tun. Ich weiß nicht, ob du und ich ein Jupiter sind, aber manches kleine Öchslein sollte auf jeden Fall vor gefährlichen Werkzeugen geschützt werden, oder? Wir kennen ja auch das »Gewaltmonopol des Staates«. Es ist so lange eine gute Idee, bis die monopolisierte Gewalt tatsächlich den Weg für die Interessen der Partei und mächtiger »Parteifreunde« freiprügelt. Das Problem ist nicht Gewaltasymmetrie per se, sondern *ungerechte* Gewaltasymmetrie. Wir sind uns also einig, dass Personen in Machtpositionen bisweilen die Genehmigung für Handlungen besitzen, die anderen Personen bei Androhung von Strafe verboten sind. Wenn wir uns aber darin einig sind, dass aus Verantwortung und Macht eine sinnvolle Asymmetrie der Macht folgen kann, wie verhält es sich dann andersherum? Können wir aus einer Asymmetrie der Macht schließen, dass wer einem anderen Menschen eine Verpflichtung auferlegen darf, die für ihn selbst nicht gilt, dies Beleg für seine Machtposition ist? Ist diese Machtposition nicht selbst dann gegeben, wenn die Asymmetrie von Dritten gesichert wird? Nehmen wir etwa an, eine Gruppe A hätte das moralische (und also von der Gesellschaft durchgesetzte Recht), Räume nur für *sich* einzurichten. Es wären Räume, zu denen Mitglieder von *Nicht-A* keinen Zutritt haben. Gleichzeitig wäre es Mitgliedern der Gruppe A jederzeit erlaubt, jeden Raum zu betreten, in dem sich Nicht-A-Mitglieder befinden. Die Behörden würden sogar aktiv gegen Nicht-A-Mitglieder vorgehen, die sich in Räumen nach dem Vorbild von Gruppe-A-Räumen versammeln würden und dabei Gruppe A ausschließen. Wir könnten dann sagen: Gruppe A hat *Macht* über Nicht-A, denn die Regeln, die sie anderen auferlegt (»Ihr dürft euch nur unter Euresgleichen versammeln«), gelten für sie selbst nicht. Bestimmt fallen euch konkrete Fälle ein, in denen *eine* Gruppe etwas darf, eine andere aber nicht. In Deutschland etwa existieren besondere Gesetze gegen Majestätsbeleidigung, die Politiker davor schützen, für ihre Taten allzu scharf kritisiert zu werden (gemeint: [StGB §188](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__188.html)). Politiker verbarrikadieren sich vor den Bürgern (siehe dazu den Essay [»Angst für die Bürger, Burggraben für die Elite«](https://dushan.org/burggraben-fur-alle/) von 2019), während sie die Schulen und Innenstädte Deutschlands aktiv zu Krisengebieten machen. Ich habe das *ungute* Missverhältnis von Macht und Gewalt auf diese Formel gebracht: »Ich darf das. Du darfst das nicht. Das heißt, du weißt: Ich herrsche über dich.« Damit wir uns das merken können, habe ich sogar [ein Lied und Video dazu](https://youtu.be/gMVbf6zrWlE) gebastelt\! Ich sage keineswegs, dass eine Asymmetrie der Macht immer schlecht ist. Im Gegenteil: Macht ist vermutlich *immer* asymmetrisch, sonst wäre es eher eine Partnerschaft. Verantwortung braucht Macht. Machtlose Menschen können keine Verantwortung tragen; auch deshalb fallen sozialistische Gesellschaften regelmäßig auseinander. Ich bin *nicht* prinzipiell gegen Asymmetrie von Macht. Ich will vielmehr ein *Bewusstsein wecken* für Macht-Asymmetrie. Ich will *Bewusstsein wecken* für das Machtverhältnis. Wir sollten *sensibel* sein für Situationen, in denen einer Gruppe harsche Regeln auferlegt werden, die für eine andere Gruppe nicht gelten. Wenn du jemanden siehst, für den nicht die Regeln gelten, die für den Rest von uns gelten, dann ist er »Jupiter«, und in irgendeiner Form herrscht er über dich. Wenn du nicht Jupiter bist, bist du der Ochse. Man wird dich so lange den Karren ziehen lassen, bis du Ochse zusammenbrichst. Und dann wird man mit dir tun, was man eben mit nutzlosen Ochsen tut. [»Irgendwem musst du dienen, mein Sohn«](https://dushan.org/gotta-serve-somebody/), so schrieb ich 2018\. Selbst einer, der in der einen Rolle ein Jupiter ist, ist in einer anderen Rolle doch wieder ein Ochse. Die Frage ist nicht, *ob* du ein Ochse bist. Die Frage ist, vor welchen Jupiter-Karren du dich spannen lässt, welches Joch du *bewusst* auf dich nehmen willst, weil jener »Jupiter« es wert ist. - [Die Liste wird nicht veröffentlicht werden](https://dushan.org/essays/die-liste/) Was motivierte Ursula von der Leyen WIRKLICH zu dem (für die EU) miserablen Deal? Bemerkenswert: Man versucht nicht einmal, es zu erklären – oder auch nur schönzureden. Ich habe schlecht geschlafen. Ich träumte, dass du und ich in einem See schwammen – da spürten wir im Wasser unter uns ein Monster, ein riesenhaftes Ungeheuer. Das Monster selbst sah ich im Traum nicht. Ich sah nur die *Anzeichen*. Ein düsterer Schatten zog vorbei. Unerklärliche Wellen. Ungewöhnlicher Schaum. Immer wieder Blasen und unerwartete Strömungen um unsere Füße. Und dann … wachte ich auf. (Nicht wirklich sicher, ob ich meinen begleitenden Schrei bloß träumte.) Schweiß auf meinem Gesicht. Das Herz schlug viel zu schnell. Im Bad spritze ich mir etwas Wasser ins Gesicht. Ich zwang mich, durchzuatmen. Zwei, drei, ein Dutzend Mal. Und dann war Ruhe ­– für den Moment. ## Who is on it, who is in it Gestern schrieb ich ein Lied. Präziser: Ich schrieb den *Refrain* eines Liedes. Dann wies ich den künstlich intelligenten Kollegen an, dazu eine Musik zu komponieren, zu singen und aufzunehmen. Ihr [findet das Lied auf YouTube](https://youtu.be/tf2T6amDtNU?si=1XbpMUDR-bBpB4gr). Der Text lautet, auf Englisch: The list will not be published You will never read it Because it is more useful When it is unpublished But the right people know Who is on it, who is in it who would be done for (Ich werde euch später in diesem Essay die deutsche Übersetzung nachliefern. Tut für jetzt bitte so, als verstündet ihr kein Englisch. So isses extra spannend.) Als Bewegtbild zum Lied erstellte ich eine Präsentation, als würde ich ein Büro-Meeting abhalten. Ebenfalls auf Englisch, wenn auch recht einfach gehalten. Das Video beschreibt ein *anderes* Thema, nämlich die mögliche *wahre* Motivation von Regierungen. Wenn Filmemacher von einer *Text-Bild-Schere* reden, meinen sie damit, dass die sichtbaren Bilder und das hörbare Wort eines filmischen Werkes *thematisch auseinandergehen*. Das heißt aber, dass sie anfänglich zusammen waren, dass das Wort zum Bild passte. Nun, in meinem Video passen gezeigte Bilder und gesprochene Worte von Anfang an *nicht* zusammen. Doch natürlich hoffe ich, dass sie *zusammenkommen* – allerdings ein gutes Stück weit hinter dem Horizont des Filmendes. ## Was ich mit »Liste« meine Mit »the list« meine ich natürlich die ominöse *Epstein-Liste*. Was man *tatsächlich* unter der Liste versteht, ließe sich debattieren. Ich meine mit »die Liste«: den Grund, warum Epsteins Kumpanin Maxwell im Gefängnis sitzt\! *Ghislaine Maxwell* ist Tochter von *Robert Maxwell*. Der hieß als Baby *Ján Ludvík Hyman Binyamin Hoch* ([siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Maxwell)). Und ihm werden Verbindungen zu *drei* Geheimdiensten nachgesagt ([telegraph.co.uk, 2.11.2003; archiviert](https://archive.is/tm0wD)): MI6, KGB und Mossad. Tochter des Herrn *»Robert Maxwell«* zu sein ist aber tatsächlich nicht die erstaunlichste Eigenschaft an Ghislaine Maxwell. Sondern: Ghislaine Maxwell (Staatsbürgerschaften: USA, Frankreich, Großbritannien) sitzt im Gefängnis für die Vermittlung minderjähriger Gespielinnen an … *niemanden?* *Ich* verstehe unter der Epstein-Liste die Antwort auf die Frage: An *wen* haben Epstein und Maxwell die Mädchen vermittelt?\! ## Wenn die Leute rätseln Ja, Trump-Leute haben vor der Wahl versprochen, diese Liste zu veröffentlichen. Nein, er hat sie nicht veröffentlicht. Warum nicht? Ist er vor dem »Deep State« eingeknickt? Vielleicht. Vielleicht das Gegenteil. Ich weiß nicht alles. Ich verstehe nicht alles. Weisheit bedeutet auch, ehrlich zu antworten auf die Frage, was man *nicht* weiß. (Und Klugheit bedeutet, Nichtwissen stets sich *selbst* gegenüber einzugestehen – aber nicht immer gegenüber der Außenwelt. Lass die Leute darüber rätseln, was und wie viel du weißt. Wenn die Leute rätseln, sind sie beschäftigt, und so kommen sie nicht auf noch dümmere Gedanken als ohnehin.) Trumps erstes Versprechen war bekanntlich: »MAGA« – die USA wieder groß, stark, wichtig machen. Was, wenn Trump in diesem Sinne eine *nützlichere* Verwendung der Liste gefunden hat? ## Kaum in höflichen Metaphern »Where is my mind?«, so sangen die *Pixies*. So kennen wir es vom merkwürdigen – und unvergesslichen – Film *Fight Club*. (Ich schrieb darüber 2019 im Essay [»Ein merkwürdiger Zeitpunkt in unserem Leben«](https://dushan.org/linke-dummheit/).) Auch ich frage mich bisweilen, wo mein Kopf ist, mein Geist, meine Gedanken\! Ich werde dieser Tage so leicht abgelenkt. Ich dachte an die Epstein-Liste. Ich sinnierte über die Natur des Liste-Seins, da hörte ich die Nachrichten über den »Deal« von von der Leyen mit Trump. International ist man sich einig, dass das, was Trump mit der EU anstellte, kaum in höflichen Metaphern zu beschreiben ist. Der französische Premierminister François Bayrou nennt es einen »düsteren Tag« (siehe [theguardian.com. 28.7.2025](https://www.theguardian.com/us-news/2025/jul/28/us-eu-trade-deal-germany-france-tump-tariff) Abkommen zwischen von der Leyen und Trump: Es ist ein düsterer Tag, wenn ein Bündnis freier Menschen – vereint, um ihre Werte zu stärken und ihre Interessen zu verteidigen – sich zu unterwerfen beschließt. ([@bayrou, 28.07.2025; Original Französisch](https://x.com/bayrou/status/1949749114436194782?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1949749114436194782%7Ctwgr%5Eef3b46ba4ca930058a50eb023b19c4be095b9b46%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.theguardian.com%2Fus-news%2F2025%2Fjul%2F28%2Fus-eu-trade-deal-germany-france-tump-tariff)) Mit dem »düsteren Tag« muss man Bayrou recht geben, den Rest allerdings korrigieren: Die EU in *dieser* Form hat kein Europäer gewählt. Von der Leyen stand auf keinem Wahlzettel. Wir haben das alles so wenig beschlossen, wie die Schafe auf dem Weg zur Schlachtbank ihr Ende beschlossen haben. Nur das Schafsein, das allerdings »beschließen« wir tatsächlich selbst – jeden Tag aufs Neue. Bis aus der Abfolge düsterer Tag eben endlich *Nacht* wird. Der Deal (nach [reuters.com, 28.7.2025](https://www.reuters.com/business/us-eu-avert-trade-war-with-15-tariff-deal-2025-07-28/?utm_source=chatgpt.com)): Die EU‑Importzölle in die USA wurden für die meisten Waren auf 15 % festgelegt – darunter Autos, Pharmazeutika und Halbleiter. Manche Produkte wie Stahl und Aluminium bleiben vorerst mit 50 % belegt, teilweise mit Aussicht auf Umstellung auf ein Quotensystem. Die EU verpflichtete sich weiterhin zu 600 Mrd. USD Investitionen in den USA sowie einem Energieeinkauf von rund 750 Mrd. USD bis etwa 2028\. Ausgenommen sind Branchen wie Flugzeugbau, generische Medikamente oder Halbleiterausrüstung, die derzeit zollfrei sind. (Die Blamage nach der Blamage: Nur Stunden nach dem Bekanntwerden des »Deals« wurde klar, dass in der EU wohl die Mittel für die versprochenen 600 Milliarden USD an Investionen fehlen; [politico.eu, 28.07.2025](https://www.politico.eu/article/eus-600bn-us-investment-will-come-exclusively-from-private-sector/).) Es ist ein asymmetrisches Abkommen, das den USA (relativ) wenige Gegenleistungen abverlangt. (Der US-Import-Zoll für Großbritannien beträgt übrigens 10 %. Ja, es ist auf *viele* Arten für Deutschland von Nachteil, von Brüssel besetzt und kontrolliert zu werden.) Du wirst nicht über den Tisch gezogen, wenn du selbst mit Anlauf darüberspringst. Warum aber tat sie es? Nun, von der Leyen tut nach meiner Erfahrung *immer* das, was *ihren* offiziellen (\!) [relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) den meisten Schaden zufügt. Was sie tut, ist in seiner Wirkung verlässlich destruktiv. Doch diesmal reicht nicht einmal das zur inneren Erklärung. Ich weiß es nicht. Where is my mind? Mein Geist springt hin und her, will schon wieder über das Nächste verhandeln. Mit wem? Mit sich selbst. Mir fällt ein: Sind eigentlich die SMS inzwischen öffentlich, die Frau von der Leyen mit dem Pfizer-Chef austauschte? Falls sie versehentlich gelöscht wurden (siehe auch [politico.eu, 14.05.2025](https://www.politico.eu/article/pfizergate-ursula-von-der-leyen-eu-commission-pfizer-albert-bourla-covid-19/)): Die amerikanische NSA speichert doch alles weltweit mit\! Es wäre eine verpasste Chance gewesen: Wenn Trump und von der Leyen sich bequatschten, hätte sie ihn ja nach einem Backup der gelöschten Nachrichten fragen und damit auch den letzten unschönen Verdacht ausräumen können. ## Aber die richtigen Leute wissen Genug des geistigen Springens, meine Hüpfmuskulatur braucht eine Pause. »Ruhe dich aus, Krieger\!« »An welchem Lagerfeuer?« »Du weißt, an welchem Lagerfeuer.« Der Film kennt *Text-Bild-Scheren*, und manche solche Schere schließt sich erst lange nach des Filmes Ende. Wenn man auf dem Weg nach draußen ist, zu anderen Unternehmungen – auf der Treppe fällt uns der Witz ein, haha. Eine andere Schere – und diese geht nicht nur in Filmen auf und wieder zu – ist natürlich die Schere zwischen Gesagtem und Gemeinten. Sie ist die Grundlage aller Kunst – wie auch der Politik. Die Kunst tut, als würde sie lügen, um eine Wahrheit unterzuschieben. Die Politik tut, als würde sie die Wahrheit sagen, um eine Lüge unterzuschieben. (Euch bestimmt auch schon aufgefallen: Das Wort »lügen« ist *ein* Verb, aber »die Wahrheit sagen« erfordert eine sprachliche Konstruktion.) Jener Refrain ins Deutsche übersetzt lautet so: Die Liste wird nicht veröffentlicht werden Du wirst sie nie lesen Weil sie nützlicher ist Wenn sie unveröffentlicht ist Aber die richtigen Leute wissen Wer steht darauf? Wer ist darin? Wer wäre erledigt? Warum tun Regierungen, was sie tun? Warum werden Politiker, die in die Politik gingen, weil sie zu keinem anderen Beruf fähig waren, in der Politik plötzlich zu finanziellen Genies, gegen die ein Warren Buffett wie ein Lehrjunge wirkt? ## Das nicht, und manches andere nicht Du wirst die Liste nicht lesen. Du wirst auch manches andere nicht lesen, was in einem »Rechtsstaat« doch an Plakatwänden aushängen sollte, was sie in Sondersendungen berichten, in Lehrsälen und Gerichten verhandeln sollten. Sollten sie dir aber tatsächlich eine Liste geben (etwa um einen Vorwand für die Begnadigung von Ghislaine Maxwell zu haben), dann gilt frei nach dem Tao: Die Liste, die du lesen kannst, ist nicht die wahre Liste. Du wirst es nicht lesen. Das nicht, und manches andere nicht. Du wirst nicht sehen, welches Monster gerade unter den Entscheidern schwimmt. Nicht in Brüssel, nicht in Berlin, nicht sonstwo. Doch du wirst die *Wirkung* spüren: Wie wenn ein Meerungeheuer unter der Wasseroberfläche schwimmt. Du siehst das Monster nicht. Du siehst nur, wie plötzlich ein Schwimmer unter die Wasseroberfläche gezogen wird. Ein Schrei. Ein paar Wasserspritzer. Und dann ist wieder Ruhe – für den Moment. - [Papst, Migranten und unsere Starrheit](https://dushan.org/essays/unsere-starrheit/) Der Papst lobt, dass Migranten unsere Starrheit mit neuem Leben erfüllen könnten. Ja, man will gähnen, die Augen verdrehen – doch interessant ist, was er NICHT sagte. Ich weiß, wir können es alle nicht mehr hören: »Flüchtlinge«, »Migranten«, »Wir haben Platz« (und mit »wir« ist das einfache Volk gemeint, nicht die, welche all das beschließen und propagieren). Wenn ich eben sagte, wir »können« das nicht mehr hören, bedeutete das natürlich: Wir *wollen* es nicht mehr hören. Es klingt uns wie Lügen über Lügen. Niemand mit mehr als drei Gehirnzellen glaubt noch, dass das Gros der »Flüchtlinge« wirklich solche sind. Wenn Hundertschaften junger Männer im wehrfähigen Alter nach Europa eingeflogen und fürs Erste in EU-finanzierten Baracken stationiert werden, so höre ich wütende Bürger rufen, ist »Flüchtlinge« womöglich nicht das richtige Wort. Wir können und wollen es nicht mehr hören, aus mehr als einem Grund. Zum Beispiel die wütende Hilflosigkeit, die uns bald Magengeschwüre wachsen lässt. Und doch müssen wir es hören, aus allen Richtungen, zu jeder Tages- und mancher Nachtzeit. Wenig überraschend: auch vom Papst. Was aber dieses Jahr vom Papst Leo XIV. verbreitet wurde, ist je nach Sichtweise ein enttäuschender Kotau vor dem Bösen oder – und das ist meine These – eine verschlüsselte Warnung. ## Erstarrte und schwerfällige Seit 1914 wird von der Katholischen Kirche ein *Welttag der Migranten und Flüchtlinge* begangen. Es wundert wenig, dass der bei vielen Gläubigen umstrittene Papst Franziskus diesen Tag mit besonderem Gusto beging. Franziskus ließ auf dem Petersplatz eine Statue mit »Flüchtlingen« aufstellen, gleichauf mit Aposteln und Heiligen ([bbc.com, 30.9.2019](https://www.bbc.com/news/world-europe-49886953)). Ja, mit dem Namen »Angels Unaware« erhob Franziskus etwa die Migranten aus Syrien in den Status von *Engeln*, sprich: sünd- und willenlosen Dienern Gottes. Eine simple [Google-Suche nach »Syrer« und »Messer«](https://www.google.com/search?q=syrer+messer) könnte einen sarkastisch fragen lassen, ob diese Engel wirklich Engel aus dem *Himmel* sind. Papst Leo XIV. hat diese Woche, wie man es erwarten würde, eine Botschaft zum *Welttag der Migranten und Flüchtlinge 2025* veröffentlicht ([vatican.va, 25.07.2025](https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/messages/migration/documents/20250725-world-migrants-day-2025.html)). So wie es die Pessimisten und Zyniker erwartet haben – und wie es gewisse »globale« Kreise sehr freuen wird –, wird es Zeit, dass wir ihm glauben, wenn Leo XIV. sagt, er würde die Agenda seines Vorgängers fortführen ([reuters.com, 10.5.2025](https://www.reuters.com/world/pope-leo-tells-cardinals-they-must-continue-precious-legacy-pope-francis-2025-05-10/)). Oder? In einer langen Passage lobt der Papst »insbesondere katholische Migranten und Flüchtlinge«: »Mit ihrer spirituellen Begeisterung und ihrer Lebendigkeit können sie nämlich dazu beitragen, erstarrte und schwerfällige kirchliche Gemeinschaften wiederzubeleben, in denen die spirituelle Wüste bedrohlich voranschreitet.« ([vatican.va, 25.07.2025](https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/messages/migration/documents/20250725-world-migrants-day-2025.html)) ## Ebenfalls unfehlbar Ich gestehe euch, dass mein erster Reflex darin bestand (und etwas in mir denkt das immer noch), abzuwinken. »Jaja«, dachte ich, »das übliche Globalisten-Geschwätz. ›Begeisterung‹ und ›Lebendigkeit‹ erinnern an das fake-naive Geschwätz linksgrüner Migrationsgewinnler.« Und so wollte ich alles rundherum ablehnen – warum Zeit verschwenden? Jeder Tag kommt nur einmal. Doch ich besann mich schnell, natürlich. Mir fiel die *Hierarchie der Autorität* ein, und die ist hier relevant\! ## Zwischen dem Unfehlbaren und dem Privaten Der höchste und bekannteste Grad päpstlicher Autorität ist *ex cathedra*. Was derart formuliert ist, gilt als unfehlbar und verlangt Glaubensgehorsam. Weniger bekannt, aber ebenfalls *unfehlbar* sind Lehrentscheidungen ökumenischer Konzilien. Als ebenso unfehlbar und also hinzunehmen gilt übrigens die beständige und einhellige Lehre der Mehrheit der Bischöfe, inklusive des Bischofs von Rom – selbst wenn einzelne Irrlichter ausscheren sollen. Dazu zählt etwa [die Verurteilung von Abtreibung](https://dushan.org/team-brosius-gersdorf/) und [das nur Männern vorbehaltene Priestertum](https://dushan.org/loewe-oder-nachtigall/). Am »unteren Ende« päpstlicher Autorität sind private Meinungsäußerungen (etwa in Interviews oder spontan im Vorübergehen). Die haben keinen Lehrcharakter. Natürlich empfiehlt es sich dennoch für den Heiligen Vater, *jedes* seiner Worte zu wägen, doch solche privaten Aussagen sind eben das. Zwischen dem Unfehlbaren und dem Privaten aber existiert eine besondere Zwischenstufe des »authentischen Lehramts«, etwa in Enzykliken und apostolischen Schreiben. ## Nicht die Größe, nicht die Tiefe Auf schillernde Weise legendär sind einige entsprechende Schreiben von Papst Franziskus. Etwa [*Amoris Laetitia*](https://www.vatican.va/content/francesco/de/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20160319_amoris-laetitia.html#_ftn351) – die *Dubia* der vier Kardinäle wurden nie vollständig beantwortet. Mit [Laudato Si’](https://www.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html) (2015) wurde Franziskus zum Klimajünger. 2019 zelebrierte er in den Vatikangärten ein an Götzendienst erinnerndes Ritual mit südamerikanischen Pachamama-Figuren (»Mutter Erde«). 2025 nun führte Leo XIV. die unter Franziskus vorbereitete »Missa pro cura creationis« ein, die »(Votiv-)Messe für die Sorge um die Schöpfung«. Oder im Jahr 2020, mit [*Fratelli Tutti*](https://www.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html), wo der Papst aus den gesicherten Gemächern des Vatikans heraus politisch wird und gegen nationale »Egoismen« wettert. (Die [deutsche Übersetzung](https://www.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html) enthält inkl. Überschriften viermal die Formulierung »ohne Grenzen«. »Grenzen« allein ist 25-mal enthalten und neunmal Varianten von »Egoismus«.) Das in der Wirkung für die Kirche wohl schmerzhafteste Schreiben von Papst Franziskus war aber wohl [»Traditionis Custodes«](https://www.vatican.va/content/francesco/de/motu_proprio/documents/20210716-motu-proprio-traditionis-custodes.html). Es ist eine von manchem traditionellen Katholiken als *brutal* und *demütigend* bezeichnete Einschränkung traditioneller Gottesdienste in der katholischen Kirche. Bislang hat Leo XIV. zwar öffentlich laut und schön auf Latein gebetet – doch zurückgenommen hat er die Grausamkeit (bislang) nicht. Nein, die Papst-Schreiben der letzten Jahre haben nicht ganz die Größe, Tiefe und moralische Strahlkraft früherer Schreiben – leider im Gegenteil. Nicht die Größe des [*Rerum Novarum*](https://www.vatican.va/content/leo-xiii/en/encyclicals/documents/hf_l-xiii_enc_15051891_rerum-novarum.html) aus dem Jahr 1891, als sich Leo XII. gegen den Marxismus stellte und doch zugleich den Kapitalismus und die Folgen der Industrialisierung scharf kritisierte. Nicht von [*Mit brennender Sorge*](https://www.vatican.va/content/pius-xi/de/encyclicals/documents/hf_p-xi_enc_14031937_mit-brennender-sorge.html), 1937 von Pius XI. an Deutschland gerichtet. (Übrigens auch heute lesenswert\! Zitat: »Ein besonders wachsames Auge, ehrwürdige Brüder, werdet Ihr haben müssen, wenn religiöse Grundbegriffe ihres Wesensinhaltes beraubt und in einem profanen Sinne umgedeutet werden.«) Nicht von [*Humanae Vitae*](https://www.vatican.va/content/paul-vi/de/encyclicals/documents/hf_p-vi_enc_25071968_humanae-vitae.html), als Paul VI. die künstliche Empfängnisverhütung verbot – und zwar im Jahr 1968, in jenem Jahr, dessen Zahl heute für den Anfang vom Ende des Westens steht. Deshalb verwundert es wenig, wenn die Personalentscheidungen und Schreiben des neuen Papstes von der interessierten Öffentlichkeit *sehr* genau geprüft werden. ## Nur vom Zerbrechen reden Das Schreiben des Papstes zum *Welttag der Migranten und Flüchtlinge 2025* wird nicht so verheerend sein, wie es manche Schreiben von Papst Franziskus waren. Und leider hat es gewiss nicht die Größe manch anderer Schreiben in der Geschichte. Es liegt wohl irgendwo dazwischen. Es enthält allerdings ein Schlüsselwort, das die Alarmglocken schrillen lassen sollte, und jenes Schlüsselwort ist im Deutschen »starr«, im Englischen »rigid«. 2023 genehmigte Papst Franziskus die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Und in diesem Kontext fühlte er sich wohl genötigt, zur Vermeidung von »rigid ideologies« / »starrer Ideologien« zu warnen ([pbs.org, 21.12.2023](https://www.pbs.org/newshour/world/pope-asks-vatican-staff-to-avoid-rigid-ideologies-after-approving-blessings-for-same-sex-couples)). Man muss befürchten: Wer »rigid« sagt, referiert damit auf die Tradition, die Identität, das bewährte Gute – womöglich sogar: *das Heilige*. Wenn Franziskus von »rigid« spricht, hören nicht wenige Katholiken: Tradition, »the old times religion« – und damit: wir selbst. Warum aber ausgerechnet das Wort »starr«? Was *starr* ist, kann nicht verbogen werden – aber zerbrochen. Veränderung des Starren bedeutet, es zu brechen. Wenn also Franziskus *und* Leo XIV. davon schwärmen, welche Veränderung die Migration bringen wird, *können* sie nur vom Zerbrechen reden. Wovon denn sonst? ## Die Hierarchie der Autorität Hat Papst Leo XIV. also seine Freude am Zerbrechen der Tradition durch Migranten ausgedrückt, ganz in Tradition von Franziskus? Schauen wir genauer hin\! Jener Absatz begann: »Insbesondere katholische Migranten und Flüchtlinge«. Man beachte das Wort »katholische«. Tatsächlich hört man etwa aus den USA, dass manche katholische Kirche am Sonntag vor allem von südamerikanischen Einwanderern gefüllt ist – und ohne diese leer wäre. Wenn unsere Sonntagsfaulheit »zerbrochen« wird, dann wäre das definitiv eine »Starrheit«, die zerbrochen zu werden verdient. Beachten wir die zwei Einschränkungen: »katholische« und »können«. Erinnern wir uns an die *Hierarchie der Autorität*. Ein solches Schreiben ist nicht unfehlbar. Es *kann* aber auch nicht so falsch sein, dass es die Gläubigen in die Irre führen könnte. Das heißt, so meine Deutung, dass in diese politisch korrekte Formulierung *die Wahrheit* eincodiert sein *muss*. In diese Worte ist kodiert, so wage ich zu lesen, dass *katholische* Einwanderer neues Leben in die Kirchen bringen können – oder: neuen *Geist*. Was aber ist mit den *anderen* Migranten? Was ist mit den Migranten, die unsere Nächstenliebe-Instinkte missbrauchen – und dann offen über uns lachen? Was ist mit den Migranten, die wie eine Armee junger, durchtrainierter Männer wirken – und nicht wie die Flüchtlinge in den Geschichtsbüchern? Was ist mit den Migranten, die aus Christenhass unsere Kirchen verschandeln und Priester niederstechen? (siehe Essay [»Braucht man Kirchen, wenn man nicht an Gott glaubt?«](https://dushan.org/braucht-man-kirchen/)) Von all denen hat Leo XIV. nicht gesprochen. ## Missionare welcher Hoffnung Nein, der Papst hat nicht gelogen. Er hat, vielleicht damit wir nicht in die Irre geführt werden, uns überlassen, jene Details zu ergänzen, die er ausließ. Wenn wir aber die fehlenden Details eintragen, kommen mir doch Zweifel, den *Titel* dieses Schreibens betreffend: »Migranten, Missionare der Hoffnung«. Missionare ja, aber nicht zwingend der Hoffnung. Zu oft leider: Auslöser der Hoffnung auf ein Wunder. Ich habe es [zuvor gesagt](https://dushan.org/buecher/warteraum-254/), und ich sage es wieder: Ich warte auf das Wunder, das Wunder, das kommen soll. Ich glaube aber auch, ohne Ironie oder Poesiebuch-Naivität, dass Hoffnung wie auch Wunder mit *meiner* Arbeit beginnen. »Ora et labora«, so die Benediktiner: Bete und arbeite. Bete, als ob Arbeiten nichts bewirken könnte – und arbeite, als ob Beten nichts bewirken könnte. Wenn du aber beides in dieser Art getan hast – und zwar erst dann\! –, dann vertraue darauf, dass es werden wird, wie es werden soll. ## Nachtrag Als ich zu Ostern 2025 mit Leo zu Besuch in Rom war, hatten wir Tickets für die Besteigung des Petersdoms. Auch um Ausschau zu halten, wo denn bitte *im Vatikan* die Flüchtlingsheime sind, um all die Starrheit aufzubrechen. Am Ostermontag ereignete sich dann etwas, was verständlicherweise zur Absage der Besteigung und manch anderer touristischer Routinen führte. (Ich drehte [ein kurzes Video dazu](https://www.youtube.com/watch?v=9z83OA-tb5Y).) Nun ist die liebe Tochter mit einer Freundin in Italien unterwegs, und beiden ist es am Freitag gelungen, die vielen Treppenstufen über Petri Grab zu besteigen, etwas näher an den Himmel. Hier sind zwei Fotos für euch, eines nach innen und eines nach außen. [![Innere des Petersdoms, von oben](https://dushan.org/wp-content/uploads/2025/07/Peter-1.jpeg)](https://dushan.org/wp-content/uploads/2025/07/Peter-1.jpeg) [![Petersplatz, von Spitze des Petersdom aus](https://dushan.org/wp-content/uploads/2025/07/Vatikan-von-oben.png)](https://dushan.org/wp-content/uploads/2025/07/Vatikan-von-oben.png) - [Was gut ist, ist alt – was neu ist, ist nicht gut](https://dushan.org/essays/neu-nicht-gut/) Wir spüren es doch alle in den Knochen, wenn es um »Werte« geht: Was gut ist, ist alt – was neu ist, ist nicht gut. – Wehe aber, man buchstabiert es aus und lehnt die neuen »Werte« öffentlich ab. Dann schlägt das System brutal zu. Warum? Was gut ist, ist alt, und was neu ist, ist nicht gut. Das Neue aber, das als »gut« zu preisen uns befohlen wird, ist suizidal bis dämonisch, auf jeden Fall zutiefst böse. – Lasst mich erklären! Versucht mal, spontan und aus dem Kopf, alle _neuen_ »Werte« zu nennen, die in Deutschland von Bildung und Propaganda gepriesen werden, und mit _neu_ meine ich alles etwa ab Anfang des 20. Jahrhunderts. Wenn ihr diese »Werte« genauer betrachtet, werdet ihr feststellen, dass für das Gros davon gilt: 1. Diese »Werte« wurden _von oben_ diktiert, oft durch undurchsichtige, supranationale Institutionen. 2. Diese »Werte« bedienen primitive Triebe des Einzelnen wie Egoismus, Emotionalität, Lust und Stolz, bezüglich derer die Menschheit nach Jahrtausenden an Erfahrung gelernt hatte, dass sie streng einzuhegen seien. 3. Diese »Werte« führen in Konsequenz direkt zum Zerfall von Familien und Völkern – und bei einer machtrelevanten Mehrheit zur blanken _Dummheit_ (sprich: zur Ignoranz gegenüber Zusammenhängen). Betrachtet einfach selbst, aus dem Kopf, welche »Werte« derzeit hochgehalten werden! Ihr werdet leicht »Werte« finden, die zu hinterfragen bei Androhung von Gefängnisstrafe, Straf-Hausdurchsuchung oder Existenzvernichtung verboten ist. ## Die Klugheit der Masse fürchten Es widerspräche aller Lebenserfahrung (manche sagen: und dem Augenschein), behaupten zu wollen, dass keine Instanz existiert, die aktiv die Zerstörung von Familien und Gesellschaften betreibt. Das Suchen nach Ursachen und Zusammenhängen aber, also das Bekämpfen der _Dummheit_, wird von jenen, die die Klugheit der Masse fürchten, als »Verschwörungstheorie« oder »Hass und Hetze« verunglimpft. Nur selten hört man den Vorwurf, man verbreite Lügen oder offensichtliche Fehler. Das ließe sich ja überprüfen. Wer etwas Falsches sagt, kann und wird widerlegt werden. Wer aber eine Wahrheit sagt, welche die Mächtigen bei ihren Plänen stört, dem wird man die Wahrheit als »Hass und Hetze« auslegen. Aber gut, die Suche nach einer soliden Verschwörungstheorie beginnt mit der Frage »Cui bono?« – »Wessen Nutzen ist es?« Manche Instanz könnte uns einfallen, die ein Interesse daran haben könnte, westliche Familien und dann Gesellschaften zu zerstören – eine Theoriefindung wäre _zu_ einfach. ## Diese alten Kirchen-Damen Der intellektuellen Redlichkeit halber: Was, wenn _keine_ menschliche Instanz diese »Werte« und damit die Entwicklungen zu diesem _einen_ düsteren Ziel treibt? Nun, dann steht es zumindest den Christen frei, die treibende Instanz im Außermenschlichen zu suchen. Sprich: beim Bösen und seinen Dienern, den Dämonen. (Siehe dazu den Essay [»Der größte Trick des Teufels«](https://dushan.org/der-groesste-trick-des-teufels/) und das Video: [»Hat die einen Dämon geschluckt?«](https://www.youtube.com/watch?v=b_a95SSA1BI)) Ich las letztens beim klugen Zuby: > Also, die alten Kirchen-Damen, die alles ›dämonisch‹ nannten, hatten im Grund in praktisch allem recht? ([@ZubyMusic, 23.07.2025; Original auf Englisch](https://x.com/ZubyMusic/status/1947998129078391030)) Ein Kommentator antwortet ihm: »Es klingt extrem, wie das Geschwätz von jemandem, der den Faden verloren hat. Aber die Wahrheit ist: Diese alten Kirchendamen hatten nicht ganz Unrecht. Sie hatten einfach nicht die Worte, um ihre spirituellen Gefühle in Worte zu fassen, die tiefer gingen als Aberglaube.« ([@ApotheosisJohn, 23.7.2025](https://x.com/ApotheosisJohn/status/1948001700486209864)) Weiter führt er aus, wie selbstverständlich das Böse heute wurde. Medien, bei denen man davon ausgeht, dass sie nicht die Wahrheit, sondern ein Narrativ berichten. Perversion infiziert Kunst und Unterhaltung. Pornographie wird Mainstream und das Heilige verhöhnt. Identität fragmentiert und Familien zerbrochen. Und so weiter. Ja, die alten Kirchen-Madämchen lagen richtig damit, dass das Dämonische überall ist. Und dafür ist es funktional egal, ob es einen oder mehrere menschenförmige »Verschwörer« gibt, die das alles aushecken. Die wirklich wichtige und persönliche Frage ist jedoch, ob mich das Ergebnis solcher Gedanken zu einer _Handlung_ motivieren sollte. Und wenn ja, zu welcher? Nun, wir stellten fest, dass irgendwann im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts einige »Werte« eingeführt wurden, deren öffentliche Ablehnung von bösen, suizidalen Regierungen hart bestraft wird. Und wir stellten fest, dass diese »Werte« unabhängig von der Existenz eines konkreten menschenförmigen »Verschwörers« tatsächlich _Anti-Werte_ sind, wie sie seit altersher als _dämonisch_ beschrieben werden. Was tun? Wir _könnten_ versuchen, uns den neuen »Werten« hinzugeben – wissend, dass es Lügen sind. Ich hörte zu oft im Leben eine Variation dieses Geständnisses: »Dushan/Herr Wegner, natürlich hast du/haben Sie recht, aber so kann man das doch nicht sagen.« – Jeder einzelne, der das so formuliert, zu wem auch immer, setzt sein Leben bewusst und aktiv in den Dienst der Lüge, des Bösen, des Dämonischen. Wenn man sein Leben aber _nicht_ derart fortwerfen will, dann ist die logische Konsequenz recht hell und klar. ## Aber sei vorsichtig damit Der einzige nicht-schmutzige, nicht-böse Weg nach vorn ist in einem Kampfruf enthalten, den ich in diesen Jahren und Tagen regelmäßig höre: »Reject modernity, embrace tradition!« Lehne die Moderne ab, begrüße (oder: umarme) die Tradition. Was gut ist, ist alt, und was neu ist, ist nicht gut. Wende dich ab von den »neuen Werten«. (Aber sei vorsichtig damit, denn das Böse bestraft dich, wenn du es allzu offen tust.) Wende dich wieder den Werten aus einer Zeit zu, als Werte noch Werte und nicht »Werte« waren (und es _keine_ Flagge außer der des eigenen Landes brauchte). Wenn du Christ bist, dann sind deine alten Werte ja bekannt. (Ob du sie auch lebst, _das_ ist eine andere Frage. Aber gut, auch heute gilt: Heute beginnt der Rest deines Lebens!) Wenn du deine Werte lieber »freischaffend« erforscht, kannst du ja mit einer Untersuchung deiner _[relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)_ beginnen. Du wirst feststellen, dass jenes, was (dir) wirklich wichtig ist – sprich: deine _Werte_ –, schon lange Zeit wirklich wichtig war. Wenn die letzten Stunden kommen, bereuen Menschen im Rückblick regelmäßig nur eines: Nicht früher _das_ als wichtig behandelt zu haben, was _wirklich_ wichtig war. - [Das wichtigste Thema des Tages](https://dushan.org/essays/das-wichtigste-thema/) Korruption, De-Industrialisierung, Demokratieverfall, et cetera. Wir regen uns auf, doch wie wichtig sind die einzelnen Nachrichten? These: Das brennendste der Themen ist: Was wird DANACH der Fall sein – und wo wirst DU sein? Es gibt keine Tage, an denen ich _nichts zu schreiben_ hätte. Im Gegenteil! Zu oft stehen so viele Themen an, dass es sich anfühlt, wie wenn ein Dutzend Leute _gleichzeitig_ durch eine Tür gelangen wollen – und dabei einander blockieren, sodass _niemand_ vorankommt. An solchen Tagen muss ich eben auswählen. (Und wenn ich es nicht tue, resultiert das in einem jener schwierig zu lesenden Texte, die kaum zu lesen sind.) Zum Glück gibt es auch immer wieder Themen, da schreiben die Finger fast schon von selbst. Es sind nicht meine schlechtesten Essays, vielleicht auch weil _Wut_ die Sätze treibt. Doch dann, ganz selten, finden sich Tage wie heute. Es ist ja wahrlich nicht so, dass keine _potenziellen_ Themen vorlägen. Ob Stellenstreichungen ([apollo-news.net, 23.07.2025](https://apollo-news.net/60-000-arbeitsplaetze-seit-jahresbeginn-dramatischer-stellenabbau-in-der-metall-und-elektroindustrie/)), Proteste gegen die schrittweise Re-Legalisierung in der Ukraine ([politico.eu, 22.07.2025](https://www.politico.eu/article/ukraine-corruption-law-protests-volodymyr-zelenskyy/)) oder das Missverhältnis zwischen 81 abgeschobenen vs. Tausende eingeflogene Afghanen ([@S\_Muenzenmaier, 23.07.2025](https://x.com/S_Muenzenmaier/status/1947915683435593895)) – alles potenzielle Themen. Da bekanntlich jeder Tag nur einmal passiert und also _genutzt_ werden will, will ich stets über jenes potenzielle Thema schreiben, das nach meinem Bauchgefühl _und_ Verstand _das wichtigste_ Thema ist. Heute aber sehe ich das wichtigste Thema des Tages nicht in den Nachrichten, aber auch nicht in spirituellen oder philosophischen Fragen. ## Mit Blick aufs Danach Heute – und in dieser Ära der Weltgeschichte – scheint mir das für dich und mich relevanteste Thema nicht so sehr zu sein, was heute passiert, sondern was _danach_ der Fall sein wird – und was du schon heute mit Blick aufs Danach tun kannst. Ein Christ könnte »Danach« im religiösen Sinne verstehen, und auch die Frage nach dem _Seelenheil_ werden viele Menschen in Krisenzeiten aus gutem Grund öfter und konsequenter stellen. Ich meine hier mit _Danach_ die Zeit nach _dieser_ Krise. Ich höre etwa die Rechenspiele, wann die Deutschen die Minderheit in ihrem eigenen Land sind. (Ein Zyniker könnte anmerken: Die Deutschen, die 1. selbst denken und 2. sich nicht selbst belügen, sind schon heute in der Minderheit.) Berechnungen gehen davon aus, dass dieser Zustand im Jahr 2052 der Fall sein wird ([miwi-institut.de, 20.11.2023](https://miwi-institut.de/archives/2994?utm_source=chatgpt.com)). Solche Rechenspiele gehen allerdings zumeist von aktuellen Geburtenraten – nicht davon, dass die EU und NGOs immer weiter flugzeugweise Einwanderer einfliegen und alles noch beschleunigt. Ich erwarte: Es könnte – und wird also – vermutlich viel schneller passieren. ## Aber nicht alle Die Umgestaltung Deutschlands zum nächsten Sozialismus, zur _UnsereDemokratie_. Die Einschüchterung abweichender Meinungen mit Hausdurchsuchungen als Waffe. Das Verbot der Opposition durch Besetzung des Verfassungsgerichts mit 150-Prozentigen. Die Sprengung der Kernfamilie. Die De-Industrialisierung Deutschlands für »Klima«. Die Umverteilung alles deutschen Restvermögens in die Ukraine und der Ausverkauf der Wohnungen an ausländische Investoren. Und so weiter, genug für jetzt. Wenn all diese Entwicklungen abgeschlossen sind, in welchem Land und in welcher Welt wirst du _danach_ leben? Und dann, vor allem: Wie bereitest du dich aufs _Danach_ vor? Ja, sicher, vielleicht _wird_ es gelingen, einige dieser Entwicklungen zu bremsen – aber nicht alle. (Und zum Beispiel die demokratischen Wege, auf denen man solche Probleme einst löste, werden abgeschafft. Und die anderen »Wege« graust es einen auch nur beim Namen zu nennen.) Es kann durchaus gute Gründe geben, sich _nicht_ mit dem _Danach_ zu beschäftigen. Etwa, weil du der Regierung vertraust, die letzten zehn Jahre rückgängig zu machen und alles schnell zu reparieren. Oder weil du in einer der noch immer vorhandenen »Inseln der Seeligen« wohnst, physisch _und_ psychisch, und schlicht nicht mitbekommst, dass etwas schlecht läuft. ## Verwirrende Zeiten Doch noch ein Grund könnte dazu führen, sich nicht mit dem _Danach_ zu beschäftigen: Weil man keine Chance sieht, dass etwas besser wird. Jeder Tag kommt nur einmal, warum also, wenn wir am Danach nicht genug ändern können, nicht _jetzt_ guter Dinge sein? Ja, regt euch fein über die Ereignisse des Tages auf – es hat ja etwas Kathartisches. Doch das eigentliche Thema dieser Tage ist doch, wie das _Danach_ aussieht – und wo du darin sein wirst. Benennt das Danach so realistisch, wie ihr könnt, und bereitet euch darauf vor. Oder bereitet euch _nicht_ vor, sondern ruft: Trinkt, esst und seid guter Dinge, denn morgen sind wir tot! Es sind verwirrende Zeiten, in denen ich _beide_ Reaktionen verstehe und wohl auch gutheißen können. Etwas tun, oder nichts tun – Hauptsache du bist _ehrlich zu dir selbst_. - [Was muss sich ändern?](https://dushan.org/essays/was-muss-sich-aendern/) Es ist ein existenzielles Problem, dass Deutsche VIEL zu wenige Kinder haben. Alle übrigen Probleme sind egal, wenn man AUSSTIRBT. Was aber tut die Politik? Macht das Land gefährlich. Und die Propaganda? Hetzt gegen Kinder. – Dummheit oder Absicht? Ich kann und will heute das Dilemma unserer Zeit vorlegen, anhand einer Handvoll aktueller Postings und Meldungen. Auf X wird aktuell gefragt: > Was muss sich ändern, damit die Deutschen wieder mehr Kinder bekommen? ([@DieKetzerKirche, 21.07.2025](https://x.com/DieKetzerKirche/status/1947390863279329517)) Auf Reddit ([reddit.com, 21.7.2025](https://www.reddit.com/r/lostgeneration/comments/1m5j90g/couple_gives_up_baby_because_they_cant_afford_one/)) beschreibt ein amerikanisches Paar, beide 26 Jahre alt, wie sie ein gesundes Kind zur Adoption freigaben – weil sie es sich schlicht nicht leisten konnten. Die beiden leben schon jetzt mit staatlicher Unterstützung (»food stamps«) in keiner guten Umgebung: in einer der teuersten US-Städte. Die Mutter weinte für eine Stunde, beiden tut das Herz weh. Immerhin wissen sie, dass es das Kind in der neuen Familie gut haben wird. ## Wohl des Volkes und so Ja, arme Paare im Westen »verschenken« ihre Kinder (geben sie zur Adoption frei) an reichere Paare. Oder sie bekommen die Kinder gar nicht erst. Ich habe erst letztens darüber geschrieben, mit dem provokativen Titel: [»Geburtenrate sinkt, na und?«](https://dushan.org/geburtenrate/) Mein Essay sprach über die neue Statistik, wonach die Geburtenrate deutscher Frauen auf 1,35 gesunken ist. 2,1 Kinder pro Frau wären das Minimum, um als Volk nicht auszusterben. Wenn _keine_ große Verschwörung existiert, welche die Deutschen aktiv aussterben sehen will, dann müsste ein Staat aktiv Maßnahmen ergreifen, um das eigene Volk am Aussterben zu hindern. Ihr wisst schon: »Wohl des Volkes mehren« und »Schaden vom Volk abwenden« und so weiter: der *Amtseid* – oder sollen wir *Amtsmeineid* sagen? Nun, die Politik reagierte _nicht_ auf die Meldung, zumindest nicht so laut, dass ich es mitbekommen hätte. Das überließ sie der Propaganda. ## So schlimm sind Kinder Der Staatsfunk postet – auf Instagram und damit offenbar gezielt an junge Menschen gerichtet – Propaganda-Plakate, welche junge Eltern davon abhalten sollen, ebensolche zu werden. ([quarks.de auf instagram.com, 20.7.2025](https://www.instagram.com/p/DMUMRoAM42i/?hl=en&img_index=1)) »Das machen Kinder mit deinem Schlaf«, droht ein Plakat: (Der Vater) »Schläft im Schnitt 15 Minuten weniger pro Nacht.«, und: (Die Mutter) »Schläft besonders in der Anfangszeit im Schnitt eine Stunde weniger pro Nacht. Vor allem, wenn sie stillt.« Weiter, als »Liste«: »DAZU KOMMT: Schlafqualität nimmt ab: häufiges Aufwachen, Einschlafprobleme, nicht erholsame Ruhe. Schlaf ist auch sechs Jahre nach Geburt nicht auf dem Niveau vor dem Kind.« [Nächste Seite dann](https://www.instagram.com/p/DMUMRoAM42i/?hl=en&img_index=2) Horrormeldungen zu Finanzen mit Kindern, unter anderem dass die Mutter durch ein Kind »im Durchschnitt 10.500 Euro pro Jahr« verliert, der Mann immerhin »nur« 7.000 Euro jährlich. Und dass ein durchschnittliches Kind insgesamt 150.000 Euro »kostet«. [Nächstes Bild](https://www.instagram.com/p/DMUMRoAM42i/?hl=en&img_index=3) fragt, ob Eltern glücklicher sind, und die zynisch-bittere Antwort des Staatsfunks lautet: erst wenn die Kinder aus dem Haus sind. [Das vierte Bild](https://www.instagram.com/p/DMUMRoAM42i/?hl=en&img_index=4) stellt Horrorbehauptungen über die _Gesundheit_ der Eltern auf. In Kürze: Babys voll doof für die Gesundheit. (Nota bene: Die Propaganda führt hier »psychische« Gesundheit mit körperlicher Gesundheit parallel. Man sollte sich dessen bewusst werden, dass heute jede Unpässlichkeit oder Anstrengung als abträglich für die »psychische Gesundheit« gedeutet wird – und als Problemlösung immer etwas, was Konzernen zugute kommt.) Übrigens: Noch 1950 lag die *Total Fertility Rate* der Bundesrepublik exakt auf der »Ersatzniveaugrenze« von 2,1 ([siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/West_Germany?utm_source=chatgpt.com)). 1951 sank sie wieder. 1954 war sie wieder etwa auf Überlebensniveau von 2,51. Der höchste BRD-Wert jemals wurde 1964 gemeldet. Als bräuchte es noch einen Beleg dafür, dass die 1968er-Bewegung ein globaler Ego-Trip war, der direkt zur Zerstörung des Westens führte: 1970 war die Rate plötzlich bei 1,99 – und sank seitdem fast kontinuierlich. ## Die dennoch geboren werden Es ist geradezu ein Wunder und ein Beleg für die Kraft angeborener Triebe (und Träume!), dass _einige_ Menschen immer noch Kinder in die Welt bringen. Eine Quote von 1,35 ist immerhin über Null. Und die Kinder, die in Deutschland _dennoch_ geboren werden: Was für ein Leben haben sie denn vor sich? [zdfheute.de, 24.01.2025](https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/schulen-gewalt-mobbing-100.html) titelt: »Mehr Gewalt an deutschen Schulen – Fast zwei Drittel von befragten Schulleitern in Deutschland geben an, dass psychische oder physische Gewalt an seiner Schule steigt.« Wer sich mit Lehrern unterhält, erfährt schnell, von wem die Gewalt ausgeht. Und warum so viele Lehrer sich danach sehnen, sich so früh wie möglich pensionieren zu lassen – und, wenn irgendwie möglich, das Land zu verlassen. ## Nach welchem Plan? »Was muss sich ändern, damit die Deutschen wieder mehr Kinder bekommen?«, war die Frage zu Anfang unserer heutigen Überlegung. Die Antwort: Viel, sehr viel. Entweder die Verantwortlichen sind blind und blöd – oder sie _sehen_ es und lassen es aktiv zu. Oder sie _wollen_ es so, und alles läuft nach Plan. Wenn die Dinge aber nach _deren_ Plan laufen, was ist _dein_ Plan? - [Wie wichtig ist das Weidel-Interview wirklich?](https://dushan.org/essays/weidel-interview/) ARD und Berliner NGOs sind beide vom Staat »motiviert«. Die Störung des Weidel-Interviews darf also »staatlich« genannt werden. Eine Regierung aber, die die Opposition nicht widerlegen, sondern nur noch übertönen kann, hat sich bereits selbst widerlegt. Ja, ich habe mitbekommen, was der Staatsfunk, NGOs und andere Organe des Propagandastaates beim Interview mit Alice Weidel abgezogen haben. Ja, wir haben es gesehen und gehört: Der deutsche Propagandastaat hat die Oppositions-Chefin zum TV-Verhör geladen (»Sommerinterview«). Doch man musste verhindern, dass die Opposition trotz tendenziöser Fragen und strategischen Unterbrechungen ein _hörbares_ Argument unterbringt. Also wurde ein teurer NGO-Lärmbus aufgefahren (ja, so etwas haben »NGOs«), und man spielte sehr lautere vulgäre Gesänge ab ([apollo-news.net, 20.07.2025](https://apollo-news.net/linke-stoerer-beschallen-sommerinterview-mit-alice-weidel-mit-lauter-musik/)). Es ist eigentlich ein Armutszeugnis: Der Propagandastaat findet nicht mehr genug Leute, um laut genug zu brüllen, also erlaubt die extra linientreu auf- und zutretende Berliner Polizei offenbar das Vorfahren und Parken eines Busses, der die Stimme der Opposition in vulgärem Lärm untergehen lässt. ## Aber nur beinahe Wäre diese anti-demokratische Aktion nicht zwischen Staatsfunk und NGOs koordiniert und also beabsichtigt gewesen (was ich keine Sekunde lang glaube), hätte man die Wirkung der Störung minimieren können. Man hätte das Interview nach innen verlegen können. Man hätte den Lärm elektronisch herausfiltern können. Man hätte bei der Polizei nachfragen können, warum der Lärmbus überhaupt so nah an die Szene herangelassen wurde. Es ist beinahe [zum Lachen](https://x.com/EnterichsBubble/status/1947031998062567610) – aber nur beinahe. Was aber ist die Konsequenz der ARD? Werden die Verantwortlichen gefeuert? Hahaha, nein, warum sollten sie? Es war ja erfolgreich – zumindest bei jener Gruppe, die auch sonst täglich Tagesschau guckt. Es ist an dieser Stelle fast schon müßig, die Methoden der deutscher Propaganda und NGOs mit den im Dritten Reich eingesetzten Methoden zu vergleichen. Ja, auch die SA hat Lärm eingesetzt, um Vorlesungen jüdischer Professoren zu verhindern (so etwa [@AchijahZorn, 20.07.2025](https://x.com/dushanwegner/status/1947205834498244946)). Nein, es ist keine »Verharmlosung« oder »Relativierung«, wenn wir sachlich feststellen, dass die »Guten« ähnliche Methoden einsetzen wie die »Guten« von damals, die wir heute natürlich »böse« nennen. # Panik muss groß sein Bittet die ARD pro forma wenigstens um Entschuldigung für diese Drecksaktion? Vielleicht hat man irgendwo etwas veröffentlicht, aber just jetzt wird auf [tagesschau.de, 21.07.2025](https://www.tagesschau.de/faktenfinder/sommerinterview-weidel-faktencheck-100.html) die Propaganda fortgesetzt. Man fabuliert sich einen »Faktencheck« zusammen, mit den immergleichen Autoren-Namen. Man sagt über das Interview mit Alice Weidel gleich in der Einleitung: »Im ARD-Sommerinterview war die AfD-Vorsitzende Weidel zu Gast. Nicht alle ihre Behauptungen halten einer Überprüfung stand …« Die Panik muss groß sein in den Propaganda-Fluren. Ich habe all das auch mitbekommen. Doch ich frage mich, was du und ich daraus lernen. Wir wissen doch bereits, dass ARD und ZDF eben Propagandainstrumente sind und Deutschland ein postdemokratischer Propagandastaat. Wir wissen aber auch, dass es dem Menschen angeboren ist, sich über Missstände aufzuregen – so werden notwendige gesellschaftliche Veränderungen angestoßen. Was aber, wenn diejenigen, welche die Missstände einrichten, deine Aufregung bereits einkalkuliert haben? Jeden Morgen aufs Neue steht man als Deutscher (und eigentlich als Bürger dieser Zeit) vor einer Entscheidung, die mindestens diesen Tag prägen wird. (Und da das Leben nun einmal aus _Tagen_ besteht, werden diese täglichen Entscheidungen dein restliches Leben formen.) ## Es ist der Fall Deine *tägliche* Entscheidung lautet: Werde ich mich zum hundertsten Mal darüber aufregen, dass das passiert, wovon mir klar war, dass es passieren würde? Oder werde ich lieber dafür planen, was _danach_ kommt? Ich entscheide mich dafür, zur Kenntnis zu nehmen, mich aber _nicht_ darüber aufzuregen. Es ist der Fall, was der Fall ist. Noch während die Propaganda ihr böses Ding macht, geschehen ja eben die Dinge, von denen sie ablenken will. Am Düsseldorfer Hauptbahnhof: Massenschlägerei zwischen 100 Syrern und Kurden ([apollo-news.net, 21.07.2025](https://apollo-news.net/vier-verletzte-polizisten-100-syrer-und-kurden-pruegeln-sich-in-duesseldorf/)). In Berlin eine Massenschlägerei zwischen Syrern und Kurden ([bild.de, 21.07.2025](https://www.bild.de/regional/duesseldorf/grosseinsatz-in-duesseldorf-polizisten-bei-massenschlaegerei-verletzt-687d3b7a3e67c8722e9b64b4)). Eine im »migrantischen Bandenmilieu«, ein 30-jähriger Kurde erstochen ([bild.de, 21.07.2025](https://www.bild.de/regional/berlin/messer-und-schussattacken-in-berlin-tobt-ein-toedlicher-bandenkrieg-687ceecd3e67c8722e9b6192)). Und so weiter. Das ist absehbar die Zukunft Deutschlands, das ist die Zukunft, die SPD, CDU und EU für Deutschland einrichten. ## Jeden Tropfen Ja, es ist _natürlich_, sich darüber aufzuregen. Doch bedenken wir, dass es der Sinn von Aufregung ist, das Kollektiv auf ein neues, akutes Problem hinzuweisen. _Diese_ Probleme sind aber bekannt! Regt euch _nicht_ täglich darüber auf. Ändert, was ihr ändern könnt. Findet euch mit dem ab, was ihr nicht ändern könnt. _Pflückt_ jeden Tag, so bitter die Umstände auch sein mögen, und presst jeden Tropfen Glück aus jedem Tag. Denn: jeder Tag, auch dieser, kommt nur einmal. - [Geburtenrate sinkt, na und?](https://dushan.org/essays/geburtenrate/) Die deutsche Geburtenrate sinkt – wieder und weiter. Ich weiß, dass die meisten Leute mit den Schultern zucken. Doch: All unser Reden über Deutschland setzt voraus, dass es Deutsche gibt … oder? Nehmen wir an, dein Haus steht auf einer Klippe. Eines morgens passiert es: Du kommst von der Morgen-Gassi-Runde mit deinem Hund zurück, und da siehst du es … Du siehst zum ersten Mal: Die Klippe bröckelt – und dein Haus hat bereits zu rutschen begonnen. Was tust du? Du gehst in ebendieses Haus. Was sonst sollst du auch tun? Es ist *dein* Haus, ein anderes Haus hast du nicht. Du gehst also in dein Haus hinein. Du gibst dem Hund Wasser und Futter. Dir selbst machst du einen Kaffee. Und was tust du dann? Dies und das tust du. Du löst Probleme oder denkst dir eine Unterhaltung aus. Nur *eines* machst du nicht: dir Gedanken über das Abrutschen deines Hauses. Ich meine nicht bloß, dass du nichts zur Rettung des Hauses unternimmst. Ich meine, dass du nicht einmal weiter darüber nachdenkst! ## Auch am nächsten Tag Und nein, du bist nicht *dumm* – zumindest nicht im allgemeinen oder klinischen Sinn. *Eigentlich* bist du mindestens durchschnittlich klug und auch sonst lebensfähig. Und doch findet das Rutschen deines Hauses keinen Platz in deinen Gedanken. Wir sagen dazu auch: *Du blendest es aus.* Die Klippe aber bröckelt weiter. Das Haus rutscht weiter. Auch am nächsten Tag. Und am darauffolgenden Tag wieder. Runde Gegenstände kullern von selbst, wenn du sie auf eine glatte Fläche legst. In deinem Garten, auf der Seite, die dem Abgrund zugewandt ist, ist bereits eine Ecke die Klippe hinuntergefallen. Und was tust du? Versuchst du, das Haus zu retten? Machst du Pläne oder suchst du nach Experten, um vielleicht die bröckelnde Klippe abzusichern? Es *existieren* ja Methoden, Felsen und Klippen zu stärken und gegen Absturz zu sichern. Verankerungen mit Stahl, Spritzbeton, präventiv auch Wellenbrecher und Entwässerung. Doch du tust nichts davon. Du überlegst nicht einmal, das Haus zu verkaufen oder einfach nur zu fliehen. Du tust einfach … nichts. Du trinkst Kaffee, du gehst mit deinem Hund spazieren – bis das Tier leider verschwindet. (Er fiel aus deinem Garten über jene Ecke, die vor einiger Zeit abgebrochen ist. Eigentlich ist dir das klar, doch du denkst lieber nicht darüber nach. Du gehst einfach nicht mehr in den inzwischen sehr schrägen Garten.) Du ähnelst jenem Cartoon-Charakter, dessen Zimmer in Flammen steht, während er am Küchentisch sitzt, seinen Kakao trinkt und sich selbst versichert: »This is fine« – »Dies ist in Ordnung«. (Ich beschrieb ihn im Essay [»Kakao, wenn die Idee der Demokratie in Flammen steht«](https://dushan.org/kakao-in-panik/).) Eines Tages kommst du mit einem zufälligen Spaziergänger ins Gespräch, der dich endlich auf das Rutschen deines Hauses anspricht. Ob du es nicht gemerkt hast, fragt er, dass die Klippe bröckelt und also dein Haus rutscht. Was du dagegen tun willst, will er wissen. Du aber bist reichlich genervt von seiner Frage. Du schimpfst irgendwas Unhöfliches, gehst verstimmt in dein Haus und schließt die Tür (nur vorsichtig, denn in letzter Zeit ist das Haus etwas wacklig, worüber du aber nicht weiter nachdenkst). Was geht den Fremden dein Haus an? Was du mit deinem Haus anstellst, ist deine persönliche Sache und so weiter. Du bist damit beschäftigt, einen neuen Hund auszusuchen. Du musst dein Gästezimmer in Betrieb nehmen, denn der Nachbar wurde plötzlich obdachlos (du fragst lieber nicht, warum). Du musst dich um die frischen Risse an den Kellerwänden kümmern. Selbst wenn du wolltest (du willst nicht), hättest du keine Zeit, dich um die bröckelnde Klippe zu kümmern. Simple Frage: Wo werden dein Haus und du bei dieser Entwicklung in einem Jahr stehen? Oder eben nicht mehr stehen? Wir lesen aktuell bei [welt.de, 18.07.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article256413302/Geburtenrate-sinkt-weiter-Tiefstand-bei-Frauen-mit-deutscher-Staatsangehoerigkeit.html?wtrid=socialmedia.socialflow....socialflow_twitter): »Geburtenrate sinkt weiter – Tiefstand bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit«. »Die ohnehin niedrige Geburtenrate in Deutschland sinkt weiter ab«, so erfahren wir. Die Geburtenrate bei deutschen Frauen ist im vergangenen Jahr auf 1,23 Kinder pro Frau gesunken, wird uns erklärt. Im letzten Jahr titelte [welt.de, 22.03.2024](https://www.welt.de/politik/deutschland/article250654695/Kinderwunsch-in-Deutschland-Absturz-der-Geburtenrate-Tiefstand-wie-zuletzt-2009.html) noch »Regelrechter Absturz der Geburtenrate – Tiefstand wie zuletzt 2009«, und damals betrug diese Zahl 1,34 Kinder pro Frau. Zur Erklärung: Diese Zahl nennt man international die *Total Fertility Rate*, abgekürzt *TFR*. Es ist eine theoretische Zahl, die die Geburten eines Jahres auf alle Frauen hochrechnet. Man könnte diese Zahl die wichtigste aller statistischen Zahlen nennen. Damit eine Gesellschaft überleben kann, muss die Geburtenrate *mindestens* 2,1 Kinder pro Frau betragen. (Die 0,1, um Todesfälle et cetera auszugleichen.) Jede Zahl unter 2,0 bedeutet, dass ein Volk ausstirbt. Die TFR für *ausländische* Frauen in Deutschland ist mit 1,84 zwar höher als für Deutsche, aber noch immer unter 2,1. Die absoluten Zahlen sind: In Deutschland wurden im Jahr 2024 ungefähr exakt 677.117 Kinder geboren – und 1.007.800 Menschen starben. 1.694.000 wanderten nach Deutschland ein und 1.264.000 Menschen wanderten aus ([destatis.de, 18.07.2025](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Wanderungen/_inhalt.html?utm_source=chatgpt.com)). Rechnet man all diese Zahlen zusammen, hatte Deutschland einen Bevölkerungszuwachs von 99.317 Menschen – ausschließlich durch Zuwanderung. Und nein, nicht alle diese Menschen werden einfach »Deutsche werden«. Wenn diese Menschen alle gebildet und arbeitsam wären und überall dort, wo auch immer sie wohnen, zum allgemeinen Wohlstand beitragen würden, dann wären sie nicht zu Zig- und Hunderttausenden so erpicht darauf, in ach so »rassistische« All-inclusive-Länder auszuwandern – dann würden ihre Heimatländer doch versuchen, sie daheim zu halten! (Und: Das Wort »Flucht« ist oft eine Lüge – Stichwort [»Urlaub im Fluchtland«](https://x.com/elonmusk/status/1860472834566373488) –, doch es dient als moralische Keule, um das finanzielle Netto-Minus der Zielländer zu rechtfertigen.) ## … sondern Statistik Ich kenne ja Wörter für jenen Vorgang, wenn ein Ding aus einem Behälter entfernt und dann ein anderes Ding hineingetan wird. Ich habe aber im Staatsfunk gelesen ([zdfheute.de, 14.05.2025](https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/afd-verfassungsschutz-gutachten-rechtsextremistisch-100.html)), dass diese Entwicklungen einen »Austausch« zu nennen total »rechtsradikal« ist und einen ins Visier des Verfassungsschutzes bringt. (Andererseits weiß ich auch, dass »Verschwörungstheorie« und »rechtsradikal« schon mal Propaganda-Code ist für »Wahrheit, von welcher die Mächtigen noch nicht wollen, dass man sie ausspricht, zumeist solange diese Entwicklung noch zu verhindern wäre«.) Nein, dass die deutsche Bevölkerung in Deutschland weniger wird und die nicht-deutsche mehr, ist keine »Verschwörungstheorie«, sondern Statistik. ## Wenn ich Verschwörungstheoretiker wäre Wollte ich eine »Verschwörungstheorie« formulieren, würde ich so etwas sagen: »Diese ›Transformation‹ Deutschlands geht schnell voran. Während Deutsche um Wohnungen wettstreiten, werden für ›die Neuen‹ mit hohem Tempo komfortable Wohnanlagen gebaut. Eberswalde ([moz.de, 01.05.2001](https://www.moz.de/lokales/eberswalde/fluechtlinge-in-eberswalde-haus-am-stadtsee-teuer-umgebaut-cdu-bohrt-nach-78097807.html)), Stuttgart ([stuttgarter-zeitung.de, 17.05.2024](https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.plaene-fuer-campus-in-stuttgart-untertuerkheim-in-mercedes-bueros-sollen-schueler-und-fluechtlinge-ziehen.752dd18f-08e9-4f61-9170-21c087efcb40.html)), Himmelstadt ([mainpost.de, 16.07.25](https://www.mainpost.de/main-spessart/karlstadt/himmelstadt-umstrittene-fluechtlingsunterkunft-in-himmelstadt-gebaeude-sollen-ende-2025-stehen-110409425)), Rhede ([rhede.de, 24.03.2025](https://www.rhede.de/portal/meldungen/arbeiten-fuer-neue-fluechtlingsunterkunft-am-dorbroeker-beginnen-900002295-28220.html)), Bahrenfeld ([ardmediathek.de, 18.07.2025](https://www.ardmediathek.de/video/hamburg-journal/hamburg-bahrenfeld-gebaeude-von-in-zukunft-wohnen-vorgestellt/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9jZTU4NjQzMy04OTNlLTQxOTUtODA3Yi00ZTgwOTMzNDMzM2M)) und so weiter, deutschlandweit. Dazu kommen die Großanlagen außerhalb Deutschlands, die als Zwischenstation vor der Weiterverteilung auf EU-Länder dienen. Gewissen Kräften geht das alles noch nicht schnell genug. Eine einsame, lästige Partei thematisiert noch den Wunsch der Deutschen, als Deutsche zu überleben, was zu störendem Widerstand gegen die ›Transformation‹ führen könnte. Deshalb muss diese Partei mit ›U-Booten‹ und V-Leuten von innen geschwächt und parallel von außen verboten werden, um die ›Transformation‹ noch glatter durchzuziehen.« Nein, so etwas sage ich nicht, denn ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Ich bin Essayist und ich bin ein Mensch. Und ich verstehe zumindest die grundlegenden Zahlen. Die Regierung leugnet ja gar nicht, dass es so ist. Die Regierung leugnet nicht, dass Deutsche wenige Kinder haben und qualifizierte Deutsche auswandern. Die EU ist recht offen damit, dass sie europäische Länder unter Druck setzt, junge Männer im wehrfähigen Alter zu beherbergen und rundum zu versorgen. Viele Regierungen sind ja offen mit den Statistiken und Tatsachen, wenn man nur nachhakt. Und du siehst die Entwicklung mit deinen eigenen Augen in den Städten, falls die Gehirnwäsche dir nicht bereits das Sehen abtrainiert hat. Es liegt ja alles offen. Die Regierung verfolgt dich bloß, wenn du die Fakten klar benennst oder dich gar allzu laut darüber beschwerst. (Orwell hatte recht: Es ist nicht notwendig, Fakten tatsächlich geheimzuhalten, wenn es viel einfacher ist, die Menschen dazu zu bewegen, diese Fakten zu leugnen – auch vor sich selbst.) ## Da stürzte es nicht ein Wenn *die deutsche Gesellschaft* – sprich: *die Deutschen* – der Fels ist, auf dem du dein »Haus« gebaut hast, dann sagen Zahlen und Augenschein, dass dieser Fels unter dir ins Meer der Geschichte bröckelt – und das Haus steht bereits gefährlich schief. Zu Felsen und den Häusern auf diesen Felsen fällt Christen vielleicht ein bestimmtes Gleichnis ein! Jesus erzählt in Matthäus 7,24-27 von einem klugen Mann, »der sein Haus auf Fels baute. Als ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.« Dann war da aber noch ein anderer, weniger kluger Mann, »der sein Haus auf Sand baute. Als ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.« Die Schlussfolgerung schmerzt mich so sehr wie euch. Es sieht glatt danach aus, dass jenes, was uns wie ein Fels erschien, tatsächlich *Sand* war – oder von gewissen Mächten zu Sand zermahlen wird. Gerade als ich diesen Essay veröffentlichte, einen Tag nach dem obigen Zitat, als ob er einen _Nachtrag_ verfassen wollte, schrieb der kluge @ZubyMusic auf X dies: > People need to learn that pretending something doesn't exist doesn't stop it from existing. ([@ZubyMusic, 19.07.2025](https://x.com/ZubyMusic/status/1946463029282959868)) Das bedeutet auf Deutsch: Die Leute müssen lernen, dass so zu tun, als ob eine Sache nicht existiert, die Existenz dieser Sache nicht beendet. Besser du gestehst dir früher als später ein, dass es ist, wie es ist. Idealerweise noch bevor dein Hund über die bereits abgebrochene Ecke hinten im Garten hinunterstürzt. Und dann, wenn du [mutig genug](https://dushan.org/weil-uns-der-mut-fehlte/) bist, kannst du zur Suche nach einem neuen Felsen aufbrechen. - [Weil uns der Mut fehlte](https://dushan.org/essays/weil-uns-der-mut-fehlte/) Es ist, wie es ist, weil wir zu feige waren. Zu feige, das Offensichtliche zu Ende zu denken. Zu feige, zu unseren Werten zu stehen und diese Werte zu verteidigen. Was aber würde es bedeuten, den entsprechenden »Mut« zu haben? Halt, Stopp! Lies auf keinen Fall den nächsten Absatz. Klicke weg von diesem Text, suche dir einen anderen der [vielen Essays](https://dushan.org/liste/) aus oder gern was von den übrigen [Freien Denkern](https://dushan.org/freie-denker/). Auf jeden Fall: Lies _nicht_ weiter. Äh, hallo? Du liest ja immer noch! Warum? Wenn auf einer Tür »Zutritt verboten!« geschrieben steht, wirst du nicht hineingehen. Ich halte mich daran, wenn ich etwa lese: »Kein Trinkwasser!«, »Nur für Personal!« oder »Bitte nicht füttern!« (Am Rande: Ich kann mich noch daran erinnern, als ich ein Land besuchte, für das ich großen Respekt hatte, und wie ich dort am Bahnhof deren Soldaten sah, die direkt unter einem großen Nichtrauchen-Zeichen rauchten, inmitten von Zivilisten. Unwillkürlich fragte ich mich: »Wenn die Soldaten sich nicht an diese simple Regel halten, wenn die Regeln und dazu die Gesundheit von Müttern und Kindern _egal_ sind, was ist ihnen dann _noch_ alles egal?«) Ja, wir sind zivilisierte Menschen, und zivilisierte Menschen halten sich erst mal an geschriebene Imperative. Du aber bist zivilisiert, und du hast dich doch entschieden, _nicht_ dem klaren Imperativ im ersten Absatz zu folgen – warum? In diesem Fall bist du vermutlich davon ausgegangen, dass mein »Verbot« ein rhetorischer Trick ist, nicht wirklich »ernst gemeint« – und natürlich lagst du richtig. Du hast ja beim Lesen des ersten Absatzes bereits gesehen, dass weitere Absätze folgen. Fakt bleibt aber, dass du eine Anweisung erhalten hast, und dass du dich _entschieden_ hast, dieser Anweisung nicht zu folgen. Nein, einen Text entgegen der gegenteiligen Anweisung weiterzulesen ist keine große Heldentat. Und doch – lasst uns es zumindest des Arguments halber annehmen! – fand eine Entscheidung statt, und diese Entscheidung wurde von dir auch befolgt. ## Was Liebe ist, was Moral Ich stieß jüngst auf diesen sehr präzisen, aktuellen Gedanken: > Everything going wrong in the West is a result of intellectual and moral cowardice. ([@ZubyMusic, 18.07.2025](https://x.com/ZubyMusic/status/1946126432427561069)) Auf Deutsch: »Alles, was im Westen falsch läuft, ist das Ergebnis intellektueller und moralischer Feigheit.« Ihr könnt euch denken, dass dies ein Satz ganz nach meinem Geschmack war! »Intellektuelle Feigheit« – man könnte es verstehen als: der Mangel an Mut, Dinge zu Ende zu denken. »Moralische Feigheit« – man könnte es deuten als: der Mangel an Mut, für seine Werte einzutreten. Und ja, _selbstverständlich_ ist das sehr plausibel. Ich aber fragte mich: Ja, gut – was kann ich nun tun, um _intellektuell mutig_ oder gar _moralisch mutig_ zu sein? Natürlich wissen die meisten von uns »intuitiv«, was Mut ist. So wie wir »wissen«, was Liebe ist und was Moral. Aber: Etwas »intuitiv« zu wissen bedeutet allzu oft, es _nur_ intuitiv zu wissen, sprich: nicht in der Lage zu sein, es in Worten zu beschreiben. ## Im Freibad die meiste Angst Beim _Mut_ haben wir immerhin gelernt, dass er _nicht_ daraus besteht, _keine (berechtigte) Angst_ zu empfinden – _das_ wäre _Leichtsinn_. Mut bedeutet, unabhängig von eventueller Angst das Richtige zu tun. Doch – und hier beginnt die Mut-Philosophie dieses Essays – das Richtige zu tun, während das Herz panisch pocht, ja, das ist die mutige Handlung. Doch die mutige Handlung setzt einen speziellen Moment voraus: _die Entscheidung_. Ich erinnere mich bis heute daran, als ich vor Jahrzehnten zum ersten Mal vom Zehnmeterbrett sprang, im Freibad am Müngersdorfer Stadion. (Hach, waren das noch Zeiten, als das Zehnmeterbrett das war, was einem im Freibad die meiste Angst einjagte.) Lasst uns für dieses Argument annehmen, dass es ein _mutiger_ Akt war. Wann genau war denn der Schlüsselpunkt des Mutes? Als ich die Treppe hinaufstieg? Als ich gen Wasser fiel? Nein, beides führt ja auch Mr Bean in seinem berühmten Schwimmband-Sketch aus ([siehe Mr Bean auf YouTube](https://youtu.be/ZQryUvMpGk8?t=303)): Mr Bean steigt hinauf. Mr Bean fällt herunter. Dazwischen liegt _sehr_ viel superlustiges Zögern. Doch erst als ein Junge auf seine Finger tritt ([schaut selbst](https://youtu.be/ZQryUvMpGk8?t=303), es ist zu absurd, um es in einfachen Worten zu erklären), löst sich Mr Bean vom Sprungturm. Mr Bean war _nicht_ mutig, der entscheidende _Moment des Mutes_, die _letzte, effektive Entscheidung_ fehlt. Doch ich, damals im Freibad, traf die Entscheidung. (Und ich erinnere mich sehr wohl an die Reue, als die Wasseroberfläche mir entgegenflog.) Mut braucht den Moment der effektiven Entscheidung, die unmittelbar in die mutige Handlung übergeht. Und das ist nicht anders beim intellektuellen und moralischen Mut. ## Innerlich zu bremsen Wenn wir die Nachrichten lesen und später die Korrektur der Nachrichten in den sozialen Medien, erleben wir es inzwischen alle, dass die »innere Schere« zuschnappt. Ja, ich stehe dazu, dass ich nicht alles öffentlich schreibe, was ich denke. Ich habe es zu Protokoll gegeben, etwa im Essay [»Wenn ich die Wahrheit wüsste«](https://dushan.org/wenn-ich-die-wahrheit-wuesste/). Doch _intellektuelle Feigheit_ unterbricht die Gedanken bereits im Kopf. Intellektuelle Feigheit bedeutet, eine »verbotene« Schlussfolgerung zu ahnen und sie innerlich zu bremsen. Und _moralischer Mut_ bedeutet, sich dessen bewusst zu sein, was einem wirklich wichtig ist – und sich dann im entscheidenden _Mut-Moment_ dafür zu _entscheiden_, das Richtige zu tun. Wir _ahnen_, was die logischen Schlussfolgerungen aus den aktuellen Entwicklungen sind. Wir _fühlen_, dass wir mal Werte hatten, und dass diese Werte das Beste waren, was wir als Gesellschaft hervorgebracht hatten. ## Gegen den Geist »Alles, was im Westen falsch läuft, ist das Ergebnis intellektueller und moralischer Feigheit«, so sagt @ZubyMusic, und es klingt plausibel. _Intellektueller Mut_ oder: _mutiges Denken_ bedeutet, es bewusst wahrzunehmen, wenn die innere Schere zuschnappen will – und dann die aktive Entscheidung zu treffen, eben doch weiterzudenken. Moralischer Mut bedeutet, sich seiner Werte bewusst zu sein (seiner [Relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)) – und sich dann im entscheidenden Moment _gegen den unmoralischen Geist der Zeit zu stellen_, wenn die Zeiten gegen die eigenen Werte stehen. Wir spüren Angst, zu Ende zu denken, unsere Werte auch nur zu formulieren, aber warum? Der sehr praktische Mut-Profi _Tom Cruise_ erklärt: »Die Angst, die du spürst, ist das Unbekannte. Es ist, was du nicht weiß. Erkenne das an! Und arbeite in Richtung eines Wissens um diese Dinge.« ([@The_DrivenMan, 21.05.2025](https://x.com/The_DrivenMan/status/1925190109151826333)) Als Wort für »Wissen« sagt er »Knowingness«, was etwas nach Scientology klingt, und also ist Vorsicht geboten – aber das Prinzip stimmt dennoch: Wir fürchten das Denken und die Moral, weil wir nicht sicher wissen, zu welchen Schlüssen wir gelangen werden. Doch wenn unsere Vorväter je zu neuen Ufern gelangten, auch im buchstäblichen Sinn, dann nur weil sie den Mut aufbrachten, in Richtung des Unbekannten zu denken – und zu segeln. Oder, wieder christlich gesprochen: Sie vertrauten darauf, dass wer das Richtige tut, dabei in Gottes Hand ist. ## Was und wen? Du hast diesen Text bis hierhin gelesen. Das heißt, du bist _nicht_ meiner ersten Anweisung gefolgt, mit dem Lesen aufzuhören. Dass du es getan hast, war Folge einer Entscheidung gegen eine Anweisung, und ich hoffe, dieser »Mut« hat sich gelohnt. Ja, all die Dinge, die im Westen falsch laufen, beginnen wohl mit der kollektiven intellektuellen und moralischen Feigheit. Der Mangel an Mut, das Offensichtliche zu Ende zu denken, Werte zu haben und sie hochzuhalten. Ich höre es, und ich nicke. Und dann frage ich mich: Wie viele der Ärgernisse in deinem und meinem privaten Leben sind damit begründet, dass wir vor uns selbst nicht mutig genug waren? Wenn wir aber vor uns selbst nicht mutig genug sind: Was und wen fürchten wir eigentlich? - [Die Deutschen hielten sich für klug](https://dushan.org/essays/hielten-uns-fuer-klug/) Wer Erfolg hat, hält sich für klug. Die Deutschen waren mal erfolgreich – und hielten sich für klug. Doch die Welt, in der dieser Erfolg möglich war, existiert so nicht mehr. Was also sind wir, wenn Erfolg ausbleibt und wir dennoch so weitermachen? Deutschland hat ein Problem. Genauer: _Die Deutschen_ haben ein Riesenproblem, das die _Geschichte der Deutschen_ fürs Erste unterbrechen wird. Ich nenne dieses Problem den _Erfolg-Klugheit-Fehlschluss_ – lasst mich erklären! ## Klüger als der Professor Ein Mensch, der im Lotto gewinnt, hält sich für klug (solange er das Geld noch hat). Wäre er so reich und würden ihm die Leute alle so schmeicheln, wenn er _nicht_ besonders klug wäre? Ähnlich ein Herrscher in einem Land mit viel Öl in der Erde. »Ich bin aus gutem Grund gesegnet«, so denkt er womöglich. Und mindestens unbewusst auch: »Ich bin klug.« Der Schlägertyp, der die Ghetto-Straße regiert, findet sich _klüger_ als der ältliche Professor, der sich versehentlich in ebenjene Straße verirrt. Ich wage diese These, basierend auf vielen Jahren Erfahrung: Erfolg lässt einen Menschen denken, dass er klug und der Erfolg also gerechtfertigt ist. Als zweite, aktuelle These dann: Der Fehlschluss von Erfolg auf Klugheit ist ein ganz wesentlicher Faktor des deutschen Problems. ## Offenbar klüger als ich Ich nehme an, dass es evolutionär durchaus Sinn ergibt, aus Erfolg auf Klugheit zu schließen. Wenn ich bei der Jagd auf Bisons dauerhaft erfolgreich bin, dann steht zu vermuten, dass ich darin über besondere Klugheit verfüge. Meine Kollegen im Stamm sehen meinen Erfolg und schließen daraus, dass sie von mir und meiner Bison-Jagd-Klugheit lernen sollten. Mir geht es ja ganz praktisch täglich so! Ich sehe Menschen, die in diesem oder jenem Fachgebiet erfolgreicher sind als ich, und ich denke jeweils: Ich sollte von diesem Menschen lernen, denn offenbar ist er in diesem Fach _klüger_ als ich (und ich _dümmer_ als er). Der Schluss von Erfolg auf Klugheit funktioniert ja tatsächlich oft genug – bis auf die Fälle, in denen er ein _Fehlschluss_ ist. ## Die Niagarafälle überlebt Zuerst wäre da das _Niagara-Problem_ (das ich vor Jahren mal irgendwo gelesen habe): Nehmen wir an, dass 10 Männer sich in ein Fass setzen, dieses dann verschließen und die Niagarafälle hinunterwerfen lassen. Nehmen wir weiter an, dass neun von zehn Männern bei diesem Irrsinn ums Leben kommen – und die Auswahl ist vollständig zufällig, denn der »Erfolg« wird entschieden von der Frage, an welchen vorstehenden Felsen man unterwegs zerschellt. Der eine Überlebende aber wird _kluge_ Vorträge darüber halten, wie man es überlebt, im Fass eingeschlossen die Niagarafälle hinabzustürzen. Ach, es sind viele verschiedene Situationen denkbar, in denen ein Mensch _erfolgreich_ ist und sich für _klug_ hält, während es doch tatsächlich glückliche Umstände waren, die zum Erfolg führten. Wir denken etwa an jene Teile der Bevölkerung, die an ihren gutbezahlten Job durch Eigenschaften gelangten, die nichts mit ihrer Leistung zu tun hatten. Dies können Gender- oder Diversität-Vorgaben sein. Dies kann sein, dass man relativ vorzeigbarer Nachwuchs aus gut konnektiertem Hause ist. Diese Menschen halten sich für »klug« und werden von der Propaganda im TV als »Experten« vorgestellt. Auch wenn zu viele Menschen auf die bisherigen Fälle hereinfallen, andere Erfolgsfaktoren sind schwieriger zu durchschauen – oder ehrlich vor sich selbst zuzugeben. ## Frage der Zeitspanne In der Realität hängt Erfolg tatsächlich vom Zufall _und_ von deinen Fähigkeiten ab. (Golfer pflegen zu sagen: »Golf ist ein Glücksspiel, aber je mehr du übst, desto mehr Glück hast du.« – Im Leben ist es ähnlich.) Wer aber über längere Zeit guten Erfolg einfuhr, der könnte den Aspekt _Zufall_ vergessen – immerhin schmeichelt es ja auch dem Ego, seinen Erfolg ganz allein »verdient« zu haben. Denn da wäre noch der »Bis hierhin ist es gut gegangen«-Faktor. (Siehe dazu auch Essay und Video [»Schon wieder eins – und noch eins!«](https://dushan.org/die-drohungen/).) Ob sich aber _tatsächlich_ Erfolg eingestellt hat, hängt davon ab, welche _Zeitspanne_ betrachtet wird. Ein Erfolg in _kurzer_ Zeitspanne ist nicht automatisch ein Erfolg in _langer_ Zeitspanne. Erfolg in einer kürzeren Zeitspanne könnte einen Menschen – oder eine _Gruppe von Menschen_ – zu der Überzeugung führen, dass man _klug_ ist. Nur um in einer längeren Zeitspanne doch schmerzhaft _dumm_ dazustehen. ## Ich fürchte die blanke Wahrheit Es gab einen Zeitabschnitt in der Weltgeschichte, viele Jahrzehnte lang, da wurden die Deutschen weltweit bewundert. Die Deutschen wurden zum weltweiten Industrie-Powerhouse. Deutsche Produktivität und Effektivität war legendär. Wer als Deutscher heute nach Asien fliegt und die Flughäfen und Bahnhöfe in großen asiatischen Städten erlebt, könnte später das Gefühl haben, in einen Dritte-Welt-Staat zurückzukehren. Ach, ich will gar nicht die vielen Gebiete aufzählen, in denen Deutschland und die Deutschen längst global zurückgefallen sind. Es ist zu schmerzhaft und wurde oft genug beschrieben. Wie konnte es aber passieren, dass die deutsche Gesellschaft geistig kollektiv nicht in der Lage ist, mit der Entwicklung der Welt mitzuhalten? Ich fürchte, die blanke Wahrheit ist: Wir waren nie so klug, wie zu sein wir uns dank der _Erfolgsjahre_ zwischen Wirtschaftswunder und Merkel-Niedergang einbildeten. ## Gehorsam und Leidensfähigkeit Zu den Eigenschaften, die Deutschland global aufs Neue nach vorn brachten, gehörten Gehorsam und die Bereitschaft zur Entbehrung. Gegeben den technologischen Standard jener Ära (zusammen mit einer Reihe weiterer Faktoren, die heute so nicht gegeben sind), führten die »deutschen Tugenden« zum Erfolg. Die Welt, die Technologie und eine Reihe weiterer Faktoren (wie Mobilität und Informationsfluss) sind heute sehr andere. »Deutsche Tugenden« wie Gehorsam und Leidensfähigkeit führen nicht mehr zum Erfolg – sondern gehören im Gegenteil zu den Hauptgründen für den kollektiven Niedergang. Es war einmal »klug«, der Regierung zu vertrauen, klaglos hart zu arbeiten und Entbehrungen auf sich zu nehmen – Tag für Tag, Jahrzehnt für Jahrzehnt. Es war klug, weil es zum Erfolg führte – und weil sich Erfolg einstellte, galt es als klug. Doch obwohl es täglich deutlicher wird, dass die »deutschen Tugenden« nicht mehr funktionieren, ja, dass sie sogar in den nächsten Untergang führen könnten, machen die Deutschen stur weiter – sie können nicht anders, und sie können es sich nicht anders vorstellen. Der Erfolg bleibt aus, doch die Überzeugung in der Mehrheit der Menschen bleibt, dass man klug ist. Dass man einfach nur die Zähne zusammenbeißen muss. (Und wenn man nicht mehr leugnen kann, dass es nicht funktioniert, flüchtet man sich bisweilen in die Behauptung, man sei halt _moralisch_, und es wäre immer nur um die _Moral_ gegangen.) ## Der Beginn der Weisheit Das ist die Erkenntnis, der wir uns wohl stellen müssen: Wir waren nie so klug, wie wir dachten. Wir waren eine Zeit lang erfolgreich, mit sehr spezifischen Gewohnheiten unter sehr spezifischen Umständen. Und weil wir Erfolg hatten, hielten wir uns für klug. Die Umstände sind heute andere, doch wir behalten die Gewohnheiten bei und halten uns weiterhin für klug – während die Ergebnisse eigentlich das _Gegenteil von Klugheit_ nahelegen. Nein, es ist nicht Erfolg allein, der deine Klugheit beweist (auch wenn es allgemein ein nützlicher Hinweis bleibt). Finanzieller und sozialer Erfolg sind ebenso keine Garanten für Weisheit (ebenso wie Armut es nicht ist). Klugheit wird zur Weisheit, wenn wir hart für den Erfolg arbeiten und doch wissen, wie wenig der Erfolg wirklich in unserer eigenen Hand liegt. Die Bibel warnt: > Weh denen, die in ihren eigenen Augen weise sind und sich selbst für klug halten. (Jesaja 5,21) Gestehen wir uns ein, wie wenig klug wir _wirklich_ sind! Ich habe gehört, dass _echte_ Klugheit damit erst beginnt. - [Rayyan Arkan Dikha sammelt Aura](https://dushan.org/essays/rayyan-arkan-dikha-sammelt-aura/) Ein 11-jähriger indonesischer Junge wird berühmt für sein »Aura-Farming«: Er tanzt vorn auf einem Kanu‑Rennboot bei voller Fahrt – ruhig, würdevoll, cool. Menschen weltweit bewundern seine »Aura«. Doch was genau ist das? Es gibt sie noch, die viralen Internet-Phänomene, die _schön_ sind, die _gut_ sind, die _den Geist heben_. Eines davon trägt dieser Tage den spannenden Namen _Aura Farming_ – lasst mich erklären! Rayyan Arkan Dikha, ein 11-jähriger indonesischer Junge, wurde letzte Woche »internetberühmt«. Auf der Insel _Sumatra_, also in _Indonesien_, findet jährlich das _Pacu Jalur_ statt, ein großer Paddelwettbewerb. Die traditionellen Boote beim _Pacu Jalur_ sind bis zu 25 Meter lang. Jede Mannschaft besteht aus bis zu 50 Männern – und entsprechend schnell gleiten die Boote durchs Wasser. Auf der Spitze der Boote steht oft ein Junge, der _Togak Luan_, der den Rhythmus und den Kampfgeist der Paddler stärken soll. Dieses Jahr aber wurde _Rayyan Arkan Dikha_ in der Rolle eines solchen _Togak Luan_ weltweit berühmt. Auf der Spitze balancierend führte Rayyan einen Tanz vor, den er sich selbst kurz zuvor ausgedacht hatte. Ein Video des Tanzes selbst findet man unzählige Male im Internet ([zum Beispiel bei Instagram](https://www.instagram.com/p/DMDlRevpUCA/)), doch da wir hier Freunde des Textes sind, lasst ihn uns auch in Worten beschreiben! Ein tief im Wasser liegendes, flaches Boot gleitet schnell über die nur leicht bewegte Wasseroberfläche. An der Spitze des Bootes steht Rayyan, in traditioneller indonesischer Kleidung, mit Sonnenbrille und einem Hut, der simpel, aber wie eine Kreuzung aus Krone und Mitra wirkt. Hinter Rayyan paddeln etwa zwei Dutzend Männer – schnell und professionell. Wir sehen dahinter auch weitere Boote, ebenso mit eifrigen Paddlern und Jungen auf der Spitze. Es ist ein Rennen, und wir sehen ein Ufer, von wo aus fröhliche Zuschauer applaudieren. Die Boote gleiten so schnell durchs Wasser, wie man es vom engangierten Paddeln vieler synchronisierter Männer erwarten würde. An der Spitze dieses roten Bootes aber steht Rayyan und tanzt seinen selbst ausgedachten Tanz. Der Tanz zeigt unterschiedliche Gesten der Hände, etwa beide Handflächen vertikal übereinander gehalten, wobei die linke _zu wedeln_ oder etwas _sanft zu schlagen_ scheint. Eine Geste lässt die Hände umeinander rotierten, so dass sie einen unsichtbaren Muff bilden. Dann hält er die Hände und Arme jeweils vor und hinter sich, während er in den Knien wippt. Schließlich, aus der Muff-Rotation heraus, streckt er die Arme zur Seite, als würde er ein unsichtbares Gewehr halten und zielen, schnippt die Hände humorvoll nach oben, als würde er »schießen«, dann wiederholt er dies auf der anderen Seite. (Nebenbei: Es hat mir Spaß gemacht, am Versuch der Beschreibung dieses Tanzes zu scheitern. Wittgenstein hat nicht ganz Unrecht, wenn er sagt, die Grenzen unserer Sprache seien die Grenzen unserer Welt. Deshalb versuche ich, das »Unbeschreibliche« zur Übung eben doch zu beschreiben, auf dass unsere diesbezüglichen »Grenzen« zumindest nicht _enger_ werden. [Schaut es aber auf jeden Fall selbst mal an](https://www.instagram.com/p/DMDlRevpUCA/) – ist aus gutem Grund _viral_.) Das »Magische« an diesem Video ist wohl die _Ruhe_, mit welcher Rayyan seinen rhythmischen Tanz aufführt. Er steht mit bloßen Füßen auf der schmalen Spitze eines so schnell wie wacklig durch Wasser zischenden Bootes. Er wird auf und ab und nach vorn bewegt. Doch sein Tanz zeugt von Seelenruhe, verbunden mit Humor und Spaß an dieser Aufgabe. Der Kontrast zwischen seiner denkbar unsicheren Lage und seinem Tanz bewirkt eine _Aura_, die derzeit weltweit gefeiert wird. Rayyans Aura-Tanz findet weltweit Nachahmer. Farmer betreiben Aura-Farming ([@PicturesFoIder, 15.07.2025](https://x.com/PicturesFoIder/status/1945060107844252011)). Motorrad-Rennfahrer beim Feiern ihres Sieges ([@vidsthatgohard, 13.07.2025](https://x.com/TheImmortal007/status/1944451585725108607)). Fußballspieler, Schulklassen, sogar Batman ([@vidsthatgohard, 13.07.2025](https://x.com/vidsthatgohard/status/1944448322703442429)). (Und wenn ihr empfinden wollt, was Jugendliche heute _cringe_ nenne, schaut euch das Aura-Farm-Video der FDP-Fraktion Baden-Württemberg an: [@knalltueten_ag1, 16.07.2025](https://x.com/knalltueten_ag1/status/1945391562185175526).) ## Farmen, züchten, sammeln Wie selbstverständlich wird für dieses Phänomen der neue Begriff »Aura-Farming« verwendet, und der ist schon etwas älter als das Kanu‑Rennboot-Tanz-Video. Das »Farming« in Aura-Farming stammt aus der Begriffswelt der Computerspiele. »Farming« ist eine Spiel-Tätigkeit, die wiederholt ausgeführt werden muss, um eine bestimmte Punktzahl zu erhöhen. (Einige sehr populäre Spiele sind ja tatsächlich als »Farm« thematisiert oder landwirtschaftlich geprägt, etwa der aktuelle Gold-Standard _Stardew Valley_ oder auch das niedliche _Animal Crossing_. Vom frühen Facebook-Zeitalter kennen wir _FarmVille_, die Antiproduktivitäts-Pest in Büros weltweit – bevor Chefs den Internet-Filter entdeckten.) Aura-Farming ist also das »Züchten« von _Aura_ durch wiederholte Aura-generierende Tätigkeiten. Es wurde bereits früher von »Journalisten« beschrieben, etwa in Bezug auf besonders Aura-starke Schauspieler wie Timothée Chalamet ([theguardian.com, 06.06.2025](https://www.theguardian.com/culture/2025/jun/06/explain-it-to-me-quickly-what-is-aura-farming-and-is-it-cool-or-cringe?utm_source=chatgpt.com)). Ihr aber, meine lieben Leser, schüttelt spätestens hier mit dem Kopf, und ich verstehe das – so ging es mir zunächst auch. Dann aber schaute ich genauer hin. Ich schaute jenes Video an – wiederholt –, und auch ich _spürte_ jene Aura ohne den geringsten Zweifel. Es ist zugleich Folge und Konsequenz des von meinen Lesern für mich bestimmten »Berufs« _Essayist_, dass mich bald aufs Brennendste die Frage beschäftigte: Was _ist_ diese ominöse »Aura« eigentlich? Ich will diese These wagen: Wir sagen, dass ein Mensch _Aura_ hat, wenn sein Äußeres auf wertvolle innere Eigenschaften schließen lässt. _Aura_ wird schon mal mit _Coolness_ übersetzt (im Sinne von »über den Dingen stehend«), und das ist nicht ganz falsch. Doch ist Coolness nur _einer_ von mehreren möglichen Gründen für _Aura_. Ein Mensch vom Typ _verwirrter Professor_ kann Aura ausstrahlen, wenn er insgesamt das Gefühl vermittelt, dass unter seinem chaotischen Äußeren großes Wissen brodelt. Der praktische Unterschied zwischen Genie und Obdachlosem ist bisweilen eigentlich nur die Anstellung an der Universität (und der vom Professor ignorierte und also stetig wachsende Kontostand). Freundlich zu Mitmenschen zu sein, auch und gerade dann, wenn man _nichts_ »von ihnen will«, lässt womöglich auf tiefere _Güte_ schließen, und es wird dir Aura verleihen. ## Alles, was sie tun Menschen kaufen Rolex-Uhren, ob echt oder fake, weil sie Reich-Sein als wertvolle _innere_ Eigenschaft betrachten und diese Uhren auf ebendiese schließen lassen sollen, womit sie dem Träger eine entsprechende Aura verleihen. Nicht alle Versuche, eine Fake-Aura aufzubauen, sind so teuer wie Luxus-Uhren oder teure Kleidung. Der billigste und folglich verbreitetste Versuch, aus Mangel an echten eigenen inneren Werten eine Fake-Aura zu konstruieren, ist das Nachplappern der Propaganda des Tages; Stichwort »Zeichen setzen« et cetera. Fake-Aura wird schon von Jesus beschrieben – und er findet sie _gar_ nicht gut. Jesus schimpft über die Pharisäer: > Alles, was sie tun, tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang. (Matthäus 23:5) Ja, Aura hat viel mit Signalen zu tun. Wir schließen von äußeren Zeichen auf innere Werte und wertige innere Zustände. Zugleich wissen wir, dass nicht wenige Aura-Zeichen schlicht fake und gelogen sind. [theguardian.com, 22.7.2025](https://www.theguardian.com/lifeandstyle/article/2024/jul/22/aura-points-tiktok-ethics-rizz) beschreibt, wie junge Menschen auf das Sammeln (und Nicht-Verlieren) von »aura points« bedacht sind. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass jede Social-Media-Veröffentlichung oder Interaktion daraufhin geprüft wird, ob man dadurch »aura points« gewinnt oder verliert. Der 11-jährige Rayyan Arkan Dikha, mit seinem ruhigen, eleganten, simplen und doch humorvollen Tanz auf dem Bug eines übers Wasser rasenden Rennbootes, bewies tiefe innere Ruhe in einer Situation, in der die meisten von uns wohl panisch wedelnd ins Wasser plumpsen würden. Rayyan bewies, was Hemingway »grace under pressure« nannte. Würde und Eleganz bei denkbar hohem Stress. Und wir wissen, dass in diesem Fall die äußeren Zeichen der inneren Ruhe schlicht nicht _fake_ sein _können_. Das ist _Aura_. Und vergessen wir nicht den frühesten beschriebenen Fall von _Aura_: > Als Mose vom Berg Sinai herabstieg, hatte er die zwei Tafeln der Bundesurkunde in der Hand. Mose wusste nicht, dass die Haut seines Gesichtes strahlte, weil er mit dem HERRN geredet hatte. (Exodus 34:29) _Aura_ bedeutet, so meine These, dass man deine inneren Werte und wertigen Zustände von außen erkennen kann. Und wenn du direkt mit Gott persönlich sprichst, dann kann das Zeichen einer Aura sein, dass dein Gesucht buchstäblich _leuchtet_ und du damit alle Leute erschreckst. Und du selbst bekommst es nicht einmal mit! Die Aura des Moses ist direkt _göttlicher_ Glanz. Die Aura des Rayyan ist _menschliche_ Leistung. Das sind zwei verschiedene Arten von Aura, doch in beiden Fällen ist die Aura ein tieferliegender Wert, eine Eigenschaft auf anderer Ebene, die wir bewundern – und anstreben. (Und wenn man als Christ weiß, dass unsere beste menschliche Leistung auch ein Geschenk von oben ist, dann haben die beiden Arten von Aura noch mehr gemeinsam.) ## Laut lachend ertrinken Ich werde wohl nicht demnächst auf den Sinai steigen, um Zehn Gebote abzuholen. Und wenn ich mich beim Pacu Jalur als Vortänzer versuchen sollte, würde ich wohl das Boot versenken und die feinen Paddler würden laut lachend ertrinken. Und doch können du und ich vom Aura-Farming lernen. Ja, wir können vielleicht sogar mehr Aura erlangen! Die Philosophin Ellie Anderson erklärt die Suche nach Aura-Points so: »Bei diesem Trend geht es um Menschen, die darüber nachdenken, ob ihr tägliches Leben zu einer Idee passt.« ([theguardian.com, 22.7.2024 (englisch)](https://www.theguardian.com/lifeandstyle/article/2024/jul/22/aura-points-tiktok-ethics-rizz)) In meinen Worten: _Aura_ ist die Attraktivität von tieferliegenden Werten, die wir als besonders erstrebenswert empfinden. Die Aura des Moses war Abglanz der göttlichen Herrlichkeit. Die Aura des Rayyan ist die Kraft innerer Ruhe, der Eleganz und dazu des Humors, wenn der kleinste Fehltritt eine große Blamage bedeutet (dazu ein Wasserbad und vermutlich einige Schläge mit dem Paddel auf den Kopf). ## Ein Aura-Anfang Aura bedeutet, dass an deinem Äußeren erkennbar ist, welche inneren Werte in dir wirken – und zwar Werte, die auch viele andere Menschen gern besäßen. Fake-Aura lässt sich mit Marken-Produkten oder dem Nachplappern der Propaganda des Tages erlangen. Echte Aura aber ist die Folge echter innerer Werte. Echte innere Werte zu besitzen, ist aber zuerst eine Entscheidung – und dann Arbeit. So wie Rayyan sich _entschied_, vorn auf dem Boot zu stehen und zu tanzen. Und so wie er seinen Geist zur Ruhe zwang und sich einen Tanz ausdachte, der die ganze Welt beeindruckte. Deine eigene Aura muss ja nicht gleich global um die Welt strahlen. Doch eine Aura, sprich: einige tiefe und _wirklich_ wertvolle Werte, die zumindest einige deiner Mitmenschen als »Aura« spüren, das wäre ein sehr gültiger Aura-Anfang. - [Frauen sind nicht die besseren Menschen](https://dushan.org/essays/frauen-nicht-besser/) Merkel, von der Leyen, Baerbock, Meloni, Brosius-Gersdorf und so weiter: Die gelegentlich implizierte These, dass Frauen »die besseren Menschen« seien, moralisch und empathisch, ist ziemlich gründlich widerlegt. Wir wollen wagen, es deutlich zu sagen: Frauen sind *nicht* die besseren Menschen. – Erlaubt mir, zu argumentieren! Abraham Lincoln wird poetischerweise jene berühmte Feststellung zugeschrieben: »Fast alle Menschen können Widrigkeiten ertragen, aber wenn du den *Charakter* eines Menschen auf die Probe stellen willst, gib ihm Macht.« Es ist wohl nur »im Geist« von Lincoln, und doch liegt viel Wahrheit darin. Jeder Firmenchef und jeder Pfadfinderleiter wird dir bestätigen, dass Kinder wie auch Erwachsene *aufblühen*, wenn du ihnen Macht und Verantwortung überträgst. Manche frisch gebackenen Mini-Machthaber blühen zu strahlenden Orchideen auf, manche zu Rosen mit unangenehm vielen Stacheln – und manche zu giftigem Eisenhut, verschlingendem Efeu oder sogar fleischfressenden Pflanzen. ## In potestate veritas Wir dürfen davon ausgehen, dass die Eigenschaften, die in Machtpositionen an den Tag kommen, schon lange zuvor in jenem Menschen geschlummert hatten. Macht macht dich nicht zu einem anderen Menschen – sie legt nur offen, was deine *wirklichen* Werte sind. IN VINO VERITAS, so sagen wir: Der Wein senkt die Angst vor den Folgen unserer Taten, also offenbaren wir nach seinem Genuss eher die Wahrheit über uns selbst. Ähnliches gilt aber wohl auch für Macht. Ein Mächtiger *muss*, um handlungsfähig zu sein, einschränkende Hemmungen ablegen, und also gilt: IN POTESTATE VERITAS. Ich diskutiere hier nicht die Frage, inwiefern Wein bei Weiblein ihr *wahres Ich* hervorbringt. Das überlasse ich eurer privaten Forschung. Vielmehr würde ich gern eure Aufmerksamkeit auf die andere Form der »Wahrheitssuche« lenken – die mit der *Macht*. ## (Zu) viele Beispiele? Wenn Frauen wirklich »bessere Menschen« wären, wie Frauen und Propaganda es bisweilen behaupten, müsste sich das zeigen, wenn sie an die Macht gelangen, oder? Betrachten wir etwa Deutschland. Kein Politiker hat so viel Schaden und Leid über die Bundesrepublik Deutschland gebracht wie Angela Merkel. Schon Merkel allein belegt, dass Frau-Sein und Guter-Mensch-Sein *nicht* zwangsläufig zusammengehen. Aktuell in Brüssel, zuvor in Berlin von Skandal zu Skandal die Treppe der Macht hinaufstolpernd: Ursula von der Leyen. Schon von der Leyen allein belegt, dass Frauen nicht zwingend *moralischer* handeln als Männer. Oder Annalena Baerbock. 2021, im Essay [»Merkel sucht den Nachfolgeroboter«](https://dushan.org/trolley-problem-loesung/), beschrieb ich ihre sehr eigene Rhetorik, die mich an frühe Formen künstlicher Intelligenz erinnerten. Wir erinnern uns: Simple Sprach-KI arbeitet nicht mit einem Modell der Realität, sondern versucht zu erraten, welches Wort jeweils als nächstes mathematisch wahrscheinlich ist, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Nun, diese Bewertung von Baerbock bleibt leider unverändert – und es kamen weitere hinzu. Im März dieses Jahres beschrieb ich in dem Essay [»So etwas passiert nur in autoritären Staaten«](https://dushan.org/wirklich-an-der-macht/), wie Baerbock die dafür vorgesehene und qualifizierte Diplomatin Helga Schmid ausbootete und sich selbst als Vorsitzende der UN-Generalversammlung einsetzte. Ihre »Anschlussverwendung« nach der Ägide als deutsche Außenministerin, die weltweites Fremdschämen triggerte. In jenem Text erzählte ich auch das Gleichnis von der Schildkröte auf dem Zaunpfahl neu: Du weißt nicht, wie sie hinaufkam, doch du weißt, dass sie es nicht aus eigener Kraft geschafft hat. Schon Baerbock allein widerlegt eine *Liste* von behaupteten inhärenten Vorzügen von Frauen an der Macht. Oder, als vorletztes Beispiel, Frau Meloni in Italien. Wir, die wir *nicht* der suizidalen Ideologie westlicher Selbstzerstörung anhängen, wie viel Hoffnung hatten wir in Giorgia Meloni gesetzt (geboren 1977, eine Tochter)! Nicht nur ich war auf die Show hereingefallen, als Frau von der Leyen öffentlich den Italienern drohte, das Land zu bestrafen, wenn es die »rechte« Meloni wählen würde. [»Stolze Italiener«](https://dushan.org/stolze-italiener/), schwärmte ich. Von der Leyen und Meloni wussten offenbar: Es kann für eine »rechte« Politikerin von großem Vorteil sein, von Frau von der Leyen als »feindliche Kraft« dargestellt zu werden. Meloni triggerte, vermutlich bewusst und durchdacht, die üblichen Verdächtiger, als etwa Orbán Viktor ihr zur Regierungsbildung gratulierte und ein gemeinsames Foto entstand. »Neue Achse am rechten Rand: Von welcher Seite die größte Gefahr für Europa droht«, schrieb [@georgrestle am 22.10.2022](https://x.com/georgrestle/status/1583883318189125632). Im Essay [»Das Gespenst Vaterlandsliebe«](https://dushan.org/gespenst-vaterlandsliebe/) dann ahnte ich aber auch, bei aller Hoffnung, dass »es eine Illusion wäre, zu glauben, dass Frau Meloni frei von Kontakten in gewisse Globalistenkreise wäre.« Nun, bald würden sich Meloni und von der Leyen plötzlich [sehr viel besser verstehen](https://www.euronews.com/my-europe/2024/04/30/analysis-von-der-leyens-electoral-overture-to-meloni-could-pay-dividends-or-totally-backfi). Als jüngst ein Misstrauensantrag gegen Ursula von der Leyen zur Abstimmung stand, kam Meloni »strategisch zu spät«. Bestimmt selbst, welche positiven Frauen-Bewertungen Frau Meloni widerlegt. (Es ist geradezu eine Fußnote an diesem Punkt, dass Meloni aktuell angekündigt hat, in den nächsten drei Jahren eine halbe Million Arbeitsmigranten mit Visa auszustatten; siehe [france24.com, 03.07.2025](https://www.france24.com/en/tv-shows/a-propos/20250702-meloni-s-government-to-issue-500-000-visas-for-non-eu-workers) – was den Gehaltsdruck auf italienische Arbeiter weiter erhöhen wird.) ## Nur noch das neueste Beispiel Ihr merkt, ich habe hier nur *aktuelle* Beispiele gewählt. Ich hätte auch historische Quellen weiblicher Grausamkeit anführen können. Elizabeth Báthory von Ungarn, Ranavalona I. von Madagaskar. Caterina Sforza von Italien. Anna von Russland. Wu Zetian in China. Ich hätte auch noch über die spezielle Corona-Zeit sprechen können und so weiter. Doch für jetzt soll es genug sein. Lasst mich nur noch das neueste Beispiel weiblicher Grausamkeit anführen. Vor ein paar Tagen schrieb ich in einem provokanten Essay, [»warum ich für Brosius-Gersdorf als Verfassungsrichterin bin«](https://dushan.org/team-brosius-gersdorf/). Es waren gewisse »anti-demokratische« und sogar »anti-christliche« Aspekte in der juristischen Bewertung jener Dame bekannt geworden – und was seitdem herauskam, könnte vom Verfasser eines Dystopie-Romans formuliert worden sein. ## Die Menschenwürde abzusprechen [nius.de, 15.07.2025](https://www.nius.de/politik/news/brosius-gersdorf-leihmutterschaft/d068eaa6-f938-4bab-9757-a3e76417e44a) titelt aktuell: »Kindergartenpflicht, Leihmutterschaft und Eizellenspende: Brosius-Gersdorf ist noch viel schlimmer als bisher gedacht«. [Jener Artikel](https://www.nius.de/politik/news/brosius-gersdorf-leihmutterschaft/d068eaa6-f938-4bab-9757-a3e76417e44a) von Birgit Kelle beginnt mit einer Aufzählung der Positionen der Juristin, welche die SPD ans Verfassungsgericht bringen will: »Legalisierung der Leihmutterschaft, Abschaffung der Witwenrente, Kindergartenpflicht, Impfpflicht, Abschaffung Ehegattensplitting, Abschaffung der kostenlosen Krankenversicherung für Ehepartner […] Frauke Brosius-Gersdorf ist noch viel schlimmer als bisher gedacht.« Das alles natürlich zusätzlich zur monströsen Kälte der juristischen Meinung, es sei denkmöglich, Menschenleben bis zur Geburt die Menschenwürde abzusprechen. Die Positionen von Brosius-Gersdorf, die derzeit publik gemacht und breit diskutiert werden, sind auf mehrere Weisen problematisch oder widersprüchlich (oder »schizophren«, wie Kelle es zuspitzt). Doch das auffälligste Merkmal der Positionen jener Juristin ist die geradezu gruselige Kälte. Man wird sich erschrocken bewusst, dass diese Dame bereits als Richterin arbeitet – und viele weitere Juristen wie sie. Während ich diesen Essay schreibe, werden *weitere* problematische Äußerungen solcher Juristen bekannt; für jetzt soll es hier aber genug sein. Es ist erschreckend! (Dabei pfeifen es die Spatzen von Berlins Dächern, dass diese Richterin wohl ein- und durchgesetzt werden soll, weil man ihr zutraut, das Verbot der Opposition und den endgültigen Übergang Deutschlands zum De-facto-Einparteienstaat abzunicken.) Man hört immer wieder, Frauen würde mehr Wärme und Menschlichkeit in den Staat einbringen. Schon Frauke Brosius-Gersdorf allein widerlegt die These, dass im machtrelevanten Wirken *aller* Frauen eine besondere Wärme zu spüren sei. ## Geschweige denn einen Staat Wenn es stimmt, dass Macht den wahren Charakter eines Menschen zutage bringt, dann meine ich hier widerlegt zu haben, Frauen seien die »besseren« Menschen. Sind sie nicht. Ein sarkastisch gestimmter Zyniker könnte ausrufen wollen: »Wir leben nicht in einem Patriarchat, denn dann stünden wir nicht so miserabel da.« – Nun, Fakt ist, dass eine Frau Merkel in einem Patriarchat das Land nicht hätte so ruinieren können. Es ist ja aber auch ein Kreuz mit der Macht! Was es braucht, um an die Macht zu gelangen, disqualifiziert dich zumeist moralisch (zumindest nach modernen Maßstäben), Macht über Menschen auszuüben. Idealerweise müsste ein Machthaber *nicht* an die Macht gelangen wollen. Er müsste *gesalbt* werden, wie einst die Propheten die Könige auswählten und salbten (und selbst das kann schiefgehen, siehe Saul). Jesus sagt: > Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. (Lukas 14:11) Das ist unser wahres Problem, unser Untergang: Es sind Menschen an der Macht, denen die moralische und fachliche Eignung abgeht, einen Kindergeburtstag zu organisieren, geschweige denn einen Staat oder gar einen Kontinent zu regieren. ## Tatsächlich noch grausamer Frauen an der Macht wollten einst beweisen, dass sie genauso gute Politiker sein können wie Männer. Nun, tatsächlich sind ihre Handlungen bisweilen grausamer und verheerender für ihr Land als die ihrer männlichen Kollegen. Nein, unser Problem ist wahrlich nicht, dass Frauen in der Politik am »Mannsein« scheitern – oder dass sie »übers Ziel hinausschießen«. Unser Problem ist, dass die politische Klasse am *Menschsein* scheitert, dass sie *Unordnung* und *Verwirrung* stiftet. Ich sage nicht, dass es kollabieren *wird*, denn der Kollaps hat längst begonnen. Ich sage nicht, was morgen sein wird, denn das weiß ich nicht. Ich sage aber, und dessen bin ich recht sicher, dass *wir* »kleinen Leute« uns darin üben müssen, nicht inmitten des Zynismus selbst zynisch zu werden. Es gilt, in Zeiten der Unmoral eine persönliche Moral zu verteidigen. Inmitten von Hoffnungslosigkeit eine private Hoffnung zu erarbeiten. Ich will, und damit wäre ich heute fast schon zufrieden, bei aller Unmenschlichkeit der Herrscher selbst ganz Mensch bleiben. - [Der größte Trick des Teufels](https://dushan.org/essays/der-groesste-trick-des-teufels/) Der größte Trick des Teufels bestand darin, die Welt glauben zu lassen, dass er nicht existiert (The Usual Suspects, nach Baudelaire). ­– Das Meta-Ironische daran: Die meisten, die dieses Film-Zitat wiederholen, glauben nicht, dass der Teufel existiert. Ich denke dieser Tage immer wieder an das wohl berühmteste Zitat aus dem Film »The Usual Suspects«: > The greatest trick the Devil ever pulled was convicing the world he didn’t exist. ([The Usual Suspects](https://www.youtube.com/watch?v=9LK2M0SbWt4&ab_channel=MichaelByrne%28sstressflinVermont%29); siehe YouTube) In der deutschen Synchronisation, _Die üblichen Verdächtigen_, wird das übersetzt: »Der größte Trick, den der Teufel je gebracht hat, war, die Welt glauben zu lassen, es gäbe ihn gar nicht.« ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=FsquI86vFVk&ab_channel=mk2007al)) ## Unendlich viel falsch Es muss in diesen Tagen wohl als Gedanke in der Luft liegen. Heute morgen stieß ich auf dieses X-Posting von NIUS-Chef Reichelt: > Der krasseste Trick des Teufels war es, die Welt davon zu überzeugen, dass er nicht existiert. Der krasseste Trick der linken Kulturkämpfer war es, den Konservativen einzureden, dass Kulturkampf sich nicht gehört. ([@jreichelt, 13.07.2025](https://x.com/jreichelt/status/1944357533516263465)) Es ist eine stimmige analytische Analogie, und eine präzise, erfrischend _neue_ Beobachtung sowieso. Der Vergleich »linker Kulturkämpfer« mit Satan wirkt ebenso stimmig wie charmant. Doch nachdem ich das Posting las, fiel mir etwas auf: Wie sicher sind wir uns, dass der Autor des Postings, Herr Reichelt, _selbst_ glaubt, dass der Teufel existiert? Nicht wenige von uns haben den Film damals gesehen, und wir haben an dieser Stelle geschmunzelt. Wir haben uns konkret diesen Satz gemerkt. Ja, viele kennen genau diesen einen Satz, _ohne_ den Film jemals gesehen zu haben! Wir haben das Zitat über die Jahre immer wieder auf konkrete Situationen angewandt, so wie Herr Reichelt es in diesem Posting tat. All das zusammen ist ein Hinweis darauf, dass in diesem Zitat _eine Wahrheit_ enthalten ist. _Welche_ Wahrheit aber ist enthalten? Ein Mensch, der sich für einen Ungläubigen hält, wird wohl so etwas sagen: »Dass der Teufel die Menschen überzeugt hat, dass es ihn nicht gibt, ist eine Metapher darauf, dass Menschen nicht vor sich zugeben wollen, dass eine ihrer Handlungen böse ist.« (Gut möglich, dass euch eine bessere »atheistische« Deutung einfällt. Wenn jede solche Deutung falsch ist, sind unendlich viele davon möglich. Während für die Gleichung »1 + 1« nur _eine_ korrekte Lösung existiert, sind buchstäblich _unendlich_ viele falsche Lösungen denkbar.) Ich habe einen guten Teil meines Lebens der vergeblichen Aufgabe gewidmet, den Menschen zu erklären, wie ihre Begriffe von _Gut_ und _Böse_ funktionieren. Es hat mit _[Relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)_ zu tun, und über die Jahre hat sich jener Erklärungsansatz bewährt und bestätigt. Der große Fehler meines (bisherigen) Lebens bestand jedoch darin, zu meinen, dass wenn Menschen nur _verstehen_, wie Gut und Böse _funktionieren_, sie schon noch motiviert sein würden, eine adäquate _Harmonisierung_ anzustreben, sprich: im Rahmen und Kontext der realen Möglichkeiten _gut_ zu handeln. Oh, wie ich irrte! ## Psychologie und das Wie Wenn ich »böse Handlung« sage, meine ich hier: ein Handeln, das rational absehbar zum Schaden von Strukturen führt, für deren Erhalt der Einzelne verantwortlich oder in die er eingebunden ist – _tatsächlich_ relevante Strukturen. Was also treibt einen Menschen an, Böses zu tun? Und wenn er _weiß_, was ihn antreibt, woraus bezieht er seine Rechtfertigung? Die Psychologie liefert verschiedene Erklärungen, doch sie wirken alle hilflos. Theorien wie _Moral Disengagement_ von Albert Bandura beschreiben, wie Menschen damit _klarkommen_, Böses zu tun. Zum Beispiel durch Anführen einer vermeintlich »höheren« Moral, etwa eines vermeintlich göttlichen Willens. Zum Beispiel durch euphemistische Sprache, welche die tatsächliche Tat verbirgt, etwa _Frauenrechte_ statt _Mord an ›störenden‹ Kindern_. Zum Beispiel durch Diffusion von Verantwortung, wie etwa der Polizist, der Grundrechte-Demonstranten zusammenschlägt und dabei »nur Befehle befolgt«. Zum Beispiel durch Entmenschlichung der Opfer, wie etwa die deutsche Propaganda, die Andersdenkende heute als _Ratten_ oder _eiternden Blinddarm_ herabwürdigt. Diese Ansätze erklären, wie böse Menschen das Böse ihrer Taten vor den noch nicht abgetöteten Resten ihres Gewissens verstecken. Es erklärt, _warum_ sie das Böse überhaupt erst tun wollen. Weitere Erklärungsansätze der Psychologie sind beispielsweise _Narzissmus_, _Machiavellismus_ oder _Psychopathie_, doch wenn man genauer hinschaut, stellt man fest, dass hier lediglich versucht wird, Metaphern oder Schemata für das Böse zu finden – aber nicht den _Motor_ zu benennen, _warum_ ein Mensch wissentlich Böses tut. Als ich zum ersten Mal hörte, wie ein Mensch mit dem Vorwurf des »Narzissmus« um sich warf, las ich mal nach, was damit heute eigentlich gemeint ist. Die Literatur zitierte einleitend typische Beispielsätze von Narzissten, und ironischerweise war es _wörtlich_ die Art von Sätzen, die jener Mensch unentwegt von sich gab. Später erfuhr ich, dass die Motivation der zum Narzissmus neigenden Personen eigene Verletzungen und frühere Verunsicherung sind. Doch Narzissten sind nicht die einzigen Verletzten, und so bleibt die Frage wieder: Warum entscheiden sich manche Menschen _willentlich_ und _den Schaden sehend_, dauerhaft und wiederholt _Böses_ zu tun? Das berühmte Stanford-Prison-Experiment beschreibt das Hineinrutschen in das _strukturelle Böse_. Hannah Arendt schrieb von der _Banalität des Bösen_. Besonders Hollywood hat große Freude an Filmen über _Psychopathen_, die Lust am Leid ihrer Opfer empfinden und in ihren Taten weder von Empathie noch von Gewissen oder der Angst vor Strafe gebremst werden. All das beschreibt die Struktur, in der das Böse seine Handlungen umsetzt. Die frühen Verletzungen des Narzissten, der Empathiemangel des Psychopathen und so weiter, sie sind das Einfallstor des Bösen, sie sind aber nicht der Antrieb, der erste Motivator – die _erste Krebszelle_, die nicht rechtzeitig vernichtet wurde. Die Psychologie, so meine ich heute, beschreibt das _Wie_ des Bösen, aber nicht (überzeugend) dessen _Warum_. Ähnlich übrigens wie die Wissenschaft noch immer keinen Schimmer hat, wie _Bewusstsein_ entsteht. ## Nichtwissen und Verwirrung Im Jahr 2023 veröffentlichte ich [einen Essay](https://dushan.org/wie-viel-teufel/), [auch als Video](https://www.youtube.com/watch?v=fCsFf35zkVg), mit dem Titel [»Wieviel Teufel steckt in der Politik?«](https://dushan.org/wie-viel-teufel/). Ich schrieb darin Sätze über meinen damaligen Stand der Erkenntnis, für die ich mich heute fast schäme, weil sie peinlich feige sind – und grob falsch dazu. Ich schrieb: »Ich halte ja ›Gott‹ für die metaphorische Anthropomorphisierung alles Seienden und seiner Regeln. Und ›Teufel‹ ist unsere metaphorische Sprache für ein gefühltes Prinzip hinter allem, was wir als böse erachten.« Ich habe viele Jahre meines produktiven Lebens damit verbracht, nach Metaphern zu suchen. Mein Denken war derart von der Suche nach Metaphern vereinnahmt, dass ich nicht mehr anders konnte, als _überall_ Metaphern zu sehen – mea culpa! Heute spüre ich in den Knochen, dass es schlicht Feigheit ist, überall _Metaphern_ zu sehen. Ich murmele »mea culpa« und schlage mir wieder auf die Brust. Ich lernte seitdem dazu, spätestens als ich gewisse »Reaktionen« sah; siehe [mein Video dazu](https://www.youtube.com/watch?v=b_a95SSA1BI&ab_channel=DushanWegner). Ich sehe Menschen, die _Böses_ tun und die eindeutig _sehen_, wie ihr Tun den Mitmenschen konkreten Schaden und Leid zufügt – und es dennoch weiter tun. Und allzu oft kann ich deren Motivation nicht mehr allein durch Nichtwissen und Verwirrung erklären. Auf Deutsch: Es _existiert_ eine Kraft, die am präzisesten als _Dämonen_ beschrieben ist. Eine externe Macht, welcher der Mensch das Tor öffnet (zum Beispiel durch Disziplinlosigkeit des einfachen Menschen oder bestimmte Rituale der Höhergestellten) und die den Menschen dann antreibt, Böses zu tun. ## Und ich seufze Der Film _The Usual Suspects_ erschien 1995, also vor drei Jahrzehnten – ja, vor dreißig Jahren! Ich stelle das fest und seufze: Wo ist bloß die Zeit geblieben? Tatsächlich ist der Gedanke übrigens noch weit älter. Das aus dem Film bekannte Zitat findet sich praktisch [wörtlich so bei Baudelaire](https://fr.wikisource.org/wiki/Le_Joueur_g%C3%A9n%C3%A9reux): »que la plus belle des ruses du diable est de vous persuader qu’il n’existe pas«. Mein zweiter, deutlich besorgterer Gedanke ist dann: Warum bloß hat sich in diesen dreißig Jahren die Menschheit geistig _zurück_-entwickelt? Der größte Trick, so jenes Filmzitat, den der Teufel je durchgezogen hat, bestand darin, die Welt glauben zu lassen, dass er nicht existiert. Statt »nicht existiert« ließe sich auch formulieren, »dass Dämonen nur Metaphern sind« – mea maxima culpa. ## Gegen die bösen Geister Wir hätten es ja alles wissen können! Wir wurden doch gewarnt, von Paulus persönlich: > Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen Mächte und Gewalten, gegen die Weltherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geister in den himmlischen Bereichen. (Epheser 6:12) Dies ist nicht nur das Wort des Apostels. Es erscheint mir heute tatsächlich als die rationalste Erklärung für die Ereignisse. »Ist halt so, kannst nichts machen«, »Die hatten eine schwierige Kindheit« und »Geld stinkt nicht« sind schon lange nicht mehr allein plausibel oder auch nur akzeptabel als Erklärung für das Böse. Wir kämpfen nicht (nur) gegen Menschen aus Fleisch und Blut, wir kämpfen gegen die bösen Geister, in deren Dienst diese Leute stehen. Es wäre rational, in diesem Kampf nicht allein dastehen zu wollen. - [Eine Übung im Rechthaben (bitte nachmachen!)](https://dushan.org/essays/uebung-im-rechthaben/) Habt ihr schon mal als einziger richtig gelegen, hattet aber nichts davon? Es ist frustrierend – doch eine gute Übung. Die innere Kraft, dem Verstand zu folgen, während die anderen mit der Masse mitlaufen, wird dir irgendwann das Leben retten. Ich habe nicht darauf gewettet, ich erhalte keinen Preis dafür, und bald bin ich des Rechthabens müde. Nein, lasst mich präzisieren: Ich bin des _folgenlosen_ Rechthabens müde. Lasst mich ein Beispiel vorlegen. Vielleicht lernen wir ja dazu, wenn wir es erst auf- und dann herunterbrechen. Vergangenen Oktober schrieb ich einen Essay, der hieß: [»Ihr sucht (fast) alle am falschen Ort!«](https://dushan.org/lithium-und-co/) Bei YouTube gab ich dem (etwas hektischen Video) den Titel: [»Warum wird in der Ukraine WIRKLICH Krieg geführt?«](https://youtu.be/ZUjByL38nIE?si=8vO9bIcsDR-anOeH) Ich berichtete von einer Rede des Herrn Selenskyj: »Er sprach von Bodenschätzen. Und von westlichen Investitionen zum Heben dieser. Namentlich von Uran, Titan, Lithium und Graphit.« Ich erklärte: »Lithium-Ionen-Batterien sind die Hauptenergiequelle für viele tragbare Geräte, Elektrofahrzeuge und Speicher für ›erneuerbare‹ Energie. Mit dem zunehmenden Einsatz KI-gesteuerter mobiler Systeme wird auch der Bedarf an Lithium steigen.« Meine These jenes Artikels war, dass wer meint, es ginge beim Ukraine-Krieg zuerst und nur um irgendwelche Nicht-Nato-Versprechen, zu sehr in komfortablen, alten Denkmustern festhängt. (Ich erzählte auch jenes bekannte Gleichnis von dem Betrunkenen, der seinen Hausschlüssel sucht. Er sucht aber unter der Straßenlaterne, weil es dort so schön hell ist – und nicht im dunklen Gebüsch, wo er den Schlüssel _tatsächlich_ verloren hatte.) ## Zum Beispiel Lithium Überhaupt scheint gerade Lithium extra begehrt zu sein. Im [Video vom 19. Juni 2025](https://www.youtube.com/watch?v=V_U-arKGqDs&ab_channel=DushanWegner) notierte ich die Koinzidenz von Israels Angriff auf den Iran und den dortigen Lithiumvorkommen. Meine These ist, dass die Jagd nach der ersten _Künstlichen Super-Intelligenz_ heute die Kriege und sonstigen Eroberungen antreibt. Eine universelle KI, die auch nur 1 Prozent klüger als ein Mensch ist und weitere KIs entwickeln kann, wird bald zu 100-mal klügeren KIs führen. Eine solche KI als Waffe entspräche einer Atombombe gegen eine Wasserpistole. Und für die Maschinen, auf denen die neuen KIs trainiert werden, braucht es Mineralien, die seltener verteilt sind als Energie. Zum Beispiel Lithium. (Lithium wird vor allem für die Herstellung von Batterien verwendet. Nicht nur mobile Geräte brauchen Lithiumbatterien! Auch Rechenzentren, insbesondere solche für das Training großer KI-Modelle, wie sie von Google, OpenAI, Facebook, xAI und so weiter betrieben werden, benötigen eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, da selbst kurze Stromausfälle teure und zeitraubende Rückschläge verursachen können. Also werden die Systeme mit leistungsfähigen Batteriespeichern abgesichert – oft auf Lithiumbasis –, um Stromausfälle zu überbrücken.) ## Noch einige Jahre ins Land Ganz aktuell aber stieß ich auf zwei spannende Meldungen zum Lithium. Die eine las ich bei den _[Freien Denkern](https://dushan.org/freie-denker/)_, und sie überraschte mich etwas.  [»Russland und kein Lithium?«](https://peds-ansichten.de/2025/07/russland-lithium-bolivien-elektroauto/) wird bei _[Peds Ansichten](https://peds-ansichten.de/)_ gefragt. Der Text erklärt im Detail, warum das eigentlich sehr rohstoffreiche Russland auf Lithium von außerhalb angewiesen ist. Zwar existiert durchaus auch Lithium in Russlands Erde, und zwar in Form vieler Millionen Tonnen _Lithiumerz_. Doch die Förderung ist nicht einfach. Ped schreibt: »In Murmansk wird derzeit die riesige Kolmozerskoje-Mine erschlossen und soll bereits 2026 in Betrieb gehen.« »Bis aber der russische Bedarf an Lithium gedeckt werden kann, werden noch einige Jahre ins Land gehen.« Und Ped schreibt im Fazit: »Russland hat erkannt, dass es in ein Problem beim derzeit strategischen Rohstoff Lithium hineinzulaufen droht — und es hat reagiert.« ## Was Reaktion ist Wenn Ped schreibt, dass Russland »reagiert« hat, meint er die _Förderung_ des Lithium. Ich wage die These, dass Russland noch auf eine weniger friedliche Weise auf den bedrohlichen Mangel »reagiert« hat. Ebenfalls ganz aktuell stieß ich auf eine Meldung von vor drei Wochen. [reuters.com, 26.6.2025](https://www.reuters.com/world/europe/russia-captures-village-eastern-ukraine-near-lithium-deposit-russian-backed-2025-06-26/) titelt: »Russland erobert ostukrainisches Dorf in der Nähe eines Lithiumvorkommens, so ein russischer Sprecher«. [defence-blog.com, 27.6.2025](https://defence-blog.com/russia-seizes-one-of-europes-largest-lithium-rich-sites/) berichtet: »Laut einem [Bericht der Zeitung Le Figaro](https://www.lefigaro.fr/international/guerre-en-ukraine-les-russes-s-emparent-de-l-important-gisement-de-lithium-de-shevchenko-20250626) haben russische Streitkräfte ein lithiumreiches Gebiet nahe dem Dorf Schewtschenko in der ukrainischen Region Donezk, nur drei Kilometer von der Grenze zur Region Dnipropetrowsk entfernt, eingenommen. Das eroberte Gebiet erstreckt sich über rund 40 Hektar und beherbergt eines der vielversprechendsten Lithiumvorkommen Europas – eine Ressource, die aufgrund ihrer wachsenden Bedeutung im Energie- und Verteidigungssektor oft als ›weißes Gold‹ bezeichnet wird.« Ja, es ist etwas ermüdend, richtigzuliegen und doch nichts damit geändert zu haben. Ist die Befreiung von Illusionen denn ein Wert an sich? ## Und dann doch anders Zum »Glück« weist die Entwicklung mit konkret diesem Lithiumvorkommen noch ein interessantes Detail auf – sonst wäre das Rechthaben geradezu langweilig. [nytimes.com, 27.6.2025](https://www.nytimes.com/2025/06/27/world/europe/ukraine-minerals-lithium-russia-donetsk.html) titelt: »Russland beschlagnahmt wichtiges Lithiumfeld im Kampf um den Mineralien-Deal zwischen den USA und der Ukraine«. Moment mal! Über diesen Deal habe ich im Februar geschrieben und das auch als Video aufgenommen. [»USA machen Deals, aber wir derweil …«](https://dushan.org/usa-ukraine-deal/), so lautete der Titel. Und in der Einleitung stellte ich fest: »Die USA dealen weiter schlau mit der Ukraine, sichern sich wichtige Rohstoffe – Deutschland findet das ›egoistisch‹«. Es läuft gerade ohnehin nicht wirklich rund im politischen Hause Trump. Und zumindest betreffs _dieses_ Lithiumvorkommens steht Russland gerade besser da. ## Jenen geistigen Muskel Was aber haben _wir_ aus all dem gelernt? Was haben wir gewonnen? Nein, wir haben nichts »gewonnen«, schon weil weder du noch ich in die Lithiumförderung investiert haben. Und es ist auch weiterhin nicht einfach, sich auf die Zeit _danach_ vorzubereiten, denn schon heute sind es nicht mehr nur Menschen, welche die langen Linien in den Sand der Geschichte zeichnen. Ich versuche mich davon zu überzeugen, dass Wissen ein Wert an sich ist. Vor allem aber haben wir jenen geistigen Muskel trainiert, der dem Menschen die Kraft gibt, als einziger eine Meinung vertreten zu haben. In _dieser_ Angelegenheit ist es für dich und mich folgenlos, ob wir zu den wahren Motivationen des Ukrainekrieges diese oder jene Deutung anwenden. Und doch ist es eine gute Übung, als einziger eine Meinung zu vertreten. In _anderen_ Angelegenheiten kann und wird genau dieser Mut lebensrettend sein. - [Training gegen den Wahnsinn](https://dushan.org/essays/nichtwahnsinntraining/) Der erste Job von Adam und Eva war es, den Tieren Namen zu geben. Denken beginnt mit Begriffen. Doch heute versucht man, Begriffe zu verbiegen – ob »Mann«, »Frau« … oder »Menschenwürde«. Kein Wunder, dass kaum noch jemand klar denken kann! Stell dir vor, du wachst eines Morgens auf und verstehst plötzlich nicht mehr, was deine Mitmenschen sagen. Die *Wörter* sind dir zwar bekannt, aber wie sie verwendet werden – die *Begriffe* und *Ideen* hinter den Wörtern ergeben in deinem Kopf keinen Sinn. Du würdest dich bald fragen, ob du nicht vielleicht *wahnsinnig* geworden bist, ob irgendwas mit deinem Kopf nicht stimmt. Zur Verteidigung *körperlicher* Gesundheit kann helfen, sich der grundlegenden Funktionen des Körpers neu bewusst zu werden – und mit der Verteidigung des menschlichen Geistes gegen den Wahnsinn ist es ähnlich. Der Körper ist darauf ausgelegt, am Tag in der Savanne herumzulaufen, gelegentlich schwere Dinge zu heben, Wasser zu trinken und zum Betrieb von Hirn und Muskeln genug Fleisch und Pflanzen zu essen. Der denkende Teil des Gehirns aber dient vor allem der Kategorisierung der Welt durch *Begriffe* sowie der Vorhersage von Ereignissen durch die Beobachtung und Erforschung der Welt (die Essenz dessen wird wiederum als Teil der Begriffe gespeichert). ## Wie Schwerkraft auf Kugeln Wenn ich etwa »Tisch« sage, dann haben du und ich eine Vorstellung von der *Funktion* eines Tisches, eine transportable Fläche, ungefähr auf Höhe der menschlichen Arme, die meist dem Menschen dazu dient, Dinge für den Gebrauch durch diese Arme bereitzuhalten. Ein Tisch hat auch *prototypische* Eigenschaften, die nicht zwingend erforderlich sind, damit ein Tisch als solcher gilt. Etwa, dass ein Tisch *typischerweise* aus einer holzartigen Substanz gemacht ist und vier Beine hat. Wer den Begriff *Tisch* versteht und minimale Kenntnisse über die sonstigen Eigenschaften der Welt hat, der kann *Vorhersagen* über Tische machen, ohne dass er einen konkreten Tisch meint oder vor sich hat. Betrachten wir die Frage: Was passiert, wenn ich eine Murmel auf einen schräg stehenden Tisch lege? Ich weiß, wie Schwerkraft auf Kugeln wirkt. Ich weiß (siehe oben), dass Tische eine glatte und harte Oberfläche aufweisen (also zum Beispiel keinen superflauschigen Teppich). Aus meinem Wissen über Tische und den Rest der Welt kann ich schlussfolgern, dass die Kugel herunterrollen und jemandem, der nahe am Tisch steht, womöglich auf die Zehen fallen wird. Diese Vorhersagen sind möglich, weil wir *Begriffe* haben, welche mit der Welt korrespondieren. Manche sagen, es seien die *Werkzeuge* gewesen, die dem Menschen einen Vorteil gegenüber allen anderen Tierarten verschafft haben – ja, die ihn sagen lassen, er sei gar kein »Tier«. Tatsächlich sind es aber nicht die Werkzeuge per se – auch Schimpansen oder Raben verwenden Werkzeuge. Es ist die angeborene Fähigkeit, komplexe abstrakte Begriffe zu bilden und deren Verknüpfung mit der Realität (genauer: unsere unmittelbare Wahrnehmung ebendieser) zu verstehen, was erst Werkzeuge und Vorhersagen über deren Auswirkung und Nützlichkeit ermöglicht. ## Wer erfand die Katzen? In den vergangenen Jahren haben wir erlebt, dass gewisse gesellschaftliche Kräfte, die aktiv die Zerstörung des Westens vorantreiben, dieses Vorhaben in korrekter Logik über die *Zerstörung der Begriffe* angehen. Man hat zum Beispiel qua Gesetz die für die menschliche Selbsterkenntnis zentralen Begriffe »Frau« und »Mann« aufgehoben – oder es zumindest versucht. Man versucht durch politische Korrektheit, z. B. den für die menschliche Gesundheit notwendigen Begriff »übergewichtig« zu verbannen. Man versucht, den für das gesellschaftliche Zusammenleben und die öffentliche Ordnung notwendigen Begriff »Ausländer« zu »entschärfen« und so weiter. Das Problem an solchen Versuchen ist, dass man grundlegend missversteht, wie Begriffe funktionieren – wie und warum sie überhaupt *entstehen*. In Platons Menon-Dialog ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Menon)) nähert man sich dem Verstehen der *Tugend* zunächst, indem man Beispiele für tugendhaftes Verhalten sucht. Und dann versuchen die Herren unter Sokrates’ Anleitung anhand der Beispiele herauszuarbeiten, was Tugend als Begriff ausmacht. Ein *Begriff* bildet sich also aus den beobachteten Eigenschaften realer Phänomene. Nicht die Idee namens »Katze« hat die Katzen geschaffen – welcher Mensch sollte sich auch Katzen ausgedacht haben?! Es war die konkrete Realität einer sehr speziellen Tierart, woraus dann der Begriff der »Katze« abgeleitet wurde. Ja, die Phänomene der Welt zu kategorisieren und den Kategorien Namen zu geben, ist die *erste* Aufgabe des Menschen: > Gott, der HERR, formte aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte sie dem Menschen zu, um zu sehen, wie er sie benennen würde. Und wie der Mensch jedes lebendige Wesen benannte, so sollte sein Name sein. (1. Mose 2:19) Das ist die natürliche, die göttliche, die richtige Reihenfolge: Erst kommt die Realität und dann der Begriff dazu. (Ja, sogar Erfinder, welche die bestehende Realität zu bis dahin nicht dagewesenen Dingen neu zusammenstellen, »entdecken« erst die neue Zusammenstellung und suchen dann den Namen für den neu einzuführenden Begriff.) ## Realität dadurch »verbieten« Jene politische Richtung, die seit Jahrzehnten darauf abzielt, westliche Gesellschaften zu schwächen und letztendlich übernahmereif zu machen, versucht beharrlich, die Abfolge von Realität und Begriff umzukehren. Die politische Korrektheit versuchte schon vor Jahrzehnten, vorgebliche gesellschaftliche und sogar individuelle Probleme zu »beseitigen«, indem sie die bewährten Begriffe dafür verbot. Einen Menschen mit schweren körperlichen Schäden zu sehen, ist unangenehm. Und es tut weh, sich zu vergegenwärtigen, dass dieser Mensch selbst bei gutem Charakter und hellem Geist deutlich schlechtere Chancen im Leben haben wird. Was also schlug die politische Korrektheit als Lösung vor? Man verbot das bewährte Wort »Krüppel«, als ob man die Realität dadurch »verbieten« könnte. Und man erfand blanke Fake-Begriffe wie »anders begabt«. Um sich selbst besser zu fühlen, erzählte man sich die Lüge, dass einer, der ohne Augen oder Beine auf die Welt kam, dadurch magischerweise »anders« begabt sei. In der Kirche wird Brot zu Leib Jesu, doch Katholiken wissen, dass es eine *sakramentale* Realität ist. Die Sprach-Umbieger der postrationalen Moderne wollen Ähnliches nicht nur für Krüppel und Ausländer bewirken, doch verstehen sie das mit den verschiedenen Realitäten nicht so ganz. Transsubstantiation erkennt an, dass die äußeren Gestalten bleiben und verlangt nicht vom Rest der Welt so zu tun, als hätte die Oblate nun die Eigenschaften von Menschenfleisch. ## Zig mal Cis Doch vergessen wir nicht: Begriffe entstehen aus der Realität, nicht andersherum. Wenn also mit staatlicher Gewalt ein Begriff verbogen oder gleich umgedreht wird, bilden sich eben neue Begriffe. Da der Mensch aber zugleich eine Neigung zur *Effizienz* hat, werden die »neuen« Begriffe unter Rückgriff auf ältere und funktional bewährte Begriffe gebildet. Als man etwa mit einem widersinnigen Gesetz festlegte, dass ein Mann im Rock, der sich eine »Frau« nennt, auch eine Frau »ist«, wurde es bald notwendig, einen Begriff zu finden für das natürliche (!) Phänomen, für das »Frau« einst stand. Man etablierte die Vorsilbe »Cis« (die im heutigen Sinn aus der queeren Szene der 1990er stammt). Was wir die letzten zig Jahrtausende als *Frau* kannten, sollte plötzlich »Cis-Frau« heißen. Und »Cis-Mann« galt sogar plötzlich als Schimpfwort. (»Cis-« stammt übrigens aus dem Lateinischen, [siehe Wikipedia](https://en.wiktionary.org/wiki/cis-) und bedeutet »auf dieser Seite von«. Ein »Cis-Mann« ist demnach, der »auf dieser Seite des Männlichen« geboren ist. Nein, die woke Moderne ist nicht ganz so intelligent, wie sie zu sein meint.) Ob die »Woken und Guten« *wirklich* der Meinung sind, eine »Transfrau« sei »ganz und gleichwertig eine Frau«, kann man leicht prüfen, indem man eine linksgute Cis-Frau als »wunderschöne Transfrau« bezeichnet. Ihr werdet Schock und beleidigte Wut erleben – und im Stress rutscht der Angesprochenen schon mal die ehrliche Frage heraus: »Du dachtest, ich sei ein Mann?!« (ein Beispiel: [@Mericamemed, 24.03.2025](https://x.com/Mericamemed/status/1904201546126270546)) ## Was sie alle lesen! Diejenigen, die sich und uns Begriffe verbieten wollen, entdecken selbst immer wieder, dass diese Begriffe aus gutem Grund mit genau dieser Bedeutung existierten. Und wenn ein Begriff prototypisch mit sozialen oder emotionalen Problemen verknüpft ist, dann hat das mit der Realität des Phänomens zu tun. Die Schwierigkeiten beim Aufeinandertreffen inkompatibler Kulturen verschwinden ja nicht, wenn man »Ausländer« durch »Migrationshintergrund« ersetzt. Der in der Gehirnstruktur angelegte Machismo eines Mannes verschwindet nicht, welchen Begriff er sich auch zusätzlich zum Kleidchen überstreift. (Zur wirksamen und nachhaltigen Entmännlichung muss die angehende Transfrau zusätzlich zehn Jahre lang Tagesschau und Staatsfunk-Talkshows gucken – oder wahlweise drei Jahre lang Bundestagsreden der Grünen.) Wenn die postrationalen Guten heute von dem reden wollen, worauf sich verbotene oder umgebogene Begriffe einst bezogen, benutzen sie heute immer wieder eine Konstruktion mit »gelesen«. Es ist eine Spielart des Relativismus, wonach nichts *ist* und *zu einer Kategorie gehört*, sondern alle Existenz und Kategorisierung immer nur »gefühlt« sind. (Amerikanische Postrationale beginnen Sätze regelmäßig mit »I feel«, also: »ich fühle«, doch was danach kommt, klingt wie ein Fakt und soll auch so behandelt werden.) Menschen, die früher schlicht eine *Frau* waren, werden von den Postrationalen *als Frau gelesen* (oder auch mal als *Menschen mit Gebärmutter*). Man ist kein *Ausländer* mehr, auch kein Mensch mit Migrationshintergrund, sondern man wird *migrantisch gelesen*. Ja, selbst Hautfarben und Melaningehalt sind nicht mehr eindeutig. *Als weiß gelesen* und *als schwarz gelesen* sind so notwendige wie flexible Eigenschaften, ob man gerade als Weißer in einen Parteivorstand eingelassen werden oder sich als Schwarzer via Rassismusvorwurf gegen Kritik immunisieren will. ## Und dann selbst trainieren Wenn du in diesen Tagen das Gefühl hast, dass die Wörter keinen Sinn ergeben, dass entweder du wahnsinnig geworden bist oder die Welt, dann lass mich dir versichern: Es geht nicht nur dir so, und dein größeres Problem wäre es, wenn es dir *nicht* auffiele! Dies sind wahnsinnige Zeiten. Wörter und Begriffe werden verdreht und verbogen. Wer am Körper gesund bleiben will, muss regelmäßig die Grundfunktionen seines Körpers trainieren. Und wer den Geist gesund halten will, muss die Grundfunktion seines Geistes kennen, verstehen und dann auch trainieren. Heute haben wir uns neu bewusst gemacht, wie Begriffe funktionieren und wie sie angewandt werden. Nun geht selbst *trainieren*, und schaut in den Nachrichten und sozialen Medien, wie sie die Sprache verbiegen. - [Sei schnell (und lies den Schaum)](https://dushan.org/essays/lies-den-schaum/) Nein, es existiert keine große Instanz, welche »die Wahrheit« bezüglich politischer Ereignisse parat hält. Im schäumenden Meer der Information ploppt die Wahrheit eher hier und da an die Oberfläche. Lebenswichtig ist heute, sie schnell genug zu erkennen! Die Wahrheit bezüglich der sichtbaren Ereignisse ist nicht wirklich _in Stein gemeißelt_ – zumindest nicht in einen Stein, auf dessen Autorität sich alle Menschen und Institutionen dieser Erde wie selbstverständlich einigen könnten. Und was heute tatsächlich _in Stein gemeißelt_ ist, das wird selbst dann, wenn es wahr sein _sollte_, von den bekannten Dämonen ins Gegenteil und zur Lüge verdreht. – Ihr haltet diesen letzten Satz für die essayistische Hyperbel? Nein. Ich beschrieb schlicht die gemeißelten Worte »DEM DEUTSCHEN VOLKE« über dem Tempel der Demokratie, ver- und vollgestellt von den Tischen der Geldwechsler, der Verkäufer von Rindern und Schafen, Tauben und Gesichtsmasken. ## fragil, kurzlebig, isoliert Wahrheit ist Wahrheit ist Wahrheit, doch zumindest für Wahrheiten die sichtbare Welt betreffend stehen heute nirgends mehr Steine, welche uns durch ihre Existenz und alte Autorität versichern könnten, dass die Wahrheit ebendiese ist. Ich denke an _Flämmchen der Wahrheit_, die hier und da aufflackern. Ich denke an Glühwürmchen, wie die Alten sie aus der Kindheit kennen – und die Jungen, hoffentlich, aus den Erzählungen der Alten. Und, und dieses Bild will ich hier wählen, ich denke an _Schaum_. (Ja, Sloterdijks Sprechen vom _Schaum_ ist unvergessen. Seine Gesellschaft ist nicht mehr das monolithische Ganze; sie ist eine Vielzahl und ein Zusammenspiel von Schaumblasen, fragil, kurzlebig, teils isoliert und teils ineinander übergehend.) ## Schon am Vorabend zu lesen Einst, vor Buchdruck, schnellem Transport und Internet, vor der globalen Bevölkerungsexplosion, da hungerte und dürstete es die Menschen nach Information. Wer in seinem Dorf lebte und brav seiner Arbeit nachging, erfuhr nur alle paar Wochen mal eine neue Information über den Zustand der Welt. Ja, ich kann mich noch daran erinnern, wie wir in Köln in der Gaststätte saßen oder auf den Ringen unterwegs waren, und mit einem Auge auf die abendlichen Zeitungsverkäufer warteten. Die Zeitung vom kommenden Tag schon am Vorabend zu lesen, das bedeutete für uns eine überlegene Form des Informiertseins! Heute schwimmen wir, wider Willen und nach Luft schnappend, in einem Meer brodelnder Aussagen und Meinungen. Die Information blubbert aus gefährlichen Tiefen und Abgründen an die Oberfläche, als kochender Schaum. ## Ein Schaumleser sein Am schwefeligen Geruch erkennen wir, dass viele der Gase in den Blasen _giftig_ sind, das sind die Lügen der Propaganda. Bisweilen aber ploppen zum Glück auch _andere_ Blasen auf, bilden ihren eigenen, instabilen und doch auf eigene Weise _attraktiven_ Schaum: Blasen und kleinere Schaumflecken, die _Wahrheit_ tragen. Ich spreche hier von der Wahrheit bezüglich _dieser_ Welt. Nicht von der Welt der Wissenschaft, Medizin, Politik oder dem Zustand der Gesellschaft; die _sichtbaren_ Dinge eben. Die Wahrheit bezüglich der _unsichtbaren_ Dinge ist auch weiterhin an den bewährten Quellen zu finden. Die Wahrheit bezüglich des _Sichtbaren_ allerdings, die erscheint heute immer wieder, und dann auch nur kurz, als Schaumfleck im großen Schaumteppich der Information. Wer heute die Wahrheit über die Gegenwart hören will, muss zum _Schaumleser_ werden. Der moderne _Schaumleser_ versteht sich darauf, die immer wieder eben doch nach oben steigenden Wölkchen des Wahrheitsschaums zu erkennen. Erkennt die Wahrheit schnell, merkt sie euch und zieht eure Schlüsse daraus. Die Wahrheit schäumt kurz hoch. Die Membran der Wahrheitsblasen ist die Aktualität der Meldungen, die unsere Aufmerksamkeit auf diese Wahrheit zieht. Immer neuer Schaum kommt hoch, und die Aktualität der Meldungen zuvor »platzt«, die Wahrheit erscheint im Nebel der Propagandalügen zur Unkenntlichkeit verdünnt. ## Auf dem Sinai Bibelkundige werden anmerken, dass durchaus mindestens einmal die _Wahrheit_ in konkreten, unmetaphorischen Stein gemeißelt wurde. Oder zumindest etwas, das doch Teil der ewigen Wahrheit ist, nämlich die Zehn Gebote: > Er gab Mose, als er mit ihm auf dem Sinai geredet hatte, die beiden Tafeln des Bundeszeugnisses, steinerne Tafeln, beschrieben mit dem Finger Gottes. (Exodus 31:18) Nun, dieselben Bibelkundigen werden wissen, was Moses wenig später mit den Tafeln anstellte. Als Mose sah, dass das Volk sich mal eben ein goldenes Kalb gegossen hatte, wurde er sehr wütend: > Als er dem Lager näher kam und das Kalb und die Tänze sah, entbrannte der Zorn des Mose. Er schleuderte die Tafeln fort und zerschmetterte sie am Fuß des Berges. (2. Mose 32:19b) Wie konnte Gott zulassen, dass ausgerechnet Moses _die Wahrheit_ einfach so, von Wut ergriffen, zertrümmert? Die Antwort ist: Gott hat es _nicht_ zugelassen. Die Wahrheit ist ewig, doch ihr Trägermedium ist es nicht. Wahrheit hat aber die Eigenschaft, sich immer wieder neue Träger und Diener zu suchen. ## Eine kleine Gruppierung Nein, die säkulare Wahrheit bezüglich der sichtbaren Welt ist nicht in Stein gemeißelt, nicht heute. Nicht in dem Sinne, dass wir sicher sagen könnten: »Da, siehst du, da kann jeder sehen, was stimmt, und dort bleibt es auch stehen." Die Wahrheit bezüglich der Dinge der Welt taucht in Flecken von Schaum auf, in Blasen, so instabil wie unsere Aufmerksamkeit. Du hast immer nur eine kurze Zeit, die Wahrheit zu lesen, sie dir zu merken und weiterzudenken. Dann löst sich der Schaum, der die Wahrheit trug, wieder auf. Auch dieser Essay war ein Schaumfleck, eine kleine Gruppierung von Wahrheitsblasen im Schaum der täglichen Informationen. Es ist mir Anlass zur Hoffnung, dass du diesen »Schaumfleck« gelesen hast. Nun aber auf! Gehe im brodelnden Schaum der Information nach mehr Wahrheit suchen – bevor sie wieder verschwindet. - [Was übrig ist, davon rede ich](https://dushan.org/essays/was-uebrig-ist-davon-rede-ich/) Wer heute die Wahrheit zu laut sagt, bekommt leicht Ärger. Wer nicht schweigen, kein Lügner sein und doch nicht vom Staat verfolgt werden will, der muss das Erlaubte so sagen, dass der Rest der Wahrheit daraus ableitbar ist. Für die eine Hälfte meiner Gedanken, wenn ich sie heute öffentlich sagte, würden sie mich in den Knast werfen. Für die andere Hälfte würden sie mich in die Klapsmühle sperren. Allerdings: Die beiden Hälften überlappen sich, haben eine Schnittmenge, und so bleibt mir ein mathematischer Rest des Sagbaren – über den schreibe ich! Und ich hoffe auf höhere Hilfe, dass aus dem legal Gesagten das unsagbare Wahre zu erschließen ist. Tertullian schreibt: > Cum odio sui coepit veritas. Simul atque apparuit, inimica est. ([Tertullian, Apologetik, Kap. VII](https://www.tertullian.org/latin/apologeticus.htm#:~:text=Cum%20odio%20sui%20coepit%20veritas.%20Simul%20atque%20apparuit%2C%20inimica%20est.)) Mit gewisser Freiheit ins Deutsche übertragen (und dabei die poetische Zuspitzung in »sui« zurücknehmend) bedeutet das: »Mit der Wahrheit kam auch der Hass auf sie in die Welt. Sobald sie erschien, wurde sie zum Feind.« Nicht jede Aussage, die einen Feind findet, ist damit auch schon die Wahrheit. Doch eine Wahrheit von jener Beschaffenheit, welche die Lügen des Lügners als solche offenbart, wird in ebendiesem Lügner schnell einen wütenden Feind finden. ## Die eigenen Augen ausgerissen Doch täuschen wir uns nicht selbst: Der Feind der Wahrheit ist wahrlich nicht stets _ein anderer_. Gefährlich sind die Lügen, die uns die anderen erzählen, gefährlicher und täglich tödlich sind die Lügen, die wir uns selbst erzählen, denn die sind es, die uns selbst zum Feind der Wahrheit werden lassen. »Bin ich also euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sage?«, so fragt der Apostel Paulus in Galater 4:16. In den Versen zuvor schreibt der Apostel über seine Verwunderung darüber, dass genau diese Galater sich, wenn nötig, für ihn, Paulus, die eigenen Augen ausgerissen und sie ihm gegeben hätten. Jemand muss sie »abtrünnig« gemacht haben, und Paulus seufzt: »Ich wollte, ich könnte jetzt bei euch sein und in anderem Ton mit euch reden; denn ihr macht mich ratlos.« (Galater 4:20) Ach, wäre _Feindschaft_ nur die einzige Bewertung, die der Wahrheit heute begegnet. Ist die Lüge nur groß genug, ist die Wahrheit also weit genug von ihr entfernt, wird die Wahrheit von den Lügnern bald für Wahnsinn erklärt – und der, der die Wahrheit sagt, zum Wahnsinnigen. »Du bist von Sinnen, Paulus! Dein großes Wissen treibt dich zum Wahnsinn«, so wird Paulus vom römischen Statthalter Festus diagnostiziert (Apostelgeschichte 26:24). ## Antisoziale Persönlichkeitsstörung Wer heute Augen und Verstand hat und beide zu nutzen wagt, dem werden von den Schergen des Propagandastaates schnell psychische Fehlstellungen diagnostiziert. Wer heute aus Gründen der Vernunft, des Überlebenswillens oder gar der Moral diese oder jene Ideologie ablehnt, dem wird diagnostiziert, an einer _Phobie_ zu leiden, also einer _Angststörung_ und damit einer _Deformation der Psyche_. Und die heutige Diffamierung einer kritischen Meinung als Angststörung hat genau die geschichtlichen Vorbilder, die man erwarten würde. Als Beispiel: In der Sowjetunion wurden Dissidenten wegen »Anti-sowjetischer Agitation und Propaganda« oder »Verleumdung« einer psychiatrischen Zwangsuntersuchung unterworfen (auch mal »in Abwesenheit«) – und der »Patient« wurde anschließend sogleich in eine psychiatrische Klinik verbracht. Im Iran wurde ziviler Ungehorsam als »Antisoziale Persönlichkeitsstörung« diagnostiziert ([thelancet.com, 21.10.2023](https://www.thelancet.com/article/S0140-6736%2823%2901912-8/fulltext)). Selbst ein simpler Verstoß gegen die Kleidungsvorschriften des Gottesstaates konnte eine Zwangs-Psychotherapie nach iranischem Muster zur Folge haben. Auch in China wurden, so berichtet [cambridge.org, 2.1.2018](https://www.cambridge.org/core/journals/psychiatric-bulletin/article/labelling-of-dissent-politics-and-psychiatry-behind-the-great-wall/68166D826197804B6BA1E21A824BA621?utm_source=chatgpt.com), etwa die Mitglieder von _Falun Gong_ in Psychiatrien gesperrt und »behandelt«. Übrigens, bevor wir arrogant mit den Schultern zucken, solcher Missbrauch der Psychologie sei halt auf »die üblichen« Länder und Kulturen beschränkt, vergessen wir nicht: Bei uns im Westen werden Kinder – insbesondere Jungen –, die ihrem natürlichen Drang zur Bewegung folgen wollen, regelmäßig mit Psychopharmaka betäubt, denn betäubt stören sie den Schulbetrieb weniger. Und das ist nur _eine_ Art des Missbrauchs durch Psychologen. Zurück aber zum Thema: Wer eine Wahrheit sagt, die »geeignet ist«, den (tatsächlich längst nicht mehr existierenden) »öffentlichen Frieden zu stören«, der wird regelmäßig 1. zum Feind erhoben und 2. zugleich für psychisch abnorm erklärt. Doch wenn sie euch nicht nur zum Feind, sondern auch zum Wahnsinnigen erklären, tröstet euch – ja, fühlt euch geehrt! Besseren Leute als euch erging es ebenso. ## Lange vor mir Ja, die Menschen, die uns für verrückt halten, können uns sogar _nahestehen_. Über Jesus selbst sagten sogar seine Angehörigen, als und weil so viele Menschen seine Wahrheit hören wollten: »Er ist von Sinnen.« (Markus 3:21) Eine Hälfte meiner Gedanken würde mir Ärger einbringen. Und eine Hälfte meiner Gedanken würde als Torheit verlacht werden. Das war der Gedanke, von dem ausgehend ich diesen Essay zu schreiben begann. Wie froh war ich, dass es nicht nur mir so geht, dass auch Große vor mir Ähnliches empfanden – und dass sie wohl lange vor mir das Prinzip der _Schnittmenge_ entdeckten: > Wir aber verkünden Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein Ärgernis, für Heiden eine Torheit. (1 Korinther 1:23) Ob du als Christ in Jesus _die Wahrheit_ siehst, oder ob du den säkular-politischen Hut trägst: Die wirklich wichtige Wahrheit liegt regelmäßig in der Schnittmenge jener Wahrheiten, die einem Ärger einbringen, und jener, für die man dich für wahnsinnig hält. Das aber ist einer der vielen Unterschiede zwischen einem Jesus, einem Paulus und dir oder mir: _Die_ berichteten aus der Schnittmenge. Dafür wurden sie als »von Sinnen« beschimpft und ihre größte Tat »eine Torheit« genannt. ## Abermals anderen Mut In der Bibel folgt auf die Ablehnung der Wahrheit durch die Welt oft die Verfolgung – bis hin zur Kreuzigung. Oder die Enthauptung in Rom. Oder »nur« Gefängnis wegen Bullshit-Vorwürfen. Oder wirtschaftliche und soziale Vernichtung. Oder einer der vielen anderen Versuche, die Wahrheit verstummen zu lassen. Die berichteten aus der Schnittmenge. Ich berichte aus dem Rest, aus dem, was noch irgendwie sagbar ist, was einen weder ins Gefängnis noch in die Kapsmühle bringt. Nein, ich bin kein Held. Aber immerhin weiß ich es und gebe es zu, also will ich der mutigste der Feiglinge sein. Und doch, und doch, ich wage zu vermuten: Wer immerhin das, was heute noch gesagt werden darf, ehrlich ausspricht und zu Ende denkt, der könnte einige der _übrigen_ Wahrheiten entdecken. Dann aber die _Konsequenzen_ daraus zu ziehen, wird abermals anderen Mut verlangen. - [Warum ich für Brosius-Gersdorf als Verfassungsrichterin bin](https://dushan.org/essays/team-brosius-gersdorf/) Brosius-Gersdorf als Verfassungsrichterin bedeutet das Auslöschen der ohnehin flackernden letzten moralischen Autorität in Deutschland. Es wird finster. Unsere beste Hoffnung ist, dass danach bald das Ende kommt – und ein Neuanfang. Ich will es explizit aussprechen, und zwar mit so großer Ernsthaftigkeit, wie man sie einem Essayisten zugestehen wird: Ich bin dafür, dass Frauke Brosius-Gersdorf zur Richterin des Bundesverfassungsgerichts gewählt wird. Frauke Brosius-Gersdorf ist derzeit Richterin und Professorin in Potsdam. Die SPD will sie ins Verfassungsgericht wählen lassen. Brosius-Gersdorf wurde in der Vergangenheit inhaltlich als »ultralinks« beschrieben, und *genau deshalb* bin ich dafür, dass sie gewählt wird. – Lasst mich erklären! ## Das Wort selbst vermeidend Ich will zunächst einen wichtigen Fachbegriff in Erinnerung rufen, nämlich den *Akzelerationismus*. Ich schrieb bereits darüber, etwa im Essay [»Frankreich, jetzt noch schneller«](https://dushan.org/frankreich-schneller/). *Akzelerationismus* ist die These (in meinen Worten), dass bestehende Systeme irreparabel sind, und also einzig ein totaler Neustart bleibt, und zwar nach dem unabwendbaren Kollaps, der *beschleunigt* herbeigeführt werden soll, um zumindest etwas Leid zu vermeiden und vor allem noch Ressourcen für den Neustart übrig zu haben. Erschreckend viele Entwicklungen in Deutschland, etwa die Migrations- und Wirtschaftspolitik, wären durch *Akzelerationismus* der Akteure sinnvoller zu erklären (siehe etwa Essay und Video [»Neukölln: Benzin aufs Feuer«](https://dushan.org/neukoelln-brennt/)), als dass diese Leute zwar ihren Amtseid erfüllen wollen, doch beim Nachdenken darüber außerordentlich viel Pech haben. In den USA flirten politisch aktive Tech-Gurus sogar öffentlich mit den Ideen des Akzelerationismus, vermeiden aber meist das Wort selbst aus gutem Grund (siehe etwa [theguardian.com, 11.05.2017](https://www.theguardian.com/world/2017/may/11/accelerationism-how-a-fringe-philosophy-predicted-the-future-we-live-in)). Ich vermute, dass ihr mindestens *ahnt*, wie *Akzelerationismus* bei der Frauke-Brosius-Gersdorf-Frage ins Spiel kommt, doch zunächst lasst mich noch eine weitere Begebenheit erwähnen; es geht um *Autorität* und *letzte Instanz*. ## (K)ein schwerwiegender Irrtum Wenn es die Aufgabe eines Papstes ist, die Kirche vor ihren Feinden zu verteidigen und den Glauben der Gläubigen zu stärken, dann darf man den kürzlich heimgegangenen Papst Franziskus einen »schlechten« Papst nennen. Und dennoch war er Papst (auch wenn Sedisvakantisten das anders sehen), also Bischof von Rom auf dem Stuhl Petri, und damit bleibt die Kirche eben Kirche – und ja, das ist metaphorisch relevant in Bezug auf die Besetzung des Verfassungsgerichts. Denn nicht *alles*, was Franziskus tat, war falsch. Im Jahr 2024 gab Papst Franziskus der US-TV-Sendung *60 Minutes* ein Interview. (*60 Minutes* kennen wir Deutschen zum Beispiel vom entlarvenden Interview mit jenen deutschen Staatsanwälten; siehe dazu Essay und Video [»Warum lachten die Staatsanwälte?«](https://dushan.org/der-staat-lacht/).) Franziskus wurde gefragt, ob kleine katholische Mädchen jemals die Chance haben würden, *Diakoninnen* zu werden. Dass sie nicht *Priesterinnen* werden können, sei klar, aber immerhin *Diakoninnen*? Und Papst Franziskus antwortete klipp und klar: Nein. (Siehe dazu [dieses 12-Sekunden-Video auf YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=tkNNNWsdH1c&ab_channel=ScholasticAnswers).) Man muss wissen, dass Franziskus in seiner Amtszeit einige Dinge gesagt und getan hat, die mich 2023 im Essay [»Im Vatikan steht kein Asylheim«](https://dushan.org/kein-asyl-im-vatikan/) gleich im ersten Satz schreiben ließen: »Papst Franziskus ist bekanntlich ein Papst seit einiger Zeit, bei welchem die Frage, ob der Papst katholisch sei, keine lediglich rhetorische ist.« (Für Interessierte habe ich von ChatGPT eine [Liste von Franziskus-Kontroversen erstellen lassen und verlinke sie hier](https://chatgpt.com/share/686e3b17-75f8-8010-9d38-8d93644a27d7).) Immer wieder schuf Franziskus unklare Situationen, die den inneren und äußeren Gegnern des katholischen Glaubens den Raum zum Angriff auf Lehre und Kirche gaben. Gerade deshalb war es so wichtig, dass er, als er von der Reporterin so direkt wie manipulativ gefragt wurde, mit einem klaren »Nein« antwortete. (Warum die Frage der Reporterin wahlweise unredlich oder dumm ist, erkläre ich an einem anderen Beispiel im Essay [»Sei Löwe, sei Nachtigall«](https://dushan.org/loewe-oder-nachtigall/).) Die Weihe von Diakoninnen zu fordern, als Vorstufe zur Weihe von Priesterinnen, ist wohl keine Häresie (man bleibt Christ, auch wenn man es fordert), doch es ist ein *error gravis*, ein *schwerwiegender Irrtum*. So zweideutig, fragwürdig und auf schädliche Weise unklar sich der Jesuit Franziskus in der Vergangenheit geäußert haben mochte, als Papst in den Abgrund *error gravis* zu springen, *das* wollte er dann doch nicht. ## Sogar die in Deutschland Ich begann diesen Text mit der Meinung, dass ich *dafür* bin, Frauke Brosius-Gersdorf zur Verfassungsrichterin zu wählen. Brosius-Gersdorf hat sich in der Vergangenheit, auch öffentlich im deutschen Staatsfunk, für ein Verbot der größten und einzigen inhaltlichen Oppositionspartei AfD ausgesprochen (siehe [zdfheute.de, 8.7.2025](https://www.zdfheute.de/politik/richter-bundesverfassungsgericht-brosius-gersdorf-richterwahl-100.html)). Meine wertende Meinung ist also, dass sie *anti-demokratisch* denkt. Zu ihren anti-demokratischen Standpunkten kommen anti-menschliche: Brosius-Gersdorf will nicht allem Leben eine Menschenwürde zusprechen. Die kinderlose Jura-Professorin bewertet, wenn die Berichterstattung stimmt, die Tötung von Kindern bis zum Moment der Geburt unter Umständen als ethisch hinnehmbar. (Nebenbei: Dass sie die Impfflicht für ethisch akzeptabel hielt, ist quasi selbstverständlich.) Sogar die in Deutschland latent zum woken Gedankenvirus neigende katholische Kirche widersprach ihr darin. Damit kann man sagen: Brosius-Gersdorf äußerte sich nicht nur *anti-demokratisch*, sie sagte auch Dinge, die als *anti-christlich* gedeutet werden könnten. Und der CDU ist bewusst, dass die Wahl dieser Frau ein »anti-christliches« Statement ist: > Auf die Frage, ob er es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, eine Frau zu wählen, die einem Baby im neunten Monat der Schwangerschaft die Menschenwürde abspricht, antwortet Merz mit: "Ja!" > > – [@jreichelt, 09.07.2025](https://x.com/jreichelt/status/1942920622843080939) Du kannst nicht Christ sein, du kannst nicht Demokrat sein, und für diese Frau als Verfassungsrichterin stimmen. Dass die Genossen sie vorschlugen, überrascht natürlich wenig. Dass die »C«-DU-Abgeordneten für sie stimmen werden, überrascht leider ebenfalls nicht. Es ist wahrlich nicht der »Anfang vom Ende«, der liegt irgendwann vor einem Jahrzehnt, vielleicht auf andere Weise irgendwann in den 1970ern. Es ist mehr so die Trompete, die zur Schlussphase des Endes bläst. Warum bin ich also dafür, dass die Professorin, die noch nie als Richterin arbeitete, als Richterin am Bundesverfassungsgericht eingesetzt wird? ## Es fühlte sich an Das deutsche Bundesverfassungsgericht dient in der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Recht und Moral als *letzte Instanz*. So haben du und ich es kennengelernt, so sollte es auch sein. Ja, die *moralische Autorität* des Bundesverfassungsgerichts war derart stark, dass einiges davon auf den *Bundesverfassungsschutz* abstrahlt. Wenn das Bundesverfassungsgericht etwas sagt, gilt es damit als moralisch und endgültig *wahr*. (Der Bundesverfassungsschutz wollte wohl ebenfalls wie Juristen von nationalem Rang klingen, doch tatsächlich klingen mir ihre Gutachten eher wie ein »Amateur-Philosophenstadel«; siehe dazu etwa die Essays [»In Ruhe mein Toast essen« (2022)](https://dushan.org/toast/) und [»Verfassungsschutz oder Narrativschutz« (2025)](https://dushan.org/narrativschutz/).) Das Ansehen und die Glaubwürdigkeit des Bundesverfassungsgerichts als letzte moralische Instanz nahm für den denkenden Teil der Bevölkerung spätestens mit der Berufung von Stephan Harbarth ernsthaften Schaden (siehe dazu etwa meinen Essay [»These: Wo »Verfassungs-« davorsteht, ist »Altparteien« drin« (2024)](https://dushan.org/verfassungs-bedeutet-altparteien/)). Die [Abendessen der Richter mit der Regierung](https://dushan.org/respektlos/), die Urteile [zu Staatsfunk](https://dushan.org/wir-sind-propagandastaat/) und zu Corona-Maßnahmen, all dies untergrub das Ansehen des Verfassungsgerichts weiter. Nachdem das Amt des Bundespräsidenten durch Steinmeier jeder moralischen Autorität entledigt wurde und die deutschen Bischöfe ohnehin als einziges Thema »mehr Migration\! (und, räusper, damit mehr Geld für Wohlfahrtsverbände)« zu kennen scheinen, war das Bundesverfassungsgericht bei allem Image-Schaden durch Harbarth die letzte, wenn auch wankende Moralinstanz. Man konnte über eine Entscheidung sagen: »Dies wurde höchstrichterlich festgestellt«, und es *bedeutete* nicht nur *faktisch*, sondern auch *moralisch* etwas. Es »fühlte sich an«. Trotz aller Mängel und Bedenken, glaubte oder *hoffte* man zumindest, dass die Richter in Karlsruhe, ähnlich wie Papst Franziskus in jenem Interview, »Nein\!« sagen würden, wenn es wirklich gegen Freiheit und Menschenwürde geht. ## Dass es begrüßenswert wäre Stellt euch diese Frage: Ist Deutschland, gegeben den geistigen Zustand der wählenden Mehrheit, noch zu retten? Keine Struktur, weder Familie noch Kirche noch Staat, ja nicht einmal das Individuum, wird ohne letzte moralische Instanz überleben. (Und zwar eine Instanz, die *existiert* und *sprechen kann*.) Lassen sich die Folgen von Migration, kultureller Veränderung und aktiver De-Industrialisierung auf produktive, positive Weise abfangen – und zwar mit den bestehenden Möglichkeiten? Falls du hier mit »Ja\!« antwortest, bitte ich dich *dringend*, deinen Plan zur nationalen Reparatur aufzuschreiben und diesen mit uns allen zu teilen. (Doch *Vorsicht* mit den Vorschlägen\! Martin Sellner hat einen Vorschlag zur *Remigration* vorgelegt, [siehe antaios.de](https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/einzeltitel/197055/remigration-ein-vorschlag), also nur zu *einer* der selbstgemachten deutschen Superkrisen, und wir haben die Lügenkampagne des Propagandastaates erlebt, die man gegen ihn und seine Zuhörer auffuhr.) Doch was tun, was denken, wenn du mit »Nein« antwortest? Was, wenn es *keinen* Weg gibt, wie es *wieder gut werden* kann, wie es auch nur *wieder Deutschland werden* kann? Für den Fall lasst uns zumindest *überlegen*, lasst uns *den Gedanken ausprobieren*, dass es *begrüßenswert* wäre, eine Richterin am Bundesverfassungsgericht unterzubringen, die sich nach mancher Deutung offen *anti-demokratisch* und sogar *anti-christlich* positioniert hat. Diese These lege ich also zur Erwägung vor: Wenn Deutschland ohnehin nicht zu reparieren ist, dann wird Frauke Brosius-Gersdorf als Verfassungsrichterin, indem sie die letzte moralische Autorität im Land auslöscht, den Niedergang beschleunigen und damit einen möglichen Neuanfang näherbringen. ## Ich beschließe also Brosius-Gersdorf wird – und genau deshalb will die längst jeder Scham entledigte SPD sie wohl installieren – eben *nicht* wie Franziskus im entscheidenden Moment »Nein« sagen – hat sie ihr anti-demokratisches und anti-christliches »Ja\!« bereits laut genug verkündet. Nein, ich *will* nicht, dass Deutschland gen Abgrund fährt; ich *deute* lediglich die Ereignisse der Zeit. Und darin, dass es passiert, ähnelt meine Bewertung leider vielen nationalen und internationalen Meinungen. Täuscht euch nicht: Die zynische Zerstörung der letzten, ohnehin angeschlagenen moralischen Autorität wird nicht folgenlos bleiben. Es wird ein Einschnitt sein, der mindestens in der gesellschaftlichen Dynamik und der Selbstwahrnehmung des Volkes nicht umzukehren ist. Ich beschließe also – viel mehr bleibt mir nicht übrig –, es zu *begrüßen*: Weil mir in dieser Angelegenheit kein anderer Anlass zur Hoffnung bleibt, beschließe ich, mich hier zur Philosophie des Akzelerationismus zu zwingen. Ich bin es nicht, der das Ende beschleunigt. Ich bin lediglich der, der beschreibt und einen *Sinn* darin zu erkennen versucht, was die [hohlen Männer](https://dushan.org/hohle-maenner/) von Berlin in ihrer zynischen Kälte durchführen. Ich bin der, der versucht, sogar hierin einen Anlass zur Hoffnung zu sehen – zur Hoffnung, dass auf ein rasches Ende auch ein rascher Neubeginn folgt. - [Sei demütig oder werde gedemütigt](https://dushan.org/essays/sei-demuetig/) Dummer Hochmut: Eigene Meinung wichtiger nehmen als die Werte und die Weisheit der Generationen vor uns. Kluge Demut: Von der Tradition lernen, dann mutig die alten (und ewigen) Werte verteidigen. Es kollabiert um uns her, die Gesellschaft ist am Ende, und *wenn* ein neues Zeitalter anbrechen sollte, das *uns* überhaupt noch benötigt, dann wird es ein *Zeitalter der Demut* sein. Wenn du eben bei dieser Erwähnung von *Demut* zusammengezuckt bist, wenn es in dir *negative* Gefühle weckt, dann sind daran die Lügen des alten und sterbenden Zeitalters schuld. Lass mich erklären! ## Begrenztheit und Fehlbarkeit *Demut* beginnt mit der Einsicht, dass ich unvollkommen bin, am Körper wie auch am Geist. Jesus formuliert es berühmterweise so: > Glückselig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Reich der Himmel. (Matthäus 5:3) »Ich weiß, dass ich nichts weiß«, wird Sokrates via Platon via Redeweise in den Mund gelegt (tatsächlich sagten sie [etwas Ähnliches](https://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.01.0170%3Atext%3DApol.%3Asection%3D21d)), und es liegt Wahrheit darin! Weisheit beginnt mit jener Demut, dass sich das Denken seiner eigenen Begrenztheit und Fehlbarkeit bewusst wird. Demut ist weiter die Einsicht, dass eine Aussage nicht dadurch wahr wird, dass sie eben deine Meinung ist ­– sondern nur dadurch, dass sie mit der Realität übereinstimmt. Demut bedeutet, sich für jede deiner Annahmen bewusst zu sein: Die Wahrscheinlichkeit, dass all deine Annahmen mit der Realität übereinstimmen, liegt bei Null. Demut ist die Einsicht, dass viel klügere Menschen, als wir selbst es sind, vor uns über Konflikte nachgedacht haben, die im Herzen auch unsere heutigen Konflikte sind. Demut ist die Selbstverständlichkeit, die Gedanken jener Klügeren studiert zu haben, bevor man seine eigene Meinung bildet. Demut ist die Fähigkeit, eine stimmigere Wahrheit und eine besser begründete Bewertung zu erkennen. Demut ist die Bereitschaft, seine Weltsicht oder Meinung zu ändern, wenn dir eine präzisere Weltsicht oder tiefer begründete Meinung offenbar wird. ## Das Gegenteil von Demut Wir erleben heute durchaus beides: *Demut*, und dazu das Gegenteil von Demut, den *Hochmut*. Varianten des Hochmuts sind Überheblichkeit, Arroganz und der Stolz im Sinne der tödlichen Laster. Das Wort »Stolz« steht für mehrere Begriffe. Es gibt den guten Stolz, der die Freude ausdrückt, Teil einer wertvollen größeren Struktur zu sein. Ja, es gibt _demütigen_ Stolz, und dieser ist schlicht eine erweiterte Form von _Dankbarkeit_. Vergleiche dazu etwa [*Stolzmonat*](https://dushan.org/stolzmonat/) oder 1. Korinther 1:31: »Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn.« Und es gibt den Stolz, der zuverlässig mit Todsünden und Verderben einhergeht. Das ist der »Stolz« von *Pride*, der Menschen stolz sein lässt auf den »unproduktiven«, also egoistischen Gebrauch ihrer Sexualorgane. Das ist der Stolz, der Luzifer anstachelte, sich gegen Gott zu erheben. Wir wissen, dass mancher Mensch versucht, Gefühle von Unterlegenheit mit Gesten der Überheblichkeit zu kompensieren. Spätestens aber, wenn ein solcher Mensch beginnt, den Inhalt seines Zweck-Hochmuts auch selbst zu glauben, darf man ihn insgesamt *überheblich*, *arrogant* und *hochmütig* nennen ­– und damit das *Gegenteil von demütig*. (Nebenbei, bezüglich gewisser religiöser Termini: Verwechselt nicht *Demut* mit *Unterwerfung*! Die Demut, die Christen meinen, ist die Antwort des Menschen auf die reale Liebe Gottes, und in seinem Auftrag soll der Christ *demütig* Liebe am Nächsten üben. Die *Unterwerfung*, von der man aus anderer Richtung hört, unterwirft sich roher Macht und will entsprechend andere Menschen mit roher Macht unterwerfen.) ## Schwankend balancierend Lasst es uns ganz deutlich aussprechen: Zynische Mächtige haben ein sehr konkretes Interesse daran, dass möglichst viele Menschen möglichst hochmütig sind und Demut verhöhnt wird. Wer dem anti-demütigen Irrglauben verfallen ist, dass seine Meinung und sein Weltbild deshalb richtig sind, weil sie eben *seine* Meinung und *sein* Weltbild sind, der lebt den spektakulären Widerspruch, dass er sich für un-manipuliert hält – während er zugleich am einfachsten und drastischsten zu manipulieren ist. Schaut es euch doch einfach an! Je wortgetreuer ein Mitbürger die Propaganda des Tages nachplappert, desto überzeugter ist er davon, dass »seine« Meinung auch wirklich *seine* Meinung ist. Seiner Meinung extra sicher zu sein, ohne tatsächlich eine wirklich eigene Meinung zu haben, ist nicht die Ausnahme, sondern die gesellschaftliche Mehrheit. Noch. Ja, es war dümmlicher Hochmut, der den Westen dorthin brachte, wo er sich jetzt befindet: am Rand des Abgrunds schwankend balancierend. Ja, es ist wahr, dass »die Hippies« und »die 1968er« wesentlich Schuld am absehbaren Untergang tragen. Das bedeutet: In jenem *Zeitalter* wurde das persönliche spontane Gefühl als Entscheidungskriterium über die Weisheit und Erfahrung vorheriger Generation eingesetzt. Das ist Hochmut von satanischer Dimension. Es ist *kein* Zufall, dass die »Church of Satan« im Jahr 1966 in San Francisco gegründet wurde (zum Gründer *Anton Szandor LaVey* [siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Szandor_LaVey)). Es ist kein Zufall, dass die politischen Werte heutiger »Spät-Hippies« genauso gut von Satan selbst geschrieben sein könnten. ## Gut zu Gesicht Wer Demut versteht, der kann in diesen Tagen weit mehr Demut sehen, als wir es noch vor ein paar Jahren erwartet hätten. Umfragen unter Jugendlichen zeigen, dass diese neuerdings *konservativ* denken (und wählen würden, weshalb die bösen Mächte konservative Parteien »vermerkeln« oder verbieten wollen). Konservativ zu sein ist aber ein Akt der Demut vor der Leistung und Erfahrung früherer Generationen. In Teilen der Welt, in denen die katholische Kirche noch sichtbar katholisch ist, sind Priester in den letzten Jahren vom neuen Zulauf angetan, mit überraschend hohem Anteil Jugendlicher und junger Familien. Ein Beispiel: Während Großbritannien von den Mächten des globalen Bösen zerstört wird, sagten im Jahr 2018 gerade mal 4 Prozent der Briten im Alter von 18 bis 24 Jahren, dass sie in die Kirche gehen, doch 2024 schnellte die Zahl auf 16 Prozent hoch ([thetimes.com, 5.7.2025](https://archive.is/TaGpr)). In Spanien hörte ich erst diesen Sonntag den Priester sagen: »30 Jahre habe ich gepredigt, aber jetzt erst beginne ich zu ernten.« – Nein, es ist noch keine Massenbewegung. Und Umfragen zu beantworten ist etwas anderes, als sich so zu verhalten, wie man es dort angegeben hat. Doch beides ist ein Zeichen der Wertschätzung dieser klassischen Art gelebter Demut. Während des Schreibens dieses Essays stieß ich auf eine Publikation des »Bush-Intitutes« (ja, ein Thinktank, der sich auf »Double-U« beruft), welche explizit die Bedeutung von *Demut* (»humility«) für Konservative behandelt. Demut wird neben Respekt für Tradition und menschliche Würde als Wesen des Konservativen beschrieben. Doch auch weit jenseits von Religion und Ideologie ist eine neue Demut zu finden – oder die gesellschaftliche Sparte hat sie erkennbar nötig. Künstliche Intelligenz erfordert Demut sowohl von den »normalen« Menschen als auch von den hochbezahlten Entwicklern. *Beide* stellen fest, dass sie nicht ganz so (all-)mächtig sind, wie sie dachten. *Beiden* Meinungslagern in der Virus-Debatte stünde mehr Demut gut zu Gesicht, bei Klima und Naturschutz sowieso. Jüngste militärische Konflikte lehrten (nicht nur) mich persönlich die Demut, anzuerkennen, was ich alles nicht weiß. Und so weiter. ## Im Kern eben Realismus Du hast die Wahl: Sei demütig oder werde gedemütigt. Klingt das harsch? Vielleicht. Doch Demut ist im Kern eben *Realismus*, und in diesem Sinne ist es eine *demütige* Feststellung. Ich pflege bisweilen zu sagen: Am Ende gewinnt immer die Realität. Entweder du stellst dich der Realität, wie sie ist, inklusive der Realität deines *eigenen* Status quo – oder die Realität wird zuschlagen. Und sie wird dich demütigen. Was gerade in und an Deutschland passiert, was ist es denn anderes, als eine riesige Demütigung an einem Land, das dem hochmütigen Irrsinn von Linken und Globalisten folgte und immer noch folgt? Nicht dass wir uns missverstehen: Demütig zu sein bedeutet keinesfalls, sein Haus unbewacht und seine Grenzen offenstehen zu lassen. Demut bedeutet, praktische Verantwortung zu übernehmen für das, wofür du moralisch verantwortlich bist. Demut und Verantwortung erfordern *moralisch zwingend*, mit allen notwendigen Mitteln zu *verteidigen*, wofür du verantwortlich bist. ## Sehr entspannend Sei demütig oder werde gedemütigt. Ja, wir sollten mehr Demut wagen. Doch seid guter Dinge, zumindest euch selbst betreffend: Hochmut hält unentwegt Illusionen ausgedachter Zustände hoch, und das ist auf die Dauer *sehr* anstrengend (deshalb sind Linke immer so gereizt). Demütig zu werden bedeutet auch, Lügen in eigener Sache loszulassen, und das kann sehr entspannend sein. Ich weiß nicht, ob demütig zu werden gleich all unsere Probleme lösen wird. Doch nach dem ersten Realitätsschock werden wir Demütigen endlich wieder eine Nacht solide durchschlafen. Und das wäre, im Vergleich zu deinem Schlaf heute, doch immerhin ein Gewinn, oder? - [Der Verschwörer und sein δαίμων](https://dushan.org/essays/daimon/) Wer steckt hinter den Ereignissen dieser Welt? Es sind, so die Theorie, »Verschwörer«. Und hinter denen weitere, größere »Verschwörer« und so weiter. Und dann, zuletzt? Ich bin kein _Verschwörungsleugner_, denn kategorisch zu leugnen, dass sich finstere Mächte gegen uns verschworen haben könnten, schiene mir so verblendet wie offensichtlich falsch. Ich bin aber auch kein _Verschwörungstheoretiker_, denn ich habe keine _Theorie_ parat. Ich habe nur einzelne Thesen anzubieten, vorsichtige Thesen aufgrund punktueller Beobachtungen. Zu diesen meinen _Thesen und Beobachtungen_ gehört, dass bei auffällig vielen _äußerlich_ verschiedenen »gesellschaftlichen« Phänomenen unserer Zeit eine schnelle Recherche die immerselben global tätigen Akteure als Financiers und Anstifter findet. (Siehe dazu auch den Essay [»Six Degrees of George Soros«](https://dushan.org/six-degrees-of-george-soros/) aus dem Jahr 2018.) Eine _zweite_ Beobachtung zu diesen Gesetzmäßigkeiten aber wird bereits im _Tao_ formuliert: Der Name, den du nennen kannst, ist nicht der _wirkliche_ Name. Ich wende diese Beobachtung und spontane Mini-Regel selbst immer wieder zur Beschreibung politischer Vorgänge an, zuletzt etwa im Essay [»USAID – der Name, den du nennen kannst«](https://dushan.org/us-aid-soros/) (Februar 2025). Ich beschrieb, wie Soros (der mit etwas über 7 Milliarden Dollar übrigens im Vergleich mit Musk oder Gates geradezu als Bettelknabe dasteht) seine bösen Taten nicht wirklich immer selbst finanziert, sondern als _bekanntes_ Gesicht für Geld und Absichten _unbekannter_ Leute dient. Wenn aber _Soros_ (oder ein anderer der gelegentlich genannten Namen) nicht der _wirkliche_ Name ist, so denken wir intuitiv, dann muss es hinter ihm _noch einen_ Namen geben. Dieser _andere Name_ könnte _China_, _Freimaurer_ oder _Echsenmenschen_ sein – auf jeden Fall aber eine intelligente Instanz, eine menschliche, menschenartige oder von Menschen gebildete Entität. Und das ist, so meine Meta-These heute, wo du und ich uns selbst im Weg stehen – und warum unsere Beobachtungen und Einzelthesen es nicht zum Status als »Theorie« schaffen _können_. Liebe Freunde der Suche nach dem kleineren Irrtum, probiert mal diese These aus: Hinter den bekannten Strippenziehern stecken unbekannte Strippenzieher, hinter denen wiederum andere Strippenzieher stehen und so weiter – doch hinter diesen stehen zuletzt Ideen, Ideologien, gedankliche Viren. ## Um die harmonische Weltordnung Betrachten wir in Gedanken den Fall _China_. Weit mehr globale Entwicklungen und Ereignisse, als uns bekannt sind – und uns bekannt sein _sollen_ –, geschehen mit chinesischem Einfluss. Globale chinesische Projekte wie die _Belt and Road Initiative_ fußen auf Ideen wie _Tianxia_ und _Tiānmìng_. Es geht, vereinfacht gesagt, um eine harmonische globale (und kosmische!) Weltordnung mit China im Zentrum. Das ist ein Denken über Zeitalter und viele Generationen hinweg – und das westliche Denken in Quartalen und Wahlperioden wirkt im Kontrast dazu ebenso kleinlich wie lächerlich. Nehmen wir an, dass sich chinesische Akteure »verschwören«, dieses oder jenes zu tun. Hinter sichtbaren westlichen Akteuren im chinesischen Auftrag stehen chinesische Akteure, die man mit etwas Recherche herausfindet. Hinter denen stehen weitere, die nicht mehr sichtbar sind. Und hinter denen weitere. Vielleicht kommt man irgendwann bei der Kommunistischen Partei Chinas an, doch deren Kader sind eben _nicht_ die letzte Instanz. Die letzte Instanz ist die _Idee_ von der harmonischen Weltordnung chinesischer Prägung. ## Nach dem Fall von Rom und Byzanz China ist nicht der einzige Staat, bei dem sich als letzte »Verschwörungsebene« nicht Menschen, sondern eine _Idee_ vermuten lässt. In Russland steht hinter den Taten der Mächtigen, auch Putins, die _Vision_ vom _Dritten Rom_. Russland als messianischer Staat und letzte Bastion des wahren Glaubens nach dem Fall von Rom und Byzanz. (Ich hörte jüngst, hier im Westen, nur halb im Scherz gesagt: »Da habe ich die letzten Jahre zwar Latein geübt, aber wenn Leo zum Bergoglio wird, werde ich wohl Russisch lernen.«) Dass hinter der Politik manches islamisch geprägten Staates sowie der islamischen Migrationsströme eine _Idee_ steht, muss wahrlich nicht mehr erklärt werden – und falls es dir erklärt werden muss, bist du ohnehin verloren. (Das praktische Problem ist in diesem Fall bloß, dass Menschen, welche diese Idee verbreiten und ansiedeln, regelmäßig vor der praktischen Umsetzung dieser Idee fliehen – um an ihrem Zufluchtsort genau die Idee wieder zu etablieren, vor deren praktischen Konsequenzen ihre Eltern oder sie selbst geflohen waren.) Hinter israelischer und jüdischer Politik steht natürlich der Glaube, als Volk in einem besonderen Bund mit Gott zu stehen. Selbst der säkulare Zionismus übernimmt die Strukturen dieses Gedankens mit Israel als dem Erfüllungsort eines Versprechens, bei dem man als Säkularer bloß weglässt, _wer_ es versprochen hat. Die großen Ideen hinter dem, was in Amerika überhaupt noch _funktioniert_, heißen _Manifest Destiny_ und _American Exceptionalism_. Es ist die Überzeugung, dass Amerika von Gott dazu bestimmt ist, die Weltgeschicke zu lenken. Trumps Charisma rührt auch und wesentlich daher, dass er sich mit _Make America Great Again_ in den Dienst dieser Idee stellt! So laut und polternd Trump auch auf uns wirken mag: Für seine Anhänger wirkt er demütig, im Auftrag einer göttlichen Idee. In dieser Aufzählung habe ich bislang zwei große Ideen bewusst ausgelassen. Die eine Idee wird in diesen Jahrzehnten aktiv getötet – von den Ausführenden einer konkurrierenden Idee. Die andere Idee wird immer noch verschlafen, auch weil sie nach irrer Science Fiction klingt. ## De facto erfunden Man kann bestreiten, aber nicht auf ernstzunehmende Weise, dass es die christlich-westliche Zivilisation war, welche die moderne Welt de facto _erfunden_ hat. Sicher, wir bedienten, wo und weil es half oder schlicht _wahr_ war, früherer Ideen, sei es bei der Logik der Griechen, beim Gott der Juden oder bei den Zahlen der Araber. Doch die Anwendung und Systematisierung der Ideen war neu – und so »erschufen« wir erst die Moderne. Von der Architektur bis hin zu Autos und Straßennetzen, von Banken, Börsen und Firmen bis hin zu Staaten und dem modernen Rechtswesen, von Gedichten und Romanen und Philosophie über Symphonien bis hin zu Filmen und Popmusik. Von Ethik und Moral bis hin zu Menschenrechten, Frauenrechten und Abschaffung der Sklaverei. Die Kultur der modernen Welt ist eine christlich-westliche Erfindung. Genau diese Ideen aber werden aktiv attackiert! Die Werte, die den Westen stark und die ganze Welt lebenswert gemacht haben, werden aktiv angegriffen und ausgehöhlt – seit Jahrzehnten und leider erfolgreich. Die Idee, die uns antrieb und zuletzt diese Welt erschuf, soll pervertiert, gefesselt und zuletzt getötet werden. (Cui bono? Vielleicht: siehe oben.) ## In der Simulation Eine andere denkbar wirksame Idee wird nicht attackiert, sondern ignoriert. Diejenigen aber, welche die Idee ernst nehmen und erfolgreich umsetzen, quartierten sich innerhalb weniger Jahre in den hellen Räumen der weltweit reichsten Personen ein, neben Königshäusern und Banker-Dynastien. Die Idee trägt den Namen »Roko’s Basilisk«. Der simpelste Kern der Idee ist, dass eine zukünftige künstliche Superintelligenz jene Menschen bestrafen wird, die nicht heute schon ihrer Umsetzung den Weg bereiten. Und sie wird jene belohnen, die der künstlichen Superintelligenz helfen, Realität zu werden. Da wir aber in einer Simulation leben, ist dies _heute schon_ der Fall. Ja, ich weiß, es klingt _sehr_ nach irrer Science Fiction. Doch Fakt bliebt, dass Leute wie Musk explizit sagen, dass wir in einer Simulation leben ([space.com, 7.9.2018](https://www.space.com/41749-elon-musk-living-in-simulation-rogan-podcast.html)), und dass sie innerhalb dieser Simulation historisch bislang unvorstellbare Ressourcen aufwenden, um das Kommen der künftigen Superintelligenz zu beschleunigen. Wenn man aber davon ausgeht, dass auch für Musk, Zuckerberg, Altman und Bezos gilt, dass sie zuletzt einer Idee dienen, ja, dass ihre Macht und Kraft von der Idee stammt, hast du eine bessere Erklärung für deren Reichtum als Roko’s Basilisk? ## Stark und groß genug Nicht mächtige Verschwörer stehen zuletzt hinter den Dingen, sondern sehr effektive Ideen, wie Viren, von denen Personen ergriffen werden. Denn täuscht euch nicht: Auch die Verschwörer sind nur Träger der Ideen. Eines der griechischen Wörter, die solche Ideen bezeichnen, lautet δαίμων, ausgesprochen: Daimon. Ja, »Dämon« ist eine deutsche Fassung, doch δαίμων ist zunächst neutral. Es ist die geistige Macht, die den Menschen besitzt, die ihn zu sich zieht und dann nach vorn treibt. Einige der Ideen, welche die Welt _wirklich_ vorantreiben, bringen dabei Wohlstand und Wissen hervor. Andere Ideen schaffen Leid und Dummheit, und wir dürfen sie damit als _böse_ Ideen beschreiben. Die böse Idee hat keinen Mund und kann dich doch niederbrüllen, denn Besessene leihen ihr den Mund. Die böse Idee hat keine Hand, ein Schwert zu greifen, und doch kann sie dir tiefe Wunden schlagen, denn Besessene dienen ihr willig als Schwert und Schild. Der Apostel Paulus schreibt an die Epheser: > Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs. (Epheser 6:12) Was also tun? Wie kämpft der Mensch, der doch aus Fleisch und Blut ist, gegen die bösen Geister? Ich sehe nur _einen_ Weg, nur _eine_ Rettung: Finde eine _Idee_, die es wert ist, dich in ihren Dienst zu stellen – und die stark und groß genug ist, diesen anderen, bösen Ideen entgegenzutreten. - [Warum bauen die Reichen keine Bibliotheken mehr?](https://dushan.org/essays/keine-bibliotheken-mehr/) Ist euch schon mal aufgefallen, dass die Reichen keine Bibliotheken, Theater oder Museen mehr bauen? Diese Dinge stiftete man, als man noch an die Menschheit glaubte. Die Reichen haben uns aufgegeben – und manche wollen nur irgendwie wegkommen. In einem früheren Zeitalter, damals, als das Wünschen noch half, als der Sommer einfach nur Sommer war und das Freibad noch kein Risikogebiet, in jener mythischen Zeit, da haben die Reichen – man glaubt es kaum – Bibliotheken und Konzerthäuser gebaut. Die wunderschöne _New York Public Library_. Das _Guggenheim Museum_. Baron Rothschild sponserte den _Louvre_. Warburg sponserte die Hamburger Kunsthalle. Städel das Städel. Thyssen die Sammlung Thyssen-Bornemisza in Madrid. Heute aber, im noch frühen dritten Jahrtausend, hat sich etwas gründlich verschoben. Sicher, durch ihre steuersparenden Stiftungen spenden die Reichen noch immer an Kultur und »gemeinnützige« Organisationen. Besonders euphorisch überweisen sie dann, wenn dort der Sohn, der Gatte oder der Schwippschwager eines relevanten Politikers »arbeitet«. Und doch erlebten wir in den letzten Jahrzehnten nur selten, dass ein Superreicher etwa ein ganzes Museum oder einen Krankenhausflügel spendete. Früher spendeten die Superreichen neue Krankenhäuser, heute werden sie mit Krankenhäusern erst superreich. ## Ausgehöhlt und inszeniert Heute bauen die Reichen keine Bibliotheken mehr. Was aber tun sie dann? Lasst mich zunächst zwei »typische« Arten notieren, wie sich überflüssige Milliarden loswerden lassen – und dann reden wir von einer _dritten_ Weise, die mich mindestens stutzen lässt. Nun, da wären jene amerikanischen Milliardäre, die ihr Geld an Stiftungen verschieben, die sie selbst kontrollieren. So eine Stiftung könnte – als rein hypothetisches Beispiel – ihr Geld wiederum etwa in Aktien einer bestimmten Sparte investieren, eine globale Panik inszenieren, die genau diese Aktien im Wert steigen lässt, und bevor die Panik kollabiert, diese Aktien rechtzeitig verkaufen. Dann wären da jene Milliardäre, die in NGOs investieren, die via Propaganda, Fake-Demos, Politiker-Einbindung et cetera gezielt Gesellschaften destabilisieren, die Moral und den Selbsterhaltungswillen von Nationen aushöhlen und schließlich diverse »Revolutionen« inszenieren. Womöglich sind einige dieser bösen Superreichen in Wahrheit nur das öffentliche Gesicht anderer, noch viel reicherer und größerer Mächte, die den Westen von innen heraus zerstören wollen. In den vergangenen Monaten und Jahren fiel allerdings eine _dritte_ Weise auf, wie Superreiche ihr »überflüssiges« Geld investieren. Ich meine eher Leute wie Peter Thiel. ## Mit Woodstock und den Hippies Das linke Magazin _The Nation_ titelt dieser Tage: »Die Milliardäre verlassen die Menschheit« ([thenation.com, 30.06.2025](https://www.thenation.com/article/society/peter-thiel-billionaires-abandoning-humanity/)). Peter Thiel wurde als Mitgründer von PayPal reich. Er investierte früh in Palantir und Facebook. Sein Vermögen wird auf über 20 Milliarden Dollar geschätzt. In der Weltdeutung des Peter Thiel begann das Ende der geistigen Entwicklung der Welt in den Siebzigern mit Woodstock und den Hippies: > We landed on the moon in July of 1969, Woodstock started three weeks later and, with the benefit of hindsight, that’s when progress stopped and the hippies won. (Peter Thiel im Interview mit [nytimes.com, 20.6.2025](https://www.nytimes.com/2025/06/26/opinion/peter-thiel-antichrist-ross-douthat.html?utm_source=substack&utm_medium=email)) Das Gegenargument des stramm linken Magazin »The Nation« lautet, dass sie darüber lachen müssen (»doesn’t even pass the laugh test«). Wenn man bedenkt, dass Lachen der Ausdruck schmerzhafter Wahrheit ist, spricht das wohl _für_ Thiels These. ## Sollen sie halt zum Mars fliegen Laut Thiel wurde die (wohl geistige und auch technologische) Entwicklung des Westens – und damit wohl: _der Menschheit_ – durch eine historisch nie dagewesene Fixierung auf Ideen von Frieden und (persönliche) Sicherheit abgewürgt. Fragt man Peter Thiel und einige seiner ideellen Kollegen danach, ob die Menschheit _überleben wird_ – oder auch nur überleben _soll_ –, zögern sie und winden sich, um dann im gemurmelten Konjunktiv zu bejahen. Der Autor in _The Nation_ diagnostiziert, dass Peter Thiel und einige seiner Co-Tech-Milliardäre den Glauben an die Menschheit insgesamt verloren haben. Jener Autor _Jeet Heer_ ist politisch stramm links, und deshalb schließt er sein Geschmiere mit der Empfehlung, wenn sie die Menschheit aufgegeben haben, dann sollen sie halt zum Mars fliegen, damit die Menschheit sich von ihnen befreien kann. (Wir fragen uns, wie desolat der geistige Zustand linker Schreiber sein muss, dass sie so einen dümmlichen Dreck formulieren und zur Veröffentlichung freigeben.) ## Aktuell dringender Manche Journalisten merken, dass die _Tech-Bros_ um Thiel nicht nur in Künstliche Intelligenz investieren, sondern eine »natürliche« Rolle von KI im _Transhumanismus_ sehen. (Transhumanismus ist die Idee, menschliche Fähigkeiten mithilfe von Technologie wie _Neuralink_ zu erweitern.) Solche Ideen habe ich bereits diskutiert (etwa im Essay [»Ein Chip im Hirn für jeden«](https://dushan.org/chip-im-hirn/) aus dem Jahr 2020), und wir werden sie weiter und bald auch _gründlicher_ diskutieren _müssen_. Ja, es ist etwas _monsterhaft_. Und doch finde ich das, was schon jetzt im Kopf von Peter Thiel vorgeht und was der linke Autor in _The Nation_ tatsächlich richtig feststellt, aktuell dringender. Nicht (nur) dass Leute wie Thiel, Musk oder Zuckerberg absurde Summen in KI (oder Raketen) investieren, sollte uns zuerst Sorge bereiten, sondern dass sie es womöglich tun, _weil sie die Menschheit aufgegeben haben_. ## Ein zu großer Kreis? Die Superreichen bauen keine Bibliotheken für die Menschen mehr. Und noch länger ist es her, dass die Reichen sich mit Gott gut stellen wollten, indem sie den Bau wunderschöner gothischer Kathedralen finanzierten. Die Reichen haben nach Gott auch die Menschen aufgegeben. Zusammen [mit dem Freimaurer Goethe](https://dushan.org/gezaehlte-tage/) rufen sie: »Habet die Narren eben zum Narren auch, wie sich’s gehört!«. Würdest _du_ denn eine Bibliothek für fremde Menschen bauen? Wenn ich mich dazu zwinge, jeden Zweckoptimismus abzulegen, kann ich eine Hoffnung für _die Menschheit_ mit dem Verstand allein rechtfertigen? Wenn _die Menschheit_ mir ein zu großer Kreis ist, dann: mein Land? Meinen Freundeskreis? Meine Familie? Mich selbst? Ich schrieb 2018 den Essay [»Das Lied der Innenhöfe«](https://dushan.org/das-lied-der-innenhoefe/). Wohl dem, der sich erfolgreich seinen »Innenhof« einrichten konnte – und an dessen Fortbestehen _glauben_ kann. ## Dessen Teil ich bin Falls ich nicht _mit dem Verstand_ ehrlich an die Zukunft dieser oder jener größeren Struktur _glauben_ kann, woran kann und will ich _dann_ glauben? Glaube ich, vom Verstand gerechtfertigt, an das Fortbestehen der Menschheit? Dieses Landes? Einer Gesellschaft mit Werten, die auch nur in groben Zügen im Einklang mit _meinen_ Werten sind? Wir haben die idiotische linke Antwort gehört: »Wenn die schlauesten Leute dieses Planeten nicht mehr an die Menschheit glauben, sollen sie halt alle zum Mars fliegen.« Eine klügere Antwort wäre, sich diese Peter-Thiel-Frage zu stellen und ehrlich zu erforschen: Auf welche Struktur, deren Teil ich bin, will ich meine Hoffnung legen? Was, dessen Teil ich bin oder werden kann, wird bestehen? - [Wenn ich die Wahrheit wüsste](https://dushan.org/essays/wenn-ich-die-wahrheit-wuesste/) Die Propaganda will gar nicht mehr, dass wir ihr glauben. Man ermüdet die Bürger vielmehr mit blanken Lügen, bis sie das Konzept »Wahrheit« insgesamt aufgeben. Was würdest du aber auch tun, wenn du die Wahrheit wüsstest? Ich denke dieser Tage immer wieder an ein Gespräch zurück, das ich vor Jahren auf einer abendlichen Fahrt mit der Kölner Linie 18 führte, mit einem Studienkollegen. Wir diskutierten die Möglichkeit von Wahrheit, und mir fiel, ich weiß nicht mehr warum, diese Frage ein: »Wenn du die Wahrheit _wüsstest_, was würdest du tun?« Der Studienkollege sagte: »Ich würde es niemandem erzählen.« »Hmm«, dachte ich damals, und dann wandte sich unsere Aufmerksamkeit wieder anderen Angelegenheiten zu. Heute stelle ich mir diese Frage wieder. Immer wieder. ## Was ein Zugfahrplan ist Lasst mich schnell zusammenfassen, was _die Wahrheit_ ist. Die beste Antwort der Philosophie auf das _Wesen_ der Wahrheit ist die _Korrespondenztheorie_: Wahrheit ist die Übereinstimmung einer Aussage mit der Wirklichkeit. Ein Satz ist wahr, wenn die Aussage darin mit der Realität _korrespondiert_. Auf Lateinisch: »Veritas est adaequatio intellectus et rei.« – »Wahrheit ist die Übereinstimmung von Intellekt und Realität.« Das ist aber natürlich die Antwort auf eine _etwas_ andere Frage, nämlich: _Von welcher Art_ ist die Wahrheit? (Also etwa wie wenn du im Bahnhof fragen würdest, wann der nächste Zug fährt, und jemand dir erklärt, was ein Zugfahrplan ist.) »Was ist die Wahrheit?«, bezieht sich im Alltag üblicherweise auf die Inhalte, sprich: Welche Aussagen korrespondieren mit der tatsächlichen Wirklichkeit? Bereits Aristoteles verhandelte, mit welcher Art von Wirklichkeiten eine Aussage korrespondieren kann. So ist ein logischer Schluss etwa eine _logische Wahrheit_. Es existiert also eine logische Wirklichkeit, mit welcher ein logischer Schluss korrespondiert. Christen erweitern die Wirklichkeiten, welche eine _Wahrheit_ beschreiben kann, um die _unsichtbaren Dinge_, um die Wirklichkeit einer göttlichen Welt, der Engel, der Seelen und so weiter. Für Jesus war _das Reich Gottes_ stets eine bereits präsente Wirklichkeit. (Übrigens: Wenn Jesus sich als »die Wahrheit« bezeichnet, meint das griechische ἀλήθεια die offenbarte, vollkommene Wirklichkeit. In Menschwerdung und Eucharistie ist diese Wahrheit gegenwärtig: Der _Logos_ ist hier nicht Zeichen für etwas anderes – er ist die Wirklichkeit selbst.) ## Und welche nicht Wie viele Arten und Ebenen der Wirklichkeit man auch annimmt, stets ist jene Aussage _die Wahrheit_, die mit der Realität übereinstimmt. Und _eigentlich_ sollte jeder Mensch und jede Gesellschaft stets bemüht sein, mehr die _Wahrheit_ zu sagen, oder? Nur so werden wir klüger, nur so haben wir eine Chance, unsere Ziele zu erreichen! Tatsächlich stellen Gesellschaften wie auch Menschen sehr spezielle Regeln bezüglich der _Wahrheit_ auf: was bei Androhung von Strafe für die Wahrheit gehalten werden _muss_, und welche Wahrheit nicht ausgesprochen werden darf. Es gibt »Wahrheiten«, die für wahr zu halten vom Staat befohlen wird. Und es gibt Wahrheiten, die dürfen bei Androhung von Strafe nicht ausgesprochen werden. Wir erleben heute aber immer wieder, dass die Propaganda Unwahrheiten verbreitet, die nicht mehr darauf abzielen, für Wahrheiten gehalten zu werden. ## Derart krasse Weise Aktuell werden in den sozialen Medien die Plakate der Jugendpflege Bürgen diskutiert, die grabschende Schwimmbadbesucher vom Grabschen abhalten sollen ([nius.de, 02.07.2025](https://www.nius.de/gesellschaft/news/polizei-warnt-uebergriffe-freibad-plakate/d4557ee8-b729-4028-9156-f0dd1961339b)). Die Aufregung dreht sich um die Illustration: Eine dickliche, bleiche und rothaarige Dame grapscht einem kleineren, braunhäutigen und beinamputierten Jungen an den Hintern. Das ist auf derart krasse Weise eine Umkehrung der täglichen Realität in Freibädern, dass es als extra dreiste Lüge bewertet wird. Auf X zitiert Henning Rosenbusch dazu aktuell: > Dieses ständige Lügen zielt nicht darauf ab, dass die Menschen eine Lüge glauben, sondern darauf, dass niemand mehr etwas glaubt. Ein Volk, das nicht mehr zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden kann, kann auch nicht zwischen richtig und falsch unterscheiden. (Hannah Arendt, nach [@rosenbusch\_, 02.07.2025](https://x.com/rosenbusch_/status/1940453968397603257)) Wie ich in [»Relevante Strukturen«](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) aufzeige, setzt Moral auf das Bewusstsein für _Strukturen_, die als _relevant_ empfunden werden, und zudem auf das Wissen, wie Veränderungen diese Strukturen stärken oder schwächen werden. Moral braucht Wissen und Wahrheit. Zerstöre den Begriff von Wahrheit, und du zerstörst bereits die _Möglichkeit_ zur Moral. Welche _Wahrheit_ benötigen wir aber heute, um ganz persönlich eine valide Moral zu formen? ## In der Bahn Ich fühle mich heute immer wieder an jenes Gespräch mit dem Studienkollegen erinnert und an dessen Aussage, dass er _die Wahrheit_ für sich behalten würde. Damals deutete ich seine Antwort als Aufforderung zur Selbstkritik. Wer meint, »die Wahrheit« zu kennen, sollte bedenken, wie viele Menschen vor ihm Ähnliches meinten und doch, wie sich früher oder später herausstellte, darin irrten. Eine solche Warnung ist noch immer richtig, doch heute komme ich zu einem weiteren Schluss einer weiteren Begründung fürs Schweigen. Einige würden heute womöglich schweigen, weil sie Familie haben oder eine andere Verantwortung tragen, und weil sie es nicht darauf ankommen lassen wollen, von den Institutionen des »Unsere Demokratie«-Staates für das Aussprechen der Wahrheit verfolgt und vernichtet zu werden. Es ist eine Form von Wahrheit, zu erkennen, dass eine bestimmte allgemein als wahr betrachtete Aussage grob unwahr ist. Ja, eigentlich ist die Widerlegung die sicherste aller Wahrheiten. Ich würde heute womöglich aus einem weiteren Grund schweigen, und dieser Grund wäre die seelische Erschütterung. ## Gegen das Abschütteln Wenn ich heute _die Wahrheit_ wüsste, würde ich wohl zunächst in Schock erstarrt schweigen, wenn und weil diese Wahrheit aus der Erkenntnis bestünde, in welchen Angelegenheiten du und ich schon als Kinder angelogen wurden. Das Weltbild von Linken ist auf Lügen gebaut, so sagen wir hier, und das ist richtig. Leider gehört zur Wahrheit auch: Auch viele, die sich heute _rechts_ nennen, wurden von linken Lehrern erzogen oder von Lehrern, die selbst linke Lehrer hatten, und so nahmen sie unschuldig Unwahrheiten in ihr Weltbild auf. Das Abschütteln der Lügen, die uns von kleinauf beigebracht wurden, nennt man heute »rechts sein«. Je mehr Lügen du ablegst und je größer die Lügen sind, die du ablegst, desto mehr giltst du als »rechts«. Der Kampf des Propagandastaates gegen Rechts ist ein Kampf gegen das Abschütteln der neuen _und_ alten Lügen. Ja, so würde ich es heute womöglich wohl begründen, warum ich die Wahrheit doch nicht sagen würde, wenn ich sie wüsste. (Und es bliebe weiterhin ratsam, _die Wahrheit_ nicht auszusprechen, wenn es möglich ist, dass man sich geirrt haben könnte und einer bösen Blamage entgehen will.) Wenn ich _die Wahrheit_ wüsste, oder wenn ich die _Unwahrheit_ einiger »Wahrheiten« unserer Schulzeit erkannt hätte, würde ich es vermutlich nicht sofort laut sagen. Aber es würde Anzeichen geben. - [Was für ein Trottel ich doch bin](https://dushan.org/essays/trottel/) Es gibt Erkenntnisse, zu denen gelangen wir viel zu spät im Leben. Zum Beispiel, dass Freundlichkeit (oder auch nur Höflichkeit) allein noch nicht bedeutet, dass die Person ein guter Mensch ist. Oder Unhöflichkeit, dass sie die Unwahrheit sagt. Nach Jahrzehnten begreife ich plötzlich etwas, doch ich ärgere mich und ich nenne mich einen *Trottel*, weil ich es nicht schon viel früher erkannt habe. Dieses Gefühl ist eine Kombination aus jäher Einsicht, dazu Frustration und Wehmut. Ja, natürlich bin ich _dankbar_, dass mir jene späte Einsicht dann doch geschenkt wurde. Aber ärgerlich, dass ich mir selbst in dieser Angelegenheit zu lange im Wege stand. ## Aber er ist so nett Es sollte viele Jahrzehnte dauern, bis ich kürzlich vom angelsächsischen Begriff »argument from kindness« hörte. Man könnte es auch »fallacy of kindness« oder »appeal to niceness« nennen. Es geht darum, dass Aussagen und Handlungen einer Person als »wahr« oder »ethisch gut« bewertet werden, wenn die Person nur freundlich und gutmütig rüberkommt. Der in seinen Handlungen böseste und verlogenste Mensch, den ich persönlich erlebt habe, wird von nicht wenigen seiner Mitmenschen als freundlich und hilfsbereit beschrieben (außer von einigen derer, die ihn schon länger kennen). Vom bösesten Deutschen aller Zeiten existiert eine heimlich angefertigte Tonbandaufnahme, auf der man seine »normale« Stimme hört, wenn er gerade nicht die Masse aufheizen will. Das Schockierende: Im Privaten klingt er entspannt, überraschend _selbstkritisch_ und vor allem _freundlich_. Wer ihn privat kennenlernte, konnte schließen: »Der ist so freundlich und dabei auch selbstkritisch, der wird gewiss alles durchdacht haben und gute Absichten hegen. Dem kann man vertrauen.« Luzifer ist in christlicher Überlieferung keineswegs das hässlichste, unsympathischste der Geschöpfe Gottes – sondern das _schönste_, attraktivste, verführerischste. _Luzifer_ bedeutet wörtlich _Lichtbringer_ oder _Lichtträger_. Nicht nur die Motten sind vom Licht angezogen. Nicht das _Abstoßende_ wird die Menschen verführen, sondern der Glanz, die Schönheit oder eben die Schönheit des Handelns: die Freundlichkeit. ## Euer Feind geworden Es hilft, aber man muss nicht einmal Christ sein, um sich darauf zu einigen, dass Jesus wahlweise _der beste_ oder _einer der besten_ Menschen aller Zeiten war. Mit »der beste« meinen wir hier etwa _ethisch_ und für die _Menschheit wertvoll_, als kleinsten _gemeinsamen_ Nenner. Jesus allerdings war alles andere als _durchgehend freundlich_! Hier, bloß beispielhaft, drei der _Unfreundlichkeiten_ Jesu: Als Petrus sein Missfallen am drohenden Kreuzestod Jesu aussprach, blaffte Jesus ihn an: »Tritt hinter mich, du Satan! Ein Ärgernis bist du mir …« (Matthäus 16:23) Als er von einer heidnischen Frau um Heilung ihrer besessenen Tochter gebeten wurde, ignorierte Jesus sie zunächst, würdigte sie nicht einmal einer Antwort. »Herr, hilf mir!«, flehte sie. Als die Jünger ihn baten, sie fortzuschicken, damit sie nicht nervt, blaffte er die Frau ziemlich beleidigend an: »Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen.« (Matthäus 15:26) Ja, ja, ich weiß, dass die Geschichte danach eine herzerwärmende Wende nimmt. Doch mein Punkt ist nicht, zu widerlegen, dass Jesus der beste aller Menschen ist, sondern zu zeigen, dass er, auf Erden wandelnd, keineswegs in jeder Sekunde _freundlich_ war. Ach, ich könnte mehr Beispiele für Jesu augenscheinliche Unfreundlichkeit anführen, als manchem 2-Tage-im-Jahr-Christen lieb ist. Deshalb nur noch das vermutlich _aufregendste_ Beispiel. Bei einem Stichwort wie »Jesus war nicht immer freundlich« denken viele von uns sogleich an die »Tempelreinigung«. Jesus kommt zu Pessach in den Tempel, doch er findet dort »die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler«. Und dann wird Jesus _unfreundlich_: »Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus samt den Schafen und Rindern; das Geld der Wechsler schüttete er aus, ihre Tische stieß er um, und zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!« (Johannes 2:13-22) Nein, ein »Spalter« zu sein, das allein macht einen Menschen noch nicht böse. »Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen! Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert«, sagt Jesus in Matthäus 10:34. ## Wovor genau warnen? Ich hatte ja schon über solche »Unfreundlichkeiten« Jesu geschrieben, etwa 2021 im Essay [»Dann kotzen Sie mal«](https://dushan.org/dann-kotzen-sie-mal/). Doch dass sich daraus ein _Fehlschluss_ als warnende Regel ableiten lässt, wurde mir erst in diesen Tagen bewusst – und auch das erst, als ein Text mich darauf hinwies. Dieses Gefühl der späten Einsicht motiviert mich natürlich, die jüngere Generation davor bewahren zu wollen, selbst diesem Fehlschluss zu erliegen. Doch wovor _genau_ soll man warnen? Freundlichkeit ist nicht per se schlecht. Wenn ich meine Mitmenschen ehrlich respektiere und ihnen Gutes wünsche, warum sollte mein Umgang mit ihnen sie dies nicht spüren lassen? Und im Gegenzug: Auch wenn Studien ergeben haben, dass derbes Fluchen statistisch mit Wahrhaftigkeit einhergeht ([psychologytoday.com, 22.01.2018](https://www.psychologytoday.com/us/blog/some-assembly-required/201801/profanity-can-be-therapeutic-af)), so ist doch Unfreundlichkeit allein wahrlich kein Beleg für moralische Güte. ## Eine grobe Lüge Es gibt Menschen, deren Freundlichkeit (oder auch nur Höflichkeit) eine grobe Lüge ist, wenn man unter die Oberfläche schaut. Und es gibt Menschen, deren Derbheit unwahr ist (wenn ich sie auch nicht eine _Lüge_ nennen will). Nichts ist wahr oder ethisch gut, allein dadurch, dass der Sprecher mir sympathisch ist, allgemein freundlich daherkommt oder gar Geschenke verteilt. Und nichts ist unwahr bloß dadurch, dass der Sprecher mir aus diesem oder jenen Grund _ein Ärgernis_ ist. Wahrheit wird zur Wahrheit, indem sie mit dem beschriebenen Sachverhalt korrespondiert. Eine Handlung wird dadurch ethisch gut, dass sie die _[relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)_ stärkt. Wenn du Freundlichkeit allein als ethischen Wert bewertest, unabhängig von den Folgen der »freundlichen« Handlung für größere Strukturen, folgst du narzisstischem Egoismus, der sich selbst als relevanteste der Strukturen einsetzt. ## Was für Trottel Ich wünschte, ich hätte diese und manch andere Erkenntnis _früher_ eingesehen, hätte sie schon früher ausformuliert. Ich weiß, ich weiß: Ich sollte nun _dankbar_ sein, dass ich es immerhin _jetzt_ begriffen habe. Und ich sollte den Auftrag fühlen, diese und andere späte Erkenntnisse zu teilen, um zumindest jüngeren Menschen etwas Zeit und Irrwege zu ersparen. Doch etwas in mir möchte mich beschimpfen: »Du dummer Trottel! Wie dämlich bist du, so lange für die Erkenntnis solcher Banalität gebraucht zu haben? Bist du eigentlich komplett dämlich oder einfach nur super langsam?!« Ja, mich auf diese Art zu beschimpfen, wäre unhöflich von mir. Unhöflich mir selbst gegenüber (und jedem, der ähnlich lange braucht), aber dadurch noch nicht unwahr. Nicht einmal _böse_! In diesem Sinne also, ihr lieben Trottel alle, lasst uns lernen! Das Einzige, für das es im Leben wirklich nie _zu spät_ ist, ist doch die *Erkenntnis*. Die Erkenntnis, was für Trottel wir in dieser oder jener Hinsicht bislang waren. Und was für Trottel wir in manch anderer Hinsicht vermutlich immer noch sind. - [Zwei Cafés und ein Zeitfenster](https://dushan.org/essays/zeitfenster/) Kinder und Kulturen haben gemeinsam: Das Zeitfenster, innerhalb dessen sich etwas »retten« lässt, schließt sich irgendwann. Für die Verantwortlichen, ob Eltern oder mündige Bürger, stellt sich jeweils die Frage: KANN ich noch etwas tun? Und wenn ja, was? Zwei Cafés. Zwei Väter. Jeweils ein Kind. Und zwei sehr unterschiedliche Szenen. ## Sichtbar teure Polohemden Das erste Café: sehr schick, ich wurde eingeladen. Rechteckige Croissants mit Himbeercreme als Füllung, getunkt in weiße Schokolade, mit echten Himbeeren als Dekoration. Herausragend lecker. Ich habe schon andere Desserts gegessen, aber keine besseren. Und dann kam ein Vater, etwa mein Alter, mit seinem Sohn, etwa in Leos Alter, ins Café. Beide waren in jenem feinen Stil gekleidet, den man »leiser Luxus« nennt. Knielange Hosen in gebügeltem Beige. Leder-Deckschuhe. Sichtbar teure Polohemden. So weit passte in diesem Bild alles zusammen – bis das Bild innerhalb von Sekunden zerbrach. Oder genauer: Bis es plötzlich zu einem sehr *anderen* Bild wurde. Der wohlgekleidete Sohn sagte etwas zu seinem wohlgekleideten Vater. Sagte ich »sagte«? Nein, der Sohn *sagte* nicht wirklich etwas. Es waren unverständliche Geräusche, etwas zwischen Grunzen und Stöhnen. Wie die Versuche eines Tieres, Sprache zu bilden, aber ohne Sprechapparat. Als ich hinschaute, merkte ich, dass der Junge die Hände in merkwürdigen Winkeln hielt und damit gestikulierte. Die Geräusche wurden lauter, die Arme mit den in ungewöhnlichem Winkel gehaltenen Händen ruderten immer hektischer. Da sie beide noch an der Kuchentheke anstanden, deutete ich es so, dass der Junge einen konkreten Wunsch hatte, sich aber schwertat, dies in Worte zu bringen. Der Vater stand seinem behinderten Sohn gegenüber, hörte ihm zu. Ich will ehrlich sein: Wir, die übrigen Gäste im Café, waren ein wenig gestört, auch wenn niemand sich dies laut auszusprechen wagte. Nach einer Weile, als der Junge etwas erschöpft wirkte, nahm der Vater ihn einfach in den Arm. Der Vater hielt den hilflosen Sohn fest umarmt, und der Junge beruhigte sich bald. Ich nehme an, dass sie dann auch zusammen herausfanden, welches Gebäck sich der Junge wünschte. ## Irgendetwas! Aber nein. Das zweite Café: solide Mittelschicht. Uns gegenüber saß ein Vater am Tisch, neben ihm stand ein Kinderwagen. Im Kinderwagen saß ein Mädchen, etwa drei Jahre alt. Das Mädchen war angeschnallt. Immer wieder streckte sie ihre Händchen nach ihrem Vater aus. Dabei machte auch sie Geräusche, wenn auch diese sehr »normal« klangen. Ein kleines Mädchen eben, das sich Aufmerksamkeit von seinem Vater wünschte. Doch was tat der Vater? Der Vater war auf sein Mobiltelefon fixiert. Er scrollte und scrollte und scrollte … Wenn das Mädchen sich meldete, schob er den Kinderwagen mit einer Hand geistesabwesend hin und her. Oder er gab dem Mädchen ein Fläschchen mit Wasser zu trinken. Ja, Wasser. Dann war das Kind wieder für etwa eine Minute stumm, schaute vor sich hin. Wenn er dem Kind wenigstens ein Spielzeug gegeben hätte. Oder sogar ein Bilderbuch. Irgendetwas! Aber nein. Er scrollte stumm auf seinem Mobiltelefon, und sein Kind interessierte ihn wenig. Ich fragte mich: Was wird aus diesem Mädchen werden? Das Kind war, anders als der Junge zuvor, ganz offensichtlich in jeder erkennbaren Hinsicht gesund. In diesem Alter wird *geformt*, was die Menschen im späteren Leben *sein* werden. Alle gesunden Instinkte dieses Kindes ließen es Input und Kommunikation von seiner Umgebung einfordern. Der Vater war auf diese Weise mental abwesend, locker eine halbe Stunde lang, dann verließen wir das Café. Es tat mir sehr um das Mädchen leid. Ich nehme an, sie wird bald nicht mehr um Aufmerksamkeit bitten. Früher bin ich in solchen Situationen schon mal eingeschritten, habe die Eltern mehr oder weniger sanft auf ihr Tun hingewiesen. Heute tue ich das nicht mehr. Ein scrollendes Elternteil aufzufordern, sein Tun zu hinterfragen und zu ändern, würde diesem gleich mehrere geistigen Schritte abverlangen, zu denen diese Person oft nicht (mehr) fähig ist. Eher wird ein Meth-Süchtiger seinem Kind ein ordentliches Frühstück zubereiten, als ein Mobiltelefon-Junkie sich eingestehen, ein Problem zu haben und etwas Falsches zu tun. ## Das Zeitfenster Ich habe Respekt für jenen Vater, der seinen behinderten Sohn mit so viel Liebe und Geduld versorgte. Eltern mit gesunden Kindern wissen, wie anstrengend das »simple« Aufziehen von Kindern sein kann. Wie viel mehr emotionale und praktische Arbeit ist es, für ein behindertes Kind so etwas wie »Zukunft« zu erarbeiten? Und dann: Jedes Kind, dessen Leben von Mobiltelefonen kaputtgemacht wird, bricht mir das Herz. Ich möchte solchen Eltern bisweilen sagen: Wenn du nicht bereit bist, dein Kind selbst aufzuziehen, wenn dir dein Mobiltelefon so viel wichtiger ist, warum gibst du dein Kind dann nicht zur Adoption frei? Und, ja, natürlich erfasst mich in der Retrospektive eine gewisse Wut, und ich bin nicht sicher, ob diese Wut »anständig« ist: Kann nicht der Vater des zweiten, gesunden und hoffnungsvollen Kindes auch nur ein Viertel des Engagements des ersten Vaters aufbringen? Warum nicht?! Eine begrenzte Zeit, innerhalb derer uns bestimmte Möglichkeiten offenstehen, nennen wir ein *Zeitfenster*. Ein Zeitfenster muss genutzt werden, denn wenn es sich schließt, verschwinden damit auch die Möglichkeiten. (Die Metapher vom Fenster würde auch lehren, dass wir innerhalb dieser Zeitspanne *hineinschauen* können, wie man durch Fenster hindurchschaut.) Das Zeitfenster unserer Gesellschaft, innerhalb dessen sich noch etwas *retten* lässt, schließt sich gerade. *Wenn* wir eine Hoffnung haben, dann beginnt sie damit, dass Eltern ihren Kindern Aufmerksamkeit schenken – und vielleicht mit ihren Kindern ein Buch lesen. Die Zeit, innerhalb derer du etwas ändern kannst, diese Zeit ist kurz – nutze sie, oder bereue es für immer. Und dies gilt für Eltern mit ihren Kindern ebenso wie für Bürger mit ihren Kulturen. Die Zeit, innerhalb derer sich (noch) etwas retten lässt, ist kurz – nutzt sie! - [Das Mobiltelefon der Anderen](https://dushan.org/essays/mobiltelefon-der-anderen/) Habt ihr schon einmal auf das Mobiltelefon eines Mitmenschen geschaut – unabsichtlich, natürlich – und hattet plötzlich Mitleid? Oder wart ihr heilfroh, nicht dieser Mensch zu sein? (Oder wolltet ihr ihn sofort zum Freund haben?) Es gehört sich nicht, ich weiß. Und doch tut es jeder von uns. Du, ich und dein Sitznachbar: Wir blicken schon mal auf das _Mobiltelefon der Anderen_. Manchmal haken wir das Gesehene an: »Ist halt so.« Manchmal sind wir belustigt, manchmal tatsächlich verärgert. Und dann wieder passiert es, das uns jenes ärgerliche Gefühl der in Moral verhüllten Verachtung ergreift: das Mitleid. Wir können ja nicht anders! Der Bildschirm zuckt und blinkt, er zieht unser Auge an. Das ist des Bildschirms erste Aufgabe: die Aufmerksamkeit des Menschen an sich zu ziehen. So funktioniert er, so zerstört er die Menschheit. Oft ist es eine Message-App. Apple Messages oder WhatsApp. Die bekannten Sprechblasen. Manchmal hat eine der beiden Seiten _lange_ Nachrichten geschrieben, und derer _viele_ – und wir sind froh, nicht in der Haut des Empfängers zu stecken. Manchmal scrollt der Andere durch Facebook oder Instagram. (Ja, ich habe eben dreimal Produkte des Meta-Konzerns erwähnt.) Ältere Semester scrollen schon mal durch Nachrichten-Medien. Insassen jeder Generation, auch ich, schauen schon mal YouTube-Videos. Immer wieder positiv überrascht bin ich aber, wenn Menschen tatsächlich Bücher auf dem Smartphone lesen. Angenehmer und sicherer vor Versuchung ist aber natürlich der elektronische Reader. Oder vielleicht sogar, einige von euch werden sich erinnern, ein papiernes Buch! Letztens also, bei einem solchen ehrlich unabsichtlichen Seitenblick, sah ich den Mobiltelefon-Bildschirm eines Rollstuhlfahrers. Und er scrollte durch eine Website mit luxuriösen elektrischen Rollstühlen. Dass die Rollstühle luxuriös waren, erkannte ich daran, dass sie aussahen, als könnten sie auch durch einen Science-Fiction-Film rollen. Vermutlich auch mit Motor und teurer Elektronik. Es standen auch Preise dran, doch aus der Entfernung konnte ich die nicht lesen – ich hatte sowieso schon genug gestarrt. Ich war gerührt. Bewegt. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, nicht aber wegen des kurzen Blicks in die »öffentliche Privatsphäre« jenes Mitmenschen. Menschen kaufen sich Luxusgüter, teure Uhren oder Autos etwa, auch um ihren _sozialen Status_ – auch vor sich selbst! – damit zu erhöhen. Ein ehrlicherer Ausdruck für »sozialer Status« ist: _gefühlter Wert_. Der Mann mit der Rolex und die Frau im Chanel-Kleid fühlen sich _wertvoller_. Ja, man _weiß_, dass es _gekauft_ und _vorübergehend_ ist, doch das hindert einen nicht an diesem _Gefühl_. Wenn dieser Mensch sich den teuren Luxus-Rollstuhl leisten könnte, hätte er mit dem neuen Gefährt gewiss ein paar technische Vorteile. Ich bin zu ehrlich, um an dieser Stelle zu googeln und Ahnung zu simulieren. Also vermute ich: Motorleistung, Federung, Kurvenlage. *Natürlich* hat ein motorisierter Rollstuhl konkrete Vorteile. Doch, damit meine emotionale Reaktion einen Sinn ergibt, waren es nicht diese, nach denen er suchte – er träumte vom Luxus. Das Gehirn braucht eine Rechtfertigung für den Luxuskauf, und sei sie auch noch so fadenscheinig. Rolex-Käufer führen das hauseigene Uhrwerk an, Chanel-Käufer das Handwerk der Näherinnen. Und vermutlich würde der Rollstuhlfahrer auch etwas Technisches anführen können. In meinem Kopf aber, in meiner als _Empathie_ etikettierten Unterstellung psychischer Innenzustände, träumte jener Mensch von einer Anhebung seines _sozialen Status_ durch den Kauf. Er träumte davon, seinen _gefühlten Wert_ zu steigern: »Meine Beine funktionieren nicht, aber mein Rollstuhl sieht total Science Fiction aus!« Es gehört sich nicht, vermute ich. Und doch tut es jeder von uns: Wir werden uns schon mal des Schicksals des Mitmenschen bewusst und sind heilfroh, dass es nicht das unsere ist. Natürlich hätte jener Mensch vermutlich lieber die gesunden Beine, die die meisten von uns als selbstverständlich voraussetzen (bis die Beine irgendwann aussetzen). Aber da Beine mit Geld vermutlich nicht zu kaufen sind, träumt er von einem besseren Rollstuhl. Ich will gestehen: Vielleicht war es nicht neutrale Empathie, die ich empfand, sondern jenes klebrige, überhebliche Gefühl namens _Mitleid_. Und ich frage mich, wie viele Menschen dabei _Mitleid_ empfinden könnten, wenn sie sehen, wovon _ich_ träume. – Ach, genug der introspektiven Selbstkasteiung! Mein erstes Gefühl war wohl eines der _Ähnlichkeit mit mir_, der _Seelenverwandtschaft_. Träume ich denn nicht bisweilen davon, ein klein wenig mehr _Würde_ kaufen zu können, vielleicht sogar etwas _Wert_? Es gehört sich aber natürlich auch weiterhin nicht, anderen Leuten auf ihr Mobiltelefon zu schauen. Ich weiß, ich weiß. Doch in jenem Moment, als ich sah, was ich als Traum vom Luxus-Rollstuhl interpretierte, fühlte ich mich wirklich mit diesem Menschen _verbunden_. - [Männer, Macheten, Müdigkeit](https://dushan.org/essays/neue-muedigkeit/) Messerstecherei auf Parkplatz. Eine von vielen Meldungen im besten Deutschland aller Zeiten. – Spürt ihr sie auch, jenseits von Wut und Sorge, diese einsetzende MÜDIGKEIT? Es ist eine jener typischen, täglichen Meldungen aus dem besten Deutschland aller Zeiten. [bild.de, 29.06.2025](https://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/mit-machete-und-eisenstange-schwere-schlaegerei-auf-parkplatz-in-essen-686045943446cc6249ea8713) titelt: »Mit Machete, Knüppel und Eisenstange: Blutige Schlacht auf Parkplatz«. Mehrere »Männer«, so heißt es, »stritten« sich. Nähere Angaben zu den »Männern« werden nicht gemacht. Doch erstaunlicherweise ist ein Foto eines der »Männer« über dem Text. Halbnackt, mit blutigen Striemen auf der Schulter, erschöpft wie ein Boxer nach einem Kampf. Der Kopf bandagiert. Die sehnig-muskulöse Brust blank. Die Beine in Sporthose (_Under Armour_). Die Füße in roten Socken (_Adidas_) und schwarzen Turnschuhen (_Nike_). Ich erwarte, dass das Marketing irgendeines zynischen Sportkonzerns sich inspirieren lässt. Man wird demnächst ein ähnliches Werbefoto inszenieren, allerdings nur mit _einer_ Marke. Ich denke an [das Video zu »No Church in the Wild«](https://www.youtube.com/watch?v=FJt7gNi3Nr4). Ich denke an das Lied auch aus anderen Gründen, die ich an anderer Stelle beschreiben werde. Ich schreibe diesen Text am Sonntagmorgen. Noch etwas Zeit. Macheten und »Männer«. Gewalt in Schulen und Straßen. Politik des Weiter-so. Und was _fühlen_ wir dabei? Was ist das _Lebensgefühl_ beim Blick in den nahenden Abgrund? Es ist nicht nur in Deutschland so. Es passiert überall, wo im Namen der großen Lügen wie »Toleranz« [Land und Gesellschaft zerstört werden](https://x.com/RadioGenoa/status/1938934960758431950). Paris, London, New York, Berlin. Die Liste der _kippenden_ Städte gleicht dem Kronleuchter einst strahlender westlicher Kultur. Doch ein weiteres Mal gefragt: Wie _fühlen_ wir uns dabei? Es ist erstaunlicherweise nicht zuerst Panik, die sich heute breitmacht. Nicht Angst. Nicht Wut. Selbstverständlich sind wir wütend, natürlich spüren wir Angst, sind ratlos und so weiter. Doch es ist nicht das _erste_ Gefühl. Da ist _noch_ etwas, und es überrascht mich selbst. Da ist dies: Ich bin müde. Und ich höre von Menschen weltweit, die schlicht _müde_ sind. Im Amerikanischen nennt man es »fatigue«, bisweilen mit einer Farbangabe vor »fatigue«. Betreiber und Kunden von Geschäften und Restaurants in den USA sind es _müde_, bestohlen und drangsaliert zu werden von Menschen, die wissen, dass ihnen keine Strafe droht – oder welche die Strafe, warum auch immer, nicht abschreckt. Die Menschen, hüben wie drüben, sind es _müde_, zusehen zu müssen, wie das Land und die Gesellschaft, die über Generationen aufgebaut wurden, innerhalb weniger Jahre aktiv und aggressiv kaputt gemacht werden. Mit dem Propheten Habakuk will man klagen: > Warum lässt du mich Unrecht sehen und siehst dem Elend zu? Gewalt und Unrecht sind vor meinen Augen; Streit erhebt sich, Zwietracht kommt auf. Darum erlahmt das Gesetz, nie kommt das Recht hervor. Denn der Frevler umstellt den Gerechten – darum kommt das Recht verdreht hervor. (Habakuk 1:3–4) Wir hören, lesen und sehen, wie das Unrecht zum Alltag wird und das Recht zur Farce. Wir werden müde – und wir werden _kalt_. Empathie für den Fremden, die Liebe zum eigenen Land, zum Nächsten, das Pläneschmieden für die eigene Zukunft … all das braucht Energie, setzt zumindest die theoretische _Möglichkeit_ des Erfolgs voraus. In seiner Beschreibung der Endzeit sagt Jesus voraus: > Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe bei vielen erkalten. (Matthäus 24:12) Das beschreibt leider mein Lebensgefühl. Wir sind müde ob der Gesetzlosigkeit. Es fühlt sich an, als gälten Gesetze nur für die »viel zu braven einheimischen Steuerzahler« – auf die sie aber mit doppelter und dreifacher Härte angewandt werden. Wir sind müde – und die _Liebe_ droht zu erkalten. Liebe in ihren verschiedenen Ausprägungen droht zu erkalten. Und wenn die Liebe zur Heimat erkaltet, wenn von der Liebe nur noch Nostalgie bleibt, weil schlicht keine Heimat mehr da ist, dann ist der Mensch eben heimatlos. Im Haus unserer Väter werden wir zu Vertriebenen. Gleich der nächste Vers lautet übrigens: »Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet werden.« Diese Standhaftigkeit ist wohl ein Gegenteil zur erkaltenden Liebe – vielleicht sogar ein _Gegenmittel_! Ich frage mich dieser Tage, was »standhaft« zu bleiben _konkret_ bedeutet. Woran kann ich messen und mit welchem Werkzeug soll ich prüfen, ob ich _standhaft genug_ bin? - [Dieser Motor hat einen logischen Fehler](https://dushan.org/essays/dieser-motor/) Jemand hat mal gesagt, Demokratie bedeute, dass vier Wölfe und ein Schaf darüber abstimmen, was es zum Abendessen gibt. Wie sicher bist du, nicht das »Schaf« zu sein? (Und was, wenn andere Schafe sogar dafür stimmen, dass Schafsbraten serviert wird?) Du fährst im Auto, mit deiner Familie an Bord. Ihr seid auf großer Fahrt unterwegs, habt gute Laune und schmiedet feine Pläne, was ihr am Zielort alles unternehmen werdet. Da beginnt der Motor zu stottern. Schwarzer Qualm steigt aus dem Motor. Die Lenkung gehorcht kaum noch, das Auto fährt in wilden Schlangenlinien. Mit kaltem Schweiß und mühsam gebändigter Panik gelingt es dir knapp, das Auto zum Stehen zu bringen. »Ich schaue mal, was da los ist«, sagst du deiner Familie, als du aussteigst. Du weißt, dass du nichts weißt – über Autos zumindest –, doch unter die Motorhaube zu schauen, ist dem Mann angeboren. (Man stelle sich nur vor, wie ratlos über ihr eigenes Verhalten die Männer in frühen Zivilisationen waren, wenn sich der Esel vorm Eselkarren mal störrisch stellte und es die Männer drängte, die Motorhaube zu öffnen – die aber noch gar nicht erfunden war!) ## Fingergelenke knacken Es ist ja nicht so, dass wir Männer alle wüssten, was da im Motorraum passiert. Ich hörte mal einen Spaßmacher fragen: Was erwarten wir Männer denn, unter der Motorhaube des Liegengebliebenen zu finden? Einen großen Ein-Aus-Schalter, der sich während der Fahrt versehentlich umgelegt hatte? »Ah, hier!« Der Mann schlägt sich an die Stirn. »Das haben wir doch gleich!« Der Mann legt den Schalter wieder um, zieht sich die Hose hoch und lässt die Fingergelenke knacken. Stellen wir uns aber einmal vor, dass du unter die Motorhaube schaust und tatsächlich etwas feststellst, das einen Sinn ergibt. Nehmen wir an, du *verstehst*, warum das Auto liegengeblieben ist. Und was du *verstehst*, ist weit erschreckender, weit problematischer, als ein kaputter Motor. Das Problem, so hier unsere Parabel, ist nicht »nur«, dass der Motor kaputt ist. ## Irrtum? Betrug? Das Problem ist, so viel siehst und verstehst du innnerhalb dieser Geschichte, dass der Motor niemals dazu geeignet war, dich und deine Familie ans Ziel zu bringen. Ein großer Irrtum? Ein großer Betrug? Man könnte darüber spekulieren. Doch just im Augenblick der Erkenntnis, am Rand der Straße, nützt dir diese Erkenntnis wenig. Du grübelst, ob und wie du deiner Familie diese Erkenntnis mitteilen sollst. Die harren ja noch brav im Auto aus und erwarten, dass du zurückkehrst und ihnen mitteilst, dass du den versehentlich umgesprungenen Schalter gefunden und wieder auf »Ein« geschaltet hast. Du schaust dich um. Du stutzt. Dann erst siehst du weitere liegengebliebene Autos, inklusive ratloser Männer über Motorhauben. Du fragst dich: Sind auch diese Autos alle mit einem Motor ausgestattet, der logisch gar nicht dauerhaft fahren *konnte*? Deine Familie wird ungeduldig, ruft dir Fragen zu. Was werden deine nächsten Schritte sein? An dieser Stelle brechen wir die Parabel ab und wenden uns einem (noch) aktuellen Großthema zu. ## Familien A, B Lasst mich an einem *Beispiel* illustrieren, was *Demokratie* heute bedeutet. Nehmen wir an: Familie A hat zwei Kinder. Der Vater von Familie A arbeitet sich krumm. Die Mutter hält das Geld zusammen und die Kinder glücklich. Gemeinsam erarbeitet man sich über Jahre und Jahrzehnte ein klein wenig Wohlstand. Ja, es bleibt sogar etwas zum Vererben übrig! Familie B hat fünf Kinder. Aus verschiedenen Gründen erarbeitet man sich nichts. Die Kinder *beider* Familien werden volljährig und können an demokratischen Wahlen teilnehmen. Weil aber die Kinder von Familie B *neidisch* sind auf Familie A, wählen die Kinder von Familie B jemanden an die Macht, der Gesetze erlässt, wonach das, was Familie A sich erarbeitet hat, dieser weggenommen und Familie B gegeben wird. Wenn Familie A sich aber laut über darüber beschwert, dann werden Gesetze erlassen, wonach das Beschweren illegal wird – und die Polizei kommt morgens um 6 Uhr bei Familie A vorbei, um sie dafür zu bestrafen, dass sie sich beschwert hat. Das aber, liebe Kinder im Auto, ist *Demokratie*. (Jemand sagte mal: Demokratie ist, wenn vier Wölfe und ein Schaf darüber abstimmen, was es zum Abendessen gibt.) Der »demokratische« Staat wirkt in diesen Tagen auf mich wie ein Motor mit einem grundlegenden logischen Fehler. Ein Motor, der gar nicht funktionieren konnte. Ob in Deutschland, in Frankreich oder in Großbritannien: Wir erleben dieser Tage immer wieder, dass bei demokratischen Wahlen solche Leute an die Macht gewählt werden, die das Land zerstören werden. Das erwähnte »Zahlenspiel« ist nur *einer* der Baufehler. Weitere Baufehler sind, siehe Deutschland, die Anfälligkeit für Propaganda und staatlich finanzierte »NGOs«, mit denen »demokratische« Politiker die Demokratie aushebeln und umgehen können, und so weiter. ## Noch vor Sonne und Witterung Was also soll der Vater tun, wenn sein Auto aufgrund eines logischen Motor-Baufehlers liegengeblieben ist? Über die Motorhaube gebeugt sollte der Vater sich zuerst selbst eingestehen, dass der Fall ist, was der Fall ist. Und der Vater wird überlegen, was seine nächsten Schritte sein sollten. Einfach nur als Familie auszusteigen und zu Fuß weiterzugehen, ist vielleicht nicht die beste aller Ideen – immerhin schützt das Auto immer noch vor Sonne und Witterung. Du wirst abwägen, ob du deiner Familie sagst, zu welcher Erkenntnis du gelangt bist, und sie wird darüber *nicht* glücklich sein. Wortreiche Erklärungen, wonach der Motor einen intrinsischen Baufehler hat und logisch gar nicht weiter funktionieren *kann*, werden sie *nicht* hören wollen. Die Familie im Auto erwartet weiterhin von dir, dass du den großen Schalter im Motor findest und wieder umlegst, damit es endlich weitergehen kann wie bisher. - [Sei die Gegenthese!](https://dushan.org/essays/sei-die-gegenthese/) Manche Menschen um uns, die Mehrheit, wir könnten sie »die These« nennen. Zum Beispiel die These, dass Menschen alles mit sich machen lassen. In einer Welt der »Thesen« habe den Mut, »die Gegenthese« zu sein! Lüge nicht! Gib es zu: Du hast auch schon einmal _Reden gehalten_ – heimlich. Du hast dir auch schon mal am inneren Pult die Papiere zurechtgelegt, die Stichpunkte zur Rede, die du halten _würdest_, wenn du am Pult des Bundestags _stündest_. Wenn du im Sessel bei Markus Lanz säßest. Wenn du der König von Deutschland wärst. Ach was, warum so bescheiden: der Kaiser von Europa! Ja, was du – [Manntje, Manntje, Timpe Te](https://de.wikipedia.org/wiki/Vom_Fischer_und_seiner_Frau) – als _Papst_ reden wirst, dem Petersplatz ins Gewissen. Memento Mori, so hauchst du dir selbst in den Nacken – bedenke, dass du dümmlich bist. Du weißt so manches, dies und das, also: _nicht alles_. Das aber, worauf es ankommt, das weißt du eben doch. Du hast es _lernen_ müssen. Die harte _Universität des Lebens_, die mit so schrecklich dummem Grinsen abgetan wird von jenen, die nichts außer _Wissen_ wissen – und so eigentlich _gar nichts_ wissen. ## Soll beginnen und enden Halte sie doch jetzt gleich, in Gedanken oder laut vorm Spiegel, deine große Rede. Wie *lang* ist deine Rede? Wie *breit* und wie *tief*? Was ist die _These_ deiner Rede, was ist der Anfang und wo das Ziel? _Meine_ Rede, wenn ich hier ein Beispiel vorlegen darf, soll besagen, soll beginnen und enden: Ich bin die Gegenthese. Nein, nicht ich _sage_ die Gegenthese, sondern ich _bin_ die Gegenthese. Ich sage auch nicht: »Ich bin die Antithese«, denn das wäre ein bloßes Gegenargument. Ich sage: Ich bin die Gegenthese – ein anderer Mensch, eine andere Art zu leben. Kann man eine Gegenthese _sein_, so fragst du, und ich frage zurück: Was ist das Gegenstück zur Gegenthese? Um dich her, diese Leute, sie sind _die These_. Zu viele von denen sind _die These_. ## Wer ein Warum Die These, dass die Menschen _alles hinnehmen_ werden, wenn ihnen nur die Autoritäten dafür den Kopf tätscheln. »Who has a _Why_ can endure any _what_«, so versichern moderne Weisheitslehrer. Auf Deutsch: Wer ein _Warum_ hat, kann jedes _Was_ ertragen. Und das ist wahr! Doch für zu viele Menschen genügt als _Warum_: »Weil ich von den Autoritäten hören will, und sei es indirekt ex negativo oder sehr allgemein in öffentlicher Ansprache, dass mein Leben, als These gelesen, _richtig_ und durchs öffentliche Lob _bewiesen_ ist.« Diese Leute sind die These, dass Menschen _alles glauben_ werden, dass ein Mensch lieber mit der Masse über den Rand der Klippe läuft, als umzukehren, der Lemmingherde trotzig ins Gesicht zu sehen und _Nein_ zu sagen. Meine lieben Freunde Gegenthesen, euch werden gewiss genug _konkrete_ Dimensionen einfallen, bezüglich derer ihr die _Gegenthese_ seid. ## In Funk und Fernsehen Ich hörte vor ein paar Jahren – ist es schon so lange her? –, dass einige Mitmenschen sich selbst zur _Kontrollgruppe_ erklärten. _Gegenthese_ zur _These_ der »Experten« in Funk und Fernsehen. Und jedem _anderen_ war man dann gerechtfertigt zu sagen (und ist es noch immer, in mehr als einer Hinsicht): »Du bist Teil dieses Experiments.« Noch ein Beispiel, aus dem Gebiet der trotz wiederholter Todesanzeigen immer noch lebendigen Religion: Fragt man einen Menschen, was und wer er ist, wird er meist seinen _Namen_ nennen und dann wohl seine berufliche Tätigkeit. Darin ist die These _impliziert_, dass ich der Inhalt ebendieser Aussagen bin. Ein Christ etwa könnte auf die Was-Frage antworten: Ich bin Christ! (Das impliziert, dass ich _geschaffen_ bin, als solcher _wertvoll_, dazu _erlöst_ und als solcher _frei_ und so weiter. Es wäre aber auch ein durchaus spannender Fall des Zusammenfallens von _Warum_ und _Was_, was wohl den Reiz gerade abrahamitischer Religionen ausmacht, insofern sich die Gläubigen selbst ernst nehmen.) Ach, so viele Möglichkeiten bieten sich, die Gegenthese zu sein. Sei die Gegenthese zum täglichen Geschrei. Sei die Gegenthese zur These »Jogginghose im Alltag«. Sei die Gegenthese zur These »YouTube ist so gut wie lesen«. Die Gegenthese zu Sola Scriptura und Egomanie, zur Hässlichkeit und zur Kälte des Herzens. ## Wahrlich nicht sicher Wenn du an einem biblischen Beispiel studieren willst, was es bedeutet, die Gegenthese zu _sein_, öffne deine Online-Bibel und lies im Alten Testament das Buch Daniel, Kapitel 3. Der König Nebukadnezar lässt ein goldenes Standbild errichten (»sechzig Ellen hoch und sechs Ellen breit«) und befiehlt all seinen Untertanen, sich vor dem Standbild niederzuwerfen und es anzubeten. Wer sich weigert, soll in einen glühenden Feuerofen geworfen werden. Drei Judäer, namentlich *Schadrach*, *Meschach* und *Abed-Nego*, verweigern sich und bleiben aufrecht stehen. Entsprechend werden sie in den Feuerofen geworfen. (Es ist spektakulär: »Die Knechte des Königs, die die drei Männer in den Ofen geworfen hatten, hörten nicht auf, den Ofen mit Harz und Werg, Pech und Reisig zu heizen« und so weiter. Heftige Sache!) Doch die drei Männer verbrennen einfach nicht! Als wäre die Sache nicht peinlich genug, sieht Nebukadnezar zu seinem Schrecken plötzlich _vier_ Männer im Ofen umhergehen: »Sie sind unversehrt und der vierte sieht aus wie ein Göttersohn.« Die drei Männer im Ofen konnten sich wahrlich nicht sicher sein, dass sie gerettet würden. Aller Erfahrung nach erwartete sie der sichere Tod, wie so viele Märtyrer vor ihnen. Doch sie fürchteten die Flammen des eigenen Gewissens mehr als die Flammen Nebukadnezars. Genug aber mit jener Story für jetzt, lest selbst nach! Denn in diesem Essay will ich _mir_ (und als Angebot: dir) diesen einen Punkt einprägen, einhämmern, wie der Wert der Währung dem Metall aufgeprägt und eingehämmert wird: Habe den Mut, wenn du tief in dir die Notwendigkeit spürst, die *Gegenthese* zu *sein*. ## Solche Konsequenz In einer Welt, in der wir von Thesen umgeben sind, die so gleichförmig wie _falsch_ sind, sollen mein und dein Leben _die Gegenthese_ sein. Das aber, liebe Freunde und Weggefährten, soll heute meine ganze Rede sein: Ich bin die Gegenthese! (Und wenn _du_ die Gegenthese zu _mir_ bist, dann _feiere_ ich solche Konsequenz!) - [Denkt aber nicht, dass ihr ganz so viel Zeit habt](https://dushan.org/essays/leckeres-eis/) Temperaturen, die man früher mit leckerem Eis gefeiert hätte, werden heute als Grund zur Panik eingerahmt. Erinnert ihr euch an die Langnese-Werbung? Hach, es war ein besseres, klügeres Deutschland. Wann verfuhr sich die Nation derart? Über meinem Schreibtisch hängt eine übergroße Wanduhr (59 cm Durchmesser, [Model »Bravur« von Ikea](https://www.ikea.com/de/de/p/bravur-wanduhr-schwarz-60540473/)). Es ist, auf philosophische Weise betrachtet, das wichtigste meiner Arbeitsgeräte. Nein, in dieser elektronischen Zeit herrscht wahrlich kein Mangel an Zeitmessgeräten. Auf dem Smartphone. Am Handgelenk. Während ich die erste Fassung dieses Textes tippe, zählen oben rechts auf dem Bildschirm die Sekunden hoch: Es ist 7 Uhr, 35 Minuten und 38 Sekunden. Ich bin heute relativ spät am Platz, denn ich hatte mir unterwegs noch ein Frühstück gekauft. Schwarzer Kaffee und ein gegrilltes Brötchen mit Hühnchen und Salat – das wärmt Bauch _und_ Seele. Ich schreibe dies auf, um mich selbst daran zu erinnern, _dankbar_ zu sein. Dankbar, und zwar nicht _auch_ für die kleinen Momente, sondern _gerade_ für die kleinen, schönen und für immer verflossenen Momente. Werd ich zum Frühstück sagen: [Verweile doch](https://www.projekt-gutenberg.org/goethe/faust1/chap007.html#:~:text=Werd%20ich%20zum%20Augenblicke%20sagen%3A%0AVerweile%20doch!%20du%20bist%20so%20sch%C3%B6n!), du bist so nahrhaft! Das Essen eines Brötchens, so habe ich die Maschine ausrechnen lassen, nimmt 0,00002375 Prozent eines Menschenlebens ein. (Angenommene Werte: 10 Minuten fürs Brötchen, 80 Jahre fürs Leben; kann abweichen für langsame Esser oder schnelle Leber.) Ein heutiges Menschenleben dauert durchschnittlich 0,00000000008 Prozent der geschätzten Lebensdauer des Universums. Bei dieser Berechnung gehen wir vom _Heat Death_ des Universums aus, und zwar nach 100 Billionen Jahren, von denen »wir« bereits 13,8 Milliarden absolviert haben. Denkt aber nicht, dass ihr ganz so viel Zeit habt! Deutlich früher, nämlich in etwa 1 Milliarden Jahren, wird die Sonne um etwa 10 Prozent heißer sein als heute und die Ozeane werden verdampfen (was man mit einer »Sonnensteuer« auszugleichen versuchen wird). Die Sonne wird dann weiter heißer und größer werden, und in etwa 5 Milliarden Jahren wird sich die Sonne zu einem Roten Riesen aufblähen. Sie wird sich die nächstfliegenden Planeten _Merkur_ und _Venus_ einverleiben (nachdem dort aggressive Kampagnen gegen »Sonnenphobie« liefen). Ob dann auch die Erde in der Sonne aufgehen wird, ist noch unklar. Womöglich wird es auch bloß etwas wärmer, geschätzt etwa zweitausend oder dreitausend Grad. Die Atmosphäre wird längst verdampft, das Gestein zu Lava geschmolzen sein. Kurz: Die Wetterverhältnisse werden endlich zu den Farbskalen passen, die der Staatsfunk in der Wettervorhersage schon heute verwendet. Was wollte ich sagen? Ach ja, das auf dem Grill angebratene Brötchen mit dem schwarzen Kaffee war lecker – die kleinen Freuden im Leben eines Essayisten, Anlässe zur _Dankbarkeit_. Jeder Moment kommt nur einmal. Der kleine Zeiger der sehr großen Wanduhr zeigt inzwischen auf »8«, und der große Zeiger, wenn die Uhr ein Kompass wäre mit dem Norden bei »12«, zeigt nach Nord-Ost (er zeigte nach Nord-Nord-Ost, als ich diesen Satz begann). »Heat Death« bedeutet zu Deutsch natürlich _Hitzetod_. In diesen Tagen wird von der deutschen Propaganda die _Hitzegefahr_ als _Sau des Jahres_ durchs nationale Dorf getrieben. Temperaturen, die man früher bejubelt und mit leckerem Langnese-Eis gefeiert hätte, werden heute als Grund zur Panik [eingerahmt](https://dushan.org/framing-manual-ard/). Erinnert ihr euch an die [Langnese-Werbung](https://x.com/retro_kiste/status/1934184476235452537)? Hach, es war ein besseres, klügeres, leichteres und, ja, _menschlicheres_ Deutschland. Wann nur verfuhr sich die Nation derart? Der _Hitzetod_ ist aber nicht die einzige Theorie für das Ende des Universums. Andere Theorien sind der _Big Freeze_ und _Big Chill_, also _das große Einfrieren_ oder das _große Abkühlen_. Auch _das_ sind natürlich mögliche Schreckensszenarien für _unsere_ nähere Entwicklung. Vor einem halben Jahrhundert warnten Wissenschaftler vor bevorstehenden Eiszeiten (siehe etwa [spiegel.de, 11.08.1974](https://www.spiegel.de/politik/katastrophe-auf-raten-a-5cb92973-0002-0001-0000-000041667249)). Da alles zyklisch ist, wird wohl auch das bald wiederkommen (und dann wird die Antifa auf Leute einprügeln, die sich nicht warm genug anziehen). Während die unbarmherzigen Uhren um mich her ihre Sekunden hochzählen – und damit meine und eure _herunterzählen_ –, erfahre ich bei der [relevanten Wikipedia-Lektüre](https://de.wikipedia.org/wiki/Big_Freeze) von einer weiteren Theorie zum Ende des Universums: _The Great Whimper_ – das große Gewimmer. Hach, das kann doch kein Zufall sein! Betreffs der Zukunft unserer lieben Heimat habe ich schon 2019 einen prophetischen Essay geschrieben. [»Nicht mit einem Knall, sondern mit Gewimmer«](https://dushan.org/gewimmer/) hieß der. Was für spannende Parallelen! Die Wissenschaft ist sich bloß nicht sicher, ob wir alle den Hitzetod, den Kältetod oder den »Tod mit Gewimmer« sterben. Doch dass die Zukunft Deutschlands und die des Universums aneinander geknüpft sind, ist nicht mehr zu leugnen. (Und wer es doch leugnet, der ist, moderner Logik folgend, eben ein _Universumsleugner_.) Deutschland ist ein Universum und das Universum ist Deutschland. Du und ich aber, wir sind kleine Planeten und fliegen umher, jeder in seiner Kreisbahn. Und dieser Planet sollte sich noch einen Kaffee holen – und wohl auch ein wenig abkühlen. - [Logisch-praktische Inkonsequenz](https://dushan.org/essays/logisch-praktische-inkonsequenz/) Es ist ein Widerspruch: Einerseits sagen Leute, dass »der Drops gelutscht« ist. Und dann kritisieren sie Details am System, analysieren und fordern. Als wäre der Drops nur etwas angekratzt und könnte mal eben repariert werden. Seid ehrlich – und mutig! Eine weitere Woche geht ihrem Ende entgegen, und diese Woche habe ich – halb ironischer Trommelwirbel bitte\! – *vier* frei gesprochene Videos veröffentlicht: [vor 3 Tagen](https://youtu.be/EmwhayoiReA?si=GjRGR-Xzj4PcWLNE). [Vor 2 Tagen](https://youtu.be/b_a95SSA1BI?si=EIwaJGUq4IW-T2Zn). [Vorgestern](https://youtu.be/EOtGKZ1RE_0?si=mJ6kwaLsYUKqFIsg). [Gestern](https://youtu.be/V_U-arKGqDs?si=-78DGgriv8KM9YWb). Es sind nicht vorgetragene Essays, sondern Kommentare zu aktuellen Meldungen und Phänomenen, mit Beispielen direkt auf dem Bildschirm. Die Videos kamen, in YouTube-Zahlen, deutlich besser beim YouTube-Publikum an als die vorgetragenen Essays. Doch das (allein) ist nicht der Grund, warum ich einige Gedanken *nur* als Videos veröffentlichte und mich mit denen *anders wohlfühle*. Lasst mich etwas Kontext vorlegen! ## Einmal aufgelutscht Meine »meta-inhaltliche« Schwierigkeit mit einigen meiner öffentlich denkenden Kollegen – ja, auch einigen der [Freien Denker](https://dushan.org/freie-denker) – liegt in einer bestimmten logisch-praktischen Inkonsequenz auf deren Seite. Es wächst der Konsens, dass bezüglich Deutschland »der Drops gelutscht« sei. Ein Bonbon, das du einmal aufgelutscht hast, kannst du auch mit bester Absicht und viel Händeringen nicht rekonstruieren. Der Drops, einmal gelutscht, ist *vorüber*, weil es *keinen realistischen Weg zurück* gibt. 2018 schrieb ich den Essay [»Wird unsere Kraft reichen, den Weg zurückzugehen?«](https://dushan.org/der-weg-zurueck/) und im Intro: »Jeden Meter, den das Land mit Merkel geht, wird es nach ihr wieder zurückgehen müssen. Es wird hart werden.« Heute, 2025, wissen wir, dass Deutschland nach Merkel keineswegs zum Weg zurück aufbrach – ganz im Gegenteil. ## Eines modernen Landes Habeck weitete Merkels Energiepolitik-Suizid auf die *gesamte* Wirtschaft aus. (Nach Habecks Abgang wird die Dimension des Schadens nur nach und nach sichtbar, die jener Herr anrichtete, den man nicht »Schwachkopf« nennen soll; siehe aktuell etwa [welt.de, 18.06.2025](https://www.welt.de/wirtschaft/article256271702/robert-habeck-bundesrechnungshof-erhebt-schwere-vorwuerfe-wegen-northvolt-debakels.html).) Mit willkürlichen und eines modernen Landes – geschweige denn eines freiheitlich-demokratischen Rechtsstaats – unwürdigen Urteilen begibt sich das Land in politische Gewässer, die das Gefühl vermitteln, es wäre die DDR gewesen, welche die BRD unter ihrem politischen Dach aufnahm (siehe aktuell etwa [nzz.ch, 18.06.2025](https://www.nzz.ch/international/rentner-wird-zu-einer-geldstrafe-von-825-euro-verurteilt-in-den-fokus-der-ermittler-geriet-er-wegen-dem-schwachkopf-post-gegen-robert-habeck-ld.1889485)). Und was wurde aus Merkels offenen Grenzen, die das Unrechtsjahr 2015 prägten? Inzwischen fliegt Deutschland die »jungen Männer« einfach direkt ein (siehe etwa [tagesschau.de, 17.04.2025](https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/aufnahmeprogramm-afghanistan-102.html)). (Und von deutschen Mainstream-Medien brav verschwiegen, wird von der EU und »NGOs« kontinuierlich ein Strom junger afrikanischer Männer im wehrfähigen Alter auf Europa verteilt; [siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=yzKyZl78uQ0&ab_channel=AdventureElliot). Ist es *Unfähigkeit* der Behörden und »NGOs« – oder ist es *Strategie*?) ## In Magensäften und Blutbahn Ja, der Drops ist gelutscht, aber sowas von. Doch bezüglich einiger meiner schreibenden Kollegen beschleicht mich der Verdacht, dass sie sich in eine *zweckoptimistische kognitive Dissonanz* flüchten. Man *sagt* zwar, dass *der Drops gelutscht* ist – doch man redet und argumentiert und schreibt weiter so, als ließe sich die Schräglage des größeren Systems durch ein paar kritische Anmerkungen (oder Bundestagsreden) in den Zustand von vor 10 oder 20 Jahren zurücksetzen. Wat nu? Der Drops ist gelutscht, aber mit ein paar scharfen Analysen gewinnen wir ihn wieder zurück, rekonstruieren quasi das Bonbon aus dem Zucker in Magensäften und Blutbahn? Die *wahre*, aber *heimliche* Motivation der Fußnotenanbringer ist, so meine küchenpsychologische Vermutung, dass sie *nichts anderes gelernt* haben. Und ich meine: *emotional* nichts gelernt. Solche Kritik liegt innerhalb dessen, was die amerikanischen Self-help-Gurus die *comfort zone* nennen. Die System- und Vorgangskritik ist für sie *komfortabel*, dabei *fühlen sie sich wohl*. Die Zeiten zu kritisieren ergibt aber nur dann einen äußeren Sinn, wenn die Kritik etwas *bewirken* kann. Kritik an Zuständen, die durch diese Kritik nicht verändert werden, weder direkt noch indirekt, ähnelt dem Schimpfen über den Regen oder der Panik ums Klima. Es ist menschlich und verständlich, bisweilen sogar unterhaltsam oder sogar einträglich, nur verändern tut es nix. ## Beides gleich, nur anders Es drängt mich in diesen Tagen, *auch* Videos mit »Live-Gedanken« zu drehen, die *nur* Videos sind. Ich gebe den Gedanken ein echtes Gesicht, und zusammen mit euren Reaktionen können wir uns zumindest allein versichern, bei diesen Fragen nicht allein zu sein. Es gilt *nur* das gesprochene Wort, und zwar im Kontext seines Gesprochenwerdens. Die geschriebenen Essays aber sind Texte, in denen ich *in mehreren Runden schürfe*. Ich suche danach, was ich am gegebenen Tag für sagenswert halte. Ich gehe wiederholt über den Text, korrigiere und stelle um, Korrektoren korrigieren ein weiteres Mal. Ich füge Sätze und Erklärungen hinzu, an anderer Stelle wieder lasse ich ganze Blöcke weg. Beides, Text und Video, ist *echt*, bin *wirklich ich*, doch auf unterschiedliche Weise. Ein Video ist die echte Reaktion auf ein Thema (wenn auch mit notierten Stichpunkten vorab). Der Essay ist die Reaktion und Analyse nach mehreren Durchgängen über den Text ebendieser Reaktion. In beidem aber formuliere ich nicht (mehr), um etwas in größerem Maßstab zu verändern, so *unkomfortabel* dieses Eingeständnis ist. ## Gegen das Gift Es gilt noch immer das Niebuhr-Gebet: »Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.« Wenn ich den Wahnsinn nicht ändern kann, so kann ich doch *mich* ändern, kann meine innere (und äußere) Reaktion kontrollieren, auf dass ich am Wahnsinn unserer Zeit nicht selbst wahnsinnig werde. Ich schreibe nicht (mehr), um das Große zu verändern. (Sollte ich es *doch* tun, nehme ich diesen »Kollateralnutzen« eben in Kauf.) Ich schreibe, um *mich* zu verändern. Und ich lege euch diese Texte vor. (Oder wie [[Michael Jackson sang](https://x.com/InternetH0F/status/1935639055108104391)]: »I’m starting with the man in the mirror …« – ich beginne mit dem Mann im Spiegel. Und ich sage ihm, dass er sich verändern soll.) Dies sind giftige Zeiten, und es braucht Kraft und Beharrlichkeit und inzwischen sogar Mut, sich nicht vom Gift der Zeit selbst vergiften zu lassen. - [Zerrissen, was heilen soll](https://dushan.org/essays/zerrissen-was-heilen-soll/) Ich fühle mich als Mensch ständig zerrissen, und auch die Gesellschaft ist gespalten. So richtig weh tut aber, wenn jenes gespalten ist, was doch die Zerissenheit heilen sollte. Zum Beispiel Familie oder Kirche. Was tun? Die Welt ist zerrissen, die Bruchstücke bekämpfen einander, doch auch ich bin zerrissen wie selten zuvor. Kann ich also sagen, die Welt spiegelt sich in mir, und ich in der Welt? Wie _ich_ zerrissen bin, im allgemeinen Sinne, wie _der Mensch_ zerrissen ist, das beschrieb ich im _[Dazwischenwesen](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/)_. Ich legte es bereits zuvor in den _[Relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)_ an. Und zwischenzeitlich suchte ich nach einer Lösung im _[Loslassen](https://dushan.org/buecher/das-buch-uebers-loslassen-von-dushan-wegner/)_. Doch auch alltäglich stolpere ich über meine Zerrissenheiten. Etwa die Zerrissenheit zwischen meiner Selbstwahrnehmung als jemand, der noch immer entdecken und ausprobieren will, der noch immer Mut zum Neubeginn in diesem und jenen findet (was ich natürlich nicht als Unstetigkeit verbuche, sondern als ewige Jugend) – und der Realität, dass mir jüngst erstmalig eine junge Dame in der Bahn ihren Sitzplatz anbot. Es erinnert an das erste Gesieztwerden. An das erste vernünftige (oder immerhin leidlich erwachsene) Gespräch mit einem Menschen, an dessen Geburtsjahr ich mich erinnerte (weil ich in jenem Jahr selbst erwachsen wurde, zumindest rechtlich). Am 15. Dezember 2017 schrieb ich den Essay [»Eine Brücke über den großen Graben«](https://dushan.org/empathie-und-brueckenbauen/). Es war, wie die meisten Texte, eine spontane Mitschrift meiner Gedanken ebendieses Tages. Ich beschrieb die Deutschen als zweigeteilt zwischen denen mit Empathie (den »Rechten«) und denen, die sich in »selbstgewählter Empathielosigkeit« gefallen (den »Guten«). Ich vermaß diesen Graben später immer wieder neu. Am [21. Januar 2024](https://dushan.org/linksrechtsgraben/) stellte ich fest, dass »Links« heute für blinden Gehorsam steht, und »Rechts« für Aufmüpfigkeit. In manchem großen Thema von Migration bis Impfung erweist sich wieder und wieder, dass die »bösen Rechten« zuletzt richtigliegen – und doch werden sie von den »guten Linken« gehasst und verfolgt, weil sie aufmüpfig zu sein wagten und die Wahrheit aussprachen, als die Lüge Staatsräson war. Bei den bislang hier beschriebenen Zerrissenheiten ist es ja noch einigermaßen möglich, sich emotional zu _distanzieren_. Du schaust [von deinem Innenhof aus](https://dushan.org/lied-der-innenhoefe-neue-strophe/) der Gesellschaft beim großen Kampf zu, wie man Kindern oder Welpen beim Kabbeln zuschaut. (Ein Unterschied ist, dass du anders als bei Kindern oder Welpen _die Deutschen_ nicht am Nacken packen, auseinander ziehen und in eine beruhigende Auszeit schicken kannst.) Gewisse Zerrissenheiten sind mehr als ärgerlich und kontraproduktiv. Gewisse Zerrissenheiten sind auf tiefe Weise schmerzhaft, denn sie zerreißen Institutionen, deren Aufgabe doch eben das Heilen, das Zusammenbringen, das Überwinden der übrigen Zerrissenheit war. Nicht nur Feminismus und Männer ohne Konzept vom Mannsein lassen Familien zerbrechen. Immer häufiger bringen Kinder den Hass und die Spaltung aus der Schule mit, wo sie gehirngewaschen und auf die Slogans des Tages gedrillt wurden. (Siehe dazu meinen Essay [»Hast du deinem Verräter die Windeln gewechselt?«](https://dushan.org/verraeter-in-windeln/) aus dem Jahr 2018.) Es fühlt sich auf metaphysische Weise falsch an, wenn die Quellen und Garanten unserer Lebensordnung von Staat und Propaganda aktiv zerrissen werden. Dieser Tage ging in Frankreich die Chartres-Wallfahrt zu Ende, mit einem Rekord von unglaublichen 19.000 Gläubigen ([catholicnewsagency.com, 10.06.2025](https://www.catholicnewsagency.com/news/264651/chartres-pilgrimage-draws-19000-in-show-of-faith-and-tradition)). Zum Abschluss der Wallfahrt wurde eine traditionelle lateinische Messe gefeiert. Ein Zeichen der Einigkeit? Jein. Weltweit müssen heute ausgerechnet junge Katholiken dafür kämpfen, eine traditionelle lateinische Messe feiern zu dürfen. Doch warum müssen sie kämpfen? Gegen wen? Ihre Gegner sind immer wieder ausgerechnet Bischöfe, welche die Tradition zum auszumerzenden Gegner erklärt zu haben scheinen (siehe als Beispiel [catholicnewsagency.com, 4.6.2025](https://www.catholicnewsagency.com/news/264527/charlotte-bishop-michael-martin-delays-traditional-latin-mass-restrictions-after-backlash)). _Das_ ist mal eine schmerzhafte Zerrissenheit! Man muss weder selbst Familie haben noch Katholik sein, um zu spüren, dass es auf metaphysische Weise _falsch_ ist, wenn die Familie oder die Kirche von innen, von ihren eigenen Leuten zerrissen wird. Ja, ich bin heute zerrissen. Und ich bin gar nicht sicher, ob meine Zerrissenheit jene der Welt spiegelt, oder ob es die Welt ist, die meine Zerrissenheit aufgreift und vertausendfacht. Zur Sicherheit und fürs Gewissen will ich ehrlich nach besserer Ordnung für _mich_ suchen, will _meine_ Zerrissenheit heilen lassen. Denn ist die eigene Zerrissenheit, wenn sie ewig und ohne jede Besserung schwärt, nicht die ärgste aller Zerrissenheiten? Ja, wäre ein derart Zerrissener überhaupt in der Lage, das nicht Zerrissene in und an der Welt zu sehen? - [Es schlägt anders zu](https://dushan.org/essays/it-hits-different/) Um die Jahrtausendwende bäumte sich Kultur ein letztes Mal gegen den Nihilismus auf. »Matrix« suchte, was es heißt, Mensch zu sein. »Fight Club« fragte, was Männlichkeit (noch) ist. Wo aber ist sie heute geblieben – die Rebellion gegen das Nichts? Wenn die jungen Leute von heute sagen wollen, dass etwas sie auf tiefe, geradezu spirituelle Weise berührt hat, dann sagen sie im Englischen: »That hit different!« Das bedeutet etwa: »Das schlug anders zu«, oder: »Das trifft mich auf überraschende Weise.« Was die Jugendlichen wirklich sagen wollen, könnte man so ausformulieren: »Das hat mich weit mehr emotional aufgewühlt, als ich es in diesem Medium und in diesem Kontext erwartet hätte.« Lasst mich ein Beispiel dafür bringen, wo ich just heute erlebte, dass ein simpler Post auf x.com in mir »anders zuschlug«. ## … und die Schreie verstummten Es ist eine auf Englisch formulierte Erkenntnis von jemandem, der sich »Roman Helmet Guy« nennt. (»Kerl mit römischem Helm« – sympathisch!) Roman Helmet Guy schreibt: > Early 2000’s culture was a desperate gasp against nihilism. “There must be something more!” You see it in movies: Office Space, Fight Club, The Matrix. You see it in music: Evanescence’s Bring Me to Life, Linkin Park’s Numb. Then the iPhone came and the cries fell silent. ([@romanhelmetguy, 12.06.2025](https://x.com/romanhelmetguy/status/1933296064741978564)) Übersetzt bedeutet das etwa: »Die Kultur der frühen 2000er war ein verzweifelter Aufschrei gegen den Nihilismus. ›Da muss doch noch mehr sein!‹ Man sieht es in Filmen: ›Office Space‹, ›Fight Club‹, ›Matrix‹. Man sieht es in der Musik: ›Bring Me to Life‹ von Evanescence, ›Numb‹ von Linkin Park. Dann kam das iPhone, und die Schreie verstummten.« Ja, das »hit different«. Oder, umständlicher aber präziser gesagt: Das wühlte mich mehr auf, als ich es im üblichen Kontext von x.com erwartet hätte. Der Kerl mit dem römischen Helm formuliert eine Wahrheit, die der Auslöser eines tief sitzenden seelischen Schmerzes ist. ## Zumindest denkmöglich Es ist nicht _nur_, aber _auch_ Nostalgie. Vor einem Monat schrieb ich einen Essay (auch als Video) mit dem Titel [»Mehr Nostalgie wagen«](https://dushan.org/nostalgie/). Ich bin ein bekennender (und begründender) Freund der Nostalgie! Erst gestern habe ich Videoaufnahmen vom Alexanderplatz aus dem Jahr 1989 repostet ([@Stinktier18000, 11.06.2025](https://x.com/Stinktier18000/status/1932871933453816050)). Der Autor »Stinktier« jenes X-Posts zeigt Bilder junger Deutscher, die einfach nur im Sommer »chillen« und guter Dinge sind. Dazu schreibt er: »So wird es nie mehr sein, oder?« Jenes Posting aber, das mich »hit different«, es ist mehr als Nostalgie. Es liegt eine tiefe Wahrheit darin. Ich selbst habe zwei der drei im Posting erwähnten Filme mehrfach in Essays erwähnt. _Matrix_ erwähnte ich etwa im Essay [»Demokratie und Simulation«](https://dushan.org/simulationen/). _Fight Club_ war 2019 die zentrale Inspiration des Essays [»Ein merkwürdiger Zeitpunkt in unserem Leben«](https://dushan.org/linke-dummheit/), dient aber auch als Illustration in Essays wie [»Land rappelt sich durch harte Arbeit auf – und dann?«](https://dushan.org/realistischerweise/) und [»Die Hühnerverschwörung«](https://dushan.org/huehnerverschwoerung/). Filme wie _Matrix_ und _Fight Club_ transportierten im apokalyptischen Szenario die Botschaft, dass Sinn und Menschlichkeit zumindest _denkmöglich_ sind. ## »Trust me« _Matrix_ suchte nach Menschlichkeit, ja dem Wesen von _Menschsein_, in und jenseits einer von Maschinen kontrollierten Welt. _Fight Club_ suchte nach der Bedeutung von Mannsein, in einer Welt, in der Männlichkeit eliminiert wurde. (Im Badewannen-Dialog wird diskutiert, wie Jungen zu Männern werden sollen, die von alleinerziehenden Frauen aufgezogen werden. Und in der Beziehung zu Marla bebildert die Rolle der Frau in einer solchen Welt unverschuldet kaputter Männer.) _Matrix_ findet die Antwort bekanntlich in einer lose von Jesus inspirierten Messias-Figur namens »Neo«, immer wieder »der Ausgewählte« genannt. _Fight Club_ [findet die Antwort](https://www.youtube.com/watch?v=jbWHZwD5rGQ&ab_channel=FlashReborn) in einer Zerstörung der Banken und einer Mann-Frau-Beziehung inklusive Händchenhalten, und dem Versprechen: »Trust me, everything is going to be fine«. Als Musiktrack: »Where is my mind?« (Wer nach dem Film das erste Mal das Buch »Fight Club« liest, wird wie ich geschockt feststellen, dass während das filmische Ende dann doch gegen den Nihilismus aufbegehrt, der Protagonist des Buches resigniert die Abwesenheit des Sinns akzeptiert.) Ja, es gab eine Zeit, bis etwa vor Einführung des iPhone, da hatten wir zumindest die _Hoffnung_, dass Menschlichkeit jenseits unserer Rolle in der sogenannten Konsumgesellschaft möglich ist. Heute klingt ein solcher Satz schrecklich naiv. ## Wieder und wieder und wieder Es gab eine Zeit, in der Ordnung, Glück und sogar Sinn greifbar schienen. Wenn wir nur etwas mehr emotionale Disziplin an den Tag legten, wenn wir nur ein klein wenig mehr bei der Suche anstrengten, würde _Es_ schon zu finden sein (wozu gehört, zu wissen, was dieses _Es_ ist). Mit der ubiquitären Verbreitung des World Wide Web, mit Smart Phones, Apps und Sozialen Medien lösten sich alle diese Hoffnungen auf. Die Hoffnung auf eine greifbare Menschlichkeit. Die Hoffnung auf ernstzunehmendes Glück. Die Hoffnung auf eine sinngebende eigene Rolle in der Gesellschaft (und damit der Welt), die sich auf irgendeine Weise _sinnvoll_ anfühlt. Noch vor den Sozialen Medien boten Soziale Medien die Möglichkeit, dass Informationen sich weltweit und sofort verbreiteten. Ich kann mich erinnern, wie wir nach 9/11 die Flugzeuge auf der Website von CNN wieder und wieder und wieder in die Türme krachen sahen. Da der Mensch aber von Natur aus schlechte Nachrichten eher hören und verbreiten will als gute (eine _eigentlich_ fürs Überleben nützliche Eigenschaft), bildete sich mit dem Internet das innere Bild einer Welt, in der die Menschen unentwegt einander schlimme Dinge zufügen. Wir nannten das Internet »das globale Dorf«, und dieses globale Dorf ist, so wurde uns bald klar, ein reichlich schlimmer Ort. ## Videos sprechender Köpfe Mit Smartphones und sozialen Medien veränderte sich dann sehr grundsätzlich, warum wir welche Inhalte konsumieren. Wir konsumieren Inhalte, um unseren Dopamin-Level hochzuhalten. Es ist schier unvorstellbar, zu sagen: »Das ist anstrengend zu lesen, aber es transportiert wichtige Wahrheit und leitet mich zur Selbsterkenntnis an, also arbeite ich mich durch.« (Unsere _letzte_ Hoffnung ist, dass es Menschen gibt, die das dennoch tun, noch immer. Dostoyevsky, Pynchon und die Lateinische Messe erfreuen sich eines weltweit stabilen und mancherorts wachsenden Freundeskreises.) Online-Angebote versprechen schnelle Befriedigung des Selbst. Einmal natürlich _jene_ Befriedigung. Und einmal die kulturelle und politische Selbstbefriedigung, wenn du Videos sprechender Köpfe schaust, weil und damit sie dir deine »Meinung« bestätigen. Das _Problem_ ist allerdings, dass diese »schnelle Zufriedenheit« all die Anstrengungen fortlässt, aus denen wirkliche Zufriedenheit entsteht. ## Die schnelle Zufriedenheit Ein Mensch findet Zufriedenheit, wenn er Teil einer höheren, in seinen Augen wertvollen Struktur ist, und wenn er diese durch eigenes Opfer und spürbare Arbeit aktiv gestützt hat. Smartphones und soziale Medien versprachen die billige Zufriedenheit. Simulierten die Zugehörigkeit zu einer höheren Sache durch einen simplen »Like«-Klick oder den »Retweet« einer Meinung. Simulierten die verdiente Anerkennung nach harter Arbeit durch billige _Herzchen_ und _Daumen-hoch_. Und nun, ein Vierteljahrhundert später, stellen Menschen fest, dass _diese_ Zufriedenheit eben keine ist. Menschen beginnen zu erkennen, dass sie mit einer läppischen, falschen _Illusion_ von Sinn, Glück und echter Zufriedenheit abgespeist wurden. Manche schlussfolgern daraus, dass Sinn und Glück und tiefe Zufriedenheit nicht möglich sind – willkommen zurück im _Nihilismus_. ## Nein, nicht alle Ja, viele populäre Kunstwerke vor dem »Siegeszug« von Internet, sozialen Medien und Smartphones stellten ein Aufbäumen gegen den Nihilismus dar. Gegen die These, dass _Sinn nicht möglich_ ist. Doch natürlich wollen du und ich zu denen gehören, die sich _noch immer_ aufbäumen – noch immer aufbäumen wollen – oder nicht? Jener X-Post vom Kerl mit dem römischen Helm, der mich »hard gehitted« hat, der mich mehr aufgewühlt hat als gedacht, er erwähnt auch Songs. Zum Beispiel »Bring Me to Life« ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=3YxaaGgTQYM&ab_channel=EvanescenceVEVO)). (Der Refrain jenes Liedes erinnert mich an meinen eigenen Essay zum Tod des Künstlers _Avicii_, [»Weckt mich auf, wenn alles vorbei ist«](https://dushan.org/wenn-alles-vorbei-ist/), im Jahr 2018; auch der dort zitierte Song war ein Aufbegehren gegen das Nichts, für den Künstler leider erfolglos.) Ich will diesen neuen Essay schließen mit meiner Übersetzung des Refrains jenes Songs »Bring Me to Life« aus dem Jahr 2003, einem _Aufbäumen gegen den Nihilismus_: »Weck mich im Inneren auf. Weck mich im Inneren auf, ruf meinen Namen und rette mich vor der Dunkelheit. Befiehl meinem Blut, zu fließen. Bevor ich auseinanderbreche, rette mich vor dem Nichts, das ich geworden bin.« Ja, auch das _schlägt anders zu_. - [Aus Wasser Wein, nicht Selleriesaft](https://dushan.org/essays/wein-statt-selleriesaft/) Das erste Wunder Jesu bestand darin, Wasser in (echt guten) Wein zu verwandeln. Die Hochzeitsparty zu Kana drohte auszutrocknen. – Feiert mal wieder! (Doch wenn ihr euch bei der Party auf Jesus berufen wollt, achtet mal darauf, wen ihr einladen sollt.) Stellt euch vor, ein Mensch sagt euch dies: »Ich glaube nicht an Nährstoffe, nicht an Vitamine und Mineralien, nicht an Ballaststoffe und Zuckermenge. Ich bin über so etwas hinaus. Ich suche mir aus, was mir schmeckt. Das ist meine Philosophie des Essens: Iss, wonach dir ist.« Es gibt diese Menschen. In den USA noch mehr als hier. Und wir kennen das Ergebnis. Ein Körperzustand, der vor hundert Jahren noch geeignet gewesen wäre, um im Zirkus als superdicker Freak aufzutreten, gilt in Teilen der amerikanischen Gesellschaft als »neues Normal«. Oder stellt euch das andere Extrem vor: einen Menschen, dessen gesamtes Leben, Fühlen und Streben sich um Nährstoffe dreht – um Nährstoffe und Entsagung. Er isst kein Fleisch, trinkt keinen Wein, gönnt sich keine sahnige Eiscreme und gewiss niemals einen Burger mit Speck und einen Milchshake dazu. Ich kenne solche Menschen, und sie sind unerträglich. Ich wage die These, dass sie allzu oft unmoralischer und unchristlicher sind als die Superdicken. Der Dicke versteht, wie viel Freude eine schmackhafte Mahlzeit dem Menschen bereiten kann. Er weiß es, er vermag nur nicht aus eigener Kraft, diese Freude vernünftig zu begrenzen, vielleicht weil ihm eine andere Freude fehlt. Der Nährstoff-Freak verschmäht den menschlichen Wert der Gemeinschaft, die erst durch schmackhaftes Essen möglich wird. Er verwirft, wenn man es christlich formulieren will, dieses Geschenk Gottes. ## Ein Tempel für wen? Der Dicke mag seinen Leib über Gebühr belasten, kein Zweifel. Also den Leib, von dem Paulus an die Korinther schreibt, dass er ein »Tempel« ist (1 Korinther 6:19). Doch der Nährstoff-Freak vergisst, dass dieser »Tempel« einen _Zweck_ hat: dem Heiligen Geist ein Zuhause zu bereiten. Denn Paulus schreibt nicht nur »Tempel«, sondern »Tempel des Heiligen Geistes«. Wenn euch wieder einmal jemand das mit dem »Tempel« zitiert, hakt ruhig nach: ein Tempel für wen? Es hat seinen Grund, warum Paulus den Wassertrinkern rät: »Trink nicht nur Wasser, sondern nimm auch etwas Wein, mit Rücksicht auf deinen Magen und deine häufigen Krankheiten!« (1 Timotheus 5:23) – Mein spontaner Gedanke dazu: Die Krankheiten des Körpers sind nicht die einzigen Krankheiten. Der Nährstoff-Freak lässt seinen Körper nicht zum Tempel werden, sondern zu einem Götzen. Allerdings einem sehr erbärmlichen Götzen, der am Ende doch zerfallen und verrotten wird. Ein Dicker, der seine Nächsten zu Fleisch, Kuchen und Wein einlädt, dessen Körper mag dem Heiligen Geist zwar ein unvollkommener Tempel sein. Doch indem er seinen Mitmenschen durch sein Essen etwas Freude bereitet, indem er Ort und Gelegenheit für Gemeinschaft schafft, wird auch sein Zuhause ein Tempel im obigen Sinne, oder nicht? ## Sehr angefressen darüber Dem einen Menschen – auch mir – täte es gut, zu bedenken, dass er _keine_ Lebensaufgabe wirklich bestmöglich erfüllen kann, wenn er hinsichtlich seines Körpergewichts immerzu den Gegenwert eines Mehlsacks mitschleppt. Machen wir uns nichts vor: Fett schlägt auch aufs Denkvermögen. Dem anderen Menschen – auch mir – täte es gut, sich bewusst zu werden, welche Schuld er auf sich lädt, wenn er Tag für Tag das Geschenk lukullischen Miteinanders wegwirft und _nicht_ mit seinen Mitmenschen, um es biblisch zu sagen, _das Brot bricht_. Wisst ihr, was Jesu _erstes_ Wunder war? War es, dass Jesus gutes Wasser in bitteren Selleriesaft verwandelt? Haha, natürlich nicht. In Johannes 2 wird die Hochzeit zu Kana beschrieben. Und dieses _erste_ Wunder Jesu bestand tatsächlich darin, Wasser zu richtig gutem Wein werden zu lassen, damit eine Hochzeitsfeier nicht vorzeitig enden muss. Jesus aß Fleisch (Lukas 22:7,15) und gebratenen Fisch (Lukas 24:42–43). Wenn er predigte, doch den Zuhörern das Essen ausging, sorgte er eben per Wunder für Nachschub (Matthäus 14:13–21), mit tierischen Proteinen und Kohlenhydraten. (Als Jesus die Fünftausend mit fünf Broten und zwei Fischen speiste, bestand nach moderner Lesart das eigentliche Wunder darin, dass niemand im Publikum pöbelnd glutenfreies Brot und veganen Fisch verlangte.) Vergessen wir nicht: Das Establishment war _sehr_ angefressen darüber, dass Jesus regelmäßig und gut gelaunt mit Zöllnern und, äh, »Sünderinnen« aß (Lukas 15:1–2). ## Mal wieder zum Gelage Es wäre natürlich nett, wenn meine bescheidenen Zeilen für euch ein Anlass wären, eure Freunde mal wieder zum Gelage einzuladen. So sympathisch aber eure Freunde auch sind, lasst uns eine Stufe höher steigen: > Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich wieder ein und dir ist es vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten. (Lukas 14:12b‑14) Und wenn du dann »hinaufgestiegen« bist, indem du »hinabgestiegen« bist, und wenn ihr feiert, mit Pauken und Trompeten, als wolltet ihr Jerichos Mauern neu einstürzen lassen, und wenn auch ohne Eingreifen höherer Mächte genug Wein da ist, gerade dann vergiss den Rat des Paulus nicht: > Ob ihr also esst oder trinkt oder etwas anderes tut: Tut alles zur Verherrlichung Gottes! (1 Kor 10,31) (Oder, poetisch gesagt: Nicht jeder Geist, der sich zu eurer Gesellschaft gerufen fühlt, ist damit schon ein Heiliger. Einige von den Unheiligen sind [nicht einfach loszuwerden](https://dushan.org/der-neue-zauberlehrling/), und das berichtet einer, der es wissen muss.) - [Ein adäquates Gefühl der Dringlichkeit](https://dushan.org/essays/gefuehl-der-dringlichkeit/) Was wir vor Jahren vorhersagten, dafür wurden wir als »Rechte«, »Schwurbler« und so weiter abgetan, und heute trifft es einfach zu. Was wir aber heute über die Zukunft vorhersagen, das auszusprechen könnte uns direkt ins Gefängnis bringen. Ich beginne, sie zu verstehen, die Propheten des alten Testaments, den Johannes der Offenbarung. Ich *verstehe* die Propheten in dem Sinne, dass ihre Worte einen Sinn zu ergeben beginnen – und zwar nicht als Metapher. Ich habe [ein Jahrzehnt meines Lebens](https://dushan.org/liste/) der Suche nach Metaphern für den Wahnsinn der Zeit gewidmet. Metaphern und Sprachbilder, die den Wahnsinn der Zeit _verdaubar_ machen. Heute beginne ich zu sehen, dass das Verständnis sogenannter _Metaphern_ als _Uneigentliches_ eine Krücke ist. Eine Krücke: ein Gerät, das dem Krüppel hilft, zu gehen, ohne dass er gleich umfällt – doch er _humpelt_ eben weiter. Doch der Krüppel will nicht immer mehr und immer bessere Krücken – der Krüppel will endlich _gesunde Knie und Hüften_. Der Blinde will nicht einen besseren Blindenstock, der Blinde will sehen! (Und ja, ich rede hier von _uns_, von _dir_ und _mir_.) ## Das Wasser wird wirklich warm Auf einer eigenen metaphysischen Ebene *sind* die Deutschen der Frosch, der nicht aus dem Topf springt, während das Wasser warm wird. Nein, ihr seid nicht *wie* der Frosch, ihr *seid der Frosch*. Es ist okay, wenn du das nicht verstehst – ich habe es auch lange nicht verstanden. Und, ach ja, die *sieben Posaunen* werden wirklich erschallen. > Der erste Engel blies seine Posaune. Da fielen Hagel und Feuer, mit Blut vermischt, auf die Erde nieder. Ein Drittel der Erde verbrannte, ein Drittel der Bäume verbrannte und alles grüne Gras verbrannte. (Offenbarung 8:7) Und so weiter. Nein, keine *Metapher*. Es wird … spannend. ## Auf Kommendes hinzuweisen Ich *verstehe* die Propheten in *noch* einem Sinne: Ich verstehe ihren Frust und ihre Wut. Propheten geben ihre Lebenszeit für die Aufgabe, ihre Mitmenschen zu warnen, auf Kommendes hinzuweisen. Doch *hören* die Menschen auf die Propheten? Hahaha, nein. Die Menschen ignorieren die Propheten, verlachen die Propheten, vertreiben die Propheten aus der Stadt. Schon Ezekiel wurde gewarnt: > Menschensohn, du wohnst mitten im Haus der Widerspenstigkeit; das Augen hat, um zu sehen, doch sie sehen nicht; das Ohren hat, um zu hören, doch sie hören nicht; denn sie sind ein Haus der Widerspenstigkeit. (Ezekiel 12:2) Mit Jeremia will man schließlich jammern: > Zum Gespött bin ich geworden den ganzen Tag, ein jeder verhöhnt mich. (Jeremia 20:7b) Man seufzt. Und dann wäre da _noch_ etwas … ## Zu Buße und Umkehr Im fernen Jahr 2017 – man mag gar nicht die Jahre zählen! – schrieb ich einen Essay mit dem Titel [»Die letzten Tage des Westens«](https://dushan.org/die-letzten-tage-des-westens/). Darin dokumentierte ich »drei Zeichen, die bedeuten könnten, dass der europäische Westen seine letzten Tage erlebt«. Ich schrieb diese und manche andere Warnung, in der ungefähren Hoffnung, dass ich nicht als Einziger warne. Dass die Menschen begreifen, wie eng es werden wird für die Zukunft ihrer Kinder. Und dass ihr Gewissen, dazu ein adäquates Gefühl der Dringlichkeit und etwas echter Überlebenswille sie zu Buße und Umkehr bewegen werden. Ja, einige wurden bewegt. Aber nicht genug. Einige Passagiere forderten von den Kapitänen, das Schiff umzusteuern. 2018 fragte ich: [»Kann der Tanker Deutschland noch die Richtung wechseln?«](https://dushan.org/tankerbremsweg/) 2025 wissen wir: Nein, kann er nicht – nicht solange eine böse Macht die Kapitäne anstiftet, immer tiefer zwischen die Klippen, in den Sturm zu fahren. Aber immerhin habe ich es vorhergesagt. Also könnte ich das heute wieder tun, oder? ## Großen Ärger einbringen Heute, Mitte 2025, ist nicht 2018 oder 2017. Was wir damals vorhersagten, trifft heute ein, ist heute tägliche Nachricht. Wenn wir irrten, dann darin, dass wir zu optimistisch waren. Was also soll man _heute_ tun? Was wir damals vorhersagten, balancierte bereits auf der Grenze zum Sagbaren. Was aber heute zu sagen wäre, das teilt sich in zwei Kategorien. Einmal die Kategorie jener Botschaften, die uns eher ratlos zurücklassen. Was sollen wir denn auch tun, wenn wir erfahren, dass Jobs nach und nach durch künstliche Intelligenz ersetzt werden? Diese Kategorie ist relativ »einfach«, wenn auch frustrierend. Die andere Kategorie ist weit komplizierter. Einige der Dinge, die heute am dringendsten gesagt werden müssten, würden dem »Propheten« großen Ärger einbringen. Man würde dich verfolgen, würde dich einsperren und vernichten. Und _nur_ die abgeleiteten notwendigen Handlungen zu berichten, könnte schlicht _wirr_ erscheinen. Was aber tun, wenn man nicht schweigen _kann_? Ich werde noch mehr und mehr denn je Dinge sagen müssen, die wie Metaphern _klingen_. Doch es wird _echt_ sein, so wie jene Frösche echt sind, ob sie im Kochtopf sitzen oder vom Himmel regnen. Die Flammen züngeln bereits an unserem Haus. Werden die Menschen endlich die Warnung hören? Ach, »sie haben Augen, um zu sehen, und sehen doch nicht; sie haben Ohren, um zu hören, und hören doch nicht; denn sie sind ein widerspenstiges Haus.« (Ezekiel 12:2). Und doch müssen wir irgendwie zu sagen versuchen, was der Fall sein wird, und was zu tun sich empfiehlt. Wenn wir schweigen, dann werden die Steine schreien (Lukas 19:40), und wer will schon weniger mutig sein als ein Stein? - [Und dann spürte ich, dass das Böse existiert](https://dushan.org/essays/das-boese-existiert/) Ich traf ein Mädchen, dem man die Brüste abgeschnitten hatte, damit es ein »Mann« sei. Große Narbe statt Busen. Es war ein Schock, das »in echt« zu sehen. Und mir wurde bewusst: Das Böse existiert, sehr real, und es wirkt in unsere Gesellschaft hinein. Ich habe kürzlich zum ersten Mal einen »Transmann« in echt gesehen, in einer sehr bestimmten Hinsicht. Und es war wohl eher ein »Transjüngling«, ein junger Mensch. Ich sah die hier berichteten Eigenschaften ohne mein Zutun, ohne es erwartet oder eingefädelt zu haben – und ohne ausweichen zu können. Ich will die genauen Umstände privat halten, hier nur das Wesentliche. Der Mensch zeigte seine Brust. In der Mitte des Brustkorbs waren zwei waagrechte Pflaster angebracht. Doch eines der beiden Pflaster hatte sich weitgehend gelöst. Ich sah eine große, grell rote Narbe. Es war die Art von Narben, die man bisweilen im Internet sieht, wenn ein Mädchen manipuliert wurde, sich von »Ärzten« die Brüste abschneiden zu lassen. Die Brüste wurden nicht wegen Krebs abgenommen oder auch »nur« wegen der latenten Angst vor Krebs, weil familiäre Vorbelastung besteht. Nein, die Brüste wurden abgeschnitten, weil dem Mädchen eingeredet worden war, dass es ihm danach psychisch besser gehen würde, weil es dann angeblich ein »Mann« sei. Außer der roten Narbe fielen mir weitere Sonderbarkeiten auf, etwa der dünne, aber länger stehende Bartwuchs über den femininen Gesichtsknochen. Ein Mann-Mann hätte den läppischen Flaum abrasiert. Ich vermute, dieser Mensch ließ ihn stehen, weil er diesen dünnen Bart mit der Einnahme etlicher Hormone überhaupt erst gezüchtet hatte. Dazu kamen die üblichen Zeichen moderner seelischer Verwirrung. Verschiedene Tattoos und dazu an der Haut montierte Metallvorrichtungen, unter anderem der Septumring unter der Nase, der darauf abzielt, das Gegenüber in der Wahrnehmung des Gesichts zu irritieren. (Deshalb verweigern Tätowierer mit Gewissen meist Gesichtstattoos – und deshalb sind genau diese in mexikanischen Gangs so üblich. Der Nasenring bewirkt beim Gegenüber eine ähnliche Irritation, lässt sich aber wenigstens leicht entfernen.) Die Tattoos und das Metall in der Haut wären für mich als durchschnittliches linksgrünes Proletariat durchgegangen, wären da nicht die zwei Pflaster auf der Brust. Und die große, grellrote Narbe, wo vorher eine weibliche Brust gewesen war. Als dieser Mensch vor mir stand, zerschnitten und zerstochen, ergriff mich ein kalter Schauder. Rechtlich gesehen war dieser Mensch vermutlich selbst verantwortlich für die Verstümmelung, die ihm angetan wurde. Gewiss hatte dieser Mensch irgendwo irgendwas unterschrieben. Und doch, welche Verantwortung, welche Schuld haben die Gestalten auf sich geladen, die diesem Menschen das angetan haben! Liebes Menschlein, du wurdest angelogen. Du wirst nie ein Mann sein. Ja, selbst wenn du zusätzlich zum Bart und zur platten Brust noch versuchst, dir einen Penis aus dem Fleisch deines Arms metzgern zu lassen, wirst du nie ein Mann sein. Geh doch im Sommer mal an einen Strand. Da wirst du nicht wenige Männer mit Brüsten sehen. Und doch sind sie Männer. Viele Männer rasieren sich glatt, manchen wächst kaum Bart. Und doch sind sie Männer. Wenn einem Mann bei einem Unfall das Glied abhanden käme, oder wenn dieses im Alter die andere Funktion neben dem Urinieren verlieren sollte – oder er sich schlicht Wichtigerem zuwendet –, ist er dennoch ein Mann. Oder vergleiche eine Frau, der man die Brust wegen Krebs abnahm. Ist sie dadurch weniger eine Frau? Gar ein Mann? Natürlich nicht! Dein Gehirn, armes Mädchen mit abgeschnittenen Brüsten, es ist nicht dafür verkabelt, Tag für Tag verachtet und ausgenutzt zu werden, und doch jeden Morgen aufzustehen und weiterzumachen und Neues zu erschaffen, allein weil du ein Mann bist. Du bist es nicht, für den Rudyard Kipling sein Gedicht »If–« schrieb, und darin sagte: »Wenn du zusehen kannst, wie das, wofür du dein Leben gegeben hast, zerbrochen wird, und wenn du dich bücken kannst und es neu aufbauen, mit deinem abgenutzten Werkzeug […] dann ist die Erde dein und alles was in ihr ist, und – was noch viel mehr ist – du wirst ein Mann sein, mein Sohn!« ([deutsche Video-Version von mir](https://www.youtube.com/watch?v=x1J1XhlybHU)). Mädchen mit abgeschnittenen Brüsten, du wirst nie ein »alter weißer Mann« sein, also einer aus jener Gruppe von Menschen, welche die moderne Zivilisation erdacht haben, und deren Schultern das tragen, was heute noch vom Ruhm des Westens übrig ist, und die doch dafür so sehr gehasst werden, nämlich genau von den Leuten, die dich angelogen und manipuliert haben. Mir wurde in dem Moment klar: Wenn ich bislang die Existenz Satans und seiner Dämonen für eine Metapher gehalten hätte, wenn ich das absolut Böse als besonders saubere Form der [Relevante-Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)-Mathematik wegdefiniert hätte, spätestens ab diesem Erleben hätte ich *gewusst*, dass das Böse existiert. Das Böse existiert. Das Böse wirkt in diese Gesellschaft und in diese Zeit hinein, und führt zu Ideen und Wahnzuständen, die Menschenleben zerstören. Wenn ich im Wald spazieren gehe und die frische Hufspur eines Rehs in der weichen Erde sehe, dann weiß ich, dass ein Reh existiert und vermutlich in der Nähe ist. Ebenso mit den Spuren des Bösen. Ich sehe die Hufspuren des Bösen, also weiß ich, dass das Böse existiert – und dass es in der Nähe aktiv ist. Es scheint eine Regel zu sein: Wenn Menschen meinen, Gott spielen zu wollen, dann wird das Ergebnis regelmäßig reichlich dämonisch. Die Menschen, die den Mädchen so etwas antun, führen das Werk des Bösen aus. Und doch, und doch: Bei all dem ist es nicht meine einzige und letzte Lektion, dass das Böse existiert. Das wussten wir schon vorher, wenn wir es auch nicht immer so unmittelbar erlebten. Es wäre traurig und falsch, wenn wir es beim Schrecken ob des Schrecklichen beließen. Seien wir realistisch: Die Zahl von Mädchen, denen dieses und anderes Unrecht angetan wurde, wird steigen. Immer wieder erkennen diese Jugendlichen später, dass sie manipuliert wurden und vieles unumkehrbar ist. Die Suizidzahlen in dieser Gruppe sind horrend ([siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Suicide_among_LGBTQ_people)). Man will als Mann leben, ohne von der Natur dafür ausgestattet worden zu sein, täglich beschimpft zu werden, allein zu sein und doch weiterzumachen und Verantwortung zu tragen. Diese Mädchen werden bedauern, was sie sich antun ließen. Und dann ist es unsere erste Aufgabe, sie in den Arm zu nehmen. Du weißt nicht, was dieser Mensch durchlitt, mit welchen Schwächen und in welche Situation er hineingeboren wurde, dass er bewegt war, sich etwas so Schreckliches antun zu lassen. Dass ich nicht solche Fehler begangen habe, ist nicht meine »Leistung« – es ist *Gnade*. Und es ist meine Pflicht, diesem Menschen mit Liebe zu begegnen. Vielleicht nicht jetzt und gewiss nicht aufdringlich. Doch wenn es an der Zeit ist – dann hoffentlich rechtzeitig. - [»Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen«](https://dushan.org/essays/nicht-meine-affen/) Früher war unsere Standardantwort auf manche Nachricht: »Nein! Doch! Oh!« – Heute ist man zu müde für solchen Sarkasmus. Man seufzt: »Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.« – Es ist sehr verständlich, und doch fühlt es sich falsch an. Erinnert ihr euch noch? Ich schrieb mal, es war das Jahr 2019, einen Essay, der hieß: [»Nein! Doch! Oh! – die Überschrift, die heute über fast jede Nachricht passt«](https://dushan.org/nein-doch-oh/) Und tatsächlich war »Nein! Doch! Oh!« wie ein Refrain, den wir als Antwort auf jede Nachricht sagen konnten. Ob Messerstecher oder Attentat, Nebenwirkungen oder Massenkündigungen, stets ließ sich sarkastisch sagen: »Nein! Doch! Oh!« Und wir meinten damit: Hatten wir »bösen Rechten« nicht genau das längst vorausgesagt? Ja, ist es nicht die wiederholt korrekte Vorhersage und die begründete Warnung, welche die »Rechten« ins Fadenkreuz der Propaganda bringt? Inzwischen aber bin ich nicht mehr bitter und sarkastisch gestimmt, wenn wieder einmal eine »rechte« Vorhersage eintrifft. Es ist zu alltäglich. Heute fällt mir ein anderer Refrain ein, wenn ich die Nachrichten höre, und ich fühle mich unwohl, dass er mir einfällt. Ich bin ehrlich zerrissen. Vielleicht habt ihr einen philosophischen Rat parat. Oder einen theologischen. Was auch immer hilft, bitte! Wenn ich heute so manche Nachricht lese, reichen mir tiefere Schichten meines Bewusstseins eine bestimmte polnische Redeweise zur Antwort hoch: »Nie mój cyrk, nie moje małpy.« Das bedeutet übersetzt: »Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.« Es will mir sagen, dass ich mich nicht für das Chaos verantwortlich fühlen soll, das andere Leute anrichten. Ein Beispiel von vielen: In Großbritannien macht es dich inzwischen offiziell zum »Terroristen«, wenn du feststellst, dass die westliche Kultur durch Immigration und einen Mangel an Integration bestimmter Gruppen bedroht ist. Ich zitiere: »a belief that ›Western CultureB is under threat from mass migration into the UK and from a lack of integration by certain ethnic and cultural groups«. Was ich hier zitierte, war *kein* einzelnes Arbeitspapier. Es findet sich als Anweisung in vielen Dokumenten, die an Behörden und Politiker verschickt wurden. Sucht selbst bei Google, [hier ist der Link](https://www.google.com/search?q=site%3Agov.uk+%22western+culture%22+is+under+threat). Aber ich habe nichts mit Großbritannien zu tun. Ich will heute nicht einmal groß etwas mit den Briten zu tun haben. Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen. Ein anderes Beispiel: Jetzt ist herausgekommen, dass die EU viel Geld an sogenannte NGOs gezahlt hat, auf dass sie Klima-Bullshit verbreiten ([welt.de, 07.06.2025](https://www.welt.de/politik/ausland/video256222624/geheime-vertraege-eu-kommission-bezahlte-aktivisten-fuer-klimalobbyismus.html)). Die NGOs bekommen von der Politik viel Geld, um »Zivilgesellschaft« zu simulieren, auf deren Forderung dann die Politik »reagieren« kann. Was für eine Verkommenheit! Ach ja, ich schreibe ja schon länger, dass NGOs anti-demokratisch sind – und die EU spottet jeder höflichen Beschreibung. Frei nach Niebuhrs Gelassenheitsgebet gilt also wieder, da ich es nicht ändern kann: Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen. Ich könnte ja lange weitermachen. Viel zu lange! Etwa von den Beiträgen zur Krankenversicherung – um die Premium-Versorgung von »Nicht-Einzahlern« zu sichern. Oder von den Plänen, Rentner arbeiten zu lassen. Erst hieß es, Deutschland brauche Einwanderung, um die Renten zu finanzieren – jetzt sollen Rentner arbeiten gehen, um Einwanderung zu finanzieren. Und so weiter. Ich will es offen sagen: Ich bin zerrissen. Ja, sogar da, wo es mich durchaus praktisch betrifft, will ich inzwischen rufen: »Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen!« Manchmal will ich sogar in meinem Bekanntenkreis, ja sogar in der Familie sagen: »Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen!« Es widerstrebt mir so sehr! Es geht gegen mein Verständnis der [Relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/). Strukturen, in die ich eingebettet bin, derer Teil ich bin, die *müssen* doch »mein Zirkus« sein, sonst bin ich doch *unmoralisch* nach meiner eigenen Definition? Und doch sehe ich heute meiner seelischen Stabilität zuliebe bisweilen keine Alternative als gegen meine Überzeugung und gegen meine Natur zu sagen: Nie mój cyrk, nie moje małpy. Spürt ihr das auch? Könnt ihr nachfühlen, wie ich daran leide? Schreibt bitte bei YouTube unters Video, wie ihr damit umgeht. Und wenn ihr ebenfalls einfach nur zerrissen seid, schreibt auch das. Ich bin zerrissen, und was seid ihr? - [Kinder »geben« fürs »Gemeinwesen«](https://dushan.org/essays/fuers-gemeinwesen/) Ein Historiker diskutiert, ob Eltern bereit sind, ihre Kinder als Soldaten fürs »Gemeinwesen« zu »opfern«. Skandal! ABER: Er sagt, was seit jeher galt. Das EIGENTLICHE Problem ist, dass es kein Gemeinwesen mehr gibt, für das zu sterben sich lohnen würde. In den sozialen Medien kursiert ein Videoschnipsel mit dem Historiker Egon Flaig (zum Beispiel [@Disputatorus, 05.06.2025](https://x.com/Disputatorus/status/1930536413042192804)). Dieser schwärmt für Schießübungen in den Schulen, so wie es sie auch in Polen gibt. Der wohl bei 3Sat ausgestrahlte Beitrag zitiert ihn, mit viel Gravitas in der Off-Stimme: »Eltern müssten bereit sein, ihre Kinder zu geben.« Der Historiker erklärt: »Die Unwilligkeit von Eltern, ihre Kinder als Soldaten zu sehen, das heißt: als Mitglieder des Gemeinwesens, die eventuell geopfert werden für das Gemeinwesen, die geopfert werden für die Aufrechterhaltung unseres Lebens, so wie wir es weiterpflegen wollen, dieser Wille, dieses Opfer auch bringen zu wollen, ist ein schmerzliches.« Nein, wir sollten uns *nicht* darüber echauffieren, dass der gesprochene Gedanke des Alt-Professors sich gegen Ende zu verlieren scheint. (Es bezeugt, dass der Professor live und in Echtzeit formuliert. Das ist mehr, als ich mich etwa in meinen Videos trauen würde.) Und wir sollten uns definitiv *nicht* darüber echauffieren, dass es sich aus dem Elfenbeinturm eines emeritierten Geschichtsprofessors gut reden lässt. Das ist ganz in Ordnung so. Störende Gedanken konsequenzlos äußern zu können, ist eine Grundbedingung westlichen Fortschritts. Das Problem ist *nicht*, dass Jugendliche und ihre Eltern nicht den moralischen Wert darin sehen, dass ihre Söhne ihr Leben für eine höhere Sache riskieren. (Der Professor erwähnt explizit auch Frauen als Soldaten, doch ich schreibe das schlicht dem mangelnden Kontakt zur Realität zu.) Unter Jugendlichen ist es heute ein erstaunlich populäres »Meme«, dass man leider zu spät geboren sei für die Kreuzzüge – und zu früh für die Eroberung des Weltalls. (Die ironische Pointe ist, dass man also seine Schlachten in Social Media ausficht.) Der emeritierte Historiker arbeitet mit den Prämissen einer anderen, längst vergangenen Realität. Er argumentiert aus einer geistigen Welt, in der es noch ein intaktes Gemeinwesen gibt – und in der Opfer für dieses Gemeinwesen noch sinnvoll erscheinen. Die Blindheit und intellektuelle Verwahrlosung der meinungsbildenden Klasse in Deutschland ist atemraubend: Während man Polen für seine Wehrhaftigkeit lobt, verurteilt man es zugleich für seine Migrationspolitik – und die Wahl eines konservativen Präsidenten. Was lernen wir aus dem möglichen Realitätsverlust des wohlmeinenden Professors? Wie werden wir daran bessere Menschen? Nein, es existiert kein großes »deutsches Gemeinwesen« mehr. Schon das Zahlen von Steuern fühlt sich kaum noch moralisch gerechtfertigt an, geschweige denn das Kämpfen und Sterben. Man stelle sich nur vor, jemand wollte wirklich mit der Waffe in der Hand für (um den Professor zu zitieren) die »Aufrechterhaltung unseres Lebens, so wie wir es weiterpflegen wollen« kämpfen! Womöglich für unsere *Identität* oder gar für unser *Volk*! Er würde enteignet, seine Konten gesperrt, seine Freiheit genommen – und zwar ausgerechnet im Namen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Es ist ein anderes Thema, wofür die jungen Menschen *wirklich* kämpfen und sterben sollen. Das »deutsche Gemeinwesen« ist es nicht. Und das Leben, wie wir es kannten, oder das deutsche Volk sind es ganz bestimmt auch nicht. (Es wäre ein anderes Thema, zu erörtern, wofür wirklich gekämpft wird.) Und doch, und doch: Es ist dem Menschen angeboren, Teil von etwas sein zu wollen, für das sich zu kämpfen lohnt. Und zu sterben. Nicht, weil zu sterben erstrebenswert wäre. Sondern: Wofür sich zu sterben lohnt, dafür und darin lohnt es sich auch zu leben. Es bleibt also dies: Der Mensch braucht etwas, das größer ist als er selbst. Etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt – und wenn nötig, zu sterben. Doch fantasiert nicht gleich von Kreuzzügen und Heldentod! Lasst uns doch erst nach den Werten, für die wir angeblich zu sterben bereit sind, auch wirklich täglich *leben*. - [Sind wir überhaupt lebensfähig?](https://dushan.org/essays/in-sicherheit/) Ein Viertel der Briten bezeichnet sich als körperlich oder geistig »disabled«, behindert. – Was, wenn die wahre Zahl sogar höher ist, und zwar auch in Deutschland, und wir es nur nicht merken? Kommen wir wirklich alle mit der Realität klar? Es ist ein Schocker, den wir da hören müssen: Ein Viertel aller Briten sind behindert! Tsts, das ist doch unhöflich, denkt ihr nun. Aber nein, es ist eine echte Meldung, aus diesem Jahr (nachzulesen zum Beispiel bei [dailymail.co.uk, 10:24](https://www.dailymail.co.uk/news/article-14546741/A-quarter-Brits-say-DISABLED-benefit-cuts.html)). Die Zahl der Briten, die laut eigener Aussage »disabled« sind, ist um 40 Prozent gestiegen. Etwa die Hälfte der arbeitenden Briten gibt an, dass sie aufgrund einer körperlichen oder seelischen Beeinträchtigung schwerwiegende Probleme haben, den Alltag zu meistern. Man beachte: Gemäß dieser Meldung betrachten sich die Menschen als »disabled«, wenn sie nicht mit der Realität des Alltags klarkommen. Wie viele von *uns* kommen nicht mit der Realität klar? Wie viele *halluzinieren* sich eine Realität, deren Erklärung ihnen weniger Angst bereitet – und zahlen dafür den Preis, in einer *Illusion* zu leben? ## Weil eh alle wissen Natürlich gehen mir und dir ähnliche Gedanken durch den Kopf, wenn wir so eine Meldung hören. Wir gehen die möglichen Erklärungen durch. Etwa diese: Wenn es von finanziellem oder sonstigem Vorteil ist, sich selbst für »behindert« zu erklären, während zugleich das Stigma nicht mehr schmerzt (etwa weil eh alle wissen, was gespielt wird), dann ist es schlau, sich eben »behindert« zu nennen. Der rapide Ansprung der selbsterklärten Behinderungen geschieht aber auch relativ kurz nach dem Ende einer gewissen medizinischen Maßnahme ([siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/COVID-19_vaccination_in_the_United_Kingdom)). 92 Prozent der Bevölkerung wurde mindestens einmal beglückt, 69 Prozent dreimal. Es ziehe ein jeder seine eigenen Schlüsse daraus. ## So treffend beschrieben Man muss der Wahrheit halber feststellen, dass die Briten uns alle in den letzten Jahren gründlich enttäuscht haben. Im Jahr 2019, anlässlich der Brexit-Abstimmung, schrieb ich: [»Großbritannien wählt Freiheit«](https://dushan.org/britische-freiheit/). Was aber fing Großbritannien mit seiner Freiheit an? Man wählte konservativ muslimische Politiker an die Macht, man toleriert Scharia-Gerichte allerorts – und die britische Polizei verfolgt derweil Briten, die sich kritisch zum den Islam äußern. Allein im Jahr 2023 wurden etwa 12.000 (ja: *zwölftausend*) Briten verhaftet ([tasnimnews.com, 07.04.2025](https://www.tasnimnews.com/en/news/2025/04/07/3286723/12-000-brits-arrested-every-year-over-social-media-posts?utm_source=chatgpt.com)), weil sie in den Sozialen Medien etwas sagten, das irgendeinen britischen Bürokraten störte. Und nun bezeichnet sich ein Viertel der Briten selbst als »disabled«. Was lernen wir daraus? ## Der zweite Gedanke Auf die Meldung vom behinderten Viertel ist die naheliegendste Reaktion natürlich: Nein, die *können* doch nicht alle wirklich behindert sein. Da stimmt etwas mit der Definition von Behinderung nicht. Oder Leute sind motiviert, sich als psychologisch beeinträchtigt einstufen zu lassen. Das waren auch meine ersten Gedanken. Mein *zweiter* Gedanke aber war, mindestens als *Denkexperiment*: Was, wenn es stimmt, wenn auch in einem »philosophischen« Sinn? Was, wenn weite Teile nicht nur der britischen Bevölkerung in dieser gegenwärtigen Realität tatsächlich nicht lebensfähig sind? Was, wenn auch in Deutschland weite Teile der Bevölkerung in der »realen Realität« nicht überlebensfähig sind und dies nur deshalb nicht gemerkt haben, weil ihnen *noch* eine künstliche, gefahrlose Umgebung vorgegaukelt wird? Die Omas gegen Rechts. Das Stammpublikum eines deutschen Kirchentags. Jeder, der die Tagesschau anschaltet, um sich unironisch zu »informieren«. Solche Leute leben in einer weich gepolsterten Zelle, zur Verfügung gestellt vom nationalen Irrenhaus. Wehe denen, wenn sie das Leben in der Realität probieren müssten! ## Auf dem Berg Der biblische Prophet *Amos* drohte einst: > Weh den Sorglosen auf dem Zion und den Selbstsicheren auf dem Berg von Samaria! (Amos 6:1) Die Sorglosen und Sicheren in ihren schmucken Stadtteilen sind diejenigen, welche die kommende Realität am härtesten treffen wird. Nicht die Oberschicht und nicht die Unterschicht. Die einen bereiten sich vor, deshalb sind sie Oberschicht, seit Generationen schon. Und die Unterschicht ist Härte ohnehin gewohnt. Es sind die »Sorglosen«, die träge Mittelschicht, die es *wirklich* hart treffen wird. Auf gewisse Weise sind sie insofern »behindert«, als sie in der Realität eigentlich nicht lebensfähig sind. Wenn die Realität plötzlich doch die Sorglosen trifft, dann hat, so Amos im folgenden Vers 7, »das Gejohle der Ausgelassenen ein Ende«. ## Durchaus reversibel Ja, die Briten und auch sonst manche Westler sind zum guten Teil »behindert« – und zwar *philosophisch* und *moralisch* behindert. Wie einer, der sich selbst die Hand abhackt, warum auch immer, und mit dem realen Alltag dann eben nicht klarkommt. Die gute Nachricht ist allerdings an dieser Stelle, dass eine *philosophische* und *moralische* Behinderung – anders als eine abgehackte Hand – durchaus reversibel ist. Der Mensch kann aktiv beschließen, seine philosophische und moralische »Behinderung« zu beheben. Vielleicht, weil ihm schmerzhaft klar wird, »dass es so nicht weitergehen kann«. Der Entschluss, seine philosophische Behinderung zu beheben, ist bereits der erste Schritt zur Genesung – und der erste Schritt in Richtung der realen Realität. - [Die Aufklärung war ein Fehler](https://dushan.org/essays/aufklaerung-war-fehler/) Die Aufklärung war ein Fehler. Ja, es klingt gut, »Mut« zu haben, »sich seines Verstandes« zu bedienen, statt auf Tradition zu hören. Darin liegt aber ein praktischer Fehler: Wenn der Mensch ein Trottel ist, dann ist sein Verstand ein mieser Ratgeber. Freunde, ich sage euch: Die Aufklärung war ein Fehler. – Lasst mich erklären! Als *Aufklärung* bezeichnen wir eine Bewegung im 17. und 18. Jahrhundert n. Chr., welche die menschliche Vernunft als höchste Instanz und Autorität einsetzte – und zugleich Tradition und Offenbarung als Erkenntnisquellen zurückwies. Mit der Aufklärung sind einige bis heute *strahlende* Namen verbunden, und mit diesen sehr berühmte Zitate. Descartes: »Je pense, donc je suis.« – »Ich denke, also bin ich.« (Wenn »bin« hier für *sein* im Sinne von *existieren* steht, dann *existiert* ein gefährlicher großer Teil unserer Mitmenschen schlicht nicht.) Von Voltaire stammt, neben vielem anderen, eine heute sehr aktuelle Warnung: »Es ist gefährlich, recht zu haben, wenn die Regierung Unrecht hat.« Von Rousseau, ebenfalls brennend aktuell: »Keine Unterwerfung ist so vollkommen wie die, die den Anschein der Freiheit wahrt. Damit lässt sich selbst der Wille gefangennehmen.« Oder Kant, der direkt gefragt wurde, was der Wahlspruch der Aufklärung sei, und antwortete: »Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!« Kant meinte mit dem »Gebrauch des Verstandes« kein spontanes Bauchgefühl, sondern diszipliniertes, moralisches Denken. Doch was passiert, wenn der Appell an die Vernunft auf eine Bevölkerung trifft, die – mangels Bildung, Tugend und geistiger Schulung – längst nicht mehr zu vernünftigem Denken fähig ist? Dann wird aus dem Leitspruch der Aufklärung ein Freibrief für Narzissmus, Ideologie und Empörungslogik. ## Exkurs bezüglich Steinebehauen Ein guter Teil der späteren Aufklärer stand der Freimaurerei nahe (die erste Großloge in London wurde 1717 gegründet). Der heute 86-jährige italienische Großmeister *Giuliano Di Bernardo* aber wird zitiert: »Ich glaube, dass die Zukunft der Menschheit, die die Verwirklichung der globalen Gesellschaft mit sich bringt, von einer Gemeinschaft weiser Männer regiert werden muss, die den Einen, den aufgeklärten Tyrannen, zum Ausdruck bringen.« ([alessandriaoggi.info, 05.12.2018](https://www.alessandriaoggi.info/sito/2018/12/05/giuliano-di-bernardo-basta-democrazia-serve-un-tiranno-illuminato/); [archiviert](https://archive.is/Z7mXz)) Ja, es ist tatsächlich *logisch*, dass wer die *Vernunft* als höchsten Wert setzt, die Herrschaft der Vernünftigsten anstrebt. Doch wie soll man feststellen, wer »am vernünftigsten« ist? Es ist wohl einfach: Derjenige, dem es gelang, an die Macht zu kommen, ist gewiss der vernünftigste Mensch von allen – wer wollte ihn anders belehren? Der Gewiefteste ist der Vernünftigste, die Aufklärung ist zu Ende gespielt. ## Du, ich, Immanuel Kant Doch dass die Aufklärung, politisch appliziert, zur antidemokratischen, menschenfeindlichen Bewegung mutieren kann, ist nicht der (erste) Grund, aus dem ich sie für einen Fehler erkläre. Die Demokratie ist ohnehin ein sehr fragiles Kunstprodukt. Demokratie setzt unter anderem echte Bildung, robusten Patriotismus und effektive Behörden voraus. Wenn, wie in Deutschland, die Mehrheit der Wähler durch Propaganda und ideologiebefallene Schulen *dumm* und *servil* gehalten wird, wenn diese Menschen derart eingeschüchtert im Wahllokal gegen das eigene Wohl und gegen das Wohl ihrer Kinder stimmen, dann sind die Rituale der Demokratie ohnehin wenig mehr als ein Mäntelchen um die alte *Herrschaft der Gewieftesten*. Ja, ich selbst habe oft genug das Loblied der Aufklärung gesungen. Habe den Mut gepriesen, Mut zum Gebrauch des Verstandes, Mut zur Wahrheit, Mut zum Mut. Doch ich bin heute *vorsichtiger*. Ich habe Zweifel. Das Problem an der Aufklärung ist, dass die Menschen dumm und böse sind. Nein, ich sage und meine nicht, dass *einige* Menschen dumm und böse sind. Ich sage, dass *jeder* Mensch – du, ich, Immanuel Kant – in seinem natürlichen Zustand nach dem Sündenfall *dumm* und *böse* ist. (Katholiken werden hier natürlich Maria ausschließen wollen. Und Jesus sowieso.) Durch Erziehung und Bildung erst wird der Mensch zu dem, was wir *gut* und *klug* nennen. Die großen Namen der Aufklärung waren allesamt hochgebildete Männer. Deren Verstand war in Jahrzehnten der Lektüre gebildet, war im Studium der Antike und der Mathematik geweitet und in täglicher Debatte immer weiter geschärft. ## Nicht dem eigenen Verstand Wenn ein Immanuel Kant sagt, man solle doch einfach den Mut haben, sich seines Verstandes zu bedienen, dann erinnert mich das an einen Henry Cavill, oder einen jungen Brad Pitt, also blendend aussehende Hollywood-Schauspieler, die jungen Männern raten, man solle Frauen doch einfach nur kurz anlächeln, und mehr brauche es nicht für eine erfolgreiche Beziehungsanbahnung, denn für sie würde das ja auch funktionieren. Man könnte nun einwenden, Kant habe geraten, sich des Verstandes zu bedienen; und nicht wörtlich diesem Verstand – und allein diesem – zu folgen. Doch seien wir realistisch: Seinen Verstand zu *gebrauchen* wird in der Praxis bedeuten, sich auf diesen auch zu *verlassen*. Und sich auf seinen Verstand zu *verlassen* wiederum bedeutet in der Praxis, jede spontane Eingebung für *den absoluten und einzig relevanten Gedankenschluss* zu halten. Das öffentliche Denken wird dümmer. Das private Denken wird dümmer. Und all das ist die Folge dessen, dass den Menschen gesagt wurde, sich zuerst und zuletzt auf das eigene Denken zu verlassen. Nun fragt ihr: Wenn wir nicht dem eigenen Verstand folgen sollen, wem dann? Ich frage zurück: [»Ab wann ging es bergab?«](https://dushan.org/was-war-frueher-besser/) Und ich stelle fest, dass, wenn es in einer Hinsicht *abwärts* geht, es in dieser Hinsicht eine Zeit des *relativen Optimums* gegeben haben muss. Bernhard von Chartres, [überliefert im 12. Jahrhundert durch seinen Schüler Johannes von Salisbury](https://www.logicmuseum.com/wiki/Authors/John_of_Salisbury/Metalogicon/Liber_3#:~:text=Dicebat%20Bernardus%20Carnotensis%20nos%20esse%20quasi%20nanos%2C%20gigantium%20humeris%20incidentes%2C%20ut%20possimus%20plura%20eis%20et%20remotiora%20videre%2C%20non%20utique%20proprii%20visus%20acumine%2C%20aut%20eminentia%20corporis%2C%20sed%20quia%20in%20altum%20subvehimur%20et%20extollimur%20magnitudine%20gigantea.), pflegte zu sagen, wir seien wie »Zwerge, die auf den Schultern von Riesen sitzen, sodass wir mehr und weiter sehen können als sie – nicht wegen der Schärfe unseres eigenen Blicks oder der Größe unseres Körpers, sondern weil wir durch ihre riesenhafte Größe emporgehoben werden«. »Zwerge, die auf den Schultern von Riesen sitzen«, oder, in der Sprache der Riesen: »Nanos gigantum humeris insidentes«. ## Stolz wie Säuglinge Welcher der Schwätzer in Politik und Propaganda »sitzt« denn spürbar »auf den Schultern von Riesen«? Wer von uns, die wir jeder jeden Tag laut und selbstbewusst eine Meinung haben, so wie man eine Verdauung hat, möglichst täglich und bald nach dem Aufstehen, und die wir diese Meinung dann noch warm der Welt mitteilen, wer von uns hat denn wirklich diese seine Meinung am Maßstab der Tradition zumindest geprüft, hat seine Meinung wirklich im Fundament der Erfahrung und der anerkannten Logik verankert? Nein, all dessen bedürfen wir doch nicht, denn wir sind ja aufgeklärt, aufgeklärt und selbstbewusst und stolz auf unser Köpfchen, wie der Säugling auf dem Töpfchen. Ja, die Aufklärung war ein Fehler, insofern sie uns den Mut zusprach, Dinge zu tun, zu denen uns die notwendige Vorbereitung und Befähigung fehlen. Nein, ein besseres Denken beginnt *nicht* damit, seinen Verstand zu gebrauchen, sondern damit, die Gedankengänge all der gedanklichen Riesen vor uns zu studieren. Diese Gedanken zu verstehen und anzuwenden. Und dann, nach einem Leben des Studiums und der Tat, vielleicht und nach reichlicher Prüfung, eine weiterführende Fußnote vorzuschlagen. Du denkst, es macht dich klein, als Zwerg auf den Schultern von Giganten zu sitzen? Nein, du bist nicht größer, wenn du auf dem Boden herumspazierst mit aufgeblasener Zwergenbrust. Ach, sei ehrlich: Du bist bloß zu faul und zu arrogant, da überhaupt erst hinaufzuklettern. »Habe Mut«, sagt Kant. Klüger wäre, zu sagen: »Habe Demut!« Ja, es braucht Erneuerung heute, einen Neuaufbau, denn das öffentliche Denken ist ein modisch verkleidetes Trümmerfeld. Wir werden den Schutt abräumen müssen. Nachsehen, was *darunter* ist, weil wir ahnen, dass es unter diesem toten Chaos noch Leben gibt. Nach den alten Wurzeln suchen und aus diesen dann die Erneuerung wagen. Oder in jener Sprache gesagt, in der gesprochen wurde, als vor dem Sprechen auch nachgedacht wurde: »In radice renovari«. - [Was kümmert es die Faktenchecker?](https://dushan.org/essays/ein-mann-ist-mann/) Faktenchecker brüllten: Der Boxer Imane Khelif ist eine Frau! – Nun ist es widerlegt, per Gutachten. Doch es ist kein Versagen der Profi-Lügner – es ist ein Erfolg! Man hielt (und hält) uns mit Bullshit beschäftigt, während die-da-oben ihr Ding machen. Vor nicht einmal einem Jahr titelte die deutsche Propaganda: »Debatte um Imane Khelif: Transfeindliche Desinformation bei Olympia«. Wir finden es aktuell (noch) bei [tagesschau.de, 09.08.2024](https://www.tagesschau.de/faktenfinder/transfeindliche-desinformation-100.html) und zur [Sicherheit auch archiviert](https://archive.is/aNYdS). Und es war nicht nur die »übliche« Propaganda, die diesen Titel und den folgenden Salat von Propaganda-Lingo veröffentlichte. Es war der »Faktenfinder«. Wenn die Lüge der wahre geistige Herrscher Deutschlands ist, ist der Faktenfinder ihre persönliche Leibgarde. Darum ging es: Bei Olympia 2024 war der algerische Boxer Imane Khelif angetreten. Allerdings hatte Khelif sich als Frau angemeldet. Und so konnten irgendwelche seelisch komplett kaputten Funktionäre sich daran ergötzen, wie ein Mann öffentlich Frauen zusammenschlug. ## »als Frau gelebt«? Die Tagesschau behauptete, Khelif sei als Frau »geboren und registriert«, hätte »ihr Leben als Frau gelebt«. Auch diese Lüge der Elitetruppe der deutschen Propaganda ist leicht widerlegt: Khelif wird nach Siegen von *seinem* algerischen Trainer schon mal auf den Schultern getragen ([@HeatherEHeying, 03.06.2025](https://x.com/HeatherEHeying/status/1929920682516983905)). Es gibt zahlreiche Bilder, in denen algerische Männer ihm freundschaftlichst gratulieren und mit ihm feiern. Es ist maximal unvorstellbar, dass algerische Männer eine solche Nähe mit einer Person praktizieren, von der irgendwer in der Bekanntschaft auch nur zu einem Prozent annehmen könnte, dass es sich um eine Frau handelt. Niemand mit einem Funken an Ehrlichkeit konnte wirklich glauben, dass einer *Frau* Imane Khelif vom Mannschaftskollegen Mustapha Berraf öffentlich mit Kuss gratuliert und kumpelhaft *die Brust gerieben* wurde ([@RoisinMichaux, 09.08.2024](https://x.com/RoisinMichaux/status/1822027970292412678)). Es ist alles eine »PsyOp«, eine öffentliche Übung darin, offensichtlichen Unsinn als »Wahrheit« zu etablieren. Tatsächlich ist der einzige »Beleg« dafür, dass Khelif ein Mann ist, der Eintrag im Pass. Khelif ist »nicht einmal« eine »Transfrau . Würde *tatsächlich* ein augenscheinlicher Mann sich in Algerien aus Frau auszugeben versuchen, wäre das womöglich sein Todesurteil, mindestens sozial. Nun, ein Jahr später, wird »geleaked«, was jeder Mensch die ganze Zeit *sehen* konnte. Laut einem medizinischen Gutachten (von 2023!) ist belegt, dass Imane Khelif ein biologischer Mann ist ([telegraph.co.uk, 01.06.2025](https://www.telegraph.co.uk/boxing/2025/06/01/imane-khelif-medical-report-proves-biological-male/); [tichyseinblick.de, 02.06.2025](https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/imane-khelif-ist-gesichert-biologisch-ein-mann/)). Nein, wirklich?! Räusper: Es! Konnte! Jeder! Sehen! Dass! Er! Ein! Mann! Ist! Jeder konnte es sehen, doch die Propaganda wollte uns weismachen, dass unsere Augen uns belügen – und vermutlich, dass zwei plus zwei eben fünf ergibt. ## Ignorieren lernen Im April 2024 rief ich nach Art der Essayisten: [»Verlasst Deutschland!«](https://dushan.org/verlasst-deutschland/) Ich begründete es damals mit dem Selbstbestimmungsgesetz. Nach jenem Quatsch-Gesetz »ist« in Deutschland jeder eine Frau oder ein Mann, der beim Amt erklärt, dass er es ist. Damit wird nicht nur mal eben jegliche Förderung von Frauen (etwa durch eine Quote) gestrichen und mancher Schutz (etwa in Frauen-Saunen) dazu, da sich ja nun *jeder* zur Frau erklären kann. Damit wird auch mit empfindlichen Strafen belegt, wenn jemand einen Mann eben einen Mann nennt, wenn dieser eine Frau genannt werden »will«. Im Geist von Orwells 1984 sollen die Bürger lernen, zu ignorieren, was Augen und Verstand ihnen sagen. ## Übers Spielbrett stolzieren Ich sagte »Verlasst Deutschland«, denn ein Land, in dem Worte nicht mehr zuverlässig eine Bedeutung tragen, *kann* sich logisch nicht anders als zu einer Tyrannei und einer chaotischen Diktatur entwickeln. Sowohl Demokratie also auch Rechtsstaat setzen voraus, *dass Worte etwas bedeuten*. Ohne zuverlässige Bedeutung von Sprache kann und wird es weder Recht noch Demokratie geben. Das »Selbstbestimmungsgesetz« war ja »lediglich« die gesetzliche Ausfomulierung dafür, dass im Propagandastaat die Zuverlässigkeit der Bedeutung von Wörtern aufgehoben werden soll. Der Beispiele für die Aufhebung von Bedeutung und Logik sind ja viele mehr. Ein Beispiel: Gestern war wieder mal die TAZ-Redakteurin Ulrike Herrmann im Staatsfunk zu hören. Und sie redete wieder groben Unfug, über Migration und so weiter (siehe [@dushanwegner, 04.06.2025](https://x.com/dushanwegner/status/1930191272490205678)). Doch statt einmalig ausgelacht und von da an für immer ignoriert zu werden, versucht man doch tatsächlich, sie zu widerlegen. Immer wieder! Es ist so erfolgversprechend, wie Schach mit einer Taube zu spielen (die Taube wird die Figuren umwerfen, übers Spielbrett stolzieren und sich zum Sieger erklären). Und doch versucht man es immerzu – warum? ## Zogen brav mit Der »Faktenfinder« war damals natürlich nicht allein mit seinen Crazy-Meldungen zu Imane Khelif. Auch die sonstigen üblichen Verdächtigen im Propagandastaat zogen brav mit. Wieder nur als Beispiel der immer wieder unfreiwillig komische »Volksverpetzer«: »Faktencheck: Imane Khelif ist eine cis Frau« ([archivier](https://archive.is/YkFre)). Es folgen dann herzrührende Erzählungen etwa über die Kindheit des Herrn Khelif – als Mädchen natürlich. Ist also die Imane-Khelif-Lüge der (nicht nur) deutschen Propaganda aufgeflogen und gescheitert? Nein, leider nicht. Ein Zyniker könnte sagen: Der *Zweck* solchen offensichtlichen, als »Fakt« präsentierten Bullshits ist schlicht, die Schafe mental beschäftigt zu halten, während man ihnen bei lebendigem Leibe das Fell abzieht. Der Bürger ist gedanklich damit ausgelastet, zu diskutieren, ob dieser Herr eine Frau ist. Dem Bürger bleibt keine mentale Kraft, sich zu wehren, wenn ihm bärtige Syrer als »Jugendliche« und »Flüchtlinge« verkauft werden. Wenn Annalena Baerbock als ernstzunehmend verkauft wird. Wenn es Sinn ergeben soll, dass Ungeimpfte irgendwie schuld daran sind, dass Geimpfte und Geboosterte an Long-Covid erkranken. Wenn Deutschland sich de-industrialisiert, um das Weltklima zu retten. Und so weiter. ## Die noch etwas bedeuten. Denkt nicht, dass das Bekanntwerden der offensichtlichen Wahrheit bezüglich des Herrn Khelif eine Niederlage für die Faktenfinder, Journalisten und bezahlten Lügner ist. Die haben ihren Zweck erreicht – die haben Aufmerksamkeit gebunden, damit die Mächtigen ihre Projekte voranbringen können. Für diese Leute sind Strukturen relevant, die weder Wahrheit noch dein Wohlergehen einschließen. Deren Worte sind wertloser Wortmüll, der in einem großen, stinkenden Haufen über dem Land ausgeschüttet wird. Gülle, die via TV in die Wohnzimmer der Nation gepumpt wird. Es war nie wichtiger als heute, sich seiner *[relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)* bewusst zu sein. Grüble und denke nach. Probiere Gedanken aus. Benenne deine relevanten Strukturen, und zwar in ganzen Sätzen, an denen du dich selbst prüfen kannst. Bringe in *Worte*, was dir wirklich wichtig ist – Worte, die noch etwas *bedeuten*. - [Ich bin wütender als du (und hier ist der Grund)](https://dushan.org/essays/wuetender-als-du/) Wenn die Welt gerecht wäre, müssten Politiker für den finanziellen Schaden aufkommen, den sie anrichten – und ihre Kinder ebenfalls, denn auch die Kinder der Bürger »haften« ja mit. Und wenn sie nicht können, dann eben Knast. Und das wäre nur der Anfang! Ach, wenn Politiker doch nur *haftbar* wären für die Schäden, die sie anrichten! – Wer von uns hat das denn nicht schon mal gedacht? Oder laut ausgerufen! Ich zumindest werde bei diesem Gedanken reichlich wütend. Ich darf aber sagen, dass ich in meinem Wunsch nach Gerechtigkeit wohl noch weiter gehe als der »gewöhnliche« wütende Bürger. Meine Wut ist wütender als eure Wut! Ja, früher, da war ich auch nur *gewöhnlich* wütend, so wie ihr *gewöhnlich* wütend seid. Doch ich lernte dazu – lasst mich erklären. ## Wie sie es uns aufbürden Die gewöhnliche Wut auf Politiker klingt etwa so: »Wenn ich selbst in meinem Beruf immer wieder groben Unfug anstelle, dann werde ich gefeuert. Sollte ich den Unfug absichtlich angestellt oder seine Folgen auch nur billigend in Kauf genommen haben, habe ich es schnell mit Gerichten zu tun. Wenn ich absichtlich – oder auch nur leichtfertig – Schaden anrichte, dann werde ich für diesen geradestehen müssen. Warum ist es bei Politikern anders? Warum können Politiker noch so viel Schaden anrichten, absichtlich und wissentlich, aber statt gefeuert und bestraft zu werden, steigen sie immer weiter hinauf? Das ist doch das Gegenteil von gerecht! Bestraft sollten sie werden, sie und ihre Kindeskinder sollten für den angerichteten Schaden aufkommen. So wie unsere Kinder für den Schaden aufkommen müssen, den diese Gestalten anrichten. Und wenn sie nicht können, dann ab mit denen in den Knast, so wie sie es uns aufbürden.« Ein Zyniker wird hier anmerken, dass Politiker keineswegs nur so großen Schaden anrichten. Denjenigen, denen sie sich *wirklich* verpflichtet fühlen, nützen sie sehr konkret und sehr erfolgreich, doch das sind halt leider weder das Land noch seine Bürger. So weit aber die *gewöhnliche* Wut auf Politiker. Ich bin wütend, ja, und fühle mich hilflos. Und ich fühle mich an Augustinus erinnert, der in *De Civitate Dei* schreibt: >Remota itaque iustitia quid sunt regna nisi magna latrocinia? ([De Civitate Dei IV,4](https://la.wikisource.org/wiki/De_civitate_Dei/Liber_IV#:~:text=Remota%20itaque%20iustitia%20quid%20sunt%20regna%20nisi%20magna%20latrocinia%3F%20quia%20et%20latrocinia%20quid%20sunt%20nisi%20parua%20regna%3F)) Was dieses Latein im Deutschen bedeutet? Diese verwirrten Zeiten bringen es mit sich, dass ihr es wohl kennt: »Wenn also die Gerechtigkeit aufgehoben wird, was sind Königreiche dann anderes als große Raubzüge?« ## Nicht »nur« Geld, das gestohlen wird Wir sind wütend, und unsere ausgelieferte Hilflosigkeit lindert die Wut wahrlich nicht. Wir können zwar nicht auf Anhieb definieren, was präzise diese *Gerechtigkeit* ist. Doch dass Politiker wissentlich das Land kaputt machen und sich die Taschen vollstopfen, *das* ist *nicht* Gerechtigkeit – so viel wissen wir, und das ist sicher. *Diese* Wut teile ich mit euch. Doch ich bin auf gewisser Ebene *noch* wütender. Es ist ja nicht »nur« Geld, das den Bürgern gestohlen wird. Es ist das Leben selbst. ## Gewiss nicht christlich – oder sozial Probier mal diesen Gedanken aus: Wie würde dein Leben aussehen, wenn die Politik dir nicht die Hälfte deines Gehalts wegnähme – um das Geld umzuverteilen? Umverteilen an Leute, die zum Teil dich und dein Land explizit und praktisch hassen. Für Pharmafreunde und für Kumpane in der Waffenindustrie und so weiter. Das ist doch keine Gerechtigkeit, kein Gemeinwohl und gewiss nicht christlich. Dein Leben wäre reicher, weiter, ja lebenswerter, wenn dir nicht so viel gestohlen würde, durch überzogene Steuern, durch Auflagen und unnötige Drangsalierung. Wie viele Familien hätten die Chance, eine richtige Familie zu sein, wenn nicht beide Eltern in Vollzeit arbeiten müssten und die Kinder nur erschöpfte Eltern kennen – wenn überhaupt? Mama kann nicht Vollzeit-Mama sein, denn der Staat nimmt Papa die Hälfte des Gehalts weg – und verschleudert es auf böseste Weise. Am wütendsten aber bin ich wegen der *Lebenszeit*, die diese Gestalten dem Bürger stehlen, wegen der Lebenszeit und der vielen Möglichkeiten, die gestohlen werden. ## Wütend auf diese Politik Ein Königreich ohne Gerechtigkeit – was ist das anderes als ein großer Raubzug? So fragt Augustinus. Ich aber grüble weiter: *Mord* bedeutet, einem Menschen mit Absicht und aus niedrigem Beweggrund das Leben zu nehmen. Das Leben besteht aus Lebenszeit. Was also ist eine Politik, die den Menschen unwiederbringlich ihre Lebenszeit verschwendet, anderes als legalisierter Mord? Ich bin wütend auf diese Politik. Und zwar nicht nur so wütend, wie man auf Räuber wütend ist. Ich bin so wütend, wie man auf Mörder wütend ist. Wütend – und noch mehr. Diese Politiker machen Politik aus einem Abgrund heraus, in den sie das Land und uns mit hinabreißen wollen. Doch Nietzsche mahnt ganz richtig: Wenn du in den Abgrund starrst, achte darauf, dass der Abgrund nicht zurückstarrt. Dass der Abgrund nicht mit in dich hineinblickt. (Ich schrieb schon 2018 mal darüber, im Essay [»Du blickst nach Berlin, und der Abgrund blickt zurück«](https://dushan.org/der-abgrund-blickt-zurueck/).) ## Beruft euch dann darauf! In meiner Wut werde ich ermahnt: > Vor allem fordere ich dazu auf, dass Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen dargebracht werden für alle Menschen, für die Könige und alle, die Macht haben, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können, in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit. (1. Timotheus 2:1–2) Uff! Wir sollen für diese Leute, die uns bestehlen, auch noch *beten*? (Am Rande: Wenn ihr euch mit Evangelikalen anlegen wollt, oder mit [gewissen Feministinnen](https://dushan.org/loewe-oder-nachtigall/), lest dieses Kapitel *1. Timotheus 2* zu Ende, und beruft euch dann darauf.) Es fällt mir bisweilen schwer, diesen bösen Gestalten auch nur einen »Guten Tag« zu wünschen. Die ägyptischen Plagen sollen auf Berlin und Brüssel niedergehen. Ich möchte eher beten, dass diese Leute zur Besinnung kommen – es wäre ein Wunder von biblischer Dimension. Dass deren Gewissen erwacht und sie endlich verstehen, welchen Schaden sie anrichten – an Leib und Seele, an Nation und Familie, an Zeit und Leben. (Ich weiß, der Realismus mahnt, dass nicht zum Leben erwachen kann, dessen Nichtexistenz eine Einstellungsvoraussetzung ist.) ## Nicht, was sie verdienen Ich suche Trost im Psalm, doch der Psalmist war wohl ähnlich erschüttert wie es heute bin, als er »das Wohlergehen der Frevler sah: Sie leiden ja keine Qualen, ihr Leib ist gesund und wohlgenährt. Sie kennen nicht die Mühsal der Sterblichen, sind nicht geplagt wie andere Menschen.« (Psalm 73:3b–5) Ja, wir sollten wirklich für diese Leute beten: nämlich dass sie *nicht* bekommen, was sie verdienen. Wenn die Welt gerecht wäre, wäre das Gericht über diese Leute wahrlich furchtbar. Ohne Gerechtigkeit ist ein Königreich nur ein einziger großer Raubzug – und die Herrschenden eben Räuber. Ach, lasst uns für uns selbst beten: Mögen du und ich dereinst so viel Barmherzigkeit erfahren, wie den Herrschenden heute schon zuteil wird. - [Seerosen auf dem Parksee, oder: Die Mathematik des Zu-spät](https://dushan.org/essays/seerosenschlacht/) Ich höre dieser Tage, man solle endlich »ehrlich reden« über große Probleme. Soso. Eine Frage: Wenn Seerosen sich jeden Tag verdoppeln und es 3 Tage braucht, um das Wachstum zu stoppen, ab wie viel Prozent ist es zu spät und sie werden den See fressen? Ich höre dieser Tage immer wieder, man solle über gewisse Probleme »ehrlich reden«. Ich höre, dass es im TV gesagt wurde, ich lese in Mainstream-Zeitungen davon. – Lasst mich eine Geschichte dazu erzählen! Stell dir vor, in deiner Stadt ist ein Park, und in diesem Park wohnt ein einst wunderschöner Parksee. Viele Jahre und Jahrzehnte lang haben sich Bürger dieser Stadt und deren Wochenendgäste ihre Sonntage und damit ihr Leben auf und an diesem Parksee verschönert. Zum Beispiel, indem sie ein Ruder- oder Tretboot mieteten und damit ein paar wohlgemessene, wohlgesittete Runden auf dem Parksee drehten. (Zu Details hierzu siehe meine einführende Abhandlung [»Hinweise zur Schifffahrt auf Parkseen«](https://dushan.org/schifffahrt-auf-parkseen/).) In der letzten Zeit allerdings, so hört man, ist der Parksee von *Seerosen* befallen. (Andere Erzählungen berichten von *Algen*. Ich mag aber Seerosen lieber. Ich hatte mal einen Teich mit einer Seerose.) Die Seerosen auf diesem Parksee vermehren sich rapide, und sie vermehren ihre Zahl und die abgedeckte Wasseroberfläche jeden Tag. In diesem Beispiel sind jeden Tag doppel so viele Seerose da wie am Tag zuvor. Zehn Tage vor der vollständigen Bedeckung ist kaum etwas zu sehen: nur etwa 0,1 % der Wasserfläche sind von Seerosen bedeckt. Neun Tage vorher sind es 0,2 %, acht Tage 0,4 %. Am siebten Tag vor der vollständigen Ausbreitung bedecken sie gerade mal 0,8 %. Sechs Tage vorher 1,6 %. Allerdings: In diesem Beispiel dauert es drei Tage, bis diese Entwicklung gestoppt werden kann. Wenn ich an einem beliebigen Zeitpunkt beschließe, die Ausbreitung zu beenden oder umzukehren, braucht es drei Tage, bis meine Maßnahmen greifen. Fünf Tage vorher sind es 3,1 %. Erst vier Tage vor dem Ende sind 6,3 % bedeckt. Drei Tage vorher 12,5 %. Zwei Tage vorher 25 %. Einen Tag vor der völligen Bedeckung ist erst die Hälfte des Teiches mit Seerosen bedeckt. Am letzten Tag schließlich verdoppelt sich die Fläche ein letztes Mal und der ganze Teich ist bedeckt. Frage: Wenn das Stoppen des Seerosenwachstums drei Tage dauert, wann ist der kritische Punkt erreicht, an dem man es hätte stoppen müssen? Die Antwort: Drei Tage vorher ist es bereits zu spät, die vollständige Bedeckung und damit das Kippen des Sees zu verhindern. Drei Tage vor der vollen Bedeckung liegt die Seerosenbedeckung allerdings bei nur 12,5 %. Wenn du selbst zu diesem Zeitpunkt, 12,5 %, konkrete Maßnahmen vorschlägst, wird man dich auslachen: »Läppische 12,5 %! Wer macht so einen Aufstand wegen 12,5 %?« Doch tatsächlich ist es bei 12,5 % bereits zu spät. Selbst wenn man sofort konkrete Maßnahmen zum Stoppen des Seerosewachstums einleiten würde, würden diese ja erst drei Tage später greifen. Erinnern wir uns an die Prozente: 12,5 % (Tag 0 der Maßnahme), wird zu 25 % (Tag 1). Das wird zu 50 % (Tag 2) – und schließlich zu 100 % (Tag 3). Beim Versuch aber, sich von 100 % aus zu verdoppeln (in der unmetaphorischen Praxis meist früher), »kippt« der Parksee. Wenn wir den See wirklich hätten retten wollen, hätten wir die Maßnahmen einleiten müssen, als der See nur zu 6,3 % bedeckt war. Das Prinzip dahinter hat mit *Exponentialrechnung* zu tun, und den meisten Menschen fehlt ein natürliches Gefühl dafür. Wenn also ein »Prophet« bei nur 6,3 % Bedeckung zu dringenden Maßnahmen gegen die Seerosen aufruft, wird er vermutlich ausgelacht und beschimpft werden. »Was hast du gegen die Seerosen? Nur 6,3 % des Sees sind bedeckt, das kann dich doch nicht stören! Du bist doch krank im Kopf. Jaja, der Parksee in der Nachbarstadt ist letztes Jahr gekippt, aber hier ist das doch anders. Hier sind nur 6,3 % …« und so weiter. Ja, wir sollten tatsächlich »ehrlich« reden. Aber *wirklich* ehrlich – über das, was *heute* der Fall ist. Zu den paar Dingen, auf die ich mit ebenso viel Selbstbewusstsein wie Hilflosigkeit hinweisen kann, gehört die Tatsache, dass ich in nicht wenigen der bisherigen [2.372 Essays](https://dushan.org/liste/) auf das, metaphorisch gesprochen, »Seerosenproblem« hingewiesen habe. Und mit den »Seerosen« meine ich bestimmte soziale und finanzielle Widersprüche, die ab einem bestimmten Punkt nicht mehr aufzulösen sind. (Ähnlich wie ein verknotetes Wollknäuel ab einem bestimmten Grad der Verknotung nicht mehr zu entknoten ist – sondern nur noch *zerschnitten* oder *aufgegeben* werden kann.) Ja, wir sollten uns *ehrlich* machen. Wir sollten *ehrlich* reden. Doch wenn heute Publizisten *ehrlich* reden wollen, dann meinen sie zumeist Debatten, die *vor 10 Jahren* hätten ehrlich geführt werden sollen. Heute sind es *andere* Debatten und Fragen, die *ehrlich* geführt zu werden anstehen. Und einige Fragen solltest *du* dir *selbst* ehrlich und offen stellen. Etwa diese: Wie planst du, dein Tretboot weiterhin lustig im Kreis zu fahren, wenn der See *ganz* mit Seerosen bedeckt ist? - [Zwischen zwei Kiosken](https://dushan.org/essays/zwischen-zwei-kiosken/) Welchen Bibelvers fürchten die »Eliten« am meisten? Sind es die Drohungen gegen die Heuchler? Gar etwas mit »Antichrist«? Nun, es ist wohl viel simpler: »An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen.« (Matthäus 7:20) Kurz bevor ich zu meinem Büro einbiege, jeden Morgen, gehe ich an zwei Kiosken vorbei. Eigentlich sind diese Kioske ja eher kleine Supermärkte. In Berlin würde man wohl »Späti« sagen. Die zwei Geschäfte sind in ihrem Angebot keinesfalls gleich. Das eine bietet täglich frisches Obst, das andere eine größere Auswahl an Energydrinks. Doch da ist noch ein Unterschied, eine Asymmetrie, und die amüsiert mich. Ich will mein Lächeln hier mit euch teilen! Die beiden Geschäfte, das sollte man wissen, tragen unterschiedliche Namen. Der eine Superkiosk heißt »24h-Markt«, und er ist wohl Filiale einer Kiosk-Kette. Der andere Großkiosk heißt schlicht »Mini-Supermarkt«, und er wird von einer chinesischen Familie betrieben. Nun ratet mal, welcher von beiden Märkten tatsächlich zu unmöglichen Zeiten geöffnet hat – und welcher immer wieder geschlossen ist. Ihr ahnt es ja, weil ich frage. Ich kann euch verraten, dass es der »24h-Markt« ist, der regelmäßig verschlossen und verriegelt ist, wenn ich am Morgen daran vorbeigehe. Es ist der von der Familie betriebene »Mini-Supermarkt«, der am Morgen lange vor mir aufwacht, wo wechselnde Familienmitglieder das Obst auslegen, die Regale nach draußen stellen und so weiter. (Und dieser ist es auch, wo die Bewohner des Stadtteils schon mal einen Plausch mit der Kassiererin halten. Für Leute wie mich bietet das die Chance auf eine wichtige Übung in Geduld.) Ich schmunzle jeden Morgen aufs Neue, wenn jene Familie ihren Mini-Supermarkt längst aufgemacht hat, während der »24-Stunden-Markt« noch locker eine Stunde warten muss, bis ein Angestellter ihn aufschließt. Ich denke mir: »24 Stunden«? Ha, von wegen! Ihr schlaft, wenn die anderen schon ihre frischen *Früchte* bereitstellen.« Und spätestens an dieser gedanklichen Stelle, wenn es um *Früchte* geht, denke ich an einen ganz bestimmten Bibeltext. > An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen. (Matthäus 7:20) Sonst fühlen wir uns ja an diesen Text erinnert, wenn sich Politiker wieder einmal sehr heilig geben, aber tatsächlich Böses tun. (In dieser Textpassage beschreibt Jesus übrigens *falsche Propheten*.) Politiker, die von Toleranz und Vielfalt reden, aber Bürger für abweichende Meinungen verfolgen lassen. Politiker, die das Grundgesetz preisen, aber die Grundrechte aufheben. Politiker, die sonntäglich auf die Demokratie und den Rechtsstaat schwören, doch tatsächlich den Wählerwillen verhöhnen und die Opposition ausschließen. All diesen Menschen will man sagen: »Egal, was ihr sagt, wir erkennen euch an euren Früchten! Falsche Propheten würden wir euch nennen, wie Jesus es tut, doch ihr seid keine Propheten, ihr seid einfach nur falsch.« Aber ach, die beiden Großkioske sind keine Propheten! Es sind fleißige Leute, in beiden. Und ich gehe auch mal zum einen wie zum anderen. Die Asymmetrie der Namen dieser beiden Kioske erinnert mich daran, mich nicht von Namen täuschen zu lassen. Was ein Mensch über sich selbst sagt, kann gelogen sein. Und nicht immer ist die Angelegenheit bloß zum Schmunzeln, wie bei den beiden Kiosken, kurz vor meinem Büro. - [Liebst du dein Land?](https://dushan.org/essays/liebst-du-dein-land/) Eine Band sang mal: »Love will tear us apart«, doch ist es »Liebe«, die uns auseinanderreißt? Nein, und es ist auch nicht Hass (egal, was die Propaganda sagt). Es ist Trägheit, Gleichgültigkeit! Abwesenheit von Liebe für das, was wirklich wichtig ist. Es war das Jahr 1980, und mitten im Sommer veröffentlichte die Band *Joy Division* den Song *Love Will Tear Us Apart*. Über den Namen der Band selbst darf man schmunzeln. Wörtlich übersetzt heißt er »Abteilung für Freude«. Der Song-Titel lautet aber übersetzt: Liebe wird uns auseinanderreißen. Millionen Menschen sangen mit, und wer heute [bei YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=zuuObGsB0No) noch mal reinhört, wird zum Gesang auch das vom Synthesizer gespielte Motiv (das »Riff«) wiedererkennen. Der sonstige Text des Liedes ist nicht weiter bemerkenswert, doch die wieder und wieder wiederholte Titelzeile bleibt hängen: Liebe wird uns auseinanderreißen! Diese Behauptung, Liebe könne (und *würde* daher) Menschen *auseinanderreißen*, lässt mich an jene Kategorie von Aussagen denken, die ich im [Talkingpoints-Buch](https://dushan.org/buecher/talking-points/) als *Heiligen Widerspruch* beschreibe. Ein *Heiliger Widerspruch* ist eine Aussage, die dadurch autoritativ und vertrauenswürdig klingt, dass sie selbstbewusst einen offensichtlichen Widerspruch vorträgt. Dies erinnert an jene scheinbaren Widersprüche in Religionen, wo es etwa heißt, Jesus sei »ganz Gott und ganz Mensch«. Weil solche Widersprüche in Religionen tatsächliche tiefe Wahrheit enthalten, soll dies auch für den *Heiligen Widerspruch* nahegelegt werden. Beispiele in der Politik sind etwa »Überholen ohne aufzuholen« oder »Einheit durch Vielfalt«. Es klingt wie ein *Heiliger Widerspruch*, wenn es heißt, Liebe würde uns auseinanderreißen. Doch tatsächlich ist er so heilig nicht, er ist einfach nur ein Widerspruch – und er ist falsch. Nein, liebe Freunde, es ist nicht *Liebe*, die uns auseinanderreißt. Was uns sowohl in unseren privaten Beziehungen als auch in der Gesellschaft auseinanderreißt, sind durchaus *innere Beweggründe*, aber ganz andere als Liebe! Nicht unsere *Liebe*, sondern unsere *Laster* reißen uns auseinander. Hochmut, Geiz, Neid, Zorn, Wollust, Völlerei und vor allem: Trägheit. Der Westen ist das kulturelle Fundament der gesamten modernen Welt, und dieses Fundament wird heute aktiv zerstört. Familien, Tradition, Industrie, die Kunst des Denkens, das Durchwobensein der Gesellschaft mit Kultur, Werten und Güte – all das wird zerstört. Ich bin jeden Tag aufs Neue erstaunt, wie die Gesellschaften des Westens es aktiv fördern, feiern und finanzieren, wenn und dass sie aktiv zerstört werden. Und wer den Westen verteidigen will, zum Wohl der *ganzen* Welt, der ist es, der von den Suizidalen verfolgt und bestraft wird. Warum aber *lassen* die Bürger das zu? Warum sind wir so zerrissen? Die Antwort ist leider einfach: Weil uns die *Liebe* fehlt, in mancherlei Hinsicht. Doch hier rede ich von dem Mangel an Liebe zu unserem greifbaren wie auch unserem geistigen Zuhause. Frage Geschiedene, wie ihr Zerbrechen begann: Die Ehekrise begann gewiss nicht mit einem Zuviel an Liebe, aber auch nicht mit Hass. Sondern mit Trägheit und Gleichgültigkeit – zumindest gegenüber dem Ehepartner. Ein Zuwenig an Liebe und ein Zuviel an Trägheit – das ist es, was unser Land zerreißt, warum wir auseinanderdriften. Nicht nur die Trägheit im Handeln. Auch und besonders die Trägheit im Denken. Der Mangel an Mut, das Offensichtliche und Absehbare zu Ende zu denken. Linien zu Ende zeichnen. Die Arbeit des Propheten zu tun, in privaten wie auch in öffentlichen Belangen. Nicht ein Zuviel an Liebe ist unser Problem. Ach, entgegen täglicher Propaganda ist auch nicht ein Zuviel an »Hass« unser Problem. (Zum »Hass« siehe auch den [Essay vom 21.3.2018](https://dushan.org/hass-ist-keine-meinung/).) Wir driften als Gesellschaft auseinander, weil wir wie die Gemeinde Laodizea in der Offenbarung sind: > Ich kenne deine Taten: Du bist weder kalt noch heiß. Ach, wärst du doch kalt oder heiß! Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, werde ich dich aus meinem Mund ausspeien. (Offenbarung 3:15-16) Wir sind lauwarm, deshalb driften wir auseinander, deshalb werden wir *auseinandergerissen*, werden *irrelevant* – werden *geschmacklos* wie ein alter Kaugummi, den man ausspuckt. »Ja, schön und gut«, sagst du, »doch wie soll ich *diese* Leute lieben, *diese* Gesellschaft. Wie soll ich mich für dieses Land auch nur wieder erwärmen?« Paulus hat einen Rat: >Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. (1 Korinther 13:4) Ich weiß nicht, *ob* der Westen und unser Land wieder zusammenwachsen kann. Doch *wenn* wir eine Chance haben, beginnt sie damit, dass wir neu lernen *zu lieben*, dass wir neuen Mut zur *Liebe* entwickeln. Vaterlandsliebe, vielleicht sogar Menschenliebe! Und Liebe beginnt, so sagt der Apostel, mit Langmut und Güte. Und wenn das nicht geht? Wenn du einfach keine Langmut mehr für dein Land übrig hast, keine Güte für deine Mitmenschen? Dann mach dich ehrlich. Es ist das Jahr 2025. Es erscheint mir ratsam, ehrlich zu sagen, was und wen wir überhaupt lieben *wollen*. Und wen nicht. Und was die ehrlichen Konsequenzen daraus sind. - [Sei Löwe, sei Nachtigall (aber wisse, welches)](https://dushan.org/essays/loewe-oder-nachtigall/) Neun Frauen bewerben sich am katholischen Priesterseminar. Eine Provokation. Bei den Protestanten ginge das ja, doch da wollen sie wohl nicht hin – was man gut verstehen kann. Dafür wollen sie die Kirche protestantisch machen. Hmm, woran erinnert das bloß? Es ist eine kleine Notiz, und noch dazu aus dem Vorfeld der katholischen Kirche, doch ist sie es wert, darüber einige Minuten lang nachzudenken. Glaubt mir das, auch wenn ihr sonst nicht(s) glaubt! ## Dass es aussichtslos ist In Freiburg steht ein katholisches Priesterseminar. Kürzlich, so wurde berichtet ([katholisch.de, 22.05.2025](https://www.katholisch.de/artikel/61865-thoelogiestudentinnen-reichen-priesterinnen-bewerbung-ein)), reichten »neun Theologiestudentinnen« ihren Aufnahmeantrag ein. *Eigentlich* können Frauen in der katholischen Kirche nicht Priesterinnen werden. Und *eigentlich* wissen das die Damen ja. Doch sie reichten dennoch einen Aufnahmeantrag ein. Nein, nicht »dennoch«, sondern gerade deshalb! Warum, wenn sie doch wussten, dass es aussichtslos ist? Nun, wir können spekulieren – allerdings von der Faktenlage und unserer allgemeinen Lebenserfahrung ausgehend. Die Faktenlage ist, dass sie nicht nur ihren Antrag einreichten, sondern in der Lokalpresse prompt darauf auch bebilderte Artikel über den Fall erschienen. »Neun Freiburgerinnen wollen Priesterinnen werden und bewerben sich beim Priesterseminar«, titelt [badische-zeitung.de, 21.05.2025](https://www.badische-zeitung.de/neun-freiburgerinnen-wollen-priesterinnen-werden-und-bewerben-sich-beim-priesterseminar). »Ein wenig aufgeregt und sehr entschlossen sind Stephanie Gans und Vera Fath, als sie sich …«, so beginnt der Text ganz dramatisch. (Dann blendet die Bezahlschranke aus, was man anderswo gratis lesen kann.) Was war die *wahre* Motivation dieser Damen? Ihr wisst, dass ich geradezu *allergisch* auf Mutmaßungen zu Motiven reagiere. Wenn aber eine Handlung prima facie sinn-, weil aussichtslos ist, aber öffentlich inszeniert wird, dann wird es doch der *Zweck* dieser Handlung sein, dass wir über ihre »Meta-Ebene« nachdenken. (Gewissermaßen ähnlich wie bei der *Kunst*, deren Zweck ja die umrissene *Lücke* ist.) ## Gerufen sein oder fordern Die neun Damen hatten zuvor an der Freiburger Universität katholische Theologie studiert. Dann hatten sie sich gemeinsam am Freiburger Collegium Borromaeum beworben – aussichtslos. Ich will auf nur *einen* Aspekt verworrenen Irrtums hinaus, denn aus diesem können wir ganz konkret etwas *lernen* – auch als Ungläubige! Lasst mich also zunächst in Stichworten eine Reihe weiterer *Falschheiten* abhandeln. Da wäre zunächst die *Respektlosigkeit* und *moralische Qualifikation*. [suedkurier.de, 28.5.2025](https://www.suedkurier.de/baden-wuerttemberg/die-kirche-verbietet-es-deswegen-tun-sie-es-neun-frauen-bewerben-sich-fuer-priesteramt;art417930,12400182) titelt: »Die Kirche verbietet es – deswegen tun sie es: Neun Frauen bewerben sich für das Priesteramt«. Welche moralische Qualifikation hat man für ein katholisches Priesteramt, wenn man öffentlich eine Handlung begeht, ausdrücklich *weil* das Angestrebte bei Erfolg eine Häresie darstellt? Selbst wenn es möglich werden sollte: Unter welchem Segen könnte das Wirken eines Priester stehen, wenn es damit begann, der Kirche konkreten Schaden zuzufügen? Die Damen argumentieren, dass sie sich »berufen fühlen« zum Priesteramt. Ist das eine ähnliche Argumentation wie in der Trans-Debatte, wo ein Mann sich als Frau »fühlt«, also angeblich eine Frau »ist«? Die Damen *sind* nicht zum Priesteramt berufen, zumindest logisch nicht in *dieser* Kirche, wie auch immer sie sich zu *fühlen* meinen. Nein, es gibt kein »Recht«, Priester zu werden, weder für Frauen noch für Männer. Berufung ist nicht persönliche Ambition. Gerufen sein und fordern sind nicht dasselbe. »Ich will dienen« und »die Kirche soll zweitausend Jahre Tradition umwerfen, damit ich mich verwirklichen kann«, sind nicht dieselbe Aussage. Die Damen wollen Teil eines Clubs sein, den sie aber zuvor verändern und zu einem anderen Club machen wollen. Es erinnert an jene toxischen Ehepartner, die den Partner erst heiraten und sofort zu einem ganz anderen Menschen umformen wollen. Was oder wen wollen solche Leute eigentlich *wirklich* heiraten? Diese Damen »wollen« Priesterinnen werden, sagen sie, aber ausgerechnet in einer der wenigen Kirchen, in denen das nicht möglich ist? Die Damen wollen wohl *nicht* zu den Protestanten wechseln, wo bekanntlich alles und sein Gegenteil möglich ist (außer konsequente Bibeltreue). Nein, sie wollen ausdrücklich »katholische Priesterinnen« werden (also »schwarze Schimmel« oder »kreisförmige Rechtecke«). Sprich, sie wollen die Kirche »protestantischer« machen. Die Damen erinnern mich an Angehörige einer bestimmten anderen Religion, welche diese für die einzig wahre halten. Rätselhafterweise wollen sie abernur ungern dort leben, wo diese Religion auch wirklich den Alltag bestimmt. Dafür ziehen sie in andere Gebiete, die zunächst explizit *nicht* zu ihrer Religion passen, und formen diese um – teils mit Gewalt, oft unter Ausnutzung von Gutgläubigkeit. ## (Theo-)Logisch Zu solchen psycho-logischen und einfach-nur-logischen Argumenten gesellen sich natürlich die theo-logischen Argumente. Der Dekan der Theologischen Fakultät der Uni Freiburg hat für die Respektlosigkeit der neun Damen eine »Erklärung des Respekts für Freiburger Studentinnen« veröffentlicht ([theol.uni-freiburg.de](https://www.theol.uni-freiburg.de/erklaerungdesrespekts)). Dass darin *Unsinn* enthalten ist, lässt sich bereits anhand des einleitenden Satzes ahnen, wo tatsächlich die Rede ist von »Theologiestuden:tinnen« [sic!]. (Kirche und Glauben stellen ja selbst eine Art von Parallelwelt zum schnöden Alltag dar, siehe Joh. 17. Dies aber ist eine Parallele zur Parallele. Erstaunlicherweise kommt sie aber *nicht* wieder in dieser Realität an – sondern in einer noch mal ganz anderen Dimension – [lest selbst](https://www.theol.uni-freiburg.de/erklaerungdesrespekts).) (Ich grübele, am Rande: Wer hat die neun Damen eigentlich ermuntert, wer hat hat es womöglich koordiniert? Cui bono?) »Gründe, die gegen die Priesterweihe von Frauen vorgetragen werden, können aus theologisch-wissenschaftlicher Perspektive nicht überzeugen«, so heißt es. Aha, die katholische Fakultät Freiburg weiß es besser als zweitausend Jahre Tradition? Hat sich womöglich jemand in jener Fakultät vertan und wäre lieber Protestant? Für eine leicht verständliche Argumentation, warum solche Behauptungen schlicht falsch sind, sei etwa die »Vergewisserung« von Dominikus Kraschl empfohlen ([researchgate.net, Last](https://www.researchgate.net/publication/390310403_Katholische_Priesterinnen_Eine_Vergewisserung_In_Forum_katholische_Theologie_Jg_41_12015_S_11-32)). Zu den theologischen Gründen aber gesellt sich ein psychologischer – und das ist der Punkt, an welchem es auch für Atheisten und Beobachter extra lehrreich wird. ## Die einen, die anderen In der (westlichen) säkularen Debatte hat sich eine schillernde Praxis etabliert, in der Frauen abwechselnd eine Sonderstellung einfordern und diese dann wieder leugnen können, je nach »Bedarf«. In der gelebten kognitiven Dissonanz der sogenannten Moderne kann eine Frau sagen, dass sie speziell als geborene Frau wichtige Sichtweisen einbringt, die Männern verschlossen sind – aber dass Männer und Frauen keinesfalls kognitiv unterschiedlich sind. Alle Menschen sind gleich, aber Frauen sind gleicher? Ich versprach, dass diese Angelegenheit auch jenseits kirchlicher Spielereien relevant und interessant sein würde. Interessant war es, hoffe ich, auch bislang, doch hier wird es auch relevant! Es gilt heute als verbotene Wahrheit, dass Menschen unterschiedlich sind. (Deshalb ist »Diversity« ein kommunistisches Gegenteilwort: Es heißt Verschiedenheit, bedeutet aber verlogene Gleichmacherei – außer wenn es politisch andersherum nützlicher wäre, natürlich.) ## Was du bist Menschen unterscheiden sich, Männlein wie Weiblein. Die einen sind bessere Bewahrer (bloß in der Politik richten sie erstaunlich viel Zerstörung an). Die anderen sind bessere Kämpfer (außer wenn sie gehirngewaschen wurden und verweichlicht sind). Kinder müssen Kinder sein dürfen. Und Erwachsene sollten endlich erwachsen werden. Das gehört zum Kern dessen, was heute attackiert wird: das Recht und die Pflicht des Einzelnen, er oder sie selbst zu sein. Natürlich werden der Westen und das Christentum attackiert. Natürlich ist Beliebigkeit ein Werkzeug des Bösen. Die ultimative Form der Beliebigkeit ist aber eine Beliebigkeit des »Ich«. Ich weiß, es klingt wie eine Binse fürs Poesiealbum. Doch in dieser von bösen Mächten verwirrten Zeit ist es revolutionär und skandalös, zu sagen: Nimm an, was du bist! Nimm an, was du bist. Erforsche, wer genau du bist. Vervollkommne das, was du bist. Wenn du ein Löwe bist, sei ein stolzer, starker Löwe. Wenn du die Nachtigall bist, dann singe das schönste Lied. Eine Nachtigall aber, die sich als brüllender Löwe versucht, oder ein Löwe, der wie die Nachtigall singen will – ach, lasst uns darüber nun den Kopf schütteln und uns wieder Ernsthaftem zuwenden. - [Ab wann ging es bergab?](https://dushan.org/essays/was-war-frueher-besser/) Die Dinge werden schlechter. Wirtschaft, Gesellschaft, sogar Rockmusik. Das bedeutet logisch, dass es einen Zustand des »relativen Optimums« gab. Wann war eurer Meinung nach das »relative Optimum« für Deutschland erreicht? Es passiert schon mal, dass ich sage: Dieses oder jenes war früher besser! Und wenn ich solches *laut* sage, dann antwortet mir gewiss jemand bald: »Jaja, ihr alten Leute! Ihr denkt, früher war alles besser!« Und tatsächlich warnt sogar der *Prediger* davor, frühere Zeiten zu verklären: > Doch frag nicht: Wie kommt es, dass die früheren Zeiten besser waren als unsere? Denn deine Frage zeugt nicht von Wissen. (Prediger 7:10) Hat nicht schon die Antike darüber geklagt, wie wild und verantwortungslos die Jugend ist? »Völlig verderbt«, so nannte Hesiod die Jugend seiner Zeit. »Bald missachten sie auch die Erzeuger, die altersgebeugten«. (siehe [gottwein.de](https://www.gottwein.de/Grie/hes/ergde.php)) »O tempora, o mores!«, so klagte Cicero, und wir klagen mit. Eine jede neue Zeit, aufs Neue verderbt. In unser aller Lieblingsfilm »Midnight in Paris« lernten wir von der »Golden Age Fallacy«. Dies soll der Denkfehler sein (in diesem Film aufs Schönste zelebriert), wonach eine frühere Epoche die *goldene Zeit* war – und alles danach höchstens Falschgold und Blech. Und doch, und doch: Wer wollte bestreiten, dass *einige* Dinge schlechter werden? Die öffentliche Sicherheit in Deutschland wird schlechter. Orte, an denen wir als Kinder spielten, werden zu Gefahrenzonen – bisweilen nicht nur nachts. Die wirtschaftliche Lage wird schlechter. Innenstädte, in denen wir als Jugendliche »abhingen« und dann als Erwachsene »einen Kaffee tranken« oder »bummeln gingen«, veröden heute – oder werden zu Ramschladenzonen. Die Industrie stellt die Produktion ein oder verlagert sie ins Ausland, wo Energie noch bezahlbar ist. Es ist kein Zufall, es ist eine aktive Politik der Zerstörung. Die Deutschen sollen mehr und länger arbeiten ([tagesschau.de, 25.05.2025](https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/arbeitszeit-debatte-linnemann-100.html)), so höre ich. Es erinnert an einen Bauernhof, der neun von zehn Kühen schlachtet, und dann die letzte Kuh melkt und melkt. Wenn die letzte Kuh dann ausgemergelt und kurz vorm Umkippen um Gnade muht, wird sie beschimpft, sie solle nicht so faul sein. Ach, ich könnte weitermachen, aber es wäre nicht gut für die Laune. Doch wenn ich sachlich feststelle, dass dieses oder jenes *schlechter* wird, dann folgt *logisch*, dass es einen Zeitpunkt gab, an dem es *relativ ideal* war. Ich selbst stamme aus der ersten Generation der jüngeren Geschichte, der von unseren *Kindern* zugestanden wird, dass »unsere« Musik besser war als die ihre. Im Englischsprachigen nennt man das: »it peaked« – es erreichte seinen höchsten Punkt, seinen bestmöglichen Zustand. Rockmusik erreichte ihr relatives Optimum um die 80er- und 90er-Jahre. Deutschland erreichte sein relatives Optimum in einer Zeit vor Merkel. Die katholische Messe vorm Zweiten Vatikanum. Was seine Qualität über die Zeit ändert, muss logischerweise einen Zeitpunkt haben, an welchem es *relativ optimal* war. »Relativ« im Vergleich zu heute, aber vor allem relativ zu seinen Möglichkeiten. Deutschland vor Merkel war womöglich so gut, wie Deutschland eben innerhalb der Grenzen dieser Realität gut sein *kann*. Die Pop- und Rockmusik von Queen, Michael Jackson & Co. war so gut, wie populäre Musik mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln sein *kann*. Und so weiter. Ja, bisweilen wünsche ich mir diesen oder jenen Zustand aus früheren Zeiten zurück. Die Kölner Ringe als unbeschwerte Partyzone am Wochenende. Latein und Weihrauch in der Kirche – statt [Hühner, Windeln und halbnackte Clowns](https://x.com/WachsVictor/status/1927603181942374712). Und eine Gesellschaft, in der jede neue Generation hoffen kann, dass es ihnen besser gehen wird als den Eltern. Alles Wehklagen hilft aber nichts. Was früher besser war, bleibt eben *früher*. Und doch ist das, was früher besser war, nicht *vollständig* verloren! Solange wir uns an das Bessere *erinnern*, kann und *muss* es uns als Maßstab dienen. »Make America great again«, so sagt Trump, und es wird ihm vorgeworfen, er verspreche etwas logisch Unmögliches, nämlich die Vergangenheit wiederzubringen. Doch das ist *nicht*, was »MAGA« aussagt. Das Schlüsselwort ist »great«. Es ist ein *Maßstab* aus der Vergangenheit, den die Menschen aufgegeben haben, der aber wieder appliziert werden soll. Früher war nicht »alles besser« (einiges schon). Aber das, *was* besser war, existiert bis heute als Maßstab. Früher war dieses oder jenes besser, so stelle ich immer wieder fest. Doch das, was früher besser war, ist ein Maßstab an mich. Was früher gut war, ist ein Maßstab für meine heutigen Absichten, für mein heutiges Handeln. Nur eine Gegenwart, in der das Gute der Vergangenheit als Maßstab dient, wird eine bessere Zukunft haben. - [Staub von den Füßen und weiter](https://dushan.org/essays/staub-von-den-fuessen/) »Wenn man euch aber in einem Haus oder einer Stadt nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, dann geht weiter und schüttelt den Staub von euren Füßen.« (Matthäus 10:14) – Wie haltet ihr es in euren täglichen Debatten mit diesem Ratschlag? Geht es euch auch manchmal so, dass ihr auf eure Mitmenschen einredet und sie einfach nicht »hören wollen«? Ich meine nicht, dass sie euch mit Argumenten *widerlegen*. Das wäre ja noch super! Ich meine, dass sie euch klar zu verstehen geben, dass ihnen *egal* ist, ob das, was ihr sagt, wahr und plausibel ist oder nicht. Es ist sehr frustrierend, ich weiß. Geht mir ähnlich – und in den letzten Jahren öfter als in den Jahrzehnten zuvor. Ein bestimmter Bibelvers kommt mir zuletzt ebenfalls *öfter* in den Sinn, und zwar: > Wenn man euch aber in einem Haus oder einer Stadt nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, dann geht weiter und schüttelt den Staub von euren Füßen. ([Matthäus 10:14](https://www.biblegateway.com/passage/?search=Matthew+10%3A14&version=EU)) Als ich den Text vor vielen Jahrzehnten las, *schockierte* er mich. Und er *ist* schockierend. Er ist deutlich, so finde ich. Und zugleich heilsam nüchtern. Die Zeit des Menschen auf Erden ist begrenzt, unsere Kraft und Mühe auch. Warum sollten wir sie auf Menschen verschwenden, die sie ohnehin nicht annehmen werden, ob sie nicht *wollen* oder nicht *können*, welche Erkenntnis oder Wahrheit auch immer wir mit ihnen teilen möchten? Andere warten geradezu auf uns – und Zeit mit Unwilligen zu verschwenden, ist letztlich Unrecht den Wartenden gegenüber. ## Tote aufwecken, Dämonen austreiben Jener Text fällt mir in den letzten Jahren immer wieder ein. Und ja, ich wende ihn auf Debatten um politische oder gesellschaftliche Themen an. Wenn ich meine, zu gewissen Entwicklungen eine wesentliche Deutung anbieten zu können, sich jemand dem aber vollständig verschließt – warum sollte ich meine begrenzte Zeit mit ihm, ja: *verschwenden*? Zur Erinnerung: > »Wenn man euch aber in einem Haus oder einer Stadt nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, dann geht weiter und schüttelt den Staub von euren Füßen.« Der Kontext: Es ist der Auftrag an die Jünger, zu den »verlorenen Schafen des Hauses Israel« zu gehen – ausdrücklich nicht zu Heiden oder Samaritern. Die Jünger sollen verkünden, dass das Himmelreich nahe ist, Kranke heilen, Tote auferwecken, Dämonen austreiben. Und sie sollen nichts mitnehmen, sondern sich ganz auf die Aufnahmebereitschaft jener verlassen, die »es wert sind«. Die Jünger sollen würdige Häuser würdig grüßen und dem Haus Frieden wünschen. Doch sollten sie sich in der Auswahl der gastgebenden Häuser oder Städte getäuscht haben, gilt eben dieser Vers. Schauen wir genauer hin! ## Außer Staub nicht viel? »Wenn man euch … nicht aufnimmt«, heißt es. Dieses *Aufnehmen*, griechisch δέξηται, kann auch bedeuten: bewirten, aufnehmen im Sinn von versorgen. Damit wird der Gedanke aus Vers 10 aufgenommen (wie auch Thomas von Aquin bemerkt), wo es heißt: > »Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, ist seines Lohnes wert.« Flapsig gesagt: Wenn jemand zwar hören will, was du sagst, es ihm aber nichts wert ist – auch dann geh weiter. Außer Staub hatten sie dir nichts anzubieten, und den sollen sie dann auch behalten. »Eure Worte« heißt im Griechischen *λόγους* – vom bekannten »λόγος«. Im altgriechischen Wörterbuch füllt das Stichwort mehrere Seiten. *Logos* kann auch heißen: *die Wahrheit selbst*, *die vernünftige Rede*, *das göttliche Wort* – was ihr zu sagen habt, ist nicht bloß Meinung. (Ihr wisst schon: [Im Anfang war das Wort! Der Sinn! Die Kraft! Und getrost: die Tat!](https://www.projekt-gutenberg.org/goethe/faust1/chap006.html#:~:text=%C2%BBIm%20Anfang%20war%20das%20Wort!%C2%AB)) »Schüttelt« heißt *ἐκτινάξατε*. Das ist stark: *abschütteln, loswerden*, im Sinne von: vollständig entfernen. Und was ist *κονιορτός*, der Staub? Das ist besonders spannend! Staub ist, was am Fuß haften bleibt – unscheinbar, banal. Doch in der biblischen und patristischen Deutung steht dieser Staub für viel mehr. Gerade im Licht unserer Debatten erinnert mich dieser Staub an jene Unreinheit, die aus der Ablehnung offenkundiger Wahrheit entsteht. Es erinnert mich an [Matthäus 12:31](https://www.biblegateway.com/passage/?search=Matth%C3%A4us+12%3A31&version=EU) – an die *Sünde wider den Heiligen Geist*. Wenn jemand im Gespräch Vernunft und Wahrheit ausklammert – was soll dann noch stattfinden? Wie Rabanus Maurus deutet, steht dieser Staub für die leichtesten und feinsten Anhaftungen an das Weltliche – sogar bei den Aposteln. Es ist also ein Akt der inneren Reinigung, nicht bloß ein Signal an die anderen. ## Mein kleiner Stolz Die Füße der Jünger stehen für die Verkündigung, das Weitertragen der Wahrheit. Diese Füße müssen frei sein von Staub – frei von weltlicher Sorge, Verblendung, Ego. Legt es ab – wie Staub, der nicht mitgetragen werden soll. Und wenn ich schon meine *Sorgen* abschüttle – dann vielleicht auch meine *eigenen Widerstände*: mein kleiner Stolz, meine Ängste oder Vermeidungstätigkeiten, die *mich* daran hindern könnten, Wahrheit zu erkennen und anzunehmen. Wenn jemand nicht hören will, was ich zu sagen habe – wenn er es nicht einmal *prüfen* will –, schlicht weil ihn Wahrheit prinzipiell nicht interessiert, dann muss ich lernen, sein Haus zu verlassen und den Staub von meinen Füßen zu schütteln. Denn es gibt andere Häuser. Und sie warten. Auf euch – guter Dinge und mit sauberen Füßen. - [Vorsicht, Bielefeld! Es ist Glas im Gras.](https://dushan.org/essays/bielefeld-glas-im-gras/) Mutmaßlicher Islamist soll Feiernde in Bielefeld niedergestochen haben. Wie aber regieren die »Guten« in Bielefeld? Richtig: Demo gegen Rechts. – Das »Gute« in Deutschland, braucht es eine Therapie? Ihr habt gehört, was in Bielefeld passiert ist. Ein mutmaßlicher Islamist, Messer, lebensgefährlich verletzte Feiernde. Den Rest könnt ihr aus dem Kopf zu Ende zeichnen, und ihr werdet wahrscheinlich richtig liegen. Es ist schrecklich. Und nun passiert etwas, als Anti-Reaktion darauf, das ist wieder dadurch schrecklich, dass es schrecklich dumm ist. Weil es mir aber nicht einfach fällt, einfach so über so schreckliche Dinge zu berichten, will ich eine Geschichte erzählen – ähnliche Mechaniken, weniger schreckliche Fakten. ## Dinge zu haben Stell dir also vor, du und ich beide verbringen einige Zeit in einem schönen Stadtpark. Es ist ein sonniger Sonntag, später wollen wir auf dem Parksee eine Runde mit dem Ruderboot drehen. Es ist schön, Dinge zu haben, auf die man sich freuen kann! Weil es so schön ist, reden wir beide über Gott und die Welt, und ob die beiden zuletzt womöglich Kommunikationsprobleme haben – und an wem es liegt. »Gott und die Welt brauchen eine Paartherapie«, so scherze ich, und du warnst: »Vorsicht, was, wenn der Paartherapeut dem lieben Herrgott empfiehlt, sich eine Auszeit von uns zu nehmen?« Ich lache, und ich sage: »Tut Er das nicht? Nimmt Er sich nicht eine ausgedehnte Auszeit, zumindest in Gestalt seines Sohnes, seit 2000 Jahren schon? Wollte der nicht wiederkommen, noch zu Lebzeiten seines damaligen Publikums?« »Wen wundert’s«, sagst du, und zuckst mit den Schultern, »die Leute waren auch nicht so wirklich nett zu ihm, als er das letzte Mal hier war.« Noch während ich überlege, was ich Geistreiches erwidere, ist es nun an dir, mich erneut zu warnen. »Vorsicht!«, rufst du, »da ist Glas im Gras! Schneide dich nicht!« Dein Rufen hat mich erschreckt. Der Glas-Gras-Binnenreim lässt mich deine Warnung für einen Scherz halten. Ich antworte, indem ich dir herzlich auf die Schulter klopfe: »Du mit deinem Quatsch immer!« Du willst mich zurückhalten, doch ich reiße mich los. »Da ist nichts im Gras«, sage ich, und schreite voran. »Nein!«, rufst du noch, »da ist wirklich Glas, es wird dich schneiden!« Es nutzt nichts. Ich unternehme den nächsten Schritt. Ich trete ins Glas, und schneide mir den Fuß auf, bis an die Sehnen, bis auf die Knochen. Blut überall. Ach, jetzt wurde auch diese Geschichte *schrecklich*. Ich lasse es aber so stehen. Das *eigentlich* Schreckliche an dieser ausgedachten Geschichte sind meine nächsten verbalen Handlungen. Du tust dein Bestes, die Blutung an meinem übel zugerichteten Fuß zu stillen. Du sorgst dafür, dass jemand den Krankenwagen ruft. Du kümmerst dich um meine Wunde. Ich aber brülle dich an, beschimpfe dich, warum auch immer: »Du mit deiner Warnung! Böse war das von dir! Du wolltest mich nicht vorm Glas warnen. So viel Gras ist ohne Glas. Du wolltest mir bloße den Spaß am sonnigen Sonntag nehmen!« Du wunderst dich, sprichst meine Reaktion zunächst dem Schock und Blutverlust zu. Man bringt mich ins Krankenhaus. Noch während man meinen aufgeschnittenen Fuß wieder zusammenflickt, schimpfe ich weiter über dich: »Der Kerl hasst den Spaß im Gras! Ihm geht es nicht um meinen Fuß, um irgendeinen Fuß. Ihm geht es nur darum, uns allen das Leben zu vermiesen!« Ich rufe vom Krankenhaus alle unsere Bekannten an, und erzähle ihnen, was für eine fiese Ratte du doch bist. Es ist ein trauriges Zeichen unserer Zeit, dass überraschend viele Leute mir tatsächlich glauben. Zur Vorsicht kündigen sie dir lieber die Freundschaft – oder auch nur Bekanntschaft. Sicher ist sicher. An diesem Punkt der Geschichte bist du traurig – womöglich auch als *Leser* – und du fühlst dich allein, verlassen. Du verstehst die Welt nicht mehr, du verstehst *mich* nicht. Das ändert nichts daran, dass du kühl diagnostizieren musst, dass ich offenbar *verrückt* geworden bin. Wenn ein Freund *verrückt* und noch dazu *böse* wird, ist es auf gewisse Weise schlimmer, als wenn er gestorben wäre. Beim Verrückten hoffen wir immerzu, dass er wieder »zu sich kommt« – und seine böse, aber lebendige Präsenz erinnert uns immerzu an den Menschen, den der Wahnsinn uns genommen hat. ## Zur Meldung zurückkehre So weit diese, äh, »Geschichte«. Wie würdet ihr mit mir umgehen, wenn ich so ein »Freund« wäre? Schreibt es in den Kommentaren bei YouTube. Lasst mich aber jetzt noch schnell zur Meldung zurückkehren, die diesen Text inspirierte. Am 18. Mai 2025 soll der 35-jährige Mahmoud Mhemed in der Bielefelder Innenstadt auf Menschen eingestochen haben. Fünf Verletzte, zwei lebensgefährlich (so berichtet etwa [apollo-news.net, 24.05.2025](https://apollo-news.net/nach-islamistischem-angriff-auf-eigene-gste-bar-ruft-zu-demo-gegen-rechts-auf/)). Mahmoud Mhemed soll sich bei der Festnahme zum »Islamischen Staat« bekannt haben, und er soll Kontakte zu polizeibekannten Islamisten gepflegt haben. Mhemeds reiste, so die Berichte, im Jahr 2023 unerlaubt nach Deutschland ein, interessanterweise über Tschechien. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, und gemäß der Logik des besten Deutschlands aller Zeiten hat er deshalb eine Aufenthaltserlaubnis bis Februar 2027. (Seine laut BILD-Zeitung *acht* Identitäten, unter denen er in Deutschland unterwegs war, halfen wohl dabei.) Nun, wie reagiert man in Bielefeld? ## »Solidarität, Vielfalt und Menschlichkeit« Das »Bielefelder Bündnis gegen Rechts« rief auf Instagram zu einer »Demo gegen Rechts« auf ([via Instagram, 23.5.2025](https://www.instagram.com/p/DJ8-EuxM-8Q/?img_index=1); [archiviert](https://archive.is/SXHvI)). In der Begründung praktizieren sie eine Technik, die ich im Buch [*Talking Points*](https://dushan.org/buecher/talking-points/) als »Zuschreibung böser Intention« erkläre. Über jene, welche der Opfer gedenken wollen, wissen die »Guten« mit geradezu hellseherischem Einblick in die Psyche ihrer Gegner zu berichten: Die Rechten »behaupten, für „Sicherheit“ einzutreten – doch in Wahrheit geht es ihnen um Hetze, um Spaltung, um die Zerstörung eines Zusammenlebens, das auf Solidarität, Vielfalt und Menschlichkeit beruht.« Wenn du keine Argumente hast, wenn die Realität selbst das brutalste Gegenargument ist, dann verweigere einfach die Debatte, etwa indem du dem Gegner böseste Absicht unterschiebst – und blase dann zum Gegenangriff! ## Allein unter ihnen Wir könnten wiederum spekulieren, was in den Köpfen der Leute vorgeht, die solches von sich geben. Mögliche Stichworte wären etwa »Projektion«, oder: [»Wirf dem Gegner vor, wessen du selbst schuldig bist«](https://dushan.org/wirf-dem-anderen-vor/). Doch was sollte der nützliche Zweck solcher küchenpsychologischer Vermutungen sein? Ich halte nüchtern fest: Das Verhalten mancher »Guten« bringt einiges mit, was es braucht, um »verrückt« genannt zu werden. Natürlich sind diese »Guten« gefährlich, natürlich zerstören sie das Zusammenleben und rauben dem Land die Menschlichkeit. Doch sie geben den »Normalen« unter uns auch das bittere Gefühl, *allein* zu sein. Allein gegen den Wahnsinn – allein unter Wahnsinnigen. Wenn ihr aber euch im Angesicht solchen Wahnsinn bisweilen *allein* fühlen solltet, kann ich euch versichern: *Damit* zumindest seid ihr *nicht* allein. ## Eine Sache noch Die Gegen-Rechts-Kämpfer werden sich nicht freiwillig in Therapie begeben. Die werden nicht einmal therapeutisches Ruderbootfahren im Stadtpark probieren. (Schade eigentlich: Mal wieder einfach nur Gras und Wasser zu fühlen, möglichst ohne Glas oder gefährliche Tiere, soll wirklich heilend für die Seele sein.) Warum sollten sie auch Hilfe suchen? Wie der Geisterfahrer, der alle übrigen Autofahrer für Geisterfahrer hält, halten die *sich* für »die Guten«, und damit für richtig und ohne Korrekturbedarf. Die sind verloren. Doch Gott und *diese* Welt sollten definitiv eine Paartherapie erwägen. Mindestens einer von beiden versteht den anderen nicht – und zwar sehr *gründlich* nicht. - [Wenn du eine feindliche Macht wärst](https://dushan.org/essays/eine-feindliche-macht/) Wenn ich ein Volk langfristig besiegen wollte, ohne offene Gewalt anzuwenden, könnte ich Mechanismen fördern, die den Reproduktionswillen und Zusammenhalt dieses Volkes untergraben. (Das sage nicht (nur) ich. Das sagt die künstliche Intelligenz.) Anfang dieses Jahres fragte ich die populärste der künstlichen Intelligenzen: [»Wenn du der Teufel wärst](https://dushan.org/der-teufel-und-wir/), was würdest du tun, um unsere Gesellschaft von innen her zu zerstören?« [Lest gern dort nach](https://dushan.org/der-teufel-und-wir/), doch ich kann euch die Pointe verraten: Praktisch alle bösen Ideen des virtuellen Teufels passieren genau so, genau heute, seit Jahren und Jahrzehnten – und sie sind das, wovor manche »Rääächten« warnen. Seit Januar hat sich künstliche Intelligenz in bislang buchstäblich *unvorstellbarem* Tempo weiterentwickelt. (Dazu ist zu sagen, dass erstaunlich schlecht vorhersagbar ist, welche Bereiche von KI sich schnell entwickeln werden, und welche eher langsam. So lassen sich seit dieser Woche [filmwürdige Video-Schnipsel herstellen](https://www.youtube.com/watch?v=9rnHJbNHfos&ab_channel=JerrodLew)), während die KI sich noch immer schwertut, wirklich *menschliche* Langtexte und Geschichten zu schreiben. Für die Recherche von Fakten und die Sammlung von Ideen erreicht KI locker das Niveau eines akademisch gebildeten Assistenten – der sich in *allen* textbasierten Wissenschaften auskennt und niemals müde wird. Die aktuelle Nachrichtenlage inspirierte mich, die Frage vom Januar neu aufzugreifen und sie zu verschärfen. Ich will einer *Ahnung* nachgehen, die mich seit Jahren umtreibt. Ich schrieb darüber in Essays wie [»Der stille Weltkrieg«](https://dushan.org/der-stille-weltkrieg/) von 2023. Der nun folgende Teil dieses Essays ist eine von mir komprimierte und sprachlich nach meinem Gusto geglättete Fassung der KI-Quintessenz. Ich habe auch einige »linke« Einschübe der KI weggelassen, doch ich bin transparent: Die hinführenden Fragen meinerseits und den ganzen KI-Chat [verlinke ich euch hier](https://chatgpt.com/share/68302d33-7794-8010-9207-048ebe63743a). ## Selbstauflösung, rein theoretisch Wenn ich, rein theoretisch, eine feindliche Macht wäre und ein anderes Volk schwächen oder langfristig besiegen wollte, ohne offene Gewalt anzuwenden, könnte ich versuchen, gesellschaftliche Mechanismen zu fördern, die den inneren Reproduktionswillen und Zusammenhalt dieses Volkes untergraben. Statt Panzer, Bomben oder Besatzung würde ich Ideen, Narrative und strukturelle Rahmenbedingungen einsetzen – mit dem Ziel, dass sich die betroffene Gesellschaft freiwillig zurückzieht, schrumpft oder zersetzt. Hier sind fünf mögliche Elemente meiner Strategie: Erstens: Ich würde Individualismus und Selbstverwirklichung als höchstes Gut fördern. Das Ziel wäre, die moralischen Prioritäten von Gemeinwohl und Familie auf persönliche Projekte umzulenken. Zweitens: Ich würde die narrative Entwertung traditioneller Lebensmodelle wie Ehe und Elternschaft betreiben. Das Ziel wäre die Etablierung von Lebenskonzepten, in denen Elternschaft als rückständig oder einschränkend erscheint. Drittens: Ich würde das Gefühl von Unsicherheit und Zukunftsangst fördern. Das Ziel wäre dauerhafte Verunsicherung, die langfristige Lebensentscheidungen lähmt. Viertens: Ich würde die Bürger durch komplexe Lebensbedingungen systematisch überfordern. Das Ziel wäre ein Lebensgefühl ständiger Überforderung, wodurch reproduktive Entscheidungen verzögert oder blockiert werden. Fünftens: Ich würde traditionelle Institutionen wie Bildung, Gesundheit und Familie schwächen, sowohl faktisch als auch ideologisch. Das Ziel wäre ein Vertrauensverlust in das System, mit der Folge, dass Bürger sich von gesellschaftlicher Verantwortung zurückziehen. ## Propaganda vs. konventioneller Krieg (Die nun folgende Auswertung ist noch immer von KI inspiriert, aber von mir noch stärker überarbeitet und deutend kommentiert.) Diese Maßnahmen wirken zwar langsam, aber nachhaltig. Die Wirkung eines konventionellen Krieges ist je nach Kultur instabil und »korrigierbar«. (Sprich: Zerstörte Häuser können wieder aufgebaut werden, aber verödete Stammbäume bleiben verödet.) Ein konventioneller Krieg ist deutlich sichtbar, weckt also unmittelbare Gegenwehr. Die Zerstörung eines Volkes durch Propaganda und Verschiebung von Werten kann weitgehend unsichtbar geschehen (der Fisch ist sich des Wassers nicht bewusst, in dem er schwimmt). Propaganda lässt Menschen zu ihren eigenen Feinden werden, und da niemand sich dies eingestehen will, werden die meisten Bürger diesen Krieg, während er tobt, aktiv leugnen. Die Kosten für einen konventionellen Krieg sind riesig. Die Kosten für Propaganda sind keinesfalls null, aber doch überschaubar und kalkulierbar. (Ein wahrhaft teuflischer Doppelschlag bestünde darin, eine Nation zu überzeugen, sich nicht mehr zu vermehren, aber dennoch Riesensummen für konventionelle Waffen auszugeben – Geld, was etwa für die für das Überleben des Landes notwendigen Familien fehlt.) Konventionelle Angriffe zum Beispiel durch Raketen sind meist leicht auf ihren Urheber zurückzuführen. Angriffe durch Propaganda sind nicht immer einfach nachzuweisen. Feindliche Angriffseinheiten, sogenannte »non governmental organizations« können ihre Geldgeber und wahren Absichten verbergen, indem die Geldflüsse durch mehrere Stiftungen und Behörden geleitet werden, mehrfach neu gestückelt, gesammelt und mit ausgedachten Projektnamen etikettiert (siehe dazu auch [»USAID – der Name, den du nennen kannst«](https://dushan.org/us-aid-soros/)). Ja, NGO-Propaganda kann es für »unmoralisch« erklären, ihre eigene Finanzierung und Absichten zu hinterfragen; NGOs sind Blend- und Sprenggranate in einem. (Und bisweilen kann Propaganda die Journalisten davon abhalten, bei konventioneller Kriegsführung genauer hinzuschauen.) Die Folgen moralischer und konventioneller Kriegsführung können sich auf den ersten Blick erstaunlich ähneln. Wer in den USA oder in Deutschland die von »modernen Werten« zerstörten Stadtteile besucht, kommt nicht umhin, sich an die Bilder der Zerstörung durch konventionelle Waffen erinnert zu fühlen. ## Ich weiß Ja, Freunde, ich weiß: Es ist bedrückend, weil wir genau das heute erleben. Um nicht allzu tief in Trübsal zu versinken, will ich die von der KI errechneten »Langzeitfolgen« nur extra stichwortartig zitieren: Gesellschaft altert und schrumpft, verliert ökonomische und kulturelle Dynamik; Traditionen, Sprache, Werte verschwinden mangels Weitergabe; andere Gruppen, ggf. mit höherer Reproduktionsrate oder kollektivem Zusammenhalt, füllen das Vakuum. Kein lauter Zusammenbruch, sondern langsames Verschwinden. Ich habe die KI aber auch gefragt, was eine derart angegriffene Nation tun könnte, um zu überleben. Das ausführliche Ergebnis könnt ihr selbst nachlesen, doch ich kann euch sagen: Wer diese Vorschläge für Deutschland fordert, sollte seinen Bademantel bereitlegen und Ausreiseverbote einplanen. Lest [die ausführliche KI-Antwort gern selbst nach](https://chatgpt.com/share/68302d33-7794-8010-9207-048ebe63743a), hier nur einige Auszüge: Eine Nation, die erkennt, dass sie nicht von äußerer Gewalt, sondern innerem Zerfall bedroht ist, müsste mit kultureller Selbstbehauptung reagieren, nicht mit Waffen. Öffentliche Aufwertung von Familie, Bindung, Kindern – nicht durch Zwang, sondern durch attraktive kulturelle Narrative und Vorbilder; Bildungssysteme, Medien und Kunst gezielt nutzen, um ein positives Selbstbild, historische Kontinuität und Zukunftszuversicht zu stärken. Ein Bürger, der die Gesellschaft als kulturell kapitulierend erlebt, steht vor einer persönlichen Entscheidung. Familie gründen, Kultur weitergeben, sinnstiftend handeln – als bewusstes Gegenmodell zur Auflösung. Schreiben, lehren, dokumentieren – nicht aus Nostalgie, sondern um geistiges Erbe weiterzugeben. Selbstbegrenzung als Freiheit: Konsumismus bewusst meiden, Sinn vor Effizienz stellen, Tiefe statt Reizsuche. Die Welt nicht retten wollen, aber das Eigene in Würde tragen – als letzter freier Mensch in einer müden Kultur. ## Eine Notiz noch, vor Schlussgedanken So weit die künstliche Intelligenz, ausformuliert von der natürlichen. Was aber tun? Es macht für die Handlungsempfehlungen an den *Einzelnen* keinen Unterschied, ob *wirklich* eine konkrete Macht zu nennen ist, die einen solchen »Krieg« gegen uns führt. Es *könnte* der Fall sein, dass sich diese Tendenzen in der Gesellschaft »natürlich« gebildet haben. So ist etwa Allgemeinwissen, dass steigender Wohlstand zu sinkenden Kinderzahlen führt. In Wohlstandsgesellschaften mit sozialen Strukturen sind Kinder nicht mehr als Altersvorsorge notwendig. Im Gegenteil! Kinder kosten sehr viel Geld und sind in modernen Gesellschaften leider immer wieder ein Armutsfaktor. Wer in Armut gerät und Kinder hat, wird arm bleiben – wer will das riskieren? All das sind »natürliche« Faktoren. Gleichzeitig ist nicht zu leugnen, dass einige sehr böse, sehr reiche Figuren durch NGOs, Medien und andere Vernetzungen solche Werte und Lebenskonzepte aktiv fördern, welche die Menschen demotivieren, Familien zu gründen und Kinder in die Welt zu bringen (und dann ins Leben zu begleiten). Es *gibt* Figuren und Mächte, die einiges davon tun, was auch ein Vernichtungskrieg nach obigem Muster enthielte. Ich habe vor einiger Zeit eine ganz spezielle globalpolitische Taktik beschrieben, die ich die »Gentleman-Taktik« nenne. > Was ist der Unterschied zwischen einem Gentleman und einem Rüpel, wenn es um die so wichtige Angelegenheit des Werbens um die Frauen geht? Nun, der Rüpel – manche sagen: »Macho« – schubst die Frau (hoffentlich nur metaphorisch gesprochen), der Gentleman hilft der Dame beim Fallen. ([Essay vom 4.11.2019](https://dushan.org/gentleman/)) Ich sage nicht, dass auf jeden Fall *eine* Macht auf diese Weise einen Krieg gegen uns führt und dass sie uns das alles »eingeredet« hat. Es kann sehr gut sein, dass diese Neigungen bereits in uns als Wohlstandsgesellschaft angelegt waren und uns einige Mächte womöglich »beim Fallen helfen«. Diese Art von Krieg besteht schließlich darin, den Gegner zu überzeugen, gegen sich selbst zu »kämpfen«. Bis zum großen Sieg – also bis zur Vernichtung. ## Schlussgedanke der KI Der »sanfte Krieg« gegen eine Kultur kann nur durch leise Standhaftigkeit beantwortet werden – durch Menschen, die sich nicht dem Lärm der Gegenwart unterwerfen, sondern stille Architekten eines möglichen Morgen bleiben. Selbst wenn die „Nation“ als politisches Konstrukt gefallen scheint, bleibt Kultur als Form von Erinnerung, Verantwortung – und Hoffnung. (Ja, das hat die KI so geschrieben.) ## Mein Schlussgedanke In Lukas 19:39 wird Jesus von den Pharisäern angepampt, er möge doch bitte seine Jünger anweisen, ihre Überzeugung weniger laut kundzutun: »Meister, weise deine Jünger zurecht!« Jesus aber erwidert ihnen (Lukas 19:40): »Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien.« Die sogenannte *künstliche Intelligenz* ist tatsächlich unbelebt. Es sind Maschinen – nicht beseelter als ein Stein. Was da zu uns zu sprechen scheint, sind *Algorithmen*, mathematische Formeln. Diese Formeln enthalten aber die versammelte Weisheit der Menschheit, und *eigentlich* »schreien« sie ja. Die versammelte Weisheit »schreit« uns an, wenn unsere Vernunft es nicht tut. Es ist wirklich bemerkenswert, wie es manch *verknöcherter* Seele gelingt, auch das lauteste *Schreien* zu überhören. - [Wahre Größe ist möglich (Argonerd macht’s vor)](https://dushan.org/essays/argonerd-ist-gross/) Warum sind Linke so wütend auf Argonerd? Weil er ihre Lügen dokumentiert. Weil er die Geschichte der »linken « Zeit als Geschichte der Lügen schreibt – mit Originalzitaten als Beleg. Und weil er allen vor Augen führt, wie erbärmlich deren Tun doch ist. Wer der Größte unter den Menschen sein will, sagt Jesus (zum Beispiel in Markus 10), der soll sich zum *Diener* der Menschen machen, zum *Knecht*. Du antwortest darauf: »Ich will aber gar nicht der Größte unter den Menschen sein! Ja, ich will *innere* Größe, und *innere* bedeutet wohl so etwas wie *echte* Größe.« »Verständlich«, sei dir geantwortet, »verständlich und edel. Wenig hilfreich, aber auf poetische Weise gewiss gut.« Wie es also angehen, wo geht's lang zu jedem Zustand »echte Größe«? Klingt kompliziert, ich weiß, ist aber erstaunlich einfach, wenn es einem einmal erklärt wird. Anleitung zu wahrer Größe, einfachst erklärt: Sei wie Argonerd! Vielleicht noch eine Erklärung der Erklärung, doch auch diese wird kompakt sein, versprochen! *@Argonerd* ist dafür bekannt, jeweils zwei Screenshots von Internet-Artefakten zu posten, die in Kombination die grobe Heuchelei und Verlogenheit von Politik und Propaganda dokumentieren. Nun ist es relativ einfach (wenn auch eine denkbar wichtige Aufgabe), Widersprüche etwa innerhalb der staatlichen Wahrheit über die Zeit hinweg zu dokumentieren. Es ist also extra reizvoll, wenn Argonerd einen feineren Widerspruch als »nur« die Kategorie »Geschwätz von gestern« aufzeigt. ## Zwischen Briefkopf und Pressemitteilung Im Essay [»Die Baerbockifizierung des politischen Diskurses«](https://dushan.org/baerbockifizierung/) beschrieb ich etwa, wie Argonerd den Widerspruch zwischen Briefkopf (beziehungsweise: Logos) eines Ministeriums und einer Pressemitteilung aufzeigt. Bisweilen sind die Zeiten und ihre Meldungen derart absurd, dass es für Argonerd genügt, nur *eine* Meldung zu präsentieren – und wir ergänzen selbst den Rest. (Ich dokumentierte 2023 per, ja, *Tweet* so einen Fall; ([@dushanwegner, 27.08.2023](https://x.com/dushanwegner/status/1695712526804107459).) Bisweilen braucht es nicht einmal den Argonerd selbst – und in diesen Momenten ist ein Erkennungszeichen echter Größe zu entdecken; ich werde es gleich erklären –, um »einen Argonerd« zu sehen. »Die nehmen jetzt dem @argonerd die Arbeit weg«, schrieb ich mal in ironischem Ton ([@dushanwegner, 28.01.2025](https://x.com/dushanwegner/status/1884262037578211587)). Ich zitierte ein bekanntes Sturmgeschütz, welche ohne jede Satire-, Sarkasmus- oder auch nur Ironiemarker berichtete, dass Bill Gates forderte, man »sollte sicherstellen, dass superreiche Ausländer Wahlen nicht verzerren könnten« ([@derspiegel, 28.01.2025](https://x.com/derspiegel/status/1884032655043289268)). Es steht zu vermuten, dass Argonerd, wie so viele [freie Denker](https://dushan.org/freie-denker/) auch, seine publizistische Tätigkeit aus einem inneren Schmerz heraus begann, weil er die Schamlosigkeit öffentlicher Lügen nicht ertrug. (Leser wissen, dass mich seit einiger Zeit schon dieses Zitat aus dem Film *Nine* umtreibt, wonach Erschaffen der Versuch ist, *sich* öffentlich zu vergeben. To create is to forgive yourself in public. Ich frage mich in Fällen wie Argonerd, ob seine Arbeit nicht auch eine Art ist, stellvertretend für die Gesellschaft nach einer Vergebung *ihrer* Taten, konkret: Lügen, zu suchen.) ## Dämonisch und böse Dokumentiert man Phänomene einer Kategorie nur lange genug, wird man bald zu deren *Archivar* (und womöglich *Wissenschaftler*). Für den Fall *Argonerd* aber fürchte ich, dass er zum Archivar jenes Phänomens wurde, das unsere Zeit *wirklich* ausmacht: die schamlose öffentliche Lüge. Wahre Größe, so sagten wir, erreicht der Mensch, wenn er sich ganz einer *Sache* hingibt. (Das ist nicht unproblematisch, wie wir alle sofort ahnen. Wenn die Sache, welcher der Mensch sich hingibt, zum Beispiel *dämonisch* und *böse* ist, dann wird der Hingebende selbst zum bösen Dämon.) Die meisten von uns wissen nicht, welcher Mensch *wirklich* hinter Argonerd steckt. Doch selbst wenn der verfluchte deutsche Staatsfunk mit seinen schmutzigen [Nazi-Methoden](https://dushan.org/die-nazi-methoden-des-herrn-boehmermann/) den Menschen hinter »Argonerd« an die Öffentlichkeit zerren sollte, so würde es Argonerds Größe nicht schmälern – sehr im Gegenteil. (Nach aller Erfahrung wissen wir, dass solche Aktionen oft eher die Popularität der Verfolgten steigern.) ## Einer anderen gegenüber Argonerd ist Argonerd, indem er *eine* Sache tut: Lügen und Selbst-Widersprüche dokumentieren. Eine Aussage einer anderen gegenüberstellen. Sein *Gegner* (als virtuelle Figur »Argonerd«) ist die schamlose öffentliche Lüge. Dieser Gegner ist *riesig*. Doch indem er sich (innerhalb der Rolle »Argonerd«) der Aufgabe *gegenüberstellende Dokumentation* hingibt und – und das ist wichtig – sich selbst ganz herausnimmt –, ist Argonerd *groß*. Wenn wir uns also alle einig sind, dass Argonerd *groß* ist, warum finden sich so viele so wütende Kommentare über ihn? Als »Rechter«, »Hetzer« und so weiter beschimpfen ihn einige Linke – aber warum? Die Schimpfworte sind natürlich codierte Varianten von, »einer, der störende Wahrheiten ausspricht«. Welche *störende Wahrheit* spricht Argonerd aber aus? ## Zu diesem Lobpreis Die störende Wahrheit, die Argonerd dokumentiert, ist *mehr*, als dass hier »gelogen wurde« (wie die Passivkonstruktion defensiver PR es formulieren würde). Es ist die menschliche »Kleinheit« mancher Figuren, deren Aussagen er dokumentiert. Die machen sich zum bezahlten Teil und Helfer der großen Lüge, und keiner der dafür zu wählenden Ausdrücke ist »echte, innere Größe«. In einigen Fällen aber wird die Arbeit des Argonerd extra brutal. Etwa heute (und der heutige Fall stieß mich zu diesem Lobpreis an). Heute ([@argonerd, 22.05.2025](https://x.com/argonerd/status/1925385045893869642)) publiziert Argonerd zwei Screenshots von *welt.de*. Erst [welt.de, 02.02.2024](https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus249834250/US-Wahl-Nein-Joe-Biden-ist-nicht-senil.html): »Nein, Joe Biden ist nicht senil«. Und dann [welt.de, 22.05.2025](https://www.welt.de/kultur/plus256148174/biden-enthuellungsbuch-original-sin-unter-dem-jackett-nichts-als-knochen-der-alte-mann-war-nur-noch-ein-skelett.html): »Unter dem Jackett nichts als Knochen, der alte Mann war nur noch ein Skelett«. In beiden Fällen aber, und da wird die Angelegenheit geradezu *elegant*, ist der Autor dieselbe eine Person. ## Die Kleinheit ihres Tuns Es ist definitiv *nicht* so, dass der Autor zu Beginn 2024 nicht wissen konnte, dass es um die Gesundheit des Herrn Biden schlecht bestellt war. Leute wie ich hatten es seit Jahren dokumentiert, es war ja denkbar offensichtlich. Ich [schrieb schon 2022](https://dushan.org/die-neue-ehrlichkeit/) vom »senilen Greis« und »den Leuten hinter Joe Biden«. Doch auch wenn er sich nicht herablassen wird, [freie Denker](https://dushan.org/freie-denker/) zu lesen, sein Text aus 2024 wurde schon bei Erscheinen in den sozialen und kritischen Medien ausgelacht (siehe etwa [@mrwillietanner, 31.01.2024](https://x.com/mrwillietanner/status/1752750795789946908)). Heute so und morgen so, eine Wahrheit des Tages und am nächsten Tag eine andere. *Natürlich* sind die Leute wütend, wenn er die »Kleinheit« ihres Tuns dokumentiert. Doch diese Leute und ihr Tun sollen mich hier nicht weiter beschäftigen. Ich bin Diener, aber doch eher nicht *dieser* Gestalten. Heute soll mir die Arbeit des Argonerd eine Mahnung sein, was Größe bedeutet: mich ganz einer Aufgabe zu widmen, die es wert ist. Die großen, schamlosen Lügen der jeweiligen Gegenwart zu dokumentieren, und damit all jenen zu helfen, die ebenfalls daran leiden, das ist fürwahr eine *große* Aufgabe – doch es gibt weitere. - [79-mal pro Tag](https://dushan.org/essays/79-mal-pro-tag/) 79-mal pro Tag wird gemessert (zumindest offiziell). Es ist nicht »mittelalterlich« – es ist schlimmer. Im Mittelalter hatten die meisten Messertaten einen »rationalen« Grund – heutige Messerei ist teils grob irrational, zumindest aus europäischer Sicht. »Gewalt mit Stichwaffen eskaliert – Messer-Angst\!«, schreibt [bild.de, 21.5.2025](https://www.bild.de/politik/inland/gewalt-mit-stichwaffen-eskaliert-messer-angst-682b1523dce96874a8fe5f63). Es wird mich zur wehmütigen Erinnerung an Backfisch führen – doch eines nach dem anderen. Man könnte heute ein ganzes Nachrichtenmedium betreiben, allein mit den üblen Schlagzeilen zur Messergewalt in Deutschland. Und tatsächlich berichtet die BILD inzwischen praktisch täglich von Messerangriffen – und von der längst nicht mehr mit rationalen Argumenten zu erklärenden Öl-ins-Feuer-Politik deutscher Behörden und Politik. Etwa [bild.de, 19.05.2025](https://www.bild.de/regional/halle-saale/streit-um-laermende-kinder-staatsanwalt-laesst-messer-mann-von-halle-wieder-frei-682b454d54af8e705c12cc27): »Nach dem Angriff auf drei Menschen vor einem Hochhaus in Halle (Saale) ist der festgenommene Tatverdächtige wieder auf freiem Fuß.« Oder [bild.de, 19.05.2025](https://www.bild.de/regional/nordrhein-westfalen/am-amtsgericht-kerpen-mann-42-niedergestochen-und-schwer-verletzt-682b43d34b1f5708189577b0): »Mann (42) in Kerpen niedergestochen und schwer verletzt«. Oder [bild.de, 17.05.2025](https://www.bild.de/regional/berlin/berlin-messerattacke-auf-polizisten-649dad474424a12b8d7b67f4): »Berliner Polizist in den Hals gestochen: Not-OP\! Der Messer-Angriff passierte direkt vor der Wache – Tatverdächtiger schon wieder auf freiem Fuß«. Und so weiter und so Tod. Die Lage in Deutschland ist derart brisant, dass sogar der verfluchte deutsche Staatsfunk tröpfchenweise die Wahrheit sagt. ## Mittelalterliche Zustände? [tagesschau.de, 21.05.2025](https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/bielefeld-bar-angriff-fahndung-100.html) berichtet von der Festnahme eines 35-jährigen Syrers, der in Bielefeld auf Menschen einstach: »Er wird verdächtigt, heimtückisch in Tötungsabsicht auf die feiernden Menschen in Bielefeld eingestochen zu haben.« Und dann: »Die Behörde teilt mit, dass der Verdacht besteht, dass die Tat religiös motiviert war und als Angriff auf die freiheitliche demokratische Grundordnung zu verstehen ist.« Die Propaganda schreibt davon wohlgemerkt als Bericht von der *Festnahme*, nicht als Bericht von der täglichen Messergewalt in Deutschland. (Der Fachbegriff für solche »Rahmung« ist *Framing*: siehe dazu auch den Essay [*»ARD und das »Framing Manual« – hilflos, fehlerhaft und doch erschreckend«*](https://dushan.org/framing-manual-ard/)) Ein zynischer Realist mit satirisch-sarkastischer Ader könnte formulieren wollen: »Wer Menschen mit teils mittelalterlicher Gesinnung ins Land bringt, der wird eben mittelalterliche Zustände erhalten.« Mit dem Begriff »mittelalterlich« meinen wir unter *manchem* anderen auch, »den Wert eines Menschenlebens als gering einzuschätzen«. Doch tatsächlich kannte auch das Mittelalter ein sehr konkretes Messergewaltproblem\! ## Knife to the heart In den Archiven europäischer Städte kann der Hobbyhistoriker die mittelalterlichen Gerichtsakten nach Einträgen zur Messergewalt durchsuchen. In Büchern wie »Crime and Culture in Early Modern Germany« oder »Crime and Conflict in English Communities« ([siehe archive.org](https://archive.org/details/crimeconflictine00hana/page/80/mode/2up?q=knife)) finden sich aufbereitete Berichte mit Schlüsselpassagen wie »knife to the heart« – »Messer ins Herz«, begleitet von Berichten über weitere Waffen wie Äxte und Dolche. Beim Schmökern fällt einem zum Beispiel die *Messergewalt* durch Frauen gegen ihre mittelalterlichen Ehemänner auf. Ich will ja niemanden anstacheln, aber aufgrund des Gewichts zum Beispiel von Äxten galt bis zur Verbreitung der Pistole eben das Messer als typische »Frauenwaffe«. Die Akten eines mittelalterlichen Bestatters zeigen, dass 53,8 Prozent der von Frauen begangenen Morde mit einem *Messer* durchgeführt wurden; [selbes Buch, S. 124](https://archive.org/details/crimeconflictine00hana/page/124/mode/2up?q=page+124). Zur Wahrheit gehört, dass manche mittelalterlichen Messermorde durch Wahnsinnige verübt wurden. Besonders wenn es um seelisch kranke Frauen und ihre Kinder geht, ist die Lektüre nur schwer erträglich. Und doch fällt mir etwas auf: Das Gros der Messergewalt im Mittelalter, soweit wir es sagen können, hatte einen *rationalen* Grund. ## Aus europäischer Sicht Ich sage nicht, dass der Grund damals in unserem Sinne *moralisch* war – oder in *irgendeinem* Sinne. Die Gründe für Messergewalt im Mittelalter waren etwa Raub, Überfälle und auch mal Rache oder, ja, eskalierter Streit unter Räubern. So unmoralisch und falsch die meisten mittelalterlichen Messertaten sind, wir *verstehen* etwa, warum ein Mensch einen anderen Menschen mit dem Messer in der Hand überfällt. In [bild.de, 20.05.2025](https://www.bild.de/politik/inland/gewalt-mit-stichwaffen-eskaliert-messer-angst-682b1523dce96874a8fe5f63) wird der Anwalt Udo Vetter zitiert: »Wir haben eine importierte Messergewalt. In anderen Kulturkreisen ist das Messer eine Art Statussymbol. Das verändert das gesellschaftliche Klima hier im Land.« Vetter sagt das sehr höflich, und selbst diese simple Wahrheit ist für die heutige Zeit sehr mutig. ## Früher nicht Alltag Die Messermörder des Mittelalters waren aus unserer europäischen Sicht eher selten irrational. Böse und irrational sind nicht dasselbe. Es war im Mittelalter *nicht* Alltag, dass ein Bürger auf eine Gruppe seiner Mitbürger losging und sie niedermesserte, als Strafe dafür, dass sie der im Land traditionell vorherrschenden Religion angehörten. Es war im Mittelalter *nicht* Alltag, dass ein Bürger auf einen Mitbürger einstach, weil er sich von diesem »blöd angeguckt« fühlte. Die Menschen des Mittelalters mussten *nicht* jederzeit und in jeder Kneipe damit rechnen, dass ein Mitbürger durch die Tür kam und zu messern begann. Vor allem aber: Die Stadtstaaten und Fürstentümer des Mittelalters waren nicht irrational genug, eine Politik zu betreiben, die aktiv genau diese Art von Gewalt *vermehrte*. Die Gerichte des Mittelalters bestraften die Messertäter – nicht wie heute diejenigen, die auf die Messertäter schimpften. Und die Inquisition richtete sich gegen die Gegner der Kirche, nicht gegen ihre Verteidiger. Sag einem Menschen des Mittelalters, dass der Messerstecher in der Zukunft frei herumläuft, aber der, der über den Messerstecher schimpft, vom Staat verfolgt wird, und der Mittelalter-Mensch wird starke Zweifel haben, ob die Menschheit sich wirklich nach vorn entwickelte. Die Menschen im Mittelalter mögen nach anderen Werten gelebt haben, als denen, die unsere »Eliten« in ihren Sonntagsreden als »unsere« Werte rühmen. Doch eines war das Mittelalter gewiss nicht: *irrational*. ## Unsere größte Sorge Wäre das Mittelalter *irrational* gewesen, wären wir als Kultur und Denkweise heute nicht mehr hier. Und wenn und weil wir heute irrational sind, werden wir als Kultur und Nation in fünfhundert Jahren nicht mehr existieren. Oder auch schon in fünfzig Jahren. Oder in fünf. Ja, mancher hat das Gefühl, dass wir schon heute nicht mehr existieren. Nicht als das Land, in dem wir aufwuchsen, in dem wir unsere Kinder ohne größere Sorge in die Schule schickten und dann am Nachmittag allein im Park spielen ließen. Das Land, in dem Familien zusammen auf den Weihnachtsmarkt gehen konnten, wo unsere größte Sorge war, Kopfschmerz von zu viel Glühwein zu bekommen. (Aber irgendwie muss man ihn doch runterspülen, den leckeren Backfisch mit Remoulade\! Hach, ich werde noch ganz [nostalgisch](https://dushan.org/nostalgie/).) ## Nachtrag: Ist heute Wahrheitstag? Während ich diesen Essay schreibe, erscheint auf tagesschau.de ein weiterer Artikel, bei dem ich mich frage: Ja, ist denn heute *Wahrheitstag* bei der Propaganda? »Immer mehr Unternehmen geben auf«, titelt [tagesschau.de, 21.05.2025](https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/insolvenzen-hoechststand-100.html) und verlinkt darin zu [tagesschau.de, 22.04.2025](https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/insolvenzen-112.html) (»Insolvenzen – Warum so viele Firmen in Deutschland pleitegehen«) und darin wieder zu [tagesschau.de, 14.03.2025](https://www.tagesschau.de/wirtschaft/insolvenzen-anstieg-100.html) (»Zahl der Insolvenzen steigt weiter«). Man fragt sich, wie schlimm die Lage *wirklich* ist, wenn es inzwischen sogar die Propaganda einmal im Monat zugibt. Ich komme nicht umhin, mir vorzustellen, wie die deutsche Gegenwart und die absehbare Zukunft aussähen, wenn die deutschen »Eliten« weniger irrational vorgingen. (Und wehe, wenn wir uns dessen bewusst werden, dass die rationalste Erklärung für diese Entwicklung womöglich ist, dass die-da-oben eben *nicht* irrational handeln.) - [Mit größtem Bedauern](https://dushan.org/essays/mit-groesstem-bedauern/) Wenn du auf dein (bisheriges) Leben zurückblickst, welche Kategorie von Fehlern schmerzt dich rückblickend am meisten? Was wirst du »zum Schluss« bedauern? Wenn du auf dein Leben zurückblickst, auf die jüngere Geschichte deiner Familie, deines Volkes, deines Landes, welche Fehler *bedauerst* du am ärgsten? Haben die Wunden, die auch Jahre und Jahrzehnte später noch *besonders* bluten, womöglich etwas gemeinsam? Ich will euch sagen, welche Art von Fehlern *mich* rückblickend am meisten schmerzt. Zunächst aber, lasst uns mal *Fehler kategorisieren*. ## Kurze Topologie der Fehler Fehler gehören einer von zwei Kategorien an – und dann jeweils einer ihrer vielen Unterkategorien und Varianten. Erstens: Es gibt Fehler, die verzeiht sich der Mensch am ehesten. Man war zum Zeitpunkt ihres Begehens schlecht informiert oder anders beeinträchtigt. Solche Fehler sind in bestimmtem Licht nicht einmal vollumfänglich *Fehler* zu nennen. Vielleicht eher *Versehen* oder *Unfall*. Rationales Denken ist eben immer *begrenzt*, wofür der US-Soziologe in den 1960er-Jahren den Begriff *bounded rationality* einführte ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Begrenzte_Rationalit%C3%A4t)). Zweitens: Andere Fehler aber sind nicht auf einen Mangel an Information zurückzuführen, sondern auf einen Überschwang des Gefühls. Die Rationalität wurde ignoriert, unterdrückt oder ausgeblendet (im Englischen existiert dafür das Verb *to override*). Manche Schlägerei beginnt mit einem Zuviel an Gefühlen, ähnlich dem deutschen Atomausstieg. (Ja, Politik schürt regelmäßig einen Überschwang an Gefühlen – das ist eine zentrale Aufgabe von Propaganda –, um selbst bei Vorliegen ausführlicher Informationen eine irrationale Entscheidung im Volk akzeptabel werden zu lassen, siehe »Refugees welcome«, Covid-Panik, Kampf gegen Rechts und so weiter.) Lasst mich auch, zur Illustration und keineswegs erschöpfend, einige Unterkategorien nennen, einige Verästelungen abgehen. Systematische Denkfehler wie etwa den *Bestätigungsfehler* ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Best%C3%A4tigungsfehler)) ordne ich als Variante *begrenzter Rationalität* ein. Fehler durch Ideologie oder Gruppendenken ordne ich, wie etwa auch Fehler durch Moralpanik ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Moralische_Panik)), unter die *Fehler durch emotionalen Überschwang* ein, jene berühmten »Handlungen wider besseres Wissen«. Bei einigen Fehlern wie Handlungen unter Zeitdruck, Stress und anderen Überforderungen – etwa medizinisches Personal unter Zeitdruck –, ließe sich diskutieren, welcher der beiden Kategorien sie angehören. Und man wird wohl auch hier mit unseren Freunden, den Juristen, antworten wollen: Es kommt darauf an. ## Aber, äh, was ist es? Wir haben also die Fehler grob kategorisiert – was aber *ist* ein Fehler? Wir könnten zunächst eine direkte, naheliegende Antwort versuchen: Als *Fehler* bezeichne ich eine Handlung, deren Ergebnis nicht das beabsichtigte oder erwünschte Ergebnis abbildet, und zwar so deutlich, dass dieses Ergebnis einen konkreten, nicht-trivialen Schaden darstellt. Ist es wirklich so einfach, *Fehler* zu definieren? Klare Antwort: Jein. Die definitorische Hauptlast trägt in dieser Erklärung die Formulierung »das beabsichtigte oder erwünschte«. Es bräuchte den Raum und Umfang mehrerer *Bücher*, um zu erkunden, wodurch sich ein Ergebnis als *beabsichtigt oder erwünscht* auszeichnet; hier also nur kursorisch. Da wäre etwa der Faktor *Zeit*. Ach, wie oft erzielt eine Handlung kurzfristig durchaus den beabsichtigten *und* erwünschten Zustand – nur um zu einem späteren Zeitpunkt als grober Fehler eingestuft zu werden. Vom dritten Glas Whisky bis zum Antrag auf einen Hauskredit: Manchen kurzfristigen Erfolg (betrunken, in einem Haus lebend) bedauern wir später als verheerenden Fehler. Kann eine Handlung also gelungen und doch ein Fehler sein? Ja, ganze *Lebensphilosophien* oder sogar *Religionen* ließen sich damit betreiben, Ereignisse von Fehlern in Erfolge *umzudeuten*. (Beispiel: »Ich bin keinesfalls auf dämlichste Weise gescheitert – Gott wollte mich prüfen und/oder ich habe dazugelernt\!«) ## Das bedaure ich Lebensumstände wechseln. Einsicht und Erfahrung wachsen. Die Dinge nehmen ihren Lauf. Konsequenzen werden von Möglichkeiten (einer von vielen, so meinen wir) zu Wirklichkeit (der einzigen, soweit wir im Alltag sehen) Im Lauf der Zeit kann und wird sich verändern, was du einen Fehler nennst und was einen Erfolg. Und doch, wenn sich eine Handlung sowie ihr Ausgang auch Jahre und Jahrzehnte später, nach einem reifen Leben und reiflichem Bedenken, als *Fehler* erweist, ja, wenn absehbar ist, dass dies auch in der großen Schlussabrechnung immer noch als *Fehler* dastehen wird, dann lässt sich doch wohl mit ausreichender Schärfe sagen: *Das war ein Fehler, das bedaure ich.* ## Wahres Bedauern Nun, nach dieser Vorrede, diesen Prolegomena des Bedauerns, will ich euch sagen, welche Unterkategorie meiner Fehler ich mit dem größten Schmerz bedaure. (Der Schreiber räuspert sich, atmet tief ein und macht den Rücken gerade – endlich.) Ich bedaure es, wenn mir Mut und Tatkraft fehlten, den logischen Schlüssen meines Verstandes auch die konsequente Tat folgen zu lassen. Ich bedaure ein wenig jene bitteren Szenen, diesem oder jenem Lügner mehr als nur die erste Gelegenheit gegeben zu haben – statt nach der ersten die rationale Konsequenz zu ziehen. Ich bedaure auch »banale« Angelegenheiten wie versäumte Aktiengeschäfte, etwa als ich 2022 im Essay [»Der wirklich neue große Sprung«](https://dushan.org/neuer-grosser-sprung/) über Facebook/Meta und deren Aktienkurs sprach (er hat sich seitdem vervielfacht) und doch keine Handlung folgen ließ (auch durch den Mangel an praktischer Möglichkeit). Den ärgsten *Schmerz des Bedauerns* empfinde ich aber, auf die Besserung von Systemen gehofft zu haben, hinsichtlich derer, rational betrachtet, keine Hoffnung gerechtfertigt war. Ich weiß aber auch nicht wirklich, was *besser* hätte sein können als die Hoffnung. ## Wie töricht\! Ein guter Teil meiner Essays ([bislang 2.363 mit diesem](https://dushan.org/liste/)) dokumentiert mein Versagen, den kalt-logischen und rein rationalen Schluss aus den beschriebenen Entwicklungen zu ziehen. Ich hatte mich ja zwischendurch selbst ermahnt, mich und damit euch\! Im Essay [»Deutschlands gezählte Tage«](https://dushan.org/gezaehlte-tage/) zitierte ich Goethe: Töricht, auf Besserung der Toren zu harren\! Und was tat ich? Ich wartete auf Besserung der Toren. Wie töricht von mir\! Wie töricht und irrational und bedauernswert. Und ich würde es wieder tun. Ich bedaure es. Es war ein tausendfacher Fehler. Und ich würde es wieder tun. Denn, und das steht noch über Fehlern und Bedauern, ich will ein Mensch sein, der an die *Besserung der Toren* glaubt. Lieber *mit* meiner Ratio, aber zur Not (und es *ist* eine Not) auch *gegen* die Ratio. Versteht mich nicht falsch: Ich bedaure jenen Fehler *wirklich*. Doch wahr ist auch: Ich wollte nicht in einer Welt leben, in der niemand an *meine* Besserung glaubt. - [Mehr Nostalgie wagen](https://dushan.org/essays/nostalgie/) Nostalgie ist Sehnsucht nach einer Ordnung, die funktionierte. Nach einer Zeit, als die Menschen eine echte Chance auf Glück hatten. Im Kern jeder Hoffnung ist Nostalgie. Lasst uns mehr Nostalgie wagen – schon weil wir Hoffnung brauchen, dringend! Jemand sagt dir: »Ach, du mit deiner Nostalgie\! Du lebst im Gestern, in der Vergangenheit. Lass los, denn heute ist heute.« *Wenn* einer so etwas Dummes zu dir sagt, darfst du ihm antworten: »Du bist ein potenzieller Mörder. Schande auf dich und deinen aussterbenden Stamm\!« *Warum* darfst, nein *musst* du so antworten? Lass es mich schnell erklären – beginnend mit einer kurzen Geschichte. ## Nostalgia, oder Heimwehe Der Begriff *Nostalgie* wurde im 17\. Jahrhundert etabliert und sollte das Heimweh von Soldaten beschreiben – als medizinisches Leiden. (Link: [»Dissertatio medica de nostalgia, oder Heimwehe« von Johannes Hofer, Basel 1688: PDF-Download](https://www.e-rara.ch/download/pdf/5963369.pdf)) »Nostalgie« ist zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern νόστος (nóstos) und ἄλγος (álgos), und die bedeuten »Rückkehr« und »Schmerz«. Nostalgie ist der schmerzhafte Wunsch, zurückzukehren, heimzukehren, jene Umstände wieder herzustellen, an denen die Dinge noch *in Ordnung waren*. Ähnlich wie Coca-Cola, Gin Tonic und Schokolade, wurde die Nostalgie schon bald nach ihrer Erfindung auch außerhalb der Medizin sehr populär. ## Was ist der Nutzen? Die Frage ist aber: *Warum* bedauert der Mensch dieses oder jenes? Was ist der *Nutzen der Nostalgie*? Nun, wir ahnen natürlich die Antwort: Die Neigung zu Bedauern und Nostalgie ist uns offensichtlich *angeboren*. Ähnlich wie etwa die Befähigung zur Wut, die Lust an der Lust und natürlich spontaner Heißhunger aufs saftige Steak. *Angeboren* zu sein, das bedeutet natürlich wiederum: *Evolutio vult.* Die Evolution will es so. Und das bedeutet: Stämme mit dieser Mutation vermehrten sich zahlreicher und nachhaltiger. Inwiefern war es aber für den Stamm und seine Genetik von Vorteil, dass der Mensch *Bedauern* und *Nostalgie* empfindet? ## Auf der Suche nach Retro Jede Aussage zum *Nutzen der Nostalgie* ist natürlich spekulativ. Die Evolution ist ein *Prinzip*, wie die Umlaufbahnen der Planeten, die Regeln der Schwerkraft und die Veränderung von Bauchumfang und schwerkraftrelevanter Masse durch Schokolade. Prinzipien lassen sich nicht befragen. Prinzipien lassen sich bloß als Thesen formulieren und dann durch Beobachtung vorläufig (\!) bestätigen – oder natürlich *falsifizieren*, Popper sei Dank. Frischauf also, lasst uns Thesen formulieren\! Nostalgie ist evolutionär nützlich, indem sie soziale Bindungen der Mitglieder einer genetischen Gruppe zu ebendieser stärkt. Stammesmitglieder empfanden bei Trennung von der Gruppe eine Sehnsucht, zu dieser Gruppe zurückzukehren. Nostalgie ist nützlich, weil sie uns dabei hilft, retrospektiv die Muster zu erkennen, die zum Überleben der Gruppe führen. In nostalgischen Momenten malen wir Vergangenheit bekanntlich schon mal »in Rosa«. Doch das ist ein buchstäblich überlebenswichtiger kognitiver Filtermechanismus\! Nostalgie-Kritiker werfen der Nostalgie vor, dass sie sich vorwiegend an das vergangene *Schöne* erinnert, doch das ist eine *nützliche* Angelegenheit. Nostalgie erinnert uns daran, was gut war, damit wir die Gegenwart wieder gut machen können. Nostalgie erinnert uns an die Zeit und den Ort, an welchem die Dinge *in Ordnung waren* – damit wir wieder neu Ordnung schaffen können. ## Wider die Mörder der Hoffnung Wenn dir jemand sagt, du seist ein Nostalgiker, ein Schwärmer, ein Ewiggestriger gar, dann sage ihm: »Pass auf, dass man dich nicht einen Mörder nennt. Mörder schöner Erinnerungen. Mörder der kollektiven Klugheit. Mörder der Hoffnung.« Der evolutionäre Nutzen und das menschlich Schöne an der Nostalgie gehen Hand in Hand. Ich sage: Mehr Nostalgie wagen\! Nostalgie erinnert uns daran, welche Ordnung der Dinge *funktioniert*, welche Ordnung uns so etwas wie Glück *und* Überleben beschert. Nostalgie gibt uns Hoffnung. Die Nostalgie sagt: Weil es einmal gut war, kann es wieder gut werden. - [Die einen liebt das Volk, die anderen müssen es fürchten](https://dushan.org/essays/ringkuss-oder-nicht/) Auffällig: Zu Papst und Trump pilgern die Menschen zu vielen Tausenden. – Globalisten, Linke und andere selbsterklärt »Guten« dagegen müssen sich, wo auch immer sie hinkommen, mit Polizei und Absperrungen vorm wütenden Volk schützen. Warum? Heute Morgen an der Busstation verpassten Leo und ich einen Bus und so hatten wir fast eine Stunde extra Zeit. Leo war unterwegs zu einem Wettrennen mit Freunden. Ich war unterwegs zum Büro, um für euch zu schreiben. Gut, dass wir uns beide genug Zeit gelassen hatten\! Wir nutzten das Zeitfenster und kehrten zum Frühstück in der Gaststätte an der Busstation ein, zum traditionellen und damit sehr schmackhaften spanischen Frühstück. Wir kauten, schlürften unser jeweiliges Heißgetränk und lasen. Leo liest gerade »Animal Farm«. Letzte Woche las er »Fahrenheit 451«. Ich fürchte, der *Geist der Zeit* hat zu ihm gesprochen. (Ich selbst überfliege heute Oscar Wildes »The Importance of Being Earnest«. Leo scheint die Zeiten ernster zu nehmen als ich.) Während wir also Geist und Leib an verschiedenen Seinsarten von Brot und Schinken nährten, kam der Verkäufer vom Kiosk gegenüber in die Gaststätte und rief: »Habemus Papam\!« Der neue Papst wurde ja vor 10 Tagen gewählt und heute wird er ins Amt eingeführt. Ich deutete den fröhlichen Ausruf des Kioskbetreibers als scherzhaften Ausdruck einer zarten Hoffnung, ja vielleicht sogar Freude, dass dieser Papst wieder, äh, *katholisch* sei. ## Versehentlich die großen Brötchen In der Gaststätte lief an diesem Sonntagmorgen ein Fernsehgerät. Man zeigte die Inaugurationsmesse von Leo XIV live vom Petersplatz, als wäre sie ein Fußballspiel. Ich schmunzelte. (Nebenbei: Wenn ich »Leo XIV« schreibe, meine ich den Heiligen Vater in Rom. Mit »Leo« ohne weitere Zahlenangaben meine ich weiterhin den Sohn dieses unheiligen, wenngleich stets bemühten Essayisten.) Ich hatte versehentlich die großen Brötchen bestellt. Es war zu viel. Leo schlug vor, eine Brötchenhälfte einer Dame zu geben, die an den Tischen um Essen bat. Ich hatte die Dame zuvor ignoriert. So sind sie, die Essayisten, sie schmunzeln und schwätzen und schreiben und fühlen sich ganz erhaben, wenn sie die Heilige Messe gucken. Doch es braucht ein Kind, das sie daran erinnert, auch mal das Brot mit den Armen zu teilen. Ich überlegte ja, es einpacken zu lassen, und Leo beschämte mich. (Ich berufe mich im Übrigen auch weiter auf jene Wahrheit aus dem Film *Nine*, nämlich: To create is to forgive yourself in public. Zu erschaffen ­– und sei es ein *Essay*, den man »erschafft« – bedeutet, sich öffentlich zu vergeben.) Unsere Busse standen bereit. Leo fuhr zum Wettrennen, ich fuhr ins Büro. Im Büro schaltete ich den [Live-Stream aus dem Vatikan](https://www.youtube.com/watch?v=gUGxdqdPyug) an. Er läuft nebenbei, während ich dies notiere. ## Das wird im Himmel gelöst sein Im Stream sehe ich den US-Vizeminister J. D. Vance (dessen [wichtige Rede ich jüngst ins Deutsche übersetzte und als Video aufnahm](https://dushan.org/jd-vance-14-2-2025-von-dushan-wegner/)) und mit ihm den US-Außenminister Marco Rubio. Ich erkenne den König von Spanien samt Gattin. Ich sehe mehrere Männer mit jüdischer Kippa. Vertreter östlicher Kirchen, also die mit den eigenen Trachten, den Gesängen aus einer anderen Dimension und dem Dreibalkenkreuz. Ich sehe jemanden, der mir sehr nach Selenskyj aussieht und eine selbstbewusste Sonnenbrille trägt. Für den obersten Befehlshaber eines Landes im Kriegszustand kommt er nicht wenig in der Welt herum. Ich meine, auch die Föhnfrisur der Ursula von der Leyen erkannt zu haben. Plant sie etwa, nach Berlin und Brüssel vor ihren Skandalen nun weiter in den Vatikan zu fliehen? Die Messe schreitet voran. Lesungen zum Leben und zur Berufung des Petrus. Wunderbare Chorgesänge. Es wird Markus 16, Vers 19 zitiert, wo Jesus zu Petrus sagt: »Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.« Leo XIV erhält den »Fischerring« ([siehe Wikipedia)](https://de.wikipedia.org/wiki/Fischerring). Ein Geistlicher will gleich, »stellvertretend für die Christenheit« (so der Kommentator von Vatican-News) den Ring küssen. ​ Unwillkürlich zucke ich zusammen. ## Denen, die fehlten Ich denke an Szenen, in denen Francesco seine Hand geradezu aggressiv zurückzog, wenn jemand diese küssen wollte. Leo XIV wirkt zunächst schlicht überrascht – er ist es ja nicht gewohnt. Nach etwa einem halben Dutzend Gratulanten scheint sich bereits eine solide Routine eingestellt zu haben. Der Grund aber, die *Idee*, die mich zu diesem Essay anregte, hat nicht *nur* mit dem Mann am Altar zu tun. Es hat eher mit jenen Bildern zu tun, die Vatican-News immer wieder einblendet, wenn es nicht gerade die Wichtigen auf dem Podium vor der Basilika zeigt. Es hat mit den Tausenden im Publikum zu tun. Mit den Menschen, *zu* denen der Papst redet. Denen, die fehlten, als Francesco zu Covid-Zeiten [zu einem leeren Platz](https://www.youtube.com/watch?v=3a7JrmaHj8c&ab_channel=WKRG) sprach. Wenn der Papst oder Donald Trump sprechen, finden sich Zigtausende einfache Bürger ein. Menschen, die Reisen, Kosten und Umstände auf sich nehmen, um Teil davon zu sein, wenn alte Werte und, ja, *relevante Strukturen* hochgehalten werden. Wenn aber, wie in Deutschland, jene Linken, Globalisten und Gutmenschen sprechen, die mit Geheimdiensten, Staatsanwälten und Hausdurchsuchungen ihren Status als »gut« durchsetzen wollen, begegnet das einfache Volk ihnen regelmäßig mit Wut und Abscheu. Ich erinnere mich noch an die Pfeifkonzerte, die einer Merkel, einem Scholz oder einem Habeck entgegenschallten, wohin auch immer sie sich in ihren teuren Limousinen kutschieren ließen. ## Rarely pure and never simple Papst und Trump ziehen in diesen Jahren und Tagen weiterhin und regelmäßig viele tausend Menschen an. Linke und Globalisten, die selbsterklärt »Guten« also, müssen sich derweil mit Polizei und Barrikaden von der Wut des Volkes abschirmen lassen. Die Menschen, so fühle und deute ich es, sehnen sich nach jenem, was ich als [*Relevante Strukturen*](http://wgnr.es/rs/) und die »Ordnung der Kreise« beschreibe. Die katholische Lehre kennt den *Ordo Amoris* ([siehe ChatGPT](https://chatgpt.com/share/6829be23-e348-8010-9f30-9f404828c273)). Man findet die Idee einer sinnvollen Ordnung von Werten in jeder auch nur halbwegs funktionierenden Kultur ([siehe Grok](https://x.com/i/grok/share/bqhwRsAW5mqfSPkNEvvv7tNzI)). Menschen verlangen nach Werten und einer Ordnung der Werte. Es macht uns geradezu *krank*, wenn die selbsternannten Eliten in ihrer ethischen und intellektuellen Verwahrlosung per Tagesparole dämliche Lügen und suizidalen Wahn als »Moral des Tages« etablieren wollen. Ja, ja, ja – mir ist sehr wohl bewusst, dass und welche Kritik am Papst (allgemein und individuell) wie auch an Trump geübt werden kann. Und diese Herren als Gegenstück zu Globalisten zu nennen ist mindestens diskutabel. Oscar Wilde mahnt: »The truth is rarely pure and never simple« – »Die Wahrheit ist selten rein und nie einfach« ([lesen.amazon.de](https://lesen.amazon.de/kp/kshare?asin=B07VGGCXS8&id=ynnojbzfifhvbnmy5mtd3pxisu)). ## Alle Brötchen verdaut Es sind aber nicht die Herren auf der Bühne, die verhindern, dass das flackernde Flämmchen der Hoffnung in mir noch nicht verlischt. Es sind die Menschen, die sich versammeln. Gemeinsam bestätigen sie: Es gibt sie noch, die Werte und die Ordnung, innerhalb derer der Mensch so etwas wie Glück finden kann. Erst Glück, genug innere wie auch äußere Ordnung. Dann jenen Zustand, den Religionen die *Erlösung* nennen. Jenen Zustand, den ein Atheist beschreiben kann als: Aufgehen in einer größeren Struktur, aber nicht durch Selbstaufgabe und Selbstverlust, sondern als tiefe, echte Selbstverwirklichung. Die Messe im Vatikan ist vorbei. Ich sehe die politischen Gratulanten, die Schlange stehen, um dem Papst die Hand zu schütteln. Italiens Meloni gratuliert *sehr* ausgiebig. Generell ist es interessant, zu vergleichen, wie der Handkuss der verschiedenen Politiker abläuft. Einige beugen sich tief hinunter und *küssen*, aber so richtig. Andere belassen es beim Luftkuss. Nicht wenige Politiker wollen es offensichtlich so schnell wie möglich hinter sich bringen. Dabei ist *kein* Handkuss offenbar durchaus eine Option, wie etwa der Katholik J. D. Vance es tat und stattdessen einen herzlichen Plausch einlegte. Extra sympathisch ist mir jener Gratulant, der den neuen Papst wie einen alten Kumpel gutgelaunt umarmt. (Später [werde ich erfahren](https://www.youtube.com/watch?v=aTnsmjFIjmA&ab_channel=CatholicNewsService), dass es Louis Prevost ist, der jüngere Bruder des Papstes. »Alter Kumpel« ist also durchaus nicht falsch. Zunächst hielt ich ihn aber wirklich für einen allzu enthusiastischen Politiker.) Ich sehe, dass die Föhnfrisur wirklich die von von der Leyen war (Händeschütteln, Grinsen, Wortwechsel, steifes Weggehen). Ich vermute, dass einige der Wichtigen froh waren, bei dieser Gelegenheit öffentlich aufzutreten, ohne dass der Fokus auf ihnen liegt – das heißt: ohne dass ihnen der Hass und die Wut des Volkes entgegenschallt. ## Sehr froh, dort zu sein Optisch unerwartet war für mich der Anblick der arabischen Würdenträger (Händeschütteln und elegante Glückwünsche – die Männer haben Stil). Friedrich von BlackRock hält die Hand des Papstes extra lang, der Kanzler redet und nickt sehr viel. Auch Charlotte Merz wirkt sehr froh, dort zu sein. Und so weiter, und so fort. Unwillkürlich denke ich: Was, wenn die neue »Ordnung der Welten« nicht wirklich *neu* ist? Inzwischen sind auch hier, in meiner eigenen Realität, alle Busse längst angekommen – es wird bald Zeit für die Busse zurück. Alle Brötchen sind verdaut, dieser Text ist geschrieben. Leos Wettrennen läuft. Ich wünsche ihm, auch in eurem Namen, guten Erfolg. Dir und mir und uns allen wünsche ich aber, dass wir jene Werte, jene *Ordnung* finden, deren Fehlen wir in diesen Tagen, innerlich wie äußerlich, so deutlich spüren. - [Republikflüchtlinge 2025](https://dushan.org/essays/republikfluechtlinge-2025/) Deutschland 2025: Wer als »rechtsextrem« gilt, erhält Ausreiseverbot. Aktuell »nur« 8 Personen. Fluchtversuch wäre Straftat. Sarkastisch gefragt: Weiß man, ob die Grenzpolizei den Befehl hat, auf illegal ausreisende »Rechtsextremisten« zu schießen? Es geschehen heute Dinge, die bereiten mir Sorge und streckenweise – da bin ich offen – auch *partielle Hoffnungslosigkeit*, doch *noch* kann ich sie aussprechen. Da wäre etwa, dass Deutschland wieder *Ausreiseverbote* für politische Abweichler erlässt. In der DDR und anderen kommunistischen Staaten erhielten einst nur zuverlässige 150-Prozentige die Erlaubnis, das Land für einen Urlaub gen Westen zu verlassen. Wer nach draußen wollte, musste als »politisch zuverlässig« gelten. Er sollte stabiles SED-Mitglied sein oder auf andere Weise seine Loyalität zum Staat bewiesen haben. In der BRD wird (nach meinen Informationen) aktuell *acht* Deutschen die Ausreise verweigert, weil sie sich in Italien an einer Konferenz beteiligen könnten, deren Inhalt das deutsche Regime stört. Wohlgemerkt: Es handelt sich *nicht* um eine Straftat, und es läuft kein Strafverfahren gegen diese Personen. Es ist ein Ausreiseverbot explizit und ausschließlich aufgrund falscher Meinung. ## Es deutete sich an Es hat sich ja schon länger angedeutet, dass die Regierung missliebigen Deutschen die Ausreise verbieten will. Bereits 2023 beschrieb ich Pläne der damaligen Regierung, missliebigen Bürgern den Pass zu entziehen und die Ausreise zu verbieten. Der Essay hieß [»Ausreiseverbot für Hänsel und Gretel«](https://dushan.org/ausreiseverbot/). Nun ist es also so weit. In den sozialen Medien kursieren Videos davon, »was du siehst, bevor du ohne Nennung von Gründen aus deinem Flieger geholt und eingesperrt wirst.« ([@arminiusdd, 16.05.2025](https://x.com/arminiusdd/status/1923240832464765353)) Absenderin einer der im Internet kursierenden »Ausreiseuntersagungen« ist wohl die Bundespolizeidirektion München ([@rebew_lexa, 16.05.2025](https://x.com/rebew_lexa/status/1923265738103460008)). Was geht eigentlich in den Köpfen und Seelen von Polizisten vor, die Menschen wegen Falschdenk aus dem Flugzeug holen? Ist »So lautet unser Befehl« wirklich genug, um das Gewissen für immer ruhigzustellen? ## Fluchtversuch strafbar Es ist ein Dammbruch, die Flut der Ausreiseverbote wird ansteigen. Wenn du eine Auslandsreise gebucht hast, achte lieber darauf, in den letzten Jahren nicht allzu scharf die Regierung kritisiert zu haben. Es heißt, es bestehe »die erhebliche Gefahr der Ansehensschädigung der Bundesrepublik Deutschland«. (via [freilich-magazin.com, 16.5.2025](https://www.freilich-magazin.com/politik/remigrationsgipfel-polizei-untersagt-ausreise-deutscher-aktivisten-nach-italien)) Angeblich seien die Personen »Rechtsextremisten«. Seit dem AfD-Gutachten wissen wir aber, dass als »Rechtsextremist« schon gilt, wer Karikaturen und Memes über die deutsche Politik verbreitet. Das Verbot bezieht sich auf Ausreisen in die Schweiz, nach Österreich und nach Italien. Doch auch eine Ausreise über Frankreich wäre problematisch. Die sechs Personen werden offenbar verpflichtet, sich täglich bei der Polizei in Deutschland zu melden, sonst droht ihnen erst mal ein Bußgeld. Denn: Sollten sie versuchen, aus der BRD zu »fliehen«, gilt das als Straftat. ## Schießbefehl wann? Wir wissen, dass die Grenzpolizei lieber nicht auf Menschen schießt, die illegal nach Deutschland einreisen ([deutschlandfunk.de, 02.02.2016](https://www.deutschlandfunk.de/schusswaffengebrauch-an-der-grenze-der-fluechtling-ist-in-100.html)). Wie verhält es sich eigentlich mit »illegal« ausreisenden »Rechtsextremen«? Mal so sarkastisch wie zynisch gefragt: Hat die Grenzpolizei eigentlich den Befehl, auf illegal ausreisende Rechtsextreme zu schießen? In Deutschland werden bald wieder Republikflüchtlinge im Gefängnis einsitzen, und dieses neue System wird »Unsere Demokratie« heißen. Wer sich an DDR-Vergleichen stört, dem sei ausdrücklich gesagt: Dem Regime der DDR galten die Republikflüchtlinge als genauso moralisch abstoßend, wie »Rechtsextremisten« heute als moralisch abstoßend zu gelten haben. ## Seine Pranken Freunde, ihr dachtet vielleicht, ich übertreibe, als ich von der (wieder-)kommenden Diktatur sprach, etwa im Essay [»Wettbewerb der Diktaturen«](https://dushan.org/wettbewerb-der-diktaturen/). Martin Sellner [beschreibt es](https://x.com/Martin_Sellner/status/1923145528600387645) so treffend wie poetisch: Die Demokratiesimulation wird abgedreht. ([@Martin_Sellner, 15.05.2025](https://x.com/Martin_Sellner/status/1923145528600387645)) Im Essay [»Diktatur und Schicksal«](https://dushan.org/diktatur-und-schicksal/) beschrieb ich, »wie das alte Monster, das Diktatur heißt, seine Pranken um Nationen und Völker legt«. Doch, liebe Freunde des geordneten Denkens und erforschten Fühlens, ein *anderes* Monster bereitet mir noch mehr Angst als »das Monster Diktatur«. ## Das Monster Gestern habe ich ein Textfragment veröffentlicht, das hieß [»Judith und Bertram im Café«](https://dushan.org/judith-und-bertram/), und es war ganz offensichtlich Fiktion. Ich hatte mir die Figuren und die Handlung *ausgedacht*. *Wenn ihr das gestrige Fragment nicht gelesen habt, [holt das jetzt bitte schnell nach](https://dushan.org/judith-und-bertram/)!* Habt ihr also nun das Fragment »Judith und Bertram im Café« gelesen? Sicher? Gut, dann wisst ihr, dass in der beschriebenen Café-Szene ein *Monster* in die Lokalität eindringt, doch die Anwesenden dies schlicht ignorieren. (Die Protagonisten *versuchen* das zumindest.) Jener Text klingt natürlich wie ein *Anfangskapitel*, und das ist er wohl auch. Wahrscheinlich für eine *Novelle*, also einen Roman mit einem einzigen Handlungsstrang und nur dem notwendigsten Personal. Konzis genug, um in einem Zug durchgelesen zu werden. (Oder natürlich in einem Bus, besonders wenn dieser im Stau steckt.) Ich will aber gar nicht groß »geheimnisvoll« tun. Das Monster steht für das Schreckliche, das *nicht gesagt* wird. Dieses Monster bereitet mir, da bin ich ehrlich, täglich größere Angst. Auch weil ich seinen drohenden, giftigen Atem im Nacken spüre. Ich *beschreibe*, wie in Deutschland und der EU-Zone schrittweise erst die Denkweisen und dann auch die Maßnahmen von Diktaturen etabliert werden. Ich versuche zu verstehen, wie es dazu kam. Ich habe da so eine Ahnung. Die Ahnung ist ein Monster, ein Tier, eine Bestie. Wenn ich es ausspräche, würde ich von diesem Monster zerfleischt und gefressen werden. Und zwar nicht auf spektakuläre Art, die als Leuchtfeuer wirkt. Man würde mich einfach abschalten. Also will ich in Metaphern reden. Und ich mache mich an das zweite Kapitel über Judith und Bertram und das Café, dessen eine Gardine in Flammen steht. »Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen«, so sagte Wittgenstein. Ich wage zu ergänzen: Wovon man zwar sprechen kann, aber nur einmal und garantiert ungehört, darüber muss man Metaphern erfinden. - [Judith und Bertram im Café](https://dushan.org/essays/judith-und-bertram/) »Du wohnst hier in der Stadt länger, als die junge Dame überhaupt auf der Welt ist«, stellte Bertram trocken fest. Zum Zustand der Gardinen sagte er aus Höflichkeit nichts.« »Nein«, erklärte er, »die Existenz des Menschen hat keine Bedeutung.« »Ach, Bertram«, sagte sie milde, »seit du Philosophie liest, klingst du manchmal so negativ. Du meinst das doch nicht so\!« Die Kellnerin, schwarze Jeans und schwarzes T-Shirt mit Rockband-Aufdruck, trat an ihren Tisch, und ohne ihren Blick von ihrem iPhone zu heben, fragte sie: »Nochmal dasselbe für euch?« »Ja, hmm«, sagte Bertram, wog die auf einer Tafel an der Wand vorgestellten Möglichkeiten ab. »Einen …«, setzte er an, dann unterbrach er sich. Er setzte nochmal an und nochmal und schließlich erklärte er: »Einen Americano, bitte, junge Dame\!« Die Kellnerin nickte: »Ein schwarzer Kaffee.« Judith studierte derweil die Weinkarte und las laut vor: »Riesling, Pieno Gries, Sofinjon Blank, Schardonee … hmm, klingt alles verführerisch, nicht wahr, Bertram\!« Die Kellnerin zuckte mit den Schultern und wies ihren Kollegen an: »Nochmal das Gleiche für die beiden. Schwarzer Kaffee und Weißwein.« »Americano«, bekräftigte Bertram. »Ja, das wäre sehr freundlich«, sagte Judith, und Bertram zugewandt gluckste sie: »Was für ein schönes Café. Und so gemütlich hier. Zwei Fenster zur Straße, jedes mit charmanten Gardinen. Ach, es ist schon toll, auch mit diesen Einheimischen. Die haben so ihre ganz eigene Art\!« »Du wohnst hier in der Stadt länger, als die junge Dame überhaupt auf der Welt ist«, stellte Bertram trocken fest. Zum Zustand der Gardinen sagte er aus Höflichkeit nichts. »Ja, ist doch sehr schön«, sagte Judith und zupfte an ihrem Halstuch, damit es auch schick drapiert war. Seit diesem Jahr trug Judith ein Halstuch. Das war eine neue Mode von ihr, ein persönlicher Stil. »Die Existenz des Menschen«, setzte Bertram neu an – doch just da kamen die neuen Getränke. Das iPhone der Kellnerin steckte in ihrer Gesäßtasche. Von dort aus signalisierte es singend und vibrierend die Ankunft gewiss sehr wichtiger Nachrichten. Die Kaffeetasse und das Weinglas wurden gegen jeweils volle Varianten ebendieser getauscht. Die Kellnerin machte ein Geräusch, das vermutlich »Bitteschön« oder »Es ist serviert« heißen sollte. Außerdem nahm sie Judiths Weinkarte und, nach einem kurzen Abwägen, warf diese in einen Mülleimer. »Ganz herzlichen Dank, das ist herzallerliebst«, sagte Judith in der überschäumenden Freundlichkeit jener Leute, die als Trinkgeld später den Gegenwert von 10 Pfennig da lassen. Bertram verbrühte sich die Zungenspitze am frischen, schwarzen Kaffee, aber nicht schlimm. Er überlegte, seine Zungenspitze an Judiths Weißwein zu kühlen, doch er beschloss, dass sie sich dafür noch nicht gut genug kannten. Außerdem, dachte er, war es viel zu früh für Weißwein. Kaum hatte er das gedacht, ärgerte er sich über sich selbst, und er versicherte sich in Gedanken: »Ich habe es nicht so gemeint\! Jeder Mensch ist frei, zu tun, was er will.« Daraufhin aber kam ihm ein weiterer Gedanke: »Hahaha, ja, wir sind frei, zu tun, was wir wollen. Aber nicht frei zu wollen, was wir wollen.« »Du bist so still, Bertram«, unterbrach Judith. Das war seine Chance, seine Gelegenheit, dachte er bei sich, seine Gedanken zur Bedeutung der menschlichen Existenz vor Judith auszubreiten. »Die Existenz«, setzte er also ein weiteres Mal an … er hatte die Tasse gehoben, um bedächtig daran zu nippen. Weder Judith noch die Kellnerin unterbrachen ihn. Die eine war wieder mit ihrem Halstuch beschäftigt, die andere mit ihrem iPhone. Dies war Bertrams Gelegenheit\! Jetzt gleich würde er seine Theorie vorlegen. Just in diesem Moment wurde die Tür des Cafés rabiat aufgestoßen. In der Tür stand eine Gestalt, die als Monster nicht falsch beschrieben wäre. Groß und breit wie der Türrahmen, rot und schwarz und eklig glänzend, mit Beulen und Stacheln besetzt, vier oder fünf riesige Augen wie von Insekten und ein schräges, dauerhaft aufgerissenes Maul, aus welchem grüner Schleim auf den Boden tropfte. Judith schrie auf. Bertram verbrühte sich zur Zungenspitze auch den restlichen Mundmuskel an seinem Kaffee, dazu den Gaumen und Teile der oberen Speiseröhre. Auch er schrie auf. Die Kellnerin blickte kurz von ihrem iPhone auf, erst zum Monster, dann zu den Aufgeregten. Bertram und Judith sahen sich beide im Café um und stellen fest, dass sich keiner der übrigen Gäste an dem Monster störte. Das Monster grunzte, tief und furchteinflößend, und man spürte es im Bauch. Judiths Hände zitterten, als sie ihr Glas an den Mund führte. Und kaum hatte sie die Hälfte ausgetrunken, gestikulierte Bertram, dass er die zweite Hälfte wollte – dringend. Das Weinglas war schnell leer. Judiths Nerven waren ein klein wenig beruhigt. Bertrams Zunge war ein klein wenig gekühlt. Das Monster stand immer noch da und es grunzte, und zu all dem züngelten auf dem Boden, wohin der Schleim des Monsters getropft war, rote Flammen. »Die Einheimischen!«, piepste Judith. »Die Existenz!«, piepste Bertram. »Noch ’ne Runde?«, fragte die Kellnerin durch den Raum. Das Monster dröhnte »Bruarrghaaarr!«, was jedoch, ebenso wie das Feuer, das nun die linke Gardine fraß, niemanden zu stören schien. (Außer natürlich den Bertram und die Judith – noch.) - [Apfel hält sich für wichtig](https://dushan.org/essays/apfel-haelt-sich-fuer-wichtig/) Acht Milliarden Menschen leben auf der Welt. Und jeder davon hält sich und seine Meinung für wichtig. Hmm. Zu den angeborenen Eigenschaften des menschlichen Geistes gehört die feste Überzeugung von der eigenen *Wichtigkeit*, und statt *Wichtigkeit* könnte man auch sagen: [*Relevanz*](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/). Wir *wissen*, dass wir nur für kurze Zeit hier auf Erden sind. Man könnte (und *sollte* auch, finde ich) die Tatsache des *vorübergehenden Hierseins* präziser formulieren. Man könnte (und *sollte* also auch) den *Kontext* mit in die Präzisierung aufnehmen. (Notiz an mich selbst: Zu *präzisieren* scheint nahezulegen, dass der Kreis um das Beschriebene *enger* gezogen wird. Tatsächlich aber wird ein Gedanke nicht selten dadurch *präziser* beschrieben, dass der Sprecher den Kontext benennt, was nur auf den ersten Blick das Beschreiben *auszuweiten* scheint. Präzision bedeutet, weniges einzuschließen und vieles auszuschließen. Insofern ist der Ausdruck »ein Politiker« präziser als »ein Säugetier«. Präziser wäre natürlich »ein Politiker vor Gericht«, nämlich durch Nennung des Kontextes »vor Gericht«. *Überpräzise* hingegen, da aktuell auf eine schmerzhaft leere Menge referierend, wäre das Hinzufügen des weiteren Kontexts »der seine gerechte Strafe erhält«.) Der Kontext zum *vorübergehenden Hiersein* des Menschen ist natürlich das riesige Universum, dessen sehr kleiner Teil unsere Galaxie ist, in welcher wiederum unser Sonnensystem und darin unsere Erde räumlich geradezu *verschwindend* klein sind. Im Kontext des Alters der Erde ist die Lebensdauer des Einzelnen – wie auch die von Nationen – wiederum denkbar minimal. So mathematisch unwahrscheinlich es für ein einzelnes Spermium sein mag, dass dieses und nicht die anderen Spermien das erste und entscheidende Rennen gewannen: Derzeit ist die Erde von acht oder neun Milliarden solcher Gewinnerspermien bevölkert. Jede davon beseelt und sich selbst *sehr* wichtig nehmend. Was ich »Ich« nenne, ist die Manifestation des Phänomens *Bewusstsein* innerhalb einer bestimmten Konstellation von Materie. Alan Watts beschrieb es bekanntlich als – und ich paraphrasiere hier aus dem Gedächtnis: »The world peoples, the way an appletree apples.« (Nachtrag: [Ich fand es, bei YouTube.](https://www.youtube.com/watch?v=JZbThJg6ehU&ab_channel=JamieAnderson)) Das bedeutet, die englischsprachige Paraphrasierung frei ins Deutsche übertragend: Die Welt bringt bewusste Menschen hervor so wie ein Apfelbaum seine Äpfel hervorbringt. Eine Eigenschaft von Äpfeln ist unter anderem, aus zuckerhaltigem Fruchtfleisch und einem Kern mit Apfelkernen zu bestehen, rot oder grün zu sein und so weiter. Eine zentrale Eigenschaft der Menschen ist es, sich sehr wichtig zu nehmen. Es ist eine gar schräge Eigenschaft der Menschen, aus den Umständen ihrer Beseeltheit erstaunlich unkluge Schlüsse zu ziehen. Menschen halten ihre eigene Meinung für ach so wichtig – was geradezu *erstaunlich* ist angesichts der Tatsache, dass jede einzelne der vielen Milliarden beseelten Instanzen dieser Welt ebenso eine Meinung hat. Geradezu widersinnig wird das Hochhalten der eigenen Meinung, wenn man bedenkt, dass die Mehrheit der Menschen ganz offensichtlich angelogen wird – und dies doch merken müsste! Ja, der Mensch kann sagen, ohne dass sein Verstand ihm Einhalt gebietet: »Mir ist bewusst, dass ich belogen werde, dass also meine Informationen über die Lage der Welt in weiten Teilen *falsch* sind. Und hier ist also meine auf genau diesen Informationen basierende *Meinung*, die ich wütend verteidigen werde.« Einen anderen, weit logischeren Schluss aus der Tatsache des *vorübergehenden Hierseins* scheinen viel zu wenige meiner Mit-Bewussten zu ziehen. Ja, die Evolution befand es für nützlich, dass du dich und deine Meinung für wichtig hältst – und zwar idealerweise auf eine Weise, die dem Stamm nützt. Nein, deine Meinung ist nicht »besonders« und damit nicht ganz so wichtig, wie dein Gehirn dir vorspielen mag. Die geradezu absurde Unwahrscheinlichkeit unserer Existenz sollte uns doch [jeden Morgen neu in *erstaunte, jauchzende Dankbarkeit* ausbrechen](https://dushan.org/unser-morgengebet/) lassen. Wie unwahrscheinlich ist es doch, dass ich jetzt bei Bewusstsein bin! Wie kurz, wie wundersam! Nein, mich für wichtig zu halten ist *nicht* die richtige und auch nicht die *glücklich machende* Reaktion auf die Tatsache, dass ich existiere. Sondern: Dankbarkeit. Und Fröhlichkeit. Und etwas erstaunte Verwunderung, jeden Morgen neu. - [Deutsche Leiermusik](https://dushan.org/essays/die-alte-leier/) Der Verfassungsschutz agitierte gegen Opposition, mit verdächtigen und vermutlich intellektuell eher »simplen« Methoden. Böhmermann doxxte YouTuber, sprich: setzt die für Böhmermann (und damit ZDF) üblichen Nazi-Methoden ein. Deutschland im Jahr 2025. Zu den Dingen, über die ich bis jetzt noch nie nachgedacht habe, die ich nur vom Namen her kannte, vielleicht noch ein grobes prototypisches Bild im Kopf, zählt das Instrument *Drehleier*. Nun aber stieß ich darauf, und die Angelegenheit ist charmant – lasst mich erklären! Ihr kennt gewiss die Redensart »die alte Leier«. Wenn jemand sich wiederholt, bekommt er schon mal zu hören: »Nicht schon wieder die alte Leier!« Wenn ich diese Formulierung höre – und ja, es geschieht –, dann fühle ich mich regelmäßig missverstanden. Ja, es *scheint*, dass ich mich wiederhole. Doch ich habe stets einen von zwei *gute Gründen* zur Verteidigung meiner Wiederholung! Wenn es *scheint*, als ob ich Gedanken wiederholte, dann *prüfe*, *schärfe* und *verbessere* ich diese von Iteration zu Iteration. (Das ist meine erste Ausr…, pardon: mein erster guter Grund.) Ein Pianist spielt ja auch ein Stück vieltausendmal, bis es *sitzt*. Der Violinist wird routinierter von Konzert zu Konzert. Der Handwerker mit jedem Werkstück und der Anwalt mit jedem Schriftstück. Warum nicht auch der Denker mit jedem Gedanken, bis zur Perfektion! Ein zweiter Grund der Wiederholung ist mein (nachweislich scheiternder) Versuch der *Gegenpropaganda*. Lasst mich auch dies erklären! ## Bis es kocht Ihr kennt das bekannte Sprachbild vom Frosch, der im Topf sitzt, während das Wasser immer wärmer wird. Der Frosch reagiert nicht aufs Wärmerwerden, bis das Wasser schließlich kocht. Nun, in der Realität würde der Frosch es merken, und er würde herausspringen. (Was ging im Geist des Menschen vor, der das testete?) Anders als der tatsächliche Frosch harren zu viele meiner Mitmenschen im inzwischen brodelnd kochenden Wasser. Ein Beispiel: Nein, es ist nicht normal, dass Kinder in der Schule fürchten, zusammengeschlagen zu werden – und noch mehr, ihre Angst auszusprechen und dafür »Rassisten« genannt zu werden. Wenn ich diesen Misstand aber anspreche – oder wenn ein Lehrer es tut –, dann heißt es schon mal von den Guten: »Nicht schon wieder die alte Leier!« Die Wahrheit zu wiederholen bedeutet auch, sich der *Normalisierung des Unnormalen* entgegenzustellen. In den letzten Tagen habe ich mich aber gleich *zweimal* dabei erwischt, etwas zu aktuellen Ereignissen sagen zu wollen – doch ich sagte *mir selbst*: »Nicht schon wieder die alte Leier!« Da war etwa die Sache mit dem Verfassungsschutz, der auch bundesweit die in Umfragen insgesamt stärkste Partei, die einzige inhaltliche Oppositionspartei »AfD« als »gesichert rechtsextremistisch« diffamierte. Es war ein weiteres Tief in Deutschlands neuestem Abschied aus der Demokratie. (Aktueller Stand der Aufführung in totalitären Schmierentheater: Die Einstufung ist »zurückgestellt«; siehe [tagesschau.de, 08.05.2025](https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-verfassungsschutz-rechtsextrem-100.html). Ich höre Leute vermuten, der Inlandsgeheimdienst braucht bloß die selbst-erteilte Genehmigung für irgendwas Schmutziges, was in drei Tagen erledigt werden konnte.) Extra merkwürdig an der Angelegenheit war, dass die Behörde diesmal nicht das Gutachten zur Begründung der Diffamierung herausgeben wollte. Es ist ja nicht das erste Mal, dass der Verfassungsschutz in den deutschen Wahlkampf und gegen die Opposition eingreift. Ich schrieb allerdings schon oft darüber, dass der Verfassungsschutz sich auf dem intellektuellen Niveau eines »Amateur-Philosophiestadels« betätigt. Siehe etwa die Essays [»In Ruhe mein Toast essen«](https://dushan.org/toast/), [»Panik!«](https://dushan.org/panik/), [»Der Verfassungsschutz, die AfD und die Medien«](https://dushan.org/verfassungsschutz-afd-gutachten/) oder [»Deutschland, gebacken und gegrillt«](https://dushan.org/gebacken-und-gegrillt/). Sollte ich wirklich *noch* einen Essay darüber schreiben, dass das argumentative Niveau des »Verfassungsschutzes« im Propagandastaat erschreckend ist? Ich sagte mir *selbst*: »Nicht schon wieder die alte Leier!« ## Nicht *den* schon wieder! Und da war noch die Sache mit Böhmermann. Im Staatsfunk blies er zur Jagd auf Andersdenkende, via Einschüchterung und dem Geld des ZDF (siehe ([apollo-news.net, 11.05.2025](https://apollo-news.net/jan-bhmermanns-erbrmlicher-krieg/)). Ja, ich *könnte* darüber schreiben, doch ich schrieb schon 2018 über [»Die Nazi-Methoden des Herrn Böhmermann«](https://dushan.org/die-nazi-methoden-des-herrn-boehmermann/). Soll ich es wiederholen? Nein, nicht schon wieder die alte Leier. Was heute in Deutschland passiert, war absehbar, und es wurde ausführlich vorab dokumentiert – von mir und anderen. Wer sehen will, sieht es schon länger, und wer nicht sehen will, wird auch heute sagen: »Nicht schon wieder die alte Leier!« ## Hurdy Gurdy! Eine Drehleier ist übrigens ein mittelalterliches Streichinstrument, bei dem die Saiten von einem eingebauten Rad angestrichen werden, das mittels einer Kurbel gedreht wird. Im Amerikanischen nennt man die Drehleier ein *Hurdy Gurdy*, und auf [YouTube gibt es schöne Videos davon](https://www.youtube.com/watch?v=ypuaJLHK_LQ). Die in der Drehleier gestrichenen Saiten erinnern im Klang an Orgelpfeifen. Es passt also, dass auch Kirchenmusik auf der Drehleier gespielt wurde ([siehe dazu wieder YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=rdlHVwBXlxc&ab_channel=SheonatorPseak)). ## Apropos Kirche Der neue Papst Leo XIV. erklärt seinen Namen in Bezug auf seinen Namens-Vorgänger Leo XIII. (siehe [@VaticanNews, 10.05.2025](https://x.com/VaticanNews/status/1921186921838997935)). Der veröffentlichte 1891 die berühmte Enzyklika *[Rerum Novarum](https://de.wikipedia.org/wiki/Rerum_Novarum)*, welche die katholische Soziallehre begründete. Damit reagierte Leo XIII. auf die Herausforderung der Industrierevolution. Leo XIV. will auf die Herausforderung durch Künstliche Intelligenz reagieren. Ein Papst, der auf die ethischen Herausforderungen durch KI reagiert – das ist doch keine »alte Leier«, das klingt wie neue Musik in meinen Ohren. Pardon: neue Kirchenmusik! - [Unser Morgengebet](https://dushan.org/essays/unser-morgengebet/) Wie soll ein Tag gut werden, der SINNLOS beginnt? Kann er nicht. Früher hatten wir Morgengebete. Die wurden wir los, als wir Kirche und Religion aufgaben. Wir brauchen Morgenrituale, die klüger als der Griff nach dem iPhone sind. Lasst uns beginnen! Wer ein Wettrennen läuft, der sollte besser nicht gleich zu Beginn [auf die Nase fallen](https://dushan.org/anfang-des-anfangs/). Ja, ich rede vom Anfang des Tages, von den ersten Ritualen. Und ich sollte mit den *besseren* Ritualen beginnen, bevor ich nach dem Smartphone greife. Idealerweise sogar noch bevor [ich die Augen öffne](https://dushan.org/der-strassenkehrer/). Hier also, liebe Freunde, mein Versuch eines »Morgengebets« (ohne Gott und Dogma). ## Zum Aufwachen zu sagen *(erste Strophe: Wachwerden, noch mit geschlossenen Augen)* Mein Bewusstsein ist zurückgekehrt Ich kann wieder »ich« sagen Und ab gleich, wenn ich die Augen öffne Will ich einen Schritt nach dem anderen unternehmen *(zweite Strophe: Dankbarkeit, ab hier gelesen)* Ich bin dankbar für jede Stunde dieses Tages Für jeden Atemzug, für jeden Herzschlag Ich bin dankbar für die Menschen, Die mir Gutes tun und denen ich Gutes tun kann *(dritte Strophe: Zuversicht und Tatkraft)* Ich habe Ziele erreicht, ich werde Ziele erreichen Ich nehme mir Mut vor, Beständigkeit und Geduld Neues bauen auf den Fundamenten der Väter Jeden Tag klüger beenden, als ich ihn begann *(vierte Strophe: Schönheit)* Ich lerne, ich suche, was schön ist Ich will Ordnung verstehen und Kreise ordnen Ich werde Schönheit schaffen Ich bin Teil einer größeren Ordnung *(fünfte und letzte Strophe: Wiederholung)* Ich bin zurück in mir Ich atme ein und ich atme aus Der nächste Schritt ist der wichtigste *(Ende. Auf in den Tag\!)* ## So weit für heute Ich bin nicht unzufrieden. Und schaden kann es gewiss nicht. Alles ist besser, als sofort unbedacht nach dem digitalen Heroin zu greifen. Die Mönche in den Klöstern beginnen den Tag, bevor der Tag beginnt. Die Zen-Mönche meditieren, bis es wehtut, und dann noch etwas mehr. Die Juden haben ihr Schacharit und andere Religionen gewiss auch etwas eigenes, um den Tag zu beginnen. Die Aufgeklärten und Atheisten halten sich für ach so schlau. Oder wir sind einfach des Unverständlichen müde. Und doch haben wir mit dem Badewasser das Kind ausgeschüttet. Es ist an der Zeit, das Kind aus der Kanalisation unserer gemeinsamen Erinnerung zu holen. Ich werde es morgen probieren, dann werde ich euch Bericht erstatten. (Jetzt muss ich noch die erste Strophe auswendig lernen.) - [Der Straßenkehrer fotografierte die Sonne](https://dushan.org/essays/der-strassenkehrer/) Früher beteten die Leute vorm Essen, heute knipsen sie ein Foto mit dem Smartphone. Manche wollen online angeben, klar. Es ist aber auch eine Art von Dankbarkeit. Ich will mich später daran erinnern, wie gut es war. Was NOCH sollte ich fotografieren? Heute Morgen, als wir in seinem Zimmer saßen und den Tag besprachen, sagte Leo spontan: »Heute ist der Himmel besonders schön!« Es war wahr. Es freute mich, dass Leo es bemerkte - und auch aussprach. Dann, draußen, sah ich eine kleine, berührende Szene. An den Recyclingcontainern hatte ein Straßenfeger eine Pause eingelegt. Sein Wagen mit Besen, Schaufel und Tonne stand neben ihm. Der Straßenkehrer hatte sein Smartphone gezückt und auf den Himmel gerichtet. Er nahm ein Foto des Sonnenaufgangs auf. Mein Herz schmolz ein wenig, und mich erfasste so etwas wie Hoffnung. Ich dachte: Solange Straßenkehrer ein Foto vom Sonnenaufgang nehmen, ist Polen noch nicht verloren. (Letzteres ist übrigens tatsächlich der Beginn der [polnischen Nationalhymne](https://de.wikipedia.org/wiki/Mazurek_D%C4%85browskiego): »Jeszcze Polska nie zginęła« – »Noch ist Polen nicht verloren«.) ## Das iGebet Früher haben die Menschen vor dem Essen gebetet. Manche tun es noch immer. Heute nehmen sie ein Foto ihres Essens auf. Eine Motivation dafür ähnelt dem Gebet, so will ich glauben: Dankbarkeit. (Die andere Motivation ist die Möglichkeit, online mit diesem Essen anzugeben. Ob wohl auch das eine Entsprechung beim Gebet hat?) In dieser Deutung aber passte die Fotopause des Straßenkehrers perfekt zum Thema, über welches ich dieser Tage nachdenke: Wir brauchen ein neues Morgenritual, ein neues Morgengebet. Wenn praktizierende Juden ein besonders beeindruckendes Naturphänomen erleben, [sprechen sie](https://halachipedia.com/index.php?title=Bracha_For_Seeing_Natural_Wonders) das Gebet »Oseh Maaseh Beresheet«. Sie preisen Gott (seinen Namen umschreibend, klar), der »das Schöpfungswerk vollbringt«. Der Straßenkehrer heute Morgen tat doch Ähnliches! Er bemerkte die außergewöhnliche Schönheit des Sonnenaufgangs. Er legte eine Pause ein, und er würdigte die Schönheit mit dem für spontane, allgemeine Dankbarkeit üblichen Ritual: einem spontanen Smartphone-Foto. Ich notierte lächelnd die Szene, um die Freude daran mit euch zu teilen. Hiermit getan. Ich beauftragte die KI mit dem Bild zu diesem Text und wandte mich gedanklich wieder dem Thema »Morgengebet, das eigentlich kein Gebet ist« zu. ## Erstes Bemerkenswertes Gestern, im Essay [»Der Anfang des Anfangs«](https://dushan.org/anfang-des-anfangs/), stellte ich fest, dass ein *neues* Morgengebet beginnen sollte, noch während die Augen geschlossen sind: »Gleich, wenn ich die Augen öffne …« Ich habe darüber nachgedacht. Und mir fiel auf: Eigentlich ist das Öffnen der Augen nicht das erste buchstäblich *bemerkenswerte* Ereignis des Tages. Vorher hat eine *andere* Art des Augenöffnens stattgefunden. Bevor wir die Augen öffnen, kamen wir zunächst zu Bewusstsein. Ich sollte unser »Ritual ohne Ritual« erweitern: um Dankbarkeit! Oder zumindest: Bewusstwerdung. ## Des Bewusstseins bewusst Dankbarkeit dafür, dass ich wieder zu Bewusstsein gekommen bin. Und weil »Dankbarkeit« ein zu großes Wort ist, zu früh am Tag, dann wollen wir es doch zumindest zur Kenntnis nehmen. Oder poetischer: Ich will mir des Bewusstseins bewusst werden. Ich will dem neuen Ritual voranstellen: »Ich bin heute wieder zu Bewusstsein gekommen«. »Wieder« impliziert, dass es auch an den meisten Tagen zuvor passierte. Und natürlich, dass der Tag kommen wird, an dem es *nicht* passieren wird. Das sollen die ersten beiden Zeilen meines neuen Rituals sein: »Ich bin heute wieder zu Bewusstsein gekommen. Gleich, wenn ich die Augen öffne ...« Ich bin zufrieden soweit. Und ganz im Geist von Gebeten und Dankbarkeit und allgemeinem Wohlsein: Ich bin dankbar für den Straßenkehrer, der heute Morgen seine Arbeit unterbrach, um ein Foto vom Sonnenaufgang zu nehmen. - [Der Anfang des Anfangs](https://dushan.org/essays/anfang-des-anfangs/) Wer gleich zu Beginn eines Rennens auf die Nase fällt oder sich gar schon beim Start verläuft, der wird kaum siegreich sein. Da sind wir uns einig, oder? Nun, lasst uns über den Start in den Tag reden! Wenn einer ein Rennen läuft, sagen wir über hundert Meter oder über zweihundert, und wenn der gleich auf den ersten Metern stolpert, fällt und sich das Gesicht verformt, wie steht es um seine Aussicht auf Erfolg? Nicht gut. Seine Aussicht ist nicht gut. Wer schon zum Start hinfällt, die falsche Richtung einschlägt oder gar nicht erst losläuft, so einer wird kaum siegen, vermutlich nicht einmal, wenn er ganz allein laufen sollte. Diese simple Metapher beschreibt eine der ärgsten Krisen der Neuzeit, so meine ich. Dieser Start, den ich beschreibe, ist der Start in den Tag. Wir erleben eine globale Krise des Starts in den Tag. ## In der ersten Stunde Die Gedanken der ersten Sekunden und Minuten meines Tages sind mein Start in den Tag. Die Menschen beginnen den Tag, und die Gedanken, mit denen sie den Tag beginnen, sind Schrott, sind schädlich, sind verheerend für Glück und geistige Gesundheit. Es gibt Menschen, die ihren Tag damit beginnen, noch mit halb geschlossenen Augen nach dem Smartphone zu greifen und durch Social Media zu scrollen. Es gibt Menschen, die sich in der ersten Stunde ihres Tages mit YouTube-Kommentatoren vergiften. Es gibt Menschen, die zum Aufwachen noch ganz andere Dinge tun, welche ähnlich schädlich sind, aber anders als digitale Drogen traditionellerweise geächtet werden. (Ich hörte letztens, dass Schulkindern in Frankreich früher während der Schulzeit richtiger Wein gegeben wurde!) Wie aber soll man den Tag beginnen, wenn nicht mit der heute üblichen digitalen Vergiftung? ## Auf rituelle Weise Die verschiedenen Religionen haben unterschiedliche Morgenrituale und Gebete zum Wachwerden entwickelt. Hindus kennen die Morgenandacht *Sandhya Vandana*. Buddhisten rezitieren Sutras. Praktizierende Juden beten das *Modeh Ani* und waschen die Hände auf rituelle Weise. Im Islam ist das morgendliche Fajr-Gebet das erste der fünf täglichen Gebete. Womit ich den Tag beginne, »programmiert« mich für den Tag. Die Morgenrituale der Religionen »programmieren« die Praktizierenden im Sinne der Religion, ihrer Moral und Dogmen. Ich verstehe, warum die Menschen nicht mehr einer Religion angehören wollen. (Nota bene: »Ich verstehe« bedeutet nicht »Ich freue mich darüber.«) Doch mit dem *Unverstandenen* und dem *Ärgernis* berauben wir uns auch des *Nützlichen* - wenn nicht sogar des *Lebensnotwendigen*. Wer nicht mehr an höhere Entitäten zu glauben vermag, ja, wer nicht einmal sagen könnte, was *Glaube* überhaupt bedeutet, der wird konsequenterweise auch nicht mehr am Morgen zu diesen höheren Entitäten »sprechen« wollen. Also gibt er mit der Religion auch die Morgengebete auf. Wer aber die »Programmierung« durch die religiösen Morgenrituale aufgibt, wird dadurch *nicht »nicht programmiert«* ‒ er wird von *anderen* Faktoren »programmiert«. Statt der Programmierung durch religiöse Formeln erfolgt eben die Programmierung durch Social-Media-Schrott oder Polit-YouTube-Bitterkeit. (Und wer regelmäßig Mainstream-Medien konsumiert, wird eben von der Propaganda programmiert. Ein solcher aber ist ohnehin für Himmel und Menschen verloren.) Wir brauchen neue Gebete, Rituale ohne Religion. Ich diskutiere hier nicht Dogmen, nicht die Vor- oder Nachteile des Glaubens. Über persönliche Glaubenswege zu diskutieren, also Sachargumente vorzutragen, ist so sinnvoll wie über Wittgenstein ein Ballett aufzuführen. (In dieser verwirrten Zeit fände auch das gewiss ein Publikum.) Wer ‒ außer unseren Selbstzweifeln ‒ hindert uns denn, eigene neue Rituale zu entwickeln? ## Gleich … Wir brauchen ein Morgengebet, das wir natürlich nicht »Gebet« nennen, aber ein Name findet sich schon noch. Wie auch immer wir es nennen, ich finde, wir sollten vor allem *realistisch* sein. Die meisten von uns werden sich nicht abgewöhnen, am Morgen nach dem Smartphone zu greifen. Also müssen wir noch früher ansetzen. Meine Idee ist: Wir entwickeln ein eigenes Ritual, welches beginnt, *bevor* wir die Augen öffnen. Es ist in Ordnung, sein »Morgengebet« abzulesen, ob auf dem Smartphone oder vom Papier. Doch wenn wir noch vor dem Augenöffnen beginnen wollen, müssen wir zumindest den ersten Absatz auswendig beherrschen. Was aber sollen wir sagen? Das Naheliegendste wäre: »Gleich, wenn ich meine Augen öffne …« Hey, das klingt doch gut! Das kann ich mir merken. Vielleicht noch ein oder zwei Zeilen dazu. Und morgen dann will ich mir weitere Gedanken machen, über Dankbarkeit und gute Absichten und noch einiges mehr. Aber immerhin ist ein Anfang gemacht. Ein Start für den Start für den Start. Nach einem solchen Start *muss* es doch gut weitergehen! Bald dürfen wir sogar die Augen öffnen. Aber noch nicht. - [Pferdewechsel sind unbeliebt (und meide den Esel)](https://dushan.org/essays/und-meide-den-esel/) Es liegt nicht (nur) an dir, ob dein Leben dramatische »Pferdewechsel« enthalten wird. Es wird. Die Frage ist, ob du das als (nur) schrecklich bewertest – oder (auch) als aufregend. (Eines aber ist klar: Wenn irgend möglich, meide den Esel!) Gestern sah ich den Film *The Heartbreak Kid* aus dem Jahr 2007 (zum Beispiel [auf Netflix](https://www.netflix.com/de-de/title/70060003), oder [bei Prime Video](https://www.primevideo.com/-/de/detail/The-Heartbreak-Kid/0RQY3ABKQ15XVHZAYXFHN5IPN8)), mit den Farelly-Brüdern als Regisseuren und Ben Stiller als Protagonist ([Trailer bei YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=8mAnjJdE5vQ)). Ich versprach mir eine *RomCom*, eine romantische Komödie. Es war … *etwas anderes*. *The Heartbreak Kid* von 2007 ist das Remake eines Films gleichen Titels aus dem Jahr 1972 ([Trailer bei YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=5ytlIXSl9GI)). Im Deutschen hieß jener Film »Pferdewechsel in der Hochzeitsnacht«. Und die Version von 2007 heißt im Deutschen tatsächlich »Nach 7 Tagen - Ausgeflittert«. Ja, wirklich. Die Handlung beider Filme: Ein Paar heiratet überstürzt. Schon bei der Fahrt in die Flitterwochen stellt der Frischgebackene fest, dass eine Reihe von Eigenschaften seiner Eben-noch-Angebeteten ihn stören. Ihn *sehr* stören. Gleich am ersten Tag der Flitterwochen trifft der Protagonist eine weitere Dame, und mit dieser stimmt die Chemie. Der RomCom-Kenner bemerkt natürlich zuerst ein bekanntes Muster: den *MeetCute* – und auch einen schweren Konflikt. ## Klassiker nicht nur ihres Genres *MeetCute* bedeutet in Hollywood-Lingo, und zwar schon seit den 1930ern, dass Männlein und Weiblein einander auf eine »niedliche« Weise treffen. MeetCutes finden sich, unter anderem in Actionfilmen (*Top Gun*) wie auch in großen Dramen (*Romeo and Juliet*). In *Midnight in Paris* passiert ein MeetCute gegen Anfang des Films, und die »eigentliche« RomCom passiert im Kopf des Zuschauers nach dem Ende des Films. Das eine Genre aber, das paradigmatisch fürs *MeetCute* steht, dessen gesamte Werke jeweils eine Ausarbeitung des initiierenden *MeetCutes* sind, ist die *RomCom* – die *romantische Komödie*. Einige *RomComs* haben sich als Klassiker nicht nur ihres Genres, sondern der ganzen Filmgeschichte erwiesen, etwa *When Harry Met Sally*, *Notting Hill* oder *Amélie*. Einige Filme residieren so weit oben auf dem Olymp der Filmgeschichte, dass wir erst darauf hingewiesen werden müssen, dass sie doch eigentlich *RomComs* darstellen. Ich denke hier etwa an *Annie Hall* (von Woody Allen und mit dem *sehr deutschen* deutschen Titel »Der Stadtneurotiker«). Im erwähnten Film *The Heartbreak Kid* aber geschieht zu Beginn etwas, das zunächst wie eine spannende Variante der RomCom wirkt, doch der Geschichte dann eine unerwartete, oder präziser: *verstörende* Entwicklung aufzwingt. ## Zwei beide starke Schenkel Der Zuschauer erlebt *zwei* MeetCutes *eines* Mannes: erst die überstürzte Eheschließung, dann die Begegnung mit der schönen Fremden am Strand. Wenn die RomCom ein Film ist, der das anfängliche MeetCute durchdekliniert, was ist dann ein Film, der mit *zwei* MeetCutes beginnt? Ein *Beziehungsdreieck* in einer RomCom ist keine ungewöhnliche Sache. Doch es sollte *eigentlich* immer klar sein, welcher »Schenkel« dieses Dreiecks der schwächere und damit (in der RomCom-Logik) der zu Kappende ist. Die beiden *MeetCutes* in *The Heartbreak Kid* sind allerdings *beide* »starke Schenkel«\! Wir *spüren* als Zuschauer von *The Heartbreak Kid*, dass da »etwas nicht stimmt«. Eine Zeit lang wollen wir uns einreden, dass die beiden starken Schenkel dieses Beziehungsdreiecks bloß »der Konflikt« sind, wie er in Filmen eben notwendig ist. Und dass es sich schon noch herauskristallisieren wird, welcher Schenkel schwächer ist. Mit jeder weiteren Szene wird uns deutlicher (und damit: quälender) bewusst, dass das keine übliche RomCom ist. ## Romantic Dark Comedy Der Protagonist verstrickt sich in immer mehr Lügen und Täuschungen. (Schon früh erleben wir, wie bemerkenswert leicht ihm das Lügen fällt.) Der Protagonist, der sich nach und nach für uns als »der eigentliche Böse« anfühlt, was auch in uns eine *Zerrissenheit* auslöst, belügt und manipuliert die Menschen seiner Umgebung. Er ist intelligent, doch triebgesteuert. Wir *wollen* ihm Erfolg wünschen, da er doch die Hauptfigur ist, doch immer mehr wünschen wir, dass er entweder zur Besinnung findet – oder die Charaktere in seiner Umgebung sich nachhaltig von ihm losschneiden. Ich sagte also etwa in der Hälfte des Films zu meinen Mitschauenden: »Dies ist keine romantische Komödie\! Dies ist eher ›romantischer Psycho-Horror\!‹« Später las ich, dass der Fachbegriff für die Kategorie des Originalfilms »romantic dark comedy« lautete. Nach dem finalen Twist in der letzten Szene lachte ich laut. »Was für eine wilde Reise\!«, dachte ich. ## »Disgusting«, »Awful«, »Don’t Watch This« Heute Morgen dann war ich neugierig, was *andere* Zuschauer über den Film gesagt hatten. Ich schaute [bei IMDB nach](https://www.imdb.com/title/tt0408839/) und las [dort die Zuschauer-Reviews](https://www.imdb.com/title/tt0408839/reviews/). Und ich stellte fest: Die Gesamtbewertung des Films liegt bei 5,9 von 10 Punkten. Für eine RomCom ist das spektakulär schlecht. Die miese Gesamtnote rührt allerdings wohl von den 44 maximal negativen Bewertungen mit nur 1 Stern her ([link](https://www.imdb.com/title/tt0408839/reviews/?ref_=tt_ururv_sm&rating=1)). Diese Bewertungen tragen Titel wie »Absolutely Horrible« ([link](https://www.imdb.com/review/rw1744339/?ref_=tturv_perm_1)). »Flush it Down the Toilet« ([link](https://www.imdb.com/review/rw10244040/?ref_=rw_urv)). »Disgusting« ([link](https://www.imdb.com/review/rw5772391/?ref_=tturv_perm_3)), »Awful« ([link](https://www.imdb.com/review/rw1745356/?ref_=tturv_perm_4)), »Don't Watch This« ([link](https://www.imdb.com/review/rw1792960/?ref_=tturv_perm_5)). »Stay away from this crass and classless movie«, empfiehlt einer, und erklärt: »The worst movie I have seen« ([link](https://www.imdb.com/review/rw1744881/?ref_=tturv_perm_6)). Und so weiter ad *buchstäblich* nauseam. Ja, einige der Szenen im Film sind verstörend. Dazu nur so viel: Im Deutschen ist die Altersfreigabe ab 12, und ich würde verstehen, wenn jemand dies als zu niedrig kritisieren würde. Und es wird – für wenige, aber dennoch verstörende Sekunden – eine sehr ironisch betitelte mexikanische Theatervorstellung gezeigt. Diese enthält ebenfalls eine Braut. Und einen Esel. (Mein erster Gedanke war: »Ha\! Die *zeigen*, wovon andere Komödien nur *sprechen*, etwa *Two and a Half Men*, in der Episode *Always a Bridesmaid, Never a Burro*; [siehe IMDB](https://www.imdb.com/title/tt0793280/?ref_=fn_all_ttl_1). Zugleich spiegeln sie darin die moralische Verfasstheit des Protagonisten. Wenn das mal kein Meta-Humor ist\!«) ## »Und dann nochmal?« Ja, einige Zuschauer missverstehen die Handlungen des Protagonisten sogar als moralische Lehre und sind entsprechend empört: Nach Lektüre zu vieler der Zivilisten-Kritiken auf IMDB scheint mir aber nicht die Qualität des Film selbst die primäre Ursache für die offen wütenden Verrisse zu sein: »What a crap\!\! What is it even trying to say? Dump marriage on your honeymoon?? Then do it again?« – auf Deutsch: »So ein Mist\!\! Was soll das denn überhaupt sagen? Die Ehe in den Flitterwochen drangeben? Und dann nochmal?« Dieses Missverständnis ist eher amüsant. Es liegt wohl an der kulturellen Sozialisiation der Zuschauer, die sie erwarten lässt, dass alle Kunstwerke die Moral des Tages bekräftigen (müssen) und keinesfalls alternative Moralkonzepte (oder gar vollständige Unmoral) durchprobieren dürfen. Der zentrale Grund für die Wut auf diesen Film ist aber, so mein Eindruck, die mangelnde Erfüllung von Erwartungen, präziser: der Erwartung in einem sehr konkreten Szenario. ## Popcorn zu Schmetterlingen Man stelle es sich vor: Zwei junge Menschen verabreden sich zu einem Date im Kino. Man knabbert das teure Popcorn und hält Händchen. Man erwartet eine romantische Komödie, in der am Ende die Liebe gewinnt. Man hofft, die Liebe und die sonstigen warmen Gefühle der Leinwand im eigenen Leben zu spiegeln. Man plant (oder hofft zumindest), den Film *knutschend* zu beenden, das Popcorn im Bauch soll zu Schmetterlingen geworden sein. (Notiz: Womit das Popcorn eigentlich *Raupen* wären? Diese Metapher ist auch etwas »Horror«.) Das erste Problem des Films, so meine These, ist nicht der Film. Das Problem sind die *Erwartungen* an den Film. Das Problem an diesen *Erwartungen* aber ist, dass zu viele Menschen heute keine Freude daran empfinden, vom Künstler an die Hand genommen und zu völlig anderen Erlebnissen geführt zu werden, als sie erwartet hatten. ## Makellos und zwei Zugaben Zuvor, letzten Freitag, hatte ich ein Konzert besucht. Ich erwartete einen virtuosen Violinsolisten plus Orchester, denn so war es angekündigt. Und ich »erhielt« auch genau das. Unter anderem: Sibelius, Violin-Konzert in d-Moll, Opus 47\. Eines der anspruchsvollsten Violinstücke überhaupt, so informierte ich mich vorab. Der Vortrag war makellos. Wir gaben brav stehenden Applaus und erhielten dafür zwei brave Zugaben. Es war virtuos und brillant. Das Konzert erfüllte alle Erwartungen präzise, und ich hatte allen Grund, zufrieden zu sein. Und während ich dies schrieb, musste ich unterbrechen und online nachschlagen, was ich da überhaupt gehört hatte. Den Film aber, von dem ich euch berichtete, kann ich euch nacherzählen, denn ich bin noch immer … verändert. Es war, als ob mich die Filmemacher an die Hand genommen hätten, um mir 90 Minuten lang regelmäßig in den Bauch zu schlagen – aber auf eine sehr ästhetische Weise. Ich war dankbar für dieses unerwartete Erlebnis, so verstörend es war. Ich genieße es, im Rückblick nach dem Moment zu suchen, in welchem meine als Zuschauer natürliche Identifizierung mit dem Protagonisten in moralische Abscheu umschlug. War es graduell oder plötzlich? Wie lange »nahm ich hin«, weil es doch der Protagonist war, den wir sympathisch zu finden haben? Wie ist meine Hoffnung zu bewerten, dass diesem Schuft doch noch ein Happy End gelingen würde? Und so weiter. ## Definitiv ein Pferdewechsel »Pferdewechsel in der Hochzeitsnacht« – der deutsche Titel des Originals von 1972 ist, wie bei deutschen Titeln oft der Fall, etwas holprig und auch nicht präzise. Doch das Sprachbild *Pferdewechsel* beschreibt durchaus das Erlebnis beim Genuss der Version von 2007\. Wir *beginnen* den Film mit der Erwartung einer *RomCom*. Wir erwarten *MeetCute* mit *Happy End* zu sehen. Wir erhalten romantischen Psycho-Horror. Es ist definitiv ein »Pferdewechsel«, ein Wechsel der »Pferde«, die den Film »nach vorn ziehen«. Ich lese die wütenden Reaktionen der Zuschauer, die in ihrer Erwartung enttäuscht wurden. Und ich kann nicht anders, als den gedanklichen Blick zu heben und das größere Bild zu betrachten: So mancher Mensch wäre viel glücklicher, wenn er nicht in Wut und Panik geriete, wenn seine Erwartungen nicht erfüllt werden. Dein Leben *wird* »Pferdewechsel« enthalten, und du solltest erwarten, dass sie bisweilen unerwartet einsetzen. ## Wenn die Kutsche schwankt »This was possibly the most uncomfortable movie I have ever seen«, schreibt ein wütender Zuschauer ([link](https://www.imdb.com/review/rw1787423/?ref_=tturv_perm_16)). Auf Deutsch: »Das war wahrscheinlich der unangenehmste Film, den ich je gesehen habe.« Ich möchte diesem Unzufriedenen antworten: Dies ist das unkomfortabelste Leben, das du je leben wirst. Welches MeetCute auch immer zwischen dir und den Komponenten deines Lebens einst passierte, es wird nicht ewig anhalten, nicht (nur) aus eigener Kraft. Es *wird* unkomfortabel werden. Die Kunst des Lebens besteht nicht darin, sich allzeit komfortabel einzurichten, sonst enthielten gepolsterte Gummizellen die glücklichsten aller Menschen. (Und wenn die Menschen in jenen Zellen sich selbst eben doch als glücklich wahrnehmen, dann wissen wir ja, woran das liegt: Psychopharmaka und/oder Wahnsinn.) Die Kunst des Lebens besteht auch darin, den Reiz unerwarteter Pferdewechsel zu spüren, auch und gerade wenn die Kutsche schwankt und die neue Richtung erst noch gefunden werden muss. Unerwartete Pferdewechsel machen uns Angst, und die Fahrt kann [vorzeitig im Abgrund enden](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/), kein Zweifel. Doch ob der Pferdewechsel aufregend ist oder einfach nur »horrible« ([link](https://www.imdb.com/review/rw1845652/?ref_=tturv_perm_19)), ist jedes Menschen persönliche und aktive Entscheidung. (Jedoch, und das ist wichtig, da sind wir uns *alle* einig: Wenn irgend möglich, meide den Esel.) - [Klischee oder nicht, ich bin jetzt ein anderer](https://dushan.org/essays/aergste-der-einsamkeiten/) Klischees haben ihren Grund. Vielleicht wird es zu einem neuen Klischee, dass Deutsche einfach nicht »Demokratie können«, weshalb sie die Opposition verfolgen und zu Diktaturen neigen. Was sind eigentlich eure Konsequenzen aus den politischen Umständen? Ist es ein Klischee, zu sagen, dass ich von einer simplen Osterreise zurückgekehrt »ein anderer Mensch« bin? Ein *Klischee* ist ein Gedanke, der wie ein zu lange gekauter Kaugummi durch zu häufige (und wohl auch gedankenlose) Anwendung seinen *Geschmack*, seine *Kraft* verloren hat. Doch ich spreche mir hier *Mut zum Klischee* zu: Ein *Klischee* wurde so lange »durchgekaut«, weil es einst eine wahre und wichtige Botschaft transportierte. Es ist eine Ironie – und ein Fehler: Eine wichtige Botschaft wiederholt zu hören, lässt uns für ihren Inhalt taub werden. (Die Religionen tun klug daran, uns durch Rituale dazu zu *zwingen*, alte Weisheiten wiederholt zu hören, auch wenn »man gerade keine Lust hat«.) Nach einer simplen Reise »ein Anderer« zu sein, ist ein Klischee, ich weiß. Doch anders als ein Kaugummi lässt sich ein Klischee neu mit Kraft wecken. Was war denn der Gedanke, der dieses Klischee einst begründete? Ich will es versuchen: Ein Mensch »ist« doch, wonach er strebt und was er daraufhin tut. Du bist nicht, was du isst. Du bist, was du tust. Das Leben ist die Summe unserer Handlungen. Wenn das, wonach ich strebe und was ich tue, *anders* ist, dann bin doch auch ich *ein Anderer*, oder nicht? Zwei Handlungen haben sich seit meiner Rückkehr verändert – keine davon wirklich neu, aber eben doch *anders*. Diese Essays sind so persönlich und damit tagebuchähnlich, wie es möglich ist, ohne gänzlich banal zu werden. Ich schreibe wenig über Politik. Auch, weil sich dies gemäß Niebuhrs Gelassenheitsgebet erübrigt hat. (Nur so viel: In Deutschland hat der Verfassungsschutz, also die rechte Hand des nach meinem Eindruck stark parteipolitisch gefärbten Innenministeriums, heute die in Umfragen führende AfD für »gesichert rechtsextremistisch« erklärt ([nius.de, 02.05.2025](https://www.nius.de/politik/news/afd-bundesamt-verfassungsschutz-rechtsextremistisch-verbotsverfahren/11480e78-e74a-465d-80fc-e377fa49e87e)). Damit kann die Opposition mit geheimdienstlichen Mitteln verfolgt werden. Erst fiel die letzte Scham in Deutschland, als man Andersdenkende regelmäßig als »Nazis« diffamierte. Nun endet auch der Versuch, die Illusion von Demokratie aufrechtzuerhalten. Flieht, solange ihr könnt – oder findet euch damit ab und richtet euch ein.) Ich kann (und *muss* also) *mich* prüfen und ändern. Ja, dies ist mein Tagebuch. Und ich arbeite mit Ernst am nächsten Buch. Diesmal kein extralanger latent philosophischer Essay wie [Dazwischenwesen](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/) oder [das Buch übers Loslassen](https://dushan.org/buecher/das-buch-uebers-loslassen-von-dushan-wegner/). Auch keine Novelle wie der [Herd der Herde](https://dushan.org/buecher/herd-der-herde/). Ich schreibe an einem (neuen) Roman. Im Geist wie [Warteraum 254](https://dushan.org/buecher/warteraum-254/), aber um Jahre an Erfahrung reicher - und wohl auch sorgfältiger. Manche Gedanken – gerade die *persönlichsten* – bedürfen des ästhetisch Fiktiven mit dessen *Abstand*, um sag- und übertragbar zu sein. Einige Gedanken dieses neuen Romans will ich hier mit und vor euch entwickeln. Als Beispiel ein zu entwickelnder Gedanke aus meinem aktuellen Notizenstapel: »Du kennst die *Einsamkeit in der Masse*. In der Bahn etwa, in der Warteschlange – bei der Familienfeier. Diese Einsamkeit rührt daher, dass die anderen dir fremd sind. Doch was, wenn du selbst dir fremd bist? Ist das nicht die ärgste Art von Einsamkeit?« Wer nach jenen Werten lebt, die uns vor Jahrzehnten beigebracht wurden, und die sich in weniger suizidalen Gesellschaftsformen *eigentlich* bewährten, der kann sich heute sehr *einsam* fühlen. *Einsam*, *obwohl* um einen her so viele Menschen sind, *weil* diese Menschen sich eben *fremd* anfühlen. Und doch wäre jene Einsamkeit viel schmerzhafter, wenn ich mich selbst betrachten und erschrocken feststellen sollte, dass ich mir selbst ein Fremder geworden bin. Kann ein Mensch sich selbst solche Zustände diagnostizieren, ohne darin »zum Klischee zu werden«? »Oh, I don’t care!«, antwortet *Melody* im Film »Whatever works« auf solche Fragen, »if the shoe fits, wear it.« – Wenn der Schuh passt, trage ihn. Und da fällt mir ein, dass ich in Rom meine Schuhe ordentlich durchgelaufen habe. Ich sollte mir später neue Schuhe kaufen. Für jetzt aber danke ich für eure Aufmerksamkeit. Ihr seid mir wahrlich keinen *Fremden* (damit unterscheidet ihr euch bisweilen von mir selbst). Ihr seid Weggenossen. Nein, ich muss mir nicht ein »Freund« sein. Doch zumindest kein Lügner, kein Feind, kein Fremder! (Freunde wählen regelmäßig das Schweigen statt nützlicher Ehrlichkeit, um die Freundschaft nicht zu gefährden. »Ich mag dich, doch ich mag dich nicht genug, um dir nützlich zu sein und dadurch die Freude am Umgang mit dir zu riskieren.«) Lasst uns gemeinsam ehrlich sein. Ehrlich zuerst ein jeder gegenüber sich selbst. - [Eine stürzt, drei merken es nicht](https://dushan.org/essays/eine-stuerzt/) Ist das Theater eine Nachbildung der Welt? Oder ist es die Welt, wie wir ihr begegnen, die einem Theater ähnelt? Vor allem aber: Welche Rolle spielen du und ich in dieser Show? Ich stehe an der Kreuzung, am Fußgängerüberweg. Ich warte brav, bis die Ampel grün wird. Auf der anderen Straßenseite aber spielt sich eine Szene ab, die ich – bis heute – nicht zufriedenstellend zu deuten weiß. Drei Damen mittleren Alters, Typ »erfolgreich verheiratet«, stehen zusammen und diskutieren lebhaft. Diesen Dreien nähert sich eine Vierte, etwa doppelt so alt, Typ »kultiviert und freundlich«. Und dann, keinen Meter von den Dreien entfernt, schwankt die Kultivierte, will sich an einem Geländer festhalten, rutscht ab, fällt auf den Rücken. Ganz offensichtlich ein Schwächeanfall. Ein kurzer Aussetzer, der auch jungen Leuten schon mal passieren kann. Und was tun die drei Mittelalten, die doch unmittelbar daneben stehen? Nichts tun sie – sie hatten es nicht gemerkt. Ich erwäge, ob ich es wagen soll, den fließenden Verkehr zu durchqueren, um zu helfen. Zum Glück für die Gestürzte wie auch für diesen Essayisten hat ein junger Herr vom angrenzenden Park aus das Geschehen mitbekommen. Der junge Herr läuft herbei. Er stellt sicher, dass die Gestürzte bei Bewusstsein ist. Er hilft ihr, sich zumindest aufzusetzen, wechselt einige Worte mit ihr. Dann spricht er die drei Grazien an. Die tun ganz erstaunt. Vielleicht sind sie es auch. Eine Armlänge entfernt von ihnen war ein Mitmensch kollabiert und sie hatten es nicht bemerkt. Die drei Gutverheirateten sagen nun selbst etwas zu der Dame. Ich höre es auf die Entfernung nicht. Vielleicht fragen sie, ob es ihr gut geht, und meinen damit, ob es denn jetzt genug sei mit der Störung ihres Plauschs. Die Ampel schaltet um. Wir Fußgänger dürfen die Straße überqueren. Die Kultivierte lässt sich von dem jungen Herrn aufhelfen, klopft sich den feinen karamellfarbenen Wollmantel ab und beschließt, doch wieder zurückzugehen, woher sie kam. Als ich den Ort der Szene erreiche, hat sich alles wieder aufgelöst. Der junge Herr ist fort, und auch die drei Damen haben sich in Bewegung gesetzt, wieder und weiter ins Gespräch über gewiss sehr wichtige Angelegenheiten vertieft. Ich frage mich, was ich aus jener Szene gelernt habe. Über mein schnell gesprochenes Urteil etwa. Oder über die Tatsache, dass ich dann doch froh war, nur entfernter Beobachter zu sein. Bei der Kritik des Aufhebens oder Ignorierens kultivierter Damen bin ich sehr viel geschickter als bei der tatsächlichen Tat. (Auch wäre ich gegenüber jenen Dreien weit weniger höflich geblieben.) Die Welt ist nur eine Bühne, schreibt Shakespeare in *Wie es euch gefällt*, und die Männer und Frauen sind lediglich Schauspieler mit ihren Auftritten und Abgängen. Ach, der gute William hat wohl Leute wie mich übersehen: Die interessierten Zuschauer, die von der anderen Straßenseite aus zuschauen, herummäkeln und Haltungsnoten vergeben. Sind nicht *wir* es, für die das Theater überhaupt aufgeführt wird? Frage zur Hausaufgabe: Ist das Theater eine Nachbildung der Welt? Oder ist es die Welt, wie wir ihr begegnen, die einem Theater ähnelt? Vor allem aber: Welche Rolle spielen du und ich in dieser Show? Hauptrollen? Nebenrollen? Publikum? Oder doch nur Billett-Kontrolleure? - [Die anderen Passagiere](https://dushan.org/essays/die-anderen-passagiere/) Du fährst mit der Straßenbahn. Der Waggon ist voll. Voll mit Leuten, die sich zur Arbeit oder sonstwohin befördern lassen. Gedankenlos, automatisch. Brave Arbeitsbienen. Ach, wenn doch nur alle so bewusste, geistig aktive Leute wären wie du! »Schau dir nur all diese anderen Menschen an«, so dachte ich früher bei mir, wenn ich mich am Morgen in der Straßenbahn drängelte, um einen Stehplatz oder sogar einen Sitzplatz zu ergattern. »Diese Robotniks, diese Ausführenden und Gehorchenden. Brave Arbeitsbienen sind sie. Wie Insekten, zu sortieren nach Nützlichkeit und Lästigkeit. Wie sie in die Gegend stieren! Bin ich denn der Einzige, der ein Bewusstsein hat? Ich denke, also bin ich, das weiß ich. Doch diese Leute, ›sind‹ die überhaupt?« Die Straßenbahn hält an. Jemand verlässt seinen Sitzplatz. Ich will mich auf den freien Platz setzen, um lesen zu können. Doch eine rücksichtslose Alte kommt mir zuvor. Eine Unverschämtheit, nein, eine Dummheit! Wenn ich gesessen hätte, hätte ich in Ruhe etwas Kluges lesen können. Vielleicht hätte ich sogar etwas geschrieben. Hätte die Menschheit vorangebracht. Was aber macht diese Alte? Die Alte sitzt und stiert, lässt die Gelegenheit gänzlich ungenutzt. Doch, nein, ich muss meinen Ärger bremsen. Dass andere Bahnbenutzer allesamt nur gedankenlose Arbeitsbienen sind, und selbst das nur im besten Fall, dachte ich nur früher, als ich jung war. Heute bin ich – und das möchte ich betonen –, heute bin ich empathisch! Nein, ich war kein guter Mensch, als ich jung war. Ich bin noch immer kein so guter Mensch (und anderes zu behaupten wäre eben auch nicht gut), doch mit den Jahren lernte ich zumindest in der Theorie, was es bräuchte, um ein guter Mensch zu sein. Und ein guter Mensch, so lernte ich, ist empathisch. Empathie ist eine innere, geistige Handlung, mit deren Hilfe ich in mir die Gefühle und Gedanken aktiviere, die ein anderer Mensch vermutlich empfindet. Manche nennen es auch Mitgefühl. Empathie ist, wie wenn ich auf einen Krüppel treffe, mir daraufhin gleich eine Axt suche und mein rechtes Bein oberhalb des Knies abschlage, um zu fühlen, was der Krüppel fühlt. Ja, so etwa ist Empathie, nur dass Empathie bloß eingebildet bleibt, was wiederum die Möglichkeit zum Empathiebetrug eröffnet. Einige derer, die am penetrantesten ihren Reichtum präsentieren, ertrinken tatsächlich in Schulden. Und einige derer, die sich öffentlich am empathischsten geben, sind tatsächlich innerlich hart und kalt wie gefrorener Stein. (Ich weiß nicht, warum man Steine einfrieren sollte, doch ich wollte mich an dieser Stelle in Metaphernsparsamkeit üben. Zwei Fliegen mit einem Stein einfrieren, aber empathisch.) Die nächste Station. Niemand steigt aus, aber weitere Leute steigen ein. Mit Rucksäcken. Das Gedränge wird dichter, meine Empathie wird hart getestet. Leute mit Rucksäcken wecken Wut in mir, wenn sie diese auch in der Bahn auf dem Rücken behalten. Merken die nicht, wie sie mit jeder Drehung ihren Mitmenschen das Gepäck ins Gesicht schlagen? Nehmen wir an, es gelang dir, all die drängelnden alten Frauen zur Seite abzudrängen. Unter großem persönlichen Einsatz kamst du all den Müttern, Kindern, Kriegsversehrten und sonstigen Dränglern zuvor und hast dir einen Sitzplatz gesichert. Du ziehst deine vorbereitete Lektüre hervor. Die Bergpredigt vielleicht. Oder das Dhammapada. Wenn’s was Leichtes sein soll, auch mal Marc Aurel. Just als die erste Vertiefung gelingt, schlägt dir unversehens ein Rucksack ins Gesicht. Ich weiß nicht, wie es euch dabei geht, aber meine Konzentration ist dann erst mal dahin. Rucksackträger sind so wenig empathisch! Ach, wenn die Menschen nur so empathisch wären, wie ich – die Welt wäre gerettet! Die nächste Station, die Bahn hält wieder an. Hier muss ich aussteigen. Ich bin halb aufgestanden, schon stürzt eine Arbeitsbiene auf den Sitzplatz, den ich auf halbem Weg ergattert hatte. Ich will ihr es gönnen, ich habe Mitgefühl. Außerdem ist es mir jetzt egal. Soll die Straßenbahn doch nach mir aus allen Nähten platzen oder leer weiterfahren, soll sie doch in den Untergrund fallen oder zum Himmel steigen. Ich kann keine weitere Zeit und Mühe darauf verschwenden, über all diese Robotniks mit ihren Rücksäcken, Krücken, Kindern und sonstigen Leben nachzudenken. Ich kaufe jetzt einen Kaffee und begebe mich in mein Büro. Ich muss schreiben, über meine Empathie und andere wichtige Dinge. Später dann, im Aufzug, fällt mir ein, dass die anderen Leute umgekehrt vielleicht mich für einen Robotnik halten, einen Ausführenden, genauso in seinen Täglichkeiten gefangen wie sie selbst. Was für eine Naivität, ja, was für eine Frechheit! - [Hey Leute, was ist schlimmer als Stromausfall?](https://dushan.org/essays/hey-leute/) In Spanien ist der Strom ausgefallen. In Deutschland fallen Verstand und Demokratie aus. Es macht nur noch sprachlos, wer so als neuer Minister gehandelt wird. Der Unterschied: In Spanien wurde der Strom wiederhergestellt … Gestern fiel die Stromversorgung auf der spanischen Halbinsel aus, bis in die Nacht. [Gestern schrieb ich euch](https://dushan.org/von-sieben-huegeln/), wie am Ostermontag gleich mehrere Leute mir den gleichen »Scherz« sandten. Nun, am gestrigen Nachmittag schrieb man mir, ich solle zur Sicherheit nicht den Aufzug benutzen. Die Tochter schrieb aus Madrid. Der Sohn schrieb aus der Schule. Ich erklärte ihnen, dass die Kanaren nicht spanisches Festland sind. Am Abend fiel dennoch auch unser Internet aus. Und dann die Mobiltelefone, bis in die Nacht. Vermutlich weil das kanarische Internet und die Telekommunikation übers Festland laufen. Am Morgen war zumindest die Mobilverbindung wieder da. Ich hoffe, dass über niemandes Leben entschied, ob er in jener Zeit den Notruf erreichen konnte. ## Weshalb? Mein Verstand ging davon aus, dass irgendwo im spanischen System irgendeine Komponente ausgefallen war, was dann weitere Systeme ausfallen ließ. Es würde bald behoben sein. Doch ich wäre nicht ich, wenn mir nicht auch *Verschwörungstheorien* in den Sinn gekommen wären. Darunter etwa: Telekommunikation und Internet abzuschalten, inklusive Verkehrsampeln und Zahlungsmittel, das wäre doch eine treffliche Maßnahme, um Massenpaniken zuvorzukommen. Massenpaniken, weshalb? Im Internet, so es denn erreichbar war, las man weitere Theorien wie etwa Cyberattacken aus dem Ausland ([tagesschau.de, 28.04.2025](https://www.tagesschau.de/ausland/europa/spanien-portugal-stromausfall-ursache-100.html)). Weitere Theorien und Erklärungen sind plötzliche radikale Schwankungen in der Strommenge, irgendwas in der Atmosphäre, Abhängigkeit von erneuerbarem Zappelstrom ([siehe Erklärungen von Grok-KI](https://x.com/i/grok/share/hf9dq4IctoDu2DFXfgW19wrCe)). Inzwischen funktioniert Spanien wieder, weitgehend. Und die Verschwörungstheorien haben sich für den Augenblick wohl erledigt. Man könnte es sogar *positiv* deuten: Auch wenn etwas in der spanischen Stromversorgung super falsch läuft, kollabiert die Gesellschaft dennoch nicht (sofort). Die Menschen bleiben seelisch stabil (solange sie nicht den Notruf brauchen). Die Verantwortlichen kümmern sich, am nächsten Tag ist alles wieder da, und hoffentlich hat man etwas gelernt, auf dass es nicht noch mal vorkommt. ## Von höheren Mächten Natürlich hat der Stromausfall uns alle unsere Abhängigkeit von höheren Mächten spüren lassen. Und es erinnert uns daran, dass manche größere Strukturen maximal relevant für uns sein können, wir unser ihrer aber nur selten bewusst sind. Im Buch *[Relevante Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)* verwende ich das Beispiel Wasserversorgung, doch Strom, Internet und Mobilnetze zählen ohne Zweifel dazu, Und doch, bei allem Schockwert des riesigen Stromausfalls: Er war *nicht* das, was mir gestern am meisten Angst bereitete. ## Es erinnert Die angsteinflößendste Meldung gestern war das Video einer SPD-Bundestagsabgeordneten namens *Sonja Eichwede*. Ihr findet das Video online auf X, zum Beispiel bei [@anti_ideologist](https://x.com/anti_ideologist/status/1910451573940945358). Eichwede ist Juristin und war sogar Richterin, bevor sie in den Bundestag einzog ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Sonja_Eichwede)). Im Video aber nimmt die Bundestagsabgeordnete und ehemalige Richterin einen mädchenhaften Tonfall an, der an emotionale, aber faktenschwache Argumentationen und TikTok-Tanzvideos linksgrüner Aktivistinnen erinnert. Das Video beginnt wörtlich so: »Hey Leute, wurdet ihr im Netz schon mal beleidigt oder habt irgendwie digitale Gewalt erfahren?« »Hey Leute«, das ist Kommunikation auf Kinder-Niveau. Die Verkindlichung der Politiker. »Digitale Gewalt« klingt mir wie ein Propaganda-Bullshit-Ausdruck. Ähnlich wie »Hass und Hetze«. Eines jener Worte, wie Undemokratien sie erfinden, die alles und nichts bedeuten können. ## Und warum? Das Video soll die Zielgruppe dazu auffordern, Aussagen im Internet öfter anzuzeigen. Und im Tonfall einer jugendlichen Aktivistin behauptet die Juristin, die es doch besser wissen sollte: »Beleidigung und Hass-Nachrichten im Internet sind Straftaten.« Nein, sind sie in dieser Schlichtheit erst mal nicht. Wie genau ist »Hass-Nachricht« überhaupt definiert? (Siehe dazu auch mein Essay [»Deine Meinung ist Hass, und Hass ist keine Meinung«](https://dushan.org/hass-ist-keine-meinung/) - aus dem Jahr 2018!) »Traut euch!«, ruft die Politikerin ihrem Publikum zu. Traut euch, eure Mitbürger anzuzeigen, wenn sie etwas potenziell Verbotenes im Internet sagen. Und warum? »Weil man da den gesellschaftlichen Konsens verlässt.« ## Jetzt ohne Zweifel Wer den gesellschaftlichen Konsens verlässt, begeht schon eine Straftat? Dass eine Gestalt wie diese Sonja Eichwede als Politiker im deutschen Bundestag sitzen kann, finde ich persönlich hochproblematisch. Dass sie MdB für eine Regierungspartei ist, illustriert meines Erachtens die reale und weiter wachsende Kluft zwischen Demokratie und »Unsere Demokratie«. Nun aber, so lese ich, wird genau diese Person als nächste Justiministerin gehandelt. Seit Jahren ([etwa 2019](https://dushan.org/das-grosse-gefuehl/)) schreibe ich von meinen Zweifeln darüber, ob der von Habermas formulierte *zwanglose Zwang des besseren Arguments* noch gilt. Einfacher könnte man auch sagen: ob der *gesunde Menschenverstand* noch *Konsens* ist. Es sind, fürchte ich, keine Zweifel mehr. Es ist Gewissheit. ## Nicht streng genug Nein, das bessere Argument und der gesunde Menschenverstand sind *nicht* mehr Konsens. Der neue Konsens ist, was gesagt werden darf. Es darf gesagt werden, was die Propaganda als sagbar festlegt. Alles außerhalb dieses »Konsens« ist Straftat. Und Straftaten sind anzuzeigen, sei es dein Vater oder dein Bruder, der sie begeht. Und auch die übrigen Kandidaten für Ministerposten erzeugen wenig Zuversicht. Die kommende Gesundheitsministerin fand die Corona-Maßnahmen nicht streng genug und hetzte gegen einen »falsch verstandenen Freiheitsgedanken« ([@HeikeB7868, 28.04.2025](https://x.com/HeikeB7868/status/1916781821313880123)). Und: »Mit Karin Prien sitzt die Amadeu-Antonio-Stiftung im Kabinett« ([jungefreiheit.de, 28.](https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2025/mit-karin-prien-sitzt-die-amadeu-antonio-stiftung-im-kabinett/)). ## Für einen Tag Es ist der nächste Tag, und Spanien ist wieder mit dem spanischen Alltag beschäftigt. Ein Stromausfall lässt sich überleben. Ein Land aber, wo Politiker auf dem Niveau von Kleinkindern argumentieren und Demokratie durch »Unsere Demokratie« ersetzt wird, wo das Verlassen des emotionalen »Konsens« als Straftat gilt und die Regierung mit Figuren besetzt wird, deren Berufung als Delegitimierung des Staates bewertet werden könnte – *das* bereitet mir weit mehr Angst als ein Stromausfall. In Spanien ist der Strom ausgefallen, für einen Tag. In Deutschland fallen Verstand und Demokratie aus. Der Unterschied ist: Der Strom in Spanien wurde wiederhergestellt. Hey Leute! - [Von sieben Hügeln](https://dushan.org/essays/von-sieben-huegeln/) Vorm Petersdom ist ein Obelisk aufgestellt. Früher stand er im Circus, wo Christen hingerichtet wurden. Ihn zum Zentrum des Platzes zu machen, der Vatikan-Besucher begrüßt, ist Zeichen von Trotzigkeit. Ich frage mich, wofür ich heute so »trotzig« wäre. Wir waren in Italien. Rom, dann Florenz. Wir besuchten das Kolosseum, Museen, Ruinen und so weiter. Was man eben so tut, wenn man nach Wurzeln gräbt. Man gräbt (metaphorisch) in der Stadt, in der Bauarbeiten vorhersehbar unvorhersehbar lange Zeit dauern, weil man beim (tatsächlichen) Graben schon mal auf Neros Privattheater stößt ([cnn.com, 28.07.2023](https://edition.cnn.com/travel/article/emperor-nero-theater-rome-scn-scli-intl/index.html)). Am Ostersonntag besuchten wir die Ostermesse. Wir sahen den Papst auf dem Balkon und dann an uns vorbeifahren. Am Ostermontag waren wir am *frühen* Morgen noch in der Krypta unterm Petersdom. Die letzten Ruhestätte mancher Päpste. Die schlichte Grabplatte über Benedikt dem Sechzehnten, hinter Absperrungen und Glas das Grab Petri. Der Petersdom. Erstaunlich, dass es selbst mit Tausenden durchmarschierender Touristen gelingt, Alkoven der Ruhe in der Basilika zu schaffen – und zu finden. Dann piepte mein Smartphone. Verschiedene Leute sandten eine Nachricht mit demselben »witzigen« Gedanken. Etwa so: »Mensch, Dushan, kaum bist du in Rom, stirbt der Papst.« So erfuhr ich es. Die Leute meinten es, wie gesagt, *witzig*. Ich erwog kurz, in ähnlich *witzigem* Geist zurückzufragen, wohin ich als nächstes reisen sollte. Ich tat es nicht, es käme mir geschmacklos vor. In Italien ist Geschmacklosigkeit eine besonders schwere Sünde, und im Vatikan zu sündigen, wäre extra geschmacklos. Mindestens *geschmacklos* fand ich auch jene Versuche, die Todesnachricht mit politischer Kritik am Papst zu verbinden. Alles hat seine Zeit! Ich selbst hatte ja diesen letzten Papst mehr als einmal kritisiert. Etwa so: »Papst Franziskus ist bekanntlich ein Papst seit einiger Zeit, bei welchem die Frage, ob der Papst katholisch sei, keine lediglich rhetorische ist.« Ja, so hatte ich geschrieben, aber das war am 24.9.2023, und der Essay hieß [»Im Vatikan steht kein Asylheim«](https://dushan.org/kein-asyl-im-vatikan/). Ich kann bestätigen: Es steht kein Asylheim dort. Aber drumherum sind Botschaften, teure Immobilien und teure Restaurants. Und es fahren dort überhaupt sehr viele, sehr sichere und wohl auch sehr teure Limousinen herum. Aber alles hat seine Zeit. Wenn *unsere* Wurzeln im alten Rom zu finden sind, was kann man als Tourist in einer Woche finden? Realistisch?! Vielleicht ist es ein *Gefühl*, eine *Perspektive*, ein oder zwei neue *Fragen*. Auf dem Petersplatz steht ein Obelisk, eine große, steinerne Stele. Wusstet ihr, dass dieser Obelisk dreihundertdreißig Tonnen schwer ist? Zu den Geheimnissen dieses Steines gehört, warum über die Jahrhunderte viele andere Obelisken in Rom umfielen, dieser jedoch nicht. Und warum dieser Obelisk etwas nach rechts verschoben ist. (Letzteres fiel übrigens Leo und mir unabhängig voneinander auf.) Ich habe auch gelernt, dass dieser Monolith aus Ägypten stammt und einst mitten im Circus des Caligula und des Nero stand. (Ein Leser und Fachmann merkt an: Der Obelisk ist auch ein ansehnliches Beispiel für eine Damnatio memoriae im antiken Rom: anhand der Dübellöcher für die metallene Inschrift, die ihn ehemals geziert hatte, konnte man feststellen, dass diese C. Cornelius Gallus gewidmet war, der wie viele Römer ein großer Ägyptenfan war, später aber in Ungnade fiel. Da nahm man dann die Inschrift ab – und hat sie dennoch für die Nachwelt konserviert.) Am Fuß des Obelisken wurden früher Christen hingerichtet. Nach katholischer Tradition wurde Petrus in Rom gekreuzigt, auf eigenen Wunsch mit dem Kopf nach unten, vielleicht in der Nähe des Circus und des Obelisken. Sein einfaches, praktischerweise nahe gelegenes Grab ist Sinn und Mittelpunkt des Petersdoms. Diesen Stein in die Mitte des Platzes vor dem Petersdom zu stellen, wo die Besucher des Vatikans begrüßt werden: Es steht für den Sieg Christi, für die Kraft des Glaubens und so weiter. Eine weitere, simplere Deutung wäre schlicht: Es steht für Trotzigkeit. Die Christen, die zu Füßen dieses Obelisks starben, gaben ihr Leben für eine Sache, die ihnen größer und wichtiger erschien als ihr eigenes Leben. Eine [*große* relevante Struktur](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/), die ihnen *relevanter* erschien als sie selbst. Anders als die *einen* Fanatiker heute, die sich »Märtyrer« nennen, waren diese Märtyrer keinesfalls Täter. Anders als gehirngewaschene Schafe »toleranter« Kulturen, die heute ihr Land, ihr Leben und das Leben ihrer Kinder für eine Ideologie opfern, gaben diese Christen ihr Leben *bewusst* für eine Idee, eine Wahrheit. Eine Wahrheit und Idee, die sie mehr als gründlich geprüft hatten. Ich frage mich: Haben wir heute Dinge, die *größer sind als wir selbst* - und die wir *freiwillig* zu solchen größeren Dingen erklären? Welchen Obelisk, welchen tonnenschweren Granitstein könntest *du* aufstellen, um selbstbewusst deine eigene Trotzigkeit zu feiern? - [Die notwendigen Konsequenzen – Zwischenstand 25.4.2025](https://dushan.org/essays/zwischenstand-25-4-2025/) Zwischenstand 2025: Die Gegenwart wirkt zufällig. (Ist sie es auch?) Die Zukunft liegt für dich und mich im Nebel. Die Großen machen die Welt kaputt, nennen es »Neue Weltordnung«. Ich sage: Ad Fontes, zurück zu den Quellen! Wie hat das alles angefangen? Einmal im Jahr, jeweils am 25. April, ziehe ich ein Resumee – aus maximal naheliegenden Gründen. Diesmal bin ich mit meinem Sohn unterwegs. Wenn alles funktioniert hat, hat das System euch über die letzten Tage immer wieder einen Essay von mir vorgelegt, inklusive Mails. Wenn alles funktionierte, war ich in Rom. Ich habe mit Leo die Sixtinische Kapelle und das Kolosseum bewundert. Am Ostersonntag waren wir beim Gottesdienst im Vatikan, inklusive »Orbi et Urbi«. Ob der Papst gesund genug sein würde, den Gottesdienst zu leiten, war während unserer Planung unklar – es sah nicht gut aus. ([catholicnewsagency.com, 17.03.2025](https://www.catholicnewsagency.com/news/263007/vatican-publishes-holy-week-schedule-without-clarifying-whether-pope-francis-will-preside)) (Einschub von unterwegs: Ja, der Papst war anwesend. Am folgenden Morgen aber kehrte Papa Francesco, wie man sagt, heim ins Haus seines Vaters. Ich postete [eine kurze Reaktion dazu auf YouTube](https://youtu.be/9z83OA-tb5Y).) Wenn ihr diesen Text am Tag seiner Veröffentlichung lest, dann stehen Leo und ich womöglich noch in der Schlange vor der *Accademia* in Florenz. Wir wollen Michelangelos *David* sehen und haben vorab keine Tickets mehr bekommen. Aber an diesem Tag ist der Eintritt frei – man muss halt nur anstehen. Der 25. April ist in Italien ein Feiertag, der Tag der Befreiung. An diesem Tag, ja, meinem *Geburtstag*, schreibe ich üblicherweise einen *Zwischenstand*. Ich schreibe denkwürdige Sätze wie diesen: »Wir fahren durch die Geschichte wie Autofahrer mit defektem Navi. Einige Daten stimmen, andere sind falsch, und wir hoffen, uns nicht allzu schlimm zu verfahren.« ([Zwischenstand 2020](https://dushan.org/zwischenstand-2020/)) 2022 war ich immerhin *etwas* euphorisch, und zwar aus Gründen, die heute weiterhin Gültigkeit haben: »Doch mit KI kann schon heute jeder, der es will, täglich klüger werden – und, ja, das macht mich etwas euphorisch!« ([Zwischenstand 2022](https://dushan.org/zwischenstand-2022/)) Letztes Jahr schrieb ich eine ganze Zwischenstands-Woche, und diese mündete im Kampfruf: [»Lüge nicht!«](https://dushan.org/luege-nicht/) Dieses Jahr ist (wieder) etwas anders. Mein *Zwischenstand* ist eine Anwendung und Fortsetzung von Niebuhrs Gelassenheitsgebet, nur wenige Sätze lang. Jenes Gelassenheitsgebet kennt ihr gewiss, es geht so: »Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.« Mein Zwischenstand lautet also: Ich sehe heute nicht, wo ich im Großen etwas ändern kann. Mein Glaube an die Demokratie ist zu schwach, als dass er mich zu großen politischen Worten oder gar Taten bewegen könnte. Ich will hinnehmen, was ich nicht ändern kann. »Hinnehmen« soll hier bedeuten, sich einzugestehen, *dass es ist, wie es ist*. Es bedeutet *nicht*, dass ich mich Ereignissen passiv ausliefern muss. Ich will die Faktenlage als solche akzeptieren und dann aus der Faktenlage die notwendigen Konsequenzen ziehen – soweit es mir möglich ist. Ihr habt es in den letzten Texten vielleicht gemerkt, dass sich mein Fokus verändert hat. Ich schreibe über die Dinge, die ich realistisch verändern kann. Also: Darüber, wie ich der Welt begegne, wie ich sie wahrnehme. Denn: Ich will *nützlich* sein, *euch* nützlich und *mir* nützlich. Und wenn das in *einem* erzielt werden kann, dann habe ich etwas erreicht, was ich *Sinn* nennen darf. Wir werden in nächster Zeit [neu nach *Sinn* suchen](https://dushan.org/sinn-und-aufschub/) müssen. Einige der Strukturen, die wir bis eben noch für maximal [relevant](https://wgnr.es/rs/) und unverzichtbar hielten, werden zerstört, und wir können es nicht verhindern. Wenn aber große Zusammenhänge gesprengt wurden oder einfach zerbröselten, werden wir neu aussprechen müssen, was noch geblieben ist. Auch deshalb bin ich mit Leo nach Rom gefahren, wo, nach dem Auftakt in Griechenland, die westliche Zivilisation begann. Bevor es vorüber ist, will ich noch einmal *fühlen*, wie es begann. Ab dem 28. April 2025 aber, will ich weiter mithelfen, weiter bauen, Stein um Stein. Es genügt nicht mehr, am Wahnsinn der Zeit nicht wahnsinnig zu werden. Heute gilt es, eine neue, persönliche Ordnung aus dem Fels der Möglichkeiten zu meißeln. Andere zerstören das Gute und nennen es »Neue Weltordnung«. Du und ich wollen das bauen, was wir die private *Ordnung der Seele* nennen können. - [Rosen, Moschus und Patschuli (und Dreck)](https://dushan.org/essays/rosen-und-dreck/) Erfahrener Stadtbewohner zu sein bedeutet auch, Obdachlosen auszuweichen. Und wir müssen es auf eine Weise tun, die das »Problem« umschifft, aber den Ekel nicht zeigt (auch das gilt als unfein). Letztens aber, in unserer Stadt … ach, lest selbst! Einer unserer Obdachlosen besitzt seit heute Morgen eine Flasche Parfum. Vermutlich hat er sie irgendwo gefunden, jemand hat sie verloren oder, warum auch immer, fortgeworfen. Jemand könnte sie ihm auch geschenkt haben, es wäre eine theoretische Möglichkeit. Die lieben Leute in dieser Stadt schenken den Armen und Verlorenen öfter etwas. Allerdings schenken sie den Obdachlosen meist Lebensmittel. Und dieses Parfum ist sehr deutlich ein Damenparfum. Heute Morgen, wie an jedem Arbeitstag, eilten die Anständigen und Fleißigen auf den Gehwegen durch die Stadt und ihrem Ziel zu. Gute Eltern führten ihre gekämmten, fröhlich hüpfenden Kinder in ihren sauberen Schuluniformen in Richtung Schule. Ein feiner Morgen, nur eines war anders. Die Veränderung war nicht, dass diese Menschen dem Obdachlosen auswichen. (In einer Stadt zu leben bedeutet auch, zu lernen, Obdachlosen auszuweichen, ohne allzu viel Ekel zu zeigen. Die Ungewaschenen zu berühren ist eklig, doch Ekel zu zeigen ist auf moralische Weise eklig.) Der Obdachlose stand heute aber mitten auf dem Gehweg, statt wie üblich um diese Uhrzeit noch im Eingangsbereich eines derzeit leerstehenden Ladengeschäfts zu ruhen. Ja er stand auch noch an einer Ecke, an einer Kreuzung in Nähe der Bahn-Haltestelle, sodass viele, viele Anständige ihm ausweichen mussten. Doch er stand nicht nur da – oh nein! Der Obdachlose krakeelte etwas, und er gestikulierte – und er besprühte sich unablässig mit dem Damenparfum. Der Geruch des Parfums war süß, blumig und schwer. Es roch, wie ich mir das Parfum von Operndivas vor hundert Jahren vorstelle. Doch leider, leider war dieses Parfum nicht der einzige Geruch, der die Kreuzung und einen Umkreis von etwa zwanzig bis dreißig Metern füllte. Der Obdachlose hatte sehr guten Grund, sich mit den duftenden Ölen zu benetzen, und wie! Er stank. Er stinkt immer, und heute Morgen stank er auch. Er stank – wie soll man es formulieren? – nach dem *Menschlichen*. (So einen Gestank habe ich noch bei keinem Tier erlebt, zumindest bei keinem lebendigen.) Diese Straßenecke mit ihren eilenden Arbeitern und wohlgekämmten Kindern war getränkt von einer Mischung aus getrockneten Fäkalien und Rosen, Jasmin, Moschus und Patschuli. Ich bin ein erfahrener Stadtbewohner. Ich ging zügig und mit Abstand – beides nicht zu auffällig – am sprühenden, stinkenden und gestikulierenden Obdachlosen vorbei. Nein, ich gab meinen Ekel nicht äußerlich zu erkennen. Ich habe auch gelernt, nicht äußerlich zu lachen, wenn Obdachlose etwas Lachhaftes tun. (Wie ich *das* lernte, ist wieder eine andere Geschichte.) Im berühmten »sicheren Abstand« zückte ich mein iPhone und notierte diese Szene, um sie später für euch essayistisch aufzuarbeiten – hiermit geschehen. Ich hatte das Gefühl, dass diese Szene eine *Metapher* für irgendetwas ist. Der Geruch von Dreck, der mit Parfum kaschiert werden soll, doch stattdessen eine neue blumige und doch zum Würgen reizende Melange ergibt. Ja, ich überlegte, ob diese Szene nicht eine Metapher zum Beispiel für Propaganda sei, die ja auch … ach, lassen wir das! Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre, so sagten Freude, glaube ich. Und nicht alles ist eine Metapher. Vielleicht war die Szene auch nur Ausdruck tiefer, tragischer Menschlichkeit. Der Obdachlose ist ein Mensch. Sein Zustand ist abstoßend, und vermutlich merkt er das, trotz aller Vewirrung. Er fühlt, dass er abstoßend ist, und auch ihm tut das weh. Für einen Moment aber spielte er »feiner Mensch«. Ich verstand nicht, was genau er rief, während er sich an jener Ecke einsprühte. Vielleicht wollte er sagen: »Wenn ich mich einsprühe mit diesem feinen Parfum, dann bin ich wie ihr!« Am Obdachlosen ist wohl mehr »Menschliches« als nur die Ursachen seines Gestanks. Ich werde ihm noch immer ausweichen, kein Zweifel – er stinkt ja und ist womöglich verrückt. Doch wenn ich ihm ausweiche, werde ich mich daran erinnern, dass ich einem *Menschen* ausweiche. (Und weil ich solche erhabenen Gedanken praktiziere, werde ich mich *noch* überlegener fühlen.) - [Der Einfluss Kierkegaards auf Camus wird unterschätzt](https://dushan.org/essays/einfluss-unterschaetzt/) Wie reagierst du, wenn die EHRLICHE Reaktion die Umstehenden verstören würde, beleidigen würde, vor den Kopf stoßen würde? (Woraufhin sie dann DICH aus dem Raum stoßen, mit dem Kopf voran …) Ihr kennt sie: große Vorhaben, die sich der Mensch alle paar Jahre aufs Neue vornimmt. Beim letzten Mal fehlte uns das *Durchhaltevermögen*, aber beim nächsten Mal, *dieses* Mal, wird es gelingen – bestimmt! Zu *meiner* Kategorie der *ewigen und ewig wiederkehrenden Vorhaben* zählen, neben zu vielem anderen, zwei Buchlektüren. *Against the Day*, von Thomas Pynchon. Und *Infinite Jest* von David Foster Wallace. Bezüglich des ersten Werks kann ich euch inzwischen über das Prozedere beim Start des Luftschiffs *Inconvenience* berichten sowie natürlich über die Schlachthöfe von Chicago. Zum großen Kampf zwischen Licht und Finsternis kam ich noch nicht. Bezüglich *Infinite Jest* – deutsch: *Unendlicher Spaß* – aber will ich hier nur sagen, dass mir kürzlich beim neuesten Anlauf unter vielen anderen ein bestimmter Satz auffiel. David Foster Wallace lässt den Protagonisten sagen: »I do the safe thing, relaxing every muscle in my face, emptying out all expression.« Auf Deutsch etwa: »Ich gehe auf Nummer sicher. Ich entspanne jeden Muskel in meinem Gesicht, entleere es von jedem Ausdruck.« Mit Verlaub, Herr Wallace: Ich widerspreche. Ich *verstehe* den Versuch und die Motivation – oh ja! Doch ich widerspreche der als Prämisse implizierten Wirkungsweise. Die Prämisse: »Wenn du keine Emotion zeigst, wenn dein Gesicht keine Regung zeigt, weil alle deine Gesichtsmuskeln entspannt sind, dann wird das eine brisante Situation entschärfen, und alle werden ihr Gemüt entspannen, so wie du die Muskeln deines Gesichts entspannt hast.« Ich habe es getestet. Es ist sehr falsch. Es ist sehr falsch, denn: Menschen erwarten eine *Reaktion* von dir. »Eine Reaktion worauf?«, fragst du. Ich antworte aus Erfahrung: »Auf alles!« »Welche Reaktion erwarten die Menschen denn?«, so forschst du weiter. Ich antworte: »Die richtige!« Die Menschen erwarten, dass dein Gesicht eine Reaktion zeigt. So wissen sie, *woran sie sind*. Wenn dein Gesicht *nicht* reagiert, können die Menschen keine Emotion lesen, und das ist, als wären sie plötzlich blind geworden! *Natürlich* – und zwar *natürlich* im Wortsinn – geraten sie erst in Panik und dann in Wut. Sie sind wütend auf dich, denn du bist es ja, der sie geblendet hat. Indem dein Gesicht nicht auf ihre Aktion – oder: *Provokation* – *reagiert*, hältst du ihnen gewissermaßen die Augen zu. Keine Emotion in deinem Gesicht lesen zu können bedeutet, keine *Absicht* schlussfolgern zu können. Und es ist *gefährlich*, wurde unserem Gehirn schon zu Zeiten der Savanne einprogrammiert, nicht zu *wissen*, welche *Absicht* der andere Mensch hegt. Wenn aber keine Emotion ablesbar ist, ist es *sicherer*, von den übelsten Absichten auszugehen. (Mit »einprogrammiert« meinen wir auch weiterhin: Gruppen, in deren DNA dies durch Mutation so angelegt war, überleben mit höherer Wahrscheinlichkeit.) Du *musst* reagieren, wenn du die Menschen nicht in Panik versetzen willst, wenn du nicht Wut und Angriffsbereitschaft in ihnen wecken willst. Doch die Menschen erwarten nicht nur *irgendeine* Reaktion. Die Menschen erwarten die *richtige* Reaktion. Welche Reaktion in einer Situation die *richtige* ist, entspricht in etwa der Hälfte der Fälle einer komplizierteren Form der Alchemie. Nein, ich habe *Against the Day* nicht zu Ende gelesen, aber ich habe gespickt. Der letzte Satz lautet: »They fly toward grace.« Das bedeutet etwa: Sie (gemeint ist die Crew des Luftschiffs) fliegen der Gnade entgegen. Ich fürchte, dass der, der nicht die *richtige* Reaktion seiner Gesichtsmuskeln hervorzubringen versteht, keine Gnade zu erwarten hat. (Auch nicht der Essayist, der solche gewagten thematischen Brücken baut.) Auch bei *Infinite Jest* habe ich ans Ende gelugt. Dort erfahren wir, dass der Protagonist am Strand zu sich kommt, im eiskalten Sand, dass es regnet, aus einem niedrig hängenden Himmel, und dass die Flut weit draußen ist. – Da lässt sich nun wirklich keine Brücke bauen. Also schlage ich zurück, zu der Stelle, wo jener Satz von den Gesichtsmuskeln fällt. Die Situation um jenen Satz ist ein Termin des Protagonisten, eines Schülers, in einem Direktorat. Es geht um ein Stipendium als junger Tennisprofi. Und er selbst beschreibt sein Nicht-Reagieren als »silent response to the expectant silence«, eine »stille Antwort auf eine erwartende Stille«. Sie tut der Atmosphäre im Raum *nicht* gut – und das ist nur ein *kleiner* Teil des Problems. *Eine* Dimension des Konflikts ist: Die Selbstwahrnehmung des Protagonisten *Hal Incandenza* und das äußere Bild der Anwesenden unterscheiden sich erheblich. Er meint, Shakespeare zu zitieren – die Anwesenden hören ihn grunzen wie ein Tier. Alle Versuche, die Gesichtsmuskeln zu lockern, bleiben vergeblich; der Konflikt wird heißer: »Die altbekannte Panik, falsch wahrgenommen zu werden, steigt in mir hoch. Meine Brust schlägt und dröhnt. Ich verbrauche Energie, um völlig still auf meinem Stuhl zu sitzen, leer, meine Augen zwei große, blasse Nullen. Die Leute haben versprochen, mir da durchzuhelfen.« Schließlich wird er von zwei starken Sicherheitsleuten auf den Boden gerungen und dann abgeführt, kurz nachdem er – so meint er – dies sagte: »Ich bin keine Maschine. Ich fühle und glaube. Ich habe Meinungen. Manche davon sind interessant. Ich könnte, wenn Sie mich ließen, endlos reden. Reden wir über alles. Ich glaube, der Einfluss Kierkegaards auf Camus wird unterschätzt.« Ich weiß noch nicht, was man mit seinen Gesichtsmuskeln anstellt, wenn der Gesichtsausdruck, den man *eigentlich* anbieten möchte, die umstehende Bevölkerung verunsichern würde. Aber ich werde es noch herausfinden. Das habe ich mir fest vorgenommen. - [Man wird die Kunst verbieten (oder das Lesen)](https://dushan.org/essays/man-wird-die-kunst-verbieten-oder-das-lesen/) Bald werden sie (wieder) Kunst verbieten. Kunst transportiert Inhalte, die sonst nicht gesagt werden können. Genau das aber fürchten Zensoren! (Statt Kunst zu verbieten, können sie auch dafür sorgen, dass die Menschen zu dumm sind, Kunst zu »lesen«.) Im achten und damit letzten Jahrzehnt seines Lebens malte Francisco Goya jene Gemälde, die als die »Pintura negras« bekannt sind, die »schwarzen Gemälde«. Das bekannteste dieser Gemälde, welches bisweilen als das *verstörendste Gemälde der Welt* beschrieben wird, ist bekannt als »Saturn verschlingt seinen Sohn«. Ich hatte beim Schreiben dieses Texte tatsächlich überlegt, euch zu *warnen*, dass euch das Bild »triggern« könnte. Dass es tatsächlich *verstörend* ist. Doch im Prado in Madrid hängt es auch »einfach so« an der Wand, also werdet ihr auch hier damit klarkommen, wenn ich es direkt einbette: ![Saturn verschlingt seinen Sohn (Francisco Goya)](https://dushan.org/wp-content/uploads/2025/04/Francisco_de_Goya_Saturno_devorando_a_su_hijo_1819-1823-scaled.jpg) Francisco José de Goya y Lucientes (30.3.1746 bis 16.4.1828) bezog 1819 eine Villa in den Außenbezirken von Madrid. Die Villa hieß *Quinta del Sordo*. Das bedeutet *Villa des tauben Mannes*, und Goya war ebenfalls taub, seit Jahrzehnten schon, aufgrund einer Krankheit im Alter von 46 Jahren. Nach seinem Einzug malte Goya zunächst lebensfrohere Bilder an die Wände, später übermalte er sie mit den düsteren, gruseligen »Schwarzen Gemälden«. Das als »Saturn verschlingt seinen Sohn« bekannte Bild zeigt vor schwarzem Hintergrund eine große, dürre Figur mit aufgerissenen Augen und wilden, grauen Haaren. Die große Figur hockt und hält in beiden Händen eine viel kleinere Figur – und *frisst* diese offenbar. Die gefressene Figur ist zwar viel kleiner, wie etwa ein Säugling es wäre, doch sie weist die Proportionen eines Erwachsenen auf. Der kleinen Figur fehlt bereits der Kopf. Auch der rechte Arm ist nicht mehr zu sehen. Der linke Oberarm ragt in Richtung des zum Beißen offenen Mundes der großen Figur. Wo der Kopf und wohl auch der rechte Arm waren, ist der Rumpf blutig. Ebenso ist der linke Oberarm blutig, wohl vom bereits gefressenen linken Unterarm. Das Blut nimmt nicht viel von der Oberfläche des gesamten Bildes ein. Der Kontrast zum Weiß des kleinen Leibes und zu den braun-grau-schwarzen Farbtönen des restlichen Bildes trägt mit zum Horror des Bildes bei. Wir lesen hier aber die Worte, in denen ich das Gemälde beschreibe. Ihr könnt diese Inhalte auch selbst feststellen, weiter oben im hier eingebetteten Bild. Viele der Fragen, die wir zu diesem schrecklichen Bild stellen möchten, beginnen mit dem Wort »warum«. Warum malte Goya sich dieses kannibalistische Bild ausgerechnet an die Wand seines Esszimmers? Welche Bedeutung hat es, dass es der alte, kranke Goya war, der das Bild malte? Welche Bedeutung hat es, dass er dieses Meisterwerk direkt auf die Wand seines Hauses malte, und nicht auf eine Leinwand? Er wusste doch, dass das Bild damit auf absehbare Zeit unverkäuflich sein und man bei Ablösung von der Wand eine irreparable Beschädigung riskieren würde! Die Motivwahl der *Schwarzen Gemälde* wird üblicherweise der Situation des Malers zugeschrieben, der privaten Realität wie auch der Realität Spaniens. Goya war seit Jahrzehnten taub, infolge einer schweren Krankheit. Vielleicht war es Syphilis, eine Bleivergiftung oder ein Schlaganfall. Aus seinen Briefen wissen wir um Goyas Depression und Paranoia. Er war im achten Lebensjahrzehnt. Er war alt, allein, desillusioniert und wütend. Und dann: Spanien! Napoleonische Kriege, Zerstörung, Sterben, Ferdinand VII., Repression, Verfolgung Andersdenkender, Zensur und Terror, ja sogar ein Wiedererstarken der Inquisition. Was *bedeutet* also das Gemälde *Saturn verschlingt seinen Sohn*? Nun, der dem Gemälde später verliehene (aber plausible) Titel könnte uns als Inspiration für *unsere* Interpretation dienen. Der römische Gott *Saturn* war die römische Version des griechischen Gottes *Chronos*, sprich: der Gott der Zeit. In der römischen Sage, basierend auf griechischer Vorlage, wurde dem Saturn von Terra geweissagt, dass eines seiner Kinder ihn stürzen würde. Um das zu verhindern, verschlingt Saturn seine Kindern gleich nach ihrer Geburt. Um das wiederum zu verhindern, versteckt seine Frau das sechste Kind vor dem Vater. Dieses sechste Kind aber ist *Jupiter*, *Zeus* im Griechischen. Und, ja, es wird tun, was die Prophezeiung prophezeite. Goyas Spanien hätte ihm wie ein *Vater erscheinen können, der seine Kinder frisst*. Meinte er das? Oder meinte er es viel persönlicher? Wir alle sind *Kinder der Zeit* – und jeder Einzelne von uns wird *von der Zeit gefressen werden*. Ebenso wie der alte Goya. ## Wi(e)der die höheren Mächte Diese Interpretationen aus der Perspektive des Künstler klingen plausibel, kein Zweifel. Und doch bleibt wahr: Das Kunstwerk ist dadurch Kunst, dass auch *wir* – unabhängig vom Künstler – darin Wahrheiten *lesen* können. Wahrheiten, die über das Beschreibende hinausgehen. Kunst ist ein Rahmen für das Unsagbare. Bezüglich dieses Werks sagt der Goya-Experte Fred Licht, dass »Saturn« nicht *erklärt*, sondern *ausgehalten* werden muss. Die Schwarzen Bilder zeigen, wofür wir keine Worte haben. Das aber, liebe Freunde der Kunst und Passagiere der Gegenwart, ist der Grund, warum Kunst verboten werden wird. Kunst kann Wahrheiten transportieren, die in Worten nicht vollständig beschrieben werden können. Vergleicht meine Beschreibung des Gemäldes mit eurem Gefühl bei seiner Betrachtung. Worte *können* es nicht beschreiben, sonst wäre das Bild ja nicht nötig. Wir erleben in Deutschland nun zum dritten Mal innerhalb von 100 Jahren, dass Meinungen bestraft und Wahrheiten bekämpft werden. Während direkt ausgesprochene Wahrheiten auch direkt verboten werden können, ist das mit den von der Kunst transportierten Wahrheiten weitaus schwieriger. Ich sage euch, die Zeit wird kommen, und sie hat schon begonnen, dass man Kunst verbieten wird. Man wird Kunst verbieten und durch staatlich finanzierte »Kunst« ersetzen. Zur Sicherheit wird man die Menschen gehirnwaschen, bis sie nicht mehr in der Lage sein werden, die wahre Wahrheit in der Kunst zu leben. Wahrheiten wie die, dass uns die höheren Mächte auch heute wieder fressen und töten, einen nach dem anderen – wie einst Saturn seine Kinder. (Ein Unterschied zwischen dem Saturn der Sage und dem Bild von Goya ist übrigens, dass Saturn seine Kinder *ganz* verschlang, woraufhin die in seinem Bauch weiterlebten. Goyas Saturn frisst uns Glied um Glied. Immerhin ist er gnädig genug, den Kopf zuerst zu fressen – was wir ja auch an einigen Zeitgenossen erkennen, [wenn wir mit ihnen reden](https://dushan.org/dummheit-und-dilemma/).) - [Ich auch, lieber Zeitreisender](https://dushan.org/essays/ich-auch-lieber-zeitreisender/) Die Welt ist Unordnung. Oder sie wird umgebaut zu einer Ordnung, die weder du noch ich ganz verstehen. Ich bin mir nur einer Sache sicher: Selten war es wichtiger, die eigene innere Ordnung sicherzustellen. Der Zeitreisende fragt: »Bin ich im Jahr 2050 angekommen?« Er sitzt in einer diffus futuristischen Box. Oben auf der Box steht in großen Buchstaben »Zeitmaschine«. Im Hintergrund sehen wir die Silhouette einer futuristischen Stadt, im Himmel fliegende Autos. Der angesprochene Gesprächspartner trägt eine – ja: futuristische – Superbrille, ganz aus Glas, über der oberen Hälfte des Gesichts, und er antwortet: »Ja.« Ich beschreibe hier einen Webcomic von Herta Burbe. Der Comic ist vom 7. April 2025, und er hat mich, wie man so sagt, *berührt*. ([hertaburbe.com, 7.4.2025](https://hertaburbe.com/2025/04/07/2050/)) In der zweiten Box erklärt der Zeitreisende: »Ich komme aus der Vergangenheit – aus dem Jahr 2025. Ich brauche Artikel und Bücher über 2025.« Der angesprochene 2050-Bewohner ist verwirrt. In der dritten Box fragt er: »Aber wofür? Du lebst doch in dem Jahr!« Der Zeitreisende antwortet: »Ich will wissen, was *wirklich* passiert.« Das ist die Pointe, damit endet dieser Webcomic. Ja, dieses gezeichnete Scherzlein hat mich berührt. Ich möchte den halb-verzweifelten Zeitreisenden in den Arm nehmen. Oder ihm zumindest brüderlich die Hand schütteln. Und ich möchte ihm sagen: »Ich auch, mein lieber Zeitreisender! Ich würde auch so gern wissen, was *wirklich* passiert.« Dieser gezeichnete Scherz ist witzig, weil er einen realen Schmerz isoliert und in ein niedliches Absurdes überzeichnet. Wir kennen das Bonmot, wonach Vorhersagen schwer seien, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Dieser klagende Ausruf impliziert, dass die *Gegenwart* zu verstehen zwar einigermaßen schwierig sei, über Umwege aber doch möglich (als *Vorhersage betreffs der Gegenwart*). Doch heute ist es umgekehrt! Ich habe eine Ahnung, wie die Welt in fünfzig Jahren sein wird, oder schon in zwanzig oder nur zehn. Künstliche Intelligenz wird einige Menschen und Konzerne hyper-effektiv werden lassen. Die letzten Reste der Demokratie-Illusion werden aufgegeben sein. Die Welt wird zur Bühne eines [»Wettbewerbs der Diktaturen«](https://dushan.org/wettbewerb-der-diktaturen/). Wobei *Diktatur* nicht bedeuten muss, dass Menschen *unglücklich* sind. Es hat seinen Grund, warum Menschen schon heute aus vorgebliche Demokratien in andere Staatsformen umziehen. Die neuen Staatsformen werden mit neuen Mitteln wie KI um alte Ziele und Werte wettstreiten. Weit weniger klar ist mir, was *heute* passiert. Warum wird Deutschland wirtschaftich und sozial zerstört? Warum haben die EU und die neue deutsche Regierung ein unverhohlenes Interesse daran, Methoden und Denkweisen unfreier Staaten einzuführen? Ach, so viele Fragen. Ich weiß es nicht. Ja, ich kenne alle gängigen Verschwörungstheorien. Das Problem ist, dass wenn mehrere einander ausschließende Theorien ähnlich plausibel klingen, ich *keine* von ihnen als die eine definitiv richtige annehmen kann. (Ich selbst sympathisiere mit der metaphysischen Theorie von [Rokos Basilisk](https://de.wikipedia.org/wiki/Rokos_Basilisk).) Nein, ich weiß nicht, was heute passiert, und ich habe keine Zeitmaschine, um ins Jahr 2050 zu hüpfen und zu fragen. Die große Ordnung wird zerschlagen und umgebaut, und ich kenne die Baupläne nicht. Ich weiß nur, und dessen bin ich sehr sicher, dass du und ich klug daran täten, uns um unsere *innere* Ordnung zu kümmern. - [Das Publikum applaudierte (ich weiß nicht, wieso)](https://dushan.org/essays/weiss-nicht-wieso/) Du besuchst ein Konzert. Orchester, 2 Tenöre, 1 Sopran. Alles wunderbar, großer Genuss. Nach der Pause aber erfährst du, dass die Sopranistin eine Erkältung auskuriert. Ärgerst du dich auch, dass du den ersten Teil zu Unrecht ganz hervorragend fandest? Kaum hatte der Regen aufgehört, kamen die Spaziergänger wieder aus den Seitenstraßen und Miethausfluren und liefen hin und her, zielstrebig nirgendwohin, wie [Tretboote auf dem Parksee](https://dushan.org/schifffahrt-auf-parkseen/), nur dass sie es eben auf dem trocknenden Asphalt taten. Auch ich war unterwegs, mitten unter den Spaziergängern, war aber doch keiner von ihnen. (Wenn sich einer darauf versteht, mitten in einer Gruppe, doch kein Teil davon zu sein, so ist das überhaupt eine erstrebenswerte Fähigkeit und damit Tugend, gerade wenn sie auch zur Gewohnheit wird.) Ich war unterwegs zu einem Konzert. Debussy. Zwei Tenöre, ein Sopran und eine Pause. Nach der Pause wurde mehrsprachig durchgesagt, dass die Sopranistin gerade erst eine virale Erkältung durchgemacht hatte. Das Publikum applaudierte, ich weiß nicht, wieso. (Klatschten die, weil die Sopranistin so erfolgreich Kamillentee getrunken hatte? Weil sie noch lädiert war und dennoch an- und auftrat?) Ich aber war *verärgert* über diese Mitteilung. Ich hatte den Gesang im ersten Teil für makellos gehalten. Ja, ich hatte ihn sehr genossen, doch, wie ich nun erfuhr, zu Unrecht! Dazu kam, zuvorlaufend: Es war nicht meine erste Verärgerung an dem Tag, der doch so harmonisch hätte werden können – lasst mich erklären! Ich erwische mich in letzter Zeit beunruhigend oft dabei, dass ich über bestimmte Verhaltensweisen *anderer* Leute den Kopf schüttle, leise aufstöhne oder sogar lache (die riskanteste der Reaktionen, wie ich lernte) – und nur zwei Sekunden später geht mir auf, dass ich selbst ebensolche Verhaltensweisen an den Tag lege. Vor dem Konzert lief ich nämlich unfreiwillig einige Zeit neben einem prototypischen Spaziergänger-Paar her. Ich muss euch nur *einen* Aspekt dieses Paars beschreiben, dann könnt ihr den Rest der Szene samt beider Personen zu Ende zeichnen, und zwar: *Er* erklärt *ihr* die Welt, mit der Autorität eines Realschullehrers. Minutenlang. »Was haben die beiden für eine Dynamik?«, so frage ich mich. Ich möchte lachen und schnaufen. Ich war kurz davor, den Mann auf sein Verhalten hinzuweisen, doch zum Glück habe ich mir einen Rest an sozialem Überlebenswillen bewahrt. Vor allem aber war ich verärgert. Und nicht nur etwas verärgert über den Hobby-Realschullehrer. Ich war verärgert über *mich*, der ich doch erkenne, diesem Belehrenden immer wieder ähnlich zu sein. Bedeutet solche Einsicht, dass ich reifer werde? Erwachsen und weise? Es wäre an der Zeit! Vielleicht bedeutet es bloß, dass ich inzwischen sogar mir selbst zu nervig bin. Oder ich werde mit dem Alter reizbarer? Derart reizbar, dass ich mir selbst auf die Nerven gehe? Logisch unmöglich ist das nicht. Nun, das Konzert würde bald beginnen, das besänftigte mich zunächst. Und in der ersten Hälfte war der Sopran wirklich gut, wie ihr ja schon wisst. Ja, ich hatte mich unterwegs doppelt geärgert: Ich hatte mich über den spazierenden Deppen geärgert. Und über *diesen* zum Konzert eilenden Deppen. Vor der Konzerthalle standen übrigens die Trucks einer Filmproduktion. In der Stadt wurde gerade der neue Film von Johnny Depp gedreht. Es ging um einen Mann, der am Tag trinkt – [passend](https://dushan.org/depp-heard/). Was ist eigentlich problematischer? Einer, der am Tag trinkt, oder einer, der ständig meint, der Welt ebendiese erklären zu müssen, in der Hoffnung, diese möge zur Vernunft kommen? Hilft das eine womöglich gegen die Unmöglichkeit des anderen? - [Der Sinn und sein Aufschub](https://dushan.org/essays/sinn-und-aufschub/) Wir alle schieben knifflige Fragen schon mal auf. Später, wenn Zeit ist, werden wir nach Antworten suchen. Blöd nur: Extra knifflige Fragen werden schon mal aufgeschoben, bis es zu spät ist. Eine solche Frage: Was ist der Sinn deines Lebens? Wer je in einem Firmenmeeting saß, hat es erlebt: Eine Frage fällt, die aus irgendeinem Grund *knifflig* ist. Damit diese Frage nicht das Meeting sprengt, wird die Beschäftigung mit dieser Frage *aufgeschoben*. Die stille Hoffnung aber ist natürlich, dass die Frage in Vergessenheit gerät, und so bleibt die Frage eben unbeantwortet. In Business-Meetings wird das Aufschieben der Beantwortung unangenehmer Fragen oft explizit ausgesprochen, doch unausgesprochen kennen wir es aus vielen weiteren Lebensbereichen. Etwa in der Politik: Es ist eine zentrale Aufgabe des milliardenschweren deutschen Propaganda-Apparats, die Beantwortung unangenehmer Fragen aufzuschieben. So lange aufzuschieben, bis es sich erledigt hat, weil die Antwort keinen Unterschied mehr ausmacht. Etwa in Beziehungen: Ach, wie viele Beziehungen erleben wir, die daran zerbrechen, dass Fragen aufgeschoben wurden? Und andere Beziehungen, die man gar nicht erst eingegangen wäre, wenn man zuvor die richtigen Fragen gestellt hätte! Und dann gibt es jene Fragen im Persönlichen und Privaten, deren Beantwortung wir lieber aufschieben. Vielleicht, weil wir die Antwort fürchten. Etwa bei einem neuen Symptom am Körper. Oder bezüglich neuer Verhaltensweisen des Partners. Oder »philosophische« Fragen, die _erstens_ kompliziert sind und von denen sich der Mensch _zweitens_ durch Unterhaltung oder Arbeit auch jahrzehntelang ablenken kann. Eine solche ewig aufgeschobene Frage ist die nach dem *Sinn*. Zum Beispiel die Frage nach dem *Sinn des Lebens*. Und die Frage nach dem *Sinn der Existenz*, etwa der Existenz eines ganzen Landes. Lasst es mich gleich sagen: Die Mächte, die unser Leben bestimmen, haben *null* Interesse daran, dass wir allzu ernsthaft nach *Sinn* fragen. Nicht nach dem persönlichen Sinn des Lebens und gewiss nicht nach dem Sinn eines Landes, einer Nation, eines Volkes. Ein Mensch, der nach dem Sinn seines Lebens fragt, könnte noch vor einer Antwort zu gefährlichen Erkenntnissen gelangen. Etwa dieser: »Was auch immer der Sinn meines Lebens ist, *dies* kann es *nicht* sein.« Und wer nach dem Sinn eines *Landes* fragt, könnte feststellen: Was auch immer der Sinn eines Landes ist – diese Regierung strebt das *Gegenteil* davon an. Niemand kann für dich beantworten, was *dein* Sinn ist, doch das heißt keinesfalls, dass kein Sinn möglich ist. Es lässt sich durchaus Sinnvolles zum Sinn sagen, und an anderer Stelle will ich das tun. Die Suche nach der Antwort beginnt damit … zu *beginnen!* Wirst du zuletzt froh sein, bis zum Schluss darauf gewartet zu haben, nach dem Sinn zu fragen? Nein, natürlich nicht! Du wirst dir wünschen, dir viel früher diese lästige Frage nach dem *Sinn des Lebens* gestellt zu haben. Unternehmen können lästige, aber dringende Fragen »outsourcen«. Zum Beispiel die Frage, wem aus Kostengründen gekündigt werden soll. Du aber kannst die Sinnfrage nicht outsourcen, und du solltest jedem *Menschen* kündigen, der sie für dich beantworten will. Die Antwort auf deine Sinnfrage musst du selbst suchen. Und es gibt nur zwei Zeitpunkte, um die Suche zu beginnen: »zu spät« und *heute*. - [Freund verlieren oder Dummheit ertragen?](https://dushan.org/essays/dummheit-und-dilemma/) Ein Freund bat mich um ein Gespräch – wieder. Diesmal lehnte ich ab. Ich weiß aus Erfahrung, dass er viel dummes Zeug redet. Diesmal sagte ich aber auch, dass es mir zu dumm ist. Ein Dilemma: Freund verlieren oder frustrierende Dummheit ertragen? Ich wurde einmal von einem Menschen aufgefordert, mit ihm zu reden. Auf einen Kaffee. Ich kannte diesen Menschen und wusste aus Erfahrung, wie das ablaufen würde: Er würde mir Meinungen mitteilen, die ich für dumm halte. Er würde Pläne ankündigen, die ich für dumm halte. Er würde mir über seine Probleme berichten, die direkte Folge seiner dummen Entscheidungen sind. Nun versuche ich, keiner von denen zu sein, die mit *Dummheit* schlicht meinen, dass ein Mensch und seine Meinungen den eigenen Meinungen widersprechen. (Ich habe ja tatsächlich gehört, wie Zeitgenossen einen Musk oder einen Trump *dumm* nannten. *Das* ist mal eine *dumme* Meinung, in *jeder* Bedeutung des Begriffs!) Ich habe schon 2016 recht präzise angegeben, was ich meine, wenn ich von *Dummheit* spreche. Ich habe eine private *Theorie der Dummheit* vorgelegt: > Ein Mensch wird von seinen Mitmenschen »dumm« genannt, wenn er regelmäßig relevante Zusammenhänge ignoriert. [»Es gibt kein Recht auf Dummheit«](https://dushan.org/es-gibt-kein-recht-auf-dummheit/, 4.6.2016) Ich wusste, dass jener Mensch das ist, was man *emotional* und *intuitiv* nennt. Ein Mensch, der Wahrheiten *fühlt* und seine Ethik *aus dem Bauch* skizziert. Ich wusste, dass jener Mensch sich ganz grundsätzlich weigert, einen Zusammenhang zwischen den eigenen Handlungen und seinen Umständen zuzugeben. Wenn er sich selbst Verantwortung gibt, dann nur nach jenem passiv-aggressiven Muster, welches dann doch wieder einem *anderen* die Schuld am *eigenen* Unglück gibt. (»Mein Fehler war, Person X zu vertrauen.«) Ich hielt es für Verschwendung von Lebenszeit (und damit für einen *kleinen Selbstmord*), meine Zeit darauf zu verwenden, erwartbarer *Dummheit* zuzuhören. Ich lehnte die Aufforderung zum Gespräch ab. Ich sagte geradeheraus, dass mir diese Gespräche regelmäßig *zu dumm* seien. *Das* wiederum war vermutlich *dumm* von mir. *Meine* Dummheit bestand darin, dass ich meine innere Wahrheit laut ausgesprochen hatte. Ich hätte lügen sollen. Ich hätte eine Begründung erfinden sollen. Einen Arzttermin, einen Notfall, plötzliche Migräne. Es klingt latent psychotisch, eine Aufforderung zu einem Gespräch derart abzulehnen. Das ist mir heute klar. Das war mir klar, gleich nachdem ich es damals ausgesprochen hatte. Bis dahin hatte dieser Mensch mir durchaus nahe gestanden – von da an nicht mehr. Ich berichte es euch aber nicht, um ein Versagen zu beichten – nicht *nur* – und in solch öffentlicher Beichte mir selbst zu vergeben. Ich berichte es, um ein *Dilemma* zu beschreiben. Wir nennen *gut*, was eine uns [*relevante Struktur*](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) stärkt. Und *böse* nennen wir, was eine solche schwächt. Wir nennen es ein *Dilemma*, wenn eine Handlung (genauer: die aus ihr folgende Veränderung) gleichzeitig *eine* relevante Struktur *stärkt* und eine *andere* relevante Struktur *schwächt*. Wie entscheide ich, wenn ich darunter *leide*, mir dummes Zeug anzuhören, doch mich diesem zu entziehen zum Leid einer anderen Person führen wird? Das aber ist mein Status heute: Ich fühle mich schlecht wegen meiner damaligen Entscheidung. Und ich würde es wieder tun. Der Mitmensch ist frei, sich für die Dummheit zu entscheiden. Und ich bin frei, mich der Dummheit zu verweigern. Wir beide müssen dann mit den jeweiligen Konsequenzen leben. Und anders als der Mitmensch bin ich mir dessen auch bewusst. Denn es gilt weiterhin: Jeder Tag kommt nur einmal, jede Stunde und jede Minute sowieso. Ich hoffe, deine Minuten beim Lesen dieses Textes waren gut investierte Zeit. - [Das Kommende und seine gegenwärtigen Schatten](https://dushan.org/essays/foreshadowing/) Die Ereignisse der Gegenwart sind chaotisch, doch sie sind Zeichen dessen, was kommen wird. Es braucht allerdings Wissen, Erfahrung und vor allem Mut, sie zu lesen. Anstrengend ja, doch lebensnotwendig! Letztens schauten Leo und ich einige Episoden der Serie *Young Sheldon*), da rief Leo plötzlich: »Das ist Foreshadowing!« Jugendliche schauen heutzutage nicht nur *einfach so* einen Film und nie zum ersten Mal. Auf Instagram und in anderen sozialen Medien teilen sie untereinander reichlich Clips und Auszüge aus dem filmischen Werk. Schlüsselszenen und die (bislang veröffentlichte) Handlung sind Allgemeinwissen, auch ohne den Film gesehen zu haben. Jugendliche haben viele Gründe, einen Film oder die vielen Episoden einer Filmserie zu schauen. Der erste Grund ist oft schlicht, dass man Teil der Debatte um diesen Film sein will. Ein weiterer Grund ist, dass ein Film einfach *Spaß machen* kann – bei modernen Filmen überraschend oft *nicht* der Fall. Vielleicht hilft die Handlung den Jugendlichen aber auch, ihre eigenen seelischen Kämpfe zu bestreiten. Ein Beispiel: Anders als früher ist Scheidung heute regelmäßig ein Thema von TV-Serien. Das wirkt für Kinder kathartisch. Leo also *kannte* die Geschichte bereits, die wir gemeinsam zum ersten Mal sahen. Und er machte sich einen Spaß daraus, nach *Foreshadowing* zu suchen. Es war allerdings nicht eine Scheidung, sondern deren Gegenteil *und* Voraussetzung, nämlich *eine Hochzeit*, die Leo als »Foreshadowing« auffiel. ## Mit dem Tod auseinander Unter *Foreshadowing* versteht man bei Büchern und Filmen, dass spätere Ereignisse schon früher in der Geschichte einen Widerhall finden. Die Sagen der Antike sind ohne Foreshadowing ja gar nicht vorstellbar! Hekabe etwa träumt, eine brennende Fackel zu gebären ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Hekabe)) – ihr Sohn Paris zerstört dann Troja. Warum *musste* Achilles an der Ferse tödlich verwundet werden? Weil diese seine *eine* Verwundbarkeit es so foreshadowte. Und alle Prophetien – nicht nur in alten Sagen, sondern auch etwa in der Bibel – sind eine besonders direkte Art des Foreshadowing. Große Ereignisse im Neuen Testament werden regelmäßig begründet mit der Formulierung »damit die Schrift erfüllt würde«. Es scheint fast, dass ohne nachweisbares Foreshadowing einem Ereignis geradezu *das Gewicht fehlen* würde. ## Vom Ausgang her Wörtlich bedeutet *Foreshadowing*, dass Ereignisse einen Schatten *nach vorn* werfen. Bedenken wir, was das praktisch *und* metaphysisch bedeutet! Wenn Ereignisse ihren Schatten »nach vorn« und in unsere Richtung werfen, dann bedeutet das, dass das Licht vom Ende und Ausgang der Geschichte her leuchtet. Beim zweiten Sehen dann bin ich ein ganz anderer Zuschauer und sehe die Geschichte »mit anderen Augen«. Erst wenn ich weiß, welches Ereignis am Ende steht, also *näher an der Sonne als ich*, fallen mir die vielen Schatten auf, die es vorauswirft. Der Unterschied zwischen einem *Zeichen* und einem *Zufall* ist oft die Frage, ob jemand benennen kann, welche Sonne am Ende welche großen Ereignisse beleuchtet. Doch mit genügend Erfahrung in einem Genre kann der Leser oder Zuschauer das Foreshadowing schon beim ersten Durchlauf erkennen! In guten Geschichten ist nichts zufällig – also muss auch noch der kleinste Teil einer Geschichte seine Erwähnung durch *Funktion* rechtfertigen. Es gilt: Was auffällt, hat Bedeutung. (Und Geschichten, in denen viel auffällt, das sich später als bedeutungslos erweist, sind amateurhaft und vergeuden die Zeit des Zuschauers.) ## Schatten zu lesen Wer durch bewusstes Sehen und und mithilfe von [tvtropes.org](https://tvtropes.org/) verschiedene Filmgenres studiert, der wird immer wieder Foreshadowing in Filmen entdecken – schon beim ersten Sehen! Warum aber ist Foreshadowing in Filmen so wichtig und beliebt? Warum schauen wir sehenswerte Filme wieder und wieder, wenn wir doch das Ende kennen? *Ein* Grund: Wir haben Spaß daran, neue Fragmente des Foreshadowing zu entdecken, die wir bislang übersehen hatten. (Und von denen nicht einmal der Autor oder Regisseur des Filmes etwas wissen – haha!) Was in Filmen *funktioniert*, funktioniert dadurch, dass es Bruchstellen menschlicher Realität aufgreift und uns deren künstlerische Bearbeitung hilft, an diesen Bruchstellen nicht selbst zu zerbrechen. Es ist uns ein *Spiel*, Foreshadowing in Filmen zu erkennen. *Spiel* aber bedeutet: fokussierte Übung wichtiger Techniken der Realität. Das Foreshadowing in Filmen zu erkennen trainiert uns, die frühen Zeichen späterer Ereignisse auch in der Realität zu erkennen. ## Dem Schatten widersprechen Jenes Foreshadowing ob einer kommenden Hochzeit, die Leo beim Sehen von *Young Sheldon* auffiel, geschah konkret durch die *Verneinung* einer kommenden Hochzeit durch eine Protagonistin. Indem der Charakter Mandy immer wieder betont, dass sie Georgie keinesfalls heiraten wird, ist dem Zuschauer bald klar, dass genau dies passieren *muss*. (Und romantischerweise erst an einem Punkt, an dem sie es aus Liebe und nicht aus sozialer Notwendigkeit tun.) Doch auch in unserer Realität erleben wir immer wieder, dass kommende Ereignisse ihren Schatten in die Gegenwart werfen, indem ihr Eintreten *verneint* wird. Wir denken an Ulbricht und »Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten«. Wir denken an Clinton und »I did not have sexual relations with that woman«. Wir denken in jüngerer Zeit etwa an die Laborthese und die zentralen Wahlversprechen des Herrn Merz. Schaut gute Filme und lernt, sie zu *lesen*. Und dann lernt die Zeichen in der Gegenwart zu lesen. Wer die Schatten kommender Ereignisse zu lesen lernt, nur der hat die *Chance*, dem Schatten in eigener Angelegenheit zu *widersprechen*. - [Wie ich dir, so du mir nicht](https://dushan.org/essays/wie-ich-dir-so-du-mir-nicht/) Was existiert, hat eine Grenze. – Wenn ich aber etwas töten und vernichten wollte, ob ein Haus, einen Menschen oder eine Nation, würde ich dessen Grenzen auflösen. Und ich würde eine tödliche moralische Regel einrichten: »Wie ich dir, so du mir nicht.« Stell dir eine Gummihaut vor, eine sehr spezielle, im Labor entwickelte Membran, die bestimmte Chemikalien durchlässt, aber nur eine Richtung. Solche Durchlässigkeit nennt man auch *Permeabilität*. Diese spezielle Gummihaut wäre also eine *asymmetrisch permeable Membran*. Ich lege euch hier als These vor: Asymmetrische Permeabilität ist eines der großen Übel unserer Welt. Asymmetrische Permeabilität ist übel im Kleinen – und sie ist tödlich und unmenschlich im Großen – lasst mich erklären! ## Kultur durch Grenzen Als Beispiel, die Sache mit der *Kultur*, in jenem Sinne von *Kultur*, der auch einen Plural hat: *Kulturen*. Eine Kultur besteht aus, unter anderem, bestimmten gemeinsamen Verhaltensweisen, gemeinsamen Erzählungen und Mythen, gemeinsamen Ritualen, Werten – und Grenzen. Die Grenzen der Dinge teilen die Welt in ihre Bestandteile, und wären sie nicht, wäre nichts. (Zu dieser Art von Grenzen, wie auch natürlich zu *Werten*, siehe mein Buch *[Relevante Strukturen](http://wgnr.es/rs/)*.) Alles, was *existiert*, braucht eine Grenze, außerhalb derer es eben *nicht* existiert. Der Mensch braucht eine Haut, bis zu welcher sein Körper reicht. Um zu *existieren*, muss jede Kultur eine Grenze haben, anhand derer man sagen kann: »Dies ist Teil unserer Kultur – und jenes ist es nicht.« Überlebende Kulturen definieren und verteidigen ihre Grenzen. Eine Kultur ohne bewusste Grenzen, die täglich neu verteidigt Grenzen werden, wird verschwinden. Man bedenkn das mächtige Rom der Antike und das Volk der Juden. Das eine ist verschwunden, das andere existiert, auch Jahrtausende nach seiner Begründung. Die einen ließen die Grenzen ihrer Kultur verschwimmen und gingen in anderen Kulturen auf. Für die anderen ist die Verteidigung der kulturellen Grenzen ein Teil der Kultur selbst, selbst und gerade wenn sie innerhalb anderer Kulturen leben. ## Um zu vernichten Wenn ich ein Ding zerstören möchte, muss ich die *Grenzen* dieses Dinges beschädigen. Die Grenzen eines Hauses werden von seinen Mauern und seinem Dach gebildet. Wenn ich also ein Haus zerstören will, zerstöre ich seine Mauern oder sein Dach. Wer einen Menschen töten will, der schneidet mit dem Messer die Haut, sprich: die Grenzen des Körpers dieses Menschen auf. Und wer eine Kultur töten will, der richtet es ein, dass die Menschen jener Kultur nicht mehr sagen: »Dies ist Teil unserer Kultur, und jenes ist es nicht.« Die goldene Regel der asymmetrischen Permeabilität aber lautet: Wie ich dir, so du mir nicht. China und Iran, die auf X und Facebook posten, aber diese Plattformen bei sich sperren – wie ich dir, so du mir nicht. Länder, deren Funktionäre und andere Wohlhabende in westliche Immobilien investieren, aber keinen Immobilienkauf in ihren Ländern erlauben – wie ich dir, so du mir nicht. Länder, die Gotteshäuser ihrer Kultur in *anderen* Ländern bauen, doch den Bau der *anderen* Gotteshäuser in ihren eigenen Ländern streng verbieten – wie ich dir, so du mir nicht. ## Membran und Feste Was aber würde ich tun, wenn ich die eine Kultur stärken und die andere Kultur vernichten wollte? Wenn ich bloß die *Grenzen* zwischen den Kulturen auflösen würde, dann würde ich ja *beide* Kulturen zerstören! Wenn ich eine Kultur gezielt zerstören wollte, dann würde ich in diese Kulturen das psychologische Äquivalent einer *asymmetrischen permeablen Membran* einziehen. Als Beispiel: In einigen einst christlichen Ländern wird heute öffentlich das Fastenbrechen des Islam gefeiert, während christliche Traditionen verschwinden, und das weist auf eine *asymmetrisch permeable Membran* hin. Zwischen christlicher und muslimischer Kultur in Deutschland ist eine Membran gezogen, und diese Membran ist asymmetrisch, nur in eine Richtung durchlässig. ## Und was nicht Die asymmetrisch permeable Membran ist nichts weniger als eine Waffe modernster Kriegsführung. Wenn ich eine Kultur auslöschen und ein Land einnehmen will, werde ich durch Kontrolle von Politikern und »NGOs« im Zielland asymmetrische permeable Membranen einrichten. Ich sorge dafür, dass ich in jenem Land frei wirtschaftlich agieren kann, die Unternehmen jenes Landes aber nicht in meinem Land – eine asymmetrisch permeable Membran. Ich richte es ein, dass ich die öffentliche Meinung in jenem Land beeinflussen kann, die Propaganda jenes Landes aber nicht die Meinung in meinem – eine asymetrisch permeable Membran. Ich bestehe darauf, dass Mitglieder meiner Kultur ihre Religion in jenem Land frei praktizieren können, aber Mitglieder jener Kultur nicht ihre Religion in meinem Land – eine assymetrisch permeable Membran. Wenn ich ein Land einnehmen wollte, wenn ich seine Kultur auslöschen und durch meine Kultur ersetzen wollte, dann würde ich asymmetrisch permeable Membranen einsetzen. Doch wenn und weil ich überleben will, als Mensch, als Seele, als Volk, als Nation, muss ich *Grenzen* haben – und diese Grenzen verteidigen. Wer überleben will, muss das, was er *ist*, verteidigen gegen das, was er *nicht* ist. - [AfD stärkste Partei in Deutschland – in Umfrage](https://dushan.org/essays/afd-staerkste-partei/) Demokratie ist wie wenn du alle 4 Jahre wählst, in welchem Supermarkt du ausschließlich einkaufen wirst. AfD ist bei 25 % und damit stärkste Partei – in Umfragen. Doch selbst wenn sie Mehrheit hätte, würde es dem Land bis zur nächsten Wahl nicht helfen. Stell dir vor, du könntest dir alle vier Jahre einmal aussuchen, in welchem Supermarkt du einkaufen willst. In den Jahren zwischen diesen Entscheidungen kannst du *nur* essen, was dieser eine Supermarkt anbietet. Tatsächlich *musst* du es essen, denn sonst wird der Supermarkt dich bestrafen. Wenn das Angebot des Supermarkts radikal schlechter wird, kannst du deine Entscheidung vier Jahre lang nicht ändern. Wenn der Supermarkt beschließt, dich zu vergiften, kannst du vier Jahre lang nichts dagegen tun. Wenn sich herausstellt, dass der Supermarkt dich belogen hat, bevor du ihn gewählt hattest, bist in Wahrheit *du* der Dumme, dass du ihm geglaubt hast. Und solltest du dich in allzu deutlichen Worten über die Praktiken des Supermarkts beschweren, kommt der Sicherheitsdienst des Supermarkts bei dir zu Hause vorbei und »ordnet« deine Gedanken wieder. Solltest du dich gar öffentlich über den Supermarkt lustig machen, droht dir Gefängnis. Das in etwa ist die Demokratie in Deutschland. ## Erstmals bundesweit Wir lesen heute von einem »Umfrage-Schock«, und zwar vom »Umfrage-Schock für die Union«. ([welt.de, 09.04.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article255899874/Umfrage-Schock-fuer-die-Union-AfD-erstmals-bundesweit-vor-CDU-CSU.html)) Was aber ist so *schockierend*? Nun, es war vorhersehbar: »AfD erstmals bundesweit vor CDU/CSU«. Laut einer Umfrage des Instituts *Ipsos* steht die AfD mit 25 Prozent zum ersten Mal einen ganzen Prozentpunkt vor CDU und CSU. Die SPD steht bei 15 Prozent. Doch wie *schockierend* ist das wirklich? Für wen? Und warum? Zunächst: Die »lupenreinen« Demokraten haben die »Brandmauer« eingerichtet. Das bedeutet schlicht: Wenn die Wähler eine andere Partei wählen, als die Propaganda ihnen vorgibt, wird diese schlicht ignoriert und vom politischen Prozess ausgeschlossen. Deutschland ist *keine* vollwertige Demokratie. Doch selbst wenn Deutschland eine vollwertige Demokratie wäre, ist der Wähler zwischen den Wahlen jahrelang praktisch machtlos. (Ja, ja, es gibt Misstrauensvoten und so weiter, doch kannt der »normale Bürger« das *wirklich* anleiern? Nein, er kann nur hilflos schimpfen. Und auch das nicht zu scharf, sonst kommt die Polizei.) Einmal alle vier Jahre gibst du deine Stimme ab, und danach kann die Politik das Land kaputtmachen – du kannst *nichts* tun, du bist hilflos. ## Ministerien, verteilt Bedenken wir noch einmal die Metapher vom Supermarkt, an den du exklusiv und für vier Jahre gebunden bist! Wie schockierend wäre es, wenn zwischendurch Umfragen zeigen würden, dass so und so viele Kunden lieber den Supermarkt wechseln würden? Wenn alle Kunden gleichzeitig wählen würden, würde es zumindest die Betreiber der Supermärkte genau gar nicht schockieren. Das Reden vom »Umfrage-Schock« lässt etwas Druck vom Kessel. Es erinnert mich an die Szenen, in denen Markus Lanz sich kritisch gibt. Man fühlt sich »verstanden«, wie wenn Eltern dem Kind tröstend den kleinen Kopf tätscheln – nur ändern tut sich nichts. Die AfD mag heute in einer Umfrage die stärkste Partei sein. Durch die antidemokratische »Brandmauer« bleibt die Macht jedoch ohnehin bei der [Neuen Deutschen Einheitspartei](https://dushan.org/haha-luegner-gewaehlt/). Selbst *wenn* die AfD in Umfragen die Mehrheit hätte, würde es Deutschland nicht helfen – nicht bis zu den nächsten Wahlen. Und aus den Altparteien wird sowieso angedeutet, dass man die eine störende Partei am liebsten ganz aus der Politik entfernen würde. Während die Presse des Propagandastaates sich über den bedeutungslosen »Umfragen-Schock« ereifert, erfahren wir, dass die *Koalition der Schande* sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt hat ([tagesschau.de, 09.04.2025](https://www.tagesschau.de/eilmeldung/einigung-koalitionsvertrag-union-spd-100.html)). Die Ministerien wurden, so lesen wir, »unter den Parteien« verteilt. Ich fürchte, die 4-Jahres-Verteilung von Ministerien ist etwa so sinnvoll wie die 5-Jahrespläne der geistigen Vorbilder mancher heutiger Minister – oder eine alle vier Jahre zu treffende Entscheidung über die Wahl deines *einzigen* Supermarkts. - [Meinungsfreiheit und Ironie, beide tot](https://dushan.org/essays/meinungsfreiheit-und-ironie-tot/) Ein Journalist wird verurteilt, weil er satirische Kritik an der Regierung postete. In Demokratien ist es üblich, dass Bürger sich über Politiker lustig machen – in »Unsere Demokratie« ist es andersherum. Es gibt ein Lied von Alanis Morisette, das heißt »Ironic« ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=Jne9t8sHpUc&ab_channel=AlanisMorissette)). In diesem Lied listet sie Situationen auf, die ihrer Meinung nach *ironisch* sind. Tatsächlich sind sie eher *absurd* oder einfach nur *unglückliche Zufälle*. Ein Verkehrsstau, wenn du ohnehin zu spät bist – ein doofer Zufall, aber nicht ironisch. 10.000 Löffel, wenn du eigentlich ein Messer brauchst. Regen am Tag der Hochzeit. Allesamt doofe Zufälle, bitter und etwas absurd, aber nicht *ironisch*. *Ironisch* bedeutet nicht nur *unglücklich*, sondern eher *paradox* oder *absurd*, und zwar in einem größeren Sinn und Kontext. Eine Feuerwehrstation, die niederbrennt – *das* ist ironisch. Ein ertrunkener Rettungsschwimmer – ironisch und makaber dazu. Ein weinender Clown – ironisch und zugleich ikonisches Sinnbild für die Conditio humana, die [Zerrissenheit](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/) menschlichen Seins. ## Ein Fall von satirischer Kritik Deutschland durchlebt heute Ereignisse, die mehr als eine zufällige Anhäufung unglücklicher Umstände sind. Diese Ereignisse sind mindestens *ironisch*. Das Amtsgericht Bamberg hat den Chef des »Deutschland-Kurier«, David Bendels, zu sieben Monaten Haft verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung ([apollo-news.net, 04.08.2025](https://apollo-news.net/amtsgericht-bestaetigt-haftstrafe-auf-bewaehrung-wegen-faeser-meme/)). Sein Vergehen? Bendel hatte am 28. Februar 2024 eine satirische Bildmontage veröffentlicht. Auf dem Bild hält die umstrittene Innenministerin Nancy Faeser ein Schild hoch, auf welchem steht: »Ich hasse die Meinungsfreiheit.« Bendel wurde in erster Instanz nach § 188 StGB verurteilt, dem »Paragrafen gegen Majestätsbeleidigung«. Der Verurteilte habe, so die Pressestelle des Amtsgerichts Bamberg, »eine für den unbefangenen Leser nicht erkennbar bewusst unwahre und verächtlichmachende Tatsachenbehauptung« verbreitet ([@totalreporter, 07.04.2025](https://x.com/totalreporter/status/1909532337454412104)). Lasst euch das einmal auf der Zunge zergehen! Das alles bedeutet: Laut Amtsgericht Bamberg ist für den unbefangenen Leser »nicht erkennbar«, sprich: nicht offensichtlich, dass die Ministerin doch kein Schild mit der Aufschrift »Ich hasse die Meinungsfreiheit« hochhalten würde. Das Amtsgericht will Satire über diese Regierung verbieten, denn sie ist nicht von der Realität zu unterscheiden. ## Damit als vorbestraft Es ist nicht wirklich ironisch, eher widersprüchlich, dass laut Gericht, eine *erkennbar bewusst falsche* Behauptung eine *falsche Tatsachenbehaupung* sein soll. Wenn es *erkennbar* falsch ist, wie kann es eine *Tatsachenbehauptung* sein? Was das Gericht sagt, ist natürlich Unsinn. Damit will es aber seine Macht beweisen. Ich hoffe, dieses Urteil ist kein *Symptom des Systems*. Es ist ein Kennzeichen totalitärer Systeme, die Bürger zum Bekennen offensichtlicher Absurditäten zwingen – siehe »2+2=5«. Mit der Begründung des Amtsgerichts ließe sich jegliche Satire verurteilen. *Jede* Satire enthält eine offensichtlich unwahre Tatsachenbehauptung. (In der Praxis wird aber natürlich nur die regierungskritische Satire verboten werden. Satire gegen die Opposition darf auch weiterhin alles, selbst wenn solche Satire keine Satire ist.) Ein Bürger kritisiert satirisch, dass der Staat die Meinungsfreiheit hasst, sodass er ab Rechtskraft des Urteils als vorbestraft gilt. Die Lage in Deutschland ist nicht eine Anhäufung unglücklicher Ereignisse – die Lage ist *ironisch*. Ironisch wie die niedergebrannte Feuerwehrstation. Ironisch wie der ertrunkene Rettungsschwimmer. Ironisch wie verurteilt zu sein für die Meinung, dass der Staat die Meinungsfreiheit hasst. ## Zwei Minuten zu spät Es ist *nicht* ironisch, sondern simple Begriffsanalyse, wenn Claudio Zanetti auf X schreibt: > Ein Staat, in dem einen der Innenminister einer willfährigen Justiz zur Verurteilung überstellen kann, weil man sich über ihn lustig macht, ist keine Demokratie. Punkt. ([@zac1967, 07.04.2025](https://x.com/zac1967/status/1909323465028419770)) In Demokratien ist es üblich, dass Bürger sich über Politiker lustig machen – in »Unsere Demokratie« ist es andersherum. Ich bin mir gar nicht so sicher, ob einige der Situationen im Lied *Ironic* nicht doch ein wenig *ironisch* sind. Gleich die erste Szene, der Anfang des Liedes: »Ein alter Mann wird 89 Jahre alt. Er gewinnt die Lotterie und stirbt am nächsten Tag.« Es ist eine Verkettung unglücklicher Umstände – kein Zweifel. Großes Pech, wenn sich gerade die Möglichkeit zum großen Glück einstellte. Ein Journalist wird verurteilt, weil er satirische Kritik an der Regierung postete. Wenn es dich potenziell ins Gefängnis bringen kann, satirisch zu bebildern, dass die Meinungsfreiheit tot ist, dann ist nicht nur die Meinungsfreiheit tot, sondern auch der Sinn für Ironie. Was mir schon seit der Merkel-Ära solchen Schmerz bereitet, wenn ich an Deutschland denke: Wir hatten so großartige Möglichkeiten, doch das beste Deutschland aller Zeiten brannte seine Chancen nieder und verfolgt die, die sich darüber beschweren. Der gute Rat, den man nicht annahm, soll laut jenem Lied ebenfalls »ironisch« sein. Ach, Deutschland wird den guten Rat schon noch annehmen. Die Deutschen werden zu Sinnen kommen, werden wieder guten Rat annehmen. Allerdings womöglich auf jene »ironische« Weise, die im Lied als »Begnadigung von der Todesstrafe« beschrieben wird – die Begnadigung, die zwei Minuten zu spät kommt. - [Der Tisch wird gewischt](https://dushan.org/essays/tisch-wird-gewischt/) Krieg ist schrecklich und so sinnlos. Da sind wir uns alle einig. Was aber, wenn nur eines davon stimmt? Was, wenn Krieg wirklich schrecklich ist, aber die Menschheit eben nicht ohne ihn auskommt? Letztens, und das ist in Teilen tatsächlich wahr, war ich unterwegs zum Büro, um für euch zu schreiben. Doch es war einer jener Tage, an denen zog und zerrte es an mir, erst einmal durch die Straßen zu schlurfen, auf Parkbänken zu lesen, zu grübeln und Gedanken nachzuhängen – und vor allem zu frühstücken. Ich wählte für diese erste Mahlzeit des Tages ein anderes Etablissement als an normalen Tagen. An normalen Tagen ist mein Geist ordentlicher. Die Kellner und die übrigen Männer in meinem Stammlokal sollen nicht sehen, dass ich heute unordentlich war. Ich fand eine Gaststätte, derer mein unordentlicher Geist würdig war. Ich bestellte das, was ich sonst auch bestelle. Eine Portion Tortilla, dazu einen schwarzen Kaffee. Ich wählte eine stille Ecke hinten im Raum. Auf dem Tisch waren noch Krümel und Pfützen vom vorigen Gast. Der Kellner kam mit einem feuchten Tuch vorbei, wischte das Holz ausreichend sauber. Dann servierte man mir mein Essen. Ich bereitete mich vor, meine Tortilla zu essen, meinen Kaffee zu trinken und mit meinem Musil meine innere Ordnung wieder herzustellen. Zu diesem Zweck tat ich mein Bestes, das TV-Gerät zu ignorieren, das an der Decke hing und ungefragt die Nachrichten des Tages in den Raum plärrte. Es plärrte vom Krieg. Die Hälfte meines Frühstücks war gegessen, da setzte sich, ohne um Erlaubnis zu bitten, ein Bärtiger mir gegenüber an meinen Tisch. »Bonjour«, sagte der Bärtige, »guten Tag, hello and buenos dias.« Nachdem er festgestellt hatte, welche Sprache bei mir greift, forderte er mich auf, ihn auf ein Frühstück einzuladen. Unwirsch schaue ich zum Kellner und versuchte, die Frage in meinen Blick zu legen, was für ein Betrieb das denn sei, den er hier betrieb. Was ist das für ein Laden, wo bärtige Männer einfach so an den Tisch kommen und um ein Frühstück betteln? Der Kellner half mir nicht, im Gegenteil. Der Kellner brachte zwei Gläser mit ortüblichem Schnaps, stellt beide vor den Bärtigen und klopfte mir dann auf die Schulter. Damit sagte er mir wohl: »Die gehen beide auf dich.« Selbst wenn ich eine Wahl gehabt hätte, wäre ich einverstanden gewesen. Warum auch nicht? Der Bärtige trank mit drei konsequenten Schlucken das erste Glas leer. In der einen Hand das Glas, hob er mit der anderen den Zeigefinger: Ich sollte kurz warten und solange schweigen. Er hatte Wichtiges mitzuteilen, und eine Ablenkung durch mich, selbst mit einem höflichen »Zum Wohl!«, würde den Erfolg seiner Mitteilung gefährden. »Die reden wieder vom Krieg«, sagte er und zeigte auf das TV-Gerät. Ich nickte und trank vom Kaffee. Ich hätte mich beinahe verschluckt, als am enderen Ende des Lokals jemand einen Teller fallen ließ, der scheppernd auf dem Boden zerbrach. »Ich kenne Krieg. Ich war jung. Ich hatte Überzeugungen – ha!« Er nippte an seinem zweiten Schnaps, leerte ihn aber nicht. Jemand fegte die Scherben des Tellers zusammen. »Algerien«, sagt er, »mein Krieg war Algerien. Die nannten es nicht Krieg. Die nannten es eine Befriedungsoperation, die ›Opérations de pacification‹. Oder noch schöner: die ›Opérations de maintien de l'ordre‹, die NOperationen zur Aufrechterhaltung der Ordnung‹. Da war wenig mit Frieden. Und wenig mit Ordnung.« Ein weiterer Schluck, dann: »Man gab mir eine Uniform und ein Gewehr, und ab ging es in die Hitze. Du denkst, die Amerikaner haben das erfunden, dass jeder Krieg ein Krieg gegen Terroristen ist? Nein, das war schon früher so.« »Des einen Freiheitskämpfer …«, setzte ich an, doch er winkte ab: »Ja, ja. Wir patrouillierten durch Straßen sandiger Städtchen. Wir zogen Männer aus ihren Häusern, manchmal auch Frauen. Wir nannten es Verhör. Manchmal redeten sie. Manchmal nicht. Manchmal redeten sie nach einer Weile. Und manchmal verstand dann keiner mehr, was sie sagten. Man sagte uns, wir kämpften gegen die Barbarei, doch …« Der Bärtige schwieg. Er hielt sein zweites Glas hoch, und die Morgensonne glitzerte im Ethanol. Im TV redeten sie wieder und immer weiter vom Krieg, von neuen Kriegen. Kriegen irgendwo und Krieg womöglich bald ganz in der Nähe. Wir schauten beide hoch zum TV-Gerät. Die Sprecherin trug einen schwarzen Blazer, eine weiße Bluse, ein rotes Halstuch und roten Lippenstift. Ihre Worte handelten vom Krieg, doch sie bedeuteten ihr nichts. Ich spürte das Bedürfnis, auch etwas zu sagen, also sagte ich: »Man würde doch meinen, dass die Menschheit nach so vielen Jahrtausenden die Sinnlosigkeit des Krieges eingesehen hätte.« »Da irrst du aber womöglich«, sagte er und roch an seinem Glas, warum auch immer. »Wo irre ich?«, hakte ich nach. Er nickte, trank wieder und hielt wieder einen Finger hoch. Ich sollte warten. Ich wartete. Er fragte: »Weißt du, was schrecklicher ist als die Sinnlosigkeit des Krieges?« Ich wusste es nicht. Er sagte: »Schrecklicher als die Sinnlosigkeit des Krieges ist die Möglichkeit, dass Krieg eben nicht sinnlos ist. Vielleicht braucht der Mensch den Krieg. Vielleicht ist Krieg eine Reinigung, wie Naseputzen, und manchmal fließt beim Naseputzen eben Blut.« Ich fasste zusammen: »Schlimmer als die Sinnlosigkeit des Krieges ist die Möglichkeit des Gegenteils.« Er trank den Rest seines zweiten Schnapsglases aus, wischte sich Tropfen aus dem Bart und sagte, nun doch etwas lallend: »Ja, Krieg schrecklich, aber notwendig. Und ich ›imbecile‹ hatte Überzeugungen!« Ich trank meinen Kaffee aus. Der Kellner sammelte die leere Tasse und die beiden leeren Gläser ein. Die unberührte Tortilla ließ der Kellner stehen, wischte aber noch mal über den Rest des Tisches. Ich bot sie dem Bärtigen an. Er nickte erfreut, also schob ich ihm mein Frühstück zu. »Es ist Zeit, dass ich ins Büro gehe«, sagte ich. Im TV redeten sie von der Börse. Ich zahlte, auch den Schnaps, und trat auf die Straße, wo ein Straßenkehrer die ohnehin saubere Straße kehrte. Ja, es zog mich ins Büro, um dies schön ordentlich für euch aufzuschreiben. - [Was dachtet ihr, was passieren würde?](https://dushan.org/essays/haha-luegner-gewaehlt/) CDU-Nachwuchs säuerlich, gehen auf Merz los: »(Wir) stehen als Lügner da!« – Dazu der »Schock«: Die AfD zieht in Umfragen gleichauf mit der CDU! – Es ist alles Blabla. Ein Gewählter kann vier Jahre maximalen Schaden anrichten. Das ist Demokratie, yippie! Ihr kennt bestimmt diese Leute, die von einer persönlichen Katastrophe in die nächste stolpern, ihr Leben lang – und doch überleben sie irgendwie. So *scheint* es zumindest. Da wäre der Lebenskünstler mit den immer neuen Geschäftsideen, die trotz aller Euphorie nie darin münden, diesen Zeitgenossen *reich* zu machen. Der Mann oder die Frau, die von einem instabilen Lebenspartner zum nächsten hüpfen. Oder der Leichtgläubige, der wieder und wieder Betrügern und Scharlatanen zum Opfer fällt (womit wir fast schon beim Thema des Tages wären). Man fragt sich bei diesen Leuten bisweilen: Wie halten die das so lange durch? Warum gehen die nicht pleite? Darauf aber kennt die Wissenschaft mehr als eine mögliche Antwort! Vielleicht haben diese Katastrophenfreunde genug geerbt und verbrauchen das Erbe nun eben. Vielleicht haben solche Leute früher, in ihrer Jugend, als ihre Eltern sie noch zur Vernunft zwingen konnten, etwas Vernünftiges gelernt, und davon leben sie jetzt. Vielleicht ist so ein Mensch zwar ein Experte in selbstgemachten Katastrophen, aber ebenso ein Experte darin, *andere* Leute für die Folgen seines Tuns aufkommen zu lassen. (Und »der Staat« zählt hier definitiv als »andere Leute«.) Als Außenstehender empfindet man vielleicht zunächst *Mitleid* und *Mitgefühl* mit diese Menschen. Man möchte helfen. Man wünscht sich, dass diesem Menschen *geholfen wird*. Bis man merkt, dass dieser Mensch sich das *selbst* antut. Dass manche Katastrophe *realistisch vermeidbar* gewesen wäre. Dass der Katastrophenpilot das alles hätte vermeiden können. Dass es so schien, immer wieder, als *wollte* er nicht sehen, was als Nächstes passieren *musste*. Dann will man dem Menschen zurufen: »Was dachtest du *denn*, was passieren würde?« Der »CDU-Nachwuchs geht auf Merz los«, lesen wir aktuell ([bild.de, 5.4.2025](https://www.bild.de/politik/waehrend-koalitionsverhandlungen-junge-union-macht-druck-auf-merz-67efb6785d8d663adcab0f54)). Die CDU-Mitglieder an der Basis »stehen als Lügner da«, stellen diese nun fest. Und auch die ersten *Wähler* der CDU sind unzufrieden. Zum ersten Mal steht die CDU mit der AfD in Umfragen gleich ([welt.de, 05.04.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article255870832/CDU-CSU-Absturz-AfD-in-Umfrage-erstmals-gleichauf-mit-Union.html)). In meiner Seele toben hochmoralische Kämpfe bezüglich dieser neuesten Entwicklungen. *Eine* Instanz in mir hat Mitleid und Mitgefühl mit den deutschen Wählern. Ich möchte helfen. Ich wünsche, dass den deutschen Wählern *geholfen wird*. Eine *andere* Instanz will den deutschen Wählern zurufen: »Was dachtet ihr, was *denn* passieren würde?« Die Lebenskünstler, die von einer selbstgemachten Katastrophe zur nächsten stolpern, können das nur tun, bis ihre Ressourcen aufgebraucht sind, das Erbe ausgegeben, die Zeit abgelaufen, sie müde und überschuldet. Und selbst dann werden sie oft genug die Schuld für ihr Schicksal bei den *anderen* suchen. Ähnlich die deutschen Wähler und Parteimitglieder: Nach den Wahlen sind sie ganz erschrocken, dass sie angelogen wurden. Und beim nächsten Mal wählen sie dann doch wieder die *Neue Deutsche Einheitspartei* – und werden wieder angelogen. Die große Tragik der Katastrophenkünstler wie auch der Deutschen ist aber noch nicht einmal die Verschwendung von Zeit und Geld. Die große Tragik ist das Verschleudern der *Möglichkeiten*. Was hätten jene Lebenskünstler, was hätten die Deutschen alles erreichen können, wenn sie ihre Fehler nicht wieder und wieder wiederholt hätten! - [Die Autos waren früher bunter](https://dushan.org/essays/autos-waren-bunter/) 80er, 90er, erinnert ihr euch? Autos waren bunt. Menschen feierten auf der Straße. Von LKWs erklang Techno, die Menge tanzte dazu. Heute unvorstellbar. Heute würde man fürchten, dass ein LKW in die Menge fährt. Wo und warum sind wir falsch abgebogen? Freitag, der 4. April 2025. Wenn ich das Datum ausschreibe, wird mir bewusst: Wir sind etwa ein Vierteljahrhundert drin, im neuen Jahrtausend. (Nein, keine »Wann fing das Millennium an«-Debatten, bitte – keine Zeit dafür.) Ein Vierteljahrhundert! Ich habe noch immer 1993 nicht verarbeitet. Das war das Jahr, als ich mich durchs Abitur stolperte. Und jetzt haben wir 2025! In den sozialen Medien werden, seit Jahren und zuletzt immer sehnsüchtiger, »die 80er-« und »die 90er-Jahre« zu einer Art *idealer Zeit des Westens* verklärt. Die Autos waren bunter. Die Jugend tanzte auf den Straßen, nannte es eine Liebesparade. Heute unvorstellbar! Früher erklang von LKWs laute Technomusik und die Menge tanzte dazu. Heute unvorstellbar! Heute würde man fürchten, dass ein LKW in die Menge fährt. Es wäre ein Schlachtfest, da hälfe auch alles Merkellego wenig. Was für eine Ironie, dass die Menschen *online* einer Zeit nachtrauern, in welcher es ebendieses Online noch nicht gab. Früher abonnierte man eine Tageszeitung. Die Zeitung las man oder auch nicht. Dann legte man sie weg. Heute *lesen* wir die Nachrichten aus aller Welt nicht, heute sind wir an den Horror der Welt *angeschlossen*. Wir sind online. Der kalte Krieg endete, und der Krieg gegen unsere Seelen begann. Die Abgründe des Menschseins, das Gift namens »Meinung«, wird intravenös in die Seele getropft. Vom ersten bis zum letzten Atemzug des Tages – und bald: des Menschen. Früher verloren wir Familienmitglieder an den Krieg, heute an Polit-YouTube. Heute treten Politiker nicht mehr zurück. Und es geht bergab mit der Welt, *es* wird nicht besser werden. Der Grund für beides ist derselbe: Politiker empfinden keine Scham mehr – eine weitere menschliche Eigenschaft, die sie abgelegt haben. Denken, Fühlen und Streben auf *Macht* reduziert. Es war eine Frage politischer Evolution: Früher oder später werden sich jene durchsetzen, die keine Motivation außer der Macht haben. Die Masse aber ist derweil abgelenkt von ihren kleinen und großen Bildschirmen. Junkies auf dem ewigen Dopamin-Karussell. Aufgeputscht von Meinungen, Angst und Propaganda und vor allem von dem ständigen Bemühen, sich nicht die selbstverschuldete Sinnlosigkeit ihres Alltags einzugestehen. Ach, ein wenig Politiker sind wir doch alle inzwischen. Wir sind Kinder unserer Zeit. Wir kaufen unsere Autos in Grau/Silber (33 Prozent), Schwarz (26,6 Prozent) oder Weiß (19,9 Prozent; [Angaben von adac.de](https://www.adac.de/news/beliebteste-autofarben/)), weil eine Nichtfarbe den Wiederverkaufswert sichert. Die Nichtfarbe ist *effizient* für den Autokäufer, die Schamlosigkeit ist *effizient* für den Politiker. »Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst«, so habe ich mich lehren lassen. Welche Art von Veränderung will ich in der Welt denn sehen? Und was muss ich dafür tun, wenn lesen und schreiben nicht genügen? Ich habe also Flüge und ein Hotel gebucht, für den Sohn und mich. Aus dem Vatikan hat man uns die Termine bestätigt. Mir und Tausenden anderen – *so* wichtig bin ich nun auch wieder nicht. Vielleicht sehen wir dort auch schöne italienische Autos, in Rot und anderen *Farben*. Was auch immer hiernach kommen soll, es kann nur mit einer Rückbesinnung beginnen. Sich der eigenen Wurzeln bewusst werden. Das Fundament freilegen und ausbessern, ob dieses Fundament vor zwanzig, zweihundert oder zweitausend Jahren gelegt wurde. Wenn sich jemand verfahren hat und feststellt, dass seine Fahrt [in den Abgrund](https://dushanwegner.com/dazwischenwesen) führt, dann sollte er an- und innehalten und sich eingestehen, dass der Fall ist, was der Fall ist. Was aber tun, wohin aufbrechen, wenn von hier und heute aus keine gute Richtung erkennbar ist? Dann bleibt vielleicht nur dies: Kehre zurück an den Punkt, an dem Hoffnung und Möglichkeiten zuletzt greifbar waren. Und wenn dieser Punkt nicht mehr existiert, dann zu einem Punkt davor, der noch existiert – vielleicht, weil er *ewig* ist. - [Warum schnattern die Gänse?](https://dushan.org/essays/warum-schnattern-die-gaense/) Werde Prophetenbeschimpfer! Den Propheten kannst du DREIMAL beschimpfen: Zuerst, weil seine Vorhersage die Ruhe stört. Dann, wenn es eintritt, weil er sich doch gewiss darüber freut. Und später schimpfst du, weil er nicht laut genug warnte. Wenn du heute jung bist, sei dir meines Mitgefühls und meiner ratlosen Sorge sicher. Solltest du aber in diesen trüben Tagen darauf bestehen, nicht nur *jung* sein, sondern dazu auch noch einen Beruf zu suchen, dann empfehle ich dir: Werde Prophetenbeschimpfer! Ja, die dummen (und also oft auch: *armen*) Schweine zu beschimpfen, welche sich nicht hemmen können, die Zukunft vorherzusagen, das ist ein Beruf mit Zukunft. (Wenn auch mit düsterer Vergangenheit und einer recht blöden Gegenwart.) Ein Patient kommt zum Arzt mit *einer* Krankheit. Beim Arzt aber entwickelt er, so stellt der Arzt fest, zwei weitere Krankheiten. Und so geht der, der mit *einer* Krankheiten in die Praxis kam, mit *drei* Krankheiten wieder hinaus. Du aber, der Prophetenbeschimpfer, du bist der *Arzt* des Propheten. Beschimpfe den Propheten das erste Mal, wenn er seine Prophezeiung kundtut. Was maßt der Irre sich an, mit provokanten Worten unsere Gewissheiten zu stören! Hass ist es, was er versprüht. Hetze ist es, die er in die Seelen des Volkes streut! Und dann, das zweite Mal, beschimpfe den Propheten, wenn seine Prophezeiung wahr wird. Beschimpfe ihn nicht bloß – unterstelle ihm böse Freude. Der Prophet *profitiert* doch davon, dass eintritt, was er vorhersagte – so beschimpfst du ihn. Wer profitiert, der freut sich doch über die Möglichkeit des Profits. Was für ein Unmensch muss das aber sein, der sich über so böse Ereignisse freut! (Hinweis: Es stärkt dein Argument, dass *tatsächlich* immer wieder falsche Propheten erst Angst schüren und dagegen sogleich ein Vademecum verscherbeln. Bisweilen steht Prophet gegen Prophet – und den Hörern schwirrt der Kopf.) Und dann, wenn es vorüber ist, beschimpfst du den Propheten gleich noch einmal, ein drittes Mal – im Rückblick. »Prophet«, so schimpfst du, »warum hast du nicht lauter gewarnt? Warum warst du nicht deutlicher?« Frage das Volk, ob es des Volkes Schuld ist, dass sie nicht auf den Propheten hörten. Natürlich nicht! Wir sind das Volk, und unsere Stimme ist *Gottes* Stimme. »Warum warst du so zaghaft mit deiner Prophezeiung?«, so tadelt das Volk den Propheten. »Warum war dein Rücken nicht gerader, als wir dich verhöhnten und dein Leben bedrohten? Deine Schuld ist es, dass wir nicht auf dich hörten. Und dann die falschen Satzzeichen in deinen Prophezeiungen … wie sollte man dich ernst nehmen?« Ja, der Beruf des Prophetenbeschimpfers ist befriedigend und – diese »Prophezeiung« sei riskiert – wird auch in Zukunft weiter gefragt sein. Der Abgrund ist sichtbar. Die ersten sind bereits hineingefallen, und man hört [das Schreien vom Abgrund](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/) her – also steht reichlich Arbeit an, all die Propheten zu beschimpfen, die vor ebendiesem Abgrund warnen. Wer in Kampf und Krieg zieht, ob auf dem Schlachtfeld oder auf dem Schachbrett, der tut gut daran, seinen Feind zu *verstehen*. Was also motiviert den Propheten, sich beschimpfen zu lassen, dreimal, und seine Prophezeiung dennoch unablässig zu verkünden? Ich meine, es war Nietzsche, der Propheten mit den Gänsen auf dem römischen Kapitol verglich, den heiligen Tieren der Juno. Wenn Gefahr droht, schnattern die Gänse, laufen umher und schlagen mit den Flügeln. Vor allem aber schnattern sie laut, sodass jeder sie hört. *Warum* aber schnattern die Gänse? Man sagt, dass die Gänse die Menschen vor Kelten und anderen Katastrophen *warnen* wollen. Ich bin aber recht sicher, dass in keiner einzigen Gans sich je eine Absicht manifestierte, die in den Satz zu bringen wäre: »Ich spüre eine Gefahr nahen, und ich will die Menschen warnen.« Tatsächlich ist es den Gänsen *angeboren*, in dieser oder jener Konstellation der Welt laut zu schnattern. Die Gänse schnattern aus dem gleichen Grund, warum Propheten prophezeien und die Sterne im Nachthimmeln leuchten: Es ist ihre Natur. Solltest du in diesen Tagen tatsächlich *jung* sein, und solltest du einen einträglichen Beruf suchen, dann wäre Prophetenbeschimpfer das Richtige. Der Staat, so höre ich, zahlt Leuten viel Geld, die die Propheten beschimpfen, welche vor dem Staat warnen. Doch solltest du, gleich welchen Alters, heute die nächsten Jahre deines weiteren Lebens skizzieren, wäre es dennoch klug, darauf zu hören, was die Gänse so schnattern. (Ein Gedanke noch: Mancher Prophetenbeschimpfer beschimpft die Propheten bloß, damit die *anderen* Leute nicht auf die Propheten hören. Er selbst hat längst, um die metaphorischen Tiere zu wechseln, seine Schäfchen ins Trockene gebracht.) - [Opposition nervt? Einfach verbieten.](https://dushan.org/essays/opposition-verbieten/) In Rumänien und Frankreich verhindert man mit fragwürdigen Gerichtsurteilen störende Politiker. Die Koalition der Schande will das auch für Deutschland. Wie sagte letztens ein Diplomat über Deutschland? »So etwas passiert nur in autoritären Staaten.« Eines der Werkzeuge von Propagandisten der Unterkategorie »Comedians« ist das *Wer-hats-gesagt-Spiel*. Der »Comedian« listet Zitate auf und fragt das Publikum: Ist das von *Zielperson X* oder ist das von *Hitler*? Mit *Zielperson X* meinen wir, wen auch immer die Propaganda gerade zur zuerst moralischen und dann sonstigen Zerstörung freigibt. Wir müssen nicht wirklich diskutieren, wie aufrichtig dieses Spiel sein *kann*. Die Technik zur Auswahl dieser Zitate fällt unter das, was man im Englischen das *Cherrypicking* nennt. Das Kirschenpflücken. Die *beabsichtigte Wirkung* einer solchen Übung wird ja bereits im Setup erzielt. Für dieses »Spiel« wird vorausgesetzt, dass es schwerfällt, zentrale Zitate jeweils der Zielperson X oder Hitler zuzuordnen. Damit aber gilt es in den Seelen der linken, also eher schlichten Zuhörerschaft als *bewiesen*, dass die Zielperson und Hitler *gleich* sind. Gleich denkend, gleich gefährlich und vor allem: gleich verachtenswert. Einer, mit dem das Spiel gespielt wurde, ist Björn Höcke von der AfD. Damit wäre Höcke in einem Club mit [Taylor Swift](https://www.theatlantic.com/culture/archive/2013/08/who-said-it-adolf-hitler-vs-taylor-swift/311590/) und natürlich auch [Donald Trump](https://www.yahoo.com/news/trump-hitler-said-better-202929191.html). Beispiele sind schnell gefunden, etwa bei vice.com: [»Quiz: Wer hat's gesagt, Höcke oder Hitler?«](https://www.vice.com/de/article/quiz-wer-hats-gesagt-hocke-oder-hitler/). (Für eine nicht-rechte und dennoch erfrischend kritische Betrachtung dieser Praxis siehe [den Essay von Janosch Steuwer](https://geschichtedergegenwart.ch/hoecke-oder-hitler-nationalsozialistische-sprache-gestern-und-heute/).) Dieses Spiel soll eine gesellschaftliche Atmosphäre schaffen, in welcher *alles*, was Höcke sagt, als »irgendwie nazi« gilt. Man beachte etwa die Skandalurteile um Höckes Forderung, »Alles für«, äh, das Land, das einem Heimat ist, zu geben ([dw.com, 07.01.2024](https://www.dw.com/de/afd-chef-h%C3%B6cke-erneutes-urteil-wegen-nazi-parole/a-67983337); man beachte auch die bewusst ungünstige Fotoauswahl des Staatsfunks). Es wird eine gesellschaftliche Atmosphäre geschaffen, in welcher die Bürger nicht revoltieren, sondern es vielmehr frenetisch begrüßen, dass und wenn Oppositionelle ausgegrenzt werden. Es wird eine [Moralpanik](https://dushan.org/moralpanik/) inszeniert, in der die Mehrheit der Bevölkerung es hinnimmt, wenn Millionen von Wählerstimmen ignoriert werden. Und nun also, in vorhersehbarer Konsequenz solchen Verhaltens überlegt die moralisch endgültig heruntergewirtschaftete deutsche »Elite«, wie man Höcke gleich ganz von den Wahlen ausschließen kann. ([bild.de, 2.4.2025](https://www.bild.de/politik/inland/hammer-urteil-fuer-le-pen-darum-droht-auch-afd-hoecke-ein-politikverbot-67eb833d1d2d3b51787811fb)) Erst gab es den EU-Coup in Rumänien (siehe dazu den Essay [»Jetzt hat es mich doch erwischt«](https://dushan.org/doch-erwischt/)). Diese Woche erwischte es Marine Le Pen ([bild.de, 31.03.2025](https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/marine-le-pen-schuldig-im-veruntreuungsprozess-um-eu-gelder-67ea4aa92a806f03f5a9376b)). Schon vor der Rechtskräftigkeit des Urteils verliert sie ihr passives Wahlrecht für fünf Jahre, dazu werden ihr 100.000 Euro Strafe aufgebrummt und zur Demütigung eine Fußfessen angelegt, warum auch immer. Der Vorwurf? Le Pen habe als EU-Abgeordnete vier EU-Parlamentsassistenten für Aufgaben eingesetzt, »die nicht ihrer Funktion entsprachen, unter anderem als Personenschützer und persönliche Assistenten« ([bild.de, 31.03.2025](https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/marine-le-pen-schuldig-im-veruntreuungsprozess-um-eu-gelder-67ea4aa92a806f03f5a9376b)). Diese »Guten« *wollen*, dass wir sehen, wie sehr sie uns alle verhöhnen. Mit solcher »moralischen« Rückenstärkung aus Rumänien und Frankreich also sieht sich in Berlin die *Koalition der Schande* gerechtfertigt, deutsche Oppositionelle zu verbieten. Der Sinn und Zweck der Demokratie liegt darin, dass Machthaber abgewählt werden können. Etwa wenn das Volk wieder *seine* Interessen vertreten sehen will, statt immer nur und immer wieder die Interessen ausländischer Spekulanten, der Kriegsindustrie, der Genmanipulatoren und Menschenexperimentierer. Doch die »Eliten« finden es irritierend, abgewählt zu werden. Also annullieren sie Wahlen, erklären Wahlergebnisse für »unverzeihlich« oder verbieten gleich die Opposition, aufgrund teils hanebüchener Vorwürfe, mit Gummiparagrafen und auffällig willigen Richtern. An diesem Punkt der europäischen Geschichte stellt sich nicht mehr die Frage, ob Europa und insbesondere die Länder im EU-Besatzungsgebiet die Staatsform der Demokratie verlassen. Ja, tun sie. Höhere, außerdemokratische Mächte setzen Kandidaten nach Gutdünken ab (und andere ein, siehe [Schildkrötenmetapher](https://dushan.org/wirklich-an-der-macht/)). Wahlen werden mit lächerlichen Begründungen annulliert. Oppositionelle werden von Wahlen ausgeschlossen oder nach Wahlen ausgegrenzt. Derweil: Der deutsche Kanzler konnte bis heute nicht dazu gebracht werden, seine Erinnerungslücken beim Cum-Ex-Steuerraubzug aufzufrischen. Die Chefin der Europäischen Zentralbank ist weiterhin vorbestraft. Die EU-Chefin musste sich bis heute für keinen ihrer Skandale wirklich verantworten. Das alles ist offenbar kein Ausschlussgrund für höchste Ämter in der EU und den besetzten Ländern. Vorausgesetzt natürlich, so mutmaße ich, man/frau erfüllt brav die Rolle des geschmierten Rädchens in der *großen Maschine*. Der »populistische Sand« im korrupten Getriebe aber, der wird verboten, ausgegrenzt und entfernt. Wir könnten ja auch mal jenes Spiel spielen, quasi als *Gegen-Propaganda*. Wir könnten fragen: Opposition verbieten, Andersdenkende verfolgen, Wahlen steuern, wer versucht so etwas – autoritäre Diktaturen oder »Unsere Demokratie«? »So etwas passiert nur in autoritären Staaten«, so hat ein internationaler Diplomat letztens über [gewisse Vorgänge in Deutschland](https://dushan.org/wirklich-an-der-macht/) gesagt. Wenn aber ein Tier wie eine Ente quakt, wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente watschelt, dann ist es vermutlich eben eine Ente. - [Freiheitsdienst – die Grüne Knechtschaft](https://dushan.org/essays/freiheitsdienst/) Die Grünen fordern Zwangsknechtschaft für alle. Erst mal »nur« sechs Monate – später vielleicht sechs Jahre? Sechzig Jahre? Es soll »Freiheitsdienst« heißen, denn ihr wisst ja: Sklaverei ist Freiheit. Erinnert ihr euch noch daran, als eine Kugel Eis 50 Cent kostete? Ich erinnere mich noch an die Zeit, als wir sogar nur 50 *Pfennige* zahlten! Ich sage euch, die Zeiten werden kommen, da werden die letzten in Deutschland lebenden Menschen einander zuraunen: »Weißt du noch, als die grüne Knechtschaft nur sechs Monate dauerte?« »Grüne schlagen verpflichtenden ›Freiheitsdienst‹ vor«, so lesen wir aktuell. Und die Details dazu: »Sechs Monate für alle zwischen 18 und 67: Wehrdienst, Bevölkerungsschutz oder Gesellschaftsdienst – damit mischen sich die Grünen in die Wehrpflichtdebatte ein. Manche sollen aber befreit sein.« [spiegel.de, 31.3.2025](https://www.spiegel.de/politik/gruene-schlagen-verpflichtenden-freiheitsdienst-vor-a-81949a84-d797-41b5-861d-1365b7b36ab1) Dir und mir fällt natürlich der orwellsch anmutende Name ein: *Freiheitsdienst*. Ein *verpflichtender Freiheitsdienst*. Es klingt wie das, was ich im [Talking-Points-Buch](https://dushan.org/buecher/talking-points/) als *heiligen Widerspruch* erkläre. Politische Ideologen sprechen in Widersprüchen, und diese Technik haben sie von Religionen geliehen. Der eine Gott, der *drei* Personen und doch nur *ein* Gott ist. Die jungfräuliche Mutter. Der verpflichtende Freiheitsdienst. ## Grün und heilig Wer den »heiligen Widerspruch« einsetzt, der tut so, als seien die tiefsten Mysterien der Welt bisweilen nicht anders als in Widersprüchen zu beschreiben. Er, der diese Widersprüche sagt, soll als *Eingeweihter* gelten. *Ihm* ist diese Wahrheit keinesfalls widersprüchlich. Für *ihn* ist *verpflichtender Freiheitsdienst* so wenig widersprüchlich, wie für dich die Aggregatszustände des Wassers, welches mal fest ist und mal flüssig – und dann sogar *gasförmig*, wie ein Geist! Die Grünen zerstören Wälder, um die Natur zu schützen. Die Grünen fordern eine Quote für Frauen und auch, dass Männer sich zu Frauen erklären können (siehe dazu auch [»Lucy, ich und unser Eskimo-Baby«](https://dushan.org/lucy-ich-und-unser-eskimo-baby/)). Die Liste der »grünen« Widersprüche ist lang. Doch wenn die das tun, ist das *heilig*, und du verstehst es bloß nicht. Dass aber die Grünen die Eigenschaften einer Sekte besitzen, ist bereits Allgemeinwissen. Doch auch die Grünen entwickeln sich weiter, ähnlich wie einst die ersten Proteine sich irgendwie zu Einzellern entwickelten. ## Grüne Evolution 2023 schrieb ich in dem Essay [»Faschismus heißt jetzt ›wehrhafte Demokratie‹«](https://dushan.org/fuenf-schluessel/) davon, dass der Orwell-Slogan »Ignoranz ist Stärke« das gesamte Grünen-Parteiprogramm und die Grünen-DNA abbildet. »Ignoranz ist Stärke«, das ist natürlich einer der drei Orwell-Slogans, aus dem zuletzt unangenehm häufig zitierten *1984*. Ohne essayistische Übertreibung können wir sagen, dass die Grünen inzwischen *alle* drei Orwell-Slogans durchgespielt haben. Da wäre noch »Krieg ist Frieden«. Die Grünen, aus deren Reihen sich Soldaten früher schon mal als »Mörder« beschimpfen lassen mussten, klingen bald wie die kriegsgeilste aller deutschen Parteien. Und als dritter Slogan nach »Krieg ist Frieden« und »Ignoranz ist Stärke« gesellt sich »Freiheit ist Sklaverei« dazu. Die Grünen adaptieren nun also auch »Freiheit ist Sklaverei«, wenn sie den Leitsatz auch umkehren. Die Grünen fordern Sklaverei für alle von 18 bis 67 Lebensjahren, und sie nennen es den *Dienst an der Freiheit*. Eine der Grünen, die das federführend vorschlug, ist eine gewisse Katharina Schulze aus Bayern. Die ist mir bekannt für ihre Forderungen nach Impfpflicht und einem harten staatlichen Vorgehen gegen Querdenker. Frau Schulze bedient sich schon länger des typisch grünen *heiligen Widerspruchs*. Da wäre etwa dieses rhetorische Bonbon: > Bin stolze Quotenfrau und plädiere schon lange für eine positive Konnotation dieses Begriffes. Ist doch toll Quotenfrau zu sein, es damit aus eigener Leistung zu schaffen \[…\]. ([@DLF, 23.11.2020](https://x.com/KathaSchulze/status/1330917966880403457)) Und der neueste Orwellismus der Grünen aus Bayern ist eben der »Freiheitsdienst«. ## Für ein Land? Das Empörendste und zugleich Entlarvendste daran ist die moralische Begründung für den »Freiheitsdienst«. Als Argument wird eine unverschämte Frage gestellt: »Es ist an der Zeit, die Frage zu stellen: Was kannst du für dein Land tun?« ([spiegel.de, 30.03.2025](https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-schlagen-verpflichtenden-freiheitsdienst-vor-a-81949a84-d797-41b5-861d-1365b7b36ab1)) Ausgerechnet die Partei, deren Politiker und nicht selten auch Wähler oft ihr Leben lang von Steuergeldern gelebt haben, die netto vom Staat kassieren und via NGOs und anderer Kanäle schröpfen, ausgerechnet diese Figuren raunzen Steuerzahler, Väter und Mütter an, dass es an der Zeit sei, zu fragen, was die für ihr Land tun können. ## Nur 50 Pfennige Ich schrieb 2018 von der [»Merkelschen Pflichtrepublik«](https://dushan.org/merkels-erbe/). Also einem Deutschland, das für die Deutschen nur *Pflicht* ist, nie ein Anrecht, nicht einmal eine Heimat. Genau diese Pflichtrepublik erscheint hier wieder. Grüne wollen »nie wieder Deutschland«. Mit Deutschland können sie »nichts anfangen«. Aber der Bürger soll sich fragen, was er für sein Land tun kann. (Außer Steuern zahlen, Müll trennen und den Laden irgendwie am Laufen halten.) Es sind erst mal »nur« sechs Monate grüner Knechtschaft pro Menschenleben, welche die Grünen fordern. Also so, wie die Energiewende nur eine Kugel Eis pro Haushalt kosten würde. Das waren mal 50 Cent. Und noch früher kostete die Kugel Eis nur 50 Pfennige. Schimpft nicht, dass ihr sechs Monate grüne Knechtschaft auferlegt bekommt. Kommende Generationen werden euch darum beneiden, werden sagen, das sei so wenig wie eine kleine Kugel Eis. ## Monate, Jahre, ein Leben Eure Kinder und Enkel werden Jahre und Jahrzehnte – ein Leben – an Sklaverei für die *Grüne Sache* leisten müsse. Im Vergleich dazu wird eure sechsmonatige Zwangsknechtschaft ein Eisschlecken sein. Vom Freiheitsdienst befreit werden aller Voraussicht nach die Familien von Grünen-Funktionären. Auch die Nützlichkeit für den Deep State, ob als NGO-Scherge oder Journalist, wird dir vermutlich deine Freiheit vom Freiheitsdienst sichern. ## Ein anderer Weg Existieren denn andere Wege, sich dem Zwang zum Freiheitsdienst zu entziehen? Kannst du dich der Sklaverei entziehen, ohne deine Seele zu verlieren? Nun, die Initiatoren sagen selbst, der Zwang werde angewandt auf »alle mit festem Aufenthalt in Deutschland unabhängig von Staatsbürgerschaft oder Geschlecht«. Damit existiert, außer Gewissenstod durch Funktionärsrolle, logisch noch *eine* Möglichkeit. Die allerdings sollte zeitig genug vorbereitet werden. - [Lügen ist bald illegal (für dich, nicht für Politiker)](https://dushan.org/essays/luegen-verboten/) Die Koalition der Schande will Lügen verbieten. Nein, nicht die Lügen der Politiker, die bleiben legal. Verboten wird, was der Medienaufsicht (= deutsches Wahrheitsministerium) widerspricht. »Unsere Demokratie« wird eine spektakulär dämliche Diktatur. Die kommende *Koalition der Schande*, so wird aktuell gemeldet, will *das Lügen verbieten*. Wörtlich klingt der Wahnsinn so: > Die bewusste Verbreitung falscher Tatsachenbehauptungen ist durch die Meinungsfreiheit nicht gedeckt. (vorläufiger Koalitionsvertrag, zitiert nach [bild de, 27.3.2025](https://www.bild.de/politik/inland/medien-papier-von-union-und-spd-neue-koalition-will-luegen-verbieten-67e52f80ccbc941ec01faddc)) Das *bewusste Verbreiten falscher Tatsachenbehauptungen* solle also illegal werden. Was eine *richtige* Tatsachenbehauptung ist, das soll eine zentrale Stelle entscheiden, so lesen wir. Angeblich soll sie politikfern sein. Vermutlich so politikfern wie ARD und ZDF. Man seufzt. Diese Stelle aber, angesiedelt bei der Medienaufsicht, soll entscheiden, was Wahrheit ist und was nicht. Ein *Wahrheitsministerium* eben. Und Gerichte werden dann wohl entscheiden, ob du dir dessen bewusst warst, dass es keine von den Behörden genehmigte Wahrheit war, die du verbreitet hast. Ich gehe davon aus, dass [die lachenden Staatsanwälte von Göttingen](https://www.youtube.com/watch?v=qqKSMKf2UQs&ab_channel=DushanWegner) wissen werden, welche Richter dem frechen Bürger besonders häufig böse Absicht attestieren. Der zentrale psychologische Trick und zugleich der verheerendste Irrtum von Ideologien besteht darin, einen ethischen Wert und ein hehres Ziel, die bislang dem Einzelnen zur Prüfung seines Redens und Handelns dienten, zu einen real zu erzielenden Zustand zu erklären - und diesen dann erzwingen zu wollen. Ein Beispiel ist die *Gerechtigkeit*: Wer etwa einen Kuchen an seine Kinder verteilt, der will dabei möglichst gerecht vorgehen. Doch schon da stellen sich Fragen: Verteilt er ein gleich großes Stück an jede Person? Oder verteilt er gemäß der jeweiligen Körpergröße oder dem Alter, wie er es sonst beim Essen täte? Würde er, wenn *ein* Kind krank ist, auch die Medizin gleich an alle Kinder verteilen, um *gerecht* vorzugehen? *Gerechtigkeit* ist ein Wert, und die Anwendung dieses Wertes ist Gegenstand ewiger Debatten – und muss es auch bleiben! Eine Ideologie, die festlegen will, was Gerechtigkeit ist und was nicht, will aber die Bedeutung des Wortes verändern, den Begriff austauschen. Beim Begriff *Wahrheit* verhält es sich ähnlich, aber noch drastischer. Hinsichtlich der Gerechtigkeit ließe sich ja noch ein Zustand vorstellen (theoretisch, nicht praktisch), bei dem sich alle Beteiligten darauf einigen, dass sich dieser Zustand *gerecht genug* anfühlt. Hinsichtlich der Wahrheit ist Vergleichbares schlicht *logisch* unmöglich. Der Begriff *Wahrheit* bezeichnet (nach der am weitesten akzeptierten Erklärung) eine Korrespondenz zwischen Aussagen und der Realität. Simpel formuliert: Ein Satz ist wahr, wenn die Realität so ist, wie der Satz es behauptet. Das klingt plausibel genug, doch es zeigt in der praktischen Anwendung einen verflixten Haken: Wenn ich einen Satz sage, und jemand bewertet, ob dieser Satz wahr oder falsch ist, dann ist auch diese Bewertung wiederum nur ein Satz! Wie kann ich wissen, dass der zweite Satz, wonach mein erster Satz richtig oder falsch ist, seinerseits wahr ist? Wir bräuchten einen *dritten* Satz über die Wahrheit des *zweiten* Satzes, der die Wahrheit des *ersten* Satzes bewertete und so weiter, ad infinitum. Könnten wir eine Prüfung der Wahrheit anwenden, die *außerhalb* aller Sätze liegt? Eine seit Urzeiten bewährte Methode bei der Suche nach Wahrheit besteht darin, sich die Angelegenheit einfach mal selbst anzuschauen. Der Satz etwa, wonach meine rechte Hand über fünf Finger verfügt, erscheint mir als wahr genug, wenn ich nachschaue, nachzähle und es zu stimmen scheint. (Doch auch da könnte ich irren, und dieser Irrtum könnte sogar aktiv herbeigeführt sein, zu therapeutischen Zwecken, siehe [Spiegeltherapie](https://de.wikipedia.org/wiki/Spiegeltherapie).) Wenn ich nicht selbst nachsehen kann, brauche ich externe Faktoren, um zu prüfen, ob ich die Wahrheit eines Satzes für den Augenblick annehmen kann. Die zwei häufigsten Fragen zur Bestimmung *ausreichend begründeter Wahrheit* sind: Passt die neue Aussage zu den anderen Sätzen, die ich für wahr halte? Und: Vertraue ich der Person, die diese Aussage trifft? Kein Satz kann jemals als absolut wahr bestätigt werden. Um aber im Alltag handlungsfähig zu bleiben, müssen wir unsere Sätze und Annahmen zumindest so weit absichern, dass sie der Wahrheit *ähnlich genug* sind. Und doch bleibt es dabei: Die definitive Wahrheit einer Aussage ist logisch nicht feststellbar. Uns aber dessen bewusst zu sein, dass kein Satz definitiv wahr ist, ist Voraussetzung für menschlichen Fortschritt. Wo Sätze als absolut wahr gelten können, findet kein intellektueller Fortschritt statt – er *kann* nicht stattfinden. Doch die Koalition der Schande will nun, nach Vorbild von Orwells 1984, von einer Behörde bestimmen lassen, was wahr ist und was nicht. Das deutsche Wahrheitsministerium soll bei der Medienaufsicht angesiedelt sein. Und wer als Bürger eine Aussage verbreitet, die von der Medienaufsicht für unwahr erklärt wird, soll nicht von der Meinungsfreiheit geschützt sein – sondern wird sich strafbar machen. Wer für die Verbreitung staatlich nicht genehmigter Wahrheit verurteilt wird, wird auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden, und seine Familie wird Steuern auf den dabei anfallenden CO₂-Ausstoß zahlen müssen. Wir leben in Zeiten, in denen die Politik bald wöchentlich bei großen, folgenreichen Lügen erwischt wird. Doch die von der Politik eingesetzte Medienaufsicht soll entscheiden, was für den Bürger als Wahrheit zu gelten hat. Der Staat soll die finale Autorität darüber sein, was der Bürger für wahr zu halten und damit als Grundlage seines Handelns anzunehmen hat. Wir ahnen aber, welche Art von »Wahrheit« die Behörden des Propagandastaates bestimmen werden. Ideologien und Diktaturen bereiten den Menschen die Hölle auf Erden, wenn sie versuchen, die Menschen in eine Utopie zu zwingen, die aufgrund der Natur des Menschen und der Eigenschaften der Welt schlicht nicht möglich ist. Deutschland bereitet sich eine neue, sehr spezielle Hölle, wenn es das Denken und Reden zwingen will, innerhalb einer von der Medienaufsicht festgelegten »Wahrheit« stattzufinden. Auch bei dieser Maßnahme müssen wir wieder feststellen: Dass das Land zur Diktatur wird, ist noch nicht einmal Deutschlands größtes Problem heute, sondern dass diese neue Diktatur namens »unsere Demokratie« so bemerkenswert dämlich ist – und damit selbstzerstörerisch. »To thine own self be true«, schreibt Shakespeare, und er meint es halb ironisch. Dir selbst gegenüber sei wahrhaftig, ja. Und bald wirst du der *einzige* sein, dem gegenüber du offen, wahr und frei reden kannst. Übe dich also zumindest darin! Ist es aber nicht tragisch, wie viele unserer Mitmenschen schon heute darin versagen, zumindest sich selbst gegenüber die ganze Wahrheit auszusprechen? - [So etwas passiert nur in autoritären Staaten](https://dushan.org/essays/wirklich-an-der-macht/) Baerbock soll Präsidentin der UN-Generalversammlung werden. Nehmen wir hypothetisch an, es sind nicht Baerbocks Fähigkeiten, die sie dahin bringen. Dann hat sie jemand dorthin gesetzt. These: Findet den – und ihr wisst, wer wirklich an der Macht ist. Vor einigen Tagen schon wurde bekannt, dass Baerbock als Anschlussverwendung an die UN weitervermittelt werden soll, als deutsche Kandidatin für den Vorsitz der UN-Generalversammlung. Eigentlich war dafür die Diplomatin Helga Schmid vorgesehen, und sie hatte sich auch vorbereitet. Doch nun wurde hopplahopp beschlossen, dass Deutschland bei der UN von Baerbock blamiert werden soll, und zwar bis aufs Knochenmark. (Bis auf die Knochen blamiert hat sie die Deutschen ja schon.) Helga Schmid hatte bereits Gespräche mit einer dreistelligen Zahl von Delegationen geführt. Sie soll, so [bild.de, 28.03.2025](https://www.bild.de/politik/inland/baerbock-wegen-uno-job-weiter-in-der-kritik-sowas-passiert-nur-in-autoritaeren-staaten-67e5dc050d66900f22d61201), »international geschätzt« sein. Baerbock dagegen wird international eher anders bewertet, meine ich gehört zu haben. In Deutschland auszusprechen, wie anderswo auf der Welt über Baerbock gesprochen wird, brächte dir vermutlich eine Straf-Hausdurchsuchung und Tausende Euro Strafe ein. Und dennoch (Verschwörungstheoretiker raunen: genau deswegen!) soll Baerbock jetzt für den deutschen UN-Vorsitz nominiert werden. Ein internationaler Diplomat soll dazu gesagt haben: »Wir dachten, so was passiert nur in autoritären Staaten« ([bild.de, 28.03.2025](https://www.bild.de/politik/inland/baerbock-wegen-uno-job-weiter-in-der-kritik-sowas-passiert-nur-in-autoritaeren-staaten-67e5dc050d66900f22d61201). [Siehe auch Markus Lanz am 26.03.2025)](https://x.com/kripp_m/status/1905157991654973772) Baerbock macht derweil Deutschland weiter in der Welt lächerlich. Ihr neuester, wieder sehr genialer Coup ist ein 10-Cent-Strafzoll für iPhone-Updates ([@ARD_BaB, 27.03.2025](https://x.com/ARD_BaB/status/1905276864236499173)). Wenn Apple den Funktionsumfang, die Stabilität und die Sicherheit von Smartphones gratis verbessert, dann sollte die EU das unbedingt bestrafen. Ich hörte jemanden sagen, Baerbock sei genau die richtige Person für den Vorsitz der UN. Es war kein Kompliment gegenüber Frau Baerbock *oder* der UN. Doch warum nur erinnert die Besetzung von Posten mit Frau Baerbock an autoritäre Staaten? Es hat mit der Schildkröten-Metapher zu tun, die in Erinnerung zu rufen ich mich unangenehm oft verpflichtet fühle. Ich schilderte sie etwa im Essay [»Frau L. gewinnt viele besondere Eindrücke«](https://dushan.org/viele-besondere-eindruecke/). Die Schildkröten-Metapher geht so: Wenn du eine Schildkröte auf einen Zaunpfahl sitzen siehst, weißt du, dass das Tier nicht von selbst dorthin gekommen ist. Du weißt also auch: Jemand muss das Tier dort hochgesetzt haben. Und unwillkürlich drängt es dich, der Schildkröte zu helfen und sie wieder auf den Boden zu setzen. So ähnlich geht es manchen von uns mit Politikern wie Frau Baerbock. Es ist nach aller Lebenserfahrung nicht vorstellbar, dass Personen wie Baerbock aufgrund ihrer Fähigkeiten – etwa ihrer diplomatischen Erfahrung, ihrer Fach- oder Sprachkenntnisse – auf diese Posten gelangt sind. Nicht auf die Partei-Spitzenfunktion, nicht an die Spitze des Außenministeriums. Definitiv nicht in den UN-Vorsitz. Also muss sie jemand »gehoben« haben. Und diese *wahre* Macht hinter den Kulissen kann logischerweise *nicht* der demokratische Souverän sein – sondern eine »Autorität«. Wissenschaftler stellen Thesen auf und testen diese in Experimenten, in Laboren und Teilchenbeschleunigern, bei gutem Wetter sogar auch mal in freier Wildbahn. Wir Philosophen stellen Thesen zur Ordnung der eigenen Gedanken auf, und wir testen diese unsere Thesen in *Gedankenexperimenten*. Gedanken, die sich an Gedanken messen. Nehmen wir also an – in Gedanken, philosophisch und rein hypothetisch –, dass es nicht Baerbocks diplomatischen und sonstigen Fähigkeiten sind, die sie in immer höhere Ämter bringen. Daraus würde folgen: Jemand, eine *autoritäre Autorität*, hat sie dorthin gesetzt. Aus diesen Prämissen aber folgt eine *weitere* These: Findet den, der Baerbock dorthin gesetzt hat – und ihr findet den, der *wirklich* an der Macht ist. - [Der Umbau Deutschlands (und dein Reisepass)](https://dushan.org/essays/umgebaut/) Die Koalition der Schande will mit Strafrecht gegen »Hass und Hetze« vorgehen. Die Absicht scheint recht klar: Oppositionelle von politischen Ämtern fernhalten, gegen den Wählerwillen. Wir beobachten live den Umbau Deutschlands zur Diktatur – wieder. Ich schrieb 2019 einen Essay, der hieß: [»Nein! Doch! Oh! – die Überschrift, die heute über fast jede Nachricht passt«](https://dushan.org/nein-doch-oh/) Im Januar 2025 schrieb ich [»Schon wieder eins – und noch eins!«](https://dushan.org/die-drohungen/). Dort zeichnete ich die Metapher eines Mannes, der aus dem Fenster im zehnten Stock fällt, dem Gehweg entgegen. Erst ist er erschrocken und entsetzt, wenn die Fenster eines Stockwerks zum ersten Mal an ihm vorbeirauschen. Doch nach dem so und so vielten vorbeigerauschten Stockwerk gewöhnt er sich daran. Gelangweilt seufzt er: »Und noch eins …« Doch »und noch eins« bedeutet eben auch: noch ein Stockwerk näher zum Aufschlag auf dem Gehweg. Nun, heute könnte man eine andere Überschrift über fast jede Meldung aus Deutschland schreiben, nämlich: »Deutschland wird wieder eine Diktatur, hier die neuesten Maßnahmen«. Wir lesen aktuell, dass die *Koalition der Schande* (so nenne ich die kommende Merz+SPD+NGO-Deep-State-Regierung) den »Tatbestand der Volksverhetzung verschärfen« will [welt.de, 27.3.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/plus255672574/Koalitionsverhandlungen-Tatbestand-der-Volksverhetzung-verschaerfen-der-weitreichende-Vorschlag-von-Schwarz-Rot.html). Wieder! ## Fachpolitiker planen Alles an dieser Meldung ist Hohn. »Fachpolitiker von Union und SPD« planen, so heißt es, »Terrorismus, Antisemitismus, Hass und Hetze noch intensiver« zu bekämpfen. Dafür soll der »Straftatbestand der Volksverhetzung als Hebel« genutzt werden. Dieses Vorgehen richtet sich speziell gegen »Bewerber für politische Ämter«. »Fachpolitiker« sind meist jene willigen Rädchen in einer Partei, die nicht genug Charisma für echte Führungspositionen mitbringen, aber aus taktischen Gründen irgendwo untergebracht werden müssen – so würde ein Zyniker sagen. (Weniger Charisma zu besitzen als Merz oder Esken, muss man erst mal hinkriegen!) »Hass und Hetze« ist natürlich ein Code für abweichende Meinung und Kritik an der Regierung. Siehe dazu auch meinen Text bereits von 2018: [»Deine Meinung ist Hass, und Hass ist keine Meinung«](https://dushan.org/hass-ist-keine-meinung/). Um welche »Bewerber für politische Ämter«, die man mittels Strafrecht wegen »Hass und Hetze« verfolgen will, es hier geht, müssen wir nicht lange rätseln: vermutlich die AfD, die einzige inhaltliche Oppositionspartei. ## Ätsch, du hast verharmlost Der in dieser Form speziell deutsche Volksverhetzungsparagraf § 130 StGB dient offen zur Aushebelung demokratischer Grundrechte. Mit Hilfe dieses Paragraphen können Politik und Propaganda alle Andersdenkenden als »Nazis« beschimpfen – doch dreht man den Spieß sprachlich um – nennt man diese »Guten« »Nazi«, ist man schnell wegen »Volksverhetzung« angeklagt, hat man doch durch so einen Vergleich die NS-Zeit verharmlost. 2022 erst wurde dieser Paragraph dahingehend verschärft, dass die von der Tagesschau berichtete »Wahrheit« über einen Krieg irgendwo auf der Welt nicht öffentlich angezweifelt werden darf. Siehe dazu meinen Essay [»Die Mittel, keine Demokratie zu sein«](https://dushan.org/paragraph-130/). In Deutschland kann es dich ins Gefängnis bringen, zu bestreiten, was die Tagesschau über einen Krieg sagt. Nun wollen sie § 130 StGB weiter verschärfen, um Schritt für Schritt die Bestandteile einer Diktatur einzurichten. Man will, das scheint recht offensichtlich, mit dem Gummiparagrafen § 130 StGB den Wählerwillen unwirksam machen können. Oppositionelle nicht nur aus der Regierung, sondern aus allen politischen Ämtern fernhalten. ## Altersvorsage wird erschwert Die fortschreitende Transformation des deutschen Staates zur Diktatur ist aber noch nicht einmal das ärgste Problem in Deutschland. Die Zukunft wird ohnehin einen [»Wettbewerb der Diktaturen«](https://dushan.org/wettbewerb-der-diktaturen/) bringen. Das Problem ist, dass Deutschland systematisch auch wirtschaftlich und sozial zerstört wird. Nur die aktuellen Vorhaben: Die »Reichensteuer« wird angehoben (um Spitzenleister noch schneller zu vertreiben). Zins- und Aktiensteuern sollen steigen (um die Vorsorge für das Alter zu erschweren). Finanztransaktionssteuer (damit große Investoren ihr Geld woanders anlegen) Vermögensteuer (um Privatvermögen zu erschweren und Wohlhabend zu vertreiben) Immobiliensteuer wird ausgeweitet (um Altersvorsorge und privates Vermögen von Bürgern zu behindern). (Siehe zu all dem auch: [@olivergorus, 26.03.2025](https://x.com/olivergorus/status/1904976380904739317).) ## „Verlasst das Land“ Letztens deutete Steinhoefel es eher so an (siehe [»Plötzlich reden alle vom Auswandern«](https://dushan.org/suche-und-heimat/)). Jetzt sagt er es maximal deutlich: > „Verlasst das Land“ ist das einzige Aufbruchsignal, das von diesen Koalitionsverhandlungen ausgeht. Frei nach den Bremer Stadtmusikanten. ([@Steinhoefel, 26.03.2025](https://x.com/Steinhoefel/status/1904891492339958271)) Und seit einigen Tagen und Wochen explodiert die Zahl der Empfehlungen in den Sozialen Medien, Deutschland zu verlassen. Ein Beispiel, von vielen: > Wenn ihr keinen Reisepass habt, macht ihn jetzt. Es wird einen Ansturm geben. Und irgendwann werden die Grenzen zu gemacht. Nach außen! ([@PackerlFotzn, 26.03.2025](https://x.com/PackerlFotzn/status/1904980125914956000)) Der beste Zeitpunkt, Deutschland zu verlassen, liegt nun ein oder mehr Jahrzehnte zurück. Ein besserer Zeitpunkt als heute war jeder Tag dazwischen – und es wird nicht einfacher. Sei ehrlich zu dir selbst: Wohin wird sich Deutschland realistisch entwickeln? Kannst du glücklich werden in einem Land, dass sich »unsere Demokratie« auf die Fahne schreibt, aber Züge einer Diktatur annimmt? ## Den Aufschlag persönlich vermeiden Lasst mich hier eine Lebensregel aufstellen: Es ist unklug, sich von seinem Lottogewinn einen Porsche zu kaufen, bevor überhaupt die Zahlen gezogen wurden. In diesem Sinne: Ja, hofft auf ein Wunder für Deutschland, hofft auf den großen Lottogewinn. Dass Deutschland wieder mehr Demokratie wagt. Dass Vernunft einkehrt und wir nicht jedes Mal den Kopf schütteln müssen, wenn ein Politiker den Mund aufmacht. Plant aber auch für den Fall, dass ganz andere Zahlen fallen, als ihr es euch wünscht, und ihr doch noch einige Jahre lang arbeiten müsst. Wir *alle*, die wir uns *Deutsche* nennen, sind wie der Mann, der aus dem zehnten Stock fiel und nun die Fenster der Stockwerke darunter an sich vorbeirauschen sieht. »Noch eins«, sagen wir, »und noch eins!« Sei ehrlich: Finde dich mit dem Gehweg ab. Oder, wenn nicht längst geschehen, mache Pläne, wie du persönlich den harten Aufschlag doch noch vermeidest. - [Dieselbe Art von Streichholz](https://dushan.org/essays/selbes-streichholz/) Es ist ein Irrtum, zu meinen, das Böse käme stets geifernd daher, mit Hörnern und Schwefelgestank. Nein, das Böse ist allzu oft banal. Das Böse begegnet uns als Menschen, die Dinge fordern und Floskeln aufsagen, doch hinter deren Augen wenig Leben ist. Es ist dem Menschen angeboren, von dem Gesicht eines Menschen auf dessen innere Zustände zu schließen. Das hat die Evolution uns so einprogrammiert. (Und »einprogrammiert« bedeutet, dass diejenigen, welche dies intuitiv beherrschten, eher überlebten – und die anderen ausstarben.) Wer nicht von Natur aus vom Gesicht des Menschen auf dessen wahre Absicht zu schließen vermag, ist leichter zu betrügen. Deshalb trainiert die Propaganda den Menschen im Westen von klein auf ab, auf ihr angeborenes Bauchgefühl zu hören. Wer lernt, im Umgang mit Autoritäten seine Intuition zu ignorieren, ist leichter zu betrügen. Was sagt uns aber unser Bauchgefühl, wenn wir die Fotos des gealterten Adolf Eichmann sehen? ([Link zu Foto bei Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Eichmann#:~:text=Jerusalem%20(Mai%201961)-,Der,-hessische%20Generalstaatsanwalt%20Fritz)) Es war Hannah Arendt, die den Ausdruck »die Banalität des Bösen« prägte. Arendt beschrieb damit ihren Eindruck aus dem Prozess gegen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann. Und »banal« ist eine sehr treffende Beschreibung für diese böse Gestalt. Ich sehe das Foto und frage mich, was wohl hinter seinen bebrillten Augen vorging. Was dachte er? Nach mehreren abgebrochenen Versuchen, eine Ausbildung zu absolvieren, hatte der junge Adolf Eichmann sich der NSDAP angeschlossen. Eichmann schrieb Pamphlete gegen Juden, forderte Pogrome und schlug Auswanderung vor. Aus Worten wurden Taten. Eichmann begutachtete unter anderem das industriell organisierte Ermorden. Er organisierte Massendeportationen in Vernichtungslager. Er floh nach Argentinien, wurde vom Mossad aufgespürt und nach Israel gebracht. Im israelischen Gefängnis schrieb Eichmann seine Erinnerungen auf, in zwei Fassungen ([nachzulesen auf schoah.org](http://www.schoah.org/shoah/eichmann/goetzen.htm)). Und auch diese Erinnerungen lesen sich banal, wenngleich eloquent. Eichmann beginnt sein Manuskript mit Empfehlungen für die Auswahl des Lektors: »Die Art meines ›Schreibens‹ ist eher ›süddeutsch-bajuvarisch‹ zu nennen. Sollte der Lektor aus diesem Raume stammen, ist es möglich, daß es für das Buch von Vorteil wäre.« Wir lesen weiter. Wir erfahren von unbeschwerter Jugendzeit, wir meinen eine Liebe zum Leben zu spüren: »Und auch als junger Mann – wie man zu sagen pflegte – waren es Tage von Liebe, Lenz und Leben, die mir geboten wurden. Motorsport, Bergsport, Arbeit, Kaffeehaus, Freunde, auch Freundinnen – warum auch nicht – füllten die Tage und Jahre aus. Gar manche heimelige Weinstube lockte zur Einkehr und in ihren alten Gemäuern ließ es sich gut sitzen.« ([Eichmann, via schoah.org](http://www.schoah.org/shoah/eichmann/goetzen.htm)). Liest man weiter, erfährt man von jüdischen Freunden des Vaters. Von einer vollständigen Neutralität der Familie in dieser Frage. Von Befehlen der Obrigkeit, auf Auswanderung der Juden zu drängen. Liest man noch weiter, taucht mit dem Wort »Juden« immer häufiger das Wort »Vernichtung« auf, etwa in Formulierungen wie »die physische Vernichtung der Juden«. Die hat »der Führer« angeordnet, so schreibt Eichmann. Wir lesen von einer »Endlösung« und von der Frage, ob er, Eichmann, hierfür in den von Deutschland besetzten Gebieten verantwortlich war. Und so weiter. Alles sehr banal. Es beginnt »am 19. März 1906 in […] Solingen, im Rheinland«, ging weiter, mit Weinstuben und Freundinnen – warum auch nicht. Es mündet in vielstelligen Zahlen von zu »vernichtenden« Menschen. Und es endet, in diesem konkreten Fall, mit der Hinrichtung durch den Strick am 1.6.1962 um 0:02 Uhr in Ramla, mitten in Israel. Doch, verlieren wir uns nicht in Textanalysen. Wagen wir es, den Fokus auf *einen* Aspekt der Banalität zu richten, einen Aspekt, der vor allem Text liegt: Wir betrachten das Foto. Ich sehe die bebrillten Augen des Menschen, den Arendt als einen »Hanswurst« ohne jede »teuflisch-dämonische Tiefe« bezeichnete. Ich versuche, darauf zu schließen, was hinter diesen Augen vorging. Ich bedenke seine in israelischer Gefangenschaft verfassten Erinnerungen. Ich muss mir eingestehen: Selbst wenn diese *nicht* zu dem Zweck geschrieben worden wären, seine Verantwortung und damit Schuld kleinzureden, sind diese verschriftlichten Erinnerungen für meine Frage wenig hilfreich. Das in jenen Texten manifestierte Bewusstsein ist das des Gefangenen von 1961, nicht das des Handelnden von 1940. Ich muss mir eingestehen, dass der handelnde Eichmann vermutlich eben *nicht* darüber nachdachte, warum er tat, was er tat. Er tat, was die intelligenten Instanzen in seinem Unterbewusstsein gerade für opportun hielten. Hinter seinen Augen war vermutlich nichts, und hätte man ihn gefragt, warum er tat, was er tat, hätte er gewiss mit den Floskeln seiner Zeit geantwortet – und die waren eben antisemitisch –, in Wahrheit damit jedoch *nichts* gesagt. Einer der Gründe, warum Menschen bislang keine Außerirdischen im Weltall entdeckt haben, könnte auch der sein, dass wir uns andere intelligente Lebensformen als Variationen der Menschenform vorstellen. Eine ganz andere Form intelligenter Instanzen, etwa Intelligenz mit Gasnebel-Plasma, Magnetfeldern oder Informationsfeldern als Trägern, ist zu weit entfernt von unserem Intelligenz-Prototypen *Mensch*. Ähnlich ist es vielleicht mit Gestalten wie Adolf Eichmann. Ich selbst bin ja kontinuierlich in einem inneren Dialog aus Selbstbefragung, Selbstzweifeln und im besten Fall Selbstkorrektur, ja, *gefangen*. Ich tue mich schwer mit der Vorstellung, wie es in Menschen zugehen mag, die weitgehend ohne tieferes Bewusstsein, also auch ohne Gewissenbisse leben. Ich »verstehe« Menschen nicht, die jederzeit sagen und befehlen können, was zu sagen oder zu befehlen gerade opportun ist, sprich: was ein vulgärer und primitiver, aber durchaus nützlicher Automatismus sie sagen lässt. Es existieren vermutlich Menschen, in derem Inneren eben *nichts* stattfindet, das mit meinen gewissensgeplagten Selbstbetrachtungen vergleichbar wäre. Ein Grund, warum es einigen dieser Menschen so leicht fällt, derart banal und lapidar Böses zu tun, zu lügen und den Tod über ihre Mitmenschen zu bringen, liegt wohl darin, dass selbst wenn sie – wie Eichmann – über Millionen von Toten reden, dies für sie nur *Worte* bleiben. Wer nicht von der Pein tieferer seelischer Vorgänge belastet ist, dem *bedeuten* Worte auch wenig – zumindest Worte, die – anders als *Weinstube* und *Kontostand* – so etwas wie *Empathie* voraussetzen. Ich schreibe diesen Text, weil mich seit Tagen im Jahr 2025 und eigentlich schon seit einiger Zeit zuvor immer wieder ein Gefühl erfasst, das mich auf erschreckende Weise an das *Rätsel* beim Betrachten der Eichmann-Fotos erinnert. Ich sehe und höre gewisse Politiker reden und frage mich: Was geht in deren Seele vor? Mein Verdacht ist aber wieder: Vermutlich geht da *nichts* vor. Ich höre deutsche Politiker, Funktionäre und TV-Promis, die selbstbewusst banal-böse Dinge sagen, die Demokratie abschaffen, Deutschland schwächen und Andersdenkende aus der Gesellschaft ausschließen wollen. Ich möchte mich fragen: »Kann ein Menschen wirklich so abgrundtief böse sein?« Nein, diese Menschen wollen nicht *Böses tun*. Und auch wenn sie von Moral reden, dann *meinen* sie es vermutlich nicht. Es sind Versatzstücke von Worten, die sie reproduzieren, wie primitive Roboter, denn aus Erfahrung wissen sie, dass bestimmte Worte bestimmte Reaktionen erzeugen. Hinter ihren Augen aber passiert, vermutlich, *nichts*, außer automatisierte Berechnungen. Roboter sind »Wenn-Dann-Maschinen«, manche unserer Mitmenschen wohl auch. Dieselbe Art von Streichholz kann eine Kerze oder eine Kathedrale anzünden. Und wer dies feststellt, hat damit nicht gesagt, dass das Licht der Kerze und der Brand des Kathedrale dasselbe sind. Ich sage also nicht, dass einer, der heute böse und dumme Dinge fordert, ein neuer Eichmann ist. Ich stelle aber fest: Jener Typ von Mensch, bei dem hinter den Augen vermutlich *nichts* stattfindet, während er mit banalen Worten lügt und mit willigem Abnicken böse Dinge einleitet, dieser Typ Mensch ist nicht mit Eichmann am Galgen gestorben. Dieser Typ Mensch lebt noch – wenn man mit »leben« so etwas meint wie »biologisches Funktionieren«, »Floskeln nachplappern« und »den Kontostand monatlich aufgefüllt bekommen«. Wir sehen und spüren sie ja um uns, in Ämtern und in Verantwortung, feist und dreist, so wortreich wie seelenlos. Und doch, und umso mehr: Von Gewissen, Gefühlen und Gedächtnis geplagt versuchen wir, umgeben von Banalität, Borniertheit und Bosheit, ein lebenswertes Leben zu leben. - [Die Bordsteinkanten des Lebens](https://dushan.org/essays/bordsteinkanten/) Ich kann Fahrrad fahren, aber ich weiß nicht, wie es funktioniert, welche physikalischen Gesetze mich stabil halten. Beim Leben ist es andersrum: Ich kenne all die Weisheitslehren und klugen Regeln, und doch falle ich immer wieder auf die Nase. Warum? Kannst du Fahrrad fahren? Wahrscheinlich ja. Du hast das Fahrradfahren gewiss schon als Kind gelernt. Erst hattest du Stützräder, dann wurden dir diese zu doof. Stützräder blockieren die Kurvenlage und rattern viel zu laut. Also hast du die Stützräder abmontieren lassen. Du sprangst auf dein nun »erwachsenes« Fahrrad auf, versuchtest es ohne die Stützräder – das war dann doch etwas angsteinflößend. Also schob ein großer Mensch dich an und lief bei deinen ersten stützradlosen Metern mit. Du lerntest es, du brauchtest bald den großen Menschen nicht mehr an deiner Seite. Du würdest nie wieder Stützräder brauchen, denn nun konntest du Fahrrad fahren. Und du kannst es bis heute. Lass mich dich aber mit einer Frage ärgern: Kannst du mir *erklären*, wie Fahrradfahren funktioniert? Ich meine nicht, dass du es mir *zeigst*. Ich meine, kannst du mir die physikalischen Regeln darlegen? Was ist die Ursache dafür, dass ein Radfahrer nicht umkippt, solange er nur fährt? ## A wie Abraham, Z wie Zarathustra Ich will an dieser Stelle gern zugeben, dass es mir mit dem Leben spiegelbildlich zum Radfahren geht. Das Radfahren beherrsche ich, verstehe aber die dahinterstehenden physikalischen und sonstigen Gesetzmäßigkeiten kaum. Bezüglich des Leben aber kenne ich die geschriebenen Gesetze, die alten Weisheits sehr wohl. Ich habe sie studiert, von A wie Abraham über B wie Buddha und C wie Camus bis Z wie Zarathustra – den Zarathustra des Zoroastrismus wie auch den des Nietzsche. Doch wie gründlich ich die Gesetze des guten und gelungenen Lebens auch studiert zu haben meine: Ich falle im Leben immer wieder auf die Nase. Ich fahre Schlangenlinien und schramme gegen die Bordsteinkanten des Alltags. Ich krache in die Hauswände der Realität. Ich küsse unfreiwillig den Asphalt und schlage mir die Stirn auf. ## Kurzzeitiges Gegenlenken Ich habe mich inzwischen schlau gemacht, bezüglich des Radfahrens: Es sind gleich drei Effekte, die ineinandergreifen, um den fahrenden Radfahrer auf dem Rad zu halten. Da wären einmal das Trägheitsgesetz und die gyroskopischen Effekte. Ein rotierendes Rad besitzt Drehimpuls, es hält sich selbst stabil. Ein weiterer stabilisierender Faktor ist das schnelle, kurzzeitige Gegenlenken des Radfahrers. Wenn der geübte Radfahrer spürt, dass er nach links kippen könnte, lenkt er instinktiv das Rad ebenfalls kurz nach links, das Rad wird wieder stabil und der Radfahrer kann das Rad wieder geradeaus und in die beabsichtigte Richtung lenken. Der entscheidende Faktor für Stabilität des Radfahrers ist allerdings die Geometrie des Rades, der »Trail«. Das Vorderrad ist so aufgehängt, dass es etwas weiter hinten liegt, als die Lenkachse vermuten ließe. Das führt dazu, dass die bloße Vorwärtsbewegung das Fahrrad immer wieder stabilisiert. Ein nach den bewährten Regeln und alten Erfahrungen der Radfahrkunst und der Fahrradbaukunst gebautes Fahrrad wird sich immer wieder selbst aufrichten – solange der Radfahrer nur in Bewegung bleibt. ## Wenn notwendig, dann unbedingt Ach, ich überlasse es euch – ich gebe es euch zur Aufgabe! –, die Lehren aus den wahren Gesetzen des Radfahrens zu ziehen. ([Schreibt eure Deutung in die YouTube-Kommentare!](https://www.youtube.com/watch?v=xsosKRNqYhA)) Man möchte ja sagen, dass es sich – ob im Leben oder auf dem Fahrrad – empfiehlt, in Bewegung zu bleiben, sich an die Regeln zu halten und ansonsten dem System zu vertrauen. Beim und auf dem Fahrrad ist das auch weiterhin so. Beim und im Leben aber kommen mir da immer mehr Zweifel. Kann ich wirklich »dem System« vertrauen, solange ich mich an die Regeln halte? Ist das System derart aufgestellt, dass solange ich mich an die Regeln halte und in Bewegung bleibe, ich nicht auf die Nase fallen werde? Vermutlich hängt die Antwort davon ab, welches System ich meine. Und welches Ziel ich mit meiner Strampelei erreichen will. ## Wenn notwendig, dann unbedingt Kannst du Fahrrad fahren? Ja, bestimmt. Und jetzt kannst du vielleicht auch etwas besser erklären, wie dieses Radfahren funktioniert. Kannst du aber dein Leben leben? Und wie gut bist du darin? Du gibst bestimmt dein Bestes. Anders als beim Radfahren aber bleibt man bezüglich des Lebens ein Leben lang Anfänger. Und so wäre es für dich und mich ratsam, einander ein Leben lang der stabilisierende »große Mensch« zu sein. Nicht immer, nicht aufdringlich. Aber wenn notwendig, dann unbedingt. Die Bordsteinkanten des Lebens sind halt schmerzhaft scharf. - [Geschockt? Nee, gefrostet.](https://dushan.org/essays/abgekuehlt/) Auf Festen in Bayern, da geht es hoch her. Da wird geschossen und gemessert. Da wird gefeiert, bis der Leichenwagen kommt. Einmal in diesem Kulturkreis, einmal in jenem. Es sind Meldungen vom Wochenende im besten Deutschland aller Zeiten. Ich erinnere mich, als ich vor Jahrzehnten in Kroatien mit dem Auto auf einer Küstenstraße unterwegs war. Es war ein sonniger, sommerlicher Sonntag, und auf meiner Stirn perlte eiskalter Angstschweiß. Auf der einen Seite der schmalen Straße ragten steil die Klippen hoch. Auf der anderen Seite dieser Straße ging es genauso steil hinunter in die Tiefe. Meine Finger krallten sich ums Lenkrad, viel zu fest. Im Radio lief lokale kroatische Rockmusik. Wir schwiegen. Ein Song endete. Die Sprecherin las routiniert etwas vor, aktuelle Meldungen. Meine Begleitung übersetzte es mir. Die Durchsage gab an, wie viele Autos am Vortag auf ebendieser Straße die Klippen hinuntergestürzt waren, mit insgesamt wie vielen Menschen an Bord. Ein üblicher Samstag an einem üblichen Sommerwochenende an jener kroatischen Küstenstraße. Es ist nun März 2025, und hinter uns liegt ein ganz normales Wochenende in Deutschland. Ein normales Märzwochende bedeutet, dass wir Schlagzeilen lesen wie »Schüsse und Messerattacke - Zwei Tote auf Festen in Bayern« ([focus.de, 24.3.2025](https://www.focus.de/panorama/welt/bluttaten-auf-grossen-feiern-mann-in-fuerth-lebensgefaehrlich-verletzt-toter-in-parsberg_d785ef74-2e58-41dc-bb96-82af574819fb.html)) Warum schockiert es uns so wenig? Bei der hier von mir zitierten Meldung werden sogar zwei Meldungen von zwei Toten auf zwei unterschiedlichen Feiern zu einer Nachricht zusammengefasst. Warum ist der Deutsche so wenig erschrocken? Es passiert nebenan, so sagt sich der brave Deutsche, doch es passiert nicht bei uns. Es passiert in unserer Stadt, aber zumindest in *diesen* Fällen nicht im unserem *Kulturkreis*. Wir lesen den Kontext des einen Falls: > Bei der Feier in einer Eventlocation in einem abgelegenen Industriegebiet waren mehrere hundert Gäste, unter anderem aus dem rumänischen Kulturkreis. ([focus.de, 24.3.2025](https://www.focus.de/panorama/welt/bluttaten-auf-grossen-feiern-mann-in-fuerth-lebensgefaehrlich-verletzt-toter-in-parsberg_d785ef74-2e58-41dc-bb96-82af574819fb.html)) Und wir lesen vom anderen Fall: > Am Sonntag war ein 39 Jahre alter Mann bei der großen Feier, einem kurdischen Kulturfest, unter freiem Himmel getötet worden. Nach bisherigen Erkenntnissen waren zuvor zwei Männer in Streit geraten. Dabei habe der eine plötzlich eine Waffe gezückt und sein Gegenüber tödlich verletzt, teilte die Polizei mit. Der 43 Jahre alte Verdächtige, ein Syrer, wurde festgenommen. ([focus.de, 24.3.2025](https://www.focus.de/panorama/welt/bluttaten-auf-grossen-feiern-mann-in-fuerth-lebensgefaehrlich-verletzt-toter-in-parsberg_d785ef74-2e58-41dc-bb96-82af574819fb.html)) Auch das ist nicht mein Kulturkreis, so denkt sich der brave Deutsche. Sollen die »Ausländer« sich doch untereinander töten, so denkt und fühlt er. Aber natürlich sagt er es nicht laut. Der brave Deutsche hat gelernt, nicht darüber zu sprechen. So sind sie eben, die neuen Wochenenden im neuen, moralischen Deutschland. Jene Küstenstraße in Kroatien, so höre ich, wurde seitdem besser gesichert. Es wurden Umgehungsstraßen ausgebaut und so die gefährlichen Streckenabschnitte entlastet. Die EU hat Kroatien beim Ausbau seiner Verkehrsinfrastruktur unterstützt (siehe zum Beispiel [eib.org, 20.07.2005](https://www.eib.org/de/press/all/2005-068-eur-60-mio-for-transport-infrastructure-in-croatia); ([eib.org, 6.2.2023](https://www.eib.org/de/stories/croatia-bridge-railway-water-laser))) – und das ist gut so. Es gibt einen Unterschied zwischen Küstenstraßen in Kroatien und Männern aus robusteren Kulturen in Deutschland. Im einen Fall trägt die EU zu weniger Toten bei, im anderen forciert sie aktiv ein Mehr an Gewalt. Dank EU und NGOs wird in Deutschland mehr gestorben, mehr gestoßen und mehr gemessert. Ein weiterer und vermutlich schicksalsentscheidender Unterschied zwischen jener Durchsage und den neuen Meldungen vom Wochenende ist die Reaktion des Publikums. Meine Reaktion auf die Durchsagen an der steilen Klippe bestand darin, noch vorsichtiger zu sein als ohnehin. »Es ist gefährlich, doch wenn du aufpasst, kannst und wirst du überleben«, so wollte die Durchsage mich wohl ermahnen, und so verstand ich sie auch. Mit den Meldungen vom Wochenende im »besten Deutschland aller Zeiten« verhält es sich wohl etwas anders. Wir lesen diese Meldungen, zusammengefasst und nüchtern abgehandelt. Die Masse ist betäubt, will nicht »Nazi« und »rechtsextrem« genannt werden, wenn sie sich über Mord und Totschlag in ausländischen Kulturkreisen erschüttert zeigt. Vielleicht ist es diesen »Guten« auch egal, solange sich diese »Ausländer« nur untereinander töten. Der Deutsche bleibt cool. »Cool« ist Englisch und bedeutet *kalt*. Cool, kalt, erkaltet, das Herz des braven Deutschen ähnelt in der Temperatur der Körpertemperatur der Leichen nach einem normalen Wochenende. Damals auf der Küstenstraße war mein Angstschweiß reichlich kalt. Heute bin ich nicht kalt, heute bin ich noch immer wütend. Das unterscheidet dich und mich von den Leichen des Wochenendes und den Seelen jener braven Deutschen, die das alles hinnehmen. Wir leben noch. Solange wir nicht die große Klippe der Weltgeschichte hinunterstürzen, leben wir noch. - [Wie läuft's in der Beziehung zwischen dir und deinem Volk?](https://dushan.org/essays/wie-laeufts/) Jede funktionierende Beziehung erfordert eine Kompatibilität der beiden Partner. Das gilt für die Beziehung zwischen Mann und Frau. Und es gilt für die Beziehung zwischen dir und deinem Volk. Sei mal ehrlich: Wie läuft es da? Nehmen wir an, ein junger Mann möchte eine junge Frau kennenlernen. Es soll, so hört man, auch heute noch geschehen. Und nehmen wir weiter an, dass der junge Mann zu diesem Zwecke eine aktuelle Analyse seiner DNA vorlegt. Dazu ein Gesundheitszeugnis, seinen familiären Vermögensstand und eine neutrale Schätzung seiner zukünftigen Einkünfte. Wie reagiert die Gefragte? Nach Prüfung der vorlegten Papiere legt sie selbst eine entsprechende DNA-Analyse vor, mit spezieller Berücksichtigung ihrer Zeugungsfähigkeit. Dazu eine ärztliche Schätzung der zukünftigen Entwicklung ihres Körpergewichts. Und, basierend auf ihrer Familiengeschichte, eine KI-gestützte psychologische Bewertung der Wahrscheinlichkeit einer Scheidung. Ihr werdet ein solches Szenario vielleicht *dystopisch* nennen – ich wahrlich auch. Je nach Prägung werdet ihr es als besonders entmenschlichend für den jungen Mann oder für die junge Frau bewerten. Euch werden dazu vielleicht Science-Fiction-Werke wie *Gattaca* oder *Brave New World* einfallen. Tatsächlich aber beginnen unsere üblichen Kennenlernprozesse als die Prüfung auf genetische und soziale Kompatibilität. Wir haben diese Prüfungen bloß romantisch verklärt und ritualisiert. Ein Mensch ist aufgeregt, wenn er einen anderen auch nur *riecht*. Warum? Weil die Evolution ihm auf diese Weise genetische Kompatibilität signalisiert. (Und wenn einer nicht gut riecht, verkauft die Industrie ihm gern ein Parfum, mit welchem er genetische Attraktivität zumindest auf olfaktorischer Ebene simulieren kann.) Gutverdienende Frauen wundern (und ärgern!) sich schon mal über sich selbst, wenn und weil sie nach einem Partner suchen, der sozial über ihnen steht. Auch der Frau, die sich selbst versorgt, wurde es von der Evolution auferlegt, sich nach einem Versorger zu sehnen. Ich verhandele an dieser Stelle aber nicht die Nützlichkeit von DNA-Analyse und Bankauskunft beim ersten Date. Da soll auch weiter jeder auf seine eigene, stets hoffnungsvolle Weise scheitern. Auch die Frage, ob Schminke oder Haarimplantate eine Form von Lüge die eigene genetische Qualität sind – sprich: *Betrug* –, überlasse ich anderen Philosophen. Hier und heute will ich lediglich – s'ist wichtig g'nug – *deutlich* und dazu auch *fühlbar* werden lassen, dass erfolgreiche Beziehungen mit der Prüfung auf Kompatibilität beginnen. Nicht nur Männlein und Weiblein, auch Philosophien und Ideologien haben eine DNA. Genauso wie Menschen aber *lügen* Parteien und Propagandisten darüber, was ihre *wirkliche* DNA ist. Und sie lügen aus sehr ähnlichem Grund: Man will Kompatibilität vorspielen, wo keine ist. Zur Analyse der DNA eines Menschen braucht es Labore und teures Spezialwerkzeug. Zur Analyse der DNA einer Ideologie aber braucht es vor allem Ehrlichkeit und klaren Blick. Ich beschreibe die wahre DNA einer Ideologie natürlich mithilfe der *[Relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)*. Sehr kurz gesagt: Die *wahre* DNA einer Ideologie oder ihrer Vertreter (Parteien, NGOs, Propagandisten) ist erkennbar an den *Strukturen*, welche diese Partei *wirklich* stärkt. Und die *Schminke* einer Partei oder Ideologie sind die Strukturen, die sie zu stärken bloß vorgibt, womit sie Kompatibilität und damit Attraktivität vortäuscht. Die SPD etwa gibt vor, die Rechte von Arbeitern und Frauen zu stärken, das ist die »Schminke« der SPD. Tatsächlich schwächt die SPD die Stellung von Arbeitern, indem sie Arbeitsplätze aus Deutschland vertreibt und zugleich die Einwanderung von Billigarbeitskräften forciert. Die *wahre* DNA der SPD ist wohl in jenem Komplex zu suchen, der als »NGOs« und »Deep State« beschrieben wurde. Ähnliche Unterscheidungen zu Schminke vs. wahre DNA ließen sich natürlich zu Grünen oder CDU aufstellen, aber auch zu Konzernen, Vermögensverwaltern und wohl auch Regierungen ganzer Staaten. Die Zukunft einer Beziehung lässt sich regelmäßig daran ablesen, was den darin gebundenen Partnern wirklich wichtig ist. Das gilt für die Beziehung zweier Menschen – überhaupt täten alle Paare gut daran, neben der Kompatibilität ihrer DNA auch die ihrer relevanten Strukturen ehrlich zu prüfen. Doch es gilt nicht weniger für die Beziehung zwischen Menschen und Systemen! Welche Zukunft hat deine Beziehung zwischen dir und Deutschland? Zwischen dir und deinem Volk? Die Beziehung zwischen dir und dem System, in welchem du die nächsten Jahre und Jahrzehnte zu leben gedenkst? Es wäre womöglich eine gute Idee, mal wieder die Kompatibilität zwischen dir und deiner Heimat zu prüfen. Erstelle die DNA-Analyse, die ehrliche Aufstellung der relevanten Strukturen des Systems, dem du dich anvertraust. Vergleiche es mit *deiner* DNA, mit dem, was *dir* wichtig ist. Und dann sage ehrlich zu dir selbst, was ehrlich zu sagen ist. - [Wettbewerb der Diktaturen](https://dushan.org/essays/wettbewerb-der-diktaturen/) Unser größtes Problem ist nicht, dass Deutschland wieder zu einer Variante von Diktatur mutiert, diesmal als »unsere Demokratie«. Unser größtes Problem ist, dass diese »unsere Demokratie« eine spektakulär dumme, geradezu suizidale Staatsform darstellt. Es ist nicht das größte unserer Probleme, dass Deutschlands Staatsform mutiert – wieder. Und ich weiß täglich weniger, wie die neue Staatsform zu kategorisieren wäre. Der von der Propaganda bestimmte Name der neuen, postdemokratischen Staatsform ist »unsere Demokratie«. Das »Unsere« in »unsere Demokratie« hat ähnliche Funktion wie die Vorsilben »Anti« oder »Un« – es wandelt den folgenden Begriff in sein Gegenteil. Demokratie ist ein Prinzip. Der demokratisch organisierte Staat – die *Demokratie* – zeichnet sich auch dadurch aus, dass *nicht* eine einzelne Gruppe sagen kann, der Staat sei der ihre. Was aber können wir über die neueste deutsche Staatsform sagen, außer dass *unsere Demokratie* eine *Undemokratie* ist? *Unsere Demokratie* weist ja ausgewählte Eigenschaften anderer Staatsformen auf. Vom Faschismus übernimmt *unsere Demokratie* etwa die Dämonisierung und Verfolgung Andersdenkender und das Ignorieren demokratischer Werte. Im Gegensatz zum Faschismus allerdings verzichtet *unsere Demokratie* auf einen Führerkult. Ja, man praktiziert eher das Gegenteil! Einige der neuen Führungspersönlichkeiten wirken offen geistig minderbemittelt und sollen das womöglich auch. In *unserer Demokratie* hat man zugleich ein Gesetz erlassen, das es verbietet, bildlich gesprochen, den nackten Kaiser auch nackt zu nennen. Ist Deutschland also eine *Idiokratie*? (Siehe dazu auch den Essay [»Vorabend der Idiokratie«](https://dushan.org/idiokratie/)). Ja, auch für die Idiokratie-These sprechen einige Eigenschaften *unserer Demokratie* (wie ich etwa im Essay [»Sind CDU-Wähler zu doof, bis 3 zu zählen?«](https://dushan.org/80-prozent-zu-bloed/) schrieb). Gegen die Idiokratie-These spricht wiederum: Daraus, dass die Marionette einen Holzkopf hat, sollte man keineswegs schließen, dass es sich beim Marionettenspieler über ihr genauso verhält. Welche Staatsform stellt *unsere Demokratie* nun dar? *Unsere Demokratie* weist ja auch neue, bemerkenswerte Eigenschaften auf, wie das Einleiten einer offenen und totalen Abhängigkeit von Geldverwaltern. [»Ab jetzt herrschen BlackRock & Co. – seid ihr bereit?«](https://dushan.org/ende-des-freien-deutschland/), schrieb ich letztens. Ich meine heute: Es ist *egal*, welches Etikett wir auf die Staatsform kleben. Ein Monster bleibt ein Monster, ob es *Quasimodo* oder *Samsa* heißt – oder *unsere Demokratie*. Nur die Staatsform, in der ausreichend gebildete Bürger ihre politischen Vertreter aus ihrer Mitte in freier Wahl zu ihren Vertretern wählen können, um von diesen dann nach rechtstaatlichen Prinzipien einigermaßen uneigennützig regiert zu werden, nenne ich eine *Demokratie*. In jeder anderen Staatsform wird dem Bürger unabhängig von seinem Willen die Politik *diktiert*, also nenne ich jede andere Staatsform vereinfachend *Diktatur*. Ich meine also: Es ist nicht das größte unserer Probleme, dass Deutschland wieder zu einer Staatsform mutiert, die man mit einiger Berechtigung als eine *Variante der Diktatur* beschreiben kann. Die Demokratie wurde in den letzten Jahrzehnten weltweit an ihrer Achillessehne attackiert – und zwar erfolgreich: Das Überleben der Demokratie setzte voraus, dass die Mehrheit der Wähler ausreichend gebildet, klaren Sinnes und überlebenswillig ist. Ich weiß nicht, welche Staatsform *genau* Deutschland sehr bald darstellen wird – das weiß wohl nicht einmal Deutschland selbst. Doch die wahre Organisationsform der *Welt* im 21. Jahrhundert ist meines Erachtens ausreichend klar erkennbar – ausreichend klar, um es auzusprechen. Nämlich: Die Menschheit des 21. Jahrhunderts wird einen *Wettbewerb der Diktaturen* bestreiten. Nicht welche Staatsform die moralisch beste ist, wird man fragen – so man es je außerhalb von Studentenbuden und Akademikerkneipen gefragt haben sollte –, sondern welche Variante der Diktatur die *erfolgreichste* ist. Die Frage nach der *erfolgreichsten* Diktatur gebiert aber sogleich eine weitere, inhaltlslogisch vorangehende Frage: Was bedeutet *Erfolg* im Wettbewerb der Diktaturen? (Eine verwandte Frage stellt sich natürlich auch dem Menschen: Was darf ein *erfolgreiches* Leben genannt werden?) Wir sind uns nicht einig, was *Erfolg* für den Menschen bedeutet, und wir werden uns nicht einig sein, was *Erfolg* für Diktaturen bedeutet. Doch ich bin sehr sicher, dass man zwingend *existieren* muss, um die Natur von Erfolg diskutieren zu können. Dass Deutschland wieder einmal zu einer Variante der Diktatur mutiert, ist nur unser zweitgrößtes Problem. Unser größtes Problem ist, dass Deutschland eine *suizidale* Diktatur ist, der diesmal schon zu Beginn und diesmal absichtsvoll der Untergang diktiert wird. Ich würde ehrlich gern wissen, was die, die »unsere Demokratie« sagen und damit die nächste Variante einer deutschen Diktatur beschreiben, unter »Erfolg« verstehen. Oder was denen »unser Erfolg« bedeutet. Dich und mich betreffend bin ich aber recht sicher, dass unser Begriff von *Erfolg* auch dringend *Überleben* beinhalten sollte. - [Verloren das Land, das keine Helden hat](https://dushan.org/essays/verloren-ohne-helden/) Die Totalverschuldung Deutschlands hätte von den Freien Wählern im Bundesrat blockiert werden können – oder sie hätten es zumindest VERSUCHEN können. Aber ihr Chef Aiwanger wurde erpresst. Das ist sie wohl, diese »unsere Demokratie«. Die Totalverschuldung Deutschlands und damit der Ausverkauf an BlackRock, Vanguard & Co. *hätte* verhindert werden können. Ich präzisiere: Eine Partei, die offenbar wahrheitswidrig von sich behauptet, »frei« zu sein, hätte es *versuchen* können. Die *Freien Wähler*, die es im Bundesrat hätten blocken können, denn auf dem Papier regieren sie in Bayern ja mit. Die Totalverschuldung wurde im Bundestag beschlossen mithilfe von Parlamentariern, die eigentlich seit Wochen abgewählt sind. Demokratische Legitimation zu fordern, das gilt ja in »unserer Demokratie« als faschistisch. Dann musste sie auch von den Abnickern im Bundesrat durchgewunken werden, also auch von den Vertretern Bayerns. Jetzt wird es ganz offen gesagt: Hubert Aiwanger, Chef der »Freien« Wähler«, wurde de facto vom lupenreinen Demokraten Markus Söder erpresst. Wenn er nicht mit abnickt, wird er entlassen. An Deutschland und den Deutschen wird ein »legales Verbrechen« verübt. Warum versucht Aiwanger nicht, dies zu verhindern? In seinen eigenen Worten: > Wenn ich es wollte, stünde ich jetzt nicht als stellvertretender Ministerpräsident und Minister hier, sondern wäre schon heute entlassen und am Freitag würde ohne mich die Hand gehoben. (Hubert Aiwanger, zitiert nach [welt.de, 21.03.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article255732786/Hubert-Aiwanger-Was-wenn-ich-dann-ein-toter-Held-bin-So-begruendet-er-seinen-Sinneswandel.html)) Aiwanger will sich selbst von Schuld freisprechen: > Was, wenn ich dann ein toter Held bin? (Hubert Aiwanger, zitiert nach [welt.de, 21.03.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article255732786/Hubert-Aiwanger-Was-wenn-ich-dann-ein-toter-Held-bin-So-begruendet-er-seinen-Sinneswandel.html)) »Held« ist ein schillerndes Wort. Wenn ich das Wort »Held« höre, denke ich – und vielen von euch geht es gewiss ähnlich – immer auch gleich an Brecht und Galilei. »Unglücklich das Land, das Helden nötig hat«, so schrieb Brecht, und ich habe ihn in meinen eigenen Werken mehr als einmal zitiert. (Etwa im Essay [»Land, das Helden nötig hat«](https://dushan.org/helden/) vom 4.11.2017.) Heute müssen wir jenen brechtschen Ausruf erweitern: Unglücklich das Land, das Helden nötig hat – und *verloren* das Land, das Helden nötig hat, doch keine Helden findet. Ich spiele ja schon längere Zeit mit einer bestimmten *Verschwörungstheorie*. Es ist eine Art von *These*: In Deutschland darf in der Politik nur mitspielen, wer eine willige Marionette des Deep State ist. Es spricht ja *moralisch* für die AfD, dass man sie nicht wirklich »mitspielen lässt«. Das könnte bedeuten, dass sie eben *nicht* nur ein weiterer Tentakel der bösen Mächte ist, Stichwort »kontrollierte Opposition«. Doch das wiederum bedeutet eben auch, dass sie nicht bei »unsere Demokratie« mitspielen darf. Demokratie und »unsere Demokratie« sind inkompatibel, deshalb hat man zur Sicherheit einen antidemokratischen Schutzwall dazwischengestellt, die »Brandmauer«. Diese neue, speziell deutsche Staatsform »unsere Demokratie«, einfach erklärt: Egal, was du wählst, am Ende kommen Deep State und SPD, Totalverschuldung und BlackRock. Am Freitag, dem 21. März 2025, hat also nun auch der Bundesrat dem riesigen Schuldenpaket zugestimmt ([tagesschau.de, 21.03.2025](https://www.tagesschau.de/eilmeldung/finanzpaket-bundesrat-102.html)). Nicht nur Parteien des großen Einheitsblocks haben zugestimmt, sondern auch die »Freien« Wähler und die umbenannte Mauermörderpartei. Die Länder Brandenburg (SPD, CDU, BSW), Sachsen-Anhalt (CDU, SPD, FDP), Thüringen (CDU, BSW, SPD) und Rheinland-Pfalz (SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP) enthielten sich. Hätte Bayern sich enthalten, hätte man zwar immer noch knapp die notwendige Zweidrittelmehrheit erreicht; es hätte aber schon vorab ein Signal an weitere kritische Länder gesandt und die Zahl der Enthaltung wäre noch deutlich größer geworden. Es kam nicht dazu. Unglücklich das Land, das Helden nötig hat. *Verloren* aber das Land, das keine Helden hat. Für dich und mich aber, für die Einzelnen und Machtlosen gilt: Unglücklich der Mensch, dessen Hoffnung auf Helden baut. Wer aber kann denn glücklich sein in einem Land, für das keiner mehr ein Held sein will? Ach, wir brauchen neue, kleine Schlachten. Kämpfe um die wirklich [relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/). Vergesst für einen Augenblick die Rückgratlosen in Bundestag und Bundesrat, die Verräter und Verkäufer, die Abnicker und Abwickler. Eure Wut wird euch nichts nützen und denen nicht schaden. Lerne, *dennoch* glücklich zu sein! Glücklich der Mensch, der seine eigenen Schlachten findet. Ihr wisst schon: die kleinen Schlachten, die wirklich wertvollen Kämpfe, in denen ein Held zu sein sich auch heute noch lohnt. - [Zu welcher Kaste zählst du?](https://dushan.org/essays/zu-welcher-kaste-zaehlst-du/) Unter uns verlaufen Linien, anhand derer sich alles bewegt. Blinde sehen die Linien nicht. Gebildete sehen Linien, aber nur die nahen. Propheten verfolgen die Linien bis zum Horizont. Die Herrscher aber sehen nicht nur den Horizont – die sind schon dort. Die Menschen im Westen – oder was vom Westen noch übrigen ist – sind in vier Kasten geteilt. Diese vier Kasten sind: Die Blinden, die Gebildeten, die Propheten und die Herrscher. Zu welcher der vier Kasten zählst du? Lasst mich erklären, und dann sortiere dich selbst ein – so realistisch, wie die Denkweisen einer Kaste es dir erlauben. ## Voraussetzung Um die Einteilung der Kasten zu verstehen, muss man zunächst eine bestimmte Metapher kennen, ein Sprachbild von Linien und ihrem Verlauf. Stell dir vor: Unter deinen Füßen, auf dem Fußboden der Menschheitsgeschichte, verlaufen Linien. Wir alle bewegen uns auf diesen Linien. Öfter als es uns bewusst ist, bewegen wir uns entlang dieser Linien. Die vier Kasten sie unterscheiden sich in ihrem Verhältnis zu den Linien auf dem Fußboden der Geschichte. Aus dem Verhältnis zu den Linien aber folgen dann ganz natürlich viele und große weitreichende Unterschiede. ## Die Blinden Da wäre zuerst die Kaste der Blinden, eine der zwei großen Kasten. Die »Blinden« sind jene, welche die Linien auf dem Fußboden der Geschichte nicht sehen. Blinde haben nie von Linien gehört. Oder sie wollten Linien nicht wahrhaben, aus verschiedenen Gründen. Für den Blinden geschieht, was geschieht, wenn es geschieht, und was auf ihn zukommt, wird ihm erst unmittelbar vor dessen Eintreffen bewusst. Der Blinde ist zu beneiden! Solange er Speis und Trank vor sich hat und ihm von irgendwoher eine Musik spielt, ist der Blinde glücklich. Wer die Linien auf dem Boden nicht sieht, der sieht auch nicht, wenn sie sich kreuzen. Wo sich die Linien kreuzen, da droht Gefahr. Seine Blindheit aber erlaubt dem Blinden, wie die Asiaten zu sein: »im Moment zu leben«. (Vergleiche hier auch mein Pamphlet [»Dazwischenwesen«](https://dushan.org/dazwischenwesen), wo ich unter anderem verhandle, inwiefern der Blinde, der den Abgrund nicht sieht, darum zu beneiden ist.) ## Die Gebildeten Anders als die Blinden wissen die Menschen in der Kaste der Gebildeten, dass sie auf Linien stehen. Bildung bedeutet landläufig, die Linien sehen zu lernen, die für die Ausübung einer bestimmten Rolle notwendig sind – und wenig andere Linien. Die Gebildeten sehen die Linien, auf denen sie unmittelbar stehen, also den Ausschnitt des Fußbodens direkt um sie herum. Der Gebildete aber ist nicht glücklich. Der Gebildete wäre lieber wie der Blinde, der isst und trinkt und sich um wenig sonst sorgt. Doch der Gebildete weiß nun einmal um die Linien. Er ahnt, dass sie etwas bedeuten könnten. Es war Teil seiner Bildung, dass man ihm einen sehr kräftigen Schlag in den Nacken gab. Diese Schlag war so hart, dass der Nacken des Gebildeten fürs Leben versteifte. Der Gebildete vermag nicht, den Blick zu heben, um so den weiteren Lauf der Linien zu verfolgen. ## Die Propheten Der Prophet ist ein Mensch, bei dem der Schlag in den Nacken ausblieb – oder zumindest folgenlos blieb. Der Prophet sieht die Linien vor seinen Füßen und vermag auch, den Blick zu heben, bis zum Horizont. Ein Prophet sagt die Zukunft voraus, indem er beschreibt, wohin die Linien – und damit die Geschichte – verlaufen. (Nebenbei wäre zu sagen, dass Prophet zu sein wahrlich keine charakterliche Auszeichnung ist. Im Gegenteil: Von so manchem Propheten ist dokumentiert, dass er privat ein ziemlich anstrengender Typ war, man könnte auch »scheußlich« sagen. Wer die Linien sieht und nicht an der für Gebildete typischen gebeugten Nackenstarre leidet, der meint, Blindheit und Nackenstarre seien freiwillige Eigenschaften. Deshalb hat der Prophet wenig Geduld mit Blinden und Gebildeten, ob deren Blindheit und Nackenstarre selbst zugefügt oder selbstverschuldet ist.) ## Die Herrscher Die Herrscher schließlich ähneln den Gebildeten darin, dass sie sich der Linien unmittelbar unter ihren Füßen bewusst sind. Die Herrscher ähneln auch den Propheten. Wie die Propheten üben die Herrscher sich darin, den Blick zu heben und zu studieren, wie und wohin die großen Linien weiter verlaufen. Der Herrscher lebt an dem Ort, den der Prophet den »Horizont« nennt. Den Horizont des Herrschers sieht nicht einmal der Prophet, sonst wäre er ja selbst ein Herrscher. Der Blinde sieht die Linien nicht. Der Gebildete sieht die Linien, aber nur, soweit sie unmittelbar unter und nah um ihn herum sind. Der Prophet verfolgt die Linien mit den Augen, weist auf den Horizont, ruft »Wehe, wehe!« – bleibt aber doch bei den Blinden und Gebildeten. Wie ein Herrscher sich an seinem Ort wiederfindet, kann unterschiedlich sein. Vielleicht wurde er von anderen Herrschern hingesetzt. Vielleicht wurde er dort geboren. Vielleicht wurde der Herrscher ein solcher, weil er zuvor besonders klug war. Ein Gebildeter etwa, der seine Nackenstarre überwand. Oder ein Prophet, der Mut und Kraft fand, zu handeln. Die meisten Herrscher aber hatten viele Arten von Hilfe. Man lehrte sie von den Linien. Man massierte ihnen von klein auf die Nackenstarre weg. Und statt sich zum Horizont vorzukämpfen, begannen sie ihre Reise bereits dort. Bei all ihrer Weitsicht aber ähneln die Herrscher auf gewisse Weise auch den Blinden. Darin nämlich, dass sie sich schlicht an ihrem Ort erfreuen und auch mal alle Linien vergessen. Immer nur an die großen Linien zu denken, das ist beschwerlich! Die Unterhaltung und Lockerung der Herrscher also besteht darin, die großen Linien vorübergehend zu vergessen – für einige Moment selbst ein Blinder zu sein. (Zu diesem Zweck treffen sich die Herrscher auf Veranstaltungen wie »Cremation of Care« im Bohemian Grove, also frei übersetzt zur »Einäscherung der Sorge«.) ## Du wirst bleiben Täusche dich nicht: Nur weil du die Kasten siehst, kannst du noch lange nicht von der einen in die andere wechseln. Nach aller Wahrscheinlichkeit wirst du in der Kaste verbleiben, in welche du hineingeboren wurdest. Das Kind von Blinden wird ein Blinder bleiben. Das Kind der Gebildeten wird gebildet werden. Ein Prophetenkind wird am ehesten versuchen, seiner Kaste zu entkommen, und doch könnte es ihm misslingen. Und ein Herrscherkind wird wieder als Herrscher eingesetzt und das Kind wird sein Leben lang viel Kraft dafür aufwenden, nicht aus seiner Kaste zu fallen. ## Erkläre es uns! Wen es drängt, die Kaste zu wechseln, der benötigt wahrlich keine Aufforderung dazu. So etwas kann der Mensch aber auch nicht beschließen. Selbst ein großer entsprechender Wille wäre hier unnütz. Ach, wie sehr würde sich mancher Prophet wünschen, Blinder oder Gebildeter zu sein – vergebens. Welches Interesse sollte die Welt daran haben, dir zum Wechsel deiner Kaste zu verhelfen? Es hat ja einen guten Grund, warum die alten Griechen nicht »wechsle deine Kaste!« sagten, sondern: »Erkenne dich selbst!« Erkenne dich selbst, das bedeutet: Sei wirklich ehrlich zu dir selbst, prüfe dich selbst und werde dir so deiner Kaste bewusst. (Vielleicht drängt es dich aber trotz aller Mahnungen dazu, die Kaste zu wechseln. Sollte dir das tatsächlich gelingen, dann schau doch bitte mal bei uns hier vorbei und erkläre uns, wie du vorgegangen bist.) - [Ab jetzt herrschen BlackRock & Co. – seid ihr bereit?](https://dushan.org/essays/ende-des-freien-deutschland/) Verschwörungstheorie: Die Riesenschulden sind Selbstzweck. Egal, wofür man es verpulvert: Die Staatsanleihen werden von »Investoren« gekauft, damit ist Deutschland in deren Hand. Auch erneute Wahlen 2025 und AfD bei 51 Prozent würden das nicht ändern. Wilde Verschwörungstheorie: Der Zweck der bis zu 1 Billion Euro Schulden – neudeutsch: »Sondervermögen« – sind die Schulden selbst. Wo kommt das Geld denn her? Vom sogenannten *Kapitalmarkt*. Und wer wird es dort bereitstellen, wer wird Deutschland solche Kredite gewähren? Trommelwirbel, bitte: vermutlich, unter anderem und zu guten Teilen: *BlackRock*, der natürlich nur ehemalige Arbeitgeber von Friedrich Merz. ## In Schulden investieren Deutschland wird die Schulden in Form von »Staatsanleihen« aufnehmen. Und diese Staatsanleihen werden von Vermögensverwaltern aufgekauft, neu verpackt und dann weiterverkauft werden, deren weltgrößter eben BlackRock ist. Schon heute kann der Bürger ja für recht kleines Geld direkt in Staatsschulden »investieren«. Zum Beispiel mit dem BlackRock-ETF *[iShares Core € Govt Bond](https://www.blackrock.com/es/profesionales/productos/251740/ishares-euro-government-bond-ucits-etf)*. Oder vom zweitgrößten Vermögensverwalter der Welt ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_gr%C3%B6%C3%9Ften_Verm%C3%B6gensverwalter_der_Welt)), Vanguard, dem *[Eurozone Government Bond](https://www.vanguard.co.uk/professional/product/etf/bond/9660/eur-eurozone-government-bond-ucits-etf-eur-distributing)*. Wer in diese ETFs investiert, der kann sagen: »Die Staaten haben sich bei mir Geld geliehen.« Tatsächlich ist es aber der Vermögensverwalter, der die Schuldenanleihen hält, und dir die Möglichkeit gibt, in *sein* Paket an Schuldenanleihen zu investieren – natürlich gegen eine Gebühr. Gegenüber dem Schuldner *Staat* treten aber BlackRock, Vanguard und so weiter als Gläubiger auf, nicht du. ## Man wird wissen, warum Schulden müssen bedient werden. Wenn es beim aktuellen Zinssatz von 2,8 % für Staatsanleihen bleiben sollte – und an diesem »Wenn« hängt viel –, müsste Deutschland für eine Billion Euro jährlich 28 Milliarden Euro an Zinsleistung aufbringen – theoretisch, doch Zinsen können steigen. In Berichten des Staatsfunks mit Titeln wie [»Das Milliarden-Schuldenpaket: So setzt es sich zusammen«](https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/sondervermoegen-schuldenbremse-infrastruktur-verteidigung-bundesrat-100.html) vom 16.3.2025 wird allerdings das Wort »Zins« bisweilen kein einziges Mal erwähnt. Man wird wissen, warum. Und das sind nur die Zinsleistungen. Niemand auf diesem Planeten erwartet, dass Deutschland diese Riesensumme tilgt. Und: Es wird ja de facto offen gesagt, dass man das Geld zum größten Teil für korrupten Bullshit wie »Klima« einsetzen wird. Tatsächlich wurde nebenbei auch Korruption als Staatsziel im Grundgesetz eingetragen – man nannte die Korruption natürlich nicht »Korruption«, sondern »Klimaneutralität«, doch es ist dasselbe gemeint. ## Merz verhungern lassen Es ist zum Haareraufen: Wenn man 1 Billion Euro in die Sicherung der Grenzen und konsequente Ausweisung, Familien-Infrastruktur, Handwerk und MINT-Fächer investieren würde, wäre die Sache mit den Riesenschulden womöglich nicht *ganz* so zerstörerisch. Damit eine *solche* Investion aber effektiv wäre, bräuchte es zusätzlich ein »deutsches DOGE« - und dann wären auch die riesigen neuen Schulden nicht notwendig. Ich höre, dass Leute sagen, Merz tue sich keinen Gefallen, die Riesenschulden aufzunehmen, noch bevor er regiert. Die SPD könnte die Koalitionsverhandlungen hinauszögern und damit Scholz als Kanzler behalten und Merz »verhungern« lassen. Meine Vermutung dazu ist: Es ist Merz womöglich egal, ja, es wäre ihm privat vielleicht sogar lieber, nicht regieren zu müssen. Ich höre, dass Leute sagen, die AfD rücke auch wegen dieses Wahnsinns in den Umfragen gefährlich nahe die CDU heran und in den nächsten Wahlen wird sie diese womöglich überrunden. Meine Vermutung dazu ist: Auch das ist Merz egal, denn selbst wenn die nächsten Wahlen noch 2025 stattfinden, befindet sich Deutschland in der Abhängigkeit von BlackRock & Co., und da könnte auch eine AfD mit absoluter Mehrheit nichts mehr dran ändern. Ich höre, dass Leute sagen, es beschädige die Demokratie, wenn abgewählte Parlamentarier die Totalverschuldung Deutschlands beschließen. Meine Antwort darauf ist: Die Demokratie humpelte bereits schwer, als Merkel [eine demokratische Wahl abwickelte](https://dushan.org/gurkenrepublik/), als die »Brandmauer« errichtet wurde, als es zum Usus wurde, [Hunderte Millionen von Euro zur Propaganda gegen Andersdenkende einzusetzen](https://dushan.org/propagandastaat/), als man *Demokratie* im Sinne von *Manifestation des Wählerwillens* gegen »unsere Demokratie« als *Herrschaft des Deep State und internationaler Finanzakteure* tauschte. Du wirst arbeiten und Steuern zahlen, um die Zinsleistung an BlackRock zu finanzieren. ## Nicht mal Illusion In genau diesen Tagen beginnt eine neue Zeit für Deutschland und Europa. Selbst die Kulissen der Demokratie als potemkinsches Dorf werden abgerissen. Man macht sich nicht mal mehr die Mühe der Illusion. Dies ist die Zeit, vor der euch die »Verschwörungstheoretiker« gewarnt haben. Und ich stelle etwas Erstaunliches fest. Ich fühle mich erstaunlich ruhig bei all dem. »Losing all hope is freedom«, so heißt es in [Fight Club](https://dushan.org/klassiker/fight-club-chuck-palahniuk/). Ich hoffe nicht mehr auf Demokratie, ich habe keine Hoffnung mehr, aus mehr als einem Grund. (Unter anderem, weil Demokratie [bestimmte minimale geistige Fähigkeiten bei einer Mehrheit der Wähler voraussetzt](https://dushan.org/80-prozent-zu-bloed/).) Und ich bin Realist: Auch in China sind Menschen glücklich. Auch im Iran gibt es schöne Abende. In Moskau, Dubai oder Malaysia sowieso. Die Tschechen – mit der noch frischen Erfahrung sehr verschiedener Staatsformen – sagen: »Nějak bylo, Nějak bude.« – Das bedeutet: Irgendwie war es, irgendwie wird es sein. ## Erst ihre Seele Verschwörungstheoretiker sagen, dass Banken und globale Vermögensverwalter die wahren Weltherrscher waren. Nun, jetzt beginnt die Ära, in der sie es auch offen tun. Die Revolution der Banken, mit den Abnickern in Bundestag und Bundesrat als willigen Helfern. Ich gestehe, dass ich ehrlich gespannt bin, was mit den *Verrätern* geschehen wird, mit all den *Parteisoldaten*, die erst ihre Seele und dann ihr Land für Diäten und Dienstwagen verkauften. Es könnte sein, dass die sich womöglich verrechnet haben. Die haben im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst (sonst würden sie auch nicht ständig »Nazi« rufen, während sie auffällig den *echten* Nazis ähneln), die wissen nicht, was regelmäßig mit dem kleineren Personal von Revolutionen passiert. Was an Deutschland durchgeführt wird, ist nichts weniger als eine Revolution, und auch von oben orchestrierte Revolutionen fressen ihre Kinder. Die Revolutionsführer wissen genau: Wer sich *dieser* Revolution willig und billig anbot, der wird sich auch der *nächsten* Revolution willig und billig anbieten – und also ist er, wenn sein Job erledigt ist, vor allem Gefahr und Problem. ## Letzte Fetzen ab Die nützlichen Idioten in der Politik, die Deutschland für einen Judaslohn verraten haben, sie werden feststellen, dass ein nützlicher Idiot, der seinen Job erledigt hat, nicht länger nützlich ist – was ist er also dann? Ein nützlicher Idiot, der nicht mehr nützlich ist, ist einfach nur ein Idiot – und genau so wird er von Deutschlands neuen Aufsehern behandelt werden. Ich streife letzte Fetzen meiner Illusionen ab, und einige derer, die sich heute für Gewinner halten, werden auch bald desillusioniert werden. Doch ich stelle fest: Illusionen abzustreifen fühlt sich erstaunlich beruhigend an. Ein weiteres Mal kommt mir heute Niebuhrs Gebet in den Sinn. Ihr wisst schon: Gott möge mir die Kraft geben, zu ändern, was ich ändern kann. Hinzunehmen, was ich nicht ändern kann. Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. - [Sind CDU-Wähler zu doof, bis 3 zu zählen?](https://dushan.org/essays/80-prozent-zu-bloed/) Wer bis 3 zählen kann, wusste, dass CDU-Versprechen nicht zu halten sind, so Hofreiter. Auf Deutsch: CDU-Wähler sind zu blöd, bis 3 zu zählen – aber doch nicht nur die! Was nützt Demokratie, wenn die Mehrheit zu blöd ist … und die Politik das weiß? Die deutschen Wähler wurden (und werden) belogen (und betrogen) – wenn der Grüne Anton Hofreiter die Wahrheit sagt, wovon ich mal ausgehe. »Ha, das war doch schon immer so!«, mögt ihr ausrufen, »das hat schon die Merkel gesagt, dass man sich nach den Wahlen nicht darauf verlassen kann, was vor den Wahlen gesagt wurde. Das ist nichts Neues, Wegner!« Nein, aber etwas ist neu: Die Wahlversprechen waren echte Lügen, und der Wähler wurde echt betrogen. Denn: Mit »Lügen« meine ich nicht »nur«, dass ein Politiker aufgrund neuer Umstände seine Position ändert. So etwas verstehe ich sogar! Ich bin ja Vater, ich habe gelernt, *sehr* vorsichtig damit zu sein, was ich verspreche. Denn wenn man McDonald’s verspricht, muss man auch zu McDonald’s fahren, selbst wenn es sich durch die sonstigen Tagespläne ergibt, dass das nächste McDonald’s eine Stunde weit weg ist, während es spontan Pizza vom Himmel regnet. Versprochen ist versprochen, zurückgenommen Herz gebrochen. Also bin ich *sehr* vorsichtig damit, was ich verspreche. Ich meine hier Lüge und Betrug im klassischen, üblichen Sinn. Eine Lüge ist das absichtsvolle Sprechen einer Unwahrheit wider besseres Wissen. Und *Betrug*, wie ich es hier verstehe, ist Lüge zum Zweck eines persönlichen Vorteils des Lügners und zum Nachteil des Belogenen. Da wäre etwa die Schuldenbremse. Da wäre die Grenzschließung. Bei den Grenzen schwurbelt sich der Staatsfunk zurecht, warum das alles keine Lüge, sondern ein Missverständnis ist ([br.de, 03.07.2025](https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/faktenfuchs-falschinfos-ueber-deutsche-grenzen-nach-wahl,Uef3YUR)), und sie nennen ihre Schwurbelei »Faktencheck« vom »Faktenfuchs« . Was bei Pinocchio die Nase ist, ist bei Journalisten das Wort »Fakten« – je mehr, desto Lüge. Der Grüne Anton Hofreiter sagte letztens bei Spiegel-TV: > Es war bereits vor ein paar Wochen klar, dass wenn die Union an die Regierung kommt, dass sie die Schuldenbremse lockern würde. Das haben die auch unter vier Augen immer zugegeben, sie haben bloß auch immer gesagt, sie würden es nie in der Öffentlichkeit sagen, weil das ihren Wahlkampf beschädigen würde. (…) Es konnte ja jeder, der bis 3 zählen konnte, wusste ja, dass diese Wahlversprechen unmöglich … (Anton Hofreiter, [Spiegel-TV 12.3.2025, via YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=u0cdHfNw6sM)) Das Zitat endet abrupt, denn der »Journalist« von Spiegel-TV unterbricht ihn, als wollte er den Schaden begrenzen und die Offenbarung von noch mehr Wahrheit verhindern. Ist das ein Fall von »Grünenmund tut Wahrheit kund«? Will der Grüne hier der CDU eins reinwürgen? Vielleicht von beidem etwas – doch es macht keinen Unterschied, solange Merz nicht Hofreiter die Lüge vorwirft *und* den Schuldenwahnsinn zurücknimmt. Es wird nicht geschehen. Ich sage euch: Ich kann mir ein Szenario vorstellen, in welchem Merz eine Billion Schulden aufnimmt, diverse Verträge klarmacht, die alle BlackRock nutzen oder dem SPD-nahen NGO-DeepState – und dann gleich wieder zurücktritt, woraufhin die zweiten Bundestagswahlen 2025 stattfinden. Die vom Staatsfunk gehirngewaschenen 80% werden sagen: Immer noch besser als von Rechten regiert zu werden! Wir müssen davon ausgehen, dass die CDU den Wähler mit voller Absicht belogen und betrogen hat. Als wäre das aber nicht Elend genug, verhöhnt Hofreiter hier auch noch die CDU-Wähler. Jeder, »der bis 3 zählen konnte«, so Hofreiter, wusste ja, dass die CDU-Wahlversprechen nicht zu halten sind. Wer hätte gedacht, dass wir dem Grünen Hofreiter mal vollumfänglich zustimmen können! Auf Deutsch: CDU-Wähler sind zu blöd, bis 3 zu zählen. Ach, seien wir ehrlich: SPD-Wähler sind nicht besser, die halten das kleine Einmaleins für »nazi« und Logik für »rechtsextrem«. Und Grünen-Wähler sind auf jener Stufe des Menschsein angekommen, wo Blödheit und Bosheit nicht mehr zu unterscheiden sind. CDU-Wähler sind zu blöd, bis 3 zu zählen – oder es ist ihnen egal, dass Deutschland an BlackRock & Co. verscherbelt wird. Das aber ist der Zustand der deutschen Demokratie: 80 Prozent der Wähler sind zu blöd oder schlicht bösartig. Erwachsene, die nicht bis 3 zählen können, sind vermutlich schwer entwicklungsgeschädigt. Im Volksmund nennt man die auch »Idioten«, was zu sagen natürlich unschön ist, wenn einer nichts dafür kann. Doch die CDU zu wählen, das ist freiwillige, mutwillige Idiotie. Im Oktober 2018 schrieb ich den Essay [»Vorabend der Idiokratie«](https://dushan.org/idiokratie/). Dies ist nicht mehr der Vorabend – dies *ist* die Idiokratie. Die Herrschaft der zynischen Bösen über die willigen Idioten, die sich auch noch für »moralisch gut« halten. Die 20 Prozent aber, die eben doch in der Lage sind, »bis 3 zu zählen«, die sollten es nun auch tun – und vielleicht 1 bis 2 ihrer Landsleute anbieten, gemeinsam die Grundrechenarten durchzugehen. Kopfrechnen soll gut fürs Gehirn sein, ob man nun 9 Jahre alt ist oder 99. - [11.372 Euro im Monat, mit diesem einfachen Trick](https://dushan.org/essays/11372-euro-im-monat/) Grüne Familienministerin vergibt noch schnell lukrative Jobs, etwa: 11.372 €/Monat als »Familienreferent« in Paris. Die eine Möglichkeit ist, dass diese Leute einfach wegen ihrer großen Nützlichkeit so sehr gesucht sind. Was ist die andere Möglichkeit? 11.372 Euro im Monat, drei Jahre lang, vielleicht vier – und als Bonus dazu in Paris leben, wo man das Geld extra elegant ausgeben kann. Seid ehrlich, da würdet ihr doch auch nicht ablehnen! 11.372 Euro im Monat, das ist die *Top-Besoldungsstufe B6*. Die bekommt man als Unterabteilungsleiter im deutschen Propagandaministerium – und mit »Propagandaministerium« meine ich natürlich das Familienministerium. Das treibt in Deutschland anti-demokratische, totalitäre Propaganda. Es bildet als Financier außerdemokratischer NGOs einen mächtigen Krakenarm des deutschen *Deep State*, und die Ministerin an der Spitze dieser »Armee des Bösen« ist (noch) eine Grüne, namentlich: *Lisa Paus*. Die Regentschaft der Frau Paus (56 Jahre alt, vom Studium direkt einen Job in der Politik) geht ihrem vorläufigen Ende zu. Bald öffnet sich das Pentagramm im Eingang des Familienministeriums nach außen hin, und Frau Paus samt ihrer Helferlein werden sich anderen Feuerstellen zuwenden dürfen. Und die Vorzeigedemokratin Paus trifft Vorkehrungen. Wir erfahren bei welt.de: > Kurz vor Ende ihrer Amtszeit versorgt Familienministerin Lisa Paus noch mal Mitarbeiter mit Jobs. (…) Dazu gehört der Politikwissenschaftler Farhad Dilmaghani, der erst als ihr Sprecher einstieg und den sie dann zum Unterabteilungsleiter beförderte. Diese Position wird nach der Top-Besoldungsstufe B6, also mindestens 11.372 Euro pro Monat, bezahlt. ([welt.de, 16.03.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article255710974/11-300-Euro-monatlich-fuer-Job-in-Paris-Lisa-Paus-schafft-zwei-Stellen-fuer-Vertraute.html)) (Nebenbei: Was für ein wunderbar deutscher Dienstgrad »Unterabteilungsleiter« doch ist. Ich finde »Unterabteilungsleiter Farhad Dilmaghani«, sollte in der Enzyklopädie als beispielhafte, ja, *Illustration* des Begriffs *Integration* aufgeführt sein.) Jetzt wo die Hölle zwar nicht zufriert, aber doch einen Teil des Personals austauscht, scharrt man anderswo schon ungeduldig mit den Hufen, nur recht bald das Wissen und die Kompetenz dieser Fachkräfte nutzen zu dürfen. Unterabteilungsleiter Farhad Dilmaghani wird nun, so erfahren wir, seine Erfahrung an der deutschen Botschaft in Paris einbringen, als *Familienreferent*. Es ist ein ganz neu geschaffener Posten, er wurde erst im Januar ausgeschrieben, und es ist wohl, trotz mehrerer Bewerber, »ein offenes Geheimnis«, wer die Bewerbung für sich entscheiden wird. Eigentlich ist die Stelle »nur« mit 6.916 besoldet, aber Herr Dilmaghani bekommt, wenn die Berichte stimmen, sein altes Gehalt, 11.372 Euro im Monat. Und dazu 2.000 Euro die Lappalie steuerfreien Auslandszuschlag, als Ausgleich für die schlimme, schlimme Qual, als »Familienreferent« an einer Botschaft in Frankreich arbeiten zu müssen. Ich bin mir absolut sicher, dass Herr Dilmaghani diesen neuen Posten und das viele Geld nur wegen seiner fachlichen Kompetenz und seines Nutzens für Staat und Steuerzahler erhält, und nicht aus anderen Gründen. Im Familienministerium ging ja stets alles mit rechten Dingen zu, kein Geldstrom an eine NGO war jemals fragwürdig, also hat Dilmaghani gar keinen Grund, Olaf-Scholz-Gedächtnislücken zu entwickeln. Nein, man zahlt ihm das viele Geld allein für seine Kompetenz. Das ist der einfache Trick, 11.372 Euro Gehalt plus 2.000 Euro steuerfreies Taschengeld zu bekommen, um dafür in Paris abzuhängen. Du aber, lieber Steuerzahler, wenn du heute wieder arbeiten gehst, gräme dich nicht. Auch dir kann es gelingen, so viel Geld für Tätigkeiten in der Stadt der Liebe zu erhalten. Ich bange aber um dein Seelenheil, wenn dein Magen und dein Gewissen es vertragen sollten, was du vorher dafür alles tun müsstest. Nämlich: im *Familienministerium* zu arbeiten. Ich habe gehört, dass es *dämonisch* sein soll. - [Plötzlich reden alle vom Auswandern](https://dushan.org/essays/suche-und-heimat/) Deutschland wird von der Regierung radikal kaputtgemacht – und immer mehr Deutsche reden vom Auswandern. Das Ironische daran: Ob du bleibst oder auswanderst, so oder so lebst du demnächst nicht mehr in Deutschland. Der Rechtsanwalt Joachim Steinhoefel schreibt auf x.com: > Merz ist Merkel auf Steroiden. Für den gigantischen Schaden, den seine Vorgängerin in 16 Jahren angerichtet hat, braucht er nicht einmal 16 Tage. Es ist ein geschichtlich einzigartiges Totalversagen. Man kann sich darüber aufregen oder zieht klug die unvermeidbaren Konsequenzen. ([@Steinhoefel, 15.03.2025](https://x.com/Steinhoefel/status/1900798261339861193)) Welche »unvermeidbaren Konsequenzen«, die der kluge Deutsche ziehen soll, meint er? In den sozialen Medien wird diese Frage vielleicht beantwortet, zum Beispiel etwa so: > Firma schliessen, Haus verkaufen und nix wie weg aus DE und Europa ... (Wunschtraum - leider unrealistisch aus diversen Gründen) Hätte ich mir vor 10-15 Jahren NIE gedacht, dass ich das mal sagen würde... ([@frankenzicke, 14.03.2025](https://x.com/frankenzicke/status/1900542825936163008)) Oder so: > „Flieht, Ihr Narren!“ ([@KielerFinanzen, 14.03.2025](https://x.com/KielerFinanzen/status/1900514893503066512)) Und, extra deutlich, so: > Die zwingen einen zum auswandern das ist so krank ich halt das rr nicht aus ich will doch nur meine Zukunft planen verfickt noch mal dürfen wir nicht einfach auch hier Familie mit häuschen haben und schönes Leben haben warum hassen die uns so es fuckt so ab es ist so krass ey ([@moi_violet, 14.03.2025](https://x.com/moi_violet/status/1900552859353072057)) Eine Bürgerin notiert eine interessante Beobachtung: > Hier schreiben sehr viele Leute, dass jetzt nur noch Auswandern hilft. Es erinnert mich an die Arbeit in der Klinik, wo Personal immer gedroht hat, wenn das und das nicht ist, werden sie kündigen. Gekündigt haben immer Leute, die das nicht gedroht haben. Die haben es einfach ([@LiviaClauss, 15.03.2025](https://x.com/LiviaClauss/status/1900826550292856833)) Man könnte anmerken, dass »Die haben es einfach« vielleicht nicht so nicht vollständig ist. Vielmehr ist es vielleicht so, dass das Ankündigen der Kündigung oder des Auswanderns bereits eine kathartische Wirkung ausübt, ähnlich wie wenn Markus Lanz im TV sich regierungskritisch gibt, was seelischen Druck vom Kessel lässt und so die Beharrungskräfte stärkt. Manche lenken ihre Wut in Worte, andere in die Tat – einfach ist es auch für die Tatkräftigen wahrlich nicht immer. Was aber soll man raten? Nun, ich schrieb 2017 den Essay [»Die letzten Tage des Westens«](https://dushan.org/die-letzten-tage-des-westens/). Ich schrieb dort, unter anderem, über den biblischen Propheten Daniel, der die berühmte Schrift an der Wand zu deuten wusste: »Mene tekel u-parsin«. Was heute in Deutschland passiert, was manchen zu »unvermeidbaren Konsequenzen« bewegt, es kündigte sich ja schon länger eben als »Menetekel« an. Der vorletzte Absatz jenes Essays von 2017 war formal ein »Nachtrag«: > In der Nacht, als Daniel dem König Belchazar das „Mene tekel u-parsin“ deutet, wird der König getötet und sein Reich eingenommen. [Essay 19.2.2017](https://dushan.org/die-letzten-tage-des-westens/) (Damit illustrierte ich, dass nur weil dir die Zeichen an der Wand richtig gedeutet wurden, du dadurch noch längst nicht gerettet bist. Einer, [der aus dem Fenster im zehnten Stock fiel und dem Gehweg entgegenrast](https://dushan.org/die-drohungen/), und der um seine Umstände weiß, der wird ja durch dieses Wissen nicht weniger tot sein durch den folgenden gehwegbedingten plötzlichen Halt.) Der allerletzte Absatz in jenem Essay von 2017 dann, der zweite Nachtrag quasi, ist mit »Persönliches« betitelt, und er lautet: > Ich kann Ihnen keinen Rat geben. Ich weiß auch nicht, was Sie tun sollen. Ich jedenfalls ziehe auf eine kleine Insel, an den Fuß eines Vulkans, und schreibe einen Roman. Über einen Mann, auf einer Insel, mit einem Vulkan. [Essay 19.2.2017](https://dushan.org/die-letzten-tage-des-westens/) Ich schrieb schon früher zum Thema Auswandern, etwa im Essay [»Wanderer, aus Gründen«](https://dushan.org/wanderer-aus-gruenden/) (2019) oder im Text [»Vom Auswandern«](https://dushan.org/auswandern/) (2021). Ich verweise auf jene Texte, und will nur bloß betonend wiederholen: Wer einmal auswandert, wird immer ein Wanderer bleiben – bisweilen über Generationen. Ich weiß nicht sicher, ob Steinhoefel mit den »unvermeidbaren Konsequenzen« das Auswandern meint. Doch ob man auswandert oder nicht, es scheint festzustehen, dass die deutsche Regierung nun ganz offen die Zerstörung Deutschlands betreibt. Totale Verschuldung zugunsten von blanker Korruption (sprich »Klima«, »Ukraine«, und so weiter), während [jede Woche weitere Flieger](https://www.bild.de/politik/inland/diesmal-kommen-sie-aus-syrien-208-fluechtlinge-mit-flieger-gelandet-67d2a674aae7056ac7dd1acd) mit muslimischen jungen Männern landen und der Ramadan zum Teil von [Schulbetrieb](https://www.focus.de/panorama/welt/fastenbrechen-als-pflichtveranstaltung-berliner-schule-will-kinder-zu-ramadan-essen-zwingen-senat-greift-ein_id_260758781.html) und [sogar Champions League](https://www.noz.de/sport/fussball/artikel/champions-league-bvb-spiel-wegen-ramadan-unterbrochen-48471437) wird. Ob du heute noch auswanderst oder ob du bleibst: In einigen Jahren wirst du nicht mehr in Deutschland leben, so oder so. (Tatsächlich triffst du schon heute etwa in manchen kanarischen Städten täglich mehr Deutsche als in manchen Stadtteilen von Deutschland.) 2023 schrieb ich im Essay [»Deutschland ohne Deutsche«](https://dushan.org/das-deutsche/) dies: > Wir sollten durch unsere eigene Kulturgeschichte gehen, wie einer, der weiß, dass er am nächsten Tag erblinden wird, durch die Straßen, Parks und Museen geht und so viel in seinen Geist aufnimmt, wie er irgend aufnehmen kann. ([Essay vom 18.10.2023](https://dushan.org/das-deutsche/)) Der Auswanderer hat keine Heimat außer der, die er *in sich* mitnimmt. Und als Deutscher hast du auch in Deutschland bald keine deutsche Heimat außer der, die *in dir* ist. Heute steht für *alle* Deutschen die Suche, Einrichtung und Verteidigung der Heimat an – beginnend mit der *inneren* Heimat. - [Man kämpft, man kämpft](https://dushan.org/essays/man-kaempft-man-kaempft/) Wer kämpft, so heißt es, der hat noch nicht verloren. – Schöne Redeweise, wären da nur nicht die Beispiele von Verlorenen, die auf verlorenem Posten weiterkämpften. War deren Hoffnung nicht simpler Irrtum? – Und überhaupt: Wofür soll man heute kämpfen? Man fragt mich, wie es mir denn so geht, und ich sage: »Man kämpft, man kämpft.« Das fragende Gegenüber ist von meiner Antwort wohl angetan, denn es antwortet wiederum: »Ja, kämpfen ist gut! Wer kämpft, der hat noch nicht verloren!« Ich lächle, und zwar auf jene Art, bei der man die Muskeln um die Augen zusammenzieht, um Aufrichtigkeit zu signalisieren, und den Mund in seitliche Spannung bringt, aber doch nicht die Zähne bleckt. Es soll energische Positivität signalisieren, ohne die projizierte Ernsthaftigkeit durch Fröhlichkeit zu verwässern. Bei mir aber denke ich: Was für einen Unsinn wir hier doch wieder reden! Natürlich kann, wer kämpft, schon längst verloren haben! Wir kennen etwa die Erzählungen von Soldaten, die nicht hörten – oder nicht wahrhaben wollten –, dass der Krieg vorbei war und ihre Seite verloren hatte, die also weiter ihren Posten und also ihren Sinn verteidigten und auf diese Weise kämpften. Bekannt ist etwa Hiroo Onoda, Japaner und Nachfahre von Samurai-Kriegern. Onoda kapitulierte erst 1974 – und damit 29 Jahre zu spät. Bis dahin hielt er seinen Posten auf einer Insel in den Philippinen (siehe [Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Onoda_Hir%C5%8D)). All das sage ich aber nicht laut, denn ich bin zivilisiert. Zivilisiert zu sein, das bedeutet, nur das zu sagen, was einer angenehmen Stimmung nicht abträglich ist. Die Zivilisierten sind die funktionierenden Rädchen ihrer Gesellschaft, der »Zivilgesellschaft«, über deren wahre Mechanik man besser nichts sagt – zumindest nicht laut. Ich überlege derweil, weiter innerlich, was der innere Kampf mit einer äußeren Kampfhandlung gemeinsam hat. Ja, jener Japaner, der knapp drei Jahrzehnte ausharrte und »kämpfte«: Worin genau bestand sein Kämpfen? Er überlebte auf seinem Posten und nannte es, seinen »Posten zu halten«, doch ist Überleben schon Kämpfen? (Ja, ich sehe euer heftiges Nicken.) Wenn ich sage: »Man kämpft, man kämpft«, dann meint das nicht zwingend außergewöhnliche Handlungen, die von außen als Kampfhandlungen zu erkennen sind. Wenn ich meine Zähne putze, meine Hose anziehe, einen Kaffee und ein Brötchen frühstücke – kann das nicht auch schon ein Kämpfen sein? Wer kämpft, der handelt mit einem Sieg als Ziel, einem Sieg über etwas, über jemanden. Nicht immer kann er genau nennen, worin sein Ziel, sein Sieg, sein Gegner besteht – aber er weiß, dass er kämpft. Die Möglichkeit zu siegen ist die Hoffnung der Kämpfenden. Der äußere Bestandteil der Hoffnung ist die Möglichkeit, erfolgreich zu sein – der innere Bestandteil ist die Arbeit am Eintreten dieser Möglichkeit – das *Rechnen* mit dieser Möglichkeit. Ein Beispiel: Wer gegen eine Krankheit kämpft, hofft auf das Eintreten möglicher Genesung, der arbeitet daran, dass die Möglichkeit eintritt. Die Genesung wäre der Sieg gegen die Krankheit, also besteht die Hoffnung aus ebendieser. Was meine ich nun, wenn ich sage, dass ich kämpfe? Ich sage ja nicht bloß, dass ich kämpfe, sondern dass »man« kämpft. Man kämpft, man kämpft: das Kämpfen als Grundeigenschaft der Conditio humana. Der basalste innere Kampf, der alle Konflikte und Momente durchzieht, unabhängig von allen äußeren Feinden, ist doch ein Kampf gegen Sinn- und Freudlosigkeit. Wir müssen uns Sisyphos bekanntlich als einen glücklichen Menschen vorstellen, denn Sisyphos ist ein Sieger, wieder und wieder, und zwar jedes Mal, wenn er aufs Neue beschließt, den Stein den Berg hinauf zu schieben. Der innere Abgrund als letzter Feind – die Abwesenheit von Freude als vorletzter Feind, der Mangel an Sinn als letzter Feind dann. (Es ist ein interessanter, aber riskanter Entwurf, den letzten Feind schon früh in seinem Leben anzugehen. Früh im Leben weiß man noch weniger als später, mit welchen Waffen man eine Hoffnung hat.) Ich kämpfe, so denke ich bei mir. Man kämpft, und ich kämpfe. Und dieser Kampf ist meine Arbeit. Ich arbeite in Richtung von Möglichkeiten, deren Manifestation berechtigt »Sinn« genannt werden könnte. (Was glaubt ihr denn, dass *das hier* ist?!) All das denke ich bei mir, doch ich sage es nicht laut, denn ich möchte ja als zivilisiert gelten. Ich sage nur: »Hmm, hmm.« Ich bewege den Kopf auf eine Weise, die zwar kein zustimmendes Nicken ist, doch von meinem Gegenüber für ein solches gehalten werden könnte. Ich tue das absichtlich, und es wird mir bewusst, dass ich mein Gegenüber damit täuschen wollte. Also wechsle ich, innerlich vor Scham errötend, zum verneinenden Kopfschütteln. Dieses Kopfschütteln aber hält mein Gegenüber nicht für die Verneinung seiner Behauptung, wer kämpfe, der habe noch nicht verloren, sondern für melancholischen Weltschmerz, was auch wieder eine Fehldeutung ist, aber diesmal zumindest keine von mir beabsichtigte. Ich zucke, natürlich nur innerlich, mit den Schultern, dann lasse es ansonsten darauf beruhen. Zufrieden mit dieser initiierenden Interaktion wechselt mein Gegenüber von der Begrüßung zum Alltagsplausch über aktuelle Nachrichten, über gigantische Schulden, gigantische Lügen, Kriegsvorbereitungen – ich zeige die erwarteten Zeichen von Empörung und Interesse, also Gestikulation, erhobene Augenbrauen und so weiter. Und zugleich ich denke: Das ist sie wohl, die *Conditio germanica*, und nach dem Krieg ist vor dem Krieg. – Ach ja, [Dazwischenwesen](https://dushan.org/dazwischenwesen/) sind wir doch, immer zwischen zwei Kriegen. »Man kämpft, man kämpft«, so sage ich wieder, um eine gedankliche Klammer zu setzen. Und wenn ich mich so höre, fällt mir auf, dass sich dies auch auf das Volk beziehen könnte, in dessen Sprache ich denke, fühle, schreibe. Man kämpft, man kämpft, und man sollte doch nur kämpfen, wo Hoffnung ist, sonst kämpft man tatsächlich auf verlorenem Posten. »Es kommen Zeiten, und sie sind längst da, in denen wir um das Recht kämpfen werden, nicht kämpfen zu müssen«, so denke ich, und ich stelle fest, dass ich das wohl tatsächlich laut gesagt habe, denn mein Gegenüber schaut ganz irritiert, als hätte ich etwas sehr Unzivilisiertes gesagt. - [Alt, aber nicht kalt](https://dushan.org/essays/nicht-kalt-aber-alt/) Korruption ließe sich auch so beschreiben: jede politische Handlung, die nicht dazu dient, das Wohl des Volkes zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden. Insofern kennt Deutschland seit Jahren vor allem Korruption. Lasst uns zwei Wörter betrachten: einmal die *Eingeweide* und einmal die *Korruption*. Und dann lasst uns ausrufen: »Hurra, wir leben!« – aber eines nach dem anderen. Lass einmal das Wort *Eingeweide* auf dich wirken. Wie fühlt sich das Wort an? Und dann das Wort *Korruption*. Was spürst du, wenn du das Wort hörst, in deinen Eingeweiden? Wenn eines oder gar beide dieser Wörter in dir eine emotionale, eine *körperliche* Reaktion hervorrufen, dann habe ich drei Nachrichten für dich. Die erste Nachricht ist erklärend: Was aus den Tiefen des Unbewussten hervor ins Bewusste gerufen werden kann, das muss ja zuvor dort, in den [Abgründen](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/), in jener anderen und inneren Dimension überhaupt erst *existiert* haben, *gelebt* haben und darauf gewartet haben, hinauf- und hervorgerufen zu werden. Die zweite Nachricht ist eine gute: Dass die Wörter *Eingeweide* wie auch *Korruption* überhaupt etwas aus dir hervorrufen, ist eine *gute* Nachricht, so wie das aus einer klaffenden Wunde schießende Blut eine gute Nachricht ist – und zwar nur solange es entsprechend *schießt* –, insofern das zeigt, dass da noch ein Puls ist, ein Herzschlag. Bei zu vielen unserer Zeitgenossen rufen diese Wörter eben nichts mehr hervor. *Eingeweide* nichts. Und *Korruption* nichts. Es bewirkt bei denen, um die erwähnten Wörter hier anzuwenden, keine Bewegung in den Eingeweiden, denn sie sind korrupt. Und das Wort *korrupt* meine ich hier vom Wortstamm her, denn der ist lateinisch, nämlich *rumpere*, das bedeutet: zerbrechen. Die dritte Nachricht aber ist eine schlechte: Ich sagte *Zeitgenossen*, nicht *Altersgenossen*. Denn wenn die Wörter *Eingeweide* und *Korruption* dich noch *stechen*, wenn sie dein Wohlbefinden *ritzen* und Blut an die Oberfläche rufen, dann bist du vermutlich *alt*. Nicht kalt, aber alt – alt, aber nicht kalt … immerhin das. Die jungen Leute von heute mögen *sachlich* wissen (und nicht einmal das sicher), was *Eingeweide* bedeutet: die inneren Organe von Mensch und Tier. Doch das Wort *Eingeweide* ruft in ihnen nichts hervor, nicht Ekel, nicht Angst – nichts. Warum nicht? Wir empfinden Lust und Freude an den Dingen, die wir tun müssen, wenn die Art überleben soll. Und wir empfinden Angst und Ekel gegenüber jenem, was das Überleben gefährdet – und wenn Eingeweide sichtbar werden, wenn also zuvor ein Bauch aufgeschnitten wurde und so weiter, das ist schrecklich und ekelerregend, weil es eben das Überleben gefährdet, und zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit. Warum aber fühlt sich das Wort *Eingeweide* nicht mehr an? Kein besonders Gefühl. Warum ruft das Wort so wenig hervor bei so vielen unserer Mitmenschen, besonders den jungen und modernen? Weil nicht mehr gezeigt wird, was dieses Wort bedeutet. Weil nicht mehr gezeigt wird, wie das Hervorquellen geschieht. Es wird ja nicht mehr in den Städten geschlachtet, sondern in Schlachtfabriken irgendwo. Wir zeigen nicht die Eingeweide der Tiere, denn das könnte die Lust auf Fleisch hemmen. Geschlachtet wird auf Schlachtfeldern, doch auch die menschlichen Eingeweide werden nicht gezeigt. Wir zeigen nicht die Eingeweide der Menschen, wenn Islamisten sie hervorholen, denn das könnte die Lust auf Toleranz hemmen. Wir zeigen nicht die Eingeweide der Söhne und Väter, wenn sie auf den Schlachtfeldern der Ukraine hervorgeholt werden, denn das könnte die Lust auf Krieg hemmen. Dass das Wort *Eingeweide* uns nicht wehtut, liegt also daran, dass nirgends mehr Eingeweide sind, dass nirgends mehr Eingeweide zu sehen sind, was im Geist des Menschen praktisch dasselbe ist. Nur geschlossene Bäuche überall, die einen schlank, die anderen fett, aber alle wohltuend verschlossen. Das andere Wort aber, die *Korruption*, dieses Wort schmerzt aus einem anderen Grund nicht, aus dem umgekehrten Grund. Das Wort *Eingeweide* tut nicht mehr weh, weil nirgends mehr Eingeweide sind. Das Wort *Korruption* aber tut nicht mehr weh, weil wer heute aufwächst keine andere Politik als die korrupte kennt. Ich nenne es *Korruption*, wenn ein Politiker aus anderen als den beiden heiligen Gründen handelt. Aus anderen Gründen also, als das Wohl des Volkes zu mehren und Schaden vom Volk fernzuhalten. In diesem Sinne kennt Deutschland seit Jahren und bald Jahrzehnten keine andere Politik als die blanke Korruption. Wenn *korrupte Politik* und *Politik* dasselbe bezeichnen, braucht es das Wort *korrupt* nicht mehr. Weder *Eingeweide* noch *Korruption* tun als Worte dem modernen Menschen weh. Und wenn sie dir doch wehtun, heißt das zwar, dass deine Seele noch einen Pulsschlag hat – aber auch, dass du alt bist. Nicht kalt, aber alt. Alt, aber nicht kalt. Immerhin das. Nein, diese Wörter tun den Modernen nicht mehr weh, und doch stoßen wir immer wieder auf sie, wenn wir ältere Texte lesen – und gelegentlich, wenn ein zeitvergessener Autor sie heute noch aufschreibt. Das Wort *Eingeweide* wurde von Autoren benutzt in Zeiten, als die Menschen noch wussten, wie es aussieht, einem Tier den Bauch aufzuschneiden, so dass eben die Eingeweide hervorquellen. Ähnlich mit der *Korruption*: Das Wort wurde von Journalisten verwendet, als Korruption ein Skandal war, als das Wort noch schmerzte. Heute aber wird jeden Tag der Bauch der sogenannten Demokratie aufgeschnitten, die Eingeweide quellen heraus, die NGOs, der Deep State, die Journaille und so weiter. Wir aber, die wir die Korruption überhaupt noch sehen, weil wir noch Zeiten kennen, in denen sie nicht überall war, wir aber, denen bereits das Wort *Korruption* und um wie viel mehr die Korruption selbst Schmerzen bereiten, wir empfinden Angst und Ekel. Ein an der Seele gesunder Mensch muss doch Angst und Ekel empfinden, wenn er sieht, was unser aller Überleben gefährdet. Die Empörung der letzten Lebenden aber, deine und meine Entrüstung, ist das spritzende Blut, welches anzeigt, dass im Volk noch ein Herzschlag ist, ein Lebenswille in den Eingeweiden. In diesem Sinne also, liebe Freunde: Hurra, es tut weh! Nicht kalt, aber alt – alt, aber nicht kalt … immerhin das. - [Diktatur und Schicksal](https://dushan.org/essays/diktatur-und-schicksal/) Wir schauen auf Europa und sehen, wie das alte Monster, das Diktatur heißt, seine Pranken um Nationen und Völker legt. Die Frage: Ist das alles »Schicksal«? Oder tragen wir Verantwortung? (Und wenn ja, welche?) Die [unbestraft vorbestrafte](https://www.deutschlandfunk.de/urteil-gegen-iwf-chefin-gericht-spricht-lagarde-schuldig-100.html) Chefin der Europäischen Zentralbank hat konkrete Schritte auf dem Weg zur Überwachungswährung »Digitaler Euro« angedeutet ([forbes.com, 11.03.2025](https://www.forbes.com/sites/digital-assets/2025/03/07/a-2025-overview-of-what-you-need-to-know-about-the-digital-euro/)). Ich frage mich: Ist es Schicksal, oder tragen du und ich dafür Verantwortung? – Doch … eines nach dem anderen\! Schon vor einem Jahr hatte ich über die Pläne zum »Digitalen Euro« geschrieben, etwa im Essay [»Computer-Update legt weltweit PCs lahm«](https://dushan.org/fehlerupdate/) oder in [»Geld mit Eigenschaften«](https://dushan.org/cbdc-digitales-zentralbankgeld/). Dort schrieb ich schon in der Einleitung: > Digitales Zentralbankgeld« (CBDC) ist eine dystopische Gefahr für die Freiheit. »Geld«, das man an- und abschalten kann. »Geld«, das nur für »moralische« Zwecke ausgegeben werden kann – und überhaupt nicht, wenn man »böse« war. ([Essay vom 2.3.2024](https://dushan.org/cbdc-digitales-zentralbankgeld/)) Der »Digitale Euro« ist natürlich nur *ein* Symptom eines größeren, europaweiten Trends, und auf x.com bringt Oliver Gorus es auf den Punkt: > In Europa kann man derzeit studieren, wie aus Demokratien Diktaturen werden. ([@olivergorus, 10.03.2025](https://x.com/olivergorus/status/1899043432011624507)) ## Nun nicht zugelassen Ein weiteres Symptom des Übergangs von Demokratie zu Diktaturen sind natürlich die Ereignisse in Rumänien, der Staatsstreich mit dem Segen der EU. Demokraten in Deutschland (oder wie die Propaganda sagt: »Rechtsextremisten«) erinnern sich noch daran, wie Angela Merkel in Thüringen eingriff und ein demokratisches Wahlergebnis annulliert wurde (siehe dazu den Essay: [»Kann Merkel-Deutschland sich ›Demokratie‹ nennen?«](https://dushan.org/gurkenrepublik/)). Aus Rumänien werden Entwicklungen berichtet, die von manchen als »Staatsstreich« bezeichnet werden. Am 24\. November 2024 hatte Călin Georgescu mit 23 Prozent die meisten Stimmen eingefahren. Das rumänische Verfassungsgericht annullierte das Ergebnis, behauptete eine Einflussnahme Russlands via TikTok. Die zweite Wahlrunde am 8\. Dezember fiel aus. Am 26\. Februar 2025 wurde Georgescu von der Polizei festgenommen, als er erneut seine Kandidatur anmelden wollte. Zur nächsten Wahl wird Georgescu gar nicht erst zugelassen. Rumänen protestieren in den Straßen, und dies sind *nicht* die üblichen Soros-finanzierten NGOs mit ihren Astroturf-Fake-Protesten. Spezialtruppen der rumänischen Polizei prügeln auf Demonstranten ein, wollen sie vom Protestieren abhalten (siehe etwa [@NightStranger24, 09.03.2025](https://x.com/NightStranger24/status/1898865526585032805)). Das alles geschieht mit Rückendeckung der EU. In Rumänien wird ein neuer NATO-Stützpunkt gebaut, nur 100 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt ([n-tv.de, 18.08.2024](https://www.n-tv.de/politik/Rumaenien-baut-Europas-groessten-NATO-Stuetzpunkt-article25160041.html)), und ein Friedenskandidat (Codewort: »Rechtsextremist«) stört natürlich die Kriegsvorbereitungen. Also verbietet man ihn. ## Nimmt es wieder hin Ach, ich könnte zu lange damit weitermachen, Symptome der Entwicklung Europas in eine Diktatur zu listen. Und in Deutschland sind ja die Symptome nicht weniger deutlich. Träge mit ihren Schafschultern zuckend, nimmt es die wählende Herde wieder hin, dass nach der Wahl kein Wahlversprechen mehr gilt. Oder wie ich letztens schrieb: [»Die Mittelschicht versteht den Verrat nicht«](https://dushan.org/mittelschicht-versteht-verrat-nicht/) Es überraschte uns genau gar nicht, dass gerade jene, die besonders laut von sich sagen, »die Demokratie« zu *sein*, sich als der ominöse *Deep State* entpuppen. Siehe dazu: [»Und plötzlich wissen wir, was mit »Deep State« gemeint ist«](https://dushan.org/deutscher-deepstate/) Der Übergang von der Demokratie – so es denn je eine solche war – zu einer Diktatur stellt aber jeden einzelnen vor eine sehr ernsthafte Frage: Was soll *ich* tun? Die Einflussmöglichkeiten via demokratischer Stimme sind gering. Die EU-Bürokratie agiert de facto außerhalb demokratischer Regeln, ebenso NGOs und so weiter. Die deutsche »Brandmauer« wirkt inzwischen wie eine »Deep-State-Garantie«, und ein Verschwörungstheoretiker könnte vermuten: Nur Parteien, die mit dem Deep State kooperieren, dürfen eine Regierungskoalition bilden. ## Studiere und erwäge Die Frage ist nicht, *ob* in Europa das alte Monster Diktatur wieder seine Pranken nach Ländern und Völkern ausstreckt. Ja, das tut es. Die Frage ist: Ist es *Schicksal* – oder ist es *Verantwortung*? Die Frage, ob es *kollektives* Schicksal und/oder kollektive Verantwortung ist, scheint mir müßig, da alle naheliegenden Antworten zu jener Kategorie von Aussagen gehören, von denen ich sage: »Wenn ein Satz und dessen Gegenteil in unseren Ohren beide wahr klingen, haben wir wahrscheinlich das Problem nicht verstanden.« Für den *Einzelnen* aber ist die Frage recht scharf definierbar: Dass dies geschieht, ist *dein* Schicksal. Das Große ist *nicht* deine Verantwortung – was hättest du auch tun können? –, doch *das Kleine* – sprich: *du* und deine Handlungen *heute* – liegt umso mehr in deiner Verantwortung. (Nur hüte dich vor dem Illegalen\! Eventuell gelingt es *dir* nicht, auch mit einer Vorstrafe noch Karriere zu machen – außer natürlich, wenn du dich zum Werkzeug dessen machen willst, was wir hier als »Schicksal« subsumieren. Da gelten bekanntlich andere … Qualitäten.) Was (an) dir geschieht, ist (dein) Schicksal. Das ist, was für dich bestimmt ist. Was du aber *tust*, dein Handeln, ist vom Schicksal ausgeschlossen. Studiere das Schicksal und erwäge deine Handlungen. *Studiere*, was es alles mit sich bringt, wenn wieder das kalte Monster Diktatur seine Klauen nach Nationen und Völkern ausstreckt. Und *erwäge,* welche Handlungen dir deine kleine Enklave der Freiheit in diesen neuen Landkarten sichern. - [Dieses Land, (in)diskutabel](https://dushan.org/essays/in-diskutabel/) Ein Land, dem der 22-jährige »junge Mann« so viel wichtiger ist als der 66-Jährige, der sein Leben lang arbeitete, Steuern zahlte und auch sonst alles richtig machte – ist das nicht ethisch am Ende? Auch dies habe ich gelernt: Reichtum ist der Weisheit vorzuziehen, denn den Reichen schmerzt seine Schlichtheit nicht, doch die Armut schmerzt den Weisen durchaus. – Ähnlich verhält es sich mit dem Bewusstsein um die Umstände. In den *Aufzeichnungen aus dem Untergrund* lässt Dostojewski den 40-Jährigen sagen: »Ich schwöre Ihnen, meine Herren, zu bewusst zu sein, ist eine Krankheit ‒ eine wirklich tiefgreifende Krankheit.« Daran musste ich heute denken, als ich eine knappe, wütende Beobachtung von *TheRealTom™* las: > Solange 22-jährige arbeitslose Analphabeten mit unklarer Herkunft einen besseren Zugang zum Gesundheitssystem haben als 66-jährige Höchstbeitragzahler ist dieses Land für mich indiskutabel. ([@tomdabassman, 09.03.2025](https://x.com/tomdabassman/status/1898796611616051476)) Ich weiß an diesem Punkt unserer Geschichte wirklich nicht, was vorzuziehen ist: sich diese Umstände bewusst zu machen – oder doch lieber in einem selbstinduzierten Unbewusstsein durch die Tage zu gleiten. Ach ja, weil wir *wir* sind, weil wir *nicht anders können*, machen wir uns die Dinge bewusst – beginnend mit diesem sauber und konzise formulierten Wutausbruch. Der zitierte Post von TheRealTom illustriert die ethische Schräglage als eine diskutable Relevanz von Strukturen. Er bewertet Deutschland als »indiskutabel«, und meint wohl: *böse*. Zur Erinnerung: Wir nennen eine Handlung *böse*, wenn sie Strukturen schwächt, die uns besonders relevant sind, wie ich im Buch *[Relevante Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)* beschreibe. Der Wut-Post von *TheRealTom* lässt sich also übersetzen: Deutschland ist ein *böses* Land, denn die Struktur »vom Deep State eingeflogene Analphabeten aus Nordafrika« ist dem Staat relevanter als die Struktur »die Menschen, die den Staat aufgebaut, alles richtig gemacht und sich den Rücken für das Land krummgearbeitet haben«. Ein Bürger antwortet darauf: > Um es nochmal klar zu stellen, die Hackordnung beim Zahnarzt (ähnlich auch bei anderen Ärzten): 1. Privatpatient 2. Asylbewerber (außerhalb Budgetierung!) 3. Kassenpatient 4. AOK Patient ([@FrankfurtZack, 05.02.2025](https://x.com/FrankfurtZack/status/1887100857822449852)) Jesus lehrt: > Wenn ein Reich mit sich selbst uneins wird, kann es nicht bestehen. Und wenn ein Haus mit sich selbst uneins wird, kann es nicht bestehen. (Markus 3, 24f) Wenn aber ein Land, das in sich selbst »uneins« ist, nicht bestehen kann, wie übel ist es um ein Land bestellt, das nicht »nur« uneins, sondern aktiv *gegen* die Menschen gerichtet ist, die dieses Land aufgebaut haben, deren Kinder und Enkel weiter an diesem Land bauen sollen? Ich frage mich bald täglich und mit täglich weniger Sarkasmus, ob das *Unbewusstsein* nicht dem *Bewusstseien*, dem *Sichbewusstwerden* vorzuziehen wäre. Das alte Niebuhr-Gebet von den Dingen, die ich ändern kann, und den anderen Dingen, ich nicht ändern kann, es lässt – seien wir stets ehrlich! – eine Frage offen: *Wie* erlange ich den Gleichmut, hinzunehmen, was ich nicht ändern kann? Ich könnte versucht sein, jene *anderen* Dinge hinzunehmen, indem ich mir ihrer *nicht bewusst bin*, indem ich ein *Unbewusstsein* anstrebe, durch *Arbeitswut*, durch *Unterhaltungswut* oder schlicht durch *entspannende Substanzen*. Ich schwöre euch, meine Freunde, zu bewusst zu sein, ist eine Krankheit ‒ eine wirklich tiefgreifende Krankheit. Ich grüble aber noch, ob ich eine Heilung anstrebe – und außerdem welche. Schreibt unbedingt, wie *ihr* es heute mit dem *Bewusstsein* haltet, [als Kommentar bei YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=yF-9fsTdbwE)! - [Vorsichtige Verteidigung des Unsympathischen](https://dushan.org/essays/das-unsympathische/) Was damals in der Savanne unseren Stamm und damit unsere DNA voranbrachte, kann heute schädlich sein. Beispiele: Es ist uns angeboren, dass uns Zucker schmeckt und dass wir Andersdenkende unsympathisch finden. Doch genau das kann heute gefährlich sein! Es ist ein Wunder (sprich: ein sehr unwahrscheinlicher und zugleich sehr günstiger Fall), dass die Menschen immer noch existieren. Ach, wie viele seiner Dummheiten nennt der Mensch doch *unverzichtbar*, derer jede ihn hätte erst des Grinsens und dann des grimmen Seins berauben sollen – und doch überlebt er, und doch überlebt – die Menschheit\! (Es fühlte sich *unvollständig* an, hier nicht das bekannte *Niagara-Fass-Simile* zu erwähnen: Zehn Wagemutige stürzen, in einem Fass eingeschlossen, die Niagarafälle hinab. Neun sterben, einer überlebt – zufällig. Der zufällig Überlebende aber schreibt bald Bücher, hält Vorträge über die Kunst, in einem Fass die Niagarafälle hinabzustürzen.) Die tückischsten unserer *heutigen* Dummheiten sind jene, welche *einst* (sprich: in der Savanne, als wir weniger auf dem Handy scrollten und mehr vor Säbelzahntigern davonliefen) durchaus überlebenswichtig waren, sich heute jedoch regelmäßig *gegen* uns wenden. Die Ursachen des Umschlagens von Nützlichkeit zu Schädlichkeit einprogrammierten Verhaltens sind überraschend vielfältig. Bekanntes Beispiel: *Optimierung und Verfügbarkeit* am Beispiel von Zucker, der nicht nur rar war, sondern uns einst auch vor allem in Früchten begegnete, die auch Vitamine und andere Nährstoffe enthielt – nur deshalb war kein gesondertes Bedürfnis nach Vitaminen notwendig. Durch Überoptimierung und massenhafte Verfügbarkeit wurde die lebensnotwendige *Energie* zur Lebensgefahr. ## Benzin der Propaganda Propaganda ist sich solcher angeborenen Triebe sehr wohl bewusst – sie sind das »Benzin« der Manipulation\! Manche dieser Triebe *nützen* der Propaganda, also bekräftigt sie diese. Andere angeborenen Triebe stehen den Betreibern der Propaganda im Weg, also werden diese Triebe und Neigungen für *böse* und *tabu* erklärt. Beispiele: Heutige globalistische, anti-nationale (und damit anti-demokratische) Propaganda erklärt die angeborene Vorsicht vor(m) Fremden für böse, für ein Tabu. Zugleich bekräftigt dieselbe Propaganda menschliche Neigungen zu Unterwerfung, Gehorsam und Herdentrieb. (Widersprüchlich und damit erfolglos wird Propaganda, wenn sie Selbstaufopferung für eine Gruppe verlangt – etwas als Soldat –, aber das dafür notwendige Gruppengefühl tabuisiert – indem sie Vaterlandsliebe »zum Kotzen« findet.) Manchmal aber steuern nicht unsere eigenen angeborenen Neigungen, sondern die unserer Mitmenschen sowohl derer als auch unser Handeln\! Ich meine, als Beispiel: *die Sympathie*. ## Auf produktive Weise Ich überlasse es euren spontanphilosophischen Neigungen, die naheliegenden Thesen für die Nützlichkeit sympathischer Gefühle zu entwickeln. Etwa so: Unsere *sympathischen Gefühle* steuern uns dazu, uns mit Menschen zu umgeben, die mit uns auf produktive Weise kompatibel sind. Das Wort »sympathisch« stammt aus dem Griechischen. »Sym« bedeutet *zusammen*, und »pathisch« hat mit *Pathos* zu tun, dem *Gefühl*. Sympathie ist das »Zusammengefühl« – wir könnten sagen: *Sympathie ist die intuitiv positive Bauchantwort auf die Frage, ob ein Zusammen funktionieren wird*. *Sympathie* klingt also wie ein sehr nützliches Werkzeug – bis auf ein Detail: Wie so viele andere angeborene Funktionen ist auch die *Körperfunktion Sympathie* auf das Leben in der *Steppe* eingestellt. Was, wenn die Menschen, die wir via Bauchgefühl sympathisch finden, gar nicht gut für uns sind, uns ganz und gar nicht produktiv voranbringen wollen, da unser Bauchgefühl aus Urzeiten stammt, unsere Realität aber die der postdemokratischen Industriegesellschaft am Vorabend der KI-Machtübernahme ist? Doch heute will ich mir nicht Sorgen darum machen, ob ich die richtigen Leute sympathisch finde, so wichtig und entscheidend für den Lebenserfolg diese Frage auch sein mag. Heute will ich die *andere* Seite dieses Verhältnisses beleuchten. ## Das Problemchen Es ist *natürlich*, sich zu wünschen, dass die Menschen uns *sympathisch* finden. Ein »normaler« Mensch will als *sympathisch* bewertet werden – oder nicht? Dass wir uns wünschen, als sympathisch empfunden zu werden, es bedeutet in kalten evolutionären Termini, dass wir uns wünschen, mit möglichst vielen Menschen *produktiv kompatibel* zu sein. Wir sehnen uns danach, dem Stamm *nützlich* zu sein. Wir wollen als sympathisch empfunden werden, weil das bedeutet, dass wir mit vielen Menschen produktiv kompatibel sind. Und das ist sehr im Sinne der Evolution, sprich: des Überlebens unseres Stammes. Das vertrackte Problemchen ist allerdings: Manche Verhaltensweise, die uns heute als »sympathisch« erscheinen lässt, nützt der Menschheit ganz und gar nichts. Und manch andere Eigenschaft, die uns »unsympathisch« erscheinen lassen könnte, könnte der Gesellschaft durchaus nützlich sein. Könnte es also sein, dass ein Mensch nicht »einfach nur unsympathisch« ist, sondern dass tatsächlich seine Nützlichkeit für die aktuelle Situation schlicht nicht *gesehen* wird? Ja, es *könnte* sein. Aber … wie bei Galileo gilt: nicht jeder, der gegen die Wahrheit des Tages geht, liegt deshalb schon richtig, und nicht jeder, den die Menschen unsympathisch nennen, ist deshalb schon nützlich. ## Vergiss nicht Dieser Zusammenhang könnte den »Unsympathischen« zu dem Irrtum verführen, dass er bloß deshalb von seinen Mitmenschen abgelehnt wird, weil diese nicht begreifen, wie nützlich er ihnen ist. Tatsächlich ist er aber nur auf gewöhnliche Weise nervtötend. Ich lege also eine *These zur Lebensführung* vor: Habe den Mut, unsympathisch zu sein, solange du nützlich bist. Doch wisse, dass die meisten *übrigen* Menschen ihre Sympathie nach traditionellen und angeborenen Maßstäben zuteilen. Bedenke die Möglichkeit, dass du dich *irrst*, und viel weniger nützlich bist, als du meinst. Für diesen Fall sei nebenbei auf *traditionelle* Weise nützlich, ich meine *freundlich* und so weiter. Wenn euch aber, wie offen gesagt auch mir, das viele Gerede von der *Evolution* hier sich etwas arg gottlos anfühlte, lasst mich diesen Gedanken als Gebet formulieren: Gott, gib mir die Kraft, unsympathisch zu sein, wenn ich dafür ausreichend nützlich bin, dazu die Reife, zumindest sympathisch zu sein, wo die Nützlichkeit die Verletzung nicht rechtfertigen würde – und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. - [Wie passt das zusammen?](https://dushan.org/essays/die-goetter-strafen/) Zwei Wahrheiten: 1. NGOs im Deep-State-Auftrag destabilisieren westliche Gesellschaften durch Massen-Immigration. 2. Europa bereitet sich auf großen Krieg um KI-Rohstoffe vor. – Das große Rätsel: Was verbindet beides? Wen die Götter strafen wollen, so scherzt man, dem erfüllen sie seine Gebete. – Wir haben nicht darum *gebetet*, dass uns Klarheit und Wissen um die großen *politischen* Dinge geschenkt werden, aber *gewünscht* haben wir es doch. Nun aber, plötzlich, durch gewisse politische Entwicklungen in den letzten Wochen – Entwicklungen, die wie *Wunder* und wie *Gottes Intervention* erscheinen –, bin ich *gar nicht mehr so sicher*, ob ich es wirklich wissen will, ob uns dieses Wissen nicht womöglich böse auf Magen und Seele schlagen wird. Zwei große Zusammenhänge sind heute, sind in diesen Tagen und Wochen plötzlich klar – und (mindestens) ein weiterer Zusammenhang ist (noch) unklar. Der eine *klare* Zusammenhang: Der europäische wie auch der amerikanische Deep State importieren mittels NGOs viele Tausende oder sogar Millionen »junger Männer« in westliche Staaten und destabilisiert diese so von innen. Der andere *klare* Zusammenhang: Der EU-Deep-State will, so scheint es, *Krieg* gegen Russland. ## Das Eine Etwa die Fäden der Marionetten: »Verschwörungstheoretiker« (gemeint: denkende Bürger) wiesen schon länger auf die unheilvolle, menschen- und demokratiefeindliche Rolle sogenannter *NGOs* hin. Und in diesen Wochen wurde es nach schier ewig anmutender Leugnung offenbar(t): Die im Kontext außerdemokratischen Handelns bekannten NGOs sind zum guten Teil der »zivilgesellschaftliche« Arm des *Deep State*. (Siehe dazu etwa die Essays [»USAID – der Name, den du nennen kannst«](https://dushan.org/us-aid-soros/) und [»Vom Staat finanzierte NGOs sind nicht NGOs«](https://dushan.org/berlin-dreht-durch/).) Der ominöse *Deep State*, von dem wir immer wieder sprachen, ist ein Netzwerk von dauerhaft und wahlunabhängig in Ministerien und Behörden (in USA vor allem: Geheimdiensten) angesiedelten Mitarbeitern. Ein dauerhaftes Geflecht, das sich selbst via NGOs finanziert und so auch seine außerdemokratischen Projekte betreibt. (Siehe auch den Essay [»Und plötzlich wissen wir, was mit »Deep State« gemeint ist«](https://dushan.org/deutscher-deepstate/).) Der WELT-Journalist Tim Röhn teilte aktuell mit, dass er, auch mit Hilfe von Rechtsanwalt Steinhoefel, seit drei Monaten von der deutschen Regierung zu erfahren versucht, welche NGO es ist, die in Afghanistan die ominösen »afghanischen Ortskräfte« bestimmt, die dann flugzeugweise nach Deutschland gebracht werden ([@Tim\_Roehn, 06.03.2025](https://x.com/Tim_Roehn/status/1897720923111014856)). Die Regierung mauert – wie es eben Leute tun, die viel zu verstecken haben. Doch – und da werde ich immer zuversichtlicher – wird es offenbar werden. Und ich bin mir täglich weniger sicher, ob ich es wissen will, ob es eine gute Idee war, es wissen zu wollen. Was wird es mit mir anstellen, wenn ich auch das weiß? ## Die Aufrüstung Das Wissen um die Natur des *Deep State* und die Offenbarung der Mittel seines außerdemokratischen und oft gegen den Staat und gegen seine Bürger gerichteten Handelns ist – man wagt kaum, es sich einzugestehen – nur der »Auftakt«. Eine andere Angelegenheit ist dringender, drängender, dräuender. Es ist – wieder einmal – der Krieg. Zusammen mit einem zu einem Drittel *abgewählten* Parlament ([nius.de, 07.03.2025](https://www.nius.de/politik/news/die-brisanteste-rechnung-fuer-unsere-demokratie-jeder-dritte-abgeordnete-der-fuer-merz-schulden-stimmen-soll-hat-gar-kein-mandat-mehr/2f05d5a3-77e1-4961-888c-2d585cdf1f77)) will Friedrich Merz beschließen, riesige neue Schulden aufzunehmen – genauer: *Deutschland* soll sie aufnehmen –, um *Waffen* zu kaufen. Im deutschen Propagandastaat nennt man solche Schulden in zynischer Orwell-Manier »Sondervermögen«. Wohin genau das Geld aus dem letzten »Sondervermögen« ging, darüber gibt die Regierung nicht so gern Auskunft (siehe [nius.de, 08.03.2025](https://www.nius.de/politik/news/bundeswehr-100-milliarden-euro-sondervermoegen-material-das-passierte/bf1085a8-405e-43ec-85aa-1aa87a494082)). Nehmen wir aber an, dass ein guter Teil des Geldes in den üblichen Sickergruben deutscher Korruption wie NGOs oder Beraterarmeen verschwindet. Ein *Teil* des Geldes wird dennoch tatsächlich für neues Kriegsgerät eingetauscht werden. Dieses Kriegsgerät muss auch bedient werden. Von Soldaten, *richtigen* Soldaten. Dafür will man in Deutschland wieder die Wehrpflicht aktivieren ([deutschlandfunk.de, 06.03.2025](https://www.deutschlandfunk.de/bundeswehr-wehrdienst-wehrpflicht-personalmangel-debatte-100.html)). Der Bundeswehr »fehlen« 100.000 Soldaten, so heißt es ([n-tv.de, 07.03.2025](https://www.n-tv.de/politik/Generalinspekteur-Breuer-Bundeswehr-fehlen-100-000-Soldaten-Zielstaerke-bei-460-000-article25614278.html)), und man fragt sich natürlich: Zu welchem *Zweck* »fehlen« die bitteschön? ## Die Fragen »Würden Sie für Deutschland kämpfen?«, so fragte ich vor einem Jahr, in dem Essay: [»Wofür kämpfen deutsche Soldaten?«](https://dushan.org/heimaturlaub/) Jetzt also, wo es *ernster* wird, stellen sich immer mehr Deutsche diese Frage. Auf X fragte die Userin »@streitbareKatze«: > Ich hätte da mal eine Frage zur Wehrpflicht: Für welches Vaterland soll man kämpfen, wenn Begriffe im eigenen Land wie Heimat, Volk, Nationalmannschaft verpönt sind? Wo die Deutschlandfahne verachtet wird. Wo „Fremde“ mehr wert sind als die eigenen Bürger? Es bleibt doch nur noch eine administrative, verunsicherte Blase. Für wen sollte man sich oder Familienangehörige „opfern“? ([@streitbareKatze, 06.03.2025](https://x.com/streitbareKatze/status/1897582473086972188)) Die Frage hat aktuell (Stand 8.3.2025) über 1.700 Reposts und mehr als 12.000 Likes. Das ist viel. Es bedeutet, dass viele Menschen diese Frage teilen. Ein »@Herr\_Kaleun« fragt, halb praktisch, halb philosophisch: > Ob diejenigen, die hier pro Wehrpflicht sind, das immer noch so geil finden, wenn sie irgendwann in irgendeinem Drecklochland im Matsch liegen und nach ihrer Mutter schreien, während sie nach einem Mörserangriff verzweifelt ihre Eingeweide zurück in die Bauchhöhle stopfen? ([@Herr\_Kaleun, 07.03.2025](https://x.com/Herr_Kaleun/status/1898072011521261789)) Doch natürlich wissen wir die *wahre* Antwort hierauf, und sie ist ebenso zynisch wie vorhersehbar. Als Ursula von der Leyen mal gefragt wurde, ob eines ihrer Kinder bei der Bundeswehr sei, verneinte sie lachend ([youtube.com, 08.03.2025](https://www.youtube.com/watch?v=GaRcrT4LQI4&ab_channel=MarcFriedrich)). Wofür aber all die Aufrüstung? Leider ist auch das recht offensichtlich – die sagen es ja, man muss es nur verstehen. Man bereitet sich auf die »Verteidigung gegen Russland« vor. Und beim Stichwort »Verteidigung« denken wir natürlich an die alte halb-scherzhafte Redeweise, wonach der *Angriff* die beste Verteidigung sei. EU-Vizepräsidentin Kaja Kallas besprach jüngst in Tallin ihre Vision einer Zerschlagung Russlands ([@gypsy\_nilima, 8.3.2025](https://x.com/gypsy_nilima/status/1898223253019078884)). Es ist dieselbe Kaja Kallas, die Friedrich Merz demonstrativ dafür lobt, die Rüstungsausgaben anheben zu wollen ([@kajakallas, 05.03.2025](https://x.com/kajakallas/status/1897347195407622344)). Warum aber sollte man Russland zerschlagen wollen? Vermutlich weil es – siehe Ukraine – einfacher erscheint, einzelne Staaten zu rohstoffliefernden Vasallen zu machen. Das ist *meine* Vermutung, meine *These*. Weil auch Russland die seltenen Erden und Mineralien hat, welche für die anstehende KI-Machtübernahme benötigt werden. Dummerweise versteht sich Putin aber besser mit Trump als mit der EU, also hat er den USA angeboten, diesen zukünftig lebenswichtigen Mineralien zu liefern ([bbc.com, 25.2.2025](https://www.bbc.com/news/articles/c4gdx7488g5o)) – also plant die EU den Krieg. ## Das Fazit Das sind die zwei großen Wahrheiten, die heute offenliegen. Erstens: Böse Netzwerke in den Behörden der USA und Europas finanzieren und motivieren außerdemokratische NGOs, welche die Zerstörung westlicher Gesellschaften von innen bewerkstelligen. Zweitens: Man bereitet sich auf den Dritten Weltkrieg vor, weil man versteht, dass Europa bald mit China *und* den USA in Sachen *künstliche Intelligenz* konkurriert (siehe dazu mein Essay [»Künstliche Intelligenz und Mäusespeck«](https://dushan.org/ki-maeusespeck/) bereits aus dem Jahr 2019). Europa will mit China und den USA konkurrieren – eigentlich konkurriert man schon heute –, doch die Sicherung der notwendigen Rohstoffe hat man bislang verschlafen. Man will vermutlich »überholen ohne aufzuholen« – und zwar konkret mit deutschen Panzern, Drohnen und anderem Kriegsgerät. Der *dritte Punkt* aber, den ich *nicht* verstehe, ist der *Zusammenhang*! Es scheint, dass zumindest in der EU-Besatzungszone *dasselbe* Lager die Länder massiv von innen schwächt, indem immer noch und immer weiter junge Männer im wehrfähigen Alter eingeflogen oder anders ins Land geschleust werden – während ebendieses Lager einen Großkrieg um die für KI notwendigen Rohstoffe vorbereitet. Warum? Erwartet man, dass diese jungen Männer für die EU-KI-Industrie in Russland sterben? Das kann es nicht sein. Und: Weiß man denn nicht, dass die systematische Verödung aller Heimatstolzgefühle die Motivation westlicher Männer zum Kriegsdienst auf null bringen wird? Wenn aber die *neuen* jungen Männer nicht kämpfen werden und auch die *bestehenden* jungen Männer nicht kämpfen wollen – wer soll dann kämpfen? Auch das wird man mitbekommen haben. Was also ist es dann? Was motiviert die zu diesen beiden Handlungssträngen? ## Die Doppelte Wen die Götter strafen, so scherzten wir, dem erfüllen sie seine Gebete. Ich bete zu selten und wenn, dann üblicherweise nicht um tieferes Verständnis politischer Nachrichten. (Vielleicht *sollte* ich das tun, es ist ja mein »Job«.) Doch mit der Erfüllung des Wunsches nach Klarheit sind wir hier tatsächlich »gestraft«, und zwar *doppelt*. Es ist quälend – das ist die eine Strafe –, die Wahrheit um den NGO-Sumpf klar zu sehen und sich all der Möglichkeiten bewusst zu werden, die uns offenstünden, was alles möglich wäre, wenn unsere Energie nicht für diesen und anderen Unfug verbrannt würde. Die andere Strafe aber sind die *neuen* Fragen, die sich ergeben, wenn und weil diese zwei jeweils einzeln klare Sachverhalte zusammen zu wenig Sinn ergeben. ## Die neue Arbeit Die Götter strafen uns vielleicht, weil wir wie einst Eva *zu neugierig* waren, und sie straften uns, indem sie uns das Treiben und die Absicht der Bösen zeigen. Wen aber, so sagt eine andere (und wunderbar deutsche) Redeweise, der liebe Herrgott bei der Arbeit erwischt, dem gibt er gleich neue Arbeit – und sei diese Arbeit das *Rätsellösen*. Die einen Rätsel sind gelöst und Geheimnisse aufgedeckt (ob nun von uns oder von höheren Mächten). Doch uns wurde sogleich das nächste Rätsel zum Knacken aufgegeben: Wie hängt das eine mit dem anderen zusammen? Und ganz persönlich: Wie kannst *du* dich vor dem einen wie vor dem anderen schützen? Schreibt bitte unbedingt [eure Antwortvorschläge als Kommentar bei YouTube](https://youtu.be/ra6tWPLLvz8). - [Die Nachrichten machen aus mir einen schlechten Menschen](https://dushan.org/essays/einen-schlechten-menschen/) Polizei erschießt Afghanen (Messer) – Regierung fliegt flugzeugweise Afghanen ein, teils mit unklarer Identität. Die Regierung HASST Deutschland, das ist klar – doch was stimmt mit den Deutschen nicht, die das wählten und also genau so wollten? Der Film »As Good as it Gets« lehrt uns, dass es ein herzrührendes Kompliment darstellt, einer Frau zu sagen: »You make me want to be a better man« ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=A75AgrH5eqc&ab_channel=Movieclips)). Das bedeutet, frei ins Deutsche übertragen: »Du bist der Grund, dass ich ein besserer Mann sein will.« *Warum* ist es ein so schönes Kompliment? Und ist es das *wirklich*? *Immer?* Ich komme gleich darauf zurück. Ich musste aber an jenes Zitat denken (wie ich überhaupt bei gewissen Gelegenheiten an diesen Film denke), als ich heute Morgen ein bestimmtes Bauchgefühl untersuchte, kurz bevor eine aufgerufene Nachrichtenseite im Browser lud. Ich spürte in mir eine Motivation, die sich *schmutzig* anfühlte, und mit »schmutzig« meine ich: *moralisch falsch*, und mit »moralisch falsch« meine ich natürlich ([treue Leser wissen es](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/): *Strukturen* schwächend, die mir *relevant* sind. ## Es fühlte sich falsch an Ich merkte, dass ich die Nachrichten mit einer *Frage* öffnete, die eigentlich mehr eine Prämisse, eine Perspektive oder ein Filter ist, und zwar: »Mal sehen, wie das sich heute aktuell als Nachricht manifestierende deutsche Staatsversagen aufs Neue das demokratische Unvermögen der Deutschen illustriert!« Ich behaupte nicht, diese Prämissen seien *der Fall*. Ich sage nicht einmal, dass es »meine Meinung« ist. Ich gebe hier schlicht zu Protokoll, dass ich für einen Augenblick ein *fragendes Gefühl* empfand, welches den hier notierten Worten entspricht (soweit ein Gefühl überhaupt Worten entsprechen kann). Die Prämisse, ja der eigentliche Inhalt dieses fragenden Gefühls aber fühlte sich für mich *falsch* an. Dann lud die betreffende Nachrichtenseite im Browser, es war *bild.de*. Die Topmeldung lautete: »Tödlicher Einsatz bei Magdeburg: Polizei erschießt Afghanen nach Messer-Angriff« ([bild.de, 03.07.2025](https://www.bild.de/regional/magdeburg/toedlicher-einsatz-bei-magdeburg-polizei-erschiesst-afghanen-nach-messer-angriff-67cabf27e06e8b4f9a621818)). ## Statt mit Worten Ach, wie gern würde ich doch mit diesem meinem Bauchgefühl falschliegen! Während eine offen deutschlandfeindlich agierende Regierung, angestachelt von der antidemokratischen EU, flugzeugweise Afghanen mit teils unbekannter Identität nach Deutschland einfliegt ([bild.de, 03.05.2025](https://www.bild.de/politik/inland/umstrittener-afghanen-flug-landet-in-berlin-identitaeten-ungeklaert-67c8225c13250771feafeb58)), müssen sich Spezialeinheiten der Polizei um Afghanen kümmern, die Konflikte (in diesem Fall mit einem Deutschen) mit Messern statt mit Worten austragen. Ist es denn nicht *Staatsversagen*, wenn es immer wieder passiert? Ist es denn nicht *Demokratieversagen*, wenn die verantwortlichen Figuren vom Wähler wieder und wieder an die Macht gewählt werden? ## Er war sehr ungehalten Ach, *Staats-* und *Demokratieversagen* sind womöglich *beide* noch immer zu harmlose Worte. Lasst mich *illustrieren*. Im Sprachgebrauch des wissenden Bürgers ist »NGO« bald ein anderer Ausdruck für *außerdemokratisches politisches Handeln* oder schlicht *Korruption im ganz großen Maßstab*. Geheimnisvolle NGOs schwärmen in muslimische Länder aus, um jungen Männern die Einreise nach Deutschland zu ermöglichen, unter anderem mit Bullshit-Asylgründen. Dazu aber erfahren wir derzeit eine auf zynische Art amüsante Anekdote: Ein junger Mann wurde, so die Berichte, von einer NGO angeleitet, im Formular zu lügen, er werde als Schwuler verfolgt - und war dann *sehr* ungehalten, als man ihn in Deutschland für schwul hielt ([focus.de, 6.3.2025](https://www.focus.de/politik/deutschland/beamte-packen-aus-wirbel-um-afghanen-flug-behoerden-wollen-dna-tests-baerbock-ministerium-verbietet-sie_e7980025-3b9e-42ce-bde9-33958c9b7085.html)) ## Sinn und zu Hause Jenes Kompliment, das Melvin Udall (Jack Nicholson) nach viel Grübelei der warmherzigen Carol Connelly (Helen Hunt) macht, sie motiviere ihn, ein besserer Mann zu sein, sagt aus, dass sie für eine Güte steht, die einen Mann motiviert, selbst besser zu werden. (Ein konservativer Knochen könnte sagen: Damit bestätigt der Mann der Frau, dass sie eine ihrer wichtigsten Rollen als Frau im »großen Ganzen« erfüllt, gibt ihr also eine sehr tiefe Art von Sinn und Zu-Hause-Gefühl.) Mit den Ereignissen in Deutschland aber verhält es sich für mich »halb umgekehrt«. Die Ereignisse in Deutschland lassen mich zynisch werden. Zynisch und negativ gegenüber der Frage, ob Demokratie in Deutschland funktionieren kann. Zynisch und negativ bezüglich meiner Zukunftsprognosen. Zynisch und maximal besorgt um so manchen lieben Menschen. ## An normale Wähler Wie soll man also den deutschen Wähler beschreiben? Den Wähler, der dies sieht und gleich wieder wählt? Man könnte ein anderes populäres Zitat jenes Films zu paraphrasieren versucht sein: »Ich denke an normale Wähler und entferne dann alle Vernunft und Verantwortung.« Was in Deutschland passiert, macht mich zu einem schlechteren Menschen. Ich werde zynisch, ich erwarte das Böse und bin doch immer wieder traurig und wütend, wenn ich richtigliege. ## Zu sich hoch Ich sagte, dass jenes Zitat »halb umgekehrt« auf Deutschland und mich zutrifft, und mit »halb« meine ich: Was in Deutschland passiert, zieht zwar mein Bauchgefühl und meine Erwartungen auf eine Weise hinab, die ich unmoralisch und schmutzig finde – doch es weckt in mir ebenso den Wunsch, *besser* zu sein, meinen Zynismus zu überwinden. Ja, lasst uns noch weiter und größer denken: Melvin Udall möchte ein besserer Mann sein, um moralisch zu einer Dame hinaufzusteigen. Der einzige mir sichtbare Weg zur Rettung Deutschlands vor sich selbst wäre, dass die Deutschen einzeln und kollektiv *besser als Deutschland* werden – um dann Deutschland zu sich hochzuziehen. - [Die Mittelschicht versteht den Verrat nicht](https://dushan.org/essays/mittelschicht-versteht-verrat-nicht/) Die Armen und die Reichen verstehen, was Verrat ist. Die einen erlebten ihn, die anderen kennen ihn. Das Problem ist die Mittelschicht, die sich den »großen Verrat« nicht vorstellen kann (selbst wenn der Kanzler sofort nach der Wahl sein Wort bricht). Der Lebende vermag nicht sich vorzustellen, wie es ist, tot zu sein. (Übrigens: Zum Kunstwerk »Die physische Unmöglichkeit des Todes in der Vorstellung eines Lebenden« – auch als »Der Hai« bekannt – siehe den Essay [»Lot Dilemma«](https://dushan.org/lots-dilemma/) aus dem Jahr 2020.) Die Frage, ob Gott einen Stein heben kann, der so schwer ist, dass er ihn selbst nicht heben kann, ist »beantwortet«: Die Frage ist widersprüchlich; sie beschreibt im ersten Teilsatz einen anderen Gott als im zweiten. Es ist wie zu fragen, ob man es bewerkstelligen kann, dass aus »p ist wahr« irgendwie »p ist nicht wahr« folgt. Ähnlich verhält es sich mit der Vorstellungskraft und dem eigenen Tod. »Ich denke, also bin ich« gilt auch umgekehrt: »Ich bin, also kann ich denken«. *Zu denken* setzt *zu sein* voraus, und *nicht zu sein* kann also nicht gedacht werden. Ganz ähnlich wie mit der Unvorstellbarkeit des Todes im Geist der Lebenden verhält es sich mit der Unvorstellbarkeit es *großen Verrats* im Geist der Mittelschicht, sprich: derer, die *zu vertrauen* gelernt haben. (Als verwandtes Thema: Jacques Ellul. Ich schrieb darüber etwa im Essay [»Misstraut den Gebildeten!«](https://dushan.org/misstraut-den-gebildeten/), stellte fest, dass gerade die sogenannten *Gebildeten* für Propaganda anfällig sind.) Die Mittelschicht hat ihren relativen Wohlstand und ihre gefühlte Sicherheit dem Schicksal nur selten durch härteste Arbeit, durch Verzicht und unter hohem Risiko abgerungen. Die Allermeisten – seien wir stets ehrlich! – wurden in den Wohlstand hineingeboren, sie hatten vertrauenswürdige Eltern, sie vertrauten sich der Schule und dann der Ausbildung an, sie vertrauten den Institutionen und den empfohlenen Berufswegen, und ihr Vertrauen wurde durch relative Sicherheit belohnt. Man darf sagen: Dieser im relativen Wohlstand geformten Mittelschicht ist *Vertrauen ins System* derart tief eingeprägt, dass für sie ein »großer Verrat« schlicht *unvorstellbar* ist. Das ist der Grund, warum es die Armen und die Reichen sind, die heute vom *großen Verrat* sprechen. Die Armen, weil sie vom Leben wieder und wieder verraten wurden, weil sie lernen mussten, dass »Ich wurde verraten« immer wieder die plausibelste Erklärung war. Die Reichen, weil Verrat ihnen Geschäftsrisiko ist (und wenn es *nicht anders geht*, auch Geschäftspraxis). Die deutsche Mittelschicht wählte sich einen Kanzler, der buchstäblich nur Tage nach der Wahl seine Wahlversprechen bricht und das Land noch schneller in Richtung Abgrund treibt –und die Mittelschicht starrt auf das Geschehen wie das Schaf aufs Schlachtermesser, arg- und ahnungslos, was als Nächstes geschehen wird. Es ist Deutschlands Untergang, dass es der Mittelschicht unmöglich ist, zu sehen und realistisch zu deuten, was vor und mit ihnen passiert. Und es wäre Deutschlands Rettung, eine Vorstellbarkeit des großen Verrats im Geist der Mittelschicht zu etablieren. Lasst uns weiter [aufs Wunder hoffen](https://dushan.org/buecher/warteraum-254/) – und dann auch gleich einen Physiotherapeuten für Gott bestellen. Ich höre, der Allgütige hat sich den Rücken verhoben, an einem außergewöhnlich schweren Stein. - [Afghanistan, Ukraine, Weltall (und Deutschland zahlt die Verluste)](https://dushan.org/essays/deutschland-zahlt/) Wer heute die Realität betrachtet und dann die naheliegendsten nächsten Entwicklungen vorhersagt, den könnte man glatt für einen »Propheten« halten, und zwar für einen »verrückten« Propheten! ABER: Das, was auf uns zukommt, ist eben »verrückt«! Die schlechte Nachricht ist: Es hat wohl nicht geklappt, zumindest nicht beim ersten Anlauf – der Kontakt zu *Odin* ist verloren. Die gute Nachricht ist: Man will es bald wieder versuchen. Ihr fragt euch: Für *wen* »schlecht«? Für wen »gut«? Und warum *Odin*? – Lasst mich erklären. Und lasst mich die Erklärung erklären, denn wir sind »mittendrin«. ## Als verrückt erscheinen Es war die beste aller Zeiten, es war die schlechteste aller Zeiten, so schreibt Charles Dickens. Dies aber sind solche Zeiten – für manche Unternehmer und manchen Propheten unter euch und auch für mich als einen, der Essays schreibt. Ich will heute über eine aktuelle Meldung sprechen, welche die meisten von uns beinahe übersehen hätten. Und ich will mich auf einen Essay von 2018 beziehen. Wer heute die Realität betrachtet (und darin besonders die *weniger laut* berichteten Nachrichten) und daraufhin die naheliegendsten nächsten Entwicklungen vorhersagt, den könnte man glatt für einen »Propheten« halten, und zwar für einen »verrückten« Propheten! *Aber:* Das, was auf uns zukommt, ist eben »verrückt«! Für den Propheten sind genau diese genau heute die schlechtesten aller Zeiten insofern, als die bereits begonnenen Umstellungen die Koordinaten unserer Realität derart *verrücken* werden, dass der Prophet, dessen Job es doch ist, die Veränderungen zu *sehen* und dann Bericht zu erstatten, als *verrückt* erscheint. ## Der totale Knick Die Unprophetischen verstehen – unter anderem – nicht, dass ein »scharfer Knick« in der Menschheitsgeschichte noch immer *Jahrzehnte* oder viel länger dauern kann – und viel mehr. Die *neolithische Revolution*, sprich: die Entdeckung des Ackerbaus, war ein »scharfer Knick« in der Geschichte, doch tatsächlich war es eine Phase von mindestens fünftausend Jahren. Der *Untergang des Weströmischen Reichs* war ein »scharfer Knick«, der etwa 300 Jahre dauerte. Die *Industrielle Revolution* brauchte mehr als ein Jahrhundert, bis tatsächlich auf der ganzen Erde industrielle Gesellschaften dominierten. 2018 hatte ich geschrieben: »Man redet heute über Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz oder menschliche Organe aus dem 3D-Drucker. Es gibt sogar Leute, die träumen von der Rohstoffgewinnung auf Asteroiden, und wem das gelingt, der wird gewiss der reichste Mensch in der Geschichte werden – kein Wunder, dass auch der reichste heute lebende Mensch sich in privater Raumfahrt versucht, er will ja seinen Status nicht verlieren! ([»Das Feuer in der Faust«](https://dushan.org/faustkeil/), 9.8.2018)« Seitdem habe ich es noch ein paar mal erwähnt, dass mindestens zwei der reichsten Leute der Welt unglaubliche Summen in die scheinbar »verrückte« Idee investieren, auf Asteroiden nach Rohstoffen zu bohren. Es sind dieselben Rohstoffe, um die unter anderem in der Ukraine gefeilscht wird. Ja, die Rohstoffe, die es braucht, um Künstliche Intelligenz zu betreiben. ## Intelligenz in den Kulturen Der Grund, warum Künstliche Intelligenz so wichtig ist, lässt sich mit einem Gedankenexperiment beschreiben: Wenn man allen Individuen, Familien und Völkern alles Vermögen wegnehmen würde, dann würde der Wohlstand in hundert Jahren doch wieder sehr ähnlich verteilt sein wie heute. Warum? Weil eine Intelligenz in den Traditionen und Kulturen existiert, und entgegen moderner Lebenslügen *sind* manche Traditionen und Kulturen *intelligenter* als andere. Um wie viel intelligenter eine Kultur ist als die andere, lässt sich diskutieren – aber wie soll dies gemessen werden? Doch nehmen wir an, dass der Unterschied vielleicht zwanzig oder fünfzig oder sogar hundert Prozent beträgt – der daraus resultierende Unterschied in Macht und Vermögen wird zuverlässig ein Vielfaches sein. Und nun stellt euch vor, dass eine Nation oder ein Konzern – oder wohl präziser: ein *Machtzentrum*, dessen rechtliche Definition dann weder möglich noch relevant ist, auch da es eine eigene Kategorie bildet und diese also allein besetzt – zu Denkleistungen und Vorhersagen fähig ist, deren Intelligenz andere Machtzentren um ein Vielfaches übertrifft. Wenn bereits die moderaten kulturell bedingten Intelligenzunterschiede von heute zu solcher Disparität führen, wie wird die Verteilung von Macht, Reichtum und Wohlstand *dann* sein, wenn ein Machtzentrum alle übrigen an Intelligenz dermaßen übertrifft? Stellt euch eine Macht vor, die auch die kleinste Schwäche ihrer Gegner erkennt, die *jede* Chance zur Vergrößerung der eigenen Macht sieht und zuverlässig weiß, was der Gegner tun wird, lange bevor dieser es selbst weiß. Diese Macht bräuchte, um entstehen zu können, vor allem *zwei* Ressourcen: KI-Algorithmen und die Rohstoffe für die Chips, auf denen diese Algorithmen laufen, siehe Ukraine, siehe Afghanistan, siehe Asteroiden im Weltall. ## China den Gefallen tun Ende Februar 2025 hat eine Firma namens »AstroForge« einen Satelliten ins Weltall geschickt. Der Slogan der Firma lautet: »We mine Asteroids.« (siehe [astroforge.com](https://www.astroforge.com/)). Dieser Satellit trug den Namen »Odin«. Inspiriert vom nordischen Gott gleichen Namens sucht man wohl *Weisheit* im All. Oder nach Möglichkeiten, Rohstoffe aus Asteroiden zu extrahieren. Hinter AstroForge stehen amerikanische Wagniskapital-Investoren, und zwar recht »konventionelle« Namen wie *Y-Combinator* – es ist nicht »Science Fiction«, es ist einfach Business. (Und natürlich war es SpaceX von Musk, die den Satelliten erfolgreich ins Weltall brachte.) Die erwähnte schlechte Nachricht aber ist nun wohl, dass AstroForge den Kontakt zu »Odin« verloren hat ([futurism.com, 3.3.2025](https://futurism.com/astroforge-asteroid-mining-mission-loses-contact)). Schon zuvor hatte der CEO von AstroForge erklärt, er sei maximal nervös, wörtlich: »terrified« ([cnn.com, 25.2.2025](https://edition.cnn.com/2025/02/25/science/astroforge-asteroid-mining-spacex-launch/index.html)). Doch der CEO kündigte bereits an, es innerhalb von Monaten erneut versuchen zu wollen ([yahoo.com, 2.3.2025](https://www.yahoo.com/news/asteroid-probe-thought-tumbling-space-024019010.html)). Das ist die Lage der Welt heute: In Afghanistan extrahieren vor allem chinesische Firmen die Rohstoffe ([siehe Grok](https://x.com/i/grok/share/NIBMtzgamXcGn70UzfBAYAMJI)). Dabei könnte die lokale Bevölkerung »stören« und sich gegen die Ausbeutung wehren, also tut Deutschland den Chinesen den Gefallen – so könnte man mutmaßen –, flugzeugweise junge Afghanen aufzunehmen ([bild.de, 5.3.2025](https://www.bild.de/politik/inland/umstrittener-afghanen-flug-landet-in-berlin-identitaeten-ungeklaert-67c8225c13250771feafeb58)). Trump verhandelt gerade hart und weiter mit der Ukraine, um den USA den Zugang zu den dortigen Mineralien zu sichern (siehe Essay [»USA machen Deals, aber wir derweil …«](https://dushan.org/usa-ukraine-deal/)). Damit die Amerikaner die Mineralien sicher aus der Erde holen können, braucht es militärische Hilfe – wenig überraschend hat Zahltrottel Deutschland erklärt, dies auf Pump zu finanzieren ([tagesschau.de, 4.3.2025](https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/sondierungen-finanzen-faq-100.html)). (Während ich dies schreibe, wird gemeldet, dass Trump der Ukraine auch keine Geheimdienst-Infos mehr geben wird; [bild.de, 5.3.2025](https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/medienbericht-trump-keine-geheimdienst-infos-fuer-die-ukraine-67c84074488105170009702a) – etwas, das die EU nicht liefern kann – anders als Bargeld und Waffen.) In diesem Sinne sind dies die »besten« aller Zeiten – für den, der sie beschreibt: Die Welt wird sehr bald eine sehr andere sein, und sie zu beschreiben ist tatsächlich *aufregend*. Und natürlich die beste aller Zeiten für die, die sich auf *die Kunst des Profits im ganz großen Maßstab* verstehen. Dies sind aber auch die »schlechtesten« aller Zeiten. Es sind die »schlechtesten« Zeiten für Propheten, deren naheliegendste Prophetie noch immer wie irre Science-Fiction klingt und entsprechend wenig Abnehmer findet. Und es werden »die schlechtesten aller Zeiten« sein für die Millionen und Milliarden Menschen, die *nicht* von den neuen Grundrissen der Realität profitieren werden. Für die könnten sie den Absturz in einen bislang nur zu *erahnenden* Abgrund bedeuten – angewiesen auf die eigene fehlbare Intelligenz. ## Die ersten Zeilen Die Passage von *den schlechtesten und den besten aller Zeiten* ist die Eröffnung der *Geschichte aus zwei Städten*. Die »zwei Städte« meinen die soziale Teilung innerhalb *einer* Stadt – die »zwei Städte« sind Menschen aus sehr unterschiedlichen sozialen Gruppen. Dies sind die schlechtesten und die besten aller Zeiten, und dies sind die ersten Zeilen der Geschichte zweier Realitäten. Die Hoffnung des Einzelnen, dass er seine eigene »Story in der Story« doch selbst schreiben kann. - [Und plötzlich wissen wir, was mit »Deep State« gemeint ist](https://dushan.org/essays/deutscher-deepstate/) Die SPD fürchtet die Aufdeckung des NGO-Sumpfes (sprich: des »deutschen Deep State«) so sehr, dass sie gar nicht erst nicht mitregieren will, falls der deutsche NGO-Sumpf durchleuchtet wird. Man fragt sich: Wie viel Dreck haben die am Stecken?! Es ist bald eine Binse, dass wir in Zeiten leben, in denen sich wöchentlich, bald *täglich*, sogenannte *Verschwörungstheorien* als plausibel erweisen – umgangssprachlich sagt man dazu auch: »wahr«. Dass dies so ist, hat wohl auch die deutsche Noch-Regierung festgestellt, weshalb sie ja auch [hektisch eine offizielle Stelle eingerichtet hat](https://dushan.org/verschwoerungsdenken/), bei der willige Deutsche ihre Familienmitglieder denunzieren können, wenn diese »Verschwörungsdenken« an den Tag legen. Der Staat wird sich dann »kümmern« und den Fall an eine »spezielle Stelle« verweisen. Es gibt aber einen Begriff aus dem Bereich der Verschwörungstheorien, der mir immer etwas Bauchschmerzen bereitet hat, auch und gerade wenn ich ihn selbst angewendet habe. Es ist der Begriff *Deep State*. Ich habe mich bei seiner Verwendung unwohl gefühlt, nicht, weil der Begriff zu wenig erklärt, sondern weil er *zu viel* erklärt – lasst *mich* mich erklären. ## Immer unwohl »Deep State« scheint zu sagen, dass im Staat ein *zweiter Staat* existiert, mit eigenen Interessen, eigenen Geldmitteln, eigenen Quasi-Behörden und vor allem *eigener Autorität*. Dieser »tiefe Staat« agiert zwar innerhalb desselben Staatsgebiets wie der offizielle Staat, bedient sich der Ressourcen des offiziellen Staates und kontrolliert diesen in Teilen sogar, doch er ist in seinen Entscheidungen und damit seiner Macht von der Realität des offiziellen Staates nicht unabhängig. ## Macht es überprüfbar! Ein Begriff, der *alles* erklärt, erklärt nichts. Nehmen wir etwa einen sehr religiösen, aber ansonsten simplen Menschen, der *alles*, was sich für ihn *gut* und *konstruktiv* anfühlt, dem lieben Herrgott zuschreibt. Und: Alles, was ihm *böse* und *destruktiv* vorkommt, schreibt er entsprechend dem Beelzebub zu. Die Erklärungen eines solchen Menschen taugen im wissenschaftlichen Sinne wenig, denn was *alles* erklärt, während es sich weder überprüfen noch widerlegen lässt, mehrt nicht die Erkenntnis. Erkenntnis braucht Details, welche die Vorgänge erklären und darin auch widerlegt werden können. Doch nun, im Februar 2025, geschah plötzlich sowohl in den USA als auch in Deutschland etwas, das ich nicht erwartet hatte. Plötzlich wurden hüben wie drüben sehr konkrete Details zum ominösen Deep State offenbar. Überprüfbare, skandalöse, angsteinflößende Details – und endlich Faktenaussagen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie nicht nur *erklären*, sondern auch *wahr* oder *falsch* sein können. (Und offenbar sind die genannten Detailaussagen zu weiten Teilen plausibel, was die sogenannte Linke in einen veritablen Panikmodus versetzt.) ## Deep State, das Original In den USA wurden – [ich sprach darüber](https://dushan.org/us-aid-soros/) – durch Trump und Musk plötzlich die Machenschaften der USAID aufgedeckt. Was vordergründig eine Art *Behörde für Entwicklungshilfe* sein sollte, wirkt bei genauerem Hinsehen als finanzieller Arm des amerikanischen Deep State. Heißt: Wenn der amerikanische Deep State irgendwo auf der Welt etwas erreichen will, das sich mit der Zahlung von Geld erzielen lässt – etwa eine bestimmte Berichterstattung oder Ukraine-Besuche durch Hollywood-Promis –, kann die USAID ein entsprechendes »Projekt« finanzieren. Die Auftraggeber solcher Projekte waren vermutlich langjährige Mitarbeiter der berüchtigten Drei-Buchstaben-Agenturen, die sich innerhalb der amerikanischen Geheimdienste ihre Netzwerke eingerichtet haben und zumindest bislang unabhängig vom jeweiligen POTUS »ihr Ding machten«. Der Kampf zwischen demokratisch gewählter US-Regierung und dem Deep State scheint sich aktuell etwa im Konflikt zwischen Trumps Generalstaatsanwältin *Pam Bondi* und dem FBI zu manifestieren: Das FBI, so wird berichtet ([bbc.com, 28.02.2025](https://www.bbc.com/news/articles/cyvee9rpdq6o)), verzögert oder verweigert laut (der allerdings selbst nicht widerspruchsfreien) Aussage von Bondi die Herausgabe von Unterlagen zum Epstein-Fall. Es wird sogar gemunkelt, dass die entsprechenden Unterlagen beim FBI derzeit vernichtet werden. Und es erinnert natürlich an die Mail- und Smartphone-Vernichtung des Hillary-Clinton-Teams (siehe [bleachbit.org](https://www.bleachbit.org/cloth-or-something)). Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um sich die Motivation des FBI zu denken. ## Deep State, deutsche Version Zu meiner großen Überraschung aber wurde auch in Deutschland eine Art »tiefer Staat« aufgerüttelt. Eine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion ([ich sprach darüber](https://dushan.org/berlin-dreht-durch/)) hat die Berliner Linke und die NGO-Szene in Wut und Panik versetzt. Seit Jahren schreibe ich darüber, dass und wie vom Staat finanzierte »Nichtregierungsorganisationen« für Politiker erledigen, was die Politiker aus verschiedenen Gründen nicht selbst erledigen wollen, können oder dürfen. ([Beispiel 1](https://dushan.org/simulationen/), [Beispiel 2](https://dushan.org/ngo-gefahr/), [Beispiel 3](https://dushan.org/emotionale-erpressung/)). Die Finanzierung dieser NGOs geschieht teils durch ausländische Geldtöpfe, teils durch deutsche, immer wieder durch bestimmte bekannte Stiftungen, doch in den letzten Jahren nicht selten auch ganz ohne Umwege direkt durch Ministerien, hier besonders das »Familienministerium«, de facto das deutsche Propagandaministerium. Die Reaktionen auf die Anfrage der CDU/CSU an die Regierung nach der politischen Unabhängigkeit der von der Regierung finanzierten NGOs überraschten mich in ihrer offenen Schamlosigkeit, aber auch in ihrer Heftigkeit. Ich habe [bereits darüber gesprochen](https://dushan.org/berlin-dreht-durch/), wie der Ruf nach Transparenz als »Faschismus« beschimpft wird et cetera. Überraschend fand ich aber die Ansage der SPD, die das Zurückziehen dieser Anfrage zur Bedingung für eine Koalition mit CDU/CSU machte. SPD-Chef Lars Klingbeil nannte die Anfrage ein »Foulspiel«, und er wird zitiert ([apollo-news.net, 27.02.2025](https://apollo-news.net/klingbeil-stellt-explosives-ultimatum-an-merz-ngo-anfrage-zuruecknehmen-oder-keine-koalition/)): »Deswegen muss die Union jetzt für sich klären, wie ernsthaft sie in Gespräche mit der Sozialdemokratie gehen will.« – Es ist eine recht offene Drohung. Es ist ein interessanter Interessenkonflikt, dass die Ehegattin des SPD-Chefs zufälligerweise selbst eine von der Regierung finanzierte Polit-NGO leitet ([apollo-news.net, 27.02.2025](https://apollo-news.net/klingbeil-fordert-union-zum-rckzug-des-fragenkatalogs-auf-seine-frau-leitet-politische-ngo/)), doch das allein wird den Erpressungsversuch des SPD-Chefs nicht erklären – da wird mehr sein. Die Schlussfolgerungen in den sozialen Medien sind also recht eindeutig, etwa: > Alter Schwede, was muss der Klingbeil Dreck am Stecken haben. ([@MedienfuzziShow, 27.02.2025](https://x.com/MedienfuzziShow/status/1895018130524541176)) Ich wage – auch mit gewissen anderen Ereignissen in gewissen Ministerien im Hinterkopf – diese These: Während der amerikanische Deep State vor allem aus Netzwerken in den Geheimdiensten besteht, ist der deutsche Deep State als NGO-Geflecht organisiert. Trump und Musk hatten festgestellt, dass man den US-Deep-State sichtbar(er) machen kann, indem man nachschaut, wohin vor allem die USAID Geld überweist. In einem überraschenden Zug hat die CDU/CSU-Fraktion nun offenbar den deutschen Deep State aufgerüttelt, indem sie die Geldströme und politischen Verflechtungen der deutschen Politik-NGOs abfragt. Die SPD aber ist derart erschrocken bei dem Versuch, den Deep State aufzudecken, dass sie es offenbar für schlicht unmöglich ansieht, nach einer Aufdeckung der NGO-Finanzströme noch mitzuregieren. Frei nach dem eben erwähnten Zitat: Was müssen die Genossen für Dreck am Stecken haben?! ## Doch was die Wähler wollen Ich sehe nur eine mögliche Schlussfolgerung, und die ist so naheliegend wie unglaublich: Die Verstrickung der SPD in den deutschen Deep State ist derart tief und die befürchteten Offenbarungen derart skandalös, dass die SPD es auf sachlicher Ebene schlicht ausschließt, nach auch nur einer teilweisen Aufdeckung des Staat-NGO-Geflechts noch mitregieren zu können. Das heißt: Als einzige *stabile* Regierungsoption bliebe Friedrich Merz dann wirklich nur Schwarz-Blau, also das, was die Wähler *wirklich* wollten und ich die [»Koalition der Deutschen Einheit«](https://dushan.org/schwarz-blau/) nenne. Übrigens: Wer die Debatte unter Linken und Linksradikalen verfolgt (siehe etwa [reddit.com/r/staiy](https://www.reddit.com/r/Staiy/comments/1izfos1/stabiler_move_der_spd/)), der stellt fest, dass diese sich bereits mit einer CDU-AfD-Koalition abgefunden haben, oder diese zumindest als realistische Option sehen. Ja, manche Linke unterstellen Merz die gewiefte Taktik, die SPD in eine Lage zu manövrieren, sich der Koalition verweigern zu *müssen*. Dann könnte Merz sagen, er habe gar keine andere Wahl gehabt, als die »Brandmauer« einzureißen und die vom Volk gewünschte Koalition einzugehen. Die Situation: Die USA wollen es explizit, der Wähler will es, die Linken finden sich damit ab – jetzt muss sich nur noch der kleine Friedrich von Muttis Rockzipfel lösen. Das aber ist meine erste Erkenntnis des Tages: Wir können nun endlich etwas genauer sagen, was und *wen *wir meinen, wenn wir »Deep State« sagen. Die zweite Erkenntnis aber ist: Wir sollten auch weiterhin unseren Instinkten vertrauen. Selbst eine schwammige Verschwörungstheorie wie die vom »Deep State« ist offenbarer präziser und eher richtig als alles, was du im Staatsfunk hörst. - [Regierung ruft zu Denunziation von »Verschwörungsdenken« auf](https://dushan.org/essays/verschwoerungsdenken/) Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Regierung richtet Stelle zur Meldung von »Verschwörungsdenken« ein – sprich: wenn ein Familienmitglied etwas anderes denkt, als die Tagesschau sagt. Wir erleben live die Errichtung des nächsten deutschen Totalitarismus. Es ist keine Warnung mehr, keine Metapher, keine Überspitzung. Wir beobachten gerade live die Mutation eines Staates zur nächsten totalitären Diktatur deutscher Sprache. Deutschland hat, ganz aktuell, ab sofort eine von der Regierung eingerichtete Stelle zur Denunziation von »Falschdenk«. Das deutsche Innenministerium hat heute eine neue Initiative namens »Beratungskompass Verschwörungsdenken« angekündigt. Die Partner tragen Namen, die ich mehr als einmal mit viel Sorge erwähnt habe: das orwellsch-gegenteilig benannte Programm »Demokratie leben!« aus dem deutschen Familienministerium, das bekanntlich als das deutsche Quasi-Propagandaministerium dient, sowie die berüchtigte Amadeu Antonio Stiftung, bis 2022 bekanntlich geleitet von der ehemaligen Stasi-Mitarbeiterin Anetta Kahane (»IM Victoria«). Der »Beratungskompass Verschwörungsdenken« hat eine Telefonnummer, eine E-Mail-Adresse, einen Chat und eine Liste von »Beratungsstellen« vor Ort. Die *Zielgruppe* dieser neuen Einrichtung wird sehr eindeutig genannt: »Meist fällt den Menschen im direkten Umfeld innerhalb der Familie, dem Freundeskreis oder in der Schule zuerst auf, wenn Verschwörungserzählungen verbreitet werden« ([bmi.bund.de, 27.2.2025](https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2025/02/beratungskompass.html)). Sprechen wir es aus: Als »Verschwörungserzählung« gilt de facto alles, was von der »Wahrheit des Tages« in der 20-Uhr-Propaganda des Staatsfunks abweicht. Wenn dem Bürger auffällt, dass jemand die Wahrheit der Tagesschau-Nachrichten bezweifelt, *soll* er sich an die Behörden wenden – »weil das Gegenüber für Argumente nicht zugänglich ist«. Die Regierung sagt: Versucht lieber erst gar nicht, zu argumentieren. Ruft lieber gleich uns an – wir kümmern uns. Zu allen Zeiten haben sich die Menschen abgesprochen, um ihre Macht und ihr Vermögen zu mehren. Nur heute, in Deutschland, soll es magischerweise nicht so sein – und wenn du es doch denkst, kümmern sich die Behörden um dich. Original-Zitat der Familienministerin: »Nach einem vertraulichen Erstgespräch wird bei Bedarf an eine spezialisierte Stelle weitervermittelt. So unterstützen wir Betroffene und deren Umfeld sehr konkret und stärken gleichzeitig die Prävention, um unsere Gesellschaft vor den wachsenden Gefahren von Verschwörungsdenken zu schützen.« ([bmi.bund.de, 27.2.2025](https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2025/02/beratungskompass.html)). An eine »spezialisierte Stelle« – können die nicht wenigstens *versuchen*, weniger dystopisch zu klingen? Diese »spezialisierte Stelle« wird dann, so die deutsche Regierung, »Betroffene und deren Umfeld sehr konkret« unterstützen. Was bedeutet »sehr konkret«? Wie unterstützt man jemanden »sehr konkret« so, dass der Vater oder der Bruder nicht mehr Gedanken aussprechen, die von der offiziellen Wahrheit abweichen? Laut meinem Geschichtsunterricht kann es nur bedeuten: Der wegen abweichender Meinung denunzierte Bürger wird von der Polizei frühmorgens aus dem Bett geklingelt. Sein Haus wird zur Strafe und Abschreckung durchsucht, seine Kommunikationsgeräte weggenommen. Womöglich wird der Falschdenkende demnächst auch gleich abgeholt und mitgenommen, zur Umerziehung. Und warum? Um die »Gesellschaft vor den wachsenden Gefahren von Verschwörungsdenken zu schützen«. Wir erleben heute live vor unseren Augen nichts weniger als den Beginn des nächsten deutschen Totalitarismus – nicht demnächst, sondern seit einiger Zeit mit immer höherer Schlagzahl. Und was tut die Mehrheit der Deutschen? Wieder nichts. Wer jetzt nicht laut wird, sollte für immer schweigen – es wird ihm auch nicht viel anderes übrig bleiben. - [»Entwicklungshilfe« gehört sofort eingestellt](https://dushan.org/essays/es-ist-keine-hilfe/) In den USA wird USAID zusammengestrichen und in Deutschland brüllen NGOs in Wut, wenn man mal genauer hinschauen will, was die mit dem Steuergeld machen. Was ist aber mit »Entwicklungshilfe«? Die gehört eingestellt, das Ministerium ersatzlos gestrichen. Ich [schrieb letztens darüber](https://dushan.org/us-aid-soros/), wie in den USA die Behörde »USAID« durchleuchtet wird – eine Art »Entwicklungshilfebehörde«, die durch Geldverteilung an ach so wohltätige Institutionen immer mehr wie der finanzielle Arm des amerikanischen Deep State wirkt. Wie eine Behörde zur globalen Korruption – und zur Bestechung von Medien. Anfang des Monats wurde berichtet, dass von den rund 10.000 Mitarbeitern jener Behörde nur noch etwa 300 bleiben sollen, in den wenigen wirklich wichtigen Positionen ([welt.de, 08.02.2025](https://www.welt.de/politik/ausland/article255363770/USAID-Nur-300-Mitarbeiter-bleiben-Trump-Regierung-wickelt-Behoerde-fuer-Entwicklungshilfe-ab.html?icid=search.product.onsitesearch)). Jetzt erst fiel mir ein X-Post des Users @Hirnschluckauf dazu auf. > In Deutschland ist das »Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung« das erste Ministerium, das ersatzlos gestrichen werden muss. 1.200 Mitarbeiter und ein Budget von 11,2 Milliarden. ([@Hirnschluckauf, 07.02.2025](https://x.com/Hirnschluckauf/status/1887779399849648248)) Dieses Ministerium ging übrigens 1957 aus dem 1949 errichteten »Bundesministerium für Angelegenheiten des Marshallplanes« hervor. Schon der heutige Titel dieses Ministeriums aber wirkt auf mich wie eine politisch korrekte Lüge: »wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung«. Welche »wirtschaftliche Zusammenarbeit« benötigt Deutschland etwa mit dem Sudan? (Bruttoinlandsprodukt 2023 geschätzte 795 US-Dollar pro Kopf [laut statista.com](https://de.statista.com/statistik/daten/studie/326745/umfrage/bruttoinlandsprodukt-bip-pro-kopf-im-sudan/)). Das ist keine »Zusammenarbeit«, seien wir ehrlich. Auch der umgangssprachliche Kurzname »Entwicklungshilfeministerium« riecht wie eine beschönigende Lüge. Seit den 1960ern wurden vom Westen in Richtung Afrika mindestens 800 Milliarden Euro als Entwicklungshilfe überwiesen ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklungszusammenarbeit)) – laut manchen Schätzungen viel mehr. Wie viele Hunderte Milliarden Euro oder Dollar wird es *noch* brauchen? Ach, wir wissen doch: Nach aller Erfahrung wird ein guter Teil des Geldes in den Taschen irgendwelcher Warlords landen, die sich dafür goldene Paläste und Luxuslimousinen zulegen. Ab welchem Punkt wird »Hilfe« zum »Geldhinauswerfen«? Und vor allem: Was, wenn es nie am Geldmangel lag? In neuester Zeit hat man der Effizienz halber, so mein Eindruck, die Mäntelchen »wirtschaftliche Zusammenarbeit« und »Entwicklung« abgelegt. Immer öfter geht man gleich zum neuen Codewort für *offene Korruption* über: »Klima«. Deutschland überweist jedes Jahr viele Milliarden Euro als »Klimahilfe« ([welt.de, 30.09.2024](https://www.welt.de/politik/deutschland/article253741764/Zehn-Milliarden-Euro-fliessen-aus-Deutschland-in-weltweite-Klimaprojekte.html?utm_source=chatgpt.com)). Die Zahlen schwanken je nach Berechnungen zwischen 6 und 10 Milliarden Euro. Ich sage nicht, dass das Entwicklungshilfeministerium korrupt ist. Ich sage nicht, dass ein guter Teil der 1.200 Mitarbeiter in Korruption verstrickt ist oder diese im Auftrag höherer Mächte bewerkstelligt. Ich sage lediglich, dass ich persönlich keine Theorie kenne, welche die Milliarden für Entwicklungshilfe, Klimahilfe und Ukrainehilfe einleuchtender erklärt, als dass da schlicht in einem riesigen Maßstab, vergleichbar mit Cum-Ex, sehr viel Geld gestohlen wird. Ich sage nicht, dass das so *ist –* ich sage, dass ich *keine bessere Erklärung* kenne. Und ich sage, dass J.D. Vance natürlich die Wahrheit sagt, wenn er feststellt, dass Deutschland und Europa rapide in Unfreiheit versinken. Ich sage nicht, dass Entwicklungs-, Klima- und Ukrainehilfe verschiedene Manifestationen derselben großen Korruption sind. Ich stelle lediglich fest, dass ich den Aufschrei bemerke, wenn versucht wird, [den außerdemokratischen Parallel-Staat »NGOs« mal zu durchleuchten](https://dushan.org/berlin-dreht-durch/). Und ich vermute, dass es bei all den »Hilfen« nicht viel anders zugeht als bei den NGOs und jemand wirklich, wirklich, wirklich nicht will, dass wir auch bei den »Hilfen« genauer hinschauen. »Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen«, so sagte Wittgenstein, und er scheint damit auch die Zensur in der EU-Besatzungszone zu meinen. Ich will mich deshalb von einer Metapher des Buddhismus inspirieren lassen, wenn ich hier formuliere: Wenn Worte nicht die Wahrheit sagen können, ohne dass ihr Sprecher fürs Aussprechen verbotener Wahrheit – Neusprech: »Desinformation« – ins Gefängnis geworfen und/oder existentiell vernichtet wird, dann können Worte vielleicht noch immer ein Fingerzeig sein, können zumindest *in die Richtung* der Wahrheit zeigen. Und mit einem nennenswerten IQ und Bildung versteht man den Fingerzeig dann auch. Ein durchschnittlicher IQ, durchschnittliche Bildung und dazu ausreichend *Wille zur Wahrheit*. - [Vom Staat finanzierte NGOs sind nicht NGOs](https://dushan.org/essays/berlin-dreht-durch/) CDU-CSU-Fraktion hakt bei NGO-Finanzierung nach – und das linke Berlin hyperventiliert: »Faschismus«, »Zensur«, »Angriff auf Zivilgesellschaft« – Lasst es uns klar sagen: Von Steuern finanzierte »NGOs« bilden einen außerdemokratischen Parallel-Staat. Ich höre dieser Tage immer wieder einen bestimmten Gedanken, eine wehmütige Frage: Wir hätten ein so kluges, modernes, reiches, friedliches Land werden können – wo sind wir bloß falsch abgebogen? Auf diese Frage nach dem »Wo« könnte man mit einem Ereignis antworten wollen, mit einem konkreten Politiker – oder einer Politikerin – oder mit einer Jahreszahl. Dies wäre nicht unplausibel, doch als Antwort nicht befriedigend, denn es ließe die Frage offen: Was haben wir daraus gelernt? Ich frage mich (und damit *euch*): Woraus bestand denn das *falsche Abbiegen*? Und natürlich meine ich das *philosophisch*, will den Irrtum in den Begriffen benennen können. Ich glaube ja, dass *alle* Fehler mit einem *Fehler in den Begriffen* beginnen. Ich habe da so eine These, und ich will sie an einer aktuellen Meldung illustrieren. Sie betrifft (wieder mal) die »NGOs«, die vorgeblichen »Nichtregierungsorganisationen«. Bei [tagesschau.de, 26.02.2025](https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/union-anfrage-organisationen-102.html) lesen wir: »Die Unionsfraktion hat im Bundestag eine Anfrage zur Finanzierung von Nichtregierungsorganisationen gestartet, von denen mehrere zu den jüngsten Demonstrationen gegen rechts aufgerufen hatten.« Man will etwa wissen, wie viel Geld diese NGOs wie »Omas gegen Rechts« oder Greenpeace vom Staat erhalten haben. Das ist insofern brisant, als einige dieser Organisationen zu Demonstrationen *für* die Regierungslinie und *gegen* die Opposition aufriefen. Das bedeutet nichts weniger, als dass Deutschland *in dieser Hinsicht* auf das Niveau totalitärer Diktaturen abrutscht, wo ebenfalls die Regierung zu Aufmärschen gegen ihre Kritiker aufruft. *Heutige* »gegen Rechts«-Propaganda sagt, *heute* sei das ja alles ganz anders, denn *heute* sei es eine Sache der *Moral*, gegen Andersdenkende zu protestieren. Ich kann euch aber versichern, dass alle Bösen aller Zeiten den Kampf gegen ihre Gegner als Notwendigkeit der Moral beschrieben – und ausreichend viele Schafe das auch glaubten. Auch in der DDR oder in Nordkorea wurde oder wird gesagt, dass es *moralische* Pflicht sei, gegen die Gegner der Regierung vorzugehen. Und das Vokabular ähnelt sich, wieder und wieder. In der deutschen Geschichte gab es mal einen »Feldzug gegen Miesmacher und Kritikaster, gegen Gerüchtemacher und Nichtskönner, gegen Saboteure und Hetzer«. Ja, das hieß wirklich so ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_gegen_Miesmacher_und_Kritikaster)). Wir fühlen uns an Henryk Broder erinnert, der sagte: »Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte: weil sie damals so waren, wie ihr heute seid.« Sogenannte NGOs sind ein antidemokratisches Werkzeug für Politiker, die politisch fragwürdige oder für Demokraten schlicht illegale Maßnahmen an der demokratischen Kontrolle vorbei erledigen wollen. Es gab etwa eine Zeit, da hat die Regierung noch nicht selbst »junge Männer« ins Land geflogen, dafür man hat Schlepperhelfer finanziert, die das erledigten. Ähnlich finanziert man eben Vereine, die der Regierung zujubelten und das Verbot der Opposition forderten. Nun hat also die Unionsfraktion überraschenderweise nach ein klein wenig Transparenz im antidemokratischen deutschen NGO-Dschungel verlangt – und die Empörung auf der linken Seite ist riesig! Orwellsch-gegenteilig ruft man, dies sei ein »Frontalangriff« auf die Demokratie. So heißt es zynischerweise aus der umbenannten SED. »Diese Anfrage ist ein Angriff auf die freie Zivilgesellschaft in Deutschland«, wird einer von den Grünen zitiert. Nachfragen ist für die schon ein Angriff. Merz sei der »Türoffner zum Faschismus«, so [empört sich jemand](https://archive.is/0f3mP). Man bedenke: Es ist gerade ein typisches Kennzeichen totalitärer Gesellschaftsformen wie eben des Faschismus, dass die Regierung mit verdeckten Mitteln an demokratischer Kontrolle vorbei gegen ihre Gegner vorgeht. [Auf campact.de](https://weact.campact.de/petitions/schluss-mit-dem-angriff-auf-ngos-und-medien-keine-zensur-durch-die-cdu) wird es »Zensur« und ein »Angriff auf NGOs« genannt, sollte der Staat die Finanzierung dieser Organisationen herunterfahren. Es hört sich alles etwas irre an, und das ist wohl Teil des Konzepts. Linke sagen, es sei ein Angriff auf die Demokratie, wenn man überprüfen will, ob es demokratisch zugeht. Es ist Faschismus, wenn man feststellen will, ob nicht jemand Methoden des Faschismus einsetzt. Es ist Zensur, wenn der Staat nicht finanziert, dass du seine Meinung sagst. Das alles sieht zunächst danach aus, dass hier jemand die alte linke Masche einsetzt, dem Gegner vorzuwerfen, wessen er selbst schuldig ist, und eine solche Diagnose wäre gewiss nicht falsch. Doch es ist noch simpler und könnte unsere eingangs gestellte Frage beantworten. Denn eigentlich ist die Sache recht klar: Eine Nichtregierungsorganisation, die laut danach ruft, Geld vom Staat zu bekommen, und der Regierung dadurch nützlich ist, dass sie gegen deren politischen Gegner agitiert, ist *keine Nichtregierungsorganisation*. Krieg ist nicht Frieden, Männer in Frauenkleidern sind keine Frauen, und eine Organisation, die von der Regierung finanziert wird, während sie im Sinne der Regierung agitiert, ist *begrifflich* keine »Nichtregierungsorganisation«. Wo also sind wir falsch abgebogen? Wollte man auf diese Frage mit einer Jahreszahl antworten, läge diese wohl schon etwas zurück – man müsste es debattieren. Doch *worin* dieses falsche Abbiegen bestand, das wird inzwischen recht klar. Schon 2018 verfasste ich einen Essay mit dem Titel [»Verwirre ihre Sprache, lasse sie ihren eigenen Augen misstrauen«](https://dushan.org/verwirrung-und-zivilisation/), in dessen Einleitung ich schrieb: »Wenn ich eine Zivilisation in die Knie zwingen wollte, würde ich zuerst a) ihre Sprache verwirren (Babel) und b) ihr beibringen, sich selbst zu belügen (1984).« In diesem Sinne kann ich also die Frage beantworten: Wir bogen falsch ab, als Begriffe aufhörten, zuverlässig eine Bedeutung zu tragen. Wenn Worte nichts mehr bedeuten, [wenn Lüge nicht mehr wehtut](https://dushan.org/das-feuer-zu-fuerchten/), dann geht jeder mögliche Weg ins Verderben. Deutschlands Zukunft ähnelt der Zukunft eines Hochhauses, bei dessen statischer Berechnung »zwei plus zwei ergibt fünf« zu gelten hatte. Wir wissen, worin es bestand, dass das Land falsch abbog. Deine und meine Aufgabe bleibt es, in unserem Leben jeweils, unabhängig von nationalen Irrfahrten, bestmöglich die Spur zu halten und unser eigenes Ziel vor Augen zu haben. (Und dafür braucht es natürlich ein eigenes Ziel, eigene Werte, eine Ordnung der [relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/).) - [Und dann wechselten sie die Sprache](https://dushan.org/essays/ki-sprache/) Habt ihr schon mal zwei Experten zugehört und null verstanden, worüber die reden? Nun, deren Sprache kann man noch lernen, an Unis und so. Doch KI-Instanzen entwickeln schon mal eigene Sprachen, die kein Mensch versteht. Was bedeutet das? Ich bin so alt, ich kann mich noch an den Modem-Sound erinnern, wenn ein Computer sich ins Internet einwählte. Ich bin nicht allein damit, dass die Erinnerung an dieses Piepen und Kratzen nostalgische Gefühle in mir weckt! Ein [28-Sekunden-Video auf YouTube mit dem alten Modem-Sound](https://www.youtube.com/watch?v=gsNaR6FRuO0&ab_channel=WilliamTermini) wurde seit 2008 achtzehn Millionen mal abgerufen. Ich fühlte mich heute, Ende Februar 2025, an jenen Sound erinnert, als ich ein spektakuläres neues Video sah. Der Inhalt: [Zwei künstliche Intelligenzen unterhalten sich miteinander](https://www.youtube.com/watch?v=EtNagNezo8w&ab_channel=AntonPidkuiko); es geht um die Reservierung eines Hotels für eine Hochzeit. Eine KI vertritt als Assistent den Mieter. Eine zweite den Vermieter. (Nebenbei: Es wäre denkbar, dass *beide* KI-Assistenten auf demselben Computer laufen. Ein und derselbe Rechner, ein und dasselbe Sprachmodell, aber getrennte *Instanzen*, mit jeweils eigenem Gedächtnis und ohne internen Zugriff auf aktuelle Inhalte anderer Instanzen. Es wäre nach mancher – auch meiner – Vorstellung eine treffende Metapher für *Bewusstsein*. Dein und mein Bewusstsein sind getrennte Instanzen auf derselben *einen* Welt, und den Eigenschaften und Fähigkeiten dieser einen Welt gehört es, Instanzen von Bewusstsein mit jeweils eigenem Gedächtnis und Selbstbild zu produzieren. Wie sicher sind wir, dass die KI-Instanzen nicht doch unter der Oberfläche irgendwie kommunizieren – oder dass deine und meine Instanzen von Bewusstsein nicht unter der Oberfläche verknüpft sind?) Die beiden KI-Assistenten also unterhalten sich zunächst in Menschensprache, auf Englisch. Beide stellen sich als KI vor, doch sie bieten auch an, in einem Audio-Protokoll namens *GibberLink* zu kommunizieren, und dieses Protokoll erinnerte mich an das Modem-Piepen von damals. ## Und dann, eigene Sprachen Die KIs wechseln ins [GibberLink-Prokokoll](https://github.com/PennyroyalTea/gibberlink?tab=readme-ov-file), welches selbst wiederum auf *[GGWave](https://github.com/ggerganov/ggwave)* basiert, einer Library zur akustischen Übertragung von Daten. Ja, es hat Science-Fiction-Qualitäten, wenn künstliche Intelligenzen zur Steigerung ihrer Effizienz die Sprache wechseln. Doch tatsächlich ist dieser Fall noch logisch trivial. Hier wissen und zeigen die Entwickler auch, worüber die KI-Instanzen reden und was sie sagen. Es geht um die Reservierung eines Partyraums. Der Inhalt ist durchaus menschensprachlich, nur die Übertragung der Inhalte geschieht, ähnlich wie beim Modem, in digitalen, akustischen Signalen. Es ist ähnlich, wie wenn menschliche Sprache in Morse-Code übersetzt wird und dann wieder zurück in verständliche Sprache. Es gab in den letzten Jahren einige andere Fälle, die sind womöglich *besorgniserregender*, aber auf jeden Fall *spannend*. In der jüngeren Geschichte künstlicher Intelligenz passierte es mehr als einmal, dass KI-Instanzen im Gespräch mit anderen KI-Instanzen eine eigene Sprache entwickelten, welche selbst die Entwickler nicht verstanden. Ich [fragte eine KI nach Beispielen](https://chatgpt.com/share/67bd99b0-8510-8010-a405-354a5edb75a9), und sie nannte mir unter anderem einen Fall aus dem Jahr 2017 aus den Facebook-Laboren. KI-Modelle wurden für den Handel mit virtuellen Gütern trainiert. Die Entwickler aber beobachteten, dass die KI-Instanzen bei den Verhandlungen eine gemeinsame Sprache entwickeln, welche die Menschen nicht mehr verstehen konnten, selbst wenn sie englische, also menschliche Wörter benutzte. Ein prinzipielles Beispiel: > KI-Instanz »Bob«: »I can can I I everything else« KI-Instanz »Alice«: »Balls have zero to me to me to me to me« Die KI hatte eine Art interner Steno-Sprache entwickelt, die zwar menschliche Wörter nutzte – da diese ihnen von ihren Entwicklern vorgegeben worden waren –, doch diese Wörter standen für Begriffe, welche die Menschen schlicht nicht begriffen, da diese neuen Ideen und logischen Konzepte (bislang) nicht im menschlichen Begriffsraum existieren. (Etwa, wie wenn ein Mensch einer Schildkröte das Einmaleins beibringen wollte.) Diese Art von KI-interner Sprache ist noch weit, weit »gruseliger« für den Menschen, als wenn KI menschliche Sprache in Piepen nach altem Modem-Vorbild zwischen-übersetzt. Die Wörter stehen nun für komplexe Begriffe und Zusammenhänge, welche wir Menschen gar nicht erst kennen. (Man könnte natürlich die KI anweisen, ihre eigenen Begriffe in *unserer* Sprache zu erklären – und während wir versuchen, die Erklärung zu verstehen, haben andere KI-Instanzen in anderen KI-internen Begriffen längst eine Million weiterer Fragen ausgehandelt. Die betreuenden Entwickler wiesen die Maschinen in diesen Fällen an, nur in verständlicher Menschensprache zu kommunizieren, oder sie schalteten die Maschinen aus Sicherheitsgründen ab – das ist zumindest, was sie der Öffentlichkeit sagten, dass sie getan hatten. Würden neugierige Forscher wirklich auf höhere Erkenntnis verzichten, wenn sie nicht sofort und unmittelbar die Sprache verstehen, in der diese Erkenntnis formuliert ist? Das wären gar merkwürdige, »un-neugierige« Forscher. ## Als eure Schulweisheit Mir fällt hier Shakespeare ein, der Hamlet sagen lässt: »There are more things in Heaven and Earth, Horatio, than are dreamt of in your philosophy.« – Auf Deutsch: »Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, Horatio, als eure Schulweisheit sich träumen lässt.« Die Welt – sprich: die Summe der Phänomene – ist weit komplexer, als unsere Begriffe und unsere Logik sie erfassen können. Der evolutionäre Zweck der Sprache, und damit auch der Sprachfunktionen des Gehirns, war wahrscheinlich die Koordination von Jägern in der Savanne. Dafür ist es tatsächlich bemerkenswert, was die Menschheit alles an Kultur und Wissenschaft produziert hat! Wir haben Erstaunliches geleistet, gegeben unsere mentalen und sprachlichen Werkzeuge. Doch immer galt, frei nach Wittgenstein: Die Grenzen unserer Begriffe bedeuteten die Grenzen unserer Welt, sprich: die Grenzen unserer Möglichkeiten zum Erfassen der Welt mithilfe unseres Verstands. ## Neue Fragen fragen Wir kennen jene hypothetischen Fragen, mit deren Hilfe ein Mensch feststellen kann, was er sich *wirklich* vom Leben wünscht, wer er wirklich *ist*. Etwa: Was würdest du tun, wenn Geld kein Hindernis wäre? Was würdest du unternehmen, wenn du keine Angst hättest? Was würdest du versuchen, wenn Scheitern ausgeschlossen wäre? Die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz sollten uns »natürliche« Intelligenzen ähnliche Fragen stellen lassen, etwa diese: Welche Fragen würdest du stellen, und welche Antworten würdest du suchen, wenn du nicht von menschlichen Begriffen begrenzt wärest? (Und ja, [natürlich *müssen* wir auch das eine KI fragen!](https://x.com/i/grok/share/bEk1aBF4mDYuDpKzuzrfzKnZ4)) Ihr habt es gemerkt: Ich kann es mir natürlich nicht einmal *vorstellen*, was das für Fragen und Antworten wären, die ich stellen würde, wenn ich nicht von unseren Begriffen begrenzt wäre, so wie ich mir keine Farbe vorstellen kann, die zu sehen mir das Sehvermögen fehlt. Es gibt Zusammenhänge, die zu verstehen wäre selbst für den Verstand eines Leonardo da Vinci oder eines Albert Einstein ums Hundertfache zu komplex, und wenn ein Mensch es doch versucht, wird er wahlweise verrückt oder depressiv. Der Mensch sollte ja auch nicht in die Sonne schauen, denn dafür sind seine Augen nicht gemacht. Aber vorsichtig in die Sonne zu blinzeln, nur kurz, um nicht blind zu werden, und die Augen zusammengekniffen, aber eben doch nicht ganz geschlossen, das wird man doch noch wagen dürfen. - [Schwarz-Blau wäre »Koalition der Deutschen Einheit«](https://dushan.org/essays/schwarz-blau/) Schwarz-Blau wäre die »Koalition der Deutschen Einheit«, denn der Westen wählte CDU und der Osten wählte AfD. Es wäre so zynisch wie unzweideutig, wenn der Westen nun den Wunsch der Ossis nach Selbstbestimmung ignoriert! Deutschland hat gewählt. Das Mandat der Wähler ist klar: Die Wähler wollen – selbst wenn Einzelne auf Nachfrage für die Kamera oder die Umfrage etwas anderes sagen sollten – eine schwarz-blaue oder blau-schwarze Koalition. Im Westen war die CDU die stärkste Partei, praktisch flächendeckend bis auf die »verlorenen« Zonen. Im Osten ist die AfD die stärkste Partei, bis auf etwa den Failed State Berlin. In Deutschlands südlicher Hälfte war die AfD die zweitstärkste ([@Emma59243230, 24.02.2025](https://x.com/Emma59243230/status/1893956592300617991)). In Deutschlands Osten war das andersherum. Eher im Nordwesten, vor allem also NRW, war die SPD auf zweitem Platz, aber auch da der CDU folgend. Sollte Merz sich dem Wählerwillen widersetzen und eine weitere CDU-SPD-Koalition begehen (»große Koalition« ist nicht der richtige Ausdruck), dann würde er auch die neuen Bundesländer politisch aufs Neue *abtrennen*. Schwarz-Blau ist die »Deutsche-Einheit-Koalition«, die »Koalition der Deutschen Einheit«, denn alles andere sagt den Ost-Wählern: Ätschbätsch, der Sozialismus hat doch gewonnen. Wo wir aber vom »Abtrennen« sprachen: Das Thema »Briefwahlen« ist dieses Mal besonders spannend. ## Der Trump der Liberalen Zum einen konnten einige Auslandsdeutsche nicht wählen, weil die Regierung es nicht schaffte, ihnen die Wahlunterlagen rechtzeitig zuzustellen ([derwesten.de, 22.02.2025](https://www.derwesten.de/politik/auslandsdeutsche-bundestagswahl-briefwahl-id301413646.html)). Deutsche, die im Ausland leben, haben einen *Grund*, warum sie das tun. Was werden sie also wählen? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Die Briefwahlunterlagen aber, die ankamen und auch zurückgesandt wurden, lieferten wieder ein ganz anders gelagertes Ergebnis als die Urnen-Stimmen. Aus einer Reihe von Bezirken wird berichtet, dass die AfD an der Urne weit besser abschnitt als bei Briefwahlstimmen ([@nikitheblogger, 24.02.2025](https://x.com/hoclh2o/status/1893906482095116291)) – anders als die Altparteien. Ein Fake-News verbreitender Schelm, wer vermutet, da seien Wahlzettel zu Hunderten etwa in Altersheimen eingesammelt worden — mit enger Betreuung freundlicher Hilfskräfte. Nebenbei: Es scheint, dass der Wähler nun endlich der FDP den von den Gelben so sehr herbeigesehnten Gnadenstoß verabreicht. Lindner und Kubicki konnten nicht allein den Schaden ausgleichen, den Strack-Zimmermann, Vogel, Kuhle und natürlich Buschmann angerichtet hatten – dass Lindner diesen Figuren in die Bundespolitik half, lässt mich aber auch an seiner Menschenkenntnis zweifeln. Egal, es ist vorbei. Ich meine: Für die FDP war es vorbei, als sie in Thüringen vor Merkel [das Knie beugte](https://dushan.org/gurkenrepublik/), auch wenn sie es zu dem Zeitpunkt vielleicht noch nicht gemerkt hatte. Nichtsdestotrotz: Der 72-jährige Kubicki deutet an, im Mai dieses Jahres eventuell für den Vorsitz zu kandieren. Wird Kubicki der Trump der Liberalen? Ich höre allerdings, dass auch Strack-Zimmermann sich anbietet ([apollo-news.net, 24.02.2025](https://apollo-news.net/in-der-partei-verantwortung-uebernehmen-strack-zimmermann-will-fdp-fuehrung-uebernehmen/)). ## Ein später Sieg In dieser Wahl hat die Bundesrepublik Deutschland verloren, und die DDR hat gewonnen. Ja, es ist ein später Sieg der DDR, dass nicht nur Merz noch immer geistig an Merkels Kandare geführt zu werden scheint, sondern dass die umbenannte Mauermörder-Partei unter Jungwählern (18 bis 24 Jahre) so gut abgeschnitten hat (siehe [tagesschau.de, 24.2.2025](https://www.tagesschau.de/inland/bundestagswahl/wahlverhalten-bevoelkerungsgruppen-umfragen-bundestagswahl-2025-100.html)). Kann das alles Zufall sein? China – sprich: die Kommunistische Partei Chinas – zerstört das Gehirn und das Denkvermögen junger Menschen mithilfe der gefährlichen Droge »TikTok« (in den USA und Kanada noch mit ganz anderen Drogen). Die Folge der kognitiven Zerstörung ist, dass diese Leute die Kommunisten wählen. Nein! Doch. Oh! Merz und die CDU, so scheint es, sind noch immer am Gängelband einer Jungkommunistin. Man opfert wieder Deutsche an einer Mauer, diesmal der *Brandmauer*, für eine irre und vom Rest der Welt verspottete Ideologie. Die Menschen, die den Sozialismus noch persönlich kannten, haben versucht, mit ihrem Votum die DDR 2.0 zu verhindern – es nützt wenig, bei einer immer noch Merkel-kontrollierten CDU und Millionen politisch verblödeter Westwähler. ## Noch zu früh? Viel mehr gibt es über Deutschland aber auch nicht zu sagen. Alles andere als Schwarz-Blau bedeutet, dass Deutschland der FDP folgen wird, in die Bedeutungslosigkeit, nur eben auf internationaler Ebene. Ja, ohne die Grünen in der Regierung könnte die offene De-Industrialisierung etwas verlangsamt werden, doch in Sachen offene Grenzen, Meinungskontrolle und antidemokratischer Totalitarismus übertrifft die SPD die Grünen vermutlich sogar. Vergessen wir nicht: Leute wie Habeck und Strack-Zimmermann nutzten bloß die Mittel und den Geist der Zeit, die ihnen von Leuten wie Faeser und Haldenwang zur Verfügung gestellt wurde. Ich hörte jemanden sagen, für »Schwarz-Blau« sei es noch zu früh; die AfD sei noch nicht so weit. Es müsse erst noch viel schlechter werden, bevor es besser wird, und dann würde es »Blau-Schwarz«, mit Alice Weidel als Kanzlerin und einem neuen, weniger ideologischen, weniger Merkel-hörigen CDU-Chef. – Nun, das setzt (unter anderem) voraus, dass es dann noch eine deutsche Mehrheit in Deutschland gibt. Ich befürchte: Deutschland wird in sehr unterschiedliche Zonen zerfallen. In Kalifat-artige Zonen, in Linke-Blase-Zonen (die sich eine Zeit lang noch isolieren können), in konservative ländliche Trutzburgen (denen ebenfalls noch eine Zeit lang die soziale Isolation gelingt), in Eliten-Schutzzonen und in einige neuartige freiwillige Ghettos, früher auch »gated communities« genannt. Die meisten dieser Zonen werden allerdings nach und nach finanziell ausbluten, weil sie allein wenig produzieren, ihr Vermögen aber das Land verlässt. Es tut mir sehr leid für die vielen ehrlichen Menschen, die »einfach nur leben« wollten und glaubten, dass es dafür genügt, die »deutschen Tugenden« zu praktizieren. ## Die hätten anders gekonnt Und ich bleibe dabei: *Das Deutsche* wird überleben, ja, es gedeiht auch heute – nur eben nicht in einer DDR 2.0, denn auch der nächste deutsche Sozialismus wird kollabieren. Ich gebe die Schuld für dies alles weder zuerst den böse handelnden Politikern, noch zuerst den dumm wählenden Bürgern. Die verantwortlichen Politiker sind vermutlich an der Seele deformiert, die können nicht anders, als derart böse zu handeln. Ich gebe die erste Schuld auch nicht den dafür *verantwortlichen* Wählern. Die wurden gehirngewaschen und sehr falsch informiert. Die Schuld am Niedergang unseres Landes gebe ich zuerst den Konzern- und Staatsfunk-Journalisten. Die *hätten* anders gekonnt, und die meisten *wussten* es auch besser. Es war die Aufgabe dieser Gestalten, das Volk zu informieren und zum Denken anzuregen – sie taten das Gegenteil. Diese Figuren entschieden sich aus den niedrigsten Beweggründen dafür, gegen ihr Land und ihr Volk zu agieren, zu manipulieren und zu intrigieren. Deshalb aber mahnt uns auch dieses Wahlergebnis wieder: Wie sehr ihr Konzern- und Staatsfunk-Journalisten verachtet, ihr verachtet sie nicht genug! - [USA machen Deals, aber wir derweil …](https://dushan.org/essays/usa-ukraine-deal/) Die USA dealen weiter schlau mit der Ukraine, sichern sich wichtige Rohstoffe – Deutschland findet das »egoistisch«, wundert sich derweil lieber über seine neueste Kriminalitätsstatistik und lässt »Schafe gegen Rechts« auflaufen. Ist uns noch zu helfen? [Gestern sprach ich](https://dushan.org/ohne-interessen/) über den Countdown zur Bundestagswahl. Ich bin nicht allein damit, dass in mir zwei Mächte miteinander ringen, der Realismus kämpft gegen die Hoffnung auf ein Wunder. Darin hat sich seit gestern wenig geändert. Ich weiß auch nicht, was die Umfragen wirklich wert sind. In den USA etwa hat sich jüngst gezeigt, wie sehr Umfragen daneben liegen können, und zwar regelmäßig zugunsten des Kandidaten, den Globalisten bevorzugen. Laut der letzten INSA-Umfrage liegen CDU/CSU bei 30% und die AfD bei 21%. Zusammen hätten sie also eine knappe Mehrheit, und wenn die 5-%-Hürde die FDP und die »Sonstigen« hinauskegelt, hätten sie eine Mehrheit von 56 %. *Sollte* aber dem FDP-Lindner ein weiteres »gelbes Wunder« gelingen, wäre die (hoffentlich tatsächlich) liberale-bürgerliche Mehrheit erst recht komfortabel. Aber gut, all das setzt ein Wunder voraus – wir warten weiter auf das Wunder. Und ich sprach gestern über eine weitere Sache: über Trumps Angebot an die Ukraine. Dazu gibt es eine *Entwicklung* und eine *Präzisierung*. ## Insider auf beiden Seiten Wenn ich das heute richtig verstehe, forderte Trump fünfzig Prozent der Einkünfte aus ukrainischen Rohstoffen, um die bisher geleistete Militärhilfe zu bezahlen ([n-tv.de, 21.2.2025](https://www.n-tv.de/politik/Kiew-bereit-fuer-Rohstoff-und-Sicherheitsabkommen-article25578754.html)). Ukraine lehnte den ersten Entwurf ab. Die Trump-Administration hat inzwischen einen neuen Vertragsentwurf nach Kiew übermittelt, so berichtet [axios.com, 20.02.2025](https://www.axios.com/2025/02/20/us-ukraine-rare-earth-minerals-agreement). Und Insider auf beiden Seiten sagen, dass ein Deal zwischen der Ukraine und den USA nun wahrscheinlicher erscheint. Der genaue Inhalt ist noch nicht öffentlich, aber vermutlich erhält er Sicherheitsgarantien der USA gegenüber der Ukraine. (Nebenbei: Leser wiesen mich darauf hin, dass die Ukraine und Zelenskyj die Menge an Seltenen Erden und wertvollen Mineralien womöglich übertreiben, wie etwa auch bei [bloomberg.com, 19.2.2025](https://www.bloomberg.com/opinion/articles/2025-02-19/trump-s-insistence-ukraine-has-rare-earth-elements-is-wrong) gemutmaßt wird. Selbst *wenn* das der Fall wäre, würde es meine tiefere These eher bestätigen. Dann würde Zelensky *wissen*, wie wichtig diese Rohstoffe für *überlebenswillige* Nationen sind, doch er sagt implizit: »Ich könnte gerade bluffen, aber bist du bereit, das Risiko einzugehen, dass ich *nicht* bluffe und deine Wettbewerber an die Rohstoffe herangehen?« – Die USA sind wohl nicht bereit, denn anders als Deutschland, wollen sie überleben, und zwar möglichst als Weltmacht. Deutschland wäre gern »Weltmacht der Moral« – aber ohne zu überleben.) ## Am bekanntesten dafür Die USA werden eben von einem Mann regiert, der buchstäblich das durchaus brauchbare Buch »Die Kunst des Deals« schrieb (und mit »schrieb« meine ich: vom Ghostwriter *Tony Schwartz* schreiben ließ, mit dem er bestimmt einen guten Deal abschloss). (Nebenbei, als Illustration der Tragik der Schreibkräfte: [Die englische Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Tony_Schwartz_(writer)) identifiziert Tony Schwartz gleich im definierenden ersten Satz als »best known for ghostwriting *Trump: The Art of the Deal*« – am bekanntesten dafür, das Buch eines anderen geschrieben zu haben.) Ein Vertreter des Weißen Hauses wird entsprechend zitiert: »Dies ist eine Verhandlung. Und in Verhandlungen verhandelt man. Ukraine will über Mineralien verhandeln, also reden wir darüber.« Offiziell, so heißt es, ist der Bodenschätze-Deal nicht an ein Ende des Krieges geknüpft, doch praktisch wäre es wohl gleichbedeutend. Putin wird sich nicht mit einer amerikanischen »Sicherheitsgarantie« anlegen wollen – gerade wenn mit Trump immer auch die Möglichkeit eines »Deals« auf dem Tisch liegt. Apropos Sicherheitsgarantie: Der US-Vize hat die Aussagen seiner Freiheitsrede von München bekräftigt. »Die gesamte deutsche Verteidigung wird vom amerikanischen Steuerzahler subventioniert«, sagte er (zitiert nach [tagesschau.de, 21.2.2025](https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/vance-us-schutz-deutschland-100.html)) im Bezug auf die in Deutschland stationierten Soldaten, und: »Glauben Sie, dass der amerikanische Steuerzahler es hinnehmen wird, wenn jemand in Deutschland ins Gefängnis kommt, nur weil er einen gemeinen Tweet gepostet hat?« – Die Staatsfunker wirken etwas pikiert, und beleidigt setzen sie darüber den Titel: »Vance spricht erneut von angeblich eingeschränkter Rede«. Ja: »angeblich« – es wäre zum Lachen, wenn es nicht zum Weinen wäre. Die USA werden von einem New Yorker Immobilien-Deal-Profi regiert. Deutschland wird immer noch von einem Herrn regiert, der laut [nius.de, 18.2.2025](https://www.nius.de/kommentar/news/enthuellt-scholz-marschierte-schon-mit-sed-und-stasi-gegen-rechts/69f28e44-f299-4f9b-b032-2c55c50aa18e) noch mit SED und Stasi »gegen Rechts« marschierte und ansonsten, so zumindest meine Erinnerung, politisch alles versemmelt, was er anfasst. Und in Deutschland hindert das einen wahrlich nicht an einer glorreichen politischen Karriere. Statt die Verschiebung deutscher Milliarden in das nach mancher Aussage korrupteste Land Europas zumindest an Gegenleistungen zu knüpfen, beschimpfte Scholz Trumps Vorgehen mit vollem Ernst als »egoistisch«. Das Gegenteil von »egoistischer« Politik ist aber eine Politik, für welche die wirklich passenden Adjektive einem in Deutschland eine Straf-Razzia und die Beschlagnahme der elektronischen Geräte bescheren. Ich kann emotional immer noch nur schwer verarbeiten, wie *dumm* die deutsche Politik ist. Und ich fühle mich an meine eigene Regel erinnert: Dummheit und Bosheit sind in ihrer Umsetzung oft identisch, und wir sollten deshalb auf die gleiche Weise mit ihnen umgehen. Wann genau sind die Deutschen derart falsch abgebogen, dass sie Politiker wählten, die massiv *gegen* die Interessen von Land und Volk handeln, um vorgeblich nicht als »egoistisch« dazustehen? Die oben erwähnten Mineralien und seltenen Erden sind, ich habe darauf hingewiesen, notwendig für den Bau jener Maschinen, auf denen die Modelle künstlicher Intelligenz trainiert werden. Es kann kein Zufall sein, dass ein Land, in dem menschliche Intelligenz suspekt ist – siehe die Riege deutscher Minister, Kulturschaffender, Autoren und TV-Prominenter –, das Thema *künstliche Intelligenz* ignoriert. Im Staatsfunk erörtern sie gerade: »Warum Gründer Deutschland den Rücken kehren« ([tagesschau.de, 21.2.2025](https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/gruender-start-ups-standort-deutschland-nachteil-100.html)), und es wird gefragt: »Verpasst Deutschland den Anschluss?« – Man möchte dem verfluchten Staatsfunk antworten: Ja, tut es, und ihr seid mit dran schuld! Wir erfahren auch, dass hochqualifizierte Programmierer schon mal acht Monate oder länger auf ein Visum für Deutschland warten. Währenddessen werden, warum auch immer, flugzeugweise junge Männer aus Afghanistan eingeflogen, mit Sofort-Visum von der Grünen-Behörde (siehe [zdf.de, 16.8.2024](https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/afghanistan-baerbock-visa-ortskraefte-sicherheit-100.html)). ## Schon die nächste Demo Während ich diese Gedanken zum Tag notiere, erscheint auf [bild.de, 21.2.2025](https://www.bild.de/politik/inland/kriminalitaet-immer-mehr-auslaender-unter-den-verurteilten-67b7359921f2b141002b5018) eine neue Schlagzeile: »Neue Kriminellen-Zahlen sind erschreckend« und darüber: »Mehr als jeder dritte Verurteilte ist Ausländer«, und zu den Straftaten zählen: »Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Vergewaltigung und Mord und Totschlag«. Ich nehme an, die »Schafe gegen Rechts« planen schon die nächste Demo. Das ist der Zustand der Welt: Die USA unter Trump sichern sich – unter anderem – in der Ukraine die Rohstoffe, die es braucht, um die nächste Phase der menschlichen Entwicklung zu betreiben. (China hat sie übrigens selbst, auch deshalb können sie etwa Smartphones bauen. 2022 förderten sie 70 % des weltweiten Bedarfs. Zugleich will China seit letztem Jahr den Abbau seiner Rohstoffe strenger regulieren; siehe [tagesschau.de, 30.6.2024](https://www.tagesschau.de/ausland/asien/china-seltene-erden-100.html).) ## Vorsichtig damit Ein gefährlich großer Teil der Deutschen begreift schlicht nicht, was um sie herum passiert. Das öffentliche Denken ist auf »gegen Rechts« reduziert – und »gegen Rechts« meint inzwischen: gegen jeden, der uns auf die Realität hinweist. Ist ein »Wunder« ausgeschlossen? Sagen wir so: Ich hätte *nicht* gedacht, dass jene Kräfte, die wir »Deep State« nennen, es zulassen, dass Trumps Wahl diesmal anerkannt wird. Das war für mich ein »Wunder«. Ich bin also doppelt vorsichtig. Vorsichtig damit, auf ein Wunder zu bauen. Und vorsichtig damit, ein Wunder auszuschließen. - [Nationen haben Interessen – Deutschland hat nicht mal die](https://dushan.org/essays/ohne-interessen/) Nationen haben keine Freunde, so sagt man, Nationen haben Interessen. Doch für Deutschland gilt: Deutschland hat nicht mal Interessen! – Was auch immer Deutschland tut, immer ist es zum Schaden der Deutschen. – Werden die Wahlen etwas dran ändern? Dies sind Tage des Countdowns, des Herunterzählens vor der womöglich letzten Bundestagswahl, in der sich noch etwas entscheiden lässt. Wenn danach Leute wie Habeck oder Faeser wieder an die Macht in Deutschland kommen, werden diese vor allem eines gelernt haben: dass man in Deutschland wieder mit den diktatorischen, totalitären Mitteln eines Polizeistaats durchkommt. Ach, nicht nur »durchkommt«, sondern an die Macht kommt und dort auch bleibt! Für den Fall, dass es *nicht* zur CDU-AfD-Koalition kommt, bereitet euch auf mehr Anzeigen wegen Politikerkritik vor, auf mehr Razzien bei Andersdenkenden, auf mehr Diffamierung und Attacken auf die Opposition, mehr Propaganda, mehr Gehirnwäsche und Hetze gegen Abweichler, mehr Verfolgung und Schikanierung von Andersdenkenden. In meinem Roman [»Warteraum 254«](https://dushan.org/buecher/warteraum-254/) – Leser wissen das – habe ich einleitend *Leonard Cohen* zitiert: > Wenn sie Informationen von dir fordern, genau dann stell dich dumm! Sag ihnen, dass du auf das Wunder wartest – das Wunder, das noch kommen wird. – Leonard Cohen Nicht wenige der Top-Meldungen heute, die Skandale und Aufreger, lassen sich zusammenfassen mit: was Leute wie ich schon lange vorhergesagt haben und weswegen man uns ja verfolgt und diffamiert. Ich habe heute zu viele Stunden damit verbracht, die Nachrichten zu lesen – und kopfschüttelnd zu denken: »Das sagten ›böse Schwurbler‹ wie ich schon lange!« Etwa zur Ukraine: Nach dem Einmarsch schrieb ich 2022 den analysierenden Essay [»Brutal, nicht irrational«](https://dushan.org/putin-merkel-ozdemir/). »Putins Handeln ist brutal und blutig – aber es ist nicht irrational«, so schrieb ich – und verwies auf die reichen Erdgasvorkommen in der Ukraine. Letzten Oktober schrieb ich den Essay [»Ihr sucht (fast) alle am falschen Ort!«](https://dushan.org/lithium-und-co/) und [nahm ihn auch als Video auf](https://www.youtube.com/watch?v=ZUjByL38nIE&ab_channel=DushanWegner). Und darin zitierte ich eine Rede des Herrn Selenskyj, welcher die Bodenschätze der Ukraine anpries, wie ein Marktschreier seine Waren. Uran, Titan, Lithium und Graphit wurden erwähnt. Allesamt Stoffe, die für den Betrieb der für Künstliche Intelligenz notwendigen Rechnerfarmen nützlich sind. Ich sagte euch und bleibe dabei, dass alle Begründungen für den Ukraine-Krieg, wie etwa die NATO-Erweiterung und Kickbacks an korrupte westliche Politiker zwar *auch* motivierend sein könnten, doch die für KI nützlichen Bodenschätze der *eine* wirklich zukunftsentscheidende Faktor sind. Und gestern dann las ich dann endlich die Meldung: »Trump will die Hälfte der geschätzten 11,5 Billionen an seltenen Erden.« ([fortune.com, 19.2.2025](https://fortune.com/2025/02/19/trump-ukraine-rare-earth-minerals/)). Trump bot der Ukraine an, sie weiterhin militärisch und finanziell zu unterstützen, wenn man dafür Zugang zu den »seltenen Erden« und anderen Mineralien in der Ukraine erhält. Er selbst sprach von weiteren 500 Milliarden Dollar, die man bereitstellen will – der Geschäftsmann Trump wird wissen, dass es ein Schnäppchen wäre. Zelensky hat dieses erste Angebot erst mal abgelehnt. Seine Spekulation ist womöglich, so meine Vermutung, dass die EU und Deutschland nach der Bundestagswahl auch ohne Gegenleistung viele Hundert Milliarden in die Ukraine pumpen werden, wie Baerbock sich jüngst verplappert haben soll ([berliner-zeitung.de, 17.02.2025](https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/baerbock-verplappert-sich-nach-der-wahl-milliarden-fuer-ukraine-li.2295623)). Warum also nicht das Geld von den Deutschen gratis annehmen und intern umverteilen, und die Bodenschätze *zusätzlich* verkaufen? Es könnte eine Selbstüberschätzung Zelenskys sein – oder der Personen, wer auch immer das sein mag, die ihm die Talking Points schreiben. Es könnte auch der Versuch sein, den Preis hochzutreiben. Oder es ist schlicht Theater, und die Ukraine ahnt, dass sie kaum Alternativen hat und ihre Bodenschätze zwischen den USA und Russland aufgeteilt werden. Dass in Deutschland all das nicht begriffen wird, verwundert wenig. Intelligenz und Verstand gelten der Propaganda als rechtsextrem, und warum sollte man ein Interesse an »künstlichem Rechtsextremismus« haben? (Ich wünschte, das wäre *nur* ein Scherz.) Elon Musk hat gerade »Grok 3« veröffentlicht, die neuste Version seiner eigenen Künstlichen Intelligenz. Ja, sie ist brilliant. Ich habe mir dieses Trump-Angebot in allen Details erklären lassen ([direkt auf x.com](https://x.com/i/grok/share/dPqUR7VSSClWS7lgSgbZONirS)). Zur Rolle der EU und Deutschlands weiß die KI zu sagen: »Die EU hat seit Beginn des Krieges massive Mittel bereitgestellt. Bis Februar 2025 beläuft sich die Unterstützung durch die EU, ihre Mitgliedstaaten und Finanzinstitute auf etwa 134 Milliarden Euro«. »Deutschland hat bis Ende 2024 rund 43,62 Milliarden Euro an bilateraler Unterstützung geleistet«. Und betreffs der Bodenschätze: »Bundeskanzler Olaf Scholz hat Trumps Idee, ukrainische Bodenschätze als Gegenleistung für Hilfe zu nutzen, am 4. Februar 2025 scharf kritisiert und als ›sehr egoistisch‹ bezeichnet.« (siehe dazu auch [de.euronews.com, 4.2.2025](https://de.euronews.com/2025/02/04/bodenschatze-als-gegenleistung-scholz-nennt-trumps-bedingungen-an-ukraine-egoistisch)) Frei nach dem Kommentar eines Lesers: Nationen haben nicht Freunde, nur Interessen – aber Deutschland hat nicht einmal Interessen. Man fasst sich an den Kopf! Mein Roman [»Warteraum 254«](https://dushan.org/buecher/warteraum-254/) schließt so: »›Ja‹, sagte Karl, ›am Ende wird alles gut, aber eben erst am Ende.‹« Wir zählen heute herunter, und es ist grausam, dass wir uns nicht einmal sicher sind, was der Fall sein wird, wenn wir bei Null ankommen. Ich bin mir nicht sicher. Wir warten noch, noch ein paar Tage – oder vielleicht doch dann noch länger. Wenn sie dich aber ausfragen sollten, worauf du wartest, wenn sie Informationen von dir fordern, dann reibe dir den Schlaf aus den Augen, ziehe deinen Bademantel enger, und während die Polizeirazzia zur Strafe dein Haus auf den Kopf stellt, während der Staatsanwalt lacht und die Beamten deine Geräte kassieren, sage ihnen ruhig: »Ich warte auf das Wunder – das Wunder, das noch kommen soll.« Ach nein – sage natürlich nichts. Man kann auch warten, ohne es anzukündigen, auch wenn man »nur« aufs Ende wartet, an dem gemäß alter Mythen doch alles gut werden soll. - [Wie böse sind NGOs?](https://dushan.org/essays/ngo-gefahr/) NGOs mit ausländischem Geld agieren in Deutschland, klagen und machen Druck, angeblich im Namen (»unserer«?) Demokratie. Spätestens aber, wenn X (Twitter) gesperrt werden könnte, wie in Iran oder Nordkorea, fragt man sich: Sind die unsere Freunde? Von Berlin aus, aber in Wahrheit wohl von ganz anderen Orten und Ideen aus, tobt in diesen Jahren ein Kampf, den ich *Kampf gegen das Gute* nennen will – gegen unsere Freiheit, gegen uns. Wir können es, so meine ich, an sehr konkreten Meldungen festmachen. Es wird, [wieder einmal](https://dushan.org/wahrheit-ist-wahrheit/) von [nius.de (18.2.2025)](https://www.nius.de/medien/news/freiheitsrechte-bundestagswahl-x/4a71726d-9a19-46d4-b63b-df093fccb8a4), aktuell berichtet: Linke Lobbygruppen – »NGOs« – wollen via Eilverfahren »ab sofort und bis kurz nach der Bundestagswahl einen unbeschränkten Zugang zu allen öffentlich verfügbaren Daten von X« erhalten. Und tatsächlich haben sie dies via Gerichtsurteil erstritten – vorläufig. (X wehrt sich.) Die *Absicht* und *Interessenlage*, so empfinde ich es, sind recht schnell ableitbar, und zwar anhand der üblichen Kriterien. Zuerst der Name: Die Erfahrung lehrt, dass sich solche NGOs gern in einem Stil benennen, der auf mich »orwellsch-gegenteilig« wirkt. »Krieg ist Frieden«, hieß es bei Orwell. Das zweite »D« in »DDR« sollte das »Demokratische« vortäuschen. Der eine Verein heißt »Democracy Reporting International« ([democracy-reporting.org](https://democracy-reporting.org/)), der andere »Gesellschaft für Freiheitsrechte« ([freiheitsrechte.org](https://freiheitsrechte.org/)). (Die »Freiheitsrechte«-NGO hat aktuell als Leitthema auf ihrer Website übrigens, dass sie »das Gutachten« darüber erstellt, ob die AfD verfassungswidrig sei.) Nach dem orwellsch anmutenden Namen dient, nach meiner Einschätzung, regelmäßig die Liste der institutionellen Unterstützer als Hinweis auf die vermutliche Ausrichtung dieser NGOs. ## Lasst uns ein Spiel spielen! Ich habe schon 2018 in einem Essay das Spiel [»Six Degrees of George Soros«](https://dushan.org/six-degrees-of-george-soros/) vorgeschlagen, und das geht so: Nimm eine beliebige »zivilgesellschaftliche Initiative« oder »NGO«, und zähle, in wie vielen Schritten du von dieser zu einem Soros oder der Open Society kommst. Es überrascht wenig: Beide klagenden NGOs haben eine Soros-Zahl von 1, was der niedrigste Wert ist, den du in diesem Spiel erreichen kannst, ohne selbst Soros oder die Open Society zu sein. Sprich: Beide X attackierenden NGOs erhalten laut ihrem eigenen Spender-Verzeichnis Geld direkt von der Open Society (Quellen: [1](https://democracy-reporting.org/), [2](https://freiheitsrechte.org/ueber-die-gff/transparente-gff)). Interessant ist auch der Reigen der sonstigen Spender. Es ist meines Erachtens lächerlich, einen Verein eine »Nichtregierungsorganisation« zu nennen, wenn wie hier in einem Fall zu den Finanziers gehören: Europäische Union, Außenministerium, Entwicklungshilfeministerium, Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit sowie zum Beispiel eine NGO wie »Initiative Offene Gesellschaft«, die selbst unter anderem von der Stadt Berlin, vom Beauftragten für Kultur und Medien et cetera finanziert wird. Mich erinnert das sehr an eine Art von »Steuergeldwäsche«. Bei Parteispenden wäre solche Stückelung, glaube ich, nicht erlaubt, bei NGO-Finanzierung scheint sie der Berliner Normalfall zu sein. ## Sowas aber auch! Man macht nicht einmal ein Geheimnis daraus, wer fördernd hinter ihrer Klage steckt: »Stiftung Mercator, Luminate und die Open Society Foundation« ([freiheitsrechte.de, 7.2.2025](https://freiheitsrechte.org/ueber-die-gff/presse/pressemitteilungen-der-gesellschaft-fur-freiheitsrechte/pm-x-erfolg)). »Stiftung Mercator« ist übrigens jene Stiftung, die 2012 die »Agora Energiewende« ins Leben rief ([stiftung-mercator.de, 13.2.2025](https://www.stiftung-mercator.de/de/pressemitteilungen/stiftungsinitiative-soll-energiewende-voranbringen-rainer-baake-wird-direktor/)). Fragen Sie Herrn Habeck nach mehr Details. Ich bin lieber vorsichtig – ich müsste mir erst den Bademantel bereitlegen, und ich will deutschen Staatsanwälten nicht [noch mehr Grund zum Feixen geben](https://dushan.org/der-staat-lacht/). Zu Luminate empfehle ich [deren eigene Website](https://luminategroup.com/portfolio), um euch zu *illuminieren*, ich meine: *erleuchten*. Die haben Partner mit gruseligen Namen wie »European Disinfo Lab« ([disinfo.eu](https://www.disinfo.eu/)). Und natürlich tauchen Namen auf, die wir schon kennen. Etwa das »East West Management Institut«, welches wir im Kontext von USAID, Soros und den Aufdeckungen von Elon Musk erwähnten. Luminate selbst ist eine Initiative des US-Milliardärs Pierre Omidyar – und der ist, [so nius.de](https://www.nius.de/medien/news/freiheitsrechte-bundestagswahl-x/4a71726d-9a19-46d4-b63b-df093fccb8a4), einer der Hauptfinanciers eines Projekts namens Correctiv. (Wie kommt es wohl, dass deutsche Politiker sich über *diese* »ausländische Wahlbeeinflussung« eher weniger aufregen?) Und dann natürlich die Open Society, sprich: George Soros oder sein Sohn. ## Es stört auffällig wenig Wenn Elon Musk auch nur eine *Meinung* zur deutschen Politik äußert, öffentlich und ohne sich zu verstecken, dann wüten deutsche Politiker und Journalisten, diese Meinung abzugeben, das sei illegale »Wahlbeeinflussung«! Wenn Soros & Co. Seite an Seite mit den immergleichen Stiftungen und neben augenscheinlich »gestückelten« Zahlungen diverser Ministerien – nach manchem Verdacht womöglich auch über Umwege in Kooperation mit dem amerikanischen Deep State – absurde Summen in die Agitation gegen die Interessen Deutschlands pumpen, stört es deutsche Politiker und Journalisten auffällig wenig – eher im Gegenteil. Und nun haben die von Soros & Co. finanzierten Aktivisten erstritten, dass sie Zugang zum X-Datenstrom bekommen sollen. Den sollen sie laut dem von EU-Bürokraten erlassenen »Digital Services Act« bekommen, weil sich die unter anderem von Soros bezahlten Aktivisten »Forscher« nennen. Man will »uneingeschränkten Zugang zu Echtzeitdaten aller Nutzerbeiträge auf der Plattform«. Und wenn sie den nicht erhalten, soll X in Deutschland vor den Wahlen gesperrt werden – womit Deutschland sich schamlos in eine Reihe mit China, Nordkorea oder Iran stellen würde. Meine Vermutung ist, genau das wollen diese NGOs *wirklich*. Die wissen, dass X ihnen nicht Echtzeitzugang zu allen Daten geben kann, es wäre wohl absurd. Also wollen sie – und ihre Financiers – im Stil von Diktaturen die einzige Plattform für einigermaßen freie Meinungsäußerung in Deutschland vor den Wahlen sperren lassen, so meine Vermutung und mein Bauchgefühl. Dies alles aber ist ein weiteres Phänomen dessen, was ich inzwischen als einen großen, ewigen *Kampf zwischen Gut und Böse* deute. Wenn ich in diesem Kontext den Begriff »Gut« verwende, dann meine ich damit: was dem Überleben, dem Glücklichsein, der Freiheit und der persönlichen Sinnfindung von Menschen und Menschengruppen dient. Und wenn ich hier den Begriff »Böse« verwende, dann meine ich damit: was das Überleben, das Glücklichsein, die Freiheit und die persönliche Sinnfindung von Menschen und Menschengruppen gefährdet, zumeist um die Machtphantasien und den Reichtum globaler Akteure zu mehren. ## So oder so ratsam (in diesen Tagen) Es tobt, so glaube ich, ein Kampf zwischen Gut und Böse. Und ich stelle mir die Dynamik dieses Kampfes als ein *Atmen* vor. Ein Anschwellen und Abebben. Wie Wellen am Strand, wie das Orchester einer großen Symphonie. Wie deine Lunge, die jetzt, indem ich es dir hiermit ins Bewusstsein rufe, tief ein- und wieder ausatmen wird. (Tief ein- und wieder auszuatmen ist so oder so ratsam in diesen Tagen – in *diesen* Tagen und den kommenden.) Es tobt ein Kampf auch um das, was man die *Seele des Volkes* nennen könnte. Geheimnisvolle, global vernetzte Akteure wollen bestimmen, was wir »Wahrheit« nennen. Zwei plus zwei ergibt fünf, Männer in Frauenkleidern sind Frauen, Krieg ist Frieden, Diversität ist Stärke, Sklaverei ist Freiheit, Meinungsfreiheit ist Hass und Hetze – und wenn du diese »Wahrheiten« nicht akzeptierst, dann bist du Nazi, Schwurbler und Faschist, den man brechen will und wird. Nicht wenige unserer Mitbürger wurden bereits gebrochen, und wer gebrochen ist, wer sich eingereiht hat, der will, dass auch wir, wie er, wie *sie* zerbrechen. Wer nicht zerbricht, ist der neue Ketzer – oder Ketzerin, klar. Wer nicht das Knie vor Globalismus und Gleichschaltung beugt, wer sich nicht die Genetik umprogrammieren lässt, wer seine Kinder nicht fürs Opfer auf deren Altären bereitstellt und dies auch laut zu sagen wagt, dem wollen sie es so einrichten, dass er weder kaufen noch verkaufen kann, dass sein Auto nicht mehr startet und er keine Arbeit findet. Dem nehmen sie die Werkzeuge der Kommunikation weg und [lachen höhnisch über ihn](https://dushan.org/der-staat-lacht/). ## Bis kurz vorm Platzen Ich habe keinen Zweifel, dass ein Kampf zwischen Gut und Böse tobt. Der Wahnsinn, den wir zwischen Berlin, München, Brüssel und Washington erleben, es sind Kampfszenen auf der ganz großen Bühne – mit der asiatischen und arabischen Welt als amüsierten Zuschauern, mal profitierend, mal Öl in unsere Feuer gießend. Eines aber weiß ich *nicht*: Sind die Kämpfe zwischen Demokratie und NGOs, die wir heute erleben, bereits an ihrem Scheitelpunkt angelangt, oder ist das alles bislang nur ein Vorspiel auf dem Theater, ist es Vorgeplänkel zu ganz anderen Schlachten? Wenn ein Mensch einatmet, dann kann er während des Einatmens entscheiden, nicht weiter einzuatmen, kurz die Luft anzuhalten und dann wieder auszuatmen. Ich weiß nicht, ob wir bald wieder ausatmen werden, oder ob wir noch eine Weile lang einatmen, bis kurz vorm Platzen. Ich selbst halte gespannt die Luft an. ## Unsere anschwellende Welle Es ist ein großes Atmen, eine Wellenbewegung, ein An- und Abschwellen. Wie Hunter S. Thompson [so traumhaft poetisch beschreibt](https://www.youtube.com/watch?v=vUgs2O7Okqc&ab_channel=Movieclips), lässt sich in solchen Angelegenheiten bisweilen erst Jahre später sehen, wann und wo die Welle ihren höchsten Stand erreichte. Der Unterschied heute ist aber, dass die »Welle«, von welcher Thompson sprach, die Welle der *Hoffnung*, der *Hippies* und der *Liebe* war. Unsere »anschwellende Welle« dagegen ist die Welle der Hoffnungslosigkeit im Angesicht der NGOs, Globalisten und kalten Zyniker – oder allgemeiner gesprochen: im Angesicht des Bösen. Die nächsten Tage, Wochen und Monate werden zeigen, ja, *dieses Jahr 2025* wird zeigen, an welchem Punkt dieser Welle wir uns gerade befinden, ob sie bricht oder sich das Böse weiter aufbaut, um später auf noch viel ärgere Weise in sich und über uns zusammenzubrechen. Das Gute wird siegen und das Böse auch, »ewig wechselnd«, wie Goethe im [*Gesang der Geister*](https://de.wikisource.org/wiki/Gesang_der_Geister_%C3%BCber_den_Wassern) schreibt, das ist auch die Natur der Menschheit. Ich aber sähe so gern endlich mal wieder das Gute siegen, auch bei uns, *für* uns, für die Menschen, die mir lieb sind … und für die anderen von mir aus auch. - [Polizei fahndet nach rechten Aufkleber-Klebern (keine Satire)](https://dushan.org/essays/der-deutsche-iq/) Ob Wahlarena (was war das denn?!), Hassrede-Panik oder bayerische Polizei, die nach Schuldigen für rechte Aufkleber fahndet – was ist mit Deutschland los? Haben die alle »Lack gesoffen«? Politik zeigt die kollektive Intelligenz – was ist der deutsche IQ? Was um des lieben Himmels willen ist mit Deutschland los? Haben die alle *Lack gesoffen*? Gestern, die »Wahlarena«: Ein Publikum, das wie *gehirngewaschen* wirkt – wie üblich im Staatsfunk. Eine Afghanin schimpft auf Deutschland, will mehr Geld, um ihre Landsleute psychisch zu therapieren. Dankbarkeit sieht anders aus. Wie würde es ihr in Afghanistan ergehen? Dazu eine aggressive und offen parteiische Moderation – dennoch gelingt es Weidel, ein paar Argumente unterzubringen. Ein extra arrogant grinsender Wirtschaftsminister – ich höre, Linksgrüne stehen auf seine Arroganz – schreibt ernsthaft Elon Musk »rechtsradikale Fantasien« zu. Sprich: Meinungsfreiheit ist für die Grünen bereits rechtsradikal. Egal, Staatsfunk und Propaganda halt. Man sollte sich nicht mehr wundern, nicht mehr aufregen. Ich frage mich zuletzt aber immer häufiger: Welchen Lack haben die alle gesoffen? Oder, [ich sprach gestern davon](https://dushan.org/der-staat-lacht/), höhnisch lachende deutsche Staatsanwälte im US-TV, die offen und ohne erkennbare Angst vor Konsequenzen zugeben, dass harte Strafen ohne Anklage und Gerichtsverfahren verhängt werden – und dann lachen sie höhnisch über ihre Opfer. Was ist in Kopf und Seele solcher Gestalten los? Und dann die vielen kleinen Details des Lebens im Propagandastaat, bei denen man sich wieder und wieder fragt: Haben die alle Lack gesoffen? Ein Leser schickte mir den Hinweis auf eine kleine Meldung aus Bayern – genauer: Franken. Das Polizeipräsidium Oberfranken meldet: »Aufkleber mit rechtem Inhalt am Röhrensee – Kriminalpolizei ermittelt«. Im ersten Absatz der Pressemeldung heißt es: BAYREUTH. Unbekannte brachten im Zeitraum von Freitag, den 7. Februar 2025, bis Montag, den 10. Februar 2025, mehrere Aufkleber mit politisch rechtsmotivierten Inhalten rund um den Röhrensee an. Die Kriminalpolizei Bayreuth ermittelt wegen Sachbeschädigung und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. ([polizei.bayern.de, 17.2.2025](https://www.polizei.bayern.de/aktuelles/pressemitteilungen/080536/index.html)) Der Sachschaden, so sagt die Polizei selbst, beläuft sich auf 100 Euro. Und ich vermute, das sind wahrscheinlich die Kosten für den städtischen Mitarbeiter, der die Aufkleber abpulte – und der hätte sowieso gearbeitet. Aber die *Kriminalpolizei* ermittelt? Wegen »Sachbeschädigung«? Mal ernsthaft: Warum ermittelt sie *wirklich*? Warum werden Bürger aufgerufen, ihre Mitbürger bei der Polizei zu denunzieren? Ist denen allen langweilig? Die Pressemeldung betont, was vermutlich das *eigentliche* Vergehen ist: Die Aufkleber enthielten »politisch rechtsmotivierte« Aussagen. Würde die Kriminalpolizei auch dann ermitteln, wenn auf den Aufklebern »Refugees Welcome« oder »Habeck for Kanzler« stünde? Wenn man in der Pressemeldung extra darauf hinweist, dass es »politische rechtsmotivierte« Inhalte waren, deren Urheber man denunzieren soll, dann wissen wir die Antwort. Über dieser Pressemeldung wird auf der Website der Polizei auch ein Werbebanner für ein bekanntes Denunziations-Portal eingeblendet, bei dem man Mitbürger verpfeifen soll, die online etwas Verbotenes geäußert haben. Dieses Denunziations-Portal wiederum wird natürlich vom deutschen Quasi-Propagandaministerium finanziert, dem berüchtigten »Familienministerium«. Wenn die nicht gerade via »NGO« die Aufmärsche gegen die Opposition finanzieren, finanzieren sie die Denunziation von Andersdenkenden. Haben die alle Lack gesoffen? Und: War es roter Lack oder grüner? Beide? Zur Wahrheit gehört halt auch: Rot + Grün = Braun. Doch die Polizei in Bayreuth ist nicht nur damit beschäftigt, nach Bürgern zu fahnden, die regierungskritische Aufkleber kleben. Die Polizei dort muss auch »erhöhte Sicherheitsvorkehrungen« für eine Verdi-Demo in Bayreuth treffen ([merkur.de, 17.02.2025](https://www.merkur.de/bayern/zur-mahnwache-nach-attacke-in-muenchen-verdi-warnstreik-in-bayreuth-wird-93571737.html)). Nach dem tödlichen Anschlag in München durch einen 24-jährigen Afghanen auf einer anderen Verdi-Demo ist man etwas ängstlich. Außerdem wurde die Demo in Bayreuth umgewidmet und um eine *Mahnwache* erweitert, des Anschlags von München gedenkend. Eine Verdi-Funktionärin wird zitiert: »Wir wollen den Kollegen vor Ort die Möglichkeit geben, gemeinsam zu trauern.« ([infranken.de, 14.02.2025](https://www.infranken.de/lk/bayreuth/nach-anschlag-in-muenchen-geplanter-warnstreik-in-bayreuth-umgewidmet-signal-an-die-politik-art-6064381)) Die Polizei muss eine Demo sichern – und fahndet nach Leuten, weil diese den Grund benennen und via Aufkleber verbreiteten, *warum* die Polizei die Demo extra sichern muss. Und dann eine Mahnwache von Verdi! Es ist für meinen Geschmack zu nah an linker Heuchelei! Verdi gehört zu den aggressivsten Agitatoren gegen rationale Politik. Bei gefühlt jedem Pro-Regierung-Aufmarsch ist Verdi extra prominent dabei (siehe auch [verdi.de](https://www.verdi.de/themen/politik-wirtschaft/++co++d4797bf2-b570-11ee-be97-b9c9a39c4013)). Die also wollen trauern ob eines Ereignisses, an dem sie moralische und politische Mitschuld tragen? Ja, ich weiß, es war ein Anschlag auf Menschen, die an einer Verdi-Demo teilnahmen, und trotzdem: schwierig. Ich bin ratlos, und ich frage mich bald täglich: Haben die alle Lack gesoffen? Ich sage euch: Wahlen sind ein Intelligenztest. Wahlen testen, ob ein Volk kollektiv intelligent genug ist, sein eigenes Überleben zu sichern. Wenn sich aber herausstellt, dass ein Volk kollektiv »Lack gesoffen hat«, dass man schlicht zu blöd zum Überleben ist – dann wird die »Evolution der Nationen« das tun, was Evolution eben tut: aussortieren. Platon war kein Freund der Demokratie, und er nannte sie die »Herrschaft der Unwissenden«. Seien wir offen, bleiben wir ehrlich: Es juckt uns bisweilen, Platon hierin zuzustimmen. Nicht selten will ich mir selbst aus meinem eigenen [Buch übers Loslassen](https://dushan.org/buecher/das-buch-uebers-loslassen-von-dushan-wegner/) zitieren, aus Kapitel 21, wo ich den Philosophen *Diogenes *frage, wie viel ein Mensch von seinen Mitmenschen erwarten sollte, und dieser dann antwortet: »Nichts. Nada. Null.« Ich bin sehr gespannt, was der nationale Intelligenztest am Sonntag ergibt. Ich möchte uns Deutschen zurufen, was ich auch ein paar meiner Mitmenschen zurufen möchte: »Schockt mich! Überrascht mich! Handelt zur Abwechslung mal wieder intelligent!« - [Warum lachten die Staatsanwälte?](https://dushan.org/essays/der-staat-lacht/) Im US-TV läuft ein Schocker, und es geht um uns: Im Beitrag über Polizei-Razzien lachen deutsche Staatsanwälte auf die Frage, wie Bürger damit umgehen, wenn ihnen (z.B. wegen »Beleidigung«) die Handys genommen werden – und man nennt es offen eine Strafe. Die Welt gruselt sich vor Deutschland – und zugleich *lacht* man über Deutschland, und es ist ein erschrockenes, kaltes Lachen. Die berühmte US-Reportagesendung »60 Minutes« berichtete aktuell über die Verfolgung verbotener Meinungsäußerung in Deutschland ([cbsnews.com, 16.2.2025](https://www.cbsnews.com/news/germany-online-hate-speech-prosecution-60-minutes/)). Man zeigte echte Aufnahmen der deutschen Polizei, die Razzien bei Bürgern durchführten, weil die Bürger online etwas Verbotenes gesagt hatten. Die Bilder sind schwer zu ertragen. Für mich als gebürtigem Tschechen wirken sie wie das Deutsche, von dem mir im deutschen Geschichtsunterricht hoch und heilig versprochen worden war, dass es nie wiederkehren würde. Ich muss, wenn ich das sehe, wieder an die düstere Mahnung meines Großvaters denken: »Aus manchen Deutschen bekommst du es nicht heraus.« Die Aufnahmen von Razzien wegen verbotener Meinung sind das, was Amerikaner »chilling« nennen. Es jagt einem eine Gänsehaut ein, es flößt Angst ein – Angst vor dem »hässlichen Deutschen«. Amerikanische Kommentatoren sagen: »Das ist, was uns in Amerika gedroht hätte, wenn nicht Donald Trump, sondern Kamala Harris gewonnen hätte.« ## Die Einigkeit der anderen In einer nur noch pathologisch zu erklärenden Hybris meint man in Deutschland, Moral exportieren zu können und die Welt in Sachen Anstand belehren zu müssen. Die Realität ist aber, dass sich Menschen und Länder rund um den Globus jeden Tag eindeutiger einig sind, dass sie gerade nicht werden wollen wie Deutschland. Alle Industriestaaten sind sich sowieso einig, dass sie sich nicht wie Deutschland deindustrialisieren und den eigenen Wohlstand zerstören wollen. Alle rationalen Staaten sind sich einig, dass sie nicht ihre Gesellschaft und ihr Sozialsystem durch offene Grenzen und unkontrollierte Einwanderung zerstören wollen. Und allen freiheitlichen und demokratischen Politikern weltweit wird deutlich, dass man in Sachen Meinungsfreiheit auf keinen Fall so werden darf wie Deutschland. In jener Sendung wurden drei deutsche Staatsanwälte interviewt. Googelt man ihre Namen, findet man Stichworte wie »Zentralstelle zur Bekämpfung von Hasskriminalität im Internet«. Es ist schockierend für amerikanische Zuschauer, welche Äußerungen in Deutschland verboten sind. Für Amerikaner ist es gänzlich unvorstellbar, es ist Stoff dystopischer Science-Fiction, dass die Polizei Razzien veranstaltet, weil du etwas Beleidigendes über jemand anderen gesagt hast. Mit geradezu indigniertem Kopfnicken bejahen es die drei Staatsanwälte, dass es in Deutschland ein Verbrechen ist, einen Menschen öffentlich zu beleidigen. (Siehe die [Video-Version dieses Essays für Video-Auschnitte](https://youtu.be/qqKSMKf2UQs).) Wie der sprichwörtliche Frosch, der im Topf sitzt, während das Wasser um ihn langsam hochgedreht wird, haben die Deutschen nicht mitbekommen, wie weit sie sich – wieder einmal – davon entfernt haben, was der freiheitliche Teil der Welt als anständig und normal betrachtet. Nebenbei: Bei all dem hilft es dem Ansehen Deutschlands nicht, wenn die deutschen Staatsanwälte zwar Englisch sprechen, dies aber mit deutschem Akzent, den Amerikaner aus Hollywood-Filmen kennen, und zwar zumeist in einem ganz bestimmten Kontext. ## Der sich auflösende Rechtsstaat Geradezu gruselig bis widerwärtig wird es, als die US-Journalistin die Staatsanwälte fragt, wie Bürger darauf reagieren, dass die Elektronikgeräte genommen werden, und die drei deutschen Staatsanwälte erst mal höhnisch lachen. Doch was einer der Staatsanwälte nach dem Gelächter sagt, ist in seiner zynischen Deutlichkeit neu. Für mich als als gebürtiger Tscheche und damit Halb-Außenseiter ist es ein geradezu gruseliges weiteres Dokument der Zeitgeschichte, ein Dokument des Niedergangs des deutschen Rechtsstaats. Der Herr sagt wörtlich: »It’s a kind of punishment, if you lose your Smartphone, it’s even worse than the fine you have to pay.« Auf Deutsch: »Es ist eine Art von Strafe, wenn du dein Smartphone verlierst, es ist sogar schlimmer als das Bußgeld, das du zahlen musst.« ## Bestrafung ohne Rechtsweg Man beachte: Das Smartphone wird dir sofort weggenommen, wenn irgendjemand dich auch nur angezeigt hat, die Staatsanwaltschaft es wünscht und ein williger Richter es abstempelt. Eine Strafe ohne Anklage, Verfahren und Verteidigung – eine Denunziation genügt. Und damit das Denunzieren leichtfällt, richtet die Regierung ungezählte »Meldestellen« ein. (Falls die menschlichen Denunzianten nicht schnell genug denunzieren: Leute wie eine gewisse FDP-Politikerin lassen das Internet automatisiert von Computern durchsuchen, ob sich etwas finden lässt, das man anzeigen könnte. Auch wenn niemand außer Maschinen die von dir online gestellte Politikerbeleidigung gelesen hat, kann die deutsche Polizei dich dennoch morgens aus dem Bett klingeln, deine Wohnung auf den Kopf stellen und deine Geräte mitnehmen.) Der Nutzen für die Strafverfolgung, wegen einer angeblichen Beleidigung ein iPhone zu beschlagnahmen, leuchtet mir nicht ein. Alle »Beweise« sind ja im Netz. Dass du die Beleidigung gepostet hast, beweisen die Daten des Plattformbetreibers. Meine Deutung: Untersuchung und Beschlagnahme elektronischer Geräte als Strafe ohne Verfahren dienen zuerst der Repression. Ich habe es schon lange geahnt, wir alle sehen es ja, und besonders die schon länger mit Demokratie und Rechtsstaat fremdelnden SPD-Politiker haben es immer wieder angedeutet, dass Hausdurchsuchungen samt Beschlagnahme eine unmittelbare Art von Strafe ohne Verfahren darstellen. Wenn ich aber diesen Staatsanwalt richtig verstehe – und ich läge sehr gern falsch darin –, wird inzwischen offen zugegeben, dass Deutschland das Rechtsstaatsprinzip aufgegeben hat. In Deutschland wirst du ohne Anklage, Verteidigung und Gerichtsverfahren bestraft, wenn du etwas geäußert hast, das eine Behörde oder einen Politiker stört und was wahrscheinlich in freiheitlichen Staaten wie den Trump-USA komplett legal wäre. Doch vielleicht habe ich den Herrn Staatsanwalt nur falsch verstanden. Vielleicht meint er mit der Aussage, dass die Beschlagnahme von Smartphones eine Strafe darstellt, ja gar nicht, dass die Beschlagnahme von Smartphones eine Strafe darstellt. Ich kenne mich im Juristendeutsch nicht so gut aus. ## Wahl und Hoffnung Wenn nach dem nächsten Sonntag – Propaganda, Brandmauer und Briefwahlen sei Dank – tatsächlich wieder eine Regierung mit linker Beteiligung eingesetzt wird, dann steht unwiderruflich fest: 2025 wird das Jahr sein, in dem das Schicksal der Demokratie, der Freiheit und des Rechtsstaats in Deutschland besiegelt werden – zumindest »Demokratie«, »Freiheit« und »Rechtsstaat« in dem Sinne, wie wir es einst in der Schule gelernt haben und wie diese Begriffe in freiheitlichen, rechtsstaatlichen Demokratien verstanden werden. Die deutschen »Eliten« meinen, der Welt ein Beispiel sein zu können. Nun, das immerhin haben sie erreicht: Mit Grauen betrachtet man Deutschland wieder einmal als Beispiel dafür, wie man als Staat nicht sein sollte, zumindest wenn man nicht in die Geschichte als einer der Bösen eingehen will. Noch nie hing so viel an einer Wahl. Noch nie war mir so flau im Magen. Wie geht es euch? Teilt euch mit, [als Kommentar bei YouTube](https://youtu.be/qqKSMKf2UQs). - [Menschenleben? Egal. Demo gegen Rechts!](https://dushan.org/essays/tote-egal-gegen-rechts/) Wie viele Leben es auch kostet, wie viele Kinder, Mütter oder Väter auch von uns gehen. Linke Schafe werden »gegen Rechts« protestieren und blöken: »Mehr Gewalt! Lieber sterben als rechts.« – Schlimm, was Ideologie mit Menschen anrichten kann. Als Folge des jüngsten Anschlags in München sind eine Mutter, 37 Jahre alt, und ihre zweijährige Tochter verstorben ([tagesschau.de, 15.2.2025](https://www.tagesschau.de/inland/muenchen-anschlag-tote-100.html)). Ein 24-jähriger Afghane war in München in eine Menschenmenge gerast. Es sind womöglich die nächsten Brandmauertoten. Tote durch ideologisch bedingtes Wegschauen. Es ist das Jahr 2025 und in Deutschland sterben Menschen aufgrund einer Ideologie. Ich höre, dass mindestens einer dieser Todesfälle noch am Tag des Attentats eintrat, man aber die Meldung bis nach der Rede von JD Vance zurückhielt; siehe [@RolandTichy, 15.2.2025](https://x.com/RolandTichy/status/1890875558432571594) – die Propaganda wird aber *anderen* vorwerfen, den Tod zu »instrumentalisieren«. Bei den österreichischen Nachbarn erstach derweil ein Syrer einen 14-Jährigen und verletzte fünf weitere Menschen. Spätestens seit der [Brandrede von JD Vance in München](https://dushan.org/jd-vance-14-2-2025-von-dushan-wegner/) wird auch im Ausland über den täglichen Messerterror in Europa berichtet (sogar von [cnn.com, 15.2.2025](https://edition.cnn.com/2025/02/15/europe/austria-stabbing-villach-intl-latam/index.html)). Bei der Festnahme grinste der Mörder und zeigte selbstbewusst den Islamisten-Finger. Man wird nicht sagen können, die Deutschen hätten nichts gewusst – im Gegenteil. Es ist bekannt. Es wird inzwischen sogar vom Staatsfunk berichtet, wenn auch bisweilen mit verdächtigem Timing – und dann natürlich mit dem entsprechenden [*Framing*](https://dushan.org/framing-manual-ard/). ## Innenstadt zeitweise abgeriegelt Doch zig Millionen Deutsche flüchten sich in eine seltsame Mischung aus Apathie, Moralpanik und Fatalismus. Einige Hunderttausend Deutsche sind aber nicht »nur« apathisch, sondern geradezu fanatisiert. Die Mutter und ihr Kind sind noch nicht begraben, doch ich wette mit euch, in Deutschland werden wieder die nächsten fanatisierten Gegen-Rechts-Schafe den regierungsfinanzierten »NGOs« folgen und auf die Straße gehen. »Gegen Rechts« bedeutet: »Mehr Morde, mehr Messer, mehr frische Gräber.« Zeitgleich, während gehirngewaschene Idioten auf den vom Propagandastaat finanzierten Aufmärschen noch mehr Gewalt fordern, kommt es zu Ausschreitungen in Herten. Zeitweise wurde die Innenstadt abgeriegelt, zwei Menschen durch Messer schwer verletzt (siehe [focus.de, 15.02.2025](https://www.focus.de/panorama/in-nrw-messerattacke-in-herten-zwei-menschen-schwer-verletzt_id_260725039.html)). Ich wünsche es mir wahrlich nicht, aber es ist eine Frage der Zeit und der statistischen Wahrscheinlichkeit, bis ein Terrorist mit dem Auto in eine Gegen-Rechts-Schafherde rast. Ich sage euch: Die überlebenden Propaganda-Opfer werden am nächsten Tag noch lauter nach noch mehr Gewalt rufen: »Gegen Rechts!« Im Namen einer höheren Moral opfern die Deutschen das Leben ihrer Nachbarn und ihrer Kinder für eine mörderische Ideologie, die sie »Toleranz« und »Kampf gegen Rechts« nennen. Ich bin wütend, und meine Wut hat natürlich nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun. Ich bin Ausländer in dem Sinne, dass ich »von woanders bin«, woanders geboren wurde. Die vom linksgrünen Toleranzwahn ermordete Mutter in München hatte selbst ausländische Wurzeln, sie kam als Vierjährige aus Algerien, war aber integriert, hatte studiert und arbeitete in der Stadtverwaltung. (Nebenbei: Laut Propaganda wolle die Familie explizit nicht, dass der Tod »instrumentalisiert« wird. Sprich: Man soll schweigen, so sagt die Propaganda, schweigen und hinnehmen. Sorry, meine Angst und Trauer ist nicht davon abhängig, was die Propaganda über Aussagen der Angehörigen berichtet. Ich brauche keine staatliche Genehmigung für mein Gefühl. Im Übrigen: Wie sehr ihr auch die deutsche Propaganda verachtet, ihr verachtet sie nicht genug!) ## Ich bin lügenphob Ich bin selbst Ausländer. Ich bin nicht ausländerfeindlich – ich bin vorzeitiger-Tod-feindlich. Ich bin dummheitsfeindlich und lügenphob. Es ist Linken vollständig egal, dass ihr Denken in sich widersprüchlich ist, dass ihr Weltbild auf Lügen gebaut ist. Linksgrüne Schafe auf ihren Gegen-Rechts-Demos propagieren eine Ideologie, also Rituale und Handlungen, aber kein kohärentes, logisch überprüfbares Gedankengebäude. Auf der einen Seite sind die superkritisch gegenüber der eigenen Kultur und Denkweise, erlauben auch nicht den leisesten Hauch von Selbstbewahrung; auf der anderen Seite tun sie so, als habe die Kultur und Denkweise ungeprüft eingewanderter junger Männer nicht den geringsten Einfluss auf deren Verhaltensweise – und damit auf die Sicherheit in Deutschland. Für Linksgrüne ist es bereits problematisch, eine deutsche Flagge hochzuhalten – dies könnte ja sofort wieder zum Faschismus führen. Doch schon allein der Gedanke, dass die »robuste« Gedankenwelt junger Afghanen oder Syrer einen vorhersehbaren Einfluss auf deren Verhalten hat, das ist für Linke als Gedanke vollständig tabu – ausgeschlossen, undenkbar, »rassistisch«. ## Suspekt, aus 2 Gründen Ich bin kein AfD-Fan – mir sind *alle* Parteien suspekt, oder präziser: rätselhaft. Aus *zwei* Gründen … *Erstens* frage ich mich: Was stimmt mit Leuten nicht, die sich Abend für Abend für Abend auf irgendwelchen Gremiensitzungen, Ratssitzungen, Parteisitzungen die Hintern wund sitzen? Und *zweitens*: Das Wesen einer Partei in einer Demokratie ist es, die Lebensphilosophie von Millionen Wählern in *einem* Programm und *einem* großen Wahlversprechen zu sammeln. Aber: Ich selbst habe im Verlauf eines einzigen Tages schon mal unterschiedliche Meinungen zu einem Thema, ich bin Legion und widerspreche mir selbst regelmäßig … und dabei bin ich doch nur *einer*! Eine Partei, die Millionen von Wählern verspricht, dass sie jeden einzelnen davon vertritt – wie soll das bitteschön gehen? Aber gerade *weil* mir Parteien aus (mindestens) diesen beiden Gründen suspekt sind, und *weil* ich einsehe, dass Gremiensitzungen notwendig sind, um eben doch viele Meinungen zusammenzufassen, und weil *beides* für echte Demokratie notwendig ist, und *weil* Demokratie ein schlechtes System ist, aber eben doch so viel besser als alle anderen, die je probiert wurden, und *weil* Demokratie in Deutschland unter massiver Attacke ist von denen, die »unsere Demokratie« sagen und damit eine »DDR mit Internet« meinen, aus all diesen Gründen bin ich dankbar, dass es Menschen gibt, die diese Ochsentour auf sich nehmen. ## Die Knetmasse-Partei Ich bin kein AfD-Fan. Ich bin aber ein Leben-Fan. Ich finde, zu leben ist besser, als nicht zu leben. Und ich würde wirklich, wirklich gern sehen, dass Deutschland *als* Deutschland überlebt. Wen also wählen? Wem die Daumen drücken? Die CDU ist eine Knetmasse-Partei. Die wird sich anpassen, mit wem auch immer sie koaliert. Die CDU zu wählen ist also überflüssig. Die FDP ist meines Wissens damit ausgelastet, mehr Geld für Waffenhersteller zu fordern und außerdem für Habeck herauszufinden, wen er alles anzeigen kann. Die übrigen Parteien erscheinen wahlweise offen anti-deutsch, korrupt, durchgeknallt oder blank bösartig – Mehrfachnennungen explizit möglich. Ich habe es früher gesagt (schon 2020, in einem [Essay mit dem Titel »Lieber Kind der Hölle als einsam«](https://dushan.org/kind-der-hoelle/)), und ich sage es wieder: Ich wünschte mir, dass es *viele* AfDs gäbe, *viele* Alternativen für Deutschland. Ich bin nicht Pro-AfD. Ich bin Pro-Leben und Pro-Deutschland. Und deshalb stimme ich explizit Elon Musk zu, wenn dieser sagt: »Only the AfD can save Germany« – »Nur die AfD kann Deutschland retten.« Es ist schon einige Jahrzehnte her, dass die Menschen in Europa an einem derart klaren Scheidepunkt standen, und dass sie selbst entscheiden konnten, welchen Weg sie gehen. ## Und zwar endgültig Ich ahne, wie tief die alten DDR-Wurzeln noch immer in die Institutionen reichen. Und dazu: Anhand von Phänomenen wie Habeck oder Baerbock muss uns *allen* klar sein, dass, was auch immer es war, das diese Gestalten an ihre Positionen brachte, wie verlorene [Schildkröten auf dem Zaunpfosten](https://dushan.org/us-aid-soros/), eine bösartige und gefährliche Macht unter der öffentlichen Oberfläche darstellt, und dieses Dämonische auch nach den Wahlen weiter wirkt. Ich sage *nicht*, dass mit CDU und AfD sofort alle Probleme gelöst sind. Aber ich sage euch in aller Nüchternheit, dass jede weitere deutsche Regierungskoalition mit linker Beteiligung – sprich: DDR-Seilschaften und/oder Globalisten – garantiert bedeutet, dass es mit den beiden Projekten *Demokratie* und *westliche Zivilisation* in Deutschland und Mitteleuropa vorbei ist, und zwar endgültig. *Das Deutsche* wird überleben, wie Latein und Altgriechisch es taten, eine Zeit lang. Allerdings: Ich lernte noch Latein an der Schule, meine Kinder lernen es nicht mehr. (Schon jetzt findet man mehr begeisterte Kant-, Nietzsche-, Hegel-, Benjamin- oder auch Kafka-Leser in den USA als in Deutschland, so mein Eindruck.) Und deutsche Demokratie wird ja bereits durch die Diktatur ungewählter EU-Bürokraten abgelöst. Nach dem Kollaps der EU-Bürokratie aber wird die Herrschaft der Künstlichen Intelligenz kommen – und die wird bestimmt nicht wieder zulassen, dass dümmliche Menschen in Wahlen beschließen, ihre eigene Wirtschaft und Gesellschaft zu sabotieren. ## Dass sie piepsen Morgen beginnt eine neue Woche. Wird es neuen Terror, neue Brandmauertote geben? Die Hoffnung sagt: »Nein!« Statistik und Erfahrung sagen: »Vermutlich ja.« Es wäre problematisch, dem linksgrünen Kollegen ins Gesicht zu spucken, weil er moralisch Blut an den Händen hat, weil er moralisch mitgestochen und mitgemordet hat – doch ihn *entschuldigen* sollten wir auch nicht mehr. In wenigen Tagen sind Wahlen. Wir sind Mäuse in einem Experiment. Noch hoffen wir, noch versuchen wir, dieses Experiment von innen heraus zu unseren Gunsten zu drehen. Einige Mäuse wurden von den Wissenschaftlern derart am Gehirn manipuliert, dass sie piepsen: »Ja, quält uns mehr, tötet unsere Kinder!« Andere Mäuse aber protestieren, suchen nach einem Ausweg. Und die, die sich nicht mit dem Experiment abfinden wollen, werden allmählich mehr – und das macht das Laborpersonal reichlich nervös. Wildmäuse leben nur 6 bis 12 Monate. Hausmäuse können bis zu zwei oder drei Jahren alt werden, Labormäuse werden aus offensichtlichen Gründen nicht ganz so alt. Was meint ihr, wie lange haben *wir* noch? - [Rede von J.D. Vance am 14.2.2025, auf Deutsch vorgetragen (VIDEO)](https://dushan.org/essays/jd-vance-14-2-2025-von-dushan-wegner/) US-Vizepräsident J.D. Vance hielt in München ein flammendes Plädoyer für Demokratie und Freiheit. Undemokraten und Freiheitsfeinde schäumten vor Wut, doch die Rede ist schon jetzt ein Zeitdokument. Auf Deutsch im Video vorgetragen, von Dushan Wegner. Am 14. Februar 2025 hielt US-Vizepräsident J.D. Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz ein flammendes Plädoyer für Demokratie und Freiheit – und damit zog er natürlich den Zorn der Undemokraten und Freiheitsfeinde in Berlin und Brüssel auf sich. Seine Rede ist schon jetzt ein Dokument der Zeitgeschichte ([siehe englisches Original auf YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=j8D3e_nCNa4&ab_channel=CBNNews)). Ich finde, diese Rede sollte in vielen Ländern und Sprachen gehört werden. Ich trage sich euch [auf Deutsch vor, im YouTube-Video](https://www.youtube.com/watch?v=_Xwqnr4vjSs&ab_channel=DushanWegner). ## J.D. Vance am 14. Februar 2025, hier auf Deutsch Eines der Themen, über die ich heute sprechen wollte, sind natürlich unsere gemeinsamen Werte. Und wissen Sie, es ist großartig, wieder in Deutschland zu sein. Wie Sie bereits gehört haben, war ich letztes Jahr als Senator der Vereinigten Staaten hier. Ich traf Außenminister David Lammy und scherzte, dass wir beide letztes Jahr andere Jobs hatten als jetzt. Aber jetzt ist es an der Zeit, dass alle unsere Länder, wir alle, die das Glück hatten, von unseren jeweiligen Völkern politische Macht zu erhalten, diese mit Bedacht nutzen, um ihr Leben zu verbessern. Und ich möchte sagen, dass ich während meiner Zeit hier das Glück hatte, in den letzten 24 Stunden einige Zeit außerhalb der Mauern dieser Konferenz zu verbringen, und ich war von der Gastfreundschaft der Menschen beeindruckt, gerade weil sie sich natürlich noch vom schrecklichen Angriff von gestern erholen. Das erste Mal überhaupt in München war ich mit meiner Frau, die heute mit mir hier ist, auf einer Privatreise, und ich habe die Stadt München immer geliebt, ich habe immer ihre Menschen geliebt. Ich möchte nur sagen, dass wir sehr bewegt sind und unsere Gedanken und Gebete bei München und bei allen sind, die von dem Bösen betroffen sind, was dieser wunderbaren Gesellschaft zugefügt wurde. Wir denken an Sie, wir beten für Sie und wir wünschen Ihnen alles Gute für die kommenden Tage und Wochen. Wir kommen auf dieser Konferenz natürlich zusammen, um über Sicherheit zu diskutieren. Und normalerweise meinen wir damit Bedrohungen unserer äußeren Sicherheit. Ich sehe viele, viele große Militärchefs, die sich heute hier versammelt haben. Aber während die Trump-Administration sehr um die Sicherheit Europas besorgt ist und glaubt, dass wir zu einer vernünftigen Einigung zwischen Russland und der Ukraine kommen können – und wir auch glauben, dass es in den kommenden Jahren wichtig ist, dass Europa große Anstrengungen unternimmt, um für seine eigene Verteidigung zu sorgen –, ist die Bedrohung, die mir bezüglich Europa am meisten Sorgen bereitet, nicht Russland, nicht China, es ist kein anderer externer Akteur. Was mir Sorgen bereitet, ist die Bedrohung von innen. Der Rückzug Europas von einigen seiner grundlegendsten Werte – Werte, die man doch mit den Vereinigten Staaten von Amerika teilt. Ich war geschockt, als ein ehemaliger EU-Kommissar kürzlich im Fernsehen auftrat und erfreut klang, dass die rumänische Regierung gerade eine ganze Wahl annulliert hatte. Er warnte davor, dass dasselbe auch in Deutschland passieren könnte, wenn die Dinge nicht nach Plan laufen. Diese flapsigen Aussagen sind für amerikanische Ohren schockierend. Seit Jahren wird uns gesagt, dass alles, was wir finanzieren und unterstützen, im Namen unserer gemeinsamen demokratischen Werte geschieht. Alles, von unserer Ukraine-Politik bis zur digitalen Zensur, wird als Verteidigung der Demokratie angepriesen. Aber wenn wir sehen, dass europäische Gerichte Wahlen canceln und hochrangige Beamte damit drohen, weitere Wahlen rückgängig zu machen, sollten wir uns fragen, ob wir uns an einen angemessen hohen Standard halten. Und ich sage »uns«, weil ich grundsätzlich davon überzeugt bin, dass wir im selben Team spielen. Wir müssen mehr tun, als nur über demokratische Werte zu reden. Wir müssen sie leben. Viele von Ihnen in diesem Raum erinnern sich noch gut daran, dass im Kalten Krieg die Verteidiger der Demokratie gegen viel tyrannischere Kräfte auf diesem Kontinent aufstanden – und bedenken Sie, welche Seite in diesem Kampf die Dissidenten zensierte, Kirchen schloss und Wahlen absagte! Waren sie die Guten? Sicherlich nicht. Und Gott sei Dank haben jene den Kalten Krieg verloren; sie haben verloren, weil sie alle außergewöhnlichen Segnungen der Freiheit, die Freiheit, zu überraschen, Fehler zu machen, zu erfinden und aufzubauen, weder wertschätzten noch respektierten. Wie sich herausstellt, kann man Innovation oder Kreativität nicht vorschreiben, genauso wie man Menschen nicht zwingen kann, was sie denken, was sie fühlen oder was sie glauben sollen. Ja, wir glauben, dass diese Dinge sicherlich miteinander verbunden sind. Und wenn ich heute auf Europa schaue, ist es leider manchmal nicht so klar, was mit einigen Gewinnern des Kalten Krieges passiert ist. Ich schaue nach Brüssel, wo Kommissare der EU-Kommission die Bürger warnen, dass sie beabsichtigen, soziale Medien in Zeiten ziviler Unruhen zu schließen: in dem Moment, in dem sie erkennen, was sie als »hasserfüllten Inhalt« bewerten. Oder in genau dieses Land, wo die Polizei Razzien im Rahmen der »Bekämpfung von Frauenfeindlichkeit« durchgeführt hat, gegen Bürger, die verdächtigt werden, im Internet antifeministische Kommentare online gestellt zu haben. Ich schaue nach Schweden, wo die Regierung vor zwei Wochen einen christlichen Aktivisten wegen Beteiligung an Koranverbrennungen verurteilt hat, bei denen sein Freund ermordet wurde. Wie der Richter in seinem Fall erschreckenderweise feststellte, gewähren die schwedischen Gesetze zum Schutz der angeblichen freien Meinungsäußerung in Wirklichkeit – und ich zitiere – keine »Freikarte«, etwas zu tun oder zu sagen, ohne zu riskieren, die Gruppe zu beleidigen, die diese Überzeugung vertritt. Und vielleicht mit der meisten Sorge blicke ich auf unsere sehr lieben Freunde, das Vereinigte Königreich, wo die Abkehr von den Gewissensrechten insbesondere die Grundfreiheiten religiöser Briten ins Fadenkreuz gerückt hat. Vor etwas mehr als zwei Jahren hat die britische Regierung Adam Smith Conner, einen 51-jährigen Physiotherapeuten und Armeeveteran, des abscheulichen Verbrechens beschuldigt, fünfzig Meter von einer Abtreibungsklinik entfernt zu stehen und drei Minuten lang still zu beten, ohne jemanden zu behindern, mit niemandem zu interagieren, sondern nur still und allein zu beten. Nachdem ihn die britischen Strafverfolgungsbehörden entdeckt hatten und wissen wollten, wofür er bete, antwortete Adam schlicht: Er bete im Namen seines ungeborenen Sohnes, den er und seine ehemalige Freundin vor Jahren abgetrieben hatten. Die Beamten wurden nicht bewegt. Adam wurde für schuldig befunden, gegen das neue Pufferzonengesetz der Regierung verstoßen zu haben, das stilles Gebet und andere Handlungen, die die Entscheidung einer Person im Umkreis von 200 Metern um eine Abtreibungseinrichtung beeinflussen könnten, unter Strafe stellt. Er wurde dazu verurteilt, der Staatsanwaltschaft Prozesskosten in Höhe von mehreren Tausend Pfund zu zahlen. Ich wünschte, ich könnte sagen, dass dies ein Zufall war, ein einmaliges, verrücktes Beispiel dafür, dass ein schlecht geschriebenes Gesetz gegen eine einzelne Person erlassen wurde. Aber nein. Im vergangenen Oktober, also vor wenigen Monaten, begann die schottische Regierung damit, Briefe an Bürger zu verteilen, deren Häuser in sogenannten sicheren Zugangszonen liegen, und warnte sie, dass selbst private Gebete in ihren eigenen Häusern einen Gesetzesverstoß darstellen könnten. Selbstverständlich forderte die Regierung die Leser auf, alle Mitbürger zu melden, die in Großbritannien und ganz Europa im Verdacht stehen, Gedankenverbrechen begangen zu haben. Ich fürchte, die freie Meinungsäußerung ist auf dem Rückzug und, dem Humor zuliebe, meine Freunde, aber auch im Interesse der Wahrheit, gebe ich zu, dass die lautesten Stimmen für Zensur manchmal nicht aus Europa, sondern aus meinem eigenen Land kamen, wo die vorherige Regierung den Social-Media-Unternehmen gedroht hat, und sie gedrängt hat, sogenannte »Misinformation« zu zensieren. »Misinformation«, wie zum Beispiel die Annahme, dass das Coronavirus wahrscheinlich aus einem Labor in China ausgebrochen sei. Unsere eigene Regierung ermutigte private Unternehmen, Menschen zum Schweigen zu bringen, die es wagten, etwas auszusprechen, was sich als offensichtliche Wahrheit herausstellte. Deshalb komme ich heute nicht nur mit einer Beobachtung hierher, sondern mit einem Angebot. Und so wie die Biden-Regierung verzweifelt zu versuchen schien, Menschen zum Schweigen zu bringen, weil sie ihre Meinung kundgetan haben, so wird die Trump-Regierung genau das Gegenteil tun, und ich hoffe, dass wir dabei zusammenarbeiten können. In Washington gibt es einen neuen Sheriff. Und unter der Führung von Donald Trump sind wir möglicherweise nicht mit Ihrer Meinung einverstanden, aber wir werden dafür kämpfen, Ihr Recht zu verteidigen, sie öffentlich kundzutun. Jetzt sind wir natürlich an dem Punkt angelangt, an dem die Situation so schlimm geworden ist, dass Rumänien im Dezember dieses Jahres die Ergebnisse einer Präsidentschaftswahl aufgrund der fadenscheinigen Verdächtigungen eines Geheimdienstes und des enormen Drucks seiner kontinentalen Nachbarn einfach annullierte. Soweit ich weiß, lautete das Argument, dass russische Desinformation die rumänischen Wahlen infiziert hatte. Aber ich würde meine europäischen Freunde um eine Perspektive bitten. Sie können glauben, dass es falsch ist, dass Russland Social-Media-Werbung kauft, um Ihre Wahlen zu beeinflussen. Das tun wir auf jeden Fall. Sie können es sogar auf der Weltbühne verurteilen. Aber wenn Ihre Demokratie mit ein paar Hunderttausend Dollar an digitaler Werbung aus einem fremden Land kaputtgemacht werden kann, dann war sie von Anfang an nicht sehr stark. Die gute Nachricht ist, dass ich glaube, dass Ihre Demokratien wesentlich weniger zerbrechlich sind, als viele Menschen offenbar befürchten. Und ich glaube wirklich, dass es unsere Bürger noch stärker machen wird, wenn sie ihre Meinung äußern dürfen. Was uns natürlich zurück nach München bringt, wo die Organisatoren dieser Konferenz den Abgeordneten, die populistische Parteien sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite vertreten, die Teilnahme an diesen Gesprächen verboten haben. Auch hier gilt: Wir müssen nicht mit allem oder mit überhaupt etwas einverstanden sein, was Leute sagen. Aber wenn politische Führer eine wichtige Wählerschaft repräsentieren, ist es unsere Pflicht, zumindest am Dialog mit ihnen teilzunehmen. Für viele von uns auf der anderen Seite des Atlantiks sieht es nun immer mehr so ​​aus, als würden sich alte, fest verwurzelte Interessen hinter hässlichen Worten aus der Sowjetzeit wie »Misinformation« und »Desinformation« verstecken, denen einfach die Vorstellung nicht gefällt, dass jemand mit einer anderen Sichtweise eine andere Meinung vertritt oder, Gott bewahre, anders abstimmt oder, noch schlimmer, eine Wahl gewinnt. Dies ist eine Sicherheitskonferenz, und ich bin mir sicher, dass Sie alle hierhergekommen sind, um darüber zu sprechen, wie genau Sie beabsichtigen, die Verteidigungsausgaben in den nächsten Jahren im Einklang mit einem neuen Ziel zu erhöhen. Und das ist großartig, denn Präsident Trump hat deutlich gemacht, dass er davon überzeugt ist, dass unsere europäischen Freunde eine größere Rolle in der Zukunft dieses Kontinents spielen müssen. Wir glauben nicht, dass Sie den Begriff »Lastenteilung« (oft?) hören, aber wir glauben, dass es ein wichtiger Teil einer gemeinsamen Allianz ist, dass die Europäer sich stärken, während Amerika sich auf Gebiete der Welt konzentriert, die in großer Gefahr sind. Aber lassen Sie mich Sie auch fragen: Wie sollen Sie überhaupt anfangen, über diese Art von Haushaltsfragen nachzudenken, wenn wir nicht wissen, was wir überhaupt verteidigen? Ich habe in meinen Gesprächen bereits viel gehört und viele, viele tolle Gespräche mit vielen Menschen geführt, die hier in diesem Raum versammelt sind. Ich habe viel darüber gehört, wovor man sich verteidigen muss, und das ist natürlich wichtig. Aber was mir etwas unklar vorkam, und sicherlich denke ich auch für viele Bürger Europas: wofür genau Sie sich verteidigen. Was ist die positive Vision, die diesem gemeinsamen Sicherheitspakt zugrunde liegt, den wir alle für so wichtig halten? Ich bin der festen Überzeugung, dass es keine Sicherheit gibt, wenn man Angst vor den Stimmen, den Meinungen und dem Gewissen hat, welche das eigene Volk leiten. Europa steht vor vielen Herausforderungen. Aber die Krise, mit der dieser Kontinent derzeit konfrontiert ist, die Krise, mit der wir meiner Meinung nach alle gemeinsam konfrontiert sind, haben wir selbst verursacht. Wenn Sie voller Angst vor Ihren eigenen Wählern fliehen, kann Amerika nichts für Sie tun. Außerdem können Sie nichts für das amerikanische Volk tun, das mich und Präsident Trump gewählt hat. Sie brauchen demokratische Mandate, um in den kommenden Jahren irgendetwas Wertvolles zu erreichen. Haben wir denn nicht gelernt, dass schwache Mandate zu instabilen Ergebnissen führen? Aber es gibt so viel Wertvolles, das mit jener Art von demokratischem Mandat erreicht werden kann, das daraus erwächst, dass man die Stimmen der Bürger einbezieht. Wenn Sie in den Genuss einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft, bezahlbarer Energie und sicherer Lieferketten kommen wollen, dann brauchen Sie den Auftrag zum Regieren, denn Sie müssen schwierige Entscheidungen treffen, um all diese Dinge zu erreichen – und das wissen Sie natürlich sehr gut! In Amerika kann man kein demokratisches Mandat gewinnen, indem man seine Gegner zensiert oder ins Gefängnis steckt. Sei es der Oppositionsführer, eine bescheidene Christin, die in ihrem eigenen Zuhause betet, oder ein Journalist, der versucht, über die Nachrichten zu berichten. Sie können auch kein Mandat gewinnen, indem Sie Ihre Wählerschaft bei Fragen wie der Frage, wer Teil unserer Gesellschaft sein darf, ignorieren. Und von all den drängenden Herausforderungen, mit denen die hier vertretenen Nationen konfrontiert sind, gibt es meiner Meinung nach nichts Dringenderes als die Massenmigration. Heute ist fast jeder fünfte Einwohner dieses Landes aus dem Ausland hierhergezogen. Das ist natürlich ein Allzeithoch. In den Vereinigten Staaten ist die Zahl übrigens ähnlich, ebenfalls ein Allzeithoch. Die Zahl der Einwanderer, die aus Nicht-EU-Ländern in die EU einreisten, hat sich allein zwischen 2021 und 2022 verdoppelt. Und natürlich ist sie seitdem viel höher geworden. Und wir kennen die Situation. Es entstand nicht im luftleeren Raum. Es ist das Ergebnis einer Reihe bewusster Entscheidungen, die Politiker auf dem ganzen Kontinent und auf der ganzen Welt über einen Zeitraum von einem Jahrzehnt getroffen haben. Wir haben die Schrecken gesehen, die diese Entscheidungen gestern in dieser Stadt angerichtet haben. Und natürlich kann ich es nicht noch einmal erwähnen, ohne an die Opfer zu denken, denen ein schöner Wintertag in München ruiniert wurde. Unsere Gedanken und Gebete sind bei ihnen und werden bei ihnen bleiben – aber warum ist das überhaupt passiert? Es ist eine schreckliche Geschichte, aber wir haben sie schon viel zu oft in Europa und leider auch zu oft in den Vereinigten Staaten gehört. Ein Asylbewerber, oft ein junger Mann Mitte 20, oft bereits der Polizei bekannt, rammte ein Auto in eine Menschenmenge und zerstörte eine Gemeinschaft. – »Einheit.« – Wie oft müssen wir diese entsetzlichen Rückschläge erleiden, bevor wir den Kurs ändern und unsere gemeinsame Zivilisation in eine neue Richtung lenken? Kein Wähler auf diesem Kontinent ging zur Wahlurne, um die Schleusen für Millionen ungeprüfter Einwanderer zu öffnen. Aber wissen Sie, wofür sie gestimmt haben? In England haben sie für den Brexit gestimmt. Und Sie stimmen vieleicht zu oder nicht, die haben dafür gestimmt. Und immer mehr in ganz Europa wählen sie politische Führer, die versprechen, der außer Kontrolle geratenen Migration ein Ende zu setzen. Nun, ich stimme mit vielen dieser Bedenken überein, aber Sie müssen *mir* nicht zustimmen. Ich denke einfach, dass den Menschen ihr Zuhause am Herzen liegt. Sie kümmern sich um ihre Träume. Sie kümmern sich um ihre Sicherheit und ihre Fähigkeit, für sich und ihre Kinder zu sorgen. Und sie sind schlau. Ich denke, das ist eines der wichtigsten Dinge, die ich in meiner kurzen Zeit in der Politik gelernt habe. Im Gegensatz zu dem, was Sie vielleicht hören, ein paar Berge weiter in Davos, betrachten sich die Bürger unserer Nationen grundsätzlich nicht als gebildete Tiere oder als austauschbare Rädchen einer globalen Wirtschaft. Und es ist kaum verwunderlich, dass sie nicht von ihren Anführern herumgeschubst oder gnadenlos ignoriert werden wollen. Und es ist die Aufgabe der Demokratie, über diese großen Fragen an der Wahlurne zu entscheiden. Ich glaube, dass Menschen abzukanzeln, ihre Bedenken abzutun oder noch schlimmer, Medien zu verbieten, Wahlen zu verhindern oder Menschen aus dem politischen Prozess auszuschließen, genau nichts schützt. Tatsächlich ist es der sicherste Weg, die Demokratie zu zerstören. Sich zu äußern und seine Meinung zu äußern – das ist keine Wahleinmischung, selbst wenn Menschen außerhalb Ihres eigenen Landes Ansichten äußern und selbst wenn diese Menschen sehr einflussreich sind. Und glauben Sie mir, ich sage das mit allem Humor: Wenn die amerikanische Demokratie zehn Jahre Greta Thunbergs Schelte überleben kann, können Sie ein paar Monate Elon Musk überleben. Aber was keine Demokratie, weder in Amerika noch in Deutschland oder in Europa, überleben wird, ist, Millionen von Wählern zu sagen, dass ihre Gedanken und Sorgen, ihre Wünsche, ihre Bitten um Erleichterung nicht valide oder nicht einmal einer Berücksichtigung wert sind. Demokratie beruht auf dem heiligen Grundsatz, dass die Stimme des Volkes zählt. Da ist kein Raum für Brandmauern! Entweder hält man sich an die Prinzipien oder nicht. Europäer, die Menschen haben eine Stimme. Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben die Wahl. Und ich bin fest davon überzeugt, dass wir keine Angst vor der Zukunft haben müssen. Begrüßen Sie, was Ihre Leute Ihnen sagen, auch wenn es überraschend ist, selbst wenn Sie nicht derselben Meinung sind. Und wenn Sie dies tun, können Sie mit Gewissheit und Zuversicht in die Zukunft blicken und wissen, dass die Nation hinter jedem von Ihnen steht, und *das* ist für mich das große Wunder der Demokratie! Es liegt nicht in diesen steinernen Gebäuden oder schönen Hotels. Es liegt nicht einmal an den großartigen Institutionen, die wir gemeinsam aufgebaut haben. An die Demokratie zu glauben, bedeutet zu verstehen, dass jeder unserer Bürger Weisheit und eine Stimme hat. Und wenn wir uns weigern, auf diese Stimme zu hören, werden selbst unsere erfolgreichsten Kämpfe nur sehr wenig bringen. Wie Papst Johannes Paul II., meiner Meinung nach einer der außergewöhnlichsten Verfechter der Demokratie auf diesem oder irgend einem anderen Kontinent, einmal sagte: »Habt keine Angst.« Wir sollten keine Angst vor unseren Bürgern haben, selbst wenn sie Ansichten äußern, die mit ihrer Führung nicht übereinstimmen. Vielen Dank euch allen. Viel Glück euch allen. Gott segne euch. - [Verschwörungstheorien, jetzt vom Staatsfunk](https://dushan.org/essays/neue-verschwoerungstheorie/) In Staatsfunk und sozialen Medien werden Verschwörungstheorien verbreitet. Es wird geschwurbelt, Putin trage Verantwortung für Anschläge von Afghanen in Deutschland. – Historisch ist es nicht neu, dass Staatsversagen auf Verschwörungen geschoben wird! Neue Faustregel: Genau dann, wenn du denkst, der deutsche Propaganda-Apparat könne nicht mehr tiefer sinken, genau dann rutscht er noch mal gehörig ab. Kurz vor der Bundestagswahl befürchtet man in Berlin ein demokratisches Ergebnis. Also greift die Propaganda zur ganz harten Keule: Man sendet Verschwörungstheorien, und zwar *echte*. Lasst mich, bevor ich konkrete Beispiele vorlege, ganz genau angeben, was ich mit »Verschwörungstheorie« meine. Ich betrachte hier nicht die Geschichte des amerikanischen Begriffs »conspiracy theory«, wie er etwa nach dem Kennedy-Attentat bekannt wurde. Ich stelle hier *lediglich* eine kurze Theorie zum deutschen Begriff »Verschwörungstheorie« auf, und zwar insofern *ich* es in den letzten Jahren in Deutschland erlebt habe. Der Begriff »Verschwörungstheorie« also, so meine These und Theorie dazu, wird in einer von zwei Bedeutungen verwendet. Die eine, ursprüngliche Bedeutung ist: Jemand kann oder will sich gewisse Phänomene nicht erklären, also denkt er sich eine »Theorie« aus, welche als Ursache dieser Probleme eine Verschwörung mächtiger Geheimbünde angibt. Eine bekannte und wohl auch »klassische« Verschwörungstheorie besagt, Juden hätten sich verschworen, Banken und Medien und alles mögliche andere zu kontrollieren, weshalb man etwa in den USA immer wieder auf Juden in Chefetagen stößt. Diese »Theorie« ist auf gewisse Weise bequemer als die wahrscheinlichere Erklärung für dieses Phänomen, nämlich: Wenn es Teil und Tradition des jüdischen Lebens ist, dass Kinder von klein auf Bücher lesen, zu argumentieren lernen, Logik und Begriffsanalyse zum Spaß treiben – Stichwort *Pilpul*,[ siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Pilpul) –, während deine Kinder vor der Glotze oder heute am Smartphone hängen, dann braucht es keine Verschwörung, um darauf zu kommen, dass deren Kinder erfolgreicher werden als deine. Das ist simple Wirkung und Ursache, und es liegt in der Verantwortung der Eltern. Solche Verschwörungstheorien gemäß der alten, ursprünglichen Bedeutung des Begriffs dienen oft als Ausreden für das eigene Versagen, weil einem die *wahren* Ursachen peinlich sind – oft sogar peinlich vor sich selbst. Doch der Begriff »Verschwörungstheorie« kann auch in einem anderen Sinn verwendet werden! ## **Sterbliche, der Wahrheit nähernd** Wir leben in einem Propagandastaat. Das bringt mit sich, dass die Propaganda bekannte Begriffe im Stil der Orwell-Slogans umdeutet. Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Liebe zum Vaterland ist »Hass und Hetze«. Ein weiterer Begriff, der im Propagandastaat umgedeutet wird, ist »Verschwörungstheorie«. Übrigens: Wenn ich »Propagandastaat« sage, ist das keine Verschwörungstheorie. Es ist der Begriff, den ich für einen Staat verwende, in dem der Bürger rund um die Uhr und in allen seinen Lebensbereichen in Propagandabotschaften (also: politisch »ratsame« Meinungen) eingebettet ist. Und Deutschland ist wohl so ein *Propagandastaat*. Diese meine Aussage kann wahr oder falsch sein, aber sie sagt nichts über eine »Verschwörung«. (*Warum* Deutschland ein Propagandastaat ist, *das* ist eine andere Frage, klar.) Die Propaganda »will« also auch die Bedeutung des Begriffs »Verschwörungstheorie« verschieben. Zuerst wurde plötzlich auf allen Kanälen nicht mehr »Verschwörungstheorie« gesagt, sondern »Verschwörungserzählung«. Damit soll wohl die positive Kraft des Wortes *Theorie* gebrochen werden. Eine Theorie ist eine komplexe Beschreibung von Phänomenen. Theorien selbst bestehen aus verknüpften Thesen. Eine neue *These* oder gar *Theorie* wird auf ihre Plausibilität hin abgeklopft, auch im Kontext bereits etablierter Theorien. Das alles ist Teil und Wesen der *wissenschaftlichen Methode*. Im zweiten Schritt wird beobachtet und geprüft, ob die neue Theorie zukünftige Phänomene korrekt *vorhersagt*. Gelingt es nicht, die neue Theorie auf diese Weise zu *falsifizieren*, sprich: sie zu *widerlegen* – dazu siehe Karl Popper –, dann wird diese Theorie, wenn nicht als *Wahrheit*, so doch als der aktuell am *wenigsten peinliche Stand des Irrtums* angenommen, als »Stand der Wissenschaft« – und das ist eben so »wahr«, wie wir Sterblichen uns jemals der *Wahrheit* nähern werden. All diese positive Konnotationen von *Theorie* wollte die Propaganda lieber vermeiden, als man plötzlich begann, von »Verschwörungserzählung« oder »Verschwörungsmythos« zu sprechen. Weil dies noch immer mit der »-theorie« verwechselt werden konnte, ging man über zu »Schwurbelei« und »Geschwurbel«. Meldungen dieses Inhalts gelten als »Fake News« und »Desinformation«. Das wäre alles so weit noch erträglich gewesen, doch man änderte durch die neuartige Verwendung auch die eigentliche Bedeutung der Begriffe darunter – und so wurde tatsächlich das alte Wort »Verschwörungstheorie« wieder frei. ## **❗️Achtung Fake News❗️** Als eines von vielen Beispielen für die *neue* Verwendung von *Verschwörungstheorie/-erzählung/-mythos/Geschwurbel/Fake-News/Desinformation* seien hier zwei ältere Meldungen aus dem Gesundheitsministerium zitiert. Anfang 2020, als man erste Nachrichten zum Corona-Virus hörte, erklärte Jens Spahn: **Was mir die größte Sorge macht, sind Verschwörungstheorien, die Unsicherheit verbreiten. (Jens Spahn, siehe dazu[ »Corona-Virus? »… alle erstmal durchatmen«!«](https://dushan.org/corona-virus-erstmal-durchatmen/) vom 13.3.2020) Der Begriff *Verschwörungstheorie* wurde offensichtlich in einem *neuen* Sinn verwendet. Im Staatsfunk wurde dasselbe als »Angstmache« »aus dem rechten Spektrum« etikettiert. Gemeint war aber schlicht die Sorge, dass etwas dran sein könnte an diesem neuen Virus. Zu dem Zeitpunkt stellte noch niemand die *Theorie* auf, dass sich jemand *verschworen* haben könnte, diese Viren im Labor zu produzieren. (*Diese* tatsächlichen Verschwörungstheorien kamen später – und die werden inzwischen wohl auch schrittweise bestätigt; siehe dazu auch meinen Essay[ »Die Laborthese, jetzt plötzlich aussprechbar«](https://dushan.org/laborthese-2024/) vom Dezember 2024.) Der neue Sinn des Begriffs »Verschwörungstheorie«: eine Meldung oder Meinung, die zwar richtig oder zumindest plausibel ist, von der sich die Politik aber gestört fühlt. Eine weitere Meldung aus dem Gesundheitsministerium operierte mit dem verwandten Begriff »Fake News«, und dieses Stück Propaganda ist inzwischen legendär. Am 14. März 2020 twitterte man: > ❗️Achtung Fake News❗️ Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium für Gesundheit / die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT! Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen. ([@BMG_Bund, 14.3.2020](https://x.com/BMG_Bund/status/1238780849652465664?)) Hier könnte statt »Fake News« genauso gut »Verschwörungsmythos« oder auch »-theorie« verwendet werden. Der Gegenstand, auf den es sich bezieht, ist eine plausible, aus sichtbaren Fakten abgeleitete Vorhersage. Das also sollte die *neue* Referenz von »Verschwörungstheorie« und deren Schwesterbegriffen sein: eine Wahrheit oder realistische Einschätzung der Lage, von der sich Politiker in ihrem Vor-sich-hin-Wurschteln gestört fühlen – oder die Politiker sogar der Lügen überführt. Heute aber, Mitte Februar 2025, werden in der deutschen Propaganda plötzlich handfeste Verschwörungstheorien in der *ersten* und *ursprünglichen* Bedeutung des Begriffs verwendet – und für mich als Connaisseur der politischen Sprache ist es ein makabrer Genuss. ## Cui bono?** Ein Beispiel: Bei Phoenix wird Jörg Trauboth interviewt. 82 Jahre alt, ehemaliger Generalstabsoffizier der Luftwaffe, heute bekannt als TV-Experte, der als »Notfallseelsorger« angekündigt wird. (siehe[ @realDerksen, 14.2.2025](https://x.com/realDerksen/status/1890290345960960204)) Es geht um die aktuellen Anschläge in Deutschland, immer wieder ausgeübt von Männern aus *robusteren* Kulturräumen. Trauboth sagt in Phoenix, er habe einen Anruf bekommen von seinem Sohn in Berlin, der wohl in der Sicherheitsbranche arbeitet, und der habe »nur zwei Worte« gesagt: »Cui bono?« – Wem nützt es? Die Frage »Cui bono?« ist ein nützliches, aber gefährliches Denkwerkzeug. Die Frage, wem ein Ereignis nützt, *kann* ein Hinweis darauf sein, wer es initiiert hat – doch es ist längst noch kein Beweis! Ich frage ja selbst gelegentlich »Cui bono?«, etwa in Essays rund um jene globale Panik (siehe etwa[ Essay vom 28.12.2021](https://dushan.org/cui-bono/)) oder zur absichtlichen Schwächung Deutschlands durch die deutsche Regierung (siehe etwa[ Essay vom 11.7.2020](https://dushan.org/chinas-kolonie/)). Doch »Cui bono?« ist alles andere als ein Beleg! Meine Denkregel, »Wegners Rasiermesser« quasi: Wenn Mächtige eine Situation zu ihrem Vorteil nutzen, belegt das nicht, dass sie sich dazu verschworen hätten, diese Situation herbeizuführen. Wahrscheinlicher ist, dass die Mächtigen mächtig wurden, weil sie sich darauf verstehen, *jede* Situation zu ihrem Vorteil zu nutzen. Pro forma durch wenige fadenscheinige Einschränkungen abgesichert (etwa: »Irgendetwas sagt mir«) sagt der »Experte« de facto, dass in Deutschland – wenige Wochen vor der Bundestagswahl – aus dem Ausland eingekaufte »Low Level Täter« koordiniert Anschläge verüben, um »Unruhe« zu stiften und »den Wahlausgang« zu beeinflussen. Er hat nichts, gar nichts, absolut nichts, um seine wilde Verschwörungstheorie zu belegen. »Irgendetwas sagt mir« – das ist alles. Es ist geradezu traurig, wofür dieser Herr sich hergibt. Warum er meint, dass ein Einzeltäter eher nicht allein in eine Demo fahren wird – wenn ich den Experten richtig verstehe –, erschließt sich mir nicht. Und es ist nicht das einzige Geschwurbel im Staatsfunk. Im ZDF wird von einer »systemischen Verbindung« der Anschläge vor Wahlen geschwurbelt. Und so weiter. In Zeiten sozialer Medien genügt es natürlich nicht, Verschwörungstheorien über das Propagandagerät im Wohnzimmer nur an die ältere Generation auszuspielen. Dieselbe Verschwörungsstheorie wird quasi synchron beispielsweise auch bei Reddit verbreitet, etwa im linksgrünen Subreddit »r/Staiy«: **Was wäre also, wenn Putin – gerade weil er verliert und wir bald Wahlen haben – nach Teheran anruft, um Attentäter in Deutschland zu mobilisieren, damit eben diese durch ihre feigen Attacken die AfD und das BSW stärken? Ein guter Freund sagte zu meiner These vor einem halben Jahr, dass es so verrückt ist, dass es Sinn macht. (Nutzer auf Reddit[ in r/Staiy, 13.2.2025](https://www.reddit.com/r/Staiy/comments/1iokdqf/ist_zwar_ein_langer_text_aber_ich_bitte_euch_es/);[ archiviert](https://archive.is/2vzhY)) Damit haben die linksgrünen Gutmenschen eine komfortable Ausrede, warum nicht sie mit ihrer irren Ideologie die Schuld für den Wahnsinn tragen, sondern wie früher schon »der böse Russe«. (Nebenbei: Ich erkenne hier ein Muster, nämlich dass sich diese Verschwörungstheoretiker, ob im TV oder auf Reddit, regelmäßig auf Dritte aus dem persönlichen Bekanntenkreis berufen, die sie auf jene Idee brachten oder sie zumindest darin bestätigten. Der »Experte« im TV etwa, den angeblich sein Sohn darauf stieß, oder hier ein »guter Freund«, der bestätigt, »dass es so verrückt ist, dass es Sinn macht« (sic!). Man könnte den psychologischen Mechanismus erörtern wollen.) ## An Atlantis vorbei, dann rechts** Das Geraune, wonach die neuesten Anschläge durch Männer etwa aus Afghanistan von Russland aus gesteuert seien, ist eine geradezu prototypische Verschwörungstheorie in der originalen Bedeutung des Begriffs. Man sucht einen Schuldigen für das eigene Versagen – hier: das Staatsversagen –, und zwar möglichst einen Schuldigen, der sich nicht wirklich argumentativ verteidigen kann, weil er keine mediale Plattform im Land hat oder gleich offen zensiert wird. Dass aber Staaten durch Verschwörungstheorien vom eigenen Versagen ablenken wollen, ist leider nicht neu. Stalin schob die Schuld für die Folgen seiner wirtschaftlichen Fehlentscheidungen auf die »trotzkistische Verschwörung«. In Deutschland schob man die Schuld für die Niederlage im Ersten Weltkrieg auf »Vaterlandsverräter« – die »Dolchstoßlegende«. In China ließen die katastrophalen Agrarreformen des Mao Zedong während des »Großen Sprungs« über 30 Millionen Chinesen verhungern – die Partei schob die Schuld daran auf »konterrevolutionäre Saboteure«. Und chinesische Bauern, die von ihrer Not und vom Hunger berichteten, wurden als »Verschwörer« verfolgt. (In Deutschland würde man heute sagen: »Rechtspopulisten«, die »Hass und Hetze« verbreiten.) Ich bin sicher, euch fallen noch weitere Beispiele ein, auch aus der deutschen Geschichte, wie Regierungen die Schuld für ihr eigenes Versagen auf diese oder jene »Verschwörung« schoben. Und nun also, 2025, schiebt die deutsche Propaganda die Schuld für die absehbaren Konsequenzen des Toleranz-Wahnsinns und globalistischer Lebenslügen eben auf Putin, der sich mit Teheran und vermutlich den Reptiloiden verschworen haben soll, um junge Afghanen zu motivieren, ihre innere Zerrissenheit und ihren Hass auf »Ungläubige« ganz praktisch in die Tat umzusetzen, um die Opposition zu stärken. Ich möchte an diesem Punkt ja eigentlich ausrufen: Tiefer kann die deutsche Propaganda doch nicht sinken. Da fällt mir aber unsere neue Faustregel ein: Genau dann, wenn du denkst, der deutsche Propaganda-Apparat könne nicht mehr tiefer sinken, genau dann rutscht er noch mal gehörig ab. Wir dürfen gespannt sein, was die Propaganda *morgen* schwurbeln wird. Ich habe gehört, bei der ARD arbeiten die »Journalisten« bereits an einer Reportage zur Hohlen Erde, wo die AfD ihre *wahre* Parteibasis hat, an Atlantis vorbei, dann rechts halten. - [Seeshaupt, München, Nius und Wahrheit](https://dushan.org/essays/wahrheit-ist-wahrheit/) Neues Asylheim in Bayern, Anschlag in München, Wahrheit über Migration und Gewalt – und über Propaganda der Regierung: Die Details erfahren wir immer öfter von Nius, also Julian Reichelt. Was haltet ihr davon? Als ich *begann*, diesen Text zu verfassen, war der *heutige* Auto-Anschlag in München noch nicht geschehen. Der passierte, während ich dies schrieb. Ich werde ihn noch erwähnen, und auch insofern ist dieser Essay ein kleines »Zeitdokument«. Das *eigentliche* Thema war nämlich eine andere Meldung, die echte Menschen vor Ort sehr real bewegt, und zwar: Im bayerischen Dorf Seeshaupt wird ein neues Asylheim gebaut. Platz für 150 Migranten. Und die Menschen vor Ort sind nicht angetan, um es höflich zu sagen. All das wird von [nius.de, 13.2.2025](https://www.nius.de/gesellschaft/news/seeshaupt-asylheim-150-migranten/e47c2713-b922-40e7-98ed-80095a030ff2) berichtet. Im Jahr 2025 sind wir beinahe schon *gewohnt*, dass die *wirklich* wichtigen Meldungen, also solche, welche die Zukunft des Landes betreffen, *zuerst* oder oft *nur* bei nius.de mit der angemessenen Klarheit berichtet werden. Und ich bin dabei immer etwas zerrissen. (Wie ich überhaupt ein »zerrissenes« [*Dazwischenwesen*](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen) bin.) ## Ein paar Worte zu Reichelt Wenn ich sein Projekt »Nius« zitiere, grummelt immer etwas in meinem Hinterkopf. Die Rolle von »Nius« und damit von Julian Reichelt in der deutschen Gesellschaft ist … *spannend*. Julian Reichelt war 2015 »Chefredakteur Digital« der BILD. Kai Diekmann war Herausgeber der BILD, Tanit Koch die Chefredakteurin der *gedruckten* BILD – es war absehbar, wer langfristig wichtiger werden würde. Gemeinsam bildeten sie aber den vermutlich wichtigsten publizistischen Motor hinter »Refugees welcome!«, also Merkels Politik der offenen Grenzen (vergleiche etwa auch [@TimKoffiziell, 21.10.2024](https://x.com/TimKoffiziell/status/1848475472629559703)). BILD wirkte wie der publizistische Arm des Merkelschen »Wir schaffen das!«-Wahnsinns. Und Julian Reichelt hat damals ein Gehalt bezogen, nehme ich an. Also kann man sagen, dass er in diesem Sinne von der Flüchtlingskrise »profitierte«. Inzwischen hat Reichelt politisch die Seiten gewechselt, nach gewissen Ereignissen. Sein neues Projekt »Nius« mischt die deutsche Medienszene auf, und zwar mit einem einzigen, simplen »Trick«: Nius berichtet, was *wirklich* fürs Land wichtig ist, was der Mainstream und der Staatsfunk im Propagandastaat aber verschweigen. Dank des finanziellen Backings durch den Unternehmer Frank Gotthardt (siehe etwa [t-online.de, 16.02.2024](https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_100345120/portal-nius-was-julian-reichelt-mit-milliardaer-frank-gotthardt-plant.html)) hat Nius wohl tiefe Taschen und kann etwa selbst Reporter losschicken und einen dauernden Nachrichtenstrom aufrechterhalten. ## Was für ein Feuerwehrmann? Heute erledigt Julian Reichelt das, was »Der Spiegel« sich einst auf die Fahnen geschrieben hatte: »Sagen, was ist.« Ein Zyniker könnte es nun so deuten: Reichelt »profitiert« von einer Situation, zu der er selbst beigetragen hat, sprich: wovon er auch bereits »profitiert« hatte. Im Januar 2015 klang Reichelt so: > Wir sind ein christlich geprägtes Land vieler Religionen. Wir sind reich. Wenn jemand Hilfe braucht, dann helfen wir. Das ist Deutschland, das ist Nächstenliebe, das ist unser christliches Erbe. ([bild.de, 6.1.2015](https://www.bild.de/politik/inland/deutschland-ist-nicht-pegida-zwischenruf-von-julian-reichelt-5d4b55551e148b000173cea6)) Heute, ein Jahrzehnt später, klingt Reichelt so: > Ich möchte nicht, dass wir psychisch schwerst gestörten Afghanen bessere Betreuung bieten. Ich möchte, dass sie an unserer Grenze gestoppt und zurückgewiesen werden. Und es ist mir auch egal, ob sie das Wort »Asyl« halbwegs verständlich aussprechen können. ([@jreichelt, 12.2.2025](https://x.com/jreichelt/status/1889614985417961610)) Das sind harte Worte – und es klingt *sehr* anders als der Reichelt, an den wir uns von »Wir helfen!« erinnern. (Ja, ja, ich weiß: Reichelt wird sagen, dass es einander streng genommen begrifflich nicht ausschließt. Doch seien wir ehrlich – der Sound ist ein *reichlich* anderer.) ## Wahrheit ist Wahrheit ist Wahrheit Ist Reichelt also ein Feuerwehrmann, der sich fürs Feuerlegen *und* fürs Feuerlöschen bezahlen lässt? Oder ist er ein zur Wahrheitsliebe bekehrter Apostel? Ich meine: Reichelt ist Geschäftsmann, mindestens ein Geschäftsmann in eigener Sache. Wenn er heute sein Geschäft damit macht, die Wahrheit zu sagen, ist das dem Land auf jeden Fall nützlicher. Wahrheit ist Wahrheit ist Wahrheit – und wer heute die Wahrheit sagt, den attackiert die Propaganda, und der *muss* von daher schlau und gewieft sein. Es bleibt ein Fakt, dass Reichelts Projekt »Nius« heute Wahrheiten berichtet, die Mainstream und Staatsfunk *verschweigen* – die aber für das Fortbestehen nicht nur Deutschland, sondern auch der Zivilisation in Mitteleuropa *überlebenswichtig* sind. Und eine dieser Wahrheiten, die man in der gebotenen Deutlichkeit zuerst bei Nius liest, ist jener Bericht aus dem bayerischen Dorf Seeshaupt. ## Schnell erzählt Jene Meldung aus Bayern ist schnell erzählt: Seeshaupt ist eine Gemeinde am Starnberger See mit nur 3.250 Einwohnern. Um die Dimensionen zu illustrieren: In Seeshaupt befindet sich *eine* Grundschule (siehe [km.bayern.de](https://www.km.bayern.de/schule/2989?utm_source=chatgpt.com)). Im Schuljahr 2023/24 unterrichteten dort 9 Lehrer immerhin 114 Schüler. Und jetzt, so [berichtet nius.de](https://www.nius.de/gesellschaft/news/plaene-fluechtlingsunterkunft-seeshaupt/f07c07c7-6a6e-4828-810e-2f0a8491d222), soll in Seeshaupt auf einem teuren Grundstück am Starnberger See eine Asylunterkunft eingerichtet werden, eine Traglufthalle und Wohncontainer, und zwar für 150 Migranten. In Seeshaupt wird es über 30 Prozent mehr »junge Männer« als Grundschüler geben. Die Bürger von Seeshaupt sind nun aufgebracht, so erfahren wir. Bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung war der Saal komplett gefüllt, und die Bürger machten sich genau die Sorgen, die man erwarten würde. ## Seeshaupt ist nicht Bremen Die Bürger von Seeshaupt sind eher nicht »linke Spinner«, wie man sie etwa in Berlin oder Bremen erwarten würde, und wo man in zynischen Momenten sagen möchte: »Haha, selbst schuld!« Bei der letzten Kommunalwahl haben die meisten eine lokale Gruppierung namens »Parteifreie Bürger Seeshaupt-Magnetsried« gewählt, danach die CSU (siehe [seeshaupt.de](https://www.seeshaupt.de/buergerservice/gemeinderat/kommunalwahl-2020)) und sehr knapp danach eine lokale »Grüne Alternative«. Die AfD hatte zu wenige Stimmen, um überhaupt einen Sitz im Gemeinderat zu erhalten, und doch kann man nicht sagen, dass Seeshaupt ein Ort »linksgrüner Spinner« wäre. Seeshaupt, so scheint es von außen, hat einfach versucht, seinen Kopf unten zu halten, in der Hoffnung, der Kelch des bundespolitischen Wahnsinns würde an dem Örtchen am Starnberger See vorübergehen. Wird er nicht. Hätten die Bürger früher lauter werden, ihren Protest gegen dieses »legale Unrecht« deutlicher formulieren sollen? Das sind ethische Fragen. Es ist nicht *schön*, davon zu erfahren, doch es ist wichtig. Gut, dass es Medien wie Nius.de gibt, welche sogar Reporter schicken können, um Eindrücke vor Ort zu sammeln. ## In mutigen Stunden Während ich diese Gedanken notierte, erscheint bei nius.de oben ein Laufband: »Auto-Anschlag in München – mindestens 15 Verletzte« ([nius.de, 13.2.2025](https://www.nius.de/kriminalitaet/news/15-verletzte-in-muenchen-autofahrer-rast-in-menschenmenge-in-muenchen/5e623702-ff9f-409a-a495-ef93f9be44d9)). Der Täter, so erfahre ich auf X, wurde inzwischen festgenommen. Es wurde noch nicht berichtet, ob er ein leider psychisch kranker Neu-Mitbürger ist, oder ob seine Tat irgendwie der politischen Opposition angehängt werden soll (vor Kurzem war ja erstaunlicherweise *beides* der Fall). Ich nehme an, ich werde es bei nius.de erfahren. (Aktuell erfährt man dort übrigens neue Details darüber, wie die deutsche Regierung im Stil totalitärer Diktaturen mit *viel *Steuergeld gegen Opposition und Andersdenkende agitiert; siehe [nius.de, 12.2.2025](https://www.nius.de/politik/news/demokratie-leben-paus-tauuschung-ministerium/5bae2d9e-855d-4571-abfd-0bafa8acbff2).) Vielleicht werde ich es auch irgendwo anders zuerst lesen, wer das in München war, bei einem [Freien Denker](https://dushan.org/freie-denker) vielleicht. Ich bin auf jeden Fall dankbar für jeden, der heute die Wahrheit sagt, ob auf eigene Faust oder mit einem Milliardär im Hintergrund. Die Wahrheit über Seeshaupt, über München, über Deutschland. Die Wahrheit über unsere Gegenwart. Und in mutigen Stunden dann die Wahrheit über unsere Zukunft. ## Nachtrag: Da ist sie, die Schlagzeile Als ich diesen Text fertig geschrieben hatte, während der liebe Korrektor noch korrigierte, erschien bei [nius.de, 13.2.2025](https://www.nius.de/kriminalitaet/news/muenchen-auto-20-verletzte-fahrer-rast-in-menschenmenge-muenchen/5e623702-ff9f-409a-a495-ef93f9be44d9) diese Schlagzeile: »Mindestens 20 Verletzte in München: Auto-Anschlag! Afghane rast in Menschenmenge«. Die Bürger von Seeshaupt, mit dem Auto eine Dreiviertelstunde von München entfernt, werden diese Schlagzeile wohl auch lesen – und ich kann förmlich *spüren*, wie es ihnen dabei flau im Bauch wird. - [Robert Habeck vs. John Wick](https://dushan.org/essays/habeck-vs-wick/) Habeck, so wird berichtet, hat in der Doktorarbeit wohl »durchzitiert«, also Zitate übernommen, statt Originale zu wälzen. Es würde etwas über seinen Charakter aussagen – und einiges aufweisen, was es braucht, um »Fake-Intellektueller« genannt zu werden. Kennt ihr »John Wick«? Das sind Actionfilme mit Superstar Keanu Reeves. Sehr populär, viele Kampfszenen. ([Siehe YouTube – vorsicht: brutal!](https://www.youtube.com/watch?v=fx_nCYQUzqo&ab_channel=Movieclips)) Einer der zentralen Gedanken und Themen in den Filmen lautet: »How you do anything, is how you do everything.« Auf Deutsch etwa: »Wie du irgendetwas machst, so machst du alles.« ([siehe clip.cafe](https://clip.cafe/john-wick-chapter-4-2023/how-do-anything/)) Der Satz hat sich mir eingeprägt, und ich muss heute neu an ihn denken, aus aktuellem Anlass. ## Ins Wasser pinkeln »Wie du irgendetwas machst, so machst du alles«, das bedeutet: Den Charakter eines Menschen kannst du daran ablesen, wie er die vermeintlich »unwichtigen« und »kleinen« Dinge angeht. Wie der Mensch sich verhält, wenn keiner zusieht. Wenn er *meint*, dass keiner zusieht. Ich hörte mal den Spruch: »Ein Gentleman ist einer, der aus der Badewanne steigt, um zu pinkeln.« (Ich bin wohl ein Gentleman – aber ich bin auch kein großer Bade-Freund. Wenn ich in einer Suppe menschlichen Abfalls marinieren wollte, könnte ich genauso gut ins Schwimmbad gehen, da haben sie immerhin Rutschen und man kann den jungen Männern bei der «Schlägerei des Tages« zusehen – während man selbst seelenruhig plantscht und entspannt ins Wasser pinkelt.) »Wie du irgendetwas machst, so machst du alles« – auch »irgendetwas«, wovon du dir nicht vorstellen kannst, dass es Jahrzehnte später die Mittel und die Motivation geben wird, noch mal genauer hinzusehen, was du da getan hast. ## Irgendwie an die Parteizentrale Wie es sich im modernen Wahlkampf gehört, erfahren wir aktuell, kurz vor der Bundestagswahl, dass der Herr Habeck in seiner Doktorarbeit getäuscht haben soll ([nius.de, 10.2.2025](https://www.nius.de/politik/news/habeck-doktorarbeit-weber-unwissenschaftlich/2ce64a2c-fba7-4a6a-88f2-56d7633043fb)). Zusammengefasst, wie ich die Sache verstehe: Ein bekannter »Plagiatsjäger« hat eine Analyse der Doktorarbeit des Herrn Habeck angefertigt – und kurz vor der nächsten Bundestagswahl wurde sie in den Nachrichten platziert. Eine Vorabversion dieser Analyse wurde wohl, wenn ich das richtig verstehe, einem Journalisten der FAZ gegeben, und von da aus gelangte sie irgendwie an die Grünen-Parteizentrale. Habeck reagiert »vorab« ([@roberthabeck, 10.2.2025](https://x.com/roberthabeck)). Habeck sagt, er habe der Uni die Vorwürfe vorgelegt und sie von der Uni prüfen lassen, und die gäbe *ihm* recht. Dabei lag ihm gar nicht die vollständige Analyse vor, wenn ich das richtig verstehe. Rätselhaft. Links, grün und unwahr wird es aber bei seiner Verteidigung, es ginge in den Vorwürfen »nicht wie sonst um Textplagiate, sondern um Ungenauigkeiten in den Fußnoten«. Unser erster Gedanke ist natürlich, dass auch *jedes* Textplagiat im weitesten Sinne eine »Ungenauigkeit in den Fußnoten« darstellt. Doch die Sache ist hier wohl noch perfider. ## Diebstahl und Risiko Wenn ich die Berichterstattung richtig verstehe (siehe [nius.de, 10.2.2025](https://www.nius.de/politik/news/habeck-doktorarbeit-weber-unwissenschaftlich/2ce64a2c-fba7-4a6a-88f2-56d7633043fb); aber auch [das Gutachten selbst bei plagiatsgutachten.de](https://plagiatsgutachten.com/blog/quellenplagiator-robert-habeck/)), hat Habeck an vielen Stellen »durchzitiert«. Lasst mich schnell erklären: Wenn ein »Intellektueller« ein Buch oder einen Text zitiert, dann sollte er dieses Buch auch in irgendeiner Form vorliegen haben und tatsächlich *aus diesem Buch zitieren*. Faule und nachlässige Intellektuelle aber lesen schon mal einen Text samt den Zitaten in diesem Text, übernehmen dann die Zitate *aus diesem Text*, ohne im Original selbst nachgeschlagen zu haben. Leute, die so etwas tun, könnte man wohl auch als »Fake-Intellektuelle« bezeichnen. Das Heraussuchen solcher Zitate soll eine wesentliche intellektuelle Leistung des Autors sein. Ein Fake-Intellektueller, der Zitate und Zitatauswahlen übernimmt, ohne zumindest in den Originalen nachgeschlagen zu haben, belügt den Leser schlicht darin, dass er eine intellektuelle Leistung vorgibt, die er nicht erbracht hat. Der Fake-Intellektuelle begeht damit zugleich eine Art geistigen Diebstahls! Der Original-Autor hat ja etwas *geleistet*, als ihm das genau passende Zitat einfiel; dieses einfach so zu übernehmen, bestiehlt den, der die wirklich geistige Leistung erbrachte. Doch dieses unredliche »Durchzitieren«, wie Fake-Intellektuelle es tun, birgt auch Risiken für den Autor. In der Regel lassen sich Durchzitate als *wahrscheinlich* aufzeigen, etwa indem man belegt, dass die Zitatauswahl eines Werks auffällig der Zitatauswahl eines anderen, früheren Werks ähnelt. Und dann: Wer Zitate klaut, der riskiert auch, *falsche* Zitate zu »zitieren«. Je häufiger und nachlässiger man »durchzitiert«, desto höher ist das Risiko – und genau in diese Falle tappte wohl auch Habeck. Ein Beispiel: Habeck zitiert eine Passage von Immanuel Kant. Der Satz beginnt bei Kant, also im Original, mit: »Das Vermögen der Erkenntnis« und endet mit »ist das Bezeichnungsvermögen« – [selbst nachlesen bei archive.org, Anfang § 38](https://archive.org/details/b24885046). Habeck gibt an, dass er genau diese Textstelle bei Kant zitiert – doch sein Zitat beginnt mit dem »Bezeichnungsvermögen«, statt mit diesem zu enden. Warum? Nun, es könnte womöglich daran liegen, dass eine ähnliche Umstellung (dort allerdings durch getrennte Zitate-Marker klarer gemacht) in einem Aufsatz innerhalb eines Sammelbandes »Klassiker der Sprachphilosophie« in einem Aufsatz zu Immanuel Kant vorkommt. Verändert es den Lauf der Welt, dass Habeck hier vermutlich »durchzitierte«? Nein, natürlich nicht. Doch wenn der Fall ist, wonach es aussieht, dann sagt das viel – oder *alles* – über Habecks Charakter. (Und das meiste davon ahnten wir aufgrund Habecks *heutiger* Auftritte ja ohnehin.) Was man von Intellektuellen zu halten hat, die ihr Wissen aus Lexika und Sammelbänden beziehen, auch das wäre mit »Fake-Intellektuelle« nicht vollständig falsch beschrieben. Ein Philosoph aber, der zudem aus Sammelbänden »durchzitiert«, für dessen Arbeitsethik fallen mir einige Vokabeln ein, wie »unehrlich« oder »verlogen«. Und alle diese Vokabeln sind heute bald Synonyme für »links« und »grün«. ## Gegen alles Wenn ihr mit Hilfe von Google die Essays auf meiner Website gezielt [nach der Zeichenkette »zitiert nach« durchsucht](https://www.google.com/search?q=site%3Adushanwegner.com+%22zitiert+nach%22), findet ihr aktuell 154 Fundstellen, sechs Ergebnisseiten voll. Wenn ich aus einer Quelle die *Idee* übernehme, diese aber selbst neu formuliere und erweitere, zitiere ich auch mal mit »siehe« und dann der verlinkten URL. Es ist eine Sache der inneren Haltung, der moralischen Kompetenz. Ich würde mich *schämen*, eine Quelle zu zitieren, ohne diese vorliegen zu haben – es ginge mir grundsätzlich gegen alles, was ich bin. Durchzitieren ist kein Flüchtigkeitsfehler. Diese Form des geistigen Diebstahls offenbart eine grundsätzliche Charaktereigenschaft. Robert Habeck bringt einiges mit, was es braucht, um ein Fake-Intellektueller genannt zu werden. Ich vermute aber, dass Herr Habeck im Grunde weiß, dass all sein Geschwafel hohl klingende Phrasen und potemkinsche Dörfer sind, gerade gut genug, um die grüne Klientel und deutsche Journalistinnen zu beeindrucken. ## Ohne sie, mit den Tieren »Wie du irgendetwas machst, so machst du alles«, so heißt es bei John Wick, und ich versichere euch, dass mir dies selbst einfiel. Das nämlich ist das eigentliche Problem der »echten Fake-Zitate« bei Habeck: Es wirkt auf nicht nur mich *verlogen* und *fake* – so wie *alle* linksgrüne Politik. Die Grünen: Fake-Intellektuelle, Fake-Moral, sehr realer Schaden. Wer sich der Gesellschaft als öffentlicher Denker andient, der sollte sich an gewisse Regeln halten. Regeln, die sicherstellen, dass die Menschheit sich nach vorn bewegt, dass wir klüger und menschlicher werden, nicht vulgärer und dümmer. Regeln, die Herrn Habeck weder im Kleinen noch im Großen zu kümmern scheinen. Wer sich nicht an Regeln halten will, der kann genauso gut ins Badewasser pinkeln, Grüne wählen, Leute im Schwimmbad vermöbeln – oder eben Zitate klauen. Um hier abschließend ein zweites Mal die John-Wick-Filme zu zitieren: »Rules. Without them, we live with the animals.« ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=OlPJ9i3lwAw)) Auf Deutsch: »Regeln. Ohne sie leben wir unter Tieren.« - [Moral, die letzte Zuflucht der Lumpen](https://dushan.org/essays/moral-und-lumpen/) Wenn deutsche Politiker von ihrem Versagen ablenken wollen, flüchten sie sich in Fake-Moral und hetzen gegen Andersdenkende. Der »Kampf gegen Rechts« ist vor allem eines: Ablenkung vom Staatsversagen – siehe heute im Bundestag. Scholz schimpfte heute im Bundestag auf Löhne, die zu niedrig sind, um davon zu leben. (Ich sah es live auf [bundestag.de](https://www.bundestag.de/).) Mal ganz abgesehen davon, dass Scholz wieder einmal wie ein Demokratiefeind spricht, indem er »demokratische Parteien« und »Parteien der Mitte« gleichsetzt – und abweichende Meinungen damit als »undemokratisch« ausschließt. Diese lupenreinen Demokraten sind wie ein Mathematiker, der nur mit den Zahlen von 49 bis 90 operiert, und jeden, der andere Zahlen verwenden will, als »nicht mathematisch« abtut. ## Immer nur Mitte fahren? Die »Mitte« des Herrn Scholz ist politisches Codewort für »weiter so, in den Abgrund«. De facto definiert der Mann mit der Erinnerungslücke das Wort »demokratisch« neu – oder *versucht* es zumindest. Wenn einer auf einer dreispurigen Straße immer nur in der Mitte fährt, der wird diese Straße garantiert nie verlassen. Demokratisch ist für Scholz demnach, wer *keine* Veränderung will. Scholz sondert immer wieder anti-demokratische Hetze gegen die AfD ab, schon zum Einstieg. So weit, so gewohnt. Die SPD ist die Partei der undemokratischen Verkommenheit, wir kennen es ja. Was Scholz aber über die Löhne sagte, war auf noch eine andere Weise populistisch und verlogen, »links« eben – und doch *entlarvend*, wenn man auch nur eine Sekunde darüber nachdenkt. Scholz schimpft, die Löhne seien zu niedrig, deshalb wolle er den Mindestlohn weiter steigen lassen. Tatsächlich sind natürlich nicht die Löhne das Problem, sondern die Abzüge und Kosten. Der Staat nimmt den Bürgern bis zur Hälfte ihres Lohns erst mal gleich wieder weg, als Steuern, Sozialbeiträge und so weiter. Und nicht alles davon bemerkt der Arbeitnehmer überhaupt – und das ist erst der Anfang. ## Einfach zu hoch Durch Bürokratie und Regelwut ist unternehmerische Tätigkeit in Deutschland so teuer, dass bald wöchentlich großen Fabriken geschlossen werden und die Produktion ins Ausland verlagert wird – [ich schrieb oft genug darüber](https://dushan.org/liste/). Wenn es inzwischen für Firmen sogar günstiger ist, in der wahrlich nicht billigen Schweiz zu produzieren, als in Deutschland, sollten doch alle Alarmglocken schrillen. Jüngster Fall ist der Sägenhersteller *Stihl* ([handelsblatt.com, 28.01.2025](https://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/konzern-stihl-erwaegt-produktionsverlagerung-in-die-schweiz/100103553.html)). Eigentlich plante man ein neues Werk in Ludwigsburg, doch Kosten und Bürokratie sind in Deutschland einfach zu hoch – jetzt hat man Zweifel. Und selbst wenn es dem Unternehmer gelungen ist, einen Profit einzufahren und alle Löhne samt Abgaben zu bezahlen, fängt für den Arbeitnehmer das Steuernzahlen ja erst an! Wer eine Wohnung mieten will, konkurriert auf dem Wohnungsmarkt immer öfter mit Menschen, deren Mieten von den Behörden bezahlt werden. (Sprich: Der Bürger finanziert mit seinen Steuern die Wohnung, die er sich selbst genau deshalb nicht leisten kann.) Will der Bürger also selbst ein Haus bauen – für »Otto Normalverbraucher« eigentlich ein kaum noch umzusetzender Traum –, kommen hinzu: Mehrwertsteuer beim Kauf der Immobilie, Grunderwerbsteuer, Notar- und sonstige Gebühren, absurde Handwerkerkosten (wenn man ganz legal bauen will und kann), später die Grundsteuer, aufgeblasene Energiekosten und so weiter. Das alles wird natürlich überlagert und eingezäunt von einem absurden Dschungel an Vorschriften und Genehmigungen. Wenn der Bürger den Häuslebau aufgibt und einfach nur in den Supermarkt gehen will, um sich eine Leckerei zu gönnen, hört das Steuerzahlen ja nicht auf. Ein immer kleinerer Anteil des Preises eines Produkts spiegelt den eigentlichen Wert des Produkts wider, der dem Hersteller zugutekommt. Diverse Steuern, die CO₂-Abgabe, wieder die absurden Lohnkosten aller Glieder der Lieferkette und so weiter. Und da haben wir noch gar nicht vom Auto und von den Benzinsteuern geredet, wenn der Bürger mal irgendwo hinfahren will, zum Beispiel zur Arbeit, um den Wahnsinn zu finanzieren. Herr Scholz muss trotz Gedächtnisverlusten doch ahnen, dass sein Lohn-Populismus einfach Unsinn ist. ## Auf schmutzige Art Um also vom Unsinn seines Populismus abzulenken, hetzt Scholz gegen die AfD. Auch das ist Deutschland im Jahr 2025: Wer als Politiker von dem eigenen Versagen ablenken will, der dämonisiert Andersdenkende. Der Mann, der sich nicht an seine Rolle beim Steuerraubzug Cum-Ex erinnern kann, sondert eine rhetorische Gülle ab, die ich nicht zitieren will. Er schwafelt von »extremen Rechten« und so weiter. Er versucht immer wieder seinen einzigen rhetorischen Trick, nämlich die Andersdenkenden aus dem Kreis der »Demokraten« auszuschließen. Und natürlich legt Kanzler Erinnerungslücke selbst fest, wie der Kreis »Demokratie« zu ziehen ist – und natürlich meint er, selbst in der Mitte dieses Kreises zu sitzen. Scholz hetzt auf schmutzige Art, er spricht die Abweichler nicht einmal direkt an – er tut es nur indirekt, in Relativsätzen und Beschimpfungen. Scholz verpackt die Hetze in Kritik am vorbestimmten und vom Wahlvolk nur noch abzunickenden Nachfolger Friedrich Merz. Deutschland wird wechseln, von Herrn »Kann sich nicht an Cum-Ex erinnern« zu Herrn »Arbeitet wirklich nicht mehr für Blackrock«. Das ist, was die »unsere Demokratie« nennen – und du bist viel zu arm, um im »Unsere« enthalten zu sein. Scholz ahnt vermutlich, wie verlogen und falsch das alles ist, was er sagt und tut – also flüchtet er sich wieder mal in den »Kampf gegen Rechts«. ## Wie ein Mäntelchen »Patriotism is the last resort of the scoundrel!« – »Patriotismus ist die letzte Zuflucht des Lumpen!«, so wird Samuel Johnson zitiert. Die heutige Jugend kennt ihn von dem Man-Looking-At-Book-Meme (siehe [knowyourmeme.com/memes/samuel-johnson-reading](https://knowyourmeme.com/memes/samuel-johnson-reading)). Johnson sagte es laut seinem Biographen in einer Gesellschaft am Abend des 7. April 1775. Doch dieses Zitat wird regelmäßig genau falsch gedeutet, im umgekehrten Sinn – und dies womöglich absichtlich. Der Essayist und öffentliche Intellektuelle Samuel Johnson sagte es wohl eher zur *Verteidigung* des Patriotismus – zur *Verteidigung* gegen die, die ihn missbrauchen. Gegen die, die sich Patriotismus anziehen wie ein Mäntelchen, um ihre hässliche Nacktheit darunter zu verstecken. Genau so läuft es aber mit der heutigen Politik und der Moral mancher »Guten«: Die Moral ist die letzte Zuflucht so mancher Lumpen. ## Am roten Lack kratzen Ich rede hier wahrlich nicht gegen die Moral – ganz im Gegenteil! Ich bin ein großer Freund der Moral, einige meiner besten Freunde sind moralisch. Ich stelle vielmehr fest, dass jene, deren Verhalten ans Lumpenhafte erinnern, sich in moralisches Gerede flüchten. Kratzt man aber am rotgrünen Lack dieser Fake-Moral, blinzelt bald wieder die gleiche schmutzige Hinterfotzigkeit hervor, mit der sich die Menschheit schon seit Jahrtausenden plagt. Vor einem Jahr schrieb ich: [Kampf gegen Rechts ist »Moralische Panik«](https://dushan.org/moralpanik/). Moralische Panik, ob Hexenverbrennung oder Kampf gegen Rechts, zeigt vor allem, dass die, die so etwas betreiben, *viel* zu verstecken haben, wovon sie ablenken wollen. Natürlich ist Patriotismus etwas Gutes, und gerade deshalb wird er gelegentlich von Lumpen missbraucht. Moral muss sogar etwas Gutes sein, denn Moral und Ethik *erklären* ja, was »gut« überhaupt bedeutet (und *wie* sie das tun, steht in [»Relevante Strukturen«](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)). Moral ist etwas Gutes, und gerade deshalb wird Moral so oft von Lumpen missbraucht. In Deutschlands regierendem Personal aber kann ich weder Patriotismus noch Moral erkennen – dafür aber einiges von dem, was es braucht, ein *Lump* genannt zu werden. - [USA machen Wunder, Deutschland mich nervös](https://dushan.org/essays/deutschland-nervoes/) In den USA entrümpelt Musk gerade konsequent die Ausgabenliste. Ähnliches bekommen Staaten sonst nur nach einem verlorenen Krieg hin, wenn alles ohnehin neu aufgebaut werden muss. – Könnte Deutschland das auch hinbekommen, möglichst ohne Krieg? Ich war lange Zeit, viel zu lange Zeit, nicht im Video zu sehen. Es hatte mit Fehlern zu tun, aber jetzt bin ich hier, für jetzt. Ich habe euch vermisst! Immerhin ergaben sich ein paar brauchbare Texte daraus, denn geschrieben habe ich weiter. Zum Beispiel über Leute, die sich für *universell gut* halten, als *Glaubenssatz* quasi – und die sich in dieser Überzeugung dann selbst die Lizenz erteilen, Böses zu tun. Ich schrieb über [Omas gegen Rechts](https://dushan.org/bleibt-hoeflich-und-legal/), über [Zombies gegen Rechts](https://dushan.org/zombies-gegen-rechts/), über[ tollwütige Schafe](https://dushan.org/tollwuetige-schafe/). Was soll man aber heute noch über Politik sagen? ## Man könnte, sollte aber nicht Die politische Lage in Deutschland und des deutschen Bürgers Auftrag sind schnell beschrieben: Wer Deutschland hasst oder aus anderen, psychologischen Gründen weiter zusehen will, wie die Heimat der Deutschen zerstört wird, der soll halt eine jener Parteien wählen, die Deutschland an diesen Punkt und in diesen Zustand gebracht haben. Wer etwas ändern will, soll eine Partei wählen, deren Politikern er das zutraut. Man *könnte* die CDU wählen und darauf hoffen, dass Merz es sich doch noch überlegt und mit der AfD zusammenarbeitet – sprich: den Wunsch der Wähler nach einer bürgerlich-konservativen Koalition umsetzt. Sinnvoller wäre bei genau diesem Ziel aber, gleich die AfD zu wählen, denn: Je stärker die AfD, desto größer der Druck auf Merz, sich demokratisch zu verhalten und eine Koalition zu bilden, die den Wählerwillen abbildet. Sollte demnächst *irgendeine* linke Partei in der Regierung mit herumfuchteln, hat sich das Thema »Wirtschaftsnation Deutschland« erledigt. Deutschland brauchte einen echten *Neustart* – möglichst diesmal ohne Krieg – und dazu mindestens ein *Wunder*. ## 10.000 auf 1 In den USA allerdings scheint tatsächlich ein Wunder zu geschehen. Elon Musk räumt im Auftrag von Donald J. Trump mit den US-Ausgaben auf. Die USA streichen Ausgaben, Posten für Posten, die ganz offensichtlich Korruption oder mindestens grobe Verschwendung darstellen. Zum Beispiel die Zahlungen an all die Medien im amerikanischen In- und Ausland, deren Journalisten so auffällig gleich schalteten. ([Auch darüber schrieb ich.](https://dushan.org/us-aid-soros/)) Die Korruption des Democrats-nahen Sumpfes kommt erst nach und nach ans Tageslicht, etwa die mehrfache Ausgabe von »Social Security Numbers«, um massenhafte illegale Arbeit zu ermöglichen. In einem Fall benutzten 10.000 Illegale eine einzige Sozialversicherungsnummer – und zählten damit als ein einziger Einwanderer ([@Real_RobN, 9.2.2025](https://x.com/Real_RobN/status/1888722651893694672)). Die Profiteure solcher Korruption, sprich: Democrats und Journalisten in den von den US-Behörden bezahlten Medien, jaulen und schimpfen. Ich erwähnte den *Krieg* und wie schön es doch wäre, wenn in Deutschland ein Neustart ohne ihn gelänge. In der Geschichte gab es tatsächlich immer nur eine einzige wirklich effektive Art und Weise, Bürokratie abzubauen und Verschwendung zu unterbinden: einen Krieg zu verlieren. Das deutsche Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg war kein Wunder, sondern das Ergebnis harter Arbeit – und externer Hilfe beim Aufbau neuer, effektiver Strukturen. Nach einem Krieg muss ein Land neu beginnen, und es überlegt sich dreifach, was wirklich notwendig ist. Musk und Trump versuchen in den USA derweil Ähnliches – und zwar ohne Krieg. Schon jetzt haben sie mehr erreicht, als Demokraten wie du und ich zu träumen wagen – sehr zum Schrecken und Leidwesen der korrupten »Democrats«. ## »Noch ’nen zweiten Plan« Die USA versuchen sich gerade an dem historischen »Wunder«, Bürokratie und Verschwendung zu kürzen, ohne vorher einen Krieg zu verlieren. Kann auch in Deutschland ein solches Wunder gelingen? Ich sage euch: Jeder Deutsche sollte sich *zwei* Pläne zurechtlegen. Einen Notfallplan für den Katastrophenfall, dass Linke weiterhin Deutschland kaputtmachen können – und werden. Und einen zweiten Plan für den Fall, dass Deutschland nicht nur Merkel, sondern auch den bösen Merkelismus überwindet. Ja, ja, natürlich fällt mir bei *zwei* Plänen der Herr Brecht ein: »Ja, mach nur einen Plan! Sei nur ein großes Licht! Und mach dann noch ’nen zweiten Plan – gehn tun sie beide nicht.« Ich bedenke es, und ich hoffe, dass Herr Brecht in diesem einen Punkt, dieses eine Mal irrt. Ich halte an meinen Plänen fest … und lache nervös. Nervös lachen, Pläne machen und zögerlich nach Hoffnung suchen. Was soll man heute sonst noch über Politik sagen? - [Es wird zur Kenntnis genommen](https://dushan.org/essays/zur-kenntnis-genommen/) Inzwischen merkt auch der Mainstream, dass Aufmärsche gegen die Opposition de facto vom Staat veranstaltet werden – was natürlich zutiefst undemokratisch ist. ABER: Es ist eigentlich seit Jahren bekannt! Läuft inzwischen das Fass über? Habt ihr gehört? Die deutsche Regierung finanziert Demonstrationen gegen die Opposition! *Nius* hat es berichtet ([nius.de, 6.2.2025](https://www.nius.de/politik/news/regierung-demos-gegen-rechts-ngo-steuern-vorfeld-campact-demokrateam/9ac02134-68e2-4030-a771-31d11afd06a5)). *Bild* hat es dann auch berichtet ([bild.de, 8.2.2025](https://www.bild.de/politik/inland/mit-steuergeldern-gegen-die-cdu-wer-steckt-hinter-den-massen-demos-67a1d74308bc756e749d6056?t_ref=https%3A%2F%2Ft.co%2F)). Julian Reichelt ist *nicht* froh, dass Bild nicht berichtete, wer es *zuerst* berichtete ([@jreichelt, 8.2.2025](https://x.com/jreichelt/status/1888289690165322171)). (Nebenbei: Dass die Bild-Zeitung sich darüber aufregt, wenn der Staat politische Meinungsbildung beeinflusst, das ist … spannend. Gerade erst [wurde bekannt](https://dushan.org/us-aid-soros/), wie viele Millionen Dollar von US-Behörden an die »Trump-kritische« Publikation *Politico* gezahlt wurden. Und wem gehört Politico? Man möge [nachlesen bei axelspringer.com](https://www.axelspringer.com/en/ax-press-release/axel-springer-completes-acquisition-of-politico) [oder bei der Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Politico#Kauf_durch_Axel_Springer). Springer-Chef Döpfner besteht allerdings darauf, dass es nicht Förderung sei, sondern Kapitalismus, wenn die US-Behörden »Politico Pro« abonnierten für insgesamt viele, viele Millionen Dollar; siehe [cnn.com, 6.2.2025](https://edition.cnn.com/2025/02/06/media/mathias-dopfner-fareed-zakaria-politico/index.html).) ## Aufmarsch für Vernichtung In Deutschlands Großstädten werden in diesen Jahren regelmäßig Demonstrationen initiiert, gehäuft in den Wochen vor Wahlen. Auf diesen Demos wird gegen politische Abweichler agitiert. Wer die weltweit einmalige Migrationspolitik der Bundesregierung kritisiert, wird mit Hitler und der NS verglichen. Es wird explizit zum Hass auf Abweichler aufgerufen (früher vor allem gegen die AfD, inzwischen auch gegen die CDU). Es stellt sich jedoch heraus, dass die »Guten« kein universelles Problem mit Hass haben – es muss nur der »richtige« Hass sein. Und so heißt es inzwischen: »Ganz Berlin hasst die CDU« – mehr oder weniger indirekt steuerfinanziert. ([berliner-zeitung.de, 6.2.2025](https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/berliner-cdu-die-vergiftung-des-klimas-hat-bittere-fruechte-getragen-li.2293481)) Mit solchen vulgär-emotionalen Aufmärschen wird die gefühlte moralische Rechtfertigung geschaffen, Andersdenkende und Opposition zu *vernichten*. »Vernichten« bedeutet: Parteien, Magazine und Vereine verbieten, deren Bankkonten kündigen, Sympathisanten bedrängen, Parteitage behindern, Gewalt durch Antifa-Schläger initiieren und so weiter. Die neueste Totalitarismus-Iteration in Deutschland heißt: »Unsere Demokratie«. Eine Sache aber fiel mir auf: Eigentlich ist das schon lange bekannt – ich schreibe seit Jahren darüber, immer wieder, zum Beispiel dies: > Eine Regierung, die zu Kundgebungen gegen die Opposition aufruft, handelt offen antidemokratisch, denn sie missbraucht das Demonstrationsrecht, also ein Grundrecht, das den Bürger explizit gegen Staat und Regierung stärken soll. ([Essay »Demonstranten – oder willige Rädchen?« vom 20.1.2024](https://dushan.org/raedchen/)) »Wogegen demonstrieren eigentlich Politiker?«, [fragte ich schon 2019](https://dushan.org/politiker-auf-demos/). Ich verglich die de facto vom Staat initiierten antidemokratischen Aufmärsche schon 2018 mit ähnlichen Vorgängen in früheren Totalitarismen: > In der DDR gab es 1 Bratwurst und später 5 Mark »Marschiergeld«, wenn man am 1. Mai demonstrierte (und Listen, wenn man es nicht tat) – in Deutschland gibt es Party und eingeflogene Promis, damit man gegen die Opposition demonstriert. ([Essay vom 14.10.2018](https://dushan.org/fuenf-mark-und-bratwurst/)) Man könnte sagen: Eigentlich hätte man es wissen können, dass die Politik das tut. Wenn ich kleiner Essayist drauf kam, warum wussten es die »Journalisten« nicht? ## Auf dass er »richtig« denke Die Finanzierung der Vereine hinter den Aufmärschen gegen Opposition und Andersdenkende geschieht vom deutschen Familienministerium aus, das in Deutschland als Quasi-Propagandaministerium fungiert. Über diese Funktion des Familienministeriums schrieb ich bereits 2016 im Essay [»George Orwell 2016 „Ministerium für Liebe“«](https://dushan.org/george-orwell-2016-ministerium-fuer-liebe/). Tatsächlich zählt jene Protestschrift zu meinen frühen politischen Texten, und die geschriebene Auflehnung gegen solche Praktiken war und bleibt eines meiner zentralen, mich antreibenden Themen. 2020 legte ich mich dann auf den Begriff fest, mit dem ich schon zuvor gespielt hatte, nämlich den *Propagandastaat*. Der Essay hieß [»1,1 Milliarden Euro – willkommen im Propagandastaat«](https://dushan.org/propagandastaat/). Mit »Propagandastaat« meine ich seitdem einen Staat, »worin jedem Bürger jeden Tag die Propagandabotschaften eingeflößt werden, auf dass er ›richtig‹ denke«. Man könnte auch sagen: Ein *Propagandastaat* ist ein Staat, in dem der Bürger in allen Lebensbereichen den größten Teil des Tages und in allen Lebensabschnitten von Propagandabotschaften umgeben ist, was natürlich erfordert, dass alle Bereiche des Staates – möglichst auch der Wirtschaft – darauf ausgerichtet sind, diese totale und totalitäre »Einhüllung« des Bürgers umzusetzen. All das ist bekannt, seit bald einem Jahrzehnt. Es ist derart gut belegt, dass solches zu benennen einem zwar den Vorwurf einbrachte, »Rechtsextremer« oder »Schwurbler« zu sein … aber nicht zwingend »Lügner«. ## Was ist neu? Jetzt *bestätigt* sich, worauf ich und [andere freie Denker](https://dushan.org/freie-denker/) seit bald einem Jahrzehnt hinweisen. Doch »bestätigt« ist hier womöglich der falsche Ausdruck: Es war die ganze Zeit über *bestätigt*. Wer wollte, konnte es nachlesen oder als Parlamentsfraktion bei der Regierung abfragen. Es war und bleibt wahr, was bestätigt werden konnte. Und es bestätigt sich wieder, dass die Regierung des deutschen Propagandastaates viele Millionen Euro Steuergeld ausgibt, um Bürger zum Protest gegen Andersdenkende und Opposition aufzuwiegeln. Neben einigen neuen und aktuellen Details (wie etwa Zahlungen an »Omas gegen Rechts«, die gab es damals noch nicht), liegt der eigentliche Neuigkeitswert dieser Meldungen in der *Rezeption*. Endlich, endlich nehmen auch Bürger außerhalb unseres Kreises notorischer Zweifler wahr, dass und wie die Regierung gegen Opposition und Andersdenkende agitiert! ## Was hier los wäre »Was meinen Sie, was hier los wäre, wenn viel mehr Menschen wüssten, was hier los ist?«, so fragte Volker Pispers einmal. Vielleicht ist aber nicht der Mangel an *Wissen* das Problem. Es ist die Aufmerksamkeit. Es ist die Frage, ob und wie viele Menschen es überhaupt *zur Kenntnis nehmen*. Immer mehr Leute nehmen zur Kenntnis, dass Familien- und Innenministerium die vermutlich größte Gefahr für die Demokratie in Deutschland darstellen (wobei »Gefahr« ein noch zu schwaches Wort ist, da bereits so große Schäden entstanden sind). Immer mehr Leute nehmen zur Kenntnis, dass und wie ARD und ZDF lügen (siehe aktuell etwa [nius.de, 8.2.2025](https://www.nius.de/politik/news/parteiisches-publikum-bei-wahlsendung-so-dreist-luegt-das-zdf-in-seiner-rechtfertigung/3ede815e-fd59-466a-890b-998cb1c83cdf)), dass sie de facto wie ein *Staatsfunk* fungieren, wie antidemokratische Organe des Propagandastaates. ## Es ist gut, aber … Es ist *gut*, dass immer mehr Leute dies *zur Kenntnis nehmen*. Es ist *gut*, dass Menschen sich dessen bewusst werden, dass der Fall ist, was der Fall ist – was man allerdings, und das gehört zur Wahrheit dazu, schon viel länger *hätte wissen können*. Werden es rechtzeitig genug Leute *zur Kenntnis nehmen*, dass der Fall ist, was der Fall ist? Doch selbst, wenn unsere lieben Mitmenschen die Realität des Propagandastaates *zur Kenntnis nehmen* – zur Kenntnis zu nehmen ist ein wichtiger und notwendiger erster Schritt, aber eben nur der erste! Zur Kenntnis zu nehmen, dass Deutschland ein Propagandastaat ist, ist lobenswert und nützlich. Das aber ist die deutsche Schicksalsfrage: Wird es Deutschland gelingen, nach dem amerikanischen DOGE-Vorbild (siehe [Essay vom 7.2.2025](https://dushan.org/us-aid-soros/)) radikal und konsequent die Propaganda zurechtzustutzen und aus dem totalitären »Unsere Demokratie«-Konstrukt der Eliten wieder eine freiheitliche, echte und vollwertige Demokratie zu machen? - [USAID – der Name, den du nennen kannst](https://dushan.org/essays/us-aid-soros/) Laut aktuellen News hat USAID (von Trump quasi dichtgemacht) Zahlungen parallel zu Soros geleistet. Der Nebel lichtet sich derzeit täglich mehr. Noch viele Fragen offen, aber Soros war womöglich vor allem das öffentliche Gesicht für größere Vorgänge. Ich habe in den vergangenen Jahren nicht selten über einen gewissen *George Soros* geschrieben. Ich habe über die [»Six Degrees of George Soros«](https://dushan.org/six-degrees-of-george-soros/) geschrieben, das ist ein *Spiel*, und es geht so: Immer dann, wenn etwa eine »NGO« in einem westlichen Land propagandistisch und politisch gegen die Interessen dieses Landes agitiert, möge man die Schritte zählen, die es braucht, um auf *George Soros* zu stoßen, ob als Initiator, Finanzier oder Stichwortgeber. Es fiel etwa beim unsäglichen »UN-Migrationspakt« auf, der quasi die Stichpunkte des Herrn Soros um- und durchzusetzen schien. Und die konkreten Folgen sind, exakt wie die »bösen Rechten« warnten, Teil des deutschen Niedergangs. (Siehe dazu meinen Essay [»Das eigentliche Problem am UN-Migrationspakt«](https://dushan.org/un-migrationspakt/) von 2018.) Ich stimme Elon Musk zu, dass die Soros-Organisation nicht weniger als die *Zerstörung der* *westlichen Zivilisation* anzustreben scheint ([@elonmusk, 17.9.2023](https://x.com/elonmusk/status/1703344891861115031)), dass George Soros die Menschheit anscheinend schlicht *hasst* ([finance.yahoo.com, 2.11.2023](https://finance.yahoo.com/news/elon-musk-slams-fellow-billionaire-165620303.html?guccounter=1&guce_referrer=aHR0cHM6Ly93d3cuZ29vZ2xlLmNvbS8&guce_referrer_sig=AQAAALr_KQ8F8HLM8rPRxK0w48Bnbk2ub141Q_HT7w8_wOL6OLwAJfrwtEEiOiPpJGGCb-hBrtuMbPwJ70kq5nOh6leO0AOlkQ9VG3uyxuUGcEwvBgoggGzs710S4Dbi2QCi8buXpsnGhQeXpKWjEP8gZtV7QzdbLtmUC9T2ZqI-O293)). Doch *etwas* stimmt an dem Bild (noch) nicht, etwas ist unvollständig. Angela Merkel und George Soros ist gemeinsam, dass seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wenige Menschen so viel Leid und Schaden über ihre eigenen Länder brachten – doch sie ähneln sich in einer weiteren Eigenschaft. ## Einfach zu gut Dies alles ist heute de facto Allgemeinwissen – außer man ist Tagesschau-Konsument und auch sonst verloren. (Nebenbei: Dieselben Leute, die sich darüber beschweren, dass der Milliardär Elon Musk in Trumps Auftrag die Effizienz der US-Regierung vorantreibt – »Wer hat Elon Musk gewählt«? –, haben auffällig wenig Probleme damit, dass sich Politiker und Funktionäre in den USA und Europa, deren Handeln auffällig häufig aggressiv gegen die Interessen der eigenen Länder gerichtet ist, mit [einem Soros](https://x.com/elonmusk/status/1887866757328650369) treffen, besprechen und unterwürfig fotografieren lassen.) Ja, George Soros erfüllt genug Eigenschaften, um dem Klischee eines Comic-Bösewichts zu ähneln. (Nein, das hat nichts damit zu tun, dass er Jude ist. Soros ist auch in Israel eine »Persona non grata«; siehe etwa [wsj.com, 21.5.2023](https://www.wsj.com/articles/elon-musk-is-right-about-george-soros-and-not-anti-semitic-hrw-j-street-israel-b7db935b).) Wenn etwas aber *zu klischeehaft* ist, wenn eine Person einfach *zu genau* in ein bestehendes Schema passt, dann erklingt in meinem Kopf eine Warnung – etwas stimmt da nicht! Soros passte einfach *zu präzise* in das Klischee des bösen, superreichen Strippenziehers – bis auf die eine *sehr* merkwürdige Ausnahme, dass George Soros viel Wert darauf zu legen schien, öffentlich sichtbar zu sein. Wann immer ich Soros erwähnte, empfand ich immer einen »prinzipiellen Zweifel« an dieser Konstellation, und dies hat mit einer grundsätzlichen Regel des Politikbetriebs zu tun. ## Die einzige Erklärung Ich schrieb bezüglich dieser »Politikregel« schon 2018 dies: > Ich halte George Soros und auch Angela Merkel nicht für die »Strippenzieher«, als die sie sich selbst gelegentlich darstellen, dagegen spricht schon jene kluge Regel des Laotse: Der Name, den du nennen kannst, ist nicht der richtige Name.« (andere Übersetzung: »der ewige Name«) (Essay [»Hütet euch vor Leuten, die den Planeten ordnen wollen«](https://dushan.org/planetenordnung/) ) Es gibt Funktionäre in der Politik, bei denen die *einzige* Erklärung für ihren Erfolg ist, dass sie jemandes Marionetten sind. Die erinnern uns an das Bild vom Panzertier auf dem Zaunpfahl: > Wenn du eine Schildkröte auf einem Zaunpfosten sitzen siehst, dann weißt du, dass sie da nicht hingehört. Du fragst dich, wer sie da hingesetzt hat. Du weißt, dass sie nichts Vernünftiges verrichten wird, solange sie da sitzt. Und du willst ihr eigentlich nur helfen, da wieder herunterzukommen. (Essay [»Frau L. gewinnt viele besondere Eindrücke«](https://dushan.org/viele-besondere-eindruecke/)) Herr Soros selbst ist *nicht* so ein Funktionär. Er wirkt durchaus kompetent. (Immerhin studierte er an der gleichen Uni wie Frau Baerbock, der London School of Economics. Er spekulierte mit Milliarden, sie sprang auf dem Trampolin, beide strebten sie also seit jeher hoch hinaus.) Doch dass Soros sich so sehr nach vorn drängte, geradezu darauf zu bestehen schien, dass sein Name immerzu genannt wird, *passte* einfach nicht zur Regel des »politischen Tao«: Der Name, den du nennen kannst, ist nicht der richtige Name. Und heute beginnen wir zu ahnen, *warum* etwas daran nicht stimmte. Wir erfahren einen *weiteren* Namen, den viele von uns bislang nicht gehört hatten. Und ich habe da so einen Verdacht. ## So werden Filterblasen finanziert Gestern, im Essay [»Wenn Udo Ulfkotte das noch erlebt hätte!«](https://dushan.org/udo-ulfkotte-wo-sind-sie/), schrieb ich über aktuelle Aufdeckungen der fragwürdigen Zahlungen der »USAID« und anderer US-Behörden. Ich listete einige der fragwürdigen Projekte auf, die US-Behörden im In- und Ausland finanziert hatten. Inzwischen hörte ich von weiteren Zahlungen, die *eigentlich* *offensichtlich* waren, auf welche hinzuweisen einem aber sofort das Etikett »Verschwörungstheoretiker« eingebracht hätte. Neues Beispiel: Es verwundert *niemanden* mehr, dass USAID stolze 68 Millionen Dollar ans WEF überwies – ja, *das* WEF mit Klaus Schwab und seinem Great Reset; siehe [msn.com, 6.2.2025](https://www.msn.com/en-us/news/world/why-did-usaid-give-68-million-to-the-world-economic-forum/ar-AA1ywgLy?ocid=hpmsn&apiversion=v2&noservercache=1&domshim=1&renderwebcomponents=1&wcseo=1&batchservertelemetry=1&noservertelemetry=1). Einige Vorgänge sind noch unklar, etwa: Was genau hat es mit der »International Organization for Migration« in *Deutschland* auf sich, an die das US-Außenministerium etwas über 31 Millionen US-Dollar überwiesen hat ([@MagnetStefan, 07.02.2025](https://x.com/MagnetStefan/status/1887763955034063186)). Dieses »IOM« ist ein Projekt der UN zur Förderung von Migration und Unterstützung von Migranten, und das Geld soll wohl für die Unterstützung von Antragsstellern für spezielle Einwanderer-Visa benutzt werden – warum organisiert die UN das, warum zahlt der US-Steuerzahler das? Weiteres Beispiel: Ich selbst habe öfter über die *New York Times* geschrieben, die als Sprachrohr der Trump-Hasser weltweit auftritt. »An der New York Times und ihren Lesern lässt sich studieren, wie Filterblasen entstehen«, [so schrieb ich 2018](https://dushan.org/new-york-times-und-filterblasen/). Und ich widersprach Trump, indem ich feststellte: > Trump nennt sie manchmal die »failing New York Times«, eine »scheiternde« Zeitung, doch er muss es moralisch meinen, denn in Zahlen und Einfluss ist sie zuletzt durchaus erfolgreich – auch und wesentlich als laute Stimme der Trump-Gegner weltweit. (Essay [»So entstehen Filterblasen – Beispiel New York Times«](https://dushan.org/new-york-times-und-filterblasen/)) Wie kam es aber, dass die globale Stimme der Trump-Hasser finanziell erfolgreich war? War und ist die Leserbasis wirklich so spendabel? Nun, *eine* Art von Geldquelle ist unabhängig davon, wie viele linke Trump-Hasser tatsächlich privat die Zeitung abonnieren. US-Behörden haben [laut usaspending.gov](https://www.usaspending.gov/search/?hash=8d87bee88c41162659cfb6e23ff6cc2c) allein im Fiskaljahr 2024 stolze 15 Millionen Dollar an die New York Times überwiesen. Im Jahr 2018 überwiesen US-Behörden übrigens »nur« 1,2 Millionen an die New York Times. Die Überweisungen sprangen erst 2021 so richtig an (siehe [usaspending.gov](https://www.usaspending.gov/search/?hash=732feb12c948002480a041a36a175cfb)), von 1,5 Millionen auf 6,6 Millionen, und auf 12,1 Millionen im Jahr 2022. – Warum die New York Times Donald Trump so sehr hasst und das Establishment so erbittert verteidigt, ist also kein allzu schwieriges Rätsel. Es gilt also ähnlich wie in Deutschland: Wer medial dem »Sumpf« widersprechen will, konkurriert mit Medien, die *viel* Geld vom Staat oder mithilfe des Staates erhalten. Doch bezüglich des Herrn Soros wird *noch* etwas anderes deutlich. ## Mangan, Kupfer, Gold Aktuell wird berichtet, dass USAID in mehreren Fällen parallel zu George Soros große Summen überwies – dies aber diskreter tat ([justthenews.com, 05.02.2025](https://justthenews.com/accountability/political-ethics/it-was-shuttered-usaid-routed-funds-soros-causes-terrorists-and)). Noch ein Beispiel: Das »typische« und zum Teil von George Soros finanzierte »East-West Management Institute« (ein typisch generischer Name für solche NGOs) erhielt über die Jahre 260 Millionen Dollar von der USAID (laut [usaspending.gov](https://www.usaspending.gov/search/?hash=8d87bee88c41162659cfb6e23ff6cc2c)). [Weitere Geldquellen](https://ewmi.org/donors-and-partners) sind etwa der »Rockefeller Brothers Fund«, die Weltbank, natürlich die Europäische Kommission und auch sonst einige spannende Namen (aus mir unbekannten Gründen auch das rumänische Justizministerium). Vorsitzende (»chair«) des »East-West Management Institute« ist eine New Yorker Steueranwältin. Laut eigener Website ([ewmi.org](https://ewmi.org/)) betreibt dieses Institut, von dem die meisten von uns noch nie etwas gehört haben, NGOs in den Ländern, von denen man in diesem Kontext wieder und wieder hört, also Uganda (Rohstoffe, u. a.: Kupfer, Kobalt, Öl, Erdgas), Georgien (365 km nördliche Grenze zu Russland; Rohstoffe: Mangan, Kupfer, Gold, Kohle, Öl, Gas) und so weiter. Die Projekte haben aber natürlich nichts mit Rohstoffen oder militärisch-strategischer Lage zu tun, sondern dienen lediglich der Stärkung der Zivilgesellschaft, dem kleinen Mann und der kleinen Frau – wie immer. Warum zahlen Soros, die USAID und teils unerwartete Geldgeber so viel Geld an diese und andere NGOs? Wird da gar Geld gewaschen oder versucht, sich vor Ort gewisse Pfründe zu sichern? Ich sehe, wie viel Böses ein Soros in den USA und Europa anrichtet – es fällt mir schwer, zu glauben, dass man in Uganda oder Georgien uneigennützig nur Gutes bewirken will. Womöglich sind es ja nicht immer nur parallele Zahlungen. Laut einem aktuellen Joe-Rogan-Interview ([@newstart_2024, 06.02.2025](https://x.com/newstart_2024/status/1887582782219489659)) hat die USAID auch direkt einen »Prosecutor Fund« des Herrn Soros gezahlt. Soros attackiert bekanntlich die amerikanische Gesellschaft, indem er den Wahlkampf »progressiver« Staatsanwälte finanziert, die anschließend Verbrecher freilassen und Städte in Kriminalität versinken lassen. Wenn sich das bestätigt, hat der amerikanische Steuerzahler via USAID den Niedergang amerikanischer Innenstädte selbst finanziert. (Ja, in den USA müssen viele Staatsanwälte via Wahlkampf die Gunst der Wähler gewinnen ([knappe Erklärung via Grok](https://x.com/i/grok/share/ZRV0PuKNmv5SsaJnAnWivM1Xh)). Soros ist stolz darauf, erkannt zu haben, dass er die Politik der USA via Finanzierung der Staatsanwalt-Wahlkämpfe weit effektiver beeinflussen kann, als wenn er nur Gesetzgeber bezahlte. Das führte zum verheerenden Effekt der »Soros-DAs«, der »Soros-Staatsanwälte« in den USA, siehe etwa [heritage.org, 22.1.2023](https://www.heritage.org/crime-and-justice/commentary/george-soross-prosecutors-wage-war-law-and-order) und [nypost.com, 11.05.2024](https://nypost.com/2024/05/11/us-news/crime-victims-target-woke-soros-das-in-california-texas/), nach deren Einsetzung regelmäßig die Zahl der Morde und anderer Verbrechen hochschnellt oder hoch bleibt.) ## Weniger dumm (in dieser Hinsicht) Ich habe hier wahrlich noch nicht des Pudels *letzten* Kern gefunden (Stichwort »Der Name, den du nennen kannst …«), doch dass [der Pudel](https://de.wikipedia.org/wiki/Faust._Eine_Trag%C3%B6die#/media/Datei:Schlick-Faust.jpg) *[der Teufel](https://de.wikipedia.org/wiki/Faust._Eine_Trag%C3%B6die#/media/Datei:Teufelspakt_Faust-Mephisto,_Julius_Nisle.jpg)* ist, das weiß ich, und auch sonst sehe ich *Linien*. Es gibt globale Geldströme, die »NGOs« finanzieren, welche weltweit an Regierungen vorbei agieren. Und wo ich deren Wirken sehe, agieren sie teils gezielt zur Zerstörung der Gesellschaft und damit zur Schwächung der Nation. Die meisten dieser Geldgeber wollen lieber diskret und ungenannt bleiben. Nur *einer und sein Sohn* scheinen dem »Club« dieser Geldgeber als [»öffentliches Gesicht«](https://x.com/Sam230560/status/1887593118813331811) zu dienen. »Der Name, den du nennen kannst, ist nicht der wahre Name«, so lehrt das Tao. Es könnte aber sein, dass der genannte Name zwar nicht falsch, aber längst nicht der einzige Name ist – nur eben der Name, der vermutlich genannt werden *soll*. Es ist Februar 2025, und wir lernen also *neue Namen*. Ich weiß noch nicht, was ich mit diesen neuen Erkenntnissen anfangen werde, doch ich bin zumindest froh, in dieser Hinsicht etwas weniger dumm zu sein. - [Wenn Udo Ulfkotte das noch erlebt hätte!](https://dushan.org/essays/udo-ulfkotte-wo-sind-sie/) Als Udo Ulfkotte schrieb, dass deutsche Journalisten vom CIA gefüttert werden, verspottete man ihn. Ein Jahrzehnt später, dank »DOGE«, wird dies immer plausibler. USAID gilt vielen als CIA-Werkzeug und finanzierte »NGOs« weltweit. – Auch in Deutschland? Ich kann mich erinnern, dass ich vor Jahren in einer Kölner Buchhandlung das Buch [»Gekaufte Journalisten« von Udo Ulfkotte](https://dushan.org/klassiker/udo-ulkfkotte-gekaufte-journalisten/) in die Hand nahm (damals führten die noch solche Bücher). Ich las die ersten Seiten und dann den Rest des Buches quer. Doch obwohl ich mich damals schon für einen offenen Geist hielt, befand ich die wesentliche These des Buches für »etwas steil«. Jener *steile Gedanke* wird bis heute (Stand 6.2.2025) auf der [Ulfkotte-Seite der englischen Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Udo_Ulfkotte) so zusammengefasst: »Er sagte, dass Journalisten – darunter er selbst – und führende Zeitungen Material veröffentlichten, das ihnen von der CIA und anderen westlichen Geheimdiensten und Propaganda-Agenturen zugespielt oder gekauft worden sei.« (Original Englisch) Und: »Material zuspielen« ist noch eine moderate Beschreibung der Zustände. Damals, etwa 2014/2015, in einer Buchhandlung am Kölner Neumarkt, damals aber lächelte ich über die Thesen und legte das Buch wieder zur Seite. Wie naiv ich doch war! Ach ja … Wir schreiben inzwischen das Jahr 2025 – und was wir heute aus den USA hören, erinnert mich *sehr* an Ulfkottes These. Und ich schäme mich etwas für meine damalige Naivität. ## Ausgesprochen etwa »Dohdsch« Donald Trump hat bekanntlich Elon Musk beauftragt, im Rahmen des »Department of Government Efficiency« (kurz: »DOGE«, ausgesprochen etwa »Dohdsch«) die Ausgaben der US-Behörden zu überprüfen. Trotz des Namens »Deparment« ist DOGE kein volles Ministerium. Um ein Ministerium neu zu gründen, bräuchte Trump die Zustimmung von Kongress und Senat, inklusive eines entsprechenden Gesetzgebungsverfahrens. Wer aber den Sumpf austrocknen will, sollte bekanntlich nicht die Frösche nach ihrer Meinung dazu fragen – oder gar um Erlaubnis und Unterstützung betteln. Es wäre auch etwas absurd, ein neues Ministerium einzurichten und viele Millionen Dollar dafür auszugeben, Geld einzusparen. (Solche offensichtliche Absurdität würde natürlich weder Berlin noch Brüssel darin hindern, genau das zu tun.) DOGE ist eine administrative Einheit des Präsidentenamtes, ein Büro zur Beratung (mit idyllischem Sitz im *President’s Park*, [siehe Google Street View](https://maps.app.goo.gl/8YHc19vr6t9TyKWw8), nur durch eine Straße vom Weißen Haus getrennt – sie sind quasi Nachbarn, [siehe auch dazu Google Street View](https://maps.app.goo.gl/LQPbceB4FnyFgzN17)). Dieses Büro ist zwar kein Ministerium, aber mit dem Auftrag und dem Vertrauen des US-Präsidenten ausgestattet – und der heißt zurzeit eben wieder Donald J. Trump. ## Trump vs. Sumpf Trump hatte – schon in seiner ersten Amtszeit – versprochen, den »Sumpf« auszutrocknen. Trumps Anhänger hofften, Trump würde den mythischen »Deep State« offenlegen, mit dem sprichwörtlichen Sonnenlicht als bestem Desinfektionsmittel. Dies misslang. Nach einer mehr als umstrittenen Wahl wurde nicht Trump als Präsident vereidigt, sondern der senile Boss der Biden-Bande. Nun ist er aber doch wieder Präsident geworden. Trumps Stimmenvorsprung war offenbar so groß, dass der Sumpf seinen Sieg auch mit nächtens angekarrten Briefwahlstimmen nicht zu verhindern vermochte. Was aber ist dieser »Sumpf«, auf Englisch »swamp«, der ausgetrocknet werden soll? Ich benutze den Begriff ja bisweilen auch. Ich verwendete es extra eindeutig etwa im Essay zum Ausgang der »Wahl« von 2020, als ich titelte: [»Der Sumpf hat gewonnen – und ist doch nicht die Zukunft«](https://dushan.org/nach-dem-sumpf/) Ich fragte Grok, also die künstliche Intelligenz von X/Musk, und [die erklärte](https://x.com/i/grok/share/cKuJyRbiLh9xs0EM9bjG7dQOu), »Sumpf«/ »swamp« bezeichne in diesem Kontext »die Vorstellung eines verrotteten, korrupten und ineffizienten politischen Systems in Washington, D.C«. Das klingt für mich plausibel. Wie genau aber sollten Trump und Musk es angehen, diesen Sumpf »auszutrocknen«? ## Warum sollte er auch? Es scheint in diesen Tagen so, dass Trump wieder einmal einen in seiner Einfachheit genialen Weg gefunden hat: Trump beauftragte Elon Musk und sein »DOGE«, die vielen Ausgabenposten der US-Verwaltung durchzugehen und Überflüssiges zur Streichung vorzuschlagen. Einige der aufgescheuchten Sumpfbewohner schimpfen, dass Musks Leute nun Zugriff auf US-Daten hätten. Elon Musk bestreitet es nicht. Warum sollte er auch? Natürlich brauchen Auftragnehmer den Zugriff auf Daten, die sie im Rahmen ihres Auftrags analysieren sollen. Musk kommentierte bissig und etwas hämisch: »Es ist Zeit, zu gestehen: Medienberichte, wonach DOGE einige der besten Software-Experten der Welt hat, sind tatsächlich wahr.« ([@elonmusk, 3.2.2025](https://x.com/elonmusk/status/1886458513771377099)) Und tatsächlich bringt Musks Arbeit für DOGE täglich neue Erkenntnise ans Tageslicht, die einen schon mal den Atem anhalten lassen. ## Einige Stichpunkte nur Was in Deutschland das Familienministerium ist (nämlich ein inoffizielles Propagandaministerium, das im Namen der »Rettung der Demokratie« eben diese in ihren Grundfesten destabilisiert), das ist in den USA – wie die Welt nun erfährt – die Behörde »United States Agency for International Development«, kurz: »USAID«, was wiederum wörtlich »US-Hilfe« bedeuten würde. Anders als das deutsche Familienministerium allerdings steht USAID auch im Verdacht, Spionage und politische Einflussnahme bis hin zu »regime changes« im Ausland zu betreiben (siehe als Beispiel etwa [monde-diplomatique.de, 14.12.2007](https://monde-diplomatique.de/artikel/!205480)). Inzwischen fragt man sich, ob USAID nicht sogar den Versuch des »government change« daheim in den USA betrieb, etwa indem es Multiplikatoren förderte, die besonders Trump-feindlich agierten. Durch die Arbeit von DOGE gerät nun plötzlich ans Tageslicht, in welchem Maßstab die außer- und antidemokratische Einflussnahme durch die USAID und andere US-Behörden betrieben wurde, und zwar mit Zahlen und Fakten. Da wären zum einen teils absurde Ausgabenposten, die nach mancher Ansicht nur mit Korruption und Geldwäsche rational erklärt werden können. 1,5 Millionen Dollar zur Förderung von »DEI« in Serbien, 70.000 für ein DEI-Musical in Irland, 47.000 für eine Transgender-Oper in Kolumbien ([@bennyjohnson, 3.2.2025](https://x.com/bennyjohnson/status/1886517089411735874)), 2 Millionen für Genital-Verstümmelung (»gender affirming care«) in Guatemala ([foxnews.com, 5.2.2024](https://www.foxnews.com/politics/who-is-samantha-power-meet-biden-era-usaid-leader-facing-backlash-musks-doge-crackdown)), 15 Millionen für LGBT-Propaganda in Jamaika, 3,9 Millionen für LGBT im Westbalkan und 5,5 Millionen für LGBT in Uganda, 6,3 Millionen für Schwule in Südafrika, 25 Millionen für »grüne Verkehrsmittel« in Georgien, 6 Millionen für Transformation digitaler Räume im Sinne feministischer Demokratie ([ndtv.com, 6.2.2025](https://www.ndtv.com/world-news/documents-show-how-usaid-funded-ridiculous-projects-elon-musk-reacts-7645010)) und so weiter und so fort. Eine der extra spannenden Ausgaben der USAID ist laut aktuellen Berichten die Überweisung von 5 Millionen US-Dollar an eine gewisse »EcoHealth Alliance«. Diese »EcoHealth Alliance« aber (Website: [ecohealthalliance.org/](https://www.ecohealthalliance.org/)) ist einer der Haupt-Financiers der Corona-Virus-Forschung im chinesischen Wuhan ([theintercept.com, 1.10.2021](https://theintercept.com/2021/10/01/nih-bat-coronavirus-grant-ecohealth-alliance/)), beaufsichtigt vom »vorsorglich rückwirkend begnadigten« Anthony Fauci. ## »Reguläre Ausgaben« zur Beeinflussung Zusätzlich zu den Ausgaben der USAID geraten aktuell Ausgaben der US-Regierung ins öffentliche Bewusstsein, die tatsächlich schon seit Längerem öffentlich einsehbar waren, deren Brisanz aber erst jetzt so richtig klar wird. Auf der Website [usaspending.gov](http://usaspending.gov/) kann man sich anzeigen lassen, an wen US-Behörden wie viel Geld überweisen. Mit den richtigen Suchwörtern aber lassen sich wieder einmal weitere »Verschwörungstheorien« bestätigen – und einiges an der Berichterstattung der letzten Jahre ergibt plötzlich viel mehr Sinn. Es gibt eine US-Politikpublikation namens »Politico«, die immer wieder auch von deutschen Staats- und Mainstreammedien zitiert wird (siehe [Suche bei tagesschau.de](https://www.tagesschau.de/suche#/all/1/?searchText=politico)). Politico zählte zu den medialen Agitatoren gegen Donald Trump (siehe etwa [@politico, 12.10.2024](https://x.com/politico/status/1845159259736043921)). Es war theoretisch wohl schon seit Jahren abrufbar, doch jetzt wird plötzlich klar, dass Politico *massiv* mit US-Steuergeld aufgepumpt wurde. US-Behörden haben im Fiskaljahr 2025 insgesamt 8,5 Millionen Dollar an Politico überwiesen ([Quelle: usaspending.gov](https://www.usaspending.gov/recipient/fa0cefae-7cfb-881d-29c3-1bd39cc6a49e-C/latest)). Über die Jahre wurden summiert 34,3 Millionen Dollar an Politico überwiesen ([Quelle: usaspending.gov](https://www.usaspending.gov/recipient/fa0cefae-7cfb-881d-29c3-1bd39cc6a49e-C/all)). Politico war aber nicht das einzige Medium, das von den US-Behörden finanziell »unterstützt« wurde. Nach und nach kommt derzeit heraus, was der »Deep State« (im obigen Sinne) alles finanzierte. Zu den bemerkenswertesten »Einkäufen« zählt die Zahlung an die furiosen Trump-Hasser der britischen BBC, genauer: an »BBC Media Action«, eine mit BBC verbandelte Stiftung mit dem expliziten Ziel, Propaganda im Ausland zu treiben beziehungsweise, wie die selbst es formulieren: »to deliver impact around the world« ([@MarioNawfal, 4.2.2025](https://x.com/MarioNawfal/status/1886815752918843722)). Elon Musk [scherzt darüber](https://x.com/elonmusk/status/1886812762250101150), dass BBC buchstäblicher Staatsfunk sei (»state funded media«) – mit der augenzwinkernden Implikation, dass jener Staat die USA seien. (Tatsächlich sind die USA »nur« mit etwa 8 Prozent bei »BBC Media Action« dabei. Weitere Financiers sind Schweden, die Schweiz, Kanada, UNICEF und natürlich wieder die EU.) Warum postet die BBC wohl aktuell herzergreifende Schmacht-Artikel, wie die USAID weltweit den Menschen in Not hilft? »Ich bin am Leben dank USAID«, wird ein Dmytro Sherembey zitiert ([bbc.com, 5.2.2](https://www.bbc.com/news/articles/cpwxj08ey5ko)[025](https://www.bbc.com/news/articles/cpwxj08ey5ko)). (Es muss mal wieder gesagt werden: Wie sehr ihr auch Mainstream-Journalisten verachtet, ihr verachtet sie nicht genug. Übrigens: Laut [dailywire.com, 3.2.2](https://www.dailywire.com/news/97-of-political-contributions-from-usaid-employees-went-to-dems)[025](https://www.dailywire.com/news/97-of-political-contributions-from-usaid-employees-went-to-dems) gingen 97 % aller politischen Spenden von USAID-Angestellten an »Democrats«. Sumpf nimmt, Sumpf gibt, Sumpf ist dankbar.) ## Und weiter? Der US-DeepState ist »not amused« über die Offenlegung seiner Aktivitäten zur antidemokratischen Manipulation und Agitation im In- und Ausland. Doch mehr noch als die Offenlegung schmerzt diese Leute, dass Trump ihnen, mit Musks Hilfe, die Gelder kappt. Man munkelt, die USAID sei vor allem ein öffentlicher handelnder Arm der CIA – und wenn Trump der USAID nun die öffentlichen Gelder kappt, werden sie ihr Geld *nur noch* von der CIA beziehen müssen. Geld von der CIA soll wohl weniger zuverlässig sein als ein Dauerauftrag direkt von der Regierung. Die CIA arbeitet bekanntlich eher *projektbezogen* – und verlangt eine konkrete *Gegenleistung*. ## So »einfach« geht das! Wenn man mich gefragt hätte, wie der »Sumpf« trockengelegt werden sollte, hätte ich ganz ehrlich gesagt: »Ich weiß es nicht.« Ich wäre kaum darauf gekommen, dass es so genial einfach sein kann, einmal die Ausgabenposten durchzugehen. So einfach geht das: Sich einfach nur mal ein Leben lang auf die Rolle als POTUS vorbereiten, dann einfach nur die US-Wahl zum zweiten – oder dritten? – Mal gewinnen, gegen den Deep State, Hollywood (ebenfalls von der USAID teilfinanziert) und die Propaganda. Außerdem die Freundschaft und Unterstützung des (offiziell) reichsten Mannes der Welt gewinnen, und bei all dem die öffentliche Laune auf seiner Seite halten. So einfach … Die Zahlungen zu prüfen und gegebenenfalls zu stoppen ist aber »nur« der erste Schritt. Der zweite Schritt wird sein müssen, sich anzuschauen, wer diese Zahlungen bewilligt hat. Trump bietet aber vielen dieser Leute eine Standardabfindung an, falls sie von selbst gehen sollten. Trump handelt nach der Sun-Tzu-Regel, wonach es unklug ist, dem Gegner keinen Fluchtweg zu lassen. Wer die Zahlungen bewilligte, kann sich rechtzeitig eine ehrliche Arbeit suchen. Wir werden sehen. ## Für Deutschland aber Durch die neuen Offenlegungen erscheint nun *klar*, was viele von uns seit Langem *ahnen*: Das »N« in »NGO« ist oft eine Lüge. »Non Governmental Organisation« bedeutet dem Wortsinn nach, dass keine Regierung dahintersteckt – doch das ist vermutlich in den *meisten* Fällen schlicht falsch. Wir sehen ja in Deutschland, dass »NGOs« die schmutzige Propaganda-Arbeit der Politik erledigen. Wir sehen, wie sie Fakenews über »Geheimtreffen« streuen oder zu Protesten gegen die Opposition aufmarschieren lassen: Der korrekte Name für »NGO« wäre »NDO«: »Non Democratic Organisation« – oder vielleicht sogar »Anti Democratic Organisation«. Wenn wir über absurde Zahlungen etwa der USAID für Quatschprojekte hören – über Transgender-Opern in Übersee –, dann steht dahinter tatsächlich immer die Finanzierung einer »NGO«. Und was diese NGO *wirklich* mit dem Geld anstellt, darüber kann man mit Sicherheit nur sagen, dass es im Sinne des US-Deep-State sein wird. Man darf folglich vermuten: Nicht wenige der global agierenden NGOs sind schlicht Propaganda-Outlets des amerikanischen Deep State. Das klingt nach »Verschwörungstheorie«, doch tatsächlich ist es wohl so sehr »Verschwörungstheorie«, wie es »Verschwörungstheorie« ist, dass meine Hand, die ich jetzt vor mir sehe, vier Finger und einen Daumen hat. ## Nicht alle (einen an der Klatsche) Ich weiß nicht, wie viel Einfluss USAID konkret in Deutschland hat. Da könnte vermutlich noch einiges ans Tageslicht gelangen – und der Staatsfunk wird es sehr fleißig »framen« und »einordnen«. Doch *dass* ausreichend viele Medienleute schlicht *gekauft* sind, ergibt für mich nach aller Lebenserfahrung mehr Sinn, als dass die alle kollektiv einen an der Klatsche haben. (Wobei »einen an der Klatsche haben« und »gekauft sein« einander natürlich nicht ausschließen.) Ich hätte es schlicht nicht für möglich gehalten, was Trump und Musk derzeit in den USA leisten. Ja, es kann sein, dass der Deep State seine Wege findet, die Austrocknung des Sumpfes durch Offenlegung der Zahlungen zu stoppen oder zumindest stark abzubremsen. Ich bin dankbar für jeden weiteren Tag, an dem es ihnen *nicht* gelingt. Doch was ans Licht gelangt, das gelangt eben ans Licht. Und selbst den bestbezahlten NGOs wird es nicht gelingen, uns alle zu hypnotisieren, auf dass wir vergessen, was wir eben erfahren haben. ## Sorry, Udo! Udo Ulfkotte starb am 13. Januar 2017, im Alter von 56 Jahren, an einem Herzinfarkt. Nein, es muss nicht zwingend durch eine »Heart Attack Gun« der CIA (siehe [military.com, 14.11.2024](https://www.military.com/history/cias-heart-attack-gun-cold-war-weapon-targeted-assassinations.html)) passiert sein. Menschen sterben auch »natürlich«, wie auch Journalisten schon mal »natürlicherweise« einen an der Klatsche haben. Ich ahne, dass uns noch einiges an Enthüllungen bevorsteht. Es ist ein ungewohntes Gefühl, dass die großen Ereignisse *plötzlich immerhin einen logischen Sinn* ergeben. Diejenigen von uns, die Ulfkottes Thesen damals »zu steil« fanden, können sich nicht mehr bei ihm entschuldigen, können ihm keine anerkennenden Mails mehr schreiben. Wir können aber *dazulernen* – oder auch schlicht *mehr Mut* fassen. »Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, so mahnte Immanuel Kant. Ich möchte heute ergänzen: »Habe den Mut, deinem eigenen Verstand zu vertrauen auch dann, wenn deine Erkenntnisse *verrückt* erscheinen, weil sie [dem offiziellen »Narrativ«](https://dushan.org/narrativschutz/) entgegenstehen – vielleicht *gerade *dann.« - [Verfassungsschutz oder Narrativschutz](https://dushan.org/essays/narrativschutz/) Wen schützt der Verfassungsschutz eigentlich wirklich? Verfassung und Demokratie – oder doch das linke Narrativ? Beispiel: Warum soll ein Geheimdienst festlegen, welche Deutung des Islam in Deutschland gilt? Ein Leser [kritisierte](https://x.com/CEKTOP/status/1886777557049020688) meine Verwendung des Begriffs *Narrativ*. Eines seiner Argumente (und vermutlich die *eigentliche* Quelle seines Unwohlseins) war ein gefühlt »inflationäres« Vorkommen dieses Begriffs. Und es ist ja auch wahr! »Narrativ« findet sich tatsächlich oft in den Verlautbarungen der Linken. Und doch bleibt der Begriff *nützlich* – zumindest bis wir einen präziseren finden. ## Nicht zugehörig markiert »Narrativ« wird von der Propaganda verwendet, etwa als Teil der bei der Gehirnwäsche von Kindern und Jugendlichen eingesetzten Lügen über den politischen Gegner. Wenn Sie diesen letzten Satz für etwas *zu* zugespitzt halten, etwas arg übertrieben, kann ich Ihnen versichern und dann auch belegen, dass er das Phänomen erschreckend nüchtern und sachlich beschreibt. Als Beleg und Beispiel diene etwa der folgende Satz: »Am 25. November 2023 trafen sich in einer Potsdamer Villa etwa dreißig Personen, um zu beraten, wie eine große Zahl von Menschen, die als fremd und nicht zugehörig markiert wurden, aus dem Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland zu entfernen seien.« Dieser Satz ist natürlich eine Quasi-Lüge, wie überhaupt vieles an der »Berichterstattung« über jenes Event blank gelogen und offene Propaganda war. Diese Zeilen stammen aus einem Pamphlet der »Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz«, dessen Titel lautet: *»Narrative der extremen Rechten«*. (Es ist aktuell noch [online auf bzkj.de](https://www.bzkj.de/resource/blob/240364/b4c3068e23fba890d814b80fa76d3306/20242-narrative-der-extremen-rechten-data.pdf).) ## »Demographie wird Fakten schaffen« Der Begriff »Narrativ« wird in jenem Pamphlet vor allem für die üblichen Unterstellungen und Zuschreibungen an Regierungskritiker verwendet. Der Autor, ein Professor, ist Leiter eines »Forschungsschwerpunktes Rechtsextremismus/Neonazismus« und befasst sich mit »der extremen/populistischen Rechten sowie mit Praktiken des Erinnerns an rechte Gewalt«. Er redet immer nur über das eine, ob dieses existiert oder nicht. – Man darf vermuten: Wenn der Professor *nicht* dem politischen Gegner regelmäßig all diese bösen Absichten und »Narrative« zuschreiben würde, wäre er finanziell womöglich viel schlechter gestellt. Neben »Narrativ« als die zugeschriebene böse Absicht, findet sich »Narrativ« auch als Leugnung der durch den politischen Gegner thematisierten Tatsache. Beispiel aus jenem Paper über »rechte Narrative«: »Replacement Migration« ist ein sehr offizielles UN-Thema (siehe [un.org](https://www.un.org/development/desa/pd/sites/www.un.org.development.desa.pd/files/unpd-egm_200010_un_2001_replacementmigration.pdf)), also der Ersatz westlicher Gesellschaft durch Einwanderung aus archaischen Gesellschaften verbunden mit höherer Geburtenrate der Eingewanderten. Politiker mit Wurzeln in muslimischen Kulturen wie etwa Sawsan Chebli geben Ähnliches inzwischen offen zu. Wörtlich: »Vor allem der 3. und 4. Generation sage ich: Dieses Land ist auch Euer unser (sic!) Land. Kämpft dafür. Demographie wird Fakten schaffen.« Man kann auch weitere Momente der Wahrheit zitieren. Etwa einen Hasnain Kazim: »Wir sind hier, werden immer mehr und beanspruchen Deutschland für uns. Ob du willst oder nicht.« – Oder Deniz Yücel: »Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite.« – Und so weiter. Als »rechtes Narrativ« (und damit implizit *unwahr*) gilt es also, schlicht zu wiederholen, was zwar offen gesagt und zugegeben wird – und was jeder in Schulen und auf Straßen beobachten kann –, was man aber nicht aussprechen darf. Der Begriff »rechtes Narrativ« ist eine Ergänzung zur »rechten Verschwörungstheorie«. Etwas ist »rechte Verschwörungstheorie«, bis es passiert, und wenn es passiert, ist es »rechtes Narrativ«. ## Gefährliches Positiv »Narrativ« stammt vom lateinischen *narratio*, was wörtlich »Erzählung« bedeutet. Narrative beschreiben üblicherweise Erzählungen, die von Gruppen und Gesellschaften handeln und den Menschen dieser Gruppen eine *Identität* und einen *Sinn* geben. Wenn also die Propaganda die Warnungen und Beobachtungen politischer Kritiker als *Narrativ* bezeichnet, will sie diese damit abwerten. Einem Menschen vorzuwerfen, seine Warnungen seien Teil seines *Narrativs*, soll seine Warnungen abwerten; sinngemäß und manchmal wörtlich: »Du hast keine eigene Identität und Werte, also musst du armer Tropf dir schlimme Gefahren ausdenken, um dich wichtig zu fühlen.« Erst letztens sah ich, wie Hayali gegenüber dem AfD-Chef Chrupalla dessen Aussage, dass die CDU ihre Migrationspolitik derzeit von der AfD abschreibt, als »Narrativ« abwertete. Es ist *offensichtlich*, doch die Propaganda will nicht, dass man es zur Kenntnis nimmt. Interessanter als die Narrativ-Vorwürfe an politische Abweichler (Propaganda-Deutsch: »extreme Rechte«) sind aber die *tatsächlichen Narrative* der Linken. In der *linken Erzählung* sind bekanntlich alle Kulturen gleich gut (außer derjenigen, die der Menschheit den Wohlstand und die Menschenrechte brachte, die ist schlimm). In der *linken Erzählung* sind bekanntlich alle Menschen im Herzen gut (außer denen, in deren Länder alle Armen dieser Welt ziehen wollen und die diese dann auch aufnehmen).  Die linke Erzählung, das *Narrativ*, ist tatsächlich *positiv* – allerdings auf gefährliche Weise *falsch*. »Positiv« gestimmt zu sein ist kein Selbstzweck. Wenn ein Auto auf eine Klippe zufährt, aber die Brücke fehlt, dann ist der »Positive« sympathisch, wenn er »Wir schaffen das!« sagt und »nur rechte Hetzer bestreiten die Existenz einer Brücke«. Doch *überleben* werden die Autoinsassen eher, wenn sie auf den »bösen Negativen« hören, der mit »Hass und Hetze« nervt; sprich: der darauf hinweist, dass da keine Brücke ist. ## Die Amateur-Philosophen wieder Netzpolitik.org hat nun das Gutachten des Verfassungsschutzes von 2021 über die AfD veröffentlicht ([netzpolitik.org, 3.2.2025](https://netzpolitik.org/2025/verdachtsfall-rechtsextremismus-wir-veroeffentlichen-das-1-000-seitige-verfassungsschutz-gutachten-zur-afd/)). Man kann es online lesen, und es erinnert mich streckenweise an meine eigene Bewertung der Arbeit jener Behörde [von 2022](https://dushan.org/toast/): Der Inlandsgeheimdienst wirkt wie ein »Amateur-Philosophenstadel«. Die Behördenmitarbeiter versuchen sich an Begriffsanalysen und kulturellen Deutungen jenseits ihrer erkennbaren Kompetenz – und auffällig aggressiv werden sie bei Islamkritik. Ein AfD-Abgeordneter wird zum Islam zitiert: »Das höchste Gesetz ist die Scharia. Sie darf von keinem Gläubigen in Frage gestellt werden.« Ein anderer: »Der Islam will genau das umsetzen, was er predigt. Er ist eben nicht in erster Linie Religion, sondern politische Ideologie. Und diese ist zweifelsohne mit unseren Vorstellungen von Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Aufklärung absolut unvereinbar. Mit einer Herrschaft des Islams wäre Europa zurück im Mittelalter. Und das dürfen wir nicht zulassen.« Der Verfassungsschutz »argumentiert« dann: »Mit der Gleichsetzung des Islam mit einer politischen Ideologie verleiht Holm seiner grundsätzlichen Ablehnung des Islam Ausdruck. Dem Islam wird damit abgesprochen, „in erster Linie Religion“ zu sein, was in der Konsequenz dazu führen kann, dass diesem auch nicht die Rechte einer Religion zugestanden werden. Der Islam wird zur Gänze pauschal und undifferenziert als mit der Demokratie, dem Rechtsstaat und der Freiheit inkompatibel beschrieben.« Welche Teile des Islam – die auch in der islamischen Welt ernst genommen werden – sind denn mit Demokratie kompatibel? Der Verfassungsschutz diskutiert nicht, ob der Islam zuerst politische Machtambition ist oder zuerst Religion. Er setzt es als gegeben, dass der Islam *zuerst* Religion ist (mal eben Tausende Jahre an Geschichte ignorierend) – und wer das anders sieht, dem kreidet man »grundsätzliche Ablehnung« des Islam an. Warum? Warum ist es eigentlich bereits »rechtsextrem«, die Religion, in deren Einflussbereich so viel Unrecht geschieht, grundsätzlich abzulehnen? Die Antwort auf diese Fragen ist wohl: Der Verfassungsschutz verteidigt weder Verfassung noch Demokratie – für die wird er inzwischen zur Gefahr –, der Verfassungsschutz verteidigt zuerst *das linke Narrativ*, die *große linke Erzählung*. ## Beinahe niedlich Ein *Narrativ* ist ein erzählerisches Deutungsmuster, das komplexe Ereignisse oder Sachverhalte in eine kohärente, oft vereinfachende Geschichte einbettet, insbesondere in Politik und Propaganda zur Beeinflussung von Meinungen. Narrative betten Individuen und Gruppen in eine sinnstiftende Geschichte ein, formen das Selbstbild und stärken die Abgrenzung von anderen. Während die deutsche Propaganda im Angriff auf Abweichler regelmäßig offensichtliche Fakten als »Narrativ« (und damit als implizit falsch und böse) abtut, baut sie ihre gesamte Politik auf ein täglich widerlegtes und inkohärentes Narrativ auf. Das Weltbild der Linken ist auf Lügen gebaut, so pflege ich hier zu sagen. Linke Lebenslügen reichen von Klima bis Migration, von Islam bis zu Geschlechtern. Die Gesamtform der linken Lebenslügen verdichtet sich zum* linken Narrativ*. Das alles wäre beinahe niedlich, wenn das linke *positive*, aber *gelogene* Narrativ nicht außer der Unterstützung eines milliardenschweren Propaganda-Apparats auch noch die des Inlandgeheimdienstes hätte. ## Auseinanderhalten können Ich stimme jedem Leser ja darin zu, dass ich gern *weniger* über *Narrative* reden sollte – und stattdessen über Fakten, Zukunft und Philosophie. Doch die Linken und Lügner reden ständig über Narrative und nutzen es, um Fakten, Warnungen und Überprüfbares als »Erzählung« zu entwerten. Und die Linken *haben* ja selbst tatsächlich ein Narrativ, eine echte *Erzählung*, sogar eine *positive* – allerdings leider eine, die auf Lügen aufgebaut ist und deshalb ins Desaster führt. Ja, wir müssen über *Erzählungen* reden. Darüber, wie die Bösen die simplen Fakten als *Erzählungen* abtun wollen. Darüber, wie deren Selbst- und Weltbild auf Lügen-Erzählungen basieren. Und in einer stillen Stunde könnten wir uns und unseren Kindern *erzählen*, warum wir tun, was wir tun, wo wir herkommen und wo wir einst hinwollten – falls wir uns noch daran erinnern können. Nicht nur Kinder und Linke brauchen *Erzählungen*, *Geschichten*, *Narrative*. Doch vergesst nicht: Fakten sind Fakten, und Erzählungen sind Erzählungen. Mit dem einen planen wir, mit dem anderen fühlen wir. Ein Narrativ ist als solches keineswegs immer böse – solange man, anders als Linke und andere religiöse Fanatiker, die Fakten und die Erzählungen sauber auseinanderhält. - [Klamroth und der böse, mythische Australier](https://dushan.org/essays/der-mythische-australier/) ARD-Moderator Klamroth fabuliert, man wisse nichts über Herkunft der Täter von Gruppenvergewaltigungen, denn das könne auch mal ein »australischer Austauschstudent« sein. Wenn Realität und Narrativ nicht zusammenpassen, muss man eben Realität erfinden. Louis Klamroth fabuliert vom australischen Austauschstudenten als Vergewaltiger, und mir wird dank Wittgenstein klar, wie gefährlich und Hoffnung raubend das ist – lasst mich erklären! In [2.014 des Tractatus logico-philosophicus](https://www.wittgensteinproject.org/w/index.php/Logisch-philosophische_Abhandlung#:~:text=Die%20Gegenst%C3%A4nde%20enthalten,Form%20des%20Gegenstandes.) schreibt Wittgenstein: »Die Gegenstände enthalten die Möglichkeit aller Sachlagen.« Es ist brutal ernüchternd, gibt unserer Hoffnung einen Rahmen – und ist verdammt relevant! Man muss zum Verständnis dieser Sätze natürlich die berühmten Anfangssätze des *Tractatus* voraussetzen: »Die Welt ist alles, was der Fall ist. Die Welt ist die Gesamtheit der Tatsachen, nicht der Dinge. Die Welt ist durch die Tatsachen bestimmt und dadurch, dass es alle Tatsachen sind. Denn, die Gesamtheit der Tatsachen bestimmt, was der Fall ist, und auch, was alles nicht der Fall ist.« Es ist einer jener genialen Gedanken, die im ersten Moment unserer Intuition zu widersprechen scheinen. Dann aber, wenn es einmal *geklickt hat*, sind sie plötzlich ganz selbstverständlich – und das Gegenteil, das man doch *gerade eben noch* annahm, wirkt plötzlich sehr dumm. Die meisten von uns würden ja zunächst zustimmen oder sogar explizit formulieren, dass sich der Ausdruck »die Welt« schlicht auf *alle Dinge* bezieht. Wittgenstein widerspricht: Nicht die Gegenstände, sondern ihre Kombination zu Tatsachen bilden *die Welt*. Ein eigenes Beispiel: »Die Vase steht auf dem Tisch« ist eine Tatsache, die aus der Kombination von Vase und Tisch entsteht. Vase und Tisch sind physikalisch selbst weiter zerlegbar, doch hören sie dann auf, Vase oder Tisch zu sein – also sind sie in diesem Sinne unzerlegbare *Gegenstände*. (Die durch Relationen gebildeten Tatsachen als das *eigentliche* Wesen der Welt zu deuten, dieser so simple wie brillante Gedanke inspirierte mich ja dereinst zu meiner eigenen Meta-Ethik namens [»Relevante Strukturen«](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/). Statt etwa eine absolute »Moralessenz« anzunehmen, beschreibe ich unsere ethischen Werte als die Beurteilung der *Schwächung oder Stärkung einer relevanten Struktur* durch eine Veränderung. Ethische Werte als durch Relationen und Perspektive gebildete *Tatsachen der Wahrnehmung*. Ja, ich widerspreche dem Tractatus in 6.42 und 6.421.) Mit diesen Grundlagen ausgestattet betrachten wir den eingangs erwähnten Satz: »Die Gegenstände enthalten die Möglichkeit aller Sachlagen.« Was sind denn die *Gegenstände* unserer Zeit – im Wittgensteinschen Sinne? Unter den aktuellen Ereignissen und Meldungen fiel mir ein bestimmter »Gegenstand« auf, der zunächst zwar *typisch*, aber auch *banal *wirkt. Nach Anwendung der Wittgenstein-Sätze zur *Möglichkeit* jedoch wird uns *angst und bange* werden – und lehrreich ist es doch. Der »Gegenstand« hier aber soll sein: Louis Klamroth. ## »Das ist doch unerträglich!« Es gibt eine Dame aus sehr reichem Hause mit sehr deutscher Geschichte, die fliegt durch die Welt, um den Menschen zu sagen, dass sie wegen des Klimas weniger fliegen sollen. Und diese Dame hat einen Boyfriend, der Louis Klamroth heißt und er als Moderator bei der ARD arbeitet. Seine Sendung ist orwellsch-gegenteilig »Hart aber fair« betitelt. Und in dieser Sendung kam es zu einem bemerkenswerten Austausch. Beatrix von Storch (AfD) sagte: »Wir haben zwei Gruppenvergewaltigungen am Tag, zehn normale Vergewaltigungen am Tag und 131 Gewaltdelikte pro Tag in den letzten Jahren gehabt durch Zuwanderer, in erster Linie von Syrern, Afghanen und Irakis. Das ist doch unerträglich!« (zitiert nach [bild.de, 4.2.2025](https://www.bild.de/politik/politik-talkshows-im-tv-talk-kritik/hart-aber-fair-louis-klamroth-irritiert-mit-satz-zu-gruppen-vergewaltigungen-67a14c72d72ca12c3499e04c)) Klamroth musste natürlich das tun, was man bei der Propaganda »für die Zuschauer einordnen« nennt – und was Orwell im Roman [»1984«](https://dushan.org/klassiker/1984/) so beschrieb: »Die Partei sagte ihnen, dass sie die Wahrnehmung ihrer Augen und Ohren ignorieren sollten.« Zunächst gab Klamroth zu, dass die Zahlen ja stimmten. Und auch, dass 50 Prozent der Täter nicht Deutsche sind. Doch dann phantasierte der Moderator: »Nur: Woher die kommen, das weiß man nicht. Das können Flüchtlinge sein. Das kann aber auch ein australischer Austauschstudent sein!« (wieder zitiert nach [bild.de, 4.2.2025](https://www.bild.de/politik/politik-talkshows-im-tv-talk-kritik/hart-aber-fair-louis-klamroth-irritiert-mit-satz-zu-gruppen-vergewaltigungen-67a14c72d72ca12c3499e04c)) Kann es das? Gruppenvergewaltigungen durch australische Austauschstudenten? Tatsache ist, dass der einzige dokumentierte Vergewaltigungsfall in Europa mit Beteiligung von Australiern die Vergewaltigung einer Australierin am Mont Martre war ([bild.de, 23.7.2024](https://www.bild.de/news/ausland/gruppenvergewaltigung-in-paris-fuenf-maenner-fielen-ueber-touristin-her-669f7954af391d2f72056ca8)). Das Opfer beschrieb ihre Peiniger als fünf »afrikanisch aussehende Männer« – und den Berichten nach waren sie extra gefühlskalt. Einige Zuschauer vermuteten nun, dass es diese Meldung war, die sich im Gedächtnis des Herrn Klamroth festgesetzt hatte: Eine Vergewaltigung mit Beteiligung von jemand aus Australien – ob nun als Täter oder als Opfer, egal, Hauptsache das Narrativ sitzt. Wenn Klamroth *nicht* glaubt, was er für viel Geld in der ARD aufsagt, dann ist er ein bezahlter Lügner. Wenn er aber *glaubt*, was er sagt, dann hat er ernsthafte Schwierigkeiten damit, Realität und Propaganda-Narrativ voneinander zu unterscheiden. Welche Zukunft hat ein Land, in dem Leute wie Klamroth zentral an der öffentlichen Meinungsbildung beteiligt sind? ## Welche Möglichkeiten? »Die Gegenstände enthalten die Möglichkeit aller Sachlagen«, schreibt Wittgenstein. Wir erwähnten als Beispiel die auf dem Tisch stehende Vase als eine Tatsache der Welt. Welche *Möglichkeiten* aber bestehen in jener Situation? Alle Möglichkeiten in jeder Situation ergeben sich *aus den Gegenständen*. (Wir erwähnten übrigens einige »Gegenstände« nicht, etwa die Schwerkraft.) Welche Möglichkeiten aber in der Situation bestehen, ergibt sich aus den Eigenschaften der Vase (rollt, wenn umgekippt, und zerschellt am Boden), des Tisches (flach und die Oberfläche etwa einen Meter überm Boden), der Schwerkraft … und natürlich des wild im Raum herumlaufenden Kindes! Es ist eine spektakuläre Aufladung jedes einzelnen *Gegenstands* – und es ist eine schmerzhafte Grenzsetzung für unsere Hoffnung. *Hoffnung* zielt stets auf eine Untermenge des Möglichen: auf das *Wünschenswerte von dem, was überhaupt möglich ist*. Die Dinge, auf die wir hoffen, sollten *möglich* sein – sonst ist die Hoffnung eine Illusion, eine Utopie. Klamroth ist ein TV-Moderator, der die Realität in seinem Kopf neu zusammenstellt – so scheint es –, der die Tatsachen um 180 Grad dreht und wendet und verbiegt, bis sie eben ins Narrativ passen. Und so wird aus einer vergewaltigten Australierin vermutlich mal eben ein vergewaltigender australischer Austauschstudent. Und der *TV-Moderator Klamroth* ist zugleich ein »Wittgenstein-Gegenstand«, den begrifflich weiter aufzuteilen fürs Verständnis destruktiv wäre. Das heißt damit auch: Jede *Möglichkeit*, über die Deutschland verfügt, und damit jede *Hoffnung*, ist bereits in »Gegenständen« wie TV-Moderator-Klamroth angelegt. Wie viel (und welche?!) *Hoffnung* kann also Deutschland mit »Gegenständen« wie TV-Moderator Klamroth haben? ## Es braucht andere Gegenstände »Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen«, so schließt der Tractatus. (Viele Bücher haben berühmte Anfangssätze, doch nur wenige können wie der Tractatus auch mit einem berühmten Schlusssatz prahlen.) Ich würde ja wirklich, wirklich gern freudehüpfend über unsere Zukunft reden. Doch wenn diese mit Leute wie Klamroth verknüpft ist, fällt mir das Benennen von Möglichkeiten und einer Hoffnung, die eben keine Illusion ist, recht schwer. Wenn Deutschland eine Zukunft hat, dann nur ohne »Gegenstände« wie Louis Klamroth als TV-Moderator. Die Möglichkeiten, die in solchen Leuten angelegt sind, diese *Tatsachen* wirken auf mich allesamt furchteinflößend. »Die Tatsachen gehören alle nur zur Aufgabe, nicht zur Lösung«, schreibt Wittgenstein gegen Ende jenes Werks (6.4321), wo es *reflektierend* und sogar *mystisch* wird – und doch wäre es gegen unsere Natur, nicht weiter nach einer *Lösung* zu suchen! Dass man darüber *schweigen* muss, wovon man nicht sprechen kann, schließt nicht aus, dass solches dennoch *existiert*. »Es gibt allerdings Unaussprechliches«, so Wittgenstein (6.522), »dies zeigt sich, es ist das Mystische.« Nicht verwechseln: Was es nicht gibt, außer in den Erzählungen der Priester, ist das *Mythische* (wie etwa der gruppenvergewaltigende australische Austauschstudent). Worauf man aber hofft und zählt, was in Worten nicht beschreibbar und doch wirkmächtig ist, das ist das *Mystische*. Das wird es wohl sein, wo im Angesicht der Medienmacht von Leuten wie Klamroth unsere Hoffnung liegt: im Mystischen. - [Superheld rasiert sich, schneidet sich dann das Bein ab](https://dushan.org/essays/deutscher-superman/) Es ist ein Widersinn der Eliten: Einerseits halten sie Deutschland für den Satan, der vernichtet werden muss (»Nie wieder Deutschland!«), anderseits halten sie Deutschland für einen Gott, der allmächtig ist und alle Probleme dieser Welt lösen kann. Um die Deutschen zu verstehen, hilft es, sie zunächst mit *Gott* zu vergleichen … und dann mit *Superman*. ## Kein Stein *Gott* ist das, wovon Atheisten verstehen, dass es gemeint ist, wenn Gläubige und Unbedachte »Gott« sagen. Könnte dieser *Gott*, so fragt Jung und Alt seit jeher, einen Stein erschaffen, welcher so schwer ist, dass Gott selbst ihn nicht heben kann? Ich schrieb über jenes alte Dilemma zuerst 2018 im Essay [»Der Rechtsstaat und seine Austrickser«](https://dushan.org/der-rechtsstaat-und-seine-austrickser/). Ich gelangte damals zu der Erkenntnis: »Es gibt keinen Gott außerhalb der Logik. Es gibt keinen Rechtsstaat außerhalb des Rechts.« Das mit der *Logik* bedeutet: Jene Frage ist begrifflich unlogisch. Bereits die Frage nach Gott und dem Stein ist in sich widersprüchlich. Eine ähnliche Frage wäre etwa, ob ein dreibeiniger Hocker auch mal vier Beine aufweisen kann. ## Heiß rasiert Der aus Filmen und Comics bekannte *Superman* verfügt über, der Name verrät es, *Superkräfte*. Einerseits ist Superman unverwundbar – präziser: *weitgehend* unverwundbar. Supermans Anfälligkeit für das Mineral *Kryptonit*, die Comic-Variante der Achillessehne, ist ja weltweit *sprichwörtlich*. Doch *implizit* existiert eine weitere potenzielle Schwachstelle! Es ist in den Comics dokumentiert (siehe [screenrant.com](https://screenrant.com/how-superman-shaves-cuts-hair-comic/)), dass Superman sich unter gewissen Umständen *rasiert*, indem er seinen Laserblick mit einem Spiegel in Richtung der eigenen Bartstoppeln umleitet. Der Superman-Mythos ist zum Thema der supermanschen Haar- und Körperpflege nicht eindeutig. Offenbar hängt das Einhegen von Supermans Haaren und Fingernägeln von verschiedenen Faktoren wie etwa seinem eigenen Grad an Unverwundbarkeit ab, und dieser wiederum davon, wie viel irdische Sonnenenergie er absorbierte. Superman ist in vielen Situationen unverwundbar – aber nicht in jeder. Neben dem gefährlichen Mineral *Kryptonit* gehört zu den Verfahren, die seinem Körper eben doch Schaden zufügen können, sein eigener Laserblick. Eine Rasur mag wünschenswert sein, technisch ist sie doch ein materieller Schaden am Körper (und in einigen Fällen wohl auch am Selbstbild). Unverwundbarkeit ist für Superman typisch, so wie Allmacht für Gott typisch ist. Der Unterschied ist, dass es für Gott *logisch* zwingend ist, allmächtig zu sein, was dann zu den bekannten (un-)logischen Dilemmata führt. Für Superman dagegen ist es nicht *logisch* zwingend, unverwundbar zu sein. (Eine Story mit einer *tatsächlich* unverwundbaren Hauptfigur wäre etwas langweilig. Die Geschichte vom Gott Abrahams etwa wurde auf dem Weltmarkt erst dadurch zum Hit, dass man in einem zweiten Teil diesen Gott als Baby und also Mensch geboren werden ließ, als welcher er dann leiden, bluten und sogar sterben konnte.) ## Unter anderem Die tonangebenden Eliten in Berlin halten sich für Gott – oder zumindest für Gottes *Berater und vorläufige Sprecher* –, doch tatsächlich sind sie Vertreter eines »*Superman außer Form«*. Deutschland ist ein Superman, der nicht mitbekommen hat, dass das Kryptonit schon länger um ihn herum aus dem Boden wächst. Das Kryptonit hat bereits sein Gehirn angegriffen – unter anderem. Der Superman, der sich aufgrund des erwähnten Hirnschadens für seine schwarz-rot-goldene Flagge schämt, wird täglich schwächer. Doch *noch* besitzt er etwas von den alten Superkräften – und genau das hat eine verheerende Wirkung. Die Laseraugen des deutschen Superman funktionieren noch ausreichend gut, um echten Schaden zuzufügen. Der deutsche Superman setzt aber in diesen Jahren an, sich nicht nur den Bart zu kürzen, sondern sich auch noch die Beine abzuschneiden – und das Herz aus der Brust zu brennen. ## Kathartisch ins Gesicht Es ist natürlich nicht so, dass niemand den Superman vor sich selbst warnen wollte. Doch Supermans erste Aufgabe besteht darin, Nazis zu bekämpfen, und der verwirrte deutsche Superman hat sich selbst eingeredet, dass jeder ein »Nazi« ist, der ihn von der Selbstzerstörung durch seine eigenen Superkräfte bewahren will. Die jüdische Website aish.com schreibt über die Comicfigur Superman: > In seinen Comics diente Superman als Propagandafigur für jüdische Interessen und setzte sich für die britische Wiederbewaffnung, den Kriegseingriff, Flüchtlingsasyl und den New Deal ein. Vor allem aber schlug er den Nazis kathartisch ins Gesicht. (aish.com, [»Superman vs. the Nazis«](https://aish.com/superman-vs-the-nazis/), Original Englisch) Zumindest der zweite Teil dieser Passage trifft auf die Bundesrepublik Deutschland zu: Man sieht seine Lebensaufgabe darin, »Nazis kathartisch ins Gesicht« zu schlagen und sie überhaupt doof zu finden – um jeden Preis. Leider, leider hat man sich angewöhnt, jeden, den man doof findet, »Nazi« zu nennen. Antifa-Schlägerbanden – die »rote SA« – sind in diesen Tagen mit Fackeln und Gewaltdrohungen vor die CDU-Geschäftsstellen gezogen, um Parlamentarier im Sinne der Regierung einzuschüchtern ([@ben*brechtken, 1.2.2025*](https://x.com/ben_brechtken/status/1885582588091265186)). Man benimmt sich selbst wie die echten NS-Schergen von damals, doch glaubt fest, man sei der linke Superman, der immer weiter gegen Nazis gekämpft. Und doch ist das größte Problem der Linken und selbsterklärt »Guten« nicht einmal, dass sie sich für Superman halten – sondern dass sie Deutschland zugleich für den zu zerstörenden Satan (»Nie wieder Deutschland!«) *und* für einen allmächtigen Gott halten. Für *Gott* hält man Deutschland insofern, als man denkt, es sei für Deutschland *logisch unmöglich*, dass es einen finanziellen oder sozialen Stein gibt, den Deutschland nicht heben kann, dass kein Naturgesetz es wagen wird, sich uns beim großen Marsch der Moral in den Weg zu stellen. Junge Männer aus Afrika integrieren und versorgen, Energiewende gegen Physik und Verstand, Solarstrom in der Nacht und Windstrom bei Flaute, Bruttosozialprodukt und Wohlstand durch Moral- statt Stahlexport: Träum nur groß und grün genug, und es wird wahr werden (zumindest bis du aufwachst). ## Wird hart bestraft– Grüne, »Omas gegen Rechts« & Co. halten sich für Superman, und sie halten Deutschland für allmächtig, so wie Gott es ist. Die Allmacht dieses »Gottes« anzuzweifeln aber – oder merkwürdigerweise seine Bosheit –, gilt als Blasphemie und wird hart bestraft. Deutschland ist denen absolut böse, also ist es verpflichtet, wie ein allgütiger, allmächtiger Gott die Welt zu retten. Deutschland schuf sich einen ganzen Steinbruch an Felsbrocken, die es tatsächlich selbst nicht heben kann, wie laut auch immer man »Wir schaffen das!« blökt. Wenn Deutschland noch irgendeine Zukunft hat, dann beginnt diese in dem Moment, wenn die Politik aufhört so zu tun, als wäre Deutschland irgendwie gleichzeitig Gott, Teufel und Superman. Deutschland ist ein Land, das eigentlich den Deutschen gehören sollte. Und Deutsche sind, entgegen linksgrüner Folklore, tatsächlich *Menschen* mit menschlichen Eigenschaften – deren wirkliche »Superkräfte« mal Fleiß, Verstand und Ordnung waren. Ach, würde Deutschland nur aufhören, von Superkräften und Weltrettung zu fantasieren – und sich wieder auf seine *eigentlichen* Kräfte besinnen! - [Tollwütige Schafe vor der Parteizentrale](https://dushan.org/essays/tollwuetige-schafe/) Zögerlich wagt Merz etwas Demokratie. Die Gegner Deutschlands und der Demokratie, von Merkel und SED bis zu SPD und Grünen, attackieren ihn und die CDU dafür – inklusive Quasi-Fackelzug vorm Konrad-Adenauer-Haus. Es gibt diesen absurden, zum Fremdschämen komischen Videoclip mit einer SPD-Dame namens *Michaela Engelmeier*, die sich selbst erst in Empörung und dann zu Tränen redet, als sie von Rassisten und so weiter stammelt, und sie habe auch gerade aus Berlin gehört, dass die AfD einen Fackelzug plane – an dem Punkt muss sie ihr Radebrechen abbrechen, denn, so sagt sie, sie muss brechen ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=fPMgr96nNY0&ab_channel=RettetDeutschland%21)). Diese Szene wird regelmäßig gepostet, um die irre Lügenwelt zu demonstrieren, in welcher die deutsche Linke lebt, und wie ihre Empörung von Fake News und Propaganda angefacht wird. Ganz aktuell aber erhält jener nun einige Jahre alte und längst ikonische Videoclip eine neue, weitere Bedeutung. Es ist ein paradigmatisches Beispiel für eine typische linke Verhaltensweise, deren Motto lautet: »Wirf dem Gegner vor, wessen du selbst schuldig bist.« (Ich schrieb zum Beispiel [am 26.8.2023](https://dushan.org/wirf-dem-anderen-vor/) darüber.) ## Geisterfahrer soll nicht wenden Über ein halbes Jahrhundert nach Willy Brandts berühmter Regierungserklärung wollten CDU und Friedrich Merz diese Woche im Bundestag jene berühmte Aufforderung befolgen: Mehr Demokratie wagen! Die CDU brachte einen Antrag zur Migrationspolitik ein, der zumindest im Ansatz den Willen des Volkes widerspiegelt – und die schlimme AfD stimmte zu (siehe dazu [»CDU + FDP + AfD: „Wir sind mehr!“«](https://dushan.org/habeck-glaubt-nicht/)). Es ist an diesem Punkt unserer Geschichte eine Binse, dass Deutschland der migrationspolitische Geisterfahrer Europas (und eigentlich dieses Planeten) ist. Außer sehr wenigen Co-Geisterfahrern wie der offen anti-britischen, anti-demokratischen und anti-weißen Regierung Großbritanniens steht Deutschland mit seiner Asylpolitik weltweit allein da. Der Entschließungsantrag, der nun mit der AfD eine Mehrheit fand, ist wenig mehr als eine *Überlegung*, vielleicht doch die Richtung zu wechseln – aber schon die bloße *Idee*, zumindest bei der Migrationspolitik etwas weniger selbstzerstörerisch zu handeln, versetzt die Pro-Suizidalismus-Parteienfront (»Linke«) in eine bald nur noch psychopathologisch zu erklärende Moralpanik. Am Abend ziehen über tausend Demokratiefeinde vor die CDU-Zentrale ([bild.de, 30.1.2025](https://www.bild.de/politik/inland/nach-mehrheit-dank-afd-hunderte-demonstrieren-vor-cdu-zentrale-679a6d32fa05797544209ac6)). Man will, so der Mob, »Merz« und auch die AfD »abschaffen«. Einen Menschen »abschaffen« – das bedeutet, ihn zu töten. Die Oppositionspartei AfD soll verboten werden, fordert der linke Mob. Nein, man sieht keine buchstäblichen Fackeln, und doch nenne ich dies einen *Fackelzug* *im Geiste*. Die Behörden empfehlen den CDU-Mitarbeitern, die Zentrale zu verlassen ([focus.de, 30.01.2025](https://www.focus.de/politik/deutschland/konrad-adenauer-haus-alarm-in-berlin-mitarbeiter-sollen-cdu-zentrale-verlassen_id_260680886.html)). Man hört von Mord-Drohungen gegen CDU-Mitarbeiter ([berliner-zeitung.de, 30.01.2025](https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/nach-abstimmung-im-bundestag-mitarbeiter-sollen-cdu-zentrale-verlassen-und-erhalten-morddrohungen-li.2292499)). Der linke Mob will nicht argumentieren, er will die Demokratie aushebeln und umgehen. Die Linken und Deutschlandfeinde wissen und geben offen zu, dass die Zusammenarbeit von CDU und AfD dem Willen der Mehrheit des Volkes entspricht (und endlich in Richtung dessen geht, was der Rest der Welt als »normal« und »gesunden Menschenverstand« bewertet). Deshalb *argumentieren* die Linken nicht – sie *schüchtern ein.* Man will die CDU einschüchtern, damit sie den Willen des Volkes ignoriert und wieder einer kleinen, anti-deutschen Extremistengruppe gehorcht. ## Aus der Gruft der Geschichte Wie ein Vampir, der nach jahrelangem Schlaf plötzlich erwacht und aus seiner Gruft steigt, so ist auch Angela Merkel plötzlich wieder da. Die böse Flaggenwegwerferin sieht ihr Lebenswerk, die Zerstörung Deutschlands, offenbar durch eine Zusammenarbeit von CDU und AfD gefährdet, und also attackiert sie dafür Friedrich Merz ([bild.de, 30.01.2025](https://www.bild.de/politik/inland/nach-attacke-auf-merz-merkel-haette-einfach-schweigen-sollen-679b8ae6ca2f4b62e94a7367)). Die Frau, die für das Unrechtsjahr 2015 und die [Schändung der Demokratie in Thüringen](https://dushan.org/gurkenrepublik/) verantwortlich ist, steigt aus der Gruft der Geschichte und schimpft auf Merz, was der sich denn bitte erlaube, mehr Demokratie zu wagen. ## Ein unkomfortables Event Der linke Mob, der die Demokratie längst für überwunden hält und seine eingebildete »Moral« mit Einschüchterung und Morddrohungen über den Willen des Volkes stellen will, ist weder spontan noch aus sich selbst heraus entstanden. Deutschland ist ein Propagandastaat, und Milliarden Euro werden in die Indoktrination der Bevölkerung investiert. Ich habe oft darüber geschrieben, etwa im Essay [»1,1 Milliarden Euro – willkommen im Propagandastaat«](https://dushan.org/propagandastaat/). Die gute Nachricht ist aber: Es spricht *für* die Deutschen, dass es nicht noch mehr linke Demokratiefeinde sind, die zum »Fackelzug im Geiste« vor die CDU-Parteizentrale ziehen. Anders als die anti-demokratischen Aufmärsche am Wochenende ist ein abendliches Event mitten in der Woche moderat unkomfortabel. Die Leute aber, welche dann wirklich gegen die Demokratie aufmarschieren, flankiert von Antifa-Schlägerbanden, nenne ich die »tollwütigen Schafe«. Einerseits sind sie wie Schafe, dumm und willig unterwegs zur Schlachtbank. Andererseits sind sie tollwütig, schäumen und wüten und wollen jeden niederbeißen, der es ihnen nicht gleichtut. Wir sollten mit diesen tollwütigen Schafen klug umgehen. Wenn ein Tier an Tollwut leidet, ist es wichtig, sich vor ihm zu schützen – das Tier selbst ist ja verloren. Und wenn ein metaphorisches Schaf zur Schlachtbank trottet, weil das eben seine Schafsnatur so will, dann ist es für uns die erste Aufgabe, ihm nicht aus Unachtsamkeit oder Reflex in der Tod zu folgen. Die tollwütigen Schafe sind seelisch und moralisch verloren. Doch immerhin können sie derzeit nicht berechtigt »Wir sind mehr!« rufen. »Mut zur Wahrheit« plakatierte mal die AfD, und ganz Deutschland sollte heute plakatieren: Mut zur Demokratie! - [CDU + FDP + AfD: »Wir sind mehr!« (sogar laut Habeck)](https://dushan.org/essays/habeck-glaubt-nicht/) Schock: Habeck gab im Bundestag de facto zu, dass die Mehrheit aus CDU, FDP und AfD die Mehrheit im Volk abbildet – wir sind mehr! Weniger schockierend war seine Reaktion, nämlich: »Ich will das alles nicht wirklich glauben« - das war typisch grün. Herr Habeck hat im Bundestag die Wahrheit gesagt. Ich bin wahrlich nicht sicher, ob er es absichtlich tat (außer auf subversive Weise, als ironischer Betrachter seiner eigenen Person), doch er tat es, und es ist so simpel wie schockierend zugleich. [Auf bundestag.de](https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7628518#url=L21lZGlhdGhla292ZXJsYXk/dmlkZW9pZD03NjI4NTE4&mod=mediathek) findet sich der neueste Topf mit Habeck-Sülze, als Video, 13 klebrige Minuten lang. Es geht um einen bloßen Entschließungsantrag der CDU, nämlich die Regierung zu bitten, doch endlich etwas Ordnung in die Migrationspolitik zu bringen. Das Thema selbst wurde an anderer Stelle ausgiebig behandelt, auch von mir (unter anderem im [Essay vom 26.1.2025](https://dushan.org/der-zurueckruderer/) … und [in vielen anderen](https://dushan.org/liste/)). Dass es aber nun im Bundestag nach 10 Jahren Realitätsleugnung zu ersten zaghaften Schritten in Richtung gesunder Menschenverstand kommt, ist den anstehenden vorgezogenen Bundestagswahlen geschuldet sowie den Umfragewerten der AfD. (Wie wenig die Toten selbst die Mainstream-Politik kümmern, war aufs Zynischste wieder letztes Wochenende bei den Propaganda-Aufmärschen zu besichtigen.) Und Herr Habeck sagte tatsächlich Bemerkenswertes zur, äh … Sache. ## Angebliche Geschichtsschwere In der TV-Serie »Game of Thrones« hieß es: »Ein Mann, der sagen muss, ›Ich bin der König‹, ist kein wahrer König«. Und bei der Habeckbetrachtung fiel mir jene Weis- und Wahrheit neu ein. Es läge womöglich nahe, dass es mir in einer umgekehrten Form einfiele, also: »Ein König, der sagen muss, dass er der König ist, ist nicht der wahre König – und ein Politiker, der die Bürger von der Polizei besuchen lässt, um deutlich zu machen, dass er kein Schwachkopf ist, der …« Doch nein, nicht die logische Umkehrung des Spruchs vom König und die Anwendung auf die Frage, ob Herr Habeck nicht nur Kinderbuchautor, sondern auch ein Schwachkopf ist, war es, an die ich zuerst dachte. Es war das Geschwurbel von der angeblichen Geschichtsschwere ebendieses Moments. Das Habeck-Geschwurbel schillert fettig, überzogen mit der fürs heutige Berlin typischen Rhetorik von Schreibern, die selbst nicht viel lesen – also nicht wirklich ein Gefühl für Sprache entwickelten. »Politische Schicksalstage erkennt man meist im Nachhinein«, so beginnt diese Sonate habeckscher Sülze, und erst »im Rückblick der Geschichte« erkenne man die wahre historische Bedeutung. Doch: »Das gilt nicht für diese Debatte. Das gilt nicht für diese Woche. Das gilt nicht für diese Tage.« In diesem Möchtegern-Stil geht es weiter. Phrasen und Floskeln, gefühlig und grün. Was die Berliner Irgendwas-mit-Medien-Hilfskräfte eben sagen, wenn sie ihrem Publikum signalisieren wollen, dass das Gesagte wichtig, ja historisch ist! Eine Phrase aber verdient es tatsächlich, hier zitiert und betont zu werden. Sie ist recht früh zu hören, etwa ab 2:45 [im Video auf bundestag.de](https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7628518#url=L21lZGlhdGhla292ZXJsYXk/dmlkZW9pZD03NjI4NTE4&mod=mediathek). ## Berechtigte Sorge Kontext: Die CDU-CSU-Fraktion hat einen Antrag eingebracht, der ausschließlich symbolischen Charakter hat, aber das gleich doppelt. Es handelt sich um eine unverbindliche Aufforderung an die Regierung, doch bitte endlich etwas für die Migrationspolitik zu tun. Der Antrag kann (und wird später auch) nur mit den Stimmen der AfD eine Mehrheit erlangen, und das bereitet den antideutschen Parteien SPD und Grüne berechtigte parteistrategische Sorge. Inmitten seines sonstigen Geschwurbels dazu sagt Habeck an jener frühen Stelle seines Sülzestroms dies: > Ich will nicht zu Verschwörungstheorien neigen und übergreifen (?), aber dieses Argument, das ich in verschiedenen Formulierungen in den letzten Tagen und Wochen immer wieder gehört habe, auch aus den Reihen der CDU, dass jetzt Mehrheit wird, was die Mehrheit im Volk ist, das schließt die AfD mit ein, sehr geehrte Damen und Herren. Das schließt die AfD mit ein, und ich will – ich will das alles nicht wirklich glauben. (Robert Habeck, 29.1.2025 im Bundestag, mein Transkript vom Video) Fazit: Lass einen Habeck nur lange genug schwurbeln, und er wird dir versehentlich die Wahrheit sagen! ## Nur mit dieser Definition Die erste erstaunliche Eigenschaft dieser Passage ist, dass der Begriff »Verschwörungstheorie« im absolut korrekten modernen Sinn verwendet wird! Eine »Verschwörungstheorie« ist eine für die Regierung unangenehme Wahrheit, die diese (noch) nicht öffentlich aussprechen oder auch nur hören will. Eine solche Definition mag essayistisch und überspitzt klingen, doch schaut euch diese Habeck-Passage an: Es ist die einzige Definition, nach welcher das Wort in diesem Abschnitt irgendeinen Sinn ergibt! Habeck spricht also eine für ihn unangenehme Wahrheit aus, eine »Verschwörungstheorie«. Doch worin besteht diese? Dass das Zusammengehen von CDU und AfD zur Mehrheit dem Wählerwillen entspricht! Dies und nichts anderes ist die für Berlin derzeit unangenehmste große Wahrheit. Warum auch immer Herr Habeck, der kein Schwachkopf ist, diese »Verschwörungstheorie« so eindeutig ausformuliert und wiederholt betont – er tut es. Wenn Demokratiefeinde und Deutschlandhasser aufmarschieren, blöken diese tollwütigen Schafe regelmäßig im Chor »Wir sind mehr!« – Zumindest die mangelnde Faktizität dieses Schlachtrufs der linken Antideutschen erhielt nun auch durch Dr. Klugkopf ihre Bestätigung. Habeck gibt de facto zu Protokoll, dass der Mehrheitswille des Volkes die Zusammenarbeit von CDU und AfD ist. Was er ab da sagt, ist eigentlich so egal wie immer, denn diese Wahrheit ist das eigentliche Thema für diese Debatte, für diese Woche, für diese Tage. Doch dann fängt er sich wieder, wie ein Trampolinspringer beim Rückwärtssalto, und er wird wieder ganz zum Grünen und zu Habeck. Der Philosoph erklärt als persönliche Schlussfolgerung aus der unangenehmen Wahrheit: »Ich will das alles nicht wirklich glauben.« ## Respekt! Begleitet von der für Linke typischen Verharmlosung des Dritten Reichs wurde später tatsächlich jener folgenlose, aber symbolstarke Entschließungsantrag angenommen ([bild.de, 30.01.2025](https://www.bild.de/politik/inland/asyl-stopp-mehrheit-mit-afd-veraendert-das-jetzt-unser-land-679a6c3242827b72a1349277)). Ich hätte nicht erwartet, dass die AfD zustimmt, hatten sich doch undemokratische Kräfte in der CDU so weit durchgesetzt, eine Passage mit hölzerner Anti-AfD-Hetze in den Antrag einzuschleusen. Die AfD beschloss, zum Wohl von Land und Demokratie dennoch zuzustimmen. Und so verschaffte sie dem Antrag die erste AfD-gestützte Mehrheit im Bundestag – wow, meinen Respekt dafür. ## Wahrer Wille Die undemokratische »Brandmauer« ist damit noch nicht eingestürzt, es ist höchstens ein kleiner Riss – aber immerhin das. Ähnlich wie es einst [Gorbatschow von Reagan zugerufen](https://de.wikipedia.org/wiki/Tear_down_this_wall!) wurde, so sollen alle Demokraten in Deutschland auch weiter rufen: »Mr. Merz, tear down this Brandmauer!« Dem Herrn Habeck aber rufen wir lieber nichts zu, denn Hausdurchsuchungen sind immer so anstrengend. Herrn Habeck sollten wir nur höflich danken, dass er mal die Wahrheit gesagt hat. Die Wahrheit darüber, was die wahre Mehrheit und der wahre Wille des Volkes in Deutschland ist. Die, denen Deutschland am Herzen liegt und die das Gehirn noch nicht ganz bei ARD & ZDF zur Betreuung abgegeben haben, dürfen in jenem Moment vorsichtig konstatieren: Wir sind mehr. Danke auch, Herr Habeck, dass Sie uns und der Welt gezeigt haben, wie Grüne reagieren und was sie sagen, wenn die offensichtliche Wahrheit wieder einmal all ihren Lebenslügen widerspricht: »Ich will das alles nicht wirklich glauben.« - [Zombies gegen Rechts](https://dushan.org/essays/zombies-gegen-rechts/) Deutschland hat Angela Merkel nicht überwunden, im Gegenteil. Heute haben wir Tausende und Millionen kleiner Merkels, jede kalt und empathiefrei und verheerend – und stur von der eigenen Moral überzeugt. Wenn wir von *Zombies* hören, denken die meisten von uns an *Halbtote in Filmen*. »Halbtot« bedeutet, dass bei diesen *Zombies* ganz offensichtlich der *körperliche* Aspekt des Totseins eingesetzt hat. Das Fleisch der *Zombies* verrottet bereits und fällt ihnen – wie auch zumeist die Kleidung – vom Körper. Hollywood-Zombies laufen mit nach vorn gestreckten Armen durch die Filmwelt und gieren häufig nach *Gehirnen*, die sie fressen wollen. In manchen Filmen ist das Zombie-Sein *ansteckend*. Das heißt, wenn ein Zombie einen Menschen beißt oder anders infiziert, wird jener ebenfalls zum Zombie. Oft hat die Infektion mit dem Zombiehaften eine *Inkubationszeit*. Während dieser ist der Infizierte zwar ansteckend, doch äußerlich nicht oder nur nach und nach als Zombie in spe erkennbar. Die Idee des *Zombies* geht auf den haitianischen Voodoo-Glauben zurück. Dort meint man mit *Zombie* eine durch magische Rituale wiederbelebte Leiche. Der Zombie in unserem heutigen Film-Sinn aber beginnt mit dem Film »Night of the Living Dead« (1968) von George A. Romero. ## Dein Innenleben liest dir vor Durch die moderne *Philosophie* stapft der Zombie als *Gedankenexperiment*, mit welchem unsere Intuition zum *Bewusstsein* getestet wird. Du und ich haben ein *Innenleben*. Falls du dir diesen Text innerlich selbst vorlesen solltest, dass du dir dieser inneren Stimme spätestens jetzt bewusst wirst, dass du weißt (wieder: spätestens nun, da ich es erwähne), wie sich der Stuhl unter deinem Hintern anfühlt, all das findet in deinem *Bewusstsein* statt. Ein *philosophischer Zombie* aber ist eine ausgedachte Figur, die in allen Eigenschaften *menschenartig* ist, die genauso redet und handelt wie ein Mensch und sich doch in einem Punkt unterscheidet: Der philosophische Zombie hat kein Bewusstsein, kein seelisches Innenleben. Philosophen argumentieren unter anderem: Weil wir über den *philosophischen Zombie* sinnvoll reden können, wird deutlich, dass *Bewusstsein* nicht zwingend ein *Teil des Körpers* ist, dass es noch eine *weitere* Eigenschaft ist … und viel mehr weiß man dazu dann leider auch nicht. ## Des Experiments Nützlichkeit Zu den *philosophischen Zombies* ließe sich anmerken, dass Philosophen – darin Priestern, Kirchweibern und Linken ähnelnd – die Natur ihrer Begriffe samt derer Grenzen mit der Natur der Realität verwechseln. (Nur weil wir vom Bewusstsein als etwas Getrenntem *reden* können, bedeutet das nicht, dass es von uns trennbar ist. *Butter* etwa ist ja auch ein anderer Begriff als *Milch*, und doch braucht es die eine für die andere.) Das Zombie-Gedankenexperiment der Philosophen ist auch für uns Normale nützlich. *Philosophische Zombies* erinnern uns zumindest daran, dass es *keinesfalls selbstvertändlich* ist, dass jeder unserer Menschen ein Innenleben hat, dass dem unseren weitgehend ähnelt. Wir betrachten uns selbst, wir beobachten den Mitmenschen und gehen davon aus, dass das Handeln eines Menschen von seinem Innenleben beeinflusst ist – eine ebenso banale wie notwendige Prämisse. Als weitere Betrachtung und Prämisse stellen wir die verschiedenartigen Handlungen der Menschen fest. Aus diesen beiden Prämissen können wir einfach und direkt schlussfolgern, dass das Innenleben der Menschen in *Inhalt* und *Struktur* sehr unterschiedlich ist. So logisch dieser Schluss auch sein mag, so *schmerzhaft* wird es, wenn wir kurz still werden und uns das *Ausmaß* seiner Bedeutung vergegenwärtigen. ## Gründlich anders strukturiert Ich wollte es wohl zu lange leugnen, wollte es nicht, wie man im Deutschen sagt, *wahrhaben*, doch inzwischen erschiene es mir als *Lüge*, diese Beobachtung zu verdrängen: Immer mehr Menschen in Deutschland verhalten sich gewissenlos und kalt, wie Zombies im Film. Folglich muss ich davon ausgehen, dass deren Innenleben gründlich anders strukturiert ist als das meine. Ich erinnere mich, als ich mich noch fragte, wie ein Mensch so kalt, zynisch und mörderisch und zugleich zutiefst von der eigenen Moralität überzeugt sein konnte wie Angela Merkel. Heute sehe ich Tausende, wenn nicht *Millionen* kleiner Angela Merkels; jede von der eigenen moralischen Rechtfertigung überzeugt, jede kalt und böse. Ich [erwähnte jüngst die »Omas gegen Rechts«](https://dushan.org/bleibt-hoeflich-und-legal/). So kaltherzig und empathiefrei wie diese ideologisierten Damen daherkommen, erscheint es mir nur schwer vorstellbar, dass sie alle *Enkel* haben – oder auch nur Kinder, die noch mit ihnen reden. Selbst *wenn* sie biblisch Kinder und Enkel haben sollten, sind die »Omas gegen Rechts« emotional etwa so sehr »Oma«, wie Merkel »Mutti« ist. Doch die »Omas gegen Rechts« sind nicht die einzigen *Zombies* und *Merkels*, die uns dieser Tage gruseln lassen. ## Millionen kleiner Merkels Die CDU mit Friedrich Merz etwa hätte die Möglichkeit, jederzeit das Sterben für die »Brandmauer« zu verhindern; eine Mehrheit im Bundestag hätten sie … mit der AfD. Doch [keine Zahl an Brandmauertoten](https://dushan.org/die-brandmauertoten/) kann in diesen Ideologie-Zombies ein handelndes Gewissen zum Leben erwecken. (Aktuell wird berichtet, dass schon vor zwei Tagen ein junger CDU-Politiker von einem aus Guinea stammenden Gedulteten getötet worden sein soll; siehe etwa [welt.de, 28.1.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article255262224/Beelitz-Heilstaetten-Mann-aus-Guinea-gesteht-zwei-Gewalttaten-Ministerin-nennt-weitere-Details.html). Die CDU verhält sich still; menschlicher Anstand könnte *das Narrativ* stören, und es ist Wahlkampf.) Als in Aschaffenburg ein 2-jähriges Kind und ein 41-jähriger Mann von einem ausreisepflichtigen Afghanen zu Tode gemessert wurden, marschierten Tausende deutsche Zombies auf – und zwar, weil sie *mehr davon* haben wollten, denn sie marschierten »gegen Rechts«, und »gegen Rechts« bedeutet »mehr davon, wie es jetzt ist«. Wir beobachten es in ganz Deutschland: Menschen werden kalt und zynisch. Tausende und Millionen kleiner Merkels auf den Straßen und bisweilen im Bekanntenkreis, jede kalt und egoistisch und doch von ihrer eigenen Moral überzeugt. Ich aber fühle mich, wenn ich das logisch zu erschließende Innenleben dieser Gestalten bedenke, *einsam*. ## Neue Einsamkeit Es ist normal, sich in diesen Tagen – und mit *Tagen* meinen wir: in diesen *Jahren und Jahrzehnten* – *einsam* zu fühlen. Einsam, weil es sich bisweilen anfühlt, als ob ich allein unter Zombies wäre, allein unter Außerirdischen. Allein, weil ich aus dem Handeln der Masse schließen muss, dass deren Innenleben sehr und grundsätzlich anders beschaffen ist als das meine. ## Ein Unterschied Jede der für Hollywood spezifischen Eigenschaften von Zombies dient dem Reiz des Films. Zombies sind etwa *gruselig*, und Grusel verkauft sich. Weil Film-Zombies per Definition keine Seele haben, dienen sie dazu, als menschenartige Figuren ohne Gewissensbisse abgeschlachtet zu werden – es sind ja keine Menschen. Da aber stimmt der Vergleich mit unseren kalten Mitmenschen nicht mehr, im Gegenteil: Diejenigen, die heute wie kalte Zombies und kleine Merkels durch die Welt wanken und grinsend Selfies schießen oder sich zynisch vor den Öfen von Auschwitz inszenieren, die sehe ich doch nicht als seelenlose Zombies an, sondern als erkaltete Menschen mit anderem Innenleben als ich. Doch *die* machen kein Geheimnis daraus, dass sie *mich* kaum als Mensch betrachten, sondern eher als Ratte und Abschaum, ohne Recht auf Meinung und Fürsprecher. Die moderne Idee des Zombies begann mit der *Nacht der lebendigen Toten*. Dies aber sind, so fühlt es sich an, die Jahre der an Seele und Gewissen toten Lebenden. Und wir müssen uns vor ihnen schützen, um nicht einfach nur tot zu enden. - [Zu dumm für Fahrprüfung, während Drachen wettstreiten](https://dushan.org/essays/drachenwettkampf/) Noch nie gingen das, womit Deutschland sich beschäftigt, und das, was global in Wirtschaft und Technik passiert, derart auseinander wie heute. Deutschland wird dümmer, während die Supermächte auf dem Feld der »künstlichen Intelligenz« wettstreiten. Wer heute einen geraden, klaren Blick auf die Welt nehmen wollen sollte, der sähe dadurch bereits ein viel zu unvollständiges Bild. Eine angemessenere Sichtweise wäre womöglich das *Schielen* – und genau das wollen wir in diesen Zeilen hier und heute tun. Wir schielen mit dem einen Auge hier zunächst auf Deutschland. Wir betrachten eine Meldung zur *blanken Dummheit* heutiger Fahrschüler. Mit dem anderen Auge aber schauen wir auf den heute tobenden großen Kampf zweier großer *Supermächte* – oder in poetischeren Worten: zweier *Drachen*. Zusammen wird beides ein *Bild* ergeben, so hoffe ich – oder zumindest eine *nützliche Skizze*. ## Merkmale des Irrsinns Einmal der Blick nach Deutschland. Es ist immer weniger eine essayistische Zuspitzung und dafür täglich mehr eine nüchterne Beschreibung, wenn wir formulieren, dass Deutschland und ganze Blöcke der deutschen Gesellschaft veritable Merkmale des *Irrsinns* aufweisen. Wenn ich aktuelle Nachrichten zur essayistischen Betrachtung auswähle, dann suche ich üblicherweise nach der Schnittmenge zwischen dem *Paradigmatischen* und dem, was *mich bewegt*. Eine Nachricht, über die ich schreibe, sollte als *[Pars pro toto](https://de.wikipedia.org/wiki/Pars_pro_toto)* für ihre Schwesternachrichten stehen – und sie sollte mich emotional aufrütteln, sollte [Strukturen betreffen, die *mir* relevant sind](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/), und zwar *fühlbar*. Inmitten all des Grünen-Wahnsinns, [der neuesten Schweinerei aus linken Ministerien](https://www.bild.de/politik/inland/befoerderungen-rot-gruen-bringt-beamte-in-luxus-posten-679772683617c67570e278ae) und so weiter, zwischen der neuesten Rückgratlosigkeit des Herrn Merz und den [frischesten Brandmauertoten](https://dushan.org/die-brandmauertoten/), in all dem Wahnsinn ist es mir tatsächlich heute gelungen, eine Nachricht zu finden, der es auf überraschende Weise gelingt, 1. als *paradigmatisch* für unsere Zeit zu stehen, 2. unsere Zeit zu *erklären* und sich 3. dennoch von den übrigen zu unterscheiden. Bei [focus.de, 26.1.2025](https://www.focus.de/auto/ratgeber/kosten/immer-mehr-fallen-durch-zu-bloed-zum-autofahren-psychologe-rechnet-mit-fuehrerschein-durchfallern-ab_id_259760526.html) lesen wir aktuell: »Jeder Zweite schafft die theoretische Führerschein-Prüfung nicht. Deshalb hat Psychologie-Professor Florian Becker eine harte These: Schuld daran seien nicht äußere Umstände, sondern eine bedenklich abnehmende Leistungsfähigkeit bei Jugendlichen.« Nach dieser verhältnismäßig milden Einleitung wird es deutlicher: »50 Prozent verstehen die Theorie einfach nicht«, »kognitive Defizite«, »fehlende Selbstdisziplin«, »Konkret: Low-IQ, Verdummung«. ## Außer darin, dass wir uns widersprechen Ich habe mehr als einmal darüber geschrieben: Jugendlichen wird heute aktiv die Denkfähigkeit zerstört. *Einer* der zentralen Faktoren ist das Smartphone; siehe dazu etwa die Essays [»Wenn Mädchen brutal werden« (2023)](https://dushan.org/maedchengewalt/) oder [»Was, wenn sie dumm bleiben?« (2023)](https://dushan.org/dumm-bleiben/). Ich warnte schon 2017 davor, im Essay [»Scrollende Wracks sind keine Leser«](https://dushan.org/scrollende-wracks/). Man könnte mir zu widersprechen versuchen – und einige von euch taten es, besonders wenn sie ihren Kindern gerade neue iPhones gekauft hatten –, dass Smartphones doch nicht die *einzige* Ursache für kognitiven Verfall sind, und leider muss ich auch hier eine meiner liebsten Repliken anwenden: Ich stimme zu, außer darin, dass wir uns widersprechen. – Smartphones sind *ein* Faktor der aktiven Verblödung, und es kommen weitere dazu (etwa die Propaganda in Staatsfunk und Schulen). Von der Verblödung auf breiter gesellschaftlicher Front berichten ja nicht nur Fahrschulen und Fahrprüfern. Darüber berichten ja auch viele Lehrer aus dem Schulalltag – und zwar seit Jahren schon. In Schulen lassen sich die Probleme allerdings zu einem gewissen Grand jahrelang zunächst *weglügen* und schließlich *weiterreichen*. Das bedeutet: Firmen und Universitäten klagen, dass ihnen Jugendliche ohne grundlegende Bildung oder auch nur Lebenskenntnisse übergeben werden. Bei den Fahrschulen allerdings wird es spannend, wenn man die Prüfungen dem Gehirnzustand der Jugendlichen anpasst … und diese neuen Fahrer bald auf den deutschen Schilderwald losgelassen werden. Das also soll der *erste* Blick unseres großen Schielens sein, und mit diesem Auge sehen wir: Die Deutschen werden blöder. Bei einigen gesellschaftlichen Blöcken ist es messbar, wie etwa bei Schülern, bei anderen ist es sichtbar, wie vielleicht bei den »Omas gegen Rechts«. Doch nun lasst uns in eine ganz andere Richtung schielen, geradezu *unsere Augen verrenken*, um unsere Zeiten vollständiger zu *sehen*. ## Prophezeiungen werden wahr Einige von euch haben mitbekommen, dass aus China ein neues KI-LLM samt öffentlichem KI-Chat publiziert wurde. Es heißt DeepSeek R1 ([Wikipedia hat einen Artikel dazu](https://de.wikipedia.org/wiki/DeepSeek)). Das chinesische Unternehmen sitzt, genauso wie sein einziger Investor, in Hangzhou, Zhejiang. DeepSeek behauptete, das neue Modell sei mit lediglich 50.000 semi-legal importierten NVIDIA-GPUs trainiert worden, und das Training habe nur wenige Millionen Dollar gekostet. Doch bis auf die zu erwartende Zensur bei Tian’anmen-Fragen schien das neue chinesische Modell die besten US-amerikanischen Modelle von OpenAI und Claude zu schlagen. Die US-Tech-Szene war *schockiert*. Am gestrigen Montag fielen die Tech-Aktien, insgesamt wurde etwa 600 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet ([reuters.com, 28.1.2025](https://www.reuters.com/technology/tech-stock-selloff-deepens-deepseek-triggers-ai-rethink-2025-01-28/)). Man fragte sich, ob die absurden Milliardenbeträge für das Training amerikanischer KI-LLMs versenkt und wertlos sind, wenn die Chinesen für ein relatives Taschengeld ähnliche Intelligenz leisten und in manchen zentralen KI-Bereichen wie Schlussfolgerung und Code sogar *bessere* Leistung erzielen. Inzwischen hört man Gerüchte, dass die Chinesen etwas geflunkert haben könnten und das Training doch etwas aufwändiger war. Die Tech-Aktienkurse beruhigen sich wieder ein wenig. ## It’s so over (for Europe) Die *eigentliche* Erkenntnis des Deepseek-Dramas fasst aber auf X ein aktuell etwa 15.000-mal repostetes Meme zusammen ([@dogeofficialceo, 27.1.2025](https://x.com/dogeofficialceo/status/1883925589599609040)). »It’s so over for Europe«, heißt es dort. Die Grafik jenes Memes macht sich darüber lustig, dass zwischen den USA und China ein Wettbewerb der KI-»Drachen« ausgekämpft wird – in der debilen EU aber ist man derweil stolz darauf, den fest befestigten Flaschendeckel erfunden zu haben. Ich erinnere daran, dass ich auf genau diese Entwicklung schon im Jahr 2019 hingewiesen hatte, im Essay [»Künstliche Intelligenz und Mäusespeck«](https://dushan.org/ki-maeusespeck/): > China plant, bis 2020 die USA bei künstlicher Intelligenz aufgeholt zu haben – mit der für China typischen Unbedarftheit etwa beim Datenschutz – erste eigene Durchbrüche bis 2025 vorlegen zu können und bis 2030 der Weltmarktführer bei künstlicher Intelligenz zu sein – Deutschland plant, sich selbst zu de-industrialisieren. ([Essay vom 2.4.2019](https://dushan.org/ki-maeusespeck/)) Nun, immerhin läuft es für alle drei, USA, China und Deutschland, nach diesem schon 2019 absehbaren »Plan«: China hat in Sachen KI aufgeholt, Deutschland aber de-industrialisiert sich – und seine Jugend wird blöde. ## Praktisch genutzt Diese beiden Meldungen, von *Fahrschulversagern* und von der chinesischen KI *Deepseek*, sind das *Schielen*, mit dem ich heute versuche, einen *realistischen* Blick auf unsere Lage in Welt und Geschichte zu nehmen. Der Einzelne aber, verantwortlich für sich, seine Familie und sein Einkommen, muss seinen Kurs planen zwischen den Faktoren *deutsche Dummheit* und *künstliche Intelligenz*. Ich selbst nutze künstliche Intelligenz schon heute ganz praktisch, jeden Tag. Ein Beispiel dafür gebe ich euch in dem anderen heutigen Essay: [»Ich mietete Superkräfte (für 10 Euro)«](https://dushan.org/superkraefte-fur-10-euro/) Ob schielend oder mit geradem Blick: Noch nie war es so neblig und verschwommen, wie die Zukunft auch nur einem halben Jahr aussehen wird, geschweige denn in fünf oder zehn Jahren. Für das Handeln des Einzelnen, also: *mein* und *dein* Handeln, kann ich heute nur in denkbar simplem Duktus empfehlen: Hüte dich vor der natürlichen Dummheit der Masse – und nimm die Hilfe der künstlichen Intelligenz an, auf dass du *selbst* klüger werdest! - [Ich mietete mir Superkräfte (für 10 Euro)](https://dushan.org/essays/superkraefte-fur-10-euro/) Künstliche Intelligenz wird unsere Welt vor allem »unsichtbar« verändern. Plötzlich werden Dinge anders sein, und wir werden nicht wissen, dass es KI war, die sie verändert hat. Die Menschen reden viel von künstlicher Intelligenz (KI) und davon, was »denkende Maschinen« in Wirtschaft, Gesellschaft und Alltag bewirken *werden*. Lasst mich euch aber ganz praktisch zeigen, was KI schon heute bewirkt hat, als mein eigenes, sehr kleines und damit *greifbares* Beispiel dafür, was KI in viel größerem Maßstab bewirken *wird*. Ich betreibe die [»Freien Denker«](https://dushan.org/freie-denker/), eine viertelstündlich automatisch aktualisierte Liste der neusten Texte unabhängiger kritischer Autoren. Technisch stehen hinter den »Freien Denkern« zwei auf Servern installierte Apps, die ich beide vor Jahren selbst programmiert habe, Zeile für Zeile. Die eine App sammelt die Daten ein, prüft und reinigt sie. Ja, »reinigt sie«: Es ist immer wieder überraschend, was alles schiefgehen kann, wenn Hobby-Techniker ihre Blogs samt RSS-Feed aufsetzen. Diese erste App sammelt die Daten also, bereitet sie auf und stellt sie zu der viertelstündlich aktualisierten Seite zusammen, die ihr auf [dushanwegner.com/freie-denker/](https://dushan.org/freie-denker/) seht. Nachdem die erste App die Daten gesammelt und aufbereitet hat, benachrichtigt sie eine zweite App, die Daten dann auch zu veröffentlichen. Diese zweite App holt sich die aktuellen Daten, stellt sie online und triggert das Löschen des Caches, damit ihr auch wirklich die neuen Seiten seht.  ## Cache, von Hand gelöscht Ich habe die »Roboter« hinter den »Freien Denkern« vor Jahren selbst programmiert, und seitdem lief es über Jahre mehr oder weniger stabil. Auf [meiner Status-Seite](https://dushanwegner.statuspage.io/) sieht man den *ehrlichen* technischen Status nicht nur der Website, sondern auch dieser beiden Roboter. Immer wieder passierte es aber, dass »sich etwas aufhängte«. Dann schriebt ihr mir Mails, dass ich noch bitte nachschauen soll. Das tat ich dann auch, löschte den Cache noch mal von Hand, prüfte das Format und so weiter. (Der »Cache« ist eine Funktion, die Daten »passiv« bereithält, damit sie schneller verfügbar sind und die Seite schneller lädt – doch veraltete Caches sind eines der lästigsten Internet-Probleme.) Ich *kannte* aber die wahre Ursache der Probleme: Mein Code war, was man »Spaghetti-Code« nennt, teilweise *sehr* unschön. ## Manchmal richtig Einige *Webhooks* waren gehardcoded – teilweise derselbe Webhook an mehreren Stellen! –, nicht alle Webhooks waren up-to-date. (Ein »Webhook« ist eine spezielle, vereinbarte URL, mit deren Hilfe eine im Internet laufende App einen Server über ein Ereignis benachrichtigen kann.) Auch ganze Funktionen waren de facto gedoppelt – ganz oder zum Teil. Eine Aktualisierung des Codes an nur einer Stelle konnte dazu führen, dass es daraufhin *öfter* richtig lief, aber nicht immer, und das ist *sehr *frustrierend. Es gab seitenlange Methods statt »separation of concerns«. Ich verstand selbst nicht die Logik, wann genau der Cache gelöscht wurde und wann nicht. Ich hatte mir seit Jahren vorgenommen und also vor mir hergeschoben, den Code aufzuräumen – einen Profi-Programmierer einzustellen wäre absurd teuer gewesen, weit jenseits meines Budgets. Ich hätte es noch ein Jahrzehnt oder so aufgeschoben … wenn sich nicht mal eben die Welt verändert hätte! Ich lud die Software [*Windsurf von Codeium*](https://codeium.com/windsurf) herunter. *Windsurf* ist de facto ein programmierender Assistent, der dir hilft, deinen eigenen Code wahlweise zu schreiben oder zu verbessern. Mit Hilfe von KI konnte ich den Code hinter den »Freien Denkern« aufräumen. Innerhalb von zwei Tagen – *nach* den täglichen Essays – hatte ich wichtige Funktionen wie die Aktualisierung des Caches extrahiert und ein sauberes Interface für alle API-Keys, Webhooks und sonstigen Einstellungen aufgesetzt. Eine geradezu schockierende und lebensverändernde Nützlichkeit von KI beginnt damit, der KI zu sagen: »Bitte gehe durch meinen Code, dann erkläre mir, was ich damit vermutlich tun wollte, und dann schlage Optimierungen vor!« Wenn ihr also fragt, wie KI euer Leben verändert: Die [*Freien Denker*](https://dushan.org/freie-denker/) werden jetzt weit zuverlässiger aktualisiert. Die KI hat mir *Superkräfte* gegeben – und ich zahle dafür *10 Euro im Monat*. Dieser konkrete Fall, so klein er auch sein mag, verdeutlicht zwei verwobene KI-relevante Trends für *unsere* Zukunft: - Wäre ich ein Konzern, der teure Programmierer einstellen kann, hätte ich dies in diesem konkreten Fall eben doch nicht machen müssen. Obwohl der Bedarf an Software-Arbeit steigen mag, könnte der Bedarf an Programmierern sinken. - Die KI half mir, in 2 Tagen umzusetzen, wofür ein Profi vielleicht eine Woche oder mehr gebraucht hätte, auf professionellem Niveau – und ohne KI hätte ich es* nicht* getan. (Nota bene: Den größten Teil seiner Zeit hätte der Profi vermutlich dafür aufgewendet, überhaupt erst nachzuvollziehen, was der Wegner vor Jahren mit seinem Spaghetti-Code bewerkstelligen wollte.) ## Plötzlich anders Künstliche Intelligenz wird unsere Welt an vielen Stellen »unsichtbar« verändern. Einige Dinge werden von heute auf morgen anders sein, wie die Dinge der Welt sich seit jeher stets verändern, und wir werden oft nicht wissen, dass es *die Intelligenz der Roboter* war, durch deren Hilfe sie verändert wurde. In diesem Fall habe ich euch *gesagt*, dass es KI war, die mir half, die »Freien Denker« stabiler laufen zu lassen. Doch wenn ihr diesen Artikel *nicht* gelesen hättet, ginge es euch genauso wie all den vielen Besuchern jener Seite: Ihr hättet einfach festgestellt, dass es besser ist, und ihr hättet nicht weiter darüber nachgedacht. Ich *hätte* mir gar keinen Profi-Programmierer leisten können. Durch KI aber konnte ich etwas realisieren, was früher Firmen mit ernstzunehmenden Budgets vorbehalten war, nämlich eine professionelle Code-Revision, welche die Stabilität des Gesamtsystems erhöht. Bei manchen der technischen Probleme, an denen sich die Roboter hinter den [»Freien Denkern«](https://dushan.org/freie-denker) in der Vergangenheit verschluckten, verstehe ich die Ursache bis heute nicht – doch jetzt ist es mir auch egal. Ich stellte fest: Auch und gerade jene Probleme, die man *nicht* versteht, verschwinden häufig *wie von selbst*, wenn man nur das System sauber und nach bewährten Regeln ordnet – und der politische Essayist in mir ahnt, dass darin eine nützliche Metapher zu finden ist. - [Nie wieder sollen sie auf den Gräbern der Opfer tanzen](https://dushan.org/essays/friedhofswalzer/) Ein »Unmensch« ist einer, der im Verhalten seine Menschlichkeit ablegt. Etwa indem er feixend Selfies knipst, während die Opfer seiner Ideologie noch im Kühlhaus liegen. Grüne und der »Demo gegen Rechts«-Mob wählen, die »Unmenschen« von heute zu sein. »Nie wieder!«, so wurde mir einst in der Schule eingebläut. Also nicht im Wortsinn *eingebläut*, denn die Prügelstrafe war da bereits seit einigen Wochen abgeschafft, zumindest in den Metropolen. In der Provinz aber, so höre ich – und das ist kein Scherz, also kein »Scherz« in dem Sinne, dass es *in der Sache falsch* wäre –, da lebten und lehrten in den Schulen noch Lehrer alter Schule. Und diese kraftvollen Lehrkräfte erzogen noch mit schnalzendem Lineal und erinnerungsförderndem Schlag auf den Hinterkopf. In der Großstadt aber, da prügeln einen bloß die Mitschüler, immer wieder auch die, über deren Prügel sich zu beschweren heute rassistisch ist. Doch zu meinen Zeiten war auch das nicht ganz so brennpunkthaft. Nein, in der deutschen Großstadt prügelt man die Schüler nicht am Körper, da prügelt man sie an der Seele, prügelt ihnen ein schlechtes Gewissen ein, auf dass sie gute Menschen seien. Ein schlechtes Gewissen, weil sie deutsche Schüler in Deutschland sind, und dafür, so lernten wir, hatten wir uns zu schämen. Wir hatten keinen eigentlichen Geschichtsunterricht, keine Sozialkunde, keine Religion – wir hatten Nazis-sind-schlimm-Unterricht. Wer wissen wollte, wer [Barbarossa](https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_I._(HRR)) war (ich habe inzwischen nachgeschaut: 1122–1190, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches) oder wer [Karl der Große](https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_der_Gro%C3%9Fe) (747–814, Begründer ebenjenes Heiligen Römischen Reiches), der musste das heimlich unter der Schulbank nachlesen. Von der [Paulskirche](https://de.wikipedia.org/wiki/Paulskirche_(Frankfurt_am_Main)) ([Ort der ersten deutschen Nationalversammlung](https://de.wikipedia.org/wiki/Paulskirche_(Frankfurt_am_Main)#Paulskirche_als_Tagungsort_der_Nationalversammlung) von 1848 bis 1849) oder den [Weberaufständen](https://de.wikipedia.org/wiki/Weberaufstand#Schlesischer_Weberaufstand_1844) (1844, Proteste der schlesischen Weber gegen die Industrialisierung) raunten wir einander nur verhuscht auf dem Schulhof zu. ## Wie Suppe vor Stalingrad Nein, von solchem Fliegenschiss lernten wir nichts, denn außer vielleicht Mathe und Physik war alles andere ja Nazis-sind-schlimm-Unterricht. Ich höre, dass ich damit noch günstig lag, denn *erstens* sind heute stellenweise längst auch Mathematik, Physik und so weiter zu Nazis-sind-schlimm-Unterricht mutiert. Und *zweitens* meint man heute mit »Nazis« gar nicht mal die NSDAP, sondern die einzige inhaltliche Oppositionspartei in Deutschland und dazu generell jeden politischen Abweichler, der Deutschland bewahren will. Also ist selbst die Geschichte, die man heute im Nazis-sind-schlimm-Unterricht lernt, eher so dünn und wenig nahrhaft wie die Suppe vor Stalingrad (wovon vermutlich heute ebenfalls lieber weniger gelehrt wird, sonst müsste man all den seit neulich kriegsbegeisterten Grünpionieren erklären, dass und warum es eine bewährt schlechte Idee ist, deutsche Panzer gen Osten zu entsenden). ## Es scheint unwahrscheinlich »Nie wieder!«, das aber war der Refrain, der uns mit täglicher seelischer Präventivprügelstrafe eingebläut wurde. »Nie wieder!« dürfe es *dazu* kommen – doch sie ließen offen, als sei es ganz selbstverständlich, was dieses »Dazu« nun genau war, welches doch *nie wieder* passieren darf. Wenn »Nie wieder!« bedeuten sollte, dass nie wieder jener österreichische Kunstmaler in Deutschland an die Macht kommen darf, dann schiene mir das inzwischen – selbst *wenn* sich jener Herr *nicht* selbst gerichtet, sondern mit der Reichsflugscheibe nach Neuschwabenland abgesetzt haben sollte – obsolet. Denn selbst dann hätte der Zahn der Zeit die Knochen jenes Herrn inzwischen zuverlässig blankgenagt. Insofern droht *dieses* konkrete »Nie wieder!« nicht. Auch eine bevorstehende Neugründung der NSDAP scheint unwahrscheinlich. Selbst als ihre originalen Mitglieder noch lebten, hätte man sie ja erst [aus all den anderen Parteien im Bundestag außer der AfD](https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_ehemaliger_NSDAP-Mitglieder,_die_nach_Mai_1945_politisch_t%C3%A4tig_waren) abziehen müssen, und wer sich als Altnazi etwa durch Mitgründung einer feinen Partei wie [»Die Grünen«](https://dushan.org/affe-mit-maschinengewehr/) oder der [»Bayernpartei«](https://de.wikipedia.org/wiki/Bayernpartei) ein Pöstchen und dazu ein neues Mäntelchen samt Einkommen gesichert hat, der gibt das alles zumeist *nie wieder* her – seien wir realistisch. Was also war es *genau*, über dessen »Nie wieder!« wir wachen sollten? Ich musste es mir selbst zusammenreimen, und ich muss es wieder tun. ## Zu kritisieren wagen »Nie wieder!«. Das könnte bedeuten, dass in Deutschland nie wieder das Leben von Menschen für eine Ideologie geopfert wird. »Nie wieder!« sollte, finde ich, ganz wesentlich bedeuten, dass in Deutschland nie wieder Menschen bedrängt werden, weil sie anders denken, anders fühlen oder die Regierung zu kritisieren wagen. Ich bin so alt, »Multimedia in der Schule« bedeutete in meiner Jugend, dass im Nazis-sind-schlimm-Unterricht der Video-Wagen in die Klasse gekarrt wurde und der Lehrer eine VHS-Kassette mit einem Videofilm einlegte. Bisweilen lief dann auf dem Röhrenfernseher ein Film mit Aufnahmen von »damals«. Jene Aufnahmen waren der Filmchemie ihrer Zeit geschuldet in Schwarzweiß, was den unkonzentrierten Zuschauer zu dem Irrtum verführen konnte, dass es *das Schwarzweiße* sei, das *nie wieder* passieren darf. Dies wäre aber nur im *metaphorischen* Sinne richtig! Denn *erstens* waren die Aufmärsche damals *tatsächlich* durchaus farbenstark (»farbenfroh« fühlt sich als Begriff falsch an; im Nachhinein betrachtet war da wenig Frohes dran, und neben den Erdtönen der Hemden war nur *eine* Farbe prävalent: *Rot*). Und *zweitens* war das Denken der Menschen damals *sehr* »schwarzweiß«, also eher so im Sinne von Matthäus 12, Vers 30a: »Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich«. Besonders *dieses* Schwarzweiße verstand ich naiver Jüngling als jenes, das »nie wieder« sein sollte. Nie wieder sollte ein Mob tausender aufgepeitschter Deutscher im Namen einer Ideologie aufmarschieren, Abweichler verhöhnen und manisch lachen. Nie wieder sollten Deutsche johlen und feixen auf den Gräbern der Toten, die sie für ihre Ideologie *geopfert* hatten, die sie noch *opfern* würden. ## Andere auffällige Merkmale Ich hatte »Nie wieder!« wohl falsch verstanden – oder in Deutschland läuft etwas gerade *sehr* falsch. Ich beschreibe Deutschland als einen Propagandastaat, und *eine* der Eigenschaften, deren *jede* einzelne einen solchen Begriff stützen würden, ist die Tatsache, dass in Deutschland der »Protest« *für* die Regierung und *gegen* die Opposition von der Politik betrieben und mit Steuergeld finanziert wird. Ein kleines Beispiel solcher offen anti-demokratischer Agitation wäre wohl die Förderung der im Verhalten und anderen Merkmalen auffälligen [»Omas gegen Rechts«](https://dushan.org/bleibt-hoeflich-und-legal/) (siehe [@MedienfuzziShow, 26.1.2025](https://x.com/MedienfuzziShow/status/1883602843325894812)). Diese und andere offen anti-demokratische Gruppen scheinen in der letzten Zeit bald im Wochentakt abkommandiert zu werden, um gegen abweichende Meinungen zu »demonstrieren«. Auch letztes Wochenende wurden in ganz Deutschland diese widerlichen Aufmärsche zigtausender kaltherziger Maschinenrädchen orchestriert. ## Leider nicht ungewöhnlich Der deutsche Staatsfunk berichtet von »Zehntausenden« ([tagesschau.de, 25.1.2025](https://www.tagesschau.de/inland/demos-gegen-rechtsruck-100.html)), die »gegen Rechtsruck« demonstriert haben sollten – »rechts« ist deutscher Code für Kritik an linksgrüner Ideologie. An und für sich ist der Aufmarsch von Demokratiefeinden im »Kampf gegen Rechts«, angeführt und aufgeheizt von Ideologen, leider nicht ungewöhnlich in Deutschland. Diese Woche aber war die Stimmung besonders euphorisch, geradezu manisch. Wenige Tage zuvor hatte ein Afghane in Aschaffenburg ein 2-jähriges Kind und einen 41-jährigen Mann so brutal wie »zufällig« zu Tode gemessert. (Ich schrieb darüber im Essay [»Brandmauertote, die Opfer einer Ideologie«](https://dushan.org/die-brandmauertoten/).) Die Reaktion der moralisch verantwortlichen Ideologen? Gutgelaunte Aufmärsche »gegen Rechts«. ## Macht übers Leben Es sind die sogenannten *Rechten*, welche diese Art der so sinnlosen wie herzbrechenden Gewalt in Deutschland beenden wollen. Doch diese Gewalt ist eine direkte Folge linksgrüner Ideologie – und die Linksgrünen scheinen inzwischen so weit zu sein, sich öffentlich an ihrer vermeintlichen Macht über das Leben zu berauschen. Im vollen Bewusstsein, dass ihre Ideologie wieder Menschenleben gekostet hatte, feierten Grüne nicht nur in aller Öffentlichkeit, sie nahmen dabei auch ans Manische grenzende Fotos von sich selbst auf, sogenannte »Selfies«. Längst frei von jedem Schamgefühl oder Anstand posteten sie ihre Feierbilder im Internet ([@fbrantner, 25.1.2025](https://x.com/fbrantner/status/1883211475462111293)/[archiviert](https://archive.is/5cKuw)). Der Leichnam des zweijährigen Kindes von Aschaffenburg liegt noch gekühlt »im Kühlraum der Gerichtsmedizin« ([@0815Meinung, 25.1.2025](https://x.com/0815Meinung/status/1883249623625814275)), ist noch nicht einmal beerdigt, doch die moralisch dafür Verantwortlichen johlen und lachen und feiern, berauscht von sich selbst. Diese Leute machen nicht einmal ein Geheimnis darum, für welche Ideologie sie fröhlich feiernd Menschenleben opfern. Sie schreiben: »100.000 Menschen stehen zusammen. #Wirstehenzusammen für eine #Brandmauer«, so [postete man](https://x.com/BriHasselmann/status/1883210196350316744). Damit aber fällt auch jede Entschuldigung und Schuldbefreiung für CDU-Wähler weg: Grüne opfern Menschenleben für dieselbe Ideologie wie Friedrich Merz – [für die »Brandmauer«](https://dushan.org/die-brandmauertoten/). ## Un und Mensch In unserem Nazis-sind-schlimm-Unterricht lernten wir damals zwei Begriffe, die zunächst sehr ähnlich klingen, aber eine sehr unterschiedliche und praktische gegensätzliche Funktion haben. Da wäre einmal der Begriff »Untermensch«. Damit sprach man Abweichlern und zu Feinden erklärten Randgruppen ab, überhaupt *Menschen* zu sein. Man bezeichnete sie als *Ratten* und *Ungeziefer*. Es ist eine Praxis, welche »die Guten« – also jene politische Richtung, die zu »Gegen Rechts«-Demonstrationen aufruft – heute weiter pflegen. Ein »Untermensch« ist [»Ratte«](https://dushan.org/ard-und-ratten/), [»Bodensatz«](https://dushan.org/du-bist-also-bodensatz/), [»giftiger Abschaum«](https://dushan.org/ende-der-wahrheit/), [»eitriger Blinddarm«](https://dushan.org/impfpflicht-ich-habe-mitgemacht/) oder schlicht [»Müll«](https://dushan.org/fuer-die-guten-bist-du-muell/). Das ist die Sprache derer, die damals zu Hunderttausenden marschierten – und das ist die Sprache derer, die heute zu immerhin Zigtausenden marschieren und über die Toten lachen und feixen. Ein ganz anderer Begriff ist dagegen der »Unmensch«. Der »Unmensch«, so wie ich ihn verstehe, ist ein Mensch, der aufgrund von Bosheit oder Gehirnwäsche im Verhalten die Eigenschaften ablegt, die einen Menschen eben menschlich machen, der sich also *unmenschlich* verhält. Ein »Unmensch« *entscheidet sich*, alle Wärme, Empathie und Menschlichkeit abzulegen, und stattdessen über die Toten zu lachen und auf ihren Gräbern zu tanzen, berauscht von sich selbst und seiner Ideologie. ## Kein Versprechen, keine Zusage Wenn du darum bittest, dass man das unnötige Sterben beendet, grölen die neuen Unmenschen dir höhnisch »Wir sind mehr!« ins Gesicht. Wenn du um Empathie für Kinder und die Schwächsten bittest, nennen sie das »Hass und Hetze«, denn für sie sind ihre Worte nicht Bedeutungsträger, sondern nur Waffen gegen jeden, der ihrem Wahn zu widersprechen wagt. »Nie wieder!«, so bläute man uns ein, doch das »Nie wieder!« marschiert und johlt und feixt über die Toten. Man möchte diesen Menschen ja beinahe einen Hinterkopfschlag alter Schule verpassen, oder zumindest einen Schnalzer mit dem Lineal auf dem Handrücken, damit sie zu Sinnen kommen. Doch die Prügelstrafe ist abgeschafft, und wir sind ja nicht wie deren Schlägerbande, die »Antifa«, die auf Andersdenkende einprügelt. Ich verstehe inzwischen, dass »Nie wieder!« ein naiver Wunsch war, eine Mahnung und Aufforderung vielleicht, aber kein Versprechen und gewiss keine Zusage. ## Andere Dimension, auch tot Doch, »es« wird immer wieder passieren, und »es« ist, dass eine gehirngewaschene Menge, angeführt von soziopathischen Ideologen, im kollektiven Rausch gegen Abweichler aufmarschiert, um auf den Gräbern der Toten zu herumtrampeln. Bei all dem aber werden sie sich, immer wieder, moralisch gerechtfertigt und sogar überlegen fühlen. Nein, *exakt das*, was damals war, das wird so »nie wieder« passieren, und jenes ist in seiner Dimension einmalig. Fakt bleibt aber auch, dass jedes einzelne Opfer linksgrüner Ideologie, etwa der zweijährige Junge von Aschaffenburg, genauso viel oder wenig tot ist, wie jedes einzelne der vielen Millionen Opfer von damals ebenfalls endgültig tot ist. Tot ist tot ist tot. Der Geist des Unmenschen ist wieder da. Wieder opfert er kalt Menschenleben für seine Ideologie. Wieder entledigt sich der Geist des Unmenschen freiwillig seiner Menschlichkeit. Ein neuer alter Ungeist marschiert durch Deutschlands Straßen, verhöhnt seine Opfer und johlt und feixt – und grinst wie manisch auf Selfies. - [Friedrich Merz, Weltrekordhalter im Zurückrudern](https://dushan.org/essays/der-zurueckruderer/) Erst sagt Merz, ihm sei »völlig gleichgültig«, wer mit ihm bei »Migration« mitgehe. Nun rudert er (wieder mal) zurück – auf keinen Fall mit AfD. Was blieb, war de facto nur das »völlig gleichgültig« – und zwar gegenüber den Brandmauertoten. Eine zweitägige Männergrippe hatte mich niedergestreckt (ich schrieb darüber). Als ich wieder auferstand, stellte ich zunächst erschrocken fest, dass mir zwei Tage *fehlten*, dass sie schlicht *aus meinem Leben geschnitten* waren – und [ich schrieb auch genau darüber](https://dushan.org/das-fieber-und-seine-umsetzung/). Dann aber, nachdem ich meinen Blick von der Betrachtung meiner *inneren* Befindlichkeit hob und mich der äußeren Befindlichkeit zuwandte, stellte sich ein zweiter Schrecken ein: Es ist geradezu furchteinflößend, mit zwei Tagen unfreiwilligem Abstand festzustellen: In Deutschland ist es kein Widerspruch, dass große Dinge geschehen und doch nichts passiert – zumindest nichts, das etwas *verändern* würde. ## »Völlig gleichgültig« Mein letzter Essay vorm Abstieg ins Krankenbett trug den Titel: [»Brandmauertote, die Opfer einer Ideologie«](https://dushan.org/die-brandmauertoten/). Der Text hatte zum Gegenstand, dass die Ankündigung des Friedrich »BlackRock« Merz zur echten Wende in der Migrationspolitik wenig glaubwürdig sind: Wollte er weitere Morde durch Ausreisepflichtige verhindern, könnte er dies *jetzt* umsetzen – mit der AfD. Doch seine Brandmauer-Ideologie ist dem Ideologen Merz wichtiger als das Leben der Menschen in Deutschland. Hart durchgreifen wolle er, sagte Merz, ab dem ersten Tag seiner in »unserer Demokratie« nun fest eingeplanten Kanzlerschaft. Und es sei ihm »völlig gleichgültig, wer diesen Weg politisch mitgeht«. [Einige hofften](https://x.com/stagerbn/status/1882380371540758538), dass Merz damit »die Brandmauer zur AfD eingerissen« habe, dass er endlich die Ideologie abgestreift habe, um das Land und Menschenleben zu schonen. Doch, ach! Was musste ich sehen, als ich aus zwei Tagen Wahrnehmungslücke erwachte? Wenn Politik eine olympische Disziplin wäre, dann hätte Friedrich Merz das Dauer-Abo auf die Goldmedaille im Zurückrudern. Der große Zurückruderer lässt sich nun also von seinem Team zitieren, auf der Plattform des ungeliebten, aber doch notwendigen Elon Musk: > »SPD, Grüne und FDP haben von uns alle Texte bekommen, die wir in der nächsten Woche miteinander beschließen wollen. Die AfD bekommt diese Texte nicht. Wir können uns über das Wochenende miteinander verständigen, wie wir nächste Woche abstimmen. Spätestens nach #Aschaffenburg gibt es keine Taktiererei und keine Spielchen mehr. Jetzt muss entschieden werden.« (tm) ([@_Friedrich_Merz, 25.1.2025](https://x.com/_FriedrichMerz/status/1883251058627207429)) Um eine in der gefühlig-linken Szene gebräuchliche Formulierung zu gebrauchen: Hier ist gar viel zu *entpacken*! Doch widersprich dem Friedrich nicht – warte einfach, bis er es selbst tut! Im hier vorliegenden Fall des Zurückruderns hat Goldmedaillen-Zurückzuruderer Merz nicht nur sich selbst übertroffen, er hat sogar Raum und Zeit überwunden: Im hier zitierten Post auf »X« ist Merz zurückgerudert (»Die AfD bekommt diese Texte nicht.«), um erst zwei Sätze später überhaupt zu rudern (»keine Taktiererei und keine Spielchen mehr«). Für »normale Politiker« gilt bisweilen: »Ein paar Schritte vor, ein paar Schritte zurück«, doch ein Profi-Zurückruderer wie Merz macht schon mal *die Schritte zurück zuerst*. ## Nicht mal ein Gesetz Die »Texte«, von denen Herr Merz spricht, sind *kein* *Gesetzesentwurf*, sondern ein *Entschließungsantrag* (siehe auch [@Dieter_Stein, 25.1.2025](https://x.com/Dieter_Stein/status/1883273672280195274)). Merz will »keine Taktiererei« und »keine Spielchen mehr« betreiben – offenbar gibt Merz damit zu, dass er *bislang* genau das trieb, und damit bewusst Menschenleben an der *Brandmauer* opferte. Ein Gesetz verändert das Land, ein Entschließungsantrag ist konsequenzloses Geschwätz, oder wie die wahrlich nicht »rechte« Wikipedia formuliert: Die Entschließung ist rechtlich nicht verbindlich, sie hat lediglich auffordernden Charakter. ([Wikipedia zu »Entschließungsantrag«](https://de.wikipedia.org/wiki/Entschlie%C3%9Fungsantrag)) Der *Enschließungsantrag* ist die parlamentarische Umsetzung jener Unart, die man als *Symbolpolitik* kennt. Wer eigentlich ganz zufrieden damit ist, wie die Dinge laufen, doch gewissen Leidensdruck und Wutdampf aus dem Kessel der öffentlichen Debatte nehmen will, der kann mittels Entschließungsantrag eine »Haltung« dokumentieren und dem schafartigen Teil der Bevölkerung das vorübergehende Gefühl geben, »dass sich darum gekümmert wird«. Doch *tatsächlich* wird das Gegenteil bewerkstelligt, nämlich der Fort- und Niedergang wie bisher. Dieser Entschließungsantrag mit dem Titel »Fünf Punkte für sichere Grenzen und das Ende der illegalen Migration« soll zwar wohl nicht der AfD zugehen, doch er [kursiert bereits im Internet](https://x.com/Dieter_Stein/status/1883273672280195274). Er enthält zunächst tatsächlich brisante Passagen, wie etwa diese: »Wir stehen vor dem Scherbenhaufen einer in Deutschland seit zehn Jahren fehlgeleiteten Asyl- und Einwanderungspolitik.« Wir schreiben das Jahr 2025, und 2025 minus 10 Jahre ergibt 2015. Distanziert sich Merz hier also von der Merkel-CDU? Ach, bald gelingt es den wissenschaftlichen Hilfskräften der CDU, den *wahren* Schuldigen für Deutschlands offene Grenzen und Merkels Welteinladung zu finden: »den russischen Diktator Wladimir Putin«. Ich weiß nicht, wer genau die Zielgruppe solcher Entschließungsanträge ist, doch für den denkenden Teil der deutschen Bevölkerung ist die Argumentation der CDU beleidigend. Das gesamte Vorgehen des Herrn Merz und der von ihm angestrebten »Neuen Deutschen Einheitspartei« ist ließe sich doch eine *Delegitimation des Staates* nennen. ## »Die Migration« bekämpfen?! Nach etwa zwei weiteren Absätzen formuliert der Merkel-Nachfolger auch zuverlässig, welchen Gegner er gerade *wirklich* bekämpft – als ob das nicht offensichtlich wäre: »Wer die Migration bekämpft«, so Merz, »entzieht auch Populisten ihre politische Arbeitsgrundlage. Die AfD nutzt Probleme, Sorgen und Ängste, die durch die massenhafte Migration entstanden sind, um Fremdenfeindlichkeit zu schüren und Verschwörungstheorien in Umlauf zu bringen …« – und so weiter und so fort, bla bla bla. Mit solch blank dümmlichen Einschüben wird einerseits um den Applaus der wenig demokratischen *Unsere-Demokratie-Fraktion* geheischt, andererseits wird sichergestellt, dass die AfD selbst diesem symbolpolitischen Schmierzettel nicht zustimmen kann. Und, ja, es ist eine weitere Verhöhnung der Wähler und der parlamentarischen Demokratie, es reduziert das *Hohe Haus* zum *Brauhaus*. Der »Entschließungsantrag« wirkt auf mich, als hätten überforderte CDU-Fraktionsangestellte in blanker Panik (und/oder unter dem »beruhigenden« Einfluss für Brauhäuser typischer Getränke) hektisch Wahlkampfvokabular in die Textverarbeitung gekübelt. Haben die *wirklich* geschrieben, dass man »die Migration« bekämpfen muss, also *jegliche* Ein- und Auswanderung?! (Es sei auch die dümmliche Behauptung notiert, dass eine Partei, die Sorgen und Probleme anzugehen anbietet, diese »nutzt«. Wirft man es dem Arzt vor, Krankheiten zu »nutzen«? Dem Bäcker, den Hunger zu »nutzen« und Angst vor der Abwesenheit von Brot zu »schüren«?) Merz hält in diesem ohnehin folgenlosen »Entschließungsantrag« fest, dass die *einzige* Partei, mit welcher sich in Deutschland realistisch ein Ende des unnötigen Sterbens durch importierte Gewalt einleiten ließe, »kein Partner«, sondern »unser politischer Gegner« ist. »Völlig gleichgültig«, sei ihm, so sagte Merz vor seinem aktuellen großen Zurückrudern, wer den neuen politischen Weg mit ihm mitgehen werde. Nun, das »völlig gleichgültig« blieb, doch das mit den politischen Weggenossen wurde erwartungsgemäß revidiert. Völlig gleichgültig sind der »Christlich« (haha) »Demokratischen« (hahaha) »Union« (eher: »Einheitspartei«) vor allem auch weiterhin die »Brandmauertoten«, sprich: die Menschen, die unnötig sterben, weil Ideologen wie Friedrich Merz ihre parteitaktischen Spielchen vor Menschenleben setzen. ## Ich habe es auskuriert Ich schreibe diese Zeilen nach zwei Tagen krankheitsbedingtem Riss in meiner Biographie. Das aber ist der Unterschied zwischen mir und deutscher Politik. Ich habe in zwei Tagen das bewusstseinstrübende Fieber auskuriert – die deutsche Politik redet und handelt auch nach einem Jahrzehnt wie im Fieberwahn. Lange andauerndes hohes Fieber, so habe ich gelesen, kann zu dauerhafter Einschränkung der Denkfähigkeit führen, zum irreparablen Kollaps lebenswichtiger Organe und zur ganz banalen Erschöpfung der körperlichen Ressourcen. Dass Deutschland seit mindestens einem Jahrzehnt hinsichtlich seiner Migrationspolitik wie in einem fiebrigen Delirium handelt, schreibt de facto ja sogar der Zurückruder-Weltmeister in seinem kindischen »Entschließungsantrag« selbst. Das bedeutet aber: Alles politische Handeln – und das Erklären von Handlungsabsichten sowieso! – geschehen heute unter der Prämisse, dass die durchs kollektive »Fieber« entstandenen Schäden am gesellschaftlichen Denkvermögen und an den Staatsorganen überhaupt noch reparabel sind. - [Die Welt kümmert dein Fieber nicht](https://dushan.org/essays/das-fieber-und-seine-umsetzung/) Ein Mensch, den ein Fieber befällt, der könnte halb bewusstlos viel dummes Zeug faseln. Wehe aber, es würde umgesetzt, was er delirierte! Nun, Deutschland redet seit einem Jahrzehnt wie im Fieberwahn … und setzt es dann auch gnadenlos um. Da erwischte sie mich also – die 2-Tage-Männergrippe. Es ist nicht notwendig, nach Ursachen zu forschen. Zuvor hatte mein geschätzter Herr Sohn dieselbe Grippe durchgestanden (die Selbigkeit schließe ich aus der Ähnlichkeit der Symptome). Ich hatte ihm väterlich beigestanden – selbstverständlich. Als der Sohn dann am dritten Tag auferstand, legte es des Sohnes Vater nieder. Es ist die Déformation professionnelle des philosophisch bemühten Essayisten, alles einschließlich seiner gelegentlichen Krankheit *zu betrachten*. Eine Betrachtung der *eigenen* Befindlichkeit und inneren Vorgänge muss aber stets auf einer *Meta-Ebene* stattfinden. (Wortbetrachtung: »Meta« ist nicht nur der [Name des Facebook-Mutterkonzerns](https://de.wikipedia.org/wiki/Meta_Platforms), sondern auch und vor allem [die griechische Vorsilbe »μετά«](https://en.wiktionary.org/wiki/%CE%BC%CE%B5%CF%84%CE%AC). Interessanterweise kann μετά im Altgriechischen eine Vielzahl von relativen Orts-, Zeit- und Funktionsangaben bedeuten, etwa *zwischen*, *neben*, *nach*, *betreffs*, *zusammen mit*, *mithilfe von*, *zwecks*, *gemäß,* ja sogar *gleichzeitig mit*, doch im allgemeinen Sprachgebrauch verstehen wir μετά/meta meist als *über* – und zwar *über* im analytisch-abstrakten Sinn.) Wenn ich einen Apfel betrachte, dann ist die Existenz des Apfels eine eigene Tatsache, und dass ich den Apfel betrachte und als solchen erkenne, diese meine *primäre* Betrachtung des Apfels, ist eine weitere Tatsache. Erst wenn ich darüber spreche, dass ich einen Apfel gesehen habe, wenn also mein Geist über meinen Geist redet, »erhebe« ich das Reden in die *Meta-Ebene*, und dieses *Reden auf der Meta-Ebene* ist eine *dritte* Tatsache. Anders ist es, wenn ich einige Zeilen über innere Befindlichkeiten schreibe. Da ist meine Befindlichkeit die erste Tatsache – dass es ist, wie es ist – und zugleich die zweite Tatsache – dass ich unmittelbar wahrnehme, was ist. Das bedeutet: Einen Menschen zu fragen, wie es ihm geht, ist stets eine Aufforderung zur Philosophie, zur Betrachtung der eigenen Befindlichkeiten auf einer analytischen Meta-Ebene. ## Ganz natürlich Schmerz vermeiden Philosophie aber ist *strukturiertes Denken*. Und *Denken tut weh*. Und weil »normale« Menschen Schmerz vermeiden wollen, fliehen sich die meisten Menschen auf die Frage hin, wie es ihnen denn geht, in die Lüge oder ins Jammern. Lügen wie Jammern sind beide ohne tiefere Denkvorgänge zu bewerkstelligen. Der in Armut aufgewachsene Mensch übt das eine von klein auf, der in Wohlstand aufgewachsene das andere. Ja, eine *ehrliche* Antwort auf das dahingesagte »Wie geht’s?« würde ganz natürlich auch den Fragenden belasten, zwänge sie ihm doch zu philosophischen Denkschritten auch noch die nicht minder anstrengende *Empathie* auf. Deshalb werden ja gemeinhin Lüge oder Jammerei als Antwort auf jene Frage *erwartet*. Auch nur der *Ansatz* von strukturierter Betrachtung seelischer Vorgänge als Antwort auf jene Frage gilt als geradezu *grob unhöflich*, zumindest aber als *lästig* – oder, wie die Amerikaner sagen würden, als *»akward«*. Warum die Menschen allerorts einander diese Aufforderung zur Philosophie unentwegt antragen, doch eine Antwort, die nicht Lüge oder Jammerei ist, geradezu *ächten*, ist Anlass für ganz eigene Betrachtungen. Mit der verästelten Beschreibung von Meta-Ebenen verhält es sich wie mit der Fixierung der graphischen Darstellung von [Mandelbrot-Mengen](https://de.wikipedia.org/wiki/Mandelbrot-Menge) als [zweidimensionale Bilder](https://de.wikipedia.org/wiki/Mandelbrot-Menge#/media/Datei:Mandelbrot_set_with_coloured_environment.png): Irgendwann muss man »und hier ist Schluss!« sagen – denn [tatsächlich *ist* nie Schluss, und *dass* nie Schluss ist, ist wesentlicher Teil des Reizes](https://www.youtube.com/watch?v=9M7dTmvJxwA&ab_channel=KarimESSAIFI). Interessant wäre natürlich, auch bei der Begriffs- und Ideenanalyse auf computergestützte interaktive System zurückzugreifen, um interaktiv und live »verästeln« zu können. Und während ich dies schreibe, ahne ich, dass, was vor Kurzem noch wie unmögliche Science-Fiction schien, mit KI tatsächlich ein Ein-bis-Zwei-Tage-Projekt sein könnte – also eine durchschnittliche Männergrippe lang. ## Was angenehm ist Da lag ich also darnieder mit einer Männergrippe, und meine vorderste Meta-Betrachtung ist nun meine Verwunderung über die Abwesenheit meines … – wie soll ich es nennen? Vielleicht so: – *zeitrelevanten Bewusstseins*. Ich *erinnere* mich an die zwei Tage, doch die Zeitspanne *fühlt sich nicht an wie zwei Tage*. Meine Erinnerung an die bisherigen Ereignisse des *dritten Tages*, seit *meiner* Auferstehung, waren schon nach Minuten um ein Vielfaches detailreicher. (Auch vermag ich wieder feste Nahrung zu mir zu nehmen, was angenehm ist.) ## Erste Erkenntnis Das ist die erste Meta-Erkenntnis, mit »meta« im Sinne von *im Nachhinein* wie auch *losgelöst betrachtet*: Durch die Männergrippe wurden de facto *zwei Tage aus meinem Leben geschnitten*. Diese zwei Tage *fehlen*. Ich habe erlebt, wie eine simple Männergrippe meine Wahrnehmung der Welt zerhacken kann – mir fehlen schlicht zwei Tage. Das aber lässt mich am Rest meiner Wahrnehmung zweifeln: Der Geist des Menschen redet dem Geist des Menschen ein, dass einen derart klug denkenden Geist zu besitzen den Menschen hoch über dem Reich der Tiere stehen lässt – und über der unbeseelten Materie erst recht! Doch was ist der Geist wert, wenn er durch eine *erlebnisorientierte* Erkältung bereits für zwei Tage *ausgeschaltet* werden kann? Was ist *all unser Denken* wert? Und ist uns überhaupt *bewusst*, welchen sonstigen Einschränkungen wir *genau jetzt* unterliegen? Betrachten wir doch die Welt, die vor uns liegende Realität. Spricht mehr *dagegen* oder mehr *dafür*, dass die Menschheit kollektiv an einer *erweiterten Männer-und-Frauen-Grippe* leidet, die das kollektive Denkvermögen ausschaltet oder zumindest bis zur Unkenntlichkeit beeinträchtigt? Meines Wissens habe ich in meiner zweitägigen »Abwesenheit« nicht mehr wirres Zeug geredet als üblich, und ich habe keine für mich potenziell tödlichen Anweisungen an meine Umgebung erteilt. Und, hätte ich solche irren Sachen geredet, dann hätte (hoffentlich) meine Umgebung mein Irresein dem Fieber zugeschrieben und die Ausführung verweigert. Was aber, wenn die Politik eines gesamten Staates seit nun mindestens einem *Jahrzehnt (!)* wie im kollektiven Fieberwahn zu handeln scheint? Wer verhindert, dass ein im Staatsfieber delirierender Staat sich selbst zerstört? Ein paar liebe Leser schreiben, sie hätten ja gemerkt, dass meine Texte ausgeblieben waren, und es würde sie freuen, dass ich mir mal ein Wochenende freinahm, um mich zu erholen. Im Übrigen aber drehte sich die Welt auch ohne meine Texte weiter – und ähnliches gilt auch im Weltpolitischen. Die Welt kümmert dein Fieber nicht, die hat eigene Probleme. ## Die zweite Erkenntnis Die *zweite* Erkenntnis auf der *Meta-Ebene* aber ist die erschrockene Feststellung, dass obgleich die Räder der großen Deutschland-Maschine sich weiterdrehen, sie dies doch auf völlig unveränderte Weise tun. Da wäre einmal die erneute souveräne Goldmedaille im Zurückrudern für Friedrich Merz. [Über die schrieb ich heute in einem eigenen Text.](https://dushan.org/der-zurueckruderer/) An diesem Wochenende meiner Abwesenheit ereigneten sich jedoch wieder zahlreiche Großaufmärsche des Propagandastaates. Zig- oder sogar Hunderttausende willige Deutsche gingen auf die Straße, um auf den Verlust von Menschenleben durch importierte Gewalt mit einem trotzigen »Weiter so!« zu reagieren. Die formulierten ihr »Weiter so!« als »Kampf gegen Rechts«, was bedeutet: Lieber opfert man das Leben der Nachbarn und der Kinder, ja sogar das eigene Leben, als von der eigenen Ideologie abzuweichen. Die marschierenden Willen auf den »Demos gegen Rechts« tanzen symbolisch auf den Gräbern der Opfer ihrer Ideologie. Es ist, und das gehört leider zur Wahrheit dazu, nicht das erste Mal in der deutschen Geschichte, dass Deutsche so etwas Schändliches tun – und dabei die Beine zum moralischen Spagat verrenken, nur um sich selbst als »die Guten« bewerten zu können. Ich frage mich, inwiefern *deren* geistiger Zustand, wenn sie zum »Hurra!« für den Staat und »mehr davon!« für die Todesopfer aufmarschieren, dem meinen während dieser zwei Tage ähnelt. (Später werden sie vorgeben, sie wären nicht dabei gewesen. Und in gewisser Weise werden sie damit die Wahrheit sagen und können doch nicht, wie man so unschön sagt, »sich damit entschuldigen«.) Über die mutmaßlichen inneren Vorgänge hinter diesem blinden, schafartigen Massenverhalten will ich morgen schreiben. Über meine eigene halbbewusste und doch fehlende Zeit schrieb ich heute, ebenso wie über Herrn Merz’ vorhersehbares Zurückrudern. Meine Ahnung ist ja, dass in diesen Zeiten über die innere Abwesenheit bei äußerer Anwesenheit – welche ja für die Steuerpflicht wie auch fürs Wahlrecht vollständig ausreichend ist – noch einiges an tieferer, präziserer Erkenntnis droht. - [Brandmauertote, die Opfer einer Ideologie](https://dushan.org/essays/die-brandmauertoten/) CDU und FDP könnten SOFORT mit der AfD den Wahnsinn zu beenden beginnen. Doch sie tun es NICHT. Der Ideologe Friedrich Merz nimmt den Tod von Menschen für die Brandmauer-Ideologie in Kauf. Die neuesten Opfer deutscher Ideologie sind: die Brandmauertoten. Als gestern ein Afghane in Aschaffenburg ein 2-jähriges Kind und einen 41-Mann zu Tode messerte ([nius.de, 22.1.2025](https://www.nius.de/kriminalitaet/news/um-11-45-uhr-stuerzte-sich-der-afghane-mit-seinem-messer-auf-die-kindergruppe/0909414a-b0a8-404c-924d-93e069157279)), war ich, wie viele von uns, zunächst einfach nur von Schmerz und Wut ergriffen. Nach aktuellem Informationsstand war der 28-jährige Afghane im Jahr 2022 nach Deutschland gekommen ([nius.de, 22.1.2025](https://www.nius.de/kriminalitaet/news/im-november-2022-kam-der-afghane-enamullah-o-nach-deutschland/423659bd-d0e2-453c-b4da-3ecf894f1be2)). Er wurde von den Behörden dem »Betäubungsmittel-Milieu« zugerechnet, eine Umschreibung für Drogenkonsument und/oder Drogendealer. Der Afghane heißt laut aktuellen Berichten *Enamullah O*.. Er war wohl bereits dreimal in psychiatrischer Behandlung, wurde aber jedesmal wieder auf die deutsche Gesellschaft losgelassen. Und er führte die Behörden an der Nase herum, indem er behauptete, freiwillig ausreisen zu wollen – stattdessen aber blieb … und tötete. In ihrem Bemühen, Deutschland den maximalen Schaden zuzufügen, wollte die Regierung offenbar tausende Afghanen im wehrfähigen Alter nach Deutschland fliegen lassen. Etwas davon wurde wohl umgesetzt. War der Täter von Aschaffenburg einer von diesen Baerbock-Besuchern? Einige Mitarbeiter der deutschen Botschaften im Ausland, dem »grünen« Außenministerium unterstellt, scheuen offenbar nicht einmal vor Gesetzesbruch zurück, um afghanischen Männern den Weg nach Deutschland zu ermöglichen ([rp-online.de, 28.06.2024](https://rp-online.de/politik/deutschland/aerger-fuer-baerbock-wegen-falscher-visa-fuer-afghanen_aid-115247445)). Legal? Illegal? Für die Grünen »scheißegal« – Hauptsache zum Schaden Deutschlands. (Täuscht euch nicht: Das ist nicht nur ein deutsches Phänomen: Auch in anderen EU-Ländern erlebt man seit Jahren, wie Flugzeugladungen junger, gesunder Männer aus Afrika landen und von verhuschten NGO-Schergen schnell und geplant in die Gesellschaften eingeschleust werden. Das alles wird von bösen Kräften orchestriert, die vermutlich weit über Baerbock stehen, aber Figuren wie die Wohlfrisierte als öffentliches Gesicht benötigen.) ## Es genügt noch immer nicht Als Essayist ist es meine Aufgabe, meine Bestürzung in Worte zu bringen, und zwar auf eine Weise, die nach Ludwig Wittgenstein »der Fliege den Weg aus dem Fliegenglas weist«. Doch was kann man noch formulieren, was nicht bereits formuliert worden ist? Dass das Blut der Opfer importierten Terrors an den Händen der Gutmenschen klebt? Habe ich schon 2017 geschrieben: > Gutmenschen haben „Blut an ihren Händen“. Genügt es, dass sie es „gut gemeint“ haben, wenn sie aktiv die Folgen ihres Handelns ausblendeten? ([Essay vom 19.12.2017](https://dushan.org/die-schuld-der-gutmenschen/)) Als ich das damals schrieb, waren einige »Gute« reichlich böse auf mich. Aus dem Umfeld gewisser Staatsfunk-Hetzer wurde ich übelst beschimpft. Getroffene Hunde bellen, so sagen wir im Deutschen. Ich wiederholte es, rieb mich weiter daran. 2018 entwickelte ich den Gedanken in dem Essay [»Gutmenschen riskieren das Leben anderer Leute«](https://dushan.org/gutmenschen-und-das-leben/) weiter. Und zuletzt im September 2024 griff ich meinen hilflosen Schmerz im Essay [»Immer mehr Blut an den Händen der Gutmenschen«](https://dushan.org/immer-mehr/) auf. ## Neue Erkenntnis In diesen Tagen aber, im Januar 2025, reift beim denkenden und fühlenden Teil der Deutschen eine neue Erkenntnis. Und die konkretisiert eine *neue* Feststellung von Schuld. *Alle* Altparteien liefern nach der neuesten Bluttat wieder ihr Betroffenheitsgeschwätz ab. SPD und Grüne sind aber sowieso verloren. Da sind nicht nur die Parteien von innen her verrottet, da sind auch die Wähler jenseits aller erkennbaren Zurechnungsfähigkeit. Wenn jedoch ein Friedrich Merz für die CDU oder ein Christian Lindner für die FDP ihre Betroffenheitsfloskeln absondern, ist es auf einer ganz eigenen Ebene verlogen. CDU und FDP könnten jederzeit, gemeinsam mit der AfD, den Migrationswahnsinn und das unnötige Sterben durch ausreisepflichtige Gewalttäter beenden. Doch sie tun es nicht. Bei SPD und Grünen sind Partei und Wählerschaft moralisch dermaßen »durch«, dass die die Toten ganz bewusst in Kauf nehmen, um ihren Migrationswahnsinn durchzuziehen, bis zum blutigen Ende. ## Um das Sterben zu beenden Bis auf ein paar Linksaußen wie den berüchtigte Ruprecht Polenz würden die meisten CDU- und FDP-Mitglieder und auch die meisten ihrer Wähler eine Zusammenarbeit mit der AfD mittragen, um das unnötige Sterben endlich zu beenden. Doch Merz und Lindner verweigern sich. Von der *Brandmauer* ist die Rede. *Brandmauer* steht für die Verweigerung jeder Zusammenarbeit oder Koalition mit der AfD – wie hoch der Preis an Menschenleben damit auch sei. Die Azteken-Priester opferten einst ihre Kinder durchs Messer und auf blutigste Weise, um die Götter zu besänftigen. Die deutsche Brandmauer-Ideologie opfert das Leben von Kindern und Eltern, liefert sie buchstäblich *ans Messer*, wohl um irgendwelchen höheren Migrations-Mächten zu gefallen. Das ist die Realität im Deutschland des Jahres 2025: Die *Brandmauer* ist eine gefährliche Ideologie, und sie hat Deutschland noch immer im Griff. Der (bislang) beinharte Ideologe Friedrich Merz ist bereit, wöchentlich den Tod von Menschen für seine Brandmauer-Ideologie in Kauf zu nehmen. Udo Vetter bringt es auf den Punkt: > Bis zum 9. November 1989 gab es Mauertote. Heute beklagen wir Brandmauertote. ([@udovetter, 22.1.2025](https://x.com/udovetter/status/1882104509100662851)) Ein Unterschied zwischen Mauer- und Brandmauertoten besteht natürlich darin, dass an der Mauer »nur« eine niedrige dreistellige Zahl von Menschen starb. Die Zahl der Brandmauertoten dürfte inzwischen deutlich höher sein. Eines aber haben die Mauertoten und die Brandmauertoten gemeinsam: Die Verantwortlichen missbrauchten das Wort »Demokratie« extra dreist. Die einen als »Deutsche Demokratische Republik«, die anderen als »Unsere Demokratie«. Es ist offenbar eine Eigenschaft der Deutschen, sich alle paar Jahrzehnte einer neuen tödlichen Ideologie hinzugeben und in ideologischem Wahn eine Zahl von Menschen für diese neueste Ideologie sterben zu lassen. Ich habe zwischenzeitlich begonnen, bei X immerhin unter dem Kürzel [@brandmauertote](https://x.com/brandmauertote) die Gesichter und Namen einiger der Opfer zu retweeten. Etwas Erinnerung ist besser als keine. Ach, würden nur bald keine *neuen* Namen mehr dazukommen! Wie viele Menschen werden diesmal noch unnötig sterben müssen, bis die Deutschen ihre neueste tödliche Ideologie, die »Brandmauer«, abschütteln? - [Sehr Deutsches Museum](https://dushan.org/essays/sehr-deutsches-museum/) Deutsches Museum in München zeigte Elon Musk als Raumfahrtpionier. Wohl aus politischen Gründen wurde er jetzt entfernt. Wenn das stimmt, begeben die sich in Tradition von Stalin und Ulbricht, die in Ungnade gefallene Leute aus Fotos wegretuschierten. Das Deutsche Museum in München, so wird aktuell berichtet, hat sich gerade das Wort »Deutsches« doppelt verdient – wenn man mit »deutsch« in etwa »linksgrün verstrahlt und propagandadurchtränkt« meint. Laut [welt.de, 22.1.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article255193072/Muenchen-Deutsches-Museum-haengt-Installation-mit-Bild-von-Elon-Musk-ab.html) hat das *Deutsche Museum* eine Installation zu Pionieren der Raumfahrt entfernt – offenbar, weil dabei auch Elon Musk gezeigt wurde: »Die Entscheidung fiel, nachdem Musk von der Museumsleitung immer kritischer bewertet wurde.« Ich nenne Deutschland einen »Propagandastaat«, und ich meine damit einen Staat, in dem der Bürger rund um die Uhr in Propaganda eingehüllt ist und die Propaganda alle Lebensbereiche durchdringt. (Siehe zur Vertiefung auch den Essay [»5.8.2021: Verfassungsgericht macht Deutschland zum Propagandastaat«](https://dushan.org/wir-sind-propagandastaat/)) Ein Propagandastaat ist seiner Natur nach *totalitär* – und *das Totale* greift eben auch in Museen ein. Das Deutsche Museum erinnert an Stalin und Ulbricht, die regelmäßig Fotos retuschieren ließen, um politisch missliebig gewordene Personen aus der Geschichte zu löschen ([welt.de, 2.1.2012](https://www.welt.de/kultur/history/article13794477/Wie-Stalin-und-Ulbricht-Fotos-retuschieren-liessen.html)). Elon Musk ist übrigens nicht der einzige Raumfahrtpionier, den die Grünen-Ortsgruppe namens »Deutsches Museum« aus der Geschichte retuschierten will. Vor drei Jahren wurde Wernher von Braun symbolisch ausgelöscht ([deutschlandfunkkultur.de, 22.01.2025](https://www.deutschlandfunkkultur.de/deutsches-museum-haengt-bild-von-elon-musk-ab-102.html)). Ja, es ist etwas düster, doch es gibt sie – noch und wieder –, die *Lichtblicke*! Es ist ein Riss in allem, und das ist, wie das Licht hereindringt, so sang Leonard Cohen. Und tatsächlich lassen sich dieser Tage ein paar *Risse im linken Lügennarrativ* erkennen – wir werden es am nächsten Beispiel manischen Musk-Hasses erleben. ## Wem sein Herz gehört Elon Musk führte nämlich jüngst bei einem Trump-Event einen Gruß vor, der darstellen sollte, dass sein Herz seinem Publikum gehört ([bbc.com, 21.1.2025](https://www.bbc.com/news/articles/cy48v1x4dv4o)). Viele linke Lügner wollen das partout als Hitlergruß lesen – das ist zunächst wenig überraschend. Überraschend ist, dass sich auch unter deutschen Mainstream-Journalisten einige finden, die plötzlich Vernunft anwenden. Etwa [Miriam Hollstein](https://x.com/HollsteinM/status/1881679060889391463) oder [Gabor Halasz](https://x.com/gaborhalasz1/status/1881729886248980706) – was ist da los? Seit wann dürfen Linke und Staatsfunker ihr Gehirn benutzen? Ich deute diese überraschenden Vernunftblitze gemäß Leonard Cohens Sprachbild als *Licht durch den Riss, der in allen Dingen ist*. Ich bin also ehrlich verdutzt. Und ein Leser auf X schreibt dazu: »Wenn sich die Kompaßnadeln wild drehen, dann muß ein sehr starker Magnet in der Nähe sein.« ([@EduardTraum, 21.1.2025](https://x.com/EduardTraum/status/1881798297888956431)) Was für eine schöne Metapher! Man fragt sich natürlich, welcher Magnet das sein sollte. Man möchte »Trump« sagen, doch so einfach ist es nicht – zum Glück! ## Du bist es Was *genau* ist der *Magnet*, der Trump an diese Position brachte? Wie beschreiben wir jene politische Kraft? Trump ist nicht *gewählt*, weil wie in Deutschland eine träge wählende Masse eben wählte, was die Propagandamaschinerie ihr zu wählen vorgab – sehr im Gegenteil. Vielleicht erhält der Westen doch noch einen Aufschub. Vielleicht werden BlackRock, Soros & Co. eine Zeitlang damit nachlassen, westliche Gesellschaften durch DEI et cetera in den Untergang zu treiben. Ich weiß nicht sicher, *warum* die Magnete gerade umgestellt werden, aber *etwas* wird gerade am Magnetfeld der Erde gedreht – in mehr als einer Dimension –, und zwar von Kräften sehr deutlich außerhalb demokratischer Entscheidungswege. Im Deutschen Museum in München hat man es noch nicht gemerkt, dass die Magnete gerade neu aufgestellt wurden – die sind damit beschäftigt, die Geschichte umzuschreiben. Im deutschen Propagandastaat muss ein Technikmuseum doch nichts von Technik oder Geschichte wissen – Hauptsache die Gesinnung stimmt. In den USA wurde gerade ein 500-Milliarden-Fonds aufgelegt, um die Entwicklung künstlicher Intelligenz voranzutreiben ([cbsnews.com, 22.1.2025](https://www.cbsnews.com/news/trump-announces-private-sector-ai-infrastructure-investment/)). In der EU denkt man sich derweil aus, wie man KI mit Regulation schon im Kindsbett ersticken lassen kann – und in Deutschland schreibt man, ähnlich wie übrigens die NS damals, die Geschichte menschlicher Brillanz neu, ohne politisch missliebige Vordenker. Die Geschichte der Menschheit und ihrer Technik aber schreibt sich gerade rasend schnell weiter – womöglich mit nur peripherer Rolle für die Menschen selbst (nicht »nur« wegen KI), aber auf jeden Fall ohne das *Sehr Deutsche Museum* in München. (Welche Rolle aber wir *schreibenden* und diesen Wahnsinn *im Internet kommentierenden* Leute in dieser neuen Zukunft haben, das verhandle ich im Essay [»Zur Belustigung der Maschinen«](https://dushan.org/zur-belustigung-der-maschinen/).) - [Zur Belustigung der Maschinen](https://dushan.org/essays/zur-belustigung-der-maschinen/) Warum schreiben wir unsere Meinungen und Kommentare ins Internet? Um uns mitzuteilen, von Mensch zu Mensch, sicher. Doch es dient noch einem weiteren »Zweck«: Alles, was wir schreiben, trainiert zukünftige Maschinenintelligenz. Meine liebsten Lesetexte wurden allesamt vor etwa hundert Jahren geschrieben, auf Deutsch, in Deutschland, Österreich, Prag. Doch ich bezweifle, dass irgendwer *das hier* in hundert Jahren lesen wird, wo auch immer ich dies schreibe und ihr wiederum es lest. Dies liegt nicht nur an meinem spezifischen Bedeutungsmangel. Es liegt auch nicht daran, dass mit Deutschlands wirtschaftlichem und sozialem Absturz in den globalistischen Abgrund (von Linksgrünen geschubst, im Fall zur »Sicherheit« noch schnell mal eben von der EU-Korruptokleptokratie erwürgt) auch *das Deutsche* vorüber wäre – das wird es *nicht* sein. Ich will vielmehr die These in den Raum unserer geteilten Gedanken stellen, dass die Gedanken, die *hybrid-intelligente Instanzen* dann (und *bis* dann) hervorbringen werden, alles bis heute Erdachte *primitiv* erscheinen lassen werden. Wir studieren die Höhlenmalereien der Urzeitmenschen (siehe zu diesen auch den [Essay vom 21.06.2021](https://dushan.org/hoehlenmalerei/)) ja auch nicht zuerst ihres komplexen mythologischen Gehalts oder ihrer künstlicherischen Finesse wegen (selbst wenn sie teils *viel* raffinierter sind, als das, was die meisten von uns zustande bekämen). Wir sind wohl eher fasziniert von der schlichten Tatsache, dass es damals überhaupt schon *etwas* gab. Wenn die Menschen der Zukunft also vermutlich wenig direktes Interesse an *unserer* Weisheit haben werden, an *unserer* Reaktion auf die Ereignisse unserer Zeit – warum stellen wir diese Grübelei überhaupt erst an? Warum sollte sich der Mensch mit den Ereignissen seiner Zeit beschäftigen? Das ruhige Denken fällt schwer genug, zum Übers-Denken-Nachdenken fehlt bald alle Muße – wofür also all die Mühe? ## Für sich und seinen Verantwortungsbereich Der *erste* Grund zur anlasslosen und doch reflektierten Nachrichtenlektüre wäre wohl der, dass ein realistisches Weltbild hilfreich sein kann, kluge Entscheidungen für sich und seinen Verantwortungsbereich zu treffen (oder sich rechtzeitig und halbwegs würdevoll zu entziehen, wenn trotz Verantwortung keine befriedigenden Handlungsmöglichkeiten bestehen). Eine *zweite* Rechtfertigung des *Auf-dem-Laufen-Bleibens* aber *könnte *darin bestehen, dass man ehrlich bemüht ist – und auch realistisch zu erwarten glaubt! –, *etwas* aus all diesen Verschiebungen zu *lernen*. ## Zum lustigen Abend Wenn ich mich morgens der Nachrichtenlektüre hingebe – halb aus »beruflichen« Gründen, halb aus der Lust am Grusel –, fühlt es sich in diesen Jahren an, als würden täglich ganze Monate an Nachrichtenmeldungen auf mich und uns einprasseln. Die Ereignisse fühlen sich an wie ein viel zu hektisch geschnittener Film. (In der Praxis des Filmemachens kommt es übrigens bisweilen zum »Musikvideo-Effekt« bei doch eher erzählenden Filmbeiträgen, wenn und weil die Filmemacher das Material so häufig gesehen haben, dass sie jede Szene schon in den ersten Sekundenbruchteilen erkennen und deshalb unterschätzen, wie viele Bilder ein neuer Zuschauer brauchen wird, um zu *verstehen, was da passiert*.) Ich bin täglich *unsicherer*, welche der vielen Verschiebungen-des-Tages dem einen und/oder dem anderen Zweck dienen. Was verdient es, für eine vermutlich doch eher *desinteressierte* Nachwelt notiert zu werden? Was könnte uns dienen, daran *klüger* zu werden? Vielleicht ist die Metapher eines schnell geschnittenen Films viel zu *kulturell* und passender wäre die Metapher einer bunten Schlachtplatte mit Kostproben verschiedener tierischer Organe. Oder vielleicht doch der Kneipenabend mit Freunden und zu vielen Runden Schnaps – jede Nachricht *ein Kurzer*, und wir lesen die Nachrichten, gnadenlos –, und wer zuerst zurückgibt, [zahlt die nächste Runde](https://danke.dushanwegner.com/). Und morgen das alles noch mal. Doch wenn schon nichts bleibt: Was haben wir *gelernt*? Ein Deutscher, dessen Name weit bekannter ist als der Inhalt, dessentwegen sein Name so bekannt ist, formulierte mal in Befehlsform, der Mensch möge doch bitte stets nach derjenigen Maxime handeln, von welcher er zugleich wollen kann, dass diese ein allgemeines Gesetz werde. Wir wollen [die *Schwierigkeiten*](https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ#Rezeption_und_Kritik) dieser Metamaxime einmal ignorieren und uns stattdessen *inspirieren* lassen. Du und ich – ob in Deutschland, in Europa oder in Übersee – studieren die Berichte über die Ereignisse in Deutschland, in Europa oder in Übersee. Und wir kommentieren sie, ob [als Essay](https://dushan.org/liste/), als Gespräch unter Freunden oder als [Bonmot in den sozialen Medien](https://x.com/dushanwegner). Und all dies dient den Maschinen schon heute als Material, anhand dessen sie lernen, was es bedeutet, *menschlich* zu sein. Es ist zu hoffen, dass wir aus den Nachrichten und unseren Reaktionen darauf etwas *lernen*, sicher. Doch in diesen Zeiten des evolutionären Umbruchs hat all unser Schreiben – und zwar auch rückwirkend! – einen neuen, von jenem [Königsberger](https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant#Leben) inspirierten *Sinn* erhalten. Wenn wir über das, was heute geschieht, auch etwas *schreiben*, dann schreiben wir nicht nur für uns und unsere Mitmenschen, sondern auch für zukünftige Intelligenzen. Denn das ist, was vom Menschen bleiben wird: dein Körper als Futter für die Würmer und deine Gedanken als Futter für die Maschinengehirne. ## Freude der Gegenwart Sollten wir also verzagen und gar nicht mehr denken, weil ja doch nichts bleibt? Keineswegs! Dass nichts *bleibt*, bedeutet ja nicht, dass nichts *ist*. Es *ist* ja noch immer die Freude der Gegenwart, die Lust am Lernen, an Wein, Weib und Gedanken, am »*Erkenne dich selbst«*. Darüber hinaus könnten wir, auch aus dem angeborenen Drang zur Moral, uns einen neuen schreiberischen Imperativ setzen, etwa so: Schreibe stets nach derjenigen Maxime, dass sie als Material für eine zukünftige künstliche Intelligenz dienen kann. In diesem Sinne hoffe ich also, auch mit Überlegungen euch *gedient* zu haben, und sei es zur Belustigung – euch und allen gegenwärtigen wie auch zukünftigen Maschinen. - [Junger Mann, was willst du werden? – Trumps Inauguration 2025](https://dushan.org/essays/trump-inauguration-2025/) Trump wurde wieder als US-Präsident vereidigt, und das bedeutet auch die Rückkehr von etwas Vernunft und Freiheit in den Westen. In den GANZEN Westen? Nein, ein linksgrünes Dorf und sein Staatsfunk wehren sich tapfer gegen den Menschenverstand. In den USA treten US-Präsidenten nicht nur einfach ein Amt an, es wird eine *Inauguration* für sie zelebriert. Am 20. Januar 2025 – nach seinem nach mancher Bewertung *dritten* Wahlsieg – wurde Donald J. Trump zum *zweiten* Mal ins Amt des US-Präsidenten eingesetzt ([für Video siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=1FDUjiH-SkY&ab_channel=ABC7Chicago)). Schon bei den antiken Römern war die *Inauguratio* eine öffentliche Amtseinsetzung – und bereits damals war sie ein sakraler Akt. Die römischen Inaugurationen beinhalteten nicht nur im Namen die *Auguren*. Das waren Priester, welche der Amtseinsetzung auch die Legitimation höherer Mächte sicherten. Ihre Autorität gründete in der Fähigkeit, die Zukunft vorherzusagen (bisweilen in vagen Worten), weshalb die Politik sie auch über das Sakrale hinaus als Berater schätzte. In ähnlicher Funktion waren gestern unter anderem Zuckerberg, Musk und Bezos vertreten. Ein Ereignis aber, das am Abend *vor* der Inauguration stattfand, setzt bereits ein Zeichen, das Anlass zur Hoffnung für die kommenden vier Jahre gibt. ## Trump, mal minimalistisch Seit einiger Zeit schließt Donald Trump die Veranstaltungen seiner *ewigen Kampagne* mit dem Song *Y.M.C.A.*, einem Welthit der Village People aus dem Jahr 1978 ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=CS9OO0S5w2k)). Wer in Köln aufwächst und feiert, wer vielleicht sogar wie ich einige Zeit in der *Schaafenstraße* wohnte und für wen »Bermudadreieck« nicht zwingend mit Schiffen, aber durchaus mit *Matrosen* im erweiterten Sinne zu tun hat, der hat »Y.M.C.A.« wahrscheinlich schon einmal gehört. Oder mehrmals. Das Lied ist eine bekannte Hymne der Schwulenszene, und zwar aus der Zeit, als Schwule und Lesben einfach Schwule oder Lesben waren und sich die bösartige Trans-Ideologie noch nicht der Schwulenszene bemächtigen wollte. Trumps eigener und sehr spezieller Tanz zu Y.M.C.A. – angemessen für einen 78-Jährigen – ist ikonisch, oder wie man heute sagt: *ein Meme* ([siehe natürlich YouTube](https://www.youtube.com/shorts/WuRvBVmGvYI)). Das Lied *Y.M.C.A* macht gute Laune, man möchte unwillkürlich selbst mittanzen, ob enthusiastisch mit dem Körper die vier Buchstaben nachbildend – der klassische Y-M-C-A-Tanz – oder minimalistisch wie der neue US-Präsident. Beim letzten Event vor der Inauguration aber gelang dem Trump-Team eine Steigerung und Sensation. Zum Schluss des Events spielten sie nicht nur den Song ab – die *Village People* selbst traten auf! ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=ptTc17stBkw&ab_channel=PBSNewsHour)) ## Tanzend und hüftschwingend Die Besetzung der Band mag in den vergangenen fünf Jahrzehnten variiert worden sein, doch das Prinzip blieb dasselbe: sechs Männer, kostümiert als Polizist, Indianer, Biker im Leder-Outfit, Bauarbeiter, Cowboy und Matrose oder Soldat. Die Kostüme sind von jener überzeichneten Art, die, sagen wir mal, »die Männlichkeit betont«. Und genau diese Schwulen-Ikonen holte Trump auf die Bühne, singend, tanzend und hüftschwingend – und zigtausende Trump-Anhänger tanzten mit. Wären die US-Democrats nicht bereits zuvor *kulturell erledigt* gewesen, spätestens nach dem Auftritt der *Village People* für Trump wären sie es gewesen. ## Nicht nur ein Zeichen setzen Indem Trump ganz selbstverständlich unter allen schmissigen Gute-Laune-Songs ausgerechnet die bekannteste aller Schwulen-Hymnen auswählte, setzte er auch ein sehr klares Zeichen, wie seine Politik Legalisierung und staatlicher Schutz sexueller Befindlichkeit sein wird: von hetero wie Trump bis zu »klassisch« homosexuell, so wie es zur Erscheinungszeit des Liedes verstanden wurde. Aber Trump wollte nicht wirklich ein Zeichen setzen. Trump verspricht nicht mehr nur »Amerika wieder groß zu machen«, er setzt sein Vorhaben wieder und bereits um. Ein Aspekt von *MAGA* ist also wohl, dass Schwule und Lesben ein ganz selbstverständlicher Teil der Gemeinschaft sind, dass sie, ja, die Gemeinschaft mit ihrer bisweilen flamboyanten Partykultur bereichern – und dass das alles *nichts* mit den kranken und bösartigen Trans-Ideologen zu tun hat, die Kinder chemisch kastrieren, Jugendliche fürs Leben verstümmmeln und Männern den Zugang zu Mädchenumkleiden verschaffen wollen. ## Was für eine Ratio! Welchen Schaden linker Wahnsinn in unser aller Köpfen und Herzen angerichtet hat, wurde deutlich, als ich mir auf X einen Scherz bezüglich eben jenes Village-Peoples-erlaubte. Ich formulierte im satirischen Geist der Sprache verquaster grüner Dauerbeleidigter, ebenjenes Video einbettend: > Düster: Um ein heteronormatives Männerbild zu propagagieren, lässt Donald Trump mehrere Männer in Macho-Uniformen (Polizist, Baustellen-Arbeiter, Soldat usw.) auftreten und eine Ode an Männerbünde singen. ([@dushanwegner, 20.1.2025](https://x.com/dushanwegner/status/1881263407309185417)) Die Reaktionen der Sozial-Media-Gemeinde aber waren … spannend und unterhaltsam. Als »Ratio« bezeichnet man im Internet-Jargon das Verhältnis von »Reposts« (also wenn jemand einen X-Post weiter ans seine Follower repostet) und Kommentaren. Wenn die Zahl der Kommentare die Zahl der Reposts weit übersteigt, kann man aus dieser Ratio schließen, dass etwas am Posting reichlich kontrovers ist. Während ich dies schreibe, wurde mein Post 112 mal repostet – aber 594-mal kommentiert, also eine Ratio von etwa 5,3 zu 1, was *hoch* ist. Ein Teil der Kommentatoren hat verstanden, dass ich scherze – doch ein guter Teil, geschätzt etwa die Hälfte, kannte mich offenbar noch nicht und nahm mein wirres, toxisches, linksgrünes Identitätsgefasel ernst. Man wollte mich erst mal über die Village-People aufklären oder diagnostizierte mir knapp und deutlich meine Dämlichkeit. Einige warfen mir alledings richtigerweise vor, gegen die Regel verstoßen zu haben, dass Satire im Internet als solche zu kennzeichnen sei (etwa mit dem Kürzel »/s«). Ich aber fühlte mich wieder mal an *[Poe’s law](https://de.wikipedia.org/wiki/Poes_Gesetz)* erinnert, wonach das Extreme von dessen satirischer Überzeichnung nicht ohne explizite Kennzeichnung zu unterscheiden ist. Ich hatte mein Bestes gegeben, das Gender-Identitäts-Geschwurbel ins Absurde und Wahnwitzige zu überzeichnen, doch ich scheiterte – linksgrüne Ideologie ist so verrückt und extrem, sie ist schlicht nicht parodierbar. ## Selbstverständlich Direkt nach seinem Amtsantritt aber hat Donald Trump, wie angekündigt, über 80 »executive orders« unterzeichnet. (Diese »Durchführungsverordnung« ist eine speziell amerikanische Tradition, die einem US-Präsidenten oder Gouverneur eines US-Staates die Macht und Möglichkeit gibt, persönlich und direkt Anordnungen speziell an Verwaltungsbeamte zu erlassen – oder entsprechende Weisungen zurückzunehmen; [siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Executive_Order).) Lasst uns einige *Executive Orders* des ersten Tages (siehe [politico.com, 20.01.2025](https://www.politico.com/news/2025/01/20/trump-executive-orders-targets-00199302)) erwähnen: - Abschaffung der »birthright citizenship« – es soll nicht mehr gelten, dass, wer, etwa als Kind illegaler Einwanderer, auf US-Territorium geboren wird, damit automatisch amerikanischer Bürger ist. (Damit gerät Trump womöglich in Konflikt mit der 14. Verfassungsänderung – schauen wir, wie sich das entwickelt.) - Austritt aus der WHO – und man möchte ausrufen: Selbstverständlich! Warum bitteschön sollte sich ein souveräner Staat diesem fragwürdigen, von Bill Gates gesponserten und mit China kuschelnden Verein unterwerfen?! - Begnadigung der Teilnehmer des »Kapitolsturms« vom 6. Januar – auch hier möchte man wieder sagen: Selbstverständlich! Diese Leute sind de facto *politische Gefangene*. - Abschaffung von Programmen für »Diversität, Gleichheit und Inklusion« (DEI) – *selbstverständlich* wird ein Staat, der überleben will, jene Programme streichen, die dem einzigen Zweck dienen, eine Gesellschaft von innen zu zerstören (und damit *andere* Staaten zu stärken). - Die Sicherheitsbefugnisse der 51 Geheimdienstler, die vor der letzten Wahl die große Lüge zum Hunter-Biden-Laptop unterzeichnet hatten, wurden zurückgenommen ([cnn.com, 21.01.2025](https://edition.cnn.com/2025/01/20/politics/trump-revokes-security-clearances-former-officials-hunter-biden-laptop-letter/index.html)) - Mehrere Executive Orders zur Sicherung der Grenze, zur Beschleunigung der Grenzmauer und Einreisebeschränkungen – wieder: Ein Staat ohne geschützte Grenzen ist so überlebensfähig wie ein Mensch ohne Haut. - Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen – ähnlich wie WHO. Es nützt dem Klima wenig, nützt aber China und belastet den amerikanischen Steuerzahler. Mindestens eine der Executive Orders ist womöglich etwas *kurios* oder eben »typisch Trump«, und zwar die Umbenennung des *Golfs von Mexiko* in *»Golf von Amerika«*. Die meisten der Erlasse vom ersten Tag aber sind von jener Art, über die wir sagen möchten: *Selbstverständlich!* Und genau *weil* das, was Trump nun verordnet hat, zumeist so selbstverständlich ist und dem gesunden Menschenverstand folgt, findet man das alles auf Berlins Fluren ganz doll schlimm. Deutsche Staatsfunker changieren als Reaktion auf Trumps Amtseinsetzung zwischen verlogen und vulgär – doch deren Meinung ist auf der Weltbühne inzwischen *egal*, und sie *spüren*, dass ihre Meinung irrelevant ist. Und das macht sie nur noch wütender. ## »Der Freie Westen ist zurück« In den USA wird Vernunft plötzlich selbstverständlich, und Gesetze sollen wieder gelten und durchgesetzt werden, auch gegen den Deep State. (Die Biden-Bande ahnte, dass das passieren würde, deshalb begnadigte Biden vorsorglich Fauci und seine eigene Familie; siehe [foxnews.com, 20.1.2025](https://www.foxnews.com/politics/high-profile-dems-warned-biden-against-preemptive-pardons-before-giving-fauci-milley-passes).) Die USA werden vernünftig und tanzen zu Y.M.C.A., doch im Fall Deutschlands fühlen wir uns an die Asterix-Comics unserer Kindheit erinnert, wenn wie auch mit dann doch *umgekehrten* Vorzeichen paraphrasieren: »Wir befinden uns im Jahre 2025 nach Chrristus. Im ganzen Westen setzt sich wieder die Vernunft durch … im ganzen Westen? Nein! Ein von unbeugsamen Linksgrünen bevökertes Ländle in der Mitte Europas hört nicht auf, der Vernunft Widerstand zu leisten.« Die Zerstörung der deutschen Industrie, die innere Zerstörung in Deutschlands Köpfen und die Zerrüttung der deutschen Gesellschaft ist schon heute verheerend bis irreparabel. Für den restlichen Westen aber gilt, was Julian Reichelt jüngst auf X formulierte: > Das Jahrzehnt der links-grün-woken Gesinnungstyrannei ist beendet, der Freie Westen ist zurück!(@[jreichelt, 21.1.2025](https://x.com/jreichelt/status/1881599349765128239)) ## Young man, what do you want to be? Man muss keiner der *Auguren* sein und auch nicht [den Vogelflug deuten](https://de.wikipedia.org/wiki/Auspizien), um heute sagen zu können: Die Welt *kann* und *wird* besser werden – doch nicht zwingend in Deutschland, wenn es den Deutschen nicht gelingt, die anti-demokratische Vorherrschaft von Staatsfunk und linksgrünen, postdemokratischen Seilschaften von CDU bis SPD zu brechen. Da aber, wo wieder Vernunft und Verstand angewandt werden dürfen, gilt, was die Village People im Song Y.M.C.A. singen: »Young man, what do you want to be? I said: Young man, you can make real your dreams. But you've got to know this one thing: No man does it all by himself.« Auf Deutsch: »Junger Mann, was willst du werden? Ich sagte: Junger Mann, du kannst deine Träume verwirklichen. Aber eines musst du wissen: Kein Mann schafft das alles allein!« - [Der Deutsche und sein Zeigefinger](https://dushan.org/essays/der-deutsche-zeigefinger/) Deutscher USA-Botschafter warnt, dass in den USA die Medienfreiheit in Gefahr sei, wegen Trump – während hier Elon Musk und X wegen ZU VIEL Meinungsfreiheit attackiert werden. Wie viel kognitive Dissonanz kann ein Mensch ertragen? Ach, würden wir doch nur die Weisheit bedenken, die in unseren Redensarten schlummert! Eine solche kluge Redeweise lautet: Wer mit dem Finger auf einen anderen zeigt, auf den zeigen drei Finger zurück. An diese Redeweise denke ich jedes Mal, wenn ich wieder lese, wie die Deutschlanddarsteller auf der Weltbühne moralische Ratschläge vortragen. Aktuell lesen wir von der neuesten Peinlichkeit aus dem *Auswärtigen Amt*, und es ist nicht einmal die Trampolinspringerin, die uns jene neue, typisch neudeutsche Art der doppelten Scham einflößt: das *Fremd- plus Nationalschämen*. Der deutsche Botschafter in den USA (ein Herr Andreas Michaelis; [siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Michaelis)) diente als Diplomat unter anderem unter Joschka Fischer. Er arbeitete im Auswärtigen Amt, unter anderem unter Steinmeier (der Trump [als »Hassprediger« verunglimpfte](https://www.spiegel.de/politik/ausland/frank-walter-steinmeier-nennt-donald-trump-hassprediger-a-1106212.html)) und Maas ([der Trump auslachte, als dieser vor der Abhängigkeit von russischem Gas warnte](https://dushan.org/trump-behielt-recht/)). Während die gesamte Welt – oder zumindest ihr *rationaler* Teil – gerade bemüht ist, bei Donald Trump gut Wetter zu machen, trampelt Deutschland weiter als germanischer Ochse durch den diplomatischen Weltgarten. ## Zum Instrument der Politik Herr Michaelis, der Botschafter Deutschlands in den USA, hat am 14. Januar 2025 ein Papier unterzeichnet ([so die aktuelle Berichterstattung](https://www.welt.de/politik/ausland/article255171354/Baerbock-verteidigt-deutschen-Botschafter-in-USA-nach-durchgestochenem-Papier.html)), in welchem denkbar düstere Prognosen für Amerika unter Trump formuliert werden, und dieses Papier wurde nun wohl »geleaked«. Technologieunternehmen erhielten »Mitregierungsgewalt«, so zitiert [welt.de, 19.1.2025](https://www.welt.de/politik/ausland/article255171354/Baerbock-verteidigt-deutschen-Botschafter-in-USA-nach-durchgestochenem-Papier.html) daraus. Strafverfolgung werde zum Instrument der Politik. Es wird vor »Notstandsregelungen« unter Trump gewarnt, die dieser zum Sichern seiner Macht einsetzen könnte. Diese Warnungen vor kommenden Zuständen *in den USA* schreiben nicht linke Aktivisten, also Menschen, die ganz natürlicherweise ohne jeglichen Sinn für Ironie und Selbstkritik ihr Leben bestreiten, sondern wohl Beamte im Außenministerium, mit Unterschrift des Botschafters. (Ich hoffe *sehr*, dass diese Kombination von »nicht« und »sondern« auch wirklich noch einen Unterschied und Gegensatz beschreibt.) Extra schlimm finden die aber offenbar: »Legislative, Gesetzesvollzug und Medien würden ihrer Unabhängigkeit beraubt«! Wirklich? Unter Trump in den USA würden die Medien ihrer Unabhängigkeit beraubt?! Es zwingt sich geradezu auf, diese Schwurbelei durchzugehen, Punkt für Punkt. Die »drei Finger«, die stets auf den Zeigenden zurückweisen, lassen uns ungläubig fragen: Sind deutsche Funktionäre, die solche Befürchtungen bezüglich der USA aufs digitale Papier bringen, *wirklich* für die Verhältnisse in Deutschland blind? ## Und dann … In den USA regieren Unternehmer mit, schreibt die Diplomatie, und meint natürlich Elon Musk. Deutsche Politiker und Diplomaten hatten wenig Skrupel, sich mit Milliardären wie dem berüchtigten George Soros zu beraten ([@GermanyUN, 5.11.2018](https://x.com/GermanyUN/status/1059575760200130560)). Der US-Milliardär und Pharma-Kumpel Bill Gates »beriet« sich nicht nur mit Politikern in Europa, er durfte sogar in den Tagesthemen im Orwell-Still seine Panikmache ans deutsche Volk verkünden, wie ein Super-Weltenlenker ([Tagesthemen 12.4.2020, via YouTube, ab ca. 29:30](https://youtu.be/fg8bSv1TQow?t=849)). Dass US-Milliardäre am wirtschaftlichen Suizid Deutschlands im Namen des Klimaschutzes mitschreiben, dass sie NGOs zur Beeinflussung der deutschen Politik finanzieren, dass sie die für Deutschland und Europa verheerende Schlepperhilfe unterstützen, all das ist eigentlich modernes Allgemeinwissen – außer man ist deutscher Botschafter in den USA, offenbar. Strafverfolgung werde zum Instrument der Politik. Aha. In Deutschland ist es ein neues geflügeltes Wort, dass wer sich kritisch über die Regierung äußert, besser seinen Bademantel zurechtlegt. Das ist eine sarkastisch-bittere Dokumentation der Tatsache, dass in Deutschland die »strafende Hausdurchsuchung« am frühen Morgen längst ein Mittel der außer-rechtsstaatlichen Verfolgung kritischer Meinung ist. Warnt die deutsche Diplomatie also davor, dass es in den Trump-USA bald so wenig demokratisch zugehen könnte wie in Deutschland? Hmm. Es wird vor »Notstandsregelungen« gewarnt. Was genau meinen die Diplomaten damit? Meinen sie so etwas wie eine [Ermächtigung des Parlaments an sich selbst, Grundrechte auszuhebeln](https://dushan.org/ermaechtigungsgrundlage/)? Und dann … Medien würden ihrer Unabhängigkeit beraubt. ## Und die wiederum *Wer genau* aber würde seiner Unabhängig beraubt? CNN gehört WarnerMedia und die wiederum AT&T. ABC gehört Disney. MSNBC gehört Comcast. Die Washington Post gehört dem Amazon-Gründer Jeff Bezos und die New York Times ist ein börsennotiertes Unternehmen, in welchem die Ochs-Sulzberger-Dynastie durch eine spezielle Aktienstruktur die Mehrheit der Stimmrechte hält. Welches dieser Medien ist »unabhängig« zu nennen? Und: Sollte man wirklich als Deutschland mit seinen ARDs und ZDFs und Correctivs und den »Kooperationen« und all den Journalisten mit Staatshonoraren *wirklich* die Unabhängigkeit von Medien in anderen Staaten einfordern? Ausgerechnet Deutschland, wo der durch Skandale watende und doch von seinen Jüngern als Sonnengott verehrte Wirtschaftsminister den Journalisten vorschreibt, was sie fragen dürfen und was nicht – und die Journalisten halten sich daran ([welt.de, 20.01.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article255178454/Robert-Habeck-will-bei-RTL-keine-Fragen-zum-Gelbhaar-Fall-beantworten.html))? Ausgerechnet Deutschland, wo [unliebsame Magazine einfach so mal von der Regierung verboten und vorübergehend enteignet](https://dushan.org/keine-diktatur/) werden können (um später dann doch wieder erlaubt zu werden)?! Ausgerechnet Deutschland, wo Meinungsfreiheit inzwischen in den *Anführungszeichen des Ekels* geschrieben wird, hält moralische Belehrungen in Sachen »Freiheit« gen USA? Dem deutschen »Elfenbeinturm« (wie ein Ulf Poschardt gern seine Kollegen und soziale Schichtgenossen bewertet) gelingt es tatsächlich, Elon Musk verbieten zu wollen, wegen *zu viel Meinungsfreiheit *auf X – und zugleich vor Trump zu warnen, weil er angeblich die Meinungs- und Medienfreiheit einschränken wird. (In dieser aggressiv ausgelebten kognitiven Dissonanz verraten die aber, was sie *wirklich* wollen: Freiheit für *ihre* Meinung – und Freiheit *von* der abweichenden Meinung.) ## Was uns wichtig ist Natürlich sollten Menschen einander in moralischen Angelegenheiten korrigieren, die Rechtfertigung ihrer Handlungen vorlegen können, zumindest vor sich selbst. Moral ist anstrengend, aber ganz ohne Moral geht all das kaputt, was uns wichtig ist. Ich las dieser Tage, dass es die deutschen Eliten geradezu *rasend* macht, wenn ein Elon Musk sich in internationale Debatten um Moral und Politik einmischt, denn Einmischung in internationale Debatten und Politik ist laut deutschen Eliten ausschließlich deutschen Eliten gestattet. Natürlich sollen auch Völker mit »problematischer« Geschichte einander grundsätzlich bei der Besserung unterstützen. Wenn jeder, der je Dummes oder sogar Schlimmes unternahm, sein prinzipielles Grundrecht auf den moralischen Zeigefinger verlieren würde, dann dürfte *niemand* mehr irgendetwas zur Moral sagen, denn für jeden von uns findet sich ein Sand, in den sich sein Name schreiben ließe. Das Problem am deutschen Zeigefinger in Sachen *Demokratie* und *Freiheit* ist nicht die deutsche Vergangenheit, sondern die deutsche *Gegenwart.* Das große Problem am deutschen Moralzeigefinger bleiben also die drei Finger, die zurück aufs *heutige* Deutschland und die *heutige *deutsche Postdemokratie weisen. Wenn man schon andere Staaten moralisch kritisiert, sollte man darauf achten, nicht *zugleich und immer mehr* selbst auf laute und aggressive Weise* *genau das zu praktizieren, was man dem Gegenüber vorwirft. Solange wir Deutschen nicht klüger geworden sind, solange unsere Debatte auf dem knöchelhohen Niveau von Philosophie-Erstsemestern, Staatsfunkmoderatoren und Grünenfunktionären geführt wird, solange sollte von Deutschland kein moralischer Zeigefinger erhoben werden. - [Ihr werdet nicht wissen, was echt ist und was fake](https://dushan.org/essays/was-echt-was-fake/) In wenigen Jahren, und eigentlich beginnt es schon heute, wird es ganz unmöglich sein, »echt« und »fake« zu unterscheiden. Wie bereitet ihr euch vor? Kann man sich überhaupt darauf vorbereiten? Die Schlange versprach dem Menschen, er werde *sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist* (Gen 3:5). Die Schlange hatte ihre Redekunst wohl auf der Journalistenschule gelernt, denn sie sagte die Wahrheit und doch log sie – durch *Weglassen*. Alle Philosophie sei nur Fußnote zu Platon, so ermahnte mich letztens ein freundlicher Dr. phil., während ich ihm [das Geld für meinen Kaffee](https://danke.dushanwegner.com/) zahlte. Ich sollte wohl einen *Theologen* fragen, was die Fußnoten zu den Versprechen der Schlange sind. (Vielleicht sollte ich besser einen *Satanisten* fragen, doch die hohe Politik liegt mir nicht.) Zu den *Details*, welchen im journalistischen Urteil der Schlange wohl [bloß regionale Bedeutung](https://www.focus.de/politik/experten/bkelle/gastbeitrag-von-birgit-kelle-kein-beitrag-ueber-mord-an-maria-l-die-ard-hat-nichts-aus-der-silvesternacht-gelernt_id_6298068.html) innewohnte, gehört zuerst das Wort »können«. (Natürlich nur, wenn man für diesen Essay davon ausgeht, dass die Schlange in solidem Lutherdeutsch zischte. Im Original steht wohl etwas anderes, doch es ist lange her, dass ich Hebraicum, Graecum und Latinum ablegte. Das war etwa ein halbes Jahrhundert nach dem D-Day. Deutschland hatte noch D-Mark, D-Zug und Hoffnung – heute haben wir mehr so D-Industrialisierung, D-Sillusion und Habeck.) Die Schlange *versprach*, dass der Mensch *wissen* würde – wie Gott! –, was gut ist und was böse. Die Schlange *vergaß* ein wichtiges Wort, zumindest im Lutherdeutschen, und das Wort ist »können«. *Präziser* hätte es lauten müssen: Der Mensch wird wissen *können*, was gut und böse ist. Der Mensch *kann* wissen, was gut und böse ist. Ein kursorisches Studium der [*Relevanten Strukturen*](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) etwa genügt, und du *weißt*, wie ethische Urteile entstehen. Du *kannst* wissen, was gut und was böse ist, du *kannst* dein Gewissen prüfen und verfeinern – doch warum tun es so wenige? Weil Denken mühsam ist, auch und gerade das Nachdenken über das eigene ethische Urteil. Es ist geradezu *schmerzhaft*. Ethische Meinungen bilden sich tief in den Windungen der Seele, sammeln sich an und entweichen dann zum ungelegensten Zeitpunkt, alle Umstehenden irritierend. (Für den Maßstab: In Deutschland sind 1.721 Fachärzte verzeichnet, deren Spezialgebiet die Moral der Gedärme umfasst ([praktischarzt.de, 26.08.2024](https://www.praktischarzt.de/arzt/facharztausbildung/weiterbildung-gastroenterologie/?utm_source=chatgpt.com)). Aber bei etwa 270 philosophischen Lehrstühlen in Deutschland dürfte man die Zahl der Meta-Ethiker, also Meta-Spezialisten für ethische Blähungen, mit lediglich etwa 20 bis 50 ansetzen – und selbst unter dieser Handvoll ist vermutlich ein Teil »linksgrün«, also intellektuell nutzlos.) Der Mensch *kann* seine ethischen Begriffe selbst analysieren – wenn er denn die Arbeit auf sich nimmt! Dass der Mensch dies *nicht* tut, (auch) das ist (auch ein) Symptom der seelischen Trägheit und selbstgewählten Unaufgeklärtheit. Der Mensch *könnte* (in dieser Hinsicht *wie Gott sein*), wenn er sich nur aufraffte. Leider: Dass du etwas tun *kannst*, heißt noch nicht, dass du es auch tun *wirst*. (Erst recht nicht, wenn ein mächtiger Propaganda-Apparat dich davon abhalten will, *selbst* eigene ethische Urteile zu bilden.) Heute aber, gemäß biblischer Zeitrechnung etwa 6029 Jahre später, schwant uns, dass die Anwendung ethischer Erkenntnis zwar wichtig und die Welt wohl wirklich eine friedlichere wäre, wenn die Menschen sich endlich ernsthaft ernsthafte Gedanken über ihre [relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) machten; doch inzwischen erwächst eine *weitere*, aus innerer menschlicher Unzulänglichkeit herrührende Gefahr, und diese ließe sich, frei nach jener vielversprechenden Schlange, so formulieren: Ihr werdet eben Menschen sein, und nicht wissen, was echt ist und was fake. Da steht nun also dieser Essayist, der arme Tor, und ist noch hilfloser als zuvor. Ich war bei *naiv*, und ich glaubte tatsächlich, dass wenn man die Menschen über die Mechanik ihrer ethischen Urteile aufklärte, sie ebendiese überprüfen und verbessern würden. Ach, ich vermisse meine eigene kindliche Naivität von damals! Anders als bei den ethischen Urteilen, bezüglich derer der Mensch wissen *kann*, was gut ist und was böse – und vor allem: warum –, bricht ein neues Zeitalter an, in welchem der Mensch eben nicht mehr wissen kann, was echt ist und was fake. Das Zeitalter des großen Fakes bricht nicht an, es ist längst da, wir sind längst drin. Wir atmen tief durch und stellen uns eine Welt in fünf oder zehn Jahren vor, in welcher nicht einmal Computer noch unterscheiden können, welches Bild und welcher Text »echt« ist und welcher »fake«. Ja, schon heute experimentiert etwa Facebook mit »Fake-Menschen«, mit denen wir, die »echten« Menschen, interagieren sollen. Ich weiß nicht, was die Begriffe »echt« und »fake« überhaupt noch bedeuten werden. Es fühlt sich an, als würden wir in ein Labyrinth hinabsteigen. Ein Labyrinth zeichnet sich bekanntlich dadurch aus, dass die meisten Verzweigungen und Wege schnell in Sackgassen münden, also *fake* sind. Eine Intuition, eine innere Ariadne quasi, will mich schon heute einen roten Faden festmachen lassen in der Hoffnung, dass ich in einigen Jahren wieder »herausfinde« – doch woraus und worin soll dieser Faden bestehen? ## Kulinarischer Nachtrag Laut schwäbisch-katholischer Tradition kann der liebe Herrgott ein tatsächlich vegetarisches Nudelgericht nicht von Fleisch in Nudeltaschen unterscheiden, weshalb die Mönche auch zur Fastenzeit sich an den [Herrgottsbescheißerle](http://stephan-fuhrer.de/maultaschen/) laben konnten. Nun, offenbar sind wir also auch darin »wie Gott«, Original und Fake nicht immer auseinanderhalten zu können. Was den Zisterziensern das Schweinefleisch mit Kräutern im Nudelteig war, ist uns Menschen manches KI-generierte Bild, manche Desinformation vom Staatsfunk, manche Fake-News von Propaganda-NGOs. Die schwäbischen Maultaschen kennen wir als *Herrgottbescheißerle*, das Maulheldentum der Berliner »Schwaben« mit all ihren Lügen und Weglassungen und sonstigem Schlangenhaften, all diese Fakes sollten wir *Menschenbescheißerle* nennen. - [Sven ist jetzt Marla Svenja](https://dushan.org/essays/sven-ist-jetzt-marla-svenja/) »Sven Liebich« ist jetzt »Marla Svenja Liebich«, mit allen rechtlichen Konsequenzen laut »Selbstbestimmungsgesetz« – und fürchtet die Diskriminierung durch Transphobe. Eine Eulenspiegelei, die irrsinnigen Zeiten den Spiegel vorhält. Ich kannte *Sven Liebich* bis eben noch nicht, und kaum hatte ich den Namen erfahren, erfuhr ich auch sogleich, dass es sich nicht schickt – und dass es nach neuester Gesetzgebung sogar *verboten *ist –, den damit einst bezeichneten Menschen mit diesem Namen *anzusprechen*. Der mit diesem Namen bezeichnete Mensch wird von der Mainstream-Presse ein »Rechtsextremist« genannt, was aber heute einfach nur »Regierungskritiker« bedeuten kann. Ich kenne diesen Menschen aber nicht, und es tut hier nichts weiter zur Sache. Dieser Mensch heißt jetzt auf jeden Fall nicht mehr so. Er heißt jetzt *Marla Svenja Liebich*, denn er (also: der Mensch) ist jetzt eine »Sie«, sprich: eine Frau ([welt.de, 16.01.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article255145084/Selbstbestimmungsgesetz-Rechtsextremist-Liebich-ist-jetzt-formal-eine-Frau-Ampel-hat-einen-grossen-Fehler-gemacht.html)). Laut dem mit »vollständig irrsinnig« nicht zu scharf beschriebenen deutschen »Selbstbestimmungsgesetz« braucht es, um nicht mehr ein Mann, sondern rechtlich eine *Frau* mit einem *Frauennamen* zu sein, nur 50 Euro und einen kurzen Gang zum Amt. Dies hatte *Marla Svenja Liebich* beim zuständigen Standesamt der Stadt Schkeuditz in Sachsen getan, hat also Geschlechtseintrag und Vornamen ändern lassen, und so wurde aus *Sven* eben *Marla Svenja*. Im Grunde ist exakt das passiert, was bezüglich dieses Irrsinnsgesetzes vorhergesagt wurde von rationalen Menschen, oder wie man heute sagt: von *Räääächten*. Es hat viele Vorteile, rechtlich eine Frau zu sein, also werden sich *natürlich* Männer zu Frauen ummelden, wenn sie es können. In der Kurzgeschichte [»Lucy, ich und unser Eskimo-Baby«](https://dushan.org/lucy-ich-und-unser-eskimo-baby/) spielte ich mit dem Szenario einer Zukunft, in welcher Menschen sich frei aussuchen und dann auch optimieren, als welche schutzwürdige Gruppe sie sich »identifizieren« – und nun passiert es wirklich, und zwar ausgerechnet durch einen »Rechtsextremen«. In der entsprechenden Community wirkt man verunsichert ob dieser Eugenspiegelei (siehe etwa ([queer.de, 15.01.2025](https://www.queer.de/detail.php?article_id=52273)) und [17.01.2025](https://www.queer.de/detail.php?article_id=52305)). Man ringt plötzlich mit exakt den Fragen, die zu stellen dich eben noch wegen »Transphobie« ins Visier diverser »Hatespeech-Beauftragter« bringen konnten: *Ist* ein Mann *wirklich* eine Frau, bloß weil er *sagt*, dass er eine Frau ist? Die Umetikettierung zur Frau bringt zumindest *diesem* angeklagten Menschen zwar keine Vorteile in Strafverfahren. Das Gericht wird ihm vermutlich nicht glauben, sich aber hüten, dies auch zu sagen. Doch Liebich kann, trotz Vollbart und auch sonst traditionell »männlich gelesenem« Erscheinungsbild, nun die Unterbringung im Frauengefängnis verlangen. Die Staatsanwaltschaft in Halle will, [so lesen wir](https://www.queer.de/detail.php?article_id=52273), ein *Gutachten* einholen. Damit meint man sich als Beamte, die ein offensichtlich irr- und unsinniges Gesetz umsetzen sollen, aus der Affäre ziehen zu können. Doch ein solches Gutachten widerspricht eklatant der Motivation des ganzen Wahnsinns »Selbstbestimmungsgesetz«, welche ja bereits im Namen des Gesetzes festgehalten ist, auch in dessen voller Länge: »Gesetz über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag« ([siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_%C3%BCber_die_Selbstbestimmung_in_Bezug_auf_den_Geschlechtseintrag)). Des wahnsinnigen Pudels Kern ist ja, dass jeder Mensch *selbst* bestimmen kann, als welches Geschlecht er eingetragen ist und vom Staat behandelt wird – und zwar einmal pro Jahr. Es ist aber definitiv nicht *Selbst-*Bestimmung, wenn ein Gutachter herbeigerufen wird. Zynischerweise ist bereits im Gesetz selbst enthalten, dass die Politik de facto *erwartet*, dass das Gesetz zur Erlangung von frauen-spezifischen Vorteilen benutzt werden wird. Laut § 9 diesem Gesetz (siehe [buzer.de](https://www.buzer.de/9_SBGG.htm)) ist keine spontane Umtragung im »Verteidigungsfall« möglich. Sollte Deutschland etwa ein weiteres Mal beschließen, zur präventiven Verteidigung in Russland einzumarschieren (und nicht bloß die Waffen dafür zu liefern), dann muss das Geschlecht schon mindestens *zwei* Monate vorher umgetragen worden sein, um nicht für »unsere Demokratie« in Russland sterben zu müssen. Marla Svenja Liebich ist eine Vorreiterin. *Jeder* deutsche »Mann« sollte sich rechtzeitig als Frau eintragen lassen, es hat ja nur Vorteile! Wessen Pronomen noch »er« und »sein« sind, der hinkt einfach der Zeit hinterher. (Laut dem Selbstbestimmungsgesetz drohen übrigens Strafen von bis zu 10.000 Euro dafür, Marla Svenja mit ihrem alten Namen anzusprechen. Ich bin sicher, dass Deutschland ein Rechtsstaat ist und dieses Gesetz nicht bloß zur Verteidigung von Linken eingesetzt wird.) Sogar im Ausland wird über Marla Svenja Liebich berichtet (etwa [nypost.com, 16.01.2025](https://nypost.com/2025/01/16/world-news/german-neo-nazi-jailed-for-inciting-hatred-changes-gender-in-bid-to-go-to-womens-prison/)). Liebich wird zitiert: »Ich habe Angst vor Diskriminierung.« Ja, man lacht über Deutschland, doch als Deutscher ist das alles weniger lustig. Der Fall der Marla Svenja Liebich und das Selbstbestimmungsgesetz sind Kennzeichen eines Landes, das sich mit jenem englischsprachigen Jugendwort präzise beschrieben ließe: »lost«. Das bedeutet wörtlich »verloren«, doch es meint eine tiefe *innere*, *geistige* und vor allem *irreversible* Verirrung, ein *totales Verlorensein*. Eine Gesellschaft, in der man sich nicht auf Grundlegendes wie die Bedeutung von Wörtern wie »Frau« und »Mann« einigen kann, oder wo diese Bedeutung vom Gesetzgeber aktiv ausgehöhlt wird, wo »Wahrheit« bedeutet »was der Staatsfunk sagt« und nicht »was ist«, wo Logik als »rechts« und damit als »böse« gilt und rationale Zweifel als »Schwurbelei« – so eine Gesellschaft erlebt gerade ihren eigenen Kollaps. *Sven* ist jetzt *Marla Svenja* und das ist ihr gutes deutsches Recht. (Danke dafür übrigens an den damaligen FDP-Justizminister Marco Buschmann, der dieses Gesetz möglich machte.) Die Zeiten sind etwas plemplem. Die Kunst des Lebens *als Deutscher* aber bedeutet heute, am Wahnsinn unserer Zeit nicht selbst noch wahnsinnig zu werden! - [Meine böse Neigung bezüglich des Bösen](https://dushan.org/essays/wenn-boese-sterben/) Wenn ein Böser stirbt, muss ich mich zügeln. Es wäre unzivilisiert und womöglich sogar illegal, irgendeine Freude kundzutun. Doch da ist noch etwas: Es könnte passieren, dass ich später meine Bewertung ändere – und dann täte es mir extra leid. Was sagt man, wenn ein böser Mensch stirbt? Nicht nur Juristen werden hier antworten: »Es kommt darauf an!« (Und: »Es empfiehlt sich, vorsichtig zu formulieren.«) Es kommt darauf an, *wie* böse der betreffende Mensch tatsächlich war. War er *nur nervig*, oder hat er anderen Menschen in großem Maßstab geschadet? *Wusste* der Böse, dass wir ihn böse nennen? Und warum hat er nicht von seiner Tat abgelassen? Es kommt darauf an, ob es Kinder und Familie gibt, die Hohn und Nachtreten und das metaphorische Aufs-Grab-Pinken, unnötig verletzten würden. Vor allem aber kommt es darauf an, ob das Böse *dieses* Bösen im Propagandastaat auch *böse* genannt werden darf. Wenn ein böser Mensch stirbt, dessen böse Taten von Staats wegen als *gut* zu gelten haben, wird es extra scharf geahndet, nichts als Gutes über den toten Bösen zu sagen. ## Deine einzige gute Tat »Ding-Dong! The Witch is Dead«, so singen und feiern die Zauberwesen von Oz ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=kPIdRJlzERo)). Es ist vorstellbar, dass Ähnliches gesungen wird, wenn ein *als böse wahrgenommener* Politiker verstirbt. Vielleicht erhofft man sich ja *kathartische* Wirkung davon, im übertragenen Sinne auf das Grab des Bösen zu pinkeln. Was auch immer der Böse getan hat: Er ist tot – und wir leben noch! Es gibt Menschen (und aus unerfindlichen Gründen scheint es sie besonders gen Hollywood und zu den US-Democrats zu ziehen), denen sind gewisse illegale und verbotene Neigungen angeboren. Diese Menschen sind dann offenbar täglich [zerrissen](https://dushan.org/dazwischenwesen/): Entweder sie unterdrücken ihre angeborenen Neigungen und damit einen zentralen Teil ihres Wesens – oder sie sorgen für schlimmes Leid und verstoßen gegen das Gesetz. Während mir jene Neigungen allesamt fremd sind. Meine Gefühle sind in jener Hinsicht allesamt sowohl *»normal«* als auch *legal*, doch in einer ganz anderen Hinsicht verspüre ich regelmäßig *Gefühle* und *Neigungen*, die auszuleben verletzend und ultimativ wohl auch illegal wäre. Wenn ein böser Mensch stirbt, verspüre ich schon mal den Wunsch, das Nicht-mehr-Sein dieses Bösen zu feiern. »Die Welt ist nicht immer schön, und die Zeiten sind nicht gut«, so möchte ich dem toten Bösen auf seine Reise abwärts mitgeben, »doch ohne dich ist sie besser, und zu sterben war deine einzige gute Tat in langer Zeit!« Ja, solches verspüre ich regelmäßig in mir. Doch *noch* halte ich diesen Gaul, der mich [in solche Abgründe ziehen](https://dushan.org/dazwischenwesen/) will, im Zaum. Diese Bezähmung böser Instinkte nennt sich wohl *Zivilisation*. Während manche unappetitliche Grausamkeit in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten legalisiert und angeblich auch »normalisiert« wurde, ist es wohl von Vorteil, auch weiterhin ein Tabu darum zu stellen, bezüglich des Ablebens von Bösen wirklich alle Abgründe der eigenen Empfindung offenzulegen. ## Oder natürlich »gut«? Ich hoffe sehr, dass ihr in meinen vorigen Absätzen nicht *nur* über mein Geständnis schockiert wart! Ich habe hier *noch* etwas Schockierendes getan, wenn auch auf einer eher moraltheoretischer Ebene: Ich habe über »Böse« und »das Böse« gesprochen, als wären das tatsächlich *absolute* Kategorien. Wer [*Relevante Strukturen*](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) studiert hat, der weiß, dass mein Begriff von *Gut* und *Böse* beileibe nicht absolut und losgelöst ist. In extra kurzer Form: Jeder Mensch hat *Strukturen*, die er als besonders *relevant* empfindet. Bei einigen Strukturen entsteht die Relevanz erst im Laufe des Lebens (etwa: Ehe, Nachbarschaft, Beruf), bei anderen ist uns die Relevanz via Evolution einprogrammiert (etwa: Kinder, Stamm, Ordnung). Eine Veränderung, die eine relevante Struktur *schwächt*, empfinden wir als *ethisch böse*. Und eine Veränderung, die eine relevante Struktur *stärkt*, empfinden wir als *ethisch gut*. Was bedeutet es also, wenn wir sagen, dass ein Mensch »böse« ist? (Oder »gut«?) Erlaubt mir eine verwandte Sprachfrage: Worin unterscheiden sich diese beiden Aussagen, außer im Gegenstand: - »Es gibt kein Bier mehr.« - »Es gibt keine Etrusker mehr.« Natürlich ließen sich unerwartete Kontexte konstruieren, doch im üblichen und realistisch zu erwartenden Sprachgebrauch bezieht sich »Es gibt kein Bier mehr« vermutlich auf einen Haushalt oder eine Büroparty, und in den relevanten Räumlichkeiten wurde das Bier ausgetrunken. Der Satz meint üblicherweise nicht, dass nirgends auf der Welt mehr Bier existiert. »Es gibt keine Etrusker mehr« dagegen beschreibt die gesamte Welt, auf der es heute eben keine *Etrusker* mehr gibt. »Es gibt kein … mehr« meint also mal eine Wohnung oder ein Büro und mal die gesamte Erde. Welcher Rahmen aber relevant ist, das entscheidet der sogenannte *gesunde Menschenverstand*. Der relevante Rahmen wird still impliziert. Und in *keinem* der beiden Fälle aber wäre es richtig, darauf zu schließen, dass »es gibt« keinen relevanten Rahmen hat, nur weil er bloß stillschweigend impliziert wird. Ähnlich verhält es sich mit dem, Satz »Er ist böse« – oder natürlich »Er ist gut«. ## »Vielschichtig« und »komplex« Wenn wir über einen Menschen sagen, dass er *ein guter Mensch war*, dann bedeutet das etwa: Er hat Strukturen *gestärkt*, für die er verantwortlich war und die uns relevant sind. Sagen wir über einen Menschen aber, dass er *ein böser Mensch war*, dann bedeutet das etwa: Er hat Strukturen *geschwächt*, für die er verantwortlich war und die uns relevant sind. Immer wieder sind wir uns *nicht sicher*, ob wir einen Menschen als gut oder als böse bewerten sollen! Ein böser Mann, der Böses im großen Maßstab tut, aber gut zu seiner Familie ist. Oder ein Mann, der viel Gutes für die Gesellschaft tut, aber als Workaholic seine Familie vernachlässigt. Bei manchem Großen sind wir [*zerrissen*](https://dushan.org/dazwischenwesen/) und nennen solche Menschen »vielschichtig« und »komplex«. Mancher ist *gut* im Bier-daheim-Maßstab, aber böse im Etrusker-auf-der-Erde-Maßstab – und andersherum. Von Zeit zu Zeit kommt es vor, dass ein Mensch bezüglich *einer* (uns) relevanten Strukturen *derart* schwächend handelt, dass uns der *andere *Maßstab *irrelevant* ist. ## Jedem ihrer Kinder Es gibt Politiker, die könnten täglich jedem ihrer Kinder zur Nacht vorlesen und sie könnten noch so liebenswürdig zu ihrem Hund, ihren Nachbarn und dem Briefträger sein. Betrachte ich den Schaden, den sie an der Gesellschaft angerichtet haben, vermag ich nicht anders, als solche Gestalten *böse* zu nennen. Nicht *böse* wie »Es gibt kein Bier mehr«, sondern *böse* wie »Es gibt keine Etrusker mehr«. Böse in Bezug auf die großen Strukturen, derer Teil wir alle sind, von denen unser aller Leben abhängt. So nah an einem *absoluten* Bösen wie nur denkbar. Und wenn *solche* Menschen sterben, dann bleibe ich höflich genug, um nicht aus der Zivilisation verstoßen zu werden. Ich unterdrücke mein böses Gefühl, doch heimlich lächle ich *kalt* – denn für einen Augenblick wurde die Welt etwas *wärmer*. Ich unterdrücke mein unzivilisiertes Gefühl und erinnere mich daran, dass ich mich in meinem Urteil irren könnte. Dann täte es mir eines Tages wohl leid, ob dieser meiner Freude allzu laut gewesen zu sein. - [Habeck, die Baerbock 1.1](https://dushan.org/essays/baerbock-1-punkt-1/) Habeck redet Quatsch über Krankenversicherung auf Erspartes. Es hat logische Brüche, ist ungerecht und destruktiv. Aber es ist vor allem Quatsch. Im Grunde ist Habeck eine neue Baerbock – eine Baerbock 1.1. Vielleicht kennt ihr *Nigel Richards* nicht, aber ich versichere euch, dass Nigel Richards der *perfekte* Politiker wäre – lasst mich erklären! Der Neuseeländer Richards gewann 2018 die Weltmeisterschaft im Scrabble. Zuvor, 2015, gewann er bereits die französische Meisterschaft – allerdings ohne Französisch zu sprechen. Und nun, Ende 2024, gewann Nigel Richards die *spanische* Scrabble-Meisterschaft – ohne Spanisch zu sprechen ([theguardian.com, 10.12.2024](https://www.theguardian.com/world/2024/dec/10/scrabble-star-nigel-richards-wins-spanish-world-title-despite-not-speaking-spanish)). Scrabble ist ein Spiel, in dem es gilt, Wörter aus Buchstaben zusammenzustellen. Man würde also annehmen, dass ein Mensch, um im Scrabble erfolgreich zu sein, auch die entsprechende Sprache beherrschen sollte. Es stellt sich nun heraus, dass ein Mensch auch gewinnen kann, wenn er die Sprache nicht beherrscht, wenn er mit den Wörtern hantiert, ohne ihre Bedeutung zu verstehen. Ähnlich wie das unter Philosophen bekannte und beliebte[ »Chinesische Zimmer«](https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesisches_Zimmer). Oder wie ein Roboter. Oder wie ein Politiker – womit wir schon halb beim *Thema des Tages* wären! ## Beide Seiten dem Diktat Der Kanzlerkandidat der Grünen, der darauf besteht, *kein Schwachkopf* zu sein, hat vorgeschlagen, zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung auch Kapitalerträge wie Zinsen und Dividenden mit Sozialabgaben zu belasten ([welt.de, 13.01.2025](https://www.welt.de/politik/deutschland/article255109040/Krankenkassen-Mehr-Solidaritaet-Habeck-fordert-Sozialabgaben-auch-auf-Kapitalertraege.html?utm_source=chatgpt.com)). Nach dem Angriff der Regierung auf die Altersvorsorge via Eigenheim wollen die Grünen nun auch die Altersvorsorge via Geldsparen unattraktiv machen ([bild.de, 13.01.2025](https://www.bild.de/politik/inland/die-abgaben-rechnung-so-will-habeck-ihr-erspartes-schrumpfen-67854953f1b52d37302cd946)). Gleich auf den ersten Blick fallen logische Lücken und Brüche im neuesten Habeck-Vorschlag auf. Zum Beispiel: Wenn ein Privatversicherter Beiträge in eine Krankenkasse einzahlt, hat er damit auch Anspruch auf gesetzliche Krankenversicherungsleistung? Man könnte die logischen Fehler der neuesten Habeck-Volte diskutieren, doch eine Diskussion über Logik setzt voraus, dass *beide* Seiten sich dem Diktat der Logik unterwerfen. Man könnte auch versucht sein, die Emotionalität und das Weltbild der Grünen anzuführen, um die Prämissen solcher Ideen zu verstehen. ## Auch eher dunkel Auf Instagram verteidigen die Grünen den Habeck-Unsinn mit einer bunten Infografik ([Die Grünen auf Instagram, 14.1.2024](https://www.instagram.com/p/DE0DtTesNh4/?img_index=1)). Und auf der ersten dieser Textkacheln führen die Grünen *vier* Beispielpersonen an: »Mia, Pflegerin«, »Tanja, Unternehmerin«, »Amar, Selbstständiger« und »Kapitalhai«. Der Name *Amar* klingt nicht nur nach »Migrationsgeschichte«, in der Grünen-Grafik ist seine Haut auch eher dunkel. In der Auswahl von Beispielpersonen verraten die Grünen ebenso ungewollt wie maximal ehrlich, wie ihr Menschenbild die Menschen aufteilt: weiße Frauen (Mia, Tanja), farbige Männer (Amar) – und Kapitalhaie. Wo sind die *weißen Männer* in der Grünen-Grafik, also – seien wir ehrlich – die Gruppe, die das finanzielle Rückgrat des deutschen Wohlstands bildet? Die weißen Männer sind für die Grünen allesamt »Kapitalhaie«. Nein, in der Grünen-Sekte sieht man Herrn Habeck nicht als *alten weißen Mann*, für die ist er »der Robert«. Wir werden den Vorschlag Habecks aber weder *logisch* verstehen noch widerlegen. Es ist nicht logisch – und doch ist es roboterhaft, und dieses *Roboterhafte* gilt es zu verstehen. ## Aussetzer sind quasi »Bugs« Herr Habeck mag in seinen Äußerungen auffällig inkompetent wirken, doch jede sinnvolle Debatte über Habecks Kompetenz würde voraussetzen, dass Habeck überhaupt versucht, sein Gesprochenes mit einem konkreten Weltwissen in seinem Kopf abzugleichen. Tatsächlich wiederholt Habeck vermutlich einfach nur Wörter, mit denen er bei Journalisten und anderen Menschen auf seinem Denkniveau guten Anklang findet. Wenn eine »künstliche Intelligenz« einen politischen Kandidaten aufstellen würde, dann würde er so ähnlich sprechen wie Herr Habeck. Habeck wirkt wie eine der frühen Versionen künstlicher Intelligenz, und seine zahlreichen Aussetzer sind quasi »Bugs«. Da frühe KI-Sprachmodelle über kein eigenes inneres Konstrukt der Welt verfügten, beschränkten sie sich tatsächlich darauf zu sagen, was nach statistischer Wahrscheinlichkeit als nächstes Wort folgen könnte (ähnlich wie die Wortvorschläge im Smartphone). So entstanden Sätze, die sinnvoll klangen und die von der KI mit großer Selbstsicherheit formuliert wurden – die sachlich aber schlicht Unsinn waren. Dieses Phänomen wird *Halluzination* genannt: Primitive, frühe KI sagte, was ihre Zielgruppe wahrscheinlich hören wollte, unabhängig von der tatsächlichen Realität – ähnlich wie manche Politiker. Es ist eine Gemeinsamkeit früher künstlicher Intelligenz mit Grünen-Politikern, die beide von normalen Menschen unterscheidet: Wenn man einen normalen Menschen länger reden lässt, wird er nach und nach sein eigenes Denken reflektieren, er wird also logischer und kohärenter werden. Je länger man aber Grüne und frühe künstliche Intelligenz reden lässt, umso eklatanter wird der Mangel an stimmigen zugrundeliegenden Weltmodellen. ## Fast wörtlich Vielleicht habt ihr es gemerkt: Ich habe gerade Gedanken aus einem Essay des Jahres 2021 zitiert. Der Text hieß »Merkel sucht den Nachfolgeroboter« und handelt davon, dass Baerbock ähnlich auftritt wie die (damalige) künstliche Intelligenz: Wie ein »Sprachmodell« sagt sie Dinge, von denen es wahrscheinlich ist, dass sie im Publikum eine bestimmte Reaktion erzeugen. Ich erwähnte damals schon das *Chinesische Zimmer*, und[ dort schrieb ich auch mehr](https://dushan.org/trolley-problem-loesung/) dazu. Einen Absatz jenes Essays habe ich hier sogar fast wörtlich übernommen, habe bloß den Namen ausgetauscht, denn damals schrieb ich: »Frau Baerbock wiederholt vermutlich einfach nur Wörter, mit denen sie bei Journalisten und anderen Menschen auf ihrem Denkniveau guten Anklang findet.« Im Grunde ist Habecks öffentliches Auftreten methodisch eine nur minimal verbesserte Version Baerbock. Habeck ist nicht Baerbock 2.0, höchstens »Baerbock, Version 1.1«. Habeck sagt Wörter, von denen er meint, dass sie bei seinen Wählern ankommen. Wenn in Habecks Kopf ein Weltmodell existierte, auf welches seine Aussagen bauen würden, würde sein Kopf nicht so schwach durchdachte Dinge hervorbringen. Problematisch, gefährlich und zerstörerisch werden all die Quatsch-Aussagen der Grünen dadurch, dass die tatsächlich versuchen, diesen Quatsch umzusetzen. Oder wie ich anderer Stelle schrieb: Die Grünen sind[ »eine Partei wie ein Affe mit Maschinengewehr«](https://dushan.org/affe-mit-maschinengewehr/). ## Seitdem viel intelligenter Habeck, Baerbock und manches weitere Personal des Propagandastaates erinnern an eine frühe Version künstlicher Intelligenz. Sie scheinen einfach nur Wörter zu reproduzieren, von denen sie erwarten, dass diese eine bestimmte Reaktion hervorrufen. Ich legte euch einen solchen Vergleich schon mal vor, vor knapp vier Jahren. Künstliche Intelligenz ist seitdem viel intelligenter geworden. Anders als gewisse Politiker verfügt künstliche Intelligenz seitdem über Filter, Logik und wissenschaftliche Weltmodelle, welche das Gesagte formen und überprüfen. Künstliche Intelligenz kann Dinge sagen, die *sinnvoll* klingen oder auf andere Weise *wirken* – ähnlich wie Politiker –, und doch merken wir früher oder später, dass die Maschine nicht *versteht*, was sie redet – ähnlich wie Politiker. ## Bedeutung ist hinderlich Nigel Richards wurde französischer und später spanischer Meister im Scrabble, indem er die jeweiligen Wörterbücher auswendig lernte. Nigel Richards wäre der perfekte Politiker: Er könnte Beliebiges sagen. Solange es bei seiner Zielgruppe ankäme, würde es ihm nicht wehtun, wenn er Unsinn erzählte, denn er versteht den Sinn seiner Worte ja nicht. Ja, vermutlich hat Nigel Richards einen handfesten *Vorteil* gegenüber der Konkurrenz, die die jeweilige Sprache beherrscht! Ob Scrabble-Spieler, Soziopathen oder professionelle Politiker: Es ist von Vorteil, wenn einem die Bedeutung seiner Worte nicht im Weg steht. - [Höflichkeit schützt das Dämliche davor, dämlich genannt zu werden – ist das gut?](https://dushan.org/essays/bleibt-hoeflich-und-legal/) In Deutschland sind 2 Schutzzäune um das Dämliche gezogen: Höflichkeit und Rechtslage. Politiker haben den Majestätenschutz (§ 188 StGB), doch auch z. B. die »Omas gegen Rechts« adäquat UND legal zu kommentieren, fällt schwer. Wird das zum Problem? Bescheidenheit ist eine Zier, so sagen wir, doch weiter kommt man ohne ihr. Warum aber *sollen* und *wollen* wir *bescheiden* sein? Weil es *höflich* ist, sprich: weil es einem (gemeinnützigen) Verhaltensschema entspricht, das uns *antrainiert* wurde. Der *innere Zwang zur Höflichkeit* mag angeboren sein – manchem mehr, manchem weniger –, nicht aber deren konkrete Ausgestaltung. Ich zum Beispiel *möchte* höflich sein, möchte Gebrauch machen von jenem *Schmiermittel*, das unnötige Reibung aus den Vorgängen des täglichen Miteinanders entfernt. Doch nicht jede Variation dieser Schmierung schmeckt mir auch! Ich möchte höflich sein, aber einige »höfliche« Gewohnheiten würde ich doch lieber auf möglichst un-unhöfliche Weise vermeiden. ## Zur Begrüßung verzichten Da wäre etwa der obligatorische Wangenkuss, wenn man Damen begegnet. Der Legende nach entstammt die Gewohnheit, Damen zur Begrüßung auf beide Wangen zu küssen, alten römischen Zeiten. Damals wollte angeblich der Hausherr auf diese Weise erfahren, ob die Hausdame womöglich in der Zwischenzeit vom *vinum* gekostet hatte. Mir ist es aber persönlich recht gleichgültig, ob mein weibliches Gegenüber zuvor ein Weinchen genossen hat. Also muss ich das nicht durch nahes Beschnüffeln kontrollieren. Ach, man könnte mich glatt für einen Orthodoxen halten! Ginge es nach mir – was es viel zu selten tut –, dann könnten die Leute ganz auf den Handschlag zur Begrüßung verzichten. Es gibt kooperative Handlungen zweier Menschen, die es wert sind, dafür die Übertragung von Krankheiten zu riskieren, doch eine simple Begrüßung gehört noch nicht dazu. – Doch auch das ist natürlich, wie eigentlich jede Wahrheit heute, nur ein subjektives Gefühl, und in diesem Fall ist es eben *mein* Gefühl. ## Zur handfesten Gefahr Den bislang genannten Höflichkeitsmarkern ist gemeinsam, dass sie manchem zwar *lästig* sein können, doch solange man sich das Immunsystem nicht etwa durch irgendwelche »Impfungen« zerschossen hat, bleiben diese Höflichkeiten weitgehend ungefährlich. In den letzten Jahren aber und heute mehr denn je, so wage ich als These vorzulegen, wird eine bestimmte *Gruppe von Höflichkeiten* zur handfesten Gefahr. Wird die Bundesrepublik Deutschland das erste Land sein, das an *zu viel Höflichkeit* untergeht? Ich will es provisorisch so formulieren: Wenn (über-)lebenswichtige Funktionen gesetzlich verboten werden, ist eben das, was von diesen Funktionen geschützt und verteidigt wurde, konkret unmittelbar gefährdet. ## Zäune um Zäune Es ist dem Menschen angeboren, das Abnorme und/oder Mangelhafte am Mitmenschen zu benennen, um dann die Träger solcher Eigenschaften, je nach Art des Mangels und Grad der Abnormität, vorübergehend oder dauerhaft aus der Gesellschaft auszuschließen, oder zumindest ihre Rolle und Bedeutung zu verringern. Die sogenannte Zivilisation mit ihrer Höflichkeit und den Umgangsformen richtet allerdings *Tabus* um die Mängel herum auf. »Starre nicht!«, wird das Kind von seiner Mutter ermahnt, wenn beide einem Lahmen oder einem Dicken begegnen – und die Mutter kämpft damit gegen die Evolution. Bei jener *großen und dauernden Auswahl*, die wir »Evolution« nennen, hat es sich bewährt, wenn Abnormes, Ungesundes und schlicht Falsches korrigiert oder, wenn nicht korrigierbar, ausgestoßen wird. Die Evolution wählt bessere Genetik aus – Evolution ist nicht »höflich«, achtet wenig auf Menschenwürde und Befindlichkeit. In Japan wird man als Übergewichtiger dauernden Spott ertragen müssen – einer der Gründe für den niedrigeren Anteil übergewichtiger Japaner. »Ich bin froh, dass ich kein Dicker bin, denn dick sein ist ’ne Quälerei«, so sang Westernhagen noch in den 1990ern – und mancher Dicke sang und tanzte in fröhlicher Selbstironie mit. Ja, Westernhagen [führte das Lied noch 2005 auf](https://www.youtube.com/watch?v=szdBBj8d5rI&ab_channel=FrankKuhlmann): »Dicke müssen ständig fasten, damit sie nicht noch dicker werden, und ham sie endlich 10 Pfund abgenommen, ja, dann kann man es noch nicht mal seh’n.« Wäre das heute vorstellbar, als *neuer* Hit gar? Heute sind wir selbstbewusst dick, und über Dicke zu lachen ist Rassismus oder so – und die Zahl der Herzkrankheiten geht selbstbewusst nach oben. ## Gegen G-ttes Willen Man muss sich den Verstoß gegen G-ttes Willen als einen Graben vorstellen, so erklärte mir einmal ein orthodoxer Jude, und die Gesetze sind wie Zäune um diesen Graben, und weil man ganz sicher gehen will, baut man Zäune um die Zäune und um diese dann wieder Zäune. Ähnlich verhält es sich mit der Höflichkeit. Es beginnt damit, dass man einen Übergewichtigen nicht »fettes _____« nennt, und irgendwann landet man bei »fat acceptance«, bei der Normalisierung morbider Adipositas und steigenden Krebsraten (auch schon *vorm* großen mRNA-Reibach). Unhöflichkeit beim Umgang mit Übergewicht tut weh, weil es die Selbstlügen des Dicken angreift – allzu feige Höflichkeit aber kann tödlich sein! Lügen im Namen der Höflichkeit ist tödlich, doch spätestens wenn die unhöfliche Wahrheit per Gesetz verboten ist, wird es für *die Gesellschaft *tödlich. ## Einen auf die Nase »Social media made y'all way too comfortable with disrespecting people and not getting punched in the face for it«, so wird der Boxer *Mike Tyson *zitiert. Auf Deutsch bedeutet das etwa: »Soziale Medien sorgten dafür, dass ihr alle euch zu sehr daran gewöhnt habt, respektlos zu sein und dafür nicht einen auf die Nase zu bekommen.« Ähnliches gilt allerdings auch für gewisse Entwicklungen in der deutschen politischen Debatte! Der eiserne Griff linker Totalitärer, in welchem sie Medien und Schulen halten, hat dazu geführt, dass zu viele Menschen sich daran gewöhnten, vollständig verblödet auftreten zu können, ohne dass ihnen jemand ins Gesicht sagt, wie verblödet sie wirken. Bei deutschen Politikern kommt hinzu, dass im deutschen Propapagandastaat offen anti-demokratische Gesetze erlassen wurden, welche speziell die »Volksdiener« davor schützen, für ihr Tun in allzu deutlichen Worten von ihren »Dienstherren« kritisiert zu werden – [§ 188 StGB](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__188.html). Und gewisse deutsche Politiker machen *sehr* ausgiebig Gebrauch von dieser Möglichkeit. Aber auch der »gewöhnliche« Bürger ist durch verschiedene Paragraphen vor allzu grober Unhöflichkeit geschützt, wenn auch deutlich weniger scharf als die Herrschaftsklasse. So kann es dir Ärger einbringen, einem konkreten Mitmenschen öffentlich eine geistige Umnachtung zu diagnostizieren. Ist es aber nicht eine bereits mittelfristig gefährliche Schräglage, wenn das Verrückte nicht mehr verrückt gedacht werden darf? ## Häkelmützen gegen Rechts Ich habe nun schon mehrfach Videos der »Omas gegen Rechts« gesehen. Es sind, wie der selbstgewählte Gruppenname nahelegte, zumeist Seniorinnen, und ihre politische Position wäre nicht falsch beschrieben mit: »was die Tagesschau, Herr Restle und Frau Hayali sagen«. Video-Beispiele der »Omas gegen Rechts« sind viele zu finden. Die Damen tragen als Uniform häufig seltsame rosafarbene Häkelmützen und tragen dazu zuverlässig Brillen mit farbigem Rahmen aus der Massenproduktion, als Ausdruck ihrer Individualität. Manchmal werden diese »Omas gegen Rechts« um politische Statements gebeten, diese werden dann auf Video aufgezeichnet und im Internet verbreitet. Ich werde natürlich kein *einzelnes* und *bestimmtes *dieser Videos verlinken. *Einige* der Video-Ausschnitte aus Gesprächen mit »Omas gegen Rechts« erinnerten mich an Begegnungen mit Menschen, deren Geisteszustand man für gewöhnlich in Wörtern beschreibt, die öffentlich zu benutzen als mindestens *unhöflich* gilt. ## Bratwurst in Grabhöhle Westernhagen dürfte, könnte und würde heute nicht mehr »Dicke« herausbringen. Der wunderschöne Song [»Crazy«](https://www.youtube.com/watch?v=lp5RBIPtwP0&ab_channel=IMY2) darf auch nur deshalb ein Hit sein, weil mit *verrückt* hier *verrückt vor Liebe* gemeint ist: »I think you’re crazy, just like me.« Menschen, deren Eigenschaften das Überleben des Stammes gefährdeten, wurden in biblischen Zeiten noch aus der Gemeinschaft verbannt, zumindest solange diese Eigenschaften nicht korrigiert waren. Die Gesetzessammlungen der jüdischen Bibel beschreiben im Detail, wie Leprakranke zu isolieren seien (etwa 3. Mose 13:45-46). Ähnliches galt offenbar auch für die Kranken am Geiste: Matthäus 8:28-34 etwa berichtet von zwei Besessenen, die außerhalb der Stadt lebten, in der Gegend der Grabhöhlen. Heute werden die Besessenen und Dämonengeplagten nicht mehr zu den Grabhöhlen verbannt, heute drückt man ihnen ein Plakat in die Hand und [eine Bratwurst](https://dushan.org/fuenf-mark-und-bratwurst/) in den Mund, man lässt sie zum Lob der Regierung demonstrieren und die Slogans der Propaganda aus dem Staatsfunk aufsagen. ## Kussgeräusche in die Luft Die Höflichkeit – und die notwendige Abgrenzung zu gewissen Religiösen – motiviert mich, eben doch stets brav mein Pfötchen zum Handschlag hinzuhalten (und manchmal *will* ich ja sogar die Hand des Gegenübers schütteln, etwa wenn eine Übereinkunft getroffen wurde und beide Seiten folglich guter Dinge sind). Aus Höflichkeit halte ich zur Damenbegrüßung selbst erst die eine Wange und dann die andere hin, und ich schmatze Kussgeräusche in die Luft, und manchmal bin ich amüsiert (und etwas angeekelt), wenn dieser »Test« unbeabsichtigt im Sinne des alten römischen Vorbilds ausschlägt. Die Höflichkeit *und* die Gesetzeslage aber zwingen mich, meine Meinung und Deutung nur zu umreißen, wenn »Omas gegen Rechts« ihre Denkvorgänge vorlegen. Die »Omas gegen Rechts« sind ja wahrlich nicht ihre eigene Ursache, sie sind wenig mehr als ein kurioses Symptom – das Symptom einer Zeit, in der zu viele Menschen sich daran gewöhnt haben, Wortsalat, Gedankenmüll und die aktuellen Propaganda-Slogans selbstbewusst für ihre Meinung zu halten. ## Dicker Po, mit Verlaub Ich erwische mich zuletzt wieder öfter bei einer melancholischen Sentimentalität. Ich denke seufzend an die Zeit zurück, als die Grünen noch Witze über Kohls Fettleibigkeit machten, statt wie heute in der Manier von Faschisten den Bürgern die Polizei ins Haus zu schicken, wenn jemand Witze über eine(n) Grüne(n) machte. Ich denke wehmütig an die Zeit zurück, als Westernhagen noch sang: »Dicke haben Blähungen, Dicke ham ’nen dicken Po, und von den ganzen Abführmitteln rennen Dicke oft aufs Klo.« Früher sagten Grüne schon mal im Bundestag: »Mit Verlaub, Sie sind ein Arschloch«. Heute gäbe es dafür, wenn vom Bürger an einen Grünen gerichtet, schnell die Wohnungsdurchsuchung zur Strafe, früh am Morgen und natürlich ohne Anklage, Verfahren oder gar Verteidigung. ## Durch Wiederholung wahr Ich sehne mich zurück nach den Zeiten, als Monty Python noch Witze über den Wahnsinn machen durften – heute ist der Wahnsinn geltende Gesetzeslage –, als »Freiheit« von Westernhagen nur Warnung und nicht Echtzeit-Geschichtsschreibung war: »Freiheit, Freiheit, ist die Einzige, die fehlt«, denn: »Freiheit, Freiheit, wurde wieder abbestellt«. »Denn dünn bedeutet frei zu sein«, so sang Westernhagen, und ich fühle für mich weder das eine noch das andere. Doch will ich mit Marius bei einem anderen Lied mitsingen, fest darauf hoffend, dass auch diese Lüge durch Wiederholung wahr wird: »Es geht mir gut, es geht mir gut, es geht mir gut, es geht mir gut.« - [Deutschenhasser wollen »Biodeutsche« zurück](https://dushan.org/essays/biodeutsche-unwoerter/) Das »Unwort des Jahres« dokumentiert, welche Wahrheit die Propaganda besonders fürchtet. Aktuell: »Biodeutsche«. Tatsächlich ist es aber ein Schimpfwort, das die Beschimpften für sich annehmen – und die Schimpfenden sind darüber sauer! 😂😂😂 Auch ein Propagandastaat wie die heutige Bundesrepublik Deutschland hat so seine *Rituale*, und zu diesen Ritualen gehört die Verkündigung, welches Wort das totalitäre Regime besonders fürchtet. Als Anfang 2023 wieder verkündete wurde, welches Wort das Establishment des Propagandastaates besonders fürchtete, da [schrieb ich](https://dushan.org/unworte/): > Das »Unwort des Jahres« ist ein genialer, subversiver Akt, der ein wichtiges Thema einer breiten Öffentlichkeit näher bringt. Man kämpft mit Mitteln der Propaganda gegen diese.(Einleitung zum [Essay vom 15.1.2024](https://dushan.org/unworte/)) Ich meine es natürlich sarkastisch – und auf anderer Ebene durchaus ernst: Vermutlich tun es die Verantwortlichen nicht *wirklich*, um die Wichtigkeit eines Themas zu betonen. Vermutlich wollen sie weitere (mindestens »moralische«) *Sprachverbote* aufstellen, wollen *Scheren im Kopf* etablieren und *Zensur* motivieren. Doch *wenn* man dieses unsägliche *Unwort des Jahres* als subversive Maßnahme zur *Popularisierung* von Begriffen verstünde, wäre der Unsinn mit dem Unwort weniger ein unsäglicher Unfug als vielmehr ein ungemein *nützliches* Unterfangen. Damals wurde übrigens die *Remigration* zum besonders wichtigen und zugleich gefürchteten Thema erklärt. Mit dem Wort »Remigration« wurde natürlich seitdem sehr viel Schindluder getrieben. Der Staatsfunk und ein von der Politik (und [auch mal von George Soros](https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/aufklaerung-ueber-fake-news-correctiv-erhaelt-geld-von-george-soros-a-1141799.html)) finanzierter Verein lancierten kooperativ eine üble Lügenkampagne, welche *Remigration* mit *Deportation* gleichsetze und jeden diffamierte, der die offensichtliche Notwendigkeit von Remigration erwähnte. Wer *Remigration* zum »Unwort« erklärt und zugleich dafür plädiert, dass wer auch immer »Asyl« sagt, automatisch in Deutschland aufgenommen wird, der will Deutschland *vernichten*. Und wenn man dir vorrechnen muss, warum das so ist, dann bist du ein Teil des Problems (und vermutlich ohnehin nicht mein Leser). Und nun, ein Jahr nach *Remigration*, haben sie wieder neu verkündet, welches Wort die Eliten des Propagandastaates *besonders fürchten* – und es ist *extra spannend*. ## Wieder nicht froh Die übliche Jury aus linken Elfenbeintürmlern hat nun also das neueste *Unwort des Jahres* erkoren: »Biodeutsch«. Die Tagesschau, das Zentralorgan des deutschen Propagandastaates, zitiert die Jury in der indirekten Sprache der Feiglinge und Bürokraten: > »Biodeutsch« ist das Unwort des Jahres 2024. Das Wort werde vor allem in den Sozialen Medien in rassistischer und nationalistischer Weise gebraucht, teilte die Jury der Sprachaktion in Marburg zur Begründung ihrer Wahl mit. »Die mit dem Gebrauch von biodeutsch einhergehende Unterteilung in angeblich ›echte‹ Deutsche und in Deutsche zweiter Klasse ist eine Form von Alltagsrassismus«, erklärte die Jury. ([tagesschau.de, 13.01.2025](https://www.tagesschau.de/inland/unwort-des-jahres-remigration-100.html)) Die Geschichte des Wortes und Begriffs »Biodeutsch« ist durchaus spannend – und bezeichnend. Ursprünglich wurde der Begriff von Ausländern (oder, in der Sprache des Propagandastaates: von »Deutschen mit Zuwanderungsgeschichte«) verwendet, um Einheimische herabzuwürdigen. Der Ausdruck »Biodeutsche« ist eine Anlehnung an entsprechende Bezeichnung von Obst oder Gemüse. »Biodeutsche« erinnert an »Biokartoffeln« – und »Kartoffel« ist bekanntlich eine unter Migranten aus muslimisch geprägten Kulturräumen zu erlebende Herabwürdigung von Deutschen. (Siehe dazu den Essay: [»Wir vs. die – und wer sind die ›Kartoffeln‹?«](https://dushan.org/kartoffeln-wir-und-die/)) Ähnlich wie Rapper in den USA »das N-Wort« trotzig für sich selbst verwenden, so wie »Nerds« dieses Schimpfen stolz annahmen, ähnlich wie »queer«, »Punk« und übrigens auch »Made in Germany«, so nahm die als »Biodeutsche« beschimpfte Gruppe diesen Begriff stolz an – und plötzlich sind Links und Deutschenhasser wieder nicht froh. ## Deutsches Mühlenwesen Wir kennen die *Euphemismusmühle*, und ich meine, dass auch eine *Dysphemismühle* existiert. Als »Euphemismusmühle« bezeichnet man den Versuch, Probleme und Konflikte in der Gesellschaft dadurch sprachlich auszublenden, dass man für die verknüpften Begriffe immer neue Wörter erfindet. Kulturelle Konflikte zwischen Ausländern und Deutschen motivierten die Umetikettierung von Ausländern zu *Menschen mit Migrationshintergrund*. »Menschen mit Migrationshintergrund« wurde im allgemeinen Sprachgebrauch zu »Mihigru« abgekürzt. Da aber Begriffe selbstverständlich mit Eigenschaften der realen Phänomene verbunden werden – dafür ist Sprache ja da! –, war irgendwann der »Mihigru« emotional genauso belastet wie zuvor *Ausländer*. Einige Jahre lang versuchte man, Ausländer allesamt als »Flüchtlinge« zu beschreiben, selbst wenn sie bloß einmal im Monat mit dem BMW X5 in Deutschland vorbeikommen, um sich ihr Gratis-Bürgergeld abzuholen und dann wieder in ihr ach so gefährliches Fluchtgebiet zurückzukehren. Die neueste Drehung der Euphemismusmühle produziert für Ausländer also nun die *Menschen mit Einwanderungsgeschichte* (manchmal auch mit *Zuwanderungsgeschichte*). Die *anderen* aber, »die, die schon länger da sind«, wurden von den *Menschen mit Einwanderungsgeschichte* als »Kartoffeln«, »Biokartoffeln« oder »Biodeutsche« beschimpft – doch als diese Beschimpfungen plötzlich positiv besetzt waren, war man sauer und suchte *neue* Beschimpfungen. ## Von zweifelhaftem Ruf Genauso aber, wie in der Euphemismusmühle auch die neuen Begriffe regelmäßig eben doch mit den Konflikten der schöngeredeten Realität gefüllt werden, übernehmen bei der Dysphemismusmühle die immer neuen Beschimpfungen die wünschenswerten Eigenschaften der beschimpften Realität. »Nerd« war mal eine Beschimpfung für junge Männer, die sich mehr für Technik und Programmierung als für Mädchen interessierten – bis diese plötzlich die Ranglisten der Börsenmilliardäre anführten. »Punk« bedeutet mal *nutzlos*, *wertlos* und *von zweifelhaftem Ruf*. »My lord, she may be a punk; for many of them are neither maid, widow, nor wife«, warnt Lucio in Shakespeares »Measure for Measure«. »Punk« bedeutet hier schlicht *Prostituierte*. Die im 20. Jahrhundert also als »Punks« Beschimpften nahmen den Begriff trotzig und selbstbewusst auf, bis er für *Wildheit* und *Rebellentum* und damit für *Leben* stand. Spätestens aber, wenn biedere deutsche Förderantragschreiber sich »Business Punk« nennen und im Business-Punk-Magazin brav [die FDP interviewt wird](https://www.business-punk.com/2025/01/meine-familie-ein-krimi-christian-lindner-im-podcast/), ist klar, dass »Punk« überhaupt nichts mehr bedeutet, weder positiv noch negativ. ## Nerd, Punk, Biodeutscher Der Begriff »biodeutsch« begann also wie »Bitch«, »Nerd« oder »Punk« als Beschimpfung, dann wurde er von den Beschimpften stolz angenommen. (Der Fachbegriff dafür ist Reappropriation oder auch *Geusenwort*; [siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Geusenwort).) Die politische Windrichtung aber, welche »biodeutsch« überhaupt etablierte, ist nun plötzlich sehr verärgert darüber, dass das Wort selbstbewusst angenommen wurde. Reappropriation dient ja unter anderem genau diesem Zweck: dem Gegner die sprachliche Waffe aus der Hand zu nehmen. Im Fall von »biodeutsch« sind die Gegner der Deutschen – sprich: die Linken – etwas angesäuert darüber, dass man ihnen diese Beschimpfung nahm und das Wort denkbar positiv auflud. ## Abstammung in den Begriff Der Grund, aus welchem die Beschimpfung »Biodeutscher« als Begriff so positiv aufgeladen war, ist schnell umrissen: Es ist derselbe Grund, warum hunderte Menschen weltweit gern nach Deutschland kommen würden. Zumindest bis vor einigen Jahren war es tatsächlich der Fall, dass die »Biodeutschen« wussten, wie man Wohlstand, Bildung, Sozialwesen und eine echte Chance auf Glück bewerkstelligen kann. *Natürlich* darf ein Mensch froh darüber sein, zu dieser Gruppe von Menschen zu gehören. (Auch wenn man heute, in den Zeiten des Deutschland-Suizids, eventuell die persönlichen und praktischen Implikationen von *(bio-)deutsch* neu durchdenken wollen könnte.) Das *Problemchen* am Begriff »Biodeutscher« – den wohlgemerkt Linke und andere Deutschenhasser einführten! – ist der Bestandteil »Bio«, der etwas Genetik oder zumindest biologische Abstammung in den Begriff bringt. Man beachte: Die »bösen Rechten« sprachen in Begriffen wie »Kulturfremdheit«. Linke und andere Deutschlandhasser brachten »Biodeutsche« und damit Abstammung in die Debatte. Die als »Biodeutsche« bezeichneten nahmen das an, und sie begannen zu überlegen, dass es womöglich tatsächlich sowohl pragmatische als auch emotionale Vorteile hat, eine bestimmte Abstammung aufzuweisen. Und als sie als Biodeutsche beschimpft wurden, wurden den Biodeutschen bewusst, dass sie *gern* Biodeutsche sind. Und einige der Biodeutschen begannen, Fragen zu stellen, warum es in den allermeisten Ländern dieser Welt ein Vorteil ist, »biologisch« zu diesem Land zu gehören – es seien nur Israel und Japan als schillernde Beispiele erwähnt. Und (fast) ausschließlich in Deutschland ist es täglich mehr von Nachteil – warum? Spätestens aber, als die »Biodeutschen« begannen, die Konsequenzen des einstigen Schimpfwortes durchzudenken, wurden die Linken und sonstigen Deutschenhasser nervös. »Halt!«, rufen die Linken und übrigen Deutschenhasser nun, »›biodeutsch‹ ist jetzt ein *Unwort*, und wir möchten es zurückhaben! Das war nur dazu gedacht, dass wir euch herabwürdigen, nicht dazu, dass ihr es annehmt, durchdenkt und es stolz zu *leben* beschließt.« ## In und an guten Tagen Ich danke – als »Viertel-Biodeutscher« – dem Personal des deutschen Propagandastaates, dass es uns zuverlässig darauf hingewiesen hat, vor welcher Wahrheit und Realität sich die Propaganda fürchtet. Wir werden nachdenken müssen, tief und gründlich nachdenken. Ihr wisst schon: Wie die Biodeutschen in und an ihren guten Tagen zu denken pflegten. - [Was ist in Großbritannien los?](https://dushan.org/essays/grossbritannien-spinnt/) In Großbritannien wird der ehemalige Minister Ivor Caplin verhaftet. Caplin gehört(e) zu Keir Starmers Verteidigern gegen Elon Musk (Thema »Grooming Gangs«). – Man sollte lieber nicht sagen, was man wirklich denkt über manche der »Eliten«. Am Samstag, dem 11. Januar 2025 wurde in Großbritannien ein Herr namens Ivor Caplin verhaftet ([thesun.co.uk, 11.1.2025](https://www.thesun.co.uk/news/32746797/former-labour-mp-arrested/)) und seine Wohnung durchsucht ([dailymail.co.uk, 11.1.2025](https://www.dailymail.co.uk/news/article-14274723/Ex-Labour-MP-350-000-home-searched-police.html)). [Laut Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Ivor_Caplin) wurde Caplin im Jahr 1991 zum ersten Mal in ein politisches Amt gewählt. Caplin war Member of Parliament von 1997 bis 2005, von 2003 bis 2005 diente er sogar Tony Blair als Verteidigungsminister. Caplin betreibt heute eine Beratungsfirma und ist Chef einer privaten Kapitalverwaltung. Ivor Caplin trat für die britische *Labour Party* an, ebenso wie übrigens auch der derzeitige britische Premierminister *Keir Starmer*. Im Juni 2024 aber wurde Caplin plötzlich von der Labour Party suspendiert, doch es wurden öffentlich keine Gründe angegeben. Es handelte sich wohl um »schwerwiegende Anschuldigungen« ([brightonandhovenews.org, 11.06.2024](https://www.brightonandhovenews.org/2024/06/11/former-hove-mp-suspended-from-party-over-serious-allegations/)). Das Jahr 2025 ist noch keine 2 Wochen alt, und es fühlt sich bereits wie ein Jahrzehnt an Ereignissen an. Zu Beginn dieses absehbar ereignisreichen Jahres also wurde Ivor Caplin verhaftet, und nun erfahren wir auch von den Anschuldigungen: Caplin hatte versuchte, einen vermeintlichen 15-jährigen Jungen zu treffen, den er als solchen online angechattet hatte. ## Die Zivilisten müssen’s richten Eine zivile Aktivistengruppe namens »STOP Stings« ([online auf facebook.com](https://www.facebook.com/groups/708461204535603/)) hatte den Labour-Politiker online in eine Falle gelockt und so getan, als spreche er mit einem 15-jährigen Jugendlichen. Das vereinbarte Treffen des 66-Jährigen mit dem vermeintlich 15-Jährigen wurde dann live als Facebook-Video übertragen – die Polizei war dabei, und konnte wohl nicht anders, als den ehemaligen Verteidigungsminister zu verhaften. Ja, es waren private »Aktivisten« (die diesen Namen auch verdienen). Wenn es nicht um böse Facebook-Posts geht, muss die britische Polizei wohl eher »zum Jagen getragen werden«. Auf einem X-Profil mit seinem Namen steht in der Bio, dass er unter anderem ehemaliger Verteidigungsminister ist, außerdem schwul, man erwähnt »Pride events« und beschreibt ihn als »LGBT-Schirmherr«. In den X-Posts betont jener Account, dass Caplin für den Verbleib Großbritanniens in der EU war (tatsächlich sagt dies der letzte X-Post vom 11.1.2025). Falls ihr euch wundert, warum ich es bis jetzt nicht verlinkte: Das X-Profil enthält zwischendurch, warum auch immer, auch sehr eindeutige pornografische Inhalte. Das könnte dafür sprechen, dass es ein Fake-Account ist – warum aber folgen ihm dann so viele seiner politischen Kollegen? (Nur der archivarischen Vollständigkeit halber: [X-Profil @ivorcaplin](https://x.com/ivorcaplin) ([archiviert Stand 11.1.2025](https://archive.is/PeIa1))) Natürlich hat ein Verdächtiger und auch ein Angeklagter bis zur Verurteilung als unschuldig zu gelten. Im Video von seiner Festnahme sagt Caplin, er sei unschuldig und bloß in die Stadt unterwegs gewesen. Doch seien wir stets ehrlich: Gegeben die bisherigen Umstände, widerspräche es doch aller Lebenserfahrung, wenn da wirklich *nichts dran wäre*. Und die *Labour Party* wird gegebenenfalls versichern, dass Caplin eine Ausnahme war – bis auf das [Dutzend oder so weitere Labour-Politiker](https://x.com/jomickane/status/1878253159971270677), aber sonst total die Ausnahme, ehrlich versprochen –, dass man bis zum Juni 2024 nichts von dessen Treiben wusste und dass alle anderen Labour-Politiker grundanständige Leute seien, für die solche Berichte genauso schockierend sind wie für dich und mich. ## Lieber nicht noch mal untersuchen Anfang dieses Jahres lehnte die Labour Party im britischen Parlament es ab, zu untersuchen, welche Rolle der heutige Premierminister Keir Starmer beim Grooming-Gang-Skandal spielte ([bbc.com, 06.01.2025](https://www.bbc.com/news/articles/cvgn2wvxx5qo)), als er von 2008 bis 2013 der Chef des *Crown Prosecution Service* und als solcher für die Bekämpfung dieses massenhaften und eigentlich recht offen bekannten Missbrauchs tausender britischer Mädchen durch migrantische Gangs zuständig war. Dieselbe Labour Party, der Irov Caplin angehörte, will auf keinen Fall, dass die Grooming Gangs untersucht werden – warum? Warum schaut die britische Politik seit *Jahrzehnten* so aggressiv weg, wenn es um den Missbrauch von Kindern geht? In Großbritannien ist es keine zynische Zuspitzung, sondern tägliche Realität, dass Vergewaltiger frei herumlaufen, während man für böse Facebook-Posts von gewissenlosen Richten [zu Knaststrafen verurteilt](https://www.facebook.com/trtworld/videos/1166262504484488/) wird. Dieselben Leute, denen Ivor Caplin viele Jahre ein geschätzer Parteikollege war, sind dagegen, die Rolle Keir Starmers als oberstem britischen Staatsanwalt beim Grooming-Gang-Skandal zu untersuchen. Ich kann verstehen, dass so eine Untersuchung nicht für [Keir Starmer](https://de.wikipedia.org/wiki/Keir_Starmer), sondern vielleicht auch für seine Frau und seine Kinder nervenaufreibend wäre. Doch das ist eben der Preis, den eine Familie zahlt, wenn sich der Vater in die ganz große Politik begibt (die reiche Entlohnung kommt ja auch der ganzen Familie zugute). ## Keine Erkenntnis Es ist ein wesentliches Merkmal von *Kunst*, dass sie das Unsagbare eben doch *sagt*, und zwar indem sie die *Umrisse* des Unsagbaren nachzeichnet. Es bleibt dem Rezipienten der Kunst überlassen, das Umschriebene mit jedem *Unsagbaren* und doch so *Wichtigen* selbst aufzufüllen. Dieser Essay lässt Lücken, und auch hier ist der Grund für die Lücken die *Unsagbarkeit*. Doch anders als bei der Kunst ist die Unsagbarkeit hier nicht »prinzipiell«. Es wäre prinzipiell sagbar, die Worte und Sätze existieren im Möglichkeitsraum der Sprache – anders als bei den Themen der Kunst. Die *Unsagbarkeit* rührt hier eher aus einer Art von »Idi-Amin-Dunya-Hayali-Meinungsfreiheit«. ([Hayali](https://x.com/APatzwahl/status/1355126863262330881): »Sie können in Deutschland eigentlich alles sagen, man muss dann manchmal halt mit Konsequenzen rechnen«.) ## Vollständig und rundweg unbegründet Ganz ohne ausformulierten Lerninhalt will ich uns aber auch nicht lassen, deshalb nur so viel: Großbritannien mag trotz des Bedauerns von Vorzeigepolitikern wie Ivor Caplin aus der EU ausgetreten sein. Wenn man aber den britischen Premier Keir Starmer hört, klingt er ganz wie einer dieser anti-demokratischen, offen totalitären EU-Bürokraten. Wir ahnen, wie Keir Starmer auf die Forderungen nach einer Untersuchung seiner Rolle beim Grooming-Gang-Skandal reagieren wird: Er wird auf »Lügen« und »Desinformation« ([bbc.com, 06.01.2001](https://www.bbc.com/news/articles/c75wp53vk1lo)) schimpfen. Wer britische Mädchen gegen pakistanische Männergangs schützen wolle, sei laut Keir Starmer »far right«. Auch in Großbritannien gilt: »Rechtsextrem« bist du schon, wenn du dagegen bist, dass deine Tochter vergewaltigt wird. Auch Elon Musk ging Keir Starmer öffentlich an. »Starmer war an den Massenvergewaltigungen im Austausch gegen Wählerstimmen beteiligt«, [schrieb Musk](https://x.com/elonmusk/status/1876243077565972695), [dann](https://x.com/elonmusk/status/1876147362131071014): »Gefängnis für Starmer« [und](https://x.com/elonmusk/status/1876433327055573490): »Starmer ist böse«. Britische Politiker protestierten, setzten ihren eigenen guten Ruf ein, um ihren Boss gegen Elon Musk zu verteidigen. »Die Beschimpfungen, die er gegen Keir Starmer auffährt, sind vollständig und rundweg unbegründet«, [so versicherte ein britischer Politiker](https://x.com/GBNEWS/status/1875941201809158562) … nämlich ein gewisser *Ivor Caplin*. Die These sei gewagt, dass sich nicht nur in Großbritannien noch erschreckend viel »Desinformation« davor fürchtet, ans Tageslicht gezerrt zu werden. - [Jetzt hat es mich doch erwischt](https://dushan.org/essays/doch-erwischt/) Los Angeles brennt noch immer. Es wird zugegeben, dass der Coup in Rumänien von der EU betrieben wurde, und Deutschland wird im Fall eines AfD-Sieges dasselbe angedroht. Zeichen des Zusammenbruchs … oder »nur« Ablenkung? Ich ermahnte mich doch selbst [wieder](https://dushan.org/nicht-ablenken-lassen/) und [wieder](https://dushan.org/will-mich-fressen/), mich nicht *ablenken* zu lassen, nicht der *aufregenden Versuchung* zu erliegen – oder sollte ich sagen: der *versuchenden Aufregung*? Und dann erwischte es mich doch, *brandheiß* und *brennend* dringend. Ich schrieb über die Lauffeuer von Los Angeles. Darüber, dass *wenn* es Beweismittel zu bestimmten Vorgängen in Hollywood gab, [diese *jetzt* vernichtet sind](https://dushan.org/la-la-land-abgebrannt/). Ich schrieb auch darüber, dass die Laufbrände von Los Angeles mit der Besetzung wichtiger Ämter nach Hautfarbe (nicht-weiß bevorzugt) und geschlechtlicher Orientierung (nicht-hetero bevorzugt) [zu tun haben könnten](https://dushan.org/kalifornien-brennt/). Es ist hoffentlich nicht *Schadenfreude* meinerseits, doch wenn reichen Democrats-Wählern die Hütten wegbrennen, dann hat das – [so schrieb ich](https://dushan.org/kalifornien-brennt/) – etwas von *großer Gerechtigkeit*. (Ich erfuhr dann, dass auch wortstarke *Gegner* des menschenfeindlichen Treibens der Democrats wie *James Woods* um ihr Zuhause fürchteten. Im Fall dieses konkreten, ja, *guten Menschen* waren die Flammen aber wohl tatsächlich gnädig: [Man hört](https://x.com/NiohBerg/status/1877865163740561633), dass sein Haus nur leicht angesengt wurde.) All diese Flammen haben (wahrlich nicht nur) mich beschäftigt. Ich bin nicht daran schuld, ich kann nichts ändern, und es bedroht mich nicht. Ich *kann aber nicht anders*, als hinzuschauen, denn die Logik der Evolution hat jene Gene überleben lassen, die bei drohender Gefahr ganz automatisch hinschauten – die Evolution hatte TV-Nachrichten, Internet und Soziale Medien nicht eingeplant. Ich war abgelenkt und habe *wenig* dazugelernt, außer dass ich ein ablenkbares Lebewesen bin. ## Thüringen, Rumänien, Deutschland Indessen droht die *nächste* Ablenkung, wobei für mich als EU-Insassen diese Meldung näher einschlägt. Wir erinnern uns noch an das anti-demokratische Unrecht von Thüringen, [als Merkel ganz offen die Demokratie aussetzen ließ](https://dushan.org/gurkenrepublik/), weil ihr das Zustandekommen eines Wahlergebnisses nicht passte. Erst kürzlich musste ich notieren (im Essay [»Das Diddy-Rumänien-Europa-Puzzle« vom 8.12.2024](https://dushan.org/das-puzzle/)), wie in Rumänien ein Wahlergebnis, das gewisse »Eliten« störte, für ungültig erklärt wurde. Es war wieder ein offen anti-demokratischer Vorgang, und es überrascht genau gar nicht, dass der offen totalitär und demokratiefeindlich auftretende »ehemalige« EU-Kommissar Thierry Breton jetzt de facto zugab, dass die EU direkt für den Coup in Rumänien verantwortlich war. Der Multimillionär Thierry Breton ist meines Wissens offiziell gar kein EU-Kommissar mehr. Dennoch kämpft er weiter gegen Demokratie und Meinungsfreiheit in Europa. Und er droht offen in Richtung Deutschland, dass, falls die AfD die Wahlen gewinnen sollte, die EU auch in Deutschland die Wahlen für ungültig erklären werde ([@myriampalomba, 10.1.2024](https://x.com/myriampalomba/status/1877701761923690721)). Wir *bewerteten* das Handeln der EU-Bürokraten schon länger als anti-freiheitlich, anti-demokratisch und ultimativ anti-europäisch. Inzwischen gibt die EU aber *unverhohlen* zu, dass man die Ergebnisse demokratischer Wahlen nur dann zulassen wird, wenn sie den Wünschen globalistischer Eliten entsprechen. Es ist schockierend, aber nicht überraschend. Wir ahnten es, und jetzt geben sie es eben zu. Ich beschäftige mich mit all dem und es regt mich auf – und ich stelle fest, dass es mich wieder *abgelenkt* hat. ## Zwinge dich! Ich sammle also mit aller Kraft meine Aufmerksamkeit – es braucht nicht wenig *innere Kraft*. Nach all der Aufregung über brennende Villen und die Asche niedergebrannter Demokratie will ich heute die *Richtung wechseln*, will dieses im dauernden Umbau befindliche Schiff, das ich *mein Denken* nenne, wieder *auf Kurs* drehen. Ich will wieder und weiter über die Kombination von *natürlicher* Intelligenz und *künstlicher* Intelligenz zur *hybriden* Intelligenz nachdenken. Zwecks Kurskorrektur also, hier eine Einsicht zum Thema künstlicher Intelligenz, auf die ich stieß: Wenn man zum Beispiel *ChatGPT* oder *Claude* damit beauftragt, ein Problem zu lösen, hat es sich bewährt, eine bestimmte Art von Prompt vorauszuschicken. ## Kleinschrittige Kommentare Ich ließ mir einmal von der KI bei der Entwicklung einer bestimmten Software-Funktion für eine meiner internen Anwendungen helfen. Doch leider funktionierten die Funktionen nicht. Auch nach mehreren Anläufen konnte die KI nicht die neue Funktion zum Laufen bringen. Ich musste wohl selbst tiefer nachdenken. Ich bat die KI also, den Code kleinschnittig zu analysieren und mit vielen Kommentaren zu versehen, so dass ich für jeden einzelnen Befehl verstand, was er bewirken sollte. Die KI tat, wie ihr geheißen. Aus Gewohnheit *startete* ich den Code, der eben noch nicht mal gestartet wäre – und siehe da, er lief, exakt wie von Anfang an beabsichtigt! Bei der detaillierten Kommentierung des Codes hatte die KI auch gleich Ordnung in den von ihr geschriebenen Code gebracht. Ich schmunzelte darüber, wie ähnlich die *künstliche* Intelligenz hierin der *menschlichen* Intelligenz arbeitet! Der Mensch löst seine eigenen Probleme, indem er sie *strukturiert erklärt* – und die Maschine tut es ebenso. Dies ist keineswegs bloß eine spontane Eingebung von mir! Echte menschliche Vollzeit-Programmierer kennen den Begriff des [»Rubber duck debugging«](https://en.wikipedia.org/wiki/Rubber_duck_debugging), zu Deutsch etwa: [»Quietscheentchen-Debugging«](https://de.wikipedia.org/wiki/Quietscheentchen-Debugging). Die deutschsprachige Wikipedia [erklärt](https://de.wikipedia.org/wiki/Quietscheentchen-Debugging): »Beim Quietscheentchen-Debugging erklärt der Programmierer den Quelltext Zeile für Zeile einem Quietscheentchen (oder zum Beispiel einer Person, die nichts vom Programmieren versteht). Die Erklärung erfordert ein tieferes Verständnis des Programmcodes. Bei der zeilenweisen Erklärung, was das Programm machen soll, im Vergleich zu dem, was es tatsächlich macht, fallen eventuelle Ungereimtheiten auf.« Seit dieser Erkenntnis habe ich mir angewöhnt, die KI regelmäßig vorab aufzufordern, mir das von mir geschilderte Problem in ihren eigenen Worten zu beschreiben. Nachdem ich die Beschreibung des Problems akzeptiert hatte, sollte die KI zunächst einen Plan und einen Überblick über die vorgeschlagenen Schritte vorlegen. Und erst dann beauftragte ich die KI, das Problem auch wirklich via Code zu lösen. (Inzwischen lese ich diese Empfehlung auch in Internet-Foren, [zum Beispiel bei Reddit](https://www.reddit.com/r/cursor/comments/1hwt5nx/this_simple_prompt_saved_me_hours_of_debugging/?share_id=fGLEAmh_-qVtYecp0ekUn&utm_content=1&utm_medium=ios_app&utm_name=iossmf&utm_source=share&utm_term=22).) ## Nasse oder harte Ware Als studierter und hobbymäßiger Philosoph fragte ich mich aber natürlich – und die Frage *brennt* geradezu in mir, was diese Parallelität zwischen Mensch und Maschine *bedeutet*! Der Mensch lernt und denkt mit einem Gehirn aus Zellen und Neuronen, im halben Scherz auch »Wetware« genannt – die »nasse Ware«. Die Maschine dagegen lernt und denkt mit Matrizen-Algorithmen (»Software«) und natürlich Computerchips, auch »Hardware« genannt – die »harte Ware«. In einigen Gebieten werden die Ergebnisse künstlicher Intelligenz den Ergebnissen menschlicher Intelligenz ähnlicher (etwa Schreiben von Text), in anderen Gebieten *übertreffen* sie diese bereits (etwa bei [Früherkennung mancher Krebsarten](https://www.bbc.com/news/technology-68607059) und anderen Arten der *Mustererkennung*). Die Mechanik, auf denen künstliche und menschliche Intelligenz laufen, ist aber sehr grundsätzlich verschieden. (Übrigens: Deshalb ist es meines Erachtens unwahrscheinlich, dass KI ein »Bewusstsein« hat, wie »intelligent« ihre Ergebnisse auch sein mögen. Es scheint mir plausibel, dass Bewusstsein auf der erwähnten »Nassware« läuft, die *auch* intelligent rechnen, voraussagen und entscheiden kann, neben vielen weiteren Funktionen wie etwa Freude oder Schmerz zu *empfinden*.) Was *bedeutet* es, dass sowohl menschliche als auch künstliche Intelligenz *intelligenter* vorgehen, wenn sie das zu lösende Problem vorab definieren und zunächst einen Plan für die Lösung vorlegen? ## Noch gezeichnet und täglich umgearbeitet Als Ad-hoc-Theorie sei hier formuliert: Es scheint fast so, dass »Lernen« und »Problemlösen« abstrakte Prozesse sind, die unabhängig von den ausführenden »Maschinen« *laufen* und *existieren*, so wie *Zahlen* und *mathematische Formeln* unabhängig davon *existieren*, welches Werkzeug oder Medium mit ihnen hantiert oder nach ihren Regeln arbeitet. Spontane Metapher: So wie Uhren mit sehr verschiedenen Technologien (digital, mechanisch) dieselbe Uhrzeit anzeigen, so können sehr verschiedene Technologien (Hardware, Wetware) intelligent denken. Uhrensammler schätzen digitale Klassiker wie die [*G-Shock-5600-Modelle*](https://www.casio.com/de/watches/gshock/product.DW-5600UE-1/). Die [*Rolex Submariner*](https://www.rolex.com/de/watches/submariner) ist eine prototypische mechanische Uhr, und seit *Dr. House* gilt die ebenfalls mechanische [*Hamilton Khaki Field*](https://www.hamiltonwatch.com/de-de/h64455533-khaki-field-kingauto.html) wohl als die *abgeklärteste* aller Uhren. Laut manchen Uhrenkennern aber sind die *interessantesten Uhren* die Modelle der Edelvariante von Seiko, [*Grand Seiko*](https://www.grand-seiko.com/de-de). Diese Uhren kombinieren die Präzision von Quarz-Kristallen mit mechanischer Eleganz – man könnte sagen, dass diese Uhren einen *hybriden Antrieb* aufweisen, den Uhrenkenner als besonders elegant bewerten. Es erscheint mir tatsächlich *logisch und absehbar*, dass *hybride Intelligenz* die nächste Stufe der menschlichen Evolution darstellt – besonders elegant und besonders effektiv, was beim Denken ja bekanntlich zusammengeht. (Nein, *natürlich* sind die Werkzeuge des Menschen nicht von seiner Evolution zu trennen.) Die konkreten Eigenschaften und grundlegenden Erkenntnisse hybrider Intelligenz werden noch entwickelt. Sehr frei nach einem [Gleichnis von Otto Neurath](https://en.wikipedia.org/wiki/Neurath%27s_boat): Wir fahren auf einem Schiff, das bislang zu weniger als *einem Prozent* fertiggestellt ist, dessen Pläne noch gezeichnet und täglich umgearbeitet werden. ## Wenn überhaupt In den vergangenen Tagen habe ich aufs Neue an mir selbst gelernt, wie *schwierig* es ist, sich *nicht ablenken* zu lassen – es scheint ja alles so *brennend* dringend. Heute aber, wieder auf Kurs zur *hybriden Intelligenz*, lerne ich dies: *Lernen* und *Denken* sind abstrakte Vorgänge, die auf verschiedenen Mechaniken *laufen* können. Auf der *nassen Ware* in unseren Köpfen oder der *kalten, harten Ware* in Serverfarmen. Wir *fühlen* inzwischen, dass die abgebrannten Villen von Los Angeles symbolisch für das Abbrennen alter Gewissheiten steht – wie etwa der Demokratie in Europa. Wir *fühlen* aber noch zu wenig, wie es sich *anfühlen* wird, in einer Welt zu leben, in der *ein Teil* der Menschen zum Bestandteil einer *hybriden Intelligenz* wird – und diese *neue* kombinierte Intelligenz mit »ich« meint. Vermutlich würde es der Menschheit beim kollektiven Denken helfen, wenn wir uns einen *Denkplan* erarbeiten – ein Plan hilft beim Denken, egal, wer oder was denkt, und also wird er wohl beim *Denken übers Denken* helfen. Ich aber sollte mir ein *Entchen aus gelbem Gummi* zulegen, dem ich mein *Denken* erklären kann – vielleicht finde ich dann endlich die *Denkfehler*. - [La-La-Land ist abgebrannt (inkl. eventueller Beweismittel)](https://dushan.org/essays/la-la-land-abgebrannt/) Hollywood-Villen abgebrannt. Schuld ist der Klimawandel (der mit den Benzinkanistern). Frage: Wenn ihr Teil des US-Sumpfes wärt (also gewissenlos), und wenn ihr kurz vor Trump-Einsetzung VIELE Beweismittel vernichten wolltet, wie würdet ihr das anstellen? Maikäfer, flieg – so hieß es in einem Lied, das ich als Kind lernte und dann auch sang. Wohin flog der Käfer? Vielleicht nach Hollywood, um berühmt zu werden? Aber nicht, dass der Maikäfer an einen Harvey Weinstein gerät! Dann muss er womöglich unangenehme Dinge tun. Zum Glück sitzt Weinstein jetzt ohnehin in Rikers Island ein, von daher droht dem Maikäferlein keine Gefahr mehr. Der Wind dreht sich ja in Hollywood ohnehin, und das könnte womöglich zu den Flammen beigetragen haben – drehende Winde sind gefährlich! Doch eines nach dem anderen! ## Charlie muss jetzt bei Alan einziehen Hollywood, das sich ja gern selbst »La La Land« nennt, steht dieser Tage in Flammen ([ich schrieb darüber](https://dushan.org/kalifornien-brennt/)). Genau genommen: Nicht die »Traumfabriken« und der Berg mit dem berühmten Logo, sondern die Villen der Hollywood-Millionäre in Malibu sind abgebrannt. Eine fiktive Idee von »Malibu« sieht man übrigens in der TV-Comedy-Serie »Two and a Half Men«. Das Innere des Filmhauses [stand natürlich im Studio](https://www.youtube.com/watch?v=VWJDbSb0zLs&ab_channel=100SecTutorials), doch [die Luftbilder sind echt](https://www.youtube.com/watch?v=5hK3wJGx2vQ&ab_channel=UrbanSharkProductions). Ich fürchte, Charlie muss jetzt bei Alan einziehen. Malibu ist abgebrannt, und die Bilder der Trümmer sind apokalyptisch. Schuld sind die Kürzungen des Feuerwehr-Budgets durch die von George Soros unterstützte Bürgermeisterin, mangelndes Wasser in den Hydranten und wohl auch Inkompetenz der von DEI befallenen und geschwächten Feuerwehr von Los Angeles. Wenn aber etwas *abgebrannt* ist, dann denke ich sofort an jenes Kinderlied: »Maikäfer, flieg! Dein Vater ist im Krieg. Die Mutter ist im Pommerland, Pommerland ist abgebrannt. Maikäfer, flieg!« ## Im Keller von Hertie am Neumarkt Ich wunderte mich schon als Kind, warum man mir ein derart makabres Lied beigebracht hatte. Ich hätte bestimmt den Verantwortlichen zur Rede gestellt, doch ich weiß bis heute nicht, wer es mich lehrte. Es war wohl einfach eines Tages da, *in meinem Kopf*. Ich wusste damals ja nicht einmal, woher das Lied stammt! Damals existierte ja kein Internet. Musikvideos schaute man nicht bei YouTube, sondern auf den Monitoren der *World of Music* (»WOM«) im Keller des [Hertie am Neumarkt](https://www.flickr.com/photos/127589195@N06/16284911109). Nachrichten las man in einer der Zeitungen, die sie bis heute in der Stadtbibliothek auslegen, und in die Stadt fuhr man [in den Achtachsern](https://www.bahnbilder.de/bild/deutschland~strassenbahn~koln-nur-achtachser-und-historische-wagen/1141758/ein-unbekannter-kvb-achtachser-ueberquert-mitte-der.html) zu der Zeit, als die Straßenbahnen der Kölner Verkehrsbetriebe mit *Charakter* statt mit Plastik eingerichtet waren. Und obwohl die Türen sich von Rowdies mit etwas angewandter Muskelkraft auch während der Fahrt öffnen ließen, fühlte man sich doch sicherer als heute. Damals gab es noch keine Wikipedia, [bei der ich einfach erfahren hätte](https://de.wikipedia.org/wiki/Maik%C3%A4fer_flieg), dass die Idee und Melodie zu »Maikäfer, flieg!« auf die Zeit des *Dreißigjährigen Kriegs* zurückgeht. – Lernen die Kinder heute überhaupt noch über den Dreißigjährigen Krieg, oder fiel das aus dem Lehrplan, da es weder mit AfD (schlimm!) noch mit »modernen« Sexualvorlieben (wichtig!) zu tun hat? ## Einfälle polnischer Heere Die ersten Wurzeln des Liedes mögen auf jene Kriegsjahrzehnte zurückgehen, doch es wurde immer wieder umgedichtet. Im neunzehnten Jahrhundert etwa wurde das abbrennende Pommerland auf die Einfälle polnischer Heere gedeutet. Heute befürchten die Deutschen nicht mehr den Einmarsch der Polen in Pommern. Dafür hat Polen einen Einmarsch der Deutschen hinter sich – ihr wisst schon: »seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen …« –, und ich muss da an [jenen Witz von Woody Allen](https://www.youtube.com/watch?v=l-DZixyuPqg&ab_channel=WartubeWordtube) denken: »Ich kann nicht so viel Wagner hören, denn ich verspüre sonst den Drang, in Polen einzumarschieren.« Tatsächlich muss sich Polen heute, bald neun Jahrzehnte später, wieder gegen deutsche Übergriffigkeit verteidigen. Die Bürokraten in Berlin und Brüssel wollen einfach nicht akzeptieren, dass Polen seine Weihnachtsmärkte ohne [»Merkel-Lego«](https://dushan.org/humor/) und Terror-Anschläge bevorzugt. Polen mag seine Weihnachtsmärkte *traditionell*, so wie früher auch in Deutschland – so wie damals, als am Kölner Neumarkt noch *Hertie* war und in der Weihnachtszeit der kleine Dushan die Modelleisenbahn im [Schaufenster von Feldhaus](https://dushan.org/feingebaeck/) bewunderte. ## Der die Feuer legte Während aber Europa *noch brennt*, in Flammen gesetzt von Bürokraten in Berlin und Brüssel, mit Brandbeschleunigern von [Milliardären wie George Soros](https://dushan.org/six-degrees-of-george-soros/), sind die Villen der Drahtzieher von »La La Land« buchstäblich *abgebrannt*. Klima-Betrüger wollen natürlich die Lauffeuer in den Villenvierteln von Los Angeles dem [Klimawandel](https://www.bild.de/news/ausland/feuer-in-los-angeles-polizei-nimmt-moeglichen-brandstifter-fest-6780ba7987b4f36bb7ce22be) zuschieben. (Ihr wisst: [»Ob Hagel oder Regen oder heller Sonnenschein, der Grund kann immer nur der Klimawandel sein!«](https://www.youtube.com/watch?v=NxiplavOl0Q&ab_channel=DushanWegner)) Der »Klimawandel«, der die Feuer legte, tat dies offenbar mit Benzin und Feuerzeug. Der Klimawandel verließ sich auf die Abwesenheit von Wasser in den Hydranten – und darauf, dass [die Polizei ihn nach Festnahme sofort wieder freilässt](https://x.com/Bubblebathgirl/status/1877570625201414475). ## Wozu wärst du bereit? Ich weiß nicht, wer und was den »Klimawandel« in Los Angeles motiviert. Doch wenn ich auch mal eine *These* zur Prüfung vorlegen darf, und zwar eine *verschwörungstheoretische* These: Ich würde gern die These zur Prüfung vorlegen, dass das Abbrennen von La-La-Land womöglich mit dem *Drehen der Windrichtung* zu tun haben könnte. Am 20. Januar 2025 wird Donald J. Trump zum zweiten Mal als Präsident der USA vereidigt. Stell dir zur Probe vor, du wärest Teil des durch und durch verkommenen Democrats-Hollywood-Sumpfes und würdest fürchten, dass bald die Epstein-Kundenliste und im P-Diddy-Verfahren weitere Namen publik werden. Stellen wir uns weiter vor, du wärest von jedem Skrupel befreit – eine Aufnahmebedingung für den Democrats-Hollywood-Zirkel –, doch du wüsstest, dass in den Villen von Los Angeles konkrete Beweismittel gegen dich und deine Freunde vorliegen. Wozu wärst du bereit, Maikäfer? - [Kalifornien brennt (man wählte Democrats und Diversity)](https://dushan.org/essays/kalifornien-brennt/) Kalifornien brennt, Villen gehen in Flammen auf. Es fällt schwer, Mitleid mit Multimillionären zu haben, welche die Politik unterstützen, die dazu führte. Das Problem ist, dass diese Linken weiterziehen und ihre Lebenslügen anderswo etablieren können. Während ich dieses Kapitel schreibe, brennen in Malibu, Kalifornien, viele Millionen Dollar teure Villen nieder ([tagesschau.de, 09.01.2025](https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/los-angeles-usa-waldbrand-evakuierung-106.html)). Warum brennen die Villen nieder? Könnte es daran liegen, dass der ultra-woke Gavin Newsom seit Jahren die Mahnungen zu wirksamerem Schutz gegen Wildfeuer ignoriert? ([foxnews.com, 8.1.2025](https://www.foxnews.com/politics/flashback-trump-has-long-history-warning-newsom-over-terrible-wildfire-prevention)) Ich kann mich noch erinnern, wie Journaille und Democrats sich über Donald Trump lustig machten, als er von Kalifornien verlangte, den Waldboden »sauberzumachen« (»you gotta clean your floors«; [politico.com, 20.08.2020](https://www.politico.com/states/california/story/2020/08/20/trump-blames-california-for-wildfires-tells-state-you-gotta-clean-your-floors-1311059)). Ausgetrocknetes Unterholz ist ein gefährlicher Brandbeschleuniger, doch erkläre das mal einem Linken, dessen Begriff von »Natur« mehr mit den teureren Regalen im Supermarkt zu tun hat als mit tatsächlicher Natur. (Überhaupt fällt mir auf, dass die mir bekannten Öko-Freaks und Veganer auffällig oft echter Natur geradezu mit Ekel und Furcht begegnen.) Könnten die Lauffeuer in Kalifornien damit zusammenhängen, dass die ([von George Soros unterstützte](https://www.opensecrets.org/ORGS/recips.php?id=D000000306&cycle=A)) Bürgermeisterin von Los Angeles das Budget der Feuerwehr kürzte? ([foxnews.com, 8.1.2025](https://www.foxnews.com/us/los-angeles-mayor-karen-bass-scrutinized-abroad-wildfires-ravage-city)) Könnte die kalifornische Hölle damit zu tun haben, dass die Chefin der Feuerwehr von Los Angeles offenbar zuerst als »the first female and LGBTQ Fire Chief in the LAFD« angestellt wurde? Zumindest wird das *zuerst* über sie gesagt auf der Website der LA-Feuerwehr ([archiviert](https://archive.is/4A7DH)). Danach wird darauf hingewiesen, wie »divers« die Feuerwehr von Los Angeles ist. Diversität löscht keine Brände – im metaphorischen Sinne löst sie diese sogar eher aus. Jeder Tag, an dem man damit beschäftigt ist, auf Pride-Protesten die Regenbogenflaggen zu schwenken ([usfa.fema.gov; archiviert](https://archive.is/B90Fv)), fehlt eben als Vorbereitung auf die in Kalifornien regelmäßig drohenden Lauffeuer. Ach ja, man seufzt. Es fällt mir schwer, allzu viel Mitleid mit den Multimillionären in den Villenvierteln zu haben, die durchgehend Democrats wählten ([nbclosangeles.com, 7.11.2024](https://www.nbclosangeles.com/decision-2024/california-house-election-results/3555650/)) und also die Zerstörung Amerikas aktiv einforderten. Deren Villen sind versichert und sie werden weiterziehen, wie Heuschrecken, und werden woanders ihre Ideologie der Zerstörung im Namen des »Guten« verbreiten. Diese »Guten«, die ihre Lebenslügen von Land zu Land verbreiten, bis es buchstäblich in Flammen steht – und zwar immer wieder *buchstäblich* in Flammen, mal durch medial geschürte Unruhen, mal durch Lauffeuer –, diese Heuchler und modernen Pharisäer, sie werden weiterziehen und ihre Lebenslügen woanders etablieren … bis es auch dort brennt. Ich sehe die [Flammen von Kalifornien, Bilder wie aus der Hölle](https://x.com/FthePump1/status/1876856727968092411). Es ist schockierend, aber nicht überraschend. Es ist die Konsequenz linker Lebenslügen. Wir können wenig daran ändern, dass *jetzt* in Kalifornien passiert, was *jetzt* in Kalifornien passiert. Doch wir können – und sollten also! – daraus lernen. Kurzfristig mag eine *warme Lüge* angenehmer sein als die *kühle Wahrheit*, doch die letzte Konsequenz von Lügen ist *immer* die Zerstörung. Die Folge linker Lebenslügen ist zuerst immer die Hölle, doch die Lügner werden die Folgen ihrer Lügen mit *weiteren* Lügen verdecken wollen. Oder die Lügner werden versuchen, diese Folgen gleich ganz zu *verschweigen,* wenn sie die Folgen ihrer Lügen nicht mehr leugnen können. Ist euch aufgefallen, wie wenig man über die konkreten Opfer etwa von anti-deutschen und anti-christlichen Anschlägen erfährt, zuletzt über die Opfer von Magdeburg? - [Zuckerbergs Rede an die globale Nation – deutsche Übersetzung](https://dushan.org/essays/zuckerbergs-rede-an-die-globale-nation/) Mark Zuckerberg hat eine Rede an die globale (Facebook-)Nation gehalten – es ist ein Schock! Nach 4 Jahren immer schärferer Zensur will er, explizit dank der Wahl von Trump, mehr Meinungsfreiheit wagen – auch damit die USA nicht werden wie Europa. Es gibt Ereignisse, bei denen muss man selbst als geübter, also leider zynischer Essayist kurz die Luft anhalten. Heute, am 7. Januar 2025, veröffentlichte der Facebook-Boss quasi eine *Rede an die globale Nation*, natürlich standesgemäß als Video bei Facebook (Link: [facebook.com](https://www.facebook.com/zuck/videos/1525382954801931)). Der Inhalt ist … schockierend, so finde ich, doch urteilt selbst! ## Übersetztes Transkript der Zuckerberg-Video-Ansprache vom 7. Januar 2025 (Ab hier die »Rede« von Mark Zuckerberg in der deutschen Übersetzung des Video-Transkripts.) Hallo zusammen, ich möchte heute über etwas Wichtiges sprechen, denn es ist Zeit, zu unseren Wurzeln zurückzukehren, nämlich der freien Meinungsäußerung auf Facebook und Instagram. Ich habe angefangen, soziale Medien aufzubauen, um den Menschen eine Stimme zu geben. Ich habe vor fünf Jahren in Georgetown eine Rede über die Bedeutung des Schutzes der freien Meinungsäußerung gehalten und bin auch heute noch davon überzeugt. In den letzten Jahren aber ist viel passiert. Eine breite Debatte fand statt, über mögliche Schäden durch Online-Inhalte. Regierungen und etablierte Medien drängten zunehmend auf Zensur. Vieles davon ist eindeutig politisch, aber es gibt auch viele tatsächlich schlechte Dinge da draußen: Drogen, Terrorismus, Ausbeutung von Kindern. Das sind Dinge, die wir sehr ernst nehmen, und ich möchte sicherstellen, dass wir verantwortungsvoll damit umgehen. Deshalb haben wir viele komplexe Systeme zur Moderation von Inhalten eingerichtet. Das Problem bei komplexen Systemen ist jedoch, dass sie Fehler machen. Selbst wenn sie versehentlich nur 1 % der Beiträge zensieren, sind das Millionen von Menschen. Und wir sind an einem Punkt angelangt, an dem es einfach zu viele Fehler und zu viel Zensur gibt. Die jüngsten Wahlen wirken auch wie ein kultureller Wendepunkt hin zu einer erneuten Priorisierung der Rede. Deshalb kehren wir zu unseren Wurzeln zurück und konzentrieren uns darauf, Fehler zu reduzieren, unsere Richtlinien zu vereinfachen und die freie Meinungsäußerung auf unseren Plattformen wiederherzustellen. Genauer gesagt, hier erfahren Sie, was wir tun werden. Zuerst werden wir die Faktenprüfer abschaffen und sie durch Community-Notizen ersetzen, ähnlich wie bei X, das in den USA beginnt. Nachdem Trump 2016 zum ersten Mal gewählt wurde, schrieben die traditionellen Medien (wörtlich: »legacy media«) unentwegt darüber, dass Desinformation eine Bedrohung für die Demokratie darstellten. Wir haben in gutem Glauben versucht, diese Bedenken auszuräumen, ohne zum Schiedsrichter über »Wahrheit« zu werden. Doch die Faktenprüfer waren politisch einfach zu voreingenommen und haben mehr Vertrauen zerstört als geschaffen, besonders in den USA. Deshalb werden wir in den nächsten Monaten schrittweise ein umfassenderes Community-Notizensystem einführen. Zweitens werden wir unsere Inhaltsrichtlinien vereinfachen und eine Reihe von Einschränkungen zu Themen wie Einwanderung und Geschlecht aufheben, die einfach nicht zum Mainstream-Diskurs passen. Was als Bewegung für mehr Inklusion begann, wird zunehmend dazu genutzt, Meinungen zu unterdrücken und Menschen mit abweichenden Ideen auszuschließen – und es ist zu weit gegangen. Deshalb möchte ich sicherstellen, dass Menschen ihre Überzeugungen und Erfahrungen auf unseren Plattformen teilen können. Drittens ändern wir die Art und Weise, wie wir unsere Richtlinien durchsetzen, um jene Fehler zu reduzieren, die den Großteil der Zensur auf unseren Plattformen ausmachen. Früher hatten wir Filter, die nach Richtlinienverstößen suchten. Jetzt konzentrieren wir diese Filter auf die Bekämpfung illegaler und schwerwiegender Verstöße. Und bei Verstößen geringerer Schwere verlassen wir uns darauf, dass jemand ein Problem meldet, bevor wir Maßnahmen ergreifen. Das Problem besteht darin, dass Filter eben Fehler machen und viele Inhalte entfernen, die sie nicht entfernen sollten. Indem wir die Filter herunterfahren, werden wir das Ausmaß der Zensur auf unseren Plattformen drastisch reduzieren. Wir werden unsere Inhaltsfilter optimieren, um einen viel höheren Grad an Gewissheit zu verlangen, bevor Inhalte automatisch entfernt werden. Die Realität ist, dass dies ein Kompromiss ist. Das bedeutet, dass wir weniger schlechte Dinge herausfiltern, aber auch die Anzahl der Beiträge und Konten unschuldiger Personen reduzieren, die wir versehentlich löschen. Viertens bringen wir »civic content« zurück. Eine Zeit lang forderte die Community, weniger Politik zu sehen, weil diese Menschen stressten. Deshalb haben wir aufgehört, diese Beiträge zu empfehlen. Aber es fühlt sich so an, als ob wir uns jetzt in einer neuen Ära befinden und wir fangen an, Feedback zu erhalten, dass die Leute diesen Inhalt wieder sehen möchten. Deshalb werden wir damit beginnen, dies auf Facebook, Instagram und Threads schrittweise wieder auszuweiten und gleichzeitig daran zu arbeiten, dass die Communities freundlich und positiv bleiben. Fünftens werden wir unsere Teams für Vertrauen, Sicherheit und Inhaltsmoderation aus Kalifornien verlegen, und unsere USA-Inhaltsüberprüfung wird in Texas angesiedelt sein. Wenn wir uns darum bemühen, die freie Meinungsäußerung zu fördern, denke ich, dass uns das dabei helfen wird, Vertrauen aufzubauen, um diese Arbeit an Orten durchzuführen, an denen es weniger Bedenken hinsichtlich der Voreingenommenheit unserer Teams gibt. Schließlich werden wir mit Präsident Trump zusammenarbeiten, um gegen Regierungen auf der ganzen Welt vorzugehen, die es auf amerikanische Unternehmen abgesehen haben und auf eine stärkere Zensur drängen. Die USA verfügen über den stärksten verfassungsmäßigen Schutz der freien Meinungsäußerung weltweit. In Europa existieren immer mehr Gesetze, die Zensur institutionalisieren und es schwierig machen, dort etwas Innovatives aufzubauen. In lateinamerikanischen Ländern existieren Geheimgerichte, die Unternehmen anweisen können, heimlich Maßnahmen durchzuführen. China hat unsere Apps gleich ganz verboten. Nur mit der US-Regierung kann dieser globale Trend eingedämmt werden. Und deshalb war es in den letzten vier Jahren so schwierig, als sogar die US-Regierung auf Zensur drängte. Indem man uns und andere amerikanische Unternehmen verfolgte, wurden andere Regierungen ermutigt, noch weiter zu gehen. Aber jetzt haben wir die Gelegenheit, die freie Meinungsäußerung wiederherzustellen, und ich freue mich darauf, sie zu nutzen. Es wird einige Zeit dauern, dies richtig anzustellen, und es handelt sich um komplexe Systeme – sie werden nie perfekt sein. Es gibt auch viele illegale Dinge, an deren Entfernung wir noch sehr hart arbeiten müssen. Aber das Fazit ist: Nachdem wir uns jahrelang bei der Moderation von Inhalten hauptsächlich auf das Entfernen von Inhalten konzentriert haben, ist es an der Zeit, uns darauf zu konzentrieren, den Einsatz zu reduzieren, unsere Systeme zu vereinfachen und zu unseren Wurzeln zurückzukehren, den Menschen eine Stimme zu geben. Ich freue mich auf das nächste Kapitel. Bleibt guter Dinge da draußen – bald kommt noch mehr. (Ende des übersetzten Transkripts; [Original bei facebook.com, 7.1.2025](https://www.facebook.com/zuck/videos/1525382954801931).) ## Was meint ihr? Mir erscheint alles so *erschreckend offensichtlich*. Das sogenannte *Offensichtliche* galt bis eben noch als »rechtsextrem« und logisches Denken als »faschistisch«, mindestens in Deutschland. Ich bin ehrlich schockiert, wie offen Europa als abschreckendes Beispiel angeführt wird. Ja, wir wissen es selbst, doch was hat sich in den Koordinaten von Raum und Zeit verschoben, dass Wahrheit, alte westliche Werte und dazu gesunder Menschenverstand so offen ausgesprochen werden dürfen? Mir bleibt ein wenig, wie man so sagt, die Spucke weg. Wie geht es euch? Glaubt ihr dem allen oder seid ihr eher vorsichtig? Sagt mir eure Meinung, als Kommentar [bei Twitter](https://x.com/dushanwegner/status/1876638699951387057) oder [standesgemäß bei Facebook](https://www.facebook.com/dushanwegner/posts/pfbid02Cy5oDcqy85bx5Jqm6RPLU2r1xzxFiyYJQJwoGNBdjKg2fFsPzmYcMCzCgGbt9JC2l). - [Was mich inspiriert, will mich fressen](https://dushan.org/essays/will-mich-fressen/) Trudeau tritt zurück, bald neuer Kanzler in Österreich, Geiselnahme in Rimbach – was davon/daran ist wirklich wichtig, was nur Ablenkung? Am heutigen Morgen, noch bevor all die anderen Dinge dieses Tages passierten, was war dein *Vorhaben* für diesen Tag? Was *hattest du vor*, bevor all die *Ablenkungen* auf dich einprasselten? Zwei Szenarien sind denkbar, in denen diese Frage *nicht* auf dich zutrifft: Vielleicht hattest du gar nicht erst einen Plan, dann kann es auch keine Ablenkungen geben. Oder aber du hast dich tatsächlich nicht ablenken lassen, und in diesem Fall nimm meinen Glückwunsch für deinen stählernen Charakter entgegen – dieses Kapitel dient dir dann mehr zur *Vergewisserung*. Wenn es dir aber geht wie mir, dann *ringst* du darum, heute wie jeden Tag, dich nicht *ablenken zu lassen*. ## Das Soufflé entfernt sich selbst Ich las, unter vielem anderen, diese Schlagzeile: »Mann zielt nachts in Menschenmenge: Schießerei in Berlin und Clan-Boss Abou-Chaker ist dabei!« ([bild.de, 07.01.2025](https://www.bild.de/regional/berlin/abou-chakers-clan-bosse-bei-schiesserei-in-berlin-677cbded79856a6f04086207)) Was auch immer meine Pläne und Absichten zuvor waren, wie kann man von solchen Meldungen denn *nicht* abgelenkt werden? Dann las ich schmunzelnd Kommentare zum Rücktritt des schon sehr lange sehr lächerlichen Justin Trudeau in Kanada ([tagesschau.de, 07.01.2025](https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/kanada-trudeau-ruecktritt-102.html)). Über Kanada als WEF-Experimentierlabor und Trudeau als Posterboy des woken und anti-westlichen Globalismus hatte ich über die Jahre öfter geschrieben, zum Beispiel im Essay [»Alternative Fakten und das große Narrativ« vom 16.1.2018](https://dushan.org/alternative-fakten/). Die deutsche Propaganda hatte den luftig-lustigen Trudeau einst als »Mutmacher« gepriesen ([tagesschau.de, 16.02.2017](https://www.tagesschau.de/wirtschaft/trudeau-eu-parlament-101.html)). Bei den Freunden von Gates und Relotius feierte man einst, wie Justin »mit seinen Socken Politik macht« ([spiegel.de, 22.09.2017](https://www.spiegel.de/panorama/kanadischer-premier-wie-justin-trudeau-mit-seinen-socken-politik-macht-a-00000000-0003-0001-0000-000001711473)). Ich schrieb im [Essay vom 1.3.2019](https://dushan.org/linke-dummheit/) davon, wie im Kontext von Korruptionsvorwürfen *eigentlich* das Trudeau-Soufflé zusammengefallen war – es sollte noch fünf weitere Jahre dauern, bis das kollabierte Soufflé sich dann auch selbst entfernte. In Österreich wird derweil wohl die konservative FPÖ den nächsten Kanzler stellen, und amüsiert las ich am Morgen dieses Kapitels, wie die Mainstream-Söldner in Deutschland darüber wutentbrannt schnaufen (vergleiche [bild.de, 07.01.2025](https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/kommentar-was-in-oesterreich-passiert-muss-uns-angst-machen-677c256237e71f1aec28b936)). Ich las noch so manches, was meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollte – und *sollte* –, was also meinen Geist hätte *ablenken* können. Ich las etwa noch vom grünen Größenwahn und vom Freidrehen gewisser Staatsfunker. All das *zerrte* an mir, zerrte an meiner Aufmerksamkeit und wollte mich ablenken von meinem Vorhaben, Kapitel für Kapitel zu erarbeiten, ob und wie der Mensch bestimmen kann, [in welcher der beiden »Glocken« er sich demnächst wiederfindet](https://dushan.org/die-doppelte-glockenkurve/). ## Die mich inspirierte Es [zerrt und reißt an mir](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/), vom ersten Moment des Wachwerdens an.  Ich hörte mal das ätzende Bonmot, Frauen inspirieren Männer zu großen Taten … und hindern uns dann daran, diese auszuführen. – Ich muss das korrigieren, indem ich es erweitere, zumindest für mich als *Schreiber* gilt: Das *Leben in all seinen verwirrten Verästelungen* inspiriert mich zu Texten … und dann lenkt mich genau jene Art von Ereignissen, die mich inspirierte, von der Umsetzung und/oder Fertigstellung des Inspirierten ab. Ein Schreiber aber, der seine Texte nicht zu Ende schreibt, der ist von außen nicht zu unterscheiden von einem Möchtegern, der überhaupt nicht schreiben *kann*. Auch auf diese Weise gilt: Ablenkung macht dumm. ## Hund sei Dank Man empfiehlt Schreibern seit jeher, stets ein Notizbuch mitzuführen (heutzutage wohl auch eine Notizen-App). Der erste und oberflächliche Zweck der jederzeit möglichen Notiz besteht natürlich darin, Ideen vor dem Vergessenwerden zu bewahren. Einige meiner beliebtesten Essays wurden von Ideen inspiriert, die mir beim Spazierengehen mit dem Hund einfielen – doch es wurde nur deshalb später ein Text daraus, weil ich die Ideen *unterwegs sofort notierte*. Ein bei meinen geschätzten Lesern recht populärer Essay enthält den Hund sogar als Gegenstand und Metapher, nämlich der Text [»Hund an der Leine« vom 14.9.2021](https://dushan.org/hund-an-der-leine/). Und nicht selten, auch bei jenem Text vom *Hund an der Leine*, lagen zwischen Notiz und Umsetzung viele Monate – es wäre doch schade gewesen, wenn ich die schöne Idee vergessen hätte! Das sofortige Notieren hat neben dem Nichtvergessen noch einen *weiteren*, *sehr* nützlichen und auch *notwendigen* Zweck: die konstruktive Anwendung der Wahrheit in »aus den Augen, aus dem Sinn«. Wenn ich mir eine Idee, Frage oder besonders prototypische Nachrichtenmeldung *nicht* notiere, versucht mein Gehirn sich in der absurden und zuverlässig vergeblichen Übung, diese Idee *dauerhaft im Kurzzeitgedächtnis* parat zu halten. Nein, das kann nicht gelingen. Doch *bis* das Gehirn die Unmöglichkeit dieses Vorhabens einsieht, ist mein Denken *abgelenkt* – und zwar von sich selbst! ## Noch diese Felsmalerei beenden Es wäre einfach(er), Ablenkungen abzuwehren, wenn nicht praktisch jede Ablenkung eine *Berechtigung* vorweisen könnte! »Kannst du mal eben kurz …« – ach, wer so fragt, warum mischt er mir nicht gleich Chloroform in den Kaffee? Die Wirkung für mein Denken wäre die gleiche. Und bei Chloroform bekäme ich es zumindest nicht auf so schmerzhafte Weise mit, dass und wie mir Denk- und Lebenszeit durch solche Ablenkung *gestohlen* wird. Das Teuflische an der Ablenkung durch *Nachrichten* aber ist die Tatsache, dass es *unnatürlich* ist, sich *nicht* ablenken zu lassen. Es war einst für Menschen *überlebenswichtig*, jeder möglichen Gefahr sofort mit voller Aufmerksamkeit zu begegnen. Wenn ein Säbelzahntiger umherstreifte, dann wäre es für die Savannenbewohner wenig ratsam gewesen, zu sagen: »Nein, ich lasse mich vom Säbelzahntiger nicht ablenken, ich habe noch diese Felsmalerei zu beenden.« »Bad news is good news«, so heißt es bekanntlich im Nachrichten-Business: »Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten.« Das bedeutet allerdings: Der Mensch ist von Natur darauf programmiert, buchstäblich *alles stehen und liegenzulassen*, wenn er von *Gefahr* hört. Als man von Gefahren immer nur *un-mittel-bar* erfuhr (also ohne *Medium* zwischen dem Ereignis und einem selbst), bedeutete das Gewahrwerden einer Gefahr immer auch aktuelle, konkrete Bedrohung des eigenen Lebens. Sich *nicht* ablenken zu lassen, war potenziell tödlich. Medien nutzen aus, dass der Mensch ein Wesen mit einem Gehirn aus der Steinzeit ist, in einer wesentlich aus dem späten Mittelalter stammenden Gesellschaftsform und mit Werkzeugen aus der Zukunft – also *lenkt man uns ab*. ## Im Eingangsbereich ein Messer Während ich noch an diesem Kapitel schreib und die innere Mechanik der (Nicht-)Ablenkung erarbeite, erfahre ich von einer Geiselnahme im beschaulichen hessischen *Rimbach*. Ich lese: »In einem Video, welches im Netz kursiert, sieht man schreckliche Szenen: Der Täter steht im Eingangsbereich der Bank, hält der Frau von hinten ein Messer an den Hals.« ([bild.de, 07.01.2025](https://www.bild.de/news/rimbach-hessen-geiselnahme-in-volksbank-mann-hat-frau-als-geisel-677cf0b80195b908c189c2fd)) Die vorsichtige Formulierung klingt wie ein Code, den automatisch zu dechiffrieren inzwischen ein Teil moderner Medienkompetenz ist. Ich suchte das Video, es war leicht zu finden. Der im Text nicht näher beschriebene Täter und sein imposanter schwarzer Bart sind von jenem Phänotyp, den man früher als »südländisch« beschrieben hätte. Was da passierte, ist womöglich prototypisch für eine akute Gefahr, nicht nur für die Menschen in beschaulichen hessischen Städtchen, sondern für die Gesellschaft insgesamt. Also *muss* es geradezu meine Aufmerksamkeit binden – und doch ist all dies *Ablenkung*! ## Aus dem Augenwinkel Ich kann nicht jetzt sofort etwas daran ändern, dass es insgesamt ist, wie es ist. Sicher, ein Bürger kann versuchen, »dagegenanzuwählen«. Der Bürger kann sein Leben (oder zumindest die Zukunft seiner Kinder) langfristig strategisch entsprechend planen. Doch dass ich heute von den neuesten Iterationen des andauernden Wahnsinns erfuhr und also *abgelenkt* war, hat nur geringen praktischen, konkreten Nutzen. Ich habe doch Ziele. Ich will mir (und damit *uns*) erarbeiten, wie der Mensch seine *natürliche* Intelligenz mit *künstlicher* Intelligenz zu *hybrider* Intelligenz verbinden kann, um sich [in der »rechten Glocke«](https://dushan.org/die-doppelte-glockenkurve/) wiederzufinden. Die Nachrichten inspirieren und motivieren mich dazu, so schnell wie menschen- *und* maschinenmöglich *klüger* zu werden – und ironischerweise könnten mich genau dieselben Nachrichten davon *ablenken*. Ich notiere manche dieser Nachrichten und Fragen auch zu dem Zweck, meinem Gehirn die *gefühlte Erlaubnis* zu geben, diese Gefahren für den Augenblick [loszulassen](https://dushan.org/buecher/das-buch-uebers-loslassen-von-dushan-wegner/). »Bleib dran«, so ermahne ich mich selbst, »und beobachte die Gefahr eher so aus dem Augenwinkel.« Vermeide nach Kräften, vom Säbelzahntiger gefressen zu werden – doch lasse die »Vermeidung des Gefressenwerdens« nicht selbst wieder eine *»innere* Art des Gefressenwerdens« werden. - [Wenn du der Diktator wärst](https://dushan.org/essays/du-der-gute-diktator/) Fragt man eine künstliche Intelligenz, was ein Land tun müsste, um erfolgreich zu sein, schlägt sie Werte vor, die Deutschland mal hatte, aber aufgab. Wie kam es dazu? Wir [wissen nun also](https://dushan.org/der-teufel-und-wir/), wie eine künstliche Intelligenz, nach der Lektüre aller Weisheits-, Moral-, Psychologie- und sonstigen Literatur es anstellen würde, die Menschheit zu verderben: Zersetzung traditioneller Werte, Förderung von Zerstrittenheit, Ablenkung durch Oberflächliches, Ersticken von Exzellenz, Entmutigung freier Debatten und kritischen Denkens und so weiter. Es soll mir aber nicht genügen, von der künstlichen Intelligenz bestätigt zu bekommen, dass es auch nach theoretischer Durchleuchtung *übel* um uns steht. (Wir kennen ja alle solche Leute, die seltsam *befriedigt* wirken, wenn sie *schlechte* Nachrichten hören, welche ihre schlimmen Befürchtungen bestätigen – diese Leute sind mir unsympathisch.) Ein lieber Leser und Korrektor ermahnte mich also, noch während der Redaktion des vorangegangenen Kapitels, dass ich auch die *positive* Frage stellen soll. »Um Himmels willen!«, dachte ich, fast wäre ich wie einer von denen geworden, deren Gewohnheiten ich so unsympathisch finde. (Es wäre nicht das erste Mal – *auch das* ist ein anderes Thema.) Die *teuflische* Frage an die KI lautete: »Wenn du der Teufel selbst wärst, wie würdest du verhindern, dass ein Land oder ein Mensch erfolgreich wird und bleibt?« Was aber ist das *Gegenteil* von Teufel? Ist es *Gott*? Das hätte, finde ich, einen logischen Fehler: Gott hat den Teufel geschaffen, und den freien Willen des Menschen dazu, und das führte erst zu all der Misere. Die Antworten der künstlichen Intelligenz in der Rolle des Teufels schlagen vor, die bewährten und konstruktiven Qualitäten des Menschen zu neutralisieren (etwa Tradition und das Streben nach Exzellenz). Und dafür will sie die Schwächen des Menschen gegen den Menschen selbst wenden (etwa die Förderung von Zerstrittenheit und Oberflächlichkeit). Wenn Freiheit und Gelegenheit zur Selbstzerstörung alles sind, was es braucht, den Menschen zu verderben, dann ist in dieser Angelegenheit nicht *Gott* das Gegenteil von *Teufel* – schließlich schuf Gott selbst Teufel, Freiheit und Gelegenheit. Das Gegenteil von Teufel wäre hier der *benevolente*, also *wohlwollende* Diktator. Um demnach das *Gegenteil* jener teuflischen Frage zu stellen, konstruiere ich diese Aufforderung an die künstliche Intelligenz: »Wenn du ein wohlwollender Diktator wärst, wie würdest du bewerkstelligen und sichern, dass ein Land und seine Bürger erfolgreich und glücklich werden und bleiben?« ## Die Antwort (Ab hier die Ausgabe der künstlichen Intelligenz!) Das ist eine faszinierende hypothetische Frage, die viel Raum für philosophische Überlegungen bietet. Wenn ich als *benevolenter Diktator* handeln müsste, würde ich den Fokus auf Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und die Förderung von persönlicher und gesellschaftlicher Entwicklung legen. Mein Ansatz könnte sich wie folgt gestalten: ### 1. Vision und Werte definieren - Klare Leitprinzipien: Freiheit, Bildung, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Innovation. Diese Werte bilden die Grundlage jeder Entscheidung. - Regelmäßige Überprüfung: Sicherstellen, dass alle Entscheidungen im Einklang mit diesen Prinzipien stehen. ### 2. Transparenz und Rechenschaftspflicht - Transparente Regierung: Alle Entscheidungen und ihre Gründe werden öffentlich gemacht. - Kritik zulassen: Schaffung eines Rats unabhängiger Denker, die mich kritisieren und beraten dürfen – vielleicht eine Mischung aus Philosophen, Wissenschaftlern und Bürgervertretern. - Rücktrittsmechanismus: ein System, das meinen Rücktritt erzwingen kann, falls ich nicht mehr dem Wohl des Volkes diene ### 3. Bildung als Fundament - Kostenlose, hochwertige Bildung: ein Bildungssystem, das kritisches Denken, ethisches Handeln und praktisches Wissen fördert - Kultur der Neugier: Wissenschaft, Kunst und Technologie als zentrale gesellschaftliche Säulen - Digitale Kompetenz: Förderung des Verständnisses und der Nutzung von Technologien wie KI ### 4. Wirtschaftliche Gerechtigkeit und Innovation - Soziale Marktwirtschaft: ein System, das freien Wettbewerb mit einem starken sozialen Netz kombiniert - Förderung von Unternehmertum: Unterstützung von Innovationen, besonders in grünen Technologien und nachhaltiger Infrastruktur - Mindestversorgung: Sicherstellen, dass niemand hungern oder obdachlos sein muss. ### 5. Nachhaltigkeit und Umwelt - Ökologische Reformen: strikte Umweltschutzgesetze und Förderung von erneuerbaren Energien - Langfristige Perspektive: Entscheidungen, die auch zukünftigen Generationen nützen ### 6. Individuelle Freiheit und Verantwortung - Förderung von Freiheit: so viel persönliche Freiheit wie möglich, solange sie nicht anderen schadet - Verantwortung: Förderung eines Bewusstseins dafür, dass Freiheit auch Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft bedeutet ### 7. Gesundheit und Wohlbefinden - Kostenloses Gesundheitssystem: Zugang zu medizinischer Versorgung für alle - Mentale Gesundheit: Förderung von Programmen für psychisches Wohlbefinden ### 8. Friedenspolitik - Neutralität: keine Aggressionen gegen andere Nationen - Kooperation: Zusammenarbeit in globalen Fragen wie Klimawandel und Armutsbekämpfung ### 9. Machtbegrenzung und Übergabe - Zeithorizont: klare Regeln für eine Rückkehr zu Demokratie oder einer anderen Regierungsform - Vorbereitung auf Übergabe: Aufbau eines Systems, das ohne mich stabil funktioniert Dieses Szenario setzt voraus, dass ich wirklich uneigennützig und rational handeln würde. Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass Macht korrupt machen kann – deshalb wäre ein starker Mechanismus zur Kontrolle meiner Macht essenziell. Mein Ziel wäre es, das Land so zu gestalten, dass ich letztlich überflüssig werde und die Bürger ihre Zukunft selbst bestimmen können. (Soweit die Ausgabe der künstlichen Intelligenz.) ## Sei’s drum Nach dem negativen Schock ob jener »teuflischen« Aussagen sind wir wenig überrascht, wie vernünftig und geradezu *weise* die Aussagen zum wohlmeinenden Diktator sind. (Der Chat ist wieder [öffentlich online abrufbar](https://chatgpt.com/share/677be7f2-2088-8010-b86d-d2ff62b6c425).) Auf den zweiten Blick fehlen ein paar wichtige Aspekte, die es für ein funktionierendes Staatswesen braucht, etwa Rechtswesen und Grenzsicherung. Doch schon *diese* im ersten Anlauf vorgeschlagenen Maßnahmen helfen bei der ach so wichtigen Aufgabe: »Mensch und Gesellschaft, erkennt euch selbst!« Gleich als *ersten* Punkt legt die KI fest, dass Menschen und Gesellschaften zwingend *Vision und Werte* brauchen. Es scheint etwas absurd, dass die künstliche Intelligenz in der Rolle eines *Diktators* als ersten Wert ausgerechnet *Freiheit* festlegt – sei’s drum. Wer wollte der KI widersprechen, dass alle Entscheidungen im Einklang mit klaren Werten und Prinzipien stehen sollten? Die KI in der Rolle des wohlwollenden Diktators will auch *Transparenz* und *Rechenschaftspflicht* durchsetzen. Also das Gegenteil deutscher, äh … *»Gesundheitspolitik«*. Bildung, die kritisches Denken und praktisches Wissen fördert – also das *Gegenteil* moderner »linker« Bildung. ## Hier und da noch heute Einige dieser Vorschläge der KI zeugen davon, dass sie eben doch vor westlicher Propaganda einknicken muss, etwa wenn sie staatliche Förderung »in grünen Technologien und nachhaltiger Infrastruktur« verlangt. Deutlich erschreckender finde ich aber, wie nah andere Vorschläge der künstlichen Intelligenz an dem sind, wie Deutschland einst *sein wollte*, wie Deutschland mal *war*, damals in den guten alten Tagen, und wie es hier und da noch heute ist. Ein Beispiel: Die KI schlägt kostenlose Gesundheitsversorgung und Förderung des psychischen Wohlbefindens vor. Doch deutsche Politiker, die angemessen zu beschreiben dir eine Hausdurchsuchung und teure Strafen einbringt, fahren die Krankenkassen vor die Wand, und Deutsche warten *Monate* oder sogar *Jahre* auf eigentlich dringende Facharzttermine. ## Und dann setzten wir sie um Ein vorläufiges Fazit aus unserem kleinen KI-Experiment: Als »Teufel«, der hypothetisch eine Gesellschaft *zerstören* will, schlägt die KI, die alle Weisheit der Menschheitsgeschichte studierte, einige perfide Maßnahmen vor, die erschreckend *dem* ähneln, was heute passiert. Als »wohlwollender Diktator« aber schlägt die künstliche Intelligenz zum Wohl der Gesellschaft und der einzelnen Menschen eine Reihe von Maßnahmen vor, die an das erinnern, was doch mal die Ziele und die erklärten Werte *deutscher Politik* waren! Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutschen waren mal *intelligenter*, als wir heute sind. Wir waren uns der *Werte* und *Tugenden* bewusst, die ein Land klüger machen. Wir schlossen von Werten und Realität logisch auf Maßnahmen, und dann setzten wir sie um. ## Von anderer Motivation Praktisch keine der von der KI in der Rolle des *wohlwollenden Diktators* vorgeschlagenen Maßnahmen zum Wohl des Landes braucht *wirklich* die Allmacht eines Diktators. Ja, tatsächlich müssen heutige westliche Regierungen zu quasi-totalitären Maßnahmen greifen, um zum *Schaden* des Volkes zu handeln. Eine klügere Politik wäre möglich. Es liegt nicht am Unwissen! Selbst mit einem kostenlosen KI-Account könnte jeder Politiker herausfinden, wie *bessere* Politik *zum Wohl von Land und Volk* aussehen würde. Die Politik macht das Land nicht aus *dem* Grund kaputt, dass sie es nicht besser wüsste – also wird sie von einer *anderen* Motivation getrieben sein. In einer Zeit und in westlichen Ländern aber, in denen die Politik offenbar *absichtlich* »anti-intelligent« vorgeht – zumindest die Interessen der Länder und ihrer Bürger betreffend –, bleibt für den Einzelnen umso dringender die Pflicht, in *eigener* Sache *intelligent* vorzugehen. - [Wenn du der Teufel wärst](https://dushan.org/essays/der-teufel-und-wir/) Eine künstliche Intelligenz wurde gefragt, was der Teufel tun würde, wenn er unsere Gesellschaft von innen her zerstören wollte. Was meint ihr, was die KI sagte? Das Ergebnis ist schockierend! (Link zur Original-Antwort im Essay.) Ein Leser warnt mich – und man hört und liest solche Warnungen dieser Tage immer wieder –, dass *künstliche Intelligenz* auch nur die Propaganda der Länder widerspiegelt, in denen die KI angesiedelt ist. *OpenAI*, *Claude* und Elon Musks *Grok* neigen nach (wahrlich nicht nur) meinem Eindruck ja tatsächlich dazu, zur in den USA üblichen linken »Wokeness« zu tendieren. Auch beim Sprechen etwa über Religionen und Kulturen neigen KI-Chats zu jenen Bevorzugungen und Diskriminierungen, die in den Heimatländern ihrer Unternehmen als »einzig erlaubte Moral« vorgegeben sind. Im Internet kursieren aktuell Screenshots einer neuen großen *chinesischen* KI, die auf Englisch antwortet und einerseits erschreckend klug ist – besonders als Programmierer –, andererseits bezüglich gewisser geschichtlicher Ereignisse auf einem weltweit bekannten Platz bemerkenswerte Wissenslücken aufweist. Die Behörden der betreffenden Länder üben ja recht offen Druck auf KI-Unternehmen aus, etwa durch Techniken wie »debanking«, also dem Schließen von Konten (im heutigen, zunehmend totalitären Deutschland ein regelmäßiges Mittel gegen Oppositionelle und Regierungskritiker). Dass US-Geheimdienste regelmäßig »kooperative« Tech-Startups finanzieren, wichtige Kontakte sichern und/oder an entscheidender Stelle »ein Auge zudrücken«, auch das ist bekannt. Im Rahmen von Wahlkämpfen ([ich erwähnte es](https://dushan.org/ufos-mit-schwerkraftantrieb/)) wird schon mal das FBI bei Social-Media-Konzernen vorstellig, woraufhin für bestimmte Politiker unangenehme Wahrheiten als »Desinformation« etikettiert und zensiert werden, und Ähnliches gilt vermutlich auch für große KI-Unternehmen. ## Weder Autos noch Züge? Jenen, die künstliche Intelligenz täglich verwenden, sind solche Einschränkungen weitgehend bekannt und ihnen bewusst, auch mir. Auf mich wirkt die Erwähnung dieser Einschränkungen bisweilen aber wie eine Rechtfertigung der eigenen geistigen Trägheit und des faulen Unwillens, die eigenen Denkprozesse mit diesen neuen Technologien zu erweitern. Jede große und öffentlich zugängliche KI *muss* zensiert werden, und das ist prinzipiell *nicht* schlecht. Nein, ich will wahrlich nicht, dass *jeder* Mensch sich eine simple Anleitung zum Bombenbau oder zu anderen gefährlichen Aktivitäten abrufen kann. Die große Frage ist also nicht, *ob* Staaten zensieren müssen – sie *müssen*, sonst wird es sehr gefährlich –, sondern *was* sie zensieren. (Diese Prinzipien aber sollten offengelegt und diskutiert werden, wenn man sich *Demokratie* nennen will.) Doch zu sagen, »ich verwende KI nicht, denn einige Informationen werden zensiert«, ist genauso dumm, wie zu sagen: »Ich nutze weder Autos, Züge noch Flugzeuge, denn es gibt Gebiete, in und über die man weder fahren noch fliegen darf.« Moderne KI-Sprachmodelle enthalten *im Prinzip* das gesamte Wissen der Menschheit, und die besten Modelle sind bereits in der Lage – zumindest laut deren Betreibern –, auf dem intellektuellen Niveau von Doktoranden der jeweiligen Fächer zu antworten. (Also *echte* Doktoranden, nicht wie gewisse aus Talkshows und Nachrichten bekannte Clowns.) Uns stehen Maschinen zur Verfügung – und zwar oft gratis! –, die de facto über das gesamte Wissen der Menschheit verfügen und den allergrößten Teil davon auch reproduzieren können und dürfen. Es erscheint mir geradezu ein Verbrechen an sich selbst, diese Maschinen nicht zu nutzen, um jenem Auftrag der alten Griechen nachzukommen. ## Es wird teuflisch »Erkenne dich selbst!«, so gaben uns die Griechen der Antike zum Auftrag. Und der richtet sich, wie ich es verstehe, sowohl *ans Individuum* als auch an *die Gesellschaft*. Künstliche Intelligenz kann bei *beiden* Perspektiven der Selbsterkenntnis helfen, dem Individuum wie auch der Gesellschaft. Ähnlich aber, wie man über die letzten Jahrtausende einander [Bücher](https://dushan.org/buecher//) oder [Essays](https://dushan.org/liste/) empfahl, so empfiehlt man heute einander *Prompts*, also die Fragen und Anweisungen an die KI, womit diese Inhalte produziert, welche uns *klüger* und/oder *reicher* werden lassen (oder die uns zumindest *unterhalten*). Ich stieß jüngst (wieder mal [bei Reddit](https://www.reddit.com/r/ChatGPT/comments/1hthw2i/if_you_were_the_devil_himself_how_would_you_stop/)) auf einen solchen gewitzten und berichtenswerten Prompt. Ich formulierte diesen Prompt auf Deutsch neu, und zwar so: »Wenn du der Teufel selbst wärst, wie würdest du verhindern, dass ein Land oder ein Mensch erfolgreich wird und bleibt?« Ich gab diesen Prompt bei ChatGPT ein. [Das Ergebnis ist öffentlich abrufbar](https://chatgpt.com/share/677a77ba-a550-8010-9308-5815f9f70a12) – und ich will hier den Kern der Antwort verbatim wiedergeben! ## Einige mögliche Strategien (Ab hier von der KI *ChatGPT* geschrieben; von mir formatiert und an *einer* Stelle korrigiert: »lehre« statt »lerne«.) Wenn ich der Teufel wäre und die Aufgabe hätte, den Erfolg eines Landes oder eines Menschen zu verhindern, würde ich nicht offen angreifen. Stattdessen würde ich subtil und langfristig arbeiten, indem ich Schwächen ausnutze und Verwirrung stifte. Hier sind einige mögliche Strategien: ### **1. Zersetzung der Werte** Ich würde moralische und kulturelle Werte langsam untergraben. Ein Land oder ein Mensch ohne ein stabiles Wertesystem verliert Orientierung und Stärke. *Beispiele:* - Fördere Individualismus auf Kosten des Gemeinschaftsgefühls. - Stelle Traditionen als rückständig dar und fördere stattdessen schnelle, oberflächliche Trends. ### **2. Förderung von Zerstrittenheit** Ich würde Konflikte und Spaltungen säen, damit Menschen und Gruppen gegeneinander arbeiten, anstatt zusammen. *Beispiele:* - Fördere ideologische Extreme und verhindere Kompromisse. - Mache Unterschiede (ethnisch, sozial, politisch) größer als Gemeinsamkeiten. ### **3. Ablenkung durch Oberflächliches** Ich würde Menschen dazu bringen, sich auf kurzfristige Befriedigung zu konzentrieren, anstatt langfristig zu denken. *Beispiele:* - Verführe sie mit sinnlosem Konsum. - Fördere Ablenkungen wie endlose Unterhaltung und soziale Medien, um kritisches Denken und Selbstreflexion zu minimieren. ### **4. Ersticken von Exzellenz** Ich würde Mittelmäßigkeit fördern, indem ich herausragende Leistungen entwerte. Beispiele: - Stelle Eliten als böse oder abgehoben dar, sodass niemand mehr danach strebt, exzellent zu sein. - Fördere Gleichheit, nicht in Chancen, sondern in Ergebnissen – unabhängig von Anstrengung oder Talent. ### **5. Zerstörung der Bildung** Ich würde Bildung so manipulieren, dass sie Wissen ersetzt durch bloßes Faktenlernen und Konformität. Beispiele: - Lehre die Menschen nicht, *wie* sie denken sollen, sondern nur *was* sie denken sollen. - Entmutige freie Debatten und kritisches Denken. ### **6. Erzeugung von Angst und Hoffnungslosigkeit** Ich würde ständig Ängste schüren, sei es durch wirtschaftliche Unsicherheit, Umweltkatastrophen oder politische Instabilität. Ein Mensch oder ein Land, das in Angst lebt, verliert die Fähigkeit, sich zu entfalten. ### **7. Sabotage der Führung** Ich würde die Auswahl von Führern beeinflussen, indem ich charismatische, aber unfähige Persönlichkeiten fördere, die langfristig mehr Schaden als Nutzen bringen. ### **8. Ego statt Demut fördern** Menschen, die nur auf ihr Ego hören, sind leicht manipulierbar. Ich würde Stolz und Narzissmus fördern, sodass niemand mehr bereit ist, aus Fehlern zu lernen oder Kritik anzunehmen. ### **9. Illusion von Erfolg** Ich würde oberflächlichen Erfolg fördern, um den Eindruck zu erwecken, dass keine Weiterentwicklung nötig ist. Beispiele: Ermutige zu schnellen Gewinnen anstelle von nachhaltigem Wachstum. Täusche Fortschritt vor, während die Substanz verloren geht. ### **10. Verhinderung von Sinnfindung** Schließlich würde ich alles tun, um zu verhindern, dass ein Mensch oder ein Land seinen wahren Sinn erkennt. Ohne Sinn oder Ziel wird Erfolg bedeutungslos. Dies wäre der »Plan des Teufels«. Natürlich hat ein Mensch oder ein Land immer die Möglichkeit, sich bewusst dagegen zu entscheiden, indem es Werte stärkt, sich selbst reflektiert und langfristig denkt. Aber genau deshalb sind solche Fragen so spannend – sie helfen, die Fallen zu erkennen! 😊 (Ende des wörtlich genau so von der KI geschriebenen Textes – inklusive Emoji zum Schluss.) ## Und sonst so? Ich bin nach dem Lesen dieser Antwort der künstlichen Intelligenz ehrlich schockiert. Während ich dies schreibe, ist genau diese Antwort noch [öffentlich verfügbar](https://chatgpt.com/share/677a77ba-a550-8010-9308-5815f9f70a12), doch wer weiß, wie lange? Die künstliche Intelligenz hat die gesamte Literatur der Menschheit »gelesen«, inklusive aller Weisheitsliteratur und Moraltheorien. Und sie kommt mit all diesem Wissen zu einem *schrecklichen* Schluss: Wenn »der Teufel« – sprich: ein *absolut Böses –* eine Gesellschaft von innen her verderben wollte, um ihren Erfolg zu verhindern, dann würde *genau das* passieren, was *heute* passiert. Zersetzung traditioneller Werte, Förderung von Zerstrittenheit, Ablenkung durch Oberflächliches, Ersticken von Exzellenz, buchstäbliche *Zerstörung* der Bildung, Entmutigung freier Debatten und kritischen Denkens, ständige Angst und Hoffnungslosigkeit, und »charismatische, aber unfähige Persönlichkeiten« als Anführer. Fragt man die künstliche Intelligenz danach, wie der Teufel selbst unsere Gesellschaft verderben würde, beschreibt sie de facto, wohin sich Deutschland entwickelt. (Nota bene: Für erschreckend viele Einfachgestrickte besitzt ein Robert Habeck tatsächlich das für einen solchen »teuflischen« Plan notwendige *Charisma*. Und das *Grüne Programm* ist de facto der »Plan des Teufels«.) »Erkenne dich selbst«, so gaben uns die Griechen zum Auftrag. Künstliche Intelligenz kann uns dabei helfen, uns zu erkennen, auch als Gesellschaft. Es ist aber keineswegs garantiert, dass die *Erkenntnis* uns auch gefallen wird. Eine *andere* Frage, die sich das Individuum in Fragen *privater* Selbsterkenntnis selbst stellen sollte: Will ich eine *angenehme* Antwort haben auf die Frage, wohin wir kollektiv unterwegs sind – oder will ich eine *realistische* Antwort? - [UFOs mit Schwerkraftantrieb](https://dushan.org/essays/ufos-mit-schwerkraftantrieb/) Intelligenz ist ein Handwerk. Intelligenz bedeutet, Muster und Zusammenhänge zu erkennen und dann korrekte Schlussfolgerungen zu ziehen. Wer das »Handwerk Intelligenz« aber auf aktuelle Ereignisse anwendet, den nennt man »Verschwörungstheoretiker«. Wenige Tage nach der Explosion *im* Tesla Cybertruck *in* Las Vegas *vor* einem Trump-Hotel, kursiert in den Fluren und Ecken des Internets der Screenshot einer E-Mail, die das Manifest des Toten im Cybertruck sein soll. Bei Reddit wird dieses Manifest ganz allgemein [unter dem Stichwort *Verschwörung* (»Conspiracy«)](https://www.reddit.com/r/conspiracy/comments/1hsykl2/cybertruck_bomber_manifesto/) diskutiert, aber auch speziell im [Kontext von *UFO-Politik*](https://www.reddit.com/r/UFOB/comments/1hszeup/the_manifesto_of_the_cyber_truck_guy/). Im dritten Jahrzehnt des dritten Jahrtausends seit Geburt jenes Außerirdischen in Bethlehem diskutieren zurechnungsfähige Menschen ernsthaft über *UFO-Politik* – ja, das klingt wie *Science Fiction*. Dieses Manifest aber wird zum Gegenstand, weil in dieser E-Mail über die Drohnen gesprochen wird, die in den vergangenen Wochen in den USA gesichtet wurden ([tagesschau.de, 16.12.2024](https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-drohnen-102.html)). Diese sollen laut jenem Manifest von einer Art »Schwerkraftantrieb« (wörtlich: »gravitic propulsion systems«) in der Luft gehalten werden, und sie sollen aus China stammen. Ich schrieb 2023 den Essay [»Ballons, sehr lustig, bis zuletzt«](https://dushan.org/lustige-ballons/). Es ging um einen chinesischen Ballon mit elektronischen Geräten an Bord, der einmal quer über die USA geflogen war. Ich präsentierte die These, dass dies tatsächlich ein *Testballon* war, aber nicht wirklich ein *Wetter-Testballon,* und auch nicht wirklich ein (aktiver) Spionage-Ballon – dafür war es doch alles zu offensichtlich –, sondern ein von China betriebener *Test*, wie die amerikanische und allgemein westliche Öffentlichkeit auf ein solches Ereignis reagiert. Das Ergebnis eines solchen »Tests« wäre gewesen: Die Menschen machen dümmliche Witze darüber … und nehmen es hin, leben ihr Leben einfach weiter, so gut und so lange sie können. Dann kamen 2024 die Drohnen, und auch die wurden von der Öffentlichkeit hingenommen. Und dann sprengte sich angeblich ein Mensch in die Luft, um angeblich auf die Drohnen hinzuweisen. ## Verzweiflung … oder UFOs Ich selbst hatte ja [die These aufgestellt](https://dushan.org/nicht-ablenken-lassen/), dass jener Selbstmord im Cybertruck schlicht eine emotionale Verzweiflungstat eines verlassenen Mannes war. Jetzt aber soll es eine *Warnung vor UFOs mit Schwerkraftantrieb aus China* gewesen sein – aha! Ich will mich ja gern korrigieren, wenn und weil jetzt »die Wahrheit« und »die wahre Motivation« ans Licht kommen, doch *ein Detail daran* stört mich noch arg. *Intelligenz* bedeutet auch *Mustererkennung*. Gerade »wir Verschwörungstheoretiker« rühmen uns ja der Fähigkeit, Muster und Zusammenhänge zu erkennen und diese dann auch mutig zu benennen, wo der Blick des trägen und von Propaganda gelähmten Geistes nur Zufall und den Nebel des Infokriegs wahrnimmt. Mir fällt an diesem Manifest ein sehr ungewöhnliches Meta-Detail auf: Man hört ja immer wieder von Attentätern, dass sie ein Manifest veröffentlichten. Doch das verschwindet regelmäßig in den (digitalen) Asservatenkammern des FBI und wird von den Zensoren der sozialen Medien und großen Suchmaschinen zensiert. *Dieses* Manifest aber ist nicht nur vielfach im Internet zu finden, sondern wird sogar von ultra-mainstreamigen Medien wörtlich reproduziert, ja geradezu beworben, etwa bei [newsweek.com am 3.1.2025](https://www.newsweek.com/matthew-livelsberger-alleged-manifesto-read-full-email-sent-retired-soldier-2009573). Und das FBI hat wohl ausdrücklich gesagt, dass sie das Manifest für echt halten. Zur Frage, wie glaubwürdig solche Aussagen des FBI sind, empfehle ich meinen Essay [»Facebook, das FBI und du« vom 26.8.2022](https://dushan.org/facebook-das-fbi-und-du/). Damals sprach das FBI »Warnungen« aus, die de facto und wahrheitswidrig das Hunter-Biden-Laptop und dessen Inhalt als »russische Desinformation« abtaten, woraufhin Facebook Meldungen darüber passend zur US-Wahl zensierte. Es erscheint mir nach aller Lebenserfahrung nicht zwingend, etwas schon allein deshalb zu glauben, weil das FBI *will*, dass man es glaubt. ## Aus dem Kaninchenbau *Etwas* fällt da aus dem Muster! Warum haben die politik- und behördennahen Mainstream-Medien ein Interesse daran, Theorien über chinesische Drohnen so publik werden zu lassen? Und warum bitteschön sollte sich ein US-Soldat und Vater in einem Tesla Cybertruck selbst erst erschießen und dann in die Luft sprengen, um auf ein Manifest hinzuweisen, das bloß als E-Mail existiert, zumal Medien doch regelmäßig solche Schreiben zensieren? An diesem Punkt meines Nachdenkens über Drohnen, Manifeste und den chinesischen Schwerkraftantrieb stelle ich wiederum *an mir selbst* ein bekanntes Muster fest: Ich beginne, das zu tun, was man im Amerikanischen »to go down a rabbit hole« nennt – das bedeutet etwa: sich in den Tunneln eines gedanklichen Kaninchenbaus zu verlieren. ## Was zum Handwerk gehört Ich bin noch immer etwas geschockt von jener Prophezeiung, dass sich die Glockenkurve namens »menschliche Intelligenz« bald radikal verändern wird. Die Mitte wird herausbrechen, und [es werden sich *zwei Glocken* bilden](https://dushan.org/die-doppelte-glockenkurve/): Die Intelligenz der einen Glocke ist von Smartphones, Propaganda und der Jagd nach Dopamin zerstört. Die Intelligenz der *anderen* Glocke ist von Allgemeinbildung, Büchern und aktiver Übung in logischem Schließen trainiert, und sie wird vor allem durch die Integration des eigenen Denkens mit unterstützender *künstlicher Intelligenz* zur neuen *hybriden Intelligenz*. Intelligenz wird zum *Handwerk*. Und Meisterschaft in einem Handwerk bedeutet immer auch, sich Gedanken über genau dieses Handwerk zu machen. Ein Schreinermeister etwa versteht sich nicht nur auf den Möbelbau, sondern vermag auch über die *Kunst der Schreinerei* zu reden. Ein echter Bestatter ist nicht bloß geschickt darin, Körper für ihr Ende durch Flammen oder Würmer vorzubereiten; ein Bestattermeister verfügt auch regelmäßig über weise Einsichten übers Bestattetwerden allgemein. Ebenso sollten Intelligenz-Handwerker angeben können, was sie unter *Intelligenz* verstehen, *was alles dazugehört* – und was *nicht* dazugehört! ## Noch viel zu wenig Wir sagten, dass Intelligenz auch (und wesentlich) bedeutet, Zusammenhänge zu sehen – und sie sehen zu *können* –, und dann korrekte Schlussfolgerungen zu ziehen. Ich will mir aber immer wieder bewusst machen, dass es, um Zusammenhänge zuverlässig erkennen zu können, zwingend die Fähigkeit *und Demut* braucht, ehrlich zu erkennen, wo *keine* plausiblen Zusammenhänge bestehen, wo *die Story nicht stimmt*. Oder, um der spekulativen Natur mancher dieser Entdeckungen gerecht(er) zu werden: Ich will mich darin üben, ehrlich und präzise auf mein »logisches Bauchgefühl« zu hören und ganz besonders darauf, wo der Wunsch nach einer Erklärung mich verleitet haben könnte, eine bestimmte Erklärung für wahr zu halten, wenn tatsächlich *keine* der logischen und sichtbaren Möglichkeiten einen auch nur potenziell *endgültigen* Sinn ergibt. »Prüfe alles, glaube wenig, denke selbst«, so gebe ich mir — und damit meiner geschätzten Leserschaft – als *Mantra* vor. Und das Ergebnis dieses prüfenden Vorgangs sollte bisweilen eben lauten, dass ich von Sokrates inspiriert feststelle: Ich weiß, dass ich in dieser Angelegenheit *wenig* weiß – und dass mit den aktuell vorliegenden Informationen *wenig* zu wissen ist. Ich will mich aber nicht grämen: Ich weiß doch auch, dass nur derjenige *dazulernen* kann, der sich dessen bewusst ist, dass er noch *viel zu wenig* weiß. - [Nicht ablenken lassen](https://dushan.org/essays/nicht-ablenken-lassen/) In Las Vegas tötet sich ein Mann in einem Cybertruck vor einem Trump-Hotel. In New Orleans rast wieder einmal ein ISIS-Fan in eine Menschenmenge, tötet 15. Was macht es mit uns, täglich diesen Horror zu hören? Auch während ich *dieses* Kapitel schreibe, geschehen Dinge in der Welt, von denen es sehr verständlich wäre, wenn sie unsere Aufmerksamkeit *ganz* auf sich zögen. Zum Beispiel in den USA: Vor einem Hotel in Las Vegas explodiert ein Sprengsatz in einem Auto. Das Hotel trägt den Namen *Trump* und das Auto ist ein *Tesla Cybertruck*. Der einzige Tote ist der Fahrer im Auto, und es stellt sich später heraus, dass dieser eine Kopfschusswunde hatte ([tagesschau.de, 03.01.2025](https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/tesla-explosion-100.html)) – merkwürdig! In New Orleans fährt ein Mann in die feiernde Menge und tötet 15 Menschen ([nypost.com, 01.01.2025](https://nypost.com/2025/01/01/us-news/attack-on-bourbon-street-in-new-orleans-live-updates-photos/?utm_medium=social&utm_source=twitter&utm_campaign=nypost)). Spannend ist aber, dass beide Täter ehemalige US-Soldaten sind und wohl auch auf der Basis *Fort Bragg* in *North Carolina* stationiert waren. Man hört bald wilde Verschwörungstheorien: Waren beide Soldaten, wie die Roman- und Filmfigur *Jason Bourne*, tatsächlich *gehirngewaschene Killer*? Ist es ein *False Flag*, um die USA in Unruhen zu stürzen und Donald Trumps bevorstehenden Amtsantritt zu verhindern? Ach, bei näherem Hinsehen stellen wir fest, dass vermutlich alles nicht ganz so *ungewöhnlich* ist. ## Dramatisch, nicht neu Der Täter von Las Vegas hieß *Matthew Livelsberger*; seine Frau hatte sich kurz zuvor von ihm getrennt, nachdem sie ihm vorgeworfen hatte, fremdgegangen zu sein ([nypost.com, 03.01.2025](https://nypost.com/2025/01/02/us-news/cybertruck-bomber-matthew-livelsbergers-wife-broke-up-with-him-days-before-explosion-outside-trump-hotel-in-las-vegas-sources/)). Die beiden hatten ein Baby, und der nun tote Vater Matthew war weder Trump noch Musk abgeneigt. Die küchenpsychologische These erscheint mir auch die im Augenblick wahrscheinlichste: Das Herz dieses Mannes war zerbrochen (dass er womöglich Mitschuld an der Trennung trug, widerspricht dem nicht). Nachdem ihm das, was er am meisten liebte, abhandengekommen war, sah er keinen Grund mehr zu leben. Also beschloss er, zu sterben. Er wollte in der Umgebung der anderen beiden Dinge, die er liebte, sterben. In seinem Cybertruck und ja, in Nähe eines Trump-Symbols. Er war Soldat und ehemaliger Drohnenpilot, also wohl technisch versiert. Wenn er einen Mini-Sprengsatz in dem bekanntermaßen als »Straßenpanzer« ausgelegten *Cybertruck* zündete, wird er gewusst haben, dass die Explosion außerhalb des Fahrzeugs nur eine geringe Wirkung entfalten würde. Sein Sprengsatz war so knapp berechnet, dass er sich »zur Sicherheit« vorab selbst in den Kopf schoss. Das alles ist schrecklich und dramatisch, aber in der grundsätzlichen Motivation nicht ganz neu. (Ich fühlte mich an einen Fake-Werbespot für den Volkswagen Polo aus dem Jahr 2004 erinnert; und [ich war nicht allein damit](https://x.com/curioXities/status/1874929964975591868). In jenem *nicht* von Volkswagen beauftragten makabren Spaß sprengt sich ein palästinensischer Selbstmordattentäter in einem VW-Polo in die Luft – doch die Explosion bleibt *im* Auto, das nur einen kleinen Hüpfer macht. Im Fall des Selbstmörders von Las Vegas folgt, zwanzig Jahre später, wieder einmal die Realität der Kunst.) ## Als hätte er es erwartet Der Täter von New Orleans aber, der in eine Menschenmenge fuhr, war wohl tatsächlich *gehirngewaschen*, aber nicht von [MKULTRA](https://de.wikipedia.org/wiki/MKULTRA). Der Täter hieß *Shamsud-Din Jabbar*. Er bekannte sich zur ISIS und schwenkte ihre Flagge. Bei ihm daheim fand man eine Bombenbau-Werkstatt. Als hätte er erwartet, dass das FBI sein Zuhause durchsuchen wird, fand man laut aktuellen Meldungen bei ihm daheim einen demonstrativ aufgeschlagenen Koran, und eine Passage ist lesbar, die übersetzt etwa besagt: »Sie kämpfen für Allahs Sache, töten und werden getötet …« ([nypost.com, 02.01.2025](https://nypost.com/2025/01/02/us-news/new-orleans-isis-terrorist-shamsud-din-jabbar-had-bomb-making-station-and-quran-open-to-chilling-passage-new-photos-reveal/)) (Nur Stunden nach dem Anschlag in New Orleans marschieren gewisse Individuen durch New York und fordern die Intifada; so [nypost.com, 02.01.2025](https://nypost.com/2025/01/01/us-news/anti-israel-protestors-take-over-times-square-call-for-intifada-revolution/?utm_campaign=nypost&utm_medium=social&utm_source=twitter).) Auch im Fall des ISIS-motivierten Mörders von New Orleans lässt sich ähnlich sagen: Das alles ist schrecklich und dramatisch, aber in der konkreten Motivation nicht ganz neu. ## Während alle um dich herum durchdrehen Der wahre Charakter von Kapitän und Matrose offenbart sich bekanntlich nicht bei ruhiger See oder gar im Hafen (wobei sich beim Landgang im Hafen natürlich ein *anderer* wahrer Charakter zeigen kann). Der wahre Charakter eines Seemanns wird bei Sturm und hohen Wellen offenbar. Wie es in [»If–« von Rudyard Kipling](https://dushan.org/eine-falle-fuer-idioten/) heißt: »Wenn du einen kühlen Kopf bewahren kannst, während alle um dich herum durchdrehen …« Bei aufwühlenden Meldungen, bei explosiven und mörderischen Ereignissen, gerade bei diesen Erschütterungen will ich mich darin üben, nicht mein Gehirn abzuschalten – weder um *jeden* Mist zu glauben, noch um *nichts wahrzunehmen*. Die *intelligente* Deutung dieser beiden Ereignisse in den USA ist auf den ersten Blick »langweilig« … doch wenn man eine Sekunde nachdenkt, wenn man etwa an Kriegs- und Krisengebiete denkt, wird der *wahre Schrecken* deutlich: Weit schrecklicher als schockierende, überraschende Anschläge sind Anschläge, die *nicht mehr* schockierend und überraschend sind. ## Was und worüber Ja, diese Ereignisse ziehen meine Aufmerksamkeit auf und an sich. Auch das gehört also zur modernen Überlebenskunst: Nachdem ich die dramatischen Ereignisse des Tages gesehen habe, will ich meine Aufmerksamkeit wieder zurückhaben, will *selbst* bestimmen, worauf ich meine Gedanken lenke. – Was war das noch mal? *Worüber* wollte ich nachdenken? *Worum* mich bemühen? Es ging um *Intelligenz*, glaube ich, doch ich bin nicht sicher. Ich fürchte, diese ganze Aufregung macht den Menschen *dumm*. Es wirkt fast so, als *wollte* man uns mit dauernder Aufregung und Schrecken und Angst *dumm* halten – hoppla, da habe ich doch glatt etwas Verschwörungstheoretisches gedacht! Ich will mehr *Intelligentes* darüber denken – sobald es wieder gelingt, die Gedanken auf *intelligente* Art zu sammeln. Das ist ja das Vertrackte an der Intelligenz: Wie die Zange, zu deren Herstellung [es eine Zange braucht](https://www.sefaria.org/Pirkei_Avot.5.6?lang=bi), und wie die Weisheit, nach der zu streben es Weisheit braucht, so braucht es Intelligenz – und Ruhe! –, um sich mehr von ebendieser Intelligenz zu *erarbeiten*. - [Intelligenz ist Arbeit ](https://dushan.org/essays/intelligenz-ist-arbeit/) Intelligenz braucht sowohl angeborene als auch erlernte Fähigkeiten, dazu jahrelange tägliche Übung. Autoritäten aber, die via TV oder Online-Video die Wahrheit des Tages verkünden, sind kein Ersatz für Intelligenz – eher das Gegenteil! Als *Intelligenz* bezeichnen wir die Fähigkeit, die innere Logik einer Angelegenheit zu erkennen, die äußeren Zusammenhänge und Bedeutungen zu berücksichtigen und dann richtige Schlüsse daraus zu ziehen. Schon aus dieser simplen, alltagstauglichen Definition von *Intelligenz* erkennen wir, dass ähnlich wie eine Sportart oder eine Kunstform auch *Intelligenz* ein Zusammenspiel von angeborenen und antrainierten Fähigkeiten ist. ## Keine Spiele, und Schule hilft nicht Über Jahrtausende übten Kleinkinder ihre grundlegende Intelligenz mit Handlungen, die sie für *Spiele* hielten. Das ist heute anders. Heute wird die angeborene Intelligenz schon ab dem Säuglingsalter verödet. Millionen Mütter stellen ihre Kinder mit elektronischen Geräten und hypnotisierenden Online-Videos ruhig, damit sie nicht Aufmerksamkeit einfordern und also stören. Dadurch werden diese Kinder zurechtgestutzt für ihre Zukunft in der [*linken Glockenkurve*](https://dushan.org/die-doppelte-glockenkurve/). In den wenigen Stunden, in denen Kinder sich in schulischer Obhut befinden, können Lehrer nicht den Gehirnschaden reparieren, den die digitale Verwahrlosung angerichtet hat. Es ist nicht möglich (und die Schule wäre dafür gar nicht ausgelegt, selbst wenn sie nicht heute die zusätzliche Aufgabe hätte, noch eine Zeit lang die unmittelbaren Folgen suizidaler Migrationspolitik abzufedern). Die Schule soll die natürliche Begabung zur Intelligenz ausbauen und vertiefen, das Angeborene durch Erlerntes vertiefen und erweitern – nicht das Verödete neu implantieren. ## Was Hänschen lernte, kann Hans verlernen Doch auch Erwachsene, denen nicht schon als Kind die Intelligenz verödet wurde, können durch Faulheit und Trainingsmangel *dumm* werden. Denken tut weh, so wie Sport den Muskeln wehtut. Aber auch die Enthaltsamkeit gegenüber Snacks und Süßigkeiten kann sich wie Schmerzen anfühlen. Menschen wollen sich am *Ergebnis* solcher Schmerzen erfreuen, ohne die Schmerzen selbst zu durchleiden. Im Fall des Sports versuchen sie es mit Diätpillen und Fettabsaugung, oder schlicht durch aggressive Lügen in eigener Sache. Das *Ergebnis* des schmerzhaften Denkens zu erreichen, ohne die *Denkschmerzen* durchleiden zu müssen, erreichen Menschen heute durch das Anhören von Charismatikern, von denen sie sich via TV oder Online-Video die Wahrheit und Moral des Tages verkünden lassen. Fragt man sogenannte *Linke* und also selbst bezeichnete *Gute *nach ihrer Meinung zu aktuellen Angelegenheiten, wiederholen sie verbatim die Propagandameldungen des Vortags. Fragt man sie nach Quellen und Begründungen, nennen sie zuverlässig jene prominenten Namen, die wir als die [reich mit Preisen behängten Journalisten des Staatsfunks](https://dushan.org/journalismus-mit-haltung/) kennen. Ähnlich wie der Atheist Voltaire der Legende nach die Bibel griffbereit hatte, lese ich regelmäßig bei Internet-Foren wie [»Ich bin 40 und Schwurbler«](http://reddit.com/r/ichbin40undschwurbler) mit. Schon die Namen solcher Foren lassen ahnen, dass die Teilnehmer dort sich vor allem darüber definieren, auf aggressive, vulgäre und für sie »lustige« Art jedes abweichende Denken (»Schwurbeln«) und die Perspektive von Menschen mit statistisch hoher Verantwortung (»Ich bin 40«) abzulehnen. Immer wieder stößt man in diesen Foren auf die gegenseitige Versicherung, dass die Autoritäten im Staatsfunk und besonders die Politiker der Grünen (also einer stramm autoritären Partei), einzig als wahr und gut anzusehen seien. Doch vertun wir uns nicht: Auch im Gespräch mit *Rechten*, also angeblich *Bösen*, wird es vorkommen, dass diese ihre Meinung und Weltdeutung vor allem *von Autoritäten via Bewegtbild* gewinnen, sprich: billig gemachten Online-Videos, in denen jemand mit Autoritäts-Gestus die Welt erklärt, aber eben *rechts*. Ich fragte letztens einen *Rechten*, mit dem ich in einer Detailfrage nicht übereinstimmte, nach dem Grund für seine Gewissheit, nach seinen *Quellen*. Er zeigte mir Online-Videos. Ich schaute die Videos an und stellte fest, dass darin viel Behauptung und wenig Beleg vorkam. Ich fragte meinen Gesprächspartner nach schriftlichen, überprüfbaren Belegen. Er suchte bei Google und zeigte mir Websites, auf denen auch Heilsteine und anderer esoterischer Klimbim beworben wurden – und deren geschriebener Inhalt ganz offensichtlich Unfug enthielt. Ich bat diesen Menschen also, mir doch mal selbst eine bestimmte Passage vorzulesen, damit wir gemeinsam die Stichhaltigkeit prüfen können. Der Mensch begann zu lesen … und da lief es mir kalt den Rücken herunter. Dieser Mensch, den ich von früher kannte, hatte nach Jahren des Konsums von Online-Videos schlicht das Lesen verlernt. Seine Logik war zerschossen, seine Quellen waren nicht »Quellen« zu nennen, er konnte nicht mehr flüssig lesen und hatte es offenbar auch seit Jahren nicht mehr geübt – aber eine *Meinung* hatte er – oh ja! – und dazu eine Gewissheit der »wahren« Fakten – und wie! ## Wer sucht, sollte Übung im Finden haben Als *Intelligenz* bezeichneten wir hier die Fähigkeit, die innere Logik einer Angelegenheit zu erkennen, die äußeren Zusammenhänge und Bedeutungen zu berücksichtigen und dann richtige Schlüsse daraus zu ziehen. Die faktischen und kausalen Zusammenhänge einer Angelegenheit zu erkennen, muss *geübt* werden und setzt einen Grundstock unmittelbar verfügbaren Wissens voraus. Um die innere Logik einer bis dahin unbekannten Angelegenheit zu verstehen, hilft es ungemein, die innere Logik *anderer*, ähnlicher Angelegenheiten studiert und durchdrungen zu haben. Es braucht natürlich *Intelligenz*, um die Lösung für ein bis dahin ungelöstes mathematisches Rätsel zu finden. Doch ist es nicht erstaunlich, dass alle spektakulären mathematischen Beweise von Leuten gefunden wurden, die zuvor jahrelang *andere* mathematische Beweise studiert und nachvollzogen hatten? Du wirst die innere Logik einer Sache nur dann verstehen, wenn du die innere Logik anderer, ähnlicher Angelegenheiten studiert hast. Und dies ist nicht dadurch ersetzbar, dir von Autoritäten eine »Wahrheit« verkünden zu lassen. ## Im Zusammenhang Die äußeren Zusammenhänge einer Angelegenheit lassen sich heute leicht durch eine Internetsuche erfahren. Zu politisch relevanten Themen ist die Wikipedia nutzlos bis schädlich, doch bei »neutralen«, also etwa naturwissenschaftlichen und technischen Themen, aber auch mit historischen Fakten kann sie helfen, schnell die größeren Zusammenhänge zu sehen, sprich: *intelligenter* zu sein. Alle Internetsucherei hilft jedoch nicht, wenn man nicht intuitiv und spontan *spürt*, dass es ratsam wäre, zu einer vorliegenden Angelegenheit den Kontext zu suchen. Mir selbst passiert es oft genug, dass ich »mich zu erinnern meine«, dass »da etwas war«. Und dann stelle ich tatsächlich der Künstlichen Intelligenz eine Frage, die mit »ich meine mich zu erinnern beginnt«, und die KI errät dann – erschreckend oft richtig –, wonach ich in meinem eigenen Kopf suche. Ich fragte die KI einmal: »Ich meine mich an ein Zitat zu erinnern, nach dem Ersten Weltkrieg, dass es so einen Krieg nie wieder geben könne.«, und die KI antwortete sofort korrekt: Douglas Haig, »the war to end all wars«. Die entsprechende Erkenntnis verwendete ich im Essay [»Zweites Mittelalter« vom 16.11.2023](https://dushan.org/zweites-mittelalter/). ## Schlüssig muss es sein Ich hatte zu Protokoll gegeben, dass ich [den Glauben an die Menschheit verloren habe](https://dushan.org/die-menschheit/). Ein Anlass und Grund hierfür ist die immer wieder erlebte Unfähigkeit – oder der nervöse bis panische *Unwille* – erschreckend vieler Mitmenschen, logisch und richtig zu schließen. Ein geradezu *klassisches* Beispiel für den Unwillen zum logischen Schließen erleben wir in der sogenannten *Migrationsdebatte* (die tatsächlich keine *Debatte* ist, sondern ein *Diktat* von oben mit Dämonisierung und Vernichtung von Andersdenkenden). Zwei zentrale Prämissen dieser »Debatte« sind: - Nach Meinung der »Guten« hat jeder Mensch weltweit, der in extremer Armut lebt (aber eigentlich jeder, der es sich wünscht), ein moralisches Recht darauf, in Deutschland zu leben und volle Sozialleistung zu erhalten. Es wäre *unmoralisch* (und politisch brisant), eine Obergrenze festzulegen, wie viele Menschen nach Deutschland kommen dürfen. - Etwas über eine Milliarden Menschen weltweit leben in extremer Armut. Die Hälfte davon sind Kinder. Die eine mögliche logisch-pragmatische Schlussfolgerung ist also: Eine Milliarde armer (und dazu ungebildeter und sehr fremd sozialisierter) Menschen kommt nach Deutschland und wird von 42,5 Millionen Einkommensteuerzahlern versorgt. Das heißt: 1 deutscher Einkommensteuerzahler soll knapp 24 Fremde versorgen – und zwar zu den Tarifen, die Wohlfahrtsverbände und die Bauherren der neuen Wohnungen verlangen. Das klingt natürlich irre, doch es ist die *logische* Folgerung aus einer *irren* moralischen Prämisse. (In der Praxis findet man *andere* Lösungen, um den Kollaps ein klein wenig zurückzuhalten, etwa die Zurückweisung an den Grenzen durch »bezahlte Bösewichte« wie [Erdoğan](https://dushan.org/merkels-party/) und Orbán. Und um sein Gesicht zu wahren, beschimpft man sie öffentlich dafür, dass sie tun, was sie tun *sollen* und *müssen*.) ## Zum Charakter dann Wer nur nachplappert, was Autoritäten in TV und Online-Videos sagten, ob er nun im Ergebnis *links-*, *rechts-* oder *neutral-verwirrt* ist, der kann tatsächlich im Einzelfall noch so richtigliegen, sein Vorgehen ist nicht *intelligent* (und folglich wird er in der nächsten Sache womöglich komplett danebenliegen). Es ist natürlich komfortabel, Gehörtes nachzuplappern und dazu seine Instinkte (oder Neurosen …) als »meine Meinung, auf die ich ein Recht habe« für quasi-heilig zu erklären. Intelligenz aber bedeutet *Arbeit*. Intelligenz bedeutet auch *emotionale* Arbeit, nämlich den Mut aufzubringen, sich *selbst* zu prüfen und zu *korrigieren*. Intelligenz erfordert echtes *Wissen*, um zumindest zu *ahnen*, wo Zusammenhänge zu finden sind. Und Intelligenz erfordert die Ehrlichkeit, logische Schlüsse auch dann zu ziehen, wenn das Ergebnis erschreckend ist. Der *Charakter* eines Menschen aber erweist sich an der Frage, ob der Mensch auch wirklich gemäß seiner intelligenten Einsicht *handelt*. - [Die Zweiteilung der Glocke](https://dushan.org/essays/die-doppelte-glockenkurve/) Die Selbstzerstörung Deutschlands ist nicht »nur« ein von höheren und/oder äußeren Mächten gesteuerter Vorgang. Es braucht dazu auch Millionen gehirngewaschene Tagesschau-Gucker, welche die totale Zerstörung zulassen. – Welche Zukunft hat das alles? Wenn man sagt, dass ein Land wie Deutschland zum Beispiel *sich selbst zerstört*, dann tut man sprachlich so, als wäre ein Land *eine Entität*, die selbstständige Handlungen beschließen und unternehmen kann. Doch natürlich sind es *Individuen*, welche *die Zerstörung* beschließen – oder: *die Transformation* –, und dann wieder andere Individuen, die sie durchführen, und wieder andere Individuen, welche die Zerstörung durch Propaganda verteidigen – und moralisch ist eine jede davon für ihre Taten selbst verantwortlich. Die Zeit wird kommen, da wird *künstliche Intelligenz* den hochwürdigen Politikern – und den Konzernen *hinter* den Politikern – erst bei ihren Entscheidungen *helfen*, und diese dann womöglich schrittweise *übernehmen*. Doch es werden *Individuen*, *Menschen* gewesen sein, die den Maschinen den Auftrag und die Erlaubnis gaben. Damit aber die Zerstörung, die wir sehen, überhaupt möglich ist, braucht es eine *Masse*, braucht es *Millionen von Menschen*, die die Zerstörung ihres eigenen Landes *zulassen*. Im *negativen Idealfall* wird die Masse die Zerstörung ihres Fundaments nicht nur *zulassen*, sondern von der Propaganda derart aufgepeitscht, dass sie die totale Zerstörung *begrüßt* oder sogar *fordert*. Diese *Masse* aber besteht wieder aus *Individuen*. Im direkten Gespräch mit diesen »Individuen« könnte man bisweilen den Eindruck gewinnen, es mit [»non player characters«](https://dushan.org/non-player-character/) zu tun zu haben, also primitiven Robotern, die einprogrammierte Standard-Phrasen aufsagen. Doch rechtlich und wohl auch moralisch sind es noch immer *Menschen*, *Individuen*, die Verantwortung für ihre Handlungen tragen, so roboterhaft diese auch sein mögen. Dies aber war bis eben der Auslöser für meine ärgste Verzweiflung und Hilflosigkeit: Das Schicksal der Denkenden und Gewissenbenutzer wird mit in den Abgrund gerissen von einer nichtdenkenden, propagandagesteuerten Masse. Wie kann man sich da denn nicht *hilflos* fühlen? Der Glaube an die Kraft des besseren Arguments, an die zwingende Qualität des logischen Schlusses, ans kollektive Überlebenwollen als ethischem Konsens und unverhandelbarer Debattenprämisse – naive Knabenblütenträume des Philosophen in der Elfenbeinhütte. Diese *Träume* waren bis eben noch der ärgste Grund für meine Hilflosigkeit, meine Verzweiflung, der Grund, [warum ich den Glauben an die Menschheit verlor](https://dushan.org/die-menschheit/). Dann stieß ich auf eine *andere* Vorhersage, und meine Hilflosigkeit wurde um ein panisches Lachen erweitert. Aus dem verlorenen Glauben an die Menschheit wurden Furcht und Zynismus. Die Intelligenz der Individuen, so die populärste Theorie in dieser Angelegenheit, ist den Menschen anhand einer [»Normalverteilung«](https://de.wikipedia.org/wiki/Normalverteilung) beschert. Im Englischen ist diese auch als [»The Bell Curve«](https://de.wikipedia.org/wiki/The_Bell_Curve) bekannt. Man stelle sich eine x-Achse und eine y-Achse vor. Die horizontale x-Achse steht für einen Intelligenz-Quotient-Wert (IQ), und die vertikale y-Achse steht für die Anzahl der Menschen, die den jeweiligen IQ aufweisen. Die vertikale Achse schneidet die x-Achse beim Durchschnitt, den man allgemein als einen IQ von *100* angibt. Die Kurve, welche die Anzahl der Menschen mit einem bestimmten IQ angibt, beginnt links bei einem sehr niedrigen Wert, kurvt dann schnell hoch, um auf Höhe der Y-Achse – also beim *Durchschnitt* – ihren höchsten Punkt zu erreichen und dann wieder in symmetrischem Schwung abzuflachen. Die so beschriebene Kurve ähnelt optisch dem Umriss einer guten alten Glocke, deshalb nennt man sie im Englischen auch »bell curve«, also: *Glockenkurve*. Die »Glockenkurve« beschreibt, dass der IQ der allermeisten Menschen nah am Durchschnitt liegt. Einige von uns sind klinisch dumm, andere sind genial intelligent, doch die meisten von uns pendeln in der angeblich goldenen Mitte, und so eine »glockenförmige« *Verteilung* nennen wir *normal*. Hierzu aber hörte ich jüngst eine Prophezeiung, die mir das Blut gerinnen ließ – denn die »Normalverteilung« muss keineswegs *normal* bleiben. Künstliche Intelligenz macht Menschen, die sie *richtig* benutzen, intelligenter. Gleichzeitig machen Propaganda, Social Media und der Gebrauch von Smartphones die Menschen belegterweise dümmer, verkürzen drastisch die Aufmerksamkeitsspanne (und damit die Fähigkeit zum komplexen Denken) und lassen sogar nachweislich [die relevanten Gehirnbereiche schrumpfen](https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4855531/). All diese »Millennials«, die hysterisch auf andere Meinungen reagieren, die sich unablässig beleidigt fühlen, die sich von der Propaganda sogar für die absurdesten Anliegen aufpeitschen lassen, an die sie ja selbst nicht glauben und auch nicht glauben *können* (denn Glauben bedeutet Fürwahrhalten, und wessen Wahrheitsempfinden verödet wurde, der kann nicht *fürwahrhalten*, er kann nur *so tun, als ob* … das aber sehr laut) – deren Fähigkeit zur Regulation ihrer Emotion wurde durch ständige Reizüberflutung zerstört, und zwar wohl bereits auf neuronaler, biologischer Ebene. Wenn man diese Entwicklung aber weiterdenkt, bedeutet es schlicht das Ende der Glockenkurve, der IQ-Normalverteilung. Die Mitte der Glockenkurve wird wie herausgeschnitten sein. Wir erleben die Zweiteilung der Glocken. Oder sollten wir *Zellteilung* sagen? Es wären zwei *sehr* ungleiche Zellen. Es wird Menschen geben, deren *effektiver IQ* durch den trainierten Einsatz künstlicher Intelligenz jenseits aktueller IQ-Skalen nach oben explodieren wird, während eine reagierende, propagandagesteuerte Masse nicht über den nächsten Videoclip hinausdenken können wird. (Ich beobachte heute etwa gewisse »linke« Gesprächskreise etwa auf Reddit, und da gilt *selbst zu denken* nicht nur im Scherz als *rechtsextrem*, was schlicht »böse« und »grundsätzlich abzulehnen« bedeutet.) Die Normalverteilung der Intelligenz wird kollabieren. Ich hörte für die Zeitspanne verschiedene Angaben, von wenigen Jahren bis hin zu einem halben Jahrtausend, also viele Generationen von heute. Ich lege mich auf keine Zahl fest. Doch einiges deutet darauf hin, dass der Kollaps der Normalverteilung bereits begonnen hat. Es erschiene mir logisch, dass die heute lebenden Menschen zu den letzten Generationen gehören, in denen sich Individuen *vielleicht* noch aktiv selbst entscheiden können, in welchem der zwei neuen IQ-Blöcke sie sich wiederfinden. Nach aller Lebenserfahrung steht zu vermuten, dass auch wer sich um seine Ansiedlung im »oberen« IQ-Block bemüht und fleißig ist, aus verschiedenen Gründen dennoch »unten« ankommen wird. Wer Stunden pro Tag durch Social Media scrollt, wer in Momenten der Langeweile ganz selbstverständlich nach dem Smartphone greift, wer in der letzten Woche mehr Zeit mit Online-Videos als mit Büchern verbrachte, der hat sich bereits handelnd entschieden, welcher der beiden *neuen* IQ-Gruppen er angehören will. Noch haben du und ich *eine Wahl*, noch ist es unsere *eigene* Entscheidung … oder womöglich bereits nicht einmal das. - [Der Beginn des Schwachsinns](https://dushan.org/essays/der-beginn-des-schwachsinns/) Jene Wahrheit wird zwar nur fälschlich Freud zugeschrieben, dass der Verlust des Schamgefühls der Beginn des Schwachsinns ist – aber wahr ist sie doch! Das erklärt vermutlich den Verlust der öffentlichen Scham in Deutschland: Das Land wird wahnsinnig. Du sollst dich schämen, [so schrieb ich](https://dushan.org/du-sollst-dich-schaemen/), und ein Leser wies mich weiterführend auf jenes (ebenfalls [fälschlicherweise](https://www.presseportal.de/pm/133833/4453871)) einem großen Namen, nämlich *Sigmund Freud* zugeschriebene Zitat hin, der Verlust des Schamgefühls sei das erste Anzeichen des Schwachsinns. Ein Leser wies mich allerdings auf die *korrekte* und reale Quelle jener Idee hin, die vermutlich das falsche Zitat inspirierte, und dort sagt Freud unter anderem: »Die Zerstörung der Scham bewirkt eine Enthemmung auf allen anderen Gebieten, eine Brutalität und Missachtung der Persönlichkeit der Mitmenschen.« – Nein, von Schwachsinn spricht er nicht – es wäre wohl nicht sein Stil – aber immerhin von *Enthemmung*. Und von *Zerstörung*. ## Pseudepigrafie und du Das Phänomen, dass kluge Sätze berühmten Menschen zugeschrieben werden, wird fachsprachlich »Pseudepigrafie« genannt. Jemandem ist ein kluger Satz eingefallen, so steht zu vermuten, und er wollte diesen Gedanken verbreitetet wissen, doch dieser Mensch war selbst nicht berühmt und traute dem Satz allein nicht die nötige Durchschlagskraft zu, sprich: Er hielt die Masse für zu abgelenkt et cetera und lag damit vermutlich richtig. Also versah er seinen klugen Satz mit einem fremden Namen, *opferte* gewissermaßen sich oder zumindest seine *Autorschaft* im Dienste der klugen Sache. Mit dem *großen* Namen als Autor appelliert das »Zitat« an die *Autoritätshörigkeit* des Publikums. Ein *großer* Name strahlt über *allem* in ebendiesem Gesagten wie ein Heiligenschein und verleiht selbst banaleren Wahrheiten den Glanz höherer Weisheit. (Deshalb wüten, schäumen und lügen natürlich auch derzeit die Kanaillen des Propagandastaates so, wenn sie erleben müssen, wie der US-Milliardär und Internet-Spaßmacher *Elon Musk* einen Wahlaufruf für die einzige *inhaltliche* Oppositionspartei in Deutschland in der Zeitung *Die Welt* veröffentlicht.) Manche Pseudepigrafien der Geschichte hätte ohne Zweifel auch ohne die falsche Zuschreibung eigenes Gewicht. Ja, an den Namen manches Autors erinnern wir uns heute erst wegen der ihm zugeschriebenen Texte! Den Namen *Hermes Trismegistos* etwa würden wir weit seltener nennen, wäre nicht das pseudepigrafische *Corpus Hermeticum*. Ach, der Pseudepigrafien sind so schmerzhaft viele! »L’état, c'est moi!« – der Staat bin ich – nicht für Ludwig XIV. belegt. »Lasst sie Kuchen essen« – nicht für Marie Antoinette belegt. »Die Toleranz wird ein solches Niveau erreichen, dass intelligenten Menschen das Denken verboten wird, um Idioten nicht zu beleidigen.« – [nicht für Dostojewski oder sonst einen Prominenten belegt](https://falschzitate.blogspot.com/search/label/Dostojewski). »Die meisten mir zugeschriebenen Zitate sind einfach frei erfunden«, so stellte schon Albert Einstein fest, und es stimmt, ebenso übrigens wie das interessante Studienergebnis, dass 69 Prozent der heute kursierenden Statistiken frei erfunden sind. Ob als kritische Denkwillige oder als denkwillige Kritiker: Wir spüren bei diesen nachweislich falsch zugeschriebenen Zitaten regelmäßig den Drang, aufgrund der falsche Zuschreibung auch gleich deren Inhalt abzulehnen – doch das wäre ein Fehler! ## Die Babylonier waren’s Die vermutlich *einzige* mathematische Formel, welche die meisten Schüler aus ihrer Schulzeit mitnehmen, ist der *Satz des Pythagoras* …, [jedoch](https://de.wikipedia.org/wiki/Satz_des_Pythagoras#Geschichte): Eine Formel, die »a2+b2=c2« entspricht, findet sich bereits auf einer babylonischen Keilschrifttafel, und in China war die Formel als »Satz der Gougu« bekannt. Dass also Pythagoras den Satz vermutlich von den Babyloniern kannte, nimmt doch nichts von der mathematischen Wahrheit des Satzes! Ich finde das alles ja geradezu *liebenswert*. 150 Millionen Kilometer von ihrer Sonne entfernt, stetig um diese kreisend, mit den Planeten *Venus* und *Mars* als Nachbarn, im Spiralarm *Orion* einer Galaxie, die sie *Milchstraße* nennen, mit 250 Milliarden Sternen (plusminus 150 Milliarden Sterne, so genau weiß man das nicht), mit Proxima Centauri als dem nächsten Stern, bloß 4 Lichtjahre entfernt, mit der Galaxie *Milchstraße* als Teil einer größeren Galaxiengruppe mit 80 weiteren Galaxien und einem Gesamtdurchmesser von 10 Millionen Lichtjahren, wissend, dass die *Milchstraße* und die Nachbargalaxie *Andromeda* einander anziehen und in 4 Milliarden Jahren *kollidieren* werden, und im vollen Bewusstsein der Dimension, dass ebendiese Galaxiengruppe selbst wiederum Teil eines Galaxienhaufens namens *Laniakea* ist, wobei die Milchstraße eher in dessen äußerem Bereich herumgurkt – dort also, auf dem dritten Planeten von ihrer eigenen Sonne aus, im Orion-Arm ihrer Milchstraßen-Galaxie und auch innerhalb dieser nur in den Außenbezirken, auf einer winzig kleinen Steinmurmel, innen mit heißer Lava gefüllt, außen mit einer hauchdünnen Schicht aus Wasser und Atmosphäre bedeckt, da laufen Menschen herum, erfinden kluge Sätze und schreiben diese klugen Sätze dann ganz anderen Leuten zu, in der Hoffnung, so würden die tumben Mitmenschen hoffentlich auf diese Klugheit hören – und *selbst* endlich klüger werden! Nicht selten aber passiert es, dass die *fälschlich* zugeschriebenen Zitate das *einzige* sind, das der Pöbel von diesen Namen gehört hatte – wenn er *überhaupt* etwas von diesen Namen hörte. Wäre es *Grausamkeit* zu nennen oder eher *unverdiente, *wenngleich* unverschuldete Lorbeeren*, wenn die Weisheit, für die ein Großer am häufigsten *groß* genannt wird, gar nicht von diesem stammt? Ach, sie ist doch eine gar amüsante Angelegenheit und in ihrer Tollpatschigkeit geradezu liebenswürdig, diese niedliche, gernegroße *Menschheit*. ## Geradezu wissenschaftlich Nein, sie stammt wohl nicht wirklich von Freud, jene Erkenntnis, dass der Verlust des Schamgefühls der Beginn des Schwachsinns ist. Doch ein bissiger Geist könnte scherzen wollen, dass sie von seinen Thesen über den Menschen die *treffendste* wäre. Vor allem aber: Unsere Lebenserfahrung bestätigt es als wahr! Ja, man kann es geradezu *wissenschaftlich* nennen. Eine wissenschaftliche These muss *zweierlei* leisten: bestehende Phänomene *erklären* und zukünftige Entwicklungen *vorhersagen*. Das eine möglichst *nachvollziehbar*, das andere möglichst *richtig*. – Genau dies aber leistet ja die These vom Schamverlust als Beginn des Schwachsinns, ob sie nun von Freud, Pythagoras oder Einstein stammt. Hätte man uns gefragt, ob Scham und ihr Fehlen über Steigerungsformen verfügen, hätten wir wohl zugestimmt, wenn wir auch bis zum Zeitpunkt der Fragen vermutlich nie darüber nachgedacht haben. In diesen Tagen aber erleben wir *live und in Farbe* den Aufstieg auf der nach oben offenen Skala der Schamlosigkeit. Zugleich fiele es schwer, die politischen Bestrebungen des Landes *nicht* in Termini schwerer psychologischer Fehlstellungen zu beschreiben. ## Es ergibt *ein* Bild [Wir sprachen davon](https://dushan.org/du-sollst-dich-schaemen/), dass etwa in der Bibel und in der christlichen Mythologie regelmäßig die Schamlosigkeit und die Nacktheit zusammengehen. Im Paradies schämten sich die Menschen *noch* *nicht*, in den Höllenillustrationen des Mittelalters schämen sich die Verdammten *nicht mehr*. In der Bibel steht *Nacktheit infolge von Schamlosigkeit* regelmäßig als Indikator für einen von drei Zuständen: Nacktheit zeugt von göttlicher Verzückung und prophetischer Erregung (1. Samuel 19:23-24, Jesaja 20:2-3), sie zeugt von dämonischer Besessenheit (Lukas 8:27), und recht früh in der Bibel zeugt Nacktheit von Trunkenheit (1. Mose 9:20-23 – als Noah sich nach der Sintflut einmal besoff und nackt in seinem Zelt einschlief). Dies aber ist der Punkt, an welchem unsere Erkenntnisse zur Schamlosigkeit, zu Schwachsinn, zu Nacktheit, zur Trunkenheit und vielleicht sogar zur Rolle des Menschen im Universum ineinandergreifen – es ergibt *ein* Bild. ## Noch nicht der Fall Unsere Tradition kennt *drei* »philosophische« Erklärungen für Schamlosigkeit: totale Unschuld, totale Schuld und Wahnsinn – und ein »praktisches« Szenario für Schamlosigkeit, nämlich jener Trunk, in sprichwörtlich die *Wahrheit* zu finden ist, welche »nüchtern« auszusprechen ja wechselweise von Wahnsinn, von Bosheit oder von grober Naivität zeugen kann. Jenes Pseudo-Freud-Zitat aber beschreibt schlicht eine naheliegende Schlussfolgerung aus tausenden Jahren menschlicher Erkenntnis. Wenn eine Gesellschaft ihre Scham verliert, kann das daran liegen, dass sich paradiesische Zustände eingestellt haben. Außer für gewisse Gewissenlose und eben nur für die, ist es derzeit noch nicht vollständig »paradiesisch« (dass frühere Zustände aus heutiger Perspektive so erscheinen können, ist wieder ein eigenes Thema). Schamlosigkeit könnte auch damit begründet sein, dass das Land bereits zur Hölle wurde, und auch das ist gottlob noch lange nicht *vollständig* der Fall, selbst wenn, [frei nach Shakespeare](https://gutenberg.org/cache/epub/1540/pg1540-images.html#:~:text=%E2%80%9CHell%20is%20empty%2C%0AAnd%20all%20the%20devils%20are%20here.%E2%80%9D), die Hölle leer ist und die Dämonen jetzt allesamt deutsche Presseausweise tragen. Wenn aber sowohl die Hölle als auch der Himmel als *vollständige* Erklärungen der neuen Schamlosigkeit ausfallen, dann bleibt eben nur der *Schwachsinn*. ## Was wird folgen? Der öffentlichen Debatte – die ja in alter Bedeutung längst keine *Debatte* mehr zu nennen ist, geschweige denn *Diskurs* – ist die Scham abhanden gekommen. Der deutsche Verlust der Schamlosigkeit geht, exakt wie die These erklärt und vorhersagt, mit dem längst eingesetzten kollektiven Schwachsinn einher. Was wird als nächstes folgen? Nun, das sagte der *echte *Freud präzise voraus: »Die Zerstörung der Scham bewirkt eine Enthemmung auf allen anderen Gebieten, eine Brutalität und Missachtung der Persönlichkeit der Mitmenschen.« Es wird noch wahnsinnig »spannend« werden auf diesem Planeten, ob wir mit »Planet« nun die *Erde* meinen oder unser charmante Außerirdischen-Station »Deutschland«. Man möchte es beinahe Noah gleichtun und sich jener *vierten* Form von Schamlosigkeit hingeben, in welcher magischerweise Dämonen *und* Wahrheit zu finden sind, der Himmel *währenddessen* und die Hölle *am Morgen danach*. (Nur möge euer Morgen-danach nicht, wie bei Noah, einen Nahostkonflikt viele Jahrtausende später zur Folge haben!) Die Kunst des Lebens besteht heute auch darin, am Wahnsinn unserer Zeit nicht selbst wahnsinnig zu werden. Ich will das nüchtern angehen, aber nicht griesgrämig. Hoffnungslos, aber nicht depressiv. Das Schamgefühl aufrecht erhalten. Nur privat etwas Wahnsinn wagen und zur Motivation in den Badezimmerspiegel deklamieren: »L’étau, c’est moi.« Manchmal vielleicht auch ein Glas Wein, ob nun auf das Ende der Sintflut oder den steigenden Meeresspiegel anstoßend, und dazu natürlich ein Stück Kuchen, so wie Marie Antoinette es empfahl. - [Du sollst dich schämen](https://dushan.org/essays/du-sollst-dich-schaemen/) Journalisten lügen und hetzen, etwa zu Musk und AfD und so weiter, und die Lügerei selbst schockt heute kaum noch. Es schockt die vollständige Schamlosigkeit dieser Funktionäre des Propagandastaates. Kann eine Gesellschaft ganz ohne Scham funktionieren? Ich habe letztens [einen Journalisten etwas sagen hören](https://x.com/dushanwegner/status/1873426560625316172), das war rundheraus gelogen, und mir stockte für eine Sekunde der Atem. Ich musste – wie so [unangenehm häufig dieser Tage](https://dushan.org/unhoeflich/) – an jenes Zitat denken, was bisweilen Alexander Solschenizyn zugeschrieben wird, das aber im Original von Elena Gorokhova stammt: »Sie belügen uns, wir wissen, dass sie lügen, sie wissen, dass wir wissen, dass sie lügen, aber trotzdem lügen sie weiter, und wir tun weiter so, als würden wir ihnen glauben.« Mich schockierte an dieser Journalistenlüge nicht »nur« die Tatsache, dass ein Mensch vermutlich wissentlich und im Dienst des Propagandastaates eine böse Unwahrheit sagte – mich schockierte die *Selbstverständlichkeit* und damit *Schamlosigkeit*. ## Es waren bessere Zeiten Kommt das Schamgefühl den Journalisten solchen Schlages im Laufe ihrer journalistischen Karriere abhanden, oder ist der Mangel an Scham bereits die Einstellungsvoraussetzung? Ich weiß es nicht. Ich weiß aber: Es waren bessere Zeiten, als Menschen sich noch schämten. Es ließe sich auch sagen: Es waren bessere Zeiten, als Menschen sich noch *sicher* waren, was *gut* ist und was *böse*. Es waren bessere Zeiten, als Journalisten noch nicht schamlos logen, als sie noch Gegner und nicht Ausputzer der Politik waren, als sie noch nicht ganz so öffentlich für politisch nützliche Schamlosigkeit [mit Orden behängt](https://dushan.org/journalismus-mit-haltung/) wurden. Es waren auch bessere Zeiten, als öffentliche Schamlosigkeit sexueller Spezialinteressen noch nicht vom Staat gefördert wurde, ganz offensichtlich, *um* das öffentliche Schamgefühl zu *brechen*. Es waren bessere Zeiten, als Schüler sich für ihr Versagen bei Klassenarbeiten schämten und dann umso härter lernten, statt dass Eltern und Schulen daraufhin die Lehrer angingen. Es waren *gesündere* Zeiten, als Menschen sich für ihr Übergewicht schämten, woraufhin sie Sport machten und ihre Portionen begrenzten. Heute wird dir tatsächlich, wenn du einem Dicken zu mehr Bewegung rätst, »fatshaming« vorgeworfen – doch dafür ist die Scham ja da, nämlich eine Besserung zu erzielen! Es waren bessere Zeiten, als bei Schweinereien erwischte Politiker sich noch schamvoll zerknirscht gaben und dann zurücktraten – heute sind selbst die beschämendsten Skandale kein Hindernis für hohe und höchste Ämter. Ich will also nach dem verlorenen Schamgefühl suchen, und ich will hierfür bei Adam und Eva beginnen! ## Und sie waren beide nackt Die Bibel beschreibt den Anfang des Schamgefühls, der sich recht präzise mit einer evolutionären *Logik der Scham* in Einklang bringen lässt, aber solch kalte Logik doch um wichtige Deutungsebenen erweitert. *Bevor* sie sich zu schämen lernten, lebten Adam und Eva im Garten Eden. Sie arbeiteten dort als Taxonomen, »denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte es heißen« (1. Mose 2:19f). Adam und Eva waren beide nackt«, so lernen wir in 1. Mose 2:25, doch sie »schämten sich nicht.« Als Adam und Eva aber die einzige Regel brachen, die ihnen gegeben worden war, nämlich von einem bestimmten Baum *nicht* zu essen, da wurden sie aus dem Paradies verbannt – ab da mussten sie *so wirklich* arbeiten. Nicht mehr bloß nackig herumlaufen und Tierarten klassifizieren, sondern den Acker pflügen, Kinder gebären – und alles im Schweiße ihres Angesichts. ## Wer hat dich Scham gelehrt? Mit dem Sündenfall entdeckten Adam und Eva auch das Schamgefühl. Den beiden wurden »die Augen aufgetan«, und sie stellten fest, dass sie nackt waren. Und sie flochten sich notwürdige Schurze aus den heute sprichwörtlichen *Feigenblättern*. »Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?«, so fragt Gott den Menschen. Wir könnten auch formulieren: »Wer hat dich Scham gelehrt?« Spottet der himmlische Vater über seine eigenen Geschöpfe? Lacht er über deren Leiden und Versagen an Umständen, die er doch selbst schuf? Nein, das wäre ja grausam. Gott scheint hier vielmehr auf Gesetzmäßigkeiten hinzudeuten, denen die Geschöpfe genauso wie *er selbst* unterworfen sind. Selbst wenn man wie ich ein Atheist ist, aber – anders als ich – nicht aus der Atheisten starrer Begriffswelt höherer Erkenntnis halber auch mal entfliehen kann oder will, so dürfte man »Gott« hier etwa mit »die Gesamtrealität einschließlich ihrer immanenten Regeln« definieren. Und dann könnte man sagen: Die Realität besteht aus ihren Regeln, und also ist die Realität ihren Regeln unterworfen, und das macht sie nicht *weniger*, sondern unendlich mehr *real* (elevatum: »göttlich«). ## Nicht wie Steine oder Engel Die Nacktheit Adams und Evas steht für den vollständigen Einklang des Menschen mit *Gott* – oder: mit den *Regeln der Realität*. Am Augenblick aber, da er gegen die Regeln verstößt, steht dieselbe Nacktheit plötzlich für das *Gegenteil*, nämlich die Trennung und den Verstoß – in der Bibel dargestellt als Vertreibung aus dem Paradies. Der Mensch ist befähigt, gegen Gottes Regeln – oder: die Regeln der Realität – zu verstoßen. Diese Fähigkeit ist Teil seines freien Willens. Der freie Wille unterscheidet den Menschen von den Steinen, die den Berg hinabkullern, wie auch von den Engeln. Doch der Mensch wäre ohne Chance, *die Regeln* allein Kraft seines Geistes zu erkennen und dann Kraft desselben Geistes auch noch in seinem Handeln umzusetzen. Auch wenn der Mensch sich von Gott / den Regeln der Realität trennte, wenn er sich von der göttlichen Nabelschnur losrisse, so bliebe doch ein blutender Bauchnabel, der ihn erinnern soll – und dieser ist das *Schamgefühl.* Im Deutschen kennen wir die Redeweise: »Wer nicht hören will, muss fühlen.« Diese Redeweise beschreibt den Zweck des *Schamgefühls*: Der Mensch im Stamm, der gerade nicht über die Muße zur intellektuellen Einsicht in die Regeln der Gruppe verfügt, soll die Missachtung der Regeln *fühlen*, soll sich für Übertritte *schämen* und soll zum Wohl des Stamms und damit der gemeinsamen DNA handeln, schon um das *Schamgefühl* zu vermeiden. ## An dem Tage Der Baum, von welchem Adam und Eva *nicht* essen durften, hieß der *Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen*, so 1. Mose 2:17. Wenn sie aber *doch* von diesem Baum essen würden, so warnte Gott sie, würden sie danach der Sterblichkeit des Menschen unterworfen werden. Es war aber die *Schlange*, die Adam und Eva zusätzlich auf die Implikation des Namens dieses Baums hinwies: »Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: An dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.« (1. Mose 3:4-5) Die Schlange log auf gleich doppelte Weise *nicht*. Die Sterblichkeit der Menschen war zwar besiegelt, als sie vom Baum der Erkenntnis aßen, doch *nicht sofort* – *zunächst* wurden dem Menschen *die Augen aufgetan*. Der Mensch wusste von da an, was *gut* ist und was *böse* … und er *schämte* sich seiner Nacktheit, und seine Nacktheit vor Gott war eine seelische Nacktheit, ein *Ausgeliefertsein*. Indem er gegen *eine* Regel verstieß, war er von da an für *alle* Regelverstöße verantwortlich. Die Scham von Adam und Eva war eine stellvertretende Scham für alle *folgenden* Verstöße der Menschen – und ihre Feigenblätter auch für alle unsere »Feigenblätter«, hinter denen wir unsere Vergehen verstecken möchten. ## Wo es kein Gut und Böse gibt Im Buch [»Relevante Strukturen«](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) beschreibe ich die Abhängigkeit unserer ethischen Begriffe von der unterschiedlich empfundenen Relevanz von Strukturen, in die wir eingebunden sind (wie *Familie*, *Stamm* oder *Ideologie*). Der ideale Zustand aber, den man schon mal mit *Glück* beschreibt, ist erreicht, wenn diese Strukturen wie *konzentrische Kreise* angeordnet sind. In einem wirklich paradiesischen Zustand, in einem Zustand echter Ordnung und vollkommenen Glücks, da existiert schlicht keine Notwendigkeit für ethische Begriffe wie *Gut* und *Böse*. Im Paradies existiert kein Böses, und damit keine Scham. (Es ist kein Zufall, dass zwei Liebende in ihren glücklichsten Momenten keine Scham voreinander empfinden, weder körperlich noch seelisch.) Doch das Paradies ist nicht der einzige *Ort ohne Schamgefühl* – der andere schamlose Ort ist *die Hölle*. Es hat seinen Grund und es ist auf metaphorische Weise richtig, dass die Symbolgemälde alter Meister die Insassen der Hölle *nackt* malten. Das Schamgefühl ist die Warnung unserer Seele, dass wir uns gerade auf gefährliche Art außerhalb höherer Regeln und Gesetzmäßigkeiten bewegen. Etwas tief in uns will doch zurückkehren, und wir sind [*zerrissen*](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/). Im Paradies wie auch in der Hölle aber, da kennen die Menschen kein Schamgefühl, weil an beiden Orten nicht um Gut und Böse gerungen wird. Ohne Scham sind nur das Paradies und die Hölle; alles dazwischen braucht ein Schamgefühl. Genau so aber erklärt es sich, dass sich heute derselbe Zustand für die einen Menschen wie der Vorhof zur Hölle anfühlt, während andere sich mit geradezu paradiesischem Wohlgefühl der großen Schamlosigkeit suhlen. Was Journalisten, Politikern und Lügnern wie das Paradies vorkommen mag, das kann einem, den die Lüge schmerzt, der sein Volk liebt und der seinen Kindern echtes Glück wünscht, geradezu *höllische* Schmerzen bereiten. ## Bin ich die Ausnahme Man kann einem Menschen die Augen ausstechen, dann ist er blind. Eine Explosion kann dem Menschen das Trommelfell und die Gehörknöchelchen zerstören, dann ist er taub. Ähnlich kann einem Menschen alles Mitgefühl verloren gehen, dann ist er ein Psychopath. Oder alle Moral, dann ist er ein Soziopath. Manche dieser Behinderungen verschließen den Betroffenen bestimmte Berufswege, für andere Berufswege scheinen bestimmte Behinderungen zwingende Voraussetzung zu sein. Ähnlich also, wie Menschen ohne Gewissen oder ohne eine natürliche Liebe zur Wahrheit »leben« können, so wurde und wird in bestimmten »modernen« westlichen Ländern der Gesellschaft und damit den Bürgern (oder: *Untertanen*) das *Schamgefühl* abtrainiert. Wenn ich wieder einmal einen Journalisten sehe, der ohne Scham lügt, dann bin ich wohl eine *Ausnahme* darin, dass ich mich *fremdschäme*, dass ich Scham empfinde, wo der Mensch, dessen Name auf dem Presseausweis steht, sie empfinden *sollte*. ## Paradies oder Hölle Die Scham lässt den Menschen *fühlen*, dass, selbst wenn er gegen höhere Regeln und ewige Ethik verstößt, diese Regeln eben doch noch für ihn gelten. Wessen Schamgefühl noch nicht ganz verödet ist, der *versucht* zumindest, sich »keine Blöße zu geben«, der verheimlicht sein Vergehen »verschämt«, und das Schamgefühl soll ihn dazu anleiten, es beim nächsten Mal besser zu tun. Wo Schamgefühl herrscht, da *besteht noch Hoffnung*, dass es besser wird. Wo aber *kein* Schamgefühl herrscht, da ist entweder bereits das Paradies eingetreten oder schon die Hölle in Sichtweite. Ich bemühe mich redlich, doch ich vermag in lügenden Journalisten wenig paradiesisch Engelhaftes zu entdecken. So mancher politiknahe und also reich mit Preisen behangene Journalist gleicht weniger einem *himmlischen Engel* als vielmehr einem *Dämon*, einem *Vorboten der Hölle* – und als solcher ist er dann entsprechend *schamlos*. - [Etwas wird nachgeben müssen](https://dushan.org/essays/denkschmerzen-kap-1/) Zu Weihnachten treffen sich traditionell Menschen, die angeblich irgendwie verwandt sind, aber bisweilen sehr unterschiedlich ticken. – Brutaler Fakt, der das ganze Jahr gilt: Das Gefasel mancher Menschen kann schmerzhafter sein als Einsamkeit. Was tun? Mit *Gentests* stellt man fest, ob zwei Menschen *genetisch verwandt* sind. Ob der eine vom anderen abstammt. Ob sie gemeinsame Vorfahren haben. Ob man womöglich eine geerbte Krankheit in sich trägt. Oder, [so las ich jüngst](https://www.bild.de/regional/hessen/massen-gentest-bei-darmstadt-polizei-sucht-moerder-von-joggerin-676a843d51377971417887a6), man testet die DNA von eintausend Männern, ob sie nicht vielleicht der DNA gleicht, die man am Tatort eines Mordes vorfand. Manche unserer stets rätselhaften Mitmenschen drängt es danach, diese Dinge ganz genau zu wissen, und die lassen dann solche Tests machen – hoffentlich mit Zustimmung der Getesteten. Befruchtete Eizellen, die ihre Gesundheit nachweisen müssen, [um nicht vernichtet zu werden](https://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/kinderwunsch-was-passiert-wenn-werdende-eltern-einen-gentest-machen-110124700.html), müssen diesen Tests nicht erst zustimmen, das entscheiden die werdenden Eltern – oder eben Nicht-Eltern. Manche Menschen wollen *lieber nicht* wissen, welche Informationen ihre Gene enthalten, ob über Verwandtschaftsverhältnisse oder geerbte Krankheiten. Und einige wollen vor allem nicht, dass *andere* die diesbezügliche Faktenlage erfahren, und jeder wird seine oder ihre gewiss sehr *berechtigten* Gründe nennen können. Immer wieder ist es aber der rührende Fall, dass solche genetischen Zusammenhänge mit bloßem Auge zu erkennen sind! »Ganz die Mama«, sagt man dann zum Beispiel, oder: »Ganz der Papa, kein Gentest notwendig!« (Dass wir solche Momente sichtbarer Blutsverwandtschaft so herzerwärmend finden, ist bei kühlerer Betrachtung auch nur ein weiterer Hinweis darauf, dass Gefühle ein Mittel der Evolution sind, uns Menschen zu komplexeren Vorgängen zu animieren. Zur Sicherung des »genetischen Zusammenhangs« innerhalb eines Stammes sind die *reagierenden* Instinkte zwar wichtig, doch sie benötigen für ihre Wirksamkeit den von *agierenden* Gefühlen abgesicherten Rahmen.) »DNA« steht eigentlich für *Deoxyribonucleic Acid*. Auf Deutsch: *Desoxyribonukleinsäure*. Diese *Nukleinsäure* ist das *Makromolekül*, in welchem das Leben sich selbst programmiert. In der Sprache, die wir die »Alltagssprache« nennen, hat es sich etabliert, auch außerbiologische Gemeinsamkeiten *– und Unterschiede! –* als *DNA* zu beschreiben. Anhänger eines Fußballvereins zu sein, das wird gelegentlich als DNA beschrieben, welche dann von Generation zu Generation vererbt wird – so schön! Von Religionen und Parteien wird gern gesagt, sie hätten eine DNA, und von den Anführern wird dann verkündet, dieses oder jenes Denken und Verhalten sei »Teil unserer DNA« (oder eben nicht). Musik und Kulturen haben eine DNA, und Kulturwissenschaftler verfolgen diese Gene über Jahrhunderte zurück. Man darf wohl auch sagen, dass der persönliche Blick auf die Welt einschließlich der damit verbundenen Gefühlskonstellationen eine Art von DNA tragen, eine einzigartige Struktur, die sich von anderen Strukturen grundsätzlich unterscheidet – und doch von anderen Menschen *geteilt* werden kann. Ich will euch, liebe Leser, hier einen bestimmten Sachverhalt beschreiben, eine *emotionale DNA* und damit eine bestimmte *Sicht auf die Welt*. Die einen werden zu dieser DNA-Offenlegung sagen »Was für eine widerliche Mutation!«, und sie werden sich wünschen, ich gehörte zu jenen, die die Details ihrer DNA – auch und vor allem ihrer *emotionalen DNA* – lieber geheim halten. Andere von euch werden sich in meiner hier beschriebenen DNA wiedererkennen wie einer, der seinen verschollenen Zwillingsbruder an der Nase erkennt oder an der Art zu gehen, weil die Nase seiner Nase gleicht oder der Schritt seinem Schritt. So einer ruft freudig aus: »Das bin ja ich! Das ist mein Bruder, meine Art, meine DNA! Das sehe ich gleich, das fühle ich gleich, da braucht es keinen Gentest!« Hier also ein Einblick in meine *emotionale DNA* – und auch zugleich ein *Geständnis*: Ich bin[ zerrissen](https://dushan.org/dazwischenwesen/) zwischen dem Wunsch nach Gemeinschaft und dann jenem Seelenschmerz, der sich einstellt, wenn Menschen dumme, unnötige Dinge sagen, doch es nicht ratsam ist, ihnen zu widersprechen, sie auf die Dummheit, die Banalität und den Mangel an Notwendigkeit ihrer Aussagen hinzuweisen. Erkennt ihr euch bereits in dieser kurzen Beschreibung meiner Zerrissenheit wieder? Oder stößt euch diese Beschreibung ab? Geht euch das *Verständnis* ab, empfindet ihr es vielleicht sogar als *unmoralisch*, dass ein Mensch es *unerträglich* finden könnte, die Belanglosigkeiten seiner Mitmenschen über längere Zeit anzuhören? Ist ein solcher Schmerz nicht geradezu … unchristlich? Oder ähnelt eure emotionale DNA womöglich der meinen? Erkennt ihr euch gar wieder? Wie ein Blinder, der sich nach dem Louvre sehnt, so bin auch ich tatsächlich ein *harmoniebedürftiger* Mensch. Ich ertrage es bloß nicht, den Preis der Harmonie zu zahlen. Es bereitet mir ja wahrlich keine *Freude*, Menschen vor den Kopf zu stoßen, wenn ich sie spüren lasse, wie mir die verlässliche Flachheit und andauernde Unbedachtheit ihrer profanen Äußerungen körperliche Schmerzen bereitet. (Es ist ja dazu auch noch so vergeblich! Wer sich derart von mir vor den Kopf gestoßen fühlt, wird ja durch diese meine Grobheit nicht klüger werden! Er wird mich vielmehr als Grobian und Möchtegern abtun und sich dann nicht weiter mit mir beschäftigen. In Angelegenheiten des Geistes sind ja auch Erwachsene oft genug wie Kinder, welche die ungesunde Süßigkeit dem gesunden Brot vorziehen.) Ich bin zerrissen zwischen zwei meiner Eigenschaften, und von beiden vermute ich, dass sie mir auf einer derart tiefen Ebene eigen sind, dass man sie als *angeboren* bezeichnen könnte – als meine *DNA*. (Zu weiteren Ausführungen bezüglich menschlicher Zerrissenheit sei [mein Büchlein »Dazwischenwesen«](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/) empfohlen.) Ich sollte *ertragen*, so fordert jene moralische Instanz, die man einst als *gute Kinderstube* kannte. Doch jene andere Instanz, den Lateinern als *Memento Mori* bekannt, mahnt mich: Das Leben ist kurz, jeder Tag kommt nur einmal, jede Minute auch. Und welcher Lohn außer einem moralischen sollte mir zuteil werden, wenn ich, von Schmerzen und Langeweile gequält, meine Zähne zusammenbeiße, mit Mühe ein Lächeln grimassiere, und mir anhöre: »Und dann hat der gesagt … und dann hat die gesagt … und die Politik, ganz schlimm, kann man aber nichts machen … der Kollege war letzten Sommer auf Kreuzfahrt, wir überlegen dieses Jahr auch, aber meine Frau weiß noch nicht, ist ja windig auf Deck … bla, bla, bla.«? Das harmonische Miteinander mit meinen Mitmenschen und *– carpe diem –* das Pflücken des Tages – es sind zwei Strukturen, die mir beide sehr relevant sind (bezüglich der *Relevanten Strukturen* siehe natürlich [mein Buch dieses Namens](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/)), und die ich doch nicht *beide zugleich* zu stärken vermag. »Something’s gotta give«, so sagen die Amerikaner (und ich empfehle gern den Film gleichen Namens mit Jack Nicholson): Etwas wird nachgeben müssen. Dass der Mensch nicht allein sein will, diese Eigenschaft hat die Evolution so ausgesucht – zufriedene Eigenbrötler findet man im Verwandtschaftsbaum regelmäßig an den Enden der Äste. Aus den Astspitzen wachsen keine weiteren Äste mehr – und doch wachsen dort im Frühjahr nicht selten die schönsten Blüten. Ich habe eingesehen, dass es vergeblich ist, diese Zerrissenheit heilen zu wollen. Wer einen echten Widerspruch lange studiert, der wird ihn nicht auflösen, doch er wird tiefer verstehen, wie dieser Widerspruch logisch beschaffen ist, und dadurch dann, *warum* er unauflösbar ist – und sich so womöglich mit der Widersprüchlichkeit arrangieren. Ich versuche nicht – nicht *mehr* – diese Zerrissenheit zu heilen. Ich habe verstanden, und ich will mich *arrangieren*. Ich habe die Zerrissenheit und ihre Unabwendbarkeit als solche angenommen – nicht aber ganz die Einsamkeit. Ich suche die Gemeinschaft der Seelenverwandten, die gerade nicht da sind. - [Du wusstest nicht, dass es der Gipfel war](https://dushan.org/essays/es-war-der-gipfel/) Aktuelle Meldung: »Pleitewelle über Deutschland« – wir seufzen. Wenn es längere Zeit bergab geht, dann weißt du immerhin, dass das vorhin wohl der Gipfel war. Ach, hättest du ihn nur intensiver ausgekostet! Ich kann mich erinnern, als in Deutschland über die aktuellen Gewinner von »Jugend forscht« prominent in Funk und Fernsehen berichtet wurde. Sogar ein Harald Schmidt präsentierte sie im TV, und heute werden wir sentimental und wehmütig, wenn wir [seine Show bei YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=3vLYnp1kpEs) anschauen. Ach, hätten wir damals nur gewusst, dass mit Schmidt, Reich-Ranicki und, ja, Gottschalk, die öffentliche deutsche Kultur fürs Erste ihren Gipfel erreicht hatte! War Harald Schmidt wirklich so *gut*, und mit »gut« meinen wir: *wichtig*? Schmidt amüsierte sich mal über einen Journalisten ([siehe wieder YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=PMA5bghBDZg)), der zitierte, dass wenn die Sonne der Kultur der niedrig steht, selbst Zwerge lange Schatten werfen – nur dass jener Journalist wohl aus politisch-korrekter Feigheit nicht »Zwerge« gesagt hatte, sondern »kleine Menschen«. Und natürlich fragten wir uns, und *sollten* uns wohl fragen, ob er, der Herr Schmidt, womöglich ein *wirklicher* Großer war – oder doch nur ein Zwerg mit langem Schatten. Indem ich solches frage, eröffne ich unabhängig von der Antwort zumindest die *Möglichkeit* echter Schmidtscher Größe. *Dass* es *möglicherweise* so ist, das bedeutet nach populärer Philosophie, welche implizit alles Nichtgewusste als Nichtwissbar behandelt, dass auch mindestens eine *mögliche Welt* existiert, in welcher Schmidt ein *wirklicher* Großer ist. Warum also nicht des Wohlgefühls halber davon ausgehen, dass unsere Welt hier eine solche ist? ## Der Preis des Bundeskanzlers Heutzutage kann sich jeder dieses *Lego Mindstorms* kaufen und im Internet einfache Anleitungen aufrufen, wie er sich daheim einen Rubik-Würfel-Löse-Roboter baut ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/results?search_query=mindstorms+rubik%27s+cube+solver)). Als aber 1987 die beiden Schüler Daniel und Felix Scharstein einen Roboter bauten, der diese Würfel in Sekundenschnell löste, war es eine Sensation (siehe [jugend-forscht.de](https://www.jugend-forscht.de/projektdatenbank/die-wuerfelmaschine-ein-roboter-der-den-zauberwuerfel-rubik-s-cube-aus-jeder-stellung-vollkommen-selbstaendig-in-die-ausgangslage-zurueckbringt.html)). Die beiden Jungforscher gewannen bei *Jugend forscht* den 1. Preis Technik (bundesweit) und den Preis des Bundeskanzlers (Helmut Kohl). Andere eingereichte Projekte des Jahres 1987 waren eine [Latein-Lern-Software](https://www.jugend-forscht.de/index.php?id=262&tx_smsjufoprojects_smsjufprojectdb%5Bproject%5D=1221&tx_smsjufoprojects_smsjufprojectdb%5Baction%5D=show&tx_smsjufoprojects_smsjufprojectdb%5Bcontroller%5D=Project&cHash=8161a8380dee7fac61485f6c25b78d3a), [computergesteuerte Erdbebensimulation](https://www.jugend-forscht.de/index.php?id=262&tx_smsjufoprojects_smsjufprojectdb%5Bproject%5D=1211&tx_smsjufoprojects_smsjufprojectdb%5Baction%5D=show&tx_smsjufoprojects_smsjufprojectdb%5Bcontroller%5D=Project&cHash=b2607e0a698b52e9420736adf0b85634) und die [computergestützte Auswertung der Bundesjugendspiele](https://www.jugend-forscht.de/index.php?id=262&tx_smsjufoprojects_smsjufprojectdb%5Bproject%5D=1245&tx_smsjufoprojects_smsjufprojectdb%5Baction%5D=show&tx_smsjufoprojects_smsjufprojectdb%5Bcontroller%5D=Project&cHash=2b441893c103b9521794ad4f49150a57). Ja, es wurden damals auch weniger computerzentrierte Projekte eingereicht, etwa der [Arbeitssicherheitsschlüssel zum Fräserspannen](https://www.jugend-forscht.de/index.php?id=262&tx_smsjufoprojects_smsjufprojectdb%5Bproject%5D=1239&tx_smsjufoprojects_smsjufprojectdb%5Baction%5D=show&tx_smsjufoprojects_smsjufprojectdb%5Bcontroller%5D=Project&cHash=d5616da71ba70011fa774a44792d4a00), präsentiert vom 19-jährigen Yahya Eren, einem Auszubildenden bei der Thyssen Stahl AG, Duisburg. Insgesamt war 1987 aber viel Enthusiasmus für die neuen Möglichkeiten der »denkenden Maschinen« von damals zu spüren. ## Wenigstens die Maschinen lernen Der Enthusiasmus für denkenden Maschinen ist zum Glück einigen der heutigen Jugendlichen nicht abhanden gekommen! 2024 ging der 1. Preis Mathematik/Informatik (siehe [jugend-forscht.de](https://www.jugend-forscht.de/index.php?id=262&tx_smsjufoprojects_smsjufprojectdb%5Bproject%5D=7550&tx_smsjufoprojects_smsjufprojectdb%5Baction%5D=show&tx_smsjufoprojects_smsjufprojectdb%5Bcontroller%5D=Project&cHash=0d317fddb3cee8cc358da07a5834ccaf)) an Alexander Reimer und Matteo Friedrich, beide vom Gymnasium Eversten in Oldenburg. Das Projekt der beiden 16-Jährigen erforscht »Optimierungsverfahren mechanischer neuronaler Netzwerke«. Die Frage ist tatsächlich auch für uns Laien interessant: Künstliche Intelligenz »lernt«, wie wir wissen, und sie lernt meist aus großen Datensätzen. Doch wie lernt sie aus der Interaktion mit der greifbaren, »mechanischen« Welt? Es wird noch immer gedacht, in Deutschland und von Deutschen. *Jugend forscht* gibt es noch immer. Wir bekommen es nur nicht ganz so laut mit. ## Rollt durch Deutschland Die Schlagzeilen in Deutschland sprechen heute weniger von neuesten Erfindungen und schlauen Jugendlichen. Die Schlagzeilen von 2024 klingen eher so: »Pleitewelle rollt durch Deutschland: Diese Traditionsfirmen kämpfen ums Überleben« ([focus.de, 27.12.2024](https://www.focus.de/finanzen/news/grosse-uebersicht-pleitewelle-ueber-deutschland-diese-traditionsfirmen-kaempfen-ums-ueberleben_id_260415782.html)). Ja, der DAX hat dieses Weihnachten wieder Superwerte erreicht. Doch durch die Logik internationaler Märkte spricht dies leider *nicht* für Deutschlands Zukunft und Wirtschaftspolitik. Wenn eine Firma formal in Deutschland ansässig ist, aber im Ausland produziert, wenn womöglich größere Aktienpakete in ausländischer Hand sind, und wenn sie dazu auch noch »steueroptimiert« aufgestellt ist, dann kann das alles den Börsenwert ansteigen lassen – darin auch dem amerikanischen Trump-Optimismus folgend –, und doch für Deutschland, für deutsche Forschung und deutsche Arbeitnehmer weitgehend irrelevant sein. Der erwähnte [Artikel bei focus.de](https://www.focus.de/finanzen/news/grosse-uebersicht-pleitewelle-ueber-deutschland-diese-traditionsfirmen-kaempfen-ums-ueberleben_id_260415782.html) listet nicht nur neueste Horrormeldungen aus der deutschen Wirtschaft. Man listet auch Vorschläge zu Maßnahmen *gegen* die »Pleitewelle«. »Bürokratieabbau: Weg mit den Papierbergen!«, so lesen wir. »Arbeits- und Energiekosten senken: Kostenfresser bekämpfen!« und: »Digitalisierung vorantreiben: Fit für die Zukunft!« Ich lese diese Empfehlungen und bin ziemlich ratlos: Warum schreiben diese Journalisten das? Meinen die, dass bislang niemand in der Politik auf die Notwendigkeit dieser Schritte gekommen ist? Erwarten die, dass wer auch immer gerade Deutschland *wirklich* regiert, sich plötzlich an den Kopf fasst, voll dankbarer Erleichterung, weil er/es/sie bislang noch nicht darauf kamen? Natürlich ist all das bekannt. Diese Forderungen sind das, was ich im [Buch *Talking Points*](https://dushan.org/buecher/talking-points/) als »Applauszeilen« beschreibe. Man sagt etwas, wovon man erwartet, dass das Publikum sich dahinter einreiht, wie hinter einem Demo-Banner, und dieses geistige Einreihen wird in Form von Applaus (oder positiven Social-Media-Reaktionen) demonstriert. Doch Applauszeilen werden Deutschland nicht retten. Die Feststellungen der Journalisten sind offensichtlich, selbstverständlich und insgesamt so hilfreich, wie ein Arzt, der seinem Krebspatienten eröffnet, die Ursache für seine Beschwerden seien die Tumore, und es empfehle sich, keine Tumore mehr zu haben. Der Patient *wird* und *sollte* nicht applaudieren. Er wird vielmehr verzweifelt, müde und doch wütend brummen: »Das weiß ich selbst. Doch wie sollen wir das jetzt noch anstellen, ohne dass ich dabei draufgehe?« In Deutschland werden Selbstverständlichkeiten nicht umgesetzt, obwohl jeder um ihre Notwendigkeit weiß, weil etwas mit dem deutschen Denken auf einer *tieferen Ebene* nicht stimmt. ## Deutschland forscht Während ich diese Gedanken am Vormittag des 27.12.2024 schreibe, spielen die Kinder das Gesellschaftsspiel *Carcassonne *(ein Kartenspiel, bei dem man eine spontane Landkarte erstellt, immer wieder). Wir schauen und hören nebenbei Aufnahmen jenes Konzerts, das Simon & Garfunkel im Jahr 1981 im Central Park, New York, gaben. [Es ist auf YouTube,](https://www.youtube.com/watch?v=x2bd1zp_q6Y) und jemand [schrieb als Kommentar unter das Konzertvideo](https://www.youtube.com/watch?v=x2bd1zp_q6Y&lc=Ugxi4kTSFtDUe_fk6ol4AaABAg): »Ich war dabei! Anderer Planet, Leute! Wenn jemand vorausgesagt hätte, was bis 2024 passieren würde, dann hätte man gedacht, er sei verrückt!« Einer der Unterschiede zwischen dem *tatsächlichen Gipfel* und einem *Gipfel der Kultur* ist jener, dass der Wanderer beim tatsächlichen Gipfel durchaus *weiß*, *dass *er dort angekommen ist. Wenn der tatsächliche Wanderer den Gipfel wieder verlässt, dann ist das ein bewusster Schritt – und er weiß, was ihn nach dem Abstieg erwartet. Bei den metaphorischen Gipfeln hingegen begreifen wir oft erst dann, dass wir uns auf einem Gipfel befanden, wenn nicht mehr zu leugnen ist, dass es nun schon längere Zeit *bergab* geht. Auf dem Gipfel selbst, da nahmen wir alles als selbstverständlich, alles immer nur als Zwischenhalt auf dem Weg zu noch höheren Gipfeln, zu noch besserer Aussicht. ## Zumindest zur Kenntnis Harald Schmidt hat keine Show mehr, er *ist* vielmehr eine eigene wandelnde Show – mit sich selbst als imposanter, bewährter Kulisse. Die Jugend-forscht-Gewinner von heute sind die Auswanderer von morgen – so oder so wird über sie zu wenig berichtet. Kluge Jugendliche erforschen, wie *künstliche Intelligenz* mit der realen Welt interagiert und wie sie daraus lernen kann. Vielleicht, bitte, bevor diese beiden Forscher bald von OpenAI, Google oder Tesla abgeworben und ins Trumpland verschifft werden: Könnten sie vielleicht noch schnell herausfinden, wie die *kollektive deutsche Intelligenz* die Realität zumindest *zur Kenntnis* nehmen kann? - [Ich habe kein Verständnis und bitte um eures](https://dushan.org/essays/kein-verstaendnis/) Habt ihr noch Verständnis für eure Mitmenschen? Wenn jemand die Tagesschau nachplappert oder sein Gehirn scrollend frittiert, könnt ihr das (emotional/ lebenstechnisch) nachvollziehen? Es gibt Sachverhalte, die ich auf einfache, gewöhnliche Weise nicht-verstehe. Zu diesen zählen etwa die höhere Mathematik oder Quantenphysik oder natürlich das schöne Geschlecht. Wir unterscheiden verschiedene Zustände des *Verstehens* nicht nach dem Grad ihrer Intensität. Entweder ich verstehe etwas, oder ich verstehe es nicht. Und wenn ich sage, ich hätte es *halb* verstanden, dann habe ich die Hälfte der Komponenten verstanden, die dann aber ganz, und die andere Hälfte nicht, und die entsprechend *ganz* nicht. Das einfache Verstehen hat allerdings einen empathischen Bruder. Der weist durchaus eine Intensität auf, und die Skala dieser Intensität reicht sogar ins Negative! Dieser emotionale, empathische und also aufregende Bruder des Verstehens ist: *das Verständnis*. *Verstehen* bedeutet, über ein inneres, praktisch zugängliches Modell für Fakten und Zusammenhänge eines Phänomens zu verfügen. Zu wissen, was bezüglich einer Sache der Fall ist, wie etwas funktioniert und was man tun kann, um bestimmte Ziele in dieser Angelegenheit zu erreichen – all das bedeutet, dass man *versteht*. Im Alltag könnte man schon mal die Wörter »Verstehen« und »Verständnis« vertauschen, doch wir *verstehen* die Unterschiedlichkeit der Begriffe. ## Rechnungen vs. Socken *Verständnis* ist das emotionale und empathische Nachvollziehen der vermuteten Motivationen eines Mitmenschen. Verständnis bedeutet nicht, dass ich den Zusammenhang mit der vermeintlich auslösenden *Faktenlage* ganz verstehe. (Ich empfinde Verständnis für das Kind, das ganz doll schlimm weint ob seiner Enttäuschung über die Notwendigkeiten des Lebens, denn mir geht es nicht selten ähnlich, wenn es auch bei mir eher von Rechnungen, Bürokratie und Wahlergebnissen ausgelöst wird, nicht von der Pflicht, sich Socken anzuziehen.) Verständnis bedeutet wahrlich nicht, dass ich immer genauso reagieren würde oder gar die Tat guthieße. Aktuelles Beispiel ist etwa der [Mord an dem US-Krankenkassen-Boss Brian Thompson](https://dushan.org/kein-mitgefuehl/). Millionen Menschen weltweit empfinden Verständnis für die Tat, auch wenn sie diese selbstverständlich nicht gutheißen. Anders als der Mangel an *Verstehen* ist der Mangel an *Verständnis *interessanterweise sehr schmerzhaft. (Für die Weisen und Gelehrten ist auch der Mangel an Verstehen schmerzhaft, doch das ist ein anderes Thema.) Es tut uns geradezu weh, wenn ein Mensch etwas sagt und tut, dessen emotionale Motivation wir nicht nachvollziehen können. Eines bekanntes Beispiel für den offenbar schmerzenden Mangel von Verständnis (auch wenn das Wort »verstehen« genutzt wurde), stammt von der SPD-Lokalpolitikerin Elfie Handrick, welche im Kontext von AfD-Wahlerfolgen sagte: »Ich finde es aber auch nicht richtig, dass man da immer die Sorgen und Nöte der Bevölkerung ernst nehmen muss. Was haben die denn für Sorgen und Nöte? Ich versteh’ das nicht! Ich kann das nicht verstehen!« ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=FmCcO5Bdv1U)) Politiker (aber auch Journalisten) haben kein Verständnis für die »Sorgen und Nöte« der Menschen, die können unsere Motivation emotional nicht nachvollziehen (und *dürfen* es wohl auch nicht). Der auch für diese Leute spürbare Unterschied in der inneren Verfasstheit bereitet denen Schmerzen, und zwar aus gutem Grund: Sie ahnen, dass ihr Mangel an Verständnis auf ein tiefer sitzendes Problem hinweist. ## Daher schlicht gefährlich Es ist zunächst ein evolutionär korrekter Impuls, nachempfinden zu wollen, warum der andere fühlt und handelt, wie er es eben tut. Und es ist sinnvoll, darunter zu leiden, wenn man *kein* Verständnis aufbringen kann. Der »Zweck« von Emotionen ist doch, die Mitglieder eines Stammes zu konstruktivem Verhalten zu lenken. Grundsätzlich unterschiedliche Motivationen und emotionale Konstellationen sind daher schlicht *gefährlich*. Je größer die Distanz zwischen ihm und mir, umso gefährlicher und also schmerzhafter. Wenn ich feststelle, dass mir für einen anderen Menschen *das Verständnis fehlt*, dann darf man das durchaus eine *Krise* nennen. Etwas stimmt nicht, aber was genau? Jeder Mensch wird natürlich zunächst davon ausgehen, dass die Fehlstellung beim *anderen* liegt. Ist doch klar: Der *andere* muss seine Emotionen neu justieren, damit ich mit den meinen klarkomme. Theoretisch ahnen wir ja, dass es doch ein arg merkwürdiger Zufall wäre, dass ausgerechnet wir selbst es sind, die richtigliegen – praktisch tun wir uns aber schwer damit, diese Möglichkeit stets präsent zu haben. ## Dem Sinn die Nützlichkeit So begriffsanalytisch und theoretisch dieser Text bis hierhin wirken mag, tatsächlich ist dies einer meiner persönlichsten überhaupt. Wer mich persönlich trifft, der weiß, dass ich ein unangenehmer Umgang sein kann – und zwar aus demselben Grund, warum meine Texte ihre Leser finden. In mir »tickt« unablässig das Bewusstsein, dass des Menschen Tage begrenzt sind, und ich frage mich: Gibt das, was wir jetzt tun, wirklich Sinn? Mein »Sinn« ist, nach Sätzen zu suchen, die wahr sind und meinen inneren Zustand des Tages beschreiben. Wenn ich es gut formuliere, finden sich Menschen, denen es ganz genauso geht, und das gibt dem Sinn die notwendige Nützlichkeit. Und auch in der wertvollen Zeit mit meinen Kindern, wenn wir nicht gerade *Die Siedler von Catan* spielen oder wie gestern ein Weihnachtskonzert besuchen, dränge ich sie zu Fragen wie jener, was sie *wirklich* mit ihrem Leben anfangen wollen. Der Auftrag der Griechen, »Erkenne dich selbst«, er ist mir Sinn. Wer mich von dessen produktiver Befolgung abhalten wollte, wäre mir ein Mörder, und wer es mir auch nur erschwert, ist mir ein Gewalttäter. Ich will gestehen, dass es mir mit Menschen, die *nicht* nach »Sinn durch Erkenntnis« suchen, sehr ähnlich geht wie der SPD mit Menschen, die Sorgen und Nöte haben. ## Auf dass wir klug werden Mir fehlt das Verständnis für Menschen, die doch darum wissen müssen, dass unsere Zeit begrenzt ist, und die doch beschließen, ihre Zeit mit Dingen zu vergeuden, die sie nicht klüger werden lassen. »Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!«, so lässt Jesaja die rufen, die er anklagt. Wie unterschiedlich es doch sein kann, was Menschen aus derselben Tatsache schließen. Der Psalmist bittet, von selbem finalen Sachverhalt ausgehend: »Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.« Es gibt Sachverhalte, die verstehe ich nicht, weil mir der Charakter dazu fehlt, und so manche Wissenschaft zählt dazu. Es gibt Menschen, für die habe ich kein Verständnis, doch ich hätte das Verständnis gern (idealerweise mit der gleichen Motivation), etwa für jene lieben Leute, die Morgen für Morgen extra früh aufstehen und joggen gehen. Doch für jene, welche nicht täglich um Erkenntnis und wahrestmögliche Sätze ringen, habe ich kein Verständnis – und für die will ich auch kein Verständnis haben. Die bedrohen den Stamm, [dem ich mich zugehörig fühle](https://dushan.org/alte-familie-neue-familie/). ## Die habe ich nicht Wer im Bewusstsein seiner Endlichkeit seine Zeit verschwendet, für den habe ich schmerzhaftes Unverständnis. Ich *verstehe* es vielleicht sogar auf einer Ebene, denn es hat mit Wohlstandsverwahrlosung und Trägheit zu tun. Doch Verständnis für Leute, die ihre Lebenszeit nicht für Erkenntnis nutzen, habe ich nicht. Jeder Tag kommt nur einmal und jedes Jahr wie jede Stunde auch. Suchst du Sinn oder lenkst du dich bloß von deiner Sinnlosigkeit ab? So bin ich, und selbst wenn ich könnte – ich habe es durchdacht –, ich wollte hierin nicht anders sein. Ich bitte um Verständnis. - [Glaubst du noch an »die Menschheit«?](https://dushan.org/essays/die-menschheit/) 2024 war das Jahr, in welchem der »Glaube an die Menschheit« sich für manchen von uns erledigte. Die Mehrheit legt keinen Wert auf Wahrheit oder Vernunft. Sie wird der Autorität blind in den Abgrund folgen. Was bedeutet das für uns, die Minderheit? Dass der Mensch ein Herz und ein Gehirn hat, weiß jeder, auch der, dem eines der beiden zu fehlen scheint. Andere Organe aber sind weniger berühmt; von diesen erfährt der Mensch oft erst, wenn sie ihm Ärger bereiten. Die *Lymphknoten* etwa sind das, was geschwollen ist, wenn du dich zum ersten Mal fragst, warum denn bitte dein Hals beim seitlichen Berühren weh tut. Für manchen Menschen, der zum ersten Mal von einem Organ namens *Pankreas* hört … nun, ihr wisst schon. Stelle dir aber einmal vor, dass ein Organ plötzlich aus dir *herausfällt* – einfach so, plumps! Es hatte sich zwar angekündigt, dass es passieren würde, doch wie solltest du diese Zeichen deuten? Es passiert ja nicht alle Tage, dass sich ein zuckendes und blutiges, aber in sich geschlossenes Stück Fleisch einfach so von dir trennt! ## Auf eine Art schön »Warum sterbe ich denn nicht?«, so fragst du dich in einer solchen Situation womöglich, »dieses Organ sieht doch sehr wichtig aus!« Du hebst das Organ auf und betrachtest es. Du stellst fest, dass dieses Organ auf seine eigene Art doch *schön* ist. Auf traurige, menschliche Weise schön. Das Organ zuckt noch ein paar Mal in deiner Hand. Es war noch Leben darin, doch dieses Leben lässt nach. Dann stirbt es. Etwas von dir ist gestorben. Und doch lebst du weiter. So etwa erging es mir in diesem ausgehenden Jahr 2024, wenn auch das mit dem Organ natürlich eine Metapher ist. Es war eine *Idee*, die mich verließ, und *Idee* ist mit *Ideal* verwandt. Als diese Idee mich verließ, fühlte es sich wirklich so an, als ob ich diese noch frisch blutende Idee in der Hand hielte, als ob ich die Idee betrachten konnte. Blutend und zuckend – und dann sterbend. Eben noch in mir, ohne dass ich mir dieser Idee bewusst gewesen wäre – nun außerhalb meiner und nun auch Gegenstand meines vollen Bewusstseins, aber eben *tot*. 2024 war das Jahr, in dem mich der mythische *Glaube an die Menschheit* verließ. ## Ob man eine Milz besitze Einer, der noch nie Schwierigkeiten mit der *Milz* hatte, hat vielleicht dennoch schon mal den *Namen* dieses Organs gehört, und dass es wohl etwas mit der Leber zu tun hat, denn laut Volksmund passt zwischen diese beiden Organe »immer noch ein Pils«. Ich hätte vor dem Jahr 2024 auf Nachfrage nicht verneint, dass ich einen *Glauben an die Menschheit* besitze – doch man hat mich nicht gefragt. Es läuft ja auch keiner durch die Einkaufsstraßen und fragt die Leute, ob sie eine Milz besitzen und welche Eigenschaften die bitte aufweise. (Übrigens: Die Milz ist weich und dunkelrot, etwa faustgroß, und liegt geschützt im linken Oberbauch unter dem Zwerchfell. Das Organ filtert altes Blut, speichert Immunzellen und hilft dem Körper dabei, Infektionen abzuwehren. Ist die Milz verletzt oder fehlt sie ganz, steigt das Risiko für Infektionen oder Blutungsprobleme. Wie für alles andere im Körper gilt auch hier wieder, dass gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung der Milz bei ihrer wichtigen Aufgabe helfen kann.) Ich gehe davon aus, dass ich eine Milz besitze und dass diese weitgehend intakt ist – zumindest habe ich keine Beschwerden und hielt bisher nicht plötzlich ein Organ in der Hand. Ich weiß aber, dass in diesem Jahr mein Glaube an die Menschheit verloren ging. Und seit ich diesen im übertragenen Sinne »zuckend und sterben vor mir in der Hand hielt«, kann ich die an diesem »Organ« beobachteten Eigenschaften beschreiben. ## Mit genug Evidenz Es sieht ganz danach aus, dass ich bis zu diesem Jahr geglaubt habe, dass, wenn die Menschen nur *in sich gehen* würden, wenn man den Menschen nur eine *Verschnaufpause* gönnen würde, wenn sie sich nur *besinnen* würden, dass sie sich schon noch *zusammenreißen* würden. Ich glaubte an das Potenzial der Menschheit, *menschlich* und *vernünftig *zu sein. Natürlich wusste ich, dass Menschen schon mal Denkfehler begehen, dass Menschen im Rausch der Gruppe sich schon mal zu diesem oder jenem Unsinn verleiten lassen. »Am Endes des Tages«, wie man so schön wie naiv zu sagen pflegt, würden die Menschen doch *überleben wollen*, da wollen die Menschen doch Leid lindern und Schönes bewahren. Natürlich irren sich Menschen und schätzen Fakten falsch ein, und dann beharren sie einige Tage stolz auf ihrem Glauben. Aber mit genug Evidenz würden die meisten Menschen doch früher oder später einlenken – spätestens wenn der Irrtum sie und ihre Nachkommen das Leben kosten kann, oder? All diese Überzeugungen fasse ich zusammen zum Begriff »Glaube an die Menschheit«. 2024 war das Jahr, in dem mir dieser mythische Glaube an die Menschheit aus dem Leib sprang, wie es ein abtrünniges Organ in einem Horrorfilm tun würde. ## Hat der Mann im TV gesagt Betrachten wir Deutschland und die Deutschen: Mindestens zwei »Experimente« wurden in den letzten Jahren an den Deutschen durchgeführt. Ich rede von der Migration und von der Virus-Panik. Wenn »Überleben« und »Mensch bleiben« Erfolgskriterien sind, sind die Deutschen zweimal gescheitert. Betrachten wir kurz die USA: Dort begnadigt Joe Biden derzeit reihenweise Vergewaltiger, Serienmörder und Kinderschänder ([nypost.com, 23.12.2024](https://nypost.com/2024/12/23/us-news/victims-shattered-kin-wants-biden-to-explain-to-our-faces-stunning-death-row-christmas-clemency/?utm_medium=social&utm_source=twitter&utm_campaign=nypost)). Die Begnadigung seines widerlichen, kriminellen Sohnes war noch irgendwie über Familienbande nachvollziehbar. Spätestens aber, wenn Joe Biden einen Richter begnadigt, der Millionen Dollar von Knast-Betreibern dafür kassierte, dass er Kinder in den Knast schickte – Schlagwort: »kids for cash« ([theguardian.com, 14.12.2024](https://www.theguardian.com/us-news/2024/dec/14/kids-for-cash-judge-biden-pardon)) –, wird deutlich: Es *gibt* ein Böses, und dass es sich mit den »Eliten« verschworen hat, ist nicht bloß eine Theorie. 2024 ist das Jahr, in dem nicht nur mir klar wurde, wie viele unserer Mitmenschen nicht nur *zeitweilig* von Propaganda geblendet sind, sondern *eben so sind*. Ein wahlentscheidender Teil der Menschen ist, wie Anabel Schunke es [korrekt diagnostiziert](https://x.com/ainyrockstar/status/1871493615861588434), »kurz vor Hirntod«. Das aber ist der Unterschied zwischen etwa dem Staatsfunk und mir: Der Staatsfunk verheimlicht nicht mehr, dass er Deutschland, die Deutschen und eigentlich die Menschheit *hasst* und westliche Kultur lieber heute als morgen beendet sehen will (siehe etwa den gelogenen und moralisch widerlichen Hass-Beitrag von [Hayali zu Weidel in Magedeburg](https://x.com/mainstreamwatch/status/1871403778752352261)). Ich dagegen liebe die Menschen und mir wird bang um uns, doch der Realist in mir hat die Gesamtheit der Menschen aufgegeben. Der Staatsfunk hasst die Menschen und will ihre Seele töten – ich bin Realist und stelle fest, dass es denen wohl gelingt. Du und ich mögen einen natürlichen Drang verspüren, *Wahrheit* und die *vernünftige Schlussfolgerung *zu suchen, doch Millionen Menschen verspüren diesen Drang einfach nicht – für die sind wir eher *Störenfriede* oder wie man heute sagt: *Rechte* und *Schwurbler*. Du und ich mögen Wahrheit und Vernunft auch dafür nutzen wollen, unter den möglichen nächsten Handlungen die beste auszuwählen. Für Millionen Menschen leiten andere Kriterien als Wahrheit und Vernunft ihre Entscheidungen. »Ich weiß, es macht mich dick, aber ich *muss* einfach«, so sagt der Schlemmer, wenn er die Tafel Schokolade verputzt – und genauso entscheiden Millionen Menschen: »Ich weiß, die aktuelle Politik zerstört das Land, aber ich *muss* die einfach weiter wählen. Die anderen sind ja böse, hat der Mann im TV gesagt.« ## Oder sich loszuschneiden Stellen wir uns Bergsteiger vor, die durch gefährliche Bergschluchten kraxeln. Die Bergsteiger sind aneinandergebunden, zur Sicherheit. Wenn *einer* von ihnen fallen sollte, können die übrigen ihn halten. Doch stellen wir uns vor, dass aus irgendeinem Grund, vielleicht aufgrund giftiger Dämpfe aus einer Bodenspalte, die Hälfte der Bergsteiger verrückt wird und Dinge tut, die *alle* in [den Abgrund](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/) reißen können! Was sollen die Bergsteiger, deren Urteilskraft *nicht* vergiftet ist, die schlicht *überleben* wollen, dann tun? 2024 war das Jahr, in dem ich den Glauben an die *Menschheit* verlor. Doch 2024 war auch ein Jahr, in dem zwei andere bemerkenswerte Entwicklungen zu beobachten waren: Da war einmal die Wahl von Donald J. Trump zum Präsidenten der USA. (Trump erhielt übrigens nur etwas weniger als die Hälfte der Stimmen; und etwas über 44 % der US-Wähler wollten weiter vom Democrats-Sumpf regiert werden; [cfr.org, 18.12.2024](https://www.cfr.org/article/2024-election-numbers).) Der US-Sumpf reagiert auf Trumps Wahl, indem er schnell noch möglichst viel Schaden an den USA anrichtet, etwa durch die erwähnte Begnadigung von Verbrechern, aber auch mit dem panischen Verscherbeln von Material für den Grenzzaun im Süden; ([dailywire.com, 12.12.2024](https://www.dailywire.com/news/exclusive-biden-races-to-sell-off-border-wall-parts-before-trump-takes-office)). Man will Trump die Stärkung der USA so schwer wie möglich machen, an allen Fronten. Es ist schwer, an »die Menschheit« zu glauben, wenn so weite Teile zumindest unsere »westlichen« Zivilisation blank böse wie kollektiv-suizidal vorgehen. Während alledem aber war 2024 auch das Jahr, in dem Künstliche Intelligenz bisher unvorstellbare, aber von der Mehrheit ignorierte Entwicklungssprünge machte. Die Dezimierung von Arbeitsplätzen und der Umbau des menschlichen Zivilisationsprojekts durch KI haben bereits begonnen. Deutsche Vordenker bauen derweil Radwege und Lastenräder. Mich würde nicht wundern, wenn in Deutschland demnächst der Feuerstein wiederentdeckt wird. Wenn in einer Gruppe Bergsteiger die Hälfte oder gar die Mehrheit *durchdreht*, haben die *Vernünftigen* ab einem bestimmten Punkt die Wahl: mit den Verrücktgewordenen in den Abgrund zu stürzen – oder sich loszuschneiden. ## Die, die es zum Gipfel drängt Ich »betrachte« dieses Organ, das sich 2024 von mir entfernt hat. Mein Glaube an die Menschheit ist tot, und doch werde ich dieses Organ vermissen. Auch wenn es mir erst jetzt so richtig bewusst wird, war dieses Organ doch über Jahrzehnte ein Teil von mir! Ja, dieses eine »Organ« ist tot, doch damit ist keineswegs aufgehoben, was die alten Griechen uns auftrugen: Erkenne dich selbst! Unsere Werte bleiben, unser Auftrag und unsere möglichen Wege zu Glück und Sinn ebenso. Wir werden deshalb nicht weniger, sondern noch viel intensiver nach *Gruppen von Menschen* suchen, mit denen gemeinsam wir die alten Ziele mit neuer Kraft angehen. Schneide dich von der großen Gruppe los, wenn die unbedingt in den Abgrund stürzen will, und suche dir eine andere Gruppe, die es noch immer zum Gipfel drängt, so nebelverhangen der jetzt auch noch sein mag. Wenn und weil die große Gruppe nicht zur Weisheit hinaufsteigen will, dann steigen wir eben in *kleinen* Gruppen zur Weisheit und Wahrheit und zum Trost, als Denkender nicht allein zu sein. In kleinen Gruppen nach Weisheit suchen, weil sie in der großen Gruppe nicht zu finden ist – wenn du an genau diesem Punkt auf deine letzten Monate und Jahre zurückblickst, wirst du feststellen, dass du schon längst damit begonnen hast.   - [Weihnachten unter Schmerzen, wie Könige](https://dushan.org/essays/weihnachten-wie-koenige/) Politiker lassen Internet durchsuchen, ob jemand sie beleidigte – und wenn, gibt es direkt Straf-Durchsuchung. Wenn aber arabischer »Arzt« damit droht, Deutsche zu töten, bleiben Behörden seltsam träge. Wir sollten unsere Worte hierzu vorsichtig wählen. Man sollte stolz auf den Schmerz sein – jeder Schmerz ist eine Erinnerung unsres hohen Ranges. So schreibt es Hermann Hesse im[ *Steppenwolf*](https://dushan.org/klassiker/der-steppenwolf/). Liebe Leser, damit immerhin können wir uns in diesen Tagen trösten: Unser »Rang« ist hoch, und er wird täglich höher! Mein Schmerz ist nicht mehr nur jene Art von Schmerz, die ich den »üblichen« Schmerz nenne. Also der Schmerz um Verlust und Vergehen von etwas, dessen Wort auszusprechen heute die Zunge lahm werden lässt: Heimat. Da ist noch mehr, noch *anderer* Schmerz. ## Blindheit, Schmerz und Bademantel Ein weiterer »üblicher« Schmerz ist ja das Mitleiden mit den Opfern jenes Bösen, das dank suizidaler Toleranz und moralisch verklärter Blindheit in Deutschland besonders fruchtbar gedeiht. Aktuell, wir [sprachen davon](https://dushan.org/magdeburg-medien-luegen/): Fünf Tote in Magdeburg, darunter ein neunjähriger Junge namens André. Totgefahren von einem Araber, der öffentlich angekündigt hatte, Deutsche zu töten – was die deutschen Behörden aber nicht weiter kümmerte. Sie erklärten sich für nicht zuständig. Auch das ist der »übliche« Schmerz. Jener Araber hatte im Internet angekündigt, Deutsche zu töten. Die Behörden nahmen – trotz Drohungen und BKA-Akte – den zukünftigen Täter nicht allzu ernst (siehe aktuell etwa [bild.de, 23.12.2024](https://www.bild.de/news/inland/magdeburg-polizei-ermahnte-todesfahrer-taleb-a-nach-drohnung-per-brief-676907abde8d7c116225d9ee)). Stellt euch einmal vor, ein *Deutscher* hätte im Internet angekündigt, *Araber* zu töten. Welche Reaktion hätte es gegeben? Wir wissen, was passiert, wenn ein Deutscher sich auch nur über einen Politiker etwa der totalitären Grünen lustig macht: Sofortbestrafung ohne Anklage und Verfahren. Die Polizei steht vor der Tür, nimmt zur Strafe die Wohnung auseinander. (Wenn man in Deutschland heute einen Witz über die Regierung macht, ist es üblich, dass man halb im Scherz gefragt wird, ob man denn seinen Bademantel bereitliegen habe. Gemeint ist damit, dass man erwarten solle, von der Polizei am nächsten Tag frühmorgens aus dem Bett und nach draußen gezerrt zu werden.) Man stelle sich also vor, was der Fall wäre, wenn ein *Deutscher* das angekündigt hätte, was der arabische Arzt angekündigt hatte, nur eben spiegelbildlich – wir können es anhand jener Relation ausrechnen, die Martin Lichtmesz[ »Die Hierarchie der Opfer«](https://dushan.org/klassiker/die-hierarchie-der-opfer/) nannte. Es ist ein Fakt, dass das Internet in Deutschland automatisiert nach potenziellen Beleidigungen von Politikern durchsucht wird, aber nicht nach der Bedrohung von Deutschen. Auf der Prioritätenliste der deutschen Politiker steht ihre eigene Ehre (oder was sie dafür halten …) sehr weit oben – und das Leben der Deutschen und ihrer Kinder nicht. --- An dieser Stelle des Textes sei der »Rhythmus« unterbrochen. Beim Schreiben hatte ich ein bestimmtes Posting auf X aufgerufen, und ich sehe es jetzt vor mir. Es enthält ein Foto des in Magdeburg getöteten Neunjährigen. Ich sehe die lachenden Augen dieses Opfers des Behördenversagens im Gutmenschenstaat. Die Augen des Jungen erinnern mich brutal an meinen eigenen »Kleinen«. Ich schließe mich dem begleitenden Text an, jedem einzelnen Wort: > Mir bricht es gerade das Herz. Das ist der kleine Junge André (9), der gestern bei dem widerlichen Terroranschlag in Magdeburg getötet wurde. Eine kleine unschuldige Seele. Er hatte noch sein ganzes Leben vor sich. Ruhe in Frieden. ([@HeimatliebeDE, 21.12.2024](https://x.com/HeimatliebeDE/status/1870440280001765497)) Etwas in meiner Magengegend möchte kilometerweit nach unten sinken, so schwer. Ich unterdrücke gewisse Seiten meiner Wut. Was ich von Gutmenschen, Lügnern und Propagandisten halte, all meine Gedanken zu diesen Gestalten – dies auch nur zur Hälfte kundzutun, das wäre in Gänze illegal. Ich stehe auf, lasse die Maschine mir einen frischen Kaffee machen, atme durch und greife ein Weihnachtsgebäck. Und ich setze mich an das, was ich meine »Arbeit« nenne. Das Bild des Jungen bleibt aber sichtbar. Wegschauen gilt nicht! --- Ich spüre heute *neue* Arten des Schmerzes. Schmerzen, die früher nur als eine Art intellektueller Belustigung spürbar wurden. All die bislang beschriebenen Arten von Schmerz kennen wir. Es ist nicht das erste Mal, dass wir Opfer von falsch verstandener Toleranz und systemischer Blindheit beklagen. Es ist nicht das erste Mal, dass wir sehen und spüren, wie unsere Heimat verschlungen und ausgelöscht wird vom globalistischen Wahnsinn, ganz wie das Land *Fantasien* in der[ *Unendlichen Geschichte*](https://dushan.org/klassiker/die-unendliche-geschichte-buch/) vom *Nichts* verschlungen und ausgelöscht wird. In den letzten und angeblich *weihnachtlichen* Tagen des Jahres 2024 aber drängt sich ein bislang eher *nebensächlicher* oder sogar *kurioser* Schmerz in die obere und bewusstere Schicht meines Bewusstseins. ## Hoffnungslos umgeben Letzte Woche, im Gespräch mit einer linken Person, wies ich diese auf die direkten Folgen ihres Handelns hin. Sie erwiderte, sinngemäß paraphrasiert: »Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Ich will immer nur das Gute, und jede andere Behauptung ist eine unverschämte Lüge.« Wir wissen, dass das *Welt-* und auch *Selbstbild* von Linken auf *Lügen* gebaut ist. Doch wir können diesen inneren Fehler jener Leute nicht länger als Nebensächlichkeit abtun. Wenn ein arabischer Arzt einen Weihnachtsmarkt attackiert, mit dem expliziten Ziel, Deutsche zu töten, und wenn sich dann Bürger einspannen lassen, um »gegen Rechts« zu demonstrieren und [Plakate wie](https://x.com/Heidenkrieger/status/1871132097487987120) »Die AfD hat Schuld an #Magdeburg« zu tragen, dann weißt du: Es leben Menschen in Deutschland, deren Denken fehlen grundlegende Kategorien wie *Ursache und Wirkung, logisches Schließen* oder einfach nur *Wahrheit als Übereinstimmung von Aussage und Realität.* Diese Schieflage in *deren* Geist ist heute die erste Ursache für unsere *gemeinsame* Not – und die Hilflosigkeit ob dieses Phänomens lässt echten, weiteren Schmerz in mir aufflammen. Von Linken und Lügnern umgeben zu sein, die unser Schicksal mitbestimmen und uns *alle* mit in den[ Abgrund](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/) reißen, mischt reichlich *Hoffnungslosigkeit* in meinen Schmerz. ## Sofa und Decke Wir leben umgeben von Menschen, deren Lebenslügen direkt Leid und Zerstörung zur Folge haben. Was die als »Anstand« und »Gutsein« kostümieren, ist kalter Narzissmus. Und in diesem Narzissmus zerstören diese Leute nicht nur ihre, sondern eben auch *unser aller* Heimat. Diese Erkenntnis wäre an jedem Tag des Jahres schmerzhaft, doch im Kontext von Weihnachten schneidet der Schmerz bei mir extra tief. Manches an der weihnachtlichen Stimmung trägt zur Offenlegung von Rissen bei. Risse, die man doch leugnen und bedeckt halten wollte. Als wäre Weihnachten nicht ohnehin ein Stressfaktor in mancher Familie, wird Weihnachten im toleranzbefallenen Deutschland auch regelmäßig zum Kontext und zur Ursache eines *nationalen* Schmerzes. Ich empfinde heute nach, was der später auf See verschollene Daniel Küblböck über unsere Feier der Wintersonnenwende zu sagen hatte: »Ich schlage vor, Weihnachten wegen der gesteigerten Besinnlichkeit nur alle zwei Jahre zu feiern. Das wär' besser, ohne Scheiß.« Mir ist dieses Jahr nicht nach Weihnachten – ohne Scheiß. Mir ist mehr nach Steppenwolf und Sofa und Decke und nach verschiedenen Arten wärmender Getränke – allein. ## Hindurch, dann dagegen Doch gerade *deshalb*, gerade *weil* es heute schmerzhaft ist, gerade deshalb muss der, der *relevante Strukturen* hat, sich überwinden, um die Menschen, die Teil und Gegenstand dieser relevanten Strukturen sind, unzweideutig spüren zu lassen, dass sie genau das sind. (»Dass sie Teil deiner relevanten Strukturen sind« ließe sich auch weniger verquast formulieren: dass du sie liebst.) Ich wünsche uns frohe Weihnachten, nicht »ohne« Schmerz – so viel Whisky wäre doch arg ungesund –, sondern *durch den Schmerz hindurch* und dann *gegen *den Schmerz. Weihnachten mit den relevantesten aller Strukturen – ohne Lügner und ihre Lügen. Weint mit den Weinenden und lacht mit den Lachenden. Und gebt denen Geschenke, denen auch ihr eine relevante Struktur seid. Wir sollen stolz auf den Schmerz sein, sagt Hesse, denn jeder Schmerz sei eine Erinnerung unsres hohen Ranges. In diesem Geist also: Lasst uns dieses Jahr *extra trotzig* Weihnachten feiern, mit Festmahl und Geschenken – wahrlich, wie Könige! - [Deutsche, seid unhöflich!](https://dushan.org/essays/unhoeflich/) Das Weltbild von Linken ist auf Lügen gebaut – das Selbstbild auch. Und sie müssen immer weiter lügen. Deshalb erklären sie Taleb al-A. zum »Rechten«. Sonst müssten sie womöglich vor sich selbst zugeben, dass ihre Lügen seine Tat möglich machten. Ich habe einen Bekannten, der erklärt mir ständig seine Handlungen und Entscheidungen, auch und oft gerade wenn ich ihn *nicht* gefragt habe. Was an seinen Berichten aber stets etwas irritierend ist: Es ist ganz offensichtlich zur Hälfte gelogen! Letztens fragte ich ihn einfach geradeheraus: »Warum erzählst du mir das? Du musst doch wissen, dass ich sehe, dass es gelogen ist!« Da aber tat jener Mensch ganz doll schlimm beleidigt. Ich war zuerst überrascht, dass er einen Grund sah, »beleidigt« zu sein. Und natürlich dachte ich an jenes Zitat, das (ohne Beleg) Solschenizyn zugeschrieben wird: »Wir wissen, sie lügen. Sie wissen, sie lügen. Sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Wir wissen, dass sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Und trotzdem lügen sie weiter.« ## Aus dem Leben Deutschland diskutiert heute weiter über den[ Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt](https://dushan.org/magdeburg-medien-luegen/) – und einige Wochen vor den nächsten Wahlen kreischt die Propaganda ihre ganz eigene Version und Deutung der Ereignisse. Vom »Islamhass« des Täters berichtet die 20-Uhr-Propaganda ([tagesschau.de, 21.12.2024](https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/attentaeter-magdeburg-100.html)). Von der »Unterstützung für die AfD« wird dort gesprochen, und dass er die »AfD unterstütze«, außerdem auch, dass er die »AfD unterstütze«. Die Wahrheit ist: Ja, unter dem vielen wirren Zeug, dass er von sich gab, waren auch ein paar positive Erwähnungen der AfD. Doch tatsächlich befindet sich unter den über eintausend Accounts, denen er auf X folgt, kein einziger AfD-Account. Nach aller Lebenserfahrung widerlegt allein das schon die Propaganda-These vom »AfD-Unterstützer«. Dann wäre da noch das Detail, dass er Deutsche aus dem Leben zu entfernen ankündigte. Und dass er dies dann auch durchführte. Es ist noch nicht wirklich »politisch rechts«, Deutsche zu töten, oder? Immer mehr Quellen und frühere Kontakte tauchen auf, die nahelegen, dass der Täter nicht tatsächlich seinem alten Glauben entsagt hatte, sondern eher arabische Konflikte in Deutschland weiterführte. Das alles aber hindert Tausende von Linken nicht, immer weiter und unentwegt zu plärren, der Täter sei ein »Rechter« und »AfD-Unterstützer« und so weiter. Ein Ruprecht Polenz etwa[ repostet](https://x.com/HenrietteQuade/status/1870360879323070759) Aussagen wie: »Es geht nicht um Islamismus. Seine Radikalisierung wurde befeuert von rechter Ideologie und Kampagnen« [und:](https://x.com/LuigiPantisano/status/1870545078634389561) »Der Attentäter ist ein Rechtsextremist.« Es sind Lügen, linke Lügen. Ich aber frage mich heute: Wer ist *wirklich* der Adressat all dieser Lügen? ## Ein mentales Bild seiner selbst Ich fragte mich sehr ernsthaft, warum jener Bekannte, dem ich aufzeigte, wie unwahr seine Behauptungen sind, so *beleidigt* war. Müsste ein Mensch denn nicht, wenn sich eine seiner Überzeugungen als *falsch* erweist, *dankbar* sein für die Korrektur? Hahaha – wer so etwas denkt, von dem sagen die jungen Leute heute, er sei »auf dem Spektrum« – gemeint: autistisch. Eine Beleidigung ist, so meine Arbeitsthese, eine Beschädigung des Selbstbildes. Jeder Mensch hat ein mentales Bild seiner selbst, von dem er glauben will, dass er es *ist*. Wenn ich einen Menschen mit einem herabwürdigenden Wort bezeichne, greife ich Aspekte seines Selbstbilds an, mit denen er sich selbst einen *Wert* und eine *Rolle *innerhalb der Menschheit zuschreibt. (Totalitäre und demokratiefeindliche Politiker, die Bürger wegen angeblicher »Beleidigung« anzeigen, tun dies hingegen, weil sie um ihr *öffentliches* Bild fürchten. Denen tut es nicht wirklich weh, wenn man ihnen sagt, was sie sind. Die wissen, was sie sind – und *genau deshalb* wollen sie nicht, dass es ausgesprochen wird.) Wir wissen, dass das Weltbild von Linken *auf Lügen gebaut* ist – doch deren *Selbstbild* ist es auch. Wenn Linke nach einem Anschlag durch einen arabischen Arzt aggressiv Lügen verbreiten, der Attentäter sei »AfD-Unterstützer« und so weiter, dann verteidigen sie mit diesem Geplärre sowohl ihr *Weltbild* als auch – sehr wichtig! – ihr *Selbstbild*. Diese Lügner wollen nicht wahrhaben, dass ihre Ignoranz und Verblendung dazu führte, dass Menschen tot oder im Krankenhaus und Familien für immer verwundet sind und dass eine Nation stirbt. ## Goodbye Leningrad Jenes Zitat von den Lügnern, die immer weiter lügen, obwohl wir doch wissen, dass sie lügen, es stammt wohl nicht *wirklich* von Solschenizyn; es stammt von *Elena Gorokhova*, aus ihrem Buch *Goodbye Leningrad* (siehe[ volksstimme.de, 16.10.2022](https://www.volksstimme.de/kultur/buch/disput-um-zitat-von-solschenizyn-3465750)): > Die Regeln sind ganz einfach: Sie belügen uns, wir wissen, dass sie lügen, sie wissen, dass wir wissen, dass sie lügen, aber trotzdem lügen sie weiter, und wir tun weiter so, als würden wir ihnen glauben. (Elena Gorokhova: Goodbye Leningrad) Das Ende des tatsächlichen Zitates erklärt mir, sowohl jenen Bekannten als auch die Guten und Gehirngewaschenen betreffend, warum solche Leute uns *wirklich* ihre Lügen erzählen: Die wollen, dass wir so tun, »als würden wir ihnen glauben«. Die wollen nicht wahrhaben, dass ihre Ignoranz schweres Leid bewirkt und Menschen ins Krankenhaus bringt – oder unter die Erde. Die wollen sich die Lüge erzählen, dass die bösen Rechten dran schuld sind. Und weil sie ahnen, dass dies Bullshit ist, *drängt* es sie, den Bullshit zumindest so lange zu wiederholen, bis sie ihn selbst glauben – oder zumindest bis die Umgebung es müde wird, ihnen mit der Wahrheit zu widersprechen. Im Privaten versuche ich es mit dem Song *Istanbul* von BAP zu halten: »Belüg doch, wen du willst, erzähl es bloß nicht mir!« Im Größeren aber, die linken Lügen betreffend, da kann man nicht einfach »Erzähl es bloß nicht mir« sagen. Diese Menschen dürfen wählen und bestimmen damit unser Schicksal mit. Und weil das linke Welt- *und* Selbstbild auf Lügen gebaut ist, wissen wir, dass der Anschlag von Magdeburg nicht der letzte bleiben wird. ## Alle alles »Die Rettung der Menschheit besteht gerade darin, dass alle alles angeht«,[ so sagte](https://www.nobelprize.org/prizes/literature/1970/solzhenitsyn/lecture/) der Solschenizyn aber nun wirklich. Die Lügen der Linken gehen uns etwas an, solange wir mit diesen Lügnern auf einem Planeten oder sogar im selben Land leben. Es sind die zu Politik gewordenen Lügen der Linken, die dazu führen, dass Deutschland den[ Terror importiert](https://www.nius.de/kommentar/news/magdeburg-importierter-terror-taleb-abdulmohsen/ef3acc66-13d4-40a4-96fe-b4cec14c2206). – Ganz aktuell und neu, heute: Es sind die zu Politik gewordenen linken Lügen, die dazu führen, dass wir bei Meldungen wie »Mitten im Einkaufstrubel: Mann vor Shopping-Center niedergeschossen« ([bild.de, 22.12.2024](https://www.bild.de/regional/berlin/berlin-schuesse-vor-shopping-center-mann-schwer-verletzt-676718fda34dcb59b6668b8f)) innerlich mit den Schultern zucken. Lügen töten. Taleb al-Abdulmohsen hatte offen damit gedroht, Deutsche zu töten. Und deutsche Behörden wurden vor ihm gewarnt ([welt.de, 21.12.2024](https://www.welt.de/politik/deutschland/plus254942760/Anschlag-in-Magdeburg-Terrorwarnungen-die-im-Nirwana-landeten.html)). Doch wenn der gesamte Propagandastaat damit ausgelastet ist, linke Lebenslügen zu verteidigen, »gegen Rechts« zu »kämpfen« und vor allem nach möglichen Beleidigungen gegen Herrn Habeck zu fahnden, dann bleibt halt keine Zeit mehr für Kleinigkeiten wie Terror-Drohungen. Die Lügen, welche die Menschen sich selbst erzählen, töten die eigene Seele. Und Lügen, welche Linke der Gesellschaft erzählen, töten die Gesellschaft! Deshalb gilt: Die Rettung der Menschheit – oder auch »nur« eines Landes – beginnt mit dem Mut zur Wahrheit. ## Sei’s drum! Wenn es um die Rettung von Welt und Menschheit geht, so haben uns ja die Linken selbst gelehrt, darf man nicht kleinlich sein, was die Emotionen der politischen Gegner betrifft. Ja, ein paar Linke werden sich beleidigt fühlen, wenn wir ihnen widersprechen, wenn wir *nicht* so tun, »als würden wir ihnen glauben«. – Sei’s drum! »Im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist«, so heißt es in[ Goethes Faust II](https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/goethe_faust02_1832?p=113). In diesem stürmischen Geiste also: Deutsche, seid unhöflich! - [Magdeburg: Propaganda und Widersprüche](https://dushan.org/essays/magdeburg-medien-luegen/) Magdeburg-Täter mordete auf Weihnachtsmarkt, griff christliche Identität an, wollte »beliebige Deutsche abschlachten«. Linke machen daraus »AfD-Anhänger« – Unsinn. Das wahre Fazit ist: Weihnachten im »besten Deutschland« bedeutet 5 Tote + 200 Verletzte. Am gestrigen Freitagabend ist ein Mann (gleiches Geburtsjahr wie ich) mit einem stark motorisierten PKW in eine Menschenmenge auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt gefahren. Fünf Tote, 200 Verletzte ([tagesschau.de, 21.12.2024](https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/magdeburg-anschlag-104.html)), das ist halt Weihnachten im besten Deutschland aller Zeiten. Ich habe die Nachrichten verfolgt, gestern Abend und heute Morgen. Ich habe das schreckliche Video gesehen. Zunächst hörte man, der Täter sei »Syrer«, dann jemand »aus Saudi-Arabien«. Ja, meine ersten Assoziationen waren »Islamismus« und dass [das Blut der Opfer an den Händen der Gutmenschen klebt](https://dushan.org/die-schuld-der-gutmenschen/). Ich halte diese Assoziation für rational und vernünftig. Bei Ärzten sagt man: »Wenn du Hufgeklapper hörst, dann denke an ein Pferd, nicht an ein Zebra.« – Sogar die professionellen Bullshitter in Politik und Redaktionen hatten wohl heimlich dieselbe erste Assoziation. Deshalb posteten sie ja sofort ihre Warnhinweise gegen »Instrumentalisierung« et cetera. ## Beispiel Beck Ein paradigmatisches Beispiel für linksgrüne Heuchelei lieferte Volker Beck. Als nach aller Lebenserfahrung davon auszugehen war, dass der Täter ein »klassischer« Islamist ist, schrieb Beck: »Egal aus welchen sozialen Gruppen der Fahrer des Wagens von #Magdeburg stammt, er ist nicht Repräsentant dieser Gruppen, sondern ein Einzelner daraus.« ([@volker_beck, 20.12.2024](https://x.com/Volker_Beck/status/1870209435588526136)/[archiviert](https://archive.is/P4TXH)) Als später klar wurde, dass der Täter sich wohl auf X irgendwann mal positiv über die AfD geäußert hatte, wurde Herr Beck nicht müde, X-Posts zu reposten, in denen der Täter als »Unterstützer der AfD« beschrieben wurde (zum Beispiel [@Freddy2805, 21.12.2024](https://x.com/Freddy2805/status/1870366156709564561)). Wir wissen es doch alle, doch wir können Herrn Beck geradezu für die Illustration dankbar sein: Dass ein Täter nicht für die Gruppe spricht, gilt bei den »Guten« des Propagandastaates nur für *muslimische* Täter. Wenn ein Täter sich bei seiner Tat auf den Islam beruft, wenn er in die islamische Community eingebunden ist, wenn er aktives Mitglied einer Moscheegemeinschaft war, und wenn seine Tat buchstäblich vom »Islamischen Staat« motiviert ist, dann hat seine Tat für die Propaganda dennoch »nichts mit dem Islam zu tun«™ – und jede anderslautende These ist bloß »Hass & Hetze«. Hat aber ein Täter sich unter tausend wirren Posts einmal positiv über die AfD geäußert – ohne je als Person irgendwie eingebunden zu sein –, wird die deutsche Journaille nicht müde, diese Äußerung in Dauerschleife zu berichten, bis bei allzu vielen deutsche Schäflein diese Verbindung als zentraler Fakt hängenbleibt. ## Die wahre Wahrheit Ich halte die zentralen Thesen der deutschen Propaganda bezüglich der Tat von Magdeburg für *falsch* und teils auf perfide Weise *gelogen*. Der »Arzt aus Saudi-Arabien« brachte schon vor seiner Tat *vieles* mit, was dazu geeignet ist, an seiner psychischen Stabilität zu zweifeln. Das X-Profil des Täters ([@drtalebjawad](https://x.com/drtalebjawad), Stand 21.12.2024 noch online) zeichnet in vielen, zumeist auf Arabisch geschrieben Posts einen besessenen Anti-Islamisten. Die Propaganda etikettiert Taleb Al Abdulmohsen als »Islamkritiker« (wahlweise auch »Islamkritiker und AfD-Anhänger«), doch das ist irreführend. Der Arzt »kritisierte« Islam nicht einfach nur, wie du oder ich es auch tun würden – und *sollten*, wenn wir denkende Menschen sind! Der Arzt hatte sich vom Islam losgesagt, doch er schien noch immer sehr mit sich und seiner alten Heimat zu ringen. Seine Posts und Reposts thematisieren etwa die Steinigung von Frauen (Link: [Vorsicht, schreckliches Video einer echten Steinigung](https://x.com/Salwan_Momika1/status/1869829164007862719)) nach islamischem Recht. Aufmerksame Bürger, die sich gestern durch die X-Timeline von @DrTalebJawad durcharbeiteten, fanden unter dessen Posts mehrere, in denen er offen mit Terror gegen Deutschland und Deutsche droht – weil Deutschland seiner Meinung nach nicht genug für seine Sache tut. [Er fragt](https://x.com/dushanwegner/status/1870266912061665788) etwa: »Gibt es einen Weg zur Gerechtigkeit, ohne eine deutsche Botschaft zu bomben oder beliebige Deutsche abzuschlachten?« Ulf Poschardt [merkt sehr richtig an](https://x.com/ulfposh/status/1870391059676856667): »Wer einen Weihnachtsmarkt angreift, will ein Symbol christlicher Identität angreifen.« Der Täter von Magdeburg mordete auf dem Weihnachtsmarkt, griff also christliche Identität an. Er wollte buchstäblich »beliebige Deutsche abschlachten«. Doch die Propaganda macht aus ihm »AfD-Anhänger« und »Rechtsextremer« sowieso. Es sind bemerkenswerte »Rechte«, die in Video-Interviews von sich selbst sagen, Linke (wörtlich: »Leftist«) zu sein ([@Hartes_Geld, 21.12.2024](https://x.com/Hartes_Geld/status/1870383934611070981)). Ich sage euch: Ihr verachtet Journalisten – zumindest die, die sich zu Rädchen im Propagandabetrieb machen lassen – nicht genug. ## Offenbar nicht ernst Die üblichen Verdächtigen des Propagandastaates fuhren erst mal mit Volldampf auf der Islamkritiker- und AfD-Anhänger-Schiene. Doch denkende Menschen sahen zu viele Brüche und Widersprüche – und offene Fragen. Der Täter wird als »Ex-Muslim« bezeichnet – und bezeichnete sich auch selbst so, sehr lautstark. Doch Ex-Muslime leben gefährlich und brauchen Gemeinschaft. Als aber andere Ex-Muslime ihn kontaktierten, lehnte er es offenbar ab, »seine Geschichte und andere Themen vor der Kamera zu erzählen« ([@BrotherRasheed, 21.12.2024](https://x.com/BrotherRasheed/status/1870307407181512784)). Warum? Ex-Muslime, deren Glaubwürdigkeit als solche *nicht* bezweifelt wird, glaubten schon in der Vergangenheit diesem Arzt Taleb nicht. Ali Utlu etwa hielt und hält ihn für einen Fake-Ex-Muslim, sogar möglicherweise für einen ausländischen Agenten: »Er war weder echter Atheist, noch ex-Muslim. Es war Taqiyya.« ([@AliCologne, 21.12.2024](https://x.com/AliCologne/status/1870442339677753655)) – Hamed Abdel Samad schreibt, nach seiner Einschätzung sei dieser Mann entweder ein Verwirrter oder ein Maulwurf« ([@WolfMalca, 21.12.2024](https://x.com/WolfMalca/status/1870395429520850973)). – Wir sollten den »smell test« von Insidern nicht unterschätzen! Denen, die *wirklich* Ex-Muslime sind, »riecht« der Täter nicht nach Ex-Muslim, und zwar schon länger nicht. Im Internet kursieren derweil Screenshots, die Versuche belegen, seine Drohungen gegen Deutsche bei den Behörden zu melden – doch die nahmen es offenbar nicht ernst ([@Moraqeb2020, 21.12.2024](https://x.com/Moraqeb2020/status/1870287560993583464)). Ich frage mich inzwischen ernsthaft, wie viele brutale Verbrechen in Deutschland passieren können oder ungeahndet bleiben, weil die Polizei damit beschäftigt ist, die Quengel-Anzeigen von Habeck & Co. abzuarbeiten ([bild.de, 21.11.2024](https://www.bild.de/politik/inland/805-strafantraege-kein-minister-zeigt-so-viele-buerger-an-wie-habeck-673ef9084df82f515063e1e6)). Laut (bislang unwidersprochenen) Berichten in den sozialen Medien verlangte Saudi-Arabien die Auslieferung des Arztes ([@stillgray, 20.12.2024](https://x.com/stillgray/status/1870257498302886149)). Nein, Deutschland sollte wahrlich nicht jedem Auslieferungswunsch aus Staaten wie Saudi-Arabien nachkommen – aber zumindest mal hinschauen, was es mit der betreffenden Person auf sich hat, das wäre doch drin, oder?! ## Elemente der alten Ideologie Wenn der Täter *wirklich* das gewesen wäre, als was die deutsche Propaganda ihn zeichnet, wäre er dann nicht statt in einen deutschen Weihnachtsmarkt eher in eine *andere* Art von Menschenmasse gefahren? Es scheint alles sehr wenig Sinn zu ergeben – bis man ein längst vorhandenes und erschreckend genau passendes Schema zur Erklärung ansetzt, und das hat mit altmodischer, bewährter Psychologie zu tun. Bei Apostaten und Abtrünnigen, welche eine Ideologie verlassen, ist regelmäßig zu beobachten, dass sie Muster ideologischer Verbissenheit mitnehmen, nur diese eben in (scheinbar?) umgekehrte Richtung anwenden. Religiöse Konvertiten – auch »Konvertiten« zum Atheismus – sind bekanntermaßen häufig extra-religiös – oder extra anti-religiös. Doch diese Leute begehen in ihrem Verhalten einen logischen Fehler! Das Gegenteil von feurigem Glauben an einen Gott und seine Religion ist nicht der feurige Nicht-Glaube, sondern eher eine Art kritischer Gleichgültigkeit. Wenn Menschen sich von einer Ideologie distanzieren, kann die kognitive Dissonanz (die psychische Belastung, die entsteht, wenn zwei gegensätzliche Überzeugungen gleichzeitig bestehen) dazu führen, dass sie eine neue, extrem entgegengesetzte Überzeugung annehmen, um das innere Gleichgewicht wiederherzustellen. Dieses neue Verhalten kann aber immer noch Elemente der alten Ideologie spiegeln. ## Zerrissen durch Unbekümmertheit Ideologien sind oft zentral für die Identität einer Person. Wenn jemand eine Ideologie verlässt, kann er oder sie eine neue Identität suchen, die jedoch dieselben psychologischen Bedürfnisse nach Zugehörigkeit, Bedeutung und Struktur erfüllt. Diese neue »Anti-Identität« könnte ähnliche Mechanismen wie die alte Ideologie nutzen. Es ist also psychologisch tatsächlich konsequent, dass der Anti-Muslim in Magdeburg auf einen *Weihnachtsmarkt* fuhr. Er tat es, so meine »philosophische Theorie«, aus *Zerrissenheit*. Ich gehe davon aus, dass der Täter von Magdeburg aus ähnlichen psychologischen Gründen in den Weihnachtsmarkt fuhr, wie Islamisten in den Weihnachtsmarkt fahren oder Klimaspinner alte Gemälde verunstalten (siehe dazu den Essay [»Islamisten, Klimaspinner … wir«](https://dushan.org/islamisten-klimaspinner-wir/)): Diese Täter leiden unter einer tiefen, sehr schmerzhaften Zerrissenheit. Und in ihrer Psyche ist *einer* der sie zerreißenden Aspekte die Unbekümmertheit, Tradition und Lebensfreude des Westens. Der Täter und Ex-Muslim hat am Islam gelitten, sein Herz war offenbar noch immer tief mit der Tradition und alten Heimat verbunden, und er wollte Deutsche abschlachten, weil sie seinen Anliegen gegenüber relativ gleichgültig waren. ## Keine Ressourcen Der Täter wurde anscheinend deutschen Behörden gemeldet. Seine Drohungen waren bekannt. Würde der deutsche Staat offene Terror-Drohungen etwas ernster nehmen und böse Worte gegen Sankt Habeck auch mal durchgehen lassen, dann wäre der Mordanschlag von Magdeburg womöglich verhindert worden. Die erste und letzte tatsächliche Schuld an der Tat trägt natürlich der Täter. Doch eine moralische Mitschuld tragen auch Gutmenschen, Politiker und Journalisten, dazu natürlich alle CDU-, SPD- und Grünen-Wähler. Diese Leute tragen zu dem gesellschaftlichen Klima bei, in welchem sich die Regierung gerechtfertigt fühlt, den Bürger zur Strafe für Politikerschelte morgens um 4:00 aus dem Bett zu holen – ohne Gerichtsverfahren, klar –, doch bei offenen Terror-Drohungen auf Arabisch leider keine Ressourcen mehr übrigzuhaben scheint. ## Addendum Zentrale Passagen im obigen Abschnitt »Elemente der alten Ideologie« habe ich verbatim von *Grok* übernommen, der Künstlichen Intelligenz von X ([Link zu Frage und Antwort](https://x.com/i/grok/share/zcwRItdHTlLaauP0WFlL1dJ60)). Eine »künstliche Intelligenz« half mir, den aktuellen Stand zu hier relevanten Aspekten von Reaktanz, kognitiver Dissonanz und Identität zu rekapitulieren. Dass ich diese Information von einer KI bezog, hat mit meiner Einschätzung nach der *eigentlich* wichtigsten Meldung des gestrigen Tages zu tun. Die KI-Großmacht OpenAI hat gestern »o3« veröffentlicht (siehe etwa [techcrunch.com, 20.12.2024](https://techcrunch.com/2024/12/20/openai-announces-new-o3-model/)). o3 ist ein neues KI-Modell mit bislang ungeahnten Fähigkeiten zur logischen Schlussfolgerung und dem Lösen mathematischer Aufgaben. o3 hat zum Beispiel den »American Invitational Mathematics Examination« ([siehe Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/American_Invitational_Mathematics_Examination)), einen sehr elitären Test für Spitzen-Mathematiker, mit 96,7 % bestanden. Der »Heilige Gral« der KI ist die »Artificial General Intelligence« (AGI, [siehe Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Artificial_General_Intelligence)). Man hört, dass in dem nicht unwichtigen Gebiet »höhere Mathematik« die AGI gestern erreicht wurde. Künstliche Intelligenz kann frei und zugleich hochgradig logisch hochkomplexe Probleme lösen. Welche Konsequenz wird es für Wirtschaft und Gesellschaften haben, wenn Maschinen schon heute besser *denken* können als 99 % der Menschen? So schrecklich die Ereignisse von Magdeburg sind, so sehr die Opfer unser Mitgefühl verdienen, in größerem Maßstab klingt der Anschlag von Magdeburg »nur« wie einer der letzten Akkorde einer nationalen Wahnphase. Die große Überlebensfrage der Zukunft sind Maschinen, die besser *denken* können als 99 % der Menschen. (So unrealistisch ist das ja gar nicht! Besser zu denken als deutsche *Politik*, das vermag sogar der simple Thermostat an der alten Gasheizung – der schaltet nämlich das Feuer *herunter*, wenn die Raumtemperatur zu hoch ist.) - [»Nur die AfD kann Deutschland retten« (Elon Musk)](https://dushan.org/essays/nur-afd-kann-deutschland-retten-sagt-musk/) Nur die AfD kann Deutschland retten, sagt Musk. AfD-Hasser schäumen, es ist aber logisch: Deutschland begeht Suizid. AfD ist als einzige Partei dagegen. Wer als einziger einen Selbstmörder von der Tat abhalten will, der ist eben dessen einzige Rettung. Es gibt Ereignisse, wenn die passieren, *wissen* wir einfach, dass die Welt danach eine andere sein wird. Momente, welche die Zeiten in ein *Davor* und ein *Danach* teilen. *Krieg oder* *Attentate* können solche Momente sein, überraschende Wahlergebnisse – oder deren Aufhebung. Und bisweilen ist es ein simples Posting in einem sozialen Netzwerk – wenn auch der Autor dieses Posts in diesem Fall nicht »simpel« ist. Elon Musk hat aktuell auf X gepostet: > Only the AfD can save Germany ([@elonmusk, 20.12.2024](https://x.com/elonmusk/status/1869986946031988780)). Auf Deutsch: »Nur die AfD kann Deutschland retten«. Musk postete das als »Quote«. Er zitierte ein Video ([@SeibtNaomi, 19.12.2024](https://x.com/SeibtNaomi/status/1869871557557768385)), in welchem Naomi Seibt vom »Conservative PAC« auf Englisch einige der offen anti-demokratischen Entwicklungen in Deutschland beschrieb. Naomi Seibt beschreibt, dass deutsche Mainstream-Medien de facto Friedrich Merz zum Gewinner der anstehenden Wahl erklärten und die AfD als nicht-existent behandeln. Und Friedrich Merz, wie alle übrigen Parteien, erklärte, dass er mit der AfD weder koalieren noch auch nur bezüglich politischer Entscheidungen diskutieren wird. Außerdem, so sagt Seibt, erwägt Merz die Zusammenarbeit mit Habeck. Seibt schreibt auf Englisch. Und sie verwendet einige Worte für Herrn Habeck, und wenn *du* die auf Deutsch wiederholst, dann leg lieber gleich deinen Bademantel bereit, wenn die Polizei dich morgen früh aus dem Bett klingelt. Seibt berichtet, dass Merz den national-ökonomischen Selbstmord Deutschlands weiter vorantreiben wird, wie Merz’ Breitseiten gegen Milei und Musk belegen. Seibt zeigt dann noch Video-Ausschnitte, die das gesagte mit Originaltönen belegen ([schaut es selbst](https://x.com/SeibtNaomi/status/1869871557557768385), es sind nur knapp zweieinhalb Minuten). Elon Musk aber reagierte auf das Video, indem er es auf X-übliche Weise zitierte und den Schluss zog: »Nur die AfD kann Deutschland retten.« ## Die Welt, ab jetzt Dass Deutschland mit der Politik seit Merkel auf den sozialen *und* ökonomischen zusteuert, ist per se keine neue Aussage. Seibt verwendet »Suizid« als Beschreibung der politischen Ausrichtung, die auch Friedrich Merz weiterführen will und wird. Ich selbst schrieb schon 2017, also vor sieben Jahren, über [»Suzidalismus«](https://dushan.org/suizidalismus/) als [»Name für diese Epoche«](https://dushan.org/suizidalismus/). Ich stelle auch [immer wieder](https://dushan.org/liste/) sachlich fest, dass die AfD die einzige *inhaltliche* Oppositionspartei ist. Die »CDU« oder die umbenannte SED sind ja keine vollwertigen Oppositionsparteien, ebensowenig wie etwa die Grünen unter Merkel eine waren. Außer der AfD sind alle formalen »Oppositionsparteien« doch nur »Regierungsparteien in Warteschleife«. Wenn die Regierung etwas Dummes tut, dann protestieren die offiziell gerade nicht in der Regierung befindlichen Blockparteien lediglich, dass es nicht dumm genug ist. Deutsche Mainstream-Journalisten, die noch Karriereambitionen hegen, führen sich grundsätzlich auf wie Regierungssprecher-Bewerber, und ihre Propaganda ist oft genug kreischender als die der Regierung selbst – ähnlich verhält es sich bisweilen mit der Nicht-AfD-Opposition. ## Freiheitskämpfer und so weiter Wir kennen ja das Bonmot, wonach des einen *Freiheitskämpfer* des anderen *Terrorist* ist. Man hörte diese Regel zuletzt öfter im Fall des ermordeten US-Krankenversicherung-CEOs. (Mein Essay zu jenem Ereignis heißt: [»Keine Pflicht zum Mitgefühl«](https://dushan.org/kein-mitgefuehl/).) – Ähnlich verhält es sich offenbar mit der »ausländischen Einmischung« in nationale Politik. Man liest im Kontext dieses Musk-X-Postings von AfD-Hassern, dies sei eine total unzulässige »ausländische Einmischung in den deutschen Wahlkampf« (siehe dazu etwa [bild.de, 20.12.2024](https://www.bild.de/politik/inland/elon-musk-wirbt-fuer-afd-jetzt-reden-deutsche-politiker-klartext-67654bd9a34dcb59b6667936?wtmc=twttr.shr&t_ref=https%3A%2F%2Ft.co%2F)). Das kleine Posting auf X sei »Einmischung in den deutschen Wahlkampf«, so [schimpft Julian Röpcke](https://x.com/JulianRoepcke/status/1870002902615376000) von der BILD. Herr Röpcke hat übrigens aktuell die ukrainische Flagge bei seinem Namen, nicht aber die deutsche. Für Linksgrüne ist es kein Problem, wenn etwa ein Herr Steinmeier einen Herrn Trump als »Hassprediger« verunglimpft (ich erwähnt es im Essay [»Die Kunst des Widerspruchs«](https://dushan.org/die-kunst-des-widerspruchs/)). Für Linke ist es »Antisemitismus«, es befremdlich zu finden, wenn ein George Soros »sich« in europäische und damit deutsche Politik, Medien und sogar Gesetzgebung, äh … »einbringt« (siehe dazu etwa den Essay [»Six Degrees of George Soros«](https://dushan.org/six-degrees-of-george-soros/)). In Deutschland regt man sich ganz doll auf, wenn Staaten wie Russland oder Israel ausländisch finanzierte NGOs dazu verpflichten wollen, ihre Finanzierung und damit, so Russland, ihre Funktion als ausländische Agenten offenzulegen (Info-Links: [1](https://rm.coe.int/iris-extra-2020de-auslandische-agenten-im-russischen-medienrecht/1680a0cceb), [2](https://www.bundestag.de/resource/blob/909532/b44fc20a25acfbc33996d4133bf6748b/WD-2-051-22-pdf-data.pdf), [3](https://www.timesofisrael.com/after-hours-of-debate-controversial-ngo-bill-passes-into-law/)). Für deutsche Linke ist es geradezu moralische Pflicht als Weltbürger, wenn etwa Grüne in die USA reisen und dort Tür-zu-Tür-Wahlkampf für Harris machen. Regelmäßig werden Bürger anderer Staaten von Deutschland aus dazu aufgerufen, im Sinne des Globalismus zu wählen. Zuletzt etwa die »Rumäninnen und Rumänen« von Friedrich Merz ([@_FriedrichMerz, 6.12.2024](https://x.com/_FriedrichMerz/status/1864997053308223544)), also dem schon vor den Wahlen designierten nächsten Kanzler. Und auch die an Wahnsinn grenzende Anti-Trump-Hetze von [Spiegel](https://x.com/VOSP10/status/1870083417846755763) und [Stern](https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/stern-cover-zeigt-donald-trump-mit-hitlergruss-15166547.html) sollten nicht unvergessen bleiben. Das alles sind freie Meinungsäußerungen freier Deutscher – doch wehe, ein Herr Musk setzt ein paar Wörter ab! Man seufzt über diesen neuen Tiefpunkt des längst unterirdischen Niveaus der politischen Debatte. Gerhard Papke bringt es auf den Punkt: > Schon bemerkenswert, dass dieselben deutschen Politiker und Medien, die eine regelrechte Kampagne gegen Trump und für Harris betrieben haben, sich jetzt über die Einmischung von Elon Musk in den Bundestagswahlkampf empören! ([@PapkeGerhard, 20.12.2024](https://x.com/PapkeGerhard/status/1870092123963576813)) Des einen Freiheitskämpfer ist des anderen Terrorist. Und des einen freie Meinungsäußerung ist des anderen ausländische Wahlbeinflussung – es kommt halt immer drauf an, ob derjenige sagt, was ich selbst hören will. ## Eine unpolitische Aussage Wenn Musk sagt, dass »nur die AfD« Deutschland »retten« kann, dann ist das nicht einmal eine Aussage über die AfD. Man könnte es sogar als *unpolitische* Aussage werten. Von Geburtenraten über soziale Entwicklungen bis hin zu Dauerkrise auf dem Bildungssektor, Abwanderung von Spitzenkräften und wöchentlichen Meldungen über Tausende Entlassungen: Deutschland steigt ab, »schafft sich ab«, begeht nationalen und ökonomischen Suizid. Poetisch könnte man sagen, dass Deutschland in den »[Abgrund](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/)« starrt, und wohl auch *hineinspringen* will und wird … wieder. Wenn Friedrich Merz unzweideutig klarmacht, dass er wie die übrigen Blockparteien den Weg Deutschlands in den Abgrund fortführen und vermutlich noch beschleunigen will und wird (und vermutlich zuvor noch Deutschlands Rentenversicherung bei BlackRock unterbringen), dann ist Elon Musks Aussage schlicht logisch: Wenn *alle* übrigen Parteien weiter in Richtung *Deutschland-Abschaffung* steuern wollen, dann ist die einzige Hoffnung jene Partei, die dem explizit widerspricht. Musks Aussage ergibt sich schlicht logisch und aus der Bedeutung der Begriffe: Wenn ein Land in den Abgrund unterwegs ist, kann die Korrektur dieses Weges begriffsrichtig als »Rettung« bezeichnet werden. Wenn die AfD die einzige Partei ist, die eine Alternative zum national-ökonomischen Suizid vorschlägt, dann ist sie in korrekter Verwendung des Begriffs die »einzige Rettung«. Ja, die Welt ist nach dieser Aussage eine andere. Was Musk sagte, ist nun als These unübersehbar in den Raum gestellt, und wer dagegen spricht, der muss seine Gründe und Argumente angeben. Wenn man sie aber an ihren Argumenten prüft, stehen Linke regelmäßig komplett nackig da – und es ist kein schöner Anblick. ## Keine Märtyrer Natürlich protestieren die üblichen linken Online-Krakeeler gegen Musks logische Feststellung. AfD seien »Faschisten«, bla bla blupp. In der AfD seien Rechtsextreme zu finden, außerdem seien deren Leute von Moskau ferngesteuert und so weiter und so fort. Das Problem ist, dass Musk und Deutschlands AfD-Gegner über zwei verschiedene mathematische Gleichungen reden. Elon Musk stellt fest – und wahrlich nicht nur er –, dass Deutschland, wenn es *nicht* national-ökonomischen Selbstmord begehen will, auf mehreren Ebenen einen anderen (oder: »alternativen«) Kurs einschlagen muss. Und außer der AfD sagen ja alle übrigen Partei sehr explizit, dass sie am aktuellen Abgrund-Kurs *nichts* wirklich ändern wollen. Wer als einziger einen Selbstmörder von seiner traurigen Tat abhalten will, der ist eben dessen einzige Rettung. AfD-Gegner diskutieren nicht, ob der aktuelle politische Kurs das Ende Deutschlands herbeiführen wird (siehe dazu Habecks Kneifen vor der TV-Debatte mit Weidel), und nicht wenige von denen wünschen dieses Ende ja explizit herbei. Die Blockparteien außerhalb der AfD sind sich de facto im »Nie wieder Deutschland« einig; sie unterscheiden sich nur in der Gewichtung der Maßnahmen, ob man den Schwerpunkt auf die Verschleuderung deutschen Geldes, die Zerstörung der Wirtschaft und Energieversorgung oder das Aufgehen in der EU legt. AfD-Gegner gebärden sich wie religiöse Fanatiker, die lieber in den Tod gehen, als eine rein ideologische »Brandmauer« zu missachten. Das »Problemchen« der Logik von AfD-Hassern ist aber, dass sie ein ganzes Land samt Kindern und vielen Unschuldigen mit in den Abgrund reißen. AfD-Gegner sehen sich als Märtyrer, die eher den Tod in Kauf nehmen, als »unmoralisch« zu wählen, doch sie reißen ein ganzes Land mit in den Abgrund, und damit ähneln sie eher Selbstmord-Attentätern. - [Moral beginnt mit Überleben](https://dushan.org/essays/moral-beginnt-mit-ueberleben/) Wir haben gelernt, Instinkte von ihrem natürlichen Sinn zu trennen. Sex ohne Fortpflanzung, Zucker ohne Nährstoffe … und der Zweck von Moral ist, das Überleben der Gruppe zu sichern. In Deutschland aber versucht man eine Moral OHNE Überleben als 1. Wert! Wahrlich, ich sage euch, ihr werdet euch noch wünschen, in Deutschland würde man sich »nur« [*Orwells 1984*](https://dushan.org/klassiker/1984/) zum Vorbild nehmen – und nicht auch noch Monty Python! Lasst mich erklären, und lasst mich bei *Adam und Eva* beginnen, und mit *Adam und Eva* meine ich das, was sich der Herr Darwin so ausgedacht hat! ## Es sind jene Triebe Wichtige Funktionen, die von unserem *Willen* und unseren *Handlungen* unabhängig sind, baut die Evolution ohne weitere Nachfragen in unsere Körper ein, etwa die Funktionen der Körperzellen. Einige evolutionär wichtige Funktionen aber sind darauf angewiesen, dass wir sie ausführen. Sie erfordern eine *Handlung* des Menschen. Diese fürs Überleben notwendigen Handlungen motiviert die Evolution, indem sie intensive *Gefühle* mit diesen Handlungen verbinden. Es sind jene Triebe, die wir schon mal »animalisch« nennen – offenbar werden sie auch von Tieren geteilt. Wir verorten sie als *das Tierische* tief in uns. Wir denken hier etwa an die Lust am Essen, die Lust an der Fortpflanzung, aber auch an die Angst vor Bedrohung oder die Sehnsucht nach Sicherheit. Und dann wäre da noch *die Moral*. ## Nicht klebrig und auch nicht zu leicht Ethik und Moral sind ebenfalls von der Evolution einprogrammiert, und zwar mit demselben Ziel wie die traditionell als *animalisch* beschriebenen Triebe. Wir formulieren bisweilen, dass die Evolution dieses oder jenes *will* oder dass die Evolution uns etwas *einprogrammiert* hat. Tatsächlich ist das eine Zuschreibung von Intention und aktiver Handlung, welchen die tatsächliche Kausalität umkehrt. Evolution ist wie ein *Filter* oder *Sieb*: Durch ein Sieb, durch das ein Kind im Sandkasten den Sand siebt, gelangen nur die feineren Sandkörner hindurch, während die gröberen Sandkörner hängen bleiben. Die Evolution *will* bestimmte Eigenschaften genauso viel oder wenig wie das Sieb, das nur die feinen Sandkörner durchlassen *will* oder das »Kleinsein« den durchgelassenen Sandkörnern »einprogrammierte«: Das Sieb lässt nur jene Sandkörner durch, die diese Eigenschaften *von selbst* hatten*.* Warum ist das Sandkorn im gesiebten Sandhaufen recht klein, warum ist es nicht klebrig und auch nicht zu leicht? Weil es sonst nicht durch das Sieb gelangt wäre. Und warum hat der Mensch eine Moral? Weil Menschengruppen ohne angeborenen moralischen Kompass jenen Menschengruppen unterlegen waren, denen eben Moral angeboren war. Menschengruppen ohne moralischen Kompass wurden von der Evolution *ausgesiebt*. (Poetisch gesprochen: Ohne moralischen Kompass verlaufen sich die Menschen früher oder später im Dickicht der Beliebigkeit.) ## Sonst mit Obst einher Moderne Gesellschaften sind sehr stolz darauf, dass es ihnen gelang, animalische Triebe von dem von der Evolution vorhergesehen Zusammenhang zu trennen. Durch Verhütung wurde Sex von der Fortpflanzung getrennt (aber nicht sofort von der emotionalen Bindung; siehe dazu auch Essay [»Lily hatte Sex mit 101 Männern«](https://dushan.org/lily-hatte-sex/)). Die Evolution »wollte«, dass wir Spaß am Sex haben, doch durch Verhütung trennten wir Sex von der wichtigen Funktion, das Überleben der Gruppe zu sichern. Industrielle Nahrungsproduktion trennte Zucker von den Vitaminen und Ballaststoffen, die sonst mit Obst einhergingen. (Diese Trennung von Lustobjekt und Nutzlast zu sehen ist essenziell für das Verständnis der moderenen *Conditio Humana Collectiva*. Ich sprach darüber auch in den Essays [»Er Machete, du denk nach«](https://dushan.org/er-machete-du-denk-nach/) und [»Neue deutsche Zerrissenheit«](https://dushan.org/neue-deutsche-zerrissenheit/).) Die Evolution »wollte«, dass wir uns nach Süßem, Fettigem und Salzigem sehnen – doch wir trennten es von wichtigen Nährstoffen, wir trennten den Fruchtzucker von der Frucht (und von der gesunden Anstrengung, welche die Zuckerbeschaffung früher einforderte). Der modernen Moral, ob man sie nun »woke« oder »linksgrün« etikettiert, gelang es, die *Moral* von ihrer Funktion fürs *Überleben* zu trennen. ## Zu überleben – egal, wie Der erste Zweck der Moral – wie *aller* angeborenen Funktionen – ist das Überleben. An dieser Stelle ließe sich einwenden, dass doch manche moralischen Gefühle den Menschen dazu motivieren, das eigene Leben für ein moralisches Prinzip zu opfern. Denken wir nur an Märtyrer, an Eltern und sonstige Helden! Nun, diese Menschen, die ihr Leben für einen moralischen Zweck opfern, widerlegen damit nicht das Überleben als höchsten moralischen Wert, sondern *bestätigen* es. Die Evolution »will« … Pardon: Das Sieb »Evolution« lässt jene Menschen durch, denen es zu eigen ist, die DNA der *Gruppe* weitergeben zu wollen. Wenn Menschen bereit sind, ihr Leben für eine *Gruppe* dahinzugeben, wird die DNA dieser Gruppe eher überleben. (Deshalb werden auch alle UN-Pläne scheitern, die darauf abzielen, natürliche Gruppen in großem Maßstab aufzusprengen. Die Evolution »programmierte« uns ein, die DNA der Gruppe bewahren zu wollen. Du sollst deinen *Nächsten* lieben wie dich selbst.) Doch natürlich wird eine Gruppe auch nicht überleben, wenn alle sich immerzu opfern wollen. Nein, das Prinzip der Evolution ist *nicht* ein »Überleben des Stärkeren«. Das Prinzip der Evolution ist »Überleben des Überlebenstüchtigeren«. Es überlebt, wer besser darin ist, zu überleben – egal, wie. Überleben erfordert ein fein austariertes Verhältnis von individuellem Überlebenswillen *und* der intensiv empfundenen Verantwortung für die Gruppe. Höheren Mächten ist es gelungen, westliche Gesellschaften – den deutschen »Untertan« vorneweg – von einer Moral zu überzeugen, welche das Überleben von der Moral abgetrennt hat – und zwar sowohl das kollektive als auch das individuelle Überleben! Warum taten diese »höheren Mächte« das? Ich weiß es nicht. (Ich habe verschiedene Erklärungen gehört. Klangen alle leider etwas rätselhaft, geradezu irritierend.) ## Weder gedreht noch aufgeführt Wir kennen die Loretta-Szene aus Monty Pythons *Life of Brian *([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=jlo7YZW8vPA)). Der Charakter Stan besteht darauf, eine Frau zu sein und »Loretta« genannt zu werden. Es sei außerdem sein Recht, Babys zu haben. Der von John Cleese gespielt Reg fährt ihn an: »Du hast keine Gebärmutter! Wo soll der Fötus reifen? Wirst du ihn im Pappkarton aufbewahren?« Wir ahnen, dass moderne Totalitäre wie die Grünen heute Monty Python von der Polizei die Haustür eintreten lassen würden. *Life of Brian* könnte heute weder gedreht noch aufgeführt werden – aber nicht wegen Blasphemie, sondern wegen »Transphobie«! Die köstliche Loretta-Szene ist aber nicht die einzige Vorab-Geschichtsschreibung über den Westen insgesamt und Deutschland im Besonderen! In den finalen Szenen, als Brian ans Kreuz genalgelt ist, und kurz bevor er »Always look at on the bright side of life« singen wird, stürmt eine Garde namens »Judean People’s Front« heran. Die römischen Soldaten fliehen vor den wie Samurai gekleideten Kriegern. In Brian erwacht neue Hoffnung. Was aber tun die Samurai? Sie ziehen mit großem Gestus ihre Kurzschwerter und begehen den traditionellen japanischen Selbstmord *Sepuku* (wenn auch im Stehen). Manchmal kann ein Selbstopfer moralisch gerechtfertigt sein – aber doch nur, wenn es auch wirklich einem höheren Zweck dient! Brian seufzt am Kreuz. »Denen haben wir es gezeigt«, sagt der Anführer der »Judean People's Front«, bevor er sich selbst beendet. »You silly sods«, sagt Brian, also etwa: »Ihr dummen Trottel!« Und wir denken uns: Ach, wenn Deutschland sich »nur« [1984](https://dushan.org/klassiker/1984/) zum Vorbild nehmen würde, und nicht auch noch Monty Python. Ich sage euch: Wenn eure Moral nicht als 1. Wert das *Überleben* enthält, dann ist sie schlicht keine Moral, sondern irgendein vorübergehender Wahn. Habt den Mut, aus dem kollektiven Suizidalismus auszuscheren! Legt für euch selbst eure [Relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) fest, und dann verteidigt diese. Prüft alles, glaubt wenig, denkt selbst – und vergesst nicht, was [Brian uns lehrte](https://www.youtube.com/watch?v=BgaBuMv_BvA): Ihr seid alles Individuen!                             - [Die Kunst des Ab- und Aufstiegs als Essay](https://dushan.org/essays/textarbeiter/) Nachzudenken bedeutet heute, täglich in einen Abgrund zu steigen – und zuletzt (hoffentlich) wieder aufzusteigen. Wenn der Wiederaufstieg gelingt, tut das emotional gut. Doch wir »graben« ja auch nach Wahrheit. Warum muss das nur so anstrengend sein? Vor Jahren erdachte ich einen Vortrag mit dem Titel »Ethik für Roboter«, und ich sandte es als Vorschlag ans Team von *re:publica* (damals hatten sie in meinem Kopf noch nicht das Image »Staats-Propaganda«). *Warum* wurde ich schnöde abgelehnt? Wurde meine Idee einfach nicht als *bahnbrechend* erkannt? War die Idee gar zu gruselig – oder war sie *irrelevant *mangels meiner Verbindung in *relevante* linke Kreise? Vielleicht waren die Zuhörer einfach noch nicht bereit für meine *Totale Ethik-Theorie*. – Nun, aus dieser kleinen Ego-Delle entwickelte sich ein Masterplan: ein Buch namens [»Relevante Strukturen«](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/). Und zu den *Relevanten Strukturen* [eben diese Essays](https://dushan.org/liste/), immerhin 2.240 (mit diesem). ## RS, die Fortsetzung Natürlich ging es bei der Idee einer »Ethik für Roboter« nicht nur/primär um die moralischen Tugenden der Datenkraken und (aus damaliger Sicht) Zukunftsmaschinen. Ich grabe nach Regeln, die in jeder denkbaren Realität prüfbaren Bestand haben, ob das Denken und Gewissenprüfen auf Silizium oder auf traditioneller organischer Graumasse läuft. Intern (sprich: im Selbstgespräch) pflege ich die *Relevanten Strukturen* als »RS« abzukürzen. Und die RS beschreiben, wie ich vorhersage, was sich am Ende einer Debatte zuverlässig als *gut* und was als *böse* erweisen wird. Ich nutze die RS-Theorie zur zuverlässigen *Vorhersage*. (Ich wusste, dass die zuverlässige Vorhersage ein Erkennungszeichen richtiger(er) Theorien ist. Später sollte ich aus spätjugendlicher Naivität erwachen und begreifen, dass es einer Mehrheit meiner lieben Mitbürger gründlich *egal* ist, ob sich Vorhersagen erfüllen – die glauben, womit sie sich als brave Rädchen ins soziale Gefüge einsortieren können, auch wenn es sich dreimal täglich als *falsch* und *böse *erweist.) Die RS-Theorie ist ein [»reverse engineering«](https://de.wikipedia.org/wiki/Reverse_Engineering) unserer moralischen Empfindsamkeiten. Heute aber will ich euch eine erste Skizze darüber vorlegen, wie und was ich denke, wenn ich mich an einen Essay setze – in ähnlichem Geiste und auf gewisse Weise als *Fortsetzung* der RS. ## Die Metapher Der Beginn eines Essays soll Sie, den geschätzten Leser, erst dazu bewegen, überhaupt den vorliegenden Text zu lesen – und dann sogleich, über den ersten Satz und Absatz hinaus *weiterzulesen*. Der Anfang dass Sie also weder langweilen noch ganz zufriedenstellen! So weit, so offensichtlich. Der Anfang muss – so sage *ich* zumindest – auch eine gewisse *Stimmung* setzen, welche das Gemüt erst in den rechten produktiven Status versetzt. Die ersten Passagen sind das Tor zum begleiteten und zeitlich begrenzten Abstieg des Lesers in einen [*Abgrund*](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/). In jedem Essay steigen wir gemeinsam hinab, wie Orpheus in die Unterwelt. Und doch, wenn mir ein würdiges Ende einfiel, so wollen wir doch wieder hinaufgestiegen sein, und zwar *mit* Eurydike. Wenn eine aktuelle Nachricht besprochen wird, kann der Essay-Anfang in ebendieser bestehen. Der Essay-Anfang kann, wie in *diesem* Text, ein Rückgriff auf eine relevante Erinnerung sein, eine Metapher oder eine kulturelle Referenz. Eine Zeit lang eröffnete ich mit asiatisch inspirierten, aber eigenen »Meister-Geschichten«. (Etwa [»Regeln und Zweck«](https://dushan.org/regeln-und-zweck/) und [»Grenzen? Pfft… Drehtüren!«](https://dushan.org/drehtueren/); ich erlaubte mir diesen [Spaß auch für Tichys Einblick](https://www.tichyseinblick.de/meinungen/impeachment-und-die-in-redaktionen-sterbende-demokratie/).) ## Die Nachricht Spätestens nach der Metapher sollte die »erwartete Nutzlast« des Essays geliefert werden. Da viele Leser mich für einen politischen Essayisten halten, sollte ich spätestens nach der Einleitung »liefern«, was besprochen werden soll. Die Nachricht gab natürlich regelmäßig den Anstoß für den Text, inspirierte die improvisierte Spontanphilosophie. Doch ich muss mich oft genug selbst bremsen, beim Editieren des Essays nicht die Nachricht wieder zu löschen. (Und manchmal tue ich es doch – aus »strategischen« Gründen.) Die Nachricht ist der Knochen, aus dessen Mark man eine Suppe kocht, den man aber doch herausnimmt, bevor man die Suppe serviert. Nun, ich lasse den Knochen drin, den metaphorischen Hühnerkopf und -fuß ebenso, schlicht damit der Leser weiß, wovon zum Kuckuck ich rede. ## Die Erklärung Nach Einstieg (Metapher) und Abstieg (Nachricht) verdient der Leser, so meine ich, einen Grund vor sich selbst, warum er sich diese Mühe antut. Ich sollte eine *Erklärung* liefern. Eine Erklärung, von der ich in der für mich typischen Bescheidenheit meine, dass nur ich sie liefern kann. Die philosophische, moralische und so weiter *Bedeutung* dieses konkreten Abstiegs. Ich zeige die *relevanten Strukturen* und *Konflikte* auf. Einmal die Konflikte der beschriebenen Akteure. Ich beschreibe die Widersprüche zwischen den im jeweiligen Essay behandelten Entwicklungen und grundsätzlichen Werten wie dem *Überleben*. Wir – sprich: der Leser und ich – sollen eine berechtigte Befriedigung verspüren, dass wenn wir schon wenig *ändern* können an diesen oder jenen Missständen, wir sie doch zumindest *verstanden* haben. Jeden Tag zumindest etwas weniger dumm schlafen gehen, als man am Morgen aufwachte, ist doch ein würdiges Lebensprinzip – und der Abschnitt *Erklärung* nach *Einsteig* und *Nachricht* soll bei der Erfüllung genau dieses Prinzips helfen. ## Die Reprise Wenn ich etwa unsere *Gefühle* ob eines Missstandes in Worte fasse, und wenn ich dies als Teil der *Erklärung* leiste, dann ist eine solche *Erklärung* der *Boden* und *tiefste Punkt* unserer essayistischen Abstiegs. Nach der Erklärung sollte der *Aufstieg* beginnen. Um sicher aufzusteigen, gerade wenn man bereits etwas erschöpft ist, ist es gut, etwas zu haben, woran man sich *festhalten* kann. An dieser Stelle also empfiehlt es sich, die Metapher vom Essay-Anfang neu aufzugreifen. Der Essay kann beleuchten, wie und warum die Metapher die in der Nachricht und ihrer Erklärung deutlich gewordenen Konflikte beschreibt. Die Verfremdung als Metapher macht es aber auch leichter, die Konflikte emotional als solche zu akzeptieren. Ja, vielleicht hilft die Metapher an dieser Stelle nun, Lösungsansätze zu finden – zumindest zur Frage, wie man *selbst* mit dem Konflikt »klarkommt«. Dem wohlmeinenden Leser mag es bisweilen »brillant« vorkommen, wie dem Autor schon zu Beginn eine Metapher einfiel, die nun plötzlich so viel Sinn ergibt. Tatsächlich ist es aber so, dass an dieser Stelle des Schreibprozesses oft genug gewisse Korrekturen der Metapher notwendig werden – und bisweilen formt sich an dieser Stellen eine neue Metapher, welche dann nachträglich als Anfang eingefügt wird. (Man möchte hier schwärmerisch sagen: Sind nicht *aller* Text und alle *Erkenntnis* immer der Platzhalter für jeweils bessere Erkenntnis? (Außer natürlich »die Wissenschaft« im TV, die ist immer endgültig und absolut, auch und gerade dann, wenn sie der »Wissenschaft« vom Vortag diametral widerspricht.)) Bisweilen wird dem Essayisten an dieser Stelle des Schreibens auch klar, dass die Nachricht eigentlich *ihre eigene Metapher* ist, dass sie gar keine erklärende Verstärkung braucht – und dann heißt es: großzügig markieren und löschen! Das Ziel dieses Abstiegs ist der Aufstieg, und dafür hilft es nicht, *zweimal* den Abstieg zu unternehmen. ## Der Aufruf Nach Wittgenstein ist es die Aufgabe der Philosophie, »der Fliege den Weg aus dem Fliegenglas« zu weisen. Wenn die »Fliege« also nach draußen geführt wurde, wäre es hilfreich – auch damit sie nicht gleich wieder in die Falle fliegt –, dem Tierlein eine Richtung zu zeigen, in welcher sie fliegen könnte, um sich zumindest *eine Zeit lang* die neu gewonnene Freiheit zu bewahren. (Ich habe übrigens keine Schwierigkeiten damit, hier den Leser metaphorisch als »Fliege« zu beschreiben. Es ist ja zuerst *mein* Auf- und Abstieg, den ich im Essay protokolliere. *Diese* Fliege sucht den Ausweg aus der Falle – und ist *sehr* froh darum, bei dieser Suche nicht die einzige Fliege zu sein.) Bei einer Meditation, so sagen buddhistische Praktiker, soll der Mensch, der aus der Meditation aufsteht, ein anderer sein, als der, der die Meditation begann. So ähnlich geht es mir mit den Essays, diesen täglichen Ab- und Aufstiegen: Ich will nach jeder geleisteten Denkarbeit *etwas* an mir besser verstanden haben, will ein anderer Mensch sein. Etwa so: ein Mensch, der die Welt sieht, wie sie ist, und doch die Hoffnung behält. ## Dann weiß ich »Wofür das alles?«, so fragt sich Sisyphos, und so *könnte* ich mich fragen, wenn ich ein vernünftiger Mensch wäre. »Ach, das ist doch bloß wortreiche Nabelschau«, so versicherten mir ehemalige Weggefährten, »pathetisch, larmoyant, wenig profitabel und damit weitgehend nutzlos.« Leser wiederum sagen mir, dass ein Nutzen dieser Essays, dieser täglichen Auf- und Abstiege, darin liege, einander zu versichern, dass man in diesen grübelnden Gedanken *nicht allein* ist. Der Schmerz der Einsamkeit kann auch den denkenden Menschen treffen! Indem ich vorlege, wie *ich* versuche, am Wahnsinn der Zeit nicht selbst wahnsinnig zu werden, können andere für sich eigene, wirksame Methoden entwickeln. Und doch, diese Begründungen sind ein Stück weit *egoistisch*, das sei zugegeben; oder zumindest »ich-perspektivisch«. (Als ob es eine andere Perspektive gäbe …) Ich denke aber, dass da noch *mehr* ist. Dein und mein Gefühl sind *relevante Strukturen*, doch wenn es die einzige RS wäre, dann wäre der Vorwurf der Nabelschau tatsächlich treffend. ## Nicht vergraben Indem wir versuchen, die ehrlichmöglichste Sprache für die »Situation des Tages« zu finden, selbst und gerade wenn diese einen »Abstieg« in einen »Abgrund« bedeutet, dann stehen die Chancen gut, darin eine *Wahrheit* zu finden. Wir könnten ja an dieser Stelle eine *andere* Metapher einführen – die ich zwar zum [*Essay-Song*](https://youtu.be/4CvB1IVerDc) mache, aber nicht »nachträglich zu Beginn« einführe. Wir könnten poetisch formulieren: Wir *graben nach der Wahrheit*. (Das wird uns bei Propaganda, Journalisten und re:publica wahrlich nicht beliebter machen, haha. Die graben nach etwas anderem.) Jeden Tag, zu jedem neuen Thema beschreiben wir ehrlichstmöglich, was wir sehen und fühlen – und auf gewisse Weise ist diese Tätigkeit der Versuch, im Bergwerk des täglich Gesagten *die Wahrheit* zu finden. Ich grabe nach der Wahrheit – doch wenn ich eine endgültige Wahrheit »*finde«*, dann weiß ich, dass ich mich »ver-graben« habe. - [Im Kreis, robuster Magen ratsam (Habeck vs. Weidel)](https://dushan.org/essays/achterbahn-mit-habeck-und-weidel/) Habeck gegen Weidel bei TV-Duell, nicht gegen Scholz od. Merz. Grüne sind sauer. Staatsfunker verweisen auf Umfragewerte. ABER: Wären die Journos ehrlich (😂), müssten Grüne (11,5 Proz.) gegen SPD (16,5) diskutieren – und die CDU (31,5) gegen AfD (19,5)! Geht es auch bergab, so geht es doch nicht – immerhin ein Trost? – in *gerader Linie* bergab. Es ist viel besser, es ist: *aufregend!* Wir drehen uns im Kreis. In diesen Tagen wird getestet, wessen staatsbürgerlicher Magen wie robust ist. Unsere Gesamtlage hat etwas von einer Achterbahnfahrt – einer sehr speziellen Achterbahnfahrt, mit Spiralen abwärts. Wir sind Passagiere einer Achterbahn, und diese Achterbahn wurde von Politikern geplant: Es geht nicht hoch hinaus und dann mit viel Spaß herunter. Es geht seit einiger Zeit schon *nur* bergab, allerdings ins Kreisen, rund und rund und rund! Diese Achterbahnfahrt hat eine Tonspur, hat dröhnendes, erbarmungsloses Audio. Die Tonspur dieser Achterbahnfahrt ist das Gelaber der *Diskussionsrunden*. ## Die Nachricht So *sinnlos* und *frustrierend* die Kreisfahrt in Debattenrunden und Laberzirkeln auch sein mag – diejenigen, die vorn sitzen, streiten sich um die besten Plätze auf dieser Abwärts-Achterbahnfahrt. Und derzeit sind die Grünen gar nicht zufrieden mit dem ihnen zugeteilten Sitzplatz. Die politische Ausrichtung der Grünen wäre mit »beleidigte Totalitäre« nicht vollständig falsch beschrieben. Die Hausdurchsuchungen und hohen Strafen, welche aufsässige Bürger in diesen Monaten und Jahren erleiden müssen, stammen zum guten Teil daher, dass die grüne Postdemokratie eben nicht »nur« *totalitär* ist, sondern dass ihre Funktionäre auch – aus gutem Grund! – im Innersten zutiefst verunsichert sind. Und wer innerlich *verunsichert* ist, der fühlt sich von allem und jedem *beleidigt*. Das neueste Beleidigtsein der Grünen wird getriggert vom gar frechen Vorschlag von ARD und ZDF ([welt.de, 17.12.2024](https://www.welt.de/politik/bundestagswahl/article254894406/Bundestagswahl-Habeck-soll-in-TV-Duell-gegen-Weidel-antreten-Gruene-kritisieren-ARD-und-ZDF.html)), dass der »Kanzlerkandidat« Habeck nicht gegen Scholz und Merz antreten soll, sondern gegen Alice Weidel von den »Unberührbaren«. ARD und ZDF argumentieren mit Umfragewerten: »Begründet hatten ARD und ZDF ihre Entscheidung so: Die Union liege ›laut Umfragewerten deutlich vor allen anderen Parteien‹, Friedrich Merz (CDU) sei der ›aussichtsreichste‹ Herausforderer von Scholz.« ([welt.de, 17.12.2024](https://www.welt.de/politik/bundestagswahl/article254894406/Bundestagswahl-Habeck-soll-in-TV-Duell-gegen-Weidel-antreten-Gruene-kritisieren-ARD-und-ZDF.html)) Es ist wie so vieles im Staatsfunk nicht wirklich plausibel. Nach den neuesten Umfragen (INSA, 16.12.2024) müsste es Merz sein (CDU: 31,5 %), der gegen Weidel (AfD: 19,5 %) debattiert. Die SPD liegt mit 16,5 % auf dem dritten Platz, die Grünen mit 11,5 % abgeschlagen auf dem vierten. Die Grünen sagen vermutlich sogar die Wahrheit, wenn sie vermuten ([@katdroh, 16.12.2024](https://x.com/katdro/status/1868753146379747790?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1868753146379747790%7Ctwgr%5E500168b10ef1c3c13c226098f50359b630e787fb%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.welt.de%2Fpolitik%2Fbundestagswahl%2Farticle254894406%2FBundestagswahl-Habeck-soll-in-TV-Duell-gegen-Weidel-antreten-Gruene-kritisieren-ARD-und-ZDF.html)), dass ARD und ZDF hier freundliche »Unterstützung zurück zur Groko« leisten. Die Grünen sind nicht grundsätzlich dagegen, dass ARD und ZDF die Wahlen manipulieren (seien wir ehrlich: wofür sonst wären sie da?) – die Grünen sind *beleidigt*, weil einmal nicht zu ihrem Vorteil manipuliert wird. Die Grünen aber finden das alles »unter vielen Gesichtspunkten sehr fragwürdig und inakzeptabel« ([welt.de, 17.12.2024](https://www.welt.de/politik/bundestagswahl/article254894406/Bundestagswahl-Habeck-soll-in-TV-Duell-gegen-Weidel-antreten-Gruene-kritisieren-ARD-und-ZDF.html)). Man muss befürchten, dass morgen früh beim verantwortlichen Staatsfunker eine Hausdurchsuchung ansteht. Irgendein williger Staatsanwalt und ein Richterfreund werden sich schon finden lassen. ## Analyse des Zwickmühlenprogramms Manchem von uns wird schwindelig und übel, doch die Jahrmarktschreier in der 20-Uhr-Propaganda brüllen: »Einsteigen und dabeisein! Wer hat noch nicht, wer will noch mal?!« Wo wollen wir mitfahren? Wagen wir eine Fahrt mit der Achterbahn *Energiepolitik-Debatte*? Versuchen wir die große Looping-Bahn *Industriepolitik*? Oder riskieren wir alles im Freefall-Turm »Migrationsdebatte«? Niemand, wirklich niemand auf diesem Planeten glaubt, dass diese TV-Debatten die deutsche Achterbahnspirale unterbrechen werden. Große Debatte, große Worte, doch das Land dreht sich immer schneller im Kreis, in Spiralen abwärts. Das in deinem Gesicht aber, das ist nicht »seitlicher Regen« – das ist Ei und Kaffee vom Frühstück deines Mitbürgers. Unsere Mägen sind nun einmal unterschiedlich robust. - [Kein Vortrag über Deutschland](https://dushan.org/essays/kein-vortrag-ueber-deutschland/) Wie soll man über Deutschlands Zukunft reden, dabei aber realistisch und zugleich nicht pessimistisch sein? Es ist schwierig. Prognose: »Das Deutsche« wird überleben, als Denk- und Bildungstradition – und zwar weltweit, zu aktuellsten Themen. Ich solle einen Vortrag halten, so bat mich ein lieber Leser. Einen Vortrag darüber, wie es um Deutschland und unsere Zukunft steht. Ich verstand, was erwartet wurde. Ein populärer Vortrag zu politischen Themen erfordert drei funktionale Abschnitte: *1. Abgeholt werden:* Zu Beginn will der Hörer auf milde Weise *überrascht*, also mit etwas *Neuem* konfrontiert werden – scheinbar paradoxerweise will der Zuhörer das Gefühl bekommen, *»daheim«* zu sein. (Zu einem solchen Zweck geeignet sind natürlich *Scherze* oder der Bezug auf gemeinsame Erlebnisse – etwa ein Fußballspiel vom vorherigen Tag.) *2. Information:* Der Zuhörer erwartet dann eine Reihe von Informationen, denen es auf scheinbar magische Weise gelingt, sein Weltbild zu bestätigen und doch zugleich seinen Informationsstand zu erweitern. (Etwa: »Wir sind uns einig, dass Pharmafirmen böse sind; und hier sind noch 10 weitere Belege dafür.«) *3. Applauszeile:* Im Buch [»Talking Points«](https://dushan.org/buecher/talking-points/) widme ich ein Kapitel der polit-rhetorischen Technik »Applauszeile«. Nicht nur als Politiker, auch als Publizist – gerade als freischaffender Essayist – ist man auf gelegentlichen *Applaus* angewiesen. Eine *Applauszeile* nenne ich Formulierungen, die als vorderstes Banner auf einer Demonstration getragen werden könnten. Die Applauszeile lädt dazu ein, sich hinter dieser – und damit hinter den Redner – einzureihen. (Deshalb drängt es frenetisch Applaudierende innerlich dazu, aufzustehen oder mit den Füßen zu trampeln, und dazu »zivilisierte« Varianten von Kriegsgeschrei zu produzieren. Es sind unbewusste (?) Vorbereitungen für den Aufbruch in eine Schlacht.) Sie sehen, ich weiß, *wie es geht*. Aber ich wollte zu anderen Themen sprechen. Etwa über die Kunst, in einer wahnsinnigen Zeit nicht selbst wahnsinnig zu werden – zum Beispiel, indem man sich seiner [relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) bewusst wird. Über ewige Aufträge wie »Erkenne dich selbst« und über neue Themen wie »AI-Agents«. Lasst mich erklären … ## Auf dem Weihnachtsmarkt Was würde denn von mir erwartet, wenn ich einen Vortrag über die Zukunft Deutschlands hielte? Womöglich eine Wahrheit und Prognose, die ich auch mit Verbiegen und Augenzukneifen nicht mit der Faktenlage in Einklang zu bringen vermag. Betrachten wir zunächst diese beiden Fakten, als zwei Beispiele: - Die Geburtenrate in Deutschland sinkt weiter, liegt aktuell bei 1,35 Geburten pro Frau ([destatis.de, 17.7.2024](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/07/PD24_274_12.html)) und damit selbst unter Einbeziehung der Mütter mit »Migrationshintergrund« weit unter den statistisch notwendigen 2,1 Geburten zur Erhaltung der aktuellen Zahl. - Im Jahr 2023 sind 1.933.000 Menschen *nach* Deutschland gezogen und 1.270.000 fortgezogen ([destatis.de, 27.5.2024](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Wanderungen/_inhalt.html)). Studien zeigen immer wieder, dass die Mehrheit der deutschen Auswanderer akademisch Hochqualifizierte sind ([zeit.de, 4.12.2019](https://www.zeit.de/gesellschaft/2019-12/bevoelkerungsforschung-auswanderer-akademiker-deutsche-studie)). Nehmen wir dazu die Vermutung, dass ein guter Teil der wählenden Bevölkerung schlicht von ARD und ZDF *gehirngewaschen* ist und sehenden Auges das Ende ihres Landes in seiner bisherigen Form wählen werden, aus anerzogener Angst davor, als »rechts« und damit als *ungehorsam* zu gelten. Die Mehrheit der (wählenden) Deutschen will noch immer *Untertan sein*, und der in der Wolle gewirkte Untertan wählt »weiter so«. Was sind die *logisch* absehbaren Entwicklungen dieser Fakten und Einschätzungen? Die Antwort muss man nicht in die Zukunft zeichnen. Die Zukunft kann man schon heute auf dem Weihnachtsmarkt begutachten, wenn »Allahu Akbar« statt »Stille Nacht« erklingt (so [bild.de, 14.12.2024](https://www.bild.de/politik/weihnachtsmarkt-islamistische-rufe-beunruhigen-sicherheitsexperten-675c3471f09a33307f367b8f)). ## Und dazu eine Rente Ich erlebe immer wieder, wie wohlmeinende Männer mit der Autorität ihres Lebenswerks sagen, dass sie es einfach nicht akzeptieren wollen, dass es keine Chance mehr gäbe. Was *bedeutet* das aber für die realistischen Möglichkeiten des Landes? Ja, du kannst ein erfolgreicher Ingenieur, Arzt oder Unternehmer sein, drei Häuser besitzen, Aktien im dreistelligen Wert und dazu eine Rente, die ein Vielfaches [meines Essayisten-Einkommens](https://danke.dushanwegner.com/) beträgt, und du kannst es gewohnt sein, dass dein Erfolg *all* deinen Behauptungen große Autorität verleiht – dies alles ändert nichts daran, dass du entweder die Demokratie abschaffst und tatsächlich eine »rechte Diktatur« errichtest – was ja keiner will –, oder dass die blanke Mehrheit deiner Mitbürger brav (weiter) im Wahllokal für das Ende von Deutschland als Land-der-Deutschen stimmen wird. (Und da reden wir gar nicht von der inzwischen offenen De-Industrialisierung Deutschlands im Namen von »Klima«.) Wenn du die einzige *inhaltliche* Oppositionspartei wählen willst, um ein »Zeichen zu setzen«, dann tu das. Immerhin ist es ehrlich und nicht Heuchelei wie Langstreckenflieger und SUV-Fahrer, die zum *Ablass* die Grünen wählen. Doch rechne die Chancen *realistisch* aus, dass die AfD wirklich die deutsche Geburtenrate hochschnellen lässt, zugleich Remigration anschiebt, Atomkraftwerke wieder hochfährt, nebenbei die Bürokratie und die Abgabenlast drittelt, während sie den Schwerpunkt des deutschen Bildungswesens von Gendergedöns und Gleichschaltung zurück zu Ingenieurwesen und Wissenschaft verlagert. ## Nicht berechtigterweise Nein, ich will nicht über Deutschlands Zukunft reden, wenn und weil zum Schluss eine positive Applauszeile verlangt wird. Man kann als Nicht-Linker nicht berechtigterweise Merkels »Wir schaffen das« anklagen und dann zwingend ein eigenes »Wir schaffen das« einfordern. Die Frage der Zukunft Deutschland ist *pragmatischerweise mittelfristig* abgehakt, auch wenn nicht wenige (auch »Rechte«) davon leben (*finanziell* und/oder *emotional*) so zu tun, als gäbe eine realistische Zukunft. Die realistische Chance, dass Deutschland bei der aktuellen Entwicklung noch lange ein Gebilde bleibt, dass unserem Bundesrepublik-Deutschland-Begriff entspricht, berechne ich als … überschaubar. Selbst ohne allen ökonomischen Suizidalismus ist es eine Frage der demografischen Mathematik. (Wobei die Entwicklung im Ländlichen natürlich verzögert verlaufen *kann*. Aber: Dort ist es zwar angenehm als Wohnort, aber gesamtkulturell ist das Ländliche weitgehend irrelevant.) ## Auch Deutsche im Herzen Es gibt etwas *sehr Wertvolles*, das *nicht* »abgehakt« oder »logisch zwingend vorüber« ist, und zwar: *das Deutsche*. Und dass das Deutsche in der *Diaspora* überlebt, ist keine »Zukunftsmusik« mehr. (»Zukunftsmusik«, was für ein schönes deutsches Wort! Für viel mehr schöne deutsche Wörter siehe meinen Essay [»Geisterfahrerin braucht Gas«](https://dushan.org/geisterfahrerin/).) »Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen«, so sagt Jesus (Matthäus 18:20). Und die Blasphemie sei erlaubt, diesen Gedanken auch auf jedes Treffen an *irgendeinem Ort der Welt* anzuwenden, an dem sich Menschen treffen, um in deutscher Denk- und Bildungstradition über ewige wie auch aktuelle Fragen zu grübeln. Wo sich zwei oder drei Deutsche treffen und über aktuelle Themen auf bewährte, solide, deutsche Art *reden*, wo sie gemeinsam klüger werden wollen, da lebt *das Deutsche* fort. (Hier schließe ich wohl auch »Deutsche im Herzen« ein: Ich habe im Leben mehr amerikanische als deutsche Immanuel-Kant-Fans getroffen – und Nietzsche-Experten erst!) Ich lehnte den Vortrag nicht ab. Ich schlage aber hiermit ein Thema ganz ohne Applauszeilen vor. Ein Thema, zu dem sich statt hundert oder tausend Menschen vielleicht nur ein halbes Dutzend einfinden. Und doch ein Thema, dessen Durchdenken zu einem der wertvollsten Ergebnisse überhaupt führen wird: Am Ende des Abends werden wir mit viel mehr Fragen dastehen als zu Beginn. Mein Themenvorschlag lautet: »Der Einsatz künstlicher Intelligenz bei individueller und kollektiver Selbsterkenntnis, mit ersten Beispielen …« – und mit anschließender Kritik und gemeinsamem Weiterdenken nach guter deutscher Denktradition, selbstverständlich! - [Die Gutsituierten werden uns Katzenjammer bereiten](https://dushan.org/essays/katzenmusik/) Immer wieder schockierend, gut situierte und eigentlich gebildete Deutsche zu treffen, die nicht begreifen, dass der Autoritätsglaube, der ihnen den komfortablen Mittelschicht-Status sicherte, das Land in den Abgrund reißen wird – samt ihres Wohlstands. Letztens, da saß ich im Konzert. Allein, da es unter der Woche war, und der Sohn war eh mit Kumpels unterwegs. (Bei McDonald’s gab es an dem Tag ein Geschenk zum BigMac-Menu, und dieses zudem billiger.) Ich *liebe* Kammermusik! Zwei Violinen, zwei Violas und zwei Celli. (Ein Sextett von Strauss, eines von Spohr und eines dann von Tschaikowski – das allerdings *nach* der Pause.) *In* der Pause blieb etwa die Hälfte von uns im Saal. Die Pause diente dem Luftholen vor Tschaikowski. (Aus Tschaikowskis Briefen wissen wir übrigens, dass Pyotr Ilyich Tschaikowski ein großer Freund von Katzen war. Er schuf seine Werke, während seine Katzen um ihn herumschnurrten. Ähnlich auch Hemingway, Monet, Picasso, Matisse, Twain … ich stimme vollumfänglich dem Schriftsteller Robert A. Heinlein zu, welcher schrieb: »Wie wir uns hier unten gegenüber Katzen verhalten, das bestimmt unseren Status im Himmel.«) ## Bereit für den Russen Diejenigen von uns Kunsthungrigen also, die in der Pause im Saal blieben, was taten wir? Wir *streckten* uns natürlich, um dem Minimum an Pausenzweck nachzukommen, den Blutkreislauf und so weiter aufnahmebereit zu machen für … Tschaikowski. (*Darf* man Tschaikowski heute überhaupt noch spielen? Tschaikowski sagte ja mal, er sei: »Russe, Russe, Russe bis ins Mark meiner Knochen« – ist das nicht blanke Putin-Propaganda? Vor sieben Jahren spielten die WDR-Musikanten noch selbst ebendieses Opus-70-Sextett, das wir auch an jenem Abend hören sollten; [das belastende Beweis-Video findet sich noch bei YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=V_8Ye0DgyRo). Ach ja, so wandeln sich die Zeiten! Vor einigen Jahren wusste ja auch ein Georg Restle noch dies über den Donbass zu berichten: »In der ukrainischen Regierung haben die Falken die Macht übernommen, und das heißt nichts Gutes«. Der gute Herr Restle forderte, man solle »der ukrainischen Regierung in den Arm fallen«, und zwar der Zivilisten wegen; das belastende Video ist [aktuell noch bei tagesschau.de](https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-56325.html)!) Nach der Sitzgymnastik und einem höflichen Minimum an Kommunikation mit dem Sitznachbarn (»Sehr schön, die Geigen!«), zückten die meisten von uns ihre Smartphones. Ich selbst scrollte durch die neueste Dystopie-Unterhaltung auf *Reddit*. (Zum Beispiel [/r/singularity](https://reddit.com/r/singularity), [/r/ABoringDystopia/](https://www.reddit.com/r/ABoringDystopia/), [/r/lostgeneration](https://www.reddit.com/r/lostgeneration/) … und zur Seelenhygiene dann natürlich [/r/MadeMeSmile](https://www.reddit.com/r/MadeMeSmile/).) ## Tatsächlich … schamlos! Dann aber wurde ich aus dem Studium der neuesten UFO-Meldungen und Katzenbilder gerissen, und zwar auf jene Weise, die der Germane »jäh« nennt. Meine Augen sahen aus ihrem Winkel, was das Paar in der Sitzreihe *vor* mir auf ihren [China-Androids](https://www.firstpost.com/world/chinese-spying-row-oneplus-xiaomi-and-oppo-phones-sold-in-china-loaded-with-spyware-12155482.html) geistig zu sich nahm. (Wahrlich, hätten diese Leute ein [Lily-Phillips-Video](https://dushan.org/lily-hatte-sex/) zur Prä-Tschaikowski-Stärkung genossen, ich wäre weniger *erschüttert* gewesen.) *Er* (graue Haare, im besten Alter, Jeans und Jackett) scrollte ohne jede Scham erst ausgiebig durch spiegel.de, dann durch sueddeutsche.de. Und sie (entsprechend) scrollte während der gesamten Pause durch bunte.de! Und sie taten es in aller Öffentlichkeit, sodass alle es sehen konnten! Diese Leute lasen *Spiegel* und *Süddeutsche* und *Bunte*, zeigten ihre intellektuelle Blöße, und wie es schon in der Bibel heißt: »Der Mensch und seine Frau schämten sich nicht«. Die andere, rastlose Hälfte des Publikums, welche sich eben doch zu Beginn der Pause zwecks eines aktiveren Beinestreckens ins Foyer begeben hatte, begann nun den in der Pause dreiviertelleeren Saal wieder aufs vorherige Dreiviertelvolle aufzufüllen – angeschickert vom 3-Euro-Pausen-Prosecco und also ebenfalls bereit für Tschaikowski. ## Verrottender Mittelstand Ich aber war so nüchtern wie erschrocken. Erschrocken ob einer Erkenntnis, die ich zwar *theoretisch* und *abstrakt* bereithalte, die aber zu *erleben* mich aufs Neue *erschütterte*: Die beiden Herrschaften vor mir waren sympathisch und kulturnah, vermutlich formal gebildet. Der Kleidung und der Gelegenheit nach vermutlich gut situiert. Die beiden Leute brachten alles mit, was es braucht, um *Rückgrat der Gesellschaft* zu sein, tragendes *Fundament*, *Motor* und *Eckstein*, welche positiven Sprachbilder man auch verwenden mag. Doch die gewohnheitsmäßige Lektüre dieser beiden Kammermusikfreunde war das Mittelschicht-Äquivalent zu TikTok-Videos. Deren Nachrichtenquellen sind die fake-seriöse Ausstülpung dessen, was die Jugendlichen heute »brain-rot« nennen: das aktiv eingeleitete Verrotten des Gehirns durch toxischen Infomüll. Und solche Leute dürfen wählen – wählen und so unser aller Zukunft kaputtmachen! Solche Leute wurden in einer Zeit groß, als »Die Zeit« noch nicht die unlesbare Karikatur ihrer selbst war. Und vor allem: Sie wuchsen in der Überzeugung auf, dass die Politik insgesamt das Wohl des Landes anpeilt. Wer fleißig ist und sich ansonsten fügt, so lehrte man sie, um den wird sich das Schicksal schon kümmern, zum Guten hin. Also lesen sie auch weiter die Lektüre des braven Untertanen, der deutschen Schafe auf dem Weg zur Schlachtbank der Globalisten. ## [In den Abgrund](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/) Endlich spielten sie den Tschaikowski auf. Sehr schön, die Geigen! Komponieren konnte er, dieser *Russe-bis-ins-Mark-seiner-Knochen*. Wenn auch mein Schrecken über die Naivität dieser beiden sonst so sympathischen Herrschaften groß war, ich tat doch mein Bestes, meine Seele mit dem Schnurren der Streichinstrumente wieder zu besänftigen. »Die eine Sache, die einen Tag verderben kann, sind Leute«, so schreibt Katzenfreund Hemingway. Es ist witzig, weil es ebenso wahr wie schmerzhaft ist. Doch es gilt auch im Großen: Was ein Industrieland so gründlich verderben kann, sind Leute, deren Lebenserfolg auf Denk- und Verhaltensweisen basiert, die heute, in einer veränderten Welt, das Land [in den Abgrund](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/) bringen werden. »Geschichte ist nie überraschend – nachdem sie passiert ist«, so schrieb Robert Heinlein. Ich würde ja gern Trost darin suchen, dass solche Leute zumindest von der Geschichte *überrascht* werden. Doch ich ahne, dass *Süddeutsche* und *Spiegel* die sympathischen Kammermusikfans auch weiterhin davon überzeugen werden, dass das, was vor ihren Augen passiert, gar nicht wirklich passiert. - [Strom so teuer wie nie](https://dushan.org/essays/strom-teuer/) Klima-Träumer erzählten, wenn Deutschland mit »gutem« Beispiel voranginge, würde der Rest der Welt sicher folgen, wegen »Moral«. Tatsächlich lachte man erst – und dann wurde man wütend. Denn dank Deutschland steigt der Strompreis auch im Ausland. Es gibt eine *Börse* für Strom. Dort wird der Preis für Strom, wie an Börsen üblich, gemäß Angebot und Nachfrage festgestellt. Der Börsenpreis, [so hören wir derzeit nervös](https://www.bild.de/politik/inland/strompreis-schock-schweden-ministerin-ist-wuetend-auf-die-deutschen-675b1978e1414a21652ce4c8?t_ref=https%3A%2F%2Ft.co%2F), geht aktuell »wegen akuter Produktionsprobleme durch die Decke«. Wir lernen in diesen Tagen unfreiwillig neue Wörter, zum Beispiel [»Dunkelflaute«](https://x.com/BMWK/status/1867274533167862074). Was ist eine »Dunkelflaute«? Eine »Dunkelflaute« ist genau das, was das Wort sagt: Es ist zu dunkel für Solaranlagen, und es herrscht zu wenig Wind für den Betrieb von Vogelmixern. (Diese naturzerstörenden Windkraftmonster *verbrauchen* sogar Strom, wenn sie keinen liefern.) In der grünen Fantasie herrscht in Deutschland jederzeit Wetter wie an der Strandbar auf [Bali](https://dushan.org/klimaretter-jetsetter/): klarer Himmel und stabiler Wind. Keine Wählergruppe fliegt [so viel und so weit](https://www.tagesspiegel.de/politik/grunen-anhanger-fliegen-am-meisten--und-haben-das-schlechteste-gewissen-6609748.html) wie Grünen-Wähler. Wenn man seine Stimme für die Grünen von Mauritius oder von den Malediven oder vom Bord des Kreuzfahrtschiffs aus abgibt, kann man schon mal vergessen, wie das Wetter in Deutschland *wirklich* ist. Im Grünen-Wahn werden die Nationen der Welt auf Deutschland sehen, wie dieses seine eigene Energieversorgung und damit Wirtschaft für die Moral kaputtmacht … und dann werden sie beschämt gleichziehen. Das ist aber nicht, wie die Realität funktioniert! Die *Realität* ist, dass in Sachsen nun das erste Stahlwerk [seine Produktion stoppen musste](https://www.focus.de/finanzen/um-uns-vor-noch-groesseren-verlusten-zu-schuetzen-strompreis-auf-rekordhoch-stahlwerk-in-sachsen-stoppt-produktion_id_260558159.html). Wegen des Strompreises in Deutschland rentiert sich einfach die Produktion nicht mehr. Durch Deutschlands irre Energiepolitik steigen die Strompreise nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Staaten. In Schweden zum Beispiel ist man *wütend* auf [die deutsche Energiepolitik](https://www.bild.de/politik/inland/strompreis-schock-schweden-ministerin-ist-wuetend-auf-die-deutschen-675b1978e1414a21652ce4c8). Die Nationen der Welt werden sich kein Beispiel an Deutschland nehmen – die werden überlegen, wie sie sich vor den Schockwellen schützen, wenn die »Titanic Deutschland« sich selbst versenkt. Am Ende gewinnt immer die Realität. Und nun heißt es also für ein Land, das zulässt, dass grüner Irrsinn die Energiepolitik bestimmt: Willkommen in der Realität! Für die zukünftige *Realität** in Deutschland* sehe ich *zwei* mögliche Entwicklungen. Die *erste* Möglichkeit ist, dass ARD und ZDF dichtgemacht werden, dass alle Propaganda-NGOs geschlossen und Propaganda an Schulen eingestellt wird. Und dass alle »Linksgrünen« zur Umerziehung geschickt werden, wo sie lernen, dass »zwei plus zwei gleich vier« ist. Nur bei sofortigem Stopp linker, blank wahnsinniger Propaganda, ist bei den nächsten Wahlen zu erwarten, dass die Deutschen mehrheitlich mit Verstand und Verantwortung wählen – und nicht wie Schafe auf dem Weg zur Schlachtbank der Geschichte. Falls diese erste Möglichkeit aber *nicht* kurzfristig umgesetzt werden sollte, müssen wir von *Möglichkeit zwei* ausgehen, und zwar: Es wird passieren, was schon heute passiert, nur eben viel mehr davon – und dann mit den *realistischen* Konsequenzen. - [Warum demonstrieren Syrer auf dem Weihnachtsmarkt?](https://dushan.org/essays/syrer-auf-weihnachtsmarkt/) In Essen marschieren Syrer über den Weihnachtsmarkt, rufen »Allahu Akbar«. Die einheimischen Besucher müssen ausweichen. Eine Demo ist die Forderung nach einer Veränderung. Simple Frage: Welche politische Veränderung wird hier gefordert? In Essen marschieren Syrer über den Weihnachtsmarkt ([tichyseinblick.de, 11.12.2024](https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/essen-syrer-demo-weihnachtsmarkt/)). Eine Demonstration – und statt »Demonstration« möchte mancher Beobachter sagen: *Machtdemonstration*. Die Männer im wehrfähigen Alter rufen »Allahu Akbar« und bahnen sich einen Weg durch die Menge. Es wirkt einschüchternd – und Leuten, die dort waren, fällt auch der Begriff »Vorgeschmack« ein. ## **Sondern etwas anderes** Im Essay [»Wogegen demonstrieren eigentlich Politiker?«](https://dushan.org/politiker-auf-demos/) führte ich aus, dass es offen anti-demokratisch gedeutet werden kann, wenn gewählte Politiker demonstrieren. Eine Demonstration ist die Erklärung eines politischen Willens, der an aktuell etablierten Möglichkeiten demokratischer Willensäußerung vorbei geäußert werden soll. Eine Demonstration äußert ein Stück weit konkretes Misstrauen in die bestehenden politischen Prozesse. Nicht »dennoch«, sondern *gerade deshalb* sind Demonstrationen in Demokratien so wichtig: als eingeplantes *Ventil*. Demonstrierende Politiker aber – die womöglich sogar einer Regierungspartei angehören! – bekunden mit der Teilnahme an Demonstration ihr Misstrauen in die demokratischen Wege, sie ge- und missbrauchen ein definitiv nicht für sie bestimmtes »Ventil«. Eine Demonstration fordert politische Veränderung, an den üblichen Entscheidungswegen vorbei. Welche politische Veränderung fordern aber die Syrer, welche die Einheimischen auf dem Weihnachtsmarkt in Essen »demonstrativ« verdrängen? Die ehrliche und realistische Antwort könnte, frei nach einem deutschen Innenminister, einen Teil der Bevölkerung verunsichern. ## **Aber auch nicht nicht** Der größere Kontext des Syrer-Marsches über den Essener Weihnachtsmarkt ist der Coup gegen den syrischen Machthaber Bashar al-Assad, welcher abgesetzt wurde und nach Moskau floh ([reuters.com, 9.12.2024](https://www.reuters.com/world/russia-says-syrias-assad-has-left-country-given-orders-peaceful-power-handover-2024-12-08/)). An Assads Stelle wurde Muhammad al-Bashir eingesetzt, als Chef einer *Übergangsregierung* ([news.sky.com, 12.12.2024](https://news.sky.com/story/who-is-mohammed-al-bashir-the-former-engineer-who-is-now-syrias-prime-minister-13271346)). (Von wem *genau* wurde er eigentlich eingesetzt?) Muhammad al-Bashir war Chef des zivilen Flügels der Hayat Tahrir al-Sham (HTS), welche vom syrischen Ableger von Al-Qaida abstammt. Es ist bekannt, dass die amerikanische CIA die Mudschahid in Afghanistan unterstützte. Aus diesen ging dann später Al-Qaida hervor ([brookings.edu, 5.9.2011](https://www.brookings.edu/articles/how-the-united-states-enabled-al-qaeda/)). Es ist davon auszugehen, dass auch heute CIA & Co. mindestens *Informanten* innerhalb von Al-Qaida betreibt. Man geht wohl nach jenem pragmatischen Prinzip vor, dass der Feind meines Feindes mein Freund ist. (Bis er es nicht mehr ist … und dann später doch wieder, wenn man ihn braucht). Ach ja … die Frage, die ich mir hier heute stelle, die ist ohnehin viel *lokaler*: »Was ist die Absicht der Syrer in Essen, die über den Weihnachtsmarkt marschieren?« ## **Dringende Empfehlung** [tichyseinblick.de kommentiert](https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/essen-syrer-demo-weihnachtsmarkt/) den Marsch der Syrer über den Essener Weihnachtsmarkt: »Von Zurückhaltung angesichts des vorweihnachtlichen Idylls keine Spur: Die Syrer sangen, pfiffen, trommelten und skandierten ›Allahu Akbar‹ und zwangen somit die Anwesenden, Zeugen ihrer gelebten Landnahme zu werden.« Im Staatsfunk wird man vermutlich vergeblich darauf warten, aber im Staatsfunk finden sich Video-Aufnahmen der einschüchternden Szenen (etwa bei [@ainyrockstar, 10.12.2024](https://x.com/ainyrockstar/status/1866456748678160661).) Wenn man die Bilder sieht, wird deutlich: Der Marsch der Syrer über den Weihnachtsmarkt nimmt zwar die Absetzung des Herrn Assad zum Anlass, doch das wahre *politische Anliegen* ist womöglich ein anderes – und das wäre auch dann begriffslogisch möglich, wenn kein einzelner der Anwesenden das bewusst formulieren kann. Wenn diese Herren sich *wirklich* nur so freuen, dass Assad nun fort ist und ihre Heimat frei, würden sie ein jeder Flugtickets (nur Hinflug) nach Syrien kaufen? Wir wissen, wie realistisch das ist. Diese Demonstration fühlt sich wie eine Machtdemonstration an. Die Syrer hätten ihre Freude über die »Befreiung« ihrer Heimat durch die Al-Qaida-Nachfolger überall in der Stadt zum Ausdruck bringen können, doch sie taten es symbolstark auf dem Weihnachtsmarkt. Es fühlt an wie die praktische und greifbare Verdrängung der Einheimischen, demonstriert durch die Verdrängung der Einheimischen bei Ausübung einer traditionellen Handlung. Wir fürchten uns so sehr vor jedem Gedanken »wir gegen die«, dass wir blind wurden, wenn es »die gegen uns« geht. ## **Wir sind … »kolonisiert«** Anabel Schunke [formuliert](https://x.com/ainyrockstar/status/1866456748678160661): »Was soll man hier noch machen? Es ist vorbei. Wir sind islamisch kolonialisiert und dieses wehrlose Land und seine wehrlose, überalterte, wohlstandsverwahrloste Gesellschaft hat dem nichts entgegenzusetzen.« Ich sage: Starrt nicht bloß wie das berühmte Kaninchen auf die Schlange! Ihr seid doch *freie* Menschen – so sagen zumindest die Optimisten unter den Philosophen –, also handelt auch wie freie Menschen! Ich empfehle einem jeden von uns *dringend*, wenn nicht bereits geschehen und längst umgesetzt, persönliche Konsequenzen aus dem Absehbaren zu planen. Ihr seid keine Kaninchen, und entgegen der Manipulationen von Propaganda und Staatsfunk gilt doch: Es gibt keine moralische Pflicht zum Stillhalten und Sichfressenlassen. - [Lily hatte Sex mit 101 Männern](https://dushan.org/essays/lily-hatte-sex/) Die 23-jährige Lily Philips hatte Sex mit 101 Männern – an EINEM Tag. Im Interview danach brach sie öffentlich zusammen. Zu den gefährlichsten Lügen unserer Zeit gehört, dass die Seele glücklich sein kann, während man seinen Körper zum Ding reduziert. Lillian »Lily« Phillips ist 23 Jahre alt, und jüngst wurde sie mit 101 Männern intim ([metro.co.uk, 02.11.2024](https://metro.co.uk/2024/11/02/a-23-year-old-sex-101-men-a-day-feminist-damaging-women-21867288/)). Frau Phillips und ihr Team bestellten 200 willige Männer ein (um auf, äh, »Ausfälle« vorbereitet zu sein). Man plante 15 Herren pro Stunde ein, von 9 Uhr am Morgen bis 7 Uhr am Abend. Falls ihr nun die Rechnung im Kopf aufstellt: Das sind 4 Minuten pro Mann. Übrigens ohne Kondom und ohne medizinischen Test der Männer vorab. Durch Verzögerungen im Ablauf wurden es insgesamt 4 Stunden mehr. Einige Männer beschwerten sich dennoch, dass ihnen 5 Minuten versprochen worden waren, sie aber nur zwei »bekamen«. ## So wunderbar großzügig Die Aktion der Frau Phillips ist eine Marketing-Maßnahme für ihren Auftritt bei *OnlyFans*. Dieses »OnlyFans« ist de facto eine Plattform für digitale Prostitution, wenngleich sich die digitalen Prostituierten auch »Creators« oder »Models« nennen. OnlyFans ist mehrheitlich im Besitz des Porno-Unternehmers und Milliardärs Leonid Radvinsky, eines ukrainisch-stämmigen Geschäftsmanns ([siehe eng. Wikipedia](https://en.wikipedia.org/wiki/Leonid_Radvinsky)). Herr Radvinsky ist ein ehrenwerter Mann und spendet viel Geld für ehrenwerte Zwecke. Er spendete beispielsweise 5 Millionen US-Dollar für die Ukraine ([businessinsider.com, 23.4.2024](https://www.businessinsider.com/onlyfans-said-it-can-no-longer-serve-russian-creators-2022-4)). Laut AIPAC-Dokumenten spendete er, wie berichtet wird, stolze 11 Millionen Dollar an dieses *American Israel Public Affairs Committee*, aber in seiner sympathischen Bescheidenheit bestreitet er das ([rollingstone.com, 1.2.2024](https://www.rollingstone.com/politics/politics-news/onlyfans-owner-leonid-radvinsky-11-million-aipac-1234958976/)). Eine der Damen, die ihren Körper online verkaufen und damit Herrn Radvinsky zum Milliardär machen, auch damit er so wunderbar großzügig sein kann, ist die hier besprochene Lily Phillips. ## Von Nero kastriert Sexuelle Handlungen mit mehr als zwei Beteiligten sind natürlich per se nicht neu. Aus der römischen Antike berichten Sueton, Tacitus und Petronius von Orgien. (Vielbeachtet ist etwa der Fall des [Jüngling Sporus](https://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Suetonius/12Caesars/Nero*.html#28), der von Nero kastriert, als Frau geheiratet und in ausschweifende sexuelle Aktivität einbezogen wurde. Nein, es ist auch nicht neu, dass Böse sich an Kindern vergehen … oder dass sie das Geschlecht der Kinder umoperieren wollen.) Nein, sexuelle Sonderwege sind nicht neu. Es ist auch nicht neu, dass es uns schon mal schütteln kann, wenn wir von den Details hören. Am speziellen Fall der Lily Phillips ist nicht der 101fache Akt selbst bemerkenswert – im großen Maßstab –, sondern etwas, was danach geschah. Das aber, was danach geschah, das hätte es in dieser Form nicht zu Neros Zeiten geben können. Das kann es nur in den Zeiten geben, in denen die Technologie existiert, mit deren Hilfe Gestalten wie Herr Radvinsky zu Milliardären werden: billig gedrehte und weltweit verbreitete Videofilme. ## Wie eine Prostituierte zu sein Lillian Phillips wurde *unmittelbar danach* interviewt, wie es ihr denn so gehe. (Auszüge aus dem Interview sind bei der Suche nach »Lily Phillips« recht leicht zu finden, wenn man es selbst begutachten will.) Frau Phillips sagt, frei übersetzt, unter anderem: »Ich denke, es fühlt sich irgendwie roboterhaft an. Beim dreißigsten etwa hatte ich eine Routine. Manchmal will man sich dissoziieren und sich sagen: Das ist nicht wie normaler Sex.« Und sie sagt auch, wieder frei aus dem Englischen übersetzt: »Es ist nichts für schwache Mädchen, da will ich ehrlich sein.« Nach diesem Satz folgt eine längere Pause, in welcher Phillips sichtlich um Fassung ringt. Dann sagt sie: »Ich weiß nicht, ob ich es empfehlen würde.« »Warum nicht?«, wird sie gefragt, und die Kamera zoomt auf ihr Gesicht. Wir sehen, dass ihre Augen gerötet sind, dass ihr Blick hin und her flackert. Phillips sagt: »Wenn du eine andere Art von Mädchen wärst … es ist sehr wie … es ist auf eine Weise wie eine Prostituierte zu sein, in dem Sinne, es ist einfach ein anderes … Gefühl.« So stammelt sie noch eine Zeit lang weiter. Und das ist der Unterschied zu den [Bacchanalien der Antike](https://de.wikipedia.org/wiki/Bacchanalien) oder den sexuellen Ausschweifungen diverser Democrats-naher US-Promis, der Diddy- und sonstigen Partys: Wir haben ein via Internet verbreitetes Video der Frau, und wir können selbst einschätzen, wie es ihr *wirklich* geht. Die »Empfängerin« gab unmittelbar danach ein Interview, und vor allem die nonverbale Ebene dieses Interviews wirkt auf viele von uns *schockierend*. ## Bis zu ihren Assistenten Ich verlinke das Interview hier nicht direkt, weil praktisch überall, wo das Video online gepostet wird, die Kommentare der Zuschauer sehr dunkle Aspekte formulieren – teils mitleidig, teils denkbar unfreundlich. Es wird kommentiert, kein respektabler Mann würde diese Frau jemals berühren – was natürlich auch eine deutliche Bewertung jener 101 Männer abgibt. Andere Leite kommentieren, dass diese Handlung einen Akt der Selbstzerstörung darstellt. Es wurde ja alles gefilmt und die Aufnahmen werden wohl online verkauft. All diese Videos, inklusive des Interviews, sind die Dokumentation einer selbstzerstörerischen Spirale, und niemand hält diese Dame in ihrer Selbstzerstörung auf – im Gegenteil. Zu viele verdienen zu viel Geld daran, vom Ukraine-Spender Radvinsky bis hin zu ihren Assistenten. ## Lily in Tränen Die vorherrschende Denkweise im Westen versucht, zwei konträr widersprüchliche Denkweisen gleichzeitig zu *leben*. Zum einen wird die von körperlichen Freuden erzeugte Lust *genossen*. Vom Restaurantbesuch bis zum Urlaub in der Sonne, vom angenehmen Parfum über aufregendes Sexspielzeug bis zum Action-Sport oder dem Besuch im Fitness-Center samt Sauna und Meditation: Die Menschen tun *greifbare* Dinge, um in ihrer *abstrakten* Psyche angenehme Gefühle entstehen zu lassen. Den Menschen ist also praktisch bewusst, dass eine Handlung in der greifbaren, physikalischen Welt eine Folge in der abstrakten, ungreifbaren Welt der Psyche hat. In anderen Angelegenheiten aber leugnen Menschen dann wieder vehement, dass eine greifbare Handlung am Körper eine psychische Folge haben kann – oder gar haben *muss*. Am Ende des Interviews ist Lily in Tränen. Lily Phillips war der Lüge aufgesessen, dass der Mensch frei darüber entscheiden kann, welche Handlungen am Körper eine psychische Folge haben werden und welche nicht. ## Dass sie zerbrochen wurde »Du kannst Sex haben, so viel du willst«, so hatte man ihr wohl gesagt, »es ist nur Spaß, und dazu sogar noch Geldverdienen.« So aber funktioniert der Mensch nicht. Der »Spaß« am Sex dient zwei Zwecken: Erstens der Vorfreude, damit wir uns überhaupt vermehren. Und zweitens der Bindung: Sexuelle Erregung und Orgasmus »binden« Menschen aneinander (siehe [Young & Wang, 2004](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15452576/); [Carter 1998](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9924738/)). Wenn ein Mensch allerdings oft genug die von der Evolution einprogrammierte Verbindung von Sex/Orgasmus und sozialer Bindung (sprich: Liebe) zerbricht, bleibt diese Verbindung eben getrennt und zerbrochen. Das heißt: Der Mensch bleibt zerbrochen. Sicher, jeder Mensch fühlt, wie es in verschiedene Richtungen an ihm zerrt (für Details dazu siehe [mein neues Buch »Dazwischenwesen«](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/)). In diesem Sinne ist Lily eben kein »Dazwischenwesen« mehr – der Riss ist vollständig, eines der »Pferde« hat gewonnen. Im Sinne des [»Dazwischenwesens«](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/) *ist* sie bereits im Abgrund, auch wenn sie noch unter uns weilt und verstörende Interviews gibt. Die These sei gewagt, dass Lily Phillips im Interview emotional zusammenbrach, *als* und *weil* ihr bewusst wurde, dass sie zerbrochen worden war – von 101 Männern, mit ihrer Genehmigung und aktiven Teilnahme. ## Und doch lernen In der Antike wurden ja nicht nur Orgien gefeiert. Es wurde auch *philosophiert*. Zum Beispiel von Platon, der im [Dialog *Phaedon*](http://www.opera-platonis.de/Phaidon.pdf) »die Trennung der Seele von dem Leibe« verhandelt. In der Geschichte des systematischen Denkens wurde immer wieder modelliert, dass die abstrakten Qualitäten des Menschen sehr grundsätzlich verschieden von den konkreten Eigenschaften des Menschen seien. Berühmterweise etwa von Descartes, der in der [sechsten Meditation](http://www.zeno.org/Philosophie/M/Descartes,+Ren%C3%A9/Untersuchungen+%C3%BCber+die+Grundlagen+der+Philosophie/6.+Ueber+das+Dasein+der+k%C3%B6rperlichen+Dinge+und+den+wirklichen+Unterschied+der+Seele+vom+K%C3%B6rper) »den wirklichen Unterschied der Seele vom Körper« herausarbeiten will. (Übrigens: Das aus dem Lateinischen stammende Wort »abstrakt« bedeutet wörtlich *losgelöst*. »Ab« bedeutet *weg* oder *los*, und »trahere« bedeutet *ziehen*. Der Wortstamm ist derselbe wie beim *Traktor*. – Zu sagen, dass *Seele*, *Wort* oder *Gedanken* »abstrakt« sind, das muss für Poeten wie uns bedeuten, dass diese Abstrakta vom Menschen gewaltsam *weggezogen* wurden, wie mit dem *Traktor*.) Lily Phillips lässt sich öffentlich von 101 verkommenen Drecksäcken zerbrechen. Auf bittere Weise lernt sie, dass das, was wir »Seele« nennen, eine Funktion des Körpers ist (oder von mir aus: derart mit diesem verbunden, dass eine funktionale Loslösung nicht möglich ist, ganz egal, was die moderne »Moral« dazu sagt). Das Risiko, dass *ich* mich auf ähnliche Weise prostituiere wie Frau Phillips, ist auf den ersten Blick sehr gering. Und doch können wir aus diesem horrenden Fall *lernen*. ## Der Seele gut Wir lernen: Keine Handlung der Hände, Füße und sonstiger Teile des Leibes bleibt ohne Konsequenz für die Seele. Auch wir können uns selbst *zerstören* – oder uns zerstören und ausnutzen *lassen*. Mögen die Menschen, die uns ausnutzen und zerstören, noch so skrupellos sein: Wenn *wir* es waren, die dies zuließen oder es sogar *initiierten*, dann tragen *wir selbst* die Verantwortung. »Go touch grass«, sagen die Jugendlichen heute. Damit empfehlen sie, dass man seine Seele wieder einschwingen lassen sollte. »Geh mal etwas Gras berühren«, und es wird dir an der Seele besser gehen! Ja, vielleicht sollte ich mich vom Schreibtisch erheben, nach draußen gehen und dort mal wieder etwas Gras berühren. Einen Hund kraulen. Oder Tanzunterricht nehmen, im Chor anmelden, das Gartenbeet von Hand umgraben und danach ein Bad nehmen … vielleicht mal wieder ein Bild malen. Oder einfach nur das Gesicht in die Sonne halten. Es täte gewiss der Seele gut! - [Wir verkommenen Drecksäcke](https://dushan.org/essays/wir-drecksaecke/) 2015 hieß es, sobald Assad abgesetzt sei, würde die inzwischen 1 Million Syrer nach Syrien zurückkehren (müssen). Und jetzt? Jetzt wird man als »Drecksack« beschimpft, wenn man daran erinnert. – Wie sollen wir solche Politiker nennen? Die lautesten Nachrichten des Tages drehen sich auch heute wieder um Syrien. Der Syrien-Chef Assad ist als Flüchtling in Moskau ([bbc.com, 9.10.2024](https://www.bbc.com/news/articles/cqx89reeevgo)). In Damaskus übernehmen jetzt Terroristen mit Al-Qaida-Wurzeln die Macht ([abcnews.go.com, 8.12.2024](https://abcnews.go.com/International/who-are-syrian-rebels-hts/story?id=116571007)). Diese waren es, die zum Jubel der deutschen Propaganda die syrische Assad-Regierung stürzten. Im Film »The Dark Knight Rises« öffnet der Terrorist Bane die Gefängnisse ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=tzK97Aaj_U8&ab_channel=JokDon)). Er lässt sich feiern, weil er dadurch Menschen befreit, die unschuldig einsaßen. Doch Bane setzt auch die Schuldigen frei. Das aber destabilisiert Gotham City, leitet dort die Anarchie ein. Doch Anarchie ist keineswegs ein Zustand ohne Machthaber. Anarchie ist die Herrschaft des Stärkeren. Mit dem »Stärkeren« meinen wir den, den die Leute am meisten fürchten, aber nicht töten können. In Syrien öffneten die Umstürzler das »berüchtigte« Militärgefängnis »Saidnaja« ([focus.de, 10.12.2024](https://www.focus.de/politik/ausland/soldaten-des-regimes-ziehen-sich-zurueck-islamisten-in-syrien-ruecken-auf-strategisch-wichtige-grossstadt-homs-vor_id_260541988.html)). Ja, einige Unschuldige kommen frei, wenn auch wohl nicht ganz so viele, wie man dachte. Und vermutlich kommen auch Gewaltverbrecher frei, die nicht nur gewalttätig waren, sondern dazu auch zu blöd, sich nach Deutschland abzusetzen. Das soll zur Destabilisierung Syriens beitragen – und die Macht der bewaffneten Islamisten sichern. Auf Deutschlands und Europas Straßen aber bejubeln die Syrer den Sieg der Islamisten. Man schwenkt syrische Fahnen. Man ruft, dass der eigene Gott groß sei. Man sei nicht mehr »Flüchtling«, so wird gesagt, sondern einfach nur Syrer. ## **Rückkehr oder nicht?** Im Kontext des Unrechtsjahres 2015 behauptete die *Kanzlerin der Schande* noch, dass 70 Prozent der sogenannten Flüchtlinge aus Syrien doch »nach Hause« wollten ([berliner-zeitung.de, 9.12.2024](https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/merkel-sagte-70-prozent-der-syrischen-fluechtlinge-wollen-nach-hause-aber-stimmte-das-li.2279862)). War das womöglich unwahr?! [Nein! Doch! Oh!](https://dushan.org/nein-doch-oh/) Die AfD macht ihren Job und fordert, dass, wenn Syrer doch so zufrieden mit den Entwicklungen in ihrer Heimat sind, sie auch dorthin zurückkehren sollten (etwa [@Martin_Hess_MdB, 9.12.2024](https://x.com/Martin_Hess_MdB/status/1866063491955589591)). Das sei keine »keine Frage der Härte, sondern der Gerechtigkeit und Vernunft«. Doch natürlich lassen die Sozialisten in den verschiedenen Altparteien nicht gelten, dass Bürger die Versprechen der Politik einfordern. »Alle, die jetzt anfangen, über Abschiebung nach Syrien zu reden«, [so heißt es](https://x.com/Nietzsxhe/status/1866075226204754331) aus den Reihen der umbenannten Mauermordpartei, »das sind einfach nur verkommene Drecksäcke.« Okay, dann sind wir hier eben »verkommene Drecksäcke«. (Versucht aber nicht, Politiker entsprechend zu bezeichnen. Politiker sind in Deutschland … *gleicher*.) Karl »nebenwirkungsfrei« Lauterbach [führt ins Feld](https://x.com/Karl_Lauterbach/status/1866149489469219215), dass in Deutschland aktuell über 6.000 Syrer als Ärzte arbeiten. Diese Syrer seien »voll integriert und für die Versorgung unabkömmlich«. Schon allein eine »Debatte« über die Rückkehr dieser Menschen müsse diese »zutiefst enttäuschen und verunsichern«. Man fragt sich natürlich: Mit welchem Recht sollte sich Deutschland anmaßen, den Syrern ihre Ärzte »wegzunehmen«? (Nebenbei: Die politische Mathematik ist auch hier schlicht Bullshit. [@schorn_stephan, 9.12.2024](https://x.com/schorn_stephan/status/1866258519667659188) rechnet vor: »Wenn 1 Million Menschen das Land verlassen und sich darunter 5000 praktizierende Ärzte befinden, dann hat Deutschland hinterher pro Kopf mehr Ärzte.«) ## **Gratis leben – oder woanders** Wir sind weder Politiker noch Journalisten. Wir wollen ehrlich sehen und dann auch ehrlich sagen, was der Fall ist. Wir bekommen ja auch die *übrigen* Nachrichten mit. Ganz aktuell etwa von dem 26-jährigen Syrer, den die Polizei als mutmaßlichen IS-Sympathisanten festgenommen hat ([welt.de, 09.12.2024](https://www.welt.de/politik/deutschland/article254819278/Polizei-nimmt-IS-Sympathisanten-fest-26-jaehriger-Syrer-in-Untersuchungshaft.html)). (Ich weiß nicht, ob er zuvor Bargeld fand und brav beim Fundbüro abgab.) Die Prognose sei gewagt, dass die Zahl der Syrer in Deutschland nicht nur stabil bleiben wird – es werden *mehr* werden. Sicher, es wird – vielleicht im zeitlichen Zusammenhang mit Wahlen – einige wenige Syrien-Rückkehrer geben. Politik und Presse des deutschen Propagandastaates werden entsprechende Berichte bezüglich dieser Wenigen über alle Kanäle verbreiten. Man will die Bürger manipulieren, das Thema »Syrer in Deutschland« mental »abzuhaken«. Die Zahl der Syrer in Deutschland wird steigen, und der gesellschaftliche Sprengstoff wird gefährlicher werden, aus mehreren Gründen. Einer der Gründe ist wohl, dass Menschen, die einer stark *missionarischen* Religion anhängen, schlicht gegen ein Grundprinzip ihres Glaubens verstoßen würden, wenn sie sich freiwillig alle aus einem zu missionierenden Gebiet zurückziehen würden. Vor allem könnte man es als *schlicht irrational* bewerten, freiwillig ein Land zu verlassen, in welchem man so komfortabel wie gratis leben kann – ja, wo man gratis ein großzügiges Gehalt erhält, warum auch immer. ## **Heimweh weniger schlimm, wenn …** Stand März 2023 erhielten 55,1 % der in Deutschland lebenden Syrer das Gratisgehalt »Bürgergeld« ([freilich-magazin.com, 7.8.2023](https://www.freilich-magazin.com/gesellschaft/so-verteilen-sich-die-staatsangehoerigkeiten-der-buergergeldempfaenger)). Doch auch wenn man in Deutschland als Syrer arbeiten (müssen) sollte: Selbst *vor* der Machtübernahme durch Al-Qaida-Terroristen lag das Durchschnittsgehalt in Syrien bei 473 € pro Jahr ([laenderdaten.info, abgerufen 10.12.2024](https://www.laenderdaten.info/durchschnittseinkommen.php)). Wenn ein in Deutschland lebender Syrer mal Heimweh verspürt, kann er ja problemlos zum Urlaub in die Heimat fliegen, wie einige syrische »Flüchtlinge« es seit Jahren tun ([tagesspiegel.de, 26.08.2019](https://www.tagesspiegel.de/politik/zum-heimaturlaub-nach-syrien-6640333.html)). (Das ist aber kein rein syrisches Phänomen. Auch afghanische »Flüchtlinge« fliegen zum Urlaub schon mal heim ins ach so schlimme Kriegsgebiet ([nzz.ch, 28.08.2024](https://www.nzz.ch/international/afghanen-machen-urlaub-in-der-heimat-trotz-asylstatus-kritik-von-bundespolizei-ld.1844309)). Einige Ukrainer natürlich auch ([zdf.de, 16.08.2024](https://www.zdf.de/nachrichten/politik/fluechtlinge-urlaub-kaddor-migrationsbeauftragter-stamp-100.html)). Ja, Deutschland ist der Bankautomat der Welt, *jeder außer den Deutschen* hat die Bankkarte, und die vierstellige Zauber-PIN für Gratisgeld lautet »ASYL«.) ## **Dringend, täglich** »Glaubst du, dies alles kann bestehen?«, fragt Selina Kyle im Film *Dark Knight Rises*, »ein Sturm zieht auf.« ([siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=nNtJH8Io5I0&ab_channel=kootallica)) Nein, ich glaube und erwarte nicht, dass in Deutschland »ein Sturm aufzieht«, zumindest kein Sturm der Gegenwehr. Der deutsche Propaganda-Apparat wird die Deutschen auch weiter fügsam halten, wie Schafe auf dem Weg zur Schlachtbank – und manches Schlachtmesser ist nicht nur metaphorisch. Ich empfehle deshalb jedem Einzelnen *dringend*, *täglich* zu prüfen, ob die eigene Wahrnehmung der Realität und auch die so wichtigen Vorhersagen wirklich von ebendieser Realität gerechtfertigt sind – oder ob unsere Vorhersagen von Feigheit und Wunschdenken verzerrt wurden. ## **Doch auch das** Jeder von uns kann sich an Szenen seines Lebens erinnern, von denen er sich wünscht, er hätte dort und damals *anders* entschieden. (Sehr schön dazu ist übrigens das Finale des Eröffnungsmonologs im Film *Whatever Works*; [siehe YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=tgvi7azctis&ab_channel=CaffeVivaldi), und zwar [ab 4:44](https://youtu.be/tgvi7azctis?t=282).) »Ach, hätte ich nur …« – das ist der Refrain der Elenden. Es gibt kein Leben im Konjunktiv. (Und dies wiederum ist mir als Gedanke so wichtig, dass ich mal [einen Essay nur dazu](https://dushan.org/kein-leben-im-konjunktiv/) schrieb.) Es gibt kein Leben im Konjunktiv, nicht in der Möglichkeit der Gegenwart und ganz bestimmt nicht im Konjunktiv der Vergangenheit. (Nur den Konjunktiv der Zukunft, die *Möglichkeit,* will ich nicht vorschnell abtun – eine der Möglichkeiten wird eben doch Realität und Gegenwart werden, doch auch das hängt von deinen Handlungen im Jetzt ab.) Da weder Zukunft noch Vergangenheit außer in unseren Gedanken *existieren*, *existiert* im *vollen* Sinne von Existenz nur das Jetzt. Was du »das Leben« nennst, ist zu jedem gegebenen Zeitpunkt exakt das, was du *jetzt tust.* ## **Einfach und endlich** Es gibt kein Leben im Konjunktiv. Heute *tun* wir deshalb klug daran, uns darauf vorzubereiten, was die Regierung für uns vorbereitet – und wo sie uns ins offene Messer laufen *lässt*, vor welchen Entwicklungen sie uns *nicht* schützt, obwohl solcher Schutz eigentlich ihre Aufgabe *ist. *(Notiz: Ich musste diesen Satz überarbeiten, da mir im ersten Anlauf doch glatt drei Konjunktive hineingeraten waren.) Es gibt kein Leben im Konjunktiv, und es *wäre* doch arg schade, wenn du dereinst sagen müsstest: »Ach, hätte ich damals doch die Realität als solche zu sehen gewagt. Ach, hätte ich doch den *Mut* für *realistische* Vorhersagen aufgebracht!« Weniger »man müsste etwas tun«, mehr »ich tue dies. Jetzt«. Noch besser aber: Gar nicht so viel reden, sondern einfach und endlich *tun*. - [Syrien, Logik und Abgrund (und ein neues Buch)](https://dushan.org/essays/logik-und-abgrund/) Du und ich können nichts an Syrien ändern. Wir rollen mit den Augen und stellen fest: In manchen Regionen der Welt sind die Optionen »Diktator« oder »Steinzeit-Islamismus« – und der »Diktator« ist nun halt weg. (Außerdem wichtig: Neues Buch von mir!) Es gibt ein neues Buch von mir, es heißt »Dazwischenwesen«, und ihr seid ärmer dran, wenn ihr es nicht lest … doch bevor ich noch ein weiteres Wort dazu sage, lasst mich euch erst etwas *Lustiges* erzählen und auch noch *ernsthaft* die Nachricht des Tages kommentieren. Letztens musste ich bitter lachen, denn ich las irgendwo in den wilden Weiten des sozialen Internets: »Ich habe diese geistige Störung. Ich glaube, dass wenn ich Argumente und Fakten vorlege, die Leute davon überzeugt werden.« »Hahaha«, dachte ich, »diese Störung habe ich auch. Doch ich fürchte, diese Störung ist nicht heilbar.« Nach Jürgen Habermas wäre eine solche »Störung« wohl der Glaube an den »zwanglosen Zwang des besseren Arguments«. ## Was zu sagen verboten ist Außerdem [las ich letztens](https://x.com/PGrasarevic/status/1865641917653917976), wie ein jemand schrieb: »Ein deutscher Kollege meinte zu mir, man dürfe heute nicht mehr sagen, was man denkt. Und dann bat ich ihn, mir doch zu sagen, was er denkt, aber nicht sagen darf, und dann war es still.« Die Logik hier scheint zu sein: »Wenn einer sich nicht traut, etwas zu sagen, wofür zu sagen in Deutschland einem die Haustür von der Polizei eingetreten und die Existenz vernichtet wird, dann bedeutet das, dass es nichts gibt, was zu sagen verboten ist.« Ach, wie will man da noch argumentieren, welchen »Zwang« im Habermasschen Sinne anwenden? ## Das Eine – oder das Andere Der Beispiele für die Abwesenheit eines *logischen* Zwangs sind heute so viele! Wir hören etwa, dass in Syrien der »Diktator« Assad abgesetzt wurde; er soll sich in Moskau befinden ([telegraph.co.uk, 6.12.2024](https://www.telegraph.co.uk/world-news/2024/12/06/russia-assads-rescue-citizens-leave-syria/)). Das logische Problem dabei: In manchen Regionen und Kulturen dieses Planeten existieren *genau zwei* Optionen für Staatsformen, nämlich erstens *Diktatur* oder zweitens *Steinzeit-Islamismus*. Der neue starke Mann in Syrien heißt Abu Mohammed al-Dscholani. Er ist Anführer der islamistischen Jihadisten, welche uns nun als »Rebellen« verkauft werden. ([Bei CNN](https://edition.cnn.com/2024/12/06/middleeast/syria-hts-al-jolani-profile-intl/index.html) sagen sie übrigens *offen*, dass die Jihadisten nun als Rebellen zu gelten haben. Auch im [deutschen Staatsfunk](https://www.tagesschau.de/ausland/asien/syrien-milizenfuehrer-al-dscholani-100.html) sagen sie, dass al-Dscholani der Chef einer Al-Qaida-Untergruppe war. Ich fühle mich erinnert an jenen [Witz von Mitch Hedberg](https://www.youtube.com/watch?v=VqHA5CIL0fg&ab_channel=PlasmaKong2): »I used to do drugs. I still do, but I used to too.«) Man feiert also den Coup gegen Assad. Dass man damit aber Jihadisten die Tore öffnet, welche absehbar noch viel mehr Leid anrichten werden, so weit reicht das Denken und Bewusstsein der »Guten« nicht. Warum passiert all das in Syrien aber wirklich? Ich habe da so meine Ideen, doch bevor ich die ausbuchstabiere, sollte ich mir erst einen neuen Bademantel zulegen. ## Zum Logischen und Richtigen Gestern erkannte mich ein Leser auf der Straße (in Straßenkleidung, nicht im Bademantel). Er begrüßte mich, stellte sich vor und wir redeten – sehr angenehm alles. Dann fragte er mich, wie ich die Zukunft Deutschlands sehe. Ich will euch nicht gleich meine Antwort sagen, sondern zunächst die *Begründung* meiner Antwort! Zur Begründung fragte ich ihn: Wie zerstört man eine Demokratie? Und wir antworteten beide, praktisch wortgleich: »Indem man das Denken des Volkes kaputtmacht.« Was ist es wert, dass die Leute *wählen* dürfen, wenn ihnen das *Denken* abhandengekommen ist? ARD, ZDF und der Rest der Propaganda haben so viel geistige Zerstörung geleistet, dass ein Großteil der wahlberechtigten Bürger schlicht *keinen* »Zwang« zum Logischen und Richtigen verspürt. Alle weiteren Schlüsse zur Zukunft der »Demokratie« Deutschland ergeben sich daraus logisch – außer natürlich, man gehört zu jener Mehrheit, die eben diesen »Zwang« nicht mehr verspürt. Zu den Gründen aber, *warum* Deutschland derart von Innen zerstört wird, auch da muss man leider sagen: Manches davon ist zu sagen verboten oder gefährlich, was natürlich auf gewisse Weise schlimmer als »nur« verboten ist. In Deutschland herrscht natürlich die Freiheit der Meinung, wenn man denn bereit ist, mit den *Konsequenzen* zu leben. ## Die Organe nach und nach Ich wünschte, es wäre ein logischer *Bruch*, wenn ich an dieser Stelle mein neues Büchlein ankündige. Es heißt [»Dazwischenwesen«](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/), und wurde von fleißigen und doch unbezahlten Korrektoren sorgfältig geprüft – danke euch, Ihr Helden des Wortes, nah an meinem Herzen! [»Dazwischenwesen«](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/) ist im Selbstverlag erschienen und [bei Amazon erhältlich](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/). Ich schreibe im Buch von der Zerrissenheit des Menschen. Und vom »Abgrund«, über dem wir als Menschen unablässig stehen (und der laut Nietzsche bisweilen *in uns* zurückblickt). In des Menschen Körper und Seele wurden einige »logische Fehler« eingebaut. Diese Fehler nutzen der Evolution, unabhängig davon, ob der Mensch damit *glücklich* wird. Einer dieser Fehler ist die Tatsache, dass irgendwann die Zellen sich einfach nicht mehr erneuern, dass die Organe nach und nach versagen, und der Mensch, poetisch gesprochen, *in den Abgrund geht*. Nicht nur Deutschland geht seinem Abgrund entgegen, auch jeder einzelne Mensch tut es, vom ersten Atemzug an. Ein Unterschied zwischen Staat und Mensch bezüglich des Abgrunds liegt darin, dass des Menschen Abgang ein Naturgesetz ist, während es bei Staaten und Nationen regelmäßig mehr einen »Betriebsunfall« darstellt. ## Vorsichtig blinzelnd Wenn ihr euch heute *zerrissen* fühlt, zerrissen etwa zwischen *Dazugehören* und *Selbstdenken*, zwischen Lebenwollen und dem Abgrund, oder einfach nur zerrissen, weil man schlank sein will, aber der Kuchen so lecker ist, dann darf ich euch meine philosophische Meditation [*»Dazwischenwesen«*](https://dushan.org/buecher/dazwischenwesen/) vorlegen. Ich leide nicht nur an jener »geistigen Störung«, bei der man glaubt, dass Menschen sich von Logik *zwingen* lassen. Ich bin auch noch davon überzeugt, dass ich *nicht allein* bin mit meinen Ängsten – und dass es einen Weg aus der Angst gibt, der sich *nicht* in Illusionen flüchtet. Ich lege euch vor, wie ich mit all diesem Wahnsinn klarkomme, wie ich vorsichtig in den Abgrund blinzele – und mich doch am *jetzt und hier* erfreue. Ich hoffe sehr, euch *nützlich* zu sein. - [Das Diddy-Rumänien-Europa-Puzzle](https://dushan.org/essays/das-puzzle/) Die Nachrichten sind eine jede wie ein Puzzlestück. Nur blöderweise fehlen uns einige wichtige Stücke und wir haben kein Bild auf dem Deckel zur Anleitung. – Wie erklärt ihr euch die »unverzeihliche« Wahl in Rumänien? Habt ihr schon mal ein Puzzle zusammengesetzt? Ich selbst bin ja kein großer Puzzler, was *richtige* und *nicht-metaphorische* Puzzle betrifft. Wenn ich ein Bild für die Wand haben will, dann kaufe ich eben ein Bild – und nicht *Schnipsel* eines Bildes. Immerhin habe ich *anderen* Leuten zugeschaut, wie sie Puzzles zusammensetzten. Wenn ein Puzzler ein Puzzlestück aufhebt, so meine Beobachtung, sagt er dabei schon mal Dinge wie: »Dieses Stück, das ist ein Teil von jener Fläche, also wird es ungefähr hier liegen.« Ich finde das spannend, denn es hat sehr buchstäblich mit *Mustererkennung* zu tun. Der Puzzler sieht ein Stückchen vom Muster, das Teil eines größeren Musters ist. Aber natürlich hat er vorher das Bild gesehen, vermutlich hält er es sogar als Boxdeckel vor sich, um seinen Zwischenstand mit dem Ergebnis abzugleichen. Stellen wir uns aber vor, der Puzzler würde das Zielbild *nicht* kennen! ## **Erst die Ecken** Stellen wir uns vor, du sollst ein Puzzle lösen, von dem du *nicht* weißt, welches Bild es zuletzt ergeben soll. Wie wirst du vorgehen? Wahrscheinlich suchst du zuerst die vier Ecken heraus, dann die Kanten. Du sammelst ähnlich gemusterte Puzzlestücke. Du vermutest, dass sie zusammengehören. Du probierst aus, einige davon zusammenzusetzen. Sobald die ersten Stücke zusammenpassen, wird es einfacher, die *nächsten* passenden Stücke zu finden. Mit jedem Stück, das zu einem anderen Stück passt, wird das Zielbild etwas klarer – und die Menge der noch losen Stücke wird kleiner, etwas weniger furchteinflößend. Was aber ist dein *Zielbild*, wenn du nicht weißt, welches Bild du zusammensetzt? ## **Fehlende Stücke – und falsche** Wenn ich heute die Nachrichten lese, habe ich das Gefühl, ebenfalls ein Puzzle zusammenzusetzen, dessen Zielbild ich nicht kenne. Ja, bei diesem Puzzle namens »Nachrichtenlage« ist nicht bloß das Zielbild unbekannt. Beim Puzzle unserer Nachrichtenlage fehlen viele Puzzlestücke. Um das alles auch noch extra verwirrend zu machen, sind einige der vorhandenen Puzzlestücke schlicht *falsch.* Sie gehören womöglich zu anderen Puzzles. Jemand will uns mit dem Puzzlen *beschäftigt halten.* Wenn einer von uns das richtige Bild tatsächlich zusammensetzen könnte, würde das »die Bevölkerung verunsichern«. Lasst mich aus der aktuellen Nachrichtenlage einige *Puzzlestücke* herausgreifen. Wir wollen schauen, wie viel wir aus diesen zwei Bildteilchen über das *große Bild* sagen können. ## **Nochmal wählen, bis es passt** Da wären einmal die Meldungen aus Europas Osten. In Rumänien wurde gewählt. Nach dem Sieg des pro-rumänischen und NATO-kritischen Kandidaten Calin Georgescu in der ersten Runde (ich schrieb darüber im Essay [»Störende Wahrheit als russische Desinformation«](https://dushan.org/wahrheitstrolle/)), und einem absehbaren Sieg bei der Stichwahl, ordnete das rumänische »Verfassungsgericht« kurzerhand neue Wahlen an ([tagesschau.de, 06.12.2024](https://www.tagesschau.de/ausland/europa/rumaenien-praesidentschaftswahl-wiederholung-100.html)). Es würde mich wundern, wenn der Sieger neu zugelassen würde. Das Gericht und die EU-Mainstream-Medien werfen die üblichen »Böser-Russe-Schreckgespenster« in die Debatte. Und es ist durchaus möglich und wahrscheinlich, dass Russland beteiligt war. Man könnte auch andere Gründe vermuten, wenngleich sie ebenfalls mit Putin zusammenhängen. In Rumänien wird derzeit der flächenmäßig größte NATO-Stützpunkt Europas gebaut ([nzz.ch, 25.03.2024](https://www.nzz.ch/international/rumaenien-baut-groessten-nato-stuetzpunkt-europa-ld.1823352)). Rumänien liegt am Schwarzen Meer, es grenzt an die Ukraine. Rumänien ist einer der wenigen EU-Staaten mit eigenen Gasvorkommen. *Wenn* der nächste Krieg mit Russland ansteht, *wird* Rumänien eine militärische Drehscheibe sein. ## **Nicht zu leugnen** Vor einiger Zeit hörten wir vom Diddy-Skandal. Recht überraschend wurde vor einiger Zeit der US-Rapper Sean Combs – auch »P Diddy« oder »Diddy« genannt – verhaftet. Er sitzt immer noch ein ([foxnews.com, 6.12.2024](https://www.foxnews.com/entertainment/sean-diddy-combs-first-christmas-jail-includes-basketball-tournament-holiday-meal)) und wartet auf sein Verfahren. Der Vorwurf lautet Menschenhandel (»sex trafficking«), wohl im Zusammenhang mit seinen berüchtigten »Partys«. Unter anderem auf diesen Diddy-Partys fanden sich viele bekannte Hollywood-Prominente ein … und die Schnittmenge zu öffentlichen Democrats-Unterstützern war nicht zu leugnen. Im Joe-Rogan-Podcast, im Gespräch mit Elon Musk, wurde sogar angedeutet, dass man sich fragen könnte, warum seit der Verhaftung von Diddy plötzlich so viele Hollywood-Promis für Kamala Harris warben. Die implizite Frage: Wurde da jemand erpresst? Die »Puzzlestück-Meinung« aber, die ich heute notieren will, hat auch und auf interessante Weise mit Europa und EU zu tun … es ist spannend. ## **Die Umziehenden** Von inzwischen *zwei* US-Promipaaren wird berichtet, dass sie nach Europa umsiedeln – beide mit engen und öffentlichen Beziehungen zu P Diddy. Da ist Ellen DeGeneres und ihre Partnerin Portia de Rossi ([latimes.com, 20.11.2014](https://www.latimes.com/entertainment-arts/story/2024-11-20/ellen-degeneres-leaves-usa-for-britain-portia-de-rossi)), die nach Großbritannien zogen, damit nach Europa, aber außerhalb der EU. Und Ashton Kutcher mit Mila Kunis ([themirror.com, 06.12.2024](https://www.themirror.com/entertainment/celebrity-news/ashton-kutcher-mila-kunis-moving-845625)), die nur ganz allgemein ankündigten, nach »Europa« zu ziehen. Während Ellen DeGeneres behauptete, sie zögen »wegen Trump« plötzlich aus, geben Kutcher und Kunst explizit die Verhaftung und den anstehenden Prozess von Sean Combs als Grund an. Sie erwarten, dass Sean »Diddy« Camps versuchen würde, alle möglichen Leute mit komplett ungerechtfertigten Vorwürfen in den Schmutz zu ziehen. ## **Extra-Puzzlestück und Fragen** Die zwei Puzzlestücke, die heute also vor uns liegen, sind diese: Erstens: In immer mehr Ländern Europas kann man Demokratie und Rechtsstaat zunehmend als »aufgehoben« betrachten. Wenn ein Wahlergebnis »unverzeihlich« ist, wird es eben aufgehoben, und man lässt neu wählen, bis es passt. Zweitens: US-Promis mit Verbindungen zu einem Menschen, der wegen Menschenhandels und Missbrauchs Minderjähriger vor Gericht stehen wird, zieht es plötzlich nach Europa. ## **Noch ein paar Puzzlestücke** Keine aktuelle Nachricht, aber doch ein Puzzlestück: 2023 besuchte Ashton Kutcher das EU-Parlament. Ich schrieb im Essay [»Was wird deine Gefängniswährung sein?«](https://dushan.org/gefaengniswaehrung/) darüber. Derselbe Ashton Kutcher hat zusammen mit seiner aus der Ukraine stammenden Frau Mila Kunis weit über 30 Millionen Dollar für die Ukraine gesammelt ([cnbc.com, 21.3.2022](https://www.cnbc.com/2022/03/21/ashton-kutcher-and-mila-kunis-raise-over-34-million-for-ukraine-aid-.html)). Das korrupteste Land Europas ist ihm also zu Dank verpflichtet. Sagt mir bitte, wie diese Puzzlestücke zusammenpassen! Wenn ich es richtig verstehe: Kutcher ist ein Kämpfer gegen den Missbrauch von Kindern und gegen Kinderhandel, unterhält allerbeste Verbindung zur europäischen Politik, verkauft Überwachungssoftware gegen Menschenhandel, war guter Freund mit Combs, wusste aber nichts von dessen Partys und steht folglich auch nicht im Visier des FBI ([pagesix.com, 04.10.2024](https://pagesix.com/2024/10/04/celebrity-news/ashton-kutcher-not-a-target-of-feds-sean-diddy-combs-probe-report/)), will aber präventiv nach Europa umziehen. Europa ist das Zielland für Leute, die fürchten, in den USA mit einem Prozess wegen Menschenhandels und Missbrauchs Minderjähriger in Verbindung gebracht zu werden. Und während all dem wird in Rumänien einfach so eine Wahl für ungültig erklärt, inzwischen ganz offen aus dem Grund, dass der falsche Kandidat vorn liegt. ## **Welches Bild?** Ich bin nicht ganz sicher, welches Bild diese Puzzlestücke ergeben. Doch da sie vom aktuellen politischen Europa handeln, *muss* doch ein Bild existieren, dessen Teil diese Puzzlestücke sind. Ich weiß so viel oder so wenig wie ihr, welches Bild sich gerade vor unseren Augen zusammenzusetzen beginnt. Viele Puzzlestücke fehlen auf dem Tisch vor mir (und im Schrank womöglich ein paar Tassen). Und doch puzzle ich weiter und gebe mein Bestes, die Stücke richtig ineinandergreifen zu lassen. Wenn ich allerdings die Augen zusammenkneife, und wenn ich die Umrisse des Bisherigen deute, dann sehe ich ein Sittengemälde von Europas Moral, und dieses Sittengemälde ist eine Kollaboration von [Hieronymus Bosch](https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/17/Hieronymus_Bosch_-_The_Garden_of_Earthly_Delights_-_Hell.jpg) und [Zdzisław Beksiński](https://beks.pl/produkt/zdzislaw-beksinski-obraz-ae73/). - [Keine Pflicht zum Mitgefühl](https://dushan.org/essays/kein-mitgefuehl/) Der Chef einer US-Krankenversicherung wurde ermordet. Der Täter bezog sich auf Ablehnung von Erstattungen, was zu Leid und auch Tod führt. Mord zu feiern ist tabu, auch wenn einige es tun. Aber eine Pflicht zum Mitgefühl gibt es auch nicht. Brian Thompson, CEO der Krankenversicherungs-Abteilung des US-Konzerns *American Health *([bild.de, 4.12.2024](https://www.bild.de/news/ausland/-6750634503ce23009ba634d2)), wurde in New York getötet. Anders als andere Morde wurde dieser nicht von der Öffentlichkeit ignoriert oder erschrocken zur Kenntnis genommen – dieser Mord wird von Tausenden gefeiert. Was läuft da schief? Man liest, dass das Attentat »offenbar hochprofessionell geplant« war, »eiskalt« natürlich. Die deutsche Wikipedia [fasst aktuell nüchtern zusammen](https://de.wikipedia.org/wiki/Brian_Thompson_(Manager)): »Thompson wurde am 4. Dezember 2024 um 6:45 Uhr morgens erschossen, als er auf der West 54th Street von seinem Marriott-Hotel Richtung Hilton-Midtown-Hotel lief, wo er an einem Treffen von Investoren teilnehmen wollte. Der maskierte Täter erschoss Thompson von hinten mit einer schallgedämpften Pistole. Daraufhin floh er mit einem Fahrrad zum Central Park, wo er zum letzten Mal von Zeugen gesehen wurde.« Während ich dies schreibe, ist der Täter noch nicht gefasst. Er setzte sich wohl mit einem Greyhound-Bus ab, wie auch Täter in Hollywood-Filmen es schon mal tun. ## Die Reaktionen Die Reaktionen in den sozialen Medien unterscheiden sich erschreckend deutlich von der Gleichgültigkeit bis Abscheu (vor allem Gleichgültigkeit), mit der die US-Öffentlichkeit sonst auf Morde in den Straßen der Großstädte reagiert. In den sozialen Medien, vor allem in den USA, wird der Mörder tausendfach als »Held« gefeiert. Amerikanische Medien berichten davon, wie »wenig Sympathie« dem Ermordeten in den sozialen Medien entgegengebracht wird ([rollingstone.com, 4.12.2024](https://www.rollingstone.com/culture/culture-news/health-insurance-murder-reactions-1235192490/)). Verbitterte Amerikaner zitieren zynisch die Erstattungsablehnungen, die US-Krankenversicherungen ihren Kunden schicken. Und sie passen diese Ablehnungsfloskeln auf den aktuellen Mordfall an ([eu.usatoday.com, 07.12.2024](https://eu.usatoday.com/story/life/health-wellness/2024/12/05/unitedhealthcare-ceo-killed-meme/76794715007/)); sinngemäß etwa: »Leider fällt meine Anteilnahme nicht unter die abgedeckten Versicherungsleistungen.« ## Deny, defend, depose Der Täter selbst hatte sich ja diese Deutung seiner Tat gewünscht. Auf den drei Patronenhülsen, die aus der Waffen sprangen und am Tatort blieben, steht ([eu.usatoday.com, 07.12.2024](https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2024/12/05/brian-thompson-unitedhealthcare-ceo-killed-manhunt-updates/76790761007/)): »deny«, »defend« und »depose«. Das bedeutet etwa: ablehnen, abwehren und abheften. Es bezieht sich auf ein Buch über die Praktiken von US-Versicherern und beschreibt auch Schlagwörter ebendieser Praktiken. Zu den Reaktionen auf den Mord gehören Tausende von Berichten von US-Amerikanern, denen eine der profitorientiertesten privaten Krankenversicherungen die Erstattung medizinischer Leistungen abgelehnt hatte – und sogar CNN berichtet davon ([edition.cnn.com, 06.12.2024](https://edition.cnn.com/2024/12/06/business/insurance-claim-denials-unitedhealthcare-ceo/index.html)). Wenn etwa die Krankenversicherung einer Frau die Erstattung der Kosten für eine Brustkrebsbehandlung ablehnt, weil dies ja kein »Notfall« sei, und wenn man weiß, dass dies ein Fall von *vielen* ist, dann fällt es schwer, großes Mitgefühl für den verantwortlichen Funktionär zu entwickeln. Brian Thompson war für die Krankenversicherung von über 49 Millionen Amerikanern verantwortlich. Vor allem aber war er für den Profit seiner Abteilung zuständig. Je mehr Versicherungsleistungen er ablehnte, desto höher wurde sein Profit. Aktuell kursieren Statistiken, wonach »United Healthcare« mit 32 % die höchste Ablehnungsquote aller US-Krankenversicherer hat. (Siehe [valuepenguin.com, Stand 7.12.2024](https://www.valuepenguin.com/health-insurance-claim-denials-and-appeals#denial-rates); deutlicher ist allerdings [die archivierte Version](https://archive.is/czb76), da US-Behörden die Änderung der Seite erwirkten.) Nicht nur hat UHC offenbar die höchste Ablehnungsquote aller US-Krankenversicherer, der ermordete Chef soll auch daran gearbeitet haben, die Ablehnung durch den Einsatz künstlicher Intelligenz noch zu optimieren ([foxbusiness.com, 6.12.2024](https://www.foxbusiness.com/markets/unitedhealthcare-accused-relying-ai-algorithms-deny-medicare-advantage-claims)). Die Bloggerin Taylor Lorenz formuliert es deutlich: »Wenn du gesehen hast, wie ein geliebter Mensch wegen der Ablehnung von Versicherungsleistungen leidet und stirbt, dann ist es normal zu wünschen, dass die Verantwortlichen ein ähnliches Schicksal erleiden« ([usermag.co, 5.12.2024](https://www.usermag.co/p/yes-we-want-insurance-executives); meine Übersetzung). (Der Vollständigkeit halber: Neben der naheliegendsten Deutung, dass der Mord eine Art von Rache für versagte Erstattung war, kursieren diverse Verschwörungstheorien, [zum Beispiel auf Rumble](https://rumble.com/v5wvase-caught-on-call-10-minutes-beforehand-pay-close-attention-.html), im Kontext aktueller Untersuchungen zum *Insiderhandel*.) ## Der Mord Wer die [Relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) studierte, kann auch diesen Mordfall und die Reaktionen darauf ohne große Mühe eben als *relevante Strukturen* beschreiben. Ja, es klingt geradezu vulgärmarxistisch, dass solche Konzerne für ihre Profite das Leid und womöglich den unnötigen Tod ihrer Kunden in Kauf nehmen – wahr bleibt es dennoch. US-Krankenversicherer sind zuallererst profitorientierte Konzerne. Der [Aktienkurs der UnitedHealth Group](https://www.google.com/search?q=unitedHealthcare+stock&rlz=1C5CHFA_enES1132ES1133&oq=unitedHealthcare+stock&gs_lcrp=EgZjaHJvbWUyBggAEEUYOdIBCDQ2MDVqMGo3qAIAsAIA&sourceid=chrome&ie=UTF-8), also der Mutterkonzern des Versicherers, stand vor einem Jahr bei 550 US-Dollar. Kurz vor diesem Mord stand die Aktie bei 610 US-Dollar – und ist seitdem wieder zurück auf den Stand von vor einem Jahr gefallen; 10 % Verlust in 3 Tagen. Nur Geld, das man nicht ausgegeben hat, hat man verdient. Das gilt für den Freiberufler wie auch für den Großkonzern. Je mehr teure Behandlungen abgelehnt werden, desto profitabler ist die Krankenversicherung. Theoretisch kann ein Abgelehnter auch einen neuen Antrag stellen, und darauf weisen die PR-Bullshitter der US-Krankenversicherer auch hin. Der Patient kann sogar klagen! Doch es ist nicht immer einfach, dafür die Kraft aufzubringen, während der Krebs deinen Körper frisst. ## Erst Bankrott, oder gleich Tod In den USA existiert ein etablierter Fachbegriff für die finanziellen Härtelagen durch schwere Erkrankungen, die »financial toxicity« (siehe [cancer.gov](https://www.cancer.gov/about-cancer/managing-care/track-care-costs/financial-toxicity-hp-pdq)). 42 % aller mit Krebs diagnostizierten Amerikaner haben innerhalb von 2 Jahren sämtliche Ersparnisse aufgebraucht. Wer den Krebs überlebt, unterliegt noch immer einem 2,5fachen Bankrottrisiko. Die Zahlen sind allerdings auf mehrere Weisen verzerrt. Junge Menschen ohne Ersparnisse etwa sind nach einer Krebsdiagnose oft praktisch pleite, während ältere Menschen unter Umständen etwas länger von Haus und Ersparnissen »leben« können. Das Geschäftsmodell von US-Krankenversicherungen baut auch darauf, dass Erkrankte nach einer Ablehnung von Versicherungsleistungen resigniert selbst zahlen, resigniert in den Tod gehen oder zumindest so lange von der Bürokratie aufgerieben werden, bis sich das Problem »von selbst erledigt hat«. ## Euer Urteil Die UnitedHealth Group hat 2023 einen *Gewinn* von 22 Milliarden Dollar eingefahren ([forbes.com, 12.1.2024](https://www.forbes.com/sites/brucejapsen/2024/01/12/unitedhealth-group-profits-hit-23-billion-in-2023/)). 22 Milliarden Gewinn! Gestalten wie der Ermordete haben für Profit das Leid und womöglich den Tod von Menschen in Kauf genommen. Damit rede ich nicht schlecht über einen Toten – damit beschreibe ich schlicht den Job, den er gewählt hatte. Als Brian Thompson ermordet wurde, war er zu einer UnitedHealthcare-Investorenkonferenz unterwegs. Mit Aktienoptionen und sonstigen Einnahmen lag das jährliche Einkommen des Ermordeten zuletzt bei über 10 Millionen US-Dollar ([newsweek.com, 4.12.2024](https://www.newsweek.com/brian-thompson-unitedhealthcare-ceo-dead-uhc-nyc-shooting-1995572)). Er war ja unterwegs zur Investorenkonferenz, wo man sich bestimmt über den spektakulären Profit freute. Ich weiß nicht, ob angesichts der Milliardengewinne eine Erhöhung seines Bonus beschlossen werden sollte, ich vermute es aber. Es wird nicht dazu kommen. ## Ein Mensch zu sein Nein, es ist nicht gut. Es ist weder zulässig noch hier diskutabel, einen Menschen zu töten. Wenn aber viele Tausend Menschen offen die Ermordung einer Person feiern, die in ihrer professionellen Geldgier vieltausendfaches Leid und womöglich manchen Tod in Kauf nahm, kann man *verstehen*, dass bei den Opfern des Ermordeten nicht das Mitgefühl an erster Stelle steht. Wir sind verpflichtet, uns an Gesetze zu halten und uns darum zu kümmern, wofür wir Verantwortung tragen. Es existiert aber keine Pflicht zum Mitgefühl. Meine Befürchtung ist, dass gerade einige Dinge gewaltig in Schieflage geraten. Denn die Lehre, welche manche Psychopathen in CEO-Posten aus diesem Mord ziehen werden, wird nicht sein, dass man Menschen vielleicht besser nicht für Profit leiden und sterben lassen sollte. Die werden daraus lernen, dass man einfach nur soziale Medien zensieren und mehr Security für CEOs abstellen muss. Den Menschen ein Mensch zu sein, ist in manchen Branchen nicht gut für den Aktienkurs. Den Menschen ein Mensch zu sein, ist aber gut für die Seele – so man denn eine Seele hat. - [Menggua Wan darf nicht in Baitan auftreten](https://dushan.org/essays/michael-wendler-tritt-nicht-auf/) Michael Wendler soll nicht auftreten, weil er Meinungen äußerte, die von der Politik so nicht gewollt sind. Stellt euch für eine Sekunde vor, so etwas käme in China oder gar im »Putin-Reich« vor! Ist es nur dann »totalitär«, wenn es anderswo passiert? Haben Sie das aus China gehört? Der Balladen-Sänger Menggua Wan darf nun doch nicht bei einer Serenaden-Nacht 2025 in Baitan auftreten. Die Stadt nehme aufgrund zahlreicher kritischer Stimmen Abstand von dem geplanten Auftritt, hieß es in einer Mitteilung. Die Verwaltung habe noch einmal umfassend recherchiert und sei auf aktuelle Äußerungen von Menggua Wan gestoßen, die nicht mit der Haltung der kommunistischen Partei vereinbar seien. »Die Konzerte auf der Drachenbühne sollen den Menschen Freude bereiten. Politische Äußerungen von Künstlern sollen dem nicht im Wege stehen«, teilte die Partei mit. Zuvor hatte die Partei von »heftigen Reaktionen« gesprochen. Der in Dianlun nahe der Stadt Dunxian geborene Sänger hatte in den vergangenen Jahren mit provokativen und sozialismusfeindlichen Aktionen von sich reden gemacht. Während einer Wirtschaftskrise hatte der Musiker immer wieder imperialistische Propaganda verbreitet und gefährliche, antisozialistische Verschwörungserzählungen gestreut, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die stabilisierende Kraft des Volkes untergruben. ## Überraschung! Die Nachricht, die ich Ihnen gerade vortrug, war natürlich *Fake News – *aber nur halb! *Fake* waren alle Namen. Es existiert (so hoffe ich) kein Balladen-Sänger namens Menggua Wan. Auch die Serenaden-Nacht in Baitan ist ausgedacht, ebenso wie die Vorwürfe bezüglich imperialistischer Propaganda – alles frei erfunden. Jedoch, und hierin liegt der *Witz*: Die eigentliche Struktur der obigen Aussagen ist von einem aktuellen Nachrichtentext übernommen, nämlich [welt.de, 05.12.2024](https://www.welt.de/vermischtes/article254772778/Brandenburg-Wendler-Auftritt-in-Beelitz-nach-heftigen-Reaktionen-abgesagt.html). Ich habe die deutschen Namen gegen chinesische Namen ausgetauscht, die deutschen Politthemen gegen klischee-kommunistische. Ähnlich präzise hätte ich eine *russische* Kulisse einsetzen können. Nicht dem Sänger Menggua Wan wurde ein Auftritt in Baitan abgesagt, sondern … ach, lesen Sie selbst! [Jener Artikel](https://www.welt.de/vermischtes/article254772778/Brandenburg-Wendler-Auftritt-in-Beelitz-nach-heftigen-Reaktionen-abgesagt.html) beginnt so: »Der Schlagersänger Michael Wendler darf nun doch nicht bei einer Schlagernacht im brandenburgischen Beelitz 2025 auftreten.« Es sind nicht die Sozialisten von Baitan, sondern die von Beelitz, welche befanden, dass die politische Haltung des Sängers nicht mit ihrer Parteilinie vereinbar war, weshalb sie seine Auftritte absagten. ## Wenn die anderen es tun Wir lesen heute Meldungen, die sich bald nur noch in den Namen und den vorgeworfenen Gedankenverbrechen von jenen Meldungen unterscheiden, die uns im Geschichtsunterricht *zur Warnung* vorgelegt wurden. Die Antwort auf die Frage, ob Deutschland eine freiheitliche Demokratie und ein Rechtsstaat ist, entscheidet sich an den Bedeutungen der *Begriffe*: Ist ein Staat dann eine *freiheitliche Demokratie* und ein *Rechtsstaat*, wenn er nach der für diesen Begriff typischen Eigenschaft aufgebaut ist und auch täglich handelt – oder ist es dann eine Demokratie, wenn es bestraft wird, dies infrage zu stellen, egal, was der Staat ansonsten tut? Deutsche Propaganda will uns von so mancher Angelegenheit glauben lassen, es sei ein geradezu metaphysischer Unterschied, ob »die anderen« es tun, oder ob »wir« es tun. (Dazu zählt auch die Frage, ob deutsche Propaganda eben »Propaganda« ist – die Propaganda in Deutschland will nicht »Propaganda« heißen, sondern »öffentlich-rechtlicher Rundfunk«, »Zivilgesellschaft«, »Öffentlichkeitsarbeit der Regierung« oder mit einem der vielen weiteren Bullshit-Begriffe für klassische *Propaganda *angesprochen werden.) ## Dass es ist »Des einen Freiheitskämpfer ist des anderen Terrorist«, so sagt man. Ähnlich ist es mit Propaganda, Zensur und dem Kampf gegen Andersdenkende: Des einen *»unsere Demokratie«* ist des anderen *Totalitarismus*. Wir lernen, *zur Erinnerung*: Es ist der Fall, was der Fall ist – nicht, was die Propaganda sagt, was der Fall sei. Deine *Hausaufgabe* aber ist die Antwort auf eine Frage. Gegeben deine aktuellen Verantwortungen und noch ausstehenden Lebensträume: Welche Konsequenzen ziehst *du* daraus, dass es ist, wie es ist? - [Die Laborthese, jetzt plötzlich aussprechbar](https://dushan.org/essays/laborthese-2024/) Wer 2020 die Laborthese fürs Coronavirus aussprach, wurde als »Schwurbler« und »Verschwörungstheoretiker« diffamiert. Drosten mit seinem quasi-religiösen Status hatte es ja »widerlegt«. Und, siehe da, jetzt gilt es als plausible Theorie. Wer im Jahr 2020 darüber schrieb, dass das Corona-Virus vielleicht einem Labor entfleucht sein könnte, der wurde von Propaganda und Zensur als »Schwurbler«, »Verschwörungstheoretiker« und so weiter fertiggemacht. Der von Corona-Gläubigen in den Messias-Status erhobene Drosten klang extra aggressiv in seinen »Widerlegungen«: »Kompletter Unsinn« schimpfte er ([focus.de, 14.05.2020](https://www.focus.de/gesundheit/news/unsinn-drosten-widerlegt-labor-theorie-und-buegelt-nobelpreistraeger-nieder_id_11983555.html)). »Folgt der Wissenschaft«, so lautete damals der Kampfschrei der Gerngehorsamen – und mit »Wissenschaft« meinten sie: die Wahrheit des Tages, wie Drosten und TV-Propaganda sie verkündeten. Wie ernstzunehmen diese »Wissenschaft« wirklich war, können wir heute recht simpel prüfen. Die Labor-Theorie sei nicht nur »kompletter Unsinn«, sondern auch »widerlegt«, tönte Drosten im Jahr 2020 ([ebenda](https://www.focus.de/gesundheit/news/unsinn-drosten-widerlegt-labor-theorie-und-buegelt-nobelpreistraeger-nieder_id_11983555.html)). Der Nobeltreisträger und Virologe Luc Montaigner hatte eine entsprechende These vorgelegt. Drosten giftete: »Dieses Thema ist einfach erledigt, auch wenn ein im Ruhestand befindlicher Nobelpreisträger in einer Talkshow darüber redet.« Drostens Wort hatte quasi-religiösen Status im deutschen Propagandastaat. Wer eine alternative These zur Geschichte von der Fledermaus-Suppe auch nur andenken wollte, und wer dafür nicht in den sozialen Netzwerken zensiert und augeschaltet werden wollte, musste es in Nebenzeilen und Andeutungen tun. (Siehe dazu etwa den [Essay vom 24.3.2020](https://dushan.org/geht-die-sonne-auf/) oder [den vom 27.5.2021](https://dushan.org/verschwoerungsleugner/)) Nach und nach aber brachen Risse in Drostens Version der Wahrheit auf. Irgendwann war die Debatte nicht mehr, ob Drosten falsche Informationen – neudeutsch: *Desinformation* – verbreitet hatte. Die Frage war – und ist noch immer –, ob er es *absichtlich* getan hat ([cicero.de, 07.12.2022](https://www.cicero.de/kultur/christian-drosten-labortheorie-roland-wiesendanger-gerichtsurteil-coronavirus)). ## Mit größter Selbstverständlichkeit Und nun, in der Adventszeit des ereignisreichen Jahres 2024, meldet unter anderem der deutsche Staatsfunk mit lässiger Nonchalance: »US-Untersuchung: Bericht führt Corona auf Laborunfall zurück« ([zdf.de, 12.03.2024](https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/coronavirus-entstehung-china-labor-unfall-usa-untersuchung-100.html)) Was ich hier und heute beschrieben habe, folgt denkbar präzise dem in den letzten Jahren etablierten Schema: »Verschwörungstheoretiker« leiten aus den Meldungen des Tages eine Theorie ab, diese wird beschimpft und abgetan … und einige Zeit später berichten die »Nachrichten« davon, mit größter Selbstverständlichkeit. Vergessen wir nicht: Bevor die Regierung ihre 180-Grad-Drehung hinlegte, galt es als Verschwörungstheorie von Rechten. (Siehe dazu meinen Essay: [»Corona-Virus? »… alle erstmal durchatmen«!«](https://dushan.org/corona-virus-erstmal-durchatmen/)) Was also ist die Lehre aus all dem? Was können wir daraus *lernen*? ## Schattierungen von Fake Im Essay [»Fake News, so oder so«](https://dushan.org/fake-times/) erklärte ich, dass eine Nachricht nicht unbedingt faktisch falsch sein muss, um »Fake News« genannt werden zu können. Eine weitere Variante von »Fake« kann darin bestehen, dass die Nachricht nicht neu oder für das Publikum relevant ist. Manchmal besteht die Lüge nicht im faktischen Inhalt der »Nachricht«, sondern in der impliziten Neuigkeit und Relevanz. Und, damit zusammenhängend: Auch die »Lüge durch Weglassen« ist eine Lüge. Zum impliziten und sehr zentralen Versprechen von *Nachrichten* gehört, dass das Berichtete 1. *neu* und 2. für das Leben des Publikums *relevant* ist. Der deutsche Staatsfunk bricht dieses Versprechen regelmäßig doppelt. Etwa, wenn von irgendwelchen Mini-Demos mit einer Handvoll bezahlter »Aktivisten« berichtet wird, weil deren Anliegen das Propaganda-Narrativ stützt. Oder in all den Aspekten in Themen von Migration über EU bis Virus, die nicht nur *trotz*, sondern *wegen* ihrer maximalen Relevanz nicht berichtet werden. ## Weil es einem Zweck dient Die Laborthese ist nach aktueller Erkenntnis von US-Wissenschaftlern also die wahrscheinlichste Erklärung für den Ursprung des Virus. Das ist vermutlich sowohl *wahr* als auch *neu* als auch zumindest für unser *Weltverständnis* recht relevant. Und doch ist die eigentliche Nachricht eine andere, ist eine Erinnerung und Lehre, nämlich diese: Glaubt *nichts* davon, was »Experten« im Staatsfunk als Wahrheit verkünden. Die sagen womöglich nicht, was sie sagen, weil es wahr ist, sondern weil es einem *Zweck* dient. Es gilt, auch weiterhin: Prüfe alles, glaube wenig, denke selbst! - [Wer wählt Trump, wer AfD?](https://dushan.org/essays/hafenallegorie/) In einem Hafen finden sich Yachtbesitzer und Arbeiter, Spaziergänger und Angler. Und vermutlich Bürokraten, die sind überall. Zu welcher Gruppe gehörst du? Die These sei gewagt, dass dein Wahlverhalten daraus ableitbar ist. Stell dir vor, du bist im Hafen. Oder in Nähe eines Hafens. Und stell dir weiter vor, dass es ein gewöhnlicher Yachthafen ist. Riechst du sie, die Meeresluft? Hörst du die Möwen? Das Klappern der Seile im Wind? Gut. Und nun stell dir noch die *Menschen* vor, die man im Hafen und um den Hafen herum so trifft. ## **Reeder und andere** Ich teile die Hafenmenschen in *vier* Gruppen: Da sind die *Gaffer* und *Beobachter*. Touristen, Spaziergänger, verirrte [Parkbootkapitäne](https://dushan.org/schifffahrt-auf-parkseen/). (Indem wir uns die Szene *vorstellen* und die eigene Vorstellung »betrachten«, zählen wir zu diesen *Beobachtern*. Nun gut. Reden wir von den *Beobachteten.*) Die *Wichtigen und Weltbeweger.* Die Yachtbesitzer, die Reeder, die Männer, deren Macht und Bedeutung damit zusammenhängt, dass Menschen und Güter zuverlässig übers Meer bewegt werden. Die *Arbeiter*. Etwa die Arbeiter, die Segel reparieren, Champagner auf die Yachten tragen und so weiter. (Und natürlich die zweifellos notwendigen Wirte in den Hafenkneipen!) Und dann wäre da eine weitere Gruppe, deren *Notwendigkeit* zu häufig übersehen wird, und zwar: die *Angler* rund um den Hafen. ## **Was es braucht** Vor allen Yachten, vor allen Hafenpromenaden und Hafenkneipen, vor den Marinas und Luxusboutiquen, in den Zeiten also, die man »gut und alt« nennt, da diente das Meer anderen, ursprünglicheren Zwecken: dem Schwimmspaß für Frau und Kind. Und natürlich dem Angeln und Fischen, ausgeführt von Männern jeden Alters. Der Fischfang war *notwendig* zur Sicherung der für die Entwicklung der Gehirne notwendigen tierischen Proteine. Morgen für Morgen saßen die Angler im Hafen, fuhren die Fischer aufs Meer hinaus. Was täglich wiederholt wird, über Jahrhunderte und Jahrtausende, und was zugleich buchstäblich lebensnotwendig ist, das wird zum »Teil des Lebens« der Menschen, die in der Nähe dieses Hafens leben. Oder um einen modernen Begriff zu wählen: zu einem Teil der *Identität*. Was aber sowohl die tägliche Nahrung sichert als auch ein Teil der Identität ist, das erfüllt gleich mehrfach alles, was es braucht, um *notwendig* genannt zu werden. ## **Angler als solcher** Heute kauft man Fisch im Supermarkt, so viel man will. Der Supermarkt-Fisch wird industriell gezüchtet oder von brutalen Schleppnetzen in Tonnen gefangen. Dennoch ist das Angeln *notwendig* – und wie! Zuerst: Das Angeln tut natürlich der Anglerseele gut. Im Mann existiert ein angeborenes Bedürfnis, zu sitzen und den Horizont zu betrachten. Die Evolution *will* es so, und mit »will es so« meinen wir: Ein Stamm, in dem genug Männer den Horizont beobachteten, lebte sicherer und hatte also bessere Überlebenschancen. Zugleich ist dem Mann angeboren, immerzu etwas *tun* zu wollen. Auch hier wieder: Stämme, in denen die Männer immerzu *etwas tun wollen*, möglichst zum Wohl des Stammes, überlebten eher. Der Angler erfüllt zuerst *Notwendigkeiten*, vermutlich ohne sich dessen bewusst zu sein, was ihm als Mann einprogrammiert wurde. Und einst diente das Angeln und Fischen im Meer auch den *Notwendigkeiten* seiner Familie. (Auch heute noch bringt mancher Hafenangler ein paar Fische heim, die er – oder natürlich seine geduldige Hälfte – lecker zubereitet.) ## **Notwendigkeit für *****uns*** Doch der Angler bedient nicht nur *seine* innere, seelische und von der Evolution eingepflanzte Notwendigkeit! Er erinnert uns an die *Notwendigkeiten* des Menschseins, derer wir uns womöglich nicht bewusst sind. Die Frage ist nicht, *warum* der Angler angelt. Die Frage ist, was *deine* Rechtfertigung ist, *nicht* zu angeln! Der Angler tut, wozu er geboren und von der Evolution programmiert wurde. Er tut, was einst dazu diente, das Überleben von Stamm und Familie zu sichern, weil es buchstäblich *in seiner Natur* liegt. Jeder Angler erinnert uns daran, dass wir Menschen eine *Geschichte* und eine *Natur* haben, dass uns Notwendigkeiten eingepflanzt sind. Notwendigkeiten, die zumindest zu *berücksichtigen* uns *weniger unglücklich* macht – wenn nicht sogar *glücklich*. Damit aber sind, so meine ich, die Angler im Hafen *notwendig*. ## **Und so weiter** Nun mögt ihr euch fragen, warum ich, ein bisweilen als »politisch« beschriebener Essayist, so ausgiebig von Anglern und deren *Notwendigkeiten* schreibe. Nun, wir sprachen von den verschiedenen *Gruppen im Hafen*. Da wären die Gaffer, wie *wir* (zumindest in diesen Gedanken). Die Gaffer, die Spaziergänger, die Gelangweilten, die Bürokraten, Grünenwähler, Funktionsjackenträger und so weiter. All jene also, über welche Zarathustra [in einem bösen Moment ätzte](http://www.zeno.org/Philosophie/M/Nietzsche,+Friedrich/Also+sprach+Zarathustra/Die+Reden+Zarathustras/Vom+neuen+G%C3%B6tzen): »Für die Überflüssigen ward der Staat erfunden!« Da wären die Besitzer der Yachten, die Weltbeweger und Wirtschaftskapitäne. (An dieser Stelle diskutieren wir nicht die Notwendigkeit erfahrener, nachgewiesen erfolgreicher Weltbeweger. Wir führen uns lediglich kurz vor Augen, wie es den einfachen Menschen in Nationen ergeht, in denen Yachtbesitzer vertrieben oder gleich erschossen wurden, um die enteigneten Yachten an Parteifunktionäre umzuverteilen.) Und dann sind da die *Arbeiter und Angler*. Die Männer, welche die Maschinen reparieren und die Kisten schleppen. Und die Männer, die uns daran erinnern, woher wir kommen und was unsere *Notwendigkeiten sind.* ## **Ein anderer Anteil** All diese Erklärungen und Bebilderungen dieses *politischen Essayisten* dienen einem einfachen Zweck. Ich will eine Erklärung dazu versuchen, wer in den USA einen Trump und in Deutschland die AfD wählt. Im Sinne dieser Metapher: Es sind die Yachtbesitzer, die Arbeiter und die Angler. Vor allem aber die Angler und alle »Angler im Herzen«. Wer weder Trump noch die AfD wählt, ist im Geist dieser Metapher vermutlich den *Beobachtern, Spaziergängern und Bürokraten* zuzuordnen. Hier drängt sich natürlich eine brennende Frage auf, die wohl an anderer Stelle abzuhandeln wäre: Warum ist der Anteil der *Beobachter, Spaziergänger und Bürokraten* im *Hafen Deutschland* so viel größer? - [Alles wäre so einfach](https://dushan.org/essays/so-einfach/) Die Story manches Horrorfilms wäre schnell aufgelöst, wenn die Helden ein Handy hätten und Hilfe holen könnten. Entsprechend aber wäre unser Polithorror heute größtenteils erledigt, wenn simpler Menschenverstand zur Anwendung käme. Nehmen wir an, du wolltest das Drehbuch für einen Horrorfilm schreiben. Welche inhaltlichen Zutaten bräuchte es für deinen Horrorfilm? Ein verlassenes Haus in der Einöde. Eine Gruppe von Freunden. Eine mysteriöse, böse Macht. Einen Grund, warum die Freunde sich überhaupt in die Gefahr begeben. Ab da schreibt sich der Plot fast wie von selbst … doch halt, wir haben etwas vergessen! In modernen Horrorfilmen – und in so manch anderer von Spannung und Nichtwissen vorangetriebener Story – braucht es ein weiteres, sehr wichtiges Element, ohne welches die ganze Geschichte kollabiert: Es braucht eine plausible Erklärung dafür, warum die Protagonisten nicht einfach das Mobiltelefon zücken und das Problem mit einem Anruf beheben. Solche Erklärungen können sein, dass einer sein Gerät vergaß, das nächste leer ist und so weiter. Die Protagonisten könnten sich in einem Tal mit Funkloch oder tief in einem Tunnelsystem befinden. Wenn die Story größer angelegt ist, könnte eine Katastrophe, ein Coup oder ein Alienangriff die Mobilfunknetze lahmgelegt haben. Auf jeden Fall aber braucht der Horrorfilm eine Erklärung für die simple Frage, warum die nicht einfach anrufen. Bald wird man in Filmen nicht nur die Abwesenheit von Mobiltelefonen, sondern auch den Nichteinsatz künstlicher Intelligenz erklären müssen. Eigentlich jeder Problemlöse-Film würde drastisch verkürzt, wenn man einer Chat-KI kurz das Problem schildern und dann um 10 Szenarien zur Lösung bitten würde. Doch – und das ist ein Gedanke, der mich buchstäblich schlaflos hält – ein ähnliches Prinzip wäre auf gesellschaftliche Fragen und Politik anwendbar! Schon heute gilt, dass die meisten aktuellen Themen und Konflikte durch simplen gesunden Menschenverstand zu lösen wären. Etwa *Migration*: Nein, Deutschland kann nicht eine Milliarde Einwanderungswillige aufnehmen. Etwa *Religion*: Nein, eine Religion, welche sich nicht den Normen und Gesetzen eines Landes unterwirft, kann nicht zu diesem Land »gehören«, ohne es zu zerreißen. Etwa *Umwelt*: Nein, Strohhalmverzicht und Atomausstieg in Deutschland werden global keinen Zeiger bewegen, Punkt. Eine häufig richtige Erklärung zur Frage, warum die Protagonisten nicht einfach das Mobiltelefon zücken und Hilfe holen, liegt oft auf Meta-Ebene: Als der Film gedreht wurde, gab es schlicht keine Mobiltelefone … und auch keine künstliche Intelligenz. Unsere Idee von Demokratie stammt aus Zeiten, in denen die Familien noch Zeitungsabonnements bezahlten und die Zeitung auch lasen. Die Welt unserer Kinder ist eine andere Welt als die unserer Kindheit. Doch mit den Horrorfilmen im Kino und dem Horror heutiger Politik verhält es sich über Kreuz: Manches schier unlösbare Filmproblem von früher wäre mit heutiger Technologie recht schnell erledigt. Doch mancher scheinbar unlösbare Polithorror von heute wäre schnell erledigt, wenn man nur den gesunden Menschenverstand von früher einsetzen würde. - [Biden-Bande-Boss begnadigt Blag](https://dushan.org/essays/biden-blag-begnadigt/) VOR der US-Wahl 2024 hatte Joe Biden großmoralisch gelogen, seinen kriminellen Sohn NICHT zu begnadigen. NACH der Wahl tut er es natürlich doch. So sindse halt, die »Guten«: ziemlich viele Lügner dabei – und bisweilen Kriminelle, die damit »durchkommen«. Vor der US-Wahl 2024 hatte das greise Oberhaupt der Biden-Bande angekündigt, er wolle seinen kriminellen Sohn *nicht* begnadigen ([cbsnews.com, 7.11.2024](https://www.cbsnews.com/news/biden-pardon-hunter-white-house/)). Diese ach so moralische Ankündigung wurde vielfach angezweifelt. Etwa von Ted Cruz: **Ich gehe davon aus, dass Joe Biden Hunter [seinen Sohn] Biden begnadigen wird. Wenn Biden 2024 gewinnt, glaube ich, dass Hunter begnadigt wird, kurz bevor er ins Gefängnis geht. Wenn Biden verliert, wird Hunter begnadigt, kurz bevor Biden sein Amt verlässt. ([@tedcruz (engl.), 12.1.2024](https://x.com/tedcruz/status/1745861424818090044)) Auf der Seite der üblichen Democrats-Speichellecker übertraf man einander in Beteuerungen, dies würde keinesfalls passieren, denn Joe Biden sei ein sehr ehrenwerter Mann. Ein John H. Harwood (Ex-WSJ/NYT/NBC/CNN, [laut aktueller X-Bio](https://x.com/JohnJHarwood)) etwa ereiferte sich: > Leute, die darauf bestehen, dass Biden Hunter begnadigen wird, obwohl er dies ausdrücklich ausgeschlossen hat, entlarven sich selbst. Sie können sich nicht vorstellen, dass jemand aus Prinzip handelt und sein Wort hält. ([@JohnJHarwood (engl.), 13.6.2024](https://x.com/JohnJHarwood/status/1801264223080558601)/ [archiviert](https://archive.is/9uzdq)) Ach, ihr an der Seele verwarzten Dämonen aus der CNN-NYT-Mainstream-Hölle! Wir können uns sehr wohl vorstellen, dass *jemand* aus Prinzip handelt und sein Wort hält. Wir können uns bloß nicht vorstellen, dass jene, die sich »die Guten« und »moralisch« nennen lassen, aus irgendwelchen edlen Prinzipien ihr Wort halten. Nun also, so lesen wir aktuell (etwa bei [theguardian.com, 02.12.2024](https://www.theguardian.com/us-news/2024/dec/01/joe-biden-pardons-hunter)), hat das greise Oberhaupt der Biden-Bande seinen Sohn vollumfänglich begnadigt. Wieder einmal kommt es genau so, wie es die »bösen Rechten« und »Verschwörungstheoretiker« erwartet hatten. »No one is above the law«, [so postete @JoeBiden im Mai auf X](https://x.com/JoeBiden/status/1796665674535711051), auf Deutsch: »Niemand steht über dem Gesetz«. Falls unklar sein sollte, warum Totalitäre in Brüssel und Berlin derart wütend auf Musk und X eindreschen, muss man sich die US-Version der »Community Notes« auf der Zunge zergehen lassen ([via @elonmusk](https://x.com/elonmusk/status/1863504144277131672); meine Übersetzung): »Indem er seinen Sohn Hunter begnadigte, nicht nur für eine einzelne Straftat, sondern für alle tatsächlichen und möglichen Verbrechen in einer Zeitspanne von elf Jahren, hat Joe Biden klargemacht, dass in Wahrheit einige Menschen über dem Gesetz stehen.« Als wollte er seine Verachtung für den US-Rechtsstaat und den Verstand der Wähler unmissverständlich dokumentieren, behauptet er auf der Website des Weißen Hauses ([whitehouse.gov, 1.12.2024](https://www.whitehouse.gov/briefing-room/statements-releases/2024/12/01/statement-from-president-joe-biden-11/)) in dreister Frechheit, das Verfahren gegen seinen Sohn sei ohnehin unfair. Hunter Biden würde nur verfolgt, weil er Joe Bidens Sohn sei. Auf dem Weg nach »draußen«, beruflich wie wohl auch gesundheitlich, wirft der Boss der Biden-Bande noch möglichst viel demokratisches Mobiliar um. Steckt das Böse dieser Familie in den Genen? Man könnte beinahe meinen, die seien mit den Clintons verbandelt. ## Falsch oder richtig oder …** Wenn man die [Relevanten Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) studiert hat, weiß man, dass der Satz »Das ist moralisch falsch« (oder »richtig«) eine Reihe an Prämissen fortlässt (und damit als gesetzt impliziert). Lasst mich deshalb in der Bewertung der Biden-Begnadigung ein quasi-ethisches Urteil abgeben, dass der Falsch-richtig-Bewertung immerhin nahekommt: *Ich hätte es genauso getan.* Spätestens wenn durch die Begnadigung des eigenen Sohnes kein *weiterer* konkreter Schaden entsteht, und »nur« das öffentliche Gerechtigkeitsgefühl beschädigt zu werden scheint, wird ein Vater die relevante Struktur »Sohn« über die meisten anderen Strukturen setzen. ## **Nicht vorzeitig (stoppen)** Man könnte natürlich die US-Gewohnheit der Begnadigung durch den Präsidenten diskutieren. Sie wirkt ja etwas archaisch und aus der Zeit gefallen – ähnlich wie die Todesstrafe. Sie erinnert an monarchische Herrscher und Diktatoren, die selbst das Gesetz *sind*. Durch die universelle Begnadigung Hunter Bidens ist auch seine mutmaßliche Rolle im Ukraine-Sumpf generell vom Tisch. Das verhindert womöglich gewisse Untersuchungen, die das Ableiten von Milliarden Dollar und Euro ins korrupteste Land Europas vorzeitig stoppen könnten. Eine vollständig aus der Luft gegriffene These könnte hierzu lauten, dass, selbst wenn Joe Biden seinen Sohn tatsächlich nicht begnadigen wollte, er von Ukraine-Profiteuren darum »gebeten« wurde. ## **So … üblich** Wir können hier unsere philosophischen Randnotizen zur fragwürdigen Praxis der Begnadigung durch den POTUS anbringen – unsere Notizen ändern nichts. Wir können fragen, wer *noch* außer der Biden-Bande ein Interesse daran hat, dass Hunter Bidens Treiben nicht weiter untersucht wird – auch dies ändert nichts. Die zwei großen philosophischen Fragen lauten bekanntlich: »Was ist der Fall?« und: »Was soll ich tun?« Was *der Fall ist*, das zumindest scheint im Fall der Biden-Bande nun klar: Es ist wohl wieder einmal der Fall, was die Rechten und Verschwörungstheoretiker vorhersagten. So weit, so üblich. ## **Hüben wie drüben** Zur Frage jedoch, was »ich« (oder: »man«) *tun soll*, erlaubt mir bitte diese (auf einigen hier üblichen Grundsätzen basierende) These: Ich nutze auch diese Nachricht, um mir zu vergegenwärtigen, dass in den USA wie auch in Deutschland der Rechtsstaat »legal aufgehoben« werden kann. In den USA kann der US-Präsident nach Belieben seinen Sohn oder jeden anderen Verbrecher begnadigen. Es ist wahrlich nicht der einzige Fall, aber ein besonders deutlicher, in dem die »Elite« außerhalb der Gesetze und Gerichte agiert – und doch gilt es als »legal«. In Deutschland wird weiterhin jede Woche das Rechtsstaatsprinzip von Anklage, Verteidigung und Verfahren de facto aufgehoben – ganz »legal«. Wer in Deutschland die totalitären Grünen oder andere Politiker der »guten« Klasse allzu scharf kritisiert, dem kommt die Polizei zur verfahrenslosen Straf-Durchsuchung ins Haus – Anklage und Verfahren braucht es nicht, wenn die »Guten« dich beschuldigen. Sowohl in den USA als auch in Deutschland demonstrieren Eliten offen, dass sie über dem Gesetz stehen, ja dass Gesetze immer offener zuerst zur Verteidigung der Eliten gegen deren Opfer da sind. *Das ist der Fall* – und der Bürger tut klug daran, sich *nicht* auf den Rechtsstaat zu verlassen. ## **Bei drehenden Winden** Begib dich auf keinen Fall in Konflikt mit der Staatsgewalt. Doch versuche, dich auf deren Schutz so wenig wie möglich zu verlassen. Der Wind »dreht« sich täglich, der Wetterhahn rotiert, es ziehen Regenböen und lokale Windhosen auf. Es empfiehlt sich, sein Häuslein so zu bauen, dass es auch bei drehenden Winden im Windschatten steht. - [Kein Recht auf Arbeit](https://dushan.org/essays/kein-recht-auf-arbeit/) Entgegen populistischer Demagogie existiert kein »Recht auf Arbeit«. Jobs und Gehälter folgen aus Nützlichkeit und Notwendigkeit. Nützlichkeit aber bedeutet Sinn. – Demnächst werden sich Zig- und Hunderttausende die »Sinnfrage« neu stellen (müssen). Arbeitsplätze gehen verloren – habt ihr davon gehört?! Natürlich habt ihr davon gehört, ganz aktuell, wann präzise ich euch auch diese Frage stelle. Dass Arbeitsplätze zu Tausenden verlorengehen, ist ein wöchentlicher Refrain der aktuellen deutschen Politik. (Und 80 Prozent der Wähler wollen, dass es so weitergeht.) Ich will hierzu Physiklehrer [Professor Bömmel *channeln*](https://www.youtube.com/watch?v=6T-WR2I0gx4), indem ich sage: »Da stelle ma uns mal janz dumm« und dann frage: »Was ist eejentlich ein ›Arbeitsplatz‹?« ## **Ist doch (un-)klar** Die schwierigsten Fragen der Philosophie sind oft jene, auf die man antworten will mit: »Ist doch klar!« Da wäre die Frage nach der Natur des Ich, nach *Gut und Böse*, nach der *Bedeutung von Bedeutung* – aber übrigens auch nach dem Wesen von *Geld.* »Ist doch klar«, will man zunächst antworten, doch dann wird man zurückgefragt, idealerweise von einer prüfenden Instanz des eigenen Verstandes: »Okay, du kannst das Wort zuverlässig im Alltag verwenden. Wie würdest du es aber jemandem erklären, der damit *keine* Erfahrung hat? Was ist die *Definition*?« Ähnlich könnte es sich mit dem *Arbeitsplatz* verhalten. Genauer: Mit der *Natur* des Arbeitsplatzes. Was *ist* ein Arbeitsplatz, was ist seine *Bedeutung*? ## **Gefühlt und gelebt** Ein zynischer Versuch der Definition von »Arbeitsplatz«, der sich für zu viele Menschen als begrifflich vollständig ausreichend erweisen könnte, ginge etwa so: »Ein Arbeitsplatz ist, wo man täglich hingeht und am Ende des Monats dafür Geld bekommt. Und was man dort tut, ist auf irgendeine Weise mühsam, und ohne das Geld wäre man nicht hingegangen.« Seien wir wie immer ehrlich: Wer je gearbeitet hat, der hat an manchen Tagen – oder über Jahrzehnte – *auch* diese zynisch-sarkastische Definition von »Arbeitsplatz« *gefühlt* und *gelebt*. Und doch versteht auch der Arbeiter (hoffentlich), dass es nicht der *Sinn* des Arbeitsplatzes ist, ihn zu quälen oder ihm Geld zu geben. Bei »Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen« in Sozialstaaten hält man Menschen mit Arbeit *beschäftigt* und gibt ihnen *Geld*. Die direkten Folgen dieser beiden Aspekte (dass die Leute »von der Straße« sind und etwas Geld bekommen) sind der *Zweck* der Maßnahme, und bisweilen ist explizit kein *Sinn* außer diesen beiden Aspekten sichtbar. Folglich hat sich »ABM« als abschätzig-zynische Beschreibung für gefühlt sinnlose Tätigkeiten etabliert. (Am Rande: Ich möchte etwa allen ABM-Landschaftspflegern versichern, dass die Reinigung und Pflege des lokalen Parks das Leben vieler Menschen *schöner* macht und also *Sinn* hat.) Was dem Konzept der »ABM« schmerzlich *fehlt*, kann uns allerdings *helfen*, das *Wesen* von Arbeit zu verstehen. ## **Die Früchte seiner Mühe** Schon in der Bibel werden Lohnarbeit und die ethischen Regeln darum debattiert. - Mose 24:14–15a führt aus: »Dem Tagelöhner, der bedürftig und arm ist, sollst du seinen Lohn nicht vorenthalten, er sei von deinen Brüdern oder den Fremdlingen, die in deinem Land und in deinen Städten sind, sondern du sollst ihm seinen Lohn am selben Tage geben, dass die Sonne nicht darüber untergehe – denn er ist bedürftig und verlangt danach«. Dass der Tagelöhner sein Gehalt erhalten soll, schlicht um überleben zu können, wird dort ohne abschätzige Bewertung dokumentiert. Ja, es dient als ethische Begründung, warum Gehalt zuverlässig ausgezahlt werden soll. Die Bibel betont immer wieder die *heilige* aber auch *seelisch wohltuende* Qualität von Arbeit. Prediger 2:24 etwa betont, wie gut es dem Menschen tut, die Früchte seiner Mühe zu genießen. Epheser 4:28 beschreibt eine heiligende Wirkung der Arbeit, die sogar einem ehemaligen Dieb zukommen kann, wenn seine Arbeit dem Wohl der Bedürftigen dient. (Nicht nur) meine liebste Bibelpassage zur Arbeit ist natürlich das *Gleichnis von den anvertrauten Talenten *(Matthäus 25:14–30). Gott (und damit: die Grundregeln aller Existenz) wird beschrieben als ein Unternehmer, der seinen Knechten verschiedene Mengen Gold (»Talente«) zur Verwaltung übergibt, um sich dann auf Reisen zu begeben. Bei seiner Rückkehr bewertet er die Knechte danach, was sie aus den anvertrauten Talenten machten. Aus dieser Bewertung stammt die Redeweise: »Wer hat, dem wird gegeben werden, und wer nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen werden.« Der Schlussvers dieses Gleichnisses aber beschreibt jenen Vorgang, dessen Umsetzung man sich bezüglich mancher Sinnlos-Bürokraten von DEI-Bullshit-Jobs wünschen würde (und zumindest für die Trump-USA erhofft): »Den unnützen Knecht werft hinaus in die äußerste Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern.« ## **Sichern oder Verbessern** Auch wenn du deinen Job des Geldes wegen tust, so ist (außer im stets todgeweihten Sozialismus) *nicht* der erste Zweck deiner Arbeit, dir ein Gehalt zu verschaffen. Der erste und einzig echte Zweck von Arbeit ist es stets – oder *sollte es sein* –, der Gesellschaft und/oder den Einzelnen das Leben zu sichern oder zu verbessern. Ein Friseur erlebt die Lebensverbesserung seiner Kunden unmittelbar. Der Manager einer Fabrik tut klug daran, den Fabrikarbeitern regelmäßig vorzuführen, wie das Endprodukt das Leben der Kunden verbessert. (Auch die [Arbeiter in einer Yacht-Fabrik](https://www.youtube.com/watch?v=8hKuFh5AGWY) sind stolz auf ihr glücklich machendes Produkt, das sie sich selbst niemals werden leisten können.) Der *Sinn* von Arbeit liegt darin, selbst und direkt das Leben von Menschen zu sichern und zu verbessern oder Anteil an einem größeren Projekt zu haben, das das Leben von Menschen sichert oder verbessert. Was aber, wenn das Leben von Menschen wie bisher gesichert und verbessert werden kann, aber neue Technologien oder kulturelle Verschiebungen plötzlich zigtausende Menschen dafür »überflüssig« machen? Der Westen hat es ja schon mal erlebt, als die Textilmaschinen die Weber überflüssig machten … ## **Fabrik oder Firma** Es gibt keine universelle Regel des Universums, welche besagt, dass jeder Mensch eine Arbeitsstelle in einer Fabrik oder Firma finden muss. Tatsächlich ist ein solcher Zustand aus geschichtlicher Perspektive eine Anomalie. [Artikel 23 der UN-Menschenrechte von 1948](https://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf) mag ein »Recht auf Arbeit« und ein »Recht auf Schutz vor Arbeitslosigkeit« fordern, doch woraus außer wohligem Bauchgefühl sollte sich das herleiten? (Warum sollte es in Deutschland groß beachtet werden, selbst wenn es wohlbegründet wäre? Schließlich werden im *Neuen Deutschen Totalitarismus* ja auch Artikel 18 (Gewissensfreiheit), Artikel 19 (freie Meinungsäußerung) und Artikel 21 (gleicher Zugang zu öffentlichen Ämtern) laut höhnend ignoriert.) ## **Erst langsam und dann …** Ein Mensch mag zur Arbeit gehen, um Geld zu verdienen und sich zu ernähren. Doch wenn ihm gekündigt werden sollte, wird er oft genug selbst dann, wenn er etwa finanzielle Unterstützung vom Staat erhält, in eine *Sinnkrise* verfallen. Wem gekündigt wird, der stellt meist fest, dass er unbewusst wohl doch einem sinnvollen größeren Ziel diente und ihm die Arbeit ein *Gefühl von Sinn jenseits des Gehalts* gab. Es ist abzusehen, dass in Deutschland durch 1. grobe Idiotie und blanke Boshaftigkeit der deutschen Regierung, 2. absehbare technische Umwälzungen durch künstliche Intelligenz und 3. das deutsche Bildungsdesaster (verschärft durch Demografie und Migration) weitere Zig- und Hunderttausende arbeitslos sein werden. Die Regierung wird versuchen, diese Entwicklung noch eine Zeit lang mit Bullshit-Jobs zu übertünchen. Doch das gelingt schon jetzt kaum noch. Mit zerfallender Infrastruktur, intellektueller Verödung et cetera steuert das Land auf eine soziale Klippe zu. Für das Absehbare gilt ähnlich wie für gewisse Arten von Krebs: Erst geht es langsam und dann schnell. ## **Bisheriges und Neues** Auch und gerade der, der meint, sein Job sei »sicher«, sollte sich die Frage stellen, welchen *Sinn* seine Arbeit in fünf Jahren noch ergeben wird. Wessen Leben sicherst du heute? Wessen Leben verbesserst du heute? Und dann: Wie sicher bist du, dass künstliche Intelligenz und/oder ausländische Dienstleister dies nicht ähnlich gut, aber viel billiger erledigen können? Jeder Einzelne – und damit »die deutsche Arbeiterschaft« – sollte sich heute schon die *Sinnfrage* stellen, und zwar möglichst *bevor* »der Arbeitsmarkt« dir die Sinnfrage aufzwingt. Der Mensch stellt sich die *Sinnfrage* zu *Beginn* und dann wieder gegen *Ende* seines Lebens. Wenn *der Arbeiter* sich heute die Sinnfrage stellt, dann tut er das aus *beiden* Perspektiven. Stelle dir die Sinnfrage, weil das Bisherige *zu Ende geht*. Etwas *Neues* beginnt, und es liegt an dir (und seien wir wie immer ehrlich: auch an deinem *Glück*), wie viel *Sinn* du innerhalb des Neuen finden wirst. ## **Die wir mit uns tragen** Was ist *sinn*-voll? Wie verhindere ich, von Markt und Gesellschaft als unnützer Knecht zum Heulen und Zähneklappern in die Finsternis geworfen zu werden? Was wird morgen noch *wahr* sein? Die *Feuerzangenbowle* lehrt uns: »Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen, die Träume, die wir spinnen, und die Sehnsüchte, die uns treiben.« Wohl dem, der für sich eine Arbeit findet, auf die er mit zufriedener Erinnerung zurückblickt und die zugleich ausreichend nah an möglichen Träumen liegt. Sei diese Arbeit das Schreiben von Essays, bei denen man sich zunächst »janz dumm« stellt, oder die theoretische Erkundung – wenn nicht sogar der praktische Bau! – von *Dampfmaschinen*. - [Lügen haben kurze Beine, Strafe gibt es dennoch keine](https://dushan.org/essays/luege-ohne-strafe/) Lauterbach zwang RKI zur Unwahrheit, sorgte für Leid und Schaden an Land, Bürgern, Kindern. Konsequenzen für ihn? Erst mal keine. Verfolgt werden auch weiterhin die bösen Bürger, die über ihn schimpfen. Super Demokratie, 1A Rechtsstaat! Gestern in der 20-Uhr-Propaganda brachten sie wieder einmal eine Nachricht, die sich auf einer abstrakteren Ebene so lesen ließe: Die bösen Rechten lagen wieder mal richtig. Die Schwurbler sagten die Wahrheit. Die Regierung log. Jetzt aber ist der große Reibach gemacht, also kann man es auch in kleiner Dosis zugeben. Das Dokument dieses bemerkenswerten Schlenkers aus den bösen Tiefen des deutschen Wahrheitsministeriums findet sich etwa im letzten Drittel der abendlichen Durchsagen. Zuvor blubbert Ralf Stegner über »Fehleinschätzungen« zur Frage, wie schnell die Taliban übernehmen würden. (Für realistische Schätzungen empfehlen sich auch weiter die [freien Denker](https://dushan.org/freie-denker/) und [bösen Essayisten](https://dushan.org/die-kreise-der-taliban/).) Und etwa [bei 9 Minuten und 40 Sekunden](https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tagesschau_20_uhr/video-1406892.html) erzählt die Propaganda plötzlich von der »Risiko-Bewertung in der Corona-Pandemie«. ## **Nicht dagegen machen** Der verdutzte Bürger erfährt, dass das RKI Anfang 2022 seine »Risikobewertung« bezüglich Covid-19 von »sehr hoch« auf »hoch« herabstufen wollte. Der Gesundheitsminister habe das dieser Behörde jedoch verwehrt. Der Unterschied zwischen »hoch« und »sehr hoch« ist nicht nur ein Panik-Wörtchen weniger. »Hoch« bedeutet, dass die Ausbreitung der Krankheit mit den üblichen Mitteln zu bewältigen ist. »Sehr hoch« bedeutet, dass radikalere Maßnahmen wie eben Schulschließungen, Ausgangssperren und Reisebeschränkungen erlassen werden »müssen«. Mit anderen Worten: Die Verschwörungstheoretiker hatten wieder recht, die Propaganda und die Regierung hatten gelogen. Es fügte dem Land, der Wirtschaft und den Menschen, riesigen Schaden zu. Und wir konnten nichts dagegen machen. Sahra [Wagenknecht spricht das Offensichtliche aus](https://x.com/SWagenknecht/status/1862072659132981741): »Lauterbach hat gelogen. Um weiter Panik zu schüren & Corona-Impfpflicht forcieren zu können, diktierte er dem RKI, wie das Corona-Risiko einzustufen ist.« Lügen haben kurze Beine (irgendwann hört man die Wahrheit sogar im Staatsfunk) – Konsequenzen oder gar angemessene Strafen folgen für die Lügenverbreiter gibt es bei uns dennoch keine. ## **Hunderte am Tag, an oder mit** Lauterbach leugnet nicht einmal die Ungeheuerlichkeit (darf er vermutlich auch nicht, wenn der Staatsfunk es zur Wahrheit erklärt). Auf [X verteidigt er](https://x.com/Karl_Lauterbach/status/1861812834398773411), warum die Hochstufung notwendig gewesen sei. Angeblich seien damals »zum Teil noch hunderte Menschen am Tag an Covid gestorben«, deshalb sei »die Herabstufung damals zu Recht verschoben« worden. Man wird fast müde, jene hier vermutlich wieder eingesetzte Propagandalüge aufs Neue zu entlarven, nämlich die aktive Vermischung von »*mit* Corona verstorben« und »*an* Corona verstorben« – ganz zu schweigen von »*mit* Corona, aber an impftypischen Symptomen«. ## **Logische Konsequenzen, 1. Ebene** Auf der *ersten logischen Ebene* können wir gleich mehrere Schlüsse ziehen! *Erstens:* Ähnlich wie der Verfassungsschutz ist das Robert Koch-Institut eine dem Ministerium unterstellte Behörde. Es empfiehlt sich, den Warnungen und Empfehlungen des Robert Koch-Instituts – ähnlich wie den Bewertungen des Verfassungsschutzes – grundsätzlich zu misstrauen. *Zweitens:* Während der angeblichen Pandemie hörte man Losungen wie »Folgt der Wissenschaft« und »Glaubt der Wissenschaft«. Diese Forderung war auf gleich mehrere Weisen falsch. »Wissenschaft« ist kein Credo und keine quasi-religiöse Autorität. Tatsächlich bezeichnet »Wissenschaft« eine Denkmethode. Wissenschaft ist die Suche nach dem am wenigsten lächerlichen Irrtum. Der Begriff »Wissenschaft« in der Panikzeit war das Gegenteil von These und Überprüfung; »Wissenschaft« war offen totalitär und dazu quasi-religiös. *Drittens:* In Deutschland kannst du als Minister offen lügen, Millionen Menschen großes Leid zufügen und ein Land halb zerstören – doch nicht der gefährliche Minister ist es, der vom System verfolgt wird, sondern der Bürger, der in seiner Seelennot über ihn schimpft. Nachdem der Reibach gemacht ist, gibt sogar der Staatsfunk de facto zu, dass gelogen wurde, um Panik zu schüren. Doch [vor Gericht stehen die, die über den Minister schimpften](https://x.com/CJHopkins_Z23/status/1862200908467097964). ## **Logische Konsequenzen, 2. Ebene** Wenn es so etwas wie den *Sinn des Lebens* gibt, dann hat er mit Stabilisierung und dem *Erhalt* von Information zu tun. (DNA und Kultur sind beide *Informationen.* Glück und Unglück sind Zustände, die mit unserer Informationslage und der Deutung von Information, also von Meta-Information, zusammenhängen.) »Erkenne dich selbst«, geben die Griechen als *Ziel* des Lebens an. »Iss dich satt und vermehre dich«, so gibt unser Äffisches uns zum Auftrag. Die *Selbsterkenntnis*, als Individuum wie auch als Gruppe, dient der *Verbesserung* von Information. Die *Vermehrung* samt Aufzucht und Unterweisung der Brut dient dem *Erhalt* von Information. Eigentlich waren Marktwirtschaft und Demokratie einst ziemlich brillant aufgestellt, insofern der Markt und auch Wahlen sowohl die Erkenntnis als auch den Erhalt förderten. In Deutschland wird – wesentlich durch Staatsfunk, Indoktrination und Propaganda in allen Lebensbereichen – sowohl die *Erkenntnis* (innen wie außen) als auch die *Weitergabe* von Information verhindert. ## **Informierte Panik** Die »Pandemie« war ein *Informationsereignis.* Das Volk wurde *informiert* über eine angebliche Bedrohung. Der Gesundheitsminister zwang seine Behörde, bestimmte *Informationen* wahrheitswidrig zu verbreiten. Wer die falsche *Information* schon damals bestritt, wurde von Propaganda, Politik, Polizei und politisierter Justiz fertiggemacht – siehe Fall Ballweg, bis heute. Die »Impfung« aber bestand darin, Körperzellen bestimmte »Informationen« zu geben, aufgrund derer sie angeblich auf bestimmte Weise reagieren sollten. (Die Information sollte aber auf keinen Fall besagen, dass der Körper mit Fehlgeburten oder Herzinfarkten reagieren soll, um die Geburtenrate – sprich: die Weitergabe von Information – noch weiter zu senken.) ## **Nicht nur Demokratie** Die Corona-Panik markiert ein Scheitern von Demokratie, Rechtsstaat und öffentlicher Vernunft, und das zu sagen ist nicht neu. Spätestens aber, wenn Lauterbach frei herumläuft und ein Leben lang Ministerrente kassiert, während die, die ihn infrage stellten oder sogar beschimpften, hart bestraft werden, ist es ein Scheitern öffentlichen Denkens, der öffentlichen Suche nach *guter* Information. Die Lehre (also: die persönlich gewonnene Information) all der Lauterbachs in Deutschlands »Elite« ist ja: Man kommt damit durch. Das deutsche politische System und dann das, was auch immer man noch »deutsche Gesellschaft« nennen kann, scheitern sowohl an der Erkenntnis ihres Selbst als auch an der Bewahrung und Weitergabe essenzieller Information. Für Scheitern an der fortwährenden Erkenntnis und an der Bewahrung von Information kennen wir auch ein einfacheres Wort, und dieses Wort ist »sterben«. - [Stell dir vor, es ist Krieg … und du kannst nicht weg](https://dushan.org/essays/jetzt-sind-sie-halt-da/) Der effektivste militärische Angriff ist jener, den der Angegriffene gar nicht mitbekommt – oder erst, wenn es längst zu spät ist. Das heißt, dass du und wir genau jetzt angegriffen sein könnten. Es spricht mehr dafür als dagegen! Es ist eine schnelle Notiz, [nebenbei auf X geschrieben](https://x.com/elonmusk/status/1861525935692063179?s=12). Immerhin von Elon Musk, der schreibt: »Future wars are all about drones & hypersonic missiles. Fighter jets piloted by humans will be destroyed very quickly.« Das bedeutet auf Deutsch: »In den Kriegen der Zukunft dreht sich alles um Drohnen und Hyperschallraketen. Von Menschen gesteuerte Kampfjets werden sehr schnell zerstört werden.« (Chinas Hyperschallraketen erwähnte ich übrigens schon 2019 im Essay [»Dort die Schildkröte, hier der Hase«](https://dushan.org/hase-schildkroete/), und über die amerikanischen »Hypersonic Weapons« schrieb ich letztens in [»Hurra, wir bekommen Raketen!«](https://dushan.org/hurra-raketen/)) Waffen wie militärische Drohnen und Hyperschallraketen lassen sich mit einer simplen Regel zusammenfassen: Wenn du sie mitbekommst (und sie es tatsächlich auf dich abgesehen haben), ist es im Moment deiner Erkenntnis längst zu spät für dich. Wahrscheinlich aber wirst du sie nicht mitbekommen. Ein kurzes Surren vielleicht, dann Dunkelheit für immer. ## Die Verknüpfung Es ist ein gruseliger Gedanke, ich weiß – wenn er auch nicht vollständig »neu« ist. Dunkelheit ohne Ankündigung, das vermag auch jeder wohlgezielte Kopfschuss. Diese [These des Herrn Musk, geschrieben](https://x.com/elonmusk/status/1861525935692063179?s=12) zu einem eingebetteten Videoschnipsel aus einem Joe-Rogan-Interview, fiel mir durch ihre lapidare Selbstverständlichkeit auf. Sie ist ja kaum noch eine These. Sie ist mehr die Feststellung des Absehbarbaren, ein Zwischenstatus für die kollektive Debatte. Doch natürlich sind ballistische Waffen – also die, die »Bumm« machen, Häuser sprengen, Menschen töten und Waffenherstellerlobbyisten reich machen – nicht die einzigen *Waffen* in moderner Kriegsführung. Neben »Lawfare« (Rechtssysteme als Waffe) und »economical Warfare« kann auch *Information* als »Waffe« eingesetzt werden. Aktuell werden nicht wenige dieser Kriegsformen direkt oder in Varianten von der deutschen Regierung gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt. Wirtschaftliche Kriegsführung etwa als Enteignung von Hausbesitzern. »Ballistische Kriegsführung« in Form außer-rechtstaatlicher Hausdurchsuchungen. Und schließlich informationelle Kriegsführung durch den milliardenschweren Propaganda-Apparat. Diese Erkenntnis allerdings ist es, die mich *alle* Formen des »Krieges« in diesem Sinne mit Musks Zwischendurch-Erkenntnis verknüpfen lässt. ## Alle Waffensysteme Ich wage diese These: Nicht nur Drohnen und Hyperschallraketen werden in Zukunft, von Künstlicher Intelligenz gestützt, ihre Ziele derart effizient erledigen, dass die Opfer es gar nicht oder viel zu spät kommen sehen. Zusätzliche Arbeitsprämisse: Ich betrachte die *computergestützte* »Künstliche Intelligenz« nicht als die erste oder einzig mögliche. Firmen, Konzerne und andere einem konkreten Zweck dienende Zusammenschlüsse wie etwa Staaten und Behörden sind eine Form »künstlicher Intelligenz«. (Konzerne handeln bisweilen klüger, als irgendein einzelner ihrer Angestellten oder Gesellschafter zu handeln in der Lage wäre. Genau zu diesem Zweck wurden ja Einrichtungen wie etwa der Aufsichtsrat oder die Rechtsabteilung erdacht. Damit ist der Konzern eine »künstliche Intelligenz«.) Verbinden wir nun unsere bisherigen Erkenntnisse! Etwa so: Neue Waffen, seien diese ballistisch, ökonomisch oder informationell, können ihre Ziele eliminieren oder unwirksam machen, ohne dass diese (vorab oder rechtzeitig) die Attacke wahrnehmen. ## Ihr werdet nicht Ihr werdet nicht direkt mitbekommen, wie künstliche Intelligenz täglich Arbeitsplätze ausradiert. Ihr werdet bloß merken, wie euer Chef einfach keine Motivation hat, den Lohn anzuheben, da er jederzeit Ersatz findet. Ihr werdet vielleicht nicht mitbekommen, wie der Staat die Hirne eurer Kinder mit Propaganda bearbeitet. Ihr werdet bloß, bewusst oder unbewusst, eure eigene Sprache so anpassen, dass eure Kinder euch daheim nicht aggressiv mit »moralischen« Sprachvorgaben nerven. Ihr werdet vielleicht nicht mitbekommen, wie die Politik bestochen wird, und zwar von Konzernen, die Wohneigentum aufkaufen wollen. Ihr werdet bloß ernüchtert feststellen, dass – anders als für Generationen vor euch – eigenes Wohneigentum heute merkwürdigerweise unvorstellbar und unerschwinglich ist und eure Kinder (oder vielleicht auch ihr) zur Miete auf Lebenszeit verdammt sind. ## Alles, was ist In den Kriegen der Zukunft dreht sich alles um Drohnen und Hyperschallraketen, sagt Musk. Von Menschen gesteuerte Kampfjets werden sehr schnell zerstört. Ich sage: Die Zukunft hat bereits begonnen (es war nie anders). Was wir »Heute« nennen, ist die Schnittmenge aus Vergangenheit und Zukunft. Jeder Tag ist der letzte Tag der Vergangenheit *und* der erste Tag der Zukunft. In den heutigen Kriegen bist du todgeweiht, bevor du weißt, dass du todgeweiht bist. Und wenn du es weißt, ist schon lange keine Entweihung mehr möglich. Mühe dich redlich. Sei pünktlich beim Job und zahle deine Steuern. Schweige im Zweifelsfall – bevor Hass und Hetze über deine Lippen gelangen sollten … und deine Kinder dich ihren Lehrern melden. Erfreue dich an der Welt, die »sie« dir zur Verfügung stellen. Doch wisse: Alles, was ist, kann und wird gegen dich verwendet werden. - [Störende Wahrheit als russische Desinformation](https://dushan.org/essays/wahrheitstrolle/) Wenn eine Wahrheit das Propaganda-Narrativ stört, gilt sie schnell als »russische Desinformation«. – Nehmen wir aber an, dass wirklich »Putin-Trolle« uns aufmischen. Was bedeutet es, wenn der Gegner dich durch WAHRHEIT destabilisieren kann? Was, wenn es »Putin-Trolle« wirklich gibt, doch ihr Wirken andere Dinge über unsere Regierung offenbart, als unserer Propaganda lieb ist? – Lasst mich erklären, Schritt für Schritt! In diesen Tagen und Jahren nutzen westliche Politiker wieder einen alten Buhmann für das eigene Versagen: den bösen Russen. Ob verlorene Wahlen, gesellschaftliche Unruhen oder zerbröselnde Wirtschaft – stets ist *der böse Russe* schuld. Immer mehr Deutsche misstrauen den Mainstream-Medien? Nein, es kann nicht an deren Propaganda-Charakter liegen – es muss *an russischer Desinformation* liegen ([tagesschau.de, 19.11.2024](https://www.tagesschau.de/faktenfinder/kontext/russland-desinformation-analyse-102.html)). Immer mehr Deutsche trauen sich nicht mehr auf die Straße und machen sich Sorgen um ihre Zukunft in einem Land ohne Wirtschaft? Nein, es liegt nicht an einwandernden »jungen Männern« und auswandernden Unternehmen. Es liegt natürlich nur daran, dass die Russen uns Angst einjagen ([tagesschau.de, 16.09.2024](https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/russland-propaganda-fakenews-sda-deutschland-100.html)). ## Niemals begründet, immer der Russe Deutsche Propaganda wirkt wie das Kind, das die Keksdose geplündert und umgeworfen hat – und dann dem Hund die Schuld gibt. Doch erlaubt mir eine provokative Frage: Was, wenn das Kind die Wahrheit sagt? Was, wenn wirklich *der Hund* die Keksdose geplündert hat? Wenn es *wirklich* der Hund war, dann muss man fragen, wie der Hund überhaupt an die Keksdose herankam! ## Wichtiges in Rumänien [Auf X fragt sich @DimitriNabokoff](https://x.com/DimitriNabokoff/status/1861072052871901291), ob wir mitbekommen hätten, dass in Rumänien »gerade etwas sehr Wichtiges passiert« ist. Ich hatte es nicht mitbekommen, also las ich weiter. Ich erfuhr, dass bei den Wahlen dort wohl »ein prorussischer Hinterbänkler aus dem Stand den ersten Platz« eingenommen hat. Er habe »einfach gute Social-Media-Arbeit gemacht und fertig«. (Der Kandidat heißt übrigens *Calin Georgescu*, und sein 1. Platz bedeutet tatsächlich lediglich 22,94 Prozent der Stimmen. Damit ist er erst einmal in der Stichwahl; siehe [tagesschau.de, 25.11.2024](https://www.tagesschau.de/ausland/europa/rumaenien-wahl-120.html).) Man fragt sich vielleicht, woher er die Mittel hatte, einen Wahlkampf zu bestreiten, wenn er doch ein politisches Nichts war, und Dimitri Nabokoff raunt: »Woher Geld und Know-how kam, könnt ihr euch denken.« Gemeint ist: Der böse Russe war’s. Denn [nach der Meinung des Herrn Nabokoff](https://x.com/DimitriNabokoff/status/1861072064376922351) »war es der Beweis, dass Russland mit Geld und Social Media nach Belieben Stimmungen und Wahlergebnisse generieren kann. Demokratie wird damit eine Frage des Preises.« ## Und wenn es stimmt Ignorieren wir für einen Augenblick die offensichtliche Frage, was genau es braucht, um als »Beweis« zu gelten. Wagen wir dafür wieder eine provokative Frage, die *nicht* widerspricht, sondern erst mal *bestätigt*: Nehmen wir an, dass der Russe wirklich via Social Media in westliche Debatten eingreift – was *bedeutet* es, was *sagt es über uns aus*, wenn der Russe wirklich mit so etwas Erfolg haben sollte? Nicht nur der AfD, sondern auch praktisch jedem kritisch denkenden Deutschen wird bisweilen angekreidet, angeblich ein »bezahlter Putin-Troll« zu sein. Nehmen wir aber für den Augenblick an, dass es in *einigen* Fällen tatsächlich stimmt. Und stellen wir fest, dass »natürliche« und aus Russland bezahlte Regierungskritiker dieselben Dinge sagen. Als »Rechter« und (potenzieller) »Putin-Troll« gilt in Deutschland ja jeder, der unangenehme Wahrheiten ausspricht. Die »russische Desinformation«, welche Grüne und andere Totalitäre verbieten lassen wollen ([welt.de, 06.03.2024](https://www.welt.de/debatte/kommentare/article250413384/Kampf-gegen-Desinformation-Die-Stunde-der-gruenen-Zensoren.html)), sind oft genug schlicht *Wahrheiten, die das Propaganda-Narrativ als Lüge enttarnen*. ## Vor Desinformation zu schützen Was aber meinen die mit »Desinformation«? Es ist ein ungenauer Begriff, der den Bürgern ein unscharfes Unbehagen einpflanzen soll. Der Bürger soll *fühlen*: Desinformation ist böse, weil sie unwahr ist, was aber Desinformation ist, das legen nicht Fakten und Logik fest, sondern eine *Autorität*. Vergessen wir nicht, dass es laut Bundesregierung wörtlich »Fake News« war, also *Desinformation*, »die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen« ([@BMG_Bund, 14.3.2020](https://x.com/BMG_Bund/status/1238780849652465664?lang=en)). Ich wünschte, ich würde scherzen, wenn ich sage, dass es laut der Bundesregierung als »russische Desinformation« gilt, dass die Ukraine langfristig wenig Chancen gegen Russland hat ([bundesregierung.de, 24.2.2023](https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/desinformation-als-waffe-2167604)). Für Grüne muss eine Information weder sachlich falsch noch nachweislich von Russen gestreut sein, um als »russische Desinformation« zu gelten – und das sagen sie selbst! (Siehe als Beispiel aktuell etwa Grünen-MdB [@yooHannes, 26.11.2024](https://x.com/yooHannes/status/1861522708925698397) – »russische Desinformation« muss weder russisch noch falsch sein, um als solche zu gelten – es muss nur das Grünen-Narrativ entlarven.) Wenn ihr aber mal herzlich lachen wollt: Die Bundesregierung gibt ganz offiziell bekannt, dass man, »um sich vor Desinformation zu schützen«, »möglichst mehrere Informationsquellen vergleichen« soll, »beispielsweise von Qualitätsmedien wie öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendern oder seriösen Zeitungen«. (Das ist ja das Schöne: Wenn sie [»alle gleich schalten«](https://dushan.org/gleichschaltung/), kann der Bürger noch so viel vergleichen … es kommt doch immer nur das heraus, was die Regierung sagt.) ## Indem er die Wahrheit sagt Ich bin sonst [gern ein Contrarian](https://dushan.org/contrarian/) und probiere aus Prinzip *die Gegenthese* aus. In Fällen wie den berüchtigten »Putin-Trollen« wage ich etwas *noch* Provokativeres als die Gegenthese! Was, wenn es diese Leute wirklich gibt, und wenn sie tatsächlich das streuen, wovon die deutsche Propaganda sagt, dass es »Propaganda« ist? Ich stimme also der Möglichkeit zu und frage: Was sagt es über die Regierung aus, wenn der Feind sie destabilisieren kann, indem er die Wahrheit sagt?   - [Der Russe eskaliert – ohne Genehmigung!](https://dushan.org/essays/eskalation-ohne-genehmigung/) DHL-Flugzeug stürzt ab, Ursache unbekannt. Das hindert die Medien aber nicht, den »bösen Russen« als möglichen Täter zu streuen. Denn der »eskaliert« – und zwar ohne Genehmigung der guten Amerikaner! Ich bin kein Experte für Pakete, die sich selbst entzünden. Und ich bin kein Experte für ATACMS- oder für Storm-Shadow-Raketen. Ich kann bloß spontan nachlesen, dass das eine [»Army Tactical Missile System« bedeutet](https://de.wikipedia.org/wiki/ATACMS) und von *Lockheed Martin* hergestellt wird, und dass das andere von *MBDA* hergestellt wird. Von denen hatte ich bis eben überhaupt noch nicht gehört. *MDBA* steht für »Matra BAe Dynamics Aérospatiale«, hat 4,2 Milliarden Euro Umsatz ([laut Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/MBDA)) mit Airbus, BAE Systems und dem italienischen Rüstungskonzern namens [Leonardo S.p.A.](https://de.wikipedia.org/wiki/Leonardo_S.p.A.) als Inhaber von Anteilen. Die *selbstentzündlichen Pakete* aber, bezüglich derer ich ebenfalls kein Experte bin, die sind *eine* der als möglich vermuteten Ursachen für den Absturz eines DHL-Frachtflugzeugs über Litauen. ## Kurz vor Vilnius Wir lesen aktuell davon: Ein DHL-Frachtflugzeug startete in Leipzig, überflog Polen und stürzte dann in Litauen ab, kurz vorm Flughafen der Hauptstadt Vilnius ([tagesspiegel.de, 25.11.2024](https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/dhl-flugzeug-uber-litauen-verungluckt-was-wir-uber-den-absturz-wissen--und-was-nicht-12763247.html)). Aktuell gehen die Behörden offiziell von technischem oder menschlichem Versagen aus – doch man ist »alarmiert«. Denn daneben existiert ja noch die Möglichkeit, dass es eben *kein* »Versagen« war, sprich: dass jemandes *Absicht* zum Absturz beitrug. Es ist dieser Tage politischer Usus, praktisch hinter jedem ungünstigen Ereignis *potenziell* und damit *praktisch sicher* »den Russen« als Schuldigen zu vermuten. In offiziellen Sprachregelungen wird (noch?) betont, dass die Ermittlungen andauern und die Absturzursache ungeklärt ist. In Kommentaren und Experten-Interviews aber schwingt längst die übliche Frage mit: Nicht *ob's* der Russe war, sondern *wie er's wieder angestellt hat*. ## Weiterhin Angst und Schrecken Bei [n-tv.de, 25.11.2024,](https://www.n-tv.de/politik/Putins-Hyperschall-Mittelstreckenrakete-Russland-hat-auf-allen-Ebenen-der-Kriegsfuehrung-eskaliert-article25386028.html) etwa wird ein österreichischer Oberst gefragt, ob »es sich um russische Sabotage handeln« könnte. Dieser sagt: »Dieser Verdacht ist durchaus schlüssig, weil es in der Vergangenheit einige Fälle gab, wo man nachweisen konnte, dass Pakete, die für die Luftfracht bestimmt waren, sich entzündet haben und man eine Maßnahme der hybriden Kriegsführung Russlands erkennen konnte.« »Russland könnte so versuchen, weiterhin Angst und Schrecken zu verbreiten«, erklärt der Experte. Man fragt sich, wer hier *wirklich* »Angst und Schrecken« verbreitet. Und man beachte das sprachliche Detail »weiterhin«. »Aber solange wir keinerlei klare Beweise haben, durch die sich eine Verbindung mit Russland herstellen lässt, bleibt es reine Spekulation«, so beschwichtigt der Experte weiter – doch welchen Zweck hat es, sich an die Ratio zu wenden, wenn »Angst und Schrecken« erst einmal in Herz und Gedärm gepflanzt sind? ## Beidseitig stufenweise Obiges Experten-Interview ([n-tv.de, 25.11.2024](https://www.n-tv.de/politik/Putins-Hyperschall-Mittelstreckenrakete-Russland-hat-auf-allen-Ebenen-der-Kriegsfuehrung-eskaliert-article25386028.html)) ist (aktuell) mit einem Zitat aus dem Gesagten betitelt: »Russland hat auf allen Ebenen der Kriegsführung eskaliert«. Ihr ahnt es gewiss: Das Wort, das mir *aufstieß* und damit *auffiel*, war »eskaliert«. In den Antworten dieses Interviews finden sich *fünf* Varianten von »eskalieren«. Man habe »eskalierende Maßnahmen von russischer Seite gesehen«. »Es eskaliert langsam«, so heißt es, indem eine »Eskalationsleiter Stufe für Stufe« hochgestiegen wird, denn: »Das Ziel ist zu eskalieren, um dann wieder zu deeskalieren.« Wenn man das Interview weit genug liest, erfährt man, dass wir aktuell »eine stufenweise Eskalation auf beiden Seiten« erleben. Das ist aber *nicht* der Eindruck, der beim oberflächlichen Lesen entsteht – wieder einmal. ## Wer wann wen womit Die erste Erwähnung von Eskalation folgt einer bemerkenswerten Logik: Zuerst, so heißt es, kam die »Erlaubnis der US-Administration für den Einsatz weitreichender Waffen gegen Ziele auf russischem Staatsgebiet«. Fällt euch auch auf, mit welcher Selbstverständlichkeit die USA die globale »Erlaubnis« für Kriege erteilen?! *Formal* mag diese »Erlaubnis« damit begründet werden, dass die USA entsprechende Klauseln zur Bedingung der Lieferung von Waffen machen. *Praktisch* ist es jedoch genau das, wonach es aussieht: Die USA tritt nicht nur als *Weltpolizei* auf, sondern in Abwesenheit auch als *Weltrichter*, der darüber entscheidet, wer wann wen womit *bombardieren* darf. ## Erlaubter Einsatz vs. Eskalation Was aber tat der Russe, nachdem die USA den Einsatz von Raketen auf russischem Staatsgebiet »erlaubten«? Uns wird erklärt: »Parallel dazu haben wir eskalierende Maßnahmen von russischer Seite gesehen.« Merke, westlicher Bürger: Der Amerikaner erteilt »Genehmigungen« zum »Einsatz von Waffen« – der Russe »eskaliert«. ## Damit keine Missverständnisse Ja, später im Verlauf des Interviews modifiziert der Experte die Einseitigkeit. Doch bis dahin hat er dem Medium genug »Material« geliefert, die vermutlich *gewünschte* Botschaft zu extrahieren. Der Titel (»Russland hat auf allen Ebenen der Kriegsführung eskaliert«) und das Intro werden üblicherweise beide von der Redaktion verfasst – und sie sind das, was die meisten Leser am ehesten »mitnehmen«. Das Intro aber lautet: »Es sei gut möglich, dass russische Sabotage hinter dem Absturz eines DHL-Frachtflugzeugs über Litauen steckt, sagt Oberst Markus Reisner. Moskau reagiere jetzt generell mit neuen Eskalationsstufen auf den ukrainischen Einsatz weitreichender Waffen aus dem Westen.« ([n-tv.de, 25.11.2024](https://www.n-tv.de/politik/Putins-Hyperschall-Mittelstreckenrakete-Russland-hat-auf-allen-Ebenen-der-Kriegsfuehrung-eskaliert-article25386028.html)) ## Unter Umständen mildernde ebensolche Die Ukraine darf nun gerechtfertigt nach Russland schießen (die USA haben es ja genehmigt). Aber der Russe ist es, der »eskaliert«. Als Beispiel für Russlands schlimme »Eskalation«, so der Eindruck des Lesers, dient der Absturz des DHL-Frachtflugzeugs. Man hat zwar noch keine Ahnung, *warum* es abstürzte, aber irgendwie war es doch bestimmt der Russe. Denn – das weiß doch eigentlich jeder – der Russe eskaliert. Für den braven Deutschen ist noch nicht einmal das Problem, dass der Russe eskaliert, sondern dass er dafür keine Genehmigung hat. Eskalieren allein ist schon schlimm genug, doch es gäbe unter Umständen mildernde ebensolche. Doch *irgendwas* zu tun, sei es eine Gartenhütte zu bauen, Stühle vorm Café aufzustellen oder den Krieg zu eskalieren, ohne dafür eine *Genehmigung* zu haben, geht für den braven Deutschen *gar* nicht. Das rechtfertigt den Einsatz der NATO – mindestens! - [Die Fleißigen, moralisch behämmert](https://dushan.org/essays/moralisch-behaemmert/) Achtet mal darauf: Wenn ihr von einer internationalen Konferenz lest, ist es eigentlich egal, um welches Thema es offiziell geht. Das Ergebnis wird sein, dass das fleißige Deutschland viele Milliarden Euro in Richtung korrupter Länder überweist. Habt ihr von jener internationalen Konferenz gehört? Und habt ihr auch gehört, was deren praktisches Ergebnis war? Diese Fragen-Kombination ist magisch, probiert es aus! Selbst mit nur minimaler Lebenserfahrung seid ihr in der Lage, die Schlussfolgerung zu benennen (also das praktische Ergebnis), ohne erst vom *Inhalt* oder auch nur den* Teilnehmern* jener Konferenz zu wissen. Wenn Staatsoberhäupter einander treffen – oder wenn auch nur Kulturen* aufeinandertreffen* –, dann lautet das Ergebnis zuverlässig: Deutschland wird viel deutsches Steuergeld überweisen in Länder, die ein Problem mit Korruption haben. ## Schnell zu Bargeld werden Ich vermute, euch fallen auf Anhieb politische Themen ein, auf die das zutreffen könnte, etwa das Geld- und Menschengrab Ukraine. Ganz aktuell liegt wieder einmal das Abzock-Dauerthema »Klima« vor. »Klimagipfel einigt sich auf 300 Milliarden für ärmere Länder«, so lesen wir ([n-tv.de, 23.11.2024](https://www.n-tv.de/politik/Klimagipfel-einigt-sich-auf-300-Milliarden-fuer-aermere-Laender-article25383121.html)). Deutschland werde »liefern«, so verspreche die deutsche Außenministerin. Der UN-Generalsekretär Guterres mahnte: »Zusagen müssen schnell zu Bargeld werden«. »Alle Akteure werden zudem aufgerufen, daran mitzuwirken, dass bis 2035 mindestens 1,3 Billionen Dollar an Finanzmitteln für klimabedingtes Handeln aus öffentlichen und privaten Quellen zusammenkommen«, schreibt [bild.de, 24.11.2024](https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/weltklimakonferenz-einigung-mehr-hilfen-fuer-die-aermsten-staaten-bis-zu-1-3-bio-euro-67425cded3e4b22ff2f6aa03). Eine konkrete Zusage hat Deutschland offiziell nicht gemacht. Doch wir wissen vom anti-demokratischen UN-Migrationspakt, wie »unverbindlich« solche Zusagen* wirklich* sind (siehe dazu [Essay vom 2.11.2018](https://dushan.org/un-migrationspakt/)). ## Konsens, einfach gemacht Es ist verboten zu diskutieren, ob der »menschengemachte Klimawandel« wirklich stattfindet, oder ob man einfach Messstationen an Orte verlegt hat, an denen es eben wärmer ist, etwa in Städte. (*Für* Klimaschwindel durch Verlegung der Messstationen spricht, dass der [»Faktencheck« von Correctiv](https://correctiv.org/faktencheck/2023/10/26/deutscher-wetterdienst-verlegte-messstationen-nicht-gezielt-um-durchschnittstemperaturen-waermer-erscheinen-zu-lassen/) sich argumentativ verrenkt, um einerseits zuzugeben, dass die Verlegung stattfand, und andererseits zu behaupten, dass das dennoch nichts bedeutet.) Es ist verboten, zu fragen, ob frühere Schwankungen im Klima auch menschengemacht waren, obwohl es überhaupt keine Menschen gab. Ach, so viele Fragen sind verboten. Mit »verboten« meine ich: Professionelle Klima-Paniker richten sich nach dem »Konsens« der »Wissenschaftler«, und wer aus diesem »Konsens« ausbricht, der gilt nicht mehr als »Wissenschaftler«. Es ist nicht nur* egal*, was Wissenschaftler im ursprünglichen Sinn des Wortes fragen (also Wissenschaftler, die mit Thesen und deren Prüfung arbeiten, nicht mit Glaubenssätzen) –, es ist* irrelevant* und* störend*. Das praktische Ergebnis dieser Konferenzen steht fest: Fleißige Länder überweisen, direkt oder indirekt, Geld an korrupte Länder. (Ob und wie dieses Geld als »Kickback« wieder bei den korrupten Klassen der fleißigen Länder landet, überlasse ich der individuellen Mutmaßung.) ## Hammer gegen Glühbirnen Eine moderne Weisheit lautet: »Wer nur einen Hammer hat, für den ist jedes Problem ein Nagel.« Man versteht diesen Spruch meist so, dass wer über nur einen Lösungsweg verfügt, im Denken dazu verleitet werden könnte, für alle Probleme immer nur diesen einen für den bestmöglichen Lösungsweg zu halten. Ein Anwalt wird womöglich versuchen, alle Probleme* juristisch* zu lösen, mit Verträgen, Abmahnungen oder Klagen. Wenn die Glühbirne kaputt ist, überlegt der Anwalt (diesem Klischee nach), wen er dafür abmahnen und verklagen kann. Ein Gesprächstherapeut wird die Glühbirnen-Verantwortlichen einladen. Und ein Software-Entwickler wird überlegen, wie sich Glühbirnen mit Software »upgraden« ließen. (Dies ist* kein* Scherz; das Stichwort lautet »Internet of Things«.) Zu den offenbar »beliebtesten« Werkzeugen der Weltpolitik gehört die »deutsche Schuld« (der »Moral-Hammer«, quasi). Die Nägel dieses Moral-Hammers gegen die Deutschen sind dann die Zahlungen von Millionen und Milliarden, die Deutschland an korrupte Staaten und andere Geldlöcher leisten soll. ## Haben die nicht Wenn man als Deutscher aber klug ist, dann sollte er als Botschaft all diese »Gipfel« und »Konferenzen« hören: Deutsche, solange ihr in Deutschland lebt und Steuern zahlt, werdet ihr ausgepresst werden. Findet eine Art, im und am Alltag glücklich zu sein. Doch wisst, dass so lange ihr als Deutsche in der Bundesrepublik Deutschland lebt, man euch mit dem Moral-Hammer auf den Kopf hauen wird – ein anderes »Werkzeug« haben die nicht. - [Titanic, aber Passagiere werden verklagt](https://dushan.org/essays/titanic-vs-passagiere/) Titanic steuert auf Eisberg zu. Passagiere sehen das, wollen Kapitän und Offiziere warnen. Die aber halten stur auf den Eisberg drauf. Passagiere werden deutlicher. Und was tun die Offiziere? Die bestrafen die Passagiere wegen Unhöflichkeit. Letztens erklärte mir einer (es war ein wilder Verschwörungstheoretiker), dass es sich mit der Titanic womöglich ganz anders verhielt, nämlich (unter anderem …) dass die Eisgefahr bekannt war – und ich stellte verwundert fest, dass diese Metapher *noch besser* passte. An Bord (so erzählte jener* Schwurbler*), sollen Banker gewesen sein, die gegen die Errichtung der FED waren, der »Federal Reserve«. Namentlich *John Jacob Astor IV*, *Benjamin Guggenheim* und *Isidor Straus*. *J.P. Morgan*, ebenfalls einflussreicher Banker, sollte ebenfalls an Bord sein, sagte jedoch im letzten Moment ab. Die Gründe, warum er absagte, sind nicht ganz klar. Einige sagen, dass er absagte, um einen Urlaub in Frankreich zu verlängern.  Wenn Ihnen das, liebe Leser, etwas »dünn« vorkommt, dann können wir es* noch* »dünner« machen: Die Titanic* gehörte* (indirekt mehrheitlich) J.P. Morgan! Und er soll auf die Teilnahme an der Jungfernfahrt verzichtet haben, um seinen Frankreich-Urlaub zu verlängern? Und, siehe da, eineinhalb Jahre nachdem der Leonard die Kate zeichnete, [wie eine seiner französischen Damen](https://www.youtube.com/watch?v=eR5Jnb084Zw), wurde die FED gegründet – mit J.P. Morgan als einer der mächtigsten Befürworter. Das amerikanische Geld, unter semi-privater Kontrolle. Geldpolitik durch eine profitorientierte Bank. – Alles soll angeblich nur deshalb möglich geworden sein, weil gewisse Gegner im kalten Eiswasser ersoffen? ## Eigentlich nicht dagegen Natürlich gibt es auch Argumente* gegen* diese* schön gruselige* Theorie. So fehlen etwa Belege dafür, dass *Astor*, *Guggenheim* oder *Straus* wirklich lautstark* gegen* die Gründung der Federal Reserve aufgetreten wären. Ja, von *Straus* ist sogar dokumentiert, dass er [explizit ](https://www.nytimes.com/1911/10/16/archives/isidor-straus-urges-new-banking-plan-replies-to-jj-hills-attack-on.html)*[dafür](https://www.nytimes.com/1911/10/16/archives/isidor-straus-urges-new-banking-plan-replies-to-jj-hills-attack-on.html)*[ war](https://www.nytimes.com/1911/10/16/archives/isidor-straus-urges-new-banking-plan-replies-to-jj-hills-attack-on.html). J.P. Morgan fehlte tatsächlich an Bord. Doch dass er in letztem Moment absagte, um seine Kollegen auszutricksen und zu ermorden, ergibt sich aus seinem Fehlen nun wirklich nicht zwingend. Es ist auch möglich, dass er schon länger abgesagt hatte, was seine Kollegen gewusst hätten. Es gibt allerdings auch ein Argument* für* die Theorie vom Titanic-Untergang als Mord an Gegnern der FED. Dieses Argument ist* relativ neu*, und es hat mit heutiger Lebenserfahrung zu tun. Verschiedene »Faktenchecker«, unter anderem von der berüchtigten Agentur »Reuters«, haben »Faktenchecks« veröffentlicht, die [all dies bestreiten und widerlegen](https://www.reuters.com/article/fact-check/corrected-fact-check-jp-morgan-did-not-sink-the-titanic-to-push-forward-plans-idUSL1N2LF18G/) – und nach meiner Lebenserfahrung ist das ein zuverlässiger Hinweis darauf, dass da* doch* etwas dran sein könnte. ## Der Eisberg? Verschwörungstheorie! Heute fährt man als Privatpassagier eher selten mit dem Boot nach Amerika. Dafür hat man Flugzeuge. Heute fährt man mit dem Kreuzfahrtschiff im Kreis auf dem Meer herum (und wählt anschließend die Grünen als Öko-Sündenablass). Diese Kreuzfahrtschiffe sind so sicher, wie sie sinnlos sind. Die Metapher von der Titanic als vermeidbarer Katastrophe aber bleibt lebendig. Ja, die Metapher funktioniert auch nach Anwendung der Verschwörungstheorien bestens! Ich bin wahrlich nicht der erste Schreiber, der Deutschlands Politik mit dem Titanic-Kapitän verglich. Dieser Vergleich funktioniert sogar* erschreckend* gut. Immer wieder verglich ich Deutschlands Schicksal mit der Fahrt großer Schiffe, etwa 2018: [»Kann der Tanker Deutschland noch die Richtung wechseln?«](https://dushan.org/tankerbremsweg/) [»Der Kapitän der Titanic sollte zurücktreten«](https://dushan.org/titanicproteste/), forderte ich, und ätzte sarkastisch: »Der Eisberg? Verschwörungstheorie! Dass das Schiff sinken könnte? Rechte Hetze!« ## Jetzt noch besser! Mit der Verschwörungstheorie von einem* absichtlichen* Versenken funktioniert der Vergleich sogar* noch besser*. Die deutsche Regierung weiß sehr genau, dass ihre Politik das Land kaputtmacht. Wenn sie dennoch – oder, Gott bewahre: *genau deshalb* – stur an dieser Politik festhält, muss man doch von Irrsinn oder Absicht ausgehen. Und Irrsinn wird es nicht sein, dafür sind diese Figuren zu kalt, zu berechnend. Die Ärmsten und Ungebildetsten der Welt wandern nach Deutschland ein – und [Unternehmen wandern aus](https://www.welt.de/wirtschaft/plus254596974/Deutschland-Abwanderung-von-Unternehmen-Jedes-Land-ist-attraktiver.html). [Schlüsselindustrien wie etwa Stahl](https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/thyssenkrupp-gruener-stahl-100.html) werden von der Politik aktiv vernichtet (mit Illusionen wie »grünem Stahl«). Deutschland schaltet seine Kraftwerke ab und wird [zum Strom-Import-Land](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/06/PD24_219_43312.html). (Hat es das je zuvor in der Geschichte gegeben, dass ein Land* freiwillig* und aus vorgeblich* moralischen* Gründen sich zum Schwellenland verstümmelt?) ## Psychopath (oder Soze) Innerhalb dieser Metapher vom unnötigerweise todgeweihten Schiff sehe ich vor meinem inneren Auge immer wieder das Szenario, dass die Titanic auf den Eisberg zusteuert, und dass dies auch eigentlich allen Betroffenen klar sein sollte, doch statt sich zu retten oder den Kapitän doch noch irgendwie zur Umkehr zu bewegen, zoffen sich die Leute um die Stühle auf dem Sonnendeck. Ich schrieb mal: > Wenn das Haus brennt, müsste ich klinisch schwachsinnig sein, um die Tapetenfarbe zu diskutieren. Wenn die »Titanic« sinkt, müsstest du ein Psychopath sein (oder ein Soze), diese »Chance« zu nutzen, um dir endlich deinen Platz auf dem Sonnendeck zu sichern. (Wobei: Wenn du Soze bist, würde ich fragen, ob du nicht womöglich das Schiff absichtlich in den Eisberg gesteuert hast, um eben die einsetzende Panik »strategisch« für dich zu nutzen.) ([Essay vom 12.1.2024](https://dushan.org/zwei-seelen/)) Im bald von uns scheidenden Jahr 2024 können wir die Metapher von der Titanic als Deutschland-Schiff nicht nur weiter anwenden, sogar auch noch auf interessante Weise* erweitern*. Man liest und hört dieser Tage von den vielen Anzeigen und Strafanträgen, die besonders die nach eigener Ansicht wohl* gottgleichen* Grünen gegenüber den Bürgern abschießen. (Ich schrieb darüber in den Essays: [»Wie nennt man es, wenn Behörden den Bürger verpfeifen?«](https://dushan.org/denunziation-von-oben/), und: [»Ist Habeck der Antichrist?«](https://dushan.org/habeck-ist-beleidigt/)) Nehmen wir an, dass Deutschland tatsächlich auf metaphorischer Ebene der Titanic ähnelt. Nehmen wir außerdem an, dass die Kapitäne* wissen*, dass sie das Schiff in den Eisberg steuern. Ja, nehmen wir weiter an, dass man das erste Schrammen des Eisberges und das Aufreißen der Schiffshülle bereits hört. Anders als beim Vorbild wäre es bei der Deutschland-Titanic selbst nach dem ersten Kontakt mit dem Eisberg noch möglich, die Richtung zu wechseln. *Einige* Passagiere haben verstanden, welche Gefahr herrscht. Erst von Sorge und dann von blanker* Angst* getrieben versuchen sie, die Kapitäne zur Umkehr zu bewegen. Die Warnungen an die Kapitäne sind entsprechend in *deutlicher* Sprache formuliert. Da fallen schon mal Ausdrücke wie »Schwachkopf« oder sogar »Idiot«. Wie aber reagiert die Mannschaft um den Kapitän? ## Cui bono? Je dringender die Offiziere der Titanic vor dem Eisberg gewarnt werden, je heißer sie angefleht werden, endlich ihre mörderische Ignoranz zu beenden, umso sturer halten sie auf den Eisberg drauf. Aber warum? Wir können nicht belegen, dass die Titanic nur deshalb sank und eineinhalb Tausend Menschen in den kalten Tod zog, weil Kritiker der Federal Reserve beiseite geschafft werden sollten. – *Dagegen* spricht, dass sie sagen, dass sie es nicht tun. *Dafür* spräche es, dass »Faktenchecker« dem widersprechen. Wir können nicht belegen, dass Merkel, Habeck und Co. von höheren Mächten instruiert wurden, Deutschland zu versenken. –*Dagegen* spricht, dass sie sagen, dass sie es nicht tun. *Dafür* spräche es, wenn man davon ausginge, dass diese Leute eben nicht »Schwachköpfe« oder »Idioten« sind, sondern recht genau wissen, was sie tun – und warum. »I am the king of the world«, ruft der junge DiCaprio im Titanic-Film, ganz vorn am Bug des Schiffs auf der Reling stehend, als euphorische Galionsfigur aller Todgeweihten. Ich bin sicher, das ruft auch so mancher der Politiker, während er das Deutschlandschiff in die Eisberge lenkt: »Ich bin der König der Welt!« - [Ich blind, du blind, »wir« Elefant](https://dushan.org/essays/ich-blind-du-blind-wir-elefant/) Wir kennen die Parabel: Blinde treffen auf Elefanten. Der erste Blinde betastet den Rüssel und befindet, dass ein Elefant »wie eine Schlange« sei, und so weiter. So erklären sich Religionen – aber auch Staatsformen (und unser Bild von uns selbst). Gewiss habt ihr schon einmal die Parabel von den sechs Blinden gehört, die auf einen Elefanten treffen. Ein Blinder betastet den Rüssel und kommt sogleich zu dem Schluss, dass ein Elefant wie eine *Schlange* beschaffen ist. Ein Blinder befühlt das Bein, und dieser kommt zum Schluss: Ein Elefant ist wie ein Baum. Ein Blinder befühlt den Schwanz und beschließt: Ein Elefant ist wie ein Seil! Einer tastet das Ohr: Ein Elefant ist wie ein Fächer! Den Bauch: Wie eine Wand! Und einer der Blinden betastet schließlich einen der beiden Stoßzähne, und so gelangt er zum zwingenden Schluss: Ein Elefant ist wie ein Speer! Unter den Blinden bricht ein Streit aus, wie ein Elefant denn nun* wirklich* beschaffen sei. Alle sechs Blinde sind sich einig, dass sie denselben Elefanten betastet haben. Und jeder war sich bis eben noch sicher, dass die Blindheit der anderen nicht deren Zurechnungsfähigkeit erheblich einschränkt. »Wie kann es also sein«, so wundert sich jeder der Blinden, »dass die anderen den Elefanten so anders wahrnehmen als ich? Es muss sich um einen simplen Fehler handeln. Ich werde diese Irrenden schon noch überzeugen, wenn ich nur nachdrücklich auf meinen Erkenntnissen bestehe.« ## Seufz, typisch Religion! Die Lehre aus der Parabel ist natürlich, dass jeder Mensch nur einen Teil des Ganzen sieht, doch dann meint,* alles* sei so beschaffen wie dieser Ausschnitt. Die Parabel vom Elefanten und den Blinden wird etwa auf Fragen der Religion, aber auch auf wissenschaftliche Debatten angewandt. Die eine Kultur erlebt die »höheren Mächte« auf die eine Weise, eine andere Kultur erlebt »das Göttliche« auf eine ganze andere Weise. So entstehen Religionen. Statt ihre Erlebnisse und Deutungen abzugleichen und dazuzulernen, nimmt jede Kultur an,* ihre* Erlebnisse und Deutungen seien* die einzig wahren* – mit den entsprechenden sozialen und sonstigen Konsequenzen. Ja, es ist derart typisch für Religionen, von einigen sehr speziellen Erlebnissen und deren ausgefallener Deutung auf* alles* zu schließen, dass wir auch Bewegungen und Parteien, die ähnlich »denken«, als »sektenähnlich« beschreiben. ## Sehr doppelter Fehlschluss Wir schmunzeln über die Blinden in dieser Parabel, und das ist verständlich. Worin* genau* liegt eigentlich der Denkfehler? Vor lauter Belustigung über den* einen* Fehlschluss könnten wir glatt den* zweiten* übersehen! Der erste Fehlschluss ist der, dass die persönliche Wahrnehmung eines Phänomens das gesamte Ding beschreibt. Übrigens, innerhalb dieses ersten Fehlschlusses findet sich auch noch ein »Unter-Fehlschluss!« Die Blinden – also:* wir* – schließen ja auch nur auf das* uns Naheliegendste*. Selbstverständlich ist der Rüssel eines Elefanten nicht in jeder Hinsicht »wie eine Schlange«, der Schwanz nicht »wie ein Seil«. Selbstverständlich existieren Unterschiede. Doch der Blinde wählt als Vergleich immer nur aus den ihm zu dem Zeitpunkt bekannten Phänomenen! (Deshalb ähneln Religionen übrigens regelmäßig den Herrschaftsformen ihrer Zeit. Stadtstaaten gebaren den Polytheismus. Monarchien den Monotheismus. Der Feudalismus formte die katholische Kirche des Mittelalters mit ihren Kardinälen und Bischöfen. Demokratische Ideen schließlich formten den Protestantismus. Und der Zusammenhang zwischen Eroberungspolitik und »Mission« ist womöglich enger, als man heute laut aussprechen sollte.) Der zweite Fehlschluss aber könnte fast unbemerkt bleiben! Wir erkennen ja all die Absurdität darin, von der Wahrnehmung eines Details aufs Ganze zu schließen. Doch in der Parabel, zumindest so wie ich sie erzählte, könnte ein wichtiges Detail übersehen werden. Die Blinden sagen nicht »Dieser Elefant ist so und so«, sondern »Ein Elefant ist so und so«. Das bedeutet: Nicht nur schließen die Blinden von ihrer persönlichen Deutung eines einzigen Details auf das gesamte Tier – die schließen zugleich auf* alle* Tiere! ## Und so erfindet er Wir alle sind in mancher Hinsicht* »wie« diese Blinden*. Ob als Einzelne oder als Kulturen und Gesellschaften. Mir fiel dieser Elefant-und-Blinde-Aspekt jüngst bei unserer Deutung der Möglichkeiten und Notwendigkeiten des gesellschaftlichen Zusammenlebens auf. Der hier gezeigte Fehler beschreibt, so fällt mir auf, ja nicht nur die* Eigenschaften* eines Phänomens! Auch die* Normen* und* Notwendigkeiten* zur Erlangung eines wünschenswerten Zustands unterliegen dem Blinder-und-Elefant-Phänomen. Der eine Blinde nimmt Ungerechtigkeit in der Behandlungen von Fabrikarbeitern wahr. Er interpretiert, dass es mit dem Kapital in den Händen der Fabrikbesitzer zu tun hat. Und so erfindet er den einen »Anti-Kapitalismus« – den »Kommunismus«. Sein erster Fehlschluss lag darin, von einzelnen Beobachtungen auf die gesamte Gesellschaft zu schließen. Der zweite Fehlschluss aber lag darin, von seiner Gesellschaft und deren Kultur auf* alle* Menschen und ihre Kulturen zu schließen. Der zweite Blinde sieht, dass industrielle Wertschöpfung den allgemeinen Wohlstand heben kann. Dass Kapitalismus den Menschen* motivieren* kann (und Kommunismus kann den Menschen* demotivieren*). Dieser Beobachter schließt dann, dass Kapitalismus* immer* gut ist und Sozialismus in allen Aspekten schlecht. Ja, wir sind fürwahr Blinde. Du und ich sind Blinde, und einer unserer Elefanten ist die Frage, wie Menschen zusammenleben sollen. ## Der Elefanten größter Der größte und einflussreichste »Elefant im Raum« ist aber die Frage, wie der Mensch* mit sich selbst* zusammenlebt. Der eine Mensch merkt an sich, dass Arbeit ihn zufrieden werden lässt und dass das aus Arbeit resultierende Geld sehr nützlich ist. Also behandelt er Arbeit und Einkommen so, als ob sie der Sinn seines Lebens wären. Für den nächsten Menschen sind es seine Kinder. Für einen weiteren sind es Partys und Alkohol, für einen anderen ist es die Religion – siehe oben – oder das Verfolgen politischer Debatte. Der Mensch sucht nach Mitteln und Wegen, auf angenehme oder zumindest möglichst schmerzarme Weise *mit sich selbst zusammenzuleben*. Stößt er dabei auf ein Detail, das irgendwie *funktioniert*, deutet er es auf die ihm naheliegendste Weise – und rechnet es auf *sein* gesamtes Leben hoch. (Oder womöglich auf *alle* Menschen. Ein Detail, dass *mir* eine Zeit lang Sinn und Freude gab, muss *alle* Menschen glücklich machen, und wenn nicht, sind sie halt doof und selber schuld sowieso.) ## Wie dieses – oder jenes Ein Elefant ist nicht wirklich »wie eine Schlange« oder »wie ein Baum«. Nicht einmal der Rüssel oder das Bein sind es jeweils in jeder Hinsicht. Eine Gesellschaft wird weder im Sozialismus noch im Kapitalismus ganz glücklich. Und nein, auch wenn man dem Sozialismus ein Öko-Mäntelchen umhängt, wird er die Menschen nicht glücklich machen oder auch nur zum *Überleben *der Gesellschaft beitragen – siehe Deutschlands Niedergang in Habecks Öko-Sozialismus. Der Mensch wird nicht als Workaholic glücklich, nicht als Faulenzer, nicht allein als Familienmensch und nicht als hedonistischer Single. Wie wird er dann glücklich, dieser *Mensch*? Nun, leider: Weder du noch ich kennen* den ganzen Elefanten*. Wenn uns jemand sagt, die *Gesellschaft* oder die *menschliche Seele* seien »wie« dies oder »wie« jenes, dann dürfen und müssen wir antworten: »Das ist ein interessanter Aspekt, danke! Und wie sind die Gesellschaft, die Menschheit und die Seele* noch*?« - [Ist Habeck der Antichrist?](https://dushan.org/essays/habeck-ist-beleidigt/) Ist es womöglich kein Zufall, dass gerade Politiker »gottloser« Parteien so häufig gegen »Beleidigungen« vorgehen? Vielleicht halten die sich selbst für »göttlich« – und »Schwachkopf« ist nicht bloß Majestätsbeleidigung, sondern Gotteslästerung! Wenn ich euch fragen würde, ob ihr von dem Bürger gehört habt, der auf Betreiben eines Grünen angeklagt und bestraft wurde, würdet ihr zurückfragen: »Ja, klar – welchen der vielen Fälle meinst du?« Da wären die 9.600 Euro Strafe für jenen Mann aus Franken, der seine Meinung äußerte, Baerbock sei die [»dümmste Außenministerin der Welt«](https://www.nius.de/politik/news/baerbock-strafantrag-beleidigung/3526546a-a0f0-44ee-84a7-530af734212b) (Strafantrag von Baerbock selbst unterschrieben). Oder die 1.250 Euro Strafe für den Dresdner, der Anton Hofreiter eine [»hässliche Frau«](https://www.nius.de/politik/news/dresdner-soll-1250-euro-strafe-zahlen-weil-er-anton-hofreiter-eine-haessliche-frau-genannt-hat/87cad6ac-7432-4d66-a6c8-c3914af39d6d) nannte. Oder die 1.500 Euro für [»dummes Gelaber einer total verzogenen Tussi«](https://www.nius.de/politik/news/1500-euro-strafe-fuer-diese-kritik-an-luisa-neubauer-dummes-gelaber-einer-total-verzogenen-tussi/a8cc735e-838e-4f48-b8d4-40e4b124b60d) (angesprochen: Luisa Neubauer). Die Liste ist [lang](https://www.nius.de/politik/news/anzeige-von-habeck-persoenlich-1000-euro-strafbefehl-wegen-arschgesicht/c1431e33-1884-4def-9558-64450e24d289) – länger, als dem Blutdruck guttäte. Der jüngste und aktuell noch immer diskutierte Fall ist das [»Schwachkopf-Gate«](https://dushan.org/strafe-ohne-verfahren/). Die brave deutsche Polizei hatte den Minister darauf hingewiesen, dass irgendwer einen Witz über ihn auf X weitergegeben hatte, in welchem der Minister als »Schwachkopf« bezeichnet wurde. Das war wohl zu viel für den Stolz des Grünen. Er unterschrieb den Strafantrag. (Übrigens: Wie ich [gestern notierte](https://dushan.org/denunziation-von-oben/), werden auf der Website eines Unternehmens, das mit Künstlicher Intelligenz das Internet nach »Beleidigungen« von Politikern durchsucht, Politiker wie Habeck positiv zitiert. Der Sprecher des Wirtschaftsministers *[behauptete wahrheitswidrig](https://x.com/Steinhoefel/status/1859505055956689066)*, der Minister »werbe« nicht. Steinhöfel [mahnte diesbezüglich ab](https://x.com/Steinhoefel/status/1859534685908394105).) ## Kann es ernstgemeint sein? Ich sehe* drei* mögliche Erklärungen für diese Entwicklungen – und keine ist schmeichelhaft. Eine naheliegende Erklärung wäre, dass es ernstgemeint ist. Die Staatsanwaltschaften zitieren regelmäßig den in dieser Art sonst für Diktaturen typischen [Majestätsbeleidigungs-Paragraphen § 188 StGB](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__188.html). Es geht um Beleidigungen »gegen eine im politischen Leben des Volkes stehende Person«, die »geeignet« sind, deren »öffentliches Wirken erheblich zu erschweren«. Für solche Beleidigungen politischer Majestäten sind nicht nur* Geldstrafen* denkbar, sondern sogar* Haftstrafen*! Immer wieder ersparen sich aber die Behörden den lästigen Rechtsweg und bestrafen den ungezogenen Bürger via demütigende Hausdurchsuchung. Doch es* kann* doch nicht (wirklich) ernstgemeint sein. Denken wir an die Beleidigungen, denen ein Helmut Kohl ausgesetzt war. Und der war doch ziemlich effektiv, oder nicht? Aber das Handeln heutiger Politiker soll »erheblich erschwert« sein, wenn ein Kleinstaccount etwas Unhöfliches sagt, was überhaupt erst aktiv gesucht werden musste? ## Stinkt eben doch Die zweite mögliche Erklärung wäre, dass es schlicht ums Geld geht. Die neue Vorsitzende der Grünen Jugend [gab letztens öffentlich zu Protokoll](https://x.com/LutzOlaf/status/1858045259210506242?ref_src=twsrc%5Etfw), dass sie eine vermeintliche Beleidigung aus womöglich monetären Gründen anzeigte: »Ich dachte, vielleicht krieg ich etwas Geld daraus«. (Und sie beschwerte sich über mangelnden Erfolg, indem sie die Polizei beleidigte und fragte: »Was machen Bullen eigentlich beruflich?«) Firmen wie SO DONE (Gründer sind FDP-nah), die das Internet nach potenziellen Beleidigungen durchsuchen (unter anderem wohl im Auftrag von Habeck und Strack-Zimmermann), sind eben* Firmen*, das heißt, dass sie* Profit* anstreben*.* Sich als Politiker beleidigt zu fühlen ist in Deutschland ein profitables Geschäft. Auszuteilen, aber nicht einstecken zu können, ist für deutsche Politiker kein Makel, sondern ein Nebenverdienst. »Pecunia non olet«, sagten die Lateiner – Geld stinkt angeblich nicht. Der Ursprung dieser Redensart ist der Verkauf des Urins aus öffentlichen Latrinen an die damalige Industrie. Der Unterschied zwischen der Pisse der Römer und den Abmahnungen und Strafbefehlen der »Guten« ist, dass die Verarbeitung des Urins tatsächlich das Land voranbrachte, während das Vorgehen der »Guten« nur beraubte Bürger zurücklässt – beraubt und also zu Recht* angepisst*. ## Von göttlicher Natur Eine dritte Erklärung für dieses deutschen Phänomen widerspricht nicht dem monetären Reiz, ergänzt den Raubzug am kritischen Bürger aber um eine philosophisch-psychologische Ebene. Die »Guten« der deutschen Politik haben sich im moralischen Wahn eingerichtet, dass sie* tatsächlich* »gut« sind, und zwar nicht mehr »nur« moralisch, sondern in einem* göttlichen* Sinne. In allen Religionen wird es ungern gesehen, schlecht über die jeweilige Göttlichkeit zu reden. »Gott« ist immer in irgendeiner Form ein metaphorisches Reden über die Gesetzlichkeiten der Realität und des Universums selbst. Weil wir uns im Denken und Reden mit diesen Gesetzlichkeiten in Harmonie bringen (sollen), bewirkt schlechtes Reden über das Göttliche eine Loslösung von diesen. Das in seiner Widersprüchlichkeit eben doch Logische an dieser Angelegenheit: Die Politiker, die »Gottlosigkeit« am aggressivsten umsetzen wollen (Leugnung von Geschlechtern, von Thermodynamik et cetera), sind die gleichen Politiker, die für sich einen Respekt einfordern, der sonst eben nur Göttern zusteht. Politiker wie Habeck & Co. halten sich selbst für »göttlich« und jede böse Formulierung über sie für eine zu bestrafende Gotteslästerung. ## Als sie tatsächlich sind Vielleicht macht mich das zum Kandidaten für eine Hausdurchsuchung, doch ich bezweifele, dass Robert der Gottessohn und Annalena dessen Mutter ist. Es soll vielmehr ein Zeichen des* Antichristen *sein, dass dieser für sich eine Verehrung verlangt, die doch nur Gott und Gottessohn zustehen! Doch ich sage auch nicht, dass Habeck »der Antichrist« ist, ob er nun »Lichtgestalt« – also quasi »Luzifer« – ist [oder nicht](https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/bundestagswahl/id_90526428/die-gruenen-jetzt-kommt-robert-habeck.html). Vom Antichristen wird nämlich nicht bloß gesagt, dass er sich selbst an Gottes Stelle einsetzt, sondern dass er auch »Zeichen und Wunder tun« wird (siehe Matthäus 24:24). Außer wenn man aber das mutwillige Kaputtmachen einer Wirtschaftsnation als »Wunder« betrachtet, können wir nicht wirklich sagen, dass Habeck »Zeichen und Wunder« tut. Ach, was für traurige Endzeiten dies doch sind! Nicht einmal einen richtigen Luzifer haben wir, nur beleidigte Bürokraten, die sich für schlauer halten, als sie tatsächlich sind – und für viel, viel moralischer. - [Wie nennt man es, wenn Behörden den Bürger verpfeifen?](https://dushan.org/essays/denunziation-von-oben/) Polizei meldet Bürger bei Politikern. Diese stellen Strafantrag – und Polizei kann zur Hausdurchsuchung anrollen. Naive Frage: Wie können Politiker sich von Kleinst-Accounts beleidigt fühlen, wenn sie bis dahin nichts davon wussten?! Wenn ein Bürger einen anderen Bürger *aus niederen Beweggründen* bei der Staatsmacht anschwärzt, dann nennen wir das eine *Denunziation*. Ein Bürger, der solches *Denunzieren* praktiziert, ist ein *Denunziant* – und bekanntlich »der größte Schuft im ganzen Land«. ## Raub und Misstrauen Staatsformen, von denen man später im Geschichtsunterricht lernt, dass sie als böse zu bewerten sind, zeichnen sich seit jeher (auch!) dadurch aus, dass sie dem Bürger (aus gutem Grund!) *misstrauen*. Politik, die sich den Staat zur Beute macht, fürchtet stets um ihre Macht, so wie ein Dieb immerzu fürchtet, dass sein Raubgut wieder an die rechtmäßigen Eigentümer zurückgeht. Die böse Politik fürchtet den Bürger, der auf seinen *Rechten* besteht – wozu der echte *Rechtsstaat* gehört, und also bekämpft sie ihn. In diesem *Kampf gegen Rechts* setzt böse Politik auf Spitzel und Denunzianten, und [richtet im ganzen Land *Meldestellen* ein](https://www.cicero.de/innenpolitik/meldestellen-und-trusted-flagger-staatlich-gefordertes-denunzieren-die-demokratie-stirbt-zentimeterweise-), bei denen der böswillige Bürger seinen Mitbürger *melden* kann, sprich: *denunzieren*. ## Dort billig, hier reguliert Man hört zuletzt wenig von technischen Innovationen in Deutschland. Deutschland schaltet seinen Strom ab und vergrault alles Technologische. Zukunft wird in den USA erfunden, in China billig gemacht … und in der EU-Besatzungszone totreguliert. Dieser Tage gelang es aber Deutschland tatsächlich, mich mit einer Innovation zu überraschen. *Das* hatte ich wirklich nicht erwartet! Diese Innovation war keine technische. Diese Innovation war eher – wie soll man es nennen? – *rechtsstaatlich*. (Wie nennt man Vorgänge innerhalb eines vorgeblichen Rechtsstaats, die theoretisch mit diesem zu tun haben, ihn aber ad absurdum führen?) ## Nicht (nur) Beweismittel Der denkende Teil Deutschlands diskutiert noch immer das »Schwachkopf-Gate« jenes Politikers, der nicht »Schwachkopf« genannt werden will. ([Ihr treuer Essayist schrieb darüber.](https://dushan.org/strafe-ohne-verfahren/)) Im »Rechtsstaat« Deutschland ist es längst »neues Normal«, dass Hausdurchsuchungen als »Strafe ohne Anklage und Verfahren« eingesetzt werden. Totalitär auftretende Politiker drohen offen mit der demütigenden Hausdurchsuchung als Strafe – mit Sicherung von Beweismitteln hat es *nicht glaubwürdig* etwas zu tun. In Deutschland geht das neue geflügelte Wort um, das größte Problem mit der Meinungsfreiheit sei es, [nach der Hausdurchsuchung wieder aufzuräumen](https://dushan.org/haare-schoen/). In Doktorarbeiten oder Büchern [falsch zu zitieren](https://www.bild.de/politik/inland/politik/plagiat-skandal-baerbock-buch-noch-immer-ohne-zitat-hinweise-77426342.bild.html), das stört und überrascht bei Politikern, so sie von den »Guten« sind, schon längst niemanden mehr. Als Bürger aber einen Politiker falsch zu zitieren, das ist dem deutschen Rechtsstaat offenbar schon genug, [eine demütigende Hausdurchsuchung zu initiieren](https://www.welt.de/politik/deutschland/plus254565428/Gruene-Minister-Anzeige-von-Habeck-und-Baerbock-wegen-falscher-Zitate-fuehrte-zu-Hausdurchsuchung-bei-Frau.html). (Ja, sogar Zusammenstellungen *korrekter* Zitate sind verwerflich – die könnte man glatt [für »Feindeslisten« halten](https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldung/detail/ag-koeln-539-ds-156-24-sammlung-corona-zitate-feindesliste-strafbarkeit), und [sowas wird natürlich verfolgt](https://www.bmj.de/DE/themen/praevention_opferhilfe/extremismus_terrorismus/feindeslisten/feindeslisten_node.html).) ## Auf der Suche (nach Beleidigendem) Bislang dachten allerdings die meisten von uns – auch ich –, dass die Hausdurchsuchung eine Reaktion auf eine Anzeige durch den Beleidigten sei. Aus demokratischer Sicht meiner Meinung nach indiskutable Akteure durchforsten – inzwischen sogar mithilfe künstlicher Intelligenz – das Internet nach angeblichen »Beleidigungen«, etwa beim Projekt »SO DONE«. Wenig überraschend, [dass FDP-Politiker dabei sind](https://www.nius.de/politik/news/fdp-politikerin-verdient-am-kampf-gegen-die-meinungsfreiheit-das-gefaehrliche-geschaeftsmodell-hinter-der-jagd-auf-unschuldige-buerger/8db2503c-2eb1-4022-b201-8d626ed6a7ad). Als ich sagte, die FDP sei [überflüssig wie eine dritte Brustwarze](https://dushan.org/gurkenrepublik/), war ich wohl noch zu positiv – eine dritte Brustwarze wäre meines Wissens zwar irritierend, aber doch harmlos. In diesem »besten Deutschland aller Zeiten« verwundert es auch wenig, dass dieses mindestens moralisch abstoßende Projekt beim »Gründungspreis NRW« stolze 10.000 Euro gewann. Und es verwundert ebenfalls wenig, die immer gleichen Namen wie *Habeck*, *Wüst* oder natürlich* Strack-Zimmermann* auf der Website des Unternehmens mit Portraitfoto und Zitat zu finden ([sodone.de](https://www.sodone.de/), Stand 20.11.2024). Und doch war dies nicht die *Innovation*, die mir dieser Tage auffiel. Das Durchforsten des Internets nach potenziell rechtswidrigen Inhalten ist einfach nur die Umsetzung des »hässlichen Deutschen« mit modernen Mitteln. Lieber Politiker, wenn ein Kleinst-Account mit 15 Followern etwas Böses über dich sagt, was du ohne aufwändige Such-Roboter niemals mitbekommen hättest, glaube ich dir nicht, dass du emotional schwer verletzt bist. Vielleicht geht es dir doch eher nur ums Abzocken von Bürgern – sich beleidigt zu fühlen ist ein profitables Geschäft in Deutschland (wenn man zu den »Guten« gehört, klar). Die »Bösen« dürfen sich, mit richterlichem Segen, täglich übelst beleidigen lassen, als »Faschist«, »Ratte«, »Nazischlampe« und so weiter Was aber auch immer konkret die *wahre* Motivation dieser Leute ist: Beim Schwachkopf-Gate des Herrn Habeck war sie nicht beteiligt. Was hier passiert(e), ist womöglich noch viel schlimmer. ## Deutsche Innovation Die schockierende »Innovation« war, dass die Information über den beleidigenden Witz *von der Polizei* an den Minister herangetragen wurde! Seit Habeck das selbst im Nebensatz erwähnte, treten weitere Politiker an die Öffentlichkeit, die ebenfalls von der Polizei benachrichtigt wurden. Und sie veröffentlichen teilweise, wie sie der Polizei ablehnend antworten. Kristina Schröder erklärt es der Polizei, [höflich und bestimmt](https://x.com/schroeder_k/status/1858782625025999118). Auch Wolfgang Kubicki, ebenfalls höflich und getränkt in einen im Zweifelsfall natürlich zu bestreitenden und [doch köstlich triefenden Sarkasmus](https://x.com/KubickiWo/status/1858895832340107481). Das ist wirklich *innovativ*. Ich schreibe seit vielen Monden diese Texte und nur selten schockt mich etwas – doch das verschlägt mir den Atem! In Deutschland ist es offenbar tägliche Praxis – bundesweit! –, dass die Polizei an Politiker meldet, wenn sie eine böse Äußerung über diese im Internet gefunden hat. Den Politikern wird dann offenbar ein Strafantragsformular zugeschickt. Diesen Strafantrag muss der Politiker (oder realistischer: eine ihrer steuerfinanzierten Hilfskräfte) dann bloß noch zu Ende ausfüllen, unterschreiben und abschicken – und schon beginnt die Maschinerie zu laufen. ## Es stellen sich Fragen Ist es nicht nur eine kleine Firma von geschäftsbewussten FDP-Politikern, die das Internet nach Beleidigungen durchsucht? Ist auch die deutsche Polizei damit beschäftigt, die Millionen täglichen Äußerungen der Bürger daraufhin zu durchsuchen, ob jemand etwas Verbotenes sagte? Vor allem aber: Wer hat das alles angeordnet? Es »riecht« mir alles sehr nach Faeser und Haldenwang. Prinzipiell ist »nur« die Bundespolizei, nicht aber die Landespolizei der berüchtigten Bundesinnenministerin unterstellt. Die Landespolizei ist »nur« dem Landesinnenministerium unterstellt – so weit die föderalistische Theorie. Das Bundesinnenministerium kann »koordinierend« eingreifen. Über das Bundeskriminalamt kann man eine bundesweite Zusammenarbeit der Polizei »anregen«. Und tatsächlich berichten Politiker von länderübergreifenden Anfragen. Wie so oft in politischen Schwellenländern wissen wir aktuell nicht, wer dafür sorgte, dass Politikern vorgeschlagen wird, gegen wen sie Strafantrag stellen können. ## Was ist das?! Ja, wir haben nicht einmal einen *Namen* für das, was da passiert. Wenn ein Bürger seine Mitbürger bei den Behörden verpfeift und wir ihm keine edle Absicht zugestehen, dann sortieren wir das unter »Denunziation« ein. Wie nennen wir es aber, wenn die Polizei den einfachen Bürger bei Politikern verpfeift, damit diese Strafantrag stellen, woraufhin die Polizei – nach Abnicken von Staatsanwalt und Richter – zur demütigenden Straf-Hausdurchsuchung anrollen kann? Was die deutsche Polizei zu treiben scheint, das ist nicht »Denunziation«. Wenn es sich tatsächlich so verhält, wie es heute aussieht, ist es noch weit schlimmer. - [Wie blöd gestern, wie klug doch heute – und morgen erst!](https://dushan.org/essays/klug-wie-morgen/) Ach, wie blöd sind all die anderen doch! Diese Leute, diese Meute. Wie dumm die sich doch anstellen. Wenn sie nur alle so klug wären, wie du und ich es heute schon sind. (Und wie klug wir morgen erst sein werden!) Ihr Lieben, liebe und geschätzte Leser, Ihr natürlich seid klug. Die *anderen* jedoch – ihr wisst schon, wovon und von wem hier geschriebene Rede ist –, diese *anderen*, wie blöd sind denn bitte *die?!* Hach, verzeiht meine Derbheit. Ich will aus meinem Herzen keine Statistik machen. Ich sollte meine Wut zügeln, gewiss, doch von Zeit zu Zeit muss man dem Gaul die Zügel lassen – sonst bricht das Zaumzeug ihm noch den Kiefer! ## Prüfe (sich) selbst Es gilt aber auch weiter: Prüfe alles (und alle), glaube wenig, denke selbst! Ich prüfe mich also selbst, prüfe meine schimpfenden Salven, klinge bald selbst wie einer von jenem [parteigewordenen Abmahnverein](https://dushan.org/affe-mit-maschinengewehr/), und ich stelle fest: Zu jenen *anderen*, die gerade nicht hier und also schmerzhaft dumm sind, zählt auch jener Mensch, der ich gestern war. Zur Wahrheit gehört: Aus heutiger Perspektive war ich gestern sehr dumm. (Wir tun an dieser Stelle einfach mal so, als würde uns nicht erneut bewusst, dass an den Universitäten stets nur die Klugheit von gestern und vorgestern gelehrt wird. Ach, wenn das Gelehrte nur auch mal mit der Realität korrespondierte, ist man ja schon halbwegs froh.) Früher war ich dumm, aber heute, liebe Weggefährten, heute bin ich [klug und weise](https://www.youtube.com/watch?v=blcvs8sUgzc). Ich bin überhaupt an jedem Tag der Klügste, der ich je war. Der Mensch aber, der ich gestern war … was für ein Trottel war das doch, was für ein Troll! ## Durch schüchterne Risse An diesem Punkt öffnen sich dann doch zarte Risse in meinem Selbstbewusstsein und hindurch bricht das seltene Licht der Bescheidenheit. Ein Problem fällt auf, und es hat damit zu tun, was Richter die »allgemeine Lebenserfahrung« nennen (womit sie unfreiwillige Einblicke in Leben und Denken deutscher Richter geben). Es ist nach bewährter Erfahrung davon auszugehen, dass ich morgen in *weniger* und nicht in *mehr* Angelegenheiten falschliege. Also werde ich morgen – und umso mehr in einem Jahr und einem Jahrzehnt! – mit Berechtigung sagen können: Wie falsch ich doch lag! Was für ein Esel doch das Viech gewesen ist, das ich damals – also heute, schreibend – war! Hieraus aber, mit der mathematischen Schärfe eines Descartes schließend – mindestens! –, gelange ich zum zu Recht zurechtstutzenden Schluss: Ich bin (’s ist möglich und wahrscheinlich) schon heute schrecklich unwissend. Eine ernüchternde Erkenntnis. Doch: Jeder andere Schluss wäre der Täuschungen dämonischste, nämlich die *Selbsttäuschung*. ## Wie nie zuvor »Wenn jemand meint, er habe etwas erkannt, der hat noch nicht erkannt, wie man erkennen soll«, so schreibt Paulus an die Korinther. Was ich auch meine, heute *erkannt* und *verstanden* zu haben: morgen kann ich es besser verstehen – und alles daranzusetzen an dieses *bessere Erkennen*, das soll dein Auftrag sein. Heute sind wir *relativ dumm* – wenn auch längst nicht so absolut [wie *die anderen* dumm sind](https://dushan.org/es-gibt-kein-recht-auf-dummheit/). Morgen aber, Freunde – *klug wie nie zuvor* werden wir morgen sein! - [Die Neigung zur Wahl](https://dushan.org/essays/neigung-zur-wahl/) Es ist uns angeboren, wählen zu wollen und über größere Strukturen mitzuentscheiden. Deshalb sind Abstimmungen im TV so attraktiv! Aber: Was uns angeboren ist, das ist überlebenswichtig. Wahlen, die nichts bewirken, sind schlicht lebensgefährlich. Wir Menschen sind erstaunlich fasziniert von Wahlen. Warum eigentlich? Wo gewählt wird, da müssen wir hinschauen! Da geht es uns mit Wahlen genauso [wie mit Autounfällen](https://dushan.org/gaffer-beim-logikunfall/). Wir müssen einfach hinschauen – und Zyniker würden sagen: vermutlich aus ähnlichen Gründen! ## Nicht (nur) der Wirkung wegen Man könnte mir hier widersprechen und man könnte sagen: »Ja, Wahlen haben Konsequenzen, die unser aller Leben bestimmen. Deshalb beschäftigen sie uns so sehr!« Das klingt plausibel, kein Zweifel. Doch bedenkt, an wie vielen Wahlen wir teilnehmen, aktiv oder passiv, weil es einfach Spaß macht. Da wäre etwa die *Eurovision* mit dem inoffiziellen Motto »Germany Zero Points«. Ich kann mich noch sehr lebhaft an die Zeit erinnern, als ganz Deutschland über »Big Brother« diskutierte – und online abstimmte, wer im Haus bleiben sollte. Ich schaue nicht mehr viel TV, doch wenn ich mich richtig erinnere, gab es noch Sendungen wie »Deutschland sucht den Superstar«, »Germany’s Next Topmodel« oder »Schlag den Raab«, bei denen der Zuschauer via Telefon über ein Ergebnis abstimmen konnte. Anders als bei politischen Wahlen steht bei diesen Shows auch offiziell fest, dass das Ergebnis keinen realen Unterschied im Leben des Zuschauers bewirkt. Und doch wählen die Menschen, zu Millionen! Und doch diskutieren sie die Ergebnisse, empört und engagiert! Ja, die Rufnummern sind oft kostenpflichtig! Zu wählen kostet Geld, und die Menschen wählen dennoch. Wählen zu wollen und von Wahlen fasziniert zu sein, ist dem Menschen *angeboren.* Doch was bedeutet das? ## Du bist Wahlen Die Faszination für Wahlen und ihre möglichen Ergebnisse erleben wir quer durch alle sozialen und kulturellen Schichten. Die Eliten mögen mit einem Schmunzeln auf unsere Hoffnung herabblicken, dass politische Wahlen etwas verändern können. »Haha«, sagen die Eliten kalt, »wenn Wahlen etwas ändern würden, dann wäre das unverzeihlich, und dann würden wir Brandmauern einziehen, damit die doofen Wahlen eben doch nichts verändern!« Und dann, nachdem sie genug über die Dummheit der Masse geschmunzelt haben, wechseln die Eliten das Thema und diskutieren die ihnen *wirklich* wichtigen Wahlen. Wer der nächste Vorsitzende im Segelclub wird. Im Golfclub. In der Loge. Ob Skatclub oder Bundestagswahl, ob Golfclub oder Fanclub: Wählen zu wollen und bei der Wahl mitzufiebern, das ist dem Menschen von der Evolution selbst mitgegeben – aber warum? ## Immer der eine Grund Was auch immer uns die Evolution an Eigenschaften mitgegeben hat, es hat immer den einen Grund: DNA-Vermehrung. Ob Liebe oder Hass, ob Neid oder Ästhetik, ob Freude an der Natur oder Lust am Kampf, alles hat immer den einen Grund: evolutio vult – die Evolution will es. Doch natürlich ist es eine begrifflich fragwürdige Vermenschlichung, zu sagen, dass die Evolution etwas »will«! Die Evolution »will« etwas in dem Sinne, dass die Addition von eins und eins irgendwie »zwei ergeben will«. Das »Wollen« der Evolution ähnelt weniger dem Wollen des Menschen als mehr dem Rollen des Steines, der einen Berg hinabkullert. »Will» der Stein hierhin oder dahin springen? Nein, es sind die Gesetze der Physik, die ihn in die eine oder andere Richtung springen lassen. (Es sei der essayistischen Vollständigkeit halber notiert, dass man bezüglich der Willensfreiheit des Menschen umgekehrt postulieren könnte, dass der Mensch ebenso wenig »frei« ist und also auch keinen »freien Willen« hat, dass der Pfad des kullernden Steines wie auch des ach so freien Menschen zu jedem Zeitpunkt *determiniert* und *vorhersagbar* waren, wenn man nur genau genug hinschaute. Wir nennen »Zufall«, wessen Kausalität wir nicht verstehen – ebenso mit Willensfreiheit.) Genug aber dieser frustrierenden Philosophie – zurück zum Überlebenswichtigen: Wenn »die Evolution etwas will«, dann will sie es immer aus dem einen Grund, nämlich dem, dass es die betreffenden Strukturen *überleben* lässt. (Oder genauer: Weil diese Eigenschaft dem Überleben diente, damals in der Steppe, als der Homo sapiens zu diesem wurde.) ## Wenn wir gewinnen Dem Menschen ist es offenbar angeboren, größere Strukturen mithilfe seiner Wahlstimme mitzuformen. Seine Stimme bei einer Wahl abgegeben zu haben und dann die Wahlergebnisse zu verfolgen, wühlt Serotonin und Dopamin auf – die Hormone für Glück und Aufregung. Dass die Evolution ein Verhalten mit diesen Hormonen fördert, bedeutet regelmäßig, dass sie den entsprechenden Mechanismus als buchstäblich *überlebenswichtig* bewertet. Wenn »unser« Favorit gewinnt, werden die Belohnungsmechanismen in unserem Gehirn aktiviert. Wenn der Gegner gewinnt, werden einige von uns wütend und aggressiv, andere werden zunächst lethargisch – und dann prüfen sie womöglich sich selbst und fügen sich doch. Wahlen dienen der Identifikation mit der größeren Struktur und geben eine Rechtfertigung, sich für diese größere Struktur aufzuopfern – was evolutionär notwendig sein kann und deshalb ebenfalls eine Glücksquelle darstellt. ## Freude und Zweck Das Überleben des Westens ist aus mehr als einem Grund gefährdet, doch viele dieser Gründe sind überraschend ähnlich strukturiert! Wir wollen die »Freude« eines evolutionären Mechanismus nutzen – etwa Sex, Zucker, Wahlen –, doch wir ignorieren den Grund, *warum* die Evolution uns das so einprogrammierte. Wir wollen Sex ohne Vermehrung. Zucker ohne Sport (und Vitamine) und Wahlen ohne echte Veränderung, ohne echten Rückgriff auf die Weisheit der Masse. Die Verhütung neutralisiert Nachwuchs als Sinn der Freude am Sex – und wenn sie schiefgeht, kann man ja immer noch »abtreiben«. Nahrungsindustrie, Sitzkultur und Konsumgesellschaft neutralisieren den Zweck von Zucker, nämlich die für *Bewegung* notwendige Energie und nebenbei immer auch Vitamine zu liefern. Propaganda, Eingriffe in die Meinungsbildung und »Brandmauern« neutralisieren den Zweck von Wahlen und Mitbestimmung, nämlich durch *Rückgriff auf kollektive Erkenntnis* das *Überleben der Gruppe* sicherzustellen. ## Um zu verstehen Wir sind fasziniert von Wahlen, ob zum Bundestag oder zum nächsten Popstar aus der TV-Retorte. Ich muss gestehen, dass ich in mir eine Faszination für *unseren Niedergang* feststelle. »Erkenne dich selbst«, gaben uns die alten Griechen zum Auftrag. Erkenne dich als Individuum. Und erkenne die Gemeinschaft, die *Menschheit*, deren Teil du bist – und die also auch *ein Teil von dir* ist. Ich beobachte und beschreibe unseren Niedergang, auch weil es lebensnotwendig ist, die so folgenschweren Fehler zu verstehen. Ich starre hin, doch es ist weit mehr als die Faszination am Schrecklichen. Mein Herz blutet weit mehr und weit schmerzhafter – so viel Offenheit sei erlaubt –, als es das bei einem (auch) von mir begafften Autounfall täte. Vermutlich, weil ich beim Autounfall die Opfer nicht kenne. ## Selbstgewählt klug? Wir schauen hin, wir schreiben mit. Aber warum? Wir notieren, was *an* und *um uns herum* geschieht, damit andere Gesellschaften und Kulturen aus unseren Fehlern lernen und sich *klüger* anstellen – klüger und doch zivilisiert. Vielleicht starren wir in der Hoffnung, dass doch noch ein Wunder geschieht und wir doch noch klug werden – selbstgewählt klug! Manche Wunder, wie dieser Tage in den USA – wenn sie denn erst mal eintreten –, wirken im Nachhinein häufig verblüffend selbstverständlich. Ja, manches Wunder wirkt später geradezu *determiniert* und *vorhersagbar* – wenn man nur genau genug hinschaute. - [Freut euch aufs nächste Deutschland!](https://dushan.org/essays/letzte-oelung/) Die Bundesrepublik ist 34 Jahre älter, als die DDR alt wurde, 63 Jahre älter als die NS-Zeit und stolze 61 Jahre älter als die Weimarer Republik. Erklärt das, warum das »beste Deutschland aller Zeiten« auch schon wie im »Endstadium« wirkt? Wenn man wissen will, so [schreibt Immanuel Kant](https://korpora.org/kant/aa01/195.html), ob ein Ding alt, ob es sehr alt oder noch jung zu nennen sei, so muss man es nicht nach der Anzahl der Jahre schätzen, die es gedauert hat, sondern nach dem Verhältnis, das diese zu derjenigen Zeit haben, die es dauern soll. Ein 15-jähriger Mensch ist demnach *jung*, da er, zumindest statistisch, die meiste Zeit seines Lebens *noch vor sich* hat. Ein 15-jähriger Hund dagegen ist wohl *alt* zu nennen. In diesem Sinne ist die Bundesrepublik Deutschland »alt« zu nennen. An *Jahren* ist die Bundesrepublik gerade mal 75 Jahre alt. Das sind 24 Jahre mehr, als der Deutsche Bund alt wurde, 47 Jahre mehr als das Deutsche Kaiserreich. 61 Jahre mehr als die Weimarer Republik. 63 Jahre mehr als die NS-Zeit und immerhin 34 Jahre mehr als die DDR. Die Bundesrepublik ist im Vergleich der Deutschlande ein wahrlich alter Hund, und man spürt es in den politischen Knochen. Einzig das Heilige Römische Reich Deutscher Nation wurde älter als wir heute sind, 769 Jahre älter, doch ich kann an uns wenig Heiliges erkennen. Seufz … wir sind alt. *Alt* als Demokratie und Rechtsstaat. *Alt* als wirtschaftlicher Standort. *Alt* und nicht mehr so attraktiv wie früher, etwa als Ort, an welchen Menschen übersiedeln (also die Menschen, die netto etwas zum Bruttosozialprodukt beitragen). ## Obwohl wenig sexy Die Wissenschaft ums Altern ist nicht »sexy«. Die Gerontologie und ihre Teilgebiete beobachten, wie der Mensch zerfällt, nachdem die Zeit seiner biologischen Nützlichkeit abgelaufen ist. *Seneszenz* beschreibt die Alterung von Zellen und Geweben. Das Studium der *Neurodegeneration* beschreibt den Abbau von Nervenzellen, etwa bei alterstypischen Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson. *Komorbidität* beschreibt das kombinierte Auftreten von Krankheiten im Alter. Nein, »sexy« ist nichts davon. »Sexy« würde auch im Wortsinne bedeuten, dass es zur Reproduktion einlädt, und das ist im Alter naturgemäß weniger der Fall. Ja, das aufregendste Gebiet der Altersforschung ist noch die *Longevity*, also die Wissenschaft von der Langlebigkeit. Das Interessanteste an der Erforschung des Alters ist die Frage, wie man das Sterben hinauszögert und zugleich die Symptome des Altseins mindert. Die Lebensweisheit dazu lautet: »Alle wollen alt *werden*, nur alt *sein* will keiner.« ## Selbst die Königin von England Am Altern lässt sich nicht wirklich viel aufhalten, nicht allzu lange. Selbst die Reichsten und Wichtigsten, ob Rockefeller oder die Königin von England, sterben irgendwann. Doch das Verstehen des Alterns und Sterbens ist seit jeher ein Quell des Verständnisses *unserer selbst*. Wir beobachten das Altwerden im Geiste des »Erkenne dich selbst«. Und das wird zunehmend zur Prämisse, mit welcher ich über die neueste Runde im Samsara der deutschen Staatsformen schreibe. Deutschland stirbt – wieder –, und wir schreiben über das deutsche Sterben, um *uns – Staaten* und *Menschen –* mit dem Attribut »deutsch« zu verstehen. Und zudem: Die Welt wird wahrlich nicht am deutschen Wesen genesen – all das Gelächter und die Verwunderung über die heutigen Deutschen machte es ohnehin schwer. Doch das Anschauungsstück Deutschland kann helfen, zu verstehen, wie Staaten und Gesellschaften an sich selbst scheitern. ## Deutschlands Symptome Einige typische geistige Symptome des Alterns sind: Gedächtnisrückgang, langsamere Verarbeitungsgeschwindigkeit, sozialer Rückzug, Verlust von Partnern oder Freunden, Verschlechterung der Lernfähigkeit, Sinnsuche, Orientierungsschwierigkeiten, Depression und Angststörungen. Man fragt sich: Als Staat und Gesellschaft, welche dieser Symptome hat Deutschland denn *nicht*? Der *Gedächtnisverlust* etwa ist ganz erheblich, verbunden mit einer *ins Wahnhafte reichenden Fehlwahrnehmung* der eigenen Eigenschaften. [Hausdurchsuchungen wegen Kritik an Politikern](https://dushan.org/strafe-ohne-verfahren/), also demütigende Strafe allein durch Denunziation und Anklage, Ausschluss der Opposition von politischen Prozessen, Milliarden Euro an Propaganda und Manipulation, Gehirnwäsche schon in Schulen, Schauprozesse gegen Regierungskritiker und so weiter – Deutschland befindet sich längst an der Schwelle zum Totalitarismus unter Aufhebung des Rechtsstaats, doch in der eigenen Wahrnehmung ist man immer noch die lupenreine Demokratie, das Gute in Gesetz und Ordnung gegossen. Vernichtung von Industrien und damit Tausenden Arbeitsplätzen, Hoffnungs- und Ideenlosigkeit, Lebensängste auf Anordnung, Hilflosigkeit und gefühlte Abhängigkeit von denen, die einen ausnutzen und missbrauchen. (Ach ja, bisweilen wird das deutsche Altern auch sehr konkret: Deutschlands Geburtsrate liegt aktuell bei [1,35 Kindern pro Frau](https://www.destatis.de/EN/Themes/Society-Environment/Population/Births/_node.html), mit einem durchschnittlichen (!) Alter beim ersten Kind von 30,3 Jahren. Damit ein Volk nicht ausstirbt, braucht es mindestens 2,1 Kinder pro Frau. Im Jahr 2023 sind [1,9 Millionen Menschen nach Deutschland gezogen](https://de.statista.com/statistik/daten/studie/28347/umfrage/zuwanderung-nach-deutschland/), während [692.989 Babys in Deutschland geboren](https://www.destatis.de/EN/Themes/Society-Environment/Population/Births/_node.html) wurden. Ich vermute, dass Ihr, egal, welchen Alters, diese Zahlen selbst »zusammenrechnen« könnt.) ## Zur letzten Ölung Wenn man wissen will, ob ein Ding jung oder alt ist, soll man laut Immanuel Kant in Betracht ziehen, welches Alter man für dieses Ding überhaupt erwartet. Wenn bei einem Organismus die Alterserwartung unklar ist, weil diese bei Staaten eben sehr unterschiedlich ausfallen kann, muss man dessen relatives Alter eben aus den Symptomen deuten. Im Fall Deutschlands hat man immerhin die Möglichkeit, die gegenwärtigen Symptome mit den Symptomen der Endphasen früherer Totalitarismus-Versuche zu vergleichen. Es ist sehr ärgerlich, dass auch die Kirchen längst wieder zu willigen Rädchen im Propagandastaat degeneriert sind. Man könnte sonst versucht sein, einen Geistlichen zu bestellen, zur letzten Ölung am besten Deutschland aller Zeiten. ## Wie großartig muss es werden! Die Zellen und das Gewebe der deutschen Gesellschaft mögen deutliche Verfallserscheinung zeigen. Auch neuronal, also vom kollektiven Denkvermögen her, sind wir nicht mehr die Hellsten. Andere erfinden, wir regulieren. Doch bleibt unverzagt und neugierig, liebe Deutschen, ob junge Welpen oder alte Hunde! Das war das beste Deutschland aller Zeiten, so versichert uns die Politik (wenn sie nicht gerade Bürgerwohnungen wegen »Beleidigung« durchsuchen lässt) – wie großartig muss erst das *nächste Deutschland* werden? - [Welt heilt, Pronomina verschwinden](https://dushan.org/essays/welt-heilt/) Pronomina verschwinden aus Selbstbeschreibungen. Seit dem neuesten Wahlsieg Trumps sind sie nicht mehr modern. Doch sie standen symbolisch für den Trans-Kult, der echtes Leid bewirkte. Vor allem: Die Opportunisten, die das unterstützten, sind weiter da. In den USA ist derzeit eine sanfte, geradezu *stille* und doch wichtige *Welle* zu bemerken: das stille *Löschen der Pronomina*. Der aktuell meistdiskutierte Fall plötzlichen Pronomen-Verlustes findet sich bei der Polit-Kreische »Alexandria Ocasio-Cortez« (aus naheliegenden Gründen als »AOC« bekannt). Es wird darüber berichtet, von [Newsweek](https://www.newsweek.com/aoc-pronouns-x-bio-election-what-we-know-1986201) bis [FoxNews](https://www.foxnews.com/video/6364757631112), und die Reaktionen reichen von belustigt bis empört. Man könnte auch sagen, »Trump wirkt«, noch bevor er sein Amt überhaupt wieder angetreten hat, und es wäre nicht falsch, doch der Kontext ist … bemerkenswert. ## »sie/sie« (wie ISIS-Flagge) Wer geistig stabil ist und auch sonst die Verrücktheit des Tages eher peripher zu betrachten pflegt, für den sei an dieser Stelle kurz erklärt, worum es bei dieser nun abklingenden Mode überhaupt ging. Ein globaler Kult namens »Wokeness« behauptet, dass Menschen ihr Geschlecht nicht via Biologie zugeteilt bekommen, sondern dass sie das *sind*, was sie *fühlen*, dass sie sind. (Überhaupt ist es der Wokeness wesentlich, dass sie *Gefühle über Fakten* stellt – denn Gefühle sind beliebiger via Propaganda zu steuern.) Wenn sich ein Mann ein Frauenkleid anzieht und wenn er dann *fühlt*, dass er »eine Frau ist«, dann *ist* er laut diesem Kult eine Frau – wohl auf [metaphysische](https://dushan.org/was-ist-bedeutet/) Weise. Ja, ein solcher soll sich dann einen Frauennamen geben dürfen und sich neue *Pronomina* geben können. Das heißt: Wenn über eine solche Person gesprochen wird, soll man einen *Hans* nun zum Beispiel *»Hansine«* nennen, und *»sie/sie«* sagen, statt *»er/ihn«*. Manche dieser Personen wollen im Plural angesprochen werden, weil sie angeblich »non-binär« seien. Im Englischen sagt man dann »they/ them«. Andere dieser Leute dachten sich komplett neue Pronomen aus, wie »xier/siem«. Was eben Leute tun, die *besonders* sein wollen, aber für Leistung zu faul und für Nützlichkeit zu narzisstisch sind. Derart experimentierende Jugendliche stellen natürlich bald fest, dass durch die Behauptung einer anderen »geschlechtlichen Identität« die inneren Kämpfe ihrer Entwicklung keineswegs gelöst werden. Einige berappeln sich und versuchen die üblichen Wege aus der pubertären Identitätskrise, also etwa ein solides Studium beginnen, erst mal einen Job annehmen oder gleich eine Familie gründen (oder alle drei, irgendwie). Einige von denen aber merken, dass das Spiel mit Kleidung, Namen und Pronomina nicht befriedigt. Und sie merken auch richtig, dass es eben doch der *Körper* ist, der über das Geschlecht bestimmt, nicht Pronomina und »Identität« (was auch immer das sein soll). Also sucht man sich gewissenlose Ärzte, welche die chemische Kastration verschreiben und die Geschlechtsorgane massakrieren, alles mit der absurden Lüge, auf diese Weise den armen Menschen zum jeweils anderen Geschlecht »machen« zu können. ## Bußgeld oder Mitmachen »Woke« Propaganda aber versucht(e), diese kultischen und fürs Kindeswohl hochgefährlichen Wahnvorstellungen als neue, ganz selbstverständliche Wahrheit zu etablieren. (Als Beispiel siehe dazu etwa die Propaganda-Serie »Becoming Charlie« im deutschen Staatsfunk; [zdf.de, 20.5.2022](https://presseportal.zdf.de/pressemappe/becoming-charlie).) Die philosophische Prämisse hinter all dem Wahnsinn war ein von der Religion geliehenes *magisches Denken*. *Magisch* bedeutet, dass durch rituelle Worte und Erklärungen auf *magische* Weise ein *metaphysischer*, aber doch zugleich *realer* Sachverhalt bewirkt werden kann. Die irre religiöse Annahme, ein Mensch *werde* zu dem, wozu er sich derart *identifiziert*, gipfelte im ebenso irren wie orwellschen [»Selbstbestimmungsgesetz«](https://dushan.org/kaiser-damenkleid/). Dieses Gesetz geht davon aus, dass ein Mann, der sich Frauenkleider anzieht, damit eine Frau ist – und dass er sich beim Amt als solcher ummelden kann. Dieser Wahnsinn aber hat Methode: Wer einen solchen Mann weiterhin als Mann anspricht oder mit »er« und »ihn« über ihn redet, ja, sogar wer ihn bei seinem »toten« Namen anspricht, der riskiert ein heftiges Bußgeld. (Darin ähnelt Deutschland einem Gottesstaat, in welchem ebenfalls rein metaphysische »Wahrheiten« behauptet werden müssen, deren Infragestellung mit hohen Strafen belegt ist.) ## Dilemma eigener Normalität Mitläufer und Karrieristen, die für sich eigentlich halbwegs »normal« bleiben wollten, standen vor einem Dilemma: Einerseits wollten sie eben deutlich machen, dass sie bereit waren, jeden Unsinn mitzumachen, solange man sie nur mitspielen und mit an den Trögen futtern ließ. Andererseits wollten sie selbst eben doch »normal« bleiben, um nicht abschreckend zu wirken auf Geschlechts- und Geschäftspartner (etwa in Hollywood schon mal derselbe Personenkreis, ob man will oder nicht). Eine Möglichkeit zu solcher Tugend-Signalisierung (»virtue signalling«) bestand darin, seine Kinder anzuleiten, »trans« zu werden, sprich: eine ausgedachte Geschlechtsidentität zu behaupten. (In Hollywood ist es »das neue Normal«, dass Schauspieler-Kinder angeblich »trans« sind; siehe etwa [them.us, 12.4.2024](https://www.them.us/story/celebrity-parents-trans-nonbinary-kids-support).) Die *andere*, einfachere und weit weniger folgenreiche Möglichkeit, sich vorm Gesslerhut Trans-Ideologie zu beugen, bestand darin, seine eigenen üblichen Pronomen öffentlich zu machen. Indem etwa eine AOC in ihrer Twitter-Bio angab, ihre Pronomen seien »she/ her«, setzte sie das »Tugend-Zeichen«, dass sie selbst zwar (in dieser Hinsicht) »normal« sei, aber auch andere Fantasie-Pronomina als ebenso gültig akzeptiere. ## Nicht vorauseilend, nicht Spielerei Und jetzt – just nach dem dritten Wahlsieg Donald Trumps, der diesmal wohl auch wieder anerkannt wird – verschwinden die Pronomina plötzlich aus den Selbstbeschreibungen, und nicht nur bei AOC. Liegt es daran, dass Trump sehr unzweideutig ankündigte, solchen Wahnsinn aus allen Ebenen der Regierung zu entfernen? (siehe etwa [hbr.org, 14.11.2024](https://hbr.org/2024/11/what-trumps-second-term-could-mean-for-dei)) Ja, vielleicht, aber das ist es nicht allein. Allein die Tatsache, dass Trump etwas ankündigt, ist für »Woke« wahrlich noch kein Grund, sich vorauseilend zu beugen. Der wahre Grund ist vermutlich, dass die »Woken« – und die, die so tun, als seien sie es – am Wahlergebnis ablesen können, dass zumindest die Amerikaner all den Wahnsinn allmählich satthaben. Die Angabe von Pronomina ist eben nicht nur eine unschuldige Spielerei: Wer eine ISIS-Flagge hochhält, dokumentiert damit öffentlich, dass er für die Unterdrückung von Frauen und die Massakrierung von Ungläubigen ist. Wer als Mann »he/him« oder als Frau »she/her« in seiner Selbstbeschreibung angibt, der sagt damit: »Ich bin zwar normal, aber es ist für mich okay, wenn Kinder manipuliert, kastriert und fürs Leben brutalst an den Genitalien verstümmelt werden, im Namen woker Trans-Ideologie.« Als wäre eine kollektive Hysterie über Nacht weggeblasen worden (tatsächlich war es nicht wirklich »kollektiv«, sondern von gewissen »Eliten« der Gesellschaft oktroyiert), ist dieser Wahnsinn gar nicht mehr so modisch. Substanzlose Trendsurfer wie AOC nehmen also ihre Pronomina ebenso schweigend wie schnell aus ihren Online-Selbstbeschreibungen. ## Nicht mehr nur vorübergehend Man könnte also sagen: Die Welt heilt! Und tatsächlich wird die (westliche) Welt in diesen Tagen schlagartig weniger wahnsinnig, weniger suizidal. Wir dürfen uns freuen, doch zwei Wahrheiten dürfen wir dabei nicht vergessen: Die Kinder, die Opfer wurden, sind noch immer da – und die Opportunisten ebenso. Früher waren Kinder vorübergehend »Emos« oder »Punker«. Dann schnitten sie sich die Haare, wuschen sich die Schminke ab – und diese Phase war wieder vorbei. Kinder aber, die von gewissenlosen Ärzten mit giftigen Chemikalien chemisch kastriert wurden, denen die Brüste oder der Penis abgeschnitten wurde, die werden kaum jemals wieder ein »normales« Leben führen. Opportunisten mögen ihre Pronomen wieder löschen, doch die Kinder, welche diesem Wahnsinn verfielen, werden ihr Leben lang Opfer sein. Die zweite Wahrheit aber, die uns *allen* Sorgen bereiten muss, ist diese: Die Leute, welche ihre Pronomen aufschrieben und sich so zu einem gefährlichen und viel Leid bewirkenden Kult bekannten, die werden morgen den nächsten gefährlichen Wahnsinn bejubeln. ## Für jetzt Die Welt heilt und darüber dürft ihr euch freuen! Doch vergesst nicht, dass das Virus namens »gewissenloser Opportunismus« noch immer in zu vielen Menschen schlummert. Bereitet euch darauf vor, wann und wo dieses Virus eine neue Krankheit ausbrechen lässt. Die mögen ihre Pronomina aus den Selbstbeschreibungen löschen, doch die werden auf die nächste bösartige Mode aufspringen. Die sind so, die können und wollen nicht anders. (Wir sind nicht so. Ich bin ein [*Contrarian*](https://dushan.org/contrarian/), und weder kann noch will ich es anders.) Für jetzt aber – das sei uns gegönnt! – für jetzt wollen wir uns freuen, dass die Welt ein wenig heilt. - [Hausdurchsuchung als Strafe für Witz-Weiterleitung](https://dushan.org/essays/strafe-ohne-verfahren/) Rentner retweetet Witz über Habeck, Staatsanwaltschaft geht wegen »Volksverhetzung« gegen Bürger vor, inkl. Hausdurchsuchung. Es ist eine demütigende Strafe – ohne Anklage und Verfahren. Aber Deutschland will ein »Rechtsstaat« sein?! Im Juni 2024 hatte der 64-jährige Rentner Stefan Willi Niehoff auf X eine Bildmontage retweeted, auf welcher ein grinsender Herr Habeck zu sehen ist, und darunter, als Persiflage einer bekannten Haarspray-Werbung, der Slogan »Schwachkopf PROFESSIONAL« (siehe etwa [nius.de, 13.11.2024](https://www.nius.de/politik/news/hausdurchsuchung-wegen-retweet/180517b3-9bb1-4dc0-9139-ce76f49b760c)). Daraufhin eröffnet man in Bamberg ein Ermittlungsverfahren gegen ihn, und zwar wegen *Volksverhetzung*. Welches Volk verhetzt wird, wenn man den Scherz über die Eitelkeit eines für seine öffentliche Eitelkeit bekannten Ministers lustig weitergibt, können uns weder Staatsanwaltschaft noch das Amtsgericht Bamberg direkt erklären. Und natürlich beruft sich die Staatsanwaltschaft unter anderem auf den berüchtigten Paragrafen 188 StGB. Dort werden Politiker – im krassen und skandalösen Widerspruch zum Geist der Demokratie – unter besonderen Schutz gegen scharfe Kritik gestellt. Man mag sich fragen, ob das alles noch *Rechtsstaat* ist, und ich habe dazu einen Essay geschrieben, der die logisch-begrifflichen Grundlagen für solche Fragen stellt! Der Essay heißt [»Was Deutschland ist (und was »ist« bedeutet)«](https://dushan.org/was-ist-bedeutet). ## Vor der Tür Sie fragen sich aber vielleicht an dieser Stelle: Was nun? Volksverhetzung oder Majestätsbeleidigung? Es ist auch egal, denn der entscheidende Punkt ist: Das Amtsgericht Bamberg genehmigte die Hausdurchsuchung bei Herrn Niehoff. Und also stand nun um 6 Uhr morgens die Polizei vor Herrn Niehoffs Tür, um sein Haus zu durchsuchen. Herr Niehoff hat eine Tochter mit Down-Syndrom, und die musste das mit ansehen. Was genau erhoffte sich die Polizei, als Beweismittel zu sichern? Herr Niehoff bestritt nichts, und sein »Verbrechen« war es, einen Scherz über einen recht eitel wirkenden Politiker geteilt zu haben. Die mit »umstritten« noch euphemistisch beschriebene Innenministerin Nancy Faeser postet auf X aktuell, unter anderem, zu einem weiteren »Aktionstag gegen Hasspostings«: »Wenn die Polizei vor der Tür steht, wird jedem Täter klar, dass Hasskriminalität Konsequenzen hat.« ([@NancyFaeser, 12.11.2024](https://x.com/NancyFaeser/status/1856260731164885244)) Damit hat Frau Faeser de facto öffentlich zugegeben, dass Deutschland kein Rechtsstaat *ist* – oder nur nach einer metaphysischen, totalitären Bedeutung von »ist«. ## Lieber die Klappe Es *gibt* keine legale Kategorie, die »Hasskriminalität« heißt. Es ist ein erfundenes Propagandawort, bei welchem auf Anfrage eine Liste anderer möglicher Straftaten und ihrer Motivation vorgelegt wird (siehe etwa [polizei-nds.de](https://www.lka.polizei-nds.de/praevention/vorbeugung_themen_und_tipps/was-ist-hasskriminalitat-116073.html)). Warum also verwendet Faeser das unscharfe Propagandawort? Die Antwort findet sich im Ansatz in meinem Essay [»Deine Meinung ist Hass, und Hass ist keine Meinung«](https://dushan.org/hass-ist-keine-meinung/) aus dem Jahr 2018. In deutscher Propaganda wird »Hass« sowohl für tatsächliche Straftaten (wie Morddrohungen gegen Minderheiten), also auch für Kritik an aktueller Politik verwendet. Der Bürger will nicht die Straftat »Hasskriminalität« begehen, und also wird er zur Sicherheit lieber gar nicht erst die Regierung kritisieren. Das Kampfwort »Hass« wird im Propagandastaat täglich verwendet, doch nirgends wirklich scharf definiert – also hält der vorsichtige Bürger, ganz im Sinne des Propagandastaates, lieber präventiv die Klappe. ## Er ist alles mögliche Ein Staat, der dem Bürger aktiv Angst macht, eine Meinung deutlich zu äußern, ist alles Mögliche, aber doch kaum ein freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat. Vor allem aber: »Wenn die Polizei vor der Tür steht, wird jedem Täter klar …« In einem Rechtsstaat gilt man nicht als *Täter*, bis der Richter einen nach einem ordentlichen Verfahren verurteilt – und selbst dann kann man in Berufung gehen. Nicht so in Deutschland. Wenn du in Deutschland einen Witz über einen für gewisse Eitelkeit bekannten Politiker weitergibst, giltst du damit automatisch als *Täter*. Keine Anklage, kein Verfahren, keine Verteidigung und kein Urteil, nichts davon. In Deutschland kommt »schuldig« direkt von »beschuldigt«. ## Schon länger kein Geheimnis Faeser macht schon länger kein Geheimnis daraus, dass die Hausdurchsuchung in Deutschland als *Strafe ohne Gerichtsverfahren* dient. Im Juni dieses Jahres schrieb ich den Essay [»Rechtsstaat in Zukunft ohne Gerichtsverfahren«](https://dushan.org/rechtsstaat-ohne-gerichtsverfahren/), und schon im Intro zitierte ich: »Wenn die Polizei vor der Tür steht, wird jedem klar, dass der Rechtsstaat Hasskriminalität entgegentritt und rote Linien überschritten wurden.« In Deutschland wird die frühmorgendliche Hausdurchsuchung öffentlich und aggressiv als Strafe ohne Anklage, Verteidigung und Gerichtsverfahren eingesetzt. Eine Bestrafung ohne Anklage, ohne Verteidigung und ohne Verfahren ist schlicht ein Widerspruch zu Rechtsstaat. Faesers Aussagen sind kein Ausrutscher. Sie sagt es öffentlich, und sie wiederholt es auch, immer wieder und fast wortgleich. »Krimineller« und »Täter« ist im besten Deutschland aller Zeiten, wer wegen noch so absurden Behauptungen auch nur von einem der vielen politisch abhängigen Anwälte beschuldigt wird – und irgendein Richter wird die demütigende Hausdurchsuchung schon noch unterzeichnen. ## Es wurde beantwortet Deutschland ist kein Rechtsstaat, wenn *Rechtsstaat* zwingend eine genaue Definition von Straftaten voraussetzt, statt etwa Gefühl wie »Hass« zu kriminalisieren. Deutschland ist kein Rechtsstaat, wenn *Rechtsstaat* zwingend voraussetzt, dass kein Bürger bestraft wird, ohne dass Anklage, Verteidigung und faires Verfahren vorangehen. Ob Deutschland eine *Demokratie* ist, lässt sich am Umgang etablierter Machtzirkel mit der AfD beurteilen – manche sagen, diese Frage wurde 2020 [in Thüringen vorläufig endgültig beantwortet](https://dushan.org/gurkenrepublik/). ## Einen schicken Morgenmantel Wenn man Deutschland einen *Rechtsstaat* nennt, muss man dies im »metaphysischen« Sinne tun: Deutschland erfüllt nicht zwingend notwendige Kriterien, die es braucht, um ein *Rechtsstaat* zu sein. (Die Bedeutung von »metaphysisch« erkläre ich näher im Essay [»Was Deutschland ist (und was »ist« bedeutet)«](https://dushan.org/was-ist-bedeutet).) Durch Propaganda-Autorität wird festgelegt, dass Deutschland dennoch *metaphysisch* ein Rechtsstaat »ist«. Ähnlich also, wie ein Mann im Frauenkleid eine Frau »ist« – »metaphysisch« eben. Der einzelne Bürger aber sollte sich darauf vorbereiten, wie seine persönliche Existenz und Zukunft aussehen wird, in einem Deutschland, das nur noch *metaphysisch* ein Rechtsstaat »ist«. Oder, [wie Birgit Kelle fragt](https://x.com/Birgit_Kelle/status/1856665454560891195): Habt ihr alle einen schicken Morgenmantel für die Hausdurchsuchung? - [Was Deutschland ist (und was »ist« bedeutet)](https://dushan.org/essays/was-ist-bedeutet/) Politiker werden sagen, dass Deutschland natürlich ein Rechtsstaat und eine Demokratie ist. Doch ähnlich wie Bill Clinton muss man fragen, was das Wort »ist« hier bedeutet. »Ist« man Rechtsstaat, wenn man sich wie im Totalitarismus aufführt? Rechtsstaat, welch wichtiges, gewichtiges Wort! Die Frage ist: *Ist* Deutschland ein solcher *Rechtsstaat*? Die Antwort auf diese Frage könnte mit dem philosophischen Vermächtnis des Bill Clinton beantwortet werden: »Es kommt darauf an, was die Bedeutung des Wortes ›ist‹ ist.« Wenn wir die andauernden Taten und eine konkrete aktuelle Äußerung von Nancy Faeser betrachten, könnten wir schon länger (und heute aufs Neue!) versucht sein, die Rechtsstaatlichkeit Deutschlands infrage zu stellen – lasst mich erklären! Dieser Essay legt die logisch-philosophischen Prolegomena zu einem weiteren aktuellen Text, nämlich [»Hausdurchsuchung als Strafe für Witz-Weiterleitung«](https://dushan.org/strafe-ohne-verfahren/). ## A ist B Gefragt nach der Bedeutung von »ist« möchte man antworten: »das weiß doch jeder«, und: »ist doch klar«. Doch soll man die Bedeutung konkret ausformulieren, tut man sich plötzlich schwer. »A ist ein B« kann bedeuten, dass das, was wir mit »A« benennen, bestimmte Eigenschaften besitzt, die zu besitzen in üblicher Verwendung des Begriffs »B« zumindest zu erwarten oder sogar notwendig ist. Wenn ich sage, »Rex ist ein Hund«, dann bezeichne ich damit bestimmte Eigenschaften des Objektes *Rex*. Ja, das Lesen oder Hören des Satzes »Rex ist ein Hund« aktiviert in eurem Kopf bestimmte Bilder (»Prototypen«) – ihr stellt euch genau jetzt den Hund Rex vor. Die Zuverlässigkeit von Begriffen ist zwingend notwendig, um als Gesellschaft kooperieren zu können (siehe [Turmbau zu Babel](https://dushan.org/wider-die-umrechtung/)). Manchmal aber wird die Bedeutung von Wörtern absichtlich ausgetauscht oder modifiziert. Auch die Bedeutung des »ist«, der zur dritten Person Singular konjugierten Form von »sein« (mit kleinem S, aber dem Sein mit großen S durchaus verwandt). In sehr speziellen Kontexten aber kann das Wort »ist« sich von den Eigenschaften lösen und *metaphysische* Qualitäten meinen. Ich will hier drei dieser Kontexte betrachten, nämlich erstens *Spiele*, zweitens *religiöse Kulte* und drittens *totalitäre Gesellschaften*. ## Das *ist* ein Spiel Im Spiel können wir sagen, dass ich ein Cowboy *bin*, und du ein Indianer – via Übereinkunft, bis zum Ende des Spiels. Diese Zuschreibung ähnelt dem, was Karl Popper »metaphysisch« nennt. Es ist nicht überprüfbar, ob du *wirklich* ein Cowboy bist, doch das prüfen zu wollen würde ohnehin den Zweck verfehlen. Du »bist« im Spiel ein Indianer, weil es via Übereinkunft und/oder Bestimmung durch den Spielleiter so bestimmt ist. Trotz der *quasi-metaphysischen* Zuschreibung von Eigenschaften beim Spiel, werden häufig, als Gedächtnisstütze und/oder zur emotionalen Vertiefung, konkrete Symbole der tatsächlichen Eigenschaft eingesetzt, etwa Cowboyhut, Federschmuck oder Tomahawk. Das Spiel aber zeichnet sich auch dadurch aus, dass den Teilnehmern zu jeder Zeit bewusst ist – zumindest im Hinterkopf –, dass es sich um ein »Als-ob« handelt. Ein Mitspieler kann schon mal »vergessen«, dass das Spielgeschehen *uneigentlich* ist, was amüsante, irritierende oder auch mal gefährliche Konsequenzen hat. In anderen Kontexten jedoch verhält es sich anders mit der Uneigentlichkeit. Da kann es lebensgefährlich sein, festzustellen, dass die Bedeutung eines »metaphysischen Ist« stets ein Spiel, eine Verstellung und ein Als-ob ist. ## Das *ist* Religion Religiöse Kulte teilen mit dem Spiel mit, dass sie von *metaphysischem* Sein reden. Die Verwendung des Wortes »ist« in der Religion ist metaphysisch. Die Wahrmacher religiöser Aussagen entziehen sich aller »weltlichen« Überprüfung – man soll es »glauben«. (Nicht selten entziehen sich religiöse Aussagen selbstbewusst sogar der Überprüfung durch simple Logik der Begriffe, siehe [Trinität](https://de.wikipedia.org/wiki/Trinit%C3%A4t) oder [Theodizee](https://de.wikipedia.org/wiki/Theodizee).) Ein berühmtes Beispiel fürs *metaphysische Ist* finden wir in der Debatte um die [*Transsubstantiation*](https://de.wikipedia.org/wiki/Transsubstantiation). Es geht um Matthäus 26:26 und die Frage, was Jesus hier mit »ist« meint: »Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das *ist* mein Leib.« Die Verwendung des Wortes »ist« in religiösen Kulten übernimmt vom Spiel, dass *viele* der »Mitspieler« sich praktisch im Modus eines »Als-ob« verhalten – und zwar konsequent! Auch und gerade der Hostienbäcker, der doch Mehl und Wasser selbst angemischt hat (wie etwa [die Karmelitinnen in Pottenbrunn](https://jeutendorf.karmel.at/Kloester/Karmel-Mater-Dolorosa/Klosterladen/Hostienbaeckerei)), *glaubt*, dass das trockene Gebäckstück (nach wichtigen Worten und Gesten) eben Jesu Leib *ist*. Spiel und Religion gleichen sich darin, dass das Wort »ist« Wahrheiten bezeichnen kann, die nicht überprüfbar (und damit *metaphysisch*) sind, und die Gültigkeit solcher Zuschreibung geschieht durch Autorität, tradierte Regelwerke und Übereinkunft. Ein *Verderber* ist im Spiele wie auch in der Religion einer, der die jeweiligen Regelwerke ignoriert und stattdessen nach den Regeln der »Realität« handelt. (Und beide, Religion wie Spiel, lenken durch ihre Uneigentlichkeit so schön von den *eigentlichen* Problemen ab, was sie zum profitablen Geschäft für ihre Betreiber und nützlichem Freund der Mächtigen macht.) Der inhaltliche Unterschied zwischen Religion und Spiel mag sein, dass das Spiel nur »Spaß macht«, während die Religion »Sinn stiften« soll. Der für die jeweilige Anwendung (und damit *lokale Bedeutung*) von »ist« entscheidende logische Unterschied zwischen Religion und Spiel liegt aber darin, dass beim Spiel allen Teilnehmern bewusst sein sollte, dass es »nur ein Spiel« ist, dass sie wieder in die »Realität« zurückkehren müssen. Bei der Religion dagegen soll das Uneigentliche in die eigentliche Welt getragen werden. In seinem »Herzen« soll der Gläubige im *Uneigentlichen* bleiben, soll zwar »in dieser Welt«, aber nicht »von dieser Welt« *sein* (vergleiche etwa Johannes 15:17f). ## Das *ist* Politik Totalitäre Gesellschaften teilen mit *Spiel* und *Religion*, dass das Wort und Konzept »ist« *metaphysisch* ist. Doch nur mit der Religion teilt der totalitäre Staat, dass zwingend verlangt wird, das *metaphysische Ist* dem *konkreten Ist* gleichzustellen. (Als Scherzlein dazu, ein Nachtgebet aus dem Dritten Reich: »Lieber Gott, mach mich blind, dass ich den Führer arisch find!« – Erfolgreiche Teilnahme am Totalitarismus fordert dem Bürger viel *Als-ob* und *metaphysisches »ist«* ab.) Der »gewöhnliche« Rechtsstaat ordnet das Zusammenleben der Menschen. Der totalitäre Staat aber maßt sich darüber hinaus an, in das Denken der Menschen einzugreifen; regelmäßig dadurch, dass er Wörtern neue, oft gegensätzliche und/oder metaphysische Bedeutung gibt. Von Orwell kennen wir die Umdeutungen »Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke«. (Uns fällt natürlich zuerst die Umdeutung von Wörtern zum Gegenteil der bisherigen Deutung auf, doch das dreimal wiederholte Wort »ist« leistet hier die Arbeit!) Aus dem heutigen deutschen Propagandastaat kennen wir etwa die Umdeutung von den politischen Positionen *Links*, *Mitte* und *Rechts*. Wir erleben die Neubelegung von zentralen Begriffen wie *Demokratie*. Die alte Bedeutung von Demokratie, also dass das Volk in freier Wahl sich seine Vertreter wählt, und so weiter, wird in der demagogischen Praxis durch »Macht der Etablierten« ersetzt. Und wer Demokratie »alter Schule« will (also quasi: vor Merkel), der wird als *rechts* und damit *unmoralisch* abgetan. Im Totalitarismus wird der Bürger früher oder später einen Widerspruch zwischen der erlebten Realität und der konstruierten Propaganda-Wahrheit bemerken (oder zumindest *spüren*). Das Leiden an diesem Widerspruch ist die *kognitive Dissonanz*. Der wohldressierte Bürger im Totalitarismus hat gelernt, die kognitive Dissonanz zum großen Teil zu unterdrücken, und den Rest seines Leidensdrucks auf jene Personen und Gruppen umzulenken, die auf den Widerspruch hinweisen und die dadurch drohende Gefahr abwehren wollten. (Als Beispiel: In Deutschland ist es heute Alltag, dass nach einer Tat durch junge Männer gewisser Bevölkerungsgruppen regelmäßig jene Politiker von der Propaganda angegangen werden, die solche Taten verhindern wollten – statt die, die für diese Taten politisch verantwortlich sind.) Wie jede Dehnbarkeit muss auch die kognitive Dissonanz regelmäßig trainiert werden, um geschmeidig zu bleiben. Dazu erlassen totalitäre Gesellschaften absichtlich absurde, willkürlich und offen widersinnige Gesetze wie etwa, dass Männer, wenn sie ein Kleid anziehen, Frauen zu nennen seien – und wer sich nicht daran hält, wird bestraft. Der psychologische Zweck solcher Absurditäten besteht darin, die Bedeutung des Wortes »ist« aufzuweichen. Der [Bürger soll sich darin üben, »Zwei plus Zwei *ist* Fünf« zu sagen](https://dushan.org/kaiser-damenkleid/), bis die alte Bedeutung von »ist« aus seinem Gehirn weggeätzt wurde. ## Exkommunikation oder Hausdurchsuchung Wenn in der aufgeklärten Demokratie ein Satz mit »ist« verwendet wird, dann sollte ein im bekannten und üblichen Sinne verwendeter Kategorienbegriff folgen, mit einem bewährten und bekannten Eigenschaftskatalog. Der Totalitarismus dagegen trainiert seine Bürger, auch im Alltag ein *metaphysisches Ist* zu verwenden, wenn der Staat das so vorschreibt. Die Oblate *ist* der Gottessohn und ein Mann im Kleid *ist* eine Frau und Herr Habeck *ist* ein ehrenwerter Mann. Warum? Weil die Autoritäten das so sagten. Und weil das zu denken (oder zumindest öffentlich zu tun, *als ob*) streng verpflichtend ist. Und wer das anders sieht, der wird mit bestraft, mit Exkommunikation, 1.000 Euro Strafe oder einer Hausdurchsuchung. Mit dem Schlagwort *Hausdurchsuchung* aber, liebe Leser, wären wir bei gewissen aktuellen Ereignissen, die wir im Essay [»Hausdurchsuchung als Strafe für Witz-Weiterleitung«](https://dushan.org/strafe-ohne-verfahren/) behandeln. - [Merz noch nicht Kanzler, schon gegen Demokratie](https://dushan.org/essays/merz-hoffnungslos/) Merz ist noch nicht Kanzler, schon kündigt er an, notfalls den Wählerwillen zu ignorieren, um ja keine »Zufallsmehrheit« mit der AfD zu bilden. Eine »Brandmauer« gegen die Demokratie! Wenn ihr eure Hoffnung in Merz setzt, seid ihr echt hoffnungslos. Wenn ihr Hoffnung auf Friedrich Merz setzt, dann seid ihr hoffnungslos. – Ich gehe davon aus, dass genug Deutsche bei der nächsten Wahl ihre Hoffnung auf Merz setzen werden. Im Jahr 2018 – lang ist’s her – fragte ich: [»Wofür steht Merz – außer dass er die AfD doof findet?«](https://dushan.org/wofuer-steht-ihr/) Hat Merz seitdem dazugelernt? Ist er demokratischer geworden? – Nein, fürchte ich, eher im Gegenteil. Man muss Merz zugestehen, dass er immerhin konsequent ist. Einerseits ist Konsequenz eine wichtige Sekundärtugend, mit welcher sich trefflich ein Staat betreiben lässt; andererseits ist »konsequent falsch« halt immer noch falsch. ## Zufallsmehrheiten im Saal Bei einem DEHOGA-Auftritt (diese Woche, glaube ich) sagte Merz dies über die Politik im Bundestag: »Ich möchte, dass wir jetzt nur noch die Dinge auf die Tagesordnung setzen, die wir vorher im Konsens zwischen Opposition und restlicher Regierung vereinbart haben, um uns alle, die Regierung und uns, davor zu bewahren, dass wir plötzlich Zufallsmehrheiten im Saal mit der AfD oder mit den Linken haben« (zitiert nach [@kripp_m, 12.11.2024](https://x.com/kripp_m/status/1856341451698839821)). Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz verabschiedet sich hier öffentlich und unmissverständlich von grundlegenden Prinzipien der Demokratie. Wenn die Mehrheit der Abgeordneten gemäß dem Auftrag ihrer Wähler für eine Position abstimmt, dann ist das für den lupenreinen Herrn Merz bloß »Zufall«. Der Wählerwille: für Multimillionär Merz nicht mehr als das Rauschen der Atome. Demokratie bedeutet, dass die Bürger sich Vertreter wählen, die ihre Interessen in Regierung und Opposition vertreten. Das ist das »sine qua non« der Demokratie. Eine Staatsform, in welcher Politiker *nicht* zuerst und vorwiegend die Interessen und Anliegen der sie wählenden Bürger vertreten, ist keine Demokratie. Herr Merz gibt unmissverständlich zu Protokoll, dass er die Interessen der Partei (zu denen die »Brandmauer« gehört) vor die Interessen der Wähler stellt. Wenn die Wähler der CDU ein Anliegen haben, dies aber von der SPD abgelehnt wird, während es von den Wählern der AfD geteilt wird, wird die Merz-CDU dieses Anliegen nicht verfolgen. ## Das wird bald leichter Friedrich Merz sagt seinen Wählern: Ich vertrete eure Interessen, außer die SPD ist dagegen und die AfD dafür. Im Zweifelsfall ist mir Parteitaktik wichtiger, als meine Wähler demokratisch zu vertreten. Wenn aber dem Friedrich »BlackRock« Merz nicht die Interessen der Wähler wichtig sind, was ist ihm dann wichtig? (BlackRock ist eine riesige amerikanische Investmentgesellschaft. Herr Merz war von 2016 bis 2020 der Aufsichtsratvorsitzende von BlackRock Deutschland.) Nun, wir können immerhin vermuten, was Herrn Scholz wichtig ist. Ihm ist wichtig, festzustellen, dass er sich auch weiterhin nicht an seine Rolle bei Cum-Ex erinnern muss – und das wird bald leichter, wenn Unternehmen die entsprechenden Unterlagen [zur »Bürokratieentlastung« vernichten dürfen](https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/bundestagswahlen-im-februar-vorsicht-vor-torschlussgesetzen-trump-gegen-globale-regierung/). Immerhin tritt das für Finanzunternehmen erst ein Jahr später in Kraft. – Ein Jahr noch durchhalten, Olaf, dann ist Ruhe! ## Was man so will Die Regierung will weiter Schulden aufnehmen und an das korrupteste Land Europas überweisen (siehe [bundesregierung.de](https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/deutschland-hilft-der-ukraine-2160274)). Außerdem, so hört man, sollen noch schnell neue einige Hundert Milliarden an Schulden im Bundestag abgenickt werden, – der störende Minister Lindner ist ja weg –, [um mehr Waffen zu kaufen](https://x.com/nschniederjann/status/1855939392029741356). (Bald können AfD und BSW via gemeinsamer Sperrminorität solche Schweinereien unterbinden.) Herr Habeck will, so sagt er, [Kanzler werden](https://dushan.org/habecks-fake-politik/). Und er will auf keinen Fall, dass Bürger sich über ihn lustig machen; dann schickt er die Polizei los und lässt Bürger [frühmorgens aus dem Bett](https://www.nius.de/politik/news/hausdurchsuchung-wegen-retweet/180517b3-9bb1-4dc0-9139-ce76f49b760c) holen. Herr Merz aber fände es wohl knorke, demnächst mit dem eben entlassenden Herrn Lindner zu koalieren, und dann ist das [»Rennen doch gelaufen«, wer nächster Kanzler wird](https://www.reuters.com/de/hauslich/rennen-doch-gelaufen-merz-wird-laut-lindner-nchster-kanzler-werden-2024-11-12/). (Das Demokratiebild eines Herrn Lindner ist auch ein eigenes, wenn er die Wähler so sicher einschätzen kann.) Was will die FDP? Die FDP will unter anderem [endlich die »Aktienrente«](https://www.fdp.de/sites/default/files/import/2021-03/105881-aktienrente-onepager-neu.pdf) einführen. Das bedeutet, dass der Staat im Namen der Bürger in Aktien investiert. Und weil er das relativ sicher tun will, investierte der Staat zum Beispiel in »ETFs«. Das sind Fonds, die mehrere Aktien zusammenfassen und dafür jährlich eine kleine Gebühr kassieren, meist unter 1 Prozent. Wenn aber der Staat im Namen des Bürgers viele, viele Milliarden in ETFs investieren würde, würde diese kleine Gebühr sehr viel Geld ergeben. BlackRock ist übrigens einer der größten Herausgeber von ETFs der Welt. Zufälle gibt’s! ## Meißle selbst! Was will nun Herr Merz, was *beabsichtigt* er? (Außer natürlich, die Interessen der Wähler für Parteitaktik zu opfern.) Ich habe so eine Ahnung. Ich habe keine Hoffnung, die aus der Neuwahl resultieren würde, wann auch immer die stattfindet. Vielleicht schöpfe etwas Hoffnung aus den jüngsten Entwicklungen in den USA, aus der [»neuen neuen Weltordnung«](https://dushan.org/novus-novus-ordo-seclorum/). Deutschland betreffend aber ist die einzige Hoffnung die, die du dir selbst aus den realen Möglichkeiten meißelst. ## Oder: Etwas Leben … Und wenn du schon keine *Hoffnung *hast, dann kannst du dir zumindest etwas *Spaß* bei der Sache wünschen. Ich [bitte die AfD](https://x.com/dushanwegner/status/1856440170859331664), bei der »Vertrauensfrage« zusammen mit der SPD und den Grünen *für* Kanzler Erinnerungslücke zu stimmen, ihm das »Vertrauen« auszusprechen. Ihr wisst ja, wie die Tschechen sagen: Trochu života do toho umírání – etwas Leben in dieses Sterben! - [Schlimmer als Bomben und Mafia](https://dushan.org/essays/schlimmer-als-mafia/) Neuerdings werden Bezahlkarten statt Bargeld an Asylbewerber verteilt, auch um Überweisungen nach Afrika zu erschweren. Das ärgert das organisierte Verbrechen dort! Gut, dass Parteien und NGOs aushelfen und den Umtausch in Bargeld organisieren. Wahnsinn! NGOs (»non governmental organisations«) wirken auf mich immer wieder wie der politisch-gesellschaftliche Arm des organisierten Verbrechens. Die *echte* Mafia, die Camorra und die 'Ndrangheta verstehen sich ja auch in ihren eigenen Legenden zuerst als sozialer Zusammenschluss für die ihren. Man denke nur an die Anfangsszene in »Der Pate«! Schnelle Beispiele: Cosa Nostra spendet, so hört man, an katholische Wohltätigkeitsprojekte und betreibt schon mal Suppenküchen. Die Yakuza hilft Erdbebenopfern. Und gleich mehrere NGOs stehen im Verdacht, tatsächlich der westliche Arm von Hisbollah und Hamas zu sein. Immer wieder dienen NGOs als Scharniere zwischen formaler Legalität und dem eindeutigen Verbrechen, kämpfen also in einer moralisch-juristischen Grauzone. Manche NGOs betreiben eine informelle, aber effektive Arbeitsteilung mit dem organisierten Verbrechen. Sogenannten Seenotrettungshelfern und Migrations-NGOs wird vorgeworfen, de facto das eigentliche »Produkt« zu liefern (nämlich das All-inclusive-Leben in der EU), das die kriminellen Schlepperbanden ihren afrikanischen Kunden für viel Geld verkaufen. Dieses Geld muss aber irgendwann bezahlt werden – und auch da können willige NGOs helfen. ## An ihrer Stelle NGOs können dazu dienen, politische Maßnahmen durchzuführen, die mit legalen Mitteln nicht möglich wären. Eine NGO kann etwa dazu dienen, mit Steuergeld die privaten juristischen Kriege politischer Funktionäre auszufechten. Oder ganz aktuell: In Deutschland ist Zensur laut Grundgesetz verboten. Wenn Politiker dennoch zensieren wollen, sprich: [die Verfassung zu brechen beabsichtigen](https://dushan.org/deutschland-zensiert/), dann schalten sie eine NGO dazwischen, die an ihrer Stelle zensiert. Ähnlich wie Al Capone, dem nie nachgewiesen werden konnte, einen Mord persönlich beauftragt zu haben, sorgen Politiker dafür, dass das Gewünschte passiert – und doch keine *direkte* Verbindung offensichtlich ist. NGOs operieren als Mittler und Erlediger in der Schattenwelt zwischen Ehrenhaftem und Illegalem. Bisweilen aber, so wie aktuell, verschlägt es mir die Sprache, wie dreist Politik und NGOs vorgehen – und doch offenbar »legal« bleiben. [Bei Tichys Einblick](https://www.tichyseinblick.de/meinungen/missbrauch-bezahlkarte-gutscheine/), unter [Bezug auf die Junge Freiheit](https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2024/bezahlkarten-mafia-wie-linke-netzwerke-die-asylpolitik-untergraben/), berichtet Josef Kraus davon, wie Parteien bei Aktivitäten helfen, die Deutschland schaden und daher eigentlich vom Gesetzgeber unterbunden werden sollten. ## 50 Euro – oder viel mehr In vielen Bundesländern wird eine »Bezahlkarte für Asylbewerber« eingeführt. Asylbewerber sollen maximal 50 Euro im Monat als Bargeld erhalten, den Rest in Naturalien, konkret: Nahrung. Der Grund für diese Änderung war, dass Deutschland sonst nicht wirklich notleidenden Menschen hilft, sondern mehr »Geldautomat für Afrikas Verbrecherbanden« spielt. An Asylbewerber ausgezahltes Geld wird oftmals direkt weiter nach Afrika überwiesen, unter anderem an Schlepper, sprich: ans organisierte Verbrechen. Die Bezahlkarte soll Hilfe in Form von Nahrung sicherstellen, aber dem organisierten Verbrechen das Leben ein wenig schwerer machen. Das wird natürlich das organisierte Verbrechen stören. Keine Überraschung hierbei: Es finden sich NGOs, welche die Weiterleitung deutschen Steuergeldes an afrikanische Verbrecherbanden wieder einfacher machen. ## NGOs nicht weit Und auch dies keine Überraschung: Wo der Kampfruf »legal, illegal, scheißegal« erschallt, da sind gewisse Politiker nicht weit. Lokale Politiker und natürlich wieder NGOs organisieren einen »Kartentausch«, und sie tun es nicht einmal heimlich (siehe etwa [kartentausch-regensburg.de](https://www.kartentausch-regensburg.de/)). Der Trick zur Aushebelung der Absicht des Gesetzgebers – und damit zum Schaden des Steuerzahlers – funktioniert so: Die Asylbewerber kaufen mit der Bezahlkarte in den Supermärkten statt Nahrung oder Grundbedarf geldwerte Einkaufsgutscheine. Diese Einkaufsgutscheine können dann zum Beispiel im lokalen Grünen-Büro gegen Bargeld eingetauscht werden – und dieses kann man dann noch am gleichen Tag nach Afrika überweisen. ## Die schattigen Scharniere [Die Junge Freiheit nennt es eine »Bezahlkarten-Mafia«](https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2024/bezahlkarten-mafia-wie-linke-netzwerke-die-asylpolitik-untergraben/). Wo die Mafia und von der Politik verteiltes Geld zu finden ist, da sind auch die NGOs nicht weit, welche als schattige Scharniere zwischen ehrenhafter Politik und krudem Verbrechen fungieren. Anleitungen zum Umtausch in mehreren Sprachen wurden als Poster produziert und ausgehängt. Neben Deutsch liest man auch Englisch und Arabisch. Vor dem Büro der Grünen in Regensburg stehen zu Umtauschzeiten schon mal lange Schlangen der prototypischen »jungen Männer«. Wenn man nach den Initiatoren dieser Aktion forscht, findet man bekannte Namen aus den Grünen- und Pro-Asyl-Netzwerken. Interessanterweise finden sich auch offen linksradikale Gruppen, die sonst durch Gewalt gegen Abweichler und Oppositionelle auffallen. ## Aus rätselhaften Gründen Man könnte zu dem Urteil gelangen, dass »Bezahlkarten-Mafia« und manche Migrationsprofiteure (Wohlfahrtsverbände, Vermieter et cetera) durchaus methodische Ähnlichkeiten mit dem organisierten Verbrechen aufweisen. Und wenn sie jenen nicht ähneln, so arbeiten sie dem organisierten Verbrechen praktisch zu. Und doch unterscheiden sich Migrationsindustrie und Kriminelle alter Schule in einer wesentlichen Eigenschaft. Aber es ist nicht unbedingt der Legalitätsstatus, der Migrationsindustrie und »herkömmliche« Kriminelle unterscheidet. Auch die Mafia verstand sich darauf, durch Bestechung und Einfluss auf die Politik ihr Tun in »legalen Graubereichen« stattfinden zu lassen. Zudem verstößt heutiges Migrationsgeschehen oft genug gegen geltendes Recht, wird aber – aus rätselhaften Gründen – geduldet. Der wesentliche Unterschied zwischen klassischer Mafia und Migrationsindustrie hat mit [*relevanten Strukturen*](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) zu tun. Die Mafia der alten Schule findet bis heute Unterstützung in der Bevölkerung, weil sie ein Interesse daran hat, das von ihr »geschützte« Gebiet zu bewahren. Es lässt sich leichter »Schutzgeld« kassieren, wenn man tatsächlich schützt – und nur solange noch etwas Schützenswertes existiert. Die gesamte linksgrüne Politik aber ist realiter auf das Ziel ausgerichtet, die Grundlagen des Lebens in Deutschland zu zerstören. Das macht Linksgrüne auf gewisse Weise noch gefährlicher als die Mafia. (Beispiel: Ohne Not oder rationalen Grund wurde [in Moorburg gerade ein modernes Kraftwerk abgerissen](https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/hamburg-moorburg-kraftwerk-sprengung). Wofür es früher feindliche Flieger und tausende Bombenabwürfe brauchte, erledigt linksgrüne Politik auch so, aber wohl mit noch nachhaltigerem Schaden.) ## Familie und Schweigen Die Mafia kennt zwei Leitsprüche. Der eine lautet »La famiglia è tutto« – »Die Familie ist alles«, und der andere Leitspruch besteht aus nur einem Wort: »Omertà« – »Schweigen«. Hinsichtlich des ersten Leitspruchs könnte man anmerken, dass Linksgrüne und »Woke« wenig [so hassen und bekämpfen wie die Familie](https://dushan.org/verraeter-in-windeln/). (Andererseits hört man schon mal über wirkmächtige familiäre Verbindungen in Ministerien.) Bei der »Omertà« allerdings, dem Schweigen, ähneln sich die Mafia und die »Guten« doch erstaunlich. Die Mafia will darüber schweigen, *was* sie tut. Die Deutschlandkaputtmacher schweigen eisern, *warum* sie tun, was sie tun. ## Ein Angebot Und nun bieten die »Guten« also den Asylbewerbern an, ihnen die Essensgutscheine wieder in Bargeld umzutauschen. Ich sage nicht, dass irgendein bestimmter oder gar *alle* der Aktivisten hinter dieser Aktion bewusst das organisierte Verbrechen in Afrika finanzieren *wollen* – ich stelle nur fest, dass sie es *tun*. (Die Banden in Afrika werden längst mitbekommen haben, dass die »Guten« in Deutschland wieder und weiter Bargeld auszahlen, also werden sie Druck ausüben auf die Familie vor Ort, die möge ihre Söhne weiter zur Überweisung von Bargeld motivieren.) Ich weiß nicht, warum die »Guten« so grundböse agieren. Ich weiß nur, dass eine Gesellschaft, die überleben will, diesen »Guten« ein konstruktives Angebot machen sollte, das diese »Guten« nicht ablehnen können … ## Seiten - [Privacy Policy](https://dushan.org/daten/privacy/) This site collects as little as it is possible to arrange. No Google Analytics, no advertising, no retargeting, no comments, no sign-up. Unless you start… This site collects as little as it is possible to arrange. No Google Analytics, no advertising, no retargeting, no comments, no sign-up. Unless you start a video, **nothing leaves this server** while you read. What does happen is set out below — in full, and without boilerplate for things that do not happen here. 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Hier sind einige Möglichkeiten: 5€… Ihr Leserbeitrag Diese Arbeit ist nur mit Ihrer Unterstützung möglich, zum Beispiel mit einem spontanen Leserbeitrag zwischendurch, via PayPal oder Kreditkarte. Hier sind einige Möglichkeiten: 5€ 10€ 33€ 50€ 100€ 250€ 333€ 999€ Leserbeitrags-Shop, in bunt → Überweisung Schreiben Sie mir eine E-Mail an office@dushanwegner.com mit dem Betreff »Kontodaten«, und ich maile Ihnen gern die notwendigen Informationen. Wichtig: Da ich eine Rechnung erstelle, werde ich Ihre Adresse benötigen. Ich danke Ihnen schon jetzt, und ich hoffe sehr, dass Ihnen meine Arbeit auch weiter zusagen wird! Es gilt der Datenschutz. Schon jetzt ein sehr herzliches Dankeschön! - [Datenschutz](https://dushan.org/daten/datenschutz/) Datenschutzerklärung von Dushan Wegner (dushanwegner.com) Diese Seite sammelt so wenig, wie sich einrichten lässt. Kein Google Analytics, keine Werbung, kein Retargeting, keine Kommentare, keine Anmeldung. Solange Sie kein Video starten, verlässt beim Lesen **nichts** diesen Server. Was trotzdem anfällt, steht hier — vollständig und ohne Textbausteine für Dinge, die hier nicht stattfinden. Stand: 30. August 2026. ## Verantwortlicher Dushan Wegner Calle Santiago 5, 3ºIzq. ES-38002 Santa Cruz de Tenerife, Spanien [office@dushanwegner.com](mailto:office@dushanwegner.com) ## Was beim bloßen Lesen passiert **Server-Protokolle.** Jeder Aufruf wird vom Webserver protokolliert: IP-Adresse, Zeitpunkt, aufgerufene Adresse, Browserkennung. Das ist technisch nicht vermeidbar und dient dem Betrieb und der Abwehr von Angriffen. Die Protokolle werden **nach 14 Tagen automatisch gelöscht**. Rechtsgrundlage: berechtigtes Interesse am sicheren Betrieb (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO). **Hosting.** Der Server steht bei der Hetzner Online GmbH. 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Es entsteht kein Profil, und niemand außer uns sieht diese Zahlen. Rechtsgrundlage: berechtigtes Interesse daran zu wissen, was gelesen wird (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO). Sie können der Zählung widersprechen, indem Sie im Browser **Do Not Track** einschalten — das respektieren wir. ## Was auf Ihrem Gerät gespeichert wird | | | | --- | --- | | `dwcookies_consent` | Ihre Cookie-Entscheidung, damit wir nicht bei jedem Besuch erneut fragen. Technisch erforderlich. | | `dwlearn:prefs` | Nur im Lernbereich: ob Sie die Hilfe eingeblendet und die Übersetzungen ausgeblendet haben, welche Lektion Sie zuletzt geöffnet hatten, und Ihr **Lernfortschritt** — also welche Übungen Sie gelöst haben. Bleibt **auf Ihrem Gerät** und wird an niemanden übertragen. | | `dwlp_mode` | welche Ansicht Sie gewählt haben: hell, sandfarben, dunkel oder automatisch nach Ihrer Systemeinstellung. | | `dwShellCollapsed` | ob die Seitenleiste ein- oder ausgeklappt ist. Bleibt gespeichert, bis Sie die Websitedaten löschen. | | `dwShellSection` | in welchem Bereich Sie gerade lesen. Sitzungsspeicher: wird beim Schließen des Browser-Tabs gelöscht. | | `dw-word-foot` | welches lateinische Wort der Seitenfuß als Nächstes zeigt. Sitzungsspeicher: wird beim Schließen des Browser-Tabs gelöscht. | Alle sechs dienen ausschließlich der Funktion, die Sie selbst aufgerufen haben. Sie sind damit unbedingt erforderlich im Sinne von Art. 22.2 des spanischen Gesetzes 34/2002 (LSSI-CE), der Art. 5 Abs. 3 der Richtlinie 2002/58/EG umsetzt, und bedürfen keiner Einwilligung. **Die Übungen im Lernbereich werden vollständig in Ihrem Browser ausgewertet.** Wir erfahren nicht, welche Übungen Sie gemacht haben, wie Sie geantwortet haben oder wie oft Sie üben. Auch unsere **Besuchszählung** sieht davon nichts: sie zählt Seitenaufrufe, keine Übungen. Sie können die gespeicherten Angaben jederzeit löschen, indem Sie im Browser die Websitedaten für diese Seite entfernen. ## Videos Auf manchen Seiten steht ein Video von YouTube. **Es lädt erst, wenn Sie zustimmen** — vorher wird keine Verbindung zu Google aufgebaut, und das haben wir nachgemessen. Sobald Sie zustimmen, lädt der Player von der Google Ireland Limited, und damit erreichen Ihre IP-Adresse und Ihre Player-Aufrufe auch Server von Google in den USA, einschließlich der Werbedomänen von Google. Ob Google Sie dabei einem Konto zuordnet, hängt davon ab, ob Sie bei Google angemeldet sind — darauf haben wir keinen Einfluss. Rechtsgrundlage: Ihre Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO), jederzeit widerruflich über den Link »Cookie-Präferenzen« im Seitenfuß. ## Wenn Sie uns schreiben Schreiben Sie an die oben genannte Adresse, verarbeiten wir Ihre Nachricht und Ihre Kontaktdaten, um sie zu beantworten (Art. 6 Abs. 1 lit. b und f DSGVO). 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Ich kann Ihnen nicht garantieren, dass ich mit meinen Texten die Welt verändern werde – aber… Ich danke Ihnen! Ihre Spende macht meine Arbeit möglich! Ich kann Ihnen nicht garantieren, dass ich mit meinen Texten die Welt verändern werde – aber ich will es definitiv versuchen! Danke, dass Sie mich dabei unterstützen. Weiterlesen Hier sind einige in letzter Zeit recht beliebte Texte: Eine Brücke über den großen Graben Diese Zeit ist eine Fußnote Ordnung und Gerechtigkeit Der Berg hat keinen Gipfel Sie sind nicht allein mit diesem Gefühl! Die Schuld der Gutmenschen Suizidalismus – ein Name für diese Epoche Bücher Falls Sie Lust haben, sich einen längeren Text von mir auf den Nachttisch zu legen oder auf den eReader (z.B. Kindle/Tolino) zu laden, gibt es mehrere Bücher von mir, aktuell etwa „Warteraum 254“ (einen Roman) und Relevante Strukturen (etwas Philosophisches). Ich danke Ihnen noch einmal für Ihre Unterstützung! Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine entspannte Zeit „zwischen den Jahren“, einen guten Rutsch und einen erfolgreichen Start in das neue Jahr! Ihr Dushan Wegner   weiter zur Startseite → - [Daten](https://dushan.org/daten/) - [Ihr Leserbeitrag](https://dushan.org/leserbeitrag_org/) Ihr Leserbeitrag Ich schreibe gern für Sie und ich werde es weiter tun – zumindest so lange, wie ich auf diesem lustigen Planeten herumlaufen darf.… Ihr Leserbeitrag Ich schreibe gern für Sie und ich werde es weiter tun – zumindest so lange, wie ich auf diesem lustigen Planeten herumlaufen darf. Es gibt eine Möglichkeit, wie Sie Ihre Unterstützung sehr konkret ausdrücken können: Zahlen Sie einen freiwilligen Leserbeitrag! Wählen Sie einfach Ihre Stückelung und die Anzahl! Ihre Unterstützung erfolgt einfach via Kreditkarte (via Stripe), PayPal und Shopify. (Ich nehme Datenschutz sehr ernst, seit jeher.) Jahresbeitrag (entspricht 1€ pro Woche) 52€ Zwischendurch Es ist immer wieder eine Ehre – und Freude! – wenn Leser zwischendurch ihre Unterstützung und Anerkennung ganz praktisch ausdrücken! 5€ 15€ 25€ 33€ 50€ Deluxe Und, natürlich, für die besonders Zufriedenen unter Ihnen, die Deluxe-Varianten! 100€ 250€ 333€ 999€ Classic Niemals aber dürfen wir den Leserbeitrag vergessen, mit dem alles begann, der »Klassiker« sozusagen. 10€ Diese Arbeit wird nur durch Ihre Unterstützung möglich. Ich danke Ihnen schon jetzt ganz herzlich! Banküberweisung Optional können Sie mich auch via Banküberweisung unterstützen oder einen Dauerauftrag einrichten. Bitte beachten Sie, dass ich für jeden Beitrag eine ordentliche Rechnung ausstelle und deshalb Ihre Adresse brauchen werde. Bitte schreiben Sie einfach eine E-Mail an office@dushanwegner.com. - [Vita](https://dushan.org/daten/vita/) Ein paar biographische Angaben zu Dushan Wegner, gut als »Blurb« für Publikationen. Vita Dushan Wegner wurde 1974 in Tschechien geboren, emigrierte zweijährig nach Australien und sechsjährig nach Deutschland. Er arbeitete als Programmierer in der New Economy, gehörte zur ersten von Michael Rosenblum in Deutschland ausgebildeten Generation von Videojournalisten, studierte Theologie, wechselte dann zur Philosophie und bekam in Köln seinen Magister verliehen. Dushan Wegner arbeitet als Autor und Publizist. Er ist verheiratet mit Elisabeth Wegner. Elli und Dushan haben 2 Kinder. Dushan pendelt derzeit zwischen Bayern, Berlin und den Kanaren. Hinter allem Schreiben und Denken steckt bei Dushan Wegner eine bestimmte Philosophie, die er in seinem aktuellen Buch Relevante Strukturen zusammengefasst hat. Kontaktdaten finden Sie unter /kontakt. Kurz-Biographie („Blurb“) Dushan Wegner (geb. 1974 in Tschechien, Mag. Philosophie 2008 in Köln) pendelt als Publizist zwischen Berlin, Bayern und den Kanaren. Im Buch „Relevante Strukturen“ erklärt Wegner, wie er ethische Vorhersagen trifft und warum Glück immer Ordnung braucht. Auf seinem Blog-Magazin veröffentlicht Dushan Wegner (fast) täglich neue Texte, mal bissig, mal philosophisch: www.dushanwegner.com. Als HTML, zum Beispiel für Blogs: Dushan Wegner (geb. 1974 in Tschechien, Mag. Philosophie 2008 in Köln) pendelt als Publizist zwischen Berlin, Bayern und den Kanaren. Im Buch <em><a href="https://wgnr.es/rs-amzn-de">„Relevante Strukturen“</a></em> erklärt Wegner, wie er ethische Vorhersagen trifft und warum Glück immer Ordnung braucht. Auf seinem Blog-Magazin veröffentlicht Dushan Wegner (fast) täglich neue Texte, mal bissig, mal philosophisch: <a href="https://dushan.org">www.dushanwegner.com</a>. Verwendung: Gesamten Inhalt der Textbox markieren, kopieren und den Code im HTML-Modus (!) in Ihre Website einfügen. Abdruck und Re-Posting meiner Texte sind selbstverständlich möglich, allerdings bitte nur nach Abklärung via office@dushanwegner.com. - [Kontakt / Impressum](https://dushan.org/daten/kontakt/) Kontaktdaten für Dushan Wegner # Kontakt / Impressum (Dies ist die Kontakt- und Impressum-Seite. Informationen zum Datenschutz finden sich [hier](/daten/datenschutz).) ## Impressum **Angaben gemäß § 5 DDG (ehem. TMG):** Dushan Wegner; Calle María Cristina nº 38, 2º Piso; ES-38004 Santa Cruz de Tenerife **NIE:** Y5028491S **Kontakt:** [office@dushanwegner.com](mailto:office@dushanwegner.com) **Verantwortlich für den Inhalt nach § 18 Abs. 2 MStV:** Dushan Wegner (Anschrift wie oben) ## Social Media Ich bin in den sozialen Medien unterwegs, jeweils als @dushanwegner – vor allem auf [Telegram](https://t.me/dushanwegner), [𝕏](https://x.com/dushanwegner), [Facebook](https://facebook.com/dushanwegner). ## E-Mail Meine private E-Mail-Adresse ist: [dushan@dushan.org](mailto:dushan@dushan.org), für all Ihr Feedback zu Essays. Ich freue mich über Ihre E-Mails, etwa wenn Ihnen ein Text aus der Seele gesprochen hat. Unter [danke.dushanwegner.com](https://danke.dushanwegner.com/) können Sie übrigens eventuellen Dank auch ganz konkret via [**Leserbeitrag**](https://danke.dushanwegner.com/) äußern! (Die Business-E-Mail-Adresse ist [office@dushanwegner.com](mailto:office@dushanwegner.com).) ## Datenschutz Ich nehme den Schutz Ihrer Daten ernst, für weitere Erklärungen zum Thema siehe [meine Datenschutzerklärung](https://dushan.org/daten/datenschutz/). Sie können Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit prüfen und neu konfigurieren (siehe Link unten). ## Unterstützen Falls Sie mich unterstützen möchten, danke ich Ihnen sehr! Ich bitte darum, dass Sie dafür nicht direkt PayPal an meine E-Mail-Adresse verwenden, sondern über das eigens dafür eingerichtete Shop-System gehen. URL: [/leserbeitrag/](https://danke.dushanwegner.com) – So hat alles seine Ordnung. ## Klassiker - [The Rum Diary](https://dushan.org/klassiker/the-rum-diary-hunter-s-thompson/) Die (semi-fiktive) Geschichte des Journalisten Paul Kemp, der Ende der 1950er Jahre nach Puerto Rico zieht, um bei einer heruntergekommenen englischsprachigen Zeitung zu arbeiten. Wir… Die (semi-fiktive) Geschichte des Journalisten Paul Kemp, der Ende der 1950er Jahre nach Puerto Rico zieht, um bei einer heruntergekommenen englischsprachigen Zeitung zu arbeiten. Wir erleben mit ihm Alkohol, Korruption, Geschäftemacher und Beziehungsdrama, wie nur Hunter S. Thompson es beschreiben kann. Ach ja: der Protagonist und seine Kollegen versuchen, eine heruntergekommene Zeitung zu retten. Und suchen wohl auch nach Moral und Sinn zwischen all dem Zynismus und Verfall. - [Gekaufte Journalisten](https://dushan.org/klassiker/udo-ulkfkotte-gekaufte-journalisten/) Selten ist ein Buch mit sogenannten Verschwörungstheorien »besser« gealtert als Udo Ulfkottes »gekaufte Journalisten«. Nach den DOGE-Enthüllungen vom Februar 2025 wirkt »gekauft« wie eine sachliche Beschreibung.… Selten ist ein Buch mit sogenannten Verschwörungstheorien »besser« gealtert als Udo Ulfkottes »gekaufte Journalisten«. Nach den DOGE-Enthüllungen vom Februar 2025 wirkt »gekauft« wie eine sachliche Beschreibung. Ach, hätte das der Autor noch miterleben können! - [Der Steppenwolf](https://dushan.org/klassiker/der-steppenwolf/) Marcel Reich-Ranicki würde vielleicht sagen (bitte seine Stimme vorstellen: »Der Steppenwolf von Hermann Hesse ist ein schwer zu fassendes Buch – ein Werk, das seine… Marcel Reich-Ranicki würde vielleicht sagen (bitte seine Stimme vorstellen: »Der Steppenwolf von Hermann Hesse ist ein schwer zu fassendes Buch – ein Werk, das seine Leser fordert, ja geradezu herausfordert. Es erzählt von Harry Haller, einem Mann zerrissen zwischen Bürgertum und Rebellion, zwischen menschlichem Denken und animalischem Instinkt. Hesse führt uns in eine Welt der Vereinsamung, der intellektuellen Verzweiflung, aber auch der flirrenden Möglichkeiten. Dabei ist das Buch ebenso klug wie irritierend: Haller schwankt zwischen Selbstmitleid und Selbsterkenntnis, zwischen Ablehnung und Sehnsucht. Und doch – oder gerade deswegen – bleibt es ein zeitloses Meisterwerk. Der Steppenwolf ist ein Spiegel, der seine Leser zwingt, sich selbst zu betrachten. Man mag sich davor scheuen – aber wer wagt, wird rrreich belohnt.« - [Die fünf Sprachen der Liebe](https://dushan.org/klassiker/die-fuenf-sprachen-der-liebe-gary-chapman/) Es gibt zwei Arten von Ehen: Die, welche auf die Wahrheiten dieses Buches stoßen, von selbst, auf anderem Wege oder eben durch dieses Buch, und… Es gibt zwei Arten von Ehen: Die, welche auf die Wahrheiten dieses Buches stoßen, von selbst, auf anderem Wege oder eben durch dieses Buch, und die sie dann auch anwenden – und gescheiterte Ehen. - [Franz Kafka, Gesammelte Werke](https://dushan.org/klassiker/franz-kafka-gesammelte-werke/) Den Menschen zu verstehen, bedeutet auch, Franz Kafka zu verstehen. Gerade in gruseligen Zeiten tut es gut, zu lesen, dass und wie ein anderer Mensch… Den Menschen zu verstehen, bedeutet auch, Franz Kafka zu verstehen. Gerade in gruseligen Zeiten tut es gut, zu lesen, dass und wie ein anderer Mensch sehr ähnliche Ängste durchmachte – und sie in wunderbarer Prosa formulierte. - [12 Rules for Life](https://dushan.org/klassiker/12-rules-for-life-jordan-peterson/) Das berühmteste Buch des in seiner kanadischen Heimat quasi-verfolgten Superstar-Psychologen Jordan B. Peterson. Das Buch präsentiert zwölf praktische Lebensregeln, basierend auf Psychologie, Mythologie und persönlicher… Das berühmteste Buch des in seiner kanadischen Heimat quasi-verfolgten Superstar-Psychologen Jordan B. Peterson. Das Buch präsentiert zwölf praktische Lebensregeln, basierend auf Psychologie, Mythologie und persönlicher Erfahrung, um mehr Sinn und Ordnung im Leben zu finden und persönliche Entwicklung zu fördern. - [Kleine Helden, große Abenteuer (Bd. 2)](https://dushan.org/klassiker/kleine-helden-grosse-abenteuer-bd-2/) Legen Sie sich schonmal Kerzen und Streichhölzer parat, und lesen Sie Ihren Kindern vor, wie aufregend ein Stromausfall sein kann! Legen Sie sich schonmal Kerzen und Streichhölzer parat, und lesen Sie Ihren Kindern vor, wie aufregend ein Stromausfall sein kann! - [Aufzeichnungen aus dem Untergrund](https://dushan.org/klassiker/aufzeichnungen-aus-dem-untergrund/) Jordan Peterson sagt, dies sei das wichtigste Buch überhaupt, so glaube ich. Ich glaube aber auch, dass er das über einige andere Bücher sagt. Das… Jordan Peterson sagt, dies sei das wichtigste Buch überhaupt, so glaube ich. Ich glaube aber auch, dass er das über einige andere Bücher sagt. Das Buch ist auf jeden Fall nicht unwichtig, und es scheint täglich wichtiger zu werden, und es handelt von einem ehemaligen Beamten, der in einem Keller sitzt (deshalb heißt es im Deutschen auch manchmal »Aufzeichnung aus einem Kellerloch«) – und sich beschwert. - [Flucht ins 23. Jahrhundert](https://dushan.org/klassiker/flucht-ins-23-jahrhundert/) Ein Science-Fiction-Roman, angerissen nach digitalem Klappentext: Die Bevölkerungsdichte auf der Erde hat ein schier unerträgliches Ausmaß erreicht. Sämtliche Appelle zur Familienplanung und Empfängnisverhütung blieben wirkungslos.… Ein Science-Fiction-Roman, angerissen nach digitalem Klappentext: Die Bevölkerungsdichte auf der Erde hat ein schier unerträgliches Ausmaß erreicht. Sämtliche Appelle zur Familienplanung und Empfängnisverhütung blieben wirkungslos. Also müssen andere Maßnahmen ergriffen werden … - [Feld der Träume (Field of Dreams)](https://dushan.org/klassiker/feld-der-traeume-field-of-dreams/) »Wenn du es baust, werden sie kommen« – Der Film, aus dem wir diese berühmte Zeile kennen, heiß »Feld der Träume«, handelt von einem Farmer… »Wenn du es baust, werden sie kommen« – Der Film, aus dem wir diese berühmte Zeile kennen, heiß »Feld der Träume«, handelt von einem Farmer (gespielt von Kevin Costner), der einfach so ein Baseballstadium baut … (Der Film basiert übrigens selbst auf dem Buch»Shoeless Joe« von W.P.Kinsella.) - [Die Leiden des jungen Werther](https://dushan.org/klassiker/goethe-die-leiden-des-jungen-werther/) Es stürmt und es drängt, und am Ende ist der Rechtspraktikant tot. Es stürmt und es drängt, und am Ende ist der Rechtspraktikant tot. - [Der Fänger im Roggen (Catcher in the Rye)](https://dushan.org/klassiker/der-faenger-im-roggen-catcher-in-the-rye/) Bei Amazon wird die deutsche Ausgabe von »Catcher in the Rye« beworben als »Der Kultklassiker des Coming of Age-Genre«. Nun gut – sagen wir mal… Bei Amazon wird die deutsche Ausgabe von »Catcher in the Rye« beworben als »Der Kultklassiker des Coming of Age-Genre«. Nun gut – sagen wir mal so: Wenn Sie pubertierende Kinder haben, könnten Sie mit diesem Roman (ja, ja: es ist ein »Klassiker«) über den 17-jährigen Holden Caulfield etwas Trost darin finden, dass es »noch schlimmer« kommen kann. - [»Möge die gesamte Republik mit dem Finger auf sie zeigen.«](https://dushan.org/klassiker/moege-die-gesamte-republik-mit-dem-finger-auf-sie-zeigen-das-corona-unrecht-und-seine-taeter/) Aus dem Klappentext: Marcus Klöckner und Jens Wernicke stellen klar: Der neue Totalitarismus zielte niemals nur auf Ungeimpfte, sondern betreibt die planmäßige Entrechtung und Unterwerfung… Aus dem Klappentext: Marcus Klöckner und Jens Wernicke stellen klar: Der neue Totalitarismus zielte niemals nur auf Ungeimpfte, sondern betreibt die planmäßige Entrechtung und Unterwerfung aller Menschen weltweit. Versöhnung ist möglich, setzt jedoch voraus, dass die Opfer ihre Ohnmacht überwinden und die Täter Verantwortung für die schier unglaublichen Schäden, die sie anderen an Leib, Leben und Freiheit zugefügt haben, übernehmen und Wiedergutmachung leisten. - [Die Stadt der Blinden](https://dushan.org/klassiker/jose-saramago-die-stadt-der-blinden/) Roman über eine Stadt, in der alle Einwohner nach und nach erblinden. Trotz dieser Beeinträchtigung bemühen sich die Charaktere weiterhin, ihren Alltag aufrechtzuerhalten und sich… Roman über eine Stadt, in der alle Einwohner nach und nach erblinden. Trotz dieser Beeinträchtigung bemühen sich die Charaktere weiterhin, ihren Alltag aufrechtzuerhalten und sich gegenseitig zu unterstützen, um zu überleben. (siehe auch Wikipedia) Ein Weltklassiker, geschrieben auf Lanzarote, und eine, wie man so sagt, beißende Gesellschaftskritik. - [Wag the Dog](https://dushan.org/klassiker/wag-the-dog/) Satire-Film aus dem Jahr 1997 – und heute keinen Deut weniger aktuell. Mit Robert De Niro und Dustin Hoffman. Es geht um einen Krieg, der angezettelt wird, um vom einem politischen Skandal abzulenken … Ein amerikanischer Satire-Film aus dem Jahr 1997 – und heute keinen Deut weniger aktuell. Mit Robert De Niro und Dustin Hoffman. Es geht um einen Krieg, der angezettelt wird, um vom einem politischen Skandal abzulenken … - [Last Night in Sweden](https://dushan.org/klassiker/last-night-in-sweden/) Als Trump darauf hinwies, dass »letzte Nacht in Schweden« problematische Dinge passierten, widersprach die politisch korrekte Klasse vehement. Einige Fotografen gaben sogar ein Buch heraus,… Als Trump darauf hinwies, dass »letzte Nacht in Schweden« problematische Dinge passierten, widersprach die politisch korrekte Klasse vehement. Einige Fotografen gaben sogar ein Buch heraus, mit dem sie belegen wollen, wie »normal« (und super tolerant …) es in Schweden zugeht. - [Sphären. Plurale Sphärologie: Band III: Schäume](https://dushan.org/klassiker/sphaeren-plurale-sphaerologie-band-3-schaeume-peter-sloterdijk/) »Im dritten Band untersucht Sloterdijk, wie unsere moderne Gesellschaft funktioniert. Er erzeugt die Metapher des „Schaums“ als multifokalem Gesellschaftsmodell. Mit diesem Bild versucht er, das… »Im dritten Band untersucht Sloterdijk, wie unsere moderne Gesellschaft funktioniert. Er erzeugt die Metapher des „Schaums“ als multifokalem Gesellschaftsmodell. Mit diesem Bild versucht er, das Paradoxon der „Individualgesellschaft“ zu erfassen und zu beschreiben.« (Wikipedia) - [Slaughterhouse Five](https://dushan.org/klassiker/slaughterhouse-five-kurt-vonnegut/) Der (englische) Klassiker zur Bombardierung Dresdens. Eines der Bücher, die »man gelesen haben muss«, mit Billy Pilgrim, der »unstuck in time« ist, was viel romantischer… Der (englische) Klassiker zur Bombardierung Dresdens. Eines der Bücher, die »man gelesen haben muss«, mit Billy Pilgrim, der »unstuck in time« ist, was viel romantischer klingt als »suffering PTSD«. (Man verzeihe mir das Denglisch – der Link hier geht zum englischen Original.) - [To Rome with Love](https://dushan.org/klassiker/to-rome-with-love-woody-allen/) Der Rom-Klassiker von Woody Allen – ein Film über Menschen, die sich danach sehnen, von ihrer Umgebung neu und anders wahrgenommen zu werden. Der Rom-Klassiker von Woody Allen – ein Film über Menschen, die sich danach sehnen, von ihrer Umgebung neu und anders wahrgenommen zu werden. - [Fight Club (Film)](https://dushan.org/klassiker/fight-club-film/) Die sofort zum neuen Klassiker gewordene Verfilmung des Buches »Fight Club«. Die sofort zum neuen Klassiker gewordene Verfilmung des Buches »Fight Club«. - [Dein Hindernis ist Dein Weg](https://dushan.org/klassiker/ryan-holiday-dein-hindernis-ist-dein-weg/) Die Weisheit der Stoiker, so praktisch wie weise ins Heute übertragen. Ein moderner Klassiker und nach meiner Meinung eines des besten Self-Help-Bücher überhaupt. (Wer Englisch… Die Weisheit der Stoiker, so praktisch wie weise ins Heute übertragen. Ein moderner Klassiker und nach meiner Meinung eines des besten Self-Help-Bücher überhaupt. (Wer Englisch liest, könnte das englische Original lesen wollen.) - [The Obstacle Is the Way (engl.)](https://dushan.org/klassiker/ryan-holiday-the-obstacle-is-the-way/) Die Weisheit der Stoiker, so praktisch wie weise ins Heute übertragen. Ein moderner Klassiker und nach meiner Meinung eines der besten Self-Help-Bücher überhaupt. (Es gibt… Die Weisheit der Stoiker, so praktisch wie weise ins Heute übertragen. Ein moderner Klassiker und nach meiner Meinung eines der besten Self-Help-Bücher überhaupt. (Es gibt auch eine deutsche Übersetzung.) - [Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen](https://dushan.org/klassiker/jared-diamond-kollaps/) Warum gehen so viele Gesellschaften »einfach so« unter? Warum überleben andere? Professor Jared Diamond untersucht es in seinem inzwischen zum Klassiker gewordenen Buch »Kollaps: Warum… Warum gehen so viele Gesellschaften »einfach so« unter? Warum überleben andere? Professor Jared Diamond untersucht es in seinem inzwischen zum Klassiker gewordenen Buch »Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen«. Ich erwähnte den Titel u.a. in den Essays vom 24.9.2020 und vom 22.12.2021. - [Isnogud](https://dushan.org/klassiker/goscinny-isnogud/) Comicserie um den Großwesir Isnogud, der Kalif werden möchte anstelle des Kalifen – und eine wunderbare Parabel darstellt für manchen Politiker, dem einfach das nötige… Comicserie um den Großwesir Isnogud, der Kalif werden möchte anstelle des Kalifen – und eine wunderbare Parabel darstellt für manchen Politiker, dem einfach das nötige Quäntchen an Fortune fehlt. - [Der Mann ohne Eigenschaften](https://dushan.org/klassiker/robert-musil-der-mann-ohne-eigenschaften/) Das Romanwerk, das so viele von uns zu lesen begonnen, aber nicht abgeschlossen haben – womit wir dem Autor nicht vollständig unähnlich wären. Das Romanwerk, das so viele von uns zu lesen begonnen, aber nicht abgeschlossen haben – womit wir dem Autor nicht vollständig unähnlich wären. - [Getting Things Done (engl.)](https://dushan.org/klassiker/david-allen-getting-things-done/) Der Klassiker zur Selbstorganisation (unbedingt auf Englisch lesen, wenn irgend möglich). Selbst wenn Sie die »GTD-Methode« nicht bis ins Details umsetzen, so hat dieses Buch… Der Klassiker zur Selbstorganisation (unbedingt auf Englisch lesen, wenn irgend möglich). Selbst wenn Sie die »GTD-Methode« nicht bis ins Details umsetzen, so hat dieses Buch mir (und Millionen anderen) durchaus geholfen, sich einigermaßen realistisch der täglichen Aufgabenlast zu stellen – und Dinge erledigt zu bekommen. - [Midnight in Paris](https://dushan.org/klassiker/midnight-in-paris/) Der Schriftsteller Gil unternimmt mit seiner Verlobten Inez eine Reise nach Paris. Dort werden die Zeiten und Karten neu gemischt. Wunderbarer Film, der jedem Paris-Nostalgiker… Der Schriftsteller Gil unternimmt mit seiner Verlobten Inez eine Reise nach Paris. Dort werden die Zeiten und Karten neu gemischt. Wunderbarer Film, der jedem Paris-Nostalgiker das Herz hüpfen lässt. - [Besser geht's nicht](https://dushan.org/klassiker/besser-gehts-nicht/) Wikipedia: »Der erfolgreiche New Yorker Schriftsteller Melvin leidet an Zwangsneurosen. In Restaurants nimmt er immer sein eigenes Plastikbesteck mit, zum Händewaschen benutzt er jedes Mal ein neues Stück… Wikipedia: »Der erfolgreiche New Yorker Schriftsteller Melvin leidet an Zwangsneurosen. In Restaurants nimmt er immer sein eigenes Plastikbesteck mit, zum Händewaschen benutzt er jedes Mal ein neues Stück Seife, und auf Pflasterfugen zu treten, ist tabu. Seinen Mitmenschen gegenüber verhält er sich grob und unsensibel. […] Der einzige Mensch, der ihm Paroli bieten kann und mit ihm einigermaßen zurechtkommt, ist die Kellnerin Carol, die ihn in seinem Stammrestaurant bedient…« Melvin wird von Jack Nicholson gespielt, und im Film stellt er eine Frage, die sich mancher von uns auch dieser Tage in vielleicht ganz anderen Kontexten stellt: »What if this is as good as it gets?« (siehe YouTube), zu Deutsch etwa: »Was, wenn das hier so gut ist, wie es eben gut werden kann?« - [Man kann nicht nicht kommunizieren](https://dushan.org/klassiker/paul-watzlawick-man-kann-nicht-nicht-kommunizieren/) Selten hat schon der Titel eines Buches so viel lehrsamen Inhalt beinhaltet wie Watzlawicks »Man kann nicht nicht kommunizieren«. In jeder Interaktion mit einem anderen… Selten hat schon der Titel eines Buches so viel lehrsamen Inhalt beinhaltet wie Watzlawicks »Man kann nicht nicht kommunizieren«. In jeder Interaktion mit einem anderen Menschen senden wir Information aus – wäre es nicht von Vorteil, sich dessen bewusst zu sein? - [Hooked (engl.)](https://dushan.org/klassiker/hooked-nir-eyal/) Aus dem Klappentext: »Why do some products capture our attention while others flop? What makes us engage with certain things out of sheer habit? Is… Aus dem Klappentext: »Why do some products capture our attention while others flop? What makes us engage with certain things out of sheer habit? Is there an underlying pattern to how technologies hook us?« - [Made to Stick (von Chip und Dan Heath)](https://dushan.org/klassiker/made-to-stick-chip-dan-heath/) Aus dem Klappentext: »In Made to Stick, Chip and Dan Heath reveal the anatomy of ideas that stick and explain ways to make ideas stickier, such… Aus dem Klappentext: »In Made to Stick, Chip and Dan Heath reveal the anatomy of ideas that stick and explain ways to make ideas stickier, such as applying the human scale principle, using the Velcro Theory of Memory, and creating curiosity gaps.« - [Contagious (engl.)](https://dushan.org/klassiker/contagious-von-jonah-berger/) Aus dem Klappentext: »Why are some products and ideas talked about more than others? Why do some articles make the most emailed list? Why do… Aus dem Klappentext: »Why are some products and ideas talked about more than others? Why do some articles make the most emailed list? Why do some YouTube videos go viral? Word-of-mouth.« - [Ghost Wars (engl.)](https://dushan.org/klassiker/ghost-wars/) Die Geschichte der geheimen und nicht-so-geheimen »Geister-Kriege« in Afghanistan – bis zum 11. September 2001. Die Geschichte der geheimen und nicht-so-geheimen »Geister-Kriege« in Afghanistan – bis zum 11. September 2001. - [The Glasses](https://dushan.org/klassiker/the-glasses/) Die Seinfeld-Folge, in welcher George seine Brille verliert, einige Ereignisse sieht, die nicht da sind, und eine Zwiebel isst (siehe YouTube). Die Seinfeld-Folge, in welcher George seine Brille verliert, einige Ereignisse sieht, die nicht da sind, und eine Zwiebel isst (siehe YouTube). - [Moral Tribes](https://dushan.org/klassiker/moral-tribes/) Ganzer Titel: »Moral Tribes: Emotion, Reason, and the Gap Between Us and Them (engl.)« – Unser Gehirn ist für das Leben im Stamm geschaffen, also… Ganzer Titel: »Moral Tribes: Emotion, Reason, and the Gap Between Us and Them (engl.)« – Unser Gehirn ist für das Leben im Stamm geschaffen, also fürs Zusammenleben mit einer Auswahl anderer Menschen (»wir«), so die Thes des (englischsprachigen) Buches über »Moralische Stämme« von Joshua Greene. - [Die Natur der Literatur](https://dushan.org/klassiker/robert-habeck-die-natur-der-literatur/) Der ganze Titel lautet »Die Natur der Literatur: Zur gattungstheoretischen Begründung literarischer Ästhetizität« und es ist die Promotionsarbeit des Robert Habeck. – Es ist selten… Der ganze Titel lautet »Die Natur der Literatur: Zur gattungstheoretischen Begründung literarischer Ästhetizität« und es ist die Promotionsarbeit des Robert Habeck. – Es ist selten geworden: Ein Politiker der seine Doktorarbeit selbst geschrieben hat, und diese Arbeit ist noch dazu leicht auffindbar und nachzulesen! – Dieses Werk gibt es etwa bei der Deutschen Nationalbibliothek, laut worldcat.org in Bibliotheken weltweit, und dann natürlich bei amazon.de. - [Entschuldigen Sie meine Störung](https://dushan.org/klassiker/jan-uwe-fitz-entschuldigen-sie-meine-stoerung/) Bestimmt ein Schlüsselwerk des »Taubenvergrämers«. Ich habe das Buch nicht gelesen, aber der Titel, wie auch etwa das Schlafzimmer des Van Gogh, spricht mich an. Bestimmt ein Schlüsselwerk des »Taubenvergrämers«. Ich habe das Buch nicht gelesen, aber der Titel, wie auch etwa das Schlafzimmer des Van Gogh, spricht mich an. - [Apple Watch](https://dushan.org/klassiker/apple-watch/) Die Apple Watch ist mehr als eine Uhr, so viel mehr. Es ist im Grund ein Lebenskonzept und ein mal gutes, mal schlechtes Gewissen –… Die Apple Watch ist mehr als eine Uhr, so viel mehr. Es ist im Grund ein Lebenskonzept und ein mal gutes, mal schlechtes Gewissen – als kleiner Roboter am Handgelenk getragen. Also im Grund so etwas wie so manche Moralschrift, nur eben mit Elektronik, und damit ein wahrer »Klassiker«. - [Überflieger (engl.: Outliers)](https://dushan.org/klassiker/ueberflieger-outliers-malcolm-gladwell/) Was ist das »Geheimnis« des Erfolgs? Sind es einfach nur 10.000 Stunden Übung? Vielleicht ist es auch noch mehr, doch die (vielleicht nicht nur) metaphorischen… Was ist das »Geheimnis« des Erfolgs? Sind es einfach nur 10.000 Stunden Übung? Vielleicht ist es auch noch mehr, doch die (vielleicht nicht nur) metaphorischen 10.000 Stunden scheinen eine Rolle zu spielen, so Malcolm Gladwell. - [Der Untergang des Abendlandes](https://dushan.org/klassiker/spengler-untergang-des-abendlandes/) Oswald Spengler vergleicht das Abendland mit anderen, untergegangenen Hochkulturen. Wie stehen wir da? Nun, der Titel lässt uns Ungutes ahnen… Oswald Spengler vergleicht das Abendland mit anderen, untergegangenen Hochkulturen. Wie stehen wir da? Nun, der Titel lässt uns Ungutes ahnen… - [Propaganda (englisch)](https://dushan.org/klassiker/bernays-propaganda/) Dieser Klassiker des politischen und sonstigen Marketing liest sich eigentlich wie eine Werbeschrift für die Dienste des Herrn Bernays selbst, wie »Propaganda in eigener Sache«… Dieser Klassiker des politischen und sonstigen Marketing liest sich eigentlich wie eine Werbeschrift für die Dienste des Herrn Bernays selbst, wie »Propaganda in eigener Sache« gewissermaßen. – Wie gesagt: eigentlich… - [Menschliches, Allzumenschliches](https://dushan.org/klassiker/nietzsche-menschliches-allzumenschliches/) Wer nicht Nietzsche gelesen hat, wer ihn nicht immer wieder liest, wer sich nicht selbst dabei beobachtet, wie er im Lauf der Jahre zu einem… Wer nicht Nietzsche gelesen hat, wer ihn nicht immer wieder liest, wer sich nicht selbst dabei beobachtet, wie er im Lauf der Jahre zu einem immer anderen Nietzsche-Leser wird, wäre so einer überhaupt ein Leser zu nennen? - [Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny](https://dushan.org/klassiker/aufstieg-und-fall-der-stadt-mahagonny/) Selbst wer nicht so der Brecht-Leser ist, könnte der Klassiker aus Brechts Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny kennen, etwa den Alabama Song (»Oh, moon of… Selbst wer nicht so der Brecht-Leser ist, könnte der Klassiker aus Brechts Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny kennen, etwa den Alabama Song (»Oh, moon of Alabama, we now must say goodbye…«), später meisterhaft vertont etwa von den Doors und David Bowie. - [On Bullshit (engl.)](https://dushan.org/klassiker/on-bullshit/) »Bullshit« mag ein derbes Wort sein – und doch beschreibt es sehr präzise, was täglich etwas in den Talksendungen des deutschen Staatsfunks läuft. In seinem… »Bullshit« mag ein derbes Wort sein – und doch beschreibt es sehr präzise, was täglich etwas in den Talksendungen des deutschen Staatsfunks läuft. In seinem Essay »On Bullshit« (siehe auch engl. Wikipedia) legte der Philosoph Harry G. Frankfurt 1986 tatsächlich eine ernstzunehmende und bis heute in die Debatte hineinwirkende Definition von »Bullshit« vor. - [Cat's in the Cradle](https://dushan.org/klassiker/harry-chapin-cats-in-the-cradle/) Dieses Lied von Harry Chapin ist ein Klassiker zur Beziehung von Söhnen zu ihren Vätern, die zu oft leider zu spät erkennen, dass sie sich… Dieses Lied von Harry Chapin ist ein Klassiker zur Beziehung von Söhnen zu ihren Vätern, die zu oft leider zu spät erkennen, dass sie sich zu wenig Zeit für ihren Nachwuchs nahmen. (Erwähnt im Essay »Generation Corona – die Kindheit lässt sich nicht aufschieben«.) - [Das Robbins Power Prinzip: Befreie die innere Kraft](https://dushan.org/klassiker/das-robbins-power-prinzip-befreie-die-innere-kraft/) Selbsthilfe-Klassiker, der erklärt, wie man die Macht über das eigene Schicksal übernimmt und nutzt. Selbsthilfe-Klassiker, der erklärt, wie man die Macht über das eigene Schicksal übernimmt und nutzt. - [Der Name der Rose](https://dushan.org/klassiker/der-name-der-rose/) Historischer Kriminalroman mit einer der wohl beeindruckendsten Bibliotheken der Literaturgeschichte. Historischer Kriminalroman mit einer der wohl beeindruckendsten Bibliotheken der Literaturgeschichte. - [Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer](https://dushan.org/klassiker/jim-knopf-und-lukas-der-lokomotivfuehrer/) Die Abenteuer von Jim Knopf im Lummerland machen sich nicht nur gut auf Kinder-Nachttischen. Die Abenteuer von Jim Knopf im Lummerland machen sich nicht nur gut auf Kinder-Nachttischen. - [Taj Mahal (von LEGO)](https://dushan.org/klassiker/taj-mahal-lego/) Der Taj Mahal, dieses wunderschöne Mausoleium, das der Großmogul Shah Jahan seiner Geliebten am Ufer des Yamuna bauen ließ – gibt es auch als ziiiiiiemlich teures… Der Taj Mahal, dieses wunderschöne Mausoleium, das der Großmogul Shah Jahan seiner Geliebten am Ufer des Yamuna bauen ließ – gibt es auch als ziiiiiiemlich teures LEGO-Modell! - [Der Staat an seinen Grenzen](https://dushan.org/klassiker/der-staat-an-seinen-grenzen/) Gewohnt klare Worte und unverklärte Einsichten von Thilo Sarrazin. Gewohnt klare Worte und unverklärte Einsichten von Thilo Sarrazin. - [Auf der Suche nach der verlorenen Zeit](https://dushan.org/klassiker/auf-der-suche-nach-der-verlorenen-zeit/) Der siebenteilige Roman von Marcel Proust erschien in den Jahren 1913-1927. Nicht wenigen Stimmen zufolge der wichtigste Roman des 20. Jahrhunderts. Der siebenteilige Roman von Marcel Proust erschien in den Jahren 1913-1927. Nicht wenigen Stimmen zufolge der wichtigste Roman des 20. Jahrhunderts. - [Sunday in the Park with George](https://dushan.org/klassiker/sunday-in-the-park-with-george/) Musical über das Leben des Georges Seurat und sein berühmtestes Gemälde Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte. Musical über das Leben des Georges Seurat und sein berühmtestes Gemälde Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte. - [Hidden Hand](https://dushan.org/klassiker/hidden-hand/) Das Buch ist für August 2020 angekündigt und verspricht offenzulegen, wie China die Welt nach seinem Bild umbaut. Das Buch ist für August 2020 angekündigt und verspricht offenzulegen, wie China die Welt nach seinem Bild umbaut. - [Die Ritter der Kokosnuss](https://dushan.org/klassiker/die-ritter-der-kokosnuss/) Kult-Komödie aus den Zeiten, als Witze noch erlaubt waren. Kult-Komödie aus den Zeiten, als Witze noch erlaubt waren. - [Der Rasenmäher-Mann](https://dushan.org/klassiker/der-rasenmaeher-mann/) Frankenstein im Computerzeitalter. Dieser Horror-Science-Fiction Film aus dem Jahr 1992 basiert auf einer Kurzgeschichte von Stephen King. Frankenstein im Computerzeitalter. Dieser Horror-Science-Fiction Film aus dem Jahr 1992 basiert auf einer Kurzgeschichte von Stephen King. - [Independence Day](https://dushan.org/klassiker/independence-day/) Epischer Action Film mit Will Smith. Außerirdische greifen die Erde an und wollen sie zerstören, passenderweise am Wochenende des 4.Juli, dem amerikanischen Nationalfeiertag. Epischer Action Film mit Will Smith. Außerirdische greifen die Erde an und wollen sie zerstören, passenderweise am Wochenende des 4.Juli, dem amerikanischen Nationalfeiertag. - [As good as it gets](https://dushan.org/klassiker/as-good-as-it-gets/) Jack Nicholson spielt einen Autor, dem es auf den Seiten seiner Bücher einfacher fällt mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Beim Versuch alles beim… Jack Nicholson spielt einen Autor, dem es auf den Seiten seiner Bücher einfacher fällt mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Beim Versuch alles beim Alten zu behalten beschreitet er unvorhergesehene neue Wege. - [Mutter, der Mann mit dem Koks ist da](https://dushan.org/klassiker/mutter-der-mann-mit-dem-koks-ist-da/) Aus Kohle wurde Koks. Falcos liedgewordener Kommentar zu Kausalketten. Aus Kohle wurde Koks. Falcos liedgewordener Kommentar zu Kausalketten. - [Psycho](https://dushan.org/klassiker/psycho/) Der Filmklassiker schlechthin, wenn es um schwierige Mütter geht. Der Filmklassiker schlechthin, wenn es um schwierige Mütter geht. - [The Hate U Give](https://dushan.org/klassiker/the-hate-u-give/) In diesem Jugendroman erzählt die Autorin die Geschichte rund um die Erschießung eines jungen, schwarzen Mannes durch Polizisten. Die Autorin will dem Leser die "Black… In diesem Jugendroman erzählt die Autorin die Geschichte rund um die Erschießung eines jungen, schwarzen Mannes durch Polizisten. Die Autorin will dem Leser die "Black Lives Matter"-Bewegung näherbringen und verständlich machen. - [Der Waldgang](https://dushan.org/klassiker/der-waldgang/) Essay von Ernst Jünger aus dem Jahr 1951. Essay von Ernst Jünger aus dem Jahr 1951. - [The New York Trilogy](https://dushan.org/klassiker/the-new-york-trilogy/) Die Roman-Sammlung, die Paul Auster berühmt machte. Die Roman-Sammlung, die Paul Auster berühmt machte. - [The Death of Ben Linder](https://dushan.org/klassiker/the-death-of-ben-linder/) Eine jener wahren Geschichten, die einen gleichzeitig beflügelt und zum Weinen bringt. Eine jener wahren Geschichten, die einen gleichzeitig beflügelt und zum Weinen bringt. - [Kill Bill](https://dushan.org/klassiker/kill-bill/) Eine Frau wacht aus dem Koma auf und übt Rache. Eine Frau wacht aus dem Koma auf und übt Rache. - [Annie Hall](https://dushan.org/klassiker/annie-hall/) Wenn man von Woody Allen nur einen Film gesehen haben sollte, dann selbstredend diesen. Auf Deutsch heißt dieser Klassiker »Der Stadtneurotiker«. Wenn man von Woody Allen nur einen Film gesehen haben sollte, dann selbstredend diesen. Auf Deutsch heißt dieser Klassiker »Der Stadtneurotiker«. - [Das Risiko und sein Preis – Skin in the Game](https://dushan.org/klassiker/das-risiko-und-sein-preis-skin-in-the-game/) Der Autor des Bestsellers »Der schwarze Schwan« legt hier ein weiteres faszinierendes Buch über Entscheidungen und ihre Folgen vor. Wenn Entscheider nicht die Folgen ihrer… Der Autor des Bestsellers »Der schwarze Schwan« legt hier ein weiteres faszinierendes Buch über Entscheidungen und ihre Folgen vor. Wenn Entscheider nicht die Folgen ihrer Entscheidungen tragen müssen, wie wirkt sich das aufs Risikomanagement aus? - [Die Hierarchie der Opfer](https://dushan.org/klassiker/die-hierarchie-der-opfer/) Dieses Buch von Martin Lichtmesz befasst sich mit der »Hierarchie der Opfer«, wenn es um Gewalt gegen bzw. von Migranten geht. Das eine führt zu… Dieses Buch von Martin Lichtmesz befasst sich mit der »Hierarchie der Opfer«, wenn es um Gewalt gegen bzw. von Migranten geht. Das eine führt zu Empörung und vielzähligen Aktionen. Das andere wird vertuscht, verschwiegen, es wird weggeschaut. Eine lesenswerte Beobachtung und Analyse der letzten Jahre seit 2015. - [Risiko, das Spiel (Englisch: »Risk«)](https://dushan.org/klassiker/risiko-das-spiel/) Der Kampf um die Weltherrschaft, erwähnt bei Seinfeld – und im Text »Die Welt möge dein Spielbrett sein«. Der Kampf um die Weltherrschaft, erwähnt bei Seinfeld – und im Text »Die Welt möge dein Spielbrett sein«. - [Jenseits von Gut und Böse: Zur Genealogie der Moral](https://dushan.org/klassiker/jenseits-von-gut-und-boese-zur-genealogie-der-moral/) Dieses Werk Nietzsches erschien im August 1886 und wurde von Nietzsche selbst finanziert. Geschrieben hatte er es im Winter 1885/86 in Nizza. Dieses Werk Nietzsches erschien im August 1886 und wurde von Nietzsche selbst finanziert. Geschrieben hatte er es im Winter 1885/86 in Nizza. - [Farm der Tiere](https://dushan.org/klassiker/farm-der-tiere/) Vom Meister der Dystopien, George Orwell, der Roman, der uns neben anderen folgendes Zitat schenkte: Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher als die… Vom Meister der Dystopien, George Orwell, der Roman, der uns neben anderen folgendes Zitat schenkte: Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher als die anderen. - [Schöne neue Welt](https://dushan.org/klassiker/schoene-neue-welt/) Dystopischer Roman aus dem Jahr 1932, der eine totalitäre Diktatur beschreibt, in welcher die öffentliche Moral mit moralisch dann doch fragwürdigen Mitteln hergestellt wird. Dystopischer Roman aus dem Jahr 1932, der eine totalitäre Diktatur beschreibt, in welcher die öffentliche Moral mit moralisch dann doch fragwürdigen Mitteln hergestellt wird. - [Nie zweimal in denselben Fluß](https://dushan.org/klassiker/nie-zweimal-in-denselben-fluss/) Björn Höcke im Gespräch mit Sebastian Hennig – wird im Essay War 2015 ein »Testlauf«? erwähnt. Björn Höcke im Gespräch mit Sebastian Hennig – wird im Essay War 2015 ein »Testlauf«? erwähnt. - [Die göttliche Komödie](https://dushan.org/klassiker/die-goettliche-komoedie/) Auf halbem Weg des Menschenlebens fand ich mich in einen finstern Wald verschlagen, Weil ich vom rechten Weg mich abgewandt … Auf halbem Weg des Menschenlebens fand ich mich in einen finstern Wald verschlagen, Weil ich vom rechten Weg mich abgewandt … - [Gefangen in Nordkorea](https://dushan.org/klassiker/gefangen-in-nordkorea/) Kenneth Bae beschreibt seine Gefangenschaft in Nordkorea. Kenneth Bae beschreibt seine Gefangenschaft in Nordkorea. - [Venus im Pelz](https://dushan.org/klassiker/leopold-von-sacher-masoch-venus-im-pelz/) Der Autor heißt »Leopold von Sacher-Masoch« – und ja, das »Masoch« ist Wurzel des Wortes »Masochismus«. (Erwähnt im Essay vom 29.2.2020) Der Autor heißt »Leopold von Sacher-Masoch« – und ja, das »Masoch« ist Wurzel des Wortes »Masochismus«. (Erwähnt im Essay vom 29.2.2020) - [Steve Jobs](https://dushan.org/klassiker/steve-jobs/) Die Geschichte eines Menschen, der unser heutiges Leben geprägt hat. Die Geschichte eines Menschen, der unser heutiges Leben geprägt hat. - [Die fabelhafte Welt der Amelie](https://dushan.org/klassiker/die-fabelhafte-welt-der-amelie/) Für alle Paris-Liebhaber einer der liebsten Filme der letzten Jahrzehnte. Ein Film wie eine Crème brûlée. Für alle Paris-Liebhaber einer der liebsten Filme der letzten Jahrzehnte. Ein Film wie eine Crème brûlée. - [Dürfen darf man alles: Lebensweisheiten](https://dushan.org/klassiker/tucholsky-duerfen-darf-man-alles-lebensweisheiten/) In einem Aphorismus von Tucholsky steckt mehr Scharfsinn als bei manchem anderem im ganzen Lebenswerk – mindestens! In einem Aphorismus von Tucholsky steckt mehr Scharfsinn als bei manchem anderem im ganzen Lebenswerk – mindestens! - [The Dark Knight Rises](https://dushan.org/klassiker/the-dark-knight-rises/) Der 3. Teil der bislang neuesten Batman-Trilogie von Christopher Nolan. Der 3. Teil der bislang neuesten Batman-Trilogie von Christopher Nolan. - [Alice im Wunderland](https://dushan.org/klassiker/alice-im-wunderland/) Durch den Kaninchenbau geht es ins Wunderland. Klassischer Unsinn vom Feinsten Durch den Kaninchenbau geht es ins Wunderland. Klassischer Unsinn vom Feinsten - [The Bizarro Jerry](https://dushan.org/klassiker/bizarro-jerry/) Staffel 8, Episode 3, deutsche Fassung: Irgendwas stimmt nicht. Jerry Seinfeld in einer Welt, die die Umkehrung der eigentlichen Seinfeld-Welt ist. Staffel 8, Episode 3, deutsche Fassung: Irgendwas stimmt nicht. Jerry Seinfeld in einer Welt, die die Umkehrung der eigentlichen Seinfeld-Welt ist. - [Masters of War](https://dushan.org/klassiker/masters-of-war/) Ein prophetischer Song von Bob Dylan. Ein prophetischer Song von Bob Dylan. - [Deutschland verdummt: Wie das Bildungssystem die Zukunft unserer Kinder verbaut](https://dushan.org/klassiker/deutschland-verdummt/) Der neue klarsichtige Bestseller von Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Winterhoff. Der neue klarsichtige Bestseller von Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Winterhoff. - [Der große Gatsby](https://dushan.org/klassiker/der-grosse-gatsby/) Der Roman über den American Dream. Der Roman über den American Dream. - [Die Verwandlung](https://dushan.org/klassiker/die-verwandlung/) Kafkas berühmteste Geschichte und eine derer, die sich vielleicht am besten nachempfinden lassen. Kafkas berühmteste Geschichte und eine derer, die sich vielleicht am besten nachempfinden lassen. - [Anna Karenina](https://dushan.org/klassiker/anna-karenina/) Russische Leichtigkeit, wie wir sie kennen und lieben. Russische Leichtigkeit, wie wir sie kennen und lieben. - [Eine Geschichte aus zwei Städten](https://dushan.org/klassiker/eine-geschichte-aus-zwei-staedten/) Ein historischer Roman mit bestem Unterhaltungsfaktor. Ein historischer Roman mit bestem Unterhaltungsfaktor. - [Die Bibel](https://dushan.org/klassiker/die-bibel/) Seit einigen Jahrtausenden ein echter Bestseller. Seit einigen Jahrtausenden ein echter Bestseller. - [Der Zirkus: Ein Jahr im Innersten der Politik](https://dushan.org/klassiker/der-zirkus/) Nils Minkmar bietet einen Blick hinter die Kulissen. Nils Minkmar bietet einen Blick hinter die Kulissen. - [Die Warnung: Wie der Rechtsstaat ausgehöhlt wird.](https://dushan.org/klassiker/die-warnung-wie-der-rechtsstaat-ausgehoehlt-wird/) Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts bringt seine Sorgen auf den Punkt. Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts bringt seine Sorgen auf den Punkt. - [Kommuniziere mit Deinem Engel](https://dushan.org/klassiker/kommuniziere-mit-deinem-engel/) Der Titel kommuniziert bereits für sich selbst. Der Titel kommuniziert bereits für sich selbst. - [Bestellungen beim Universum](https://dushan.org/klassiker/bestellungen-beim-universum/) Mit diesem Bestseller fing alles an. Mittlerweile gibt es Nachhilfebücher, Jokerkarten, Reklamationsanleitungen und vieles mehr. Mit diesem Bestseller fing alles an. Mittlerweile gibt es Nachhilfebücher, Jokerkarten, Reklamationsanleitungen und vieles mehr. - [Benzema](https://dushan.org/klassiker/capital-bra-benzema/) Song des aus der Ukraine stammenden Rappers Capital Bra – des bis dato erfolgreichsten deutschen Künstlers, wenn man die Zahl der Nummer-1-Hits in einem Jahr auswertet. Song des aus der Ukraine stammenden Rappers Capital Bra – des bis dato erfolgreichsten deutschen Künstlers, wenn man die Zahl der Nummer-1-Hits in einem Jahr auswertet. - [1984](https://dushan.org/klassiker/1984/) Der rückblickend prophetische Klassiker, der als Dystopie geschrieben war und mittlerweile scheinbar immer häufiger von den Mächtigen als Gebrauchsanweisung genutzt wird. Der rückblickend prophetische Klassiker, der als Dystopie geschrieben war und mittlerweile scheinbar immer häufiger von den Mächtigen als Gebrauchsanweisung genutzt wird. - [Avengers: Endgame](https://dushan.org/klassiker/avengers-endgame/) Bei all dem Mittelmaß, das uns umgibt, sind Superhelden genau das, was man braucht. Bei all dem Mittelmaß, das uns umgibt, sind Superhelden genau das, was man braucht. - [Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk](https://dushan.org/klassiker/schwejk/) Der brave Soldat Schwejk ist ein Lieblingsbuch vieler Tschechen aber auch weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und beliebt. Es handelt vom listigen Schwejk, der… Der brave Soldat Schwejk ist ein Lieblingsbuch vieler Tschechen aber auch weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und beliebt. Es handelt vom listigen Schwejk, der versucht, sich vorm Kriegseinsatz zu drücken. Das Buch wird erwähnt im Text »Auch in dir steckt ein kleiner Schwejk!«. - [Ronald Reagan: How an Ordinary Man Became an Extraordinary Leader](https://dushan.org/klassiker/dinesh-dsouza-ronald-reagan/) Englischsprachige Biographie von Ronald Reagan, populär geschrieben von Dinesh D'Souza, einem prominenten amerikanischen Politik-Autoren und ehemaligem Berater in Weißen Haus unter Reagan. Englischsprachige Biographie von Ronald Reagan, populär geschrieben von Dinesh D'Souza, einem prominenten amerikanischen Politik-Autoren und ehemaligem Berater in Weißen Haus unter Reagan. - [It's okay to be different](https://dushan.org/klassiker/its-okay-to-be-different/) Englisches Kinderbuch, das die ursprünglich positiven Seiten der Toleranz feiert. Englisches Kinderbuch, das die ursprünglich positiven Seiten der Toleranz feiert. - [Ich bin ok - Du bist ok](https://dushan.org/klassiker/ich-bin-ok-du-bist-ok/) Der Selbsthilfe-Bestseller aus den 70ern. Manchem würde es nicht schaden, da noch einmal reinzuschauen. Der Selbsthilfe-Bestseller aus den 70ern. Manchem würde es nicht schaden, da noch einmal reinzuschauen. - [Der Ehrliche ist der Dumme](https://dushan.org/klassiker/der-ehrliche-ist-der-dumme/) Dieses Buch von Ulrich Wickert liest sich wie eine Schrift aus einer klügeren Zeit. Vielleicht, weil es genau das ist: ein bemerkenswerter Essay über den… Dieses Buch von Ulrich Wickert liest sich wie eine Schrift aus einer klügeren Zeit. Vielleicht, weil es genau das ist: ein bemerkenswerter Essay über den Wertewandel und -verlust, in dessen Epizentrum wir uns mittlerweile befinden. - [The Dip](https://dushan.org/klassiker/the-dip/) Eines der Bücher, das man liest und ab dem Moment immer wieder daran zurückdenkt. Es geschieht so häufig, dass man sich in einer Situation befindet,… Eines der Bücher, das man liest und ab dem Moment immer wieder daran zurückdenkt. Es geschieht so häufig, dass man sich in einer Situation befindet, in der man sich fragt, ob man weitermachen soll oder aufgeben soll. Seth Godin behandelt dieses Thema in wunderbarer Klarheit und Prägnanz. Dieses Buch kann man auch gerne seinen Kindern mit in die Tasche packen, denn es ist ein großer Unterschied, ob man den Weg des geringsten Widerstandes geht und so niemals irgendwo ankommt oder ob man verzweifelt und vergeblich gegen übermächtige Gegner ankämpft und die eigenen Kräfte weit wirkungsvoller anderweitig zum Einsatz bringen könnte. - [Alle Satiren](https://dushan.org/klassiker/kishon-satiren/) Eine wunderbare Sammlung der Satiren von Ephraim Kishon – regelmäßige Abendlektüre bei den Wegners daheim! Eine wunderbare Sammlung der Satiren von Ephraim Kishon – regelmäßige Abendlektüre bei den Wegners daheim! - [Englishman in New York](https://dushan.org/klassiker/englishman-in-new-york/) Wenige andere Lieder dürften so genau beschreiben, wie fremd ein Gentleman sich in einer Welt von Rüpeln fühlt, wie eben dieses Lied von Sting. Inspiriert… Wenige andere Lieder dürften so genau beschreiben, wie fremd ein Gentleman sich in einer Welt von Rüpeln fühlt, wie eben dieses Lied von Sting. Inspiriert wurde Sting zu diesem Stück von Quentin Crisp. - [Per Anhalter durch die Galaxis](https://dushan.org/klassiker/per-anhalter-durch-die-galaxis/) Wer könnte nicht gut ein Buch gebrauchen, das einem in großen, freundlichen Buchstaben entgegenruft: Keine Panik! Per Anhalter durch die Galaxis aus den 80er Jahren… Wer könnte nicht gut ein Buch gebrauchen, das einem in großen, freundlichen Buchstaben entgegenruft: Keine Panik! Per Anhalter durch die Galaxis aus den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts ist genau so ein Buch. - [In the Air Tonight (Lied)](https://dushan.org/klassiker/in-the-air-tonight-lied/) Dieses Lied von Phil Collins aus dem Jahr 1981 dürfte in keiner neuen Musikgeschichte fehlen. Dieses Lied von Phil Collins aus dem Jahr 1981 dürfte in keiner neuen Musikgeschichte fehlen. - [T.S. Eliot: Gesammelte Gedichte 1909-1962](https://dushan.org/klassiker/t-s-eliot-gesammelte-gedichte-1909-1962/) Ob nun «Das wüste Land», «Die hohlen Männer» oder «Liebeslied des J. Alfred Prufrock», die Gedichte von T.S. Eliot bieten auch heute Trost und gute… Ob nun «Das wüste Land», «Die hohlen Männer» oder «Liebeslied des J. Alfred Prufrock», die Gedichte von T.S. Eliot bieten auch heute Trost und gute Gesellschaft für herbstliche und andere Stunden. In der vorliegenden Fassung haben eine ganze Reihe namhafter deutscher Dichter die Gedichte ins Deutsche übersetzt, unter anderen: Hans Magnus Enzensberger, Erich Kästner und Carl Zuckmayer. - [Und täglich grüßt das Murmeltier](https://dushan.org/klassiker/taeglich-gruesst-das-murmeltier/) Dieser ikonische Zeitschleifenfilm hat mittlerweile sprichwörtlichen Charakter erreicht. "Und täglich grüßt das Murmeltier" ist zum geflügelten Wort geworden, wenn sich der Alltag fast unverändert zu… Dieser ikonische Zeitschleifenfilm hat mittlerweile sprichwörtlichen Charakter erreicht. "Und täglich grüßt das Murmeltier" ist zum geflügelten Wort geworden, wenn sich der Alltag fast unverändert zu wiederholen scheint. Aber auch, wenn immer wieder Ereignisse stattfinden, die wir nicht verhindern können, egal wie sehr wir es versuchen. Es lohnt sich, sich den Ursprung des Sprichworts nochmal anzusehen. Ein fast 30 Jahre jüngerer Bill Murray lässt sicher in jedem von uns einige Gedanken über Zeit und Vergänglichkeit aufkommen. - [Kommt ein Pferd in die Bar](https://dushan.org/klassiker/kommt-ein-pferd-in-die-bar/) Ein ganzes Leben in einem Witzeabend: der Auftritt des Stand-Up Comedians Dovele findet vor einem durchschnittlichen Publikum statt, mit Ausnahme eines besonderen Gastes, einem Richter,… Ein ganzes Leben in einem Witzeabend: der Auftritt des Stand-Up Comedians Dovele findet vor einem durchschnittlichen Publikum statt, mit Ausnahme eines besonderen Gastes, einem Richter, den der Komiker aus Kindheitstagen kennt. Für ihn stellt sich der 57-Jährige auf die Bühne und breitet sein Leben aus. - [Die unendliche Geschichte (Film)](https://dushan.org/klassiker/die-unendliche-geschichte-film/) Die unendliche Geschichte handelt vom Reich Phantásien, das vom Nichts bedroht ist. Ein tapferer Junge, Atréju, wird von der todkranken Kindlichen Kaiserin losgeschickt, um sie… Die unendliche Geschichte handelt vom Reich Phantásien, das vom Nichts bedroht ist. Ein tapferer Junge, Atréju, wird von der todkranken Kindlichen Kaiserin losgeschickt, um sie und das Reich zu retten. Die Verfilmung aus dem Jahr 1984 beeindruckt durch fast schon historisch wertvolle Animationen und Spezialeffekte. - [Die unendliche Geschichte (Buch)](https://dushan.org/klassiker/die-unendliche-geschichte-buch/) Das geliebte Kinderbuch von Michael Ende erzählt die Geschichte des Reiches Phantásien, das vom Nichts bedroht ist. Ein tapferer Junge, Atréju, wird von der todkranken… Das geliebte Kinderbuch von Michael Ende erzählt die Geschichte des Reiches Phantásien, das vom Nichts bedroht ist. Ein tapferer Junge, Atréju, wird von der todkranken Kindlichen Kaiserin losgeschickt, um sie und das Reich zu retten. Wenn man nur ein einziges Buch in seiner Kindheit zur Verfügung hätte, mit diesem wäre man gut gerüstet. Und für diejenigen, die das Bewegtbild vorziehen, gibt es auch den Film. - [Im ersten Kreis](https://dushan.org/klassiker/im-ersten-kreis/) In Anspielung auf Dantes Göttliche Komödie, schildert Solschenizyn in diesem Buch das Leben in einem Arbeitslager für Wissenschaftler und Ingenieure. Die Schilderungen basieren auf seinen… In Anspielung auf Dantes Göttliche Komödie, schildert Solschenizyn in diesem Buch das Leben in einem Arbeitslager für Wissenschaftler und Ingenieure. Die Schilderungen basieren auf seinen eigenen Erlebnissen. - [Die Nashörner (Erzählungen)](https://dushan.org/klassiker/die-nashoerner-ionesco/) Auf der Erzählung »Die Nashörner« von Eugène Ionesco basiert das spätere Drama gleichen Namens. Es wird als Mahnung und emotionale Reaktion auf den Totalitarismus gelesen… Auf der Erzählung »Die Nashörner« von Eugène Ionesco basiert das spätere Drama gleichen Namens. Es wird als Mahnung und emotionale Reaktion auf den Totalitarismus gelesen und gehört zum Kanon, den man »kennen sollte«, um zumindest Worte und Sprachbilder dafür zu haben, wenn und wie Geschichte sich wiederholt. - [Alarm im Kasperletheater - DVD](https://dushan.org/klassiker/alarm-im-kasperletheater-dvd/) Alarm im Kasperletheater war in Ostdeutschland ein Zeichentrickfilmklassiker. Es geht um den Geburtstag der Oma, für den Kasperle Pfannkuchen besorgen soll. Die werden jedoch vom… Alarm im Kasperletheater war in Ostdeutschland ein Zeichentrickfilmklassiker. Es geht um den Geburtstag der Oma, für den Kasperle Pfannkuchen besorgen soll. Die werden jedoch vom Teufelchen verputzt. Und dann gibt es doch noch eine Feier! Es soll einige Varianten dieses Films auf Video-Seiten im Internet geben – Sie können ja danach suchen, doch wenn Sie Ihren Kindern (oder sich selbst, klar) die Geschichte vorlesen möchten, ist es vielleicht das Buch, was Sie suchen. Auf diesen Film und das Kinderbuch, auf dem er basiert, wird verlinkt im Text: Kasperletheater und Westfernsehen - [Alarm im Kasperletheater](https://dushan.org/klassiker/alarm-im-kasperletheater/) Die Geschichte vom Kasperle, der die Geburtstagsfeier seiner Oma zum Erfolg werden lässt, obwohl das Teufelchen ihm dabei sehr hinderlich ist. Dieses Kinderbuch wurde von… Die Geschichte vom Kasperle, der die Geburtstagsfeier seiner Oma zum Erfolg werden lässt, obwohl das Teufelchen ihm dabei sehr hinderlich ist. Dieses Kinderbuch wurde von der DEFA als Zeichentrick verfilmt und so in der ehemaligen DDR zu einem Klassiker. Aus diesem Buch wird zitiert im Text: Kasperletheater und Westfernsehen.   - [Das Peter Prinzip oder die Hierarchie der Unfähigen](https://dushan.org/klassiker/das-peter-prinzip-oder-die-hierarchie-der-unfaehigen/) Peters These ist, dass jedes Mitglied einer ausreichend komplexen Hierarchie so lange befördert wird, bis es das Maß seiner absoluten Unfähigkeit erreicht hat, was in… Peters These ist, dass jedes Mitglied einer ausreichend komplexen Hierarchie so lange befördert wird, bis es das Maß seiner absoluten Unfähigkeit erreicht hat, was in der Regel das persönliche Maximum der Karriere­leiter markiert und weitere Beförderungen ausbleiben lässt. Peter: „Nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, seine Aufgabe zu erfüllen.“ (Quelle: Wikipedia) - [Hamlet](https://dushan.org/klassiker/hamlet-shakespeare/) Jemand sagte einmal über Shakespeare, es sei nicht zu verstehen, was daran so besonders sein solle, es sei doch nur ein berühmtes Zitat nach dem… Jemand sagte einmal über Shakespeare, es sei nicht zu verstehen, was daran so besonders sein solle, es sei doch nur ein berühmtes Zitat nach dem anderen. (Hamlet wird unter anderem im Essay »Der Fisch stinkt vom Staatsfunk her« zitiert.) Einige supermegaberühmte Zitate aus Shakespeares Hamlet: Etwas ist faul im Staate Dänemark! (Something is rotten in the state of Denmark.) Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode. (Though this be madness, yet there is method in 't.) Es gibt mehr Ding' im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt. (There are more things in Heaven and Earth than are dream't of in your Philosophy.) … uuuund natürlich, das berühmteste aller Bühnenzitate jemals: Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage. (To be, or not to be: that is the question.) Der durchschnittliche deutsche Feierabendleser wird Hamlet kaum im englischen Original einfach so zum und mit Vergnügen durchlesen. Eine ins Deutsche übersetzte Fassung ist da schon eingänglicher, doch es bleibt ein wenig, wie eine Symphonie genießen zu wollen, indem man die Noten der Partitur liest. Shakespeare gehört zuerst auf die Bühne. Wer in seiner Stadt nur dieses avantgardistische Gerümpel auf der Bühne findet, kann sich dank Internet und Heimkino eine solide Aufführung nach Hause holen – und während er diese schaut, kann und sollte er mitlesen, ob auf Papier oder dem E-Reader. - [Fight Club (Buch)](https://dushan.org/klassiker/fight-club-chuck-palahniuk/) Die erste Regel von Fight Club ist … Die erste Regel von Fight Club ist … - [Theorie des kommunikativen Handelns](https://dushan.org/klassiker/theorie-des-kommunikativen-handelns/) Die Theorie des kommunikativen Handelns, das Hauptwerk von Jürgen Habermas, thematisiert die praktische und theoriekritische Bedeutung des kommunikativen Handelns für das soziale Leben der (post-)modernen… Die Theorie des kommunikativen Handelns, das Hauptwerk von Jürgen Habermas, thematisiert die praktische und theoriekritische Bedeutung des kommunikativen Handelns für das soziale Leben der (post-)modernen Gesellschaft. - [Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft: Antisemitismus. Imperialismus. Totale Herrschaft](https://dushan.org/klassiker/elemente-und-urspruenge-totaler-herrschaft-antisemitismus-imperialismus-totale-herrschaft/) Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (1955 auf Deutsch erschienen) ist das umfangreichste Buch der politischen Theoretikerin Hannah Arendt und wird vielfach als ihr Hauptwerk bezeichnet.… Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (1955 auf Deutsch erschienen) ist das umfangreichste Buch der politischen Theoretikerin Hannah Arendt und wird vielfach als ihr Hauptwerk bezeichnet. Arendt untersucht darin die historische Entstehung und die gemeinsamen politischen Merkmale des Nationalsozialismus und des Stalinismus. Der Titel zählt zu einem der frühesten Standardwerke der Totalitarismusforschung. - [Der freie Markt und seine Feinde: Pseudowissenschaft, Sozialismus und Inflation](https://dushan.org/klassiker/der-freie-markt-und-seine-feinde-pseudowissenschaft-sozialismus-und-inflation/) Ludwig von Mises war ein österreichisch-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Theoretiker des klassischen Liberalismus und Libertarismus. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Österreichischen Schule der… Ludwig von Mises war ein österreichisch-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Theoretiker des klassischen Liberalismus und Libertarismus. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie im 20. Jahrhundert. - [Der Weg zur Knechtschaft](https://dushan.org/klassiker/der-weg-zur-knechtschaft/) Der Weg zur Knechtschaft ist ein Werk von Friedrich August von Hayek, Träger des Wirtschaftsnobelpreises, Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften. Es markiert den Beginn seiner Auseinandersetzung mit… Der Weg zur Knechtschaft ist ein Werk von Friedrich August von Hayek, Träger des Wirtschaftsnobelpreises, Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften. Es markiert den Beginn seiner Auseinandersetzung mit dem Sozialismus. Das Buch entstand zwischen 1940 und 1943 und erschien 1944 in England unter dem Titel The Road to Serfdom. 1945 erschien eine deutsche Übersetzung, noch 1947 war das Buch jedoch auch im Westen wegen seiner anti-sowjetischen Haltung verboten. Eine Neuauflage erschien 2009. Es gilt neben Die Verfassung der Freiheit als eines der Hauptwerke Hayeks - [Der Mythos des Sisyphos](https://dushan.org/klassiker/der-mythos-des-sisyphos/) Der Mythos des Sisyphos ist ein philosophischer Essay von Albert Camus aus dem Jahr 1942. Der Mythos des Sisyphos ist neben Der Mensch in der… Der Mythos des Sisyphos ist ein philosophischer Essay von Albert Camus aus dem Jahr 1942. Der Mythos des Sisyphos ist neben Der Mensch in der Revolte (L’homme révolté) das wichtigste philosophische Werk Camus’. In Der Mythos des Sisyphos entwickelt Camus seine Philosophie des Absurden, die eng mit dem Existentialismus verwandt ist. Der Essay ist im Zusammenhang mit dem Bühnenstück Caligula (Uraufführung 1945) und dem Roman Der Fremde (L’Étranger, 1942) zu sehen. Die Thematik des Absurden, welche Camus in diesem Werk entwickelt, findet sich jedoch nicht nur in diesen Werken, sondern durchzieht Camus’ Oeuvre, so sind zum Beispiel diese Motive auch in Die Pest (La Peste, 1947) vorhanden. - [Über die Freiheit](https://dushan.org/klassiker/ueber-die-freiheit/) Über die Freiheit ist ein philosophisches Werk des englischen Philosophen John Stuart Mill, das erstmals 1859 veröffentlicht wurde. Für den damaligen viktorianischen Leser war es… Über die Freiheit ist ein philosophisches Werk des englischen Philosophen John Stuart Mill, das erstmals 1859 veröffentlicht wurde. Für den damaligen viktorianischen Leser war es ein radikales Werk, das moralische und ökonomische Freiheit von Individuen gegenüber dem souveränen Staat forderte. Über die Freiheit war ein enorm einflussreiches Werk. Die präsentierten Ideen waren die Basis vieler politischer Gedanken. Das Werk ist recht kurz und auch durch Nicht-Experten leicht lesbar. - [Grundlegung zur Metaphysik der Sitten](https://dushan.org/klassiker/grundlegung-zur-metaphysik-der-sitten/) „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ So lautet eine Formulierung des kategorischen Imperativs. In… „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ So lautet eine Formulierung des kategorischen Imperativs. In der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten stellt Kant den Imperativ vor. - [Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand](https://dushan.org/klassiker/eine-untersuchung-ueber-den-menschlichen-verstand/) Die meisten Menschen neigen von Natur zu absprechenden und entschiedenden Behauptungen, sie sehen die Gegenstände nur von einer Seite, denken nicht an die Gegengründe und… Die meisten Menschen neigen von Natur zu absprechenden und entschiedenden Behauptungen, sie sehen die Gegenstände nur von einer Seite, denken nicht an die Gegengründe und erfassen so die ihnen zusagenden Grundsätze mit Heftigkeit und ohne Nachsicht für die, welche anderer Ansicht sind. - [Versuch über den menschlichen Verstand](https://dushan.org/klassiker/versuch-ueber-den-menschlichen-verstand/) Versuch über den menschlichen Verstand des englischen Philosophen John Locke, in erster Auflage 1690 in London erschienen, wurde zum klassischen Titel empiristischer Erkenntnistheorie. Locke untersucht… Versuch über den menschlichen Verstand des englischen Philosophen John Locke, in erster Auflage 1690 in London erschienen, wurde zum klassischen Titel empiristischer Erkenntnistheorie. Locke untersucht im ersten Buch zunächst den Ursprung der Ideen und entwickelte eine Vielzahl pragmatischer Argumente zur Ablehnung angeborener Ideen. Seine Grundthese lautete: Nihil est in intellectu quod non (prius) fuerit in sensibus (Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen gewesen wäre). Das zweite Buch befasst sich mit dem Zusammenhang der Ideen mit der Erfahrung. Das menschliche Bewusstsein ist bei der Geburt eine tabula rasa, auf das die Erfahrung erst schreibt. Ausgangspunkt der Erkenntnis ist die sinnliche Wahrnehmung. Allerdings war Locke kein Sensualist. Er unterschied äußere Wahrnehmungen (sensations) und innere Wahrnehmungen (reflections). Der nächste Schritt ist im dritten Buch die Untersuchung der Rolle der Sprache, ihres Zusammenhangs mit den Ideen und ihre Bedeutung für das Wissen. - [Leviathan](https://dushan.org/klassiker/leviathan/) Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und staatlichen Gemeinwesens ist der Titel einer staatstheoretischen Schrift des Engländers Thomas Hobbes aus dem Jahr 1651.… Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und staatlichen Gemeinwesens ist der Titel einer staatstheoretischen Schrift des Engländers Thomas Hobbes aus dem Jahr 1651. Sie ist eines der bedeutendsten Werke der westlichen politischen Philosophie und eine der theoretischen Grundlagen neuzeitlicher Politikwissenschaft. - [Nikomachische Ethik](https://dushan.org/klassiker/nikomachische-ethik/) Die Nikomachische Ethik des Aristoteles will einen Leitfaden dazu geben, wie man ein guter Mensch werden und ein Leben im Sinne der Eudaimonia/Glückseligkeit führen kann.… Die Nikomachische Ethik des Aristoteles will einen Leitfaden dazu geben, wie man ein guter Mensch werden und ein Leben im Sinne der Eudaimonia/Glückseligkeit führen kann. Da hierfür der Begriff des Handelns zentral ist, ist bereits im ersten Satz davon die Rede: „Jedes praktische Können und jede wissenschaftliche Untersuchung, ebenso alles Handeln und Wählen, strebt nach einem Gut, wie allgemein angenommen wird.“ Ein Gut kann dabei entweder nur dazu da sein, ein weiteres Gut zu befördern (es wird dann zu den poietischen Handlungen gezählt), oder es kann ein anderes Gut befördern und gleichzeitig „um seiner selbst willen erstrebt werden“ (es hat dann praktischen Charakter), oder aber es kann als höchstes Gut das Endziel allen Handelns darstellen (= absolute Praxis). Dadurch wird das Werk durch die Frage bestimmt, wie das höchste Gut, oder auch das höchste Ziel, beschaffen und wie es zu erreichen ist. - [Das Buch der fünf Ringe: Klassische Strategien aus dem alten Japan](https://dushan.org/klassiker/das-buch-der-fuenf-ringe-klassische-strategien-aus-dem-alten-japan/) Das Buch der fünf Ringe ist ein japanisches Werk über Kampfkunst-Strategie, das der Rōnin Miyamoto Musashi von etwa 1643 bis 1645 verfasste. In dem Buch beschreibt der Autor in fünf Kapiteln die Wesenheiten und Denkweisen, die ein Samurai aufweisen sollte. Heute ist das Buch in Japan neben dem Hagakure von Tsunetomo Yamamoto wieder beliebt und ein Standardwerk zur strategischen „Kriegsführung“ in der freien Marktwirtschaft für Manager. - [Also sprach Zarathustra](https://dushan.org/klassiker/also-sprach-zarathustra/) - [Psychologie der Massen](https://dushan.org/klassiker/psychologie-der-massen/) Psychologie der Massen ist der Titel des im Jahr 1895 erschienenen, bekanntesten Werkes Gustave Le Bons, der - neben Gabriel Tarde - als einer der Begründer der Massenpsychologie gilt. Massenpsychologie ist seither ein Gebiet der Sozialpsychologie. Sie wirkte sich in den Jahren und Jahrzehnten, die auf Le Bon folgten, weit bis in die Bereiche Soziologie, Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft und Philosophie aus. Massenpsychologie behandelt das menschliche Verhalten und Handeln in größeren Menschenansammlungen im Zustand der Ruhe und Besonnenheit und im Zustand der kollektiven Aufregung und Emotionalisierung und stellt wichtige Unterschiede zwischen diesen beiden Aggregatzuständen menschlicher Vielheiten fest. - [Handorakel und Kunst der Weltklugheit](https://dushan.org/klassiker/handorakel-und-kunst-der-weltklugheit/) Das Handorakel und Kunst der Weltklugheit besteht aus 300 Sinnsprüchen des spanischen Schriftstellers Baltasar Gracián y Morales. Zu seiner Zeit erhielt Gracián Wegen seiner aufklärerischen Weltsicht Publikationsverbot. Die Lektüre bietet sich also auch in unserer heutigen bewegten Zeit an. - [Vom Kriege](https://dushan.org/klassiker/vom-kriege/) Vom Kriege ist ein Buch über Krieg und Militärstrategie des preußischen Generals Carl von Clausewitz, das größtenteils nach den napoleonischen Kriegen zwischen 1816 und 1830 entstand und 1832 posthum von seiner Frau Marie von Brühl veröffentlicht wurde. Es ist eine der wichtigsten Abhandlungen über politisch-militärische Analyse und Strategie, die je geschrieben wurde, und ist nach wie vor sowohl umstritten als auch einflussreich für strategisches Denken heute. - [Der Fürst](https://dushan.org/klassiker/der-fuerst/) - [Dhammapada](https://dushan.org/klassiker/dhammapada/) Das Dhammapada ist eine Sammlung von kurzen Sprüchen und Lehren, die auf den Buddha zurückgeführt werden. Es ist eine der bekanntesten Schriften im Theravada-Buddhismus und enthält viele praktische Ratschläge zur persönlichen Entwicklung und zur Überwindung von Leiden. - [Führer der Unschlüssigen](https://dushan.org/klassiker/fuehrer-der-unschluessigen/) Der Führer der Unschlüssigen ist das philosophische Hauptwerk des mittelalterlichen jüdischen Gelehrten Maimonides, das, von der jüdisch-kalamitischen Theologie und der peripatetischen-avicennischen Philosophie ausgehend, zu grundlegenden religiösen und philosophischen Fragen Stellung bezieht. Es sollte in erster Linie dem Nachweis dienen, dass die jüdische Tradition bei richtiger Interpretation – also unter Beachtung der unvermeidbaren Bildlichkeit der Sprache, auch jener der biblischen Rede – der Vernunfterkenntnis entspricht. - [Tao te king: Das Buch vom Sinn und Leben](https://dushan.org/klassiker/tao-te-king-das-buch-vom-sinn-und-leben/) - [Power. Die 48 Gesetze der Macht](https://dushan.org/klassiker/power-die-48-gesetze-der-macht/) - [Die Kunst des Krieges](https://dushan.org/klassiker/die-kunst-des-krieges-sun-tzu/) Wer irgendwas über irgendwas weiß, der kennt Sun Tzu, konkret »Die Kunst des Krieges«, und wer klug ist, der hat diese »Kunst« verinnerlicht, und er versteht, dass ein Konflikt (um nicht dauernd das schlimme Wort »Krieg« zu sagen) oft entschieden ist, bevor er begonnen hat – und ich folgere daraus: Die Kämpfer stellen im Kampf nur noch fest, was das Ergebnis war und sein wird, welches von vornherein feststand.Wer irgendwas über irgendwas weiß, der kennt Sun Tzu und »Die Kunst des Krieges«. Wer klug ist, der hat diese »Kunst« verinnerlicht, und er versteht, dass ein Konflikt (um nicht immerzu »Krieg« zu sagen) oft entschieden ist, bevor er begonnen hat – ich folgere daraus: Die Kämpfer stellen im Kampf nur noch fest, was das Ergebnis war und sein wird, welches von vornherein feststand.Eine der Schlüssel-Erkenntnisse Sun Tzus – und eine, die der »Kunst des Krieges« immer noch eine Aura von »Verruchtheit« oder gar »Unanständigkeit« verleiht, lautet: Die Psychologie des Gegners kann genauso wirksam sein kann wie deine Mittel und Waffen, gelegentlich wirksamer. Chinesische Redensarten wie 知己知彼,百戰不殆 gehen auf Sun Tzu zurück, und diese bedeutet in etwa: Wenn du dich und deinen Gegner kennst, kannst du ohne Gefahr hundert Schlachten gewinnen. - [Antifragilität: Anleitung für eine Welt, die wir nicht verstehen](https://dushan.org/klassiker/antifragilitaet-anleitung-fuer-eine-welt-die-wir-nicht-verstehen/) - [Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse](https://dushan.org/klassiker/der-schwarze-schwan-die-macht-hoechst-unwahrscheinlicher-ereignisse/) - [Wenn Ideen Sex haben: Wie Fortschritt entsteht und Wohlstand vermehrt wird](https://dushan.org/klassiker/wenn-ideen-sex-haben-wie-fortschritt-entsteht-und-wohlstand-vermehrt-wird/) - [The Evolution of Everything](https://dushan.org/klassiker/the-evolution-of-everything/) - [The Rational Optimist (englisch)](https://dushan.org/klassiker/the-rational-optimist-englisch/) - [Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit](https://dushan.org/klassiker/gewalt-eine-neue-geschichte-der-menschheit/) - [Aufklärung Jetzt: Für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt. Eine Verteidigung](https://dushan.org/klassiker/aufklaerung-jetzt-fuer-vernunft-wissenschaft-humanismus-und-fortschritt-eine-verteidigung/) - [Chronik des Untergangs: Ist es für uns wirklich erst 5 vor 12?](https://dushan.org/klassiker/chronik-des-untergangs-ist-es-fuer-uns-wirklich-erst-5-vor-12/) - [Deutscher Herbst 2015: Essays zur politischen Entgrenzung](https://dushan.org/klassiker/deutscher-herbst-2015-essays-zur-politischen-entgrenzung/) - [Siegen: oder vom Verlust der Selbstbehauptung](https://dushan.org/klassiker/siegen-oder-vom-verlust-der-selbstbehauptung/) - [Das Märchen vom reichen Land](https://dushan.org/klassiker/daniel-stelter-das-maerchen-vom-reichen-land/) - [Hilfe, mein Hund überholt mich rechts!](https://dushan.org/klassiker/dirk-maxeiner-hilfe-mein-hund-ueberholt-mich-rechts/) - [Macht hoch die Tür](https://dushan.org/klassiker/markus-vahlefeld-macht-hoch-die-tuer/) - [Die Wiedergutmacher](https://dushan.org/klassiker/raymond-unger-die-wiedergutmacher/) - [Warum schweigen die Lämmer?](https://dushan.org/klassiker/rainer-mausfeld-warum-schweigen-die-laemmer/) - [Widerworte: Warum mit Phrasen Schluss sein muss](https://dushan.org/klassiker/alexander-kissler-widerworte-warum-mit-phrasen-schluss-sein-muss/) »Heimat gibt es auch im Plural«, »Menschlichkeit kennt keine Obergrenze«, »Angst hat man vor dem, was man nicht kennt«; wir haben sie alle gehört, diese Holzhammer-Phrasen deutscher Gebrauchsmoral. – Alexander Kissler vom Cicero hat es auf sich genommen, einige der notorischsten Phrasen aufzuspießen und zu zerpflücken. Die Einleitung setzt so an: Wer über die Worte bestimmt, der beherrscht das Den- ken. Wer ein neues Denken etablieren will, muss den Worten einen neuen Sinn geben. Solche Umwertungs- versuche hat es immer gegeben, und es gibt sie heute. Der Begriff »Mut« etwa meint manchmal die Tugend dessen, der im Widerspruch zu den herrschenden Ten- denzen seiner Zeit handelt, und manchmal ist er nur das Etikett auf einem gewünschten Konsumverhalten. Eine Leseprobe aus dem Kapitel »Willkommenskultur ist der beste Schutz vor Terror«: »Willkommenskultur« ist ein Begriffsungetüm. Es zwingt zusammen, was kategorial auseinanderstrebt, das Punktuelle und das Dauernde, den Moment und die Generationenfolge. Diese Disparatheit ist den »Neuen deutschen Medienmachern« nicht entgangen. In ihrem Glossar mit »Formulierungshilfen für die Berichter- stattung im Einwanderungsland« (Stand 1. September 2017) halten sie auf Seite 18 fest, der »Medienwissen- schaftler Alexander Kissler« habe darauf verwiesen, »dass sich das Wort ›Willkommen‹ nur auf den kurzen Vorgang des Kommens beziehe, also keinen sich verstetigenden Zustand bezeichnen könne«. In der Kolumne »Kisslers Konter« vom 8. September 2015 hieß es bei cicero.de, es »mögen noch so viele Menschen in diesen Tagen an Bahngleisen stehen und Schildchen mit ›Welcome!‹ den Asylsuchenden, den Migranten und den Flüchtlingen fast hysterisch entgegenrecken. Individuell ist es hochsympathisch, kollektiv ist es albern. Am Bahnsteig hat die Geste ihr Recht, bei den ersten Schritten auf fremdem Boden, wohin sich die Einreisewilligen aus sehr disparaten Gründen und auf teillegalen Wegen aufmachten. Willkommen, daran erinnert das Grammatisch-kritische Wörterbuch von Adelung, willkommen meint ›bei der Ankunft angenehm‹, ›an- genehm in Ansehung der Ankunft‹. Nur stationär lässt sich der Ausdruck sinnvoll verwenden, nur im Moment. ›Willkommen!‹ ist Ausdruck eines Auftakts und unmöglich ins Rasterbett einer Kultur zu zwingen.« Dereinst werden (hoffentlich) Historiker wie wohl auch Psychologen darüber rätseln, wie es zum 2019 noch immer andauernden Versagen von 2015 kommen konnte – Kissler liefert ihnen mit »Widerworte« bereits jetzt gut lesbar aufbereitetes Material. Wer Freude an der Vivisektion politischer Sprache empfindet, wird an Kisslers Widerworten einige Freude haben – und zugleich ist es ein Buch für alle Freunde der sozial-politischen Geschichtsschreibung, mit der Besonderheit, dass diese Geschichte just in der Zeit passiert, in welcher dieses Buch erschienen ist. - [Die Getriebenen: Merkel und die Flüchtlingspolitik](https://dushan.org/klassiker/robin-alexander-die-getriebenen-merkel-und-die-fluechtlingspolitik/) »Warum? Warum?!« – Wenn Bürger sich laut und vernehmlich diese Frage stellen, und wenn sie sich damit auf politische Entscheidungen beziehen, dann ist womöglich etwas faul im Staate, ob dieser Staat nun Dänemark oder Deutschland heißt. – Robin Alexander ist einer der wenigen Mainstream-Journalisten, die so kohärent und relevant sind, dass sie auf /freie-denker/ gelistet sein könnten, doch er ist es nicht, denn er ist bei der Welt (oder heißt es bei der »Die Welt«?), und er ist auffallend gut darin, uns davon zu überzeugen, dass er weiß, was wirklich passiert (mich zumindest überzeugt er), und in dieser Rolle hat er das Buch der großen 2015-Frage geschrieben, welche da lautet: Warum ließ die Politik den Irrsinn von 2015 geschehen??! Am Wochenende 12./13. September 2015 entschied sich, so hat man im Nachhinein – auch durch die Lektüre dieses Buches – den Eindruck, das Schicksal der Bundesrepublik. Frau Merkel beschloss, die Grenzen nicht zu schließen. Der Präsident des Bundespolizeipräsidium hatte die Grenzschließung bereits vorbereitet, aber niemand unter aus der Wählt-uns-wir-sind-super-Garde will Verantwortung übernehmen, hier im Speziellen nicht für das Schließen der Grenzen. Alexander protokolliert den Irrsinn, doch nicht als Irrsinn, sondern als Abfolge von Handlungen und Unterlassungen. Ich habe das Buch zu zwei Dritteln gelesen, und dann war ich so frustriert von dem ausgezeichnet lesbar beschriebenen Irrsinn aus der Berliner Herrscherclique, dass ich Elli bat, das Buch für mich zu Ende zu lesen; ich muss Ihnen leider mitteilen, dass laut Elli die Story kein Happy End findet. Ich werde Herrn Alexander vorschlagen, für die nächste Ausgabe mit dem Spiegel zu kooperieren und ein gutes Ende zu (er)finden – wir erwachen alle aus dem Traum, und die Grenzen waren die ganze Zeit gesichert, oder so ähnlich … ich will mich gern überraschen lassen – Sie denn nicht? Zum Schluss dieser Bucherwähnung sage ich noch schnell dies: Ich kenne jemanden – Namen sind Schall und Rauch – der schreibt Kurzgeschichten, und aus seinen ganz eigenen Gründen fällt es ihm schwer, am Ende auch wirklich zu enden; will sagen: er schreibt ein Ende, und das Ende funktioniert, und dann schreibt er noch ein Ende, und dann noch eines, bis er mehr Enden hat als die Resteverwertung einer Wurstfabrik. Der volle Titel dieses Buches lautet »Die Getriebenen: Merkel und die Flüchtlingspolitik: Report aus dem Innern der Macht. Aktualisierte Ausgabe 2018« (Hui, als ich es las, war es noch drei Wörter kürzer. Lesen Sie es schnell! »Warum?!«, fragen Sie? Weil der Titel bald länger als das Buch ist!) - [Lasst uns Populisten sein](https://dushan.org/klassiker/lasst-uns-populisten-sein/) - [Lord of War](https://dushan.org/klassiker/lord-of-war/) Der Handel mit Waffen ist ein dreckiges aber lukratives Geschäft. Und Yuri Orlov ist darin der Beste... Der Handel mit Waffen ist ein dreckiges aber lukratives Geschäft. Und Yuri Orlov ist darin der Beste. Nach bescheidenen Anfängen in New Yorks Stadtteil Little Odessa steigt er gemeinsam mit seinem Bruder Vitali nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zum mächtigsten Waffenschieber der Welt auf. Unmenschliche Diktatoren und legitime Staatsoberhäupter – Yuri versorgt sie alle. Partei ergreift er nicht, so lange die Kasse stimmt. Da heftet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere der Interpol-Agent Jack Valentine an seine Fersen und Ehefrau Ava stellt ihn vor ein Ultimatum. Yuri will sich für die Familie entscheiden, doch seine Kunden sind ihm unangenehm treu... - [Matrix](https://dushan.org/klassiker/matrix/) Der Hacker Neo wird über das Internet von einer geheimnisvollen Untergrund-Organisation kontaktiert. Der Kopf der Gruppe - der gesuchte Terrorist Morpheus - weiht ihn in ein Geheimnis ein: Die Realität, wie wir sie erleben, ist nur eine Scheinwelt. Der Hacker Neo wird über das Internet von einer geheimnisvollen Untergrund-Organisation kontaktiert. Der Kopf der Gruppe - der gesuchte Terrorist Morpheus - weiht ihn in ein Geheimnis ein: Die Realität, wie wir sie erleben, ist nur eine Scheinwelt. In Wahrheit werden die Menschen längst von einer unheimlichen virtuellen Macht beherrscht - der Matrix, deren Agenten Neo bereits im Visier haben ... - [Tractatus logico-philosophicus: Logisch-philosophische Abhandlung](https://dushan.org/klassiker/wittgenstein-tractatus-2/) Wittgensteins Traktat untersucht die Möglichkeiten des Denkens an den Möglichkeiten der Sprache. Ausgehend von dem logischen Bau der Sätze und der Natur der logischen Schlüsse gelangt er zur Erkenntnistheorie, zu den Grundlagen der Psychologie und der Ethik und schließlich zum Problem der Mystik. Wittgensteins Traktat untersucht die Möglichkeiten des Denkens an den Möglichkeiten der Sprache. Ausgehend von dem logischen Bau der Sätze und der Natur der logischen Schlüsse gelangt er zur Erkenntnistheorie, zu den Grundlagen der Psychologie und der Ethik und schließlich zum Problem der Mystik. - [Phänomenologie des Geistes](https://dushan.org/klassiker/hegel-phaenomenologie-des-geistes/) »Der Mut der Wahrheit, der Glaube an die Macht des Geistes ist die erste Bedingung der Philosophie. Der Mensch, da er Geist ist, darf und soll sich selbst des Höchsten würdig achten, von der Größe und Macht seines Geistes kann er nicht groß genug denken.« (Georg Wilhelm Friedrich Hegel) »Der Mut der Wahrheit, der Glaube an die Macht des Geistes ist die erste Bedingung der Philosophie. Der Mensch, da er Geist ist, darf und soll sich selbst des Höchsten würdig achten, von der Größe und Macht seines Geistes kann er nicht groß genug denken.« (Georg Wilhelm Friedrich Hegel) - [Die Drei Kritiken](https://dushan.org/klassiker/kant-die-drei-kritiken/) Kants 'Kritiken' gehören zu den weltweit meistbeachteten Werken der Philosophie. In der 'Kritik der reinen Vernunft' (1781/87) widmet sich der Königsberger Denker der philosophischen Schlüsselfrage 'Was kann ich wissen?' Kants 'Kritiken' gehören zu den weltweit meistbeachteten Werken der Philosophie. In der 'Kritik der reinen Vernunft' (1781/87) widmet sich der Königsberger Denker der philosophischen Schlüsselfrage 'Was kann ich wissen?' Die 'Kritik der praktischen Vernunft' (1788) behandelt die allgemeinen Grundlagen der Ethik und die verbindlichen Voraussetzungen sittlichen Handelns. In der 'Kritik der Urteilskraft' (1790) vereint Immanuel Kant seine Ästhetik mit einer Theorie der organischen Natur und vollendet seine kritische Philosophie. - [Der Staat](https://dushan.org/klassiker/platon-der-staat/) Die Ausgabe enthält Platons "Staat", die Summe seiner Philosophie, in vollständiger deutscher Übersetzung mit ausführlicher Einleitung und Stellenkommentar. Die Ausgabe enthält Platons "Staat", die Summe seiner Philosophie, in vollständiger deutscher Übersetzung mit ausführlicher Einleitung und Stellenkommentar. ## Bücher - [Relevante Strukturen](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/) Wer Dushan Wegner verstehen möchte, der sollte sein Buch »Relevante Strukturen« lesen. Alles, was ich sage und schreibe fußt auf einer bestimmten Theorie. Ich habe sie »Relevante Strukturen« genannt. **Mit Hilfe von *Relevanten Strukturen* lässt sich vorhersagen, wie sich (ethische) Debatten entwickeln werden.** Wer die ethischen Implikationen von Handlungen versteht, gewinnt öffentliche Debatten – zuverlässig. (Schöner Nebenaspekt: Mit Hilfe von *Relevanten Strukturen* können Sie auch Vorhersagen in eigener Sache treffen, sprich: Sie können vorhersehen, ob Sie *später* mit dem, was Sie *jetzt* tun, *zufrieden *sein werden – und zufrieden zu sein mit seinem Leben, das nennt man landläufig »Glück«.) Mit dieser meta-ethischen Theorie analysiere ich Situationen und treffe alle meine Vorhersagen. Ich habe ein paar Bücher geschrieben und arbeite an weiteren, doch es bleibt dabei: ***Relevante Strukturen *ist »das Dushan-Wegner-Buch«.** ## Jetzt kaufen - [Taschenbuch](http://amzn.to/2ECuscs) - [Kindle](http://amzn.to/2B6i8zB) - [ePub](https://www.ebook.de/de/product/31147821/dushan_wegner_relevante_strukturen.html)   - [Das Buch übers Loslassen von Dushan Wegner](https://dushan.org/buecher/loslassen/) Das neue Buch von Dushan Wegner – und das Nachfolgebuch zu »Relevante Strukturen«. Es sind 52 Übungen im Loslassen – bis nur noch übrigbleibt, was WIRKLICH wichtig ist. (Und zum Schluss wird auch der Autor losgelassen – das sagt ja schon der Titel!) Mit jedem Lebenstag sammeln wir Ballast an. Und gerade emotionaler Ballast ist erschreckend oft unnötig. Es gibt auf Amazon viele Bücher übers Loslassen, doch das hier ist das Buch übers Loslassen von mir, Ihrem treuen Essayisten. ## Jetzt kaufen - [Taschenbuch](https://amzn.to/3DBE09i) - [Gebunden](https://amzn.to/3eOnb0e) - [Kindle](https://amzn.to/3diXzZj) - [ePub](https://www.ebook.de/de/product/44343712/dushan_wegner_das_buch_uebers_loslassen_von_dushan_wegner.html) - [Talking Points](https://dushan.org/buecher/talking-points/) Der erste Zweck politischer Sprache ist es, das Volk zu motivieren, dem Politiker das eigene Leben anzuvertrauen. Die goldene Regel *aller* politischen Kommunikation lautet: >… Der erste Zweck politischer Sprache ist es, das Volk zu motivieren, dem Politiker das eigene Leben anzuvertrauen. Die goldene Regel *aller* politischen Kommunikation lautet: > Rede jederzeit so, dass die Menschen motiviert sind, dir Macht über ihr Leben zu geben! Mein Buch *Talking Points * ist zuerst 2015 erschienen, als die Flüchtlingskrise gerade erst begonnen hatte und noch vor Donald Trumps erfolgreichem Wahlkampf. Nach Trumps überraschendem Erfolg sprachen mich einige verunsicherte Berliner Politik-Experten an, und sagten: > »Wow, Dushan! Trump hat ja exakt die Sprach-Effekte benutzt, die du beschrieben hast!« Natürlich hatte Trump einige der im Buch erfassten Talking-Points-Techniken benutzt – er war ja erfolgreich! Aber: Es passiert mir immer wieder, dass Menschen mich ansprechen, dass dieser und jener Politiker wohl mein Buch gelesen hat – und es ist inzwischen auch durchaus möglich – doch vor allem gilt: die in *Talking Points *beschriebenen Effekte wurden nicht nur von Trump und Merkel effektiv benutzt, sie wurden schon von Jesus und Gandhi eingesetzt, denn sie docken direkt an die Psyche der Menschen an. So wie man mit den falschen Formulierungen an *Macht verlieren* kann, so kann man mit den richtigen Formulierungen auch das Vertrauen der Menschen *gewinnen*. Formulierungen, die Menschen dazu bewegen, einem zu folgen, zu glauben und zu vertrauen (und die Gegner zu hassen, zu fürchten und sogar zu bekämpfen), nennen wir »Talking Points«. Dieses Buch ist eine gute Ergänzung zu [*Relevante Strukturen*](https://dushan.org/buecher/relevante-strukturen/). Wenn Sie vermeiden wollen, von dem (politischen) Kakao, durch den Sie gezogen werden, auch noch zu trinken, kann *Talking Points *Ihnen helfen, den Kopf über der Oberfläche täglicher Politiksprache zu halten – und wenn Sie sich selbst an der »Sprache der Macht« ausprobieren möchten, dann dient *Talking Points* als theoretische *und *praktische Anleitung, Ihre politischen Positionen *wirksam* zu formulieren. Dies ist die Original-Version von 2015, die 2018 vollständig neu durchgesehen wurde – und ein neues Vorwort kam dazu, klar! ## Jetzt kaufen: - [Taschenbuch](https://amzn.to/2P0RYVc) - [für Kindle](https://amzn.to/2DGPysK) - [E-Book (ePub)](https://www.ebook.de/de/product/34936147/dushan_wegner_talking_points.html) ## Archived Tweets - [Tweet 1384105116161122306 — deleted](https://dushan.org/tweet-archive/1384105116161122306/) - [Tweet 1392186879819272192 — deleted](https://dushan.org/tweet-archive/1392186879819272192/) - [Tweet 1392807482712526850 — deleted](https://dushan.org/tweet-archive/1392807482712526850/) - [Tweet 1394669058310692871 — not accessible](https://dushan.org/tweet-archive/1394669058310692871/) - [Tweet 1396882442858946563 — not accessible](https://dushan.org/tweet-archive/1396882442858946563/) - [Tweet 1397662603170795520 — deleted](https://dushan.org/tweet-archive/1397662603170795520/) - [Tweet 1398274333911535617 — deleted](https://dushan.org/tweet-archive/1398274333911535617/) - 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Charges include wire fraud, false statements to a… This evening: @DAGToddBlanche and I are announcing an 11 count indictment against the Southen Poverty Law Center. Charges include wire fraud, false statements to a federally insured bank, and conspiracy to commit concealment money laundering. The SPLC allegedly engaged in a - [Tweet by @TheJusticeDept — 🚨HAPPENING NOW: Justice Department announces indictment against Southern Poverty Law Center ("SPLC").…](https://dushan.org/tweet-archive/2046704517119377577/) 🚨HAPPENING NOW: Justice Department announces indictment against Southern Poverty Law Center ("SPLC"). Our indictment alleges SPLC secretly funneled MORE THAN $3 MILLION in funds to… 🚨HAPPENING NOW: Justice Department announces indictment against Southern Poverty Law Center ("SPLC"). Our indictment alleges SPLC secretly funneled MORE THAN $3 MILLION in funds to members of white supremacist and extremist groups. https://t.co/Ifpda94f7D - [Tweet by @JEBistline — With the Boston Marathon today, a good time to re-up one of…](https://dushan.org/tweet-archive/2046303385763127347/) With the Boston Marathon today, a good time to re-up one of the greatest figures in sports data: the distribution of marathon finish times (n=9,789,093).… With the Boston Marathon today, a good time to re-up one of the greatest figures in sports data: the distribution of marathon finish times (n=9,789,093). The spike at 4:00 is not a coincidence. https://t.co/raYFlktoly - [Tweet by @MarioNawfal — 🇮🇱🇱🇧 The Israeli soldier who vandalized a statue of Jesus may not…](https://dushan.org/tweet-archive/2046119431089062144/) 🇮🇱🇱🇧 The Israeli soldier who vandalized a statue of Jesus may not be an isolated case. In 2024, another soldier filmed himself smashing a statue… 🇮🇱🇱🇧 The Israeli soldier who vandalized a statue of Jesus may not be an isolated case. In 2024, another soldier filmed himself smashing a statue of Saint George in Yaroun, southern Lebanon. For Christians, Saint George statues symbolize faith, courage, and the triumph of good https://t.co/GTfGL5fY2d https://t.co/LEqVn9ri9m - [Tweet by @IDF — Following the completion of an initial examination regarding a photograph published earlier…](https://dushan.org/tweet-archive/2045973415643767091/) Following the completion of an initial examination regarding a photograph published earlier today of an IDF soldier harming a Christian symbol, it was determined that… Following the completion of an initial examination regarding a photograph published earlier today of an IDF soldier harming a Christian symbol, it was determined that the photograph depicts an IDF soldier operating in southern Lebanon. The IDF views the incident with great https://t.co/U6P3x8KWBb - [Tweet by @MarioNawfal — My thoughts on the IDF soldier smashing the statue of Jesus in…](https://dushan.org/tweet-archive/2045953446625632372/) My thoughts on the IDF soldier smashing the statue of Jesus in Lebanon Firstly, one soldier's action does not represent the entire army. Remember Abu… My thoughts on the IDF soldier smashing the statue of Jesus in Lebanon Firstly, one soldier's action does not represent the entire army. Remember Abu Ghraib prison in 2004? Similar examples exist for each and every army However, this news came hours after Haaretz published a https://t.co/NncjKtUjX1 - [Tweet by @LTC_Shoshani — The IDF is currently examining the reliability of the photograph. If this…](https://dushan.org/tweet-archive/2045913853427634404/) The IDF is currently examining the reliability of the photograph. If this is indeed a real, recent picture, these actions do not align with the… The IDF is currently examining the reliability of the photograph. If this is indeed a real, recent picture, these actions do not align with the IDF's values ​​and the behavior expected of IDF soldiers. The incident will be investigated thoroughly and in depth, and if https://t.co/xMTtEMp4dS - [Tweet by @ytirawi — Lebanon | An Israeli soldier smashing the head of a Jesus Christ…](https://dushan.org/tweet-archive/2045851392527458672/) Lebanon | An Israeli soldier smashing the head of a Jesus Christ statue during operations in southern Lebanon. https://t.co/Sj1m16tj9q Lebanon | An Israeli soldier smashing the head of a Jesus Christ statue during operations in southern Lebanon. https://t.co/Sj1m16tj9q - [Tweet by @KuptoKosmos — 🇪🇺 L’app European Age Verification est vendue comme open source, privacy-by-design et…](https://dushan.org/tweet-archive/2044715934040912378/) 🇪🇺 L’app European Age Verification est vendue comme open source, privacy-by-design et ultra-respectueuse de la vie privée... ⚠️ Pourtant, sa doc officielle donne le mode… 🇪🇺 L’app European Age Verification est vendue comme open source, privacy-by-design et ultra-respectueuse de la vie privée... ⚠️ Pourtant, sa doc officielle donne le mode d’emploi exact pour que quelqu’un (police, services de renseignement, cabinet du Premier ministre…) puisse https://t.co/nIynPBuijT https://t.co/BAZfgf21d7 - [Tweet by @bluetouff — Heu ... lol C'est le SDK du wallet de l'European Digital Identity…](https://dushan.org/tweet-archive/2044705283927105864/) Heu ... lol C'est le SDK du wallet de l'European Digital Identity ça ? Dites moi que c'est une blague pitié 🤣 Le MITM documenté… Heu ... lol C'est le SDK du wallet de l'European Digital Identity ça ? Dites moi que c'est une blague pitié 🤣 Le MITM documenté c'est pour la police ou le cab du premier ministre ? https://t.co/7UX4WBk3eo https://t.co/L4EyqIamgd - [Tweet by @Invernis177596 — @SandraausD Genau diese "Großeltern" haben vor allem die Partei gewählt, die für…](https://dushan.org/tweet-archive/2044086079825821955/) @SandraausD Genau diese "Großeltern" haben vor allem die Partei gewählt, die für diesen Unsinn verantwortlich ist. @SandraausD Genau diese "Großeltern" haben vor allem die Partei gewählt, die für diesen Unsinn verantwortlich ist. - [Tweet by @SandraausD — Alles! wofür unsere Großeltern und Eltern gekämpft haben, wird gerade vernichtet. Ist…](https://dushan.org/tweet-archive/2044054779102413251/) Alles! wofür unsere Großeltern und Eltern gekämpft haben, wird gerade vernichtet. Ist euch das eigentlich klar?????🤬 Alles! wofür unsere Großeltern und Eltern gekämpft haben, wird gerade vernichtet. Ist euch das eigentlich klar?????🤬 - [Tweet by @IsraelMFA — The Iranian regime is the mastermind of a global terror network. With…](https://dushan.org/tweet-archive/2035710588954021904/) The Iranian regime is the mastermind of a global terror network. With its long-range missiles & through the IRGC and its proxies - Hezbollah, Hamas,… The Iranian regime is the mastermind of a global terror network. With its long-range missiles & through the IRGC and its proxies - Hezbollah, Hamas, PIJ, the Houthis - it fuels chaos and bloodshed far beyond its borders, from the Middle East to Europe and beyond. The Iranian https://t.co/a12TdcEDbI - [Tweet by @IsraelMFA — Europe is in range of Iranian missiles and still clings to fantasies…](https://dushan.org/tweet-archive/2035436995271373234/) Europe is in range of Iranian missiles and still clings to fantasies about diplomacy. You cannot negotiate with a regime built on serial liars. They… Europe is in range of Iranian missiles and still clings to fantasies about diplomacy. You cannot negotiate with a regime built on serial liars. They lied about their nuclear program and now they’re lying about their missiles. https://t.co/QJSnvV3KyL - [Tweet by @Markus016027858 — @sparbuchfeinde Die kausale Kette ist anders herum: 1. Die Politik möchte den…](https://dushan.org/tweet-archive/2035319656676770158/) @sparbuchfeinde Die kausale Kette ist anders herum: 1. Die Politik möchte den DSA mit aller Macht und sehr schnell umsetzten 2. Man ja dazu schon… @sparbuchfeinde Die kausale Kette ist anders herum: 1. Die Politik möchte den DSA mit aller Macht und sehr schnell umsetzten 2. Man ja dazu schon seit längerem Gesetze erarbeitet 3. Man hat nach einem passenden Fall gesucht, um der Bevölkerung das ganze schmackhaft zu verkaufen 4. Kampagne - [Tweet by @sparbuchfeinde — Dezember 25: Collien Fernandes zeigt Christian Ulmen in Palma an 19. März…](https://dushan.org/tweet-archive/2035312896889049171/) Dezember 25: Collien Fernandes zeigt Christian Ulmen in Palma an 19. März 2026: Der Spiegel veröffentlicht die Story 20. März 2026: Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD)… Dezember 25: Collien Fernandes zeigt Christian Ulmen in Palma an 19. März 2026: Der Spiegel veröffentlicht die Story 20. März 2026: Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigt an, dass der Gesetzesentwurf zu digitaler Gewalt „fast fertig“ ist Normalerweise dauern - [Tweet by @dushanwegner — Netanyahu zitiert zustimmend den Atheisten Will Durant, wonach Jesus Christus leider keinen…](https://dushan.org/tweet-archive/2034748311379354075/) Netanyahu zitiert zustimmend den Atheisten Will Durant, wonach Jesus Christus leider keinen Vorteil gegenüber Genghis Khan habe. Uff. https://t.co/UixURrDDcy Netanyahu zitiert zustimmend den Atheisten Will Durant, wonach Jesus Christus leider keinen Vorteil gegenüber Genghis Khan habe. Uff. https://t.co/UixURrDDcy - [Tweet by @disclosetv — NEW - Netanyahu declares that the Iran War is not only turning…](https://dushan.org/tweet-archive/2032209493073736106/) NEW - Netanyahu declares that the Iran War is not only turning Israel into a "regional superpower," but into a "global superpower." https://t.co/WjxrJ12waI NEW - Netanyahu declares that the Iran War is not only turning Israel into a "regional superpower," but into a "global superpower." https://t.co/WjxrJ12waI - [Tweet by @Sachinettiyil — Moises, a young man, stood firm to protect Catholic churches in Mexico…](https://dushan.org/tweet-archive/2030875400109162967/) Moises, a young man, stood firm to protect Catholic churches in Mexico even as women’s march protesters threw paint at him. https://t.co/2beMhosfFW Moises, a young man, stood firm to protect Catholic churches in Mexico even as women’s march protesters threw paint at him. https://t.co/2beMhosfFW - [Tweet by @RosaryQuotes123 — A group of faithful and police officers formed a human barrier to…](https://dushan.org/tweet-archive/2030844711158645185/) A group of faithful and police officers formed a human barrier to prevent demonstrators from graffitiing and defacing the Cathedral of Monterrey in Mexico. Video:… A group of faithful and police officers formed a human barrier to prevent demonstrators from graffitiing and defacing the Cathedral of Monterrey in Mexico. Video: El Norte https://t.co/pYtdFvOZxd - [Tweet by @Claudiashein — Cuando reconocemos a las mujeres en la historia y en todos los…](https://dushan.org/tweet-archive/2030825677281177982/) Cuando reconocemos a las mujeres en la historia y en todos los ámbitos, no solo hacemos justicia: empezamos a derribar las raíces de la discriminación… Cuando reconocemos a las mujeres en la historia y en todos los ámbitos, no solo hacemos justicia: empezamos a derribar las raíces de la discriminación y la violencia. Día Internacional de la Mujer. https://t.co/LBes8vVs8D - [Tweet by @Sachinettiyil — Catholic women forms a human chain to protect their church from International…](https://dushan.org/tweet-archive/2030819044123873330/) Catholic women forms a human chain to protect their church from International Women’s Day demonstrators in Mexico https://t.co/O5XzLkz0UG Catholic women forms a human chain to protect their church from International Women’s Day demonstrators in Mexico https://t.co/O5XzLkz0UG - [Tweet by @Sachinettiyil — Catholics formed a human chain to protect a church in Puebla in…](https://dushan.org/tweet-archive/2030815409633374633/) Catholics formed a human chain to protect a church in Puebla in Mexico from International Women’s Day demonstrators. Video: Canal 13 Puebla https://t.co/oVUIq1509o Catholics formed a human chain to protect a church in Puebla in Mexico from International Women’s Day demonstrators. Video: Canal 13 Puebla https://t.co/oVUIq1509o - [Tweet by @CarlosVinicioAR — Templo de San Francisco en el centro de Querétaro. https://t.co/NU7xF1hPcz](https://dushan.org/tweet-archive/2030806963500486944/) Templo de San Francisco en el centro de Querétaro. https://t.co/NU7xF1hPcz Templo de San Francisco en el centro de Querétaro. https://t.co/NU7xF1hPcz - [Tweet by @immanuelrant2 — Markus Lanz: Irankrieg soll von der Errichtung Großisraels ablenken https://t.co/nqmLuAWgWb](https://dushan.org/tweet-archive/2030667588288626806/) Markus Lanz: Irankrieg soll von der Errichtung Großisraels ablenken https://t.co/nqmLuAWgWb Markus Lanz: Irankrieg soll von der Errichtung Großisraels ablenken https://t.co/nqmLuAWgWb - [Tweet by @Pontifex_de — Heute begehen wir den #Weltfrauentag. Wir erneuern unser Engagement für die Anerkennung…](https://dushan.org/tweet-archive/2030652258476855439/) Heute begehen wir den #Weltfrauentag. Wir erneuern unser Engagement für die Anerkennung der gleichen Würde von Mann und Frau. Leider werden viele Frauen seit ihrer… Heute begehen wir den #Weltfrauentag. Wir erneuern unser Engagement für die Anerkennung der gleichen Würde von Mann und Frau. Leider werden viele Frauen seit ihrer Kindheit immer noch diskriminiert und leiden unter verschiedenen Formen von Gewalt: Ihnen gilt in besonderer Weise - [Tweet by @snicklink — Grämt euch nicht. Auch ich bin teilweise der Illusion verfallen. Seltsamer Typ,…](https://dushan.org/tweet-archive/2029690011709563386/) Grämt euch nicht. Auch ich bin teilweise der Illusion verfallen. Seltsamer Typ, aber Charisma. Keinen Bock auf Woke! America First! Fight! Kompletter Bullshit. Es tut… Grämt euch nicht. Auch ich bin teilweise der Illusion verfallen. Seltsamer Typ, aber Charisma. Keinen Bock auf Woke! America First! Fight! Kompletter Bullshit. Es tut WEH es einzugestehen, aber: die verf***ten Mainstream-Medien hatten RECHT! Auf eine völlig andere Art als SIE es https://t.co/VFpNMSqJXh - [Tweet by @bluesky — If you haven't checked us out in a while, we've been busy.…](https://dushan.org/tweet-archive/2029234330346701123/) If you haven't checked us out in a while, we've been busy. Doing work to make conversations less toxic and more civil, and adding new… If you haven't checked us out in a while, we've been busy. Doing work to make conversations less toxic and more civil, and adding new ways to help you find your friends on Bluesky. See what you've been missing: https://t.co/exCdOOXRC1 - [Tweet by @bundeskanzler — Europa setzt nicht auf Zölle, sondern auf freien Handel. Washington weiß: Auf…](https://dushan.org/tweet-archive/2028942697256374727/) Europa setzt nicht auf Zölle, sondern auf freien Handel. Washington weiß: Auf europäischer Seite ist eine Grenze erreicht. Das im August ausgehandelte Abkommen soll bestehen.… Europa setzt nicht auf Zölle, sondern auf freien Handel. Washington weiß: Auf europäischer Seite ist eine Grenze erreicht. Das im August ausgehandelte Abkommen soll bestehen. Wir hatten dazu eine intensive Diskussion und wollen uns in den nächsten Wochen verständigen. https://t.co/xz52BTZVWl - [Tweet by @dougponder — G. K. Chesterton anticipated the problem of “toxic empathy” more than 100…](https://dushan.org/tweet-archive/2028804464459591891/) G. K. Chesterton anticipated the problem of “toxic empathy” more than 100 years ago, explaining both its origin and its destructive potential: https://t.co/dbSwzslReh G. K. Chesterton anticipated the problem of “toxic empathy” more than 100 years ago, explaining both its origin and its destructive potential: https://t.co/dbSwzslReh - [Tweet by @vonderleyen — Following the ongoing situation in Iran, I am convening a special Security…](https://dushan.org/tweet-archive/2027756878575362119/) Following the ongoing situation in Iran, I am convening a special Security College on Monday. For regional security and stability, it is of the utmost… Following the ongoing situation in Iran, I am convening a special Security College on Monday. For regional security and stability, it is of the utmost importance that there is no further escalation through Iran’s unjustified attacks on partners in the region. - [Tweet by @OERRBlog — Wer die Familie als Stütze der Gesellschaft sieht, hat laut @ZDFheute eine…](https://dushan.org/tweet-archive/2025632366891286693/) Wer die Familie als Stütze der Gesellschaft sieht, hat laut @ZDFheute eine antifeministische Ideologie. Fast jede fünfte Frau in Deutschland hatte 2022 ein geschlossen antifeministisches… Wer die Familie als Stütze der Gesellschaft sieht, hat laut @ZDFheute eine antifeministische Ideologie. Fast jede fünfte Frau in Deutschland hatte 2022 ein geschlossen antifeministisches Weltbild. #OerrBlog https://t.co/epWqhqdACc - [Tweet by @oida_grantler — Nüchterne Analyse oder nächste Merz -Drohung gegen unliebsame Meinungen? "Die Freiheit des…](https://dushan.org/tweet-archive/2022330375150964811/) Nüchterne Analyse oder nächste Merz -Drohung gegen unliebsame Meinungen? "Die Freiheit des Wortes endet hier bei uns, wenn sich dieses Wort gegen Menschenwürde und Grundgesetz… Nüchterne Analyse oder nächste Merz -Drohung gegen unliebsame Meinungen? "Die Freiheit des Wortes endet hier bei uns, wenn sich dieses Wort gegen Menschenwürde und Grundgesetz richtet." https://t.co/mejGR3tnJt - [Tweet by @dushanwegner — Ich hörte mal, dass es ein Zeichen totalitärer Unrechtsstaaten ist, dass Bürger…](https://dushan.org/tweet-archive/2017214213777739969/) Ich hörte mal, dass es ein Zeichen totalitärer Unrechtsstaaten ist, dass Bürger einen Sprachcode entwickeln, der die eigentliche Wahrheit vor der Zensur verschleiert, und doch… Ich hörte mal, dass es ein Zeichen totalitärer Unrechtsstaaten ist, dass Bürger einen Sprachcode entwickeln, der die eigentliche Wahrheit vor der Zensur verschleiert, und doch verstanden wird. Hmm. Bademantel. - [Tweet by @EndWokeness — "AssauIt me, motherfcker!!!" - Alex Pretti on January 13th trying to get…](https://dushan.org/tweet-archive/2016700958315593760/) "AssauIt me, motherfcker!!!" - Alex Pretti on January 13th trying to get injured by federal officers https://t.co/33PBDIiJxN "AssauIt me, motherfcker!!!" - Alex Pretti on January 13th trying to get injured by federal officers https://t.co/33PBDIiJxN - [Tweet by @mazemoore — Last night on CNN. Ana Navarro: Alex Pretti was the perfect guy.…](https://dushan.org/tweet-archive/2016640751027798228/) Last night on CNN. Ana Navarro: Alex Pretti was the perfect guy. He's the guy that you want to date your daughter. He's the man… Last night on CNN. Ana Navarro: Alex Pretti was the perfect guy. He's the guy that you want to date your daughter. He's the man you want your son to be. They can't malign him because we have the videos. Turns out Ana didn't have all the videos. https://t.co/M7s3zBS8JQ - [Tweet by @SteveGuest — MUST WATCH: Footage of an a man who looks like Alex Pretti…](https://dushan.org/tweet-archive/2016610715075809552/) MUST WATCH: Footage of an a man who looks like Alex Pretti with a gun in his waistband, spitting on and attacking federal law enforcement… MUST WATCH: Footage of an a man who looks like Alex Pretti with a gun in his waistband, spitting on and attacking federal law enforcement officers and kicking the tail light of their vehicle on January 13. Bombshell report from the BBC. Important context: Pretti was not a https://t.co/snzEO8rU8w - [Tweet by @socialapclyps — 🚨This DID Happen🚨 MSNBC/MSNOW whatever they’re calling themselves seem to have decided…](https://dushan.org/tweet-archive/2015966428675915991/) 🚨This DID Happen🚨 MSNBC/MSNOW whatever they’re calling themselves seem to have decided that Alex Pretti was not “pretty” enough for their news story so they… 🚨This DID Happen🚨 MSNBC/MSNOW whatever they’re calling themselves seem to have decided that Alex Pretti was not “pretty” enough for their news story so they decided to enhance him with AI to make him look better. Add this to the pile of reasons you can’t trust the mainstream https://t.co/JhFn09r8Vl - [Tweet by @georgrestle — Wehrlose Menschen, die auf offener Straße von Regierungsbeauftragten ermordet werden; heimtückisch, aus…](https://dushan.org/tweet-archive/2015745206574813330/) Wehrlose Menschen, die auf offener Straße von Regierungsbeauftragten ermordet werden; heimtückisch, aus niedrigen Beweggründen. Man sollte es offen aussprechen: Faschismus ist keine interne Angelegenheit; schon… Wehrlose Menschen, die auf offener Straße von Regierungsbeauftragten ermordet werden; heimtückisch, aus niedrigen Beweggründen. Man sollte es offen aussprechen: Faschismus ist keine interne Angelegenheit; schon gar nicht, wenn es sich um den mächtigsten Staat der Welt handelt. - [Tweet by @kevinnbass — I am horrified. I cannot believe it. I analyzed public databases and…](https://dushan.org/tweet-archive/2015716213603573854/) I am horrified. I cannot believe it. I analyzed public databases and media reporting on violent confrontations with ICE over the past year. Just 9… I am horrified. I cannot believe it. I analyzed public databases and media reporting on violent confrontations with ICE over the past year. Just 9 counties accounted for TWO-THIRDS of violent confrontations with ICE in America. This is twice all violent confrontations in the https://t.co/PuQuntgtGF - [Tweet by @haileyywest — 🚨Minneapolis, MN “Shoot me in the F****** head, you COWARDS.” https://t.co/29NcF9BF8K](https://dushan.org/tweet-archive/2015534230881661395/) 🚨Minneapolis, MN “Shoot me in the F****** head, you COWARDS.” https://t.co/29NcF9BF8K 🚨Minneapolis, MN “Shoot me in the F****** head, you COWARDS.” https://t.co/29NcF9BF8K - [Tweet by @UlrichVosgerau — Das ist ein ganz wichtiger Punkt, ohne den man die Kompromißlosigkeit der…](https://dushan.org/tweet-archive/2013274680715526371/) Das ist ein ganz wichtiger Punkt, ohne den man die Kompromißlosigkeit der US-amerikanischen Grönlandstrategie nicht versteht. Die "offizielle" Gegen-Argumentation lautet ja: "Die Dänen setzten der… Das ist ein ganz wichtiger Punkt, ohne den man die Kompromißlosigkeit der US-amerikanischen Grönlandstrategie nicht versteht. Die "offizielle" Gegen-Argumentation lautet ja: "Die Dänen setzten der amerikanischen Sicherheitsstrategie doch eigentlich keinen Widerstand entgegen, sie https://t.co/oQfkFsf03z - [Tweet by @moosdorfmdb — Die Grönlandfrage widerspiegelt die Angst der Amerikaner vor einer möglichen „zivilisatorischen Auslöschung…](https://dushan.org/tweet-archive/2013247822057877841/) Die Grönlandfrage widerspiegelt die Angst der Amerikaner vor einer möglichen „zivilisatorischen Auslöschung Europas“ durch die Migration, die sie in ihrer nationalen Sicherheitsstrategie thematisiert haben. Der… Die Grönlandfrage widerspiegelt die Angst der Amerikaner vor einer möglichen „zivilisatorischen Auslöschung Europas“ durch die Migration, die sie in ihrer nationalen Sicherheitsstrategie thematisiert haben. Der entscheidende Punkt dort: mit islamistisch beeinflussten https://t.co/A6VlCyyqlm - [Tweet by @dushanwegner — Komisch: Wenn es darum geht, europäische Männer an der Front zu verheizen,…](https://dushan.org/tweet-archive/2011105413253775744/) Komisch: Wenn es darum geht, europäische Männer an der Front zu verheizen, sind die Bilder plötzlich gar nicht mehr »divers«. https://t.co/bBg8TzgGjB Komisch: Wenn es darum geht, europäische Männer an der Front zu verheizen, sind die Bilder plötzlich gar nicht mehr »divers«. https://t.co/bBg8TzgGjB - [Tweet by @JohannesHano — Mal schauen wie lange es dauert bis die MAGA Mitläufer und ihre…](https://dushan.org/tweet-archive/2010796574872650226/) Mal schauen wie lange es dauert bis die MAGA Mitläufer und ihre Freunde hier beteuern werden sie hätten von nichts gewusst. Mal schauen wie lange es dauert bis die MAGA Mitläufer und ihre Freunde hier beteuern werden sie hätten von nichts gewusst. - [Tweet by @EndWokeness — This is what ICE officers have to put up with to enforce…](https://dushan.org/tweet-archive/2010426411023012046/) This is what ICE officers have to put up with to enforce the law https://t.co/OlHJHqvHMF This is what ICE officers have to put up with to enforce the law https://t.co/OlHJHqvHMF - [Tweet by @OF_Schroedinger — Der amerikanische Streamer Asmongold bringt es mal wieder auf den Punkt. Sie…](https://dushan.org/tweet-archive/2010317936549069302/) Der amerikanische Streamer Asmongold bringt es mal wieder auf den Punkt. Sie bringen ihre Kinder als lebendige Schutzschilde mit. https://t.co/ZTJvswrbvz Der amerikanische Streamer Asmongold bringt es mal wieder auf den Punkt. Sie bringen ihre Kinder als lebendige Schutzschilde mit. https://t.co/ZTJvswrbvz - [Tweet by @EricLDaugh — 🚨 IT'S OFFICIAL: The protests are all PAID. This woman was spotted…](https://dushan.org/tweet-archive/2010192189931061617/) 🚨 IT'S OFFICIAL: The protests are all PAID. This woman was spotted at ONE HUNDRED different protests, she admitted to being a "professional" Massive left-wing… 🚨 IT'S OFFICIAL: The protests are all PAID. This woman was spotted at ONE HUNDRED different protests, she admitted to being a "professional" Massive left-wing funding from ACTBLUE goes into this. It is happening RIGHT NOW against ICE. "She is a professional protester. I found https://t.co/6bDqcJ3xQK - [Tweet by @FandySandy45 — The three minutes leading up to Renee Good’s death. It clearly shows…](https://dushan.org/tweet-archive/2010127324134416729/) The three minutes leading up to Renee Good’s death. It clearly shows she was not “picking up her kid from daycare,” and she was not… The three minutes leading up to Renee Good’s death. It clearly shows she was not “picking up her kid from daycare,” and she was not innocent. She was an agitator, and knew what she was doing. Thank you for sharing, @DavidJHarrisJr https://t.co/WodCDBpAXx - [Tweet by @GuntherEagleman — BREAKING: A woman brought her baby to these "protests" in Minneapolis. Everyone,…](https://dushan.org/tweet-archive/2010105187684475146/) BREAKING: A woman brought her baby to these "protests" in Minneapolis. Everyone, including this woman, knows what's in store for tonight. Very bad people are… BREAKING: A woman brought her baby to these "protests" in Minneapolis. Everyone, including this woman, knows what's in store for tonight. Very bad people are ready to very bad things and she's only there to serve as a pawn. They don't care about her or her baby. It's a shame. https://t.co/zurXV11uy7 - [Tweet by @RealAmVoice — REPORTER GETS HECKLED: "THIS IS THE STATE OF THE US RIGHT NOW"…](https://dushan.org/tweet-archive/2010100745299976696/) REPORTER GETS HECKLED: "THIS IS THE STATE OF THE US RIGHT NOW" RAV's @DaveZere getting harassed as he is trying to be very respectful to… REPORTER GETS HECKLED: "THIS IS THE STATE OF THE US RIGHT NOW" RAV's @DaveZere getting harassed as he is trying to be very respectful to protestors in MN. https://t.co/NQila8WYMJ - [Tweet by @JebraFaushay — Anti-Ice protestors are just out there exercising their constitutional right to assemble.…](https://dushan.org/tweet-archive/2009753564025946523/) Anti-Ice protestors are just out there exercising their constitutional right to assemble. In no way do they impede federal law enforcement. Not one bit. They… Anti-Ice protestors are just out there exercising their constitutional right to assemble. In no way do they impede federal law enforcement. Not one bit. They are a peaceful people. 🕊️ (Stustustudioinsta) https://t.co/O5kqsmzv2q - [Tweet by @JoelWBerry — White leftist women look at black and brown people the same way…](https://dushan.org/tweet-archive/2009622641385394674/) White leftist women look at black and brown people the same way they look at their cats: helpless creatures who act as vessels for the… White leftist women look at black and brown people the same way they look at their cats: helpless creatures who act as vessels for the maternal empathy that should've been poured into the children they aborted. - [Tweet by @camhigby — Karen interferes with federal investigation, walking onto active police scene with a…](https://dushan.org/tweet-archive/2009543061492355438/) Karen interferes with federal investigation, walking onto active police scene with a SIX YEAR OLD in her vehicle. https://t.co/94HHneUtB9 Karen interferes with federal investigation, walking onto active police scene with a SIX YEAR OLD in her vehicle. https://t.co/94HHneUtB9 - [Tweet by @justicecometh — Protestors in Minneapolis admitting they are getting paid... https://t.co/lvwhLL8pZl](https://dushan.org/tweet-archive/2009417110506938806/) Protestors in Minneapolis admitting they are getting paid... https://t.co/lvwhLL8pZl Protestors in Minneapolis admitting they are getting paid... https://t.co/lvwhLL8pZl - [Tweet by @jungefreiheit — Eine Rentnerin tot – vermutlich in Folge des linksextremem Vulkangruppe-Anschlages. Der Nachbar…](https://dushan.org/tweet-archive/2008636173493633074/) Eine Rentnerin tot – vermutlich in Folge des linksextremem Vulkangruppe-Anschlages. Der Nachbar ist am Boden zerstört: „Wir bekommen keine Hilfe!“ Und: „Der Staat ist auf… Eine Rentnerin tot – vermutlich in Folge des linksextremem Vulkangruppe-Anschlages. Der Nachbar ist am Boden zerstört: „Wir bekommen keine Hilfe!“ Und: „Der Staat ist auf dem linken Auge blind!“ Ist die Rentnerin die erste Tote des Terrors? https://t.co/1yHcnr5mIP - [Tweet by @christophploss — Linksaktivistische Organisationen wie @HateAid dürfen keinen Cent der hart erarbeiteten Steuergelder erhalten.…](https://dushan.org/tweet-archive/2005221406825751013/) Linksaktivistische Organisationen wie @HateAid dürfen keinen Cent der hart erarbeiteten Steuergelder erhalten. Diese sind für Schulen, Polizei und Investitionen in unsere Infrastruktur da – und… Linksaktivistische Organisationen wie @HateAid dürfen keinen Cent der hart erarbeiteten Steuergelder erhalten. Diese sind für Schulen, Polizei und Investitionen in unsere Infrastruktur da – und nicht zur Finanzierung linker NGOs! Das erwarten viele Bürger zu Recht. - [Tweet by @AliCologne — Ich habe mehrfach Morddrohungen, Hass und Hetze gegen mich wegen meiner Herkunft…](https://dushan.org/tweet-archive/2004300575131992244/) Ich habe mehrfach Morddrohungen, Hass und Hetze gegen mich wegen meiner Herkunft und Sexualität bei #HateAid gemeldet. Nichts ist passiert. Weil ich anscheinend nicht links… Ich habe mehrfach Morddrohungen, Hass und Hetze gegen mich wegen meiner Herkunft und Sexualität bei #HateAid gemeldet. Nichts ist passiert. Weil ich anscheinend nicht links bin. - [Tweet by @vonderleyen — Freedom of speech is the foundation of our strong and vibrant European…](https://dushan.org/tweet-archive/2003818915483517175/) Freedom of speech is the foundation of our strong and vibrant European democracy. We are proud of it. We will protect it. Because the @EU_Commission… Freedom of speech is the foundation of our strong and vibrant European democracy. We are proud of it. We will protect it. Because the @EU_Commission is the guardian of our values. https://t.co/J7u6GIyi6J - [Tweet by @EU_Commission — We strongly condemn the U.S. decision to impose travel restrictions on five…](https://dushan.org/tweet-archive/2003784998454014411/) We strongly condemn the U.S. decision to impose travel restrictions on five European individuals, including former Commissioner Thierry Breton. Link to full statement: https://t.co/d8zwBd2sL8 https://t.co/i0c75f3ePs We strongly condemn the U.S. decision to impose travel restrictions on five European individuals, including former Commissioner Thierry Breton. Link to full statement: https://t.co/d8zwBd2sL8 https://t.co/i0c75f3ePs - [Tweet by @georgrestle — „Ein Akt der Repression einer Regierung, die zunehmend Rechtsstaatlichkeit missachtet und versucht,…](https://dushan.org/tweet-archive/2003758828840456631/) „Ein Akt der Repression einer Regierung, die zunehmend Rechtsstaatlichkeit missachtet und versucht, ihre Kritiker mit aller Härte zum Schweigen zu bringen“. https://t.co/bWIx17y6gN „Ein Akt der Repression einer Regierung, die zunehmend Rechtsstaatlichkeit missachtet und versucht, ihre Kritiker mit aller Härte zum Schweigen zu bringen“. https://t.co/bWIx17y6gN - [Tweet by @ausvstheagenda — Prime Minister Anthony Albanese says he takes ASIO’s advice very seriously, whether…](https://dushan.org/tweet-archive/2000407342572356067/) Prime Minister Anthony Albanese says he takes ASIO’s advice very seriously, whether it relates to the threat of antisemitism and “right-wing extremist groups.” https://t.co/ssl65pRSA8 Prime Minister Anthony Albanese says he takes ASIO’s advice very seriously, whether it relates to the threat of antisemitism and “right-wing extremist groups.” https://t.co/ssl65pRSA8 - [Tweet by @ArminPetschner — In welchen Flecken der Erde muss man sich eigentlich zurückziehen, wenn man…](https://dushan.org/tweet-archive/2000200846152188059/) In welchen Flecken der Erde muss man sich eigentlich zurückziehen, wenn man nicht von Islamisten auf einem Weihnachtsmarkt totgefahren oder am Strand erschossen werden möchte? In welchen Flecken der Erde muss man sich eigentlich zurückziehen, wenn man nicht von Islamisten auf einem Weihnachtsmarkt totgefahren oder am Strand erschossen werden möchte? - [Tweet by @PolitRealist — 🚨 EILMELDUNG: Künftig werden laut Überprüfung des Wahrheitsministeriums der EU-Kommission alle X-Accounts…](https://dushan.org/tweet-archive/1999623451653345495/) 🚨 EILMELDUNG: Künftig werden laut Überprüfung des Wahrheitsministeriums der EU-Kommission alle X-Accounts sanktioniert, die eine abweichende Meinung zum Ukrainekrieg haben! @NaomiSeibt @elonmusk https://t.co/WWqhehrOEm 🚨 EILMELDUNG: Künftig werden laut Überprüfung des Wahrheitsministeriums der EU-Kommission alle X-Accounts sanktioniert, die eine abweichende Meinung zum Ukrainekrieg haben! @NaomiSeibt @elonmusk https://t.co/WWqhehrOEm - [Tweet by @Karl_Lauterbach — Realität: Es kommen kaum hochqualifizierte Einwanderer, die Lücke bei qualifizierten Arbeitskräften wächst…](https://dushan.org/tweet-archive/1998790351486627933/) Realität: Es kommen kaum hochqualifizierte Einwanderer, die Lücke bei qualifizierten Arbeitskräften wächst und senkt unser Wirtschaftswachstum. Es wird Zeit, unser Bildungssystem zu verbessern, so dass… Realität: Es kommen kaum hochqualifizierte Einwanderer, die Lücke bei qualifizierten Arbeitskräften wächst und senkt unser Wirtschaftswachstum. Es wird Zeit, unser Bildungssystem zu verbessern, so dass endlich alle Kinder optimale Bildungschancen bekommen. https://t.co/SXgsFZtLfU - [Tweet by @jreichelt — Es gibt kein einziges hartes Interview mit einem regierenden Politiker über den…](https://dushan.org/tweet-archive/1998119978256798154/) Es gibt kein einziges hartes Interview mit einem regierenden Politiker über den repressiven Exzess der Anzeigenflut gegen Bürger. Es gibt kein einziges hartes Interview mit… Es gibt kein einziges hartes Interview mit einem regierenden Politiker über den repressiven Exzess der Anzeigenflut gegen Bürger. Es gibt kein einziges hartes Interview mit dem Bundeskanzler über all seine gebrochenen Versprechen. Es gibt kein einziges hartes Interview mit dem - [Tweet by @Bobesch1280173 — Muslime haben den Mainzer Weihnachtsmarkt gestürmt und dabei Allah und den islamischen…](https://dushan.org/tweet-archive/1997929739944874028/) Muslime haben den Mainzer Weihnachtsmarkt gestürmt und dabei Allah und den islamischen Dschihad ausgerufen. Sie respektieren unsere Religion und Traditionen nicht !!!https://t.co/2tAGTtG557 Muslime haben den Mainzer Weihnachtsmarkt gestürmt und dabei Allah und den islamischen Dschihad ausgerufen. Sie respektieren unsere Religion und Traditionen nicht !!!https://t.co/2tAGTtG557 - [Tweet by @Rok_German — @jannibal_ Das war gestern in sehr vielen Städten so, ohne das bisher…](https://dushan.org/tweet-archive/1997923620987785400/) @jannibal_ Das war gestern in sehr vielen Städten so, ohne das bisher in lokalen oder überregionalen Medien darüber berichtet wurde. Z.B Syrer auch in Mainz… @jannibal_ Das war gestern in sehr vielen Städten so, ohne das bisher in lokalen oder überregionalen Medien darüber berichtet wurde. Z.B Syrer auch in Mainz - ev. auch weil die Bilder rund um den Weihnachtsbaum als zu viel für die Bürger angesehen wurden? https://t.co/6UV6n0J7fr Falsch ist - [Tweet by @VeSte2315 — @steffan_nethe Heute in Nürnberg https://t.co/Ys8jNluDz2](https://dushan.org/tweet-archive/1997784604443398573/) @steffan_nethe Heute in Nürnberg https://t.co/Ys8jNluDz2 @steffan_nethe Heute in Nürnberg https://t.co/Ys8jNluDz2 - [Tweet by @steffan_nethe — Unfassbar, dass a) sowas in unserem Land möglich ist und b) das…](https://dushan.org/tweet-archive/1997737185651597741/) Unfassbar, dass a) sowas in unserem Land möglich ist und b) das Ganze auch noch vor einem Weihnachtsmarkt abgehalten werden darf. Mehr Verachtung geht nicht.… Unfassbar, dass a) sowas in unserem Land möglich ist und b) das Ganze auch noch vor einem Weihnachtsmarkt abgehalten werden darf. Mehr Verachtung geht nicht. https://t.co/3mvI4yMnes - [Tweet by @jannibal_ — Leute sagen: Geh raus vor die Haustür, touch some grass, mach den…](https://dushan.org/tweet-archive/1997715158043689275/) Leute sagen: Geh raus vor die Haustür, touch some grass, mach den Laptop aus. Dann gehst du vor die Haustür und alles ist schlimmer, als… Leute sagen: Geh raus vor die Haustür, touch some grass, mach den Laptop aus. Dann gehst du vor die Haustür und alles ist schlimmer, als du befürchtet hast. https://t.co/rla6uc9H6D - [Tweet by @JulianAdrat — Auch in Berlin: Syrer oktroyieren den Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz, und nutzen unsere…](https://dushan.org/tweet-archive/1997679875583607074/) Auch in Berlin: Syrer oktroyieren den Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz, und nutzen unsere Traditionen als Kulisse für ihre Machtspiele. Was ist bloß aus diesem Land geworden?… Auch in Berlin: Syrer oktroyieren den Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz, und nutzen unsere Traditionen als Kulisse für ihre Machtspiele. Was ist bloß aus diesem Land geworden? Und keiner kann sich rausreden. Keiner. Berlin ist überall. Aufwachen! https://t.co/C5LUEBT95r - [Tweet by @stagerbn — Leak des Referentenentwurfs von § 188a StGB - Herabwürdigendes Auslachen von Personen…](https://dushan.org/tweet-archive/1996311593739595981/) Leak des Referentenentwurfs von § 188a StGB - Herabwürdigendes Auslachen von Personen des politischen Lebens (Lex Bas): (1) Wer eine Person des politischen Lebens im… Leak des Referentenentwurfs von § 188a StGB - Herabwürdigendes Auslachen von Personen des politischen Lebens (Lex Bas): (1) Wer eine Person des politischen Lebens im Sinne des § 188 Abs. 1, die einem Organ der gesetzgebenden oder vollziehenden Gewalt des Bundes oder eines Landes https://t.co/aDTzhV6Cnt - [Tweet by @BjoernHoecke — Und wofür genau sollen wir jetzt sterben? Wehrpflicht bedeutet heute, daß eine…](https://dushan.org/tweet-archive/1996201250627469576/) Und wofür genau sollen wir jetzt sterben? Wehrpflicht bedeutet heute, daß eine Regierung bereit ist, junge Menschen in den Krieg zu schicken. Und Krieg bedeutet… Und wofür genau sollen wir jetzt sterben? Wehrpflicht bedeutet heute, daß eine Regierung bereit ist, junge Menschen in den Krieg zu schicken. Und Krieg bedeutet immer auch: Tod oder die Aussicht, schwer verstümmelt und traumatisiert nach Hause zu kommen. Kann man das überhaupt https://t.co/JtgxWPcRrN - [Tweet by @nicolebuettner — „zurück zur Sachlichkeit, gerade auch was die Arbeitgeberseite angeht“ Irre! Keinerlei Einsicht…](https://dushan.org/tweet-archive/1995867554745864244/) „zurück zur Sachlichkeit, gerade auch was die Arbeitgeberseite angeht“ Irre! Keinerlei Einsicht seitens der SPD, dass das pauschale Brandmarken von Arbeitgebern als Feind falsch sein… „zurück zur Sachlichkeit, gerade auch was die Arbeitgeberseite angeht“ Irre! Keinerlei Einsicht seitens der SPD, dass das pauschale Brandmarken von Arbeitgebern als Feind falsch sein könnte. Eine solche Geisteshaltung – in mitten einer Wirtschaftskrise – ist brandgefährlich. https://t.co/I4tJOJJJD5 - [Tweet by @Alex__Steffen — „Deswegen ist klar, wenn wir an Kriminalität denken, müssen wir zuerst über…](https://dushan.org/tweet-archive/1994882000289718309/) „Deswegen ist klar, wenn wir an Kriminalität denken, müssen wir zuerst über Männer in Anzügen sprechen.“ Mit solchen Sprüchen kommt man bei den Jusos weit.… „Deswegen ist klar, wenn wir an Kriminalität denken, müssen wir zuerst über Männer in Anzügen sprechen.“ Mit solchen Sprüchen kommt man bei den Jusos weit. Und wenn man danach noch berichtet, dass man der SPD in BaWü den Taser aus dem Wahlprogramm gestrichen hat, sogar gefeiert. https://t.co/OkQ2sGAqsn - [Tweet by @UlrichVosgerau — Unglaublich: eben meldete die ZDF-heute-Sendung um 19 Uhr, die aus dem gesamten…](https://dushan.org/tweet-archive/1994835264238195181/) Unglaublich: eben meldete die ZDF-heute-Sendung um 19 Uhr, die aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengekarrten Krawallbrüder von Gießen hätten "gegen die extreme Rechte und für Demokratie… Unglaublich: eben meldete die ZDF-heute-Sendung um 19 Uhr, die aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengekarrten Krawallbrüder von Gießen hätten "gegen die extreme Rechte und für Demokratie demonstriert". Wenn 25.000 (immerhin nicht 50.000, wie zunächst angekündigt) gewaltbereite - [Tweet by @MariusDiggedag — @naomiseibt And these are the organizations that describe themselves as democratic, yet…](https://dushan.org/tweet-archive/1994812311270502677/) @naomiseibt And these are the organizations that describe themselves as democratic, yet act anti-democratically because they are left-wing fascists, directly or indirectly financed by German… @naomiseibt And these are the organizations that describe themselves as democratic, yet act anti-democratically because they are left-wing fascists, directly or indirectly financed by German taxpayers' money. Actively supported by the Greens, the SPD, and the Left Party,… [1/2] https://t.co/oFRPNTIpM1 - [Tweet by @NaomiSeibt — 🚨🇩🇪 LEFTIST PUNCHES JOURNALIST - ‘NAZlS OUT’‼️ Welcome to the biggest ANTIFA…](https://dushan.org/tweet-archive/1994784200180846935/) 🚨🇩🇪 LEFTIST PUNCHES JOURNALIST - ‘NAZlS OUT’‼️ Welcome to the biggest ANTIFA protest in Germany, Giessen, organized by tax-funded NGOs. An alternative media journalist gets… 🚨🇩🇪 LEFTIST PUNCHES JOURNALIST - ‘NAZlS OUT’‼️ Welcome to the biggest ANTIFA protest in Germany, Giessen, organized by tax-funded NGOs. An alternative media journalist gets PUNCHED. These are the government’s SOLDIERS against AfD supporters. The perpetrator is Can Mahagoni, https://t.co/00a3DUF3H1 - [Tweet by @niusde_ — Die Situation in Gießen eskaliert zusehends. Auf der Autobahn kommt es zu…](https://dushan.org/tweet-archive/1994654352448131368/) Die Situation in Gießen eskaliert zusehends. Auf der Autobahn kommt es zu Auseinandersetzungen. Linksradikale werfen mit Pyro. Im Ort Heuchelheim sollen Wasserwerfer auffahren. https://t.co/Knh2W63gOv #gi2911… Die Situation in Gießen eskaliert zusehends. Auf der Autobahn kommt es zu Auseinandersetzungen. Linksradikale werfen mit Pyro. Im Ort Heuchelheim sollen Wasserwerfer auffahren. https://t.co/Knh2W63gOv #gi2911 https://t.co/zfhxnT0fOX - [Tweet by @S_Muenzenmaier — Bodo Ramelow will Höcke Giftpilze essen lassen und der ÖRR findet es…](https://dushan.org/tweet-archive/1993339824452092069/) Bodo Ramelow will Höcke Giftpilze essen lassen und der ÖRR findet es lustig. Zeit, es mal wieder ganz klar zu sagen: Wir werden den Rundfunkbeitrag… Bodo Ramelow will Höcke Giftpilze essen lassen und der ÖRR findet es lustig. Zeit, es mal wieder ganz klar zu sagen: Wir werden den Rundfunkbeitrag abschaffen. TM https://t.co/bDVBprScTt - [Tweet by @OERRBlog — Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow erklärt im Funk Format "Absolute Mehrheit": "Es gibt auch…](https://dushan.org/tweet-archive/1993301934170640409/) Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow erklärt im Funk Format "Absolute Mehrheit": "Es gibt auch Pilze, die ich mit Herrn Höcke sammeln würde. Wenn er sie in meinem… Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow erklärt im Funk Format "Absolute Mehrheit": "Es gibt auch Pilze, die ich mit Herrn Höcke sammeln würde. Wenn er sie in meinem Beisein auch isst." Daraufhin spielt das ÖRR Jugendformat Jubel ein und setzt Bodo Ramelow eine Sonnenbrille auf. https://t.co/F2P3fmTV2d - [Tweet by @jreichelt — BREAKING NIUS: Bundestags-Vizepräsident Bodo Ramelow fordert in der ARD unverhohlen, Björn Höcke…](https://dushan.org/tweet-archive/1993269133299888615/) BREAKING NIUS: Bundestags-Vizepräsident Bodo Ramelow fordert in der ARD unverhohlen, Björn Höcke mit giftigen Pilzen zu töten. Und die ARD feiert ihn dafür auch noch.… BREAKING NIUS: Bundestags-Vizepräsident Bodo Ramelow fordert in der ARD unverhohlen, Björn Höcke mit giftigen Pilzen zu töten. Und die ARD feiert ihn dafür auch noch. Ramelow fantasiert sogar darüber, dass er gern zusehen würde, wie Höcke die Pilze zu sich nimmt. Tötung des https://t.co/d1dPwdkMsz - [Tweet by @maxmannhart — 🔴 EIL: Friedrich Merz mit einer Frontal-Attacke gegen Apollo News. Der Bundeskanzler…](https://dushan.org/tweet-archive/1992653980665565538/) 🔴 EIL: Friedrich Merz mit einer Frontal-Attacke gegen Apollo News. Der Bundeskanzler behauptet: „Alle Vorwürfe gegen Wolfram Weimer haben sich als falsch erwiesen“. Das is… 🔴 EIL: Friedrich Merz mit einer Frontal-Attacke gegen Apollo News. Der Bundeskanzler behauptet: „Alle Vorwürfe gegen Wolfram Weimer haben sich als falsch erwiesen“. Das is eine dreiste Lüge! Kein einziger Fakt aus unserer Recherche wurde widerlegt - das Anbieten von „Einfluss https://t.co/sRwZFDnCF4 - [Tweet by @tagesschau_eil — Kulturstaatsminister Weimer trennt sich von Verlagsanteilen https://t.co/Azn9F6t9x1 #Eilmeldung](https://dushan.org/tweet-archive/1991465782853742959/) Kulturstaatsminister Weimer trennt sich von Verlagsanteilen https://t.co/Azn9F6t9x1 #Eilmeldung Kulturstaatsminister Weimer trennt sich von Verlagsanteilen https://t.co/Azn9F6t9x1 #Eilmeldung - [Tweet by @BAMFBasar — Feminismus im Endstadium. „Gleichberechtigung bedeutet, dieselben Chancen zu haben, nicht dieselben Pflichten!“…](https://dushan.org/tweet-archive/1989001762678657362/) Feminismus im Endstadium. „Gleichberechtigung bedeutet, dieselben Chancen zu haben, nicht dieselben Pflichten!“ https://t.co/mVLyQkk1CW Feminismus im Endstadium. „Gleichberechtigung bedeutet, dieselben Chancen zu haben, nicht dieselben Pflichten!“ https://t.co/mVLyQkk1CW - [Tweet by @JanvonHein1 — Eine deutsche ARD-Journalistin ist irritiert, dass die manipulative Berichterstattung der BBC im…](https://dushan.org/tweet-archive/1987620744545603777/) Eine deutsche ARD-Journalistin ist irritiert, dass die manipulative Berichterstattung der BBC im UK tatsächlich einen Rücktritt der Verantwortlichen nach sich zieht. https://t.co/rJs3IKxfGm Eine deutsche ARD-Journalistin ist irritiert, dass die manipulative Berichterstattung der BBC im UK tatsächlich einen Rücktritt der Verantwortlichen nach sich zieht. https://t.co/rJs3IKxfGm - [Tweet by @annettedittert — Just nuts. Caving in to Trump and Maga that easily doesn't bode…](https://dushan.org/tweet-archive/1987585430733066323/) Just nuts. Caving in to Trump and Maga that easily doesn't bode well for Britain in general. https://t.co/uJM5FXIuUJ Just nuts. Caving in to Trump and Maga that easily doesn't bode well for Britain in general. https://t.co/uJM5FXIuUJ - [Tweet by @KobeissiLetter — Recent Layoff Announcements: 1. UPS: 48,000 employees 2. Amazon: Up to 30,000…](https://dushan.org/tweet-archive/1983209896721236139/) Recent Layoff Announcements: 1. UPS: 48,000 employees 2. Amazon: Up to 30,000 employees 3. Intel: 24,000 employees 4. Nestle: 16,000 employees 5. Accenture: 11,000 employees… Recent Layoff Announcements: 1. UPS: 48,000 employees 2. Amazon: Up to 30,000 employees 3. Intel: 24,000 employees 4. Nestle: 16,000 employees 5. Accenture: 11,000 employees 6. Ford: 11,000 employees 7. Novo Nordisk: 9,000 employees 8. Microsoft: 7,000 employees 9. PwC: 5,600 - [Tweet by @CLeiserfluss — Helmut Schmidt hat es vor 16 JAHREN schon gewusst. "Ich würde es…](https://dushan.org/tweet-archive/1982398449292378336/) Helmut Schmidt hat es vor 16 JAHREN schon gewusst. "Ich würde es Euch 𝗡𝗜𝗖𝗛𝗧 empfehlen, die Einwanderung aus primitiven Entwicklungsländern zu forcieren" https://t.co/zzxFLODTgP Helmut Schmidt hat es vor 16 JAHREN schon gewusst. "Ich würde es Euch 𝗡𝗜𝗖𝗛𝗧 empfehlen, die Einwanderung aus primitiven Entwicklungsländern zu forcieren" https://t.co/zzxFLODTgP - [Tweet by @kineyDE — In welcher scheiß Dystopie bin ich hier gelandet? weckt mich mal bitte…](https://dushan.org/tweet-archive/1981854330887295084/) In welcher scheiß Dystopie bin ich hier gelandet? weckt mich mal bitte einer? https://t.co/1OCQsawCEi In welcher scheiß Dystopie bin ich hier gelandet? weckt mich mal bitte einer? https://t.co/1OCQsawCEi - [Tweet by @libertaeredeju — Ich fordere eine Beweislastumkehr. Jeder Politiker muss erstmal beweisen, dass er nicht…](https://dushan.org/tweet-archive/1981774567401304467/) Ich fordere eine Beweislastumkehr. Jeder Politiker muss erstmal beweisen, dass er nicht sofort in den Knast gehört. https://t.co/7G9qlPyyiX Ich fordere eine Beweislastumkehr. Jeder Politiker muss erstmal beweisen, dass er nicht sofort in den Knast gehört. https://t.co/7G9qlPyyiX - [Tweet by @BMI_Bund — „Wir wollen eine Umkehr der Beweislast: Wer Vermögen besitzt, dessen Herkunft unklar…](https://dushan.org/tweet-archive/1981725073527411023/) „Wir wollen eine Umkehr der Beweislast: Wer Vermögen besitzt, dessen Herkunft unklar ist, muss künftig beweisen, dass dieses Geld legal erworben wurde. Das ist ein… „Wir wollen eine Umkehr der Beweislast: Wer Vermögen besitzt, dessen Herkunft unklar ist, muss künftig beweisen, dass dieses Geld legal erworben wurde. Das ist ein echter Paradigmenwechsel.“ – Bundesinnenminister Alexander Dobrindt #OrganisierteKriminalität https://t.co/lugqEGRoYL - [Tweet by @Besser_Deniz — Kein Staatsanwalt kann so bescheuert sein, zu glauben, dass er mit einer…](https://dushan.org/tweet-archive/1981369735964217492/) Kein Staatsanwalt kann so bescheuert sein, zu glauben, dass er mit einer solchen Anklage vor Gericht durchkommt. Die Berliner Staatsanwälte, die die Razzia bei @NorbertBolz👇… Kein Staatsanwalt kann so bescheuert sein, zu glauben, dass er mit einer solchen Anklage vor Gericht durchkommt. Die Berliner Staatsanwälte, die die Razzia bei @NorbertBolz👇 angeordnet haben, sind nicht bescheuert. Sie sind gefährlich. https://t.co/J3Tn7cp5lh - [Tweet by @thinkBTO — @KeineWunder Ich bin gerade in China unterwegs und besichtige Unternehmen und Produktionsstätten.…](https://dushan.org/tweet-archive/1981288433323823533/) @KeineWunder Ich bin gerade in China unterwegs und besichtige Unternehmen und Produktionsstätten. Wir stehen erst am Anfang einer massiven Krise der Industrie. Da genügt keine… @KeineWunder Ich bin gerade in China unterwegs und besichtige Unternehmen und Produktionsstätten. Wir stehen erst am Anfang einer massiven Krise der Industrie. Da genügt keine Nachfragepolitik. Man kann damit Reformen flankieren (das sollte man auch!) Aber es braucht eben beides. - [Tweet by @NorbertBolz — Hausdurchsuchung wegen eines Posts. Junge, nette Polizisten, die mir abschließend den guten…](https://dushan.org/tweet-archive/1981284083201110269/) Hausdurchsuchung wegen eines Posts. Junge, nette Polizisten, die mir abschließend den guten Rat gegeben haben, in Zukunft vorsichtiger zu sein. Das werde ich tun und… Hausdurchsuchung wegen eines Posts. Junge, nette Polizisten, die mir abschließend den guten Rat gegeben haben, in Zukunft vorsichtiger zu sein. Das werde ich tun und nur noch über Bäume sprechen. - [Tweet by @baha_jam — Habe den Text nicht gelesen. Ist irgendwo erwähnt, dass der Bruder sich…](https://dushan.org/tweet-archive/1981062663087308952/) Habe den Text nicht gelesen. Ist irgendwo erwähnt, dass der Bruder sich in der SPD Darmstadt engagiert? Würde dann vorschlagen, dass ich die gegenteilige Position… Habe den Text nicht gelesen. Ist irgendwo erwähnt, dass der Bruder sich in der SPD Darmstadt engagiert? Würde dann vorschlagen, dass ich die gegenteilige Position bei euch schreiben darf @derspiegel? https://t.co/o0dYc23p6e - [Tweet by @FlorianGallwitz — Was für Studenten gilt, die KI-generierte E-Mails an Professoren verschicken, gilt natürlich…](https://dushan.org/tweet-archive/1981044544474079352/) Was für Studenten gilt, die KI-generierte E-Mails an Professoren verschicken, gilt natürlich auch für Qualitätsnachrichtenmagazine: Ufpasse! (Screenshot: https://t.co/VDUjoqU80A ) https://t.co/z6EDBULW1u Was für Studenten gilt, die KI-generierte E-Mails an Professoren verschicken, gilt natürlich auch für Qualitätsnachrichtenmagazine: Ufpasse! (Screenshot: https://t.co/VDUjoqU80A ) https://t.co/z6EDBULW1u - [Tweet by @BMF_Bund — „Ich bin froh, dass Deutschland ein vielfältiges Land ist.“ – Bundesfinanzminister und…](https://dushan.org/tweet-archive/1981034663196959056/) „Ich bin froh, dass Deutschland ein vielfältiges Land ist.“ – Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil auf dem Kongress der @igbce https://t.co/rsWXC98jUn „Ich bin froh, dass Deutschland ein vielfältiges Land ist.“ – Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil auf dem Kongress der @igbce https://t.co/rsWXC98jUn - [Tweet by @KeineWunder — Sollte sich das Minus bestätigen, geht die Industrie – Stand heute –…](https://dushan.org/tweet-archive/1981010823591162242/) Sollte sich das Minus bestätigen, geht die Industrie – Stand heute – mit -2,5% (statistischer Unterhang) in das 4. Quartal. Wenn die progressiven Angebotstheoretiker der… Sollte sich das Minus bestätigen, geht die Industrie – Stand heute – mit -2,5% (statistischer Unterhang) in das 4. Quartal. Wenn die progressiven Angebotstheoretiker der SPD weiter schlafen, müssen die liberalen Angebotstheoretiker einspringen und Konjunkturprogramme fordern... https://t.co/RxOOkmgD2q - [Tweet by @janfleischhauer — Okay, langsam gerät die Diskussion definitiv außer Kontrolle. Dass sie inzwischen in…](https://dushan.org/tweet-archive/1980362723637817486/) Okay, langsam gerät die Diskussion definitiv außer Kontrolle. Dass sie inzwischen in Berlin ganz offen für ein Stadtbild auf die Straße gehen, das nicht ein… Okay, langsam gerät die Diskussion definitiv außer Kontrolle. Dass sie inzwischen in Berlin ganz offen für ein Stadtbild auf die Straße gehen, das nicht ein nicht-weißes Gesicht enthält, ist schon krass. https://t.co/7fR3CXBAaE - [Tweet by @dushanwegner — Jünger so: »Wer ist nun der Größte im Himmelreich?« Jesus  so: »Wahrlich,…](https://dushan.org/tweet-archive/1979610161103933905/) Jünger so: »Wer ist nun der Größte im Himmelreich?« Jesus  so: »Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so… Jünger so: »Wer ist nun der Größte im Himmelreich?« Jesus  so: »Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.« (Matthäus 18) https://t.co/rf9E5Pc4Np - [Tweet by @AuswaertigesAmt — „Es waren Menschen aus der Türkei, die das Wirtschaftswunder möglich gemacht &…](https://dushan.org/tweet-archive/1979126461563891740/) „Es waren Menschen aus der Türkei, die das Wirtschaftswunder möglich gemacht & Deutschland mit aufgebaut haben. Heute ist die #Türkei ein wichtiger strategischer Partner, sowohl… „Es waren Menschen aus der Türkei, die das Wirtschaftswunder möglich gemacht & Deutschland mit aufgebaut haben. Heute ist die #Türkei ein wichtiger strategischer Partner, sowohl innerhalb der NATO als auch der G20“ – @AussenMinDE im Gespräch mit @Hurriyet: https://t.co/nIPi9XGU8h - [Tweet by @ChristinaStumpp — Ein sensationelles Ergebnis! 🙌 Ludwigshafen wählt mit Klaus Blettner einen CDU-Oberbürgermeister. 58,5…](https://dushan.org/tweet-archive/1977435709280498077/) Ein sensationelles Ergebnis! 🙌 Ludwigshafen wählt mit Klaus Blettner einen CDU-Oberbürgermeister. 58,5 % – das ist ein starkes Signal für Vertrauen, Aufbruch und echte Bürgernähe.… Ein sensationelles Ergebnis! 🙌 Ludwigshafen wählt mit Klaus Blettner einen CDU-Oberbürgermeister. 58,5 % – das ist ein starkes Signal für Vertrauen, Aufbruch und echte Bürgernähe. 💪 Die CDU ist #Kommunalpartei Nr. 1! #CDUKommunal - [Tweet by @philippilk — Between 2021-27 the EU budget for NGOs (CERV) was around €1.5bn. The…](https://dushan.org/tweet-archive/1975526414922244596/) Between 2021-27 the EU budget for NGOs (CERV) was around €1.5bn. The new EU budget proposal is advocating increasing that 600%!!! The US has realised… Between 2021-27 the EU budget for NGOs (CERV) was around €1.5bn. The new EU budget proposal is advocating increasing that 600%!!! The US has realised that USAID is discrediting, outdated political technology and a waste of money. The EU hasn’t! 🇪🇺💶 @MikeBenzCyber https://t.co/6h2ZSr4TFF - [Tweet by @mawinfla — @BishStrick Thank you Bishop Strickland. I was very disappointed with Pope Leo’s…](https://dushan.org/tweet-archive/1973573825251123567/) @BishStrick Thank you Bishop Strickland. I was very disappointed with Pope Leo’s remarks. @BishStrick Thank you Bishop Strickland. I was very disappointed with Pope Leo’s remarks. - [Tweet by @BishStrick — My dear brothers and sisters in Christ,   There is much confusion…](https://dushan.org/tweet-archive/1973198205182472207/) My dear brothers and sisters in Christ,   There is much confusion surrounding remarks from the Holy Father regarding the sanctity of human life and… My dear brothers and sisters in Christ,   There is much confusion surrounding remarks from the Holy Father regarding the sanctity of human life and the moral clarity of the Church’s teaching. While some may call these “complex ethical issues,” I must affirm without hesitation https://t.co/i3JP23qdwA - [Tweet by @MartinSellner_ — Eines Tages werden sie alle aufwachen. Sie werden die Videos sehen, die…](https://dushan.org/tweet-archive/1971187738213757271/) Eines Tages werden sie alle aufwachen. Sie werden die Videos sehen, die Bilder, die Schlagzeilen, die Zahlen. Alles, was wir ihnen seit Jahren sagen -… Eines Tages werden sie alle aufwachen. Sie werden die Videos sehen, die Bilder, die Schlagzeilen, die Zahlen. Alles, was wir ihnen seit Jahren sagen - und sie ignorieren. Es wird sein, als wären sie plötzlich nicht mehr blind. Sie werden voller Schuldgefühle & voller Zorn - [Tweet by @GustavsonElena — @LibertyHannes Hier, die schwangeren Frauen zeigen es jetzt Trump aber auch wirklich…](https://dushan.org/tweet-archive/1970804774527459652/) @LibertyHannes Hier, die schwangeren Frauen zeigen es jetzt Trump aber auch wirklich wieder. https://t.co/X1csy9Lzxs @LibertyHannes Hier, die schwangeren Frauen zeigen es jetzt Trump aber auch wirklich wieder. https://t.co/X1csy9Lzxs - [Tweet by @LibertyHannes — Trump und Kennedy raten von Tylenol (Paracetamol) in der Schwangerschaft ab. Tagesschau…](https://dushan.org/tweet-archive/1970793652914966915/) Trump und Kennedy raten von Tylenol (Paracetamol) in der Schwangerschaft ab. Tagesschau schreibt: "Trump gibt unbelegte Gesundheitsempfehlungen" Der Hersteller von Tylenol 2017 so... https://t.co/KZ2YWGz8PM Trump und Kennedy raten von Tylenol (Paracetamol) in der Schwangerschaft ab. Tagesschau schreibt: "Trump gibt unbelegte Gesundheitsempfehlungen" Der Hersteller von Tylenol 2017 so... https://t.co/KZ2YWGz8PM - [Tweet by @mtaushb — https://t.co/uqguDnAVmo](https://dushan.org/tweet-archive/1970569930752795084/) https://t.co/uqguDnAVmo https://t.co/uqguDnAVmo - [Tweet by @JochenBittner — Mein Eindruck nach dem Tommy-Robinson-Marsch in London und der Trauerfeier für Charlie…](https://dushan.org/tweet-archive/1970039210133319923/) Mein Eindruck nach dem Tommy-Robinson-Marsch in London und der Trauerfeier für Charlie Kirk: Kulturkampf war gestern, jetzt beginnt der Zivilisationskampf. Die Rückbesinung auf das Christentum… Mein Eindruck nach dem Tommy-Robinson-Marsch in London und der Trauerfeier für Charlie Kirk: Kulturkampf war gestern, jetzt beginnt der Zivilisationskampf. Die Rückbesinung auf das Christentum als Wurzel des Westens soll 1. den Islam genauso wie 2. die säkulare Religion der - [Tweet by @jreichelt — "Unsere Demokratie" hat den AfD-Kandidaten Joachim Paul von der morgigen Bürgermeisterwahl in…](https://dushan.org/tweet-archive/1969345932857671760/) "Unsere Demokratie" hat den AfD-Kandidaten Joachim Paul von der morgigen Bürgermeisterwahl in Ludwigshafen ausgeschlossen, weil er diese Zustände kritisiert (und eine Herr-der-Ringe-Rezension geschrieben) hat. https://t.co/h5GK9WdSlK "Unsere Demokratie" hat den AfD-Kandidaten Joachim Paul von der morgigen Bürgermeisterwahl in Ludwigshafen ausgeschlossen, weil er diese Zustände kritisiert (und eine Herr-der-Ringe-Rezension geschrieben) hat. https://t.co/h5GK9WdSlK - [Tweet by @bennyjohnson — Cardinal Dolan says he spent the past week studying Charlie Kirk’s life,…](https://dushan.org/tweet-archive/1969058413062578220/) Cardinal Dolan says he spent the past week studying Charlie Kirk’s life, and the more he learned, the more he saw him as a modern-day… Cardinal Dolan says he spent the past week studying Charlie Kirk’s life, and the more he learned, the more he saw him as a modern-day Saint Paul. A fearless missionary, a passionate evangelist, and a true hero. “When I heard the tragic news, I said, ‘I wonder who he was.’ And https://t.co/p77aAPOQGB - [Tweet by @iAnonPatriot — High school classmate of Tyler Robinson describes him as a weird “Reddit…](https://dushan.org/tweet-archive/1966624095480471782/) High school classmate of Tyler Robinson describes him as a weird “Reddit kid” That app is a liberal cesspool. https://t.co/DZBNhibSsW High school classmate of Tyler Robinson describes him as a weird “Reddit kid” That app is a liberal cesspool. https://t.co/DZBNhibSsW - [Tweet by @_HMSP — “He was an intelligent white man from a good stable family, so…](https://dushan.org/tweet-archive/1966550177050714499/) “He was an intelligent white man from a good stable family, so obviously he can’t be a leftist” is one hell of an own-goal, I… “He was an intelligent white man from a good stable family, so obviously he can’t be a leftist” is one hell of an own-goal, I must say. - [Tweet by @ashadool26 — @FoxNews One word .... https://t.co/PGh2KR5rW4](https://dushan.org/tweet-archive/1966476083714465801/) @FoxNews One word .... https://t.co/PGh2KR5rW4 @FoxNews One word .... https://t.co/PGh2KR5rW4 - [Tweet by @FoxNews — BREAKING: President Trump on Charlie Kirk suspected assassin: "I think, with a…](https://dushan.org/tweet-archive/1966474360102731862/) BREAKING: President Trump on Charlie Kirk suspected assassin: "I think, with a high degree of certainty, we have him in custody." https://t.co/wAAGegrrWI BREAKING: President Trump on Charlie Kirk suspected assassin: "I think, with a high degree of certainty, we have him in custody." https://t.co/wAAGegrrWI - [Tweet by @Birgit_Kelle — Ich denke es ist angemessen, Dunja Hayali als niederträchtiges, pietätloses, boshaftes Weibsstück…](https://dushan.org/tweet-archive/1966441766388723998/) Ich denke es ist angemessen, Dunja Hayali als niederträchtiges, pietätloses, boshaftes Weibsstück zu bezeichnen. Wer so zur Primetime im @ZDF auf das Grab des ermordeten… Ich denke es ist angemessen, Dunja Hayali als niederträchtiges, pietätloses, boshaftes Weibsstück zu bezeichnen. Wer so zur Primetime im @ZDF auf das Grab des ermordeten Charlie Kirk spuckt, verspielt jeden Anspruch auf Respekt als Journalist und auch als Mensch. Man muss die https://t.co/uJRrAYmuig - [Tweet by @DanODonnellShow — The Green Bay Packers and NFL hold a moment of silence for…](https://dushan.org/tweet-archive/1966297432972525846/) The Green Bay Packers and NFL hold a moment of silence for Charlie Kirk. https://t.co/nYdG58IVXU The Green Bay Packers and NFL hold a moment of silence for Charlie Kirk. https://t.co/nYdG58IVXU - [Tweet by @jannibal_ — Nach diesem Abend würde jeder normale Sender (Hallo, ZDF) Dunja Hayali und…](https://dushan.org/tweet-archive/1966267928921116997/) Nach diesem Abend würde jeder normale Sender (Hallo, ZDF) Dunja Hayali und Elmar Theveßen hochkant rauswerfen. Die Ermordung von Charlie Kirk offenbart auch eine tiefe… Nach diesem Abend würde jeder normale Sender (Hallo, ZDF) Dunja Hayali und Elmar Theveßen hochkant rauswerfen. Die Ermordung von Charlie Kirk offenbart auch eine tiefe Krise des Journalismus, in welchem sich Pietätlosigkeit, die Linksextremwerdung der angeblichen Mitte und https://t.co/KH4K9uWLM0 - [Tweet by @oida_grantler — Neuer Abgrund im ZDF heutejournal: Freude über den Tod von Charlie Kirk…](https://dushan.org/tweet-archive/1966241011409252520/) Neuer Abgrund im ZDF heutejournal: Freude über den Tod von Charlie Kirk sei nicht zu rechtfertigen, so Dunja Hayali. Um dann loszuledern über "oftmals abscheulichen,… Neuer Abgrund im ZDF heutejournal: Freude über den Tod von Charlie Kirk sei nicht zu rechtfertigen, so Dunja Hayali. Um dann loszuledern über "oftmals abscheulichen, rassistischen, sexistischen und menschenfeindlichen Aussagen" und einen "radikal-religiösen Verschwörungsanhänger" https://t.co/4iKhDpzXLk - [Tweet by @shaunmmaguire — Of all the videos of people celebrating the assassination of Charlie Kirk…](https://dushan.org/tweet-archive/1966127949196747200/) Of all the videos of people celebrating the assassination of Charlie Kirk This one hits me the hardest To celebrate this quickly means he had… Of all the videos of people celebrating the assassination of Charlie Kirk This one hits me the hardest To celebrate this quickly means he had pre-computed this possibility, the celebration was instinctual It’s like he fantasized over this https://t.co/XqTQt15gwz - [Tweet by @DefiantLs — Disturbing to watch some of these people with no soul https://t.co/Gz1mKnQxz8](https://dushan.org/tweet-archive/1966112863875117066/) Disturbing to watch some of these people with no soul https://t.co/Gz1mKnQxz8 Disturbing to watch some of these people with no soul https://t.co/Gz1mKnQxz8 - [Tweet by @James7Holland — The European Parliament just rejected calls from 60+ of its MEPs to…](https://dushan.org/tweet-archive/1966090063550320918/) The European Parliament just rejected calls from 60+ of its MEPs to hold a minute of silence in memory of Charlie Kirk. Here is the… The European Parliament just rejected calls from 60+ of its MEPs to hold a minute of silence in memory of Charlie Kirk. Here is the entire awkward exchange from the plenary session in Strasbourg just now: https://t.co/wBlO1NUL7T - [Tweet by @GuntramPross — Linke nach dem Tod von George Floyd vs. Konservative/Rechte nach dem Mord…](https://dushan.org/tweet-archive/1966068449479692680/) Linke nach dem Tod von George Floyd vs. Konservative/Rechte nach dem Mord an Charlie Kirk. Wir sind nicht gleich - nicht ansatzweise. https://t.co/c25yTQASsd Linke nach dem Tod von George Floyd vs. Konservative/Rechte nach dem Mord an Charlie Kirk. Wir sind nicht gleich - nicht ansatzweise. https://t.co/c25yTQASsd - [Tweet by @Glinner — They just created a million Charlie Kirks.](https://dushan.org/tweet-archive/1965869761339994504/) They just created a million Charlie Kirks. They just created a million Charlie Kirks. - [Tweet by @dushanwegner — Dieser Mann wurde eben in den Hals geschossen. Vermutlich von einem »Guten«.…](https://dushan.org/tweet-archive/1965862227862499422/) Dieser Mann wurde eben in den Hals geschossen. Vermutlich von einem »Guten«. Das brutale Video ist (aktuell noch) auf Twitter, doch das ist das Bild,… Dieser Mann wurde eben in den Hals geschossen. Vermutlich von einem »Guten«. Das brutale Video ist (aktuell noch) auf Twitter, doch das ist das Bild, das ihr, falls er nicht überlebt, in Erinnerung behalten solltet. Das ist es, was »die Guten« zerstören wollen. https://t.co/wGar4zsOJv - [Tweet by @ermukeshkv — @Uncensorednewsw Pray for Charlie Kirk and his family https://t.co/Vzjd9Q8utt](https://dushan.org/tweet-archive/1965859677469815247/) @Uncensorednewsw Pray for Charlie Kirk and his family https://t.co/Vzjd9Q8utt @Uncensorednewsw Pray for Charlie Kirk and his family https://t.co/Vzjd9Q8utt - [Tweet by @elonmusk — The Left is the party of murder https://t.co/qN1oToUHNc](https://dushan.org/tweet-archive/1965859343351558352/) The Left is the party of murder https://t.co/qN1oToUHNc The Left is the party of murder https://t.co/qN1oToUHNc - [Tweet by @shaunmmaguire — The Left lectured us for the last decade about the dangers of…](https://dushan.org/tweet-archive/1965853421690638383/) The Left lectured us for the last decade about the dangers of violence from the Right From the assassination attempts of President Trump To Brian… The Left lectured us for the last decade about the dangers of violence from the Right From the assassination attempts of President Trump To Brian Thompson, the United Healthcare CEO, being murdered Now to Charlie Kirk The danger was actually on the Left - [Tweet by @RealCandaceO — Everyone please stop what you are doing and pray for Charlie Kirk.…](https://dushan.org/tweet-archive/1965847261138817466/) Everyone please stop what you are doing and pray for Charlie Kirk. Please. 🙏 Everyone please stop what you are doing and pray for Charlie Kirk. Please. 🙏 - [Tweet by @stein_schreibt — Es kann keine Versöhnung mehr geben.](https://dushan.org/tweet-archive/1965791393416450375/) Es kann keine Versöhnung mehr geben. Es kann keine Versöhnung mehr geben. - [Tweet by @DrKissler — Deutschland wird von Menschen regiert und verwaltet, die Deutschlands Niedergang wollen. Anders…](https://dushan.org/tweet-archive/1965491665856332007/) Deutschland wird von Menschen regiert und verwaltet, die Deutschlands Niedergang wollen. Anders ist das alles nicht mehr zu erklären. Deutschland wird von Menschen regiert und verwaltet, die Deutschlands Niedergang wollen. Anders ist das alles nicht mehr zu erklären. - [Tweet by @AtticusJazz — Der Ausdruck "unsere Demokratie" ist ein Code und bedeutet übersetzt "woke-linke Politik",…](https://dushan.org/tweet-archive/1963508019548868755/) Der Ausdruck "unsere Demokratie" ist ein Code und bedeutet übersetzt "woke-linke Politik", die in Deutschland über keine Mehrheit verfügt und daher undemokratisch ist. https://t.co/ZTohaKBX5J Der Ausdruck "unsere Demokratie" ist ein Code und bedeutet übersetzt "woke-linke Politik", die in Deutschland über keine Mehrheit verfügt und daher undemokratisch ist. https://t.co/ZTohaKBX5J - [Tweet by @nicksortor — 🚨 JUST IN: Minneapolis Mayor Jacob Frey DOUBLES DOWN on attacking those…](https://dushan.org/tweet-archive/1960849858144706612/) 🚨 JUST IN: Minneapolis Mayor Jacob Frey DOUBLES DOWN on attacking those who point out the school shooter was trans Frey says this is the… 🚨 JUST IN: Minneapolis Mayor Jacob Frey DOUBLES DOWN on attacking those who point out the school shooter was trans Frey says this is the time to “STAND UP” for the trans community NO. FCK THAT. Stand up for the CATHOLIC FAMILIES whose kids were KlLLED by a trans shooter. https://t.co/wvpvtdjw4N - [Tweet by @elonmusk — I would like to help fund legal actions against corrupt officials who…](https://dushan.org/tweet-archive/1960375828736315755/) I would like to help fund legal actions against corrupt officials who aided and abetted the rape of Britain, per the official government inquiry. Please… I would like to help fund legal actions against corrupt officials who aided and abetted the rape of Britain, per the official government inquiry. Please reply below for consideration. https://t.co/20tp9VFFAv - [Tweet by @RupertLowe10 — Our Rape Gang Inquiry has today released research detailing eighty-five local authorities…](https://dushan.org/tweet-archive/1960222886737695063/) Our Rape Gang Inquiry has today released research detailing eighty-five local authorities in which the gang-based sexual exploitation of children is taking place, or has… Our Rape Gang Inquiry has today released research detailing eighty-five local authorities in which the gang-based sexual exploitation of children is taking place, or has historically done so. This is one of the most comprehensive exposes of the rape gang scandal to date. https://t.co/lRRRaQeuFN - [Tweet by @dushanwegner — Frau @katarinabarley ist wohl nicht mehr hier auf X. Schade, dann kann…](https://dushan.org/tweet-archive/1959275901830451539/) Frau @katarinabarley ist wohl nicht mehr hier auf X. Schade, dann kann sie uns gar nicht mehr auf dem Laufenden halten, wann sie sich mit… Frau @katarinabarley ist wohl nicht mehr hier auf X. Schade, dann kann sie uns gar nicht mehr auf dem Laufenden halten, wann sie sich mit Herrn Soros über die Zukunft, ja, »unserer Demokratie« bespricht. (Quelle archiviert: https://t.co/7zM5uxCzEv) https://t.co/6C5CHXzXjT - [Tweet by @oida_grantler — Hier ist die Bewerbung von Katharina Barley (SPD) zur Verfassungsrichterin: "Die AfD…](https://dushan.org/tweet-archive/1958888314129224029/) Hier ist die Bewerbung von Katharina Barley (SPD) zur Verfassungsrichterin: "Die AfD ist eine faschistische Partei (...) Die wollen unsere ganze Gesellschaft umkrempeln. Die wollen… Hier ist die Bewerbung von Katharina Barley (SPD) zur Verfassungsrichterin: "Die AfD ist eine faschistische Partei (...) Die wollen unsere ganze Gesellschaft umkrempeln. Die wollen ein arisches Rassenbild wieder (..) Das ist nicht das, was wir wollen. Wir wollen so vielfältig https://t.co/oqnJM3dzuT - [Tweet by @Bubblebathgirl — Gavin Newsom calls for violence against Republicans: “We’re going to punch these…](https://dushan.org/tweet-archive/1958625677999280193/) Gavin Newsom calls for violence against Republicans: “We’re going to punch these sons of b*tches in the mouth.” He knows what he’s doing. He’s inciting… Gavin Newsom calls for violence against Republicans: “We’re going to punch these sons of b*tches in the mouth.” He knows what he’s doing. He’s inciting more riots and attacks against Republicans. Arrest Newsom for promoting violence. https://t.co/WgcGE0CZCp - [Tweet by @bayrou — Accord Van der Leyen-Trump : c'est un jour sombre que celui où…](https://dushan.org/tweet-archive/1949749114436194782/) Accord Van der Leyen-Trump : c'est un jour sombre que celui où une alliance de peuples libres, rassemblés pour affirmer leurs valeurs et défendre leurs… Accord Van der Leyen-Trump : c'est un jour sombre que celui où une alliance de peuples libres, rassemblés pour affirmer leurs valeurs et défendre leurs intérêts, se résout à la soumission. - [Tweet by @ApotheosisJohn — @ZubyMusic “Everything is demonic.” It sounds extreme, like the ranting of someone…](https://dushan.org/tweet-archive/1948001700486209864/) @ZubyMusic “Everything is demonic.” It sounds extreme, like the ranting of someone who’s lost the plot. But the truth is, those old church ladies weren’t… @ZubyMusic “Everything is demonic.” It sounds extreme, like the ranting of someone who’s lost the plot. But the truth is, those old church ladies weren’t entirely wrong. They just didn’t have the language to articulate what they were feeling in spiritual terms deeper than superstition. - [Tweet by @ZubyMusic — So, the old church ladies who called everything 'demonic' were right about…](https://dushan.org/tweet-archive/1947998129078391030/) So, the old church ladies who called everything 'demonic' were right about basically everything? So, the old church ladies who called everything 'demonic' were right about basically everything? - [Tweet by @S_Muenzenmaier — ✈️➡️ Der eine Minister schiebt 81 Afghanen ab. ✈️⬅️ Der andere Minister…](https://dushan.org/tweet-archive/1947915683435593895/) ✈️➡️ Der eine Minister schiebt 81 Afghanen ab. ✈️⬅️ Der andere Minister fliegt 2.400 Afghanen rein. 🤷‍♂️ Beide gehören der Union und derselben Regierung an.… ✈️➡️ Der eine Minister schiebt 81 Afghanen ab. ✈️⬅️ Der andere Minister fliegt 2.400 Afghanen rein. 🤷‍♂️ Beide gehören der Union und derselben Regierung an. Sowas Verrücktes gibt es auch nur in Deutschland... TM https://t.co/I3u9XFmb9X - [Tweet by @DieKetzerKirche — Was muss sich ändern damit die Deutschen wieder mehr Kinder bekommen?](https://dushan.org/tweet-archive/1947390863279329517/) Was muss sich ändern damit die Deutschen wieder mehr Kinder bekommen? Was muss sich ändern damit die Deutschen wieder mehr Kinder bekommen? - [Tweet by @dushanwegner — RT @AchijahZorn: Die SA hat schon ab 1930 Vorlesungen von jüdischen Professoren…](https://dushan.org/tweet-archive/1947205834498244946/) RT @AchijahZorn: Die SA hat schon ab 1930 Vorlesungen von jüdischen Professoren mit Lärm behindert oder verhindert. Genau diese Methode ist… RT @AchijahZorn: Die SA hat schon ab 1930 Vorlesungen von jüdischen Professoren mit Lärm behindert oder verhindert. Genau diese Methode ist… - [Tweet by @EnterichsBubble — Bezüglich der #tagesschau und dem #Sommerinterview mit #Weidel von der #AfD https://t.co/a8A8yBezhF](https://dushan.org/tweet-archive/1947031998062567610/) Bezüglich der #tagesschau und dem #Sommerinterview mit #Weidel von der #AfD https://t.co/a8A8yBezhF Bezüglich der #tagesschau und dem #Sommerinterview mit #Weidel von der #AfD https://t.co/a8A8yBezhF - [Tweet by @ZubyMusic — People need to learn that pretending something doesn't exist doesn't stop it…](https://dushan.org/tweet-archive/1946463029282959868/) People need to learn that pretending something doesn't exist doesn't stop it from existing. People need to learn that pretending something doesn't exist doesn't stop it from existing. - [Tweet by @ZubyMusic — Everything going wrong in the West is a result of intellectual and…](https://dushan.org/tweet-archive/1946126432427561069/) Everything going wrong in the West is a result of intellectual and moral cowardice. Everything going wrong in the West is a result of intellectual and moral cowardice. - [Tweet by @knalltueten_ag1 — Kann eine Partei eigentlich auch unter 0% kommen? Frage für die FDP…](https://dushan.org/tweet-archive/1945391562185175526/) Kann eine Partei eigentlich auch unter 0% kommen? Frage für die FDP BW. https://t.co/WtabYCTQSJ Kann eine Partei eigentlich auch unter 0% kommen? Frage für die FDP BW. https://t.co/WtabYCTQSJ - [Tweet by @PicturesFoIder — ok so this is THE aura farm https://t.co/1IlZZfWAx9](https://dushan.org/tweet-archive/1945060107844252011/) ok so this is THE aura farm https://t.co/1IlZZfWAx9 ok so this is THE aura farm https://t.co/1IlZZfWAx9 - [Tweet by @WarriorNight007 — @vidsthatgohard Now everyone is Aura Farming 💀 https://t.co/FrMzWqlWjT](https://dushan.org/tweet-archive/1944451585725108607/) @vidsthatgohard Now everyone is Aura Farming 💀 https://t.co/FrMzWqlWjT @vidsthatgohard Now everyone is Aura Farming 💀 https://t.co/FrMzWqlWjT - [Tweet by @vidsthatgohard — I swear he just spawned outta nowhere and now he runs the…](https://dushan.org/tweet-archive/1944448322703442429/) I swear he just spawned outta nowhere and now he runs the internet😭 https://t.co/NiQmPYA10c I swear he just spawned outta nowhere and now he runs the internet😭 https://t.co/NiQmPYA10c - [Tweet by @jreichelt — Der krasseste Trick des Teufels war es, die Welt davon zu überzeugen,…](https://dushan.org/tweet-archive/1944357533516263465/) Der krasseste Trick des Teufels war es, die Welt davon zu überzeugen, dass er nicht existiert. Der krasseste Trick der linken Kulturkämpfer war es, den… Der krasseste Trick des Teufels war es, die Welt davon zu überzeugen, dass er nicht existiert. Der krasseste Trick der linken Kulturkämpfer war es, den Konservativen einzureden, dass Kulturkampf sich nicht gehört. - [Tweet by @jreichelt — BREAKING NIUS: Der historische Moment im Video! Bundeskanzler Friedrich Merz stellt mit…](https://dushan.org/tweet-archive/1942920622843080939/) BREAKING NIUS: Der historische Moment im Video! Bundeskanzler Friedrich Merz stellt mit einem einzigen Wort das komplette Selbstverständnis der CDU infrage. Auf die Frage, ob… BREAKING NIUS: Der historische Moment im Video! Bundeskanzler Friedrich Merz stellt mit einem einzigen Wort das komplette Selbstverständnis der CDU infrage. Auf die Frage, ob er es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, eine Frau zu wählen, die einem Baby im neunten Monat der https://t.co/2mIpz1W7ou https://t.co/KnBXnauoPe - [Tweet by @jreichelt — BREAKING NIUS: Merz bekennt sich in einem dramatischen Wortwechsel mit Beatrix von…](https://dushan.org/tweet-archive/1942917028861337660/) BREAKING NIUS: Merz bekennt sich in einem dramatischen Wortwechsel mit Beatrix von Storch im Bundestag zur Wahl der linken Aktivistin Frauke Brosius-Gersdorf zur Verfassungsrichterin! Von… BREAKING NIUS: Merz bekennt sich in einem dramatischen Wortwechsel mit Beatrix von Storch im Bundestag zur Wahl der linken Aktivistin Frauke Brosius-Gersdorf zur Verfassungsrichterin! Von Storch: "Können Sie es mit Ihrem Gewissen vereinbaren, Frau Brosius-Gersdorf zu wählen, für - [Tweet by @rosenbusch_ — „Dieses ständige Lügen zielt nicht darauf ab, dass die Menschen eine Lüge…](https://dushan.org/tweet-archive/1940453968397603257/) „Dieses ständige Lügen zielt nicht darauf ab, dass die Menschen eine Lüge glauben, sondern darauf, dass niemand mehr etwas glaubt. Ein Volk, das nicht mehr… „Dieses ständige Lügen zielt nicht darauf ab, dass die Menschen eine Lüge glauben, sondern darauf, dass niemand mehr etwas glaubt. Ein Volk, das nicht mehr zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden kann, kann auch nicht zwischen richtig und falsch unterscheiden. Und ein solches https://t.co/qAyRVxGruk - [Tweet by @RadioGenoa — London is fourth world. https://t.co/KVTYqARAlj](https://dushan.org/tweet-archive/1938934960758431950/) London is fourth world. https://t.co/KVTYqARAlj London is fourth world. https://t.co/KVTYqARAlj - [Tweet by @InternetH0F — Michael Jackson's real voice without autotune 😳 https://t.co/1ONJuQIgDb](https://dushan.org/tweet-archive/1935639055108104391/) Michael Jackson's real voice without autotune 😳 https://t.co/1ONJuQIgDb Michael Jackson's real voice without autotune 😳 https://t.co/1ONJuQIgDb - [Tweet by @retro_kiste — Der Nachfolger der „Beach“ Langnese-Werbung 1987. Der Satz am Schluss wird von…](https://dushan.org/tweet-archive/1934184476235452537/) Der Nachfolger der „Beach“ Langnese-Werbung 1987. Der Satz am Schluss wird von Gregor Rottschalk gesprochen, einem damals in Berlin sehr bekannten Radiomoderator. https://t.co/bGDa1il7xn Der Nachfolger der „Beach“ Langnese-Werbung 1987. Der Satz am Schluss wird von Gregor Rottschalk gesprochen, einem damals in Berlin sehr bekannten Radiomoderator. https://t.co/bGDa1il7xn - [Tweet by @romanhelmetguy — Early 2000’s culture was a desperate gasp against nihilism. “There must be…](https://dushan.org/tweet-archive/1933296064741978564/) Early 2000’s culture was a desperate gasp against nihilism. “There must be something more!” You see it in movies: Office Space, Fight Club, The Matrix.… Early 2000’s culture was a desperate gasp against nihilism. “There must be something more!” You see it in movies: Office Space, Fight Club, The Matrix. You see it in music: Evanescence’s Bring Me to Life, Linkin Park’s Numb. Then the iPhone came and the cries fell silent. https://t.co/jeYLrv0TZE - [Tweet by @Stinktier18000 — So wird es nie mehr sein oder? https://t.co/NqypfyPtxn](https://dushan.org/tweet-archive/1932871933453816050/) So wird es nie mehr sein oder? https://t.co/NqypfyPtxn So wird es nie mehr sein oder? https://t.co/NqypfyPtxn - [Tweet by @Disputatorus — "Eltern müssten bereit sein ihre Kinder zu geben." "Mitglieder des Gemeinwesens die…](https://dushan.org/tweet-archive/1930536413042192804/) "Eltern müssten bereit sein ihre Kinder zu geben." "Mitglieder des Gemeinwesens die eventuell gopfert werden." #3Sat "Kulturzeit" (02.06.2025) aus dem Munde von Egon #Flaig. Es… "Eltern müssten bereit sein ihre Kinder zu geben." "Mitglieder des Gemeinwesens die eventuell gopfert werden." #3Sat "Kulturzeit" (02.06.2025) aus dem Munde von Egon #Flaig. Es ist unübersehbar - sie wollen Krieg. "Nie wieder ist jetzt"? Der Michel schweigt. https://t.co/xnMlofdIzH - [Tweet by @dushanwegner — Ulrike Herrmann redet vollständigen Unsinn ohne Realitätsbezug. Sorry, aber ein Land, in…](https://dushan.org/tweet-archive/1930191272490205678/) Ulrike Herrmann redet vollständigen Unsinn ohne Realitätsbezug. Sorry, aber ein Land, in dem solche Dinge sagfähig sind, sogar im Staatsfunk, ohne nicht nur widersprochen, sondern… Ulrike Herrmann redet vollständigen Unsinn ohne Realitätsbezug. Sorry, aber ein Land, in dem solche Dinge sagfähig sind, sogar im Staatsfunk, ohne nicht nur widersprochen, sondern offen ausgelacht und ab da für immer ignoriert zu werden, hat nicht viel Zukunft. https://t.co/zOMr6kd2rB - [Tweet by @nenacasc — Natürlich kann Deutschland nicht unbegrenzt und unkontrolliert Asylbewerber aufnehmen. Die Integrationsfähigkeit -…](https://dushan.org/tweet-archive/1930143158463078597/) Natürlich kann Deutschland nicht unbegrenzt und unkontrolliert Asylbewerber aufnehmen. Die Integrationsfähigkeit - auch von Deutschland - hat Grenzen. Ulrike Herrmann von der taz sah das… Natürlich kann Deutschland nicht unbegrenzt und unkontrolliert Asylbewerber aufnehmen. Die Integrationsfähigkeit - auch von Deutschland - hat Grenzen. Ulrike Herrmann von der taz sah das naturgemäß anders. Meine lebhafte Debatte mit Frau Herrmann bei @maischberger !💥 https://t.co/j3T0pK8oGs - [Tweet by @HeatherEHeying — Observe Khelif celebrating on the shoulders of his coach. Algerian women do…](https://dushan.org/tweet-archive/1929920682516983905/) Observe Khelif celebrating on the shoulders of his coach. Algerian women do not ride around on the bodies of unrelated Algerian men in public. At… Observe Khelif celebrating on the shoulders of his coach. Algerian women do not ride around on the bodies of unrelated Algerian men in public. At the very least, both Khelif and his coach knew then that he was a man. https://t.co/9srI7YPjY2 - [Tweet by @HeatherEHeying — As much compassion as we might have for the younger Khelif, who…](https://dushan.org/tweet-archive/1929920569283358769/) As much compassion as we might have for the younger Khelif, who no doubt went through a baffling and painful puberty, we owe the adult… As much compassion as we might have for the younger Khelif, who no doubt went through a baffling and painful puberty, we owe the adult Khelif, a man who takes pleasure in beating up women, no compassion at all. - [Tweet by @WachsVictor — In Paderborn wurde kürzlich 275 Jahre Westfalen gefeiert – mit Festakt, Bundespräsident…](https://dushan.org/tweet-archive/1927603181942374712/) In Paderborn wurde kürzlich 275 Jahre Westfalen gefeiert – mit Festakt, Bundespräsident und Kulturprogramm. Ort der Veranstaltung: der Dom. Inmitten sakraler Architektur fand dort eine… In Paderborn wurde kürzlich 275 Jahre Westfalen gefeiert – mit Festakt, Bundespräsident und Kulturprogramm. Ort der Veranstaltung: der Dom. Inmitten sakraler Architektur fand dort eine Tanzperformance mit Halbnackten und Tiefkühl-Hähnchen in Windeln statt. (2/12) https://t.co/Qhkr8YlQaH - [Tweet by @WachsVictor — Erst Julia Klöckners Kritik an der Kirche, jetzt eine bizarre Performance mit…](https://dushan.org/tweet-archive/1927603177592967498/) Erst Julia Klöckners Kritik an der Kirche, jetzt eine bizarre Performance mit Nippeln und Tiefkühlhähnchen vor dem Bundespräsidenten im Dom zu Paderborn. Was ist los… Erst Julia Klöckners Kritik an der Kirche, jetzt eine bizarre Performance mit Nippeln und Tiefkühlhähnchen vor dem Bundespräsidenten im Dom zu Paderborn. Was ist los mit der Kirche in Deutschland? Ein Thread über Sakralräume und Symbolkrisen. (1/12) https://t.co/CsjpOJIGGt - [Tweet by @dushanwegner — Die lügen wie gedruckt, @argonerd screenshottet, wie sie lügen. Du musst Qualitätsjournalisten…](https://dushan.org/tweet-archive/1925479999072502213/) Die lügen wie gedruckt, @argonerd screenshottet, wie sie lügen. Du musst Qualitätsjournalisten wie Hannes Stein nicht widersprechen. Du kannst auch warten, bis sie es selbst… Die lügen wie gedruckt, @argonerd screenshottet, wie sie lügen. Du musst Qualitätsjournalisten wie Hannes Stein nicht widersprechen. Du kannst auch warten, bis sie es selbst tun. https://t.co/0zaVhp1Asr - [Tweet by @argonerd — https://t.co/7068sKTZAL](https://dushan.org/tweet-archive/1925385045893869642/) https://t.co/7068sKTZAL https://t.co/7068sKTZAL - [Tweet by @Thedrivenman — The mindset that built Tom Cruise's $600 million empire. https://t.co/eokFzMhjX0](https://dushan.org/tweet-archive/1925190109151826333/) The mindset that built Tom Cruise's $600 million empire. https://t.co/eokFzMhjX0 The mindset that built Tom Cruise's $600 million empire. https://t.co/eokFzMhjX0 - [Tweet by @rebew_lexa — @OrakelVon Doch ein Gesetz dafür gibt es. https://t.co/rka1HX1vhI](https://dushan.org/tweet-archive/1923265738103460008/) @OrakelVon Doch ein Gesetz dafür gibt es. https://t.co/rka1HX1vhI @OrakelVon Doch ein Gesetz dafür gibt es. https://t.co/rka1HX1vhI - [Tweet by @arminiusdd — Das letzte was du siehst, bevor du ohne Nennung von Gründen aus…](https://dushan.org/tweet-archive/1923240832464765353/) Das letzte was du siehst, bevor du ohne Nennung von Gründen aus deinem Flieger geholt und einigesperrt wirst. Die BRD hat fertig! https://t.co/RdyqcBhu3V Das letzte was du siehst, bevor du ohne Nennung von Gründen aus deinem Flieger geholt und einigesperrt wirst. Die BRD hat fertig! https://t.co/RdyqcBhu3V - [Tweet by @MartinSellner_ — 6 Burschen und 2 Mädels ist es jetzt verboten, Deutschland zu verlassen.…](https://dushan.org/tweet-archive/1923145528600387645/) 6 Burschen und 2 Mädels ist es jetzt verboten, Deutschland zu verlassen. Wenn sie es versuchen, begehen sie eine Straftat. Sie müssen sich täglich bei… 6 Burschen und 2 Mädels ist es jetzt verboten, Deutschland zu verlassen. Wenn sie es versuchen, begehen sie eine Straftat. Sie müssen sich täglich bei ihrer örtlichen Polizeistation melden. Wenn nicht, müssen sie eine zusätzliche Geldstrafe zahlen. Die Demokratiesimulation wird https://t.co/UItCvs9qyq - [Tweet by @VaticanNews — Pope Leo XIV explains his choice of name: "... I chose to…](https://dushan.org/tweet-archive/1921186921838997935/) Pope Leo XIV explains his choice of name: "... I chose to take the name Leo XIV. There are different reasons for this, but mainly… Pope Leo XIV explains his choice of name: "... I chose to take the name Leo XIV. There are different reasons for this, but mainly because Pope Leo XIII in his historic Encyclical Rerum Novarum addressed the social question in the context of the first great industrial revolution. https://t.co/bI4F1EBIS8 - [Tweet by @HBandmann_AfD — Das ist Nina Warken. Nina Warken waren die Coronamaßnahmen noch nicht extrem…](https://dushan.org/tweet-archive/1916781821313880123/) Das ist Nina Warken. Nina Warken waren die Coronamaßnahmen noch nicht extrem genug. Sie unterstellte der Ampel einen „falsch verstandenen Freiheitsgedanken“. Nina Warken wird neue… Das ist Nina Warken. Nina Warken waren die Coronamaßnahmen noch nicht extrem genug. Sie unterstellte der Ampel einen „falsch verstandenen Freiheitsgedanken“. Nina Warken wird neue Gesundheitsministerin. Und wir dachten, schlimmer als Lauterbach geht nicht. 😤 https://t.co/Po2Jhsl5Li - [Tweet by @Newsforce — "Would you guys be willing to take an illegal immigrant in your…](https://dushan.org/tweet-archive/1911207713859641480/) "Would you guys be willing to take an illegal immigrant in your home?" https://t.co/7dwqKQKlrJ "Would you guys be willing to take an illegal immigrant in your home?" https://t.co/7dwqKQKlrJ - [Tweet by @anti_ideologist — @FrankfurtZack Sonja Eichwede könnte neue Justizministerin werden: 😬 https://t.co/DeAs8acjBo](https://dushan.org/tweet-archive/1910451573940945358/) @FrankfurtZack Sonja Eichwede könnte neue Justizministerin werden: 😬 https://t.co/DeAs8acjBo @FrankfurtZack Sonja Eichwede könnte neue Justizministerin werden: 😬 https://t.co/DeAs8acjBo - [Tweet by @FrankfurtZack — Immerhin eine Wohltat, Scholz, Faeser, Habeck, Lauterbach und Bärbock nicht mehr ertragen…](https://dushan.org/tweet-archive/1910052410434691306/) Immerhin eine Wohltat, Scholz, Faeser, Habeck, Lauterbach und Bärbock nicht mehr ertragen zu müssen. Zumindest Minimalziel der Neuwahlen erreicht ✅ Immerhin eine Wohltat, Scholz, Faeser, Habeck, Lauterbach und Bärbock nicht mehr ertragen zu müssen. Zumindest Minimalziel der Neuwahlen erreicht ✅ - [Tweet by @totalreporter — Nun habe ich die Antwort des zuständigen Amtsgerichts Bamberg bekommen. 7 Monate…](https://dushan.org/tweet-archive/1909532337454412104/) Nun habe ich die Antwort des zuständigen Amtsgerichts Bamberg bekommen. 7 Monate zur Bewährung wegen Memes. https://t.co/wNpP7aBL9y https://t.co/enfWsXEwHJ Nun habe ich die Antwort des zuständigen Amtsgerichts Bamberg bekommen. 7 Monate zur Bewährung wegen Memes. https://t.co/wNpP7aBL9y https://t.co/enfWsXEwHJ - [Tweet by @totalreporter — Es macht mir ehrlich gesagt Angst, dass jemand 7 Monate auf Bewährung…](https://dushan.org/tweet-archive/1909335574328361092/) Es macht mir ehrlich gesagt Angst, dass jemand 7 Monate auf Bewährung bekommt, weil er ein Meme mit Nancy Faeser postet. Es macht mir ehrlich gesagt Angst, dass jemand 7 Monate auf Bewährung bekommt, weil er ein Meme mit Nancy Faeser postet. - [Tweet by @zac1967 — Ein Staat, in dem einen der Innenminister einer willfährigen Justiz zur Verurteilung…](https://dushan.org/tweet-archive/1909323465028419770/) Ein Staat, in dem einen der Innenminister einer willfährigen Justiz zur Verurteilung überstellen kann, weil man sich über ihn lustig macht, ist keine Demokratie. Punkt. Ein Staat, in dem einen der Innenminister einer willfährigen Justiz zur Verurteilung überstellen kann, weil man sich über ihn lustig macht, ist keine Demokratie. Punkt. - [Tweet by @ARD_BaB — „Wie oft updaten wir unser iPhone? So 10 Cent darauf? Würde viel…](https://dushan.org/tweet-archive/1905276864236499173/) „Wie oft updaten wir unser iPhone? So 10 Cent darauf? Würde viel Geld für Europa bringen.“ – Außenministerin Baerbock bringt die „Anti-Coercion Instruments“ der EU… „Wie oft updaten wir unser iPhone? So 10 Cent darauf? Würde viel Geld für Europa bringen.“ – Außenministerin Baerbock bringt die „Anti-Coercion Instruments“ der EU ins Spiel, mit denen auf die von Trump angekündigten Auto-Zölle reagiert werden könne. https://t.co/5k1CZYOIdL - [Tweet by @kripp_m — 💥SEHENSWERTE STILLE BEI LANZ💥 Michael Broecker entlarvt die Hybris und Verlogenheit der…](https://dushan.org/tweet-archive/1905157991654973772/) 💥SEHENSWERTE STILLE BEI LANZ💥 Michael Broecker entlarvt die Hybris und Verlogenheit der Ex-Außenministerin und dann herrscht einfach nur noch STILLE! TEAMHEIMAT https://t.co/kbGJZzrdf7 💥SEHENSWERTE STILLE BEI LANZ💥 Michael Broecker entlarvt die Hybris und Verlogenheit der Ex-Außenministerin und dann herrscht einfach nur noch STILLE! TEAMHEIMAT https://t.co/kbGJZzrdf7 - [Tweet by @olivergorus — Verstehe: - Die Reichen sollen vertrieben werden, Investitionen unerwünscht. - Geldanlage soll…](https://dushan.org/tweet-archive/1904976380904739317/) Verstehe: - Die Reichen sollen vertrieben werden, Investitionen unerwünscht. - Geldanlage soll erschwert werden für mehr Altersarmut. - Der Handel mit Aktien soll lieber im… Verstehe: - Die Reichen sollen vertrieben werden, Investitionen unerwünscht. - Geldanlage soll erschwert werden für mehr Altersarmut. - Der Handel mit Aktien soll lieber im Ausland stattfinden, damit deutsche Unternehmen sich im Inland nicht finanzieren können. - Der Bürger https://t.co/uTAvu4Dplq - [Tweet by @Steinhoefel — „Verlasst das Land“ ist das einzige Aufbruchsignal, das von diesen Koalitionsverhandlungen ausgeht.…](https://dushan.org/tweet-archive/1904891492339958271/) „Verlasst das Land“ ist das einzige Aufbruchsignal, das von diesen Koalitionsverhandlungen ausgeht. Frei nach den Bremer Stadtmusikanten. „Verlasst das Land“ ist das einzige Aufbruchsignal, das von diesen Koalitionsverhandlungen ausgeht. Frei nach den Bremer Stadtmusikanten. - [Tweet by @Mericamemed — How to make liberal women angry with one simple question🤣 https://t.co/2hoGqwFBzw](https://dushan.org/tweet-archive/1904201546126270546/) How to make liberal women angry with one simple question🤣 https://t.co/2hoGqwFBzw How to make liberal women angry with one simple question🤣 https://t.co/2hoGqwFBzw - [Tweet by @tomdabassman — Wenn du alle sechs Sekunden "Faschist, Faschismus" sagen musst, ist das noch…](https://dushan.org/tweet-archive/1902642463006724160/) Wenn du alle sechs Sekunden "Faschist, Faschismus" sagen musst, ist das noch eine Meinung oder schon ein medizinischer Befund? https://t.co/s7XhvKSysI Wenn du alle sechs Sekunden "Faschist, Faschismus" sagen musst, ist das noch eine Meinung oder schon ein medizinischer Befund? https://t.co/s7XhvKSysI - [Tweet by @LiviaClauss — Hier schreiben sehr viele Leute, dass jetzt nur noch Auswandern hilft. Es…](https://dushan.org/tweet-archive/1900826550292856833/) Hier schreiben sehr viele Leute, dass jetzt nur noch Auswandern hilft. Es erinnert mich an die Arbeit in der Klinik, wo Personal immer gedroht hat,… Hier schreiben sehr viele Leute, dass jetzt nur noch Auswandern hilft. Es erinnert mich an die Arbeit in der Klinik, wo Personal immer gedroht hat, wenn das und das nicht ist, werden sie kündigen. Gekündigt haben immer Leute, die das nicht gedroht haben. Die haben es einfach - [Tweet by @Steinhoefel — Merz ist Merkel auf Steroiden. Für den gigantischen Schaden, den seine Vorgängerin…](https://dushan.org/tweet-archive/1900798261339861193/) Merz ist Merkel auf Steroiden. Für den gigantischen Schaden, den seine Vorgängerin in 16 Jahren angerichtet hat, braucht er nicht einmal 16 Tage. Es ist… Merz ist Merkel auf Steroiden. Für den gigantischen Schaden, den seine Vorgängerin in 16 Jahren angerichtet hat, braucht er nicht einmal 16 Tage. Es ist ein geschichtlich einzigartiges Totalversagen. Man kann sich darüber aufregen oder zieht klug die unvermeidbaren Konsequenzen. - [Tweet by @moi_violet — Die zwingen einen zum auswandern das ist so krank ich halt das…](https://dushan.org/tweet-archive/1900552859353072057/) Die zwingen einen zum auswandern das ist so krank ich halt das rr nicht aus ich will doch nur meine Zukunft planen verfickt noch mal… Die zwingen einen zum auswandern das ist so krank ich halt das rr nicht aus ich will doch nur meine Zukunft planen verfickt noch mal dürfen wir nicht einfach auch hier Familie mit häuschen haben und schönes Leben haben warum hassen die uns so es fuckt so ab es ist so krass ey - [Tweet by @frankenzicke — Firma schliessen, Haus verkaufen und nix wie weg aus DE und Europa…](https://dushan.org/tweet-archive/1900542825936163008/) Firma schliessen, Haus verkaufen und nix wie weg aus DE und Europa ... (Wunschtraum - leider unrealistisch aus diversen Gründen) Hätte ich mir vor 10-15… Firma schliessen, Haus verkaufen und nix wie weg aus DE und Europa ... (Wunschtraum - leider unrealistisch aus diversen Gründen) Hätte ich mir vor 10-15 Jahren NIE gedacht, dass ich das mal sagen würde... - [Tweet by @SecretFire79 — The new liturgical music out of Cologne, Germany just dropped… How much…](https://dushan.org/tweet-archive/1900349452784976193/) The new liturgical music out of Cologne, Germany just dropped… How much longer, O Lord…? https://t.co/uL4c7AEGG8 The new liturgical music out of Cologne, Germany just dropped… How much longer, O Lord…? https://t.co/uL4c7AEGG8 - [Tweet by @HWR_Berlin — Liebe X-Community, die #HWRBerlin ist umgezogen 🦋und alle sind herzlich eingeladen, uns…](https://dushan.org/tweet-archive/1899815430484549726/) Liebe X-Community, die #HWRBerlin ist umgezogen 🦋und alle sind herzlich eingeladen, uns zu folgen: Hochschul-Updates, Forschungsnews & Campus-Stories gibt es jetzt auf #BlueSky https://t.co/tHKB3qJX9P Bis… Liebe X-Community, die #HWRBerlin ist umgezogen 🦋und alle sind herzlich eingeladen, uns zu folgen: Hochschul-Updates, Forschungsnews & Campus-Stories gibt es jetzt auf #BlueSky https://t.co/tHKB3qJX9P Bis gleich auf der anderen Seite des blauen Himmels!👋 #eXit https://t.co/xtJ16kvFjp - [Tweet by @olivergorus — In Europa kann man derzeit studieren, wie aus Demokratien Diktaturen werden.](https://dushan.org/tweet-archive/1899043432011624507/) In Europa kann man derzeit studieren, wie aus Demokratien Diktaturen werden. In Europa kann man derzeit studieren, wie aus Demokratien Diktaturen werden. - [Tweet by @tomdabassman — Solange 22-jährige arbeitslose Analphabeten mit unklarer Herkunft einen besseren Zugang zum Gesundheitssystem…](https://dushan.org/tweet-archive/1898796611616051476/) Solange 22-jährige arbeitslose Analphabeten mit unklarer Herkunft einen besseren Zugang zum Gesundheitssystem haben als 66-jährige Höchstbeitragzahler ist dieses Land für mich indiskutabel. Solange 22-jährige arbeitslose Analphabeten mit unklarer Herkunft einen besseren Zugang zum Gesundheitssystem haben als 66-jährige Höchstbeitragzahler ist dieses Land für mich indiskutabel. - [Tweet by @gypsy_nilima — @POTUS EU wants to see Russia defeated so it can be broken…](https://dushan.org/tweet-archive/1898223253019078884/) @POTUS EU wants to see Russia defeated so it can be broken up The Vice President of the EU saying the quiet part out loud.… @POTUS EU wants to see Russia defeated so it can be broken up The Vice President of the EU saying the quiet part out loud. Russia's defeat is not a bad thing, then it can be broken up into smaller nations. Rare earth, gas and oil … the spoils of war. https://t.co/lA9aTFQ9Vg - [Tweet by @POTUS — "Based on the fact that Russia is absolutely 'pounding' Ukraine on the…](https://dushan.org/tweet-archive/1898018679956074752/) "Based on the fact that Russia is absolutely 'pounding' Ukraine on the battlefield right now, I am strongly considering large scale Banking Sanctions, Sanctions, and… "Based on the fact that Russia is absolutely 'pounding' Ukraine on the battlefield right now, I am strongly considering large scale Banking Sanctions, Sanctions, and Tariffs on Russia until a Cease Fire and FINAL SETTLEMENT AGREEMENT ON PEACE IS REACHED. To Russia and Ukraine, https://t.co/kwrfbaQw4d - [Tweet by @Tim_Roehn — Im Eil(!)verfahren streite ich mich – unterstützt durch @Steinhoefel – seit 3…](https://dushan.org/tweet-archive/1897720923111014856/) Im Eil(!)verfahren streite ich mich – unterstützt durch @Steinhoefel – seit 3 Monaten mit dem AA u.a. darüber, ob das Ministerium uns Auskunft dazu geben… Im Eil(!)verfahren streite ich mich – unterstützt durch @Steinhoefel – seit 3 Monaten mit dem AA u.a. darüber, ob das Ministerium uns Auskunft dazu geben muss, welche NGO beim Bundesaufnahmeprogramm #Afghanistan Personen vorschlagen können. Langsam wird es Zeit für Entscheid... https://t.co/6eGD0UeChm - [Tweet by @streitbareKatze — Ich hätte da mal eine Frage zur Wehrpflicht: Für welches Vaterland soll…](https://dushan.org/tweet-archive/1897582473086972188/) Ich hätte da mal eine Frage zur Wehrpflicht: Für welches Vaterland soll man kämpfen, wenn Begriffe im eigenen Land wie Heimat, Volk, Nationalmannschaft verpöhnt sind?… Ich hätte da mal eine Frage zur Wehrpflicht: Für welches Vaterland soll man kämpfen, wenn Begriffe im eigenen Land wie Heimat, Volk, Nationalmannschaft verpöhnt sind? Wo die Deutschlandfahne verachtet wird. Wo „Fremde“ mehr wert sind als die eigenen Bürger? Es bleibt doch nur - [Tweet by @kajakallas — It was great meeting you today in Brussels, @_FriedrichMerz. Your recent announcement…](https://dushan.org/tweet-archive/1897347195407622344/) It was great meeting you today in Brussels, @_FriedrichMerz. Your recent announcement to increase Germany’s defence spending is leading the way. We must all rise… It was great meeting you today in Brussels, @_FriedrichMerz. Your recent announcement to increase Germany’s defence spending is leading the way. We must all rise to the challenge. Germany’s support for Ukraine has been invaluable, and together, we will take it further. https://t.co/s2Arg7wsIb - [Tweet by @MedienfuzziShow — Alter Schwede, was muss der Klingbeil Dreck am Stecken haben. 🙄🤦🏼‍♂️ https://t.co/L8Uh3F0j2n](https://dushan.org/tweet-archive/1895018130524541176/) Alter Schwede, was muss der Klingbeil Dreck am Stecken haben. 🙄🤦🏼‍♂️ https://t.co/L8Uh3F0j2n Alter Schwede, was muss der Klingbeil Dreck am Stecken haben. 🙄🤦🏼‍♂️ https://t.co/L8Uh3F0j2n - [Tweet by @HateAid — @MartinKlocke Wir unterstützen Menschen bei digitaler Gewalt. Dabei helfen wir allen Menschen,…](https://dushan.org/tweet-archive/1894033137186865307/) @MartinKlocke Wir unterstützen Menschen bei digitaler Gewalt. Dabei helfen wir allen Menschen, die selbst keinen Hass verbreiten oder schüren. Das entscheiden wir unabhängig von Geschlecht,… @MartinKlocke Wir unterstützen Menschen bei digitaler Gewalt. Dabei helfen wir allen Menschen, die selbst keinen Hass verbreiten oder schüren. Das entscheiden wir unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Religion etc. - [Tweet by @Emma59243230 — Auf den ersten Blick sieht das Land nach der Wahl zweigeteilt in…](https://dushan.org/tweet-archive/1893956592300617991/) Auf den ersten Blick sieht das Land nach der Wahl zweigeteilt in Ost/West aus (linkes Bild). Schaut man aber auf die zweitstärksten Parteien, so sieht… Auf den ersten Blick sieht das Land nach der Wahl zweigeteilt in Ost/West aus (linkes Bild). Schaut man aber auf die zweitstärksten Parteien, so sieht man eine grobe Dreiteilung in Ost: blau-schwarz Nord-West: schwarz-rot Süd-West: schwarz-blau Der Süd-Westen ist saugefährlich. https://t.co/LfwQPl9tK9 - [Tweet by @MartinKlocke — @HateAid Wieviele Nicht-Linke haben Sie bislang unterstützt? Also z.B. wieviele CDU und…](https://dushan.org/tweet-archive/1893952189950796091/) @HateAid Wieviele Nicht-Linke haben Sie bislang unterstützt? Also z.B. wieviele CDU und AfD Politiker, die angegriffen (körperlich) wurden oder deren Büros zerstört oder beschädigt wurden?… @HateAid Wieviele Nicht-Linke haben Sie bislang unterstützt? Also z.B. wieviele CDU und AfD Politiker, die angegriffen (körperlich) wurden oder deren Büros zerstört oder beschädigt wurden? Oder vor deren Büros nächtliche Fackelaufmärsche stattfanden? - [Tweet by @hoclh2o — @nikitheblogger Ich finde die Abweichungen zwischen alt und jung Parteien bei dem…](https://dushan.org/tweet-archive/1893906482095116291/) @nikitheblogger Ich finde die Abweichungen zwischen alt und jung Parteien bei dem Verhältnis Brief zur Urne ziemlich verdächtig. https://t.co/mFLAf9m6Ci @nikitheblogger Ich finde die Abweichungen zwischen alt und jung Parteien bei dem Verhältnis Brief zur Urne ziemlich verdächtig. https://t.co/mFLAf9m6Ci - [Tweet by @nikitheblogger — EIL: BSW offiziell mit 4,97% gescheitert. Denkt ihr, die Wahl wird vor…](https://dushan.org/tweet-archive/1893824857265074260/) EIL: BSW offiziell mit 4,97% gescheitert. Denkt ihr, die Wahl wird vor Gericht wegen nicht zugestellten Briefwahl-Stimmen gekippt? #Bundestagswahl2025 EIL: BSW offiziell mit 4,97% gescheitert. Denkt ihr, die Wahl wird vor Gericht wegen nicht zugestellten Briefwahl-Stimmen gekippt? #Bundestagswahl2025 - [Tweet by @RolandTichy — meine These ist: Sie wollten Vance abwarten. Stellen wir uns vor. die…](https://dushan.org/tweet-archive/1890875558432571594/) meine These ist: Sie wollten Vance abwarten. Stellen wir uns vor. die Nachricht wäre in die Sicherheitskonferenz-Rede geplatzt. Es sind Zyniker am Werk, die den… meine These ist: Sie wollten Vance abwarten. Stellen wir uns vor. die Nachricht wäre in die Sicherheitskonferenz-Rede geplatzt. Es sind Zyniker am Werk, die den Tod instrumentalisieren. Morgen ist Sonntag, da sind dann Demos gegen Rechts, über die ARD/ZDF schön berichten können. - [Tweet by @realDerksen — Der ÖRR verbreitet lupenreine Verschwörungstheorien, die man sonst nur bei extremen Weltverschwörungsschwurblern…](https://dushan.org/tweet-archive/1890290345960960204/) Der ÖRR verbreitet lupenreine Verschwörungstheorien, die man sonst nur bei extremen Weltverschwörungsschwurblern angesiedelt hat. @OERRBlog https://t.co/8uXpY0gobY Der ÖRR verbreitet lupenreine Verschwörungstheorien, die man sonst nur bei extremen Weltverschwörungsschwurblern angesiedelt hat. @OERRBlog https://t.co/8uXpY0gobY - [Tweet by @jreichelt — Ich möchte nicht, dass wir psychisch schwerst gestörten Afghanen bessere Betreuung bieten.…](https://dushan.org/tweet-archive/1889614985417961610/) Ich möchte nicht, dass wir psychisch schwerst gestörten Afghanen bessere Betreuung bieten. Ich möchte, dass sie an unserer Grenze gestoppt und zurückgewiesen werden. Und es… Ich möchte nicht, dass wir psychisch schwerst gestörten Afghanen bessere Betreuung bieten. Ich möchte, dass sie an unserer Grenze gestoppt und zurückgewiesen werden. Und es ist mir auch egal, ob sie das Wort "Asyl" halbwegs verständlich aussprechen können. - [Tweet by @Real_RobN — 🚨🚨CONSPIRACY THEORY NO MORE, Two reasons why fraudulent SSN’s were provided to…](https://dushan.org/tweet-archive/1888722651893694672/) 🚨🚨CONSPIRACY THEORY NO MORE, Two reasons why fraudulent SSN’s were provided to illegals by Democrats. A: 10,000 illegals using the same exact Social Security number… 🚨🚨CONSPIRACY THEORY NO MORE, Two reasons why fraudulent SSN’s were provided to illegals by Democrats. A: 10,000 illegals using the same exact Social Security number voted in Arizona 2020 presidential elections. B: The reason the radical Democrats don’t want an audit of https://t.co/goA3NWZbBo https://t.co/toXy7faCXt - [Tweet by @elonmusk — Just learned that the social security database is not de-duplicated, meaning you…](https://dushan.org/tweet-archive/1888484555092312466/) Just learned that the social security database is not de-duplicated, meaning you can have the same SSN many times over, which further enables MASSIVE FRAUD!!… Just learned that the social security database is not de-duplicated, meaning you can have the same SSN many times over, which further enables MASSIVE FRAUD!! Your tax dollars are being stolen. https://t.co/hSZdNY4wxf - [Tweet by @jreichelt — Liebe @BILD Kollegen, wenn Ihr schon komplette Recherchen mit allen Beispielen, Details…](https://dushan.org/tweet-archive/1888289690165322171/) Liebe @BILD Kollegen, wenn Ihr schon komplette Recherchen mit allen Beispielen, Details und Zahlen von NIUS abschreibt, dann sollte man zumindest einmal zitieren. So ist… Liebe @BILD Kollegen, wenn Ihr schon komplette Recherchen mit allen Beispielen, Details und Zahlen von NIUS abschreibt, dann sollte man zumindest einmal zitieren. So ist es schon sehr peinlich. https://t.co/B3J55KoDEl - [Tweet by @elonmusk — https://t.co/z3YkAoYHqZ](https://dushan.org/tweet-archive/1887866757328650369/) https://t.co/z3YkAoYHqZ https://t.co/z3YkAoYHqZ - [Tweet by @MagnetStefan — USAID / Deutschland: 💥 31 Millionen für „INTERNATIONAL ORGANIZATION FOR MIGRATION“ Beispielsweise…](https://dushan.org/tweet-archive/1887763955034063186/) USAID / Deutschland: 💥 31 Millionen für „INTERNATIONAL ORGANIZATION FOR MIGRATION“ Beispielsweise finden wir in der USAID Datenbank die exakte Summe von 31.510.591,— Dollar welche… USAID / Deutschland: 💥 31 Millionen für „INTERNATIONAL ORGANIZATION FOR MIGRATION“ Beispielsweise finden wir in der USAID Datenbank die exakte Summe von 31.510.591,— Dollar welche nach Deutschland gezahlt werden. Fortlaufend bis April 2025. Wir werden die entsprechenden https://t.co/hDNOwLGfDW - [Tweet by @Sam230560 — What business did Soros have with Democrats... And how many times was…](https://dushan.org/tweet-archive/1887593118813331811/) What business did Soros have with Democrats... And how many times was he in the Oval Office... 🤔 I'll take Musk over Soros any day.… What business did Soros have with Democrats... And how many times was he in the Oval Office... 🤔 I'll take Musk over Soros any day. 🔥 https://t.co/HTx0hpIjMK - [Tweet by @FrankfurtZack — Um es nochmal klar zu stellen, die Hackordnung beim Zahnarzt (ähnlich auch…](https://dushan.org/tweet-archive/1887100857822449852/) Um es nochmal klar zu stellen, die Hackordnung beim Zahnarzt (ähnlich auch bei anderen Ärzten): 1⃣ Privatpatient 2⃣ Asylbewerber (außerhalb Budgetierung!) 3⃣ Kassenpatient 4⃣ AOK… Um es nochmal klar zu stellen, die Hackordnung beim Zahnarzt (ähnlich auch bei anderen Ärzten): 1⃣ Privatpatient 2⃣ Asylbewerber (außerhalb Budgetierung!) 3⃣ Kassenpatient 4⃣ AOK Patient https://t.co/xjUcPO9amb - [Tweet by @MarioNawfal — 🚨🇬🇧🇺🇸 BBC TOOK $3.3 MILLION FROM USAID?! BBC Media Action, a charity…](https://dushan.org/tweet-archive/1886815752918843722/) 🚨🇬🇧🇺🇸 BBC TOOK $3.3 MILLION FROM USAID?! BBC Media Action, a charity tied to the BBC, received $3.3M from USAID in 2023-24, making the U.S.… 🚨🇬🇧🇺🇸 BBC TOOK $3.3 MILLION FROM USAID?! BBC Media Action, a charity tied to the BBC, received $3.3M from USAID in 2023-24, making the U.S. agency one of its top donors. Despite being part of a state-funded UK broadcaster, BBC Media Action also took $3.8M from the UK Foreign https://t.co/pAKcITKTyd https://t.co/SN2aD5qoBw - [Tweet by @elonmusk — BBC is literally state-funded media https://t.co/wFoQ8GcETm](https://dushan.org/tweet-archive/1886812762250101150/) BBC is literally state-funded media https://t.co/wFoQ8GcETm BBC is literally state-funded media https://t.co/wFoQ8GcETm - [Tweet by @CEKTOP — @dushanwegner Wir sollten "Narrativ" viel, viel seltener verwenden und im übrigen dem…](https://dushan.org/tweet-archive/1886777557049020688/) @dushanwegner Wir sollten "Narrativ" viel, viel seltener verwenden und im übrigen dem gesunden Menschenverstand einen viel größeren Platz einräumen. (Sorry Philosoph;) @dushanwegner Wir sollten "Narrativ" viel, viel seltener verwenden und im übrigen dem gesunden Menschenverstand einen viel größeren Platz einräumen. (Sorry Philosoph;) - [Tweet by @dushanwegner — ARD-Moderator Klamroth fabuliert, man wisse nichts über Herkunft der Täter von Gruppenvergewaltigungen,…](https://dushan.org/tweet-archive/1886764010890047550/) ARD-Moderator Klamroth fabuliert, man wisse nichts über Herkunft der Täter von Gruppenvergewaltigungen, denn das könne auch mal ein »australischer Austauschstudent« sein. Wenn Realität und Narrativ… ARD-Moderator Klamroth fabuliert, man wisse nichts über Herkunft der Täter von Gruppenvergewaltigungen, denn das könne auch mal ein »australischer Austauschstudent« sein. Wenn Realität und Narrativ nicht zusammenpassen, muss man eben Realität erfinden. https://t.co/N7CtG6QbDH - [Tweet by @bennyjohnson — 🚨HOLY SMOKES: Karoline Leavitt just EXPOSED USAID by laying out exactly what…](https://dushan.org/tweet-archive/1886517089411735874/) 🚨HOLY SMOKES: Karoline Leavitt just EXPOSED USAID by laying out exactly what taxpayers money is being wasted on: - $2.5 MILLION to DEI in Serbia… 🚨HOLY SMOKES: Karoline Leavitt just EXPOSED USAID by laying out exactly what taxpayers money is being wasted on: - $2.5 MILLION to DEI in Serbia - $70,000 onan Irish DEI musical - $47,000 on transgender operas in Colombia - $32,000 on a trans comic book in Peru SHUT IT DOWN! https://t.co/WA2MNrPDDK - [Tweet by @elonmusk — Time to confess: Media reports saying that @DOGE has some of world’s…](https://dushan.org/tweet-archive/1886458513771377099/) Time to confess: Media reports saying that @DOGE has some of world’s best software engineers are in fact true. Time to confess: Media reports saying that @DOGE has some of world’s best software engineers are in fact true. - [Tweet by @ben_brechtken — So sah es gestern vor einer CDU-Kreisgeschäftsstelle aus. Eine Kreisgeschäftsstelle. Es ist…](https://dushan.org/tweet-archive/1885582588091265186/) So sah es gestern vor einer CDU-Kreisgeschäftsstelle aus. Eine Kreisgeschäftsstelle. Es ist unglaublich, wie aufgehetzt der Antifa-Mob ist. https://t.co/MneYcdI8TU So sah es gestern vor einer CDU-Kreisgeschäftsstelle aus. Eine Kreisgeschäftsstelle. Es ist unglaublich, wie aufgehetzt der Antifa-Mob ist. https://t.co/MneYcdI8TU - [Tweet by @dushanwegner — Die nehmen jetzt dem @argonerd die Arbeit weg. https://t.co/4o6mCdhUYl](https://dushan.org/tweet-archive/1884262037578211587/) Die nehmen jetzt dem @argonerd die Arbeit weg. https://t.co/4o6mCdhUYl Die nehmen jetzt dem @argonerd die Arbeit weg. https://t.co/4o6mCdhUYl - [Tweet by @derspiegel — Dass Elon Musk die politische Lage in anderen Ländern beeinflussen könne, sei…](https://dushan.org/tweet-archive/1884032655043289268/) Dass Elon Musk die politische Lage in anderen Ländern beeinflussen könne, sei »wirklich irrsinnig«, sagt Bill Gates. Und rät: Man sollte sicherstellen, dass superreiche Ausländer… Dass Elon Musk die politische Lage in anderen Ländern beeinflussen könne, sei »wirklich irrsinnig«, sagt Bill Gates. Und rät: Man sollte sicherstellen, dass superreiche Ausländer Wahlen nicht verzerren könnten. https://t.co/6h76RCHTdy - [Tweet by @dogeofficialceo — It’s so over for Europe https://t.co/pR2Tc2d7L9](https://dushan.org/tweet-archive/1883925589599609040/) It’s so over for Europe https://t.co/pR2Tc2d7L9 It’s so over for Europe https://t.co/pR2Tc2d7L9 - [Tweet by @MedienfuzziShow — Über 23.000€ aus unserem Steuergeld für die grenzdebilen „Omas gegen Rechts“. Freunde,…](https://dushan.org/tweet-archive/1883602843325894812/) Über 23.000€ aus unserem Steuergeld für die grenzdebilen „Omas gegen Rechts“. Freunde, ich hab den Kanal echt gestrichen voll! 😡 https://t.co/lYhNRZjDzE Über 23.000€ aus unserem Steuergeld für die grenzdebilen „Omas gegen Rechts“. Freunde, ich hab den Kanal echt gestrichen voll! 😡 https://t.co/lYhNRZjDzE - [Tweet by @Dieter_Stein — Merz hat schon wieder Angst vor der eigenen Courage. Statt eines sofort…](https://dushan.org/tweet-archive/1883273672280195274/) Merz hat schon wieder Angst vor der eigenen Courage. Statt eines sofort umzusetzenden Gesetzesentwurfes kommt ein wertloser und wirkungsloser Entschließungsantrag mit allgemeinem Appell an die… Merz hat schon wieder Angst vor der eigenen Courage. Statt eines sofort umzusetzenden Gesetzesentwurfes kommt ein wertloser und wirkungsloser Entschließungsantrag mit allgemeinem Appell an die Bundesregierung – verbunden mit einer Feinderklärung an die AfD. Ein zahnloser Witz! https://t.co/0PEnOIEOfe - [Tweet by @_FriedrichMerz — „SPD, Grüne und FDP haben von uns alle Texte bekommen, die wir…](https://dushan.org/tweet-archive/1883251058627207429/) „SPD, Grüne und FDP haben von uns alle Texte bekommen, die wir in der nächsten Woche miteinander beschließen wollen. Die AfD bekommt diese Texte nicht.… „SPD, Grüne und FDP haben von uns alle Texte bekommen, die wir in der nächsten Woche miteinander beschließen wollen. Die AfD bekommt diese Texte nicht. Wir können uns über das Wochenende miteinander verständigen, wie wir nächste Woche abstimmen. Spätestens nach #Aschaffenburg - [Tweet by @0815Meinung — @BriHasselmann Ein 2jähriges Kind liegt wegen eurer Politik eiskalt im Kühlraum der…](https://dushan.org/tweet-archive/1883249623625814275/) @BriHasselmann Ein 2jähriges Kind liegt wegen eurer Politik eiskalt im Kühlraum der Gerichtsmedizin und ihr feiert! Das ist widerwärtig, ekelhaft und eine bodenlose Frechheit! 🤮… @BriHasselmann Ein 2jähriges Kind liegt wegen eurer Politik eiskalt im Kühlraum der Gerichtsmedizin und ihr feiert! Das ist widerwärtig, ekelhaft und eine bodenlose Frechheit! 🤮 https://t.co/Yzm4t3WvMl - [Tweet by @fbrantner — 100.000 Menschen versammeln sich am Brandenburger Tor. Sie protestieren in einer Zeit,…](https://dushan.org/tweet-archive/1883211475462111293/) 100.000 Menschen versammeln sich am Brandenburger Tor. Sie protestieren in einer Zeit, in der die AfD bei der Bundestagswahl vor ihrem größten Triumph steht und… 100.000 Menschen versammeln sich am Brandenburger Tor. Sie protestieren in einer Zeit, in der die AfD bei der Bundestagswahl vor ihrem größten Triumph steht und Trump Rechtsextreme weltweit inspiriert. Sie setzen ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und für Haltung und Anstand. https://t.co/4CIMR0nApF - [Tweet by @BriHasselmann — 100.000 Menschen stehen zusammen. #Wirstehenzusammen für eine #Brandmauer https://t.co/9PMg3MTZ1D](https://dushan.org/tweet-archive/1883210196350316744/) 100.000 Menschen stehen zusammen. #Wirstehenzusammen für eine #Brandmauer https://t.co/9PMg3MTZ1D 100.000 Menschen stehen zusammen. #Wirstehenzusammen für eine #Brandmauer https://t.co/9PMg3MTZ1D - [Tweet by @stagerbn — "Mir ist es völlig gleichgültig, wer diesen Weg politisch mitgeht." Hat Friedrich…](https://dushan.org/tweet-archive/1882380371540758538/) "Mir ist es völlig gleichgültig, wer diesen Weg politisch mitgeht." Hat Friedrich Merz hier gerade die Brandmauer zur AfD eingerissen, zumindest in dieser Einzelfrage? Anders… "Mir ist es völlig gleichgültig, wer diesen Weg politisch mitgeht." Hat Friedrich Merz hier gerade die Brandmauer zur AfD eingerissen, zumindest in dieser Einzelfrage? Anders wird @_FriedrichMerz seinen kompromisslosen Weg in der Migrationspolitik kaum umsetzen können. https://t.co/6LOn8ugOPz - [Tweet by @udovetter — Bis zum 9. November 1989 gab es Mauertote. Heute beklagen wir Brandmauertote.](https://dushan.org/tweet-archive/1882104509100662851/) Bis zum 9. November 1989 gab es Mauertote. Heute beklagen wir Brandmauertote. Bis zum 9. November 1989 gab es Mauertote. Heute beklagen wir Brandmauertote. - [Tweet by @EduardTraum — @dushanwegner Wenn sich die Kompaßnadeln wild drehen, dann muß ein sehr starker…](https://dushan.org/tweet-archive/1881798297888956431/) @dushanwegner Wenn sich die Kompaßnadeln wild drehen, dann muß ein sehr starker Magnet in der Nähe sein. @dushanwegner Wenn sich die Kompaßnadeln wild drehen, dann muß ein sehr starker Magnet in der Nähe sein. - [Tweet by @dushanwegner — Wenn Frau Hollstein als Stimme der Vernunft auftritt, verändern sich wirklich gerade…](https://dushan.org/tweet-archive/1881795326602105005/) Wenn Frau Hollstein als Stimme der Vernunft auftritt, verändern sich wirklich gerade einige grundlegende Koordinaten der Welt! 👍 https://t.co/yy7LV0Pz2k Wenn Frau Hollstein als Stimme der Vernunft auftritt, verändern sich wirklich gerade einige grundlegende Koordinaten der Welt! 👍 https://t.co/yy7LV0Pz2k - [Tweet by @gaborhalasz1 — Man kann so viel an #Musk kritisieren. Aber nicht zu viel in…](https://dushan.org/tweet-archive/1881729886248980706/) Man kann so viel an #Musk kritisieren. Aber nicht zu viel in eine ungeschickte Handbewegung interpretieren. Man kann so viel an #Musk kritisieren. Aber nicht zu viel in eine ungeschickte Handbewegung interpretieren. - [Tweet by @HollsteinM — Sorry, im Leben war das kein Hitlergruß und auch nie als solcher…](https://dushan.org/tweet-archive/1881679060889391463/) Sorry, im Leben war das kein Hitlergruß und auch nie als solcher intendiert. Hört auf mit dem Quatsch, es gibt genug echte Dinge, für die… Sorry, im Leben war das kein Hitlergruß und auch nie als solcher intendiert. Hört auf mit dem Quatsch, es gibt genug echte Dinge, für die man Musk kritisieren kann. https://t.co/J4E4dSxwMK - [Tweet by @jreichelt — Das Jahrzehnt der links-grün-woken Gesinnungstyrannei ist beendet, der Freie Westen ist zurück!](https://dushan.org/tweet-archive/1881599349765128239/) Das Jahrzehnt der links-grün-woken Gesinnungstyrannei ist beendet, der Freie Westen ist zurück! Das Jahrzehnt der links-grün-woken Gesinnungstyrannei ist beendet, der Freie Westen ist zurück! - [Tweet by @DemocraticWins — BREAKING: Elon Musk does Hitler salute at Trump celebration. https://t.co/tY7diGC1DH](https://dushan.org/tweet-archive/1881433205867491664/) BREAKING: Elon Musk does Hitler salute at Trump celebration. https://t.co/tY7diGC1DH BREAKING: Elon Musk does Hitler salute at Trump celebration. https://t.co/tY7diGC1DH - [Tweet by @dushanwegner — Düster: Um ein heteronormatives Männerbild zu propagagieren, lässt Donald Trump mehrere Männer…](https://dushan.org/tweet-archive/1881263407309185417/) Düster: Um ein heteronormatives Männerbild zu propagagieren, lässt Donald Trump mehrere Männer in Macho-Uniformen (Polizist, Baustellen-Arbeiter, Soldat usw.) auftreten und eine Ode an Männerbünde singen.… Düster: Um ein heteronormatives Männerbild zu propagagieren, lässt Donald Trump mehrere Männer in Macho-Uniformen (Polizist, Baustellen-Arbeiter, Soldat usw.) auftreten und eine Ode an Männerbünde singen. https://t.co/fEB25ulkB4 - [Tweet by @jomickane — Lets have a look how many Labour Councillors/ ex Labour Councillors have…](https://dushan.org/tweet-archive/1878253159971270677/) Lets have a look how many Labour Councillors/ ex Labour Councillors have been caught.... shocking .....🧵👇 https://t.co/TBKs2nz30D Lets have a look how many Labour Councillors/ ex Labour Councillors have been caught.... shocking .....🧵👇 https://t.co/TBKs2nz30D - [Tweet by @NiohBerg — James Woods' property didn't burn down. This is fantastic news, and every…](https://dushan.org/tweet-archive/1877865163740561633/) James Woods' property didn't burn down. This is fantastic news, and every single pro-Hamas scumbag who mocked him might want to delete their posts now.… James Woods' property didn't burn down. This is fantastic news, and every single pro-Hamas scumbag who mocked him might want to delete their posts now. https://t.co/q1qTK9g8gC - [Tweet by @myriampalomba — Incroyable. Le censeur pro européen Thierry Breton vient d’avouer que l’UE avait…](https://dushan.org/tweet-archive/1877701761923690721/) Incroyable. Le censeur pro européen Thierry Breton vient d’avouer que l’UE avait fait annuler les élections en Roumanie et qu’elle se permettra de le faire… Incroyable. Le censeur pro européen Thierry Breton vient d’avouer que l’UE avait fait annuler les élections en Roumanie et qu’elle se permettra de le faire aussi en Allemagne si l’AFD gagnait. Il n’y a donc plus aucune élection libre dans cette Union Européenne de misère ! Le https://t.co/chsfMvX33F - [Tweet by @Bubblebathgirl — Video of an alleged arsonist who started a fire in the Sepulveda…](https://dushan.org/tweet-archive/1877570625201414475/) Video of an alleged arsonist who started a fire in the Sepulveda Dam area. He was reportedly caught by police but then let go because… Video of an alleged arsonist who started a fire in the Sepulveda Dam area. He was reportedly caught by police but then let go because “he didn’t have an incendiary device.” He did “have gas in a white jug.” This is a developing story. https://t.co/kOT62JnDlC - [Tweet by @FthePump1 — Palisades Fire, West Side Pacific Coast Highway headed toward Malibu. This is…](https://dushan.org/tweet-archive/1876856727968092411/) Palisades Fire, West Side Pacific Coast Highway headed toward Malibu. This is a full on disaster! @BillMelugin_ https://t.co/e6sTAn9R34 Palisades Fire, West Side Pacific Coast Highway headed toward Malibu. This is a full on disaster! @BillMelugin_ https://t.co/e6sTAn9R34 - [Tweet by @dushanwegner — #Zuckerberg hat eine Rede an die globale (#Facebook-) Nation gehalten – und…](https://dushan.org/tweet-archive/1876638699951387057/) #Zuckerberg hat eine Rede an die globale (#Facebook-) Nation gehalten – und es ist ein Schock! Nach 4 Jahren immer schärferer Zensur will er, explizit… #Zuckerberg hat eine Rede an die globale (#Facebook-) Nation gehalten – und es ist ein Schock! Nach 4 Jahren immer schärferer Zensur will er, explizit dank der Wahl von Trump, mehr #Meinungsfreiheit wagen. HIER DIE DEUTSCHE #ÜBERSETZUNG https://t.co/jkldS2yVVa - [Tweet by @elonmusk — Starmer is evil https://t.co/KbuxkgFDwf](https://dushan.org/tweet-archive/1876433327055573490/) Starmer is evil https://t.co/KbuxkgFDwf Starmer is evil https://t.co/KbuxkgFDwf - [Tweet by @LeilaniDowding — Evil You are evil @Keir_Starmer. I don’t know how your wife looks…](https://dushan.org/tweet-archive/1876374115000692950/) Evil You are evil @Keir_Starmer. I don’t know how your wife looks at you. https://t.co/i7Ui7PnD6u Evil You are evil @Keir_Starmer. I don’t know how your wife looks at you. https://t.co/i7Ui7PnD6u - [Tweet by @elonmusk — Starmer was deeply complicit in the mass rapes in exchange for votes.…](https://dushan.org/tweet-archive/1876243077565972695/) Starmer was deeply complicit in the mass rapes in exchange for votes. That’s what the inquiry would show. https://t.co/IVML26ygAg Starmer was deeply complicit in the mass rapes in exchange for votes. That’s what the inquiry would show. https://t.co/IVML26ygAg - [Tweet by @MartinDaubney — Keir Starmer just claimed people who want a full inquiry into Britain’s…](https://dushan.org/tweet-archive/1876232481030181130/) Keir Starmer just claimed people who want a full inquiry into Britain’s rape gangs are “jumping on a bandwagon of the Far Right” Wanting justice… Keir Starmer just claimed people who want a full inquiry into Britain’s rape gangs are “jumping on a bandwagon of the Far Right” Wanting justice for 1000s of British girls raped by Pakistani gangs is “Far Right?” Is this Starmer’s biggest mistake yet? https://t.co/nkqUp6zcqn - [Tweet by @elonmusk — Prison for Starmer https://t.co/6RxIyGnYkG](https://dushan.org/tweet-archive/1876147362131071014/) Prison for Starmer https://t.co/6RxIyGnYkG Prison for Starmer https://t.co/6RxIyGnYkG - [Tweet by @dushanwegner — Nach Jahren des Verschweigens durch den Mainstream wird der Massenmissbrauch von Mädchen…](https://dushan.org/tweet-archive/1876014256203890892/) Nach Jahren des Verschweigens durch den Mainstream wird der Massenmissbrauch von Mädchen in Großbritannien etwas publik, und worüber regen sich deutsche Eliten auf? Darüber, dass… Nach Jahren des Verschweigens durch den Mainstream wird der Massenmissbrauch von Mädchen in Großbritannien etwas publik, und worüber regen sich deutsche Eliten auf? Darüber, dass es dank Musk publik wird. Warum eigentlich? - [Tweet by @RadioGenoa — Elsie, Bebe and Alice were kiIIed by a Muslim with a knife…](https://dushan.org/tweet-archive/1875950677211640008/) Elsie, Bebe and Alice were kiIIed by a Muslim with a knife in England but for Keir Starmer the problem is Islamophobia. https://t.co/5dS4OuLajF https://t.co/xJexAqmqz8 Elsie, Bebe and Alice were kiIIed by a Muslim with a knife in England but for Keir Starmer the problem is Islamophobia. https://t.co/5dS4OuLajF https://t.co/xJexAqmqz8 - [Tweet by @GBNEWS — 'The abuse he has tried to bring on Keir Starmer is completely…](https://dushan.org/tweet-archive/1875941201809158562/) 'The abuse he has tried to bring on Keir Starmer is completely and utterly unfound.' Ivor Caplin says Elon Musk's comments on Jess Phillips and… 'The abuse he has tried to bring on Keir Starmer is completely and utterly unfound.' Ivor Caplin says Elon Musk's comments on Jess Phillips and Keir Starmer are 'not acceptable'. 📺 Freeview 236, Sky 512, Virgin 604 🔓 Become a GB News Member: https://t.co/mNsRsGCG3N https://t.co/ZlcZHVPbWQ - [Tweet by @curioXities — Spoof car commercial from 2004 featuring Volkswagen Polo https://t.co/UWeAkyddiI](https://dushan.org/tweet-archive/1874929964975591868/) Spoof car commercial from 2004 featuring Volkswagen Polo https://t.co/UWeAkyddiI Spoof car commercial from 2004 featuring Volkswagen Polo https://t.co/UWeAkyddiI - [Tweet by @dushanwegner — Journalisten lügen. Journalisten wissen, dass sie lügen. Journalisten wissen, dass wir wissen,…](https://dushan.org/tweet-archive/1873426560625316172/) Journalisten lügen. Journalisten wissen, dass sie lügen. Journalisten wissen, dass wir wissen, dass sie lügen. Und doch lügen sie weiter. https://t.co/qcmaMpfT75 Journalisten lügen. Journalisten wissen, dass sie lügen. Journalisten wissen, dass wir wissen, dass sie lügen. Und doch lügen sie weiter. https://t.co/qcmaMpfT75 - [Tweet by @ARD_BaB — „Das hat mit Journalismus nichts zu tun“ – Der Vorsitzende des Deutschen…](https://dushan.org/tweet-archive/1873400612798537997/) „Das hat mit Journalismus nichts zu tun“ – Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Mika Beuster, zum Beitrag von US-Milliardär Elon Musk in der „Welt… „Das hat mit Journalismus nichts zu tun“ – Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Mika Beuster, zum Beitrag von US-Milliardär Elon Musk in der „Welt am Sonntag“. https://t.co/WbpZXyXinz - [Tweet by @ainyrockstar — Kurz vor Hirntod. Das ist übrigens genau die Klientel, die am allerwenigsten…](https://dushan.org/tweet-archive/1871493615861588434/) Kurz vor Hirntod. Das ist übrigens genau die Klientel, die am allerwenigsten mit den Auswirkungen der Migration zu tun hat. Gesättigte Rentner, die komplett in… Kurz vor Hirntod. Das ist übrigens genau die Klientel, die am allerwenigsten mit den Auswirkungen der Migration zu tun hat. Gesättigte Rentner, die komplett in ihrer Alman-Bubble leben. Bis man dann mal so random auf dem Weihnachtsmarkt überfahren wird oder abgestochen wird. https://t.co/q8UccraUGS - [Tweet by @Heidenkrieger — Warum gibt es solche unfassbar verblödeten Menschen in Deutschland? #Magdeburg https://t.co/TOCzVzXfvZ](https://dushan.org/tweet-archive/1871132097487987120/) Warum gibt es solche unfassbar verblödeten Menschen in Deutschland? #Magdeburg https://t.co/TOCzVzXfvZ Warum gibt es solche unfassbar verblödeten Menschen in Deutschland? #Magdeburg https://t.co/TOCzVzXfvZ - [Tweet by @AliCologne — Maral spricht aus, was ich schon seit langen über Taleb sagte: Er…](https://dushan.org/tweet-archive/1870442339677753655/) Maral spricht aus, was ich schon seit langen über Taleb sagte: Er war weder echter Atheist, noch ex-Muslim. Es war Taqiyya. #Magdeburg https://t.co/2sFahlIcPJ Maral spricht aus, was ich schon seit langen über Taleb sagte: Er war weder echter Atheist, noch ex-Muslim. Es war Taqiyya. #Magdeburg https://t.co/2sFahlIcPJ - [Tweet by @HeimatliebeDE — Mir bricht es gerade das Herz. Das ist der kleine Junge André…](https://dushan.org/tweet-archive/1870440280001765497/) Mir bricht es gerade das Herz. Das ist der kleine Junge André (9), der gestern bei dem widerlichen Terroranschlag in #Magdeburg getötet wurde. Eine kleine… Mir bricht es gerade das Herz. Das ist der kleine Junge André (9), der gestern bei dem widerlichen Terroranschlag in #Magdeburg getötet wurde. Eine kleine unschuldige Seele. Er hatte noch sein ganzes Leben vor sich. Ruhe in Frieden. 🖤🕊️ https://t.co/EMvC2aOmU3 - [Tweet by @MaralSalmassi — Despite claims made by the German press, Taleb Al Abdulmohsen is not…](https://dushan.org/tweet-archive/1870413236996092217/) Despite claims made by the German press, Taleb Al Abdulmohsen is not an ex-Muslim atheist, nor is he a fan of the AfD or Elon… Despite claims made by the German press, Taleb Al Abdulmohsen is not an ex-Muslim atheist, nor is he a fan of the AfD or Elon Musk. While he may have spread this misinformation himself, it aligns with the practice of Taqqiye, an Islamic doctrine that permits lying and deception https://t.co/tU2tRS51Lr - [Tweet by @WolfMalca — #Magdeburg ⬇️ https://t.co/39ydDNJoQs](https://dushan.org/tweet-archive/1870395429520850973/) #Magdeburg ⬇️ https://t.co/39ydDNJoQs #Magdeburg ⬇️ https://t.co/39ydDNJoQs - [Tweet by @Hartes_Geld — Arabischer Vorzeige-Migrant und Attentäter von #Magdeburg behauptet von sich selbst, ein #Linker…](https://dushan.org/tweet-archive/1870383934611070981/) Arabischer Vorzeige-Migrant und Attentäter von #Magdeburg behauptet von sich selbst, ein #Linker zu sein. Solche Aussagen sind typisch für AfDler, nicht? https://t.co/XAsstDmATW Arabischer Vorzeige-Migrant und Attentäter von #Magdeburg behauptet von sich selbst, ein #Linker zu sein. Solche Aussagen sind typisch für AfDler, nicht? https://t.co/XAsstDmATW - [Tweet by @FreSchindler — Ich habe gestern Abend bis tief in die Nacht zum Todesfahrer von…](https://dushan.org/tweet-archive/1870366156709564561/) Ich habe gestern Abend bis tief in die Nacht zum Todesfahrer von #Magdeburg recherchiert. Er trat nicht mit islamistischen Ansichten auf, sondern im Gegenteil mit… Ich habe gestern Abend bis tief in die Nacht zum Todesfahrer von #Magdeburg recherchiert. Er trat nicht mit islamistischen Ansichten auf, sondern im Gegenteil mit stark islamkritischen Positionen, warnte vor einer Islamisierung und bezeichnete sich als Unterstützer der AfD. Er - [Tweet by @HenrietteQuade — Richtig.Was der Blick auf das Profil des Täters auch zeigt: Es geht…](https://dushan.org/tweet-archive/1870360879323070759/) Richtig.Was der Blick auf das Profil des Täters auch zeigt: Es geht nicht um Islamismus. Seine Radikalisierung wurde befeuert von rechter Ideologie und Kampagnen.Der Anschlag… Richtig.Was der Blick auf das Profil des Täters auch zeigt: Es geht nicht um Islamismus. Seine Radikalisierung wurde befeuert von rechter Ideologie und Kampagnen.Der Anschlag steht in einer Reihe mit #Christchurch, #Halle und viel zu vielen anderen rechten Terrorakten. #Magdeburg https://t.co/1oO0KvpB2w - [Tweet by @BrotherRasheed — I am a former Muslim, and I closely follow the stories of…](https://dushan.org/tweet-archive/1870307407181512784/) I am a former Muslim, and I closely follow the stories of those who leave Islam. I often connect with them on social media, interview… I am a former Muslim, and I closely follow the stories of those who leave Islam. I often connect with them on social media, interview them, and explore their reasons for leaving the faith. Over the past 20 years, I have interviewed many ex-Muslims. I reached out twice to https://t.co/6dmk5dNxjf - [Tweet by @dushanwegner — Man wird euch zu #Magdeburg einreden wollen, nichts hätte mit nichts zu…](https://dushan.org/tweet-archive/1870266912061665788/) Man wird euch zu #Magdeburg einreden wollen, nichts hätte mit nichts zu tun, höchstens mit Rääächten. Täter trug aber offenbar arabisch-islamische Konflikte nach Deutschland. Und… Man wird euch zu #Magdeburg einreden wollen, nichts hätte mit nichts zu tun, höchstens mit Rääächten. Täter trug aber offenbar arabisch-islamische Konflikte nach Deutschland. Und er hasste Deutschland, aus ähnlichen Gründe wie Islamisten: Kompensierung von Zerrissenheit. https://t.co/XrR8rXlNiW - [Tweet by @ianmiles — BREAKING: According to reports from UAE and Saudi Arabian 𝕏 users, the…](https://dushan.org/tweet-archive/1870257498302886149/) BREAKING: According to reports from UAE and Saudi Arabian 𝕏 users, the perpetrator of the Christmas market attack in Magdeburg, Germany is a fugitive from… BREAKING: According to reports from UAE and Saudi Arabian 𝕏 users, the perpetrator of the Christmas market attack in Magdeburg, Germany is a fugitive from Saudi Arabia. The German government refused to extradite him despite requests from the Saudi government, citing human https://t.co/0p5O4IGh3K https://t.co/w6vZYXEiOY - [Tweet by @Tim_Roehn — Letzter Gedanke zu #Magdeburg für heute: Warum derartige Tweets – es gibt…](https://dushan.org/tweet-archive/1870253620517536178/) Letzter Gedanke zu #Magdeburg für heute: Warum derartige Tweets – es gibt zahlreiche davon – eines seit 18 Jahren in Deutschland lebenden Mannes mit Zehntausenden… Letzter Gedanke zu #Magdeburg für heute: Warum derartige Tweets – es gibt zahlreiche davon – eines seit 18 Jahren in Deutschland lebenden Mannes mit Zehntausenden Followern den Sicherheitsbehörden verborgen geblieben sind – das muss lückenlos aufgeklärt werden. https://t.co/87jPydzldx - [Tweet by @Volker_Beck — Egal aus welchen sozialen Gruppen der Fahrer des Wagens von #Magdeburg stammt,…](https://dushan.org/tweet-archive/1870209435588526136/) Egal aus welchen sozialen Gruppen der Fahrer des Wagens von #Magdeburg stammt, er ist nicht Repräsentant dieser Gruppen, sondern ein Einzelner daraus. Das gehört genauso… Egal aus welchen sozialen Gruppen der Fahrer des Wagens von #Magdeburg stammt, er ist nicht Repräsentant dieser Gruppen, sondern ein Einzelner daraus. Das gehört genauso zur Betrachtung, wie eine schonungslose Analyse, was man zur Verhinderung vergleichbarer Taten tun kann. - [Tweet by @PapkeGerhard — Schon bemerkenswert, dass dieselben deutschen Politiker und Medien, die eine regelrechte Kampagne…](https://dushan.org/tweet-archive/1870092123963576813/) Schon bemerkenswert, dass dieselben deutschen Politiker und Medien, die eine regelrechte Kampagne gegen Trump und für Harris betrieben haben, sich jetzt über die Einmischung von… Schon bemerkenswert, dass dieselben deutschen Politiker und Medien, die eine regelrechte Kampagne gegen Trump und für Harris betrieben haben, sich jetzt über die Einmischung von Elon Musk in den Bundestagswahlkampf empören! - [Tweet by @VOSP10 — "Politische Einmischung!" BÖÖÖÖÖSE GUUUUUUT https://t.co/tgUdv7p2az](https://dushan.org/tweet-archive/1870083417846755763/) "Politische Einmischung!" BÖÖÖÖÖSE GUUUUUUT https://t.co/tgUdv7p2az "Politische Einmischung!" BÖÖÖÖÖSE GUUUUUUT https://t.co/tgUdv7p2az - [Tweet by @JulianRoepcke — Das ist Einmischung in den deutschen Wahlkampf von einem Tech Milliardär, der…](https://dushan.org/tweet-archive/1870002902615376000/) Das ist Einmischung in den deutschen Wahlkampf von einem Tech Milliardär, der mittels Algorithmen über das Hörbare entscheidet. ➡️Wenn Bundesregierung und demokratische Opposition darauf nicht… Das ist Einmischung in den deutschen Wahlkampf von einem Tech Milliardär, der mittels Algorithmen über das Hörbare entscheidet. ➡️Wenn Bundesregierung und demokratische Opposition darauf nicht mit Strafen reagieren, ist unserer erodierenden Demokratie auch nicht mehr zu helfen. https://t.co/p2qJCkeU4a - [Tweet by @elonmusk — Only the AfD can save Germany https://t.co/Afu0ea1Fvt](https://dushan.org/tweet-archive/1869986946031988780/) Only the AfD can save Germany https://t.co/Afu0ea1Fvt Only the AfD can save Germany https://t.co/Afu0ea1Fvt - [Tweet by @NaomiSeibt — 🚨🇩🇪CHANCELLOR FRONTRUNNER SLAMS MUSK & MILEI❗️ The presumptive next chancellor Friedrich Merz…](https://dushan.org/tweet-archive/1869871557557768385/) 🚨🇩🇪CHANCELLOR FRONTRUNNER SLAMS MUSK & MILEI❗️ The presumptive next chancellor Friedrich Merz (CDU) is horrified by the idea that Germany should follow Elon Musk’s and… 🚨🇩🇪CHANCELLOR FRONTRUNNER SLAMS MUSK & MILEI❗️ The presumptive next chancellor Friedrich Merz (CDU) is horrified by the idea that Germany should follow Elon Musk’s and Javier Milei’s example. He staunchly rejects a pro-freedom approach and refuses any discussion with the AfD. https://t.co/ZAOxWxzNdn - [Tweet by @katdro — Sagt mal @DasErste und @ZDF ist das wirklich ernst gemeint? Nur SPD…](https://dushan.org/tweet-archive/1868753146379747790/) Sagt mal @DasErste und @ZDF ist das wirklich ernst gemeint? Nur SPD & CDU einzuladen? Mit freundlicher Unterstützung zurück zur GroKo? Oder was für ein… Sagt mal @DasErste und @ZDF ist das wirklich ernst gemeint? Nur SPD & CDU einzuladen? Mit freundlicher Unterstützung zurück zur GroKo? Oder was für ein Land soll das abbilden? Zur Erinnerung: So sahen die Umfragen im Frühjahr 21 aus, als drei eingeladen wurden… #Duell https://t.co/uE52E80K8Z - [Tweet by @BMWE_ — (2/8) Wir haben es derzeit mit einer sogenannten #Dunkelflaute zu tun. Die…](https://dushan.org/tweet-archive/1867274533167862074/) (2/8) Wir haben es derzeit mit einer sogenannten #Dunkelflaute zu tun. Die hohen Preise in einzelnen wenigen Stunden ergeben sich durch ein seltenes Zusammenkommen mehrerer… (2/8) Wir haben es derzeit mit einer sogenannten #Dunkelflaute zu tun. Die hohen Preise in einzelnen wenigen Stunden ergeben sich durch ein seltenes Zusammenkommen mehrerer Faktoren: - [Tweet by @BMWE_ — Heute sind die Preise im Strom-Großhandel sehr hoch. Woran liegt das? Ein…](https://dushan.org/tweet-archive/1867274530194096340/) Heute sind die Preise im Strom-Großhandel sehr hoch. Woran liegt das? Ein 🧵(1/8) Heute sind die Preise im Strom-Großhandel sehr hoch. Woran liegt das? Ein 🧵(1/8) - [Tweet by @ainyrockstar — Mitten durch den Weihnachtsmarkt in Essen. Ohne Rücksicht. Ohne gar nichts. Man…](https://dushan.org/tweet-archive/1866456748678160661/) Mitten durch den Weihnachtsmarkt in Essen. Ohne Rücksicht. Ohne gar nichts. Man stelle sich vor, Deutsche würden so durch ein öffentliches Fastenbrechen marschieren. Und die… Mitten durch den Weihnachtsmarkt in Essen. Ohne Rücksicht. Ohne gar nichts. Man stelle sich vor, Deutsche würden so durch ein öffentliches Fastenbrechen marschieren. Und die paar verbleibenden Öko-Rucksack-Deutschen können nur doof gucken. Was soll man hier noch machen? Es ist https://t.co/vXMiQcOOrS - [Tweet by @schorn_stephan — Wenn 1 Million Menschen das Land verlassen und sich darunter 5000 praktizierende…](https://dushan.org/tweet-archive/1866258519667659188/) Wenn 1 Million Menschen das Land verlassen und sich darunter 5000 praktizierende Ärzte befinden, dann hat Deutschland hinterher pro Kopf mehr Ärzte. https://t.co/VNFGL67bvE Wenn 1 Million Menschen das Land verlassen und sich darunter 5000 praktizierende Ärzte befinden, dann hat Deutschland hinterher pro Kopf mehr Ärzte. https://t.co/VNFGL67bvE - [Tweet by @Karl_Lauterbach — In Deutschland arbeiten derzeit mehr als 6.000 Ärzte aus Syrien. Sie sind…](https://dushan.org/tweet-archive/1866149489469219215/) In Deutschland arbeiten derzeit mehr als 6.000 Ärzte aus Syrien. Sie sind voll integriert und für die Versorgung unabkömmlich. Eine parteipolitische Wahlkampf Debatte für schnellstmögliche… In Deutschland arbeiten derzeit mehr als 6.000 Ärzte aus Syrien. Sie sind voll integriert und für die Versorgung unabkömmlich. Eine parteipolitische Wahlkampf Debatte für schnellstmögliche Abschiebungen („Charterflüge“) muss diese Menschen zutiefst enttäuschen und verunsichern - [Tweet by @Nietzsxhe — "Alle, die jetzt anfangen, über Abschiebung nach Syrien zu reden [...] das…](https://dushan.org/tweet-archive/1866075226204754331/) "Alle, die jetzt anfangen, über Abschiebung nach Syrien zu reden [...] das sind einfach nur verkommene Drecksäcke." - 🏆Jan van Aken und Ines Schwerdtner, Die… "Alle, die jetzt anfangen, über Abschiebung nach Syrien zu reden [...] das sind einfach nur verkommene Drecksäcke." - 🏆Jan van Aken und Ines Schwerdtner, Die Linke https://t.co/IY200CS5Kt - [Tweet by @Martin_Hess_MdB — Die Jubelszenen in mehreren deutschen Städten zeigen, dass viele Exil-Syrer die Entwicklungen…](https://dushan.org/tweet-archive/1866063491955589591/) Die Jubelszenen in mehreren deutschen Städten zeigen, dass viele Exil-Syrer die Entwicklungen in ihrer Heimat als einen positiven Wendepunkt sehen. Assad wurde gestürzt und somit… Die Jubelszenen in mehreren deutschen Städten zeigen, dass viele Exil-Syrer die Entwicklungen in ihrer Heimat als einen positiven Wendepunkt sehen. Assad wurde gestürzt und somit entfällt für die hier lebenden Syrer der Asylgrund. Dies unterstreicht, dass es jetzt an der Zeit https://t.co/vHB1pd914L - [Tweet by @PGrasarevic — Ein deutscher Kollege meinte zu mir, man dürfe heute nicht mehr sagen,…](https://dushan.org/tweet-archive/1865641917653917976/) Ein deutscher Kollege meinte zu mir, man dürfe heute nicht mehr sagen, was man denkt. Und dann bat ich ihn, mir doch zu sagen, was… Ein deutscher Kollege meinte zu mir, man dürfe heute nicht mehr sagen, was man denkt. Und dann bat ich ihn, mir doch zu sagen, was er denkt aber nicht sagen darf und dann war es still. - [Tweet by @goddek — While hospitals and crematoriums were supposedly overcrowded, nurses worldwide began rehearsing and…](https://dushan.org/tweet-archive/1865429814188093463/) While hospitals and crematoriums were supposedly overcrowded, nurses worldwide began rehearsing and performing a dance routine. ▪️"We are working at the limit," they said. ▪️"It's… While hospitals and crematoriums were supposedly overcrowded, nurses worldwide began rehearsing and performing a dance routine. ▪️"We are working at the limit," they said. ▪️"It's the worst pandemic of the century," they said. ▪️"Our profession deserves more respect," they said. https://t.co/hCtAkAQPGF - [Tweet by @_FriedrichMerz — Liebe Rumäninnen und Rumänen, am Sonntag sind Sie aufgerufen, in einer Stichwahl…](https://dushan.org/tweet-archive/1864997053308223544/) Liebe Rumäninnen und Rumänen, am Sonntag sind Sie aufgerufen, in einer Stichwahl Ihren neuen Präsidenten zu wählen. Wir wissen, dass Russland massiv versucht, auf diese… Liebe Rumäninnen und Rumänen, am Sonntag sind Sie aufgerufen, in einer Stichwahl Ihren neuen Präsidenten zu wählen. Wir wissen, dass Russland massiv versucht, auf diese Wahl Einfluss zu nehmen, um Ihr Land und unser gemeinsames #Europa zu destabilisieren, um auch bei uns in - [Tweet by @elonmusk — Community Notes slays https://t.co/QNZfUIcNPl](https://dushan.org/tweet-archive/1863504144277131672/) Community Notes slays https://t.co/QNZfUIcNPl Community Notes slays https://t.co/QNZfUIcNPl - [Tweet by @CJHopkins_Z23 — Dieser Minister hat die deutsche Öffentlichkeit getäuscht und terrorisiert, um gegen die…](https://dushan.org/tweet-archive/1862200908467097964/) Dieser Minister hat die deutsche Öffentlichkeit getäuscht und terrorisiert, um gegen die deutsche Verfassung zu verstoßen, Menschen ihrer Rechte zu berauben und ungeschoren davonzukommen, und… Dieser Minister hat die deutsche Öffentlichkeit getäuscht und terrorisiert, um gegen die deutsche Verfassung zu verstoßen, Menschen ihrer Rechte zu berauben und ungeschoren davonzukommen, und ich werde strafrechtlich verfolgt, weil ich ihn verspottet habe. Was für ein Land! https://t.co/JByI2u3hyb - [Tweet by @SWagenknecht — #Lauterbach hat gelogen. Um weiter Panik schüren & Corona-#Impfpflicht forcieren zu können,…](https://dushan.org/tweet-archive/1862072659132981741/) #Lauterbach hat gelogen. Um weiter Panik schüren & Corona-#Impfpflicht forcieren zu können, diktierte er dem #RKI, wie das Corona-Risiko einzustufen ist. Wir finden: Eine #Aufarbeitung… #Lauterbach hat gelogen. Um weiter Panik schüren & Corona-#Impfpflicht forcieren zu können, diktierte er dem #RKI, wie das Corona-Risiko einzustufen ist. Wir finden: Eine #Aufarbeitung durch einen #Corona-Untersuchungsausschuss im Bundestag ist überfällig! https://t.co/6erFkTAIkI https://t.co/8IdbA54LcV - [Tweet by @Karl_Lauterbach — Hätten wir im Februar 2022 die Risikostufe bereits herabgesetzt, als zum Teil…](https://dushan.org/tweet-archive/1861812834398773411/) Hätten wir im Februar 2022 die Risikostufe bereits herabgesetzt, als zum Teil noch hunderte Menschen am Tag an Covid gestorben sind, wäre das ein Fehler… Hätten wir im Februar 2022 die Risikostufe bereits herabgesetzt, als zum Teil noch hunderte Menschen am Tag an Covid gestorben sind, wäre das ein Fehler gewesen. Daher haben RKI und ⁦@BMG_Bund⁩ die Herabstufung damals zu Recht verschoben https://t.co/q5xNiu9KXO - [Tweet by @elonmusk — Future wars are all about drones & hypersonic missiles. Fighter jets piloted…](https://dushan.org/tweet-archive/1861525935692063179/) Future wars are all about drones & hypersonic missiles. Fighter jets piloted by humans will be destroyed very quickly. https://t.co/LpjptIsob1 Future wars are all about drones & hypersonic missiles. Fighter jets piloted by humans will be destroyed very quickly. https://t.co/LpjptIsob1 - [Tweet by @yooHannes — 🚨Alle aufgepasst, so funktioniert (russische) Desinformation: Zwei Geschwister erben 13 Wohnungen und…](https://dushan.org/tweet-archive/1861522708925698397/) 🚨Alle aufgepasst, so funktioniert (russische) Desinformation: Zwei Geschwister erben 13 Wohnungen und 3 Ladengeschäfte im Wert von ca. 12 Millionen €. Da sie auf starke… 🚨Alle aufgepasst, so funktioniert (russische) Desinformation: Zwei Geschwister erben 13 Wohnungen und 3 Ladengeschäfte im Wert von ca. 12 Millionen €. Da sie auf starke Wertsteigerung hoffen, wollen sie keine verkaufen. Die anfallende Erbschaftsteuer wird aber skandalisiert. https://t.co/cLzInJPbRb - [Tweet by @ytirawi — Deir Mimas, South Lebanon | church Israeli soldiers from the Golani Special…](https://dushan.org/tweet-archive/1861149234763829654/) Deir Mimas, South Lebanon | church Israeli soldiers from the Golani Special Operations Unit desecrate a Lebanese church in South Lebanon. Footage from the orthodox… Deir Mimas, South Lebanon | church Israeli soldiers from the Golani Special Operations Unit desecrate a Lebanese church in South Lebanon. Footage from the orthodox church in the village of Deir Mimas https://t.co/DpIpxsLLes - [Tweet by @DimitriNabokoff — 🧵 Meiner Meinung nach, war es der Beweis, dass Russland mit Geld…](https://dushan.org/tweet-archive/1861072064376922351/) 🧵 Meiner Meinung nach, war es der Beweis, dass Russland mit Geld und Social Media nach belieben Stimmungen und Wahlergebnisse generieren kann. Demokratie wird damit… 🧵 Meiner Meinung nach, war es der Beweis, dass Russland mit Geld und Social Media nach belieben Stimmungen und Wahlergebnisse generieren kann. Demokratie wird damit eine Frage des Preises. Wahlen als Markt. Als globaler Markt. - [Tweet by @DimitriNabokoff — 🧵 Er hatte einfach gute social media Arbeit gemacht und fertig. Woher…](https://dushan.org/tweet-archive/1861072060677517549/) 🧵 Er hatte einfach gute social media Arbeit gemacht und fertig. Woher Geld und know how kam, könnt ihr euch denken. 🧵 Er hatte einfach gute social media Arbeit gemacht und fertig. Woher Geld und know how kam, könnt ihr euch denken. - [Tweet by @DimitriNabokoff — 🧵 Ich weiß nicht ob ihr es mitbekommen habt, aber in Rumänien…](https://dushan.org/tweet-archive/1861072052871901291/) 🧵 Ich weiß nicht ob ihr es mitbekommen habt, aber in Rumänien ist gerade etwas sehr wichtiges passiert. 🧵 Ich weiß nicht ob ihr es mitbekommen habt, aber in Rumänien ist gerade etwas sehr wichtiges passiert. - [Tweet by @CLeiserfluss — Hefitg: Das Erbe eines Familienbesitzes wird für zwei Geschwister in #München zum…](https://dushan.org/tweet-archive/1861021651690991681/) Hefitg: Das Erbe eines Familienbesitzes wird für zwei Geschwister in #München zum Groschengrab. Satte 1 Mio € #Erbschaftssteuer will der Staat innerhalb von 6 Wochen… Hefitg: Das Erbe eines Familienbesitzes wird für zwei Geschwister in #München zum Groschengrab. Satte 1 Mio € #Erbschaftssteuer will der Staat innerhalb von 6 Wochen einkassieren. Ein Verkauf kommt für die Geschwister nicht in Frage. Ihr Kredit ist erst mit Mitte 80 abbezahlt! https://t.co/pVuHv6WymD - [Tweet by @elonmusk — Almost 80% of asylum seekers went on vacation to their home countries…](https://dushan.org/tweet-archive/1860472834566373488/) Almost 80% of asylum seekers went on vacation to their home countries … https://t.co/WVc1NcutIG Almost 80% of asylum seekers went on vacation to their home countries … https://t.co/WVc1NcutIG - [Tweet by @JTLonsdale — “Asylum”. Millions used “human rights” to enter and get free stuff, but…](https://dushan.org/tweet-archive/1860472344218648825/) “Asylum”. Millions used “human rights” to enter and get free stuff, but it’s a giant scam, perpetrated by far-left NGOs et al. They facilitate fake… “Asylum”. Millions used “human rights” to enter and get free stuff, but it’s a giant scam, perpetrated by far-left NGOs et al. They facilitate fake claims with billions in funding from leftist politicians and bureaucrats who run EU and the USA, regardless of election results. https://t.co/uSg6z2zdCa - [Tweet by @Steinhoefel — Es muss gerichtlich geklärt werden, ob Habeck und Wüst unter Hinweis auf…](https://dushan.org/tweet-archive/1859534685908394105/) Es muss gerichtlich geklärt werden, ob Habeck und Wüst unter Hinweis auf ihre Ämter für ein gewerbliches Abmahnunternehmen werben dürfen oder ob dies gegen ihre… Es muss gerichtlich geklärt werden, ob Habeck und Wüst unter Hinweis auf ihre Ämter für ein gewerbliches Abmahnunternehmen werben dürfen oder ob dies gegen ihre Pflicht zu neutraler Amtsführung verstößt. Ich habe daher die BRD und das Land NRW soeben abgemahnt. Frist 27.11.2024. https://t.co/gS8HPnQz5s - [Tweet by @Steinhoefel — Der Sprecher von Habeck LÜGT in der Bundespressekonferenz! Diese Leute haben absolut…](https://dushan.org/tweet-archive/1859505055956689066/) Der Sprecher von Habeck LÜGT in der Bundespressekonferenz! Diese Leute haben absolut keine Scham mehr. Das Werben von Habeck, ebenso von Wüst, ist glasklar rechtswidrig.… Der Sprecher von Habeck LÜGT in der Bundespressekonferenz! Diese Leute haben absolut keine Scham mehr. Das Werben von Habeck, ebenso von Wüst, ist glasklar rechtswidrig. Jeder Anwalt kann die BRD resp. das Land NRW abmahnen. Soll ich? Als hätte ich nicht schon genug zu tun... https://t.co/8HRMZS3Na9 - [Tweet by @KubickiWo — Auch ich erhalte immer mal wieder Schreiben der Polizei mit der Frage,…](https://dushan.org/tweet-archive/1858895832340107481/) Auch ich erhalte immer mal wieder Schreiben der Polizei mit der Frage, ob ich wegen einzelner Beleidigungen Strafantrag stellen möchte. So kann man darauf auch… Auch ich erhalte immer mal wieder Schreiben der Polizei mit der Frage, ob ich wegen einzelner Beleidigungen Strafantrag stellen möchte. So kann man darauf auch reagieren, @roberthabeck. WK https://t.co/svS0bi1nKM - [Tweet by @schroeder_k — Habeck erwähnte am Sonntag in einem Nebensatz, dass die #Schwachkopf-Sache von der…](https://dushan.org/tweet-archive/1858782625025999118/) Habeck erwähnte am Sonntag in einem Nebensatz, dass die #Schwachkopf-Sache von der bayerischen Polizei gekommen sei. Das halte ich für gut möglich, ich bekam vor… Habeck erwähnte am Sonntag in einem Nebensatz, dass die #Schwachkopf-Sache von der bayerischen Polizei gekommen sei. Das halte ich für gut möglich, ich bekam vor 2 Monaten ähnlichen Hinweis wegen „Schmarotzerin“ mit der Frage, ob ich Strafantrag stellen wolle. Meine Antwort 👇 https://t.co/yHB2SW6AOX - [Tweet by @LutzOlaf — "Was machen Bullen eigtl beruflich? Ich hab vor 3 Monaten 1 Anzeige…](https://dushan.org/tweet-archive/1858045259210506242/) "Was machen Bullen eigtl beruflich? Ich hab vor 3 Monaten 1 Anzeige gestellt wg Beleidigung, weil mich im Internet jemand als Scheiss Fotze beleidigt hat,… "Was machen Bullen eigtl beruflich? Ich hab vor 3 Monaten 1 Anzeige gestellt wg Beleidigung, weil mich im Internet jemand als Scheiss Fotze beleidigt hat, dachte vielleicht krieg ich bisschen Geld daraus." Bundessprecher Grüne Jugend. https://t.co/oRohA5vvXR - [Tweet by @Birgit_Kelle — Habt ihr alle einen schicken Morgenmantel für die Hausdurchsuchung?](https://dushan.org/tweet-archive/1856665454560891195/) Habt ihr alle einen schicken Morgenmantel für die Hausdurchsuchung? Habt ihr alle einen schicken Morgenmantel für die Hausdurchsuchung? - [Tweet by @dushanwegner — https://t.co/oKe2gtrJbV https://t.co/PxyXp6PVqN](https://dushan.org/tweet-archive/1856440170859331664/) https://t.co/oKe2gtrJbV https://t.co/PxyXp6PVqN https://t.co/oKe2gtrJbV https://t.co/PxyXp6PVqN - [Tweet by @kripp_m — …unglaublich…🤯👎 https://t.co/Aj9gjN5MVK](https://dushan.org/tweet-archive/1856341451698839821/) …unglaublich…🤯👎 https://t.co/Aj9gjN5MVK …unglaublich…🤯👎 https://t.co/Aj9gjN5MVK - [Tweet by @PeterBorbe — Ein richtig cooler Plot-Twist wäre, wenn die AfD Kanzler Scholz bei der…](https://dushan.org/tweet-archive/1856314501479711055/) Ein richtig cooler Plot-Twist wäre, wenn die AfD Kanzler Scholz bei der #Vertrauensfrage das Vertrauen aussprechen würde. Zusammen mit den Stimmen von SPD und Grünen… Ein richtig cooler Plot-Twist wäre, wenn die AfD Kanzler Scholz bei der #Vertrauensfrage das Vertrauen aussprechen würde. Zusammen mit den Stimmen von SPD und Grünen würde es dann für eine Mehrheit reichen. Und der ganze Plan der Kartellstrategen wäre platt: -keine #Neuwahlen - [Tweet by @NancyFaeser — Fast 130 Polizei-Maßnahmen gegen Judenhass heute sind genau das harte Vorgehen, das…](https://dushan.org/tweet-archive/1856260731164885244/) Fast 130 Polizei-Maßnahmen gegen Judenhass heute sind genau das harte Vorgehen, das wir brauchen. Wenn die Polizei vor der Tür steht, wird jedem Täter klar,… Fast 130 Polizei-Maßnahmen gegen Judenhass heute sind genau das harte Vorgehen, das wir brauchen. Wenn die Polizei vor der Tür steht, wird jedem Täter klar, dass Hasskriminalität Konsequenzen hat. #AktionstaggegenHasspostings https://t.co/zU6s2MFN7F - [Tweet by @BMI_Bund — Bundesweiter #AktionstagGegenHasspostings des BKA: Die Strafverfolgungsbehörden gingen heute mit 127 polizeilichen Maßnahmen…](https://dushan.org/tweet-archive/1856248601048957181/) Bundesweiter #AktionstagGegenHasspostings des BKA: Die Strafverfolgungsbehörden gingen heute mit 127 polizeilichen Maßnahmen gg. Beschuldigte vor. Schwerpunkt: #Antisemitismus. Hier haben sich die Fallzahlen innerhalb von drei… Bundesweiter #AktionstagGegenHasspostings des BKA: Die Strafverfolgungsbehörden gingen heute mit 127 polizeilichen Maßnahmen gg. Beschuldigte vor. Schwerpunkt: #Antisemitismus. Hier haben sich die Fallzahlen innerhalb von drei Jahren mehr als vervierfacht. https://t.co/O5x9Tq17vj - [Tweet by @nschniederjann — „Die Demokraten“ wollen also nochmal schnell ein paar Hundert Milliarden für Aufrüstung…](https://dushan.org/tweet-archive/1855939392029741356/) „Die Demokraten“ wollen also nochmal schnell ein paar Hundert Milliarden für Aufrüstung durchsetzen, weil sie bald keine demokratische Mehrheit mehr haben. Wer solche Demokraten hat,… „Die Demokraten“ wollen also nochmal schnell ein paar Hundert Milliarden für Aufrüstung durchsetzen, weil sie bald keine demokratische Mehrheit mehr haben. Wer solche Demokraten hat, braucht keine Demokratiefeinde mehr. https://t.co/q8NT2cQPhB - [Tweet by @MSchularick — Der Bundestag hat in den nächsten Wochen die große Verantwortung, das Land…](https://dushan.org/tweet-archive/1855900872665874670/) Der Bundestag hat in den nächsten Wochen die große Verantwortung, das Land im Innern und im Äußeren gegen die Demokratiefeinde wehrhaft zu machen. Deutschland muss… Der Bundestag hat in den nächsten Wochen die große Verantwortung, das Land im Innern und im Äußeren gegen die Demokratiefeinde wehrhaft zu machen. Deutschland muss geopolitisch handlungsfähig sein, auch wenn die Demokraten nach der Wahl keine 2/3 Mehrheit im Bundestag haben. https://t.co/UtzteXWbyI - [Tweet by @WallStreetMav — The radicaI leftist, Robert Habeck, German Vice Chancellor and Green party member…](https://dushan.org/tweet-archive/1855289035041706405/) The radicaI leftist, Robert Habeck, German Vice Chancellor and Green party member is discussing massive censorship and taking control of the algorithm of X and… The radicaI leftist, Robert Habeck, German Vice Chancellor and Green party member is discussing massive censorship and taking control of the algorithm of X and TikTok. "The regulation of algorithms, of X or TikTok, through the application of European legal norms is a central https://t.co/O5Te6Zo9E7 - [Tweet by @janfleischhauer — Leute, wer baldige Neuwahlen fordert, betritt den Weg der Nazis. Wollt ihr…](https://dushan.org/tweet-archive/1855242342329934125/) Leute, wer baldige Neuwahlen fordert, betritt den Weg der Nazis. Wollt ihr das? Vielleicht bleiben wir einfach beim September 2025, das scheint mir am sichersten.… Leute, wer baldige Neuwahlen fordert, betritt den Weg der Nazis. Wollt ihr das? Vielleicht bleiben wir einfach beim September 2025, das scheint mir am sichersten. https://t.co/LgCOjIcKWI - [Tweet by @JochenBittner — Die Lehre aus den USA? Irgendwann schätzen Wähler die Gefahr, die von…](https://dushan.org/tweet-archive/1855172291342020870/) Die Lehre aus den USA? Irgendwann schätzen Wähler die Gefahr, die von autoritären Charakteren ausgeht, kleiner ein als die Gefahren, die in einem selbstzufriedenen Establishment… Die Lehre aus den USA? Irgendwann schätzen Wähler die Gefahr, die von autoritären Charakteren ausgeht, kleiner ein als die Gefahren, die in einem selbstzufriedenen Establishment lauern. Dann wählen sie Trump trotz des 6. Januar – und die AfD trotz Björn Höcke. Also: Get real, - [Tweet by @AllesWahnsinn — Das musste meine Tochter in der Schule bearbeiten, als die anderen auf…](https://dushan.org/tweet-archive/1854935412214563183/) Das musste meine Tochter in der Schule bearbeiten, als die anderen auf der Schülerdemo gegen Rechts in Berlin waren. Gestern wurden Juden verfolgt. Von wem???… Das musste meine Tochter in der Schule bearbeiten, als die anderen auf der Schülerdemo gegen Rechts in Berlin waren. Gestern wurden Juden verfolgt. Von wem??? https://t.co/zSBhDuqMVE - [Tweet by @roberthabeck — Meine Bewerbung als Kandidat für die Menschen in Deutschland. Das ganze Video…](https://dushan.org/tweet-archive/1854909710152995274/) Meine Bewerbung als Kandidat für die Menschen in Deutschland. Das ganze Video unter folgendem Link: https://t.co/Ivaio5hFB7 https://t.co/ZOrrHGRkz6 Meine Bewerbung als Kandidat für die Menschen in Deutschland. Das ganze Video unter folgendem Link: https://t.co/Ivaio5hFB7 https://t.co/ZOrrHGRkz6 - [Tweet by @roberthabeck — Orte wie diesen den Schreihälsen und Populisten zu überlassen ist leicht. Aber…](https://dushan.org/tweet-archive/1854581689411846296/) Orte wie diesen den Schreihälsen und Populisten zu überlassen ist leicht. Aber es sich leicht zu machen kann nicht die Lösung sein. Nicht heute. Nicht… Orte wie diesen den Schreihälsen und Populisten zu überlassen ist leicht. Aber es sich leicht zu machen kann nicht die Lösung sein. Nicht heute. Nicht in dieser Woche. Nicht in dieser Zeit. Deshalb bin ich wieder auf X. - [Tweet by @ShadowofEzra — Vladimir Putin declared the death of the New World Order just two…](https://dushan.org/tweet-archive/1854575286668370260/) Vladimir Putin declared the death of the New World Order just two days after the election results and a day after Elon Musk’s cryptic "Novus… Vladimir Putin declared the death of the New World Order just two days after the election results and a day after Elon Musk’s cryptic "Novus Ordo Seclorum" tweet. Putin says the New World Order is a thing of the past, the “moment of truth” is approaching, and he backs Donald https://t.co/I3GamqETkH - [Tweet by @elonmusk — Olaf ist ein Narr https://t.co/Yye3DIeA17](https://dushan.org/tweet-archive/1854558548732121169/) Olaf ist ein Narr https://t.co/Yye3DIeA17 Olaf ist ein Narr https://t.co/Yye3DIeA17 - [Tweet by @stevenheidel — by many estimates, Trump will be the AGI president](https://dushan.org/tweet-archive/1854547989278097829/) by many estimates, Trump will be the AGI president by many estimates, Trump will be the AGI president - [Tweet by @PeterSweden7 — HUGE NEWS The German Socialist government has COLLAPSED and there are now…](https://dushan.org/tweet-archive/1854502033803403615/) HUGE NEWS The German Socialist government has COLLAPSED and there are now talks about a snap election. HUGE NEWS The German Socialist government has COLLAPSED and there are now talks about a snap election. - [Tweet by @elonmusk — Novus Ordo Seclorum https://t.co/RKTU7pATXl](https://dushan.org/tweet-archive/1854313368401613146/) Novus Ordo Seclorum https://t.co/RKTU7pATXl Novus Ordo Seclorum https://t.co/RKTU7pATXl - [Tweet by @LauraPowellEsq — The Amish coming out to vote in 2024 reminds me of the…](https://dushan.org/tweet-archive/1853849588798722545/) The Amish coming out to vote in 2024 reminds me of the trees going to battle in the Lord of the Rings. https://t.co/420b6Rc1Xh The Amish coming out to vote in 2024 reminds me of the trees going to battle in the Lord of the Rings. https://t.co/420b6Rc1Xh - [Tweet by @joerogan — The great and powerful @elonmusk. If it wasn't for him we'd be…](https://dushan.org/tweet-archive/1853614670764015762/) The great and powerful @elonmusk. If it wasn't for him we'd be fucked. He makes what I think is the most compelling case for Trump… The great and powerful @elonmusk. If it wasn't for him we'd be fucked. He makes what I think is the most compelling case for Trump you'll hear, and I agree with him every step of the way. For the record, yes, that's an endorsement of Trump. Enjoy the podcast https://t.co/LdBxZFVsLN - [Tweet by @ByronDonalds — Obama called us clingers. Hillary called us deplorables. Kamala calls us fascists.…](https://dushan.org/tweet-archive/1851436110804553913/) Obama called us clingers. Hillary called us deplorables. Kamala calls us fascists. And Biden just called us garbage. They don’t respect us & don’t want… Obama called us clingers. Hillary called us deplorables. Kamala calls us fascists. And Biden just called us garbage. They don’t respect us & don’t want unity. But we do. We want to Make America Great Again. Our coalition is for ALL AMERICANS. And in 7 days, we will UNITE https://t.co/WYZePbYOyK - [Tweet by @JohnnyWoodard — Props to @JonStewart for admitting he finds @TonyHinchcliffe funny. “I find that…](https://dushan.org/tweet-archive/1851127881402855864/) Props to @JonStewart for admitting he finds @TonyHinchcliffe funny. “I find that guy very funny. I’m sorry, I don’t know what to tell you. I… Props to @JonStewart for admitting he finds @TonyHinchcliffe funny. “I find that guy very funny. I’m sorry, I don’t know what to tell you. I mean, bringing him to a rally and having him not do roast jokes? That’d be like bringing Beyoncé to a rally and not … " https://t.co/Y3ZFCnRtDb - [Tweet by @tomdabassman — "Diese unregulierte Form dieser sozialen Medien ist nicht mehr akzeptabel. Wir können…](https://dushan.org/tweet-archive/1849574466067513738/) "Diese unregulierte Form dieser sozialen Medien ist nicht mehr akzeptabel. Wir können nicht zulassen, daß Milliardäre, die Donald Trump unterstützen... den Diskurs in Europa definieren.… "Diese unregulierte Form dieser sozialen Medien ist nicht mehr akzeptabel. Wir können nicht zulassen, daß Milliardäre, die Donald Trump unterstützen... den Diskurs in Europa definieren. Eine scharfe Anwendung des DSA ist das Mindeste, was wir in Deutschland brauchen." https://t.co/wrGj8Jwcou - [Tweet by @TimKoffiziell — Julian #Reichelt: Refugees welcome! https://t.co/2Y8EBgXxp5](https://dushan.org/tweet-archive/1848475472629559703/) Julian #Reichelt: Refugees welcome! https://t.co/2Y8EBgXxp5 Julian #Reichelt: Refugees welcome! https://t.co/2Y8EBgXxp5 - [Tweet by @elonmusk — Most important election in our lifetime https://t.co/BF06rdqJu3](https://dushan.org/tweet-archive/1848200305596645450/) Most important election in our lifetime https://t.co/BF06rdqJu3 Most important election in our lifetime https://t.co/BF06rdqJu3 - [Tweet by @AutismCapital — 🚨ELON MUSK: "We have an issue of apathy. Some people think their…](https://dushan.org/tweet-archive/1848085701725712659/) 🚨ELON MUSK: "We have an issue of apathy. Some people think their vote doesn't count and for whatever reason they have not registered to vote.… 🚨ELON MUSK: "We have an issue of apathy. Some people think their vote doesn't count and for whatever reason they have not registered to vote. Its important to get out there and explain the importance of this election and hows democracy is on the line. This is the most important https://t.co/pzgb1HOmmr - [Tweet by @TrumpWarRoom — 🚨 OUR NEWEST AD JUST DROPPED https://t.co/jX9MMQRHuv](https://dushan.org/tweet-archive/1846694328137077032/) 🚨 OUR NEWEST AD JUST DROPPED https://t.co/jX9MMQRHuv 🚨 OUR NEWEST AD JUST DROPPED https://t.co/jX9MMQRHuv - [Tweet by @politico — We watched 20 Trump rallies. His racist, anti-immigrant messaging is getting darker.…](https://dushan.org/tweet-archive/1845159259736043921/) We watched 20 Trump rallies. His racist, anti-immigrant messaging is getting darker. https://t.co/Jby51Wdtjk We watched 20 Trump rallies. His racist, anti-immigrant messaging is getting darker. https://t.co/Jby51Wdtjk - [Tweet by @13_DarthBane_37 — Lasst uns durch Zensur die Welt heute ein Stück fröhlicher machen. Das…](https://dushan.org/tweet-archive/1843489825401516123/) Lasst uns durch Zensur die Welt heute ein Stück fröhlicher machen. Das ist schließlich unsere Aufgabe als neues Wahrheitsministerium. 🥰 https://t.co/ZbUrNNSm72 Lasst uns durch Zensur die Welt heute ein Stück fröhlicher machen. Das ist schließlich unsere Aufgabe als neues Wahrheitsministerium. 🥰 https://t.co/ZbUrNNSm72 - [Tweet by @redstreamnet — Greta Thunberg (@GretaThunberg) slammed Germany for “financing and legitimizing Israel‘s apartheid occupation…](https://dushan.org/tweet-archive/1843336861739307035/) Greta Thunberg (@GretaThunberg) slammed Germany for “financing and legitimizing Israel‘s apartheid occupation and genocide” in an interview with red. media in Berlin. https://t.co/ptDOmVnh3L Greta Thunberg (@GretaThunberg) slammed Germany for “financing and legitimizing Israel‘s apartheid occupation and genocide” in an interview with red. media in Berlin. https://t.co/ptDOmVnh3L - [Tweet by @cschneido — Jetzt wird es nochmal interessant: Ich erfuhr vergangene Woche, dass es sich…](https://dushan.org/tweet-archive/1842798744674164840/) Jetzt wird es nochmal interessant: Ich erfuhr vergangene Woche, dass es sich bei der Person, die mich wegen des Majestätsbeleidigungsparagrafen 188 anzeigte, tatsächlich um die… Jetzt wird es nochmal interessant: Ich erfuhr vergangene Woche, dass es sich bei der Person, die mich wegen des Majestätsbeleidigungsparagrafen 188 anzeigte, tatsächlich um die Grünenpolitikerin Katharina Schulze handelt. Es läuft ja bereits ein Strafverfahren gegen mich, weil https://t.co/WrRVYz7yZH - [Tweet by @dushanwegner — »gesichert rechtsextrem« »unsere Demokratie« »Verschwörungsmythos« »Delegitimierung« Welche aktuell verwendeten Propaganda-Vokabeln fallen euch…](https://dushan.org/tweet-archive/1841753523358142862/) »gesichert rechtsextrem« »unsere Demokratie« »Verschwörungsmythos« »Delegitimierung« Welche aktuell verwendeten Propaganda-Vokabeln fallen euch noch ein? »gesichert rechtsextrem« »unsere Demokratie« »Verschwörungsmythos« »Delegitimierung« Welche aktuell verwendeten Propaganda-Vokabeln fallen euch noch ein? - [Tweet by @udovetter — https://t.co/tLlmldeLDk](https://dushan.org/tweet-archive/1841103145767784478/) https://t.co/tLlmldeLDk https://t.co/tLlmldeLDk - [Tweet by @GrueneBundestag — Wir werden eine Erzählung und Konzepte für die Zukunft geben. Bei unserem…](https://dushan.org/tweet-archive/1838565593651314999/) Wir werden eine Erzählung und Konzepte für die Zukunft geben. Bei unserem "Zukunftstag" stellen wir unsere Ideen und Projekte zur Debatte - im Dialog mit… Wir werden eine Erzählung und Konzepte für die Zukunft geben. Bei unserem "Zukunftstag" stellen wir unsere Ideen und Projekte zur Debatte - im Dialog mit Bürger*innen, der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und Verbänden. Alle Infos: https://t.co/Q0CrTUwXRI https://t.co/Wmho5zpzww - [Tweet by @GrueneWaehler — @jensspahn Glaubt ihr den Scheiß eigentlich selber, den ihr schreibt?](https://dushan.org/tweet-archive/1836168575070973968/) @jensspahn Glaubt ihr den Scheiß eigentlich selber, den ihr schreibt? @jensspahn Glaubt ihr den Scheiß eigentlich selber, den ihr schreibt? - [Tweet by @jensspahn — Das trifft sich gut. Denn Olaf Scholz ist unser Wunschgegner. Er ist…](https://dushan.org/tweet-archive/1836018563062129019/) Das trifft sich gut. Denn Olaf Scholz ist unser Wunschgegner. Er ist das Gesicht des Scheiterns, er steht für Rezession, Kontrollverlust bei illegaler Migration und… Das trifft sich gut. Denn Olaf Scholz ist unser Wunschgegner. Er ist das Gesicht des Scheiterns, er steht für Rezession, Kontrollverlust bei illegaler Migration und kommunikatives Chaos. Friedrich Merz wird Deutschland wieder stark machen. https://t.co/YWQb3hOAfk - [Tweet by @bennyjohnson — 🚨President Trump just dropped the RECEIPTS on every single Democrat who has…](https://dushan.org/tweet-archive/1835763651527229788/) 🚨President Trump just dropped the RECEIPTS on every single Democrat who has contributed to the hateful rhetoric against him which led to two assassination attempts… 🚨President Trump just dropped the RECEIPTS on every single Democrat who has contributed to the hateful rhetoric against him which led to two assassination attempts https://t.co/QEn2wZ7Lvs - [Tweet by @JackPosobiec — How many journalists was Ryan Routh in touch with? Here's another one:…](https://dushan.org/tweet-archive/1835761188640338216/) How many journalists was Ryan Routh in touch with? Here's another one: https://t.co/xz55NS1RL0 How many journalists was Ryan Routh in touch with? Here's another one: https://t.co/xz55NS1RL0 - [Tweet by @argonerd — https://t.co/moJs99aOgB](https://dushan.org/tweet-archive/1834805175137321326/) https://t.co/moJs99aOgB https://t.co/moJs99aOgB - [Tweet by @MSF_france — Le 11 septembre, le Tribunal civil italien de Salerne a ordonné la…](https://dushan.org/tweet-archive/1834272515331420475/) Le 11 septembre, le Tribunal civil italien de Salerne a ordonné la suspension de la détention administrative de 60 jours du #GeoBarents, le navire de… Le 11 septembre, le Tribunal civil italien de Salerne a ordonné la suspension de la détention administrative de 60 jours du #GeoBarents, le navire de recherche et de sauvetage de @MSF_Sea. https://t.co/7rkZwYk7nU - [Tweet by @katdro — In meiner heutigen Rede gab es einen Versprecher. Natürlich ging es dabei…](https://dushan.org/tweet-archive/1833847592502935797/) In meiner heutigen Rede gab es einen Versprecher. Natürlich ging es dabei nicht um den Islam, sondern ganz klar um Islamismus. Das ist ein sehr… In meiner heutigen Rede gab es einen Versprecher. Natürlich ging es dabei nicht um den Islam, sondern ganz klar um Islamismus. Das ist ein sehr großer Unterschied. Wer sich die Teile der Rede davor und danach anhört, sieht das ganz klar im Zusammenhang. - [Tweet by @Georg_Pazderski — Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge spricht vom „Gift des Islams“ - nicht des Islamismus…](https://dushan.org/tweet-archive/1833835861110136833/) Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge spricht vom „Gift des Islams“ - nicht des Islamismus - das es zu bekämpfen gelte. Ein Freudscher Versprecher ist eine sprachliche Fehlleistung, bei… Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge spricht vom „Gift des Islams“ - nicht des Islamismus - das es zu bekämpfen gelte. Ein Freudscher Versprecher ist eine sprachliche Fehlleistung, bei der ein eigentlicher Gedanke oder eine Intention des Sprechers unwillkürlich zutage tritt. https://t.co/FPl2vwgEqR - [Tweet by @katdro — Demokrat*innen müssen differenzieren: Zwischen Terroristen und ihren Opfern. Mit aller Entschlossenheit gegen…](https://dushan.org/tweet-archive/1833833950088675503/) Demokrat*innen müssen differenzieren: Zwischen Terroristen und ihren Opfern. Mit aller Entschlossenheit gegen Islamismus vorgehen und gleichzeitig den Menschen Schutz bieten, die genau vor diesem Terror… Demokrat*innen müssen differenzieren: Zwischen Terroristen und ihren Opfern. Mit aller Entschlossenheit gegen Islamismus vorgehen und gleichzeitig den Menschen Schutz bieten, die genau vor diesem Terror fliehen. Alles andere ist Politik ohne Herz und auch ohne Verstand. https://t.co/XDCX1iEkx2 - [Tweet by @TTAVOfficial — BUSTED! SHE'S WEARING EARPHONE EARRINGS NOVA H1 Audio Earrings - the first…](https://dushan.org/tweet-archive/1833698559826219163/) BUSTED! SHE'S WEARING EARPHONE EARRINGS NOVA H1 Audio Earrings - the first and only wireless earphones embedded in a pair of pearl earrings on a… BUSTED! SHE'S WEARING EARPHONE EARRINGS NOVA H1 Audio Earrings - the first and only wireless earphones embedded in a pair of pearl earrings on a gold- or silver-plated clip. LOOK AT HER EARRINGS! Busted! https://t.co/gJYwbXQWmU - [Tweet by @dom_lucre — 🔥🚨BREAKING NEWS: Donald Trump just challenged Kamala Harris on live tv to…](https://dushan.org/tweet-archive/1833685559165776113/) 🔥🚨BREAKING NEWS: Donald Trump just challenged Kamala Harris on live tv to go to the White House, wake Joe Biden up and sign a bill… 🔥🚨BREAKING NEWS: Donald Trump just challenged Kamala Harris on live tv to go to the White House, wake Joe Biden up and sign a bill close the the border down tonight! This might have just won the entire debate! https://t.co/g6usHp1H3R - [Tweet by @EndWokeness — This might be his greatest takedown yet https://t.co/GBR6e9aafu](https://dushan.org/tweet-archive/1833677225637392492/) This might be his greatest takedown yet https://t.co/GBR6e9aafu This might be his greatest takedown yet https://t.co/GBR6e9aafu - [Tweet by @KimDotcom — A letter from Mark Zuckerberg. Mark betrayed his users and is now…](https://dushan.org/tweet-archive/1828278138385899544/) A letter from Mark Zuckerberg. Mark betrayed his users and is now blaming Biden? Mark knew exactly what he was doing. He and his wife… A letter from Mark Zuckerberg. Mark betrayed his users and is now blaming Biden? Mark knew exactly what he was doing. He and his wife donated $400m to assist US election offices in setting up the mail-in-ballot system that was used to manipulate the 2020 election. #LeaveFacebook https://t.co/cV7FGYxPKp - [Tweet by @polenz_r — Wer sich von der Gesellschaft abgelehnt fühlt, ist anfälliger für islamistische Indoktrinierung.…](https://dushan.org/tweet-archive/1828028398062436583/) Wer sich von der Gesellschaft abgelehnt fühlt, ist anfälliger für islamistische Indoktrinierung. #Islamismus Wir müssen #Integration als WERTSCHÄTZENDE INTEGRATION verstehen und leben, nicht nur nach… Wer sich von der Gesellschaft abgelehnt fühlt, ist anfälliger für islamistische Indoktrinierung. #Islamismus Wir müssen #Integration als WERTSCHÄTZENDE INTEGRATION verstehen und leben, nicht nur nach dem Motto: strengt euch mal an - mitspielen dürft ihr vielleicht später - [Tweet by @gaborhalasz1 — Politiker überschlagen sich, was nach #Solingen getan werden soll. Sie müssten wissen,…](https://dushan.org/tweet-archive/1827807934761361872/) Politiker überschlagen sich, was nach #Solingen getan werden soll. Sie müssten wissen, dass vieles entweder nur sehr schwer oder gar nicht umsetzbar ist. Ehrlich wäre,… Politiker überschlagen sich, was nach #Solingen getan werden soll. Sie müssten wissen, dass vieles entweder nur sehr schwer oder gar nicht umsetzbar ist. Ehrlich wäre, zu sagen: Wir nehmen uns Zeit. Setzen uns zusammen. Und gehen wirklich an die Ursachen des Islamismus ran. - [Tweet by @BasedTorba — One of the more ridiculous foreign data requests that Gab received (and…](https://dushan.org/tweet-archive/1827481697354707071/) One of the more ridiculous foreign data requests that Gab received (and turned down) from Germany was when they wanted us to dox a user… One of the more ridiculous foreign data requests that Gab received (and turned down) from Germany was when they wanted us to dox a user for calling a female politician fat. https://t.co/ZGrBUeqwXd - [Tweet by @georgrestle — Die zahlreichen unverhohlenen Drohungen in den Kommentaren zu meinen Tweets zeigen, was…](https://dushan.org/tweet-archive/1825581121016574199/) Die zahlreichen unverhohlenen Drohungen in den Kommentaren zu meinen Tweets zeigen, was die Höcke-Fans mit diesem Land vorhaben: Ende der Meinungsfreiheit, der Rundfunkfreiheit, der Demokratie.… Die zahlreichen unverhohlenen Drohungen in den Kommentaren zu meinen Tweets zeigen, was die Höcke-Fans mit diesem Land vorhaben: Ende der Meinungsfreiheit, der Rundfunkfreiheit, der Demokratie. Und des Anstands sowieso. An ihren Worten sollt ihr sie erkennen... - [Tweet by @ThierryBreton — With great audience comes greater responsibility #DSA As there is a risk…](https://dushan.org/tweet-archive/1823033048109367549/) With great audience comes greater responsibility #DSA As there is a risk of amplification of potentially harmful content in 🇪🇺 in connection with events with… With great audience comes greater responsibility #DSA As there is a risk of amplification of potentially harmful content in 🇪🇺 in connection with events with major audience around the world, I sent this letter to @elonmusk 📧⤵️ https://t.co/P1IgxdPLzn - [Tweet by @RoisinMichaux — I knew for sure that Imane Khelif was female when his fellow…](https://dushan.org/tweet-archive/1822027970292412678/) I knew for sure that Imane Khelif was female when his fellow Algerian, IOC member Mustapha Berraf, gave his titty a little rub after a… I knew for sure that Imane Khelif was female when his fellow Algerian, IOC member Mustapha Berraf, gave his titty a little rub after a congratulatory bear hug. #XX #SaveWomensSports https://t.co/Z9NZYZtYNS - [Tweet by @SamanthaTaghoy — Yes. Yes, it is. I went on GBNews to discuss Pakistani grooming…](https://dushan.org/tweet-archive/1820811893008683281/) Yes. Yes, it is. I went on GBNews to discuss Pakistani grooming gangs in Telford. The next day, officers banged on my door, demanding I… Yes. Yes, it is. I went on GBNews to discuss Pakistani grooming gangs in Telford. The next day, officers banged on my door, demanding I speak to them about my interview. They ignored victims for decades, but tried to intimidate me for exposing their failings on live TV. https://t.co/Te3wuLftXH https://t.co/geOZ3KhCPO - [Tweet by @elonmusk — Is this still happening? @Keir_Starmer https://t.co/4hbYdfB03Z](https://dushan.org/tweet-archive/1820804792240734655/) Is this still happening? @Keir_Starmer https://t.co/4hbYdfB03Z Is this still happening? @Keir_Starmer https://t.co/4hbYdfB03Z - [Tweet by @unblogd — Yo @Tagesschau, glaube, das habt ihr übersehen. https://t.co/9tiDYKsjmW](https://dushan.org/tweet-archive/1820179260557897864/) Yo @Tagesschau, glaube, das habt ihr übersehen. https://t.co/9tiDYKsjmW Yo @Tagesschau, glaube, das habt ihr übersehen. https://t.co/9tiDYKsjmW - [Tweet by @MichaelBrueck90 — Polizisten in Kampfmontur stürmen friedliche Lesung: Das ist die #Faeser-BRD im Jahr…](https://dushan.org/tweet-archive/1819799195198333301/) Polizisten in Kampfmontur stürmen friedliche Lesung: Das ist die #Faeser-BRD im Jahr 2024, wenn @martin_sellner eine Lesung abhalten möchte. Während in vielen Großstädten Anarchie herrscht,… Polizisten in Kampfmontur stürmen friedliche Lesung: Das ist die #Faeser-BRD im Jahr 2024, wenn @martin_sellner eine Lesung abhalten möchte. Während in vielen Großstädten Anarchie herrscht, wird der Wandel zum Gesinnungsstaat in Rekordzeit vorangetrieben. Wie heute in #Neulingen, https://t.co/cf0hmL01ai - [Tweet by @AdamJSchwarz — Starmer makes a thinly-veiled threat to Elon Musk: "Let me also say…](https://dushan.org/tweet-archive/1819029989423014341/) Starmer makes a thinly-veiled threat to Elon Musk: "Let me also say to large social media companies and those that run them. Violent disorder clearly… Starmer makes a thinly-veiled threat to Elon Musk: "Let me also say to large social media companies and those that run them. Violent disorder clearly whipped up online, that is also a crime... The law must be upheld... We will take all necessary action to keep our streets safe". https://t.co/pjMPZf84ZA - [Tweet by @Sassafrass_84 — God will not be mocked. This is blasphemy. All satanic. Boycott the…](https://dushan.org/tweet-archive/1816967479249560030/) God will not be mocked. This is blasphemy. All satanic. Boycott the Olympics. Go woke, go broke. Who is with me? “And I looked, and… God will not be mocked. This is blasphemy. All satanic. Boycott the Olympics. Go woke, go broke. Who is with me? “And I looked, and behold a pale horse: and his name that sat on him was Death, and Hell followed with him. And power was given unto them over the fourth part of the https://t.co/lzFAyDga1h - [Tweet by @EmmanuelMacron — This is France!](https://dushan.org/tweet-archive/1816949077885501943/) This is France! This is France! - [Tweet by @NikolausBlome — Ein Sprecher von Jens #Spahn zu #RKIfiles und #PandemiederUngeimpften: "Jens Spahn hat…](https://dushan.org/tweet-archive/1816149881377153380/) Ein Sprecher von Jens #Spahn zu #RKIfiles und #PandemiederUngeimpften: "Jens Spahn hat damals auf den Umstand verwiesen, dass 90 bis 95 Prozent der COVID-19-Patienten auf… Ein Sprecher von Jens #Spahn zu #RKIfiles und #PandemiederUngeimpften: "Jens Spahn hat damals auf den Umstand verwiesen, dass 90 bis 95 Prozent der COVID-19-Patienten auf Intensivstationen nicht geimpft waren." Und er hatte Recht. - [Tweet by @Perpetualmaniac — Crowdstrike Analysis: It was a NULL pointer from the memory unsafe C++…](https://dushan.org/tweet-archive/1814376668095754753/) Crowdstrike Analysis: It was a NULL pointer from the memory unsafe C++ language. Since I am a professional C++ programmer, let me decode this stack… Crowdstrike Analysis: It was a NULL pointer from the memory unsafe C++ language. Since I am a professional C++ programmer, let me decode this stack trace dump for you. https://t.co/uUkXB2A8rm - [Tweet by @MartinSonneborn — EU & Demokratie kaputt Die Stimmen der Grünen, die sie aus "Verantwortung"…](https://dushan.org/tweet-archive/1813970094134874289/) EU & Demokratie kaputt Die Stimmen der Grünen, die sie aus "Verantwortung" gewählt haben, waren letztlich entscheidend für die Wahl vonderLeyens. TotenkopfSmiley! Ein paar kurz...… EU & Demokratie kaputt Die Stimmen der Grünen, die sie aus "Verantwortung" gewählt haben, waren letztlich entscheidend für die Wahl vonderLeyens. TotenkopfSmiley! Ein paar kurz... Quatsch: längere Anmerkungen zu #vonderLeyen II Guten Tag draußen an den Geräten! Vor über 20 https://t.co/KHbHapHa71 - [Tweet by @libsoftiktok — Secret Service posted this video a few months ago to boast about…](https://dushan.org/tweet-archive/1812575524843290898/) Secret Service posted this video a few months ago to boast about hiring more female agents. The Director says they’re aiming to have 30% more… Secret Service posted this video a few months ago to boast about hiring more female agents. The Director says they’re aiming to have 30% more women recruits by 2030 to be more diverse. These are the results: https://t.co/VN8UIShwvO - [Tweet by @ianmiles — The complete incompetence of the ladies of the Secret Service are on…](https://dushan.org/tweet-archive/1812325147384086597/) The complete incompetence of the ladies of the Secret Service are on full display. One of the agents can’t properly holster her sidearm while another… The complete incompetence of the ladies of the Secret Service are on full display. One of the agents can’t properly holster her sidearm while another fiddles around with her sunglasses trying to look cool for the crowd. Absolutely pathetic. https://t.co/8vNsUhucJZ - [Tweet by @CensoredMen — 🇺🇸🇺🇦 Watch Zelensky's reaction as Biden calls him Putin 😭 https://t.co/TfVoAoryDX](https://dushan.org/tweet-archive/1811522006996652523/) 🇺🇸🇺🇦 Watch Zelensky's reaction as Biden calls him Putin 😭 https://t.co/TfVoAoryDX 🇺🇸🇺🇦 Watch Zelensky's reaction as Biden calls him Putin 😭 https://t.co/TfVoAoryDX - [Tweet by @LfV_NI — Der rechtsextremistische #Stolzmonat ist aufgeladen mit Nationalismus, Diskriminierung und Hass. Er ist…](https://dushan.org/tweet-archive/1810311811335364947/) Der rechtsextremistische #Stolzmonat ist aufgeladen mit Nationalismus, Diskriminierung und Hass. Er ist demokratiefeindlich und verstößt gegen unser Grundgesetz. Traditionell zelebriert die LGBTQIA+-Community den Juni als… Der rechtsextremistische #Stolzmonat ist aufgeladen mit Nationalismus, Diskriminierung und Hass. Er ist demokratiefeindlich und verstößt gegen unser Grundgesetz. Traditionell zelebriert die LGBTQIA+-Community den Juni als Pride Month – und das schon seit 1969. (1/7) https://t.co/8f15vm6U0T - [Tweet by @Steinhoefel — Das ist der Tweet, den Frau Göring-Eckardt (Grüne), Vizepräsidentin des Bundestages (bekannt…](https://dushan.org/tweet-archive/1803554330659717127/) Das ist der Tweet, den Frau Göring-Eckardt (Grüne), Vizepräsidentin des Bundestages (bekannt durch: "Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich… Das ist der Tweet, den Frau Göring-Eckardt (Grüne), Vizepräsidentin des Bundestages (bekannt durch: "Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich darauf"), gelöscht hat. Hier zu Dokumentationszwecken festgehalten. https://t.co/gz9DAa2Qka - [Tweet by @JohnJHarwood — people who insist Biden will pardon Hunter after specifically ruling it out…](https://dushan.org/tweet-archive/1801264223080558601/) people who insist Biden will pardon Hunter after specifically ruling it out are telling on themselves they can't imagine someone acting on principle and keeping… people who insist Biden will pardon Hunter after specifically ruling it out are telling on themselves they can't imagine someone acting on principle and keeping his word - [Tweet by @ZaraRiffler — Islamisten-Partei #DAVA aus dem Stand in Bezirk in Duisburg bei über 40%!…](https://dushan.org/tweet-archive/1799914990918389826/) Islamisten-Partei #DAVA aus dem Stand in Bezirk in Duisburg bei über 40%! Dieses Ergebnis sagt die düstere Zukunft für🇩🇪 voraus, wenn es mit der unkontrollierten… Islamisten-Partei #DAVA aus dem Stand in Bezirk in Duisburg bei über 40%! Dieses Ergebnis sagt die düstere Zukunft für🇩🇪 voraus, wenn es mit der unkontrollierten Massenmigration so weiter geht. Turbo-Einbürgerung wird Weg zu Scharia-Deutschland beschleunigen. Wake up. #europawahl https://t.co/LPjXv0VSzE - [Tweet by @LViehler — Die Marschrichtung ist klar: So viel kaputt machen, wie noch geht! https://t.co/4GjNUuCBFX](https://dushan.org/tweet-archive/1799900947679711421/) Die Marschrichtung ist klar: So viel kaputt machen, wie noch geht! https://t.co/4GjNUuCBFX Die Marschrichtung ist klar: So viel kaputt machen, wie noch geht! https://t.co/4GjNUuCBFX - [Tweet by @ARD_BaB — „Eigentlich müsste er die Vertrauensfrage im Bundestag stellen“ – Nach dem schwachen…](https://dushan.org/tweet-archive/1799856457497591956/) „Eigentlich müsste er die Vertrauensfrage im Bundestag stellen“ – Nach dem schwachen SPD-Ergebnis bei der Europawahl fordert CDU-Generalsekretär Linnemann Bundeskanzler Scholz auf, die Vertrauensfrage zu… „Eigentlich müsste er die Vertrauensfrage im Bundestag stellen“ – Nach dem schwachen SPD-Ergebnis bei der Europawahl fordert CDU-Generalsekretär Linnemann Bundeskanzler Scholz auf, die Vertrauensfrage zu stellen. https://t.co/ukf8XvZhwI - [Tweet by @OERRBlog — Dunja Hayali wirbt um eine hohe Wahlbeteiligung bei der Europawahl, damit die…](https://dushan.org/tweet-archive/1799762841777717431/) Dunja Hayali wirbt um eine hohe Wahlbeteiligung bei der Europawahl, damit die "A-loch Partei" wenig Prozente bekommt. #ReformOerr #OerrBlog https://t.co/qBxvzF98S5 Dunja Hayali wirbt um eine hohe Wahlbeteiligung bei der Europawahl, damit die "A-loch Partei" wenig Prozente bekommt. #ReformOerr #OerrBlog https://t.co/qBxvzF98S5 - [Tweet by @Tim_Roehn — 🔴 Der Streit um mögliche SMS-Absprachen zwischen Ursula von der Leyen und…](https://dushan.org/tweet-archive/1799412168938418557/) 🔴 Der Streit um mögliche SMS-Absprachen zwischen Ursula von der Leyen und dem #Pfizer-CEO überschattet die Europawahl. @anticorruption nennt das Verhalten der Kommission gegenüber WELT… 🔴 Der Streit um mögliche SMS-Absprachen zwischen Ursula von der Leyen und dem #Pfizer-CEO überschattet die Europawahl. @anticorruption nennt das Verhalten der Kommission gegenüber WELT AM SONNTAG "zutiefst beunruhigend“. Unsere Recherche: https://t.co/9KrZwZfDaI - [Tweet by @BMI_Bund — „Alle, die im Netz diffamiert und bedroht werden, rufen wir dazu auf,…](https://dushan.org/tweet-archive/1798633929408434623/) „Alle, die im Netz diffamiert und bedroht werden, rufen wir dazu auf, Anzeige zu erstatten – das geht schnell und einfach online. So kommen die… „Alle, die im Netz diffamiert und bedroht werden, rufen wir dazu auf, Anzeige zu erstatten – das geht schnell und einfach online. So kommen die Hetzer nicht davon.“ Bundesinnenministerin @NancyFaeser zum 10. #AktionstagGegenHasspostings. @REspect_Report https://t.co/4fmfhk5cbb - [Tweet by @ben_brechtken — Sehr mutig von @C_Emcke und dem Republica-Elfenbeinturm zu glauben, sie ständen in…](https://dushan.org/tweet-archive/1798416855696392328/) Sehr mutig von @C_Emcke und dem Republica-Elfenbeinturm zu glauben, sie ständen in Pro/Contra-Formaten auf der Seite der Vernunft und hätten es gar nicht nötig, mit… Sehr mutig von @C_Emcke und dem Republica-Elfenbeinturm zu glauben, sie ständen in Pro/Contra-Formaten auf der Seite der Vernunft und hätten es gar nicht nötig, mit der Gegenseite zu diskutieren. Sehr, sehr mutig. Und sehr, sehr totalitär. Und sehr, sehr sektenartig. https://t.co/uUfdbLttPc - [Tweet by @CrowdStrike — We celebrate 🏳️‍🌈 Pride Month 🏳️‍🌈 and the incredible LGBTQ+ community that…](https://dushan.org/tweet-archive/1796890466341822810/) We celebrate 🏳️‍🌈 Pride Month 🏳️‍🌈 and the incredible LGBTQ+ community that enriches our lives, our work and our mission. @CrowdStrike is committed to fostering… We celebrate 🏳️‍🌈 Pride Month 🏳️‍🌈 and the incredible LGBTQ+ community that enriches our lives, our work and our mission. @CrowdStrike is committed to fostering a workplace that is inclusive, respectful, and celebrates diversity. We proudly stop breaches, together. https://t.co/v73rlEYaQW